Chancengleichheit braucht Aktivität – Anti ... - Migration-online

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Chancengleichheit braucht Aktivität – Anti ... - Migration-online

nimmt insgesamt ab. In Stuttgart haben wir

die Situation, dass es junge Migrantinnen

und Migranten gibt, die auf dem Arbeitsmarkt

nicht vermittelbar sind. Zugleich

herrscht ein Fachkräftemangel im Handwerk.

Deswegen initiieren wir als Stabsabteilung

für Integrationspolitik im Verbund mit anderen

städtischen und freien Trägern zahlreiche

Programme zur Sprach- und Bildungsförderung

von Migrantinnen und Migranten.

Wir haben hier in Stuttgart ein

flächendeckendes Angebot an Sprach- und

Integrationskursen für Erwachsene,

insbesondere für Frauen. Es gibt Projekte zur

Sprach- und Bildungsförderung im schulischen

Bereich, um die Eltern zu gewinnen,

damit sie ihre Kinder für eine Ausbildung

motivieren, aber auch für Schülerinnen und

Schüler. Wir sind in Stuttgart gerade dabei,

ein Kooperations-Netzwerk zur beruflichen

Qualifizierung junger Migrantinnen und

Migranten aufzubauen, was es in manchen

deutschen Städten schon gibt, um die Vielfalt

von berufsbildenden und sprachfördernden

Maßnahmen besser zu bündeln.

Die kommunalen Integrationsmaßnahmen

sind die eine Seite, aber genauso wichtig ist

es, dass die Bildungseinrichtungen, vor allem

im Bereich der beruflichen Qualifizierung

und die Betriebe selbst ihre Arbeit in diesem

Sinne weiterentwickeln und Chancengleichheit

von Migrantinnen und Migranten

sicherstellen. Integration ist ebenso eine

gesamtgesellschaftliche Querschnittsauf-

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02 Grußwort

gabe wie die Gleichstellung von Frauen und wir benötigen wie beim

Gender-Ansatz auch interkulturelle Ansätze bei der Personalgewinnung,

bei der Öffnung von Aufstiegschancen für Migrantinnen

und Migranten in den Betrieben. Damit meine ich auch die Stadtverwaltung

als einen großen Konzern. Auch hier muss eine interkulturelle

Ausrichtung erfolgen.

ArbeitsmigrantInnen tragen seit 40 Jahren sehr viel zum wirtschaftlichen

Erfolg der Unternehmen in Deutschland bei. Diese Unternehmen,

seien es jetzt Großkonzerne wie Daimler-Chrysler oder Bosch

oder kleinere mittelständische Betriebe, stehen auch in der Pflicht,

ihren Beitrag zur Chancengleichheit von Migrantinnen und Migranten

beim Zugang zu Aus- und Weiterbildung und beim Zugang zur Arbeit

sicherzustellen. Langfristig dient dies auch den Interessen der

Betriebe. Wir müssen das Potential der hier lebenden Migrantinnen

und Migranten stärker nutzen und ausbauen, wir müssen diese

Menschen für Berufsfelder gewinnen, wo es heute schon, aber morgen

noch stärker Bedarf an qualifizierten Fachkräften gibt. Die Hoffnung

der Wirtschaft allein auf eine neue Arbeitszuwanderung greift

zu kurz und birgt die Gefahr in sich, dass die Integration der schon

lange hier lebenden Migrantinnen und Migranten weiterhin vernachlässigt

beziehungsweise den Kommunen alleine überlassen wird.

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