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artig galerie in der

artig galerie in der Altstadt eröffnet Neues Forum für Frankfurt Künstler aus Am 20. August eröffnete die „artig galerie“ inmitten der Frankfurter Altstadt in der Fahrgasse 21. Selbst gesetzte Aufgabe ist das Vorund Ausstellen von Künstlern, die aus Frankfurt am Main stammen und/oder in der Mainmetropole leben und arbeiten. Seit 1998 betreibt Heinz-Frank zu Franken die artig galerie bereits als Eigengalerie am Frankfurter Ostbahnhof. Dort stellte er Eigen- und Auftragswerke aus. Schwerpunkte im Bereich der Auftragsarbeiten waren – und sind – übergroße Formate für Hotelhallen, Konferenzräume und öffentliche Gebäude. Zu seinen Auftraggebern zählen Hotelgesellschaften, Seminar-, Kongresshaus- und Eventlocation-Betreiber. Mit der „neuen“ artig galerie verfolgt zu Franken das Ziel, örtlichen Künstlern sowie Kunst mit einem eindeutigen Frankfurtbezug Raum zu geben. „Es darf durchaus experimentell zugehen, frei von Zwängen des klassischen Kulturbetriebes. Und es sollen im zweimonatlichen Wechsel auch Künstlerinnen und Künstler zur Ausstellung kommen, die ganz direkt durch ihre und mit ihren Werken überzeugen anstatt mit Einzel- und Gruppenausstellungslisten“. Frankfurt-Inhalte im Vordergrund Zu Franken, im Hauptberuf Inhaber einer Marketingkommunikations- und Eventagentur, setzt auf örtliche Inhalte und die Zusammenarbeit mit lokalen Menschen und 4 F21 © 1/11

struwwelpeter cartoon wettbewerb gesucht wird der zeitkritischte struwwelpeter der neuzeit Im Jahr 2003 schrieb Heinz-Frank zu Franken erstmals den „Struwwelpeter Cartoon Wettbewerb“ aus. Die prämierten Werke kamen jeweils in Heinrich Hoffmanns bevorzugtem Ferienort Tabarz (im Thüringer Wald) zur Ausstellung. Gesucht wurde seitdem – und wird auch weiterhin – jährlich der jeweils zeitkritischste Struwwelpeter der Neuzeit. Zur Teilnahme aufgerufen sind gleichermaßen Profi- und Hobby-Cartoonisten, die aus den - Mitte des 19. Jahrhunderts geschaffenen Figuren und Charakteren des Buches „Der Struwwelpeter“ - zeitkritische Varianten ableiten. Die interessantesten, inhaltsstärksten, amüsantesten und schönsten Werke und Umsetzungen werden im F21 © -Magazin mit Portraits der Erschaffer veröffentlicht und in der artig galerie heinz-frank zu franken mit einer eigenen Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt. Jedes Jahr werden bis zu zwanzig Arbeiten von einer unabhängigen Jury nominiert und fünf Sieger daraus mit der christallenen „Struwwelpeter-Locke“ ausgezeichnet. Die siegprämierten Arbeiten werden zudem mit jeweils 1.000 Euro honoriert. Einsendeschluss ist immer der 1. April eines Jahres. Eine Teilnahme-Gebühr wird nicht erhoben. Die Ausschreibung erfolgt im November des Vorjahres. Teilnahmebedingungen und -unterlagen direkt vom Verlag oder unter www.F21.ag. F21 © 1/11 5 Institutionen. Ab dem 22. Oktober gatuliert er dem wiedereröffneten Filmmuseum mit einer Ausstellung von Original-Drehbüchern, in denen große Filmstars ihre handschriftlichen Änderungen und Regieanweisungen notierten, in Kombination mit einer vollständigen Sammlung aller Filmjournale der 1940er bis 1960er Jahre; immerhin rund 300 Stück. Am 17. Dezember beginnt mit „stampArt“ ein Aktionsprogramm in Zusammenarbeit mit Künstlern aus Guangzhou, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Guangdong und seit 1988 Partnerstadt von Frankfurt am