Geplantes Steinkohle-Doppelblock-Kraftwerk der RWE in Arneburg

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Geplantes Steinkohle-Doppelblock-Kraftwerk der RWE in Arneburg

Schadstoffe und deren Akkumulierung erhöht.

Von „sauber“ und „kohlendioxidfrei“ kann also keine Rede sein!

CCS ist das Märchen, um Politik, Verwaltungen und der Bevölkerung Sand in

die Augen zu streuen und damit die Genehmigungsverfahren zu legitimieren.

Die Verbringung des abgeschiedenen CO2 zum unterirdischen Lager, ob mit Kesselwagen

oder per Pipeline, ist mit erheblichen Risiken verbunden, denn bei einem Unfall oder einer

Leckage der Pipeline drohen durch das hochkonzentrierte CO2 unmittelbare Gefahr für

Mensch und Tier, da konzentriertes CO2, weil schwerer als Luft, sich über dem Boden

ausbreitet, Sauerstoff verdrängt und auf diese Weise alles Leben erstickt.

Da das CO2 geruchlos ist, wird eine einsetzende Vergiftung nicht bemerkt (Konzentration 4

% ), bei einem Luftanteil von über 8 % tritt Bewusstlosigkeit auf, anschließend folgt ein

rascher Erstickungstod. Man stelle sich vor, ein derartiger Unfall überraschte die

Bevölkerung im Schlaf!

Am 16.08.08 wurden in einem brennenden Lacklager bei Mönchengladbach große Mengen

an CO2 freigesetzt. 107 Personen wurden verletzt, 3 davon mussten wiederbelebt werden.

Nur durch den sofortigen Einsatz zweier Hubschrauber, die die CO2-Wolke verwirbelten und

die Konzentration somit verdünnten, wurde Schlimmeres verhütet.

1986 traten an den Kraterseen Nyos und Monoun in Kamerun aufgrund von Vulkantätigkeit

große Mengen von Kohlendioxid aus, die innerhalb Minuten alles Leben im Umkreis von 25

Kilometern erstickten. Mindestens 1 800 Menschen starben!

Es kann auch nicht garantiert werden, dass bei der unterirdischen Lagerung das CO2-Gas

im Speicher verbleibt und nicht dennoch auf verschiedenen Wegen wieder in die Umwelt

gelangt. Die Fachleute gehen davon aus, dass aufgrund von Leckagen im Speicher (Schlupf)

jährlich rd. 1 % des eingelagerten CO2 wieder in die Atmosphäre gelangt. Nach hundert

Jahren wäre auf diese Weise das gesamte CO2 wieder freigesetzt.

Alles in allem eine riskante und teure Technologie! Die Energiekonzerne sind sich dessen

bewusst und versuchen die Risiken abzuwälzen und der Allgemeinheit aufzubürden.

Besonders der RWE-Konzern setzt beim Ausbau der Technik zur Abscheidung und

Speicherung von CO2 auf öffentliche Mittel. Das geplante CCS-Kraftwerk in Hürth

(Nordrhein-Westfalen) soll RWE-Angaben zufolge zwei Mrd. € kosten. Nur rund die Hälfte

will der Konzern selbst aufbringen, die andere Hälfte sollen die EU und der Bund – also wir

Steuerzahler - zuschießen.

Darüber hinaus soll nach 30 Jahren auch die Haftung für die Folgeschäden aus der

Deponierung auf die Länder übergehen. Wir alle also sollen von der Abscheidung bis hin zur

Einlagerung zur Kasse gebeten werden.

Man geht davon aus, dass sich der Strompreis schließlich durch CCS um ca. 5 ct./kWh

erhöht, was wir Bürger ebenfalls zahlen müssen.

Im Übrigen wird der Einbau von CO2-Abscheideanlagen für die bestehenden, derzeit

geplanten und sich im Bau befindlichen Kohlekraftwerken nicht mehr infrage kommen, da

ein nachträglicher Einbau noch teuer käme und auf besondere technische Probleme stößt.

Alles in allem ist das „CO2-Gedöhns“ vom klimafreundlichen Kohlekraftwerk

eine reine Werbeveranstaltung und schlichte Augenwischerei.

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