Bildende Kunst und Literatur

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Bildende Kunst und Literatur

Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci

künstlich verschlungenen Emblemen mit der Inschrift der Akademie

beruht. Vasari erwähnt diese Zeichnungen, aber nicht die Akademie1.

Müntz, der ein solches Ornament auf den Deckel seines großen Leo-

nardowerkes gesetzt hat, gehört zu den wenigen, die an die Realität

einer »Academia Vinciana« glauben.

Es ist wahrscheinlich, daß dieser Spieltrieb Leonardos in seinen reiferen

Jahren schwand, daß auch er in die Forschertätigkeit einmündete, welche

die letzte und höchste Entfaltung seiner Persönlichkeit bedeutete. Aber

seine lange Erhaltung kann uns lehren, wie langsam sich von seiner

Kindheit losreißt, wer in seinen Kinderzeiten die höchste, später nicht

wieder erreichte, erotische Seligkeit genossen hat.

1 »Außerdem verlor er manche Zeit, indem er sogar ein Schnurgeflechte zeichnete,

worin man den Faden von einem Ende bis zum anderen verfolgen konnte, bis er eine

völlig kreisförmige Figur beschrieb; eine sehr schwierige und schöne Zeichnung der Art

ist in Kupfer gestochen, in deren Mitte man die Worte liest: ›Leonardus Vinci Aca-

demia‹.« Schorn (1843, 8) [herausgegeben von Poggi, 5].

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