Waffen-Arsenal

amicale.3emedragons.free.fr

Waffen-Arsenal

Sandini Sammlung


Sandini Sammlung

DIE SOWJETISCHE ARTILLERIE (76-280 MM)

IM ZWEITEN WELTKRIEG

"Die Ar tillerie ist d ie Königin des Schlachtfeldes"

J osef Stalin

Zentr um der sowj etischen Artillerie-Rüstung war das

"Putilow"- (später "Kirow"-) Werk in St. Petershurg; hinzu

kamen Izewsk, Sestrorezk (Stadtteil von Leningrad),

Moskau, Gor ki, Dnjepropetrowsk, Pe rm und spä ter

Swerdlowsk (UraIMasch). Die Geschützproduktiou belief

sich in den 30er Jahren auf:

1930·1931: 1911 Einheiten

1932-1934: 3778 Einheiten

1935-1937: 5020 Einheiten

Am 1. Januar 1934 verfügte die RA 17000, 1939 bereits

56000 Geschütze. Bei Kr iegsbeginn am 22.6.1941 besaßsie

übe r 67000 Geschütze und Mörser. Docb von der Masse

der Artillerie bängt nicht allein ihr Erfolg ab, Ausbildung

der Bedien ungsmannschaften, Einsatzführung und technische

Leistungsfähigkeit sind wichtige Voraussetzungen.

Daß es noch vieles zu verbessern galt, machte z.B, ein Probealarm

bei der 4. Armee deutlich. In einem er beuteten

Bericht über das 204. s. Haubitzen-Regiment hieß es: "Die

Batterien waren erst 6 Stunden nach demAlarm schußbereit".

Noch Januar 1942 machte die Versorgung der Front

mit Artilleriemunition größte Probleme: nur 44 % der geplanten

Artilleriemunition traf ein. Im Februar mußten

z.B, die "Katjushas" in Reserve gelegt werden, da für sie

keine Raketen geliefertwurden.Wegen derEngpässe wurde

Munition smini ster Go zem ykie am 16.2.1942 du rch

Wannikow ersetzt. Spä ter warfNikita Chruschtschow derartige

Mängel Verteidigu ngsminister Woroschilow vor, er

habe sich mehr für Oper, Th eater und Ge sang interessiert

als für den Stand der Rüstung.

Für die Weiterentwicklung der sowjetischen Artillerie

konnten zahlreich kriegsmäßige Einsätze ausgewertet wer-

den: in China, Spanien und im Krieg gegen Finnland 1939­

1940, wo die 1. Artilleriedivision zum Einsatz kam.

1940 wurde dieArtillerie-Führung der RA (Ma rschall der

Artillerie Nikolaj N. Woronow) auf den Generalstab und

der Hauptverw altuugArtillerie aufgeteilt, die für die Entwicklung

Geschütze und Munition zuständig war. Doch

bereits im Juli 1941 wurde diese Maßnahme wieder rückgängig

gemacht. Die HauptverwaltungArtillerie wurde von

J uli 1941 bis Januar 1948 vom Marschall derArtillerie N.D.

Jakowlew geleitet.

In den ersten sechs Monaten verlor die RA die Hälfte ihres

gesamtenArtillerieparks, allein die deutschen Beutestellen

zählten bis zum 20. Dezember 1941 25696 Geschütze aller

Kaliber. In der Doppelschlacht von WjasmalBrjansk erbeutete

die Wehrmacht 5396 Geschütze, im Raum Smolensk

3820, bei der Kesselschlacbt um Kiew 3718! Dagegen

betrug die Prod ukti on an Feld-Artillerie im Jahre 1941

7282 Einheiten.

Die erheb lichen Au sfälle an Kanonen, Haubitzen und Mörsern

führte zu einer drastischen Kü rzung des Artillerieparks

der Schützendivision von 280 Einheiten (inklusive

Granatwerfer) auf 132. Die freiwerd enden Kräfte wurden

zu einer Artillerie-Reserve des Oberkommandos der RA

zusammengefußt. 1941 umfaßte diese 110 Artillerie-Verbände

(8% der Gesamtstärke), am I. Dezember 1942 bereits

255. August 1945 waren 35 % der Artillerie de r RA in

der Artillerie -Reserve. Als strategische Reserve verfügte

das Oberkommando zuerst über selbständige Regimenter,

ab 1942 über Brigaden und Divisionen (Artillerie-Divisionen

waren bereits 1819 in der russischen Armee aufgetreten)

und ab 1943 über die Durcbbruch-Artillerie-Korps

AKP, von denen während des Krieges insgesamt zehn aufgestellt,

nach 1945 aber bald wieder aufgelöst wurden. 1942

Eine erbeutete 76 mm Kanone 02/30.1941 war dieses Geschütz noch in größeren Stückzahlen bei der Roten

Armee (RA) im Einsatz.

