Erarbeitung der Grundlagen für eine ... - BfU
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Eidgenössisches Departement <strong>für</strong> Umwelt, Verkehr,<br />
Energie und Kommunikation UVEK<br />
Bundesamt <strong>für</strong> Strassen ASTRA<br />
<strong>Erarbeitung</strong> <strong>der</strong> <strong>Grundlagen</strong> <strong>für</strong> <strong>eine</strong><br />
Strassenverkehrssicherheitspolitik<br />
des Bundes<br />
Elaboration des fondements d'une politique<br />
nationale de sécurité routière<br />
Zusatzband zum Schlussbericht<br />
(Massnahmenbeschreibungen im Detail)<br />
VESIPO<br />
Schweizerische Beratungsstelle <strong>für</strong> Unfallverhütung bfu<br />
Forschungsauftrag<br />
ASTRA 2000/447<br />
auf Antrag des ASTRA<br />
Bern, Dezember 2001
Impressum<br />
Die Liste <strong>der</strong> Massnahmen des vorliegenden Zusatzbandes zum Bericht VESIPO wurde durch<br />
folgendes Team erstellt:<br />
Projektleitung:<br />
Jörg Thoma, dipl. Ing. TH, Leiter Bereich Technik bfu<br />
<strong>Erarbeitung</strong>:<br />
Roland Allenbach, dipl. Ing. ETH, Abteilungsleiter Forschung Technik bfu<br />
Patrick Eberling, dipl. Ing. ETH, Mitarbeiter Abteilung Verkehrstechnik bfu<br />
Uwe Ewert, Dr. phil., Psychologe FSP, Mitarbeiter Abteilung Forschung Mensch bfu<br />
Markus Hubacher, lic. phil., Psychologe FSP, Mitarbeiter Abteilung Forschung Mensch bfu<br />
Christian Huber, dipl. Ing. ETH, Abteilungsleiter Verkehrstechnik bfu<br />
Peter Remund, Dr. iur., Leiter Abteilung Recht und Stab bfu<br />
Ueli Salvisberg, dipl. Ing. ETH, Mitarbeiter Abteilung Forschung Technik bfu<br />
Gianantonio Scaramuzza, dipl. Ing. ETH, Mitarbeiter Abteilung Verkehrstechnik bfu<br />
Stefan Siegrist, Dr. phil. Psychologe FSP, Abteilungsleiter Forschung Mensch bfu<br />
<strong>Grundlagen</strong>:<br />
Eine Reihe von Massnahmen wurden aufgrund <strong>der</strong> Resultate von Untersuchungen, die flankierend<br />
zum Schlussbericht in Auftrag gegeben wurden, zusammengestellt. Die entsprechenden Quellenangaben<br />
sind im Schlussbericht enthalten.<br />
Der Inhalt dieses Berichtes verpflichtet nur den (die) vom Bundesamt <strong>für</strong> Strassen beauftragten<br />
Autor(en).<br />
Bezug: Schweizerischer Verband <strong>der</strong> Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS)<br />
Le contenu de ce rapport n'engage que l'(les) auteur(s) mandaté(s) par L'Office fédérale des routes.<br />
Diffusion: Association suisse des professionnels de la route et du trafic (VSS)<br />
Il contenuto di questo rapporto impegna solamente l'(gli) autore(i) designato(i) dall'Ufficio fe<strong>der</strong>ale<br />
delle strade.<br />
Ordinazione: Associazione svizzera dei professionisti della strada e del traffico (VSS)<br />
The content of this report engages only the autor(s) appointed by the Swiss fe<strong>der</strong>al roads authority.<br />
Supply: Swiss association of road and traffic experts (VSS)
1 Sockelmassnahmen S01 – S11<br />
2 Qualitätssicherungsmassnahmen Q01 – Q10<br />
3<br />
4<br />
5<br />
Kurzfristige Massnahmen (initiiert bis 2005)<br />
1. Pädagogik, Kommunikation, Selektion und Therapie<br />
2. Recht und Überwachung<br />
3. Infrastruktur und Betrieb<br />
4. Fahrzeugtechnik und Verkehrstelematik<br />
5. Rettungswesen<br />
Mittelfristige Massnahmen (initiiert 2006 – 2010)<br />
1. Pädagogik, Kommunikation, Selektion und Therapie<br />
2. Recht und Überwachung<br />
3. Infrastruktur und Betrieb<br />
4. Fahrzeugtechnik und Verkehrstelematik<br />
5. Rettungswesen<br />
Nicht weiterverfolgte Massnahmen<br />
1. nach <strong>der</strong> Wirksamkeitsanalyse<br />
2. vor <strong>der</strong> Wirksamkeitsanalyse<br />
K01 – K64<br />
K01 – K08<br />
K09 – K23<br />
K24 – K39<br />
K40 – K61<br />
K62 – K64<br />
M01 – M13<br />
M01<br />
M02 – M07<br />
M08<br />
M09 – M12<br />
M13<br />
N01 – N20<br />
N01 – N15<br />
N16 – N20
S01 – S11 Sockelmassnahmen<br />
S01<br />
S02<br />
S03<br />
Verwendung <strong>eine</strong>s Teils <strong>der</strong> Treibstoffsteuer zugunsten <strong>der</strong><br />
Verkehrssicherheit<br />
Erhöhung des Prämienzuschlages auf die Motorfahrzeug-<br />
Haftpflichtversicherung auf 1 % und Neuorganisation des Fonds <strong>für</strong><br />
Verkehrssicherheit<br />
Kooperation Bund/Kantone: Koordination <strong>der</strong> gesamtschweizerischen<br />
Verkehrssicherheitsarbeit durch den Bund<br />
S04 Zweckbindung von Bussengel<strong>der</strong>n<br />
S05 Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Strassenverkehrssicherheitskommission<br />
S06<br />
S07<br />
S08<br />
S09<br />
S10<br />
Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum Management von edukativen<br />
Massnahmen<br />
Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum Management von<br />
Enforcementmassnahmen<br />
Bildung <strong>eine</strong>r nationalen sowie kantonaler und kommunaler Unfallkommissionen<br />
zum Management von Strassenverkehrsunfällen<br />
Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum Management von Massnahmen<br />
im Bereich <strong>der</strong> Fahrzeugtechnik und Verkehrstelematik<br />
Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum Management von<br />
Massnahmen im Rettungswesen<br />
S11 Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Verkehrssicherheits-Forschungskommission
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 02/S. 2
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme S 01<br />
Verwendung <strong>eine</strong>s Teils <strong>der</strong> Treibstoffsteuer<br />
zugunsten <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Ein Teil des R<strong>eine</strong>rtrages <strong>der</strong> Verbrauchssteuer auf Treibstoffen<br />
soll zur Finanzierung von Unfallverhütungsmassnahmen im<br />
Strassenverkehr zur Verfügung gestellt werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Gemäss Art. 86 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 131 Abs. 1 lit. e<br />
BV kann <strong>der</strong> Bund auf Treibstoffen <strong>eine</strong> Verbrauchssteuer erheben.<br />
Diese Verbrauchssteuer ist im Mineralölsteuergesetz (MinöStG)<br />
vom 21. Juni 1996 geregelt. Über die Verwendung <strong>der</strong><br />
R<strong>eine</strong>rträge dieser Abgabe enthält Art. 86 <strong>der</strong> Bundesverfassung<br />
in Art. 3 <strong>eine</strong> detaillierte Liste über die zu finanzierenden Aufgaben<br />
und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr.<br />
Die Liste ist abschliessend. Beiträge zur Verwendung<br />
<strong>für</strong> die Unfallverhütung und Sicherheit im Strassenverkehr sind<br />
nicht vorgesehen.<br />
Der konkrete Vorschlag geht nun dahin, <strong>eine</strong>n Anteil des R<strong>eine</strong>rtrags<br />
<strong>der</strong> Verbrauchssteuer auf Treibstoffen zur Finanzierung<br />
von Unfallverhütungs- und Sicherheitsmassnahmen im Strassenverkehr<br />
zur Verfügung zu stellen.<br />
Die dazu notwendige rechtliche Grundlage müsste durch <strong>eine</strong><br />
entsprechende Ergänzung in Art. 86 Abs. 3 <strong>der</strong> Bundesverfassung<br />
explizit geschaffen werden. Die Schaffung <strong>eine</strong>r neuen<br />
Finanzierungsquelle im erwähnten Sinne zur künftigen Erhöhung<br />
<strong>der</strong> Sicherheit im Strassenverkehr rechtfertigt sich umso mehr,<br />
als wichtige Aufgaben <strong>der</strong> Unfallverhütung im Strassenverkehr<br />
heute schon mangels ausreichen<strong>der</strong> Ressourcen nicht o<strong>der</strong> nicht<br />
im erfor<strong>der</strong>lichen Ausmass wahrgenommen werden können.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 01/S. 1
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme S 02<br />
Erhöhung des Prämienzuschlages auf die Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung<br />
auf 1 %<br />
und Neuorganisation des Fonds <strong>für</strong> Verkehrssicherheit<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die Möglichkeiten des FVS werden in finanzieller und organisatorischer<br />
Hinsicht verbessert. Durch <strong>eine</strong> Erhöhung des Prämienzuschlages<br />
auf 1 % erhält <strong>der</strong> FVS die Möglichkeit, mehr resp.<br />
grössere Verkehrssicherheitsprojekte zu unterstützen. Eine organisatorische<br />
Neuausrichtung soll zudem ermöglichen, dass die<br />
Antragsprüfung und die Qualitätssicherung <strong>eine</strong> grösstmögliche<br />
Wirkung <strong>der</strong> unterstützten Projekte ermöglicht.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Neuorganisation des FVS soll folgende Ziele verfolgen:<br />
• FVS in erster Linie Fachgremium, das die Umsetzung von<br />
VESIPO steuert<br />
• FVS plant längerfristige Schwerpunktprogramme (abgeleitet<br />
aus VESIPO)<br />
• FVS melden fixe Qualitätsansprüche an Projekteingaben<br />
(u. a. Evaluation <strong>der</strong> Projekte) an<br />
• Je<strong>der</strong> Antrag wird analog den VESIPO-Massnahmen (Unfallpotentiel,<br />
Wirkungsbereich, Wirksamkeit, Verbreitung,<br />
Beachtung, Kosten/Nutzen, Freiwilligkeit, Synergien) beurteilt.<br />
Die Eingaben müssen entsprechende Informationen<br />
enthalten<br />
• Interessenvertreter (Verbände) haben nur beratende Stimme<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 02/S. 1
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme S 03<br />
Kooperation Bund/Kantone: Koordination <strong>der</strong><br />
gesamtschweizerischen Verkehrssicherheitsarbeit<br />
durch den Bund<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verschiedene Staatsaufgaben haben in den letzten Jahren zunehmend<br />
nationale Dimensionen angenommen. Vor diesem<br />
Hintergrund drängt sich <strong>eine</strong> enge Zusammenarbeit zwischen<br />
dem Bund und den Kantonen auf. Zur Kontrolle und Überwachung<br />
<strong>der</strong> Sicherheit im Strassenverkehr sollte <strong>der</strong> Bund mit den<br />
Kantonen Leistungsverträge abschliessen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Strassenhoheit liegt grundsätzlich bei den Kantonen. Art. 82<br />
BV räumt dem Bund <strong>eine</strong> weitgehende Kompetenz ein, Vorschriften<br />
<strong>für</strong> Strassenverkehr zu erlassen. Die Kompetenzen des<br />
Bundes im Bereich des Strassenverkehrs umfassen aber nicht<br />
nur die Gesetzgebung, son<strong>der</strong>n auch die Oberaufsicht über die<br />
Strassen von gesamtschweizerischer Bedeutung. Im Rahmen<br />
<strong>der</strong> Kompetenzaufteilung zwischen Bund und Kantonen ist es<br />
aus Gründen <strong>der</strong> Verkehrssicherheit angezeigt, dem Bund <strong>eine</strong><br />
aktive Rolle in <strong>der</strong> Verkehrssicherheit- und Präventionsarbeit zu<br />
übertragen und ihn zur Koordination <strong>der</strong> gesamtschweizerischen<br />
Verkehrssicherheitsarbeit zu verpflichten.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 03/S. 1
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme S 04<br />
Zweckbindung von Bussengel<strong>der</strong>n<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die erhobenen Bussengel<strong>der</strong> werden lediglich zur För<strong>der</strong>ung <strong>der</strong><br />
Verkehrssicherheit eingesetzt.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Bussengel<strong>der</strong>, die jährlich durch die Polizei erwirtschaftet<br />
werden, fliessen bisher in den Haushalt von Kantonen und Gemeinden.<br />
Durch <strong>eine</strong> Zweckbindung von Bussengel<strong>der</strong>n könnte<br />
die Verkehrssicherheit geför<strong>der</strong>t und die polizeiliche Verkehrsüberwachung<br />
intensiviert werden.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen In Queensland (Australien) wurden Geschwindigkeitskameras<br />
eingeführt. Die dadurch erzielten Bussgel<strong>der</strong> wurden zur För<strong>der</strong>ung<br />
<strong>der</strong> Verkehrssicherheitsmassnahmen verwendet. Die Massnahmen<br />
beinhalteten jedoch nicht nur erhöhte Verkehrsüberwachung<br />
(OECD, 1999).<br />
Eine verwandte Neuentwicklung ist die sogenannte "hypothecation".<br />
Hier handelt es sich darum, dass Geschwindigkeitsüberwachungsgeräte<br />
auf Kredit gekauft werden und dann aber aufgrund<br />
<strong>der</strong> Bussgel<strong>der</strong> selbsttragend sein sollen. In <strong>eine</strong>m Pilotversuch<br />
in Nottingham (England) wurden 12 solcher Kameras <strong>für</strong><br />
<strong>eine</strong> unfallbelastete Strecke gekauft; 24 weitere sind vorgesehen<br />
um auf <strong>eine</strong>r acht Kilometer langen Strecke die Unfallzahlen um<br />
1/3 zu senken (Totton, 2000).<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Totton (2000). Exorcising the speed demons. Surveyor, 2000/09/07,<br />
12–14<br />
OECD (1999). Safety strategies for rural roads. Road transport<br />
and intermodal research.<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 04/S. 1
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme S 05<br />
Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Strassenverkehrssicherheitskommission<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Eine nationale Strassenverkehrssicherheitskommission initiiert<br />
und koordiniert alle Bestrebungen zur Umsetzung des Projekts<br />
"Verkehrssicherheitspolitik des Bundes" mit <strong>der</strong> Zielsetzung<br />
"Vision Zero".<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die nationale Strassenverkehrssicherheitskommission wirkt als<br />
Steuerungsinstrument des Bundes zur Umsetzung des Vesipo-<br />
Projekts. Sie plant, koordiniert und überwacht alle Bestrebungen<br />
zur Unfallverhütung im Strassenverkehr. Ihr unterstellt sind die<br />
nationalen Fachkommissionen Strassenverkehrssicherheit <strong>für</strong>:<br />
� Edukation (S 06)<br />
� Enforcement (S 07)<br />
� Unfallkommission (S 08)<br />
� Fahrzeugsicherheit und Telematik (S 09)<br />
� Rettungswesen (S 10)<br />
� Forschung (S 11)<br />
Die Leiter dieser Fachkommissionen nehmen neben an<strong>der</strong>en<br />
Vertretungen Einsitz in <strong>der</strong> Nationalen Strassenverkehrssicherheitskommission.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 05/S. 1
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme S 06<br />
Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum<br />
Management von edukativen Massnahmen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die nationale Kommission hat die Aufgabe, den Einsatz edukativer<br />
Massnahmen durch Unfallanalyse, Massnahmenimplementierung<br />
und <strong>der</strong>en Evaluation zu optimieren.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Kommission hat folgende Aufgaben:<br />
1. Analyse des Unfallgeschehens im Hinblick auf die Schwerpunkte,<br />
die auf menschliches Versagen zurückzuführen sind.<br />
2. Planung und Initiierung angemessener edukativer Massnahmen,<br />
z. B. mittels Multiplikatoren wie Fahrlehrer, Verkehrspolizei<br />
und Verkehrsinstruktoren, Verkehrspsychologen<br />
3. Evaluation <strong>der</strong> eingeleiteten Massnahmen und allenfalls<br />
Überarbeitung <strong>der</strong> Massnahmen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 06/S. 1
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme S 07<br />
Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum<br />
Management von Enforcementmassnahmen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die nationale Kommission zum Management von Enforcementmassnahmen<br />
analysiert, plant und evaluiert das Vorgehen im<br />
Enforcementbereich zur För<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die nationale Kommission zum Management von Enforcementmassnahmen<br />
hat primär folgende Aufgaben:<br />
1. Sie analysiert die Verkehrsunfalldaten (BFS) im Hinblick auf<br />
Unfallursachen, die mittels Enforcementmassnahmen beeinflusst<br />
werden können (z. B. Fahrunfähigkeit)<br />
2. Sie analysiert die ADMAS-Daten<br />
3. Sie analysiert die Kontrolltätigkeit <strong>der</strong> Polizei (periodische<br />
Erfassung + Bewertung von Indikatoren, analog bfu-Report<br />
47)<br />
4. Sie macht Vorschläge zu Regel-/Gesetzesän<strong>der</strong>ungen sowie<br />
Vorschläge zur effizienten polizeilichen Kontrolltätigkeit<br />
5. Sie evaluiert Umsetzungen im Bereich von Gesetzesän<strong>der</strong>ungen<br />
und Än<strong>der</strong>ungen <strong>der</strong> Kontrolltätigkeit<br />
Die Kommission hat nicht die Aufgabe (und kann diese auch<br />
nicht erfüllen), die Arbeit direkt in Massnahmen umzusetzen. Es<br />
ist deshalb ein starker Bezug zu den kantonalen Behörden/Unfallkommissionen<br />
nötig.<br />
Eine projektbezogene Arbeitsgruppe aus Mitglie<strong>der</strong>n <strong>der</strong> Verkehrskommission<br />
<strong>der</strong> Konferenz <strong>der</strong> kantonalen Polizeikommandanten<br />
und <strong>der</strong> Schweiz. Vereinigung städtischer Polizeichefs,<br />
<strong>der</strong> bfu und des BFS existiert bereits und könnte die zu bildende<br />
Enforcementkommission darstellen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Offene Fragen Die eidg. Kommission zum Management von Enforcementmassnahmen<br />
kann lediglich Empfehlungen zur Umsetzung abgeben,<br />
selber jedoch nichts unternehmen, weil Gesetze zwar landesweit<br />
gelten, <strong>der</strong>en Kontrolle aber kantonal und kommunal erfolgt.<br />
Damit die vorgeschlagene Kommission auch tatsächlich wirken<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 07/S. 1
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
kann, muss ein Bezug zu kant. Behörden geschaffen werden<br />
