Bildende Kunst und Literatur

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Bildende Kunst und Literatur

Der Wahn und die Träume in W. Jensens ›Gradiva‹

vom Verdrängten her; der Traum ist der sozusagen physiologische Wahn

des normalen Menschen. [Vgl. S. 55.] Ehe das Verdrängte stark genug

geworden ist, um sich im Wachleben als Wahn durchzusetzen, kann es

leicht seinen ersten Erfolg unter den günstigeren Umständen des Schlaf-

zustandes in Gestalt eines nachhaltig wirkenden Traumes errungen ha-

ben. Während des Schlafes tritt nämlich, mit der Herabsetzung der

seelischen Tätigkeit überhaupt, auch ein Nachlaß in der Stärke des

Widerstandes ein, den die herrschenden psychischen Mächte dem Ver-

drängten entgegensetzen. Dieser Nachlaß ist es, der die Traumbildung

ermöglicht, und darum wird der Traum für uns der beste Zugang zur

Kenntnis des unbewußten Seelischen. Nur daß für gewöhnlich mit der

Herstellung der psychischen Besetzungen des Wachens der Traum wie-

der verfliegt, der vom Unbewußten gewonnene Boden wieder geräumt

wird.

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