Aachen - Kunstwanderungen

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Aachen - Kunstwanderungen

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Aachen

Der Name Aachen stammt vom altgermanischen Wort "Ahha" und bedeutet Wasser. Ab

dem 2. Jahrzehnt n. C. siedeln die Römer auf dem heutigen Stadtgebiet. Im 4. Jahrhundert

zieht Rom die Truppen ab, der Aachener Raum wird christianisiert. – Die erste

schriftliche Erwähnung Aachens als „Aquis Villa“ erfolgt 765, als Pippin der Jüngere

das Weihnachtsfest hier feiert. Sein Sohn Karl der Große lässt 789 eine Pfalz errichten.

Karl der Große stirbt 814 in Aachen. Ludwig der Fromme, der im Jahr 813 in Aachen

zum Mitkaiser gekrönt wurde, lässt etwa 10 km von der Stadt entfernt das Kloster Inda

errichten, aus dem das heutige Kornelimünster entsteht. Als letzter Karolinger mit

Wohnsitz in Aachen wird Lothar I. im Jahre 817 in Aachen zum Mitkaiser gekrönt. –

881 zerstören die Normannen die Kaiserpfalz und das Kloster Inda. – Otto I. lässt sich

936 in Aachen zum deutschen König krönen. Die Stadt Aachen bleibt fast 600 Jahre

Krönungsort deutscher Könige und erlebt 31 Krönungen. Otto III. baut Aachen zu einem

„Roma secunda“ aus. – Kaiser Friedrich I. Barbarossa, der im Jahr 1152 in Aachen

zum König gekrönt wird, lässt Karl den Großen 1165 heilig sprechen. Ein Jahr später

erhält Aachen das Markt- wie Münzrecht und wird freie Reichsstadt. 1171 beginnt der

Bau der Stadtmauer, der Barbarossamauer. –1278 beansprucht Graf Wilhelm IV. von

Jülich die Rechte an der Stadt Aachen. – Im Jahr 1336 kommt es zur Gründung des Aachener

Reichs, als Ludwig der Bayer die zur Stadtgemeinde gehörigen Ländereien und

Dörfer bestätigt. – 1450 erhalten die Gewerbetreibenden durch den Gaffelbrief Sitz und

Stimmrecht in der Aachener Verwaltung. – Aachens große Zeit als Krönungsstätte endet

1531 mit der Krönung Ferdinands I. Frankfurt löst Aachen als Krönungsort ab. – Im

Reformationszeitalter erlebt die Stadt Aachen eine wechselvolle Geschichte, die in der

Geschichtswissenschaft unter dem Namen „Aachener Religionswirren“ bekannt ist. –

Am 2. Mai 1656 vernichtet ein Großbrand fast die ganze Stadt. Danach baut der Badearzt

Franciscus Blondel Aachen zu einem der modernsten Badeorte Europas aus. Aachen

beherbergt die europäische Prominenz. Dazu zählen u. a. Zar Peter der Große und

der preußische König Friedrich der Große ebenso wie der Komponist Georg Friedrich

Händel. – Im Jahr 1668 führt ein Friedenskongress in Aachen zum Ende des Devolutionskrieges

zwischen Frankreich und Spanien, heute „Erster Aachener Friede“ genannt.

– Anfang des 18. Jahrhunderts beginnt in Aachen das Barockzeitalter des Baumeisters

Johann Josef Couven. – Die französischen Revolutionstruppen stellen 1792 auf dem

Marktplatz einen Freiheitsbaum auf. Am 1. März 1793 werden die Franzosen von den

Österreichern geschlagen und die Stadt Aachen einen Tag später befreit. Am 22. September

desselben Jahres bezwingen die französischen Truppen die Österreicher, und die

Stadt Aachen wird wieder besetzt. Durch die Verträge des Friedens von Campo Formio

1797 fällt Aachen endgültig an Frankreich. Aachen wird Hauptstadt des Départements

Roer und bekommt 1802 nach Auflösung des Kölner Erzbistums einen eigenen Bischofssitz.