(z. B. via Polizeidirektorenkonferenz, Polizeikommandanten).<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 07/S. 2
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme S 08<br />
Bildung <strong>eine</strong>r nationalen sowie kantonaler<br />
und kommunaler Unfallkommissionen zum<br />
Management von Strassenverkehrsunfällen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Gesetzliche Verankerung und Umsetzung <strong>eine</strong>s gesamtschweizerischen<br />
Konzeptes <strong>für</strong> die<br />
– Systematisierung von Erfassung und Analyse des Unfallgeschehens<br />
– Systematisierung <strong>der</strong> Planung, Initiierung und Durchführung<br />
von Sanierungsmassnahmen<br />
– Systematisierung <strong>der</strong> Evaluation von Sanierungsmassnahmen.<br />
Dazu ist die Bildung von Unfallkommissionen (auf nationaler,<br />
kantonaler und kommunaler Ebene), die Aktualisierung des Unfallaufnahmeprotokolls<br />
und die Abgabe <strong>eine</strong>r gesamtschweizerischen<br />
einheitlichen Software zur Umsetzung <strong>der</strong> obigen Aufgaben<br />
unabdingbar.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Es besteht ein Mangel an qualifizierten Daten zur Beurteilung<br />
des Unfallgeschehens in <strong>der</strong> Schweiz. Zudem werden diese<br />
unterschiedlich erfasst und ausgewertet, sodass ein Vergleich<br />
schwer möglich ist. Die Handhabung ist in den einzelnen Kantonen<br />
und Gemeinden sehr verschieden. Auch auf gesamtschweizerischem<br />
Tätigkeitsgebiet besteht Koordinations- und Handlungsbedarf.<br />
Um diesem Umstand besser Rechnung zu tragen,<br />
ist ein gesamtschweizerisches Konzept <strong>für</strong> das einheitliche Management<br />
<strong>der</strong> Sicherheitsdefizite (Unfallschwerpunkte, Schwerpunkte<br />
im Unfallgeschehen, Gefahren) zu erarbeiten. Dazu sind<br />
verschieden Schritte und Tätigkeiten nötig.<br />
1) Umsetzung <strong>eine</strong>s gesamtschweizerischen Konzeptes:<br />
Mit den verschiedenen beteiligten Partnern (ASTRA, BFS, bfu,<br />
ETH, Vertreter Kantonspolizei und Vertreter Kantonsingenieure)<br />
sind die notwendigen Schritte zur Umsetzung <strong>eine</strong>s Konzeptes<br />
zur Systematisierung von Erfassung und Analyse des Unfallgeschehens<br />
sowie zur <strong>Erarbeitung</strong> von Sanierungsmassnahmen<br />
und <strong>der</strong>en Evaluation einzuleiten.<br />
2) Einheitliche Erhebung:<br />
Das bestehende Unfallaufnahmeprotokoll UAP muss überarbeitet<br />
und die Erfassung und Kontrolle <strong>der</strong> Daten vereinheitlicht<br />
werden.<br />
3) Einheitliche Erfassung, Auswertung, Lokalisierung und Analyse<br />
<strong>der</strong> Strassenverkehrsunfälle:<br />
Dazu muss vom Bund ein einheitliches EDV-Programm erarbeitet<br />
und den Unfallkommissionen zur Verfügung gestellt werden.<br />
Dieses muss auf <strong>der</strong> Methodik <strong>der</strong> neuen VSS-Normen zur Unfallauswertung<br />
basieren.<br />
4) Umsetzung all dieser Tätigkeiten durch die Bildung von Unfallkommissionen:<br />
Es sind <strong>eine</strong> nationale (bfu, ASTRA, BFS, ETH, Vertreter Kantone)<br />
sowie pro Kanton 1 kantonale und je grössere Gemeinde 1<br />
kommunale Unfallkommission (Vertreter Tiefbauamt, Polizei und<br />
Signalisationsbehörde) notwendig. Die Koordination zwischen<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 08/S. 1
den einzelnen Kommissionen sowie <strong>der</strong>en Schulung und Weiterbildung<br />
ist zu gewährleisten. Dabei kann das deutsche Konzept<br />
als Basis dienen.<br />
In den Pflichtenheften <strong>für</strong> die Unfallkommissionen sind im Detail<br />
folgende Tätigkeiten festzuhalten:<br />
Nationale Unfallkommission<br />
Übergeordnete Aufgabe<br />
• Begleitung sowie Koordination von kantonalen resp. kommunalen<br />
Unfallkommissionen<br />
• Schulung und Weiterbildung <strong>der</strong> kantonalen resp. kommunalen<br />
Unfallkommissionen, insbeson<strong>der</strong>e zum Thema "Sanierung<br />
von Unfallschwerpunkten (Unfallhäufungsstellen)"<br />
Teilbereich "Unfallschwerpunkte (Unfallhäufungsstellen)"<br />
• Analyse <strong>der</strong> Gesamtheit <strong>der</strong> Unfallschwerpunkte<br />
• Führung von ortsbezogenen Unfall-/Massnahmendatenbanken<br />
• Analyse <strong>der</strong> Entwicklung des Unfallgeschehens an Unfallschwerpunkten<br />
• Analyse <strong>der</strong> Wirksamkeit von Sanierungsmassnahmen an<br />
Unfallschwerpunkten<br />
• Führung von Katalogen mit Unfallbil<strong>der</strong>n und entsprechenden,<br />
bewährten Massnahmen<br />
Teilbereich "Schwerpunkte im Unfallgeschehen (auffällige Unfallmerkmale)"<br />
• Führung von aktualisierten, gesamtschweizerischen Unfallstatistiken<br />
• Unfallstatistiken nach Schwerpunkten im Unfallgeschehen<br />
auswerten<br />
• Festgestellte Schwerpunkte im Unfallgeschehen sind zu analysieren<br />
• Sanierungsmassnahmen sowie Kampagnen zur gezielten<br />
örtlichen Bekämpfung von Schwerpunkten im Unfallgeschehen<br />
erarbeiten, anordnen und allenfalls durchführen<br />
• Auswertungen und Analysen periodisch an die kantonalen<br />
Unfallkommissionen weiterleiten<br />
• Gesamtschweizerische Kampagnen in Zusammenarbeit mit<br />
den kantonalen/kommunalen Unfallkommissionen durchführen<br />
• Evaluation <strong>der</strong> angeordneten Massnahmen<br />
• Führung <strong>eine</strong>r Massnahmenliste, welche Wirkung resp. Kosten<br />
beinhaltet<br />
Teilbereich "Weitere Sicherheitsdefizite"<br />
• Evaluation <strong>der</strong> angeordneten Massnahmen<br />
• Führung <strong>eine</strong>r Massnahmenliste, welche Wirkung resp. Kosten<br />
beinhaltet<br />
Kantonale/kommunale Unfallkommissionen<br />
Teilbereich "Unfallschwerpunkte (Unfallhäufungsstellen)"<br />
• Unfallschwerpunkte auf dem in ihre Zuständigkeit fallenden<br />
Strassennetz in <strong>eine</strong>m Unfallkataster lokalisieren und jährlich<br />
aktualisieren<br />
• Unfallschwerpunkte unter Verwendung <strong>der</strong> geltenden VSS-<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 08/S. 2
Normen nach Dringlichkeit rangieren<br />
• Unfallschwerpunkte beurteilen<br />
• Pro Jahr <strong>für</strong> 10 % <strong>der</strong> jeweils bestehenden Unfallschwerpunkte<br />
Sanierungsmassnahmen anhand <strong>eine</strong>r anerkannten Methode<br />
(verkehrstechnische Unfallanalyse) unter Beizug von<br />
Spezialisten erarbeiten<br />
• Ingenieurbüro mit Projektierung <strong>der</strong> Sanierung beauftragen<br />
und begleiten<br />
• Sanierung in die Wege leiten<br />
• Wo möglich provisorisch Sofortmassnahmen in die Wege leiten<br />
• Sanierungsmassnahmen evaluieren und <strong>der</strong> nationalen Unfallkommission<br />
weiterleiten<br />
Teilbereich "Schwerpunkte im Unfallgeschehen (auffällige Unfallmerkmale)"<br />
• Die von <strong>der</strong> nationalen Unfallkommission festgestellten<br />
Schwerpunkte im Unfallgeschehen auf dem in ihre Zuständigkeit<br />
fallenden Strassennetz lokalisieren<br />
• Gesamtschweizerisch empfohlene Sanierungsmassnahmen<br />
resp. Kampagnen in die Wege leiten<br />
• Kantonsspezifische Schwerpunkte im Unfallgeschehen erkennen,<br />
lokalisieren, rangieren und analysieren<br />
• Sanierungsmassnahmen <strong>für</strong> kantonsspezifische Schwerpunkte<br />
im Unfallgeschehen erarbeiten und in die Wege leiten<br />
• Wo möglich provisorisch Sofortmassnahmen in die Wege leiten.<br />
• Sanierungsmassnahmen evaluieren und <strong>der</strong> nationalen Unfallkommission<br />
weiterleiten.<br />
Teilbereich "Weitere Sicherheitsdefizite"<br />
• Strassennetz systematisch auf sicherheitsrelevante Normabweichungen<br />
(Gefahren und Gefährdungen) überprüfen<br />
• Strassennetz systematisch auf weitere Sicherheitsdefizite im<br />
Betrieb überprüfen<br />
• Erkannte Sicherheitsdefizite systematisch analysieren<br />
• Führung von Listen von Stellen im Strassennetz mit Sicherheitsdefiziten<br />
• Sanierungsmassnahmen in die Wege leiten an 2 konkreten<br />
Stellen pro Behörde und Jahr<br />
• Wo möglich provisorische Sofortmassnahmen in die Wege leiten<br />
• Sanierungsmassnahmen evaluieren und <strong>der</strong> nationalen Unfallkommission<br />
weiterleiten<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � BFS<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 08/S. 3
Erfahrungen Zum Teil Erfahrungen in Deutschland mit Unfallkommissionen.<br />
Institut <strong>für</strong> Strassenverkehr Köln<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Institut <strong>für</strong> Strassenverkehr Köln, Führen und Auswerten von<br />
Unfalltypensteckkarten<br />
Institut <strong>für</strong> Strassenverkehr Köln, Qualifizierung <strong>für</strong> die Tätigkeit<br />
in <strong>der</strong> Unfallkommission<br />
Zum Stellenwert <strong>der</strong> Unfallkommission, Strassenverkehrstechnik<br />
11/99<br />
Müller Dieter, Ein neuer Stellenwert <strong>für</strong> die Unfallkommission,<br />
Zeitschrift <strong>für</strong> Verkehrssicherheit 47<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
Sehr viele Massnahmen "Infrastruktur" hängen von dieser Massnahme<br />
ab. Dringend Sofortmassnahme, da zur Zeit bei einigen<br />
Behörden Entscheide anstehen. JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 08/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme S 09<br />
Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum<br />
Management von Massnahmen im Bereich <strong>der</strong><br />
Fahrzeugtechnik und Verkehrstelematik<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission, die sich mit <strong>der</strong> Begutachtung,<br />
probeweisen Einführung und Evaluation von fahrzeugtechnischen<br />
und verkehrstelematischen Massnahmen befasst.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Aufgabe <strong>der</strong> Kommission ist es, fahrzeugtechnische und<br />
verkehrstelematische Mittel und Anwendungen zur Erhöhung <strong>der</strong><br />
Verkehrssicherheit zu analysieren.<br />
Hinsichtlich <strong>der</strong> Fahrzeugtechnik müsste sich die Kommission<br />
auf die Begutachtung beschränken, da diese Massnahmen von<br />
den Fahrzeugherstellern in grossem Stil eingeführt werden dürften.<br />
Probeweise Einführung und Evaluation <strong>der</strong> fahrzeugtechnischen<br />
Massnahmen dürfte die Zuständigkeit <strong>der</strong> Kommission<br />
überschreiten.<br />
Hinsichtlich <strong>der</strong> telematischen Massnahmen kann die Kommission<br />
sowohl begutachten als auch die probeweise Einführung<br />
solcher Massnahmen lancieren und <strong>der</strong>en Wirkung auf die Verkehrssicherheit<br />
evaluieren.<br />
Diese Aufgabe könnte evtl. durch VSS EKs übernommen werden,<br />
die sich bereits mit solchen Fragen beschäftigen und interdisziplinär<br />
zusammengesetzt sind.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 09/S. 1
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme S 10<br />
Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum<br />
Management von Massnahmen im Rettungswesen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Eine nationale Kommission analysiert, plant und evaluiert das<br />
Vorgehen im Bereich des Rettungswesens<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Kommission zum Management von Massnahmen im Rettungswesen<br />
hat folgende Aufgaben:<br />
1. Sie analysiert den Status Quo im Rettungswesen und deckt<br />
mögliche Problemfel<strong>der</strong> auf<br />
2. Sie plant und initiiert Verbesserungen in den festgestellten<br />
Problemfel<strong>der</strong>n<br />
3. Sie evaluiert die initiierten Massnahmen o<strong>der</strong> initiiert zumindest<br />
diese Evaluation.<br />
Die Hauptresultate <strong>der</strong> Kommissionsarbeit fliessen in Richtlinien<br />
zu einzelnen Punkten im Rettungswesen ein. Die Kommission<br />
überwacht <strong>der</strong>en qualitative und quantitative Umsetzung (Evaluationsphase).<br />
Konkrete, bereits jetzt bekannte Problemfel<strong>der</strong>,<br />
die von <strong>der</strong> Kommission zu organisieren sind:<br />
• Regionale Unterschiede in <strong>der</strong> Qualität des Rettungswesens<br />
(Problem: ländliche Gebiete)<br />
• Gebietszuteilung <strong>der</strong> Rettungsdienste (ist oft politisch und<br />
nicht rettungstechnisch optimal)<br />
• Zusammenarbeit Blaulichtorganisationen (Tel. 117, 118 und<br />
144)<br />
Es wäre naheliegend, dass <strong>der</strong> Interverband <strong>für</strong> Rettungswesen<br />
(IVR) diese Kommission darstellt, da dieser den gesamten Bereich<br />
des Rettungswesens am besten kennt und schon <strong>eine</strong>n<br />
Teil <strong>der</strong> erwähnten Aufgaben abdeckt. Die Analyse <strong>der</strong> Probleme<br />
im Rettungswesen sowie etliche Massnahmen zur Verbesserung<br />
des Rettungswesens in <strong>der</strong> Schweiz wurden vom IVR bereits<br />
durchgeführt. Es wurden diverse Projekte initiiert, Richtlinien<br />
entwickelt und Bücher publiziert:<br />
• Bestimmungen über die Anerkennung von Rettungsdiensten<br />
• Qualitätskriterien <strong>für</strong> Rettungsdienste<br />
• Richtlinien <strong>für</strong> die Anerkennung <strong>der</strong> Sanitätsnotrufzentralen<br />
• Richtlinien <strong>für</strong> die persönliche Schutzausrüstung von Personal<br />
im sanitätsdienstlichen Einsatz<br />
• Richtlinien <strong>für</strong> den Patiententransport<br />
• Etc.<br />
Ob Evaluationen <strong>der</strong> initiierten Massnahmen stattgefunden haben,<br />
ist nicht bekannt. Möglicherweise benötigt <strong>der</strong> IVR <strong>eine</strong><br />
stärkere finanzielle Unterstützung. Zur Zeit erhält er von den<br />
Kantonen fünf Rappen pro Einwohner. Die SDK hat den Kantonen<br />
empfohlen, ab 2002 den Betrag auf sieben Rappen pro Einwohner<br />
zu erhöhen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 10/S. 1
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Notrufzentralen, Rettungs-<br />
dienste<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2005<br />
Erfahrungen –<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 10/S. 2
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme S 11<br />
Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Verkehrssicherheits-<br />
Forschungskommission<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Eine nationale Verkehrssicherheits-Forschungskommission plant<br />
und koordiniert die Forschungsvorhaben im Bereich <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die nationale Verkehrssicherheits-Forschungskommission hat<br />
folgende Aufgaben:<br />
1. Sie bewertet und empfiehlt Forschungsprojekte zur För<strong>der</strong>ung<br />
<strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />
2. Sie plant und koordiniert die Forschungstätigkeiten (z. B. zur<br />
Vermeidung von Doppelspurigkeiten)<br />
3. Sie steuert die Inhalte insofern, als ein Gleichgewicht zwischen<br />
den verschiedenen Forschungszielen anzustreben ist<br />
(<strong>Grundlagen</strong>forschung, Entwicklung von Massnahmen, Evaluation<br />
von Massnahmen)<br />
Diese Forschungskommission wird vom Fonds <strong>für</strong> Verkehrssicherheit<br />
<strong>für</strong> ihre Arbeit finanziell unterstützt. Die Kommission<br />
verteilt jedoch k<strong>eine</strong> Forschungsgel<strong>der</strong>, son<strong>der</strong>n macht nur Empfehlungen<br />
zur finanziellen Unterstützung von Forschungsvorhaben<br />
zuhanden des Fonds.<br />
Es existiert bereits <strong>eine</strong> national tätige Forschungskommission<br />
(FoKo), die beim ASTRA angesiedelt ist und die Forschung im<br />
Bereich des Strassenwesens koordiniert und Forschungsgel<strong>der</strong><br />
vergibt. Es handelt sich hierbei jedoch nicht ausschliesslich um<br />
Sicherheitsforschung. Es bestünde die Möglichkeit, dieser FoKo<br />
<strong>eine</strong> Subkommission anzuglie<strong>der</strong>n, die sich mit oben beschriebener<br />
Aufgabe nur um die Sicherheitsforschung kümmert.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 11/S. 1
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 11/S. 2
Q01 – Q10 Qualitätssicherungsmassnahmen<br />
Q01<br />
Q02<br />
Q03<br />
Q04<br />
Aus- und Weiterbildung von Fachleuten im Bereich <strong>der</strong> Strassenverkehrssicherheit<br />
(ohne Fachleute des Ingenieur- u. Rettungswesens)<br />
Überarbeitung (v. a. Reduktion) sowie einheitliche Anwendung von<br />
bestehenden und künftigen neuen Verkehrsvorschriften<br />
Verfahrenskoordination und Verfahrensbeschleunigung bei <strong>der</strong><br />
Behandlung von SVG-Delikten<br />
Entwicklung und Zulassung neuer Tests <strong>für</strong> die Kontrolle <strong>der</strong><br />
Fahrfähigkeit (ohne Alkohol)<br />
Q05 Safety Audits <strong>für</strong> Strassenbauprojekte<br />
Q06<br />
Optimierung <strong>der</strong> Sicherheitsaspekte in den Normen des<br />
Verkehrsingenieurwesens<br />
Q07 Aus- und Weiterbildung von Fachleuten im Verkehrsingenieurwesen<br />
Q08<br />
Sicherheitsverträglichkeitsprüfung gefährlicher Fahrzeuge,<br />
Fahrzeugteile und Fahrerassistenzsysteme<br />
Q09 Tiefere Versicherungsprämien <strong>für</strong> sichere Fahrzeuge<br />
Q10 Ausbildung <strong>der</strong> Rettungssanitäter
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme Q 01<br />
Aus- und Weiterbildung von Fachleuten im<br />
Bereich <strong>der</strong> Strassenverkehrssicherheit<br />
(ohne Fachleute des Ingenieur- und Rettungswesens)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Eine schweizweit tätige Organisation plant und organisiert die<br />
