17. Juni / 17 juin / 17 giugno 2012 Kollekte für ... - CARITAS - Schweiz

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17. Juni / 17 juin / 17 giugno 2012 Kollekte für ... - CARITAS - Schweiz

_17. Juni / 17 juin / 17 giugno 2012

Kollekte für die Flüchtlingshilfe der Caritas

Collecte pour l’aide aux réfugiés de Caritas

Colletta per l’aiuto ai rifugiati di Caritas


Wir helfen Menschen.

Nous sommes solidaires.

Siamo solidali.

Caritas Schweiz Löwenstrasse 3 Telefon: +41 41 419 22 22 Internet: www.caritas.ch

Postfach Telefax: +41 41 419 24 24 E-Mail: info@caritas.ch

CH-6002 Luzern


«Ich musste alles zurücklassen.

Ausser meiner Kompetenz.»

Kollekte für die Flüchtlingshilfe der Caritas

Sonntag, 17. Juni 2012

Inhalt

– Gemeinsamer Aufruf der Kirchen und Religionsgemeinschaften

zum Flüchtlingssonntag

– Ankündigung der Kollekte im Pfarreiblatt

– Unterlagen für die Gestaltung des Gottesdienstes

Predigtvorlage (verfasst von Nicola Neider)

Gebete

Fürbitten

Ankündigung der Kollekte

– Das Engagement der Caritas Schweiz für Asylsuchende und Flüchtlinge 2011

– Drei Plakate für den Aushang (A4 und A3)

– Einzahlungsschein

Kollekte für die Flüchtlingshilfe der Caritas, 17. Juni 2012


Eglise catholique-chrétienne de la Suisse

Christkatholische Kirche der Schweiz

Aufruf der Kirchen und Religionsgemeinschaften

zum Flüchtlingssonntag und Flüchtlingssabbat vom 16./17. Juni 2012

«Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige,

ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.» (Hebr 13,2)

Gastfreundschaft ist eine zweischneidige Sache. Denn mit dem Gast kommt eine

fremde Person ins Haus, die nicht zur Familie oder zum Haushalt gehört. Das

Risiko, die falsche Person hereingebeten zu haben, kann nicht ausgeschlossen

werden. Das macht misstrauisch. Der Gast könnte sich sogar als Feind entpuppen.

Wir kennen diese Haltung, sie ist auch nicht unbegründet, wir machen ja

alle unsere Erfahrungen – und die sind nicht immer gut.

Wer wünscht sich nicht den Besuch von Engeln? So fremd sie auch sein mögen,

wir hätten nichts zu befürchten. Der Vers aus dem Hebräerbrief steht in einem

Abschnitt unter der Überschrift «Ermahnungen für den Alltag». Es geht also nicht

um Weihnachtsengel, Theater oder Kunstwerke, sondern um Engel im Alltag.

Offenbar sind sie auf den ersten Blick oder auch gar nicht zu erkennen. Wir wissen

nicht, in welchem Menschen sich ein Engel verbirgt. Und weil es den Menschen

nicht anzusehen ist, könnte jeder Mensch, der vor unseren Wohnungstüren

steht, ein Engel sein. Mit jedem Menschen, dem wir die Tür vor der Nase

zuschlagen, könnten wir einen Engel weggeschickt haben. Auch das ist ein

Risiko – aus biblischer Sicht das weitaus grössere und schwerwiegendere.

Es ist viel davon die Rede, dass Asylsuchende unsere Gastfreundschaft ausnutzen,

missbrauchen und sich nicht wie Gäste aufführen. Das kommt vor, das ist

unser Risiko als Gastgeber. Niemand spricht davon, dass die Asylsuchenden

jene Engel sind, die uns als Gäste beehren. Das kommt vor, sagt der Hebräerbrief,

und auch das ist unser Risiko als Gastgeber. Der Gedanke, es könnte ein

Engel sein, ist auch ein Weg, fremden Menschen zu begegnen. Gerade weil sich

Engel nicht zu erkennen geben, können wir eigentlich gar nicht anders, als das

von jedem Menschen, der uns um Gastfreundschaft nachfragt, anzunehmen.