Main. Besucher können sich von gigantischen, von Künstlern aus Guangzhou und Frankfurt gefertigten Stempeln einen eigenen Abdruck machen. Die Abdruckauflage pro Stempel ist dabei limitiert. Zum Ende der Aktion werden die Riesenstempel „entwertet“. Für den 25. Februar 2012 ist die Serie „nailart“ angekündigt. Eigens dafür angefertigte Stahlnägel von 1,30 Metern Länge und einem Einzelgewicht von knapp 50 Kilogramm bilden schwebende Skulpturen. Über den Frankfurtbezug schweigt sich der Künstler derweil noch aus. Die Ausstellung ab dem 21. April 2012 ist noch nicht festgelegt. Es gibt Verhandlungen mit dem Volkstheater ebenso, wie mit der dann Frankfurt-New Yorker Börse, dem Zeichenkünstler Henric Adler, einem bekannten Pressefotografen, einer Kinderkunst-Organisation und Behindertenwerkstatt. Stimmungen und Schwingungen zum Start Den Auftakt machte zu Franken am 20. August mit der Eigenserie „Seismo“. Dafür wurden seismographische und tabellarische Kurven gegenübergestellt, farblich unterlegt und nachbearbeitet und in optisch zusammengehörig wirkende Kombinationen gebracht. Um die Thematik zu unterstreichen, sind die Werke auf LKW-Plane transferiert und in trampolinartige Schwingrahmen gefasst. Doch Vorsicht: der erste Eindruck täuscht. So stehen Erdbeben neben Kirchenchorgesängen, ein Hinterwandinfarkt über dem Ave Maria, die Tonspur von Goebbels „Wollt Ihr den totalen Krieg?“ neben der des Zarah-Leander-Liedes „Davon geht die Welt nicht unter“. Da wirkt das Ergebnis des Banken-Stresstests vom 15. Juli wie eine liebliche Bergidylle – wobei der herausragende Gipfel nichts weniger ist als die dramatische Eigenkapital-Unterdeckung der HRE. „Inspiriert hat mich die Schönheit der seimsographischen Aufzeichnung des Japanbebens vom 11. März“, sagt Heinz- Frank zu Franken. „Das erinnerte mich an die verwirrende Wirkung, die einzelne Bilder des so grausam zerstörten World Trade Centers auf mich hatten. Da gibt es Aufnahmen, die eine erstaunliche Anziehung ausüben: weil man nichts oder etwas falsches darin zu erkennen glaubt.“ Erst das Wissen um die wahren Gegebenheiten entreiße den Betrachter aus seinem Schönheitsempfinden. Ähnliches gelte für die Seismo-Motive. Die bildbearbeitete Tonspur des Momentes, in dem das zweite Flugzeug in einen der Türme des World Trade Centers stürzt, ist zum Verwechseln ähnlich mit der des von Charles Aznavour gesungenen Liedes She. John F. Kennedys „Ich bin ein Berliner“ ähnelt verbluffend einem Kanonengedonner, während Norbert Blüms „...die Rente ist sicher!“ eine beachtlich optische Nähe zu Pistolenschüssen aufweist. Sämtliche Tonspuren, wie auch alle weiteren Werke, sind auch online unter www.artig.co sowie www.F21.ag aufrufbar und mit den entsprechenden MP3-Dateien der Originalaufzeichnungen hinterlegt. Welthungerhilfe unterstützt Die Seismo-Bilder in limitierter 3er-Auflage kosten je nach Format 140 und 240 Euro, das Hauptmotiv im Großformat 2,50 auf 1,50 Meter ist mit 1.400 Euro ausgepreist. Fünfzig Prozent des Erlöses leitet die artig galerie an die Deutsche Welthungerhilfe für ihre Arbeit in Ostafrika weiter. Die Ausstellung Seismo ist noch bis zum 15. Oktober 2011 in der neuen artig galerie (Fahrgasse 21, 60311 Frankfurt am Main) jeweils dienstags bis freitags von 16 bis 20 Uhr, samstags von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Am 15. Oktober findet eine Finissage statt. Infos unter www.artig.co owie www.F21.ag.