Aachen erlebt durch Napoleon wirtschaftlichen Aufschwung. 1815 wird Aachen

in das Königreich Preußen eingegliedert. Die Stadt wird kreisfrei. – Die Königlich

Rheinisch-Westfälische polytechnische Schule, die heutige RWTH Aachen, startet am

10. Oktober 1870. – Aus Anlass der Jahrtausendfeier des Rheinlandes findet im Jahr

1925 in Aachen das erste internationale Reit-, Spring- und Fahrturnier statt. Es hat sich

bis heute zum weltgrößten Turnier des Pferdesports entwickelt. – 1950 wird der Internationale

Karlspreis der Stadt Aachen für besondere Verdienste um Einigung und Frieden

in Europa erstmals verliehen. Im selben Jahr findet auch die erste Vergabe des Ordens

wider den tierischen Ernst statt. – Bei der Gebietsreform von 1972 wird das Stadtgebiet

Aachens mehr als verdoppelt, die Einwohnerzahl steigt auf 237.108, und der Kreis Aachen

erhielt seine heutige Ausdehnung.

*

Wir beginnen die Stadtwanderung mit der Besichtigung des Doms,

***** Unserer lieben Frau. Entsprechend der Vorstellung

Karls des Großen und unter seiner Aufsicht wurde nach 786 der

Bau der Kapelle der kaiserlichen Pfalz begonnen. Im Jahre 805

weihte Papst Leo III. die Kirche. Als Karl verstorben war, wurde

er im Dom, so zusagen seiner Kirche beigesetzt. Ab dem 13.

Jh. diente die Krönungskirche der deutschen Fürsten als Wallfahrtsstätte.

Seit 1930 ist die Stiftskirche Kathedrale.


Wir wandern, bevor wir in die Kathedrale gehen, einmal außen um sie herum,

um den Bau besser zu begreifen und die ihm vorgelagerten Kapellen zu erkunden.

Dazu beginnen wir mit dem Haupteingang, dem

Westwerk. Der niedrige Eingangsbereich unter dem himmelauf

ragenden romanischen Bogen ist in der Barockzeit entstanden.

Eingearbeitet hat man die karolingische bronzene Wolfstür aus

dem 8. Jh., mit Löwenkopfgriffen. – Links davon, die kleine

Tür, ebenfalls mit Löwenkopfgriffen ist auch karolingisch, 8.

Jh. Wir wenden uns nach rechts und wandern außen zuerst vorbei an der

Stephanuskapelle, oder auch „ungarische Kapelle“, ein Barockbau

von 1767. Daran befinden sich Standbilder ungarischer Nationalheiliger.

– Dann haben wir einen guten Blick auf

Oktogonaler Zentralbau aus karolingischer Zeit um 800. Er

nimmt die Mitte ein und diente als Kapelle der Kaiserpfalz. Er

ist heute mit einer barocken Falthaube gedeckt, die aus Dreiecksgiebeln

des 13. Jhs. herauswächst. – Dann passieren wir die

Annakapelle, die 1449 spätgotisch erbaut war. Sie besitzt reichen

figürlichen Schmuck. – Ihr und dem Chor zwischengebaut ist die

Matthiaskapelle. Sie wurde gleichzeitig mit dem Chorhaus 1355

erbaut und mit gotischer Zierarchitektur samt Figuren geschmückt.

Wir gehen nun herum um die

Chorhalle, die auch „das Glashaus von Aachen“ genannt wird.

Es ist ein gewaltiger Bau mit polygonalem Abschluss. 1355 hat

man ihn zu bauen begonnen; er war wohl erst 1410 vollendet.

Aus statischen Gründen wird das Gebäude von einem stählernen

Verankerungssystem zusammengehalten, das vor den Fenstern

die Pfeiler durchläuft. Der über 32 m hohe und 13 m breite

Bau hatte einst Maßwerkfenster mit je sechs Längsteilen. Um

1860 wurden diese höchsten gotischen Fenster, die je geschaffen

wurden, in fünfteilige Glasbahnen umgestaltet. – Es geht nun

vorbei an der dem Oktogon vorgesetzten Hubertuskapelle, genannt auch

Karlskapelle (im unteren Teil dem Hubertus geweiht), die, dem

Oktogon vorgesetzt, 1474 geweiht wurde. Überm Portal: Engelsbüste

im reich geschmückten Mauerwerk. – Wir gelangen zur


Nikolauskapelle. Sie ist 1474 vor Zentralbau und Westwerk gesetzt

worden. In ihrem Obergeschoss befindet sich zudem die

Michaelskapelle. Die Doppelkapelle, eine rechteckige Halle mit

Galerie schließt ein Ostchor. – Wir kehren um und gehen in die Kirche.

Die Turmhalle. Linke Wand: Pinienzapfen aus dem 9. Jh. –

Rechte Wand: Wölfin (eigentlich eine Bärin) aus der Zeit um

180 n. C.