Die Kirchen und Religionsgemeinschaften haben sich schon 1985 gemeinsam

verpflichtet: «Die Achtung der Menschenwürde jeder Person, ungeachtet ihrer

Rasse, Sprache, Religion, ihres Geschlechts oder ihrer sozialen Stellung gehört

zu den Grundsätzen unseres Staates und unserer Kultur. Dieser Grundsatz hat

sich besonders in unserem Verhalten gegenüber den Schwachen und Benachteiligten,

auch gegenüber den Asylsuchenden und Flüchtlingen zu bewähren.»

(Auf Seiten der Flüchtlinge, 1985).

Pfr. Dr. Gottfried Wilhelm Locher Bischof Norbert Brunner

Präsident des Rates Präsident

Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund SEK Schweizer Bischofskonferenz SBK

Bischof Dr. Harald Rein Dr. Herbert Winter, Präsident

Christkatholische Kirche der Schweiz CKS Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund SIG


Ankündigung der Kollekte im Pfarreiblatt

«Ich musste alles zurücklassen. Ausser meiner Kompetenz.»

Der Flüchtlingssonntag vom 17. Juni ist jenen Menschen gewidmet, die aus Not

und Verzweiflung ihre Heimat verlassen haben und Schutz bei uns in der Schweiz

suchen. Kirchen und Hilfswerke wie Caritas Schweiz setzen sich dafür ein,

ihnen einen menschenwürdigen Aufenthalt zu ermöglichen – ob er vorübergehend

oder von Dauer ist.

Der diesjährige Flüchtlingssonntag steht im Zeichen einer verbesserten Integration

von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen in unsere Gesellschaft.

Die Kirchen und Religionsgemeinschaften fordern in ihrem gemeinsamen Aufruf

dazu auf, die Offenheit gegenüber Flüchtlingen zu fördern, die Gastfreundschaft

gegenüber Fremden nicht zu vergessen. Die gilt gerade auch für Asylsuchende und

Flüchtlinge. Caritas Schweiz engagiert sich auf vielfältige Weise für dieses Ziel.

Die Kollekte an diesem Sonntag hilft, dass Caritas ihre Aufgaben in der Flüchtlingshilfe

erfüllen kann. Caritas dankt für Ihre Spende.

Kollekte für die Flüchtlingshilfe der Caritas, 17. Juni 2012


Unterlagen für die Gestaltung des Gottesdienstes

– Predigtvorlage (verfasst von Nicola Neider)

L 1: Ez 17,22–24

APs: Ps 92,2–3.13–14.15–16 (R: 2a)

L 2: 2 Kor 5,6–10

Ev: Mk 4,26–34

– Gebete

– Fürbitten

– Ankündigung der Kollekte

Kollekte für die Flüchtlingshilfe der Caritas, 17. Juni 2012


Predigtvorlage zum Flüchtlingssonntag 2012

Liebe Mitfeiernde,

die Lesungstexte vom heutigen Sonntag sind eigentliche Hoffnungstexte, Texte

die ermutigen: Der Lesungstext aus dem Buch Ezechiel ist zu Menschen gesprochen,

denen es zwar nicht gut geht, denn sie sind fern von der Heimat in der Fremde,

in Babylon, wohin sie nach der Zerstörung des Tempels 587 v. Chr. verschleppt wurden:

Und dennoch oder gerade deswegen ist die biblische Botschaft voller Mut-Bilder,

voller Vertrauen auf Gott und sein Wirken.

Von Fremdheit handelt auch die Neutestamentliche Lesung aus dem 2. Korintherbrief:

Hier allerdings ist eher die Fremdheit sich selbst gegenüber gemeint, das «Sich-selber-

Fremd-Sein», das sich Sehnen nach Heimat und Geborgenheit bei Gott. Und es

wird eine Empfehlung gegeben, wie dieses Fremdsein zu überwinden ist: «Denn als

Glaubende gehen wir und nicht als Schauende» – ebenfalls eine Ermutigung, eine

Ermutigung zum Vertrauen, zum Glauben.

Hoffnung in Situationen von Fremdsein ist also eine Erfahrung, die es schon immer

gegeben hat, damals wie heute, auch wenn fremd sein ganz verschiedene Bedeutungen

haben kann, wie wir es in den beiden Lesungstexten gehört haben.

