Textteil: 107 Seiten, PDF - Naturpark Bayerischer Wald

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Textteil: 107 Seiten, PDF - Naturpark Bayerischer Wald

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Felsen:

Uhu 0

Städte, Dörfer:

Weißstorch 0

Im Gegensatz zur Artenvielfalt ist die Anzahl der einzelnen Brutpaare gering und rückläufig.

Verantwortlich sind überwiegend der Verlust der Lebensräume und Veränderungen in den

Brutbiotopen (Nutzungsintensivierung, Nutzungsaufgabe, Überbauung, Lebensraumzerschneidung

durch Straßen- und Wegebau, Aufforstung, Sandabbau), von denen die Arten nicht nur im

Naturpark, sondern in ganz Bayern beeinträchtigt werden. Besonders betroffen sind dabei Arten,

die großflächige, reichstrukturierte Kulturlandschaften besiedeln, die auf großflächiges, extensiv

genutztes Grünland mit Feuchtbereichen angewiesen sind, die spezifisch ausgeprägte Wälder

benötigen, ungestörte, breite Verlandungszonen bevorzugen oder an natürliche oder anthropogen

bedingte vegetationsarme Lebensräume angepasst sind.

Vogelschutz bedeutet vorwiegend Schutz und Optimierung der Lebensräume für typische,

heimische Artengemeinschaften und Rast- und Überwinterungsgäste. Erforderlich sind Sicherung

der gegliederten Kulturlandschaft mit extensiv genutzten Puffern und Optimierung der

Lebensräume wiesenbrütender Vogelarten (z.B. Mahd bei Wachtelkönigvorkommen erst ab

August); Erhaltung, Wiedervernässung und offene Vernetzung von Moorgebieten und extensiv

genutzten Nasswiesen; Förderung und Entwicklung von Heckengebieten; Optimierung und

Extensivierung der forstlichen Nutzung mit Einführung der naturnahen Waldbewirtschaftung;

Erhaltung und Gestaltung naturnaher Fließgewässerstrecken; Sicherung großer Wasserflächen mit

Verlandungszonen und Auen mit optimalen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bei Bedarf;

Offenhaltung von Felspartien (Uhu) und Ersatzbiotopen; Vorhalten horstnaher Wiesen und anderer

Nahrungsquellen (Weißstorch). Dabei sind verstärkt Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) und

Erschwernisausgleich einzusetzen. Zusätzlich sind besonders Vogelhabitate in Wald und Moor

durch Besucherlenkungsmaßnahmen zu beruhigen. Bei SPA-Vogelarten haben Monitoring und

Umsetzung von Artenhilfsmaßnahmen äußerste Priorität.

In den letzten Jahren/Jahrzehnten wurden Bestandserfassungen und Schutzprojekte für zahlreiche

dieser Vogelarten durchgeführt (Birkhuhn, Wasseramsel, Braunkehlchen, Wachtelkonig,

Flussuferlaufer etc.). 2007 erarbeitete der Naturpark Bayer. Wald e.V. im Auftrag der Regierung

von Niederbayern ein Schutzkonzept für die Restbestände des Auerhuhns im Bayerischen Wald.

Als attraktive Art ist das Auerhuhn prädestiniert als Leitart für Schutzkonzepte im Bergwald, von

denen auch viele weitere Arten profitieren können.

Reptilien

Die Europäische Sumpfschildkröte bewohnt schlammreiche stehende oder langsam fließende

Gewässer mit üppiger Wasserpflanzenentwicklung und überhängendem Gebüsch in großen

Flussauen, Gräben und Sümpfen. Steine und Holzstücke sind willkommene Warten. Die Nahrung

besteht überwiegend aus kleinen Fischen, Fröschen, Würmern und Krebsen.

Beunruhigung, ufernahe Siedlungs- und Bewirtschaftungsmaßnahmen mit einhergehenden

Trockenlegungen, Verlust von Lebensräumen und Isolation von Teilpopulationen haben die

ehemals autochthonen Vorkommen an der Donau längst erlöschen lassen. Seither wurden höchstens

ausgesetzte Einzelexemplare nachgewiesen. Da eine Reproduktion auch unter den heutigen

Klimabedingungen nicht zu erwarten ist, sind entsprechende Artenhilfsmaßnahmen und

Wiederansiedlungsversuche wenig sinnvoll.

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