Das Oktogon. Im Untergeschoss spannen sich unter einem Gesims

acht Rundbögen auf acht Eckpfeilern. Das Gesims trennt

das gedrungene Untergeschoss vom schlanken, mit Säulen

durchbrochenen zweigeschossigen Obergaden. Die von einer

Art Brücke geteilte, zweigeschossige Säulenstellung im Obergaden

wird von abermals acht Rundbögen abgeschlossen, darüber

ein achteckiger Tambour, von Fenstern durchbrochen, eine

Kuppel unterfängt. – Böden und Pfeiler. Anfang des 20. Jhs.

wurden die Fußböden des gesamten Oktogons mit Marmor gedeckt,

die Pfeiler und Wände mit Marmortafeln bekleidet, die

Carrara-Marmor. – Am rechten vorderen Oktogonspfeiler befindet

sich das Gnadenbild des 14. Jhs. – Kuppel und Tambour.

Das Kuppelmosaik entstand 1881 nach mittelalterlichen Umrisszeichnungen,

die sich unter den 1873 abgetragenen barocken

Malereien fanden. Gezeigt ist eine Szene aus der Offenbarung

des Johannes: Die vierundzwanzig Ältesten huldigen dem

Johannes und Gabriel Papst Leo III.

Die Empore.


Die acht Bronzegitter im unteren Teil des Obergadens sind karolingisch.

– Den Krönungsthron, Stuhl Karls des Großen,

aus Stein und Holz, aus karolingischer Zeit (wohl um 798) bestiegen

zwischen 936 und 1351 dreißig Könige. Der Stuhl wird

erstmals unter Otto I. erwähnt. Es ist anzunehmen, dass er der

Krönungsstuhl Karls ist, zu belegen ist es nicht.


Der Radleuchter, die kupfervergoldete Lichterkrone des Meisters

Wilbertus aus der Zeit nach 1156 wurde von Friedrich I.

gestiftet. Sie ist auf interessante Weise in Stangen und Kugeln

aufgehängt.

Die Karlskapelle (nicht zugänglich), im linken oktogonalen

Halbrund vorne, von 1474, mit der Hubertuskapelle im unteren

Teil.

Die Nikolauskapelle, im linken oktogonalen Halbrund hinten,

aus der Zeit zwischen 1480 und 1485, ist eine Rechteckhalle

mit Galerie (Michaelskapelle) und gotisch gewölbtem Ostchor.

Im Chor auf dem Altar: Thronende Marmormadonna, 14. Jh. Im

Raum: Gedenktafeln von Kanonikern sowie ein Taufstein des

12. Jhs.

Die Matthiaskapelle (nicht zugänglich), im rechten oktogonalen

Halbrund vorne, ist von 1355. Im Inneren reich verziertes

Maßwerk.

Die Annakapelle (nicht zugänglich), im rechten oktogonalen

Halbrund mitte, ist von 1449.

Die Ungarnkapelle, im rechten oktogonalen Halbrund hinten,

zeigt vier überlebensgroße Figuren ungarischer Heiliger.

Die Chorhalle. Von der Decke, daran die Rippen an Schlusssteinen

mit Darstellungen Christi, der Muttergottes und Karls

des Großen, eines Papstes und eines Bischofs sowie Engeln enden,

hängt eine Madonna im Strahlenkranz herab. Die vom

Rechte Wand: Evangelienkanzel. Den Ambo aus vergoldetem

Kupfer, Elfenbeinreliefs, Kristalltasse und Kristallschale,

Achatschalen, Halbedelsteinen stiftete Kaiser Heinrich II. um

1000 herum. Steine und Ornamente bilden ein Edelsteinkreuz.


Im Chorhaupt: Der Karlsschrein, in dem die Gebeine Karls des

Großen verwahrt werden, wurde zwischen 1165 und 1215 gefertigt.

Er besteht aus einem Eichenholzkasten, den an den

Die Verkleidung besteht aus vergoldetem Kupfer- und Silberblech.

– Im Raum, zum Oktogon hin: Marienschrein. Der

Schrein entstand zwischen 1220 und 1238. An den Giebeln des

Querschiffs thronen die Muttergottes bzw. Karl der Große. Die

Längsseiten sind mit den zwölf Aposteln besetzt. An den Giebeln

des Längsschiffs thronen Christus und Papst Leo III.