3


Sandini Sammlung

Sowjetische 152 111/11 Haubitzell 09130 als deutsche Straßensperre in Küstrin-Kiei; Fr ühjahr 19./5,

umfaßte eineA rti llerie-Division acht Regimenter, von 1943

his 1945 über sechs his sieben Artillerie-Brigaden mit bis

zu insgesamt 364 Geschützen, \ Verfer und "Katjushas",

den legendären "Stalinorgeln". Zwei Artillerie- lind eine

Garde-werfe r-Division vereinigten sich ah 19·&3 zu einem

AK P mit insgesa mt WOO Rohren. 1944 waren nur noch

zwei Divisionen in eincl1lAKP organisiert. Obwohl einTeil

der Rüstungsindustrie wegen des deu tschen Vorstoßes evaku

iert werden mußte, brachte das Jahr 1942 de n grö llten

Ausstoll an Feld-Artillerie (7.6 cm- 30,5 CßI) mit 29600 Einheiten

während des gesamten Krieges. Das war lI.3. auch

durch die neuart ige Fließ ba ndprod uktion der ZIS-3 ermöglicht

worden. Am 10. Januar 1942 gab Sta lin eine neue

Direktive hinsichtlich der "Artillerie-Offensive" heraus.

Dari n wurde die Konzentrierung der Artillerie bei Durchbruchsoperationen

auf den angegriffenen Sektor befohlen,

fer ner sollte sie währe nd der gesamten Angriffsoperation

Unterstützung leisten und mit Infanterie und Panzern am

Angriff beteili gt werde n. Eine neu e Feldverord nung für

die Art illerie (PS 42) herausgegeben, di e u.a, di e Feuerleitung

von gepanze rten Fahrzeugen aus mit Funk regelte.

\ Vährend des Krieges wurden nicht nur die Einheiten der

RA mit Artillerie sowjetisc her Produktion ausgerüstet,

so nder n auch zwei polnische Armee n sowie das Tschechische

Korps.

In den folgenden Kriegsjahren sta nde n der RA für ihre

umfassend en Großoffensiven genügendArtille rie zur Verfügung:

die Rüstungswerke produzierten 194321753 Feldgesch

ütze (Kaliber 7.6 cm-30,5 cm), 1944 23841 un d 1945

13511.Somit war auch die Schwerpunktbildung derArt illeri

e an den gepla nte n Durch bruchsstellen durch die deutsche

Front möglich.

Die M unitionsversorg ung gewährleisteten 1943 etwa 1300

R üstungsbetriebe. Die Produktion von Artille rie-Granalen

(inkl usive Rak eten für Me hrfac hwerfer) betrug:

1941: 51 000000

1942: 80 000000

4

1943: 86 000 000

1944: 95 000 000

1945 : 61 000 000

insgesamt: 38 1 000000 (davon 8 780 000 Raketen) .

Nac h andere n Anga ben betrug die Gra natproduktion im

J ah re 1941 lediglich 26 Mlllionen Stück. der dieshezügliehe

Plan sei nur zu 5.. % erfü llt word en. Die durchschnittliche

.Jahresproduktion a n.Artllleriem unition betr ug in der

UdSSR 78.6 M illionen G ra na ten a uf etwa 134 000 Rohre.

die durchschnittl ich pro Jahr (inkl, Flak, Pak und Granatwerfer

) gebaut word en waren: das mac hte theoretisch

586.5 Schuß pro Roh r aus. Die deutsche durchschni ttli che

Jahresproduktion an Artille riemunition betr ug 71 l\Jillionen

Gra naten, die sich jedoch auf einen durchschnittlichen

Jahresau sstoß von 42 500 Roh re aufteilten, was pro Rohr

1670.5 Stü ckAbschußmunition bedeutete, Diese auffallende

Differenz resultiert wahrschein lich hauptsächlich aus

den große n Anfangsverlusten der sowj etischen Artillerie;

qu alitative Unterschiede diirften nicht eine derart entscheidend

e Rolle gespielt haben. Eines der erfolgre ichsten sowj

etischen Geschütze (\Verknr. 2464 ) war ein 122 mm

(Modell 1938) Geschü tz. das einen Kampfweg von 4605

km von Muskau bis zur Ostseek üste zurückgelegt und dabei

insgesamt 6541 Granate n abgefeuert hat te. Bei einer

a nschließenden Untersuchung im Herstellerwerk sei festgestellt

worden, daß das Rohr seine ballistischen Eigenschaften

nicht verloren habe und fü r einen weiteren Einsatz

zur Verfügung ste he! Und bei den Erdkämpfe n in Berlin

Ap riVMai 1945 scholl eine 152 mm Haubitze 1\11.-20

der 142. Armee-Ka nonena rti lleriehrigade die letzte von

Insgesamt 4900 Grana te n ah.