Schulung <strong>für</strong> Fachleute im Bereich <strong>der</strong> Strassenverkehrssicherheit<br />
und führt diese durch.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Eine schweizweit tätige Organisation plant und organisiert die Schulung<br />
<strong>für</strong> Fachleute im Bereich <strong>der</strong> Strassenverkehrssicherheit. Solche<br />
Fachleute sind bspw. Verkehrsinstruktoren <strong>der</strong> Polizei, am<br />
Thema interessierte Lehrer, Gerichtsmediziner, Ärzte, Verkehrspsychologen,<br />
Richter und an<strong>der</strong>weitig tätige Juristen, Leiter von<br />
Sicherheitstrainings, Fahrlehrer, Werbefachleute, Journalisten usw.<br />
Nicht angesprochen sind die Fachleute des Ingenieurwesens, da<br />
<strong>der</strong>en Schulung separat auf Ausbildungsebene Fachhochschulen,<br />
ETH geplant werden soll (siehe Massnahme Q 07). Dasselbe gilt<br />
<strong>für</strong> die Fachleute im Rettungswesen, die innerhalb ihrer Verbände<br />
ausgebildet werden (siehe Massnahme Q 10).<br />
Die Schulung soll Grundkenntnisse <strong>der</strong> Sicherheitsarbeit im<br />
Strassenverkehr vermitteln und insbeson<strong>der</strong>e auch auf aktuelle<br />
Themen eingehen. Das Angebot soll sich separat an Multiplikatoren,<br />
Anwen<strong>der</strong> und Interessierte ohne Umsetzungshintergrund<br />
richten. Bei den Multiplikatoren und Anwen<strong>der</strong>n ist darauf zu<br />
achten, dass die Inhalte einfach umsetzbar sind.<br />
Die bfu könnte ein entsprechendes Schulungsprogramm entwikkeln,<br />
da sie Fachleute in den eigenen Reihen o<strong>der</strong> guten Kontakt<br />
zu externen Fachleuten hat. Diese Schulungsidee wurde bereits<br />
früher in Form <strong>der</strong> "bfu-Akademie" diskutiert, dann aber verworfen.<br />
Die Schulung muss auch unter Beizug externer Fachleute/Referenten<br />
durchgeführt werden, da die bfu nicht sämtliche<br />
Fachgebiete abdecken kann, z. B. Medizin.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2007<br />
Erfahrungen –<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 01/S. 1
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme Q 02<br />
Überarbeitung (v. a. Reduktion) sowie einheitliche<br />
Anwendung von bestehenden und künftigen<br />
neuen Verkehrsvorschriften<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Neuerungen und Revisionen im Strassenverkehrsrecht sollen <strong>für</strong><br />
die Betroffenen so ausgestaltet sein, dass die Vorschriften<br />
transparent, verständlich, überblickbar und umsetzbar sind sowie<br />
<strong>der</strong> Verkehrssicherheit und Rechtssicherheit entsprechen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Regelungsdichte im Strassenverkehr ist sehr hoch und wird<br />
eher noch zunehmen. Nicht nur die Rechtsumsetzung und Kontrolle<br />
<strong>der</strong> vielfältigen Vorschriften gestaltet sich aufwändig, son<strong>der</strong>n<br />
auch die Rechtsbetroffenen (Verkehrsteilnehmer) sind bei<br />
<strong>der</strong>en Beachtung oftmals überfor<strong>der</strong>t o<strong>der</strong> verunsichert. Dies<br />
verleitet dazu, dass selbst sicherheitsrelevante Vorschriften<br />
missachtet o<strong>der</strong> nur unvollständig beachtet werden. Da <strong>der</strong> Strassenverkehr<br />
kaum mehr allein auf nationaler Ebene geregelt<br />
werden kann, wird die Schweiz vielfach internationale Normen<br />
o<strong>der</strong> EU-Recht autonom nachzuvollziehen haben. In diesem<br />
Zusammenhang ist die hohe Regelungsdichte zu überprüfen und<br />
auf ein Mass zu reduzieren, das die berechtigten Anfor<strong>der</strong>ungen<br />
an die Verkehrssicherheit zum Tragen bringt sowie den effizienten<br />
Vollzug und die Kontrolle ermöglicht. Juristische Begriffe<br />
weisen oft <strong>eine</strong>n hohen Abstraktionsgrad auf. Deshalb ist es<br />
notwendig, <strong>der</strong>en Bedeutung, Sinn und Zweck bekannt zu machen.<br />
Meist kommt dem juristischen Ausdruck <strong>eine</strong> präzisere<br />
und technisch zutreffen<strong>der</strong>e Bedeutung zu als dem Wort in <strong>der</strong><br />
Umgangssprache. Die Erfassung <strong>der</strong> technischen Entwicklungen<br />
hat sich in <strong>der</strong> Rechtsordnung, insbeson<strong>der</strong>e in <strong>der</strong> Strassenverkehrsgesetzgebung,<br />
nachvollziehbar und "bürgernahe" nie<strong>der</strong>zuschlagen.<br />
Eine Erleichterung <strong>für</strong> die Strassenverkehrsteilnehmer<br />
wäre es, wenn die geltenden Vorschriften nach Thematik<br />
geordnet würden. Die gleichen o<strong>der</strong> ähnlichen Bestimmungen<br />
findet man nämlich oftmals in mehreren Verordnungen.<br />
Neuerungen und Revisionen des Strassenverkehrsrechts sollen<br />
daher künftig <strong>für</strong> die Betroffenen transparent und präzise (unmissverständlich)<br />
in Rechtsvorschriften umgesetzt werden, wobei<br />
sich die Gesetzessprache durch Verständlichkeit und Kultiviertheit<br />
auszeichnen müsste. Auf so genannte "Soll-Vorschriften"<br />
soll verzichtet werden. Die Revisionen sollen zeitlich koordiniert<br />
vorgenommen werden, damit die neuen Vorschriften effizient<br />
eingeführt werden können. Bezüglich <strong>der</strong> Schaffung und<br />
Einführungen neuer Erlasse sind vorerst die Fragen nach <strong>der</strong>en<br />
Notwendigkeit, Brauchbarkeit, Nützlichkeit und Entbehrlichkeit zu<br />
beantworten. Das Aufstellen von bestehenden sowie künftigen<br />
neuen Vorschriften und Regeln führt somit notwendigerweise zu<br />
<strong>eine</strong>r Wertung <strong>der</strong> faktischen Verhältnisse. Der entscheidende<br />
Faktor <strong>für</strong> diese Wertung ist die Verwirklichung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />
und <strong>der</strong>en Plausibilität.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 02/S. 1
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 02/S. 2
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme Q 03<br />
Verfahrenskoordination und Verfahrensbeschleunigung<br />
bei <strong>der</strong> Behandlung von<br />
SVG-Delikten<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verfahrenskoordination im Sinne <strong>eine</strong>r gesamtschweizerischen<br />
einheitlichen Harmonisierung in <strong>der</strong> Rechtsanwendung sowie<br />
Verfahrensbeschleunigung, dass straf- o<strong>der</strong> massnahmerechtliche<br />
Entscheidungen relativ umgehend als Folge <strong>eine</strong>s Verkehrsdeliktes<br />
gefällt werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Bei <strong>der</strong> Verfahrenskoordination geht es <strong>eine</strong>rseits um <strong>eine</strong> gesamtschweizerische<br />
einheitliche inhaltliche Harmonisierung in<br />
<strong>der</strong> Rechtsanwendung sowohl im Rahmen von Straf- als auch<br />
von Massnahmeverfahren und an<strong>der</strong>erseits um <strong>eine</strong> Verfahrensbeschleunigung.<br />
Die Verwirklichung <strong>der</strong> materiellen Verfahrenskoordination<br />
bei <strong>der</strong> Sanktionierung von Strassenverkehrsdelikten<br />
ist darin zu sehen, dass im Rahmen von Strafverfahren<br />
die erstinstanzlichen Gerichtsbehörden bei ihren Entscheidungen<br />
nicht nur <strong>der</strong> Wi<strong>der</strong>spruchsfreiheit verpflichtet sein sollten,<br />
son<strong>der</strong>n auch die höchstrichterliche Rechtsprechung des Bundesgerichtes<br />
zu berücksichtigen haben. Darüber hinaus müsste<br />
das Verkehrsstrafrecht mit dem Sanktionensystem <strong>der</strong> Administrativmassnahme<br />
(Führerausweisentzug) koordiniert und harmonisiert<br />
sein. Dies nicht nur in zeitlicher Hinsicht, son<strong>der</strong>n auch<br />
bezüglich <strong>der</strong> materiellen Beurteilung und Entscheidung durch<br />
Gerichts- und Administrativbehörde im konkreten Fall. Straf- und<br />
massnahmerechtliche Entscheidungen, die in <strong>eine</strong>m engen<br />
Sachzusammenhang stehen, dürfen nicht voneinan<strong>der</strong> abweichen<br />
o<strong>der</strong> einan<strong>der</strong> gar wi<strong>der</strong>sprechen (Erfor<strong>der</strong>nis <strong>der</strong> ganzheitlichen<br />
Betrachtungsweise).<br />
Damit <strong>eine</strong> Sanktion spezial- und generalpräventive Wirkungen<br />
zu erzielen vermag, namentlich auf dem Gebiet des Strassenverkehrs,<br />
hat sie <strong>der</strong> Verkehrswidrigkeit gleichsam "auf dem<br />
Fuss" zu folgen. Dies würde bedeuten, dass in Sinne <strong>eine</strong>r Verfahrenbeschleunigung<br />
schon wenige Tage nach <strong>der</strong> Begehung<br />
<strong>eine</strong>s Verkehrsdeliktes und nach Vorliegen <strong>der</strong> notwendigen<br />
Beweismittel definitiv über Strafe und Massnahme entschieden<br />
wird.<br />
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage einmal mehr, wie<br />
das Verkehrstrafrecht bezüglich des dualistischen Systems<br />
Strafverfahren–Massnahmeverfahren wirkungsvoller und kostengünstiger<br />
ausgestaltet werden könnte. Unter diesen Gesichtspunkten<br />
ist es nicht mehr vertretbar, dass 2 Instanzen über<br />
das gleiche Verkehrsdelikt entscheiden. Es wäre wohl wesentlich<br />
effizienter und rechtssicherheitsadäquater, wenn <strong>eine</strong> einzige<br />
Instanz sowohl über Strafe als auch Massnahme zu entscheiden<br />
hätte (z. B. spezielle Verkehrsgerichte). Darüber hinaus müsste<br />
die Möglichkeit vorgesehen sein, bei grober Verletzung <strong>der</strong> Verkehrsregeln,<br />
den Führerausweis sofort zu entziehen zuhanden<br />
<strong>der</strong> Verkehrsgerichtsbehörde, die dann im Rahmen <strong>eine</strong>s ordentlichen<br />
Verfahrens über Dauer und allfälligen Auflagen entscheidet.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 03/S. 1
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Justiz, Bundesgericht<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Offene Fragen Grundsätzliche Bereitschaft, die Frage <strong>der</strong> Schaffung von Spezialgerichten<br />
(Verkehrsgerichte) zu diskutieren.<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 03/S. 2
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme Q 04<br />
Entwicklung und Zulassung neuer Tests <strong>für</strong><br />
die Kontrolle <strong>der</strong> Fahrfähigkeit (ohne Alkohol)<br />
Exakte Ausformulierung Die Fahrfähigkeit <strong>der</strong> Lenker kann durch verschiedenste Faktoren<br />
beeinträchtigt werden. Zu nennen sind insbeson<strong>der</strong>e Übermüdung,<br />
Medikamentenkonsum und Konsum illegaler Drogen.<br />
Im Gegensatz zum Alkohol können diese Faktoren jedoch bis<br />
anhin nicht mit <strong>eine</strong>m einfachen Instrument durch die Polizei<br />
kontrolliert werden. Hier besteht Handlungsbedarf.<br />
Als ein erster Schritt auf diesem Weg kann das Instrument ME-<br />
DRALEX angesehen werden, dass z. Z. am Institut <strong>für</strong> Rechtsmedizin<br />
<strong>der</strong> Universität Zürich entwickelt und validiert wird.<br />
In Grossbritannien hat die Arbeitsgruppe um Tunbridge ein an<strong>der</strong>es<br />
Instrument entwickelt: den sogenannten Field Impairment<br />
Test (FIT). Daneben gibt es auch noch ein Drug Recognition<br />
Training (DRT) <strong>für</strong> Polizisten (Tunbridge, Jackson & Rowe,<br />
2000).<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen In den USA gibt es das Drug Recognition Expert (DRE) Program.<br />
Es besteht aus <strong>eine</strong>r Untersuchung in zwölf Schritten. Es<br />
erwies sich in <strong>eine</strong>r Untersuchung an 500 Versuchspersonen<br />
von Adler & Burns (1994) in 91% <strong>der</strong> Fälle als zutreffend.<br />
In Australien gibt es ein neues zweistufiges Untersuchungsprogramm<br />
(Wylie & Swann, 2000), das teilweise auf dem American<br />
Standard Field Sobriety Test (ein Alkoholtest) beruht.<br />
In Europa scheint das Ganze ein relativ neues Feld zu sein. Im<br />
Rahmen <strong>der</strong> EU ist ein Projekt ROSITA (Roadside Testing Assessment)<br />
lanciert worden (Verstraete, 2000).<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Adler, E.V. & Burns, M. (1994), Drug Recognition Expert (DRE)<br />
validation study. Final ReportE0072023, Governor's Office of<br />
Highway Safety, State of Arizona.<br />
Tunbridge, R.J., Jackson, P.G. & Rowe, D.J. (2000), Drug rec-<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 04/S. 1
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
ognition and field impairment testing: evaluation of trials. TRL<br />
Limited<br />
Verstraete, A.G. (2000), Roadside Testing Assessment<br />
(ROSITA) a European project on roadside drug testing. Proceedings<br />
of ICADTS 2000 in Stockholm.<br />
Wylie, R. & Swann, P. (2000), New Australian scientific behavioural<br />
tests and education programs for drug impaired driving<br />
programs. Proceedings of the 15th International Conference<br />
on Alcohol, Drugs and Traffic Safety in Stockholm, Sweden.<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 04/S. 2
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme Q 05<br />
Safety Audits <strong>für</strong> Strassenbauprojekte<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Helvetisierung <strong>der</strong> ausländischen Verfahren und Einführung auf<br />
Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Ab 2010 soll ein standardisiertes Verfahren bei Neubauprojekten<br />
im Sinne <strong>eine</strong>r Sicherheitsverträglichkeitsprüfung bei Behörden<br />
wie bei privaten Ingenieurbüros zur Anwendung kommen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Nach den zur Verfügung stehenden Unterlagen sind Anwendungen<br />
bekannt aus Australien, Grossbritannien und Dänemark.<br />
Untersuchungen zur Wirksamkeit sind aus Dänemark bekannt<br />
und belegen <strong>eine</strong>n Nutzen-Kosten Faktor von 1,5. Aus Neuseeland<br />
ist ein Nutzen-Kosten Faktor von 20:1 bekannt.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 1. OECD (1999), Safety Strategies for rural roads, S. 71<br />
2. AUSTROADS (1994), Road Safety Audit, AUSTROADS,<br />
Sydney<br />
3. Institution of Highways and transportation (1997), Guidelines<br />
for Safety Audit of Highways, London<br />
4. Belopitov, I. & Dietrich, K. (1995), Sicherheit von Verkehrsanlagen,<br />
IVT/ETHZ, S.171–187<br />
5. Odgen, K.W. (1996), Safer Roads: A Guide to Road Safety<br />
Engineering, Ashgate Publishing, Kapitel 15, S. 399 ff<br />
6. Danish Road Directorate (1997), Road Safety Audit-<br />
Evaluation of the Pilot Project, RSA-Information 2/97, Danish<br />
Road Directorate, Copenhagen<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 05/S. 1
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme Q 06<br />
Optimierung <strong>der</strong> Sicherheitsaspekte in den<br />
Normen des Verkehrsingenieurwesens<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Ergänzung <strong>der</strong> VSS- und <strong>der</strong> SLG-Normen mit Angaben und<br />
Erläuterungen zur Sicherheitsrelevanz<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Eine Norm o<strong>der</strong> das Anwenden <strong>eine</strong>r Norm kann folgende Sicherheitsdefizite<br />
bergen:<br />
• Die Norm kann durch Anwen<strong>der</strong> falsch ausgelegt werden.<br />
• Norm kann selbst mit Sicherheitsmängeln behaftet sein, und<br />
selbst bei richtiger Anwendung Unfälle nicht verhüten.<br />
• Die Norm wird in <strong>der</strong> Praxis nicht angewendet, entwe<strong>der</strong> weil<br />
sie zu kompliziert ist, nicht bekannt ist, o<strong>der</strong> <strong>der</strong>en Sicherheitsrelevanz<br />
nicht bekannt ist.<br />
• Die Norm deckt gewisse Sicherheitsaspekte nicht, weil die<br />
Normen o<strong>der</strong> Teile davon fehlen.<br />
Jede Norm soll mit <strong>der</strong> Angabe zur Höhe <strong>der</strong> Sicherheitsrelevanz<br />
ergänzt werden. Das Normenwerk selber soll so angepasst werden,<br />
dass<br />
• die VSS-Norm besser verständlich gemacht wird.<br />
• die fehlerhaften Normen überarbeitet werden.<br />
• es bei grosser Sicherheitsrelevanz ein MUSS sein sollte, die<br />
Norm anzuwenden, auch wenn es <strong>eine</strong> Kopfnorm ist (Norm<br />
rechtlich verbindlich machen). Norm sollte ebenfalls verständlich<br />
gemacht werden.<br />
• die fehlenden Teilbereiche <strong>der</strong> Normen, sowie die fehlenden<br />
Normen erarbeitet werden müssen.<br />
Es sind insbeson<strong>der</strong>e die Anliegen <strong>der</strong> verletzlichen Verkehrsteilnehmer<br />
(Velofahrer und Fussgänger), die Aspekte <strong>für</strong><br />
die öffentliche Beleuchtung und das behin<strong>der</strong>tengerechte Bauen<br />
sowie auch Verbesserungen technischer Aspekte bei Markierungen<br />
und Signalisationen zu berücksichtigen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen Es ist selbsterklärend, dass wenn die Normen richtig angewendet<br />
werden, und diese k<strong>eine</strong> Sicherheitsdefizite enthalten, Unfälle<br />
verhütet werden können. Wenn zudem sämtliche Sicherheitsaspekte<br />
durch die VSS und die SLG Normen abgedeckt werden,<br />
können am meisten Unfälle verhütet werden. Es ist jedoch nicht<br />
möglich sämtliche Sicherheitsaspekte durch diese beiden Nor-<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 06/S. 1
Offene Fragen –<br />
menbereiche abzudecken (z. B.: Verkehrsüberwachung, Verkehrserziehung).<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Lindenmann' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />
"Infrastruktur und Betrieb"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 06/S. 2