Der Altar ist eine karolingische Altarmensa aus Marmor. Daran

ist eine Schmucktafel. Kaiser Otto III. soll die goldene Tafel

im Jahre 1000 gestiftet haben. Die Reliefs zeigen Christus in

der Mandorla, von Maria und Johannes dem Täufer flankiert,

von den vier Evangelistensymbolen umgeben. Die übrigen zehn

Flächen stellen Szenen aus dem Leben Jesu dar.

Wir gehen aus dem Dom hinaus, nach links auf den „Münsterplatz“ und am

Dom entlang, kommen vorbei am * Vogelbrunnen, 20. Jh., vorbei am **

Vinzenzbrunnen von 1845, aus Sandstein, mit Figuren von 1876 unter der

Wimpergbekrönung, und gelangen in die Kirche


*** St. Foillan. Nach Kriegszerstörung sind vom ursprünglich

spätgotischen Bau nur noch die Westfassade, der 5/8-Chorschluss

und das südliche Seitenschiff erhalten geblieben. Der

Turm ist neugotisch. Die heute bestehende Halle mit dem nördlichen

Seitenschiff entstand 1957.

Das Chorhaus. Rechte Wand: Muttergottesgemälde, von Abraham

Campenhout, 1649.

Linkes Seitenschiff. Frontwand: Grablegung Jesu, großes Ölgemälde

von August von Brandis, 1902. – Außenwand: 1.

Hochzeit zu Kanaa, riesiges Ölgemälde von August von

Brandis, 1902; 2, Ecce-Homo-Skulptur, 16, Jh.

Rechtes Seitenschiff. Frontwand: Die überlebensgroße hölzerne

Standfigur der Muttergottes ist von 1411.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, geradeaus, nach rechts über den Platz, den

Katschhof, mit *** Ansicht vom Rathaus, seiner Rückseite, samt Treppenhausanbau

und einer Ziergalerie. – Kurz darauf gehen wir vor dem Rathaus

rechts, am Straßenstern auf die erste rechts, die „Krämerstraße“, kurz darauf

hinter dem ** Puppenbrunnen, 20. Jh., links auf „Hof“ und vorbei am

*** Portikus, ein Teil einer römischen Wandelhalle (Kopie;

Original im Rheinischen Museum, Bonn), im 20. Jh. ausgegraben

und hierher gestellt.

Wir gehen kurz darauf an der Kreuzung vor dem

*** Giebelhaus von 1658, zweigeschossig, im Stil der

Maasrenaissance, Steinfachwerk; Kreuzgespanne der Fenster

und Schwebegiebel,

links und auf dem „Hühnermarkt“ links ins erste Haus, das ist die Nr. 17,

*** Haus Monheim. Der zweigeschossige Bau von fünf Achsen

wurde 1786 aus Ziegelmauerwerk mit Hausteingliederung

im Stil des französischen Rokoko errichtet. Hier ist das

Couven-Museum (Di-So 10-17 Uhr) untergebracht. Gezeigt

wird die Entwicklung der bürgerlichen Wohnkultur des 18. und

19. Jhs.


Wir gehen aus dem Museum hinaus, und danach Richtung haltend vorbei am

* Hühnerdiebbrunnen des 20. Jhs., gehen vorbei am Rathausturm mit einem

* Kruzifixus aus neugotischer Zeit, halten uns links, kommen vorbei am dem

Rathaus angebauten

*** Eulenspiegel, Traufenhaus von 1657, in Backstein mit einer

Blausteingliederung,

sowie dem daran angebauten

*** Postwagen, ein Holzbau des 17. Jhs.,

und gehen ins

**** Rathaus. Das mit karolingischer Bausubstanz errichtete

spätgotische Rathaus über der Palastaula Karls des Großen

wurde nach barocken Umbauten, im 19. Jh. regotisiert. Es handelt

sich um einen zweigeschossigen Rechteckbau mit neugotischen

Fassaden, einer halbkreisförmigen Apsis, quadratischem

Treppenturm mit Erker in der Mitte, dem runden Granusturm

über der Apsis und einem, von vier Türmchen begleiteten eckigen

Marktturm.

Die Frontseite mit dem Haupteingang (zur Marktseite hin)

zeigt Fenstergruppen und neugotische Figuren unter

Fialenbekrönung, aus der Zeit von 1864 bis 1901; von oben

nach unten: Walmdach, Zinnenkranz, Treppentürmchen (an der

Ostecke), niedriger Treppenturm (an der Westseite).