In unserem Land gibt es viele Menschen, die als Flüchtlinge hierhergekommen

sind und nun in einer für sie fremden Umgebung leben. Unsere Gewohnheiten, unsere

Sprache, unser Essen, unsere Kultur, unser Wetter, unsere Landschaft: All dies ist

ihnen fremd und stellt sie vor grosse Herausforderungen. Sie sind ganz zurückgeworfen

auf sich selbst, viele könnten versucht sein, sich in sich selbst zurückzuziehen.

Denn: Was können sie hier nun tun, wer hat ein Interesse an ihnen, wie können

sie die zum Teil sehr schwierigen Erfahrungen aus der Heimat verarbeiten,

wie wieder Boden unter den Füssen gewinnen?

Es ist für sie eine schwierige Situation, sicher vergleichbar mit derjenigen der

Menschen im babylonischen Exil, umso mehr können wir davon ausgehen, dass gerade

zu diesen Menschen die Botschaft des Ezechiel gesprochen wird: Den verdorrten

Baum lasse ich erblühen!

Kollekte für die Flüchtlingshilfe der Caritas, 17. Juni 2012


Flüchtlinge, Männer, Frauen, Jugendliche und auch Kinder sind hier und fühlen sich

auf einmal oft ihrer wichtigsten Kompetenzen beraubt: Ihre Ausbildung aus dem

Heimatland wird oft nicht anerkannt, die Sprache zu erlernen ist sehr schwer, und die

erlernten Kenntnisse aus der Heimat können so oft gar nicht angewendet werden.

Versetzen wir uns einen Moment in die Situation einer Frau aus Sri Lanka, dir dort

vor dem Bürgerkrieg geflohen ist, nennen wir sie Catalina: In Sri Lanka hat sie in der

Forschungsabteilung eines College gearbeitet. Mit ihrer Ausbildung kann sie hier

nichts anfangen, zwar ist sie Akademikerin – aber ihr Abschluss wird nicht anerkannt,

und wer beschäftigt sich in der Schweiz schon mit der Frage von Reiskrankheiten,

welches ihr Spezialgebiet ist? Ein Schicksal von vielen Menschen, die in die Schweiz

geflüchtet sind.

Kollekte für die Flüchtlingshilfe der Caritas, 17. Juni 2012

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Und dennoch: Auch wenn viele Flüchtlinge mit ihren Ausbildungen aus der Heimat in

der Schweiz nicht viel anfangen können, haben sie unserer Gesellschaft sehr viel zu

geben. Zu erleben ist dies in den vielfältigen Integrationsprojekten, welche im ganzen

Land blühen und gedeihen: Da gibt es zum Beispiel einen Chor der Nationen * , in

dem – neben Schweizerinnen und Schweizern – viele Menschen aus anderen Ländern

mitsingen, unter ihnen auch viele Flüchtlinge. Es ist beeindruckend, wie gerade die

Männer und Frauen aus anderen Nationen, die mit der Sprache noch zu kämpfen

haben, sich in diesem Chor engagieren, in dem sie dort allen Sängerinnen und Sängern

Lieder aus ihrer Heimat beibringen. Und sie blühen förmlich auf, wenn es ihr Lied ist,

welches an einem Konzert besondere Begeisterung weckt, oder wenn sie als Solisten

ganz vorne auf der Bühne stehen dürfen.

Oder es existiert ein interkultureller Catering-Service ** , in dem Flüchtlinge aus

verschiedenen Ländern auf einem sehr professionellen Niveau kulinarische Spezialitäten

aus ihrem Heimatland an Partys, bei Firmenanlässen, bei Familienfeiern und

anderen Gelegenheiten anbieten. Es sind ihre Gaben, es sind ihre Kompetenzen,

es ist ihre Saat, die dort aufgeht, die auf Interesse stösst, die Geschmack findet, durch

die sie Anerkennung erhalten.