Hat ten im L Weltkriel( sich a uf einem Fro ntk ilometer 100

Solda ten befunden, halhierte sich die Zahl im 2. Wellkrieg.

Für einen effektiven Feuerschlag veranschlagten die sowjetischen

Artilleristen pro Hektar un d M inute für di e

Kaliher 7,6 crn zehn bis zw ölf Granaten, bei 10 CIII sechsacht

Granaten, bei 12,2 cm fünf-sech s Gra naten und bei


Sandini Sammlung

1945 nach einem vierstündigen Trommelfeuer erobert.

Bei der Nieder käm pfung der Festung Königsberg wurden

pro Frontkilom eter bis zu 100 schwere und schwerste Geschütze

aufgefahren : sie sollten die zahlreichen Forts, die

die Stadt umgaben, ausschalten.

Die höchsteArtilleriekonzentration der verbündeten Streitkräfte

wies die 1. Polnische Armee bei den Kämpfen vom

31. Januar his zum 10. Februar 1945 in Pommern auf: 1600

Geschütze und Werfer.

Bei der Offensive an der Oderam 16.4. 1945 war die hochste

Artillerie-Konzentration des Krieges erreicht worden:

·n 600 Geschütze und Werfer von sechs AKP (jeweils drei

von der I. \ Veißrussischen und 1. Ukrainischen Front), die

eine Feuerwalze von 3.50 bis 6.30 Uhr über die deutschen

Verteidigungsst ellungen rollen ließen, Die 5. Stoß-Armee

konzentriert e auf einem Streifen von 7 km 2430 Geschütze,

die 13.Armee 2356 Geschütze auf9 km! Das Kriegstagebuch

des OKW verzeichnete allein für den Frontabschnitt

der 9. Armee 450 000 niedergegangene Granaten!

Am 14. und 15. April 1945 hatten die Sowjets Schiitzenbataillone

zu örtlichen Er kundungen im Kampfgebiet

Kiistrin nach vorn geschickt, dem ein zehnminütiger Feuerschlag

von 1/3 der Armee-Artillerie der 8. Garde-Armee

voranging. Als Ergebnis zogen sich die deutschen Verteidiger

aus einem 2-3 km breiten Streifen zurück. Der Armee-Oberbefehlshaber

wollte keine Zeit verlieren und setzte

den Grolla ngrilT a uf den 16. Ap ril an. Der Artillerie­

Kommandeur der Armee, Posharskij , hatte nur wenige

Stunden Zeit, die notwendige topographische Aufklärung

durchzuführen , die Geschütze in die Stellungen zu bringen

und den Plan für den Feuerschlag auszuarbeiten. Besondere

Anforderungen waren der Beschuß in den dunklen

Morgens tunden, zudem die Feuerwalze 150 m vor die

eigenen Schützenverbände einschlagen sollte. Deshalb, um

Irrtümer auszuschließen, wurden die Geschütze besonders

eingeschossen. Um 3 Uhr Ortszeit begann dieArtillerie der

3. Garde -Armee bei Forst einen zehnminütigen Feuerschlag,

der a lle Bereiche der deutschen Verteidigung in einer

Tiefe von 10-12 km betraf. Die Hauptziele der Armee­

Artillerie waren feindliche Geschütz-Batterien, Panzerabwehrwaffen

sowie Regiments- und Divisinnsstäbe.

\Vährenddessen nahm die Korps- und Divisionsartillerie

Die 76 mm Kanone 1902/30. Am 1.3./944 standen

noch 110 dieser Kanonen im Einsatz der Wehrmacht.

6

feindliche \Verferbatterien und Verteidigungspositionen

unter Feuer, gleichzeitig beschoß die Regiments-Artillerie

die vordersten Verteidigungsgräben der deutschen Infanterie.

Um 5.10 Uhr ging die Armee -Artillerie dazu über,

den Beschuß zu verlangsamen, der dann nur 25-50 % der

vorherigen Intensität hatte. Zu diesem Zeitpunkt begannen

die Stalinorgeln (5.15 Uhr) zu feuern, die Artillerie

erhöhte wieder dic Sch ullfolge auf das gesamte deutsche

Verteidigungsgebiet. Die deutschen Verluste in der ersten

Verteidigungslinie beliefen sich zwischen 30-75 % bez üg­

Iich des Materials und Personals. Nach dem AngrilT der

Schiitzen- und Panzerdivisionen ging die Korpsartillerie

dazu über, in die Unterstützungsphase einzutreten. während

die Armee-Artillerie mit der Beschießung deutscher

Batterien bis 5.30 Uhr fortfuhr. Dann rollte der Angriff.