Das Innere. Obergeschoss: Reichs- und Kaisersaal, Festsaal

von 1531, kreuzrippengewölbt und zweischiffig. Die fünf

Wandbilder schuf Alfred Rethel, 19. Jh.: Otto der Große in der

**** Ansicht vom Dom.

Wir gehen aus dem Rathaus hinaus und auf dem Markt mit dem

*** Karlsbrunnen, mit oberem Brunnenbecken und dem

Standbild Karls des Großen, beide von 1620, sowie Steinpfeilern

und unterm Becken, von Johann Joseph Couven,

sowie frontal stehendem

*** Zum Einhorn, ein dreigeschossiges Haus des 17. Jhs., mit

korinthischer Pilasterordnung,

rechts. – Kurz darauf wandern wir schließlich kurz vor der Skulpturengruppe

** Aachener Wetter, 20. Jh., in die Kirche

*** St. Nikolaus. Die ursprünglich spätgotische Hallenkirche

der Franziskaner von 1327, erscheint, nach Kriegszerstörung,

wieder weitgehend original. – Außen: Seitlich des Chores ist

ein Kreuzigungsrelief angebracht; im Hintergrund der Szene:

Aachen.

Das Chorhaus. Der barocke Säulenaltar zeigt Gemälde von Abraham

van Diepenbeek, im Hauptbild die Kreuzigung Jesu, darüber

die Kreuzabnahme Jesu, und darüber das Vesperbild. Die

begleitenden Figuren sind Antonius von Padua und Franziskus


(oben), zwei Evangelisten (mitte) sowie Petrus und Paulus (unten).

Linkes Seitenschiff. Frontwand: Barocker Säulenaltar mit dem

Gemälde der Anbetung Jesu. – An der Außenwand: 1. Große

Gemälde des Hermann Krahforst, zwischen 1899 und 1901 entstanden.

Dargestellt sind sechs der sieben Sakramente.

2. Bewegende und bewegte Skulpturengruppe der Beweinung

Jesu.


Linke Seitenkapelle, ein Überrest des Kreuzgangs besitzt den

sog. Loreto-Altar der Zeit um 1755, nach einem Entwurf von

Johann Joseph Couven.

Rechtes Seitenschiff. Frontwand: Barocker Säulenaltar mit

Franziskusvision. – Außenwand: Pietà, 14. Jh.

Das Mittelschiff. Barocke Strahlenmuttergottes. – Am Chorbogen:

Nikolausfigur, 14. Jh.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach rechts und auf gekommenem Weg zurück.

Kurz darauf wandern wir auf dem Markt hinter der

*** Karlsapotheke, ein dreigeschossiges und dreiachsiges

Haus von 1790 mit Hausteingliederung,

und vorm

*** Haus Löwenstein, gotisches Steinhaus von 1344, das älteste

Bürgerhaus der Stadt, mit einer Nepomukfigur,

rechts auf die „Pontstraße“, vorbei an links erbauter Kirche

*** St. Katharina, eine dreischiffige Halle von 1663 aus Backstein

mit Hausteingliederung, heute Gedenkstätte.

Wir wandern vorbei an Nr. 13,

*** Großes Haus, von 1495, mit zweitem Obergeschoss von

1660, dreigeschossig aus Ziegel- und Blaustein; darin das Zeitungsmuseum.

Später wandern wir links in die Kirche

*** St. Theresia. Der rechteckige Backsteinsaal wurde zwischen

1739 und 1748 erbaut. Die Fassade mit ihrem Volutengiebel

ist von Pilastern gegliedert. Die Kirche war nach dem

2.Weltkrieg zerstört.

Das Innere ist über Wandpfeilern kreuzrippengewölbt und

stellt sich aufgrund der zusammengetragenen Ausstattungsstücke

außerordentlich harmonisch dar.


Der Chor. Säulenalter mit dem Gemälde der Krönung Mariens.

Der Saal. Linker Säulenaltar mit dem Gemälde der Krönung der

Theresia. – Rechter Säulenaltar mit dem Gemälde des Josef. –

Schöne Kanzel.

Wir gehen aus der Kirche hinaus und nach links. Kurz darauf wandern wir

hinter rechts stehender

*** Barbarossamauer, ein Reststück der Stadtmauer, die die

Staufer 1171 anlegten,

übers „Drieschgässchen“. – Kurz darauf wandern wir schließlich vorbei an der

** Heilig-Kreuz-Kirche, von 1898, und vorbei am daran angebauten

*** Kreuzherrenpriorat. Der zweigeschossige, fünfachsige

Bau von 1738 ist vom Schweifgiebel bekrönt.