Die Menschen, die sich in diesen und vielen anderen Projekten engagieren, erleben

dann diese Hoffnung, von denen im Text von Ezechiel, aber auch im Evangelium,

welches wir gerade gehört haben, die Rede ist:

Kollekte für die Flüchtlingshilfe der Caritas, 17. Juni 2012

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Hier hören wir das bekannte Senfkorngleichnis, welches auf den ersten Blick eigentlich

nicht unbedingt etwas mit dem Flüchtlingssonntag zu tun hat. Oder doch? Schauen

wir genauer hin: Da ist von einem kleinen Samenkorn die Rede, vom Senfkorn,

welches in den Boden gesät wird. Eine Parallele zu Ezechiel, der sagt: «Ich mache den

niedrigen Baum hoch.» Können nicht diese Bilder symbolisch stehen eben für jene

Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen? Auch sie fühlen sich klein, unbedeutend,

ihrer wichtigsten Mittel sind sie beraubt, sie fangen ganz von vorne an: Sie fallen

in unsere Erde, ihre Saat kann mitten unter uns aufgehen. Und was braucht es dazu?

Es braucht einen fruchtbaren Boden, Regen und Sonne, und dann braucht es vor allem

Vertrauen: Das Vertrauen, welches der Bauer im Gleichnis hat, wo es heisst, dass

er schlafen geht und wieder aufsteht, und in dieser Zeit wächst und keimt der Samen.

«Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das

volle Korn in der Ähre». Was ist dabei die Aufgabe des Bauern? Er hat den Acker zu

bereiten und zu säen. Dann heisst es warten und Vertrauen haben, der Bauer darf nicht

ständig auf dem Korn herumhacken, es herausreissen und nachschauen wollen, ob es

schon keimt und wächst. Dann macht er alles kaputt. Die Saat wächst automatisch,

wie es im griechischen Text wörtlich heisst. Der Boden, Sonne und Regen tun das Ihre.

Die Frucht kommt nicht vom Bauern, aber auch nicht ohne ihn.

Übertragen wir dieses Bild auf unsere Situation mit den Flüchtlingen, die als Fremde

in unser Land kommen, sehen wir ein eigentliches Hoffnungsbild vor uns: Flüchtlinge,

die hier bei uns Wurzeln schlagen können, die ihre spezifischen Kompetenzen

ein bringen können, diese sich entwickeln lassen können, bringen reiche Frucht. Es

braucht aber den Boden dazu, und dieser Boden sind wir selbst, wir können auch die

Sonne sein, das Wasser: auf jeden Fall braucht es unser aller Engagement, damit

eben jene Frucht aufgehen kann, von der im Evangelium die Rede ist. Oder in der


Kollekte für die Flüchtlingshilfe der Caritas, 17. Juni 2012

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Haltung, die in der Lesung aus dem Korinther-Brief zu hören ist: «Als Glaubende

gehen wir und nicht als Schauende». Wenn sich diese Haltung Flüchtlingen gegenüber

ausbreitet, dann können auch diese unserer Gesellschaft sehr viel an Bereicherung und

Befruchtung bringen. Gemeint ist hierbei eine Haltung, wie der Bauer sie im Gleichnis

hat: Eine Haltung, die von Vertrauen und nicht von Angst geprägt ist, und auch von

der Offenheit im Blick auf die schon erwähnten Kompetenzen der Flüchtlinge:

Wir können von ihnen lernen, wie man bestimmte Dinge vielleicht mit etwas mehr

Gelassenheit angeht, wir können von ihnen lernen, wie man in ihrem Heimatland

kocht (wer isst nicht gerne mal Indisch, Asiatisch, Mexikanisch und so weiter), wir

können uns begeistern lassen von ihrer Musik, von ihren Fachkenntnissen in einer

anderen Religion, von Themen, die für ihr Heimatland spezifisch sind, von Traditionen

und Bräuchen, wie sie nur in ihrem Land gefeiert werden, und vieles, vieles mehr.

Vielleicht also sind die Flüchtlinge in unserem Land die neuen Senfkörner, die

Gott sät, aus denen dann neue Bäume wachsen. Ihre scheinbare Kleinheit ist kein

Argument gegen ihre Zukunft, so hat es uns das Evangelium gelehrt. Aber es braucht

einen Rahmen dafür, es braucht den Acker, es braucht eine rechtliche Sicherheit, was

ihren Aufenthalt angeht, die ihnen ermöglicht, sich wirklich entfalten zu können.

Es braucht niemanden, der ständig auf ihnen herumhackt, sie herausreisst, kaum sind

sie angekommen, anders ausgedrückt: Es braucht den Boden, die Sonne und den

Regen, und zu allem können wir etwas beitragen, wenn wir als Glaubende und nicht

als Schauende durch das Leben gehen. Und Glaubende haben keine Angst vor

dem Neuen und Fremden, als Glaubende dürfen wir Vertrauen haben in das Leben

und seine vielfältigen Gaben. Amen.