Die Wirkung eines derartigen Beschusses war verheerend.

Während der Endkämpfe in Berlin kam es häufiger vor,

daß eine Häusergruppe von 1000 Artilleriegranaten und

Raketen aller Kaliber gleichzeitil( getroffen wurde. Nach

einem derartigen lIeschull ergaben sich 130 Überlebende,

die in den Kellern des Luflfahrtministeriums Schutz gesucht

hatten: 17 von ihnen hatten den Verstand verloren.

Noch während der Endkämpfe im IvIai 19-t5 versamrnelten

die Sowjets in einer kilometerlangen Schlange Unter

den Linden über 500 Geschütze und Haubitzen, Es drohte

keine Gefahr mehr.

1800 sowjetischeArtilleristen erhielten während des Krieges

die Auszeichnung "Held der Sowjetunion", 500

Artillerieverbände den Ehrentitel der "Garde" .

Die Artillerie verkündete seit 1943 weit hinter der Front

die Siege der RA: am 5. 8. 1943 schossen für die Wiedercroberung

der Städte Orel und Bjelgorod 24 Geschütze 12

Salven, heim zweiten Ehrensalut (Eroberung Charkows am

23.8.1943) wurden 20 Salven aus 224 Geschützen geschossen.

Bis Kriegsende gab es 353 Ehrensaluts. davon 23 der

1. Kategorie - Klew, Sewastopol, l\1insk, \Vilna. Bukarest,

Riga, Belgrad. \Varschau, Budapest, Krakau, \Vien, Prag,

Königsberg, lIerlin . (24 Sa lven aus 324 Geschützen), 210

der 2. Kategorie (12 Salven aus 124 Geschützen). Am Tag

des Sieges, den 9. !\lai 1945 wurde ein Ehrensalut von 30

Salven aus 1000 Geschützen abgefeuert, Der letzte Sa lut

erfolgte bei der Kapitulation Japans am 3. 9. 19-t5.

Die hier abgebildete 08-25 war im 35.JR der 7.

polnischen ID an der Ostfront im Einsatz. In der

Panzerabwehr bewährte sie sich wegen der geringen

v/o (262 m/sec) und der fe hlenden Hohlladungsmunition

nicht.


Sandini Sammlung

Nach Ende des Krieges in Europa wurden sta rkeArt iller ieverbände

nach Fernost an die japanische Front verlegt.

Nach Beendigung des 2. \Veltkrieges wurden den mittelosteuropäi

schen Satellitenstaaten für den Aufbau eigener

Streitkräfte die bew äh rten Geschütze, Werfer und Hauhitzen

zur Verfügung gestellt, teilweise, so in Polen und

derTschechoslowakei, unter Lizenz weitergebaut. Fast alle

sozialistischen Staaten erhielten Artillerie aus sowjetischer

Produktion. Z.B. wurd e die 122 mm llauhitzeM-19311 in

Zu Beginn des Rußlandfeldzuges traf die Wehrmacht auf

eine ganze Reihe von Geschützmodellen.. die schon veraltet

waren. Dazu gehörte die 76.2 Olm Feldkanone !\lod ell

OO/02P aus der zaristischen Armee. produziert in der Leningrader

Putilow-Fabrik und der Krupp-Bauweise nicht

unähnlich. 1941 waren noch einige Batterien mit diesem

Geschütz ausgerüstet. die auch in geringen Stückzahlen

bei der finnischen und rumänischen Armee eingesetzt waren.

Die litauischeArmee hatte ebenfalls das Modell 02 bis

1939 im Truppendienst. Die deutsche Bezeichnung lautete

7,62 cm leFK 294 (r). Das 75 mm Feldgeschütz 02126 war

imJahre 1926 ' ·001 polnischen Staat aus der sowjetischen

Produktion angeschafft worden. 1939 standen 446 dieser

Geschütze im polnischen Truppendienst. Viele wurden von

ihnen bei der Wehrmacht weiter eingesetzt (7,5 cm FK 021

26 ( r).