Kurz darauf wandern wir durchs

*** Ponttor des 13. Jhs., eine Doppeltoranlage mit Innentor

und von Türmen flankiertem Außentor, beide unter Walmdächern

des 17. Jhs.

Hinterm Ponttor wandern wir auf die erste rechts, die „Saarstraße“. Kurz

*** Lousberg-Park. Die gärtnerische Anlage des Parks geht

auf ein Konzept des Düsseldorfer Gartendirektors Maximilian

von Weyhe zurück.

Viel später wandern wir unter der Höhe vor der * Säulenreihe des ehem. Belvedere

von 1839 (im Krieg zerstört)


echts zum

*** Gartenhaus Mantels. Das von Johann Joseph Couven

1737 konzipierte Frührokoko-Gartenhaus wurde 1907 hierher

transloziert. Es handelt sich um einen Rechteckbau mit Risalit

und Mansarddach sowie Wandbrunnen nebst schmiedeeisernem

Gitter.

Wir kehren um, wenden uns sofort nach links, auf breitem Asphaltweg stets

bergab. – Später wandern wir am Wegestern mit der * Figurengruppe Teufel

und altes Weib, 20. Jh.,


auf den zweiten Weg rechts und nun stets bergauf. Kurz darauf wandern wir

in die

*** Salvatorkapelle. Das neuromanische Gotteshaus birgt keine

Kunstwerke.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach links, an ihr entlang, an der Gabelung

*** Stadtgarten, den Peter Josef Lenné als Spitalgarten angelegt

hat und der im 19. Jh. erweitert wurde.

Wir wenden uns sofort hinterm Tor nach rechts und halten Richtung. – Später

wandern wir vorbei am rechts stehenden hässlichen Eurogress-Gebäude und

auf der Durchfahrtsstraße rechts zum

*** Quellenhof, ein Kurhotel vom Anfang des 20. Jhs.

Wir kehren um und wandern gegenüber dem Eurogress rechts, vorbei an

*** Neues Kurhaus, von 1913, heute Spielkasino,

halten Richtung in den Stadtgarten, gehen vorbei am Fontainebecken, gehen

die Anlage und wenden uns vor dem

*** Kongressdenkmal, nach Plänen Karl Friedrich Schinkels

1841 als Marmorhalle in Form eines Tabernakels ausgeführt,

mit den Medaillons der Köpfe von Kaiser Friedrich Wilhelms

III., Kaiser Franz’ I. und Zar Alexanders I., die 1818 in Aachen

versammelt waren,

nach links, halten uns allerdings rechts. Kurz darauf wandern wir über die

„Passstraße“ auf die „Thomashofstraße“, auf der und auf deren Verlängerungen

wir stets Richtung haltend bleiben.

20 Minuten später wandern wir linksversetzt über die „Oppenhoffallee“; daran

stehen

*** Häuser der Gründerzeit.

Wir gelangen auf die „Haßlerstraße“. Kurz darauf wandern wir in die

*** Burg Frankenberg. Die Anlage des 13. Jhs. wurde im 19.

Jh. historisierend verändert. Hier ist das Heimatmuseum (So

11-14 Uhr) untergebracht.

Wir gehen aus dem Museum hinaus, nach links, diagonal durch die Anlage

an der Gabelung hinter der Unterführung rechts und kurz darauf rechtsversetzt

über die Querstraße in die Parkanlage von

Burtscheid.

Die Römer nennen Burtscheid Porcetum. – 997 wird hier unter Kaiser Otto III. ein

Kloster gegründet. – 1248 wird Burtscheid durch den Grafen Wilhelm von Holland belagert;

dabei tragen die Klostergebäude schwere Schäden davon. Um 1300 werden die

in einer Zunft zusammengeschlossenen Tuchmacher von Burtscheid erstmals erwähnt. –

Im Jahr 1346 wird die Burg Frankenberg erstmals urkundlich genannt. 1351 überträgt

die Abtei Burtscheid die Gerichtsbarkeit an Aachen. – Zwischen 1735 und 1754 wird

die Abteikirche St. Johann Baptist durch den Architekten J. J. Couven errichtet. – Im

Dezember 1792 wird Burtscheid zum ersten Mal durch französische Truppen besetzt

und später Kanton im Département de la Roer. 1816 wird Burtscheid Vorort des preußi-


schen Kreises Aachen-Land, der aus dem ehemaligen französischen Kanton Burtscheid

und Kanton Eschweiler zusammengesetzt wird, und damit Sitz der Kreisverwaltung sowie

des Landrats. – 1840 schließt die angesehene Lövenichsche Tuchfabrik nach rund

200 Jahren des Bestehens. – Am 4. September 1856 wird die Stadtgemeinde Burtscheid

gemäß der Rheinischen Stadtverordnung Stadt. – Der berühmteste Sohn der Stadt ist der

Maler und Bildhauer Ewald Mataré (1887-1965).