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme Q 07<br />
Aus- und Weiterbildung von Fachleuten im<br />
Verkehrsingenieurwesen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Es soll an den technischen Hochschulen <strong>eine</strong> Vorlesung "Verkehrssicherheit<br />
bei Infrastruktur und Betrieb von Verkehrsanlagen"<br />
angeboten werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Institutionalisierung und Professionalisierung <strong>der</strong> Verkehrssicherheitsarbeit<br />
in den Behörden (Bund, Kantone, Städte und<br />
Gemeinden) erfor<strong>der</strong>n Teams, die sich speziell mit dieser Arbeit<br />
beschäftigen. Weil die Verkehrssicherheitsfragen in Zukunft<br />
schwieriger, komplexer und umfangreicher werden, ist <strong>eine</strong> Spezialisierung<br />
<strong>eine</strong> Notwendigkeit. Zur Bewältigung <strong>der</strong> bestehenden<br />
und vor allem neuen Aufgabe bedarf es <strong>eine</strong>rseits entsprechend<br />
ausgebildeter o<strong>der</strong> weitergebildeter Ingenieure und Fachleute.<br />
Auf <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Seite müssen auch neue und auf breiterer<br />
Ebene angebotene Lehrveranstaltungen "Verkehrssicherheit" <strong>für</strong><br />
diese Aus- und Weiterbildung bereitgestellt werden. Es betrifft<br />
dies im Wesentlichen:<br />
• Ausbildung und Einsetzung von Verkehrssicherheitsexperten<br />
• Rasche Einführung von Lehrgängen und Lehrveranstaltungen<br />
"Verkehrssicherheit" an den Fachhochschulen. Zusätzliche<br />
Lehrveranstaltung "Verkehrssicherheit" an <strong>der</strong> ETH/<br />
EPFL<br />
• Nachdiplomstudien und Weiterbildungskurs "Verkehrssicherheit"<br />
an Hochschulen und Fachhochschulen<br />
• Regelmässige Weiterbildungstagungen des Schweizerischen<br />
Verbandes <strong>der</strong> Strassen- und Verkehrsfachleute<br />
(VSS) unterstützt durch das Bundesamt <strong>für</strong> Strassen (AST-<br />
RA)<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2005<br />
Erfahrungen Ohne <strong>eine</strong> entsprechende Ausbildung kann <strong>der</strong> Auftrag, Unfälle<br />
zu verhüten nicht ausgeführt werden. Die Massnahmen zum<br />
Bekämpfen <strong>der</strong> Unfälle sollen auf fundierten Studien beruhen,<br />
die nur in <strong>eine</strong>r entsprechenden Aus- bzw. Weiterbildung vermittelt<br />
werden können.<br />
Offene Fragen –<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 07/S. 1
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Lindenmann' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />
"Infrastruktur und Betrieb"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 07/S. 2
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme Q 08<br />
Sicherheitsverträglichkeitsprüfung gefährlicher<br />
Fahrzeuge, Fahrzeugteile und Fahrerassistenzsysteme<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Anpassen <strong>der</strong> bekannten ausländischen Verfahren an die<br />
Schweizer Verhältnisse und Einführung bei Autoimporteuren.<br />
Diese Vorgehensweise wird mit dem Begriff "Safety Rating" umschrieben.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Ab 2010 soll <strong>für</strong> alle neuen Fahrzeugtypen aufgrund einheitlicher<br />
und verfahrensmässiger <strong>Grundlagen</strong> <strong>eine</strong> systematische Sicherheitsbewertung<br />
durchgeführt werden.<br />
Mögliche Ziele <strong>der</strong> Fahrzeug-Sicherheit sind:<br />
Aktive Sicherheit: Fahrverhalten, Fahrzeug-Ergonomie<br />
Passive Sicherheit: Insassenschutz, Kompatibilität (Fussgängerschutz<br />
an Fahrzeugen)<br />
Zur Bearbeitung <strong>der</strong> Zielerfüllung ist <strong>eine</strong> Datenbasis erfor<strong>der</strong>lich.<br />
Sie unterglie<strong>der</strong>t sich in drei Teildatensätze:<br />
Primärdaten: Herstellerdaten am ruhenden Fahrzeug<br />
Sekundärdaten: Daten und Informationen von Tests am bewegten<br />
Fahrzeug<br />
Tertiärdaten: alle sicherheitsrelevanten Daten und Informationen,<br />
die aus dem praktischen Fahrzeuggebrauch<br />
resultieren<br />
Es ist anzustreben, dass Resultate von Crash-Tests (z. B. Euro-<br />
NCAP) und von Fahrerassistenzsystem-Tests in den Medien<br />
wahrheitsgetreu, verständlich und aussagekräftig veröffentlicht<br />
werden.<br />
Überdies sind die Hersteller und Importeure zu verpflichten,<br />
Warnungen zu veröffentlichen o<strong>der</strong> Rückrufaktionen betreffend<br />
mangelhaften Fahrzeugen durchzuführen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Autoimporteure VSAI<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen Mögliche Verfahrensabläufe sind im Bericht "Sicherheitsbewertung<br />
von Personenkraftwagen" BASt enthalten. Hinweise zur<br />
Wirksamkeit sind darin aber k<strong>eine</strong> enthalten.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 08/S. 1
Offene Fragen –<br />
Ausgewählte an<strong>der</strong>e Verfahren zur Sicherheitsbewertung:<br />
• Weak Points of Cars "WPOC" (Schweden)<br />
• TÜV Autoreport<br />
• Highway Loss Data Institute Report HLDI (USA)<br />
• New Car Assessment Programm "NCAP" (USA)<br />
• The Car Book "TCB" (USA)<br />
• ADAC-Sicherheitsbewertung (BRD)<br />
• Secondary Safety Rating System "SSRS" (GB)<br />
• Crashworthiness Rating System "CWRS" (GB)<br />
• IfT – Verfahren "QUPASI" (BRD)<br />
• Euro-NCAP<br />
Im Bereich <strong>der</strong> passiven Fahrzeugsicherheit gibt es bereits etablierte<br />
Testverfahren. Im Bereich <strong>der</strong> aktiven Fahrzeugsicherheit<br />
liegen diese noch nicht vor.<br />
Verschiedene europäische Staaten kennen öffentliche Rückrufmeldungen<br />
von mit Mängeln behafteten Fahrzeugen.<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen BASt (1996), Sicherheitsbewertung von Personenkraftwagen,<br />
Berichte <strong>der</strong> Bundesanstalt <strong>für</strong> Strassenwesen, Fahrzeugtechnik<br />
Heft F 17.<br />
'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />
"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />
Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />
nicht vermiedenen Kollisionen<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 08/S. 2
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme Q 09<br />
Tiefere Versicherungsprämien <strong>für</strong> sichere<br />
Fahrzeuge<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die aktive und die passive Sicherheit von Fahrzeugen können<br />
<strong>eine</strong>n positiven Einfluss auf die Verkehrssicherheit haben. Die<br />
Versicherungen könnten <strong>für</strong> Fahrzeuge mit bestimmten Merkmalen<br />
und Einrichtungen die Versicherungsprämie senken.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Mo<strong>der</strong>ne Fahrzeuge weisen in Bezug auf die aktive wie die passive<br />
Sicherheit erhebliche Fortschritte auf, die sich auch auf die<br />
Unfallhäufigkeit wie die Unfallschwere auswirken können. Dazu<br />
gehören die Crashsicherheit und Airbags aber auch aktive Sicherheitskomponenten<br />
wie z. B. ABS, Antischleu<strong>der</strong>systeme,<br />
Antischlupfregelung usw. Weitere sicherheitsför<strong>der</strong>nde Systeme<br />
könnten Abstandswarngeräte o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Ignition Interlock (bezogen<br />
auf Alkohol o<strong>der</strong> Gurten) sein. Die Prämien <strong>der</strong> Versicherten<br />
sollten gesenkt werden, wenn solche sicherheitsför<strong>der</strong>nden Systeme<br />
verwendet werden.<br />
Am bestehenden Bonus/Malus-System än<strong>der</strong>t sich lediglich die<br />
Berechnungsbasis.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Autoversicherer<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 09/S. 1
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme Q 10<br />
Ausbildung <strong>der</strong> Rettungssanitäter<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die Rettungssanitäterausbildung soll vom Bund geför<strong>der</strong>t und<br />
finanziell unterstützt werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die heute existierenden Voraussetzungen (Finanzierung nur<br />
über die Rettungsdienste) führen in den nächsten Jahren zu<br />
<strong>eine</strong>r Vermin<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Anzahl von ausgebildeten Berufspersonen<br />
im Rettungswesen. Dies führt zu <strong>eine</strong>m Qualitätsabbau <strong>der</strong><br />
Versorgung von Unfallverletzten auf den Strassen.<br />
Die vorhandenen Ausbildungsbestimmungen <strong>für</strong> die Ausbildung<br />
von Rettungssanitätern des SRK (in Kraft getreten 1998) bilden<br />
<strong>eine</strong> ausgezeichnete Grundlage <strong>für</strong> die Ausbildung, können aber<br />
aus finanziellen Gründen nur <strong>für</strong> <strong>eine</strong> kl<strong>eine</strong> Zahl <strong>der</strong> Personen,<br />
die im Rettungswesen tätig sind, umgesetzt werden.<br />
Die bei an<strong>der</strong>en Gesundheitsberufen vorhandene Finanzierung<br />
<strong>der</strong> Ausbildung durch die Kantone ist bei <strong>der</strong> Rettungssanitäterausbildung<br />
nur im Kanton Tessin und teilweise im Kanton Bern<br />
realisiert worden.<br />
Die Mehrkosten, die durch den Wechsel von <strong>der</strong> IVR Richtlinien<br />
zu <strong>der</strong> SRK Bestimmungen <strong>für</strong> die Ausbildung entstanden sind,<br />
müssen in den meisten Kantonen die Rettungsdienste tragen.<br />
Dies hat dazu geführt, dass Ausbildungsstellen gestrichen wurden.<br />
Nur durch <strong>eine</strong> gezielte Unterstützung <strong>der</strong> Ausbildung kann<br />
die benötigte Anzahl von Berufspersonen <strong>für</strong> das Rettungswesen<br />
langfristig erreicht werden.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � SRK<br />
� Sanitätsdirektoren � Rettungsdienste<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Die präklinische Versorgung von Unfallopfern kann heute nur<br />
noch mit ausgebildetem Fachpersonal gewährleistet werden.<br />
Regionen, die bereits über <strong>eine</strong> 100 %-ige Versorgung durch<br />
Fachpersonal verfügen, zeigen, dass die Qualitätssteigerung<br />
<strong>eine</strong>n grossen Nutzen bringt.<br />
Notarzt-Systeme, wie sie <strong>der</strong> IVR vorschlägt, sind auf Rettungsdienste<br />
angewiesen, die Rettungssanitäter auf den Unfallplatz<br />
bringen. Transporthelfer und an<strong>der</strong>e Hilfspersonen können nur<br />
bedingt in <strong>eine</strong>m Notarzt-System eingebunden werden.<br />
Rettungstechnik und Rettungsmedizin sind heute so komplex,<br />
dass sie nur mit <strong>eine</strong>r guten Grundausbildung verstanden und<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 10/S. 1
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
richtig eingesetzt werden können.<br />
Die Investitionen in die Rettungsdienste können nur voll ausgenützt<br />
werden, wenn das Personal die Kompetenz hat, diese auch<br />
anzuwenden.<br />
Der Einsatz von potenten Medikamenten (z. B. Schmerzmittel)<br />
kann nur mit dem Einsatz von Fachpersonal erfolgen; d. h. ohne<br />
Fachpersonal wird <strong>der</strong> Unfallpatient auch in Zukunft erst im Spital<br />
<strong>eine</strong> adäquate Versorgung erwarten können.<br />
Komfort- und Qualitätseinbussen werden sich nicht nur auf die<br />
Bergungs- und Transportphase auswirken, es werden durch die<br />
eingeschränkte präklinische Versorgung auch längere Spitalaufenthalte<br />
und Genesungszeiten anfallen.<br />
Die Gesundheitskosteneinsparungen, die von <strong>der</strong> Studie in Unterfranken<br />
aufgezeigt werden, können nur mit <strong>eine</strong>m hohen Ausbildungsstand<br />
des Fachpersonals erreicht werden.<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 10/S. 2
K01 – K57 Kurzfristige Massnahmen (initiiert bis 2005)<br />
Pädagogik, Kommunikation, Selektion und Therapie<br />
K01 Velohelmkampagne<br />
K02 Fahren mit Licht am Tag: Sollvorschrift VRV und Kampagne<br />
K03 Einführung SVG-Neuerungen, Teil 2-Phasen-Modell <strong>der</strong> Fahrausbildung<br />
K04<br />
K05<br />
K06<br />
Permanente Sensibilisierungskampagne <strong>für</strong> Neulenker im Alter von 18 bis 24<br />
Jahren<br />
Einführung <strong>eine</strong>s Obligatoriums von 40 Stunden Fahrpraxis in <strong>der</strong> ersten<br />
Ausbildungsphase (Personenwagen- und Motorradlenker)<br />
Verbesserung <strong>der</strong> Aus- und Weiterbildung <strong>für</strong> die Führerausweiskategorien<br />
C, C1, D, D1<br />
K07 Nachschulung <strong>für</strong> Auffällige flächendeckend<br />
K08<br />
Regelmässige obligatorische Weiterbildung von Motorradfahrern mit<br />
Ausweiskategorie A und A1 ab dem 25. Altersjahr<br />
Recht und Überwachung<br />
K09 Tempo-Regime 50/30 innerorts (Modell bfu )<br />
K10 Einführung SVG-Neuerungen, Teil Verschärfung Führerausweisentzug<br />
K11<br />
K12<br />
K13<br />
K14<br />
K15<br />
K16<br />
Einführung SVG-Neuerungen, Teil Alkohol: 0,5 Promille, anlassfreie<br />
Alkoholkontrollen<br />
Gurtentragen: Kampagne und Kontrollen (alle 4 Jahre, abwechselnd mit<br />
Massnahmen K 13, 14, 15)<br />
Geschwindigkeit: Kampagne und Kontrolle (alle 4 Jahre, abwechselnd mit<br />
Massnahmen K 12, 14, 15)<br />
Gefährliche Fahrmanöver: Kampagne und Kontrollen (alle 4 Jahre,<br />
abwechselnd mit K 12, 13, 15)<br />
Fahrfähigkeit: Kampagne und Kontrollen (inkl. Überwachung Ruhezeiten<br />
Lastwagenlenker) (alle 4 Jahre, abwechselnd mit Massnahmen K 12, 13, 14)<br />
Verbot <strong>der</strong> (externen) Zweiwegkommunikation im Auto und auf dem Motorrad<br />
(Telefon, Internet, Paging)<br />
K17 Richtlinien <strong>für</strong> Eignungsabklärung <strong>für</strong> ältere Fahrzeuglenker<br />
K18 Obligatorische Kontrolle <strong>der</strong> Sehfähigkeit ab dem 30. Altersjahr<br />
K19<br />
Leistungsgewichtsbeschränkung <strong>der</strong> Fahrzeuge <strong>für</strong> Neulenker<br />
(Personenwagen und Motorrä<strong>der</strong>)<br />
K20 Systemwechsel von <strong>der</strong> Halter- zur Führer-Haftpflichtversicherung
K21<br />
K22<br />
Wechsel von <strong>der</strong> Lenkerhaftung zur Halterverantwortung (straf- und<br />
massnahmenrechtlich)<br />
0,2 Promille <strong>für</strong> Neulenker, Motorradlenker und Führer von<br />
Sachentransportfahrzeugen<br />
K23 Beweiskraft <strong>der</strong> Atemalkoholkontrollen (anstatt Blutalkoholkontrollen)<br />
K24<br />
Infrastruktur und Betrieb<br />
Massnahmen gegen Kollisionen mit entgegenkommenden Fahrzeugen<br />
ausserorts<br />
K25 Massnahmen gegen Kollisionen mit festen Hin<strong>der</strong>nissen ausserorts<br />
K26 Sicherheitstechnische Optimierung im Bereich von Autobahnanschlüssen<br />
K27 Sicherung von Autobahnbaustellen<br />
K28 Sanierung von Unfallschwerpunkten (Unfallhäufungsstellen)<br />
K29 Sanierung von Knoten mit Unfällen beim Richtungswechsel innerorts<br />
K30 Überprüfung und Sanierung <strong>der</strong> Beleuchtung an ausgewählten Örtlichkeiten<br />
K31 Sicherung von Fussgänger-Querungen<br />
K32<br />
Sicherung von Querungen und Linksabbiegemanövern <strong>für</strong> den leichten<br />
Zweiradverkehr<br />
K33 Überprüfung und Sanierung von Knoten innerorts und ausserorts<br />
K34 Massnahmen zur Verbesserung <strong>der</strong> Schulwege<br />
K35 Automatische Verkehrskontrollen: stationäre Einrichtungen<br />
K36<br />
Automatische Verkehrskontrollen: digitaler Führerausweis und intelligentes<br />
Zündschloss<br />
K37 Überprüfung und Sanierung aller unbeschrankter Bahnübergänge<br />
K38 Massnahmen zur Verhin<strong>der</strong>ung des Ausweichverkehrs von Lastwagen<br />
K39<br />
Verbesserung <strong>der</strong> baulichen Schnittstellen zwischen öffentlichem Verkehr<br />
und Individualverkehr<br />
Fahrzeugtechnik und Verkehrstelematik<br />
K40 Obligatorischer Einbau Lichteinschaltautomatik<br />
K41 Einbau mehrstufiger Bremsleuchten in Fahrzeugen
K42 Massnahmen zur Verhin<strong>der</strong>ung von Toter-Winkel-Unfällen mit Lastwagen<br />
K43 Verschärfung <strong>der</strong> Vorschrift "Frontschutzbügel"<br />
K44 Umfassen<strong>der</strong> Unterfahrschutz an Lastwagen<br />
K45 Technische Geschwindigkeitslimitierung auf 80 km/h <strong>für</strong> Motorrä<strong>der</strong><br />
K46 Strassenmarkierungen: Leitpfosten mit Warnblinkern<br />
K47 Zufahrtsberechtigungen mittels Wechselsignalen<br />
K48<br />
City-Logistik (Management von Fahrberechtigungen <strong>für</strong> Güterverkehr in<br />
Städten)<br />
K49 Optimierung des Fracht- und Flottenmanagements<br />
K50 Fahrzeugseitige Verkehrsinformation und Zielführungs-Navigationssysteme<br />
K51<br />
Strassenseitige Verkehrsinformation, Wegweisung und Gefahrenwarnung<br />
(Wechselsignale)<br />
K52 Road Pricing <strong>für</strong> bestimmte Strassenabschnitte<br />
K53 Fahrzeugführerunterstützung: Abstandswarngerät<br />
K54 Fahrzeugführerunterstützung: Sichthilfen (Enhanced Vision)<br />
K55<br />
K56<br />
Fahrzeugführerunterstützung: Übermittlung von Verkehrssignalen und<br />
Geschwindigkeitsbegrenzungen<br />
Fahrzeugführerunterstützung: Sensorik <strong>für</strong> Lenkerüberwachung (Driver<br />
Alertness Monitoring System)<br />
K57 Fahrzeugbeeinflussung: Fahrzeugseitige Umsetzung Verkehrssignale<br />
K58 Fahrzeugbeeinflussung: Automatische Notmanöver<br />
K59 Fahrzeugbeeinflussung: Automatische Fahrzeugortung und -lenkung<br />
K60<br />
K61<br />
Fahrgemeinschaft, Fahrzeuggemeinschaft: Informations- und<br />
Reservationssysteme<br />
Verkehrsleitsystem auf Autobahnen (u. a.: variable<br />
Geschwindigkeitsanzeigen)<br />
Rettungswesen<br />