Die 00102 wurde durch das Modell 02/30 ersetz t. Der Konstrukteur

hieß \V.N. Sidorenko. Es wurde in zwei Versionen

gebaut: mit dem ursprünglichen Lau f L130 und dem

neuen GeschützlaufL/40. Noch 1974 war die 02/30 in Nord-

DIE LEICHTE ARTILLERIE

Cbina gefertigt (dort unter der Bezeichnung Typ 54 und

54-1). Auc h die Bewaffnung der NVA in der ehemaligen

DDR erhielt sowjetische Artillerie-Waffen: 1956 verfügte

sie üb er 2200 Geschütze und Werfer. Bis zu m heutigen Tag

sind diese WalTen im Kampfeinsa tze 1950 in Korea, Ende

der 60er Jahre im Vietnam-Krieg, in den militä rischen

Auseinandersetzungen im Nahen Osten sowie in dem unseligen

Bürgerkrieg 1993 in Ex-Jugoslawien auf serbischer

Seite.

Vietnam eing eset zt worden. Die deutschen Bezeichnungen

lauteten für die L/30-Version 7,62 cm FK 295/1 (r ) und für

die U 40-Version 7.62 cm FK 295/2 (r ), Die Zuggeschwi ndigkeit

belief sich a uf sechs-siebe n kmlh .

1933 wurde eine neue 76.2 mm Feldkanone vorgestellt. Die

Lafette sta m mte von der 122 mm Feldhauhitze Modell

1910130.Die Feldkanone war aber nur ein " Lückenbüßer"

bis zu dem neuen Entwurfl936. 1941 wa r das Modell 1933

in kleinerer Stückzahl im Fronteinsatz und erhielt von den

deutschen die Bezeichnung 7,62 cm FK 298 (r), In den ersten

Tagen des Rußlandkrieges trafen die deutschen Soldaten

auf das Gesch ütz 76 mm F-22 (Baujahr 1936) der

Divisionsartillerie sowie auf das Geschütz 76 rnm 1927/39,

die ihren Urs pru ng in der 76 mm Divisionskano ne 1902130

hatten , Auf Basis der F-22 wurde 1939 eine 76 mm Divisions-Kan

one (USW) entwickelt, wobei 50 % der Teile der

F-22 Verwendu ng fa nden. Die Veränderung der Lafettenkonstruktion

verminderte das Gewicht und ansta tt

der Blattfedern wu rden Teleskopfedern verwe ndet. Ende

1941 standen schon viele dieser Geschütze auf deutscher

Im Vordergn mdfünf erbeutete 76 mm Kanonen 1927. im Hintergrund links eine F- 22 sowie etwa zehn 122 mm

Geschütze 1910 mit Speichenradern.

7


Sandini Sammlung

Eine zerstörte F-22 Kanone.

Südabschnitt der Ostfront, 1941: eine eroberte Feuerstellun g von 76 mm Kanone 1936.

10


Sandini Sammlung

\im Finnen erbeutete 215-3 in den karelischen Urwäldern.

14


Sandini Sammlung

2/5 -3 im Feuerkampf mit deutschen Panzern.

.

"- -

..

.---

15


Sandini Sammlung

Z fS in oJj('l/l'r Stellung und im StraßenkampfiDanzlg Mür; / 945).

16

-

'..

A. . ,;::s..,


Sandini Sammlung

Die 2 /5-3 konnte 1'011 Traktoren , LKW, Jeeps. Pf erden IIl1d Pani ern gezogell werden. Oben : eine Batterie 2 /5-3

geht. vor deutschen Tief/liegern getarnt, zur Fron t. Unten : Als Zugm ittel dientenauch 7: 70 Panze r, die Geschiitzbedienung

ist all/gesessen

.-

'.

-

­,-

... . • '

•.

• #

-

..

:

...

-

.. •

17


Sandini Sammlung

co

..

- - •

Auch die Deutschen zogl'll die ZIS-3 mit Kettenfahrirug en. Hier zieht ein T-70-Chassis die ZIS-3 mit der deutschen Bet richnung 7,62 Clll Feldkanone (FK) 288 (r).


Sandini Sammlung

Die spätere version der ZI5-3 mit abnehmbaren Oberschild; dadurch wurde die Riehthöhe vergröß ert. Die

Weifiwalldreifell wurden nur f ür Paraden benutzt.

Doppe/bereifte 100 mm Kanone 85-3. die auch als Pak verwendet wurde und insbesondere für die schweren

deutschen Panzer und Sturmgeschütre ein gefährlicher Gegner wm:

20

JJ


Sandini Sammlung

Eine 122 mlll Haubitre mit genieteten Holmen im Knmpfeinsai; bei der 3. WeißrussischeIl Front im Juli /944.

25


Sandini Sammlung

Eine /22 mm Hauh itze /9311 heim Feuern .