Nicola Neider ist Leiterin Bereich Migration/Integration der Katholischen Kirche Luzern

Hinweise zu den im Text erwähnten Integrationsprojekten

* www.chordernationen.ch

** http://www.shopandfood.ch/catering_koeche.php


Gebete

Tagesgebet

Guter Gott,

wir sind hier zusammengekommen, um zu dir zu beten und unser Leben neu im Licht

der biblischen Botschaft zu verstehen. Doch wir können deine Grösse nicht erfassen,

du bist immer grösser als wir denken. Wir bitten dich: Lass uns deine Grösse und

dein Angesicht in allen Menschen erkennen und achten, auch wenn sie uns fremd sind

und eine andere Sprache sprechen. So bitten wir heute und für alle Tage unseres

Lebens. Amen.

Gabengebet

An deinem Tisch haben wir uns versammelt.

Du hast uns eingeladen, so wie du auch die Flüchtlinge, die Fremden, die Heimatlosen

eingeladen hast, sie gehören zu uns. So wie wir sind auch sie Körner, voller Hoffnung

in die Erde gesät.

Du redest mit uns, du feierst mit uns.

Brot und Wein haben wir mitgebracht.

Deine Gaben und unseren Hunger nach Leben und Gerechtigkeit.

Du schenkst uns Jesus,

unsere Hoffnung,

Auf sein Reich warten wir, an ihm bauen wir schon heute mit.

Dankbar nehmen wir aus deiner Hand

Brot und Wein.

Um unserer Hoffnung willen. AMEN.

Schlussgebet

Mit Oscar Arnulfo Romero beten wir:

Als christliche Gemeinde beleuchten wir im Licht des Evangeliums die Realität,

in der wir leben, die gesellschaftliche, die politische und die wirtschaftliche Realität.

Dazu sind wir verpflichtet, Schwestern und Brüder. Indem wir das tun, betreiben

wir keine Politik, sondern gebrauchen das Licht des Glaubens und erfüllen die

Sendung, die Gott dem Menschen in der Welt übertragen hat, nämlich die Welt nach

Gottes Willen zu gestalten.

Oscar A. Romero, 12.8.1979

Kollekte für die Flüchtlingshilfe der Caritas, 17. Juni 2012


Fürbitten

Guter Gott, wir sprechen unsere Wünsche und Bitten vor dir und voreinander aus:

– Für alle, die als Fremde in unsere Pfarrei kommen: Dass sie bei uns mit Offenheit

und Sympathie aufgenommen werden und den für sie nötigen Boden finden, um

wachsen und aufblühen zu können.

– Für alle Mitarbeitenden der Hilfswerke, die in der Flüchtlingsarbeit tätig sind:

Dass wir sie mit ihrer schwierigen Arbeit nicht alleine lassen, sondern sie durch

Wort und Tat unterstützen.

– Für alle, die sich in einem der vielen Integrationsprojekte in unserem Land

(in unserer Stadt, in unserer Gemeinde) engagieren: Schenke du ihnen Mut und

Hoffnung in ihrem Engagement und immer wieder die positive Erfahrung,

dass ihr Engagement sich lohnt.

– Für uns selbst, wenn wir auf Reisen gehen, beruflich oder auch privat: Dass wir

den Reichtum der anderen Kulturen schätzen und den Menschen in anderen Ländern

mit Respekt begegnen.

– Für unsere Verstorbenen: In ihrem Leben haben sie reiche Ernte gebracht, durch

ihre Arbeit und ihr Engagement: Lass die Verstorbenen in unserer Mitte stets präsent

sein, damit auch ihre Früchte weiter wachsen können.

Guter Gott, du hast die Geduld, auf das Wachsen der Saat im Reich Gottes zu warten,

schenke auch uns diese Geduld und sende uns deinen Geist, damit wir uns in den

Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern als Glaubende und nicht als

Schauende verhalten. Darum bitten wir dich für heute und alle Tage unseres Lebens.

Amen.

