Chancengleichheit braucht Aktivität – Anti ... - Migration-online

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Chancengleichheit braucht Aktivität – Anti ... - Migration-online

umgesetzt werden kann. Zum Abschluss gibt

es einen Aktionswettbewerb, bei dem die

Projekte vorgestellt und die besten prämiert

werden. Dies geschieht auf einer dafür organisierten

Veranstaltung.

Grundlage für „Bahn-Azubis gegen Hass

und Gewalt“ ist eine Vereinbarung zwischen

dem Vorsitzenden der TRANSNET, Norbert

Hansen, und dem Vorstandsvorsitzenden der

Bahn AG, Hartmut Mehdorn, etwas auf dem

Gebiet der Integration zu unternehmen. Als

die am ehesten geeignete Zielgruppe erschienen

diejenigen, die neu in das Unternehmen

kommen, die Auszubildenden. Die

Konzernbetriebsvereinbarung gibt darüber

hinaus noch die Möglichkeit, bei Bedarf entsprechend

aktiv zu werden: „Der Grundsatz

der Nichtdiskriminierung und der Förderung

von Chancengleichheit ist insbesondere bei

allen Bildungsmaßnahmen einzuhalten.“ 8

Die Schirmherrschaft obliegt dem Vorsitzenden

der TRANSNET und dem Personalvorstand

der DB AG. Koordiniert wird das Projekt

in einem Lenkungskreis. Darin sind Vertreter

aus allen Bereichen des Konzerns der

Deutschen Bahn, der Bildungsbereich der

Bahn AG, die Grundsatzabteilung der

TRANSNET, die Jugend- und Auszubildendenvertretung

sowie der Konzernbetriebsrat

zusammengeführt.

Ausbilder, die mit den Auszubildenden tagtäglich

in Kontakt stehen und sich auch persönlich

diesem Thema widmen wollen, werden

jährlich vor der Neueinstellung der Auszubildenden

zur Vorbereitung auf die Projekte

an einem Wochenende zusammengeholt

und bekommen dort die jeweils anstehenden

Projektaufgaben erläutert.

8 Zitat aus der Konzernbetriebsvereinbarung. Die Vereinbarung kann im Good Practice Center auf

www.migration-online.de eingesehen und herunter geladen werden.

Seite 38

12 Bahn-Azubis gegen Hass und Gewalt

Dabei kommen externe Referenten zum Thema Rechtsextremismus

zu Wort: Ein Journalist vom WDR hatte zum Beispiel einmal zum

Thema, inwieweit Jugendliche von rechtsextremen Organisationen

angesprochen werden und wie diese miteinander verwoben sind.

Außerdem wurde gemeinsam mit den Ausbildern der Baustein der

antirassistischen Bildungsarbeit und dessen Einfließen in die Berufsausbildung

erörtert. Zusätzlich findet bei dieser Zusammenkunft ein

Erfahrungsaustausch darüber statt, wie die Resonanz auf die einzelnen

Projekte ausfällt.

Resultierend aus dem ersten Durchgang des Projekts wurde im Jahr

2001 ein Ausbildungsmodul entwickelt, das direkt in die Ausbildungspläne

eingearbeitet wurde. Die Auszubildenden werden mit dem

Thema über eine Woche vertraut gemacht. Im Jahr 2000 beteiligten

sich rund 140 Auszubildendengruppen, im Jahr 2001 noch 110. Der

Rückgang resultiert daraus, dass die Bahn ihre Einstellungszahlen

verringert hat, dementsprechend sind auch weniger Auszubildende

im Unternehmen eingestellt worden.

Die Azubis entwickeln unter Anleitung der AusbilderInnen eigene

Ideen und Vorschläge, wie sie sich im Rahmen dieses Projektes, engagieren

wollen. Die Umsetzung dieser Projektideen ist eine Mischung

aus Ausbildungszeit und Freizeit. So wurde beispielsweise

von Auszubildenden im Stuttgarter Hauptbahnhof ein Konzert organisiert.

Ein anderes Beispiel ist ein Kalenderprojekt, das im Raum

Ludwigsburg entstand. Diese Projekte sind sehr zeitaufwendig, so

dass sie allein in der Arbeitszeit kaum zu realisieren wären.

Für das Intranet der Bahn wurde eine Datenbank entwickelt, aus

der man ersehen kann, wo welche Projekte laufen und wie viele

Auszubildende daran beteiligt sind. Außerdem kann man dort Informationen

zu den Projekten bekommen. Dabei zeigt sich, wie breit

die Projekte inhaltlich gefächert sind. Jährlich findet eine Abschlussveranstaltung

mit Prämierung statt. Hierfür stellt TRANSNET als Preis,

eine Bildungsurlaubsreise in die eigene europäische Jugendbildungsstätte

Eze sur mer an der Cote D’Azur zur Verfügung.

Der Schwerpunkt der Bildungsstätte liegt beim Thema Europa. Die

Verkehrspolitik (Bahnpolitik) wird maßgeblich von Regelungen der

Europäischen Union beeinflusst. Daneben gibt es einen aktiven Austausch

mit Jugendlichen aus Europa. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

sind europaweit ein Problem. An der Cote d’Azur

beispielsweise ist der „Front National“ in verschiedenen Parlamenten

vertreten. Auch darüber wird in den Seminaren der Bildungsstätte

diskutiert. Partnerorganisation vor Ort ist die CGT, die stärkste

Gewerkschaft in der Region.

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