26


Sandini Sammlung

Eine 122 /lun Hauhitze 1938 auf'der Frankfurter Allee in Berlin, Mai 1945.

Eine gut erhaltene /22 /lnn Haubit:e 1938. Bei vergroßemng der Richthiihe konnte das Mitt elst ück des Schutzschildes

nach oben gezogen werden.

28


Sandini Sammlung

Eine 122 mm Kanone 1931/37 mit SplittertreJJern Ol l Holm und Rohrwiege. AuJ dem Rohr steht: "Fiir eine

Grenze an Oder. Neiße und Ostsee",

122 n/ln Haubitze (mit Kriegsbereifun g) als Denkmal auf dem sowjetischen SoldatenJriedhoJ Cybinka in Polen.

29


Sandini Sammlung

152 mm Haubit ze 1937 (ML-20) ohne Schutzschild mit der doppelten Hartgummi-vorkriegsbereifung.

Diese Haubitze wurde von FF Petrow in Perm entworfen und gelangte 1938 in den Truppendienst der RA.

Gut sichtbar die geschlitzte M ündungsbremsc, die charakteristischen Federungsausgleiche r. die Stahlgußr üder

mit Gummifederung sowie das 4 111m starke Stahlschild.

31


Sandini Sammlung

Im Vordergrund erbeutete 152 mm Haubitzen; im Hintergrund zwei 122 mm Haubitzen 1938 und nun 122 mm

Geschütze 1910 mit Speichenriidem].

Eine erheutete 152 mm wird in deutschen Truppendienst gestellt. Sie wurde an der Ostfront unter der Bezeich ­

nung 15,2 cm KH 433/1 (w) eingesetzt undfand auch in der Küstenverteidigung Verwendung. Am 3.12.44

waren noch 909 Kanonen-Haubit zen dieses Typs bei der Wehrmacht eingesetzt.

33


Sandini Sammlung

152 lIlJD lIaubitze 38

Kaliber :

Lä nge des Rohrs mm:

Größe d e s Ladungs r a ume s dm3 :

Bodenfrei h e i t :

Ri c htfel d Erhöhung:

Neigung :

Horizontaler Schwenkbereich :

Bedienung :

Gewicht in Kamp f l a g e

Gewicht i m Marsch

Höhe d e r Feuerlinie

Münd u ng s g e s c hwi nd i g Ke i t

Max . Sc huß e n t f e r nung :

Feuergeschwi nd i gkeit:

zeit f .Gefechtsbere i tschaft:

Vers chl uß :

Drall :

Anzahl der Züge:

Mündungsbremse:

Rohrrücklaufbrems einrichtung

Ro hrbre ms e Pr i n z i p:

Luftverholer prinzip:

Länge des Rohrrückl aufs

1 5 , 24 c m

3527

5 ,70 7

30 , 5 c m

65 "

1

50

1/6

4150 kq

4550 kg

1240 mm

508 rn/ sec

1239 0 m

3-4/M i n .

4 0 sec .

Kolbe nve r s chluß

g l eic h ble i be nd r e c hts

4 8

a ktiv wirke nd

hydraul i s ch

hydraul i s ch-pneucatisch

Be i kleinem Erhbhungs winkel: 1 220-1 3 20 mrn

Bei g r oßem Erhöhung s winkel : 900-1 000 rnrn

Anfangsdruck i m Lu f t vo r h o l e r k p/ c m2 : 51-53

Me ng e der Fl üssigkeit i m LUf t verholer : 16 ,6 1

Brems f lüssigke i t : Steol H

Aus gleich de r Vorder l ast i q ke i t : 2 f ederaus gleicher

Federung: LanqsbLe t t r eder-

Ri c h tmechanismus

Höhe n r i chtmaschine :

Seitenr i c h t ma s c h i ne :

Räder:

Mu n i t i o n

Gewich t der Granaten kq

S plitte r s p r e nq s t a hl ha ub i t zg r a n a t e :

Splitt e r g r a na t e a us S t a h l quß :

Be tonhaub i t zgra nate :

Zü nder :

Ha s s e der vo lle n La dung :

Zahnbogenrichtmaschi ne

Spindclri c htmasch i ne

2 Me t al l s c heibenräder

40 kg

40 kg

4 0 kg

RGM- 2, 0-1 ,

3, 6 2 kg

KTD, RGM

Die Ha ubi tze n 194 3 und 19 38 ha ben gleiche Muni tion , aber verschiedene

Hül s e nladungen . Zu m Sch i eßen können we i t erh i n v e r we ndet we r d e n: Leuchts

p u r g rana t e , Panzerbrech e nd e Le uchtspu r s pitzko p f g r a nate .