*

Wir kommen vorbei am sofort rechts erbauten

*** Couven-Pavillon. Johann Josef Couven hat den Entwurf

dazu wohl 1740 geliefert. Es handelt sich um einen Rechteckbau

mit gerundeten Ecken, einem Mittelrisaliten, der von einem

Kartuschengiebel samt Doppelwappen bekrönt wird.

Kurz darauf wandern wir links treppauf, auf der Querstraße vor Nrn. 32-24,

*** Häuserblock von 1794,

rechts und halten uns rechts, allerdings stets auf der Höhe. Kurz darauf wandern

wir bei der * Skulptur Gregor von Kalabrien, 20. Jh., in die Kirche

*** St. Michael. Johann Joseph Couven erbaute 1748 die dreischiffige

Pfeilerbasilika mit Querschiff und Chor an den romanischen

Turm. Der Turm wurde 1891 abgerissen und durch

neobarocke Bauteile ersetzt.


Das Chorhaus. Rokoko-Tabernakelaltar. – Am Bogen: Rokoko-

Kanzel mit den vier Evangelisten auf dem Korb sowie geschnitztem

Aufgang. – Davor: Rokoko-Kommunionbank.

Linker Querschiffarm. Rokoko-Altar mit der Figur der Muttergottes.

Linkes Seitenschiff. Hinten: Michaelsfigur, barock.

Rechter Querschiffarm. Rokoko-Altar mit der Figur des Vaters

Josef.


Das Mittelschiff. Hinten: Schmiedeeisernes Gitter.

Wir gehen aus dem rechten Ausgang hinaus, nach rechts zur nächsten Kirche:

*** St. Johann Baptist. Johann Josef Couven schuf zwischen

1730 und 1754 einen quadratischen Kuppelbau, mit

einjochigem Chor samt Halbkreisapsis sowie zweijochigem

Langhaus, letzterem ein Turm vorgesetzt ist, aus Backstein mit

Blausteingliederung. Langhaus wie Chor sind mit einem von

Laterne bekrönten Mansarddach gedeckt; auch der Turm besitzt

eine Laterne, zwiebelbekrönt überm Haubendach. – Unter dem

Chor befindet sich ein Totenkeller.


Das Chorhaus. Säulenbaldachin-Altar des 18. Jhs. mit Barockengeln

und einem Kreuz des 17. Jhs.

Der Kuppelbau erscheint als Achteck mit dreigeschossiger

Pilasterordnung und Rundnischen. In den Muschelnischen stehen

acht Apostelfiguren des 18. Jhs. – Rechte Wand: Muttergottesfigur,

um 1700. – Linke Wand: Johannesfigur, neu.

Das Langhaus. Vier Apostelfiguren des 18. Jhs.


Wir gehen aus dem Turmausgang der Kirche hinaus, nach links und vorbei am

** Wandbrunnen, den Couven 1737 schuf, halten uns rechts, kommen vorbei

am an der Ecke stehendem

*** Gartenhaus, 1887 aus alten Bauteilen errichtet, mit romanischen

Zwergsäulen auf der Mauer des Pfarrgartens,

und wandern durchs

*** Abteitor, ein dreigeschossiger Backsteinbau des 17. Jhs.

mit reicher Hausteingliederung, Durchfahrt und Walmdach.