Kollekte für die Flüchtlingshilfe der Caritas, 17. Juni 2012


Ankündigung der Kollekte im Gottesdienst

Das heutige Opfer ist für die Arbeit von Caritas Schweiz in der Flüchtlingshilfe

bestimmt. Caritas engagiert sich dafür, Flüchtlingen einen menschenwürdigen

Aufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen. Das Ziel ist es, faire Verfahren sicherzustellen,

eine humane Unterbringung zu gewährleisten, fachkundige Beratung

anzubieten und die Integration in unsere Gesellschaft zu fördern.

Ihre Spende hilft, dass Caritas ihre Aufgaben in der Flüchtlingshilfe erfüllen kann.

Kollekte für die Flüchtlingshilfe der Caritas, 17. Juni 2012


Das Engagement der Caritas Schweiz für

Asylsuchende und Flüchtlinge 2011

Betreuung von Asylsuchenden

und Flüchtlingen

Caritas Schweiz betreute 2011 in den

Kantonen Schwyz und Obwalden über

560 und im Kanton Fribourg über

395 Asylsuchende und Flüchtlinge. Die

Rückkehrberatung in Schwyz, Obwalden

und Zug erreichte 260 Personen.

Über 500 Migratinnen und Migranten

profitierten von den Angeboten zur

beruflichen und sozialen Integration.

Rechtsberatung

Die Rechtsberatung der Caritas Schweiz

wurde im Jahr 2011 rege besucht. 1000

Beratungen wurden in Luzern, Goldau

und Fribourg durchgeführt. Hilfesuchende

erhalten Beratung hinsichtlich

ihrer Rechte auf Basis des Asyl- und

Ausländergesetzes. In rund 90 Fällen

nahm die Caritas auch Rechtseingaben

vor, zum Beispiel um unbegleitete

Minderjährige juristisch zu unterstützen.

Die Anerkennungsquote der Eingaben

durch das Bundesverwaltungsgericht lag

bei 66 Prozent.

Caritas-Markt und weitere

Projekte

Asylsuchende und Flüchtlinge können

auch von anderen Angeboten der Caritas

profitieren: Sie haben zum Beispiel

die Möglichkeit, in einem der 24 Caritas-

Märkten in der ganzen Schweiz einzukaufen.

1180 Personen – vorwiegend

Migrantinnen und Migranten – nahmen

an Workshops zum Umgang mit Geld

teil. Die Kursleiterinnen und Kursleiter

wurden von Caritas ausgebildet.

Zum Thema Mädchenbeschneidung

werden betroffene Gemeinschaften

mit einem Theaterprojekt angesprochen:

Im Auftrag von Caritas Schweiz,

dem Swiss African Forum, den Somalischen

Frauen Bern und der African

Mirror Foundation hat die nigerianische

Künstlerin Pat Santschi ein Stück

geschrieben, das ab Mai 2012 mit

professionellen Schauspielern und

Laiendarstellern aufgeführt wird.

Engagement für eine faire

Asyl- und Flüchtlingspolitik

Caritas Schweiz setzt sich auf politischer

Ebene für einen fairen und

humanen Umgang mit Asylsuchenden

und für eine erfolgreiche Integration

von Flüchtlingen ein. Letztes Jahr hat

sie diese Forderungen in einem

Positions papier zu den National- und

Ständeratswahlen unterstrichen. In

einem weiteren Positionspapier wies

Caritas darauf hin, dass Migrantinnen

und Migranten für die Sozialwerke

der Schweiz mehr Beiträge beisteuern

als Leistungen beziehen. Caritas

gehört zu den Trägerorganisationen der

Schweizerischen Flüchtlingshilfe, die

sich dafür engagiert, dass die Schweiz

das in der Genfer Flüchtlingskonvention

von 1951 garantierte Recht auf Schutz

vor Verfolgung einhält.


Herzlichen Dank für Ihr Engagement

Bitte verwenden Sie ausschliesslich diesen Einzahlungsschein, wenn Sie die «Kollekte für die Flüchtlingshilfe» überweisen.

Merci de tout cœur pour votre engagement

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Grazie di cuore del vostro impegno

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Vermerk / Mention / Nota:

Kollekte für die Flüchtlingshilfe 2012

Collecte pour les réfugiés 2012

Colletta per i rifugiati 2012

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05.12 – 2600 – CCH

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