"Staline:":Traktor mit ang ehiingter / 52 111111 Haubitze.

34

.. .....


Sandini Sammlung

Gut sichtbar sind die verschiedenen Bereifungen bei diesem Bild von drei 152 mm Haubitzen: links die Bereifu

ng vor 1941, rechts die Bereifung ab 1943, in der Mitte handelt es sich um die Nachkriegsbereifung.

Verschluß und Höhenrichtrad einer 152 mm Haubitze 1937 (ML-20 ).

35


Sandini Sammlung

Eine 152 mm Haubitze, dahinter zwei 122 mm Haubitzen 1931137.

152 mm Haubitze 1937 (ML -20) mit Radsatz. der ab 1942/43 Verwendung fand. Ab Anfang 1944 waren 132

ML-20 von der Wehrmacht am Atlantikwall eingesetzt.

36


Sandini Sammlung

J52 111m Haubit:« im Kampf WI1 die Befreiung. No worossisk und der Verteidigung des "Kleinen Landes", Februar

/ 9·43.

'.

37


Sandini Sammlung

Straßenkampfin Budapest, Januar 1945: eine 152 mm Haubitze 1937 (ML -20) heim Schuß,

38


Sandini Sammlung

Aufgeprot2te (fahrbereite) 152 nun Haubitt e 1937 (ML-20).

Eine ML -20 im Strußenkampfin Berlin, April/Mai 19-15.

..


39


Sandini Sammlung

, ..

'." .


"". J,

" .

.' ..

,

\,

Militiirmuseum Posen/Poznan: links eine /22 mm Haubitze 1I1it Radsa tz allS der Kriegszeit. Mitte: Eine /52

nun llaub it;e 1943 mit geschweißter Kast enlufette.

Eine 152 111m Hanh it:e / 9-13 mit schwur; abrsettter doppelter Mündungsbrems e.

40

J

,.,


Sandini Sammlung

152 mm Haubitze 4]

Ka l i be r : 1 5 2 ,4 mrn

Lä ngen Rohr mi t Bodens t üc k : 4 20 7 mm

11 11 ohne Mündung sbrems e: 375 4 mra

No rma l e Rückl auflänge des Roh r e s: 960- 1070 mrn

Bodenfrei h e i t: )7 c m

Spurweite : 1 ,80 rn

Radd urchme s s e r : 1250 mrn

Ma s sen ( kg) Gefe c htsgewicht : ]600 kg

" in Ma r s c h l age: 36 40 kg

" Roh r rni t Ver schiu ß : 16 00 kg

11 Gr anate 4 0 kg

11 v o l le Ladung: 3 , 48 kg

Ma x . Mündungsg e s c hwi nd i g ke i t : 508 rn/sec

Ma x . Ga s d r uc k k p/ c rn2: 2250

Ma x . Schu ße nt f e r nung mi t S p l i t terspr e ng g rant e : 1 240 0 n

Fe uerge schwi ndig kei t / Mi n. ) - 4

Zeit z um Herstellen d e r gefec hts lage : etwa 2 Min .

Ma x .Mars chgeschwindigkeit St r a ße : 40 km/ h

Feldweg: ]0 km/ h

Versch l uß :

Dr a ll :

Züge :

Brei t e mrn

Rohrrüc k l a u f b r e rns einrichtunq

Rohrbremse

Prinz i p:

Bremsf l üss i g ke i t :

Meng e (1)

Lu f t vcr ho l e r

Pr i nzip :

Me nge d e s St e o l M (1):

An f a ngs d r uc k de r Luft kp/ cm2 :

Ri c h t me c ha n i s mu s

Hö he n r i c h t ma s chine :

Sei t e n r i c h t ma s c h i ne :

Fa hrgest e l l Fe derung:

Räder :

Be r e i fung:

Gelände : 8- 10 km/h

Ko lbenschr a u b v e r s c h l uß

g l eich b l e i bend r e c h t s

48

6 . 9 '/

hyd r a u l i sch

St e o l M

9 I 7 1

hydraul i sch-pne uma t i s c h

1 1 +-0 ,4

5 2 +-2

Zahnbog e nr ich t rnaschine

S pind e l r i c h t masch ine

Lä ngsblattf e d e r

Me tallsc heibenr ä d e r

s c hwa mmg ummi - Ze l l e n be r e i f ung

SCHWERE ARTILLERIE DER ROTEN ARMEE

Zu den schweren Steilfeuerwaffe n der Korpsartillerie sowie

der Artillerie-Reserve des Oberkommandos der Roten Armee

gehörte auch die etwas anachronistisch wirkende 20,3nun-Haubitze

M 1931 (B-tl, die von den Konstrukteuren

E f. Lendjer, N.I. :\tagdasssiew und A.G. Ga wri low in dem

Leningrad er Betrieb "Bolschewik' entwickelt worden war.

