Ausgabe März-April 2006 - Sparrplatz Quartier

sparrplatz.quartier.de

Ausgabe März-April 2006 - Sparrplatz Quartier

Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Gefördert von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Rahmen des

Quartiersmanagement

FRÜHLING IM KIEZ

zum Mitnehmen.


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Titel

Projekt “Die Brücke”

Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Inhalt:

Quartiersmanagement Sparrplatz

Aktionsfond Sparrplatz

Neues vom Sprengelpark

Die L.O.S. Projekte im Überblick

Wedding Art

Berichte und Reportagen

Lesegruppe Kunst und Natur

Die JugendTrainer

“Tokio-Berlin”

Seniorenchor Wedding

www im kiez

Freiwilligenagentur Wedding

Prime Time Theater im Sprengelkiez

Kiezportrait: Herbert Pade

Polizeireport

Sozialverhalten gegen Armut

Kiezboten-Forum: Jugend und Gewalt

Jubiläum: 1. Jahr SprengelHaus

Buchbesprechung: Roland Lampe

Lesewelten

Info

Veranstaltungstipps und Adressen.

Impressum

Gefördert von der

Senatsverwaltung für Stadtenwicklung

im Rahmen des Quartiersmanagement

S. 03-05

S. 03

S. 03

S. 06-07

S. 07

S. 08

S. 09

S. 10

S. 11

S. 12

S. 12

S. 13

S.14-15

S.16 17

S. 18

S. 19

S. 20

S. 21

S. 21

S. 22 - 23

Herausgeber: Aktiv im Kiez e.V.

Sprengelstraße 15, 13353 Berlin

Redaktion: Uwe Bressem, Herry Grünewald, Wolfgang Krüger

Redaktionssitz: Nachbarschaftsladen “Aktiv im Kiez”

Sprengelstr. 15, 13353 Berlin

Layout:/Satz Peter Müller, Herry Grünewald, Uwe Bressem

Druck: Brandenburgische Universitätsdruckerei Potsdam

Auflage: 3000 Exemplare, kostenfrei

V.i.S.d.P.: Wolfgang Krüger, Herry Grünewald

QM Sparrplatz: Jürgen Berger

Er ist’s

Frühling läßt sein blaues Band

Wieder flattern durch die Lüfte;

Süße, wohlbekannte Düfte

Streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,

Wollen balde kommen.

-Horch, von fern ein leiser Harfenton!

Frühling, ja du bist’s!

Dich hab ich vernommen!

Post: Nachbarschaftsladen

“Aktiv im Kiez”

Redaktion Kiezbote

Sprengelstraße 15

13353 Berlin

Telefon: 45 97 73 08

E-Mail: kiezbote@gmx.net

Eduard Mörike

Redaktionsschluss : 5. Mai 2006

Öffentliche Redaktionssutzung:

Letzter Mittwoch im Monat um 16.00 h,

Sprengelstraße 15, 13 353 Berlin

Die Redaktion behält sich vor, Artikel zu kürzen. Für unaufgefordert eingereichtes Bild- bzw. Textmaterial übernimmt die Redaktion keine Haftung.

Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers. Wir danken allen Beteiligten für ihre freundliche Unterstützung.


Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Quartiers

management

Sparrplatz

Bürgermeister Zeller stellt "Brücke"-

Projekt im SprengelHaus vor!

Der Bezirksbürgermeister Joachim Zeller

und das Quartiersmanagement Sparrplatz

hatten für den 9. März zu einer

Pressekonferenz ins Sprengelhaus, dem

Gemeinwesenzentrum für den Sprengelkiez,

eingeladen. Zeller stellte das dort

angesiedelte neuartige Modellprojekt

Wenn Sie als Bürgerin oder Bürger

über die Förderung kleinerer

Aktionen mit entscheiden möchten,

werden Sie Beiratsmitglied!

Mit dem Aktionsfonds Sparrplatz stellt

die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

jährlich 15.000 € zur Verfügung.

Diese können von Einzelpersonen,

Gruppen, Vereinen genutzt werden, um

kleine Aktionen zu finanzieren, die der

Öffentliches Bürgerforum im

Sprengelkiez am 3. Mai!

Am 3. Mai 2006 findet um 18.30 Uhr in

der Aula der Hermann-Herzog-Schule,

Müllerstraße 158, ein öffentliches

Bürgerforum zum Bauvorhaben

"Sprengelpark" statt. Das Bezirksamt

Mitte und das Quartiersmanagement

Sparrplatz laden alle interessierten

BewohnerInnen sehr herzlich dazu ein.

Projekt “Die Brücke”

"die Brücke" vor, das sogenannte Lotsen

ausbildet, die zwischen MigrantInnen

und öffentlichen Dienstleistungen und

Hilfsangeboten vermitteln (siehe dazu

den ausführlichen Artikel auf Seite 4-5).

Bürgermeister Zeller betonte das besondere

Engagement des Bezirksamtes für

dieses Projekt. So würden die teilweise

schon sehr lange in Berlin lebenden

Teilnehmer nicht nur von erfahrenen

Mitarbeitern des Bezirksamtes geschult,

sondern könnten diesen auch ihre eigenen

Erfahrungen vermitteln und dem

Bezirksamt zur Seite stehen, z.B. um

dessen Hilfsangebote für Migranten zu

optimieren. Damit sei dieses Projekt auch

geeignet, zur viel geforderten interkulturellen

Öffnung der Verwaltung beizutragen.

Stärkung von Nachbarschaft, Selbsthilfe

und Eigenverantwortung dienen und

damit dem Kiez zugute kommen.

Der Vergabebeirat des Aktionsfonds

Sparrplatz entscheidet über die eingehenden

Anträge. Zu diesem Zweck trifft er

sich an jedem 2. Mittwoch im Monat um

19:30 Uhr im Büro des Quartiersmanagements

in lockerer Runde und berät über

vorliegende Anträge.

Die Themen sind: Vorstellung und

Erläuterungen des aktuellen Planungsstandes,

Stand und Ergebnisse der

Beteiligungsverfahren, weiteres Vorgehen

zur Realisierung des Parks.

QM/JüBe

Frau Marko vom QM Sparrplatz, das

dieses Projekt mit dem Jobcenter bis

2008 finanziert, verwies auf den sehr

konkreten lebenspraktischen Ansatz der

Maßnahme und die Chance, die

Lebensqualität vieler MigrantInnen im

Kiez spürbar zu verbessern.

Projektleiter Fahri Baykara wies darauf

hin, dass die Einbindung der "Brücke" in

das Netzwerk des SprengelHauses ein

besonderer Glücksfall sei, weil man hier

täglich mit vielen wichtigen Kooperationspartnern

zusammen träfe. Er

schilderte auch einige konkrete Fälle, in

denen die Lotsen bereits Migrantenfamilien

aus dem Kiez helfen konnten.

text:anne wispler/fotos:herry grünewald

Aktionsfonds Sparrplatz: Mitstreiter gesucht!

“Sprengelpark” - es geht voran!

Und genau dabei könnte der

Vergabebeirat Verstärkung gebrauchen:

Sollten Sie sich angesprochen fühlen,

melden Sie sich einfach beim

Quartiersmanagement

Sparrplatz,

Tel.: 46 60 61 90.

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Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Quartiers

management

Sparrplatz

Hilfe im Behördendschungel –

die "Brücke" vermittelt zwischen

zugezogenen Kiezbewohnern

und öffentlichen Dienstleistungen."Die

Brücke", ein ganz neuartiges

Modellprojekt, hilft Menschen

ausländischer Herkunft, sich im

Berliner Behördendschungel zurechtzufinden.

Es soll die Kluft zwischen

den Zugezogenen und der öffentlichen

Verwaltung überwinden helfen und

zur Selbsthilfe befähigen. Konkret

geht es darum, Bewohner des Kiezes

zu informieren und zu unterstützen,

die öffentlichen Hilfs- und Beratungsangebote

wahrzunehmen.

Wer kann mir erklären, wie ich mein

Recht bekomme? Wo finde ich Hilfe bei

chronischer Krankheit? Wen frage ich

um Rat bei familiären Problemen?

Für solche und ähnliche Fragen bieten

die Berliner Behörden eine Vielzahl von

Dienstleistungen bei verschiedenen

Beratungsstellen. Diese vermitteln soziale

Angebote und Betreuung oder direkte

finanzielle Hilfe wie Wohngeld oder

Rente. Sich im sprichwörtlichen Behördendschungel

zurechtzufinden, ist aber

gerade für aus anderen Ländern Zugezogene

nicht leicht. Nicht nur Unkenntnis,

auch allgemeine Scheu vor Ämtern hindern

manchen daran, sich an diejenigen

zu wenden, die als Dienstleister für ihn

zuständig sind.

Das wird sich jetzt für die Migranten aus

dem Sprengelkiez ändern. Seit Oktober

2005 gibt es das Projekt "die Brücke",

ansässig im SprengelHaus (siehe KIBO

Nov./Dez. 2005), das gleich mit acht sogenannten

"Lotsen" tatkräftige Unterstützung

für ausländische Bewohner-

Innen anbietet. Die gestandenen Frauen

und Männer wurden seit dem letzten

Der Begriff "Lotse" kommt ursprünglich

aus der Seefahrt (engl. loadsman =

Geleitsmann). Ein Lotse ist in der

Seefahrt meist ein erfahrener Seemann

mit mehrjähriger praktischer Erfahrung,

der bestimmte Gewässer so gut kennt,

dass er die Führer von Schiffen sicher

durch Untiefen und an Hindernissen vorbei

leiten kann.

Quelle: www.wikipedia.de

Projekt “Die Brücke”

November ganz speziell dafür ausgebildet,

zwischen den örtlichen Behörden

und den MigrantInnen, ihren Organisationen

und Projekten zu vermitteln. Alle

Lotsen haben selbst, wie man so schön

sagt, "Migrationshintergrund", d.h. sie

kamen aus anderen Ländern zu uns.

Seitdem haben sie viele Erfahrungen

gesammelt, die sie nun zusammen mit

ihrer speziellen Ausbildung dazu einsetzen,

anderen Zugezogenen die Orientierung

in der Berliner Angebotslandschaft

zu erleichtern.

Die Teilnehmer wurden entsprechend der

nichtdeutschen Bevölkerungsstruktur im

Kiez ausgewählt: vier sind aus der

Türkei, zwei sind arabischer, einer serbokroatischer

und einer afrikanischer

Herkunft. Alle haben gute Deutschkenntnisse

und waren arbeitslos, einige wohnen

selbst im Kiez.

Das Fortbildungsprogramm wird für alle

Lotsenprojekte in enger Kooperation mit

dem Bezirksamt Mitte organisiert und ist

in dieser Form einzigartig. Die Schulung

und Zusammenarbeit basiert auf dem

gegenseitigen Respekt zwischen den

Lotsen und den Ämtern. Während der

Ausbildung lernen die Lotsen z.B. etwas

über rechtliche Grundlagen, über den

Aufbau und die Ansprechpartner des

Bezirksamtes Mitte und die Leistungen

der Bürgerämter. Die insgesamt 35

Unterrichts-"Bausteine" werden in der

Regel durch praxisnah tätige Fachkräfte

des Bezirksamtes gestaltet. Diese wissen

durch die tägliche Arbeit in ihren

Sprechstunden sehr genau, welche

Schwierigkeiten es gibt und wie man sie

überwindet. Interessierte Migranten werden

dann von den Lotsen des "Brücke"-

Projektes nicht nur über die Versorgungssysteme

im Bezirk informiert, sondern in

die Lage versetzt, diese in Zukunft selbständig

in Anspruch zu nehmen (Hilfe

zur Selbsthilfe).

Ein weiteres wichtiges Element, das dem

QM natürlich besonders am Herzen liegt,

ist das Aufzeigen von praktischen

Möglichkeiten, sich in die Gestaltung des

eigenen Kiezes einzubringen (z.B. in

Bürgerrunden wie Quartiersrat, Aktionsfonds

oder Kiezredaktion) und nachbarschaftliche

Kontakte unter den Bewohnern

unterschiedlicher Nationalitäten

zu entwickeln. Denn es ist nicht ausreichend

bekannt, dass z.B. auch Bürger

ohne deutsche Staatsbürgerschaft und

damit ohne Wahlrecht in unserem Bezirk

direkt an wichtigen Entscheidungen mitwirken

können, um das Leben im Bezirk

zu verbessern.

Die Lotsen werden sich in den nächsten

Wochen im Kiez vorstellen, indem sie

Schulen, Kitas, Jugendzentren und andere

wichtige Einrichtungen besuchen.

Bis Ende Oktober 2006 ist ihre Bezahlung

über das Jobcenter Mitte gesichert.

Dank ihres persönlichen, hohen

Engagements werden sie ihr Wissen auch

danach weiter geben, hoffentlich in einer

bezahlten Position. Ein Flyer informiert

in fünf Sprachen über das Lotsenangebot

und wird in die Haushalte verteilt. Auch

in verschiedenen Einrichtungen und im

QM-Büro ist der Flyer erhältlich.

"Die Brücke" ist ein Modellprojekt des

Quartiersmanagements in Zusammenarbeit

mit dem Bezirksamt, dem Jobcenter

und den Vereinen VIA Regionalverband

Berlin-Brandenburg e.V. und FITA e.V.

Die Lotsen sind erreichbar über das

SprengelHaus, Sprengelstr. 15, Projektleiter

Fahri Baykara, Tel. 60 50 30 98,

Email: lotsen-sprengel@web.de.

Projektleitung: Fahri Baykara

Muttersprache Türkisch, seit 25 Jahren in

Deutschland, Abitur

in der Türkei, verheiratet,

2 Söhne (13

und 3 Jahre alt),

Diplom-Sozialpädagoge,

langjährige Erfahrung

in Kinder-,

Jugend- und -Erwachsenenarbeit

im Migrationsbereich.

Fatma Ciftci

wurde vor 39 Jahren in der Türkei geboren,

Muslimin. Seit 24 Jahren lebt sie

hier und hat in der Produktion und als

Verkäuferin gearbeitet. Hauptsächlich hat

sie sich aber um

ihren Mann und

ihre drei Töchter

gekümmert, mit

denen sie gerne

bastelt. 2002 hat

sie endlich ihren


Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Hauptschulabschluss auf dem 2.

Bildungsweg nachgeholt und möchte

gerne den türkischsprachigen Anwohnerinnen

und Anwohnern als Lotsin behilflich

sein.

Safiye Kaplan

Muttersprache Kurdisch (Zazaki) und

Türkisch, Grundkenntnisse in Kurdisch

(Kimanci), alevitische Muslimin. Safiye

kam als 13-jährige nach Deutschland und

ist 41 Jahre alt.

Alleine zieht sie

nach der Scheidung

ihre vier

Söhne groß, hat

aber auch im

Krankenhaus gearbeitet.

Sie liest

gerne und hilft

gerne Menschen, wie sie sagt, als Lotsin

vor allem türkischsprachigen Menschen

und auch auf kurdisch (Zazaki und ein

wenig Kirmanci).

Zeliha Kavas

Muttersprache Türkisch, Muslimin. Seit

32 Jahren schon lebt sie in Deutschland,

ist verheiratet und hat zwei Kinder (Sohn

19 und Tochter 14

Jahre alt). Zeliha hat

den Hauptschul-abschluss

und als

Einzelhandelkauffrau

neben der Betreuung

ihrer Kinder Arbeitserfahrungen

in verschiedenen

Bereichen gesammelt, sie

betätigt sich sportlich beim Schwimmen

und Bauchtanzen.

Gérard „Bobo“ Lutete

Muttersprachen Französisch und Lingala.

Von der Welt hat er Einiges gesehen: geboren

im Kongo, aufgewachsen in

Belgrad, lebt Gérard seit 9 Jahren in

Deutschland, hat das Abitur im hiesigen

französischen Gymnasium gemacht und

ist Vater von zwei Kindern. Musik und

Sport sind seine Hobbies, er war sogar

holländischer, belgischer und 3facher

deutscher Meister

in Vollkontakt-Karate;außerdem

schreibt

er gerne Rap-

Texte auf Französisch.

Er wen-

det sich an afrikanische Zuwanderer.

Mazen Akrim

Muttersprache Arabisch, Muslim, wurde

vor 55 Jahren in einem palästinensischen

Flüchtlingslager im Libanon geboren. Er

liest gerne oder macht Sport, wenn seine

sieben Kinder

ihm Zeit dafür

lassen. Seit 33

Jahren lebt er

schon in Deutschland,

hat hier

das Abitur gemacht

und viele berufliche Qualifikationen,

z.B. auch in der Offenen Jugendarbeit

erworben (Ausbildung: Topograph

und staatlich geprüfter Betriebswirt mit

Ausbildereignungsprüfung nach AEVO).