K62 Permanente Sensibilisierungskampagne Rettungswesen<br />
K63 Obligatorische Ersthelferausbildung in <strong>der</strong> Schule<br />
K64 Periodische Wie<strong>der</strong>holung des Nothelferkurses alle 5 Jahre
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 01<br />
Velohelmkampagne<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Kampagne zur För<strong>der</strong>ung des freiwilligen Velohelmtragens<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Weiterführung und Intensivierung <strong>der</strong> Aktivitäten zur För<strong>der</strong>ung<br />
des Helmtragens beim Fahrradfahren. Zwischen 2005 und 2010<br />
wird neben den bisherigen Aktivitäten (Abgabe von Velohelmbons,<br />
Plakate) die jährliche Kampagne mit folgenden Elementen<br />
ergänzt<br />
• Helme an Kin<strong>der</strong> aus tiefen sozialen Schichten gratis abgegeben<br />
• Direkte Ansprache von Eltern (z.B. via Ärzte, Lehrer)·<br />
• Verstärkte Präsenz im Fernsehen (Spots) und auf <strong>der</strong> Strasse<br />
(Plakate)<br />
• Wettbewerb mit attraktiven Preisen (Verknüpfung mit TV-Spot)<br />
• Medienorientierung mit Promis + Fachleuten<br />
Ziel ist die Erhöhung <strong>der</strong> Tragquote bei Kin<strong>der</strong>n und Sportlern<br />
auf 50 % und bei Erwachsenen mit Normalvelos auf 30 %, im<br />
Durchschnitt auf 40 %<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Die relevante Literatur ist in bfu-Report Nr. 41 zusammengefasst.<br />
Das Wichtigste: Mit intensiven Kampagnen konnte die<br />
Helmtragquote um ca. 15 %, in einzelnen Fällen gar bis zu 30 %<br />
erhöht werden.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 NBU/UVG 1999 (k<strong>eine</strong> 2000er Zahlen vorhanden)<br />
1604 Schädel-Hirnverletzungen (davon 100 % schwere)<br />
32 Todesfälle<br />
Hochrechnung 2000:<br />
1576 Schädel-Hirnverletzungen<br />
37 Todesfälle<br />
(k<strong>eine</strong> Dunkelziffer bei dieser Unfallschwere)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Wirkungsbereich Verletzungen = 80 %<br />
Wirkungsbereich Tote = 80 %<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 01/S. 1
Wirksamkeit 3 [b] Wirksamkeit Verletzungen = 80 %<br />
Wirksamkeit tödliche Verletzungen = 85 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100%<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Ein Beachtungsgrad von 40 % wird erst im 2010 erreicht,<br />
im Durchschnitt über 5 Jahre: 20 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 41, Velohelme – Erhebung des Tragverhaltens und<br />
<strong>der</strong> Traggründe, (Siegrist, S., Allenbach, R. & Regli, C., 1999)<br />
und Literaturverzeichnis<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 01/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1576 37<br />
Wirkungsbereich [a] 80 %<br />
80 %<br />
Wirksamkeit [b] 80 % 85 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 40 %<br />
Ø 20 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 0 0 0 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 403 10 202 5<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 403 10 202 5<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 01/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 02<br />
Fahren mit Licht am Tag: Sollvorschrift VRV<br />
und Kampagne<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Das Fahren mit Licht am Tag wird als Sollvorschrift in die Verkehrsregelnverordnung<br />
VRV aufgenommen. Parallel dazu wird<br />
<strong>eine</strong> Kampagne durchgeführt.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Das Einführen <strong>der</strong> Sollvorschrift bedeutet, dass die Massnahme<br />
gesetzlich vorgeschrieben ist, aber bei Wi<strong>der</strong>handlung nicht<br />
gebüsst wird. Zur verbesserten Publikation <strong>der</strong> Sollvorschrift<br />
sowie zur För<strong>der</strong>ung des DRL werden Kampagnen durchgeführt.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: VRV-Sollvorschrift ist bereits<br />
vorgenommen (Termin Anfang<br />
2002).<br />
Dauer <strong>der</strong> Kampagne 10 J.<br />
Erfahrungen Eine Studie <strong>der</strong> nie<strong>der</strong>ländischen Verkehrssicherheitsorganisation<br />
SWOV kommt zu dem Schluss, dass in Europa bei <strong>eine</strong>r 100prozentigen<br />
Einschaltquote <strong>eine</strong> 25-prozentige Reduktion <strong>der</strong><br />
tödlichen Kollisionen tagsüber erreicht werden kann.<br />
In Israel wurde 1989/90 <strong>eine</strong> Kampagne zur För<strong>der</strong>ung des Fahrens<br />
mit Licht am Tag durchgeführt. Bei gutem Wetter ergab sich<br />
<strong>eine</strong> Quote von 5 %, bei regnerischem o<strong>der</strong> nebligem Wetter<br />
<strong>eine</strong> Quote von 50–70 % von DRL-Fahrern. Im Vergleich dazu<br />
waren es vor <strong>der</strong> Kampagne 20–50 % (Hocherman, 1991).<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Alle Unfalltypen tagsüber exklusive Schleu<strong>der</strong>-/Selbstunfälle,<br />
Tierunfälle und An<strong>der</strong>e:<br />
192 Getötete und 14649 Verletzte (2000)<br />
Verletzte BFS 14649<br />
505 ANDERE, 8049 PW, 2229 MR, 1649 FR, 1566 FG, 651 MOFA)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 2527<br />
(83 ANDERE, 765 PW, 591 MR, 149 MOFA, 455 FR, 484 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 12122<br />
(422 ANDERE, 7284 PW, 1638 MR, 502 MOFA, 1194 FR, 1082 FG)<br />
Getötete BFS 192<br />
(10 ANDERE, 48 PW, 36 MR, 24 FR, 63 FG, 11 MOFA)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 02/S. 1
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 51615<br />
(2626 ANDERE, 20927 PW; 7356 MR, 13522 FR, 4385 FG,<br />
2799 MOFA)<br />
Davon Schwerverletzte 2351<br />
(42 ANDERE, 536 PW, 709 MR, 224 MOFA, 501 FR, 339 FG)<br />
Und Leichtverletzte 49264<br />
(2585 ANDERE, 20392 PW, 6647 MR, 2576 MOFA, 13021 FR,<br />
4046 FG)<br />
Getötete 192<br />
(10 ANDERE, 48 PW, 36 MR, 24 FR, 63 FG, 11 MOFA)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Da laut <strong>eine</strong>r Studie <strong>der</strong> bfu das Fahren mit Licht am Tag bereits<br />
zu 6 Prozent praktiziert wird, beträgt <strong>der</strong> Wirkungsbereich 94 %.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Die Wirksamkeit <strong>der</strong> Massnahme beträgt bei Verletzten 20 %,<br />
bei Getöteten 24.6 %.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Sollvorschrift wird an 40 % <strong>der</strong> Bevölkerung vermittelt<br />
Kampagne erreicht 20 % <strong>der</strong> Bevölkerung<br />
Beides zusammen erreicht max. 50 % <strong>der</strong> Bevölkerung nach 10<br />
Jahren. Im Durchschnitt also 25 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 70 % <strong>der</strong>jenigen, die Kenntnis von <strong>der</strong> Verordnung haben o<strong>der</strong><br />
durch die Kampagne informiert wurden, schalten das Licht tagsüber<br />
ein (= Maximalwert), durchschnittlich über die zehn Jahre:<br />
50 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />
"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />
Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />
nicht vermiedenen Kollisionen<br />
Hocherman, I. (1991), The use of daytime running lights during<br />
the winter months in Israel – evaluation of a campaign. Lunds<br />
Tekniska Hoegskola Trafikteknik Bulletin, 94, 123–131.<br />
Koornstra, M., Bijleveld, F. & Hagenzieker, M. (1997), The Effects<br />
of Daytime Running Lights. A perspective on DRL in the<br />
EU: the statistical re-analysis and a meta-analysis of 24 independent<br />
DRL-evaluations. SWOV, Leidschendam NL<br />
TCS (2000), Treibstoffverbrauch. Technischer Informationsdienst.<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 02/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 2351 192<br />
Wirkungsbereich [a] 94 %<br />
94 %<br />
Wirksamkeit [b] 20 % 25 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 50 %<br />
Ø 25 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 70 %<br />
Ø 50 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 35 4 13 1<br />
Motorrad 47 3 17 1<br />
15 15 1 5 0<br />
Fahrrad 33 2 12 1<br />
Fussgänger 22 5 8 2<br />
An<strong>der</strong>e 3 1 1 0<br />
Total 155 16 56 5<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 02/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 03<br />
Einführung SVG-Neuerungen, Teil 2-Phasen-<br />
Modell <strong>der</strong> Fahrausbildung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Neu soll nach bestandener Führerprüfung nicht mehr ein unbefristeter<br />
Ausweis erteilt werden, son<strong>der</strong>n bloss <strong>eine</strong>r auf Probe.<br />
Erst nach weiteren drei Jahren würden Neulenker und -lenkerinnen<br />
<strong>eine</strong>n unbefristeten Führerausweis erhalten. Dies allerdings nur,<br />
wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Einerseits dürfen die Lenker<br />
während <strong>der</strong> Bewährungszeit k<strong>eine</strong> wie<strong>der</strong>holt verkehrsgefährdenden,<br />
zum Führerausweisentzug führenden Wi<strong>der</strong>handlungen<br />
begehen; an<strong>der</strong>erseits müssen sie alle obligatorischen Weiterbildungskurse<br />
besuchen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Mit dem neu entwickelten 2-Phasen-Modell <strong>der</strong> Fahrausbildung<br />
soll ein wesentlicher Beitrag zur Vermin<strong>der</strong>ung von Unfallrisiken<br />
bei Jungfahrern und -fahrerinnen geleistet werden. Eine erste<br />
Phase dient <strong>der</strong> Fahrausbildung und endet mit <strong>der</strong> Erteilung<br />
<strong>eine</strong>s Führerausweises auf Probe. Daran schliesst sich <strong>eine</strong><br />
dreijährige Bewährungs- und Weiterbildungsphase an, welche –<br />
bei Erfüllung aller Bedingungen – mit <strong>der</strong> Erteilung des unbefristeten<br />
Führerausweises endet. Der Zugang zur Fahrerlaubnis<br />
soll künftig also stufenweise und definitiv erst nach Bewährung<br />
erfolgen. Diese erste Phase entspricht eigentlich <strong>der</strong> bisherigen<br />
Fahrausbildung. Es sollen auch künftig dieselben Voraussetzungen<br />
<strong>für</strong> die Erlangung <strong>eine</strong>s Lernfahrausweises sowie <strong>für</strong> die<br />
Zulassung zur Führerprüfung gelten wie heute. Im Unterschied<br />
zum (noch) geltenden Recht soll diese Phase nach bestandener<br />
Führerprüfung aber nicht mit <strong>der</strong> Erteilung <strong>eine</strong>s unbefristeten<br />
Führerausweises abgeschlossen werden, son<strong>der</strong>n mit <strong>der</strong> Erteilung<br />
<strong>eine</strong>s Führerausweises auf Probe. Mit <strong>der</strong> Erteilung <strong>eine</strong>s<br />
Führerausweises auf Probe beginnt die dreijährige Bewährungs-<br />
und Weiterbildungsphase. Wird während <strong>der</strong> dreijährigen Probezeit<br />
<strong>eine</strong> verkehrsgefährdende Wi<strong>der</strong>handlung begangen, die<br />
zum Führerausweisentzug führt, so soll die Probezeit um ein<br />
Jahr verlängert werden. Nicht nur das Sichbewähren während<br />
<strong>der</strong> dreijährigen Probephase, son<strong>der</strong>n auch <strong>der</strong> Besuch von<br />
Weiterbildungskursen muss zwingende Bedingung <strong>für</strong> die Erteilung<br />
<strong>eine</strong>s unbefristeten Führerausweises sein. Die Weiterbildung<br />
besteht aus zwei ganztägigen Kursen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Verkehrsverbände<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2007<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 03/S. 1
Erfahrungen Die Notwendigkeit <strong>eine</strong>r Massnahme ergibt sich aus <strong>der</strong> Unfallsituation.<br />
Der Strassenverkehrsunfall ist die häufigste Todesursache<br />
<strong>der</strong> 18- bis 24-jährigen Erwachsenen. Ihr Unfallrisiko ist rund<br />
zweieinhalb Mal so hoch wie das <strong>der</strong> älteren Verkehrsteilnehmer.<br />
Allein als PW-Insassen starben im Jahr 2000 65 junge<br />
Menschen und 3968 wurden verletzt. Die Ursachen dieser hohen<br />
Unfallbelastung liegen nicht nur in <strong>eine</strong>r ungenügenden Fahrzeugbedienung:<br />
Das Fahrverhalten wird noch zu wenig an die<br />
Anfor<strong>der</strong>ungen <strong>der</strong> Verkehrssituation angepasst, <strong>der</strong> Fahrstil ist<br />
stark durch die aktuelle Befindlichkeit beeinflusst und die altersbezogenen<br />
Verhaltensweisen junger Erwachsener begünstigen<br />
ein riskantes Vorgehen. Mit dem 2-Phasen-Modell können diese<br />
Bedingungen teils beeinflusst, teils kontrolliert werden. Die Weiterbildung<br />
bezweckt unter an<strong>der</strong>em, dass die Neulenker die eigenen<br />
Fähigkeiten und Grenzen realistisch einzuschätzen lernen.<br />
Weil das Verhalten durch Schulung nur teilweise beeinflusst<br />
werden kann, wird ein Fehlverhalten zusätzlich durch Androhung<br />
von Sanktionen (Bewährungsphase) zu unterbinden versucht.<br />
Evaluationsergebnisse: Auswirkungen neuer Fahrausbildungssysteme<br />
auf die Unfallhäufigkeit (zusammengefasst von Gregersen,<br />
in: Siegrist, 1999)<br />
• Dänemark: minus 50–150 Unfälle mit Personenschaden pro<br />
Jahr (Aussage schwierig wegen methodischer Probleme <strong>der</strong><br />
Studie)<br />
• Schweden: Modelle: Erhöhung <strong>der</strong> begleiteten Fahrstunden:<br />
minus 46 %, wovon 24 % durch Selektionseffekt (Teilnahme<br />
war freiwillig) zustande kamen. Nettoeffekt: 22 %<br />
• New Zealand: Modell: Graduated Driver Licensing System.<br />
Reduktion <strong>der</strong> Unfälle mit Personenschaden (Hospitalisation):<br />
minus 7–23 %<br />
K<strong>eine</strong>s <strong>der</strong> Modelle ist mit dem 2-Phasen-Modell identisch. Das<br />
2-Phasen-Modell enthält jedoch sämtliche wichtigen Elemente,<br />
die zur Wirksamkeit <strong>eine</strong>r verbesserten Fahrausbildung beitragen.<br />
Wenn das Modell richtig ein- und durchgeführt wird, kann<br />
mit <strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong> Unfälle mit Personenschaden um 15 bis<br />
20 % gerechnet werden.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Alle verunfallten PW und Motorradlenker im Alter von 19–21<br />
Jahren und die Mitbetroffenen (Insassen, an<strong>der</strong>e Fahrzeuge,<br />
Fussgänger), 2000<br />
Verletzte BFS 5837<br />
(102 ANDERE, 4426 PW; 669 MR, 126 MOFA, 240 FR, 274 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 1047<br />
(17 ANDERE, 663 PW, 191 MR; 26 MOFA, 57 FR, 93 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 4790<br />
(85 ANDERE, 3763 PW; 478 MR; 100 MOFA, 183 FR, 181 FG)<br />
Getötete BFS 85<br />
(1 ANDERE; 63 PW; 12 MR, 2 FR, 7 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 17'523<br />
(530 ANDERE, 11508 PW, 2208 MR; 542 MOFA, 1968 FR, 767 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 869<br />
(9 ANDERE, 464 PW, 229 MR; 39 MOFA, 63 FR, 65 FG)<br />
Und Leichtverletzte 16654<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 03/S. 2
Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />
(522 ANDERE, 11044 PW; 1979 MR; 503 MOFA, 1905 FR, 702 FG)<br />
Getötete 85<br />
(1 ANDERE; 63 PW; 12 MR, 2 FR, 7 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 60 % <strong>der</strong> Getöteten und 50 % <strong>der</strong> Schwerverletzten (Anteil <strong>der</strong><br />
Unfälle, <strong>der</strong> sich durch Weiterbildung und Strafandrohung beeinflussen<br />
lässt)<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 30 %<br />
(Umsetzung <strong>der</strong> erworbenen Kompetenzen in <strong>der</strong> Praxis)<br />
(= Maximal und Durchschnittswert)<br />
Offene Fragen<br />
− Gestaltung <strong>der</strong> Weiterbildungskurse<br />
− Kosten <strong>der</strong> Weiterbildungskurse <strong>für</strong> die Betroffenen<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Argumentarium "2-Phasen-Modell <strong>der</strong> Fahrausbildung",<br />
(2000) Bern<br />
bfu-Report 40 (1999), Driver Training, Testing and Licensing –<br />
towards theory-based management of young driver’s injury<br />
risk in road traffic (Siegrist, S. [ed.])<br />
Botschaft zur Än<strong>der</strong>ung des SVG vom 31.3.1999 (Separatdruck<br />
99.03)<br />
Siegrist, S. Remund, P. (2000). Revision des Strassenverkehrsgesetzes,<br />
Bern, bfu<br />
Stöcklin, R. Remund, P. (2000). Revision des Strassenverkehrsgesetzes,<br />
Referat, Bern, bfu<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 03/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 869 85<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 50 % 60 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 30 %<br />
Ø 30 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 70 11 70 11<br />
Motorrad 34 2 34 2<br />
Mofa 6 0 6 0<br />
Fahrrad 9 0 9 0<br />
Fussgänger 10 1 10 1<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 1 0<br />
Total 130 14 130 14<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 03/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 04<br />
Permanente Sensibilisierungskampagne <strong>für</strong><br />
Neulenker im Alter von 18 bis 24 Jahren<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Permanente Sensibilisierungskampagne <strong>für</strong> Neulenker im Alter<br />
von 18–24 Jahre<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Neulenker im Alter von 18–24 Jahren sollen permanent mit <strong>eine</strong>r<br />
Kampagne konfrontiert werden, die auf die spezifischen Probleme<br />
dieser Lenkergruppe eingeht (z. B. noch wenig Erfahrung,<br />
differentielle Alkoholwirkung, Geschwindigkeit, Gurttragen usw.).<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2003<br />
Erfahrungen Es lassen sich in <strong>der</strong> Literatur k<strong>eine</strong> Studien finden, welche die<br />
tatsächliche Wirksamkeit auf Ebene des Unfallkriteriums allein<br />
durch Kampagnen (ohne Enforcement usw.) beziffern. Eine Metaanalyse<br />
von 87 evaluierten massenmedialen Strassenverkehrssicherheits-Kampagnen<br />
zeigte <strong>eine</strong>n Effekt von ca. 8% in<br />
den Massen "Wissen, Einstellungen, Verhalten, Sicherheitsbewusstsein"<br />
(Verbesserung gegenüber <strong>der</strong> Vorhermessung) (Elliott,<br />
1993).<br />
Eine Meta-Analyse im Rahmen des EU-Projektes GADGET<br />
(Workpackage 4) ergab <strong>eine</strong> durchschnittliche Wirksamkeit von 8<br />
bis 15% gemessen am Unfallkriterium. Allerdings waren die<br />
Kampagnen oft auch mit Enforcement, gesetzgeberischen, erzieherischen<br />
und an<strong>der</strong>en Massnahmen kombiniert.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von Personenwagen- und Motorradlenkern<br />
(18-24 J.), 2000<br />
Verletzte BFS 10461 (205 ANDERE, 7464 PW, 1507 MR, 250<br />
MOFA, 506 FR, 529 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1910 (27 ANDERE, 1097 PW, 429 MR,<br />
56 MOFA, 118 FR, 183 FG)<br />
Und Leichtverletzte 8551 (178 ANDERE, 6367 PW, 1078 MR,<br />
194 MOFA, 388 FR, 346 FG)<br />
Getötete BFS (1 ANDERE, 98 PW, 30 MR; 4 FR, 13 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 04/S. 1
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 32150 (1066 ANDERE, 19406 PW, 4973 MR, 1075<br />
MOFA, 4149 FR, 1481 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1639 (14 ANDERE, 768 PW, 515 MR, 84<br />
MOFA, 130 FR, 128 FG)<br />
Und Leichtverletzte 30511 (1053 ANDERE, 18639 PW, 4458<br />
MR; 991 MOFA, 4019 FR, 1353 FG)<br />
Getötete BFS 146 (1 ANDERE, 98 PW, 30 MR; 4 FR, 13 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Nicht alle verunfallten 18- bis 24-Jährigen sind kausal <strong>für</strong> die<br />
Ereignisse verantwortlich; des weiteren gibt es <strong>eine</strong> Einschränkung<br />
dadurch, dass auch da, wo Kausalität vorliegt, es sich um<br />
<strong>eine</strong> Ursache handeln kann, die durch die Sensibilisierungskampagne<br />
nicht abgedeckt wird. Deshalb: Wirkungsbereich = 60%<br />
Wirksamkeit 3 [b] Wenn das durch die Kampagne angesprochene Risikoverhalten<br />
nicht mehr gezeigt wird, kann etwa <strong>eine</strong> Wirksamkeit von 60%<br />
bei den Getöteten und 50% bei den Schwerverletzten erreicht<br />
werden.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Wie immer wird es Einschränkungen geben. Deshalb: 80%<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Aus <strong>der</strong> zitierten Metaanalyse abgeleitet: Auf <strong>der</strong> Ebene von rel.<br />
weichen Daten (Befragung bezügl. Verhalten, Wissen usw.)<br />
kann die Beachtung 8% betragen. So hoch wird jedoch die beobachtbare<br />
Verhaltensän<strong>der</strong>ung nie sein; ausgehend von <strong>eine</strong>r<br />
max. Korrelation von 0.30 zwischen Einstellung und tatsächlichem<br />
Verhalten werden <strong>für</strong> den Beachtungsgrad im Mittel 3%<br />
veranschlagt. Dieser kann bei langjähriger guter Durchführung<br />
<strong>der</strong> Kampagne auf max. 7% ansteigen.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Elliott, B. (1993), Road Safety Mass Media Campaigns: A Meta<br />
Analysis. Elliott & Shanahan Research, Report 1993/08.<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 04/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1639 146<br />
Wirkungsbereich [a] 60 %<br />
60 %<br />
Wirksamkeit [b] 50 % 60 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 7 %<br />
Ø 3 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 13 2 6 1<br />
Motorrad 9 1 4 0<br />
Mofa 1 0 1 0<br />
Fahrrad 2 0 1 0<br />
Fussgänger 2 0 1 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 27 3 13 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 04/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 05<br />
Einführung <strong>eine</strong>s Obligatoriums von 40 Stunden<br />
Fahrpraxis in <strong>der</strong> ersten Ausbildungsphase<br />
(Personenwagen- und Motorradlenker)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme In <strong>der</strong> ersten Ausbildungsphase bis zur praktischen Prüfung soll<br />
nebst dem Verkehrsunterricht auch Fahrpraxis von 40 Stunden<br />
obligatorisch werden. 15 dieser Stunden müssen durch professionelle<br />
Fahrlehrer unterrichtet werden, wobei nicht alle Stunden<br />
Fahrpraxis sind. Obligatorisch in dieser Zeit sind zwei Gespräche<br />
mit den Lernfahrenden zur Feststellung des Lernstandes und<br />
Festlegung <strong>der</strong> Lernziele.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Im Moment existiert in <strong>der</strong> Schweiz lediglich <strong>der</strong> obligatorische<br />
Verkehrsunterricht, jedoch kein Fahrschulobligatorium. Die<br />
Massnahme soll folgen<strong>der</strong>massen ausgestaltet werden:<br />
• Im ersten Teil <strong>der</strong> Ausbildung sind mind. 15 Stunden praktischer<br />
Unterricht in <strong>eine</strong>r professionellen Fahrschule obligatorisch.<br />
Innerhalb dieser 15 Stunden sind mit den Lernfahrenden<br />
obligatorisch durchzuführen:<br />
a) 1 o<strong>der</strong> 2 Vollbremsungen,<br />
b) 2 Gespräche, wovon je 1 zu Beginn und gegen Ende <strong>der</strong><br />
prakt. Ausbildung, zur Feststellung des Lernstandes und<br />
Festlegung <strong>der</strong> Lernziele. Der Einsatz von Fahrsimulatoren<br />
ist möglich (sinnvoll vor allem <strong>für</strong> das Lernen des Handling<br />
und später zur Schulung <strong>der</strong> Verkehrssinnes)<br />
• Weitere 30 Stunden praktisches Fahren sind obligatorisch,<br />
müssen jedoch nicht zwingend in <strong>eine</strong>r Fahrschule, son<strong>der</strong>n<br />
können bei Laieninstruktoren* absolviert werden.<br />
• Bevor mit den Laieninstruktoren Fahrten unternommen werden,<br />
müssen zwingend 5 Stunden in <strong>der</strong> professionellen<br />
Fahrschule absolviert werden!<br />
• Die Laieninstruktoren müssen die begleiteten Fahrten protokollieren.<br />
Diese Protokolle dienen als Grundlage <strong>für</strong> die Gespräche<br />
mit den Fahrlehrern.<br />
Ansonsten gibt es k<strong>eine</strong> Än<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> geltenden Regelung: Der<br />
Verkehrsunterricht bleibt obligatorisch und das begleitete Fahren<br />
durch Personen mit vollendetem 23. Altersjahr und mind. 3 Jahren<br />
Führerscheinbesitz ist weiterhin möglich. Dieses begleitete<br />
Fahren kann jedoch nicht als Teil des obligatorischen praktischen<br />
Unterrichts angerechnet werden.<br />
* als Laieninstruktoren kommen Eltern mit mind. 4 Jahren Führerscheinbesitz<br />
o<strong>der</strong> – auf Antrag – an<strong>der</strong>e, über 30-jährige Fahrzeuglenker mit mind. 4 Jahren<br />
Führerscheinbesitz in Frage<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 05/S. 1
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Das oben dargestellte Modell <strong>der</strong> ersten Fahrausbildungsphase<br />
beinhaltet Teile, die bereits im schwedischen Modell integriert<br />
sind und da zur Anwendung kommen. Allerdings ist in Schweden<br />
freigestellt, ob die Ausbildung bei <strong>eine</strong>m Laien- o<strong>der</strong> Profiinstruktor<br />
absolviert wird. Für Laien gelten da etwas härtere Bedingungen<br />
(24-jährig, 5 Jahre ununterbrochene Fahrpraxis, off. Erlaubnis/Nachweis)<br />
als bei uns geplant sind. Hingegen wird kein<br />
Nachweis <strong>der</strong> Ausbildungsstunden bei Laien benötigt. In Schweden<br />
kann mit <strong>der</strong> Ausbildung bereits mit 16 Jahren angefangen<br />
werden; die Prüfung kann jedoch nach wie vor erst mit 18 Jahren<br />
absolviert werden.<br />
Die Auswirkungen <strong>der</strong> verän<strong>der</strong>ten ersten Ausbildungsphase<br />
lassen sich nur schwer abschätzen; die teilweise Übertragung<br />
<strong>der</strong> Evaluationsergebnisse des schwedischen Modells scheint<br />
am sinnvollsten, obwohl die Ausgestaltung nicht exakt die gleiche<br />
ist und die Reduktion des Lernfahralters im Vor<strong>der</strong>grund<br />
stand. In Schweden wurde <strong>eine</strong> Reduktion des Unfallrisikos in<br />
den ersten 2 Jahren nach <strong>der</strong> Fahrprüfung von 15% beobachtet,<br />
die v. a. auf das frühere Lernfahralter zurückgeführt wurde. Ein<br />
Teil dieser Reduktion dürfte jedoch auch auf die vermehrte Erfahrung<br />
(trotz Erhöhung <strong>der</strong> Exposition) zurückzuführen sein.<br />
Obwohl in <strong>der</strong> Schweiz kein Fahrschulobligatorium existiert,<br />
dürften sich doch die meisten Lernfahrer zumindest <strong>für</strong> einige<br />
Stunden bei <strong>eine</strong>m Fahrlehrer ausbilden lassen. Die Einführung<br />
<strong>der</strong> Massnahme hat vermutlich gegenüber heute zusätzlich ausgeübte<br />
Fahrstunden (mit Laien od. Fahrlehrer) zur Folge, die als<br />
zusätzliches Erfahrungssammeln gewertet werden können. Diese<br />
zusätzliche Erfahrung dürfte sich positiv auf das Unfallrisiko in<br />
den ersten 2 Jahren nach <strong>der</strong> prakt. Prüfung auswirken. Ebenfalls<br />
ein positiver Einfluss dürfte davon ausgehen, dass die Eltern<br />
in die Ausbildung involviert sind, weil da, wo diese sich<br />
ernsthaft daran beteiligen, mit <strong>eine</strong>m grossen Interesse am sicheren<br />
Fahren <strong>der</strong> Kin<strong>der</strong> gerechnet werden kann.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Neulenkern (PW,<br />
MR, 18-24j, Führerausweis
Davon Schwerverletzte 1001 (7 ANDERE, 450 PW, 385 MR, 50<br />
MOFA, 52 FR, 57 FG)<br />
Und Leichtverletzte 17103 (497 ANDERE, 10766 PW, 3334 MR,<br />
604 MOFA, 1310 FR, 592 FG)<br />
Getötete 85 (1 ANDERE, 55 PW, 24 MR; 5 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 100% (noch nicht realisiert in dieser Form)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 50%<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Wird zwar flächendeckend umgesetzt, jedoch dürften nur etwa<br />
50% <strong>der</strong> Neulenker tatsächlich mehr Fahrerfahrung aufweisen<br />
und <strong>eine</strong> bessere Ausbildung genossen haben.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Etwa 10% <strong>der</strong> Neulenker profitieren von <strong>der</strong> verbesserten Ausbildung<br />
und <strong>der</strong> vermehrten Fahrpraxis und können dies auch in<br />
ihr Fahrverhalten umsetzen.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 40 (Siegrist, S.) (1999), Driver Training, Testing and<br />
Licensing.<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 05/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1001 85<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 50 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />
Ø 10 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 11 1 11 1<br />
Motorrad 10 1 10 1<br />
Mofa 1 0 1 0<br />
Fahrrad 1 0 1 0<br />
Fussgänger 1 0 1 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 24 2 24 2<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 05/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 06<br />
Verbesserung <strong>der</strong> Aus- und Weiterbildung <strong>für</strong><br />
die Führerausweiskategorien C, C1, D, D1<br />
–<br />
Exakte Ausformulierung Die Ausbildung <strong>der</strong> Chauffeure ist bis anhin <strong>der</strong> Ausbildung an<strong>der</strong>er<br />
Verkehrsteilnehmer relativ ähnlich. Daher sollten die Ausbildungsbestimmungen<br />
verschärft werden:<br />
• Erhöhung <strong>der</strong> begleiteten Fahrpraxis in <strong>der</strong> Ausbildung<br />
• Qualitative Verbesserung Grundausbildung (z B. periodische<br />
Gespräche zur Lernzielerreichung)<br />
• regelmässige medizinische Untersuchungen und Sehtests<br />
und Weiterbildungskurse<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen In <strong>der</strong> Literatur gibt es recht wenig Informationen über die Bedingungen<br />
zur Erlangung des Ausweises als Berufschauffeur. In<br />
den USA scheint die Ausbildung nicht über jeden Zweifel erhaben<br />
zu sein. Deshalb entwickelte die Firma Brown-Ferries Industries<br />
ein eigenes Programm <strong>für</strong> ihre Camioneure, dass erfolgreich<br />
war (Smith, 1993).<br />
Hinsichtlich Krankheiten und <strong>der</strong>en Zusammenhang mit Unfällen<br />
gibt es wenig Erforschtes. Generell dürfte gelten, dass dieser<br />
Anteil unterschätzt wird (man rechnet etwa mit 10% Unfällen, die<br />
durch Krankheiten/Behin<strong>der</strong>ungen kausal verursacht werden).<br />
Bei <strong>der</strong> Sehfähigkeit wird davon ausgegangen, dass etwa 7%<br />
<strong>der</strong> Unfallverursacher <strong>eine</strong> Sehstörung aufweisen. Es gibt k<strong>eine</strong>n<br />
Grund anzunehmen, dass die Situation bei Berufschauffeuren<br />
an<strong>der</strong>s sein sollte.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Lastwagen (>3,5 to,<br />
inkl. Bus/Car), 2000<br />
Verletzte BFS 1619 (430 ANDERE, 856 PW, 97 MR; 38 MOFA,<br />
106 FR, 92 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 373 (96 ANDERE, 158 PW, 36 MR,<br />
16 MOFA, 37 FR, 30 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 1246 (334 ANDERE, 698 PW, 61 MR,<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 06/S. 1
22 MOFA, 69 FR, 62 FG)<br />
Getötete BFS 88 (10 ANDERE, 35 PW, 6 MR, 3 MOFA, 13 FR,<br />
21 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte BFS 6072 (2236 ANDERE, 2226 PW, 320 MR; 163<br />
MOFA, 869 FR, 258 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 288 (48 ANDERE, 111 PW, 43 MR, 24<br />
MOFA, 41 FR, 21 FG)<br />
Und Leichtverletzte 5784 (2188 ANDERE, 2115 PW, 277 MR;<br />
139 MOFA, 829 FR, 237 FG)<br />
Getötete 88 (10 ANDERE, 35 PW, 6 MR, 3 MOFA, 13 FR, 21<br />
FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Kann theoretisch praktisch bei allen wirken: 70%.<br />
Wirksamkeit 3 [b] 30% (Anteil <strong>der</strong> Unfälle, <strong>der</strong> sich durch verbesserte Aus- und<br />
Weiterbildung sowie ärztl. Untersuchung beeinflussen lässt)<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Wird per VZV eingeführt: 100% (= maximal- und durchschnittlich)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 20% (= maximal- und durchschnittlich) (Umsetzung <strong>der</strong> erworbenen<br />
Kompetenzen resp. Einhaltung <strong>der</strong> aufgrund <strong>der</strong> ärztl.<br />
Untersuchungen gemachten Auflagen)<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Smith, M.A. (1993), No wasted effort. Brown-Ferris Industries<br />
excels in driver training. 93 (2), 15-17.<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 06/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 288 88<br />
Wirkungsbereich [a] 70 %<br />
70 %<br />
Wirksamkeit [b] 30 % 30 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 20 %<br />
Ø 20 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 5 1 5 1<br />
Motorrad 2 0 2 0<br />
Mofa 1 0 1 0<br />
Fahrrad 2 1 2 1<br />
Fussgänger 1 1 1 1<br />
An<strong>der</strong>e 2 0 2 0<br />
Total 13 3 13 3<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 06/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 07<br />
Nachschulung <strong>für</strong> Auffällige flächendeckend<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Lenker, die wegen <strong>eine</strong>s Verkehrsdeliktes auffällig wurden, das<br />
mit <strong>eine</strong>n Warnungsentzug von minimal 6 Monaten geahndet<br />
wurde, sollen <strong>eine</strong>n Nachschulungskurs besuchen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Lenker, die wegen <strong>eine</strong>s Verkehrsdeliktes auffällig wurden, das<br />
mit <strong>eine</strong>n Warnungsentzug geahndet wurde, sollen aus eigener<br />
Initiative <strong>eine</strong>n von <strong>der</strong> Behörde empfohlenen Nachschulungskurs<br />
besuchen. Dadurch lässt sich die Entzugsdauer des Führerscheins<br />
je nach Entzugsdauer um maximal 3 Monate reduzieren,<br />
wobei die gesetzliche Mindestentzugsdauer nicht unterschritten<br />
werden darf. Das Kursangebot muss dadurch <strong>für</strong> verschiedene<br />
Deliktgruppen erweitert sowie verbessert werden und<br />
den Ansprüchen, wie sie <strong>für</strong> die bfu-FiaZ-Kurse formuliert sind,<br />
genügen. Nicht <strong>der</strong> Nachschulung unterstellt sind die Entzugsursache<br />
'Nichteignung’ sowie alle Entzugsursachen, die mit dem<br />
Strassenverkehr nichts zu tun haben (Verwendung des Fahrzeugs<br />
zur Begehung <strong>eine</strong>s Verbrechens).<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Aus <strong>der</strong> Literatur sind nur Wirksamkeitsanalysen <strong>für</strong> Alkohol-<br />
Nachschulungskurse bekannt: In Deutschland werden nach 5<br />
Jahren 27 % <strong>der</strong> Alkoholfahrer ohne Kurs gegenüber nur 21 %<br />
mit Kurs rückfällig, d. h. <strong>der</strong> Unterschied von 6 % ist kursbedingt<br />
(In <strong>eine</strong>r Meta-Analyse von Wells-Parker ergab sich ein Wirkungsgrad<br />
von durchschnittlich 9 %). Bezogen auf das angepasste<br />
Verhalten (Nicht-Rückfall) entsprechen diese 6 % <strong>eine</strong>m<br />
Beachtungsgrad von 18 % (<strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> rückfälligen Kursbesucher<br />
liegt um 22.2 % tiefer: die Differenz von 6 % auf 27 % entspricht<br />
nämlich 22.2 %. Auf dieser Basis wird <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong><br />