niese \\'alre hatte sich im Einsatz während des Zweiten

\\'eltkriegt.'S bei Schwerpunkteinsätzen gegen stark befestigte

Ziele (Betun-Bu n ker) und Artilleriestellungen wie "01'

Cha rkow, Tscherkassy, Königsherg, Danzig, Posen und Berlin

(dort auch im Stra ßenkampf) bewährt.Am 1O•.Juni 19-U

vernichteten zwei Batterien mit 203-mm-Hauhitzell unter

Hauptmann 1.1. Wjedmiedenko an der Leningrader Front

einen Sta hlbeton-Bu nker; der drei Stockwerke tief in die

Erde reichte.

Oie 11-4 wies eine gute Ballistik und eine hohe Treffergenauigkeit

auf. Die auf Raupen bewegliche Haubitze wurde

von Tr akto ren als Zugmittel überHilfsräder am La fett enschwanz

mit einer Höchst geschwindigkeit von 15 km/h ge·

zogen. Um im schwierigen Gelände die Haubitze bcwegli-

eher zu machen (8° nach links und rechts richtbar) und bei

Schianull und Schnee das hoh e Feuergewicht von 15800 kg

zu mindern. waren Raupen verwendet worden. die sie aber

nich t zu einer Seihstfahrlafett e macht en. Die 203-mm -Hauhitze

verwendete getrennte Kartuschmunition und hatte einen

Kolbenverschluß mit plastischer Abdic ht ung, Am linken

Holm der Lafette war ein klei ner Kran f ür die

Muni tionszufuhran gebracht. Ein weiteres i\lcrknml waren

die links und rechts neben der Rohrwiege angebrachten Sitze

mit Lehne in Schußrichtung. Oie Feuergeschwindigkeit

betrug in 3 Minuten ein Schu ß bei einer Schußweite von

17,5 Kilometern. Die M ünd ungsgeschwindigkeit betrug 607

rn/sec, der horizontale Riebtbereic h betrug 0·60°. Beim

Transport konnte die 203- mrn-Haubit ze in zweiTeile (Rohr

lind Lafette) zerlegt werd en. Die Bedienung bestand aus 15

Mann.

1933 wurde eine Variante in Form einer Kanonenhaubitze

entwic kelt (Modell 1933), die die gleichen Malle wie die

Haubitze ß -4 aufwies, aber ein geringeres Marsch- und

Feuerg ewi cht aufbrachte und eine höhere M ündungs-

41


Sandini Sammlung

General Nikolai N. Woronow (mit Pelzkragen), der spätere Marschall der Artillerie, besichtigt eine 203 nun

Haubitze nahe Moskau, 1942.

In einem Leningrader Rüstungswerk wird eine 203 mm Haubitze repariert. Da im winter die Werkshallen im

eingeschlossenen Leningrad nicht geheizt werden können, müssen die Arbeiter in Mänteln arbeiten.

43


Sandini Sammlung

Eine 203 mm Haubitze in Feuerstellung. die Munitionswagen sind belade n worden, einer be reits an den Kran

gehängt (links).

44


Sandini Sammlung

111 Feuerstellung mit notd ürftig em Tarnn etz: eine 203 Imll Hau bitze im Kampf gebiet Korsu n Februar 19.J.J.

45


Sandini Sammlung

203 mlll Haubit;e

des Feldwebels

M.D. Ma xi-snow

fü r den Feuerschlagvorbereitet.

46

Oben :

Eine mir Zwe igen ge ta rnte lind

mit Planen zugedeckte 203 111111

Haubitze aufdem Marsch mit

Zugmaschine.

Links:

nh s alle Artilleristen der Welt

wie Oberf eldwebel G. IV, Schildzow

gerne tun: "Grüß e" a ll den

Feind zu schicken. Aufder 203

mm-Granan te steht: "Für die

letzten 'Fritt en' aufunserer

Erde".


Sandini Sammlung

203 mtn Hauhitze im Straß enkampf in Berlin; April 1945. Beachtenswert der An setzen der VOl l drei Kanonieren

bedient werden mußte.

Eine 203 111m Haubitze ;11 der Mandschurei im Einsatz gegen japanische Streitkräfte. Di e G ranate wird von drei

Kanonieren mit dem Anse tier in das Rohr geschoben. Gut sichtbar die genietete Kastenlafette.

47

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine