Chancengleichheit braucht Aktivität – Anti ... - Migration-online

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Chancengleichheit braucht Aktivität – Anti ... - Migration-online

09 In

Michaela Dälken

DGB Bildungswerk

Good Practice –

Aktivitäten gegen

Fremdenfeindlichkeit in

der Arbeitswelt

Seite 28

09 Good Practice – Aktivitäten gegen Fremdenfeindlichkeit in der Arbeitswelt

der Arbeitswelt gibt es viele gute Beispiele dafür, sich aktiv für

Chancengleichheit und gegen Fremdenfeindlichkeit in der Arbeitswelt

zu engagieren. Sie reichen von kleinen Aktivitäten bis hin zu

größeren Projekten - vom Benefiz-Fußballtunier bis hin zur Konzernbetriebsvereinbarung.

All diese guten Aktivitäten könnten Ideengeber

für andere sein, die sich engagieren möchten. Aber häufig bleiben

die Aktivitäten nur einem kleinen Kreis bekannt. Informations- und

Kommunikationsmöglichkeiten werden nicht ausgeschöpft. Die Ursachen

dafür sind vielfältig - einige Gründe möchte ich kurz benennen.

Ein wichtiger Hinderungsgrund, warum so viele Aktivitäten nicht

bekannt werden, ist, dass Aktivitäten keine geeigneten Publikationskanäle

finden. Wir müssen uns bewusst machen, dass viele gute

Aktionen von Kolleginnen und Kollegen initiiert werden, die das in

ihrer Freizeit machen. Sie treiben durch ihr persönliches Engagement

Aktivitäten voran. Öffentlichkeitsarbeit erfordert aber weitere

Zeit und vor allen Dingen verursacht sie Kosten. Es ist selbstverständlich,

dass auf die Aktivitäten zunächst im lokalen Umfeld aufmerksam

gemacht wird. Überregionale Medien verlangen meist auch

einen überregionalen Bezug. Viele Aktivitäten erscheinen für überregionale

Medien nicht attraktiv genug, weil sie nur einen kleinen

Kreis betreffen. Ein Beispiel: Vor kurzem hat es eine Aktion gegeben,

bei der Luftballons losgelassen wurden, um für Wahlrecht von

MigrantInnen zu werben. Darüber wurde in der Lokalzeitung berichtet,

in der überregionalen Presse nicht – dafür war die Aktion

nicht attraktiv genug.

Auf der anderen Seite fehlen den Medien oft geeignete Zugänge zu

Good-Practice-Beispielen. Sie kommen nicht an die Informationen,

wann und wo welche Aktionen laufen. Daneben sind Recherchen

über Hintergründe oft zu aufwendig – das Tagesgeschäft ist eilig.

Allerdings gehört der Kampf für Chancengleichheit in der Arbeitswelt

auch nicht gerade zu den bevorzugten Themenfeldern im

Medienbereich. „Only bad news are good news“ – so heißt es . Es

ist für Medienschaffende nun mal attraktiver darüber zu berichten,

dass jemand diskriminiert wurde, als zum Beispiel über eine

Informationskampagne zum Zuwanderungsrecht eines engagierten

Kollegen im Betrieb zu berichten.

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