nichtrückfälligen Kursbesucher berechnet: 22,2 % von 79 %<br />
entsprechen <strong>eine</strong>r Beachtung von 17.5, also 18 %).<br />
Nach 10 Jahren beträgt <strong>der</strong> Rückfall ohne Kurs 37 %, mit Kurs<br />
30 %. Die analoge Berechnung wie <strong>für</strong> den kursbedingte 5-<br />
Jahres-Beachtungsgrad ergibt <strong>für</strong> 10 Jahre <strong>eine</strong>n Beachtungsgrad<br />
von 13 %.<br />
Mangels Erfahrung mit Kursen <strong>für</strong> Lenker mit Verstössen gegen<br />
Temporegeln o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>e Deliktgruppen werden <strong>für</strong> diese im<br />
Folgenden die oben zitierten und errechneten Werte <strong>der</strong> Wirksamkeit<br />
von FiaZ-Kursen übernommen.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 07/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Im Jahr 2000 wurden im ADMAS rund 6100 Fahrausweisentzüge<br />
von 6 und mehr Monaten registriert (wie oben definiert nur <strong>für</strong><br />
best. Deliktgruppen und ohne Sicherungsentzüge). Bei 30 % <strong>der</strong><br />
Entzüge ging das Delikt mit <strong>eine</strong>m Unfall einher, d. h. es ereigneten<br />
sich rund 1830 Unfälle. Gemäss BFS sind pro 1000 Unfälle<br />
375 Verunfallte, 80 Schwerverletzte und 8 Getötete zu verzeichnen.<br />
Da es sich bei den Unfällen mit Entzügen hauptsächlich um<br />
Geschwindigkeits- und Trunkenheitsdelikte mit bekanntermassen<br />
höherem Verletzungsrisiko handelt, wird gegenüber dem<br />
Normalverhältnis von Unfällen zu Verunfallten/Schwerverletzten/<br />
Getöteten ein Faktor 2 angenommen, d. h. es wird von 750 Verunfallten,<br />
160 Schwerverletzten und 16 Getöteten pro 1000 Unfälle<br />
ausgegangen.<br />
Für die 1830 Unfälle mit Entzug ≥ 6 Monate bedeutet dies, dass<br />
folgende Zahlen von Verunfallten durch die Massnahme beeinflussbar<br />
sind:<br />
1373 Verunfallte, wovon 293 Schwerverletzte und 30 Getötete<br />
Nach Aufteilung nach Verkehrsteilnahme:<br />
Verletzte 1343<br />
(574 PW, 188 MR, 67 MOFA, 339 FR, 99 FG, 76 ANDERE)<br />
Davon Schwerverletzte 293<br />
(90 PW; 85 MR, 24 MOFA; 54 FR, 34 FG, 6 ANDERE)<br />
Und Leichtverletzte 1050<br />
(484 PW, 103 MR, 43 MOFA, 285 FR, 65 FG, 70 ANDERE)<br />
Getötete 30<br />
(14 PW, 5 MR, 1 MOFA; 2 FR, 7 FG, 1 ANDERE)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Nicht beeinflussbar sind diejenigen, welche bereits heute wegen<br />
wie<strong>der</strong>holtem FiaZ <strong>eine</strong>n bfu-Nachschulungskurs besuchen. Das<br />
sind ca. 300 Personen pro Jahr (5 % aller Entzüge ≥ 6 Monate<br />
ohne Sicherungsentzüge). Der Wirkungsbereich beträgt somit<br />
90 %.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Trotz Abwesenheit gewisser Risikofaktoren wie Alkohol und<br />
Geschwindigkeit werden sich in dieser Gruppe Unfälle ereignen.<br />
Wirksamkeit 80 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Wie bei den bfu-Kursen werden auch bei diesen neu zu entwikkelnden<br />
Kursen nicht alle Kantone gleich enthusiastisch sein und<br />
den Verkehrsauffälligen die Kursteilnahme empfehlen. Ebenso<br />
wird die Freiwilligkeit dazu führen, dass ein Teil <strong>der</strong> Delinquenten<br />
das Kursangebot nicht wahrnehmen wird. Deshalb: Realisierungsgrad<br />
70 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Mittelwert aus <strong>der</strong> 5-Jahre-Kurswirksamkeit von 18 % und <strong>der</strong><br />
10-Jahre-Wirksamkeit von 13 % ergibt <strong>eine</strong>n Beachtungsgrad<br />
von ca. 15 %.<br />
Offene Fragen –<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 07/S. 2
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen ADMAS-Statistik, Administrativmassnahmen nach SVG im Jahre<br />
2000<br />
bfu-Report 23, 5. Internationaler Workshop Driver Improvement<br />
in Locarno 1993 (Siegrist, S., 1994)<br />
Jacobshagen, W. (1996), ALKOVEA und kein Ende? Eine 10-<br />
Jahres-Nachlese zu <strong>eine</strong>r Evaluationsstudie. Blutalkohol, 33,<br />
257–266<br />
Spoerer, E., Ruby, M. & Siegrist, S. (1994), Nachschulung und<br />
Rehabilitation verkehrsauffälliger Kraftfahrer. Faktor Mensch<br />
im Verkehr, Band 35, Rot-Gelb-Grün Verlag, Braunschweig<br />
VfV (1995), Nachschulung auffälliger Fahrer: Hilfe als Ergänzung<br />
zur Strafe. Bericht über die dritte VfV-Tagung vom 23.11.94<br />
in Fribourg<br />
Wells-Parker, E. et al. (1995), Final results from a meta-analysis<br />
of remedial interventions with drink/drive offen<strong>der</strong>s, in: Addiction<br />
(1995) 90, 907–926<br />
Winkler, W., Jacobshagen, W. & Nickel, W.R. (1990), Zur Langzeitwirkung<br />
von Kursen <strong>für</strong> wie<strong>der</strong>holt alkoholauffällige Kraftfahrer.<br />
Untersuchung nach 60 Monaten Bewährungszeit.<br />
Blutalkohol, 27, 154–174<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 07/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 293 30<br />
Wirkungsbereich [a] 90 %<br />
90 %<br />
Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 70 %<br />
Ø 70 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 18 %<br />
Ø 15 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 8 1 7 1<br />
Motorrad 8 0 6 0<br />
Mofa 2 0 2 0<br />
Fahrrad 5 0 4 0<br />
Fussgänger 3 1 3 1<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />
Total 27 2 22 2<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 07/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 08<br />
Regelmässige obligatorische Weiterbildung<br />
von Motorradfahrern mit Ausweiskategorie A<br />
und A1 ab dem 25. Altersjahr<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Motorradfahrer <strong>der</strong> Kat. A und A1 müssen ab dem 25. Altersjahr<br />
in regelmässigen Abständen obligatorisch Weiterbildungskurse<br />
besuchen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Ausbildung <strong>der</strong> Motorradfahrer zur Erlangung des Führerscheins<br />
<strong>der</strong> Kategorien A und A1 folgt bestimmten Regelungen.<br />
Darüber hinaus und bis zum 70. Altersjahr, wenn <strong>der</strong> obligatorische<br />
medizinische Check fällig ist, existieren <strong>für</strong> Motorrad-<br />
Lenker (MR-Lenker) jedoch k<strong>eine</strong> weiteren obligatorischen Auso<strong>der</strong><br />
Weiterbildungs-Massnahmen. Deshalb sollen MR-Lenker in<br />
regelmässigen Abständen obligatorisch 1-tägige Weiterbildungskurse<br />
besuchen müssen. Der erste Kurs muss im Alter zwischen<br />
25 und 30 Jahren absolviert werden, <strong>der</strong> zweite im Abstand von<br />
10 Jahren im Alter zwischen 35 und 40 Jahren, <strong>der</strong> dritte im Alter<br />
zwischen 45 und 50 Jahren usw. Die Kurse sollen sich insbeson<strong>der</strong>e<br />
auch an die Wie<strong>der</strong>einsteiger richten und <strong>für</strong> diese die<br />
fahrtechnischen Fähigkeiten verbessern helfen. Für langjährige<br />
Fahrer soll jeweils nicht die Fahrtechnik im Vor<strong>der</strong>grund stehen,<br />
son<strong>der</strong>n die Reflexion über eigenes Verhalten, Können usw.<br />
Wird dem Kursaufgebot nicht Folge geleistet, verfällt <strong>der</strong> Führerausweis<br />
<strong>für</strong> die Kat. A und A1.<br />
Anmerkung: Wie es mit <strong>der</strong> Ausbildung <strong>der</strong> MR-Lenker weiter<br />
geht und ob es <strong>eine</strong> Angleichung an die Bestrebungen in <strong>der</strong> EU<br />
gibt, ist im Moment unsicher. Ebenso wurde bisher nicht konkretisiert,<br />
wie die MR-Lenker im 2-Phasen-Modell integriert sind.<br />
Deshalb wurde die hier beschriebene Massnahme auf die Zeit<br />
nach dem Führersch<strong>eine</strong>rwerb und auf edukative Massnahmen<br />
ausgerichtet.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Kursanbieter<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Die Erfahrungen mit Weiterbildungskursen sind in verschiedenen<br />
Län<strong>der</strong>n sehr unterschiedlich; zum Teil wird gesagt, dass solche<br />
Kurse nichts nützen, zum Teil wird von <strong>eine</strong>m Nutzen ausgegangen.<br />
Allerdings basieren diese Aussagen nur auf Zusammenfassungen<br />
<strong>eine</strong>r Literaturrecherche, wo Kursmodelle, -ziele usw.<br />
nicht beschrieben wurden. Es ist davon auszugehen, dass Weiterbildungskurse<br />
<strong>für</strong> Motorradfahrer in periodischen Abständen<br />
durchaus Sinn machen und sicherheitsför<strong>der</strong>lich sind, wenn<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 08/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
diese Kurse bestimmte, sicherheitsför<strong>der</strong>liche Ziele verfolgen,<br />
didaktisch gut aufgebaut sind usw. Solche Kurs existieren ev.<br />
noch gar nicht und müssten erst entwickelt werden.<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von MR (Kat. A, A1),<br />
2000<br />
Verletzte BFS 3763<br />
(7 ANDERE, 160 PW, 3400 MR, 35 MOFA, 67 FR, 94 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 1198<br />
(2 ANDERE, 20 PW, 1120 MR, 8 MOFA, 16 FR, 32 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 2565<br />
(5 ANDERE, 140 PW, 2280 MR, 27 MOFA, 51 FR, 62 FG)<br />
Getötete BFS 89<br />
(1 ANDERE, 81 MR, 2 FR, 5 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 12635<br />
(36 ANDERE, 416PW, 11220 MR, 151 MOFA, 549 FR, 263 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1411<br />
(1 ANDERE, 14 PW, 1344 MR, 12 MOFA, 18 FR, 22 FG)<br />
Und Leichtverletzte 11224<br />
(35 ANDERE, 402 PW, 9876 MR, 139 MOFA, 532 FR, 241 FG)<br />
Getötete 89<br />
(1 ANDERE, 81 MR, 2 FR, 5 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 80 %. Die Massnahme wirkt auf die 2/3 unfallverursachenden<br />
Motorradfahrer und zur Hälfte auf die nicht unfallverursachenden<br />
Motorradfahrer.<br />
Wirksamkeit 3 [b] 60 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] wird flächendeckend obligatorisch eingeführt: 100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 10 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen BFS-Statistik 1991 betr. Verursacher von Unfällen<br />
Cooper, PJ. et al. (1988), Motorcyclists "Who they are and why<br />
they do what they do", Transportation Research Record,<br />
1168, p. 78–85<br />
McDavid, J.C. et al. (1989), Does motorcycle training reduce<br />
accidents? Journal of safety research, 20 (2), p. 61–72<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 08/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1411 89<br />
Wirkungsbereich [a] 80 %<br />
80 %<br />
Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />
Ø 10 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 1 0 1 0<br />
Motorrad 65 4 65 4<br />
Mofa 1 0 1 0<br />
Fahrrad 1 0 1 0<br />
Fussgänger 1 0 1 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 69 4 69 4<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 08/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 09<br />
Tempo-Regime 50/30 innerorts<br />
(Modell bfu )<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Realisierung des Temporegimes 30 flächendeckend auf siedlungsorientierten<br />
Strassen und Gestaltungsmassnahmen auf<br />
verkehrsorientierten Strassen. Die Umsetzung in den Gemeinden<br />
muss mittels För<strong>der</strong>ungsmassnahmen vorangetrieben werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Gemäss dem Modell bfu soll auf siedlungsorientierten Strassen<br />
flächendeckend das Temporegime 30 realisiert sein. Auf verkehrsorientierten<br />
Strassen wird die Höchstgeschwindigkeit 50<br />
km/h beibehalten, zur Verbesserung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit sollen<br />
aber gestalterische und organisatorische Massnahmen realisiert<br />
werden.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Verkehrsorientierte Strassen:<br />
Qualitative Angaben und Erfahrungen liegen von Umgestaltungsmassnahmen<br />
nach dem System des "Berner Modelles"<br />
vor: Bsp. Zollikofen, Seftigenstrasse. Die Umgestaltungsmassnahmen<br />
sollen sich bewährt haben.<br />
Siedlungsorientierte Strassen:<br />
Bericht Lindenmann (IVT) "Geschwindigkeitsrückgang, Unfallreduktionen":<br />
Die Auswertungen zeigen sowohl in städtischen als<br />
vor allem auch in ländlichen Gebieten rückläufige Unfallzahlen.<br />
Der Rückgang lässt sich mit rund 15 % beziffern. Auch die Unfallschwere<br />
hat deutlich abgenommen: in städtischen Gebieten<br />
um rund 15 %, in ländlichen Gebieten um 45 %. Der Rückgang<br />
<strong>der</strong> Geschwindigkeiten (v85 % und v50 %) betrug durchschnittlich<br />
5–6 km/h. Es konnte <strong>eine</strong> günstige Wirkung <strong>der</strong> baulichen<br />
Massnahmen nachgewiesen werden. Ausländische Untersuchungen<br />
liefern Resultate in ähnlichen Grössenordnungen.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Gesamtausmass auf siedlungs- und verkehrsorientierten Strassen:<br />
Verunfallte und Getötete innerorts (2000)<br />
Verletzte BFS 18025<br />
(8153 PW, 3057 MR, 1014 MOFA, 2665 FR, 546 ANDERE, 2590 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 09/S. 1
Davon Schwerverletzte BFS 3538<br />
(101 ANDERE, 868 PW, 779 MR, 238 MOFA, 737 FR, 815 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 14487<br />
(445 ANDERE, 7285 PW, 2278 MR, 776 MOFA, 1928 FR, 1775 FG)<br />
Getötete BFS 218<br />
(44 PW, 23 MR, 8 MOFA, 35 FR, 4 ANDERE, 104 FG)<br />
Mit Dunkelziffer hochgerechnet:<br />
Verletzte: 67590<br />
(21198 PW, 10088 MR, 4360 MOFA, 21853 FR, 2839 ANDERE,<br />
7252 FG)<br />
Davon Schwerverletzte: 3333<br />
(51 ANDERE, 608 PW, 935 MR, 357 MOFA, 811 FR, 571 FG)<br />
Und Leichtverletzte: 64257<br />
(2789 ANDERE, 20590 PW, 9153 MR, 4003 MOFA, 21042 FR,<br />
6682 FG)<br />
Getötete: 218<br />
(44 PW, 23 MR, 8 MOFA, 35 FR, 4 ANDERE, 104 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Die Aufteilung des Gesamtausmasses <strong>der</strong> Unfallzahlen auf siedlungs-<br />
und verkehrsorientierte Strassen geschieht in Analogie zu<br />
den Unfallzahlen <strong>der</strong> Stadt Bern.<br />
Verletzte � Verkehrsorientiert: Siedlungsorientiert = 80:20<br />
Getötete � Verkehrsorientiert: Siedlungsorientiert = 67:33<br />
Verkehrsorientierte Strassen<br />
Verletzte: 54072<br />
Getötete: 146<br />
Siedlungsorientierte Strassen<br />
Verletzte: 13518<br />
Getötete: 72<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Verkehrsorientierte Strassen<br />
Annahme (aus VESIPO Teilauftrag Infrastruktur und Betrieb,<br />
Lindenmann) bereits realisierter Ortsdurchfahrten bzw. wo Sanierung<br />
nicht mehr nötig: 33 %. Der Wirkungsbereich beträgt<br />
also 67 %.<br />
Siedlungsorientierte Strassen<br />
Es kann von <strong>eine</strong>m Anteil bereits realisierter Zonen von 10 %<br />
ausgegangen werden. Der Wirkungsbereich beträgt also 90 %.<br />
Wirkungsbereich total: 70 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] Verkehrsorientierte Strassen<br />
Gemäss bfu-Report 35 WISIMA: 20 % <strong>für</strong> Verletzte, 50 % <strong>für</strong><br />
Getötete.<br />
Siedlungsorientierte Strassen<br />
Ausgehend von <strong>der</strong> Abnahme <strong>der</strong> Verletztenzahlen über alle<br />
Zonen (Stadt, Land) von 27 % (Lit. [1]) kann <strong>für</strong> die Kategorie Verletzte<br />
von <strong>eine</strong>r Wirksamkeit von ca. 30 % ausgegangen werden.<br />
Aussagen betr. <strong>der</strong> Wirksamkeit bei Getöteten sind aufgrund <strong>der</strong><br />
geringen Zahl <strong>der</strong> Fälle schwierig. Die Prognos-Studie vermutet<br />
aber, dass die Zahl getöteter Personen in Gemeinden mit über<br />
100000 Einwohnern durch Einführung von Tempo 30 um 40–<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 09/S. 2
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
45 % sinken. Unter Beizug des Diagramms USV.G.07 (Statistik<br />
2000) resultiert in <strong>der</strong> Annahme <strong>eine</strong>s Rückganges des Geschwindigkeitsniveaus<br />
v85 % von 45 km/h auf 39 km/h <strong>eine</strong><br />
Reduktion <strong>der</strong> Wahrscheinlichkeit, als Fussgänger bei <strong>eine</strong>r Kollision<br />
mit <strong>eine</strong>m Personenwagen getötet zu werden, um die Hälfte.<br />
Es sind deshalb 50 % <strong>der</strong> Getöteten sowie 20 % <strong>der</strong> Verletzten<br />
durch das Tempo 30 Regime zu verhin<strong>der</strong>n.<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Für verkehrsorientierte und siedlungsorientierte Strassen:<br />
Wenn die entsprechend notwendigen Finanzierungsmittel vom<br />
Bund und den Kantonen tatsächlich zu Verfügung gestellt werden,<br />
kann von <strong>eine</strong>m mittleren Realisierungsgrad von 50 % ausgegangen<br />
werden. Nach Abschluss <strong>der</strong> Massnahme 2010 sind<br />
es 100%.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Verkehrsorientierte Strassen<br />
Gemäss Report 35 WISIMA beträgt <strong>der</strong> Beachtungsgrad 50 %.<br />
Siedlungsorientierte Strassen<br />
Angaben <strong>der</strong> Polizeikorps in Bezug auf Laser-Geschwindigkeitsmessungen<br />
sind wenig aussagekräftig, weil insbeson<strong>der</strong>e die<br />
"Raser" mit diesen Geräten gemessen werden und so k<strong>eine</strong><br />
zuverlässigen Angaben zum tatsächlichen Geschwindigkeitsverhalten<br />
d. h. den Übertretungsquoten <strong>der</strong> Gesamtheit <strong>der</strong> Fahrzeuge<br />
abgeleitet werden können.<br />
Angaben jüngeren Datums finden sich in <strong>der</strong> Literatur [2]. Dort<br />
wird ein Beachtungsgrad von 60 % angenommen.<br />
Gemäss <strong>der</strong> neusten Untersuchung des IVT vom März 2000 (Lit.<br />