Als Lotse ist er vorwiegend für die arabisch

sprechenden Mitbürgerinnen und

Mitbürger da.

Ahmad El-Ali

Muttersprache Arabisch, Muslim. Seit 32

Jahren lebt Ahmad, der in einem palästinensischen

Flüchtlingslager im Libanon

geboren wurde, in Deutschland, ist hier

verheiratet und hat fünf Kinder. Nach

dem Abitur im Libanon wurde er hier

Mechaniker (bei

AWS und Daimler-

Benz), später Berater

bei „Al-Baddawi“

e.V. und „Al-

Tadamun“ e.V. und

machte schließlich

auch je eine Ausbildung in Konfliktvermittlung

und Sozialmanagement. Er hält

sich mit Radfahren und Fußball fit und

liest gerne. Ahmad und steht den arabischen

Zuwanderern zur Verfügung.

Levent Sümer

Muttersprache Türkisch, Muslim. Levent

hat von seinen 47 Lebensjahren die meisten,

nämlich 35 in Deutschland verbracht

und zuerst nach dem Realschulabschluss

als Stahlbauschlosser in der Metallindustrie

sein Geld verdient, dann viele Jahre

als Zugabfertiger sowie als Zug- und

Busfahrer bei der

BVG gearbeitet. Er

fährt gerne Fahrrad

und spielt Badminton,

ist verheiratet

und hat zwei Töchter

(19 und 15 Jahre alt).

Adam Ferizovic

ist 38 Jahre, Muttersprachen Serbokroatisch

und Romanes, Christ. Adam kam

1994 als Flüchtling aus dem ehemaligen

Jugoslawien nach

Deutschland. Er selbst

ist orthodoxer

Christ, seine Ehefrau

ist eine Roma muslimischen

Glaubens,

was zu ihrer gemeinsamen

Flucht führte.

Nach dem Abitur hat er Technischer

Zeichner und Schweißer gelernt und

vielfältige Berufserfahrungen gesammelt,

war aber auch ehrenamtlich als

Einzelfallhelfer tätig. Nun möchte der

Vater von zwei Kindern Mitbürgern aus

dem ehemaligen Jugoslawien als Lotse

zur Seite stehen.

Projekt “Die Brücke”

im

SprengelHaus,

Sprengelstr. 15, 13 353 Berlin

Projektleiter Fahri Baykara,

Tel.: 60 50 30 98

AIKIDO !

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Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Quartiers

management

Sparrplatz

Neun neue L.O.S.-Projekte

verbessern Lebens- und Berufschancen!

Vom Businessplan für

einen Catering-Service über Computerschulungen

bis zur Wohnungs-Vermittlungsagentur

– die Schöpfer der aktuellen

L.O.S.-Projekte haben wieder viel Phantasie

bewiesen. Ein breites Spektrum von

Angeboten soll die Lebenschancen und die

Integration von arbeitssuchenden Menschen

in den Arbeitsmarkt fördern. Das

L.O.S.-Programm geht damit in die dritte

Runde. Zwischen Januar und Juni 2006

werden neun Projekte mit insgesamt

80.000 Euro gefördert. Wir stellen Ihnen

hier einige davon vor. Mehr zum Programm

L.O.S. gibt es bei der Regiestelle

L.O.S. Berlin-Mitte, Tel.: 030 - 2009 2

3367, www.los-berlinmitte.de; E-Mail:

info@los-berlinmitte.de.

L.O.S.-Projekt "Business-Plan für einen

Catering-Service"

Träger: IBEF e.V., Frau Knießer,

Tel.: 861 57 42

Wir, das sind Schüler der Abschlussklasse der

Ernst-Schering-Oberschule, wollen unser

Projekt vorstellen: den Catering Service

"Traditional Kiez Food". Zur Zeit erarbeiten

wir an unserer Schule in einem L.O.S.-Projekt

einen Business-Plan. Dazu gehören z.B. eine

Marktanalyse, ein Finanzierungsplan, das

Marketing und natürlich ein tolles Angebot

und viel Genuss.

Später möchten wir einen Catering-Service

anbieten für Parties, Geburtstage oder

Kindergärten. Dort könnten wir Ihnen ein

Buffet anbieten mit Gerichten aus unterschiedlichen

Kulturen. Unser Angebot könnte

auch deswegen nteressant sein, weil es

kostengünstig sein wird, denn wir können die

Küche der Schule benutzen. Außerdem werden

wir von einem Gemüsehändler gesponsert.

Als Nächstes wollen wir einen Catering-

Probelauf an unserer Schule machen. Jeder,

der unseren Catering-Service ausprobieren

möchte, ist willkommen und kann uns unter

der Telefonnummer 0176-245 33 833 (Frau

Lehnen) buchen. Wir wünschen allen einen

guten Appetit! Afiyet olsun! Bon appétit! Bon

provecho! Heniye! Enjoy your meal!

„Schulgestaltung als berufliche

Qualifikation“

Träger: Förderverein der Moses-

Mendelssohn-Schule, Herr Kampmann,

Tel.: 39 83 52 10

Oft wird gefordert, Schule solle stärker auf

den beruflichen Alltag vorbereiten. Mit dem

L.O.S.-Projekt „Schulgestaltung als berufliche

Qualifikation“ jedenfalls ist die Moses-

Mendelssohn-Schule in Tiergarten auf dem

L.O.S.-Projekte

richtigen Weg. Schüler planen, organisieren

und realisieren hier selbständig die

Umgestaltung verschiedener Schulräume und

ein neuartiges Leitsystem zur Orientierung im

Schulgebäude.

Unterstützt werden sie von externen

Fachleuten – Künstlern, Grafikern und Baufachfrauen.

Sie erfahren dabei, wie man so

ein Vorhaben eigentlich richtig anfasst und

was es dabei zu beachten gibt. Die Prävention

von Gewalt und Vandalismus ist dabei ein

wichtiger Bestandteil des von drei Kunstlehrerinnen

getragenen Projekts, das zwar

nicht direkt im Sprengelkiez liegt, dessen

TeilnehmerInnen aber zum großen Teil im

Sprengelkiez wohnen.

Vermittlung von Wohnungen und

Gewerberäumen - Beratung und Service

für Mieter und Vermieter

Träger: Jürgen Rehm & Thomas Wolf,

Tel: 39 83 84 56

Der Sprengelkiez liegt einerseits in der Nähe

zu großen wissenschaftlichen Einrichtungen,

andererseits stehen Wohnungen und Geschäfte

leer. Dieses L.O.S.-Projekt will

Nachfrage und Angebot zusammenbringen,

den vorhandenen Leerstand im Quartier reduzieren

und damit nachhaltig zur Verbesserung

der Lebensqualität im Stadtteil beitragen.

Durch kontinuierliche Abfrage bei

Hauseigentümern und -verwaltungen verfügt

die neuartige Vermittlungsagentur über genaue

Kenntnisse von Wohnungen und Gewerberaum

im Sprengelkiez. Diese werden in

einer Datenbank erfasst und ständig aktualisiert.

Jedem Interessenten soll so eine auf

seine Bedürfnisse zugeschnittene Lösung

angeboten werden. Zudem bietet das Büro

die Vermittlung von möbliertem Kurzzeitwohnen,

z.B. für Angehörige von Patienten

der Charité Campus Virchow, Gastwissenschaftler

oder auswärtige Mitarbeiter des

Schering-Konzerns an. Gerne übernimmt die

Agentur auch Aufträge für handwerkliche

Dienstleistungen, z.B. Renovierungen. Hierfür

steht ein Netzwerk qualifizierter Unternehmen

zur Verfügung.

„Aufarbeiten der Kiezgeschichte als

Chance zur gezielten Qualifikation“

Träger: Evangelische Osterkirchengemeinde,

Julia Hahn, Tel.: 454 821 64

Staubige alte Kirchendokumente müssen

nicht langweilig sein: Es begann 1908 mit der

Gemeindegründung und dem Kirchenbau.

Doch schon gegen 1909 wollte man einen

zweiten Pfarrer einstellen, wegen "sozialistischer

Umtriebe" der damals wohl nicht ganz

so braven Kirchenschafe. In der 3. Förderperiode

ist das L.O.S.-Projekt „Aufarbeiten der

Kiezgeschichte als Chance zur gezielten

Qualifikation“ gestartet. Unter der Anleitung

der Historikerin Judith Hahn (bekannt u.a.

durch ihre spannende historische Broschüre

zum Sprengelkiez) sind seit Januar 2006 die

beiden Projektmitarbeiter Katja Koblitz

(Historikerin und Martin Eckart) damit befasst,

die Protokollbücher der evangelischen

Ostergemeinde zu entziffern und zu digitalisieren.

Am Ende des Projekts (im Juni 2006)

werden die beiden ihre praktischen Kenntnisse

in der Archivarbeit erweitert haben, und

für alle Interessierten im Sprengelkiez wird

eine gut lesbare Quellenedition der ältesten

Protokollbücher der Ostergemeinde in Form

einer CD vorliegen.

"In der Küsterei der Osterkirche brüten

Martin Eckart und Katja Koblitz gemeinsam

über einem schwer lesbaren Protokoll der

evangelischen Ostergemeinde von 1909."

Arbeit gesucht?...

Im Internet Arbeit finden – kinderleicht!

Träger: Internetcafé "www im kiez",

Gregory Keegan, Tel.: 453 07 262

Das Internet wird für die Jobsuche immer

wichtiger. Das lokale Internetcafé "www im

kiez" bietet deshalb seit Januar 2006 jeden

Monat ein einwöchiges Bewerbungstraining /

Seminar für Arbeitssuchende aus dem

Sprengelkiez an. Außerdem gibt es vorher

zwei Vorbereitungskurse für alle, die noch

nicht über PC-Kenntnisse verfügen. Die

Termine: 6. bis 10.3., 27. bis 31.3. 2. bis 6.5.

und 12. bis 16.6.2006 jeweils Montag bis

Freitag 10:00 bis 15:30 Uhr. Der Vorbereitungskurs

für PC-Anfänger findet noch einmal

vom 24. bis 28. April 2006 statt.

Die Schwerpunkte des Bewerbungstrainings

sind: Bewerbungen schreiben und gestalten

mit MS WORD, Selbstanalyse und Erstellung

eines Qualifikationsprofils, die eigentliche

Jobsuche und das Bewerben im Internet,

Vorstellungsgespräch im Rollenspiel. Da die

Teilnehmerzahl bis auf maximal 6 Personen

begrenzt ist, wird um rechtzeitige Anmeldung

direkt im Internetcafé "www im kiez" gebeten.

(Siehe Bericht S.12)


Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Quartiers

management

Sparrplatz

Sprachkompetenz und Integration für Migrantinnen

Träger: Trialog e.V., Frau Engelmann,

Tel.: 45 49 16 75

Ein sechsmonatiger Deutschkurs für Frauen unterschiedlicher

Nationalität rund um den Sparrplatz soll alltagsbezogene

Sprachkenntnisse vermitteln und gleichzeitig die Frauen mit ihrem

Kiez vertraut machen. Eine Deutschlehrerin und eine Sozialpädagogin

bieten dazu auch fachkundige begleitende Beratung zur

Integration an. Am Anfang steht ein Einstufungstest, der am Ende

der Maßnahme wiederholt wird, um die Ergebnisse zu vergleichen.

Die Teilnehmerinnen sollen daneben verschiedene Angebote im

Kiez kennenlernen, z.B. aus den Bereichen Beratung, Gesundheit,

Freizeit, Bildung, Kultur. Dafür sind mindestens drei Besuche bei

Einrichtungen im Stadtteil vorgesehen. Am Ende wird das Projekt

von den Teilnehmerinnen mit Ausfüllen eines Fragebogens zur

Selbsteinschätzung bewertet.

Zentrum des Jugendrechts Mitte - Interkulturelle

Orientierungshilfe für Jugendliche

Träger: Zentrum des Jugendrechts Mitte, Herr Horstmeier,

Tel.: 0152 - 05938772

Ein zehnjähriger Junge wird auf der Straße von drei strafmündigen

Jugendlichen nach der Uhrzeit gefragt. Er holt sein Handy heraus,

einer zieht ein Messer: „Gib mir dein Handy oder ich steche dich

ab!“. Das Rollenspiel ist dramatischer Teil des L.O.S.-Projektes des

Zentrums des Jugendrechts zu jugendlicher Delinquenz. Außerdem

im Programm: ein Besuch im Kittchen und eine Gerichtsverhandlung.

Das Projekt richtet sich an Jugendliche, die die Strafmündigkeit

erreicht haben (meist Schüler einer 9. Klasse, ca. 15/16

Jahre alt), darunter auch Jugendliche, die bereits strafrechtlich in

Erscheinung getreten sind. Sie bekommen einen sehr realistischen

Einblick in die Abläufe und Stationen, die bei einem begangenen

Jugenddelikt durchlaufen werden. Höhepunkt ist die Verhandlung

im Amtsgericht Tiergarten, an der sie aktiv mitwirken und so die

Funktionsweise der Justiz erleben.Kooperationspartner sind Schulen,

Jugendgerichtshilfe, Polizei und Staatsanwaltschaft. Folgende

Schulen nehmen teil: Ernst-Schering-Oberschule, Ober-schule am

Brunnenplatz, Theodor-Plievier-Oberschule und Moses Mendelssohn-Oberschule.

Außerdem gibt es für Jugendliche und junge

Erwachsene eine Beratung, um bei einer begangenen Straftat die

richtigen Hilfsangebote zu finden. Gleiches gilt natürlich auch für

die Opfer.

Die Sprechstunde wird jeden Donnerstag von 13 - 16 Uhr im Haus

der Jugend, Reinickendorfer Str. 55, 13347 Berlin, Raum 202, abgehalten.

text: anne wispler/qm.

foto:judith hahn

Wedding Art

"1. Berliner Schmunzel-Galerie" im Lazarus Wohn- und

Pflegeverbund

- Ausstellung mit Kuriosem aus dem Stadtbild, dem

Arbeitsalltag und der Natur

Ort: Atrium des Hauses Sonneneck ,

Lazarus Wohn- und Pflegeverbund,

Bernauer Straße 115-118

täglich von 8 bis 18 Uhr

Mittlerweile ist WEDDING ART aus der kulturellen Szene im

Sprengelkiez nicht mehr wegzudenken. Am 1. Februar wurde die

neue Ausstellung der Künstlergruppe unter dem Titel "1. Berliner

Schmunzel-Galerie" eröffnet. Für die Bewohnerinnen und Bewohner

des Hauses, den Leiter Herr Futterlieb, Stadträtin Dagmar

Hänisch, QM-Vertreter Jürgen Berger und die beteiligten

Künstlerinnen und Künstler war es ein angenehmer Nachmittag mit

vielen interessanten Gesprächen. Die Ausstellung bleibt noch bis

Mitte März, auch für auswärtige Besucher täglich von 8 bis 18 Uhr

bei freiem Eintritt geöffnet.

WEDDING ART stellt nun schon zum zweiten Mal im Lazarus

Wohn- und Pflegeverbund in der Bernauer Str. aus. Die Maler aus

dem Kiez können bereits auf mehrere gemeinsame Ausstellungsprojekte

verweisen. Die „1. Berliner Schmunzel-Galerie“ ist eines von

vielen kulturellen Angeboten, die der diakonische Träger EJF-

Lazarus vor allem für die Bewohner bereit hält, die aus Alters- und

Krankheitsgründen das Haus nicht mehr verlassen können. Gäste aus

der Nachbarschaft und darüber hinaus sind jederzeit herzlich

willkommen.

Im QM-Büro in der Burgsdorfstraße kann man übrigens jetzt die

Broschüre "WEDDING ART 2003 – 2005 /Retrospektive und

Ausblick" beziehen. Sie beschreibt den Werdegang der Freizeit-

Künstlergruppe aus dem Sprengelkiez. "Lassen Sie sich durch die

hier portraitierten Menschen, ihre Ziele, Ansichten und durch

Ausschnitte aus ihren Werken inspirieren ... und überlegen Sie, ob

nicht auch in Ihnen ein Künstler, eine Künstlerin steckt!" schreibt

Dagmar Hänisch, unsere Stadträtin für Bildung und Kultur im

Vorwort zum frisch gedruckten Heft. Dem ist eigentlich wenig hinzu

-zufügen. Besonders schön, dass die einzelnen Künstlerinnen und

Künstler in darin zu Wort kommen und man ihre Entwicklung anhand

der gezeigten Bilder und dokumentierten Ausstellungen mit

verfolgen kann. Sehr erfreulich ist auch die gediegene Qualität des

schön gestalteten Heftes.

Freuen Sie sich mit uns auch auf die nächsten Ausstellungen in den

Räumen des QM-Büros:

"Money, Money" vom 4 Mai bis zum 6. Juli 2006

"Wie es uns gefällt" vom 28. September bis zum 21.12.2006

Aber seien Sie nicht überrascht, wenn noch einige andere Events

dazu kommen – WEDDING ART ist schwer aktiv...

text:anne wispler

Künstlergruppe Wedding Art

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Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

atur, Kunst, Lesen und

Buchstaben essen, wie passt

denn das zusammen?

Das passt an jedem Dienstag zusammen.

Für zwei Stunden und acht Kinder. An

diesem Wochentag wird gemeinsam gelesen

und das Umfeld in der Nachbarschaft

erkundet. Zum Abschluss geht es meistens

zu Besuch zu einem Künstler,

Schriftsteller oder Vorleser. An einem

dieser Tage mit dem "D" endete der

Rundgang in einem Atelier am Nordufer.

"Na klar kann man Buchstaben essen",

sagt Jennifer Hanke kichernd, "wir

lesen doch gerade Geschichten über den

Buchstabenfresser! Der ist echt gemein,

frisst einfach das große "K" von Kinder,

legt ein "R" hinzu und macht so aus

kleinen Kindern große Rinder!" Sie

macht es sich im Stuhl bequem nach

dieser Mitteilung und freut sich, dass sie

nach einem langen Spaziergang durch

den Sprengelkiez zur Ruhe kommt."Wenn

wir schon `mal beim Essen

sind", ruft Ebnazar Amponsim, "...wo

sind die Kekse?" Diese Frage wird umgehend

gelöst. Heike Baptist, Initiatorin

der Lesegruppe Kunst und Natur, reicht

Ebnazar die Kekse, der knabbert, wie

sein Vorbild der Buchstabenfresser, am

Gebäck. Beisst erst ein "U" hinein, um

sich dann dem Rest zu widmen, so dass

ganz schnell noch nicht einmal ein

krümeliger Konsonant vom Keks

verbleibt. Das war so eindrucksvoll, nun

wollen alle andern auch mal. Also

bekommt jeder aus der Gruppe seinen

Anteil. Die Lesegruppe, die der

Stummfilmserie "Die kleinen Strolche"

entsprungen zu sein scheint, stellt als

nächstes gemeinschaftlich fest: "Wir

haben Durst!" Jetzt wird es eng für Heike

Baptist und den Gastgeber. Darauf war

man nicht vorbereitet.

Bis hierher verlief alles wie erwünscht.

Die Kinder waren zusammen mit Frau

Baptist den ganzen Nachmittag unterwegs.

Hatten mit Bestimmungsbüchern

versucht Sträucher und Bäume zu identifizieren

und sich gegenseitig beigebracht,

BUCHSTABENSALAT

Lesegruppe Kunst und Natur

wie man die Unterschiede zwischen den

verschiedenen Pflanzen erkennen kann.

Sie haben gelernt, dass eine Robinie kein

Edelstein ist und Eicheln keine kleinen

Eier sind. So erklärt sich alles von selbst:

Die geistige Beanspruchung, die frische

Luft und langen Wege machen selbstverständlich

hungrig und durstig.

Bianca Brinkmann, Jennifer Hanke, Emely

Manigel, Kevin Monhaupt, Angelika

Chamier Gliszczynski, Ebnazar Amponsin,

Celina Longo,Leonard Kaes und Ibrahim

Adajev lernen das “A” und “O” des ABCs

mal als Buchstabensalat, mal als spannende

Erzählung kennen. Ganz nebenbei erkunden

sie dabei die heimische Flora und lernen

auch einen Umlaut von einem Unlaut zu unterscheiden.

Dass Butterkekse nicht aus

Fischen gemacht sind, sonst wären es ja

Kutterkekse, wissen sie schon lange und

wenn jemand sagt:”In deinem Aufsatz

fängt alles damit an, dass am Ende ein Punkt

fehlt”, müssen sie über den Widerspruch in

dieser Aussage lachen.....so sind sie, die acht

jungen Buchstabensteller, deren Namen

zusammen alle Buchstaben des Alphabets enthalten,

bis auf das “X”, aber das befindet

sich ja gleich nebenan.

" Manet, Monet, ach Quatsch, Moment

einmal!", ruft der ständig zerstreut wirkende

Maler und Gastgeber, verschwindet

durch die Hintertür und kehrt mit Gläsern

und Tafelwasser in den Raum

zurück. Währenddessen hat die Kindertruppe

etwas entdeckt und steht geballt,

als Knäuel am Fenster. Das Haustier des

Künstlers ist erschienen und trinkt aus

ihrem Krug auf dem Fensterbrett. "Eine

Katze!" rufen Celina Longo und Emely

Manigel gleichzeitig. Alle wollen den

Haustiger einmal streicheln. Dem

blauäugigen Schmusetier ist soviel

Aufmerksamkeit zu viel und es trollt sich

davon. "Warum hast Du eine Katze?",

fragt einer aus der Gruppe. "Na ja," sagt

der Hausherr und kratzt sich den Kopf,

"den Elefanten, den ich haben wollte, der

passte nicht durch die Tür." Das glaubt

nun keiner und lachend setzen sich die

Kinder wieder auf ihre Stühle, während

Heike Baptist die mittlerweile gefüllten

Gläser herumreicht.

Jetzt geht es noch einmal an diesem Tag

um Buchstaben. Bestückt mit einem

Katalog der absurden Buchstabitäten

wird zuerst erkundet und errätselt, wie

viele Buchstaben unser Alphabet hat. Die

Schätzungen reichen von 15 bis 37. Beim

Nachzählen ergibt es sich, dass man das

vielleicht nicht so genau sagen kann.

Zählen die Umlaute nun dazu .....oder

nicht? Welche Regel gilt? Das bleibt für

heute ungelöst. Die Kinder nehmen es

gelassen und wechseln das Thema ganz

schnell. Es wird geplaudert über die

Lieblingsbücher wie "Wir pfeifen auf den

Gurkenkönig" , die Definition für das

Wort “Katalog” wird gesucht und keinem

fällt ein Wort ein, das mit "X" beginnt.

Zum "Y" und "Z" kommt man dann gar

nicht mehr, die Zeit ist um, alle müssen

nach Hause.

Übrig bleiben acht leere Stühle und die

26 Buchstaben des Alphabets. Der besuchte

Künstler knabbert noch gedankenverloren

an drei Umlauten und ein einsam

übriggebliebener Punkt beendet erschöpft

diesen Artikel.

Zuständig für den Bachstubensalut,

Salatbuchen und Buchenstabensalat ist

die Lesegruppe Kunst und Natur, eine

Eigeninitiative von Heike Baptist.

Unterstützt von:

5000 x Zukunft AKTION MENSCH

Text,Bild: U.Bressem

X


Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

JugendTrainer bei “Julateg”

JugendTrainer starten neues

Projekt in Berlin-Wedding!

Kostenloses Coaching für benachteiligte

Jugendliche

Bewerbungs- und Kommunikationstraining

für eine selbst bestimmte

Zukunft: Mit ihrem neuen Projekt

„Coaching und Kommunikationstraining

im QM-Gebiet Sparr-platz/ Sprengelkiez“

bietet das Team der JugendTrainer

in Berlin-Wedding kostenlose Seminare

und persönliche Beratung für sozial benachteiligte

und ausgegrenzte Jugendliche

an. Ziel ist es, die Jugendlichen bei

der beruflichen Orientierung, Ausbildungs-

und Arbeitsplatzsuche zu unterstützen

und sie auf dem Weg zu einer

eigenständigen Lebensführung zu begleiten.

Zusätzlich wird kostenloses

Coaching für Lehrer und Eltern benachteiligter

Jugendlicher angeboten.

„Fit for Future“: Unter diesem Motto

bieten die JugendTrainer Hilfe zur

Selbsthilfe für Jugendliche an, die durch

ihren sozialen, familiären oder ethnischen

Hintergrund benachteiligt und ausgegrenzt

sind. Die Trainer sind in den

Bereichen Coaching und Kommunikationstraining

ausgebildet, sprechen mehrere

Sprachen und haben langjährige

Erfahrung im Umgang mit schwer erreichbaren

und auch gewaltbereiten Jugendlichen.

Das kostenlose, hochwertige Angebot

der Seminare und der Einzelcoachings ist

speziell auf die Bedürfnisse von Jugendlichen

im Alter von 14 bis 25 Jahren

zugeschnitten und umfasst u.a. berufliche

Beratung und Orientierung, Begleitung

bei Behörden- und Ämtergängen, Unterstützung

bei der Stellensuche, Hilfe beim

Erstellen von professionellen Bewerbungsunterlagen,

Stärkung der Eigeninitiative

und der sozialen Kompetenzen,

Erlernung von Konfliktbewältigungsstrategien

in Anti-Gewalt-Seminaren

sowie Gruppenarbeit für eine sinnvolle

Freizeitgestaltung. Das Angebot richtet

sich auch an Jugendliche, die bereits mit

dem Gesetz in Konflikt gekommen sind.

Unterstützt wird das Projekt „Coaching

und Kommunikationstraining“ durch die

Europäische Union und die Senatsverwaltung

der Stadtentwicklung.

Ermöglicht wird das Angebot der

JugendTrainer auch durch die Kooperation

mit der Jugendfreizeiteinrichtung

Lynarstraße (siehe Foto). Hier sind die

JugendTrainer immer montags und

mittwochs von 16 bis 17.30 Uhr in ihrem

Büro erreichbar.

Das Projekt der JugendTrainer

"Coaching und Kommunikations-

Training für junge Leute im Sprengelkiez“

ist seit Februar 2006 in vollem

Gange. In Kooperation mit der Jugendfreizeiteinrichtung

JuLaTeg in der

Lynarstrasse 14 bieten wir jungen

Menschen ab 14 Jahren Beratung und

Begleitung bei ihrer persönlichen Zielformulierung

und beim Erstellen professioneller

Bewerbungen. Mit Bewerbungs-

und Kommunikations-trainings

bereiten wir die Jugendlichen auf Bewerbungsgespräche

und Telefonate vor und

stärken sie im persönlichen Coaching-

Gespräch beim Finden eines Ausbildungs-

bzw. Arbeitsplatzes. Auch Mütter

und Väter, die ihre Kinder optimal unterstützen

wollen, können Eltern-Coaching

in Anspruch nehmen und ihre speziellen

Fragen klären. Den Ort für persönliche

Beratung können die Teilnehmer grundsätzlich

selbst bestimmen. In unsere Beratung

können übrigens auch Jugendliche

und ihre Familien kommen, die

aufenthaltsrechtliche Fragen haben!

Was ist Coaching?

Coaching ist professionelle Beratung und

Begleitung, die Menschen befähigt,

Visionen und Ziele zu entwickeln und erfolgreich

zu verwirklichen. Sie erkennen

ihre Stärken, entwickeln sich persönlich

weiter und erkennen, was sie wirklich

wollen. Es handelt sich hierbei keinesfalls

um die klassische Beratung, wie

man sie eventuell schon aus dem psychosozialen

Bereich kennt!

Wer sind die JugendTrainer?

Das erfahrene Team der Jugendtrainer

kennt sich mit Jugendlichen bestens aus

und bietet Beratung, spannende Seminare

und Aktionen im Einzel- oder Gruppencoaching.

Wir sind ausgebildete Coaches

und Kommunikationstrainer, kommen

aus Jugendarbeit/Streetwork und

sind Dozenten in der Jugend- und

Erwachsenenbildung. Da das Projekt aus

EU-Mitteln sowie durch die

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

unter der Antragsnummer

10131760 gefördert wird, ist die

Teilnahme kostenlos!

Im Club hängt auch eine Termin-Liste

aus, in die sich Jugendliche jederzeit und

unkompliziert eintragen können.

Darüber hinaus können auch individuelle

Termine vereinbart werden!

Informationen:

Olga und Thomas Georgi

Telefon: 030 – 440 32 371

Fax: 030- 440 32 372

Funk: 0172- 570 16 77

info@diejugendtrainer.de

Web: www.diejugendtrainer.de

Offene Bürozeit (auch ohne Termin!)

Jugendfreizeiteinrichtung Julateg

Lynarstr. 14, 13353 Berlin

jeden Montag und Mittwoch

von 14- 17:30 Uhr.

text:olga georgi

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Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Ganz genau 250 Jahre und einen

Tag nach dem Geburtstag von

Joannes Chrysostomus Wolfgangus

Theophilus, genannt Mozart,

gab es in der Osterkirche am 29. 01.

2006 ein kleines Ereignis, das den

Komponisten dreier Konzerte für

Flöte und anderer Meisterwerke des

Weltmusikrepertoires mit Freude erfüllt

hätte. Die Geschwister Wakamatsu

schenkten an diesem Abend den

Menschen aus der Nachbarschaft und

Herrn Mozart, posthum, ein Konzert

für Flöte und Klavier.

Den Kontakten von Hans Peter Meyendorf

ist es zu verdanken, dass ein

Musikabend der Extraklasse stattfand.

Junko und Kiyoko Wakamatsu, beide geboren

in Nagasaki, Japan verbindet nicht

nur der familäre Ursprung, sondern

darüber hinaus auch die Liebe zur

Musik. Beide wuchsen in einem musikalischen

Haushalt auf und noch bevor sie

zur Schule gingen, waren ihnen das

Notenlesen und verschiedene Instrumente

vertraut.

Die Lebensläufe von Junko und Kiyoko

lesen sich wie ein Standardwerk der

klassischen Ausbildung zum Konzertmusiker.

Erster Unterricht mit vier Jahren,

dann Schule, Studium an der Musikhochschule

mit immer sehr guten

Abschlüssen, vielen Preisen und

Auszeichnungen. Kein Wunder, dass die

beiden als Kammermusiker und Dozenten

interkontinental gefragt sind. Um so

schöner ist es, dass das Duo sein Können

und die Liebe zur Musik mit den Anwohnern

aus dem Kiez teilt. Die Familie

TOKIO -BERLIN

Die Schwestern Wakamatsu

Wakamatsu gehört, für Japaner ungewöhnlich,

einer christlichen Gemeinde

an. "Seit Großvaters Zeiten wahren wir

die christlichen Traditionen in unserer

Familie", erklärt Kiyoko Wakamatsu in

perfektem Deutsch. "Sind wir auf

Reisen, so besuchen wir auch immer die

Kirchen vor Ort. So ist auch der Kontakt

zur Osterkiche zustande gekommen,

Hans Peter hat uns die Kirche gezeigt

Junko Wakamatsu, die Flötistin, lebt und arbeitet

in Tokio, Japan. Wenn sie zu Besuch in

Berlin bei ihrer Schwester ist, dann trinkt sie

nach einem Konzert schon einmal gerne ein

deutsches Bier. Kiyoko Wakamatsu spielt

Klavier und lebt seit 1991 in Deutschland.

Die Musikdozentin wohnt mitten im Kiez und

fühlt sich hier sehr wohl. Man kann sich nur

wünschen, dass beide Schwestern einander

noch öfter besuchen werden, um uns dann

mit ihrer Kunst zu beglücken.

und im Laufe des Gesprächs auf die

Möglichkeit für ein Konzert hingewiesen".

Bisher gab es zwei Konzerte

- für Flöte und Klavier - der beiden in der

Kirche. Kiyoko Wakamatsu hat in

Deutschland ihren Lebensmittelpunkt

gefunden und sich als ihre Heimstatt eine

Wohnung in der Kiautschoustraße

gesucht.

Seit 1991 hat sie , mit der Aufnahme

an der Musikhochschule Lübeck, in unserem

Land studiert. Mittlerweile unterrichtet

sie selbst. So zum Beispiel in

Hamburg und gleichzeitig als Lehrbeauftragte

an der Hochschule für Musik

und Theater in Rostock. Wie selbstverständlich

gibt sie auch noch Konzerte in

der Hamburger Musikhalle oder im Leipziger

Gewandhaus. Junko Wakamatsu

hingegen ist in ihrem Geburtsland

geblieben, lebt heute in Tokio und arbeitet

in der Millionenstadt als freie

Kammermusikerin. Sie stellt ihr Können

dort in die Dienste von Rundfunkproduktionen

und CD-Einspielungen.

"In Deutschland ist die Situation für

Musiker etwas angenehmer," so Junko

,die Meisterschülerin, “meine Lieblingskomponisten

Bach und Debussy sind in

meiner Heimat nur in einem kleineren

Kreis gefragt". Da die beiden auch gerne

zusammen musizieren, nimmt es Junko

auf sich, einmal oder zweimal im Jahr

nach Berlin zu reisen, um ihre Schwester

im Wedding zu besuchen. 15 Stunden

dauert die Anreise von Tokio nach

Berlin. Das als Geschenk für die Gemeinde

dann immer auch ein Konzert

abfällt, darüber dürfen wir uns freuen.

Wer das Duett Junko Wakamatsu und

Kiyoko Wakamtsu einmal erlebt hat,

wird gefangen sein von der Harmonie

und dem Können der Schwestern.

So elegant wie ihr Auftreten ist auch der

Vortrag der Kompositionen und

Interpretationen der verschiedenen

Musikstücke. Mozart, Bizet und Saint-

Seans zollen sicher, von der himmlischen

Wolke, ihren Beifall für diese beiden

Botschafter der klassischen Musik.

Ima made iroiro arigato!

Alles Mozart!

Text/Illu.: U.Bressem

Bild: K.Wakamatsu


Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Seniorenchor sucht neue Stimmen.

30. Januar 2006 – Singen ist gesund und

macht Freude – erst recht gemeinsam mit

anderen. Heinz Hensel ist seit zwanzig

Jahren Leiter des Seniorenchors

Wedding. Nach seiner Pensionierung

wollte der Lehrer aus Tempelhof nicht

untätig sein und kümmert sich seitdem

um das Fortbestehen des Chors, dem zum

großen Teil Bürgerinnen und Bürger des

Sprengelkiezes angehören. Nun sucht die

musikalische Gesangsgemeinschaft neue

Mit-Sängerinnen und -Sänger, denn die

Gruppe ist im Lauf der Zeit von 40 auf 20

Mitglieder geschrumpft. Internationale

Volkslieder und Lieder zum jeweiligen

Anlass seines Auftritts bestimmen das

vielseitige Repertoire des Seniorenchors,

der sich nicht nur über neue Mitstreiter,

sondern auch über Einladungen und

Auftrittsmöglichkeiten freut.

Seit 1978 existiert der Seniorenchor

Wedding, der in seiner langen Geschichte

schon viele Mitglieder gezählt hat; eine

Dame, die noch heute eifrig und

stimmkräftig den Gesang unterstützt,

zählt zu den Gründungsmitgliedern.

Neben dem Beisammensein in geselliger

Runde sind es vor allem die Erarbeitung

eines umfangreichen Liedrepertoires

unter der Leitung ihres engagierten

Chorleiters Herrn Hensel, der den Chor

von Aufführung zu Aufführung führt.

Inzwischen wird der Chor zusätzlich von

Kantor Friedrich Wilhelm Schulze auf

dem Klavier begleitet. Er trägt damit

wesentlich neben dem Dirigat zur klaren

Strukturierung der Chorproben bei. Aber

auch stimmlich wird mit Hilfe der beiden

Herren “das männliche Element” mit

eingebracht, denn bedauerlicherweise

besteht der Chor derzeit nur aus weiblichen

Mitgliedern. Das empfinden die

Frauen selbst als deutliches Manko;

gerne hätten sie wie in der Vergangenheit

Seniorenchor Wedding

wieder männliche Stimmen in ihren

sangesfreudigen Reihen. Das war auch

ein kleiner Fingerzeig an den Redakteur,

der an dieser Stelle besonders darauf hinweisen

möchte, dass männliche

Interessenten zur Verstärkung und als

gesangliche “Farbe” ausgesprochen er-

wünscht sind und als Bereicherung empfunden

würden (Probenzeiten und

Kontakt siehe unten).

Während des Besuchs der Chorprobe

sangen die Frauen mit großer Verve und

Freude und verleiteten den Chorleiter zu

der Bemerkung, dass die Anwesenheit

des Redakteurs offensichtlich neue

Kräfte entfacht. So wurde dem offenen

Ohr auch ein ganz persönliches

Ständchen mit einem Lied geboten, das

ich der Gast selbst auswählen durfte. Mit

aufmerksamem Vergnügen nahm der

Redakteur die freundliche Geste entgegen.

Der Seniorenchor Wedding trifft sich

einmal wöchentlich mittwochs von 14 bis

15:30 Uhr in der Begegnungstätte in der

Schulstraße 118.

text: anne wispler/herry grünewald

fotos: osterkirche/h.g.

Fragen und Kontakt:

Seniorenchor Wedding

Chorleiter Heinz Hensel

Tel.: 706 61 22.

Termine:

28. Mai 2006, 15.00 Uhr

Dankeskirche Berlin

14. Juni 2006, 13.00 Uhr

BUGA Mariendorf

8. Juli 2006, 16.00 Uhr

Osterkirche “Sommerkonzert”

26. August 2006, 16.00 Uhr

Konzert auf dem Zeppelinplatz

9. September 2006

Osterkirche “Herbstkonzert”

Nähere Informationen bei der

Chorleitung!

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Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Hier ist Ihr Engagement

gefragt!

Gemeinsam im Stadtteil e. V. -

Nachbarschaftsladen

Der Nachbarschaftsladen sucht

Freiwillige für verschiedene Beratungsangebote:

z.B. Mieterberatung, Schuldnerberatung

oder Sozialberatung. Vorteilhaft

wären Sprachkenntnisse in türkisch

und deutsch.

Offene Jugendeinrichtung im

Sprengelkiez

Eine offene Einrichtung für Jugendliche

im Alter von 12 - 20 Jahren mit Freizeitangebote

von Musik, Tanz, Mädchentreff

bis hin zu Sport sucht Freiwillige

Mitstreiter/innen für folgende Bereiche:

Bewerbungshilfe, Hausaufgabenhilfe,

Gartenpflege, Kochen, Fahrradwerkstatt.

Interkulturelles Gemeinwesenzentrum

Das Zentrum ist eine Einrichtung für

Menschen mit und ohne Migrationshintergrund.

Es bietet u.a. Schulungen für

Bewerbung leicht gemacht!

Kostenloses Bewerbungstrai-ning

im Sprengelkiez!

Die Bildungs- und Begegnungsstätte für neue

Medien „www im kiez“ in der Sprengelstraße

6 bietet kostenlose Bewerbungskurse für

Arbeitssuchende an. Das Seminar begann am

6. März und dauerte eine Woche. Es fand in

kleinen Gruppen mit bis zu sechs Personen

statt.

Das Projekt wird fortgesetzt!

Im Bewerbungstraining wird die Erstellung

und Gestaltung eines eigenen

Qualifikationsprofils gelehrt. Es wird den

Kursteilnehmern gezeigt wie sie ein

FreiwilligenAgentur Wedding

Jugendliche und junge Erwachsene,

Mediation, Seminare für Gesundheitsmultiplikatorinnen.

Freiwillige können

sich hier in unterschiedliche Projekte einbringen:

z.B. in die Stadtteilredaktion,

den Tauschring oder den Garten- und

Wasserkiez.

Einrichtung für Jugendliche im Kiez

bietet Freizeitangebote für Kinder und

Jugendliche. Freiwillige können das

Angebot der Einrichtung gerne erweitern:

z.B. durch Musikunterricht, kreative

Gestaltkurse oder der Mithilfe an einer

Theatergruppe.

Die FreiwilligenAgentur Wedding

ganz in Ihrer Nähe!

Seit August 2005 ist die Freiwilligen-

Agentur im QM-Gebiet Sparrplatz vertreten.

Im Nachbarschaftsladen im

SprengelHaus in der Sprengelstr. 15 informiert

Claudia Ihde dienstags von

9.30 – 11.00 Uhr (Tel. 45 97 73 08)

über freiwilliges Engagement. Bereits

seit Juli 2005 ist die FreiwilligenAgentur

auch im QM-Gebiet Pankstraße aktiv. Im

Quartiersladen in der Prinz-Eugen-Str. 1

hilft nun Anna Asfandiar mittwochs von

www im kiez informiert !

Anschreiben und einen Lebenslauf am

Computer anfertigen können. Ferner wird

erklärt, wie man sich im Internet auf

Arbeitssuche begibt und die verschiedenen

Jobbörsen nutzt.

Der Kurs umfasst außerdem die Simulat-ion

von Vorstellungsgesprächen in Form eines

Rollenspiels. Darüber hinaus wird für alle

ohne PC-Kenntnisse ein Vorbe-reitungkurs

angeboten. Dieser schließt eine Einführung in

das Programm MS Word und die

Internetnutzung ein.

Die nächsten Bewerbungsseminare starten am

27. März. Als weitere Termine sind der 2. 5.

und der 12. 6. vorgesehen. Die vorbereitenden

PC-Schulungen starten am 24. April. Die

Kurse finden von montags bis freitags von

10:00 – 15:30 Uhr statt. Das Projekt wird aus

Mitteln des L.O.S Programms „Lokales

Kapital für soziale Zwecke“ – ein

Modellvorhaben des Bundesministeriums

für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

(BMFSFJ) und des Europäischen

Sozialfonds (ESF) gefördert.

Übrigens: Die nächste Vernissage mit dem

Künstler "Michja" findet am 25. 3. statt...

Ihr “www im kiez”-Team.

14 – 15.30 Uhr (Tel.: 74 74 63 47)

Freiwilligen auf die Sprünge.

Weitere Informationen zu den Einsatzbereichen

erhalten Sie in der

FreiwilligenAgentur Wedding im Nachbarschaftshaus

Prinzenallee während der

Sprechzeiten

dienstags von 17-19 Uhr

freitags von 11-12.30 Uhr,

Telefon: 49 90 23 34, Fax: 49 90 23 33,

E-Mail:

info@freiwilligenagentur-wedding.de

www.freiwilligenagentur-wedding.de

www im kiez

maike janssen

Bildungs- und Begegnungsstätte für neue

Medien

Sprengelstr. 6

13353 Berlin

Tel.: 453 07 262

Fax: 453 07 263

Email: info@wwwimkiez.de


Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

“Soziobizarrkulturell”

Das Prime Time Theater im Sprengelkiez!

Als Weddinger wird man manchmal

gefragt, wie es so ist im

Wedding. Jetzt wissen wir es:

Soziobizarrkulturell! Endlich sind sie im

Sprengelkiez angekommen. Deutschlands

furiosestes Soap-Theater hat seine neuen

Räume in der Müllerstrasse163b bezogen

und sogleich scharenweise alte und neue

BesucherInnen angelockt. Mit ihrer

Sitcom “Gutes Wedding, schlechtes

Wedding” rütteln sie die Theaterlandschaft

Berlin kräftig durch und ernten republikweit

große Aufmerksamkeit. Erfreulicher

und zusätzlicher Effekt ist

zudem ein Imageplus für den so oft

bekrittelten Bezirk Wedding.

In der Presse- und Medienlandschaftschaft

Berlins und weit darüber hinaus sind sie

längst präsent - sogar ganzseitig auf den

feuilletonistischen Titelblättern von “Berliner

Zeitung” über “Tagesspiegel” bis zur

“taz” sind sie bereits erschienen. Auch das

“Heute-Journal” des ZDF schenkte dem jungen

Erfolgsteam Sendezeit.

Nun ist der Zeitpunkt für unser bescheidenes

Blättchen gekommen, den Medien-hype an

Ort und Stelle einer kritischen Prüfung zu

unterziehen.

Das Rezept des Theaters ist dabei ebenso

einfach wie genial: Man nehme eine äußerst

ideen- und einfallsreiche Autorin für die dramaturgisch-szenischen

Zutaten, fülle damit

vier hervorragende und versierte Darsteller-

Innen, die gemeinsam impovisierend das

Hauptgericht vollenden und anschließend

das grelle Menü als Feuerwerk für Aug und

Ohr auf die Bühne bringen. Durch eine brilliante

Würzmischung bekommen die Lachmuskeln

der ZuschauerInnen garantiert

ihren wohlverdienten Anteil!

Und so funktioniert’s: Das Theater produziert

eine Serie - alle 14 Tage erscheint

eine neue Folge von “Gutes Wedding,

schlechtes Wedding”. Das Vorbild der

Fernseh-Soap “Gute Zeiten, schlechte

Zeiten” ist unschwer zu erkennen. Wir brin-

gen alle verrückten, charmanten

und eigenbrötlerischen Charaktere

auf die Bühne, die unseren

Wedding so einzigartig machen”,

heißt es in der Presseerklärung.

Constanze Behrends schreibt die

Texte, an denen die SchauspielerInnen

tagtäglich gemeinsam

feilen, um am Abend das

Resultat dem geneigten Zuschauer

darzubieten. Dabei

schlüpfen die Akteure in verschiedene

Rollen: der Postbote

Kalle, Murat und Eische sowie

der “Prenzlwichser” Claudio

Fabriggio sind nur einige der

Figuren, denen allabendlich

Leben und Farbe eingehaucht

wird. Dabei werden die Prenzlberger

besonders charmant in

ihrem pseudointelektuellen

(t’schuldigung, das Wort ist ja

selbst so furchtbar, Anm. d.

Red.) Gehabe aufs Korn genommen.

Der Autor hatte erstmals Gelegenheit dieses

leuchtende Kleinod der Weddinger Kultur

mit der Folge “Umzüge” zu erleben. Dabei

fiel sogleich auf, dass das Publikum sich aus

allen Altersgruppen zusammensetzt. Jung

und alt befeuerten die Akteure an diesem

Abend zu einem fulminantem Feuerwerk

aus komödiantischer Glanzleistung und vitaler

Spielfreude. Keine Hänger oder klaffende

Lücken beschädigten das dichte

Szenario.

Überhaupt gelingt die darstellerische

Gradwanderung, die skurrilen Figuren in

ihrer Alltäglichkeit liebevoll zu zeichnen

und nicht der Denunzation preiszugeben.

Das ist hohes Können. Wir erkennen die

Menschen von nebenan auf humorvolle und

nicht zynische Weise- diejenigen von uns,

die besonders mutig sind, erkennen natürlich

vor allem sich selbst!

foto:vinzenz fengler

Das Kernteam - von oben nach unten: Oliver Tautorat,

Constanze Behrends, Alexander Ther und Jenny Bins

In der nächsten Ausgabe wird vorausichtlich

ein längeres Interview mit C.Behrends und

O.Tautorat erscheinen.

Sollten Sie bis dahin noch auf der Suche

nach einem vergnüglichen Abend in Berlin

sein, die Schwiegermutter oder andere

Lieben aus West- oder Ostdeutschland zu

Besuch haben, erlauben sie sich zur originalen

prime time um 20:15 Uhr einen

Abstecher ins Theater in der Müllerstraße.

Packen Sie Kind und Kegel ein - und nix wie

hin!

Prime Time Theater

Müllerstraße 163b

13353 Berlin - Wedding

U-Bahnhof Wedding

Tel.: 030 - 49 90 79 57/58

www.primetimetheater.de

foto:prime time theater

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Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Herbert Pade ist ein Kiezbürger,

der an unterschiedlichen Veranstaltungen

und Initiativen in

unserem Stadtteil teilnimmt. Immer unterwegs

mit großem Interesse am

Geschehen im Stadtteil unterwegs als

Beispiel eines aktiven Bürgers...

kibo: Herbert, kannst Du uns was über

Deine Herkunft erzählen?

Herbert Pade: Ich wurde am 28.4.27 in

Berlin inmitten der ökonomischen Krise

geboren. Mein Vater war Arbeiter und

Heizer in Oberschönweide, die Mutter

Filialeiterin eines Seidentüllgeschäftes.

Die Mutter ist Berlinerin, der Vater stammt

aus dem Oderbruch.

Der Vater (1889 geboren) ging in Britz zur

Schule und ist um 1910 in einen Arbeitersportverein

eingetreten. Die große Solidarität

dort hat ihm gut gefallen. Seine spätere

Frau hat er hier kennen gelernt. 1914 wurde

er eingezogen und war vom ersten Tag im

Krieg. 1916 hat er im Krieg meine Mutter

geheiratet – zur “Kriegstrauung” bekam er

frei von der Front. Eine Unter-leibsverletzung

beendete seine Soldaten-existenz.1927

wurde ich dann als einziges Kind

geboren.

kibo: Wo bist Du geboren und aufgewachsen?

Herbert Pade: Ich wurde in Kreuzberg geboren,

bin am Kottbusser Tor aufgewachsen

und in der Britzer Straße (heute

Kohlfurter Straße.) zur Schule gegangen

(nähe Landwehrkanal). 1933 im Alter von

6 Jahren wurde ich in eine “weltliche”

Schule eingeschult – d.h. eine Schule ohne

Religionsunterricht!

Die Schule stand der Arbeiterbewegung

nahe. Die Arbeiterbewegung hat große pädagogische

Verdienste um die Kinder aus

einfachen Verhältnissen. Ich finde, der

Kampf der Arbeiterbewegung wird heute

gerne vergessen – alles an heutigen positiven

Verhältnissen ist aber durch durch

Kampf entstanden. Das ist auch ein historischer

Verdienst der Arbeiterbewegung.

kibo: Durch Deine Eltern standest Du der

Bewegung schon frühzeitig nahe?

Die Arbeiterbewegung lag sozusagen in der

Wiege, schon mein Großvater war Sekretär

bei der Gewerkschaft; meine Eltern haben

sich nicht direkt politisch betätigt, so haben

sie privat zwar sehr gegen die Nazis gewettert,

sind aber dabei sehr ängstlich gewesen.

Ich bin wie meine Eltern stets ein sehr

Kiezportrait: Herbert Pade

gehemmter Mensch gewesen. Diese

Ängstlichkeit habe ich als Mensch leider

für viele Jahre übernommen, in der Schule

war ich sehr gehemmt.

kibo: Wie hast Du den Nationalsozialismus

erlebt?

Herbert Pade: In der Nazizeit waren wir

eine unauffällige Familie , keine aktiven

Widerständler. In der Schule, das ist mir in

besonderer Erinnerung, haben die Lehrer

die Kolonialzeit verherrlicht Nach dem

Motto: ”Wir Deutschen haben den Schwarzen

erst mal Kultur beigebracht”.

Wir wohnten seit 1933 mit Großvater und

Großmutter in der Kottbusser Straße in

einer Stube mit Küche, ich habe bei meinen

Eltern geschlafen. Es waren wirklich sehr

beengte Verhältnisse in einem Berliner

Vorderhaus. 1933 wurde ich, wie erwähnt,

eingeschult, bin in Kreuzberg und Britz zur

Schule gegangen. Von 1939 -1941 hat die

Familie in der Urbanstraße gewohnt.

Bei meinem Onkel habe ich nach

Abschluss der Schule 1941 eine

„Geschäftevorrichter-lehre“ gemacht; das

ist ein Schuhmacher, der sich nur mit dem

Oberleder befasst. Schließlich habe ich

Mitglieder eines antifaschistischen Turnvereins

kennen gelernt. Der 1.Vorsitzende

des Turnvereins wurde später im

Zuchthaus Brandenburg umgebracht.

1944 kam ich in Ostpreußen zum Militär

und bin zunächst beim AD (Arbeitsdienst)

gelandet; im August 1944 wurde ich richtig

eingezogen. Zuvor bleute man uns beim

Wehrertüchtigzungsdienst ein, uns umgehend

freiwillig zu melden.

Viele haben sich freiwillig gemeldet in der

Hoffnung auf irgendwelche Vergünstigungen,

ich nicht! Ich bin mit 17 Jahren nach

Potsdam zur Garnison gekommen und mit

dem Bajonett haben wir am Strohballen das

Töten von Menschen geübt. Wir sind zum

Töten ausgebildet worden. Ich betone, dass

‘Soldat’ der einzige Beruf ist, der wirklich

vom Staat gefördert wird – Verpflegung,

Unterkunft, Ausbildung – kein anderer

Beruf wird staatlich so gefördert. Das ist für

mich ein Skandal. Denn ich wurde zum

Morden ausgebildet.

kibo: Wie ging es weiter?

Herbert Pade: Ich war im Dezember 1944

2 Wochen am Westwall im Einsatz und

dann in Frankreich. An der Front arbeitete

ich als Nachrichtenhelfer. Im Januar 1945

wurde ich verwundet und kam in ein

Larzarett im Breisgau, anschließend in

französische Kriegsgefangenschaft.

Anfang Juli 45 wurde ich schon entlassen

und kehrte nach Berlin zurück. Ich war sehr

glücklich, dass der Krieg zuende war und

dass ich so schnell zuhause war – ich wollte

nie Soldat sein!

kibo: Was passierte nach dem Krieg?

Herbert Pade: Bereits 1945 habe ich als

Bauarbeiter bei den Amerikanern gearbeitet,

Ende 1945 umgelernt auf Zimmermann

– in Neukölln ewarb ich die Kenntnisse,

wie Dachstühle gebaut werden.

Meine Eltern hatten Sorge wegen meiner

Einsamkeit und empfahlen mir den antifaschistischen

Jugendaussschuss – die

verfügten über Jugendheime, dort fühlte ich

mich sehr wohl und habe sowas wie eine

neue Heimat gefunden.

Wir sind mit der Familie auf die Laube in

der Kolonie gezogen. Die entstand bereits

1932 in der Nähe der BUGA. Auf der

Gartenkolonie „Goldregen“ haben meine

Eltern ein Grundstück urbar gemacht. Die

Laube besitze ich jetzt noch.

Antifaschistischer Jugendausschuss und

Sportverein waren mein Zuhause, ich

agierte als aktives Mitglied in der

Jugendbewegung. Etwa 1947-1948 fand

eine Spaltung des antifaschistischen Jugendausschusses

in Falken- und Pfadfinder

und Freie Deutsche Jugend statt. Ich fühlte

mich zur FDJ hingezogen.Grundsätzlich

war ich von der Idee einer Welt ohne

Waffen und Krieg begeistert. So haben wir

gesungen (singt):

Nie, nie woll’n wir Waffen tragen

nie, nie woll’n wir wieder Krieg

Ach, laß doch die hohen Herren sich

alleine schlagen

Wir machen einfach nicht mehr mit!

Ich war begeistert! Ab 1950 geschah das

alles in Westberlin. Um 1953 wurden wir

aus dem Jugendheim gefeuert. Zu diesem

Zeitpunkt wurde ich zum ersten Mal nach

meiner Meinung gefragt! Auch kümmerte

man sich um die Bildung.Die FDJ hat einen

Wettbewerb für gutes Wissen durchgeführt,

da wurde ich zum ersten Mal an ein Buch

herangeführt, u.a. an das Buch „Das siebte

Kreuz“ von Anna Seghers. Ich habe leider

nur das Abzeichen in Bronze gemacht.

kibo: Wieso “nur”?

Herbert Pade: Ja, man könnte lachen

darüber, aber in meinen Schulen sind keine

Bibliotheken vorhanden gewesen. Die FDJ

hat mir das Bücherlesen vermittelt. Dann

kamen die Weltjugendfestpiel (1952/1953),

da wurden unsere Volklieder und

Arbeiterlieder gesungen. Es herrschte eine


Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

“Menschen kennen lernen ist das Interessanteste im Leben”

Herbert Pade

grandiose Aufbruchstimmung für eine

neue Gesellschaft. Ich habe diese Atmosphäre

geliebt. Ich lebe heute noch von der

Erinnerung an diese Zeit.

Das schönste Lied für mich ist:

Menschen aller Nationen

Uns vereint gleicher Sinn, gleicher Mut

wo auch immer wir wohnen

Unser Glück auf dem Frieden beruht –

In den düsteren Jahren haben wir es erfahren

– arm war das Leben – wir aber

geben – Hoffnung der müden Welt …usw.

1948 besuchte ich die Parteischule, da

wurde mir in 14 Tagen der Marxismus

mit der Gießkanne eingetrichtert (lacht

laut): „Das Leben war schon immer ein

Kampf zwischen Arm und Reich“ vermittelte

uns damals der Historische Materialismus.

Heute ist gar kein Kampf mehr

vorhanden. Die können machen was sie

wollen, heute fehlt der richtige Gegenpol,

das Erkämpfte wird leider oft widerstandslos

abgeschafft.

Ich persönlich erfuhr in meinem bescheidenen

Leben viel Unterstützung durch die

Arbeiterbewegung.

kibo: Wann kam es zur Gründung der

Familie?

Herbert Pade: Als Zimmermann und

Handwerker habe ich in der Strahlauer

Glashütte gearbeitet. Meine Frau habe ich

in Treptow bei der FDJ kennen gelernt.

Bei einem Urlaub im FDGB Heim ist

dann wohl mein erster Sohn entstanden

(schmunzelt). 1953 haben wir geheiratet

und bei meiner Schwiegermutter mit der

Familie gelebt. Alsbald wurde der zweite

Sohn geboren.

Ich habe dann auf dem Bau als Zimmermann

gut im Akkord verdient, die Arbeit

war allerdings sehr schwer und körperlich

belastend. Trotzdem mochte ich meine

Arbeit.

kibo: Wie hast Du die Veränderungen der

Stadt erlebt?

Herbert Pade: Nach 1961 kamen die

privilegiert behandelten Westdeutschen

hierher. Dann haben Sie kontinuierlich die

Menschen aus südlichen Ländern hierher

geholt. So konnten die Arbeitgeber auch

systematisch Löhne drücken.

kibo: Wie hat sich der Kalte Krieg ausgewirkt?

Herbert Pade: Grundsätzlich wurde für

die Sache der Arbeiter weiter gekämpft.

Ein anderes Kampfesereignis ist mir in

guter Erinnerung: Bald hat sich Westberlin

die „Energiefrage“ gestellt, man

wollte im Grunewald nach Kohle bohren

und im Tegeler Forst ein Kraftwerk

bauen. Wir haben uns tatsächlich an die

Bäume gehängt und die Presse empörte

sich über uns „Chaoten“ Der Förster im

Tegeler Forst war für unseren Kampf

dankbar. Der sogenannte „Eiskeller“ im

Tegeler Forst verfügt nämlich über wertvolle

Biotope. Hinter diesem Gebiet ist

dann wohl ein Kraftwerk zur Selbst-versorgung

entstanden.

kibo: Und wie ging es mit Dir persönlich

weiter?

Herbert Pade: Die Ehe ging leider schief.

1970 wurde sie geschieden. Meine ehemalige

Frau verstarb zwei Jahre später.

Ein Sohn hat bei der Reichsbahn gelernt

und ist heute Diplom-Ingenieur. Mein

zweiter Sohn arbeitet bei der Bahnverwaltung.

Ich habe die Reichsbahn als

Arbeitsstätte beiden empfohlen. In den

70er Jahren hat die Reichbahn 200

Zimmerleute eingestellt – mich auch –

und so hatte ich wieder nach Arbeitslosigkeit

einen Arbeitsplatz!

kibo: Wann und wie bist du im Wedding

gelandet?

Herbert Pade: Ich lebte in der

Fichtestraß und “boxte” in einem Prozess

gegen den Vermieter. Erfolglos, ich wurde

rausgeschmissen. Ein Kollege hat mir eine

Bleibe in der Samoastraße vermittelt. Ab

1980 wohnte ich in der Samoastraße – da

habe ich beim ersten Nachbarschaftsladen

in der Kiautschoustraße mitgewirkt

und bei Renovierungsarbeiten geholfen.

Am Ufer des Kanals haben wir eine

Sitzbank genehmigt bekommen - ich war

für die Pflege des Papierkorbes zuständig,

jawohl! Wir aßen gemeinsam im Laden –

da lernte ich jemanden kennen, den ich

aufgrund seiner Gehbehinderung betreut

habe. Diese Person wohnte am Nordufer.

Sie überließ mir auch die Wohnung als der

Umzug in ein Pflegeheim anstand.

kibo: Wie ist das mit der Einsamkeit ?

Herbert Pade: Ich habe derzeit eine nette

Bekanntschaft. Ich arbeite auch beim

Projekt “Tegeler Straße” mit. Ich bin in

zwei Seniorenfreizeitheimen verankert, da

singen wir gemeinsam – eine große

Leidenschaft von mir. Fitnesstraining

mache ich ebenfalls.

kibo: Bist du noch heute politisch aktiv?

Herbert Pade: Ich bin PDS-Mitglied und

gehe regelmäßig zu den Versammlungen.

Aber Menschen kennen lernen kann man

überall – manchen kommt man schnell

nahe, andere kennt man nach Jahren nicht.

Aber Menschen kennen lernen empfinde

ich als das Interessanteste im Leben.

Natürlich ist nicht jede Begegnung schön.

Als schlimme Gestalten habe ich immer

die empfunden, die nach nach oben

kriechen und nach unten treten – und

Menschen, die nicht das meinen, was sie

sagen. Ich mag direkte und ehrliche

Menschen.

kibo: Was magst du am Kiez?

Herbert Pade: Die vielen Menschen die

sich für ihre Projekte selbstständig einsetzen

– von den Künstlern bis zu den sozial

engagierten Menschen und ihren Einrichtungen

hier in unserem Kiez. Davon gibt

es eine ganze Menge!

kibo: Was ist dir persönlich noch wichtig?

Herbert Pade: Menschen aus ihrem

Schneckenhaus herauszuholen,ihnen aus

aus ihrer Einsamkeit helfen. Ich bin gerne

mit Menschen zusammen und helfe Ihnen

gerne – weil ich selbst mein Leben lang

ein gehemmter Mensch war. Viele

Veränderungen in meinem Leben habe ich

meiner politischen Entwicklung zu verdanken.

Aber ohne die Menschen, die mir

auf diesem Weg begegnet sind, wäre das

alles nicht möglich gewesen!

kibo: Herbert, wir danken dir für das

aufrichtige Gespräch! h.g.

15

Herbert Pade im Gespräch mit Pal Sindap, der bereits in unserer

Reihe “BürgerInnen aus dem Kiez” portaitiert wurde.


16

Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

EINE “EINS” FÜR PRÄVENTION

Frau Gildein und Frau Ulusoy, die

Klassenlehrerinnen der 6A der

Hermann-Herzog-Schule schauen

genauso gespannt in die Mitte des

Klassenraumes wie ihre zwanzig Schüler.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen Polizeioberkomissar

Wulf Dornblut, der

Präventionsbeauftragte des Abschnitts 35

und sein Kollege Polizeihauptkomissar

Müller. Die beiden Polizisten versuchen gerade

mit den Schülern herauszufinden, wie

sich Gewalt äußern kann. Da sind die Schüler

flott dabei und können verschiedene Arten der

Gewaltausübung gut benennen. Herr Müller

an der Tafel kann gar nicht so schnell seine

vorbereiteten Texttafeln anbringen, wie die

Wortmeldungen und Zurufe erfolgen.

"Schlagen, Treten, Schubsen, Raub,

Diebstahl, Erpressen, Abziehen, sexuelle

Übergriffe" fasst Wulf Dornblut die

Meldungen zusammen, "das ist immer Gewalt!

Gibt es denn noch eine Form von

Gewalt, die Ihr kennt, die sich nicht gegen

Personen richtet" fragt er in den Raum. "Na,

Sachbeschädigung!" wirft einer der Schüler

als Bemerkung lässig in den Raum. "Genau!

Auch Zerstörung von Sachen , "Taggen" und

Graffiti sind Ausübung von Gewalt. Warum

ist das so?" Einige der Kinder schauen den

Mann in der Uniform konsterniert und hilflos

an. Um die Spannung etwas heraus zu

nehmen, gibt er selbst die Antwort: "Weil die

Eigentümer der Sachen, die besprüht oder

"getaged" werden, das nicht wollen! Gewalt

hat immer etwas mit Verletzung zu tun. In

einem solchen Fall wird das Eigentumsrecht

verletzt!"

PHK Müller leitet das Thema sanft um und

erarbeitet mit den Schülern Ursachen für die

Entstehung von Gewalt. Genannt werden:

Beeinflussung durch die Medien,

Computerspiele, schlechte Vorbilder, Streit

unter Geschwistern oder unter Freunden, erstaunlicher

weise kann selbst das Erlernen

von Kampfsport kann zur Ausübung von

Gewalt führen, weil möglicherweise ein

falsches Verhaltensmuster -und Rollenverhalten

erlernt wird. Da muss einer der Schüler

aber widersprechen, da er selber Kampfsportler

ist, fühlt er sich jeder bedrohlichen

Situation gewachsen und sieht nicht ein, wie

seine Fähigkeiten "nur zur Selbstverteidigung

" eingesetzt, etwas mit Gewalt zu tun haben

können. Das Präventionsduett vom Abschnitt

35 lächelt wissend. Auf dieses Thema kommt

man noch einmal zurück. Klar wird allen,

dass durch Fernsehserien oder Computerspiele

vermittelte Weltbild stimmt so nicht.

Den Helden, der eine Prügelei ohne blaue

Flecken übersteht, als "Stehaufmännchen"

alle besiegt, sich den Staub von der Jacke

klopft, um dann mit strahlendem Gebiss

seinen Sieg zu verkünden gibt es im richtigen

Leben nicht! Hämatome, wackelnde Zähne

und Nasenbluten sind oft noch die geringsten

Folgen einer körperlichen Auseinandersetzung.

Keine Angst, hier wird niemand zurechtgewiesen oder gar

verhaftet. Zum Präventionsunterricht gehören auch

Rollenspiele. POK Wulf Dornblut vom Abschnitt 35 der

Direktion 3 und ein Schüler der 6A der Hermann-Herzog-

Herzog-Schule stellen eine Gefährdungssituation nach.

So wird den Schülern mit einer lebendigen und nachvollziehbaren

Methode vor Augen geführt, wie man sich in

Konfliktsituationen am besten verhält. Schnell wird klar:

Ausweichen, Flüchten und Hilfe holen sind die weit aus

besseren Strategien, als sich einem gewalttätigen Angriff

zu stellen und möglicherweise nicht wieder gut zu

machende Verletzungen und Schäden in Kauf zu nehmen.

Die möglichen Ursachen für falsch erlerntes

Verhalten werden von PHK Müller auf der

Schultafel notiert. Währenddessen hat sich

sein Kollege vor einem der Schüler aufgebaut.

Spannt die Schultern und Bizeps an und

blafft den perplexen Schüler an:" Ey, Atze,

wie siehst du denn aus, komisches gelbes

Hemd und was hast denn du da? Gib ma` her,

aber fix." Der Angesprochene ist perplex und

unsicher. POK Dornblut wirkt in diesem

Rollenspiel in der Person des Aggressors so

authentisch, man könnte die Uniform glatt

übersehen. "He, was ist das denn, der gehört

doch zu den Guten," flüstert eine Schülerin

der anderen zu. Der Zweck dieser Übung war,

den Schülern eindrücklich zu vermitteln, wie

schwierig es ist, sich in einer solchen

Situation abzugrenzen oder zu wehren und

wie der Einstieg in die Spirale der Gewalt verläuft.

In der Regel geschieht das nach dem

gleichen Muster. Auf eine beleidigende

Ansprache folgt ein Schubsen oder Anstoßen,

der Täter schüchtert sein Opfer ein und

provoziert es. Damit ist die kritische Phase

erreicht. Jetzt entscheidet sich auf Grund des

Verhaltens des Opfers, ob es zu einer

Eskalation kommt oder nicht. "Klatsch ihm

eine!" ruft einer, während der nächste

vorschlägt: "Schubse ihn weg!" Es stellt sich

die Frage, ob diese vorgeschlagenen

Handlungsalternativen , ausgelöst durch das

Rollenspiel, sinnvoll sind. Der kleine

Kampfsportler wird von den Polizisten angesprochen,

ob er einen Lösungsvorschlag

hätte. Hat er! "Wenn der andere angefangen

hat, dann schlage ich einfach zurück, in

Notwehr!" verkündet er voller Stolz. Das ist

eine Antwort, auf die Wulf Dornblut nur

gewartet hat. "Auf Notwehr kann sich jemand

nur berufen, wenn es aussichtslos, ohne jede

andere Alternative ist, als sich durch

Gegengewalt zu retten. Was passiert nämlich,

wenn Du dem Angreifer zur Abwehr ein

blaues Auge haust, oder ihm die Nase brichst?

Dann hast Du Ihn verletzt! Dann zeigt der

Dich an. Kommt es zu einer Gerichtsverhandlung

wird der Richter Dir dann ein paar

Fragen stellen." An die Klasse gewandt fragt

der Präventionsbeauftragte dann: "Welche

Fragen könnten das sein?" Nach einem

gemeinsamen Grübeln ergeben sich die Antworten

für die Kinder wie von selbst.

"Konntest Du weglaufen?" oder "Hätte sich

die körperliche Auseinandersetzung anders

vermeiden lassen?"

Angesichts dieser Erkenntnisse ist der im

Kampfsport geübte Schüler der 6A skeptisch:

einfach so wegrennen, das geht doch nicht.

Möglicherweise wäre die Beiholung eines

großen Bruders die Lösung? Die Antwort auf

dieses Problem bleibt vorerst offen, es ist

Pausenzeit. Die Schüler flitzen hinaus auf den

Pausenhof, während Wulf Dornblut dem

Kiezboten einige Fragen beantwortet.

Kiezbote:

Gehört die Präventionsarbeit an den Schulen

zu ihren regelmäßigen Aufgaben? Werden Sie

angefordert, oder gehen Sie auf die ortsansässigen

Schulen zu ?

W. Dornblut:

Grundsätzlich sind solche Anti-Gewalt-

Veranstaltungen (AGV) ein Angebot der

Polizei an die Schulen. Sie sind Teil einer

sinn- und vertrauensvollen Kooperation zwischen

Schule und Polizei. Vor Jahren wäre an

eine solche enge Zusammenarbeit noch nicht

zu denken gewesen. Diese Veranstaltungen

werden mittlerweile von allen 12 Schulen im

Bereich des Abschnitts dankend angenommen,

so dass in diesem Schuljahr fast alle

Schüler der 6. und 9. Klassen in ca. 4 Stunden

etwas zum Thema Gewalt und Gewaltprävention

von einem Polizisten erfahren.

Nach Bedarf, heißt bei aktuellen Gewaltvorfällen

in der Schule, oder auf Wunsch wird

auch anderen Klassenstufen eine AGV

durchgeführt. Allein ist das schwer zu leisten,

denn in einem Schuljahr kommen da schnell

weit mehr als 50 Veranstaltungen zustande.

Deshalb gibt es auf dem Abschnitt 35 mehrere

Mitarbeiter, die diese durchführen.


Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Kiezbote:

Wie ist der Effekt des Präventionsunterrichtes

zu bewerten, gibt es so etwas, wie eine

Lernzielkontrolle?

W. Dornblut:

Die Veranstaltungen ergänzen die

Bemühungen der Schule zu gewaltfreien

Konfliktbewältigung junger Menschen. Dass

den Kindern und Jugendlichen echte

Polizisten gegenüberstehen, zeigt

entsprechend Wirkung. Hier besteht die

Möglichkeit, Fragen von Ursachen und

Konsequenzen gewaltbereiten Verhaltens authentisch

zu erörtern und potentielle Opfer

Handlungsalternativen darzulegen.

Wie das im Einzelnen angenommen wird, ist

letztlich nicht zu klären. Dafür müsste man

mehr Zeit mit der Klasse verbringen. Ich habe

jedoch in den Klassen den Eindruck, dass die

Kernaussagen dieses Unterrichts, wie etwa

"Weggehen ist schlau" oder "Hilfe holen ist

wichtig" bei vielen als Handlungsalternative

ankommt. Am eindeutigsten kommt das für

mich immer zum Ausdruck bei dem Thema:

Wie helfe ich richtig? Nach den Rollenspielen

haben alle, auch die Lehrer, erkannt, dass sie

dem Opfer und nicht dem Täter helfen sollten,

dass sich also niemand in einer

Konfliktsituation an den Täter wenden sollte,

sonst kann man leicht selber Opfer werden.

Auch hier gilt: "Weggehen ist schlau!".

Kiezbote:

Bieten Sie das von Ihnen ausgearbeitete

Programm zur Konfliktvermeidung und

Gewaltprävention auch ausserhalb von

Schulen an?

W. Dornblut:

Im Prinzip schon! Das, was wir in einem

Unterricht in Schulklassen erzählen, ist ja

sehr allgemeingültig. So kann ich zum Thema

Gewalt und Gewaltprävention auch auf

Elternabenden, Lehrerkonferenzen oder auf

Veranstaltungen im Kiez sprechen.

Interessiertes Publikum ist überall zu finden.

Derzeit sind solche Ladungen aber eher die

Ausnahme. Polizisten des Abschnitts sind jedoch

in verschiedenen Arbeitskreisen. Hier

habe wir öfter Kontakt zu verschieden

Einrichtungen oder Behörden, wie beispielsweise

dem Bezirks-/Jugendamt. Auf solchen

Treffen ist regelmäßig das Thema Gewalt und

Gewaltprävention Bestandteil gemeinsamer

Zusammenarbeit. Es ist wichtig, dass wir alle

die uns zur Verfügung stehenden

Möglichkeiten nutzen, um Konflikte zu vermeiden

oder bei deren Auftreten

entsprechend nachhaltig zu handeln.

Kiezbote:

Danke für die Informationen!

EINE “EINS” FÜR PRÄVENTION

Der zweite Teil des Unterrichts beginnt. Jetzt

werden die vorher angesprochenen

Themenkomplexe konkret angegangen. Wie

wird man zum Opfer einer Gewalttat? Das

kann jeder werden, auch unvermittelt, aber es

gibt Abstufungen. Manchmal erkennen Opfer

die Gefährlichkeit einer Situation nicht, hören

nicht auf ihre innere Stimme, misstrauen

ihren eigenen Gefühlen oder haben um eine

Gewalttat zu vermeiden keine

Handlungsalternativen bereit. Die beiden

Polizisten arbeiten mit der Schulklasse systematisch

an Ergebnissen.

Was kann man gegen Gewalt unternehmen,

oder wie sie gar ganz vermeiden? Erstens auf

die "Innere Alarmanlage" hören und wenn

man sich unwohl fühlt, sich nicht damit

beruhigen es wird schon gutgehen, sondern

diese Signale ernst nehmen!

Im zweiten Teil des Unterrichts werden die erarbeiteten

Ergebnisse noch einmal intensiv vertieft. Gespräche werden

geführt, es wird diskutiert und das Erlernte noch einmal

wiederholt. Polizeihauptkommissar Müller als souveräner

und gelassener Beobachter im Hintergrund ist angesichts

der für diesen Tag erzielten Resultate zufrieden.

Die 6A hat ja auch toll mitgearbeitet! Vier Schulstunden

Präventionsarbeit haben beide Seiten voll gefordert. Diese

Zeit war für die Präventionsbeauftragten und die Schüler

gleichermaßen lehrreich und spanned.

Auch eine Bewaffnung in irgendeiner Form

ist die falsche Strategie. Meist wird die

eigene "Schutzbewaffnung " zur Gefahr für

einen selbst und auch für den Täter: Wer bewaffnet

ist fühlt sich vermeintlich sicherer,

geht mehr Risiko ein, kann selbst zum Täter

zu werden. Besser ist es, die Gefahrenzone zu

verlassen, einfach zu flüchten, und sich

Schutz bei Erwachsenen, der Polizei oder den

Eltern zu holen.

Wulf Dornblut spricht die Kinder an: "Der

Hans, der war "dumm dran", der ist vor der

Prügelei einfach davon gelaufen und muß

morgen wieder in die Schule. Sein Kumpel

der war "cool", der hat nicht klein bei gegeben

und muß nicht in die Schule - der darf nun im

Krankenhaus herumliegen! Vergessen wird er

einen solchen Vorfall aber sein Leben nicht

mehr!" Den meisten der 6A geht der Sinn

dieser paradoxen Aussage auf. "Ihr braucht

Euch nicht zu schämen, wenn Ihr aus einer

bedrohlichen Situation flüchtet, Ihr müsst

nichts beweisen! Könnt Ihr nicht mehr flüchten

und es will Euch zum Beispiel einer berauben,

dann leistet keine Gegenwehr, geht

auf die Forderungen des Täters ein, gebt ihm

was er haben will - man kann schließlich alles

ersetzen- und denkt daran, selbst wenn man

Karate kann, kann man immer noch zweiter

Sieger sein. Es lohnt sich nicht Widerstand zu

leisten, das Risiko Verletzungen und

Schmerzen zu erleiden oder selbst zum Täter

zu werden ist viel zu groß!"

An dieser Stelle greift Polizeioberkomissar

Müller ein und empfiehlt den Schülern

erneut, sich vernünftig zu verhalten. Am

besten wäre es, so schlägt er vor, wenn man

als Opfer den Täter genau beobachte, damit

man ihn später der Polizei beschreiben kann.

Das gilt besonders dann, wenn man dem Täter

alleine ausgeliefert ist. In diesem Falle kann

man erst Hilfe holen, wenn die Gefahr vorbei

ist. Dann sollte man die Polizei rufen und

Lehrer und Eltern ansprechen. Wulf Dornblut

erklärt es der Klasse noch einmal: "Wenn

Euch so eine Straftat passiert ist, egal ob

Körperverletzung, Raub oder ein sexueller

Übergriff, dann redet darüber mit Euren

Eltern oder Personen denen ihr vertraut, verschweigt

das nicht. Auch wenn Ihr im ersten

Moment denkt, ihr seid alleine- das stimmt

nicht- es kann Euch auch nachträglich

geholfen werden. Ihr bekommt Hilfe!"

Noch einmal wird an diesem Tag in einem

Rollenspiel das Verhalten bei einer Gewalttat

geübt und wie es scheint, haben einige der

Schüler dazu gelernt. Keiner will mehr dem

Angreifer mit Gegengewalt entgegen treten,

statt dessen wird Hilfe geholt, weggerannt,

oder nach der Polizei gerufen. Auch der

kleine skeptische Kampfsportler der Klasse

scheint zur Hälfte überzeugt, dass es statt

Karate auch andere Mittel zur Konfliktlösung

gibt. Zum Abschied bedankt sich der

Polizeioberkomissar bei den aufmerksamen

Schülern für ihre rege Anteilnahme und ihr

Interesse. Das war ein starker Auftritt der beiden

Präventionsbeauftragten vom Abschnitt

35 am 27. Februar in der Hermann-Herzog-

Schule und eine Wiederholung wert.

Der Kiezbote bedankt sich bei den Schülern der 6A, den

Klassenlehrern, der Schulleitung der Hermann-Herzog-

Schule und den Präventionsbeauftragten des Abschnitts

35 der Direktion 3 für die Erlaubnis zur Teilnahme und

Dokumentation der Veranstaltung.

Text/Bild : U.Bressem

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Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Sozialverhalten gegen Kinderarmut und Hunger

Arbeitslosigkeit, Preiserhöhun-gen

und die unsozialen Hartz-

Gesetzgebungen durch die verschiedenen

Bundesregierungen, erst der

SPD/Grünen-, nun der CDU/SPD-

Koalition, führen eine stets wachsende

Anzahl von Menschen in die Armut. Das

wirkt sich im besonderen Maße auf die

Kinderarmut in einem QM-Gebiet aus.

Weil sie arm sind, haben sie schlechtere

Lebens- und Lernbedingungen, sind weniger

gesund und haben zunehmend Hunger. In den

vergangenen Ausgaben des "Kiezboten"

haben wir mit Beispielen wie Laib und Seele,

der Berliner Tafel in der Osterkirche, die von

der Osterkirchengemeinde und dem

Nachbarschaftsladen "Aktiv im Kiez" organisiert

wird, sowie der Küchen- und

Kochbuchaktionen auf der Weddinger

Kinderfarm und dem Telux aufgezeigt, wie

sozial denkende und handelnde Menschen in

unserem Sprengelkiez dagegen vorgehen.

Hier nun ein weiteres Beispiel solidarischen

Verhaltens im Sprengelkiez:

Die Suppenküche in der katholischen

Kirchengemeinde St. Joseph in der

Willdenowstraße.

Seit 17 Jahren kocht Ruth Manzischky nun

in den Gemeindräumen für be-dürftige

Bürgerinnen und Bürger des Kiezes. Als sie

die Räume von der Gemeinde bekommen

hatte, waren erst einmal eine gründliche

Renovierung und anschließend die

Anschaffung der Kücheneinrichtung und des

Speiseraumes von Nöten. Über Spenden und

ehrenamtliche Tätigkeit konnten die Möbel

angeschafft und die Arbeit ge-leistet werden.

Dann bekam die heute 78-jährige Frau, die

jünger wirkt und stets beim Reden die nächsten

Schritte des Kochens und des Eindeckens

im Hinterkopf hat, 100 Euro im Quartal, um

für etwa 45 Menschen zweimal die Woche,

mittwochs und donnerstags, zu kochen und

gegen 14.00 Uhr die Malzeiten an gepflegten

Tischen zu reichen.

Ruth Manzischky müsste eine Mahlzeit mit

8 Cent zaubern. Eine Mahlzeit heißt bei

Manzischky zum Beispiel am 1. März:

Kartoffelpüree mit Senfsoße, zwei gekochte

Eier, Salatbeilage und anschließend Kaffee

und etwas Kuchen! Wie kann das gehen?

Zu allem Übel wurden ihr Mitte des vergangenen

Jahres auch noch die Hundert Euro von

der Gemeinde gestrichen. Und dennoch gibt

die gutmütige Frau nicht auf, da sie weiß, was

Hunger und Kälte ist. Beides hat sie nach

1945 selbst erlebt, schließlich hat sie fast

allein erziehend, ihr Ehemann verstarb als die

jüngste Tochter fünf Monate alt war, fünf

Kinder groß gezogen.

Wie das geht?

Ruth Manzischky wurde für vielfältige karitative

Tätigkeiten mit der Bundesverdienstmedaille,

der Berliner Ehrennadel und dem

bezirklichen Ehrenamtspreis in den vergangenen

Jahren ausgezeichnet. Das war auch

immer mit Geld verbunden. Nun teilt sie

dieses Geld Monat für Monat auf und ergänzt

dies mit den Spenden, die sie in ihrem Umfeld

sammelt. Nur so ist es möglich, dass sie das

Essen für eine Selbstbeteiligung von 50 Cent

reichen kann! Monat für Monat macht sie

auch die gewissenhafte Abrechnung und am

Ende des Jahres eine Jahresbilanz, schließlich

könnte ja mal jemand fragen wo das Geld, ihr

Geld, geblieben ist.

Was aber geschieht, wenn sie einmal ausfällt?

Sie erzählt mit einem Monalisa-Lächeln, dass

sie vor fünf Jahren einmal beide Beine gebrochen

hatte, und dadurch sieben Wochen

und damit leider auch das Essen - ausgefallen

ist. Dann hat man sie aber mit einem Rollstuhl

in die Küche gefahren und so konnte sie teils

selbst tätig werden, teils per Anweisung dafür

sorgen, dass die hungrigen Mäuler wieder

gestopft werden konnten.

Ruth Manzischky möchte aber nicht nur

über das Essen reden. Sie fragt sich täglich,

wo das enden soll, wenn immer mehr

Menschen Hunger haben und andererseits andere

Menschen immer mehr Reichtum anhäufen.

"Die Schere zwischen arm und reich

wird immer größer", stellt sie fest. Sie macht

sich Sorgen um die Zukunft der Menschen,

während sie mich sehr mütterlich lächelnd

fragt, ob es mir denn auch schmeckt. Ich kann

das nur bestätigen und bin voller Hochachtung

vor dieser Frau.

wolfgang krüger

Frische Fahrt

Laue Luft kommt blau geflossen,

Frühling, Frühling soll es sein!

Waldwärts Hörnerklang geschossen,

Mutger Augen lichter Schein;

Und das Wirren bunt und bunter

Wird ein magisch wilder Fluß,

In die schöne Welt hinunter

Lockt dich dieses Stromes Gruß.

Und ich mag mich nicht bewahren!

Weit von euch treibt mich der Wind,

Auf dem Strome will ich fahren,

Von dem Glanze selig blind!

Tausend Stimmen lockend schlagen,

Hoch Aurora flammend weht,

Fahre zu! Ich mag nicht fragen,

Wo die Fahrt zu Ende geht!

Joseph von Eichendorff

Spendenaufruf mit Folgen!

Mit Freude bemerken wir, dass unser

Kiezbote eifrig gelesen wird. Für und wider

wird gesprochen, alle wollen, dass er noch

besser wird. Am meisten freut uns natürlich,

wenn wir positive Resonanz mit praktischen

Folgen erhalten.

Zwei neuere Beispiele sind erstens der

Aufruf zum Kiezboten-Forum, dem etwa

30 BürgerInnen folgten und das 3. Forum im

"Ruchita" zu einem vollen Erfolg machten.

Sowie zweitens der Aufruf

-

“SpenderInnen für bedürftige Kinder

gesucht!”

Dieser hatte zur Folge, dass die Angebote

zur Gesundheits-förderung im

SprengelHaus, "Turnen für Kleinkinder",

"Fitte Mädchen" und "Gesunde

Ernährung" für dieses Jahr finanziert sind.

Die Firma Schering AG hat sich gemeldet

und spendet nun 1.800 Euro um alle drei

Angebote für 2006 zu finanzieren! Vielen

Dank!

wolfgang krüger

Töpfern für Kinder immer am Montag

und Mittwoch von 17.00 bis 19.00 Uhr.Für

Mädchen und Jungen im Alter von 6 - 13

Jahren.Bitte vorher anmelden!

Stella Huwendiek

Groninger Straße 28

13347 Berlin

Tel. 45027122

s.huwendiek@gmx.de


Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Jugend 2006 : Gewalt im Kiez ?

Unter dem Titel “Jugend im Kiez -

Randale im Wedding” tagte am 17.

2. 06 das 3. Kiezboten-Forum in der

Gastätte “Ruchita” am Nordufer. Erfreuerlicherweise

gehörten zu den zahlreichen

Teilnehmern (ca. 30 Personen) neben den

eingeladenen Vertretern von sozialen Organisationen

auch MigrantInnen aus dem

Wedding. Die eingeladene politische Prominenz

glänzte hingegen durch Abwesenheit

- das tat der angeregten Diskussion

aber keinen Abbruch.

Mit dem Hinweis von Moderator Wolfgang

Krüger auf den Sozialstrukturatlas Berlin, der

den Kiez auf einen hinteren Rang im

“Sozialstatus” der Stadt verortet, wurde die

Debatte unter dem Gesichtspunkt eröffnet, ob

der Funke gewaltbereiter Jugend in

Frankreich auch auf Berlin überspringen könnte.

Der Umstand, dass die schnelllebigen

Medien nicht mehr über das Thema berichten,

heiße ja nicht, dass die Probleme nicht mehr

virulent seien, so der Moderator in seiner

Einleitung. Die Kernfrage der Diskussion

lautete: Gibt es Entwicklungen in unserem

Lande die auf Parallelen verweisen?

In diesem Zusammenhang waren die

Ausführungen der Gäste Taner Avci aus

Reinickendorf und Banu Kücük aus dem

Soldiner Kiez sowie des streetworkers Mesut

von großem Interesse; sie sind Mitglieder von

Gangway e.V., einer Organisation, die professionelle

Straßensozialarbeit flächendeckend

in ganz Berlin leistet und im Umgang mit

Migrantenkindern über einen großen

Erfahrungsschatz verfügt.

Herr Taner Avci und Frau Banu Kücük arbeitet

mit auffälligen jugendlichen Cliquen in

deren Stadtteilen und bieten ihnen kontinuierliche

pädagogische Begleitung zur Lebensbewältigung

an.

Taner Avci glaubt nicht an eine vergleichbare

Situation wie in Frankreich, da seiner

Auffassung nach der Migrationshintergrund

in Frankreich ein anderer ist als in

Deutschland. Die Lösung des (Aus-)

Bildungsproblems gehöre zu den zentralen

Aufgaben des Landes: So standen im Jahre

2004 nur 6000 Ausbildungsplätze ca.10.000

Jugendlichen gegenüber. Im Sozialverhalten

zeige sich, dass ohne Perspektive und vor

allem auch ohne Respekt vor den

Jugendlichen diese durch

auffälliges Verhalten auf

radikale Weise

Aufmerksamkeit erzwingen.

“Wenn uns keiner

wahrnimmt, sorgen wir

dafür, dass wir

wahrgenommen werden”,

lässt sich nach Ansicht

von Herrn Avci der

Vorgang auf den Punkt

bringen. So bedeutet für

ihn “Interkulturali-tät” ein tatsächlicher

Austausch der Kulturen, bei dem der jeweils

Andere wahrgenommen und ernsthaft in das

gesellschaftliche Ge-schehen mit einbezogen

wird. Erschreck-end erscheint ihn in diesem

Kontext, dass zukünftig im Jugendbereich

weiterhin Kürzungen auf der politischen

Tagesordnung stehen.

Frau Kücük, Gangway - Mitarbeiterin aus

dem Soldiner Kiez, glaubt ebenfalls nicht an

Auschreitungen nach französischem Muster.

Die Jugendlichen seien so sehr in ihren

Alltagsproblemen wie z.B. Schulabschluss

und Ausbildung befangen, dass eine gewalttätige

Eruption kaum zu erwarten sei.

Ingesamt habe sich aus ihrer Sicht die

Kommunikation mit den Jugendlichen deutlich

verbessert.

Mesud ein türkischer Jugendlicher, der selbst

einen Verein zur Förderung der Talente und

Begabungen gegründet hat und Selbsthilfe als

beste Möglichkeit der Lebensgestaltung erachtet.

Er kritisiert, dass durch bestehende

Konflikte inzwischen Muslime grundsätzlich

mit Terrorismus identifiziert werden. So werden

die sozialen Konflikte einer Gesellschaft,

die gar keinen religiösen Hintergrund haben,

bequem mit generellen Muslim- und

Terrorverdächtigungen ideologisch belastet.

Ein Gesinnungstest setze dem Ganzen noch

die Krone auf.

Insgesamt betonten die VertreterInnen der

Sozialeinrichtungen, dass die innerfamiliären

Verhältnisse Probleme bereiten; so seien die

Mütter oft überfordert und die Väter arbeitslos.

Die Sprachdefizite (nicht nur bei

Migrantenkindern!, Anm. d. Red.), an denen

auch in Zukunft gearbeitet werden muss, sind

ein hinlänglich bekanntes Problem. Die

Politik aber muss für die Jugendlichen ein

Zeichen setzen, dass sie in dieser Gesellschaft

gebraucht werden.

Klassengesellschaft und

soziale Benachteiligung

seien in Frankreich viel

gravierender - so ein

Bürger in seinem Beitrag.

Das“Abstammungsprofil” werde bei unseren

Nachbarn viel rigider gehandhabt; die Ghettos

befinden sich an der Peripherie der Zentren -

somit sei ein stärkerer Ausschlußss aus der

Gesellschaft schon topografisch vorprogrammiert.

Soziale und politische Verhältnisse der

beiden Länder seien deshalb deutlich zu unterscheiden.

Aus diesem Grunde sehe auch er

keine vegleichbare Entwicklung.

BürgerInnen betonten zudem, dass die

Differenzen zwischen den Kulturen immer

noch ein Problem seien, dass aber durch neue

Modelle der Integration ein besseres Zusammenleben

geschaffen werden könnte. Das

Problem des Spracherwerbs wurde in der

Diskussion mehrfach akzentuiert: Sprachförderung

im Rahmen von Ganztagsschulen

und Betreuung in kleinen Gruppen wurde von

etlichen TeilnehmerInnen favorisiert.

Mehrfach kursierten an diesem lebhaften

Gesprächsabend wie selbstverständlich die

Begriffe “Integration” und “Assimilation”.

Leider versäumten es die Diskutanten ihre

Vorstellungen inhaltlich zu konkretisieren,

also zu erläutern, was der Einzelne denn

genau darunter versteht! Vielleicht können

wir uns ja gemeinsam auf eine Klärung der

Begriffe beim nächsten Forum einigen oder

ihnen zumindest annähern?

Da wir die spannende Diskussion im

Restaurant “Ruchita” fortsetzen wollen,

danken wir allen bisherigen TeilnehmerInnen

für ihr zahlreiches Erscheinen und laden an

dieser Stelle wieder alle Bürger und Bürgerinnen

herzlich zum nächsten Kiezboten-

Forum ein:

4. Kiezboten-Forum

am Donnerstag,

den 27. April 2006, um 19.00 Uhr

im "Ruchita", Torfstraße 9

Fortsetzung des Themas:

Feuer in Paris - Probleme im Kiez?

19


Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

20 Jubiläum : 1 Jahr SprengelHaus!

"Tag der Offenen Tür" im Sprengel-

Haus! Ein Jahr nach der Eröffnung -

ein Jahr gefestigter sozialer Angebote!

Fünf Fragen drängen sich bei der

Betrachtung der erbrachten Leistungen

und des Blickes in die Zukunft auf:

Wer kann sich daran noch erinnern?

In der Sprengelstraße 15 stand zur

Jahrhundertwende eines der herunter

gekommensten Häuser des Kiezes. Hof,

Industriegebäude und Hinterhof waren

dem Verfall preisgegeben. Eine Hand

voll Enthusiasten gründete den GiS e.V.

und trat mit den VertreterInnen des QM-

Sprengelkiez, des Bezirksamtes, des

Senats, von Wohnstatt GmbH und nicht

zuletzt mit den Eigentümern des Hauses

den Marsch durch die Institutionen an.

Nichts vollzog sich reibungslos und ohne

Widersprüche: die Bautätigkeit verzögerte

sich, die Vermietungsmöglichkeiten

ebenso. Mieter boten sich an und

sprangen auch ab. Die erste Phase des

Bauens und der Vermietungen, des

Beginns der Angebote und des geordneten

Lebens im Hause waren voller

quälender Lernprozesse für alle Beteiligten.

So mancher Zweifel wurde wach.

“Ist das zu schaffen?”, “Wie wollen Sie

denn das schaffen?”, lauteten oft die

Fragen in der Steuerungsrunde.

800 Tausend Euro wurden über das

Senatsvorhaben "Soziale Stadt" in das

Haus gesteckt. Die Vermietung und

Unterhaltung des Hauses hat der Träger,

GiS e.V., übernommen. Erst wurden die

Mieter gefunden, um eine stabilisierende

materielle Grundlage zu schaffen. Dann

wurde mit den wachsenden Angeboten

die Zielstellung der Satzung des Vereins

in Angriff genommen und die Angebote

der Projekte und Aktivitäten darauf ori-

entiert, der sozialen und gesundheitlichen

Negativentwicklung des QM-

Gebietes entgegen zu wirken.

Wer hätte das gedacht?

Nun haben wir mit 31 Angeboten integrierender,

sozialer, bildender, kultureller

und gesundheitlicher Art die Bandbreite

der Erfordernisse erreicht und es zeigen

sich neue Schwierigkeiten, die zu den erwarteten

hinzugekommen sind. Es ist

schwierig genug die Räume mit den Angeboten

zu füllen, die qualitätsmäßig den

gebietsnotwendigen Bedarf entsprechen

und in der Lage sind, den finanziellen

Anteil zu bringen, der notwendig ist, um

das Haus zu tragen.

Kinderläden, Kitas, soziale Verbände,

Projekte und Bürgerinitiativen nutzen die

Räume und bringen sehr gute in die

Landschaft passende Angebote mit, die

mit qualifizierten und gewissenhaften

Kräften besetzt sind. Doch die Mittel, die

ihnen zur Verfügung stehen, sind was die

Miete für die Räume betrifft, ausgesprochen

begrenzt. Qualität und Quantität

der Angebote sind vorhanden. Die

Quantität ist teilweise überschritten, das

trifft ebenso für die berufszuführenden

Maßnahmen in der ersten Etage zu, wie

für den Nachbarschaftsladen.

Einige Angebote hemmen sich leider

gegenseitig und können sich wegen des

fehlenden Platzes nicht voll entfalten.

Kurz, es fehlt der Raum und das Geld,

um noch mehr Gutes zu tun und das obwohl

die Verantwortlichen des Hauses

unentgeldlich, aber voll verantwortlich

arbeiten.

Wo soll das noch hinführen?

Mit dem Tag der offenen Tür wollen wir

auf die Schwierigkeiten aufmerksam

machen, Auswege suchen und diskutieren.

Im Haus ist noch viel Freiraum,

der ausgebaut werden könnte. Mehr

Raum gibt die Möglichkeit zur weiteren

Entfaltung der Angebote, für eine wachsende

Anzahl von Mietern und damit

mehr Einnahmen. Aber bauliche

Maßnahmen kosten Geld und

zahlungskräftige Mieter, die in das

Konzept passen, müssen erst gefunden

werden. Hinzu kommt, dass der Ausbau

der Möglichkeiten eine erweiterte Organisation

des Hauses notwendig macht,

die in ihrer Ehrenamtlichkeit die Grenzen

des Möglichen eigentlich schon überschritten

hat.

Wer packt mit an?

Wir brauchen Ideenreichtum und Menschen,

die gewillt und fähig sind, diese

Ideen umzusetzen. Wir brauchen Sponsoren,

deren Herz für soziale Zwecke mit

dem Stand der Konten übereinstimmt

und die erkennen, dass mit dem

SprengelHaus etwas Großartiges und für

die Menschen im Kiez Notwendiges

geschieht.

Wir hoffen, dass wir mit dem “Tag der

offenen Tür”anlässlich des einjährigen

Bestehens des SprengelHauses am

7. April 2006, der Lösung ein gutes

Stück näher kommen. Schau’n wir mal!

Ihr Wolfgang Krüger

SprengelHaus

Sprengelstrasse 15

13353 Berlin

Fotos: Eröffnungsfeier 7.4.2005 / h.g.


Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Buchbesprechung:

“Glück ist das Ende aller Poesie” von Roland Lampe

Wir möchten Ihnen nun dem

Credo unserer Zeitung entsprechend,

eine Zeitung für den

Kiez zu sein, einen Dichter aus dem

Stadtteil vorstellen: Roland Lampe hat

gemeinsam mit seinem Illustrator Robert

Schleder den kleinen Prosaband „Glück ist

das Ende aller Poesie“ veröffentlicht.

Der Schriftsteller Roland Lampe aus der

Tegeler Straße veröffentlichte im September

2005 ein schmuckes Bändchen mit Kurzprosa

in der Leipziger Erata Edition. Es ist das dritte

Buch von Roland Lampe und das erste

gemeinsame mit dem Illustrator Robert

Schleder.

Der 1959 in Berlin geborene Roland Lampe

studierte Literatur in Leipzig und arbeitete in

den letzten Jahren als Archivar und

Bibliothekar. Er schreibt seit seinem 10.

Lebensjahr im Wesentlichen Gedichte und

Geschichten, die in Zeitungen, Zeitschriften

und Anthologien veröffentlicht wurden. Im

Jahre 2000 wurde er zum Mitbegründer und

Darsteller des Theaters „Seitenflügel“.

Derzeit lebt Roland Lampe mit seiner

Lebensgefährtin und zwei Katzen in unserem

Kiez.

Robert Schleder wurde 198 in Strausberg bei

Berlin geboren und studiert seit 2004 Photographie

in der Hauptstadt.

Im Frühjahr 2005 konnte der geneigte Interessent

seine Ausstellung „Abstrakte Malerei“ in

der „galerie 27“ in Berlin-Wedding besuchen.

Literatur ist ja bekannternaßen eine schwierige

Sache. Nichtsdestotrotz ist die Zahl der

monatlichen Neuerscheinungen auf dem

Markt durchaus mit einer Sintflut vergleichbar.

Aber noch gibt es neben der millionenfache

Massenware – nichts gegen gut gemachte

Literatur für ein Massenpublikum –

Lesewelt-Vorlesestunden starten wieder in

der Hugo-Heimann-Bibliothek im

Wedding!

Nach monatelanger Schließung aufgrund

eines Brand- und Wasserschadens öffnet die

Bibliothek wieder ihre Pforten. Das Lesewelt-

Vorleseteam freut sich sehr darüber und lädt

alle Mädchen und Jungen bis 12 Jahre ganz

herzlich zu den Lesewelt-Vorlesestunden ein,

die von nun an wieder jede Woche hier in der

Bibliothek stattfinden. Der Eintritt ist frei!

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wo? Hugo-Heimann-Bibliothek

Swinemünder Str. 80

13355 Berlin

(U-Bhf. Voltastr.)

Wann? jeden Mittwoch,

seit dem 1. März 2006

von 16.00 bis 17.00 Uhr

Nischen für das Besondere, Experimentierfreudige

und literarische Kleinod. Ein Verlag,

der nach eigenem Werbeslogan „Munition für

den guten Geschmack“ bereithält, ist die

Edition Erata in Leipzig.

Im Jahre 2005 hat hier unser Autor einen

kleinen Band mit „Kurzprosa“ veröffentlicht,

literarische Miniaturen zwischen Lyrik, dramenhaften

Skizzen und Erzählung. “Glück ist

das Ende aller Poesie“ heißt der Titel des

Buches, das sich kleinen Alltagsepisoden

zuwendet, Empfindungen, Gedanken skizziert

und Wahrnehmungen in wenigen Worten

verdichtet. Im Ephemeren, Beiläufigen spielen

sich die bewegenden Momente ab – wie in

z.B. in der „In der Bahn 1“:

Sie sitzt mir gegenüber: lange schlanke

Beine, feines Gesicht , dezentesParfüm,

blaue Augen

und lächelt mich, man muß sich das

einmal vorstellen,

einfach nicht an.

Das Spektrum seiner Prosa kann ein

Ausschnitt allein kaum vermitteln, Beobachtungen

wechseln mit Schlussfolgerungen,

Lesewelt e.V.:

Lesewelt e.V. wurde im Jahr 2000 gegründet

und organisiert seitdem Vorlesestunden für

Kinder in ganz Berlin. Jede Woche lesen in

mehr als 25 Bibliotheken, Schulen und

Kindergärten über 100 ehrenamtliche

Lesewelt-Vorleserinnen und -Vorleser. Kindern

bis zu 12 Jahren Geschichten vor. Damit

möchten sie den Mädchen und Jungen positive

und schöne Erlebnisse im Zusammenhang

mit Büchern vermitteln und so ihre

Begeisterung für das Lesen wecken und

fördern.

Bis heute haben unsere Vorleserinnen und

Vorleser mehr als 50.000 Mal Berliner Kinder

in den Lesewelt-Vorlesestunden auf spannende

Leseabenteuer mitnehmen können.

Gedankengespinste mit humorvollen Paradoxien:

Mutter

In jeder Frau suche ich sie, um alles zu

erzählen – die meisten wollen nichts von mir

wissen.

Nur der einen Frau, die alles von mir wissen

will,

erzähle ich nichts.

Auffälliges Merkmal der vielschichtigen

Texte ist, dass sie auf „leisen Sohlen“ daherkommen,

nicht lärmen oder aufdringlich sind,

Sie parlieren dabei aber nicht entrückt, sondern

bleiben nüchtern und konkret, so beginnt

der Text „Nur sein“ mit den Worten:

„Nur sein, und nichts bedeuten: Keine arme

Seele für die Gebete der Priester, keine

Steuernummer für die leeren Kassen des

Staates...”

Die Illustrationen des mitwirkenden Robert

Schleder sind von tangramhafter Schlichtheit

und ergänzen die kompakten Prosaminiaturen

auf kongeniale Weise. So erscheint das

Bändchen in seiner optischen Anmutung

gradlinig und schörkellos. Der Rezensent

empfiehlt das kleine Werk des Dichters aus

unserem Kiez als ideale „Lektüre für

Minuten”.

Roland Lampe, „Glück ist das Ende aller

Poesie. Kurzprosa. Mit Illustrationen von

Robert Schleder. 100 S. 10,95 Euro

Edition ErataLeipzig

Lesewelten - Vorlesestunden Vorlesestunden

im Wedding Wedding

Lesewelt e.V. wurde mit mehreren Preisen

ausgezeichnet und ist bundesweit Modell für

viele weitere Vorleseinitiativen.

weitere Informationen:

Simone Isermann,

vorlesen@lesewelt.org

Lesewelt e.V.

Schulstr. 99

13347 Berlin

Tel.: 030 / 450 89 209

Fax: 030 / 450 89 211

vorlesen@lesewelt.org

www.lesewelt.org

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Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

KiezSplitter

Neuigkeiten ... Informationen ...letzte Meldungen...Tipps.& Veranstaltungen..

Klaus Leonhardt, der leidenschaftliche Zeichner und

Maler war so nett und stellte unserer Stadtteilzeitung

einige Grafiken für die Gestaltung der Rückseite zur Verfügung.

Klaus Leonhardts Bilder, die an Entwürfe von

Hundertwasser oder Gaudi erinnern, sind die mit am

meisten beachteten Ausstellungstücke der Künstlergruppe

“Wedding Art”.

Liebe Anwohner,

vielleicht haben Sie es schon bemerkt, überall im Sprengelkiez

tauchen sie auf, an einigen Stellen etwas häufiger als an anderen.

Wovon ich rede? Pkws und auch Pkw-Anhänger die ohne

amtliche Kennzeichen abgestellt werden.

Viele Anwohner, darunter könnten auch Sie sein, beschweren

sich immer wieder darüber, dass diese Fahrzeuge „wertvollen“

Parkraum, der ja im Kiez nun wirklich nicht gerade üppig ist,

blockieren.

Was können Sie selber dazu beitragen, diese Misere einzudämmen?

Seien Sie wachsam, helfen Sie uns und dem Ordnungsamt, das

für die Kontrolle und Überwachung der Sauberkeit auf öffentlichen

Straßen erstrangig zuständig ist, bei der Bekämpfung

dieser Ordnungswidrigkeiten. Im überwiegenden Fall sind es

Klein-händler, die immer wieder öffentliches Straßenland missbräuchlich

benutzen, es als ihre Gewerbefläche ansehen. Wenn

Sie verdächtige Beobachtungen machen, z.B. wenn jemand die

Kenn-zeichen von seinem Pkw entfernt, schauen Sie nicht weg,

machen Sie uns solche Beobachtungen bekannt, damit wir handeln

können. Bei Anzeigen, bei denen die Kennzeichen des

abgestellten Fahrzeugs unbekannt sind, kann man den

Betroffenen der Ordnungswidrigkeit schwer ermitteln. Lassen

Sie uns also gemeinsam dafür sorgen, dass der Kiez in Zukunft

„sauberer“ wird.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr POM Thomas Weigelt

Im vollkommen überfüllten

Lindengarten(ca. 80 Gäste)

wurde am 24.2.2006 in einer

gemeinsamen und äußerst erfolgreichen

Veranstaltung von

Nirwana Events und Die

Linke/PDS der Film “Des

Wahnsinns letzter Schrei”

vorgeführt. In Anwesenheit

u.a. der Regisseurin Bärbel

Schönafinger und einer der

v.l.n.r.: Angelika Wernicke, Moderator Kraft

Wetzel, Bärbel Schönafinger und Bärbel

Holzheuer-Rothensteiner/PDS

ProtagonistInnen des Films, der Diplom-Politologin Angelika Wernick,

dokumentiert der Streifen die gesellschaftlichen Verhältnisse unter dem

Diktat von Hartz IV. Betroffene kommen diesem Kaleidoskop bundesdeutscher

Verhältnisse ebenso zu Wort wie die Politikmacher und

Wirtschaftsentscheider des Landes.Dabei werden dramaturgisch klare

Schnitte der Bilder zwischen den Lebenssituationen konkret von Hartz

IV Betroffenen und den Verfechtern neoliberaler Gesellschaftsausrichtung

im Wechselpiel zelebriert, die so das soziale Gefüge der Republik

zugespitzt beleuchten. Kommentiert wird die soziale und ökonomische

Lage der Nation etwa von so klugen und altbekannten Köpfen wie den

Professoren Elmar Altvater, Horst Afheldt und Paul Nolte, die by the way

Erklärungsmaterial lieferten. Für Kenner der Problemlage rennt der Film

sicherlich offene Türen ein, doch als verdichtete Darstellung einer

gesellschaftlichen Entwicklung, die in ihren Ausmaßen noch nicht absehbar

ist und die sozialen Differenzen in massivste soziale Krisen und

Kriege überführen könnte, liefert er allemal probates Anschauungsmaterial.

Quittiert wurde die Vorführung mit großem Applaus. In der nachfolgenden

Diskussion tauschten Hartz

IV “Empfänger” ihre Erfahrungen

aus - vor allem im Hinblick auf die

eigene Lebenssituation und dem

Ausschluß an der Teilhabe gesellschaftlichen

Lebens...

h.g.

Die bisherigen Kiezboten-Foren und andere Veranstaltungs-angebote

haben gezeigt, dass im Sprengelkiez ein reges Interesse dafür

vorhanden ist, Informationen über ernsthafte Themen zu bekommen

und sich rege an der Diskussion zu beteiligen.

4. Kiezboten-Forum

Donnerstag, den 27. April 2006, um 19.00 Uhr

im "Ruchita", Torfstraße 9

Fortsetzung des Themas:

Feuer in Paris - Probleme im Kiez?

Aktiv im Kiez e.V., Projekt "Nachhaltige Tegeler Straße"

und die BI Garten- und Wasserkiez laden zum monatlichen

Treff am

Freitag, den 31. März 2006, um 19.00 Uhr

In das SprengelHaus, Nachbarschaftsladen "Aktiv im Kiez" ein.

Thema:

Wie erfolgreich ist "Aktiv im Kiez e.V." heute und in der Zukunft?

Wer den TREFF nicht kennt, hat die Zeit verpennt!

Projekt

Nachhaltige Tegeler Straße

beginnt am Freitag, den 24. März 2006, um 15.00 Uhr

wieder mit der Gartenarbeit im Schulgarten

und mit seinen Tegeler-Straßen-Begehungen


Der Kiezbote • Die Stadtteilzeitung für den Sparrplatz/Sprengelkiez • März/April 2006

Konzerte in der Weddinger

OSTERKIRCHE

Freitag, 24.03.2006, 19.00 Uhr

Folkabend

Mit Waldkater – Querfolkein

und Nordostwind – Lieder aus Skandinavien, von den Britischen Inseln und

Ostdeutsche Balladen

Eintritt frei – Spende erbeten

Samstag, 25.03. 2006, 17.00 Uhr

„Mozarts Reise in die Gegenwart“

Thomas Saron – Flöten und Klavier, Rainer Vogt - Klarinette

Eintritt frei – Spende erbeten

Freitag, 31.03.2006, ab 18.00 Uhr

„Kiezfestival“

Künstler aus unserem Hause und der Nachbarschaft gestalten einen Bunten Abend

voller Überraschungen

Eintritt frei

Vorankündigung:

Samstag, 01.04.2006, 19.00 Uhr, „Raices Negras - Flamencoabend

Samstag, 08.04.2006, 19.00 Uhr, „Immer was Gescheides macht Kopfweh“,

Olav Geisler und Co zum 250. von W.A. Mozart

Samstag, 22.04.2006, 19.00 Uhr, Klavierkonzert mit Friederike Bergmann

Samstag, 29.04.2006, 19.00 Uhr, Klezmer – Klassik – Chanson/Harry´s Freilach

Samstag,13.05. 2006, 19.00 Uhr, „Peter und der Wolf“

Samstag, 20.05. 2006, 19.00 Uhr, „Jericho Brass Berlin“

DIE OSTERKIRCHE Samoastr.14, 13353 Berlin – Wedding

U – 9, Amrumerstrasse, Bus 147

Info und Kontakt: 030/459 77 5 44

www.ostergemeindeberlin.de

Kreativ in den Frühling!

Töpferkurs für Jugendliche

Wo? In der Evangelischen Osterkirche – Eingang Jugendcafé, Sprengelstr. 35

Wann? Jeden Donnerstag von 19.30 bis 22.00 Uhr

Möchtet Ihr mal wieder kreativ werden?

Möchtet Ihr etwas aus Ton gestalten - und dabei Eurer Phantasie freien Lauf lassen?

Dann kommt doch zum Töpferkurs für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren.

Hier könnt Ihr Eure Ideen verwirklichen und bekommt dabei von einer erfahrenen

Töpferlehrerin Anregungen und Hilfestellungen.

Kosten: 2,00 Euro pro Abend

Anmeldung bei:

Petra Kunitsch

Info-Tel.: 461 51 97

Adressen

• SprengelHaus im Sprengelkiez

• Redaktion Kiezbote c/o Nachbarschaftsladen

Sprengelstraße 15, 13353 Berlin

Tel.: 45 97 73 08

E-Mail: kiezbote@gmx.net

• Stadtteilgenossenschaft Wedding

für wohnortnahe Dienstleistungen e.G

Sprengelstraße 15, 13353 Berlin

Tel.: 454 904 44, Fax: 454 904 45

StaGeWedding@compuserve.de

• Nachbarschaft und Arbeit

Arbeit statt Sozialhilfe

Sprengelstraße 15 ,13353 Berlin

2. Etage, Tel.: 465 071 99

E-Mail: info@alles-in-arbeit.de

Tel. Terminvereinbarung

Monika Hartwig und Karin Hoffmann

• Gemeinsam im Stadtteil

Sprengelstraße 15, 13353 Berlin

Tel.: 45 02 85 23, 45 02 85 24

Fax: 45 02 85 21

E-Mail: info@gisev.de

Ansprechpartnerin:

Monika Götz

• Nachbarschaftsladen „Aktiv im Kiez“

Sprengelstraße 15, 13353 Berlin

Tel.: 45 97 73 08

• Tauschring Wedding

im Nachbarschaftsladen „Aktiv im Kiez“

mittwochs 15 bis 18 Uhr

Tel.: 45 97 73 08

• Osterkirchengemeinde

Samoastraße 14, 13353 Berlin

Tel.: 453 30 43

• Kommunales Forum Wedding e.V.

Wiesenstraße 29, 13 357 Berlin

Tel.: 465 073 55 Fax: 462 94 47

E-Mail: kom.forum@web.de

Quartiersmanagement Sparrplatz

Burgsdorfstraße 13a, 13353 Berlin

Tel.: 466 061 90, Fax: 466 061 91

qm-sparrplatz@t-online.de

• JuLaTeg und Jugendfreizeiteinrichtung

Projektträger: Julateg Wedding e.V.

Kontakt: Hartwin Renk

Lynar Straße 14, 13353 Berlin

Tel.: 45 31 00 38

E-Mail: julateg-wedding@t-online.de

• Abenteuerspielplatz Telux

Projektträger: Bezirk Mitte / Integra e.V.

Kontakt: Maria Richter

Tegeler Str. 28a, 13353 Berlin

Tel.: 462 98 29

Web: www.kinderecho.de

• Weddinger Kinderfarm e.V.

Kontakt: Siegfried Kühbauer

Luxemburger Straße 25, 13353 Berlin

Tel.: 030 / 462 10 92

Fax: 030 / 462 10 92 - Web: siehe Telux

E-Mail: weddinger.kinderfarm@berlin.de

• Milchmeergalerie

Fehmarner Straße 22, 13353 Berlin

Tel.: 45 49 41 80

www.milchmeergalerie.de

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Leise zieht durch mein Gemüt

Liebliches Geläute.

Klinge, kleines Frühlingslied

Kling hinaus ins Weite.

Kling hinaus, bis an das Haus,

Wo die Blumen sprießen.

Wenn du eine Rose schaust,

Sag, ich laß sie grüßen.

Heinrich Heine

Finelinerzeichnungen :

Klaus Leonhardt

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