Wir kehren um. Kurz darauf wandern wir gegenüber dem Turmseitenausgang

** Altes Rathaus von Burtscheid, von 1823, ein klassizistischer Bau. – Viel

später wandern wir auf der Querstraße vor dem


*** Marschiertor der Zeit um 1300, dreigeschossig, mit zwei

mächtigen Zweidrittelrundtürmen und Mittelbau samt Durchfahrt

unterm Walmdach,

rechts auf die „Lagerhausstraße“. – Später wandern wir hinterm Eckhaus,

*** Hauptzollamt, ein dreieinhalbgeschossiger Rechteckbau,

der 1846 von Johann Peter Cremer errichtet wurde,

und vor dem ** Bahnhof, aus der Gründerzeit, links auf die „Leydelstraße“,

kurz darauf rechtsversetzt über die „Wallstraße“, auf den „Marienplatz“, auf

der Querstraße rechts, auf der Querstraße mit der frontal stehenden Nr. 17, ein

** spätklassizistisches Haus, links, vorbei an rechts erbauter Nr. 9, ein

*** Spätrokokohaus, mit Verzierungen und Balkongittern

samt Portalen,

und vorbei an links erbauter Nr. 14,

*** Regierungsgebäude. Der lang gestreckte, dreigeschossige

Bau wurde von Johann Peter Cremer 1829 in Quaderputz mit

übergiebeltem Mittelrisalit fertiggestellt. Nach der Kriegszerstörung

hat man lediglich die Fassade rekonstruiert.

Kurz darauf wandern wir auf dem Platz, vor der ** Skulptur Aachener Pferd,

von Gerhard Marcks, 20. Jh., rechts und vorbei an der Front vom

*** Stadttheater. Der klassizistische Bau wurde 1822 von Johann

Peter Cremer im „reinsten antiken Stil“ errichtet. Nach

dem Umbau von 1900 sind davon heute nur noch die Front und

der Säulenportikus vorhanden.

Kurz darauf wandern wir links durch eine der Pforten in der Säulenhalle vom

*** Elisenbrunnen. Der Trinkbrunnen wurde 1827 von Karl

Friedrich Schinkel nach dem Entwurf des Johann Peter Cremer

in Hufeisenform auf zweistufigem Podest, mit zum Platz hin

geöffneter Mittelrotunde samt Wandelgängen und kleinen Eckbauten

fertiggestellt.

Wir gehen durch den Elisengarten. Hier steht der * Flötenspieler, 20. Jh. Außerdem

haben wir eine *** Ansicht vom Dom. – Kurz darauf wandern wir

auf der „Ursulinerstraße“ links, Richtung haltend vorbei am

*** Kreislauf des Geldes-Brunnen, 20. Jh.,

über den „Münsterplatz“,

an der Gabelung links, dann links auf die „Kleinmarschierstraße“, rechts auf

die „Jesuitenstraße“, vorbei an der Jesuitenkirche

*** St. Michael von 1617 mit einer Fassade von 1891.


Wir wandern rechts auf die „Frère-Roger-Straße“, auf der Querstraße rechts

und auf den „Fischmarkt“ mit dem ** Fischpüddelchen-Brunnen, des 20.

Jhs. (Püddelchen=kleines, nacktes Kind). Hier steht rechts an der Ecke das

*** Grashaus aus dem 13. Jh. Es ist das erste Aachener Rathaus.

Die Fassade ist von 1267, mit Veränderungen späterer

Jahrhunderte, besonders von 1886. In den Spitzbögen stehen die

sieben Kurfürsten (Kopien): Die Erzbischöfe von Köln, Mainz

und Trier, der Pfalzgraf bei Rhein, der Kurfürst von Sachsen,

der Markgraf von Brandenburg und der König von Böhmen.

Frontal steht das Gasthaus

*** Zur Rose, zweigeschossiges Giebelhaus des 17. Jhs., ein

charakteristisches maasländischem Steinfachwerk aus Blaustein

mit Ziegelfüllungen sowie Schwebegiebel.

Wir wandern auf dem Markt nach links, auf die „Johannes-Paul-II.-Straße“,

vorbei am rechts stehender Taufkapelle

*** St. Johannes, 1214 erstmals erwähnt, 1766 grundlegend

erneuert,

und kurz darauf rechts durch in die Mauer eingelassenes

*** Spätgotisches Portal, prächtiger figurenreicher Aufbau,

in den

*** Kreuzgang, netzgewölbt, aus dem 15. Jh.,

und schließlich in die

***** Domschatzkammer


(Mo-10-13, Di-So 10-17 Uhr) mit u. a.: 1. Proserpina-Sarkophag

aus dem 2. Jh. nach C. Es ist nicht erwiesen, dass er, wie angenommen,

der Sarg Karls des Großen ist; 2. Lotharkreuz, um

1000; 3. Armreliquiar von 1481; 4. Karlsbüste, um 1349.

Wir gehen aus dem Museum hinaus und, uns links haltend, in den Dom.

Aachen

Ende

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