[1]) variiert <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> Geschwindigkeiten grösser als V zulässig<br />
(v grösser 30 km/h) zwischen 65.1 % (städtische Zonen)<br />
und 61.1 % (ländliche Zonen). Für alle Zonen beträgt <strong>der</strong> Anteil<br />
62,3 %. Diese Angaben sind vermutlich repräsentativ <strong>für</strong> die<br />
Schweiz und somit kann ein Beachtungsgrad von lediglich ca.<br />
50 % abgeleitet werden.<br />
Offene Fragen Als Variante ist 'generell Tempo 40 innerorts' zu prüfen.<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 1. Lindenmann, HP. (2000), Beurteilung <strong>der</strong> Auswirkungen von<br />
Zonensignalisationen (Tempo 30) in Wohngebieten auf die<br />
Verkehrssicherheit, ETH-IVT, Zürich<br />
2. Siegrist, S. (1997), Sicherheit und Umweltschutz: unterschiedliche<br />
Ziele, gemeinsamer Nutzen? bfu, Bern<br />
3. bfu-Report 35 (1998), Wirtschaftliche Bewertung von Sicherheitsmassnahmen<br />
(Eckhardt, A. & Seitz, E.)<br />
4. Abel, H. & Matthes, U. (2001), Auswirkungen <strong>eine</strong>r flächendeckenden<br />
Einführung von Tempo 30 innerorts auf die Unfallzahlen<br />
<strong>der</strong> Schweiz, Prognos, Basel<br />
5. Kuratorium <strong>für</strong> Verkehrssicherheit (1997), Unfallanalyse Graz,<br />
Auswirkungen von Tempo 30, Untersuchung im Auftrag <strong>der</strong><br />
Stadt Graz<br />
6. bfu (2000), VCS Initiative Tempo 30 innerorts, Argumentarium,<br />
Bern<br />
7. VCS (2000), Tempo 30 schützt Leben, Argumentarium <strong>für</strong><br />
Tempo 30 Initiative "Strassen <strong>für</strong> Alle", Bern<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 09/S. 3
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
8. TCS (1999), Tempo 30 Zonen unter <strong>der</strong> Lupe, Voraussetzungen-Funktion-Wirkungen<br />
9. Häfeli, U., Matti, D. & Seewer, U. (1998), Zufrieden mit <strong>der</strong><br />
neuen Strasse? Erfolgskontrolle Seftigenstrasse Wabern,<br />
Oberingenieurkreis II, Bern<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 09/S. 4
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 3333 218<br />
Wirkungsbereich [a] 70 %<br />
70 %<br />
Wirksamkeit [b] 20 % 50 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />
Ø 50 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 43 8 21 4<br />
Motorrad 65 4 33 2<br />
Mofa 25 1 12 1<br />
Fahrrad 57 6 28 3<br />
Fussgänger 40 18 20 9<br />
An<strong>der</strong>e 4 1 2 0<br />
Total 234 38 116 19<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 09/S. 5
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 10<br />
Einführung SVG-Neuerungen, Teil Verschärfung<br />
Führerausweisentzug<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die Revision des Administrativmassnahmenrechts bezweckt<br />
<strong>eine</strong> einheitlichere und strengere Ahndung von schweren und<br />
wie<strong>der</strong>holten Wi<strong>der</strong>handlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften,<br />
die <strong>der</strong> Verkehrssicherheit und damit <strong>der</strong> Vermeidung<br />
von Toten und Verletzten im Strassenverkehr dient.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Fahrzeugführer und -führerinnen, die innert bestimmter Fristen<br />
wie<strong>der</strong>holt verkehrsgefährdende Wi<strong>der</strong>handlungen begehen,<br />
sollen härter angefasst werden. Vorgesehen ist <strong>eine</strong> stärkere<br />
Vereinheitlichung <strong>der</strong> gesamtschweizerischen Praxis mit Mindesttarifen<br />
<strong>für</strong> die Anordnung von Administrativmassnahmen.<br />
Diese Mindestmassnahmen dürfen von den kantonalen Behörden<br />
nicht mehr unterschritten werden. Ausserdem droht im Wie<strong>der</strong>holungsfall<br />
<strong>eine</strong> stufenweise Verschärfung dieser Massnahmen<br />
bis hin zum unbefristeten Führerausweisentzug (Kaskadensystem).<br />
Die Abstufung geht von <strong>der</strong> aktuellen Wi<strong>der</strong>handlung<br />
aus (schwer, mittelschwer, leicht) und hängt von <strong>der</strong> Anzahl und<br />
Schwere früherer Wi<strong>der</strong>handlungen ab, die zu Administrativmassnahmen<br />
geführt haben.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Verkehrsverbände<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2005<br />
Erfahrungen Von den 1994 total 74959 erstmals erfassten "auffälligen" Fahrzeugführern<br />
(Verwarnungen und Führerausweisentzüge) haben<br />
innerhalb <strong>der</strong> auf die Wi<strong>der</strong>handlung folgenden 3 Jahre begangen:<br />
62080 82.8 % k<strong>eine</strong> weitere Wi<strong>der</strong>handlung<br />
10868 14.5 % 1 weitere Wi<strong>der</strong>handlung<br />
1664 2.2 % 2 weitere Wi<strong>der</strong>handlungen<br />
347 0.5 % 3 o<strong>der</strong> mehr weitere Wi<strong>der</strong>handlungen<br />
Die geltende Regelung ermöglicht in <strong>der</strong> Praxis aber nur ungenügend,<br />
Personen, die wie<strong>der</strong>holt elementare Verkehrsregeln<br />
verletzten und damit das Leben an<strong>der</strong>er Verkehrsteilnehmer aufs<br />
Spiel setzen, <strong>für</strong> lange Zeit o<strong>der</strong> sogar <strong>für</strong> immer aus dem Verkehr<br />
zu ziehen. Wer wie<strong>der</strong>holt verkehrsgefährdende Wi<strong>der</strong>handlungen<br />
begeht, hat heute je nach Kanton mit sehr unterschiedlichen<br />
Massnahmen zu rechnen. Denn <strong>der</strong> geltende Rahmen<br />
zur Anordnung von Administrativmassnahmen (Verwarnung,<br />
Führerausweisentzug, Verkehrsunterricht zur Nachschulung)<br />
ist weit gesteckt und lässt den zuständigen kantonalen<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 10/S. 1
Administrativbehörden <strong>eine</strong>n entsprechend grossen Ermessensspielraum.<br />
Grobe Verkehrsdelikte leisten <strong>eine</strong>n entscheidenden Beitrag zu<br />
unfallbedingten Verletzungen. Während zum Beispiel nur 3 Prozent<br />
<strong>der</strong> Fahrten in angetrunkenem Zustand absolviert werden,<br />
ist bei 30 Prozent <strong>der</strong> tödlichen Unfälle zumindest ein beteiligter<br />
Lenker alkoholisiert. Dementsprechend sind diejenigen Lenker<br />
häufiger in Unfälle verwickelt, die wie<strong>der</strong>holt elementare Verkehrsregeln<br />
verletzen.<br />
Als <strong>eine</strong> wirksame Massnahme gegen wie<strong>der</strong>holte Verletzungen<br />
von Verkehrsregeln hat sich <strong>der</strong> Führerausweisentzug erwiesen.<br />
Im Gegensatz zu Busse und vor allem zu Gefängnisstrafen weist<br />
er einige Vorteile auf: Es ist ein innerer logischer Zusammenhang<br />
zum fehlerhaften Verhalten gegeben, die Sanktion trifft<br />
schnell und mit grösster Wahrscheinlichkeit ein und sie wird von<br />
den betroffenen Personen als einschneidend erlebt. Darüber<br />
hinaus werden gefährliche Lenker zumindest <strong>für</strong> <strong>eine</strong> bestimmte<br />
Zeit vom Strassenverkehr ferngehalten.<br />
Eine verschärfte Administrativmassnahmen-Praxis zur wirksameren<br />
Erfassung, speziell <strong>der</strong> Wie<strong>der</strong>holungs-Verkehrsdelinquenten,<br />
kann in spezialpräventiver Hinsicht die Verkehrssicherheit<br />
verbessern. Mehrere Studien kommen zum Schluss,<br />
dass <strong>der</strong> Führerausweisentzug besser als alle an<strong>der</strong>en Sanktionen<br />
und Deliktfolgen die Rückfallwahrscheinlichkeit zu senken<br />
vermag (z. B. McKnight & Voas, 1991; Mann, Vinglis, Gavin,<br />
Adlaf & Anglin; 1991; Siskind, 1996). Der Nutzen dieser Massnahme<br />
dürfte darin begründet sein, dass sie <strong>eine</strong>n inhaltlichen<br />
Zusammenhang zum Delikt aufweist, mit grosser Wahrscheinlichkeit<br />
tatsächlich ausgesprochen wird und innerhalb <strong>eine</strong>r relativ<br />
kurzen Frist in Kraft tritt.<br />
Nach Aussage des Verkehrsministeriums (vgl. Automobilrevue<br />
vom 17.9.1992) brachte das 1992 in Frankreich eingeführte<br />
Punktesystem bereits im ersten Monat <strong>eine</strong>n starken Rückgang<br />
<strong>der</strong> Unfälle und <strong>der</strong> Unfallschwere. Danach soll im Juli 1992<br />
verglichen mit Juli 1991 die Zahl <strong>der</strong> Unfälle um 15 %, die <strong>der</strong><br />
Verletzten um 16 % und jene <strong>der</strong> Toten um 12 % zurückgegangen<br />
sein. Gemäss Verkehrsministerium soll die Einführung des<br />
Punktesystems die Fahrzeuglenker zu höherer Vorsicht, besserer<br />
Einhaltung <strong>der</strong> Geschwindigkeitsvorschriften und ganz generell<br />
zu <strong>eine</strong>r weniger aggressiven Fahrweise veranlasst haben. In<br />
den ersten 5 Monaten nach Einführung des Punktesystems in<br />
Frankreich soll es 534 Verkehrstote weniger gegeben haben als<br />
in <strong>der</strong> Vorjahresperiode, was <strong>eine</strong>r Abnahme von 13,3 % entspricht.<br />
Die Zahl <strong>der</strong> Verletzten verringerte sich in <strong>der</strong> gleichen<br />
Zeit um 7854, was 9,2 % ausmacht (vgl. SDA-Meldung in Berner<br />
Zeitung vom 25.1.119).<br />
Die Verschärfung des Führerausweisentzuges kann allerdings<br />
nicht mit dem Punktesystem verglichen werden, insbeson<strong>der</strong>e<br />
die generalpräventive Wirkung ist vermutlich kl<strong>eine</strong>r. Die Intervention<br />
ist in erster Linie auf Fahrzeuglenker gerichtet, gegen die<br />
bereits ein Führerausweisentzug ausgesprochen wurde.<br />
Ein strengeres und modifiziertes Administrativmassnahmen-<br />
System kann aber auch ganz allgemein im Sinn <strong>der</strong> Generalprävention<br />
das Verhalten und die Einstellung <strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer<br />
positiv beeinflussen und damit <strong>eine</strong>n Beitrag zur Hebung<br />
<strong>der</strong> Verkehrsmoral (Schärfung des Verantwortungsbewusstseins<br />
<strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer) leisten. Die abschreckende<br />
Wirkung kommt dadurch zustande, dass sie von <strong>der</strong> Mehrheit<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 10/S. 2
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
<strong>der</strong> Autofahrer als die einschneidenste empfunden wird.<br />
Betroffene Unfälle 1 Alle Unfälle, die (a) durch Fahrzeuglenker mit <strong>eine</strong>m Führerausweisentzug<br />
in den letzten 5 Jahren verursacht wurden und die<br />
(b) auf <strong>eine</strong> Verkehrsregelverletzung zurückzuführen sind.<br />
a) laut ADMAS-Statistik wurden im Jahr 2000 1915 Ausweise<br />
entzogen, weil ein Lenker ein erneutes Delikt (Rückfall) begangen<br />
hat. In diesen Fällen hat sich auch ein Unfall ereignet (AD-<br />
MAS-Statistik Seite 17, Kat. mit U+R). Annahme: davon 638 mit<br />
Verletzungen, mal Dunkelziffer = 1659 Verletzungen und 33 mit<br />
Todesfolgen (analog Verhältnis 80000 Verunfallte, 30000 Verletzte<br />
und 600 Getötete)<br />
Verteilung nach Verkehrsteilnahme:<br />
Verletzte 1659<br />
(94 ANDERE, 709 PW, 232 MR, 83 MOFA, 419 FR,122 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 90<br />
(2 ANDERE, 28 PW, 26 MR, 7 MOFA; 17 FR, 10 FG)<br />
Und Leichtverletzte 1569<br />
(92 ANDERE, 681 PW, 206 MR, 76 MOFA, 402 FR, 112 FG)<br />
Getötete 33<br />
(2 ANDERE, 15 PW, 5 MR; 1 MOFA, 3 FR, 7 FG)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 80 %<br />
(ein Grossteil, jedoch nicht alle <strong>der</strong> unter „betroffene Unfälle“<br />
aufgeführten Unfälle können durch Wegbleiben des Deliktes<br />
tatsächlich verhin<strong>der</strong>t werden<br />
Wirksamkeit 3 [b] 100 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Das Strassenverkehrsgesetz gilt <strong>für</strong> das gesamte Gebiet <strong>der</strong><br />
Schweiz, so dass k<strong>eine</strong> Einschränkung des theoretischen Rettungspotenzials<br />
zu erwarten ist. 100 % bei gleich bleiben<strong>der</strong><br />
Kontrolldichte.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 30 %<br />
(Der Beachtungsgrad betrifft <strong>eine</strong>rseits die Einhaltung des Fahrverbots<br />
sowie die Wahrscheinlichkeit, dass nach <strong>eine</strong>m ersten<br />
Delikt wegen <strong>der</strong> Androhung <strong>eine</strong>r härteren Sanktion im Wie<strong>der</strong>holungsfall<br />
konform gefahren wird) (= Maximal- und Durchschnittswert)<br />
Offene Fragen Die Effizienz <strong>der</strong> Massnahme hängt massgeblich vom Grad <strong>der</strong><br />
Überwachung des Verkehrs ab. Der Verkehrsteilnehmer muss<br />
wissen, dass sein Fehlverhalten von den Überwachungs- und<br />
Kontrollorganen des Strassenverkehrs bemerkt, registriert und<br />
sanktioniert wird.<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Botschaft zur Än<strong>der</strong>ung des Strassenverkehrsgesetzes (SVG)<br />
vom 31. März 1999 (Separatdruck 99.0.3)<br />
Stöcklin, R. & Remund, P. (2000). Revision des Strassenver-<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 10/S. 3
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
kehrsgesetzes. Referat. Bern: bfu<br />
Remund, P. (1993). Modell <strong>eine</strong>s Punktesystems <strong>für</strong> die<br />
Schweiz. Bern<br />
Mann, R.E. (1991), Sentence Severety and the drinking driver:<br />
relationships with traffic safety outcome; In: Accident Analysis<br />
and Prevention, vol. 23, no. 6, pp. 483–491<br />
McKnight, A.J. & Voas, R.B. (1991), The effect of license suspension<br />
upon DWI recidivism; In: Alcohol, Drugs and Driving,<br />
vol. 7, no 1, pp. 43–54<br />
Müller, J.P. (1991), Die Grundrechte <strong>der</strong> schweizerischen Bundesverfassung<br />
(Beson<strong>der</strong>er Teil), 2. Auflage, Bern<br />
Saladin, P. & Zimmerli, U. (1994/1995), Einführung in das Verwaltungsrecht,<br />
Skriptum <strong>für</strong> die Vorlesung, Bern<br />
Siskind, V. (1996), Does license disqualification reduce reoffence<br />
rates?, In: Accident Analysis and Prevention, vol. 28, no. 4,<br />
pp. 519–524<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 10/S. 4
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 90 33<br />
Wirkungsbereich [a] 80 %<br />
80 %<br />
Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 30 %<br />
Ø 30 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 7 4 7 4<br />
Motorrad 6 1 6 1<br />
Mofa 2 0 2 0<br />
Fahrrad 4 1 4 1<br />
Fussgänger 2 2 2 2<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 21 8 21 8<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 10/S. 5
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 11<br />
Einführung SVG-Neuerungen, Teil Alkohol:<br />
0,5 Promille, anlassfreie Alkoholkontrollen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Zur besseren Entdeckung angetrunkener Fahrzeugführer sollen<br />
künftig Atemalkoholkontrollen auch ohne Anzeichen von Angetrunkenheit<br />
durchgeführt werden können. Als weitere Massnahme<br />
zur Bekämpfung von Alkohol im Strassenverkehr beabsichtigt<br />
<strong>der</strong> Bundesrat die Promillegrenze via Verordnung auf 0,5<br />
Promille herabzusetzen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Art. 55 Abs. 1 SVG soll in dem Sinn ergänzt werden, dass die<br />
Polizei ermächtigt wird, systematische Atemalkoholkontrollen<br />
durchzuführen, d. h. ohne dass ein Verdacht auf Angetrunkenheit<br />
vorliegen muss. Die Atemalkoholkontrolle soll dabei ihren<br />
Charakter als Vorprobe beibehalten und nicht die Blutprobe als<br />
gerichtlich zu verwendenden Beweis ersetzen. Danach muss<br />
je<strong>der</strong> Fahrzeugführer je<strong>der</strong>zeit damit rechnen, auf Alkoholkonsum<br />
kontrolliert zu werden. Durch Schaffung <strong>der</strong> gesetzlichen<br />
Grundlage zur Durchführung <strong>der</strong> anlassfreien Atemalkoholkontrollen<br />
wird den Kontrollorganen des Strassenverkehrs <strong>eine</strong><br />
Interventionsmöglichkeit eingeräumt, die in allen Teilen den Grundprinzipien<br />
des rechtsstaatlichen Handelns entspricht. Damit ist<br />
auch <strong>eine</strong> <strong>der</strong> wichtigsten Voraussetzungen zur Durchsetzung<br />
<strong>der</strong> 0,5-Promille-Grenze gegeben. Der Bundesrat beabsichtigt,<br />
diese Absenkung des Grenzwerts zeitgleich mit dem Inkrafttreten<br />
dieser Gesetzesrevision einzuführen. Die verdachtsfreie<br />
Atemalkoholkontrolle und die 0,5-Promille-Grenze stehen in Wechselwirkung<br />
zueinan<strong>der</strong> und gelten als effektivste Mittel zur Bekämpfung<br />
von Alkohol im Strassenverkehr.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Verkehrsverbände<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2005<br />
Erfahrungen Es ist erwiesen, dass das Unfallrisiko ab 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration<br />
ansteigt. Die Einführung <strong>der</strong> Verordnung erlaubt<br />
also <strong>eine</strong> Unterscheidung von ungefährlichen und gefährlichen<br />
Alkoholfahrten. Fahren in angetrunkenem Zustand ist laut<br />
offizieller Unfallstatistik <strong>für</strong> 20 % <strong>der</strong> tödlichen Unfälle zumindest<br />
mitverantwortlich. Alkoholproben werden aber lange nicht bei<br />
allen Unfällen durchgeführt. Die bfu schätzt den Anteil <strong>der</strong> Alkoholunfälle<br />
bei den Verkehrstoten auf mindestens 30 %.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 11/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Die 0,5-Promille-Grenze und die anlassfreien Atemalkoholkontrollen<br />
haben sich in an<strong>der</strong>en Län<strong>der</strong>n als wirksame Massnahmen<br />
gegen Alkoholfahrten erwiesen (Effektstärken und Literaturangaben<br />
sind im bfu-Argumentarium aufgeführt). Die anlassfreien<br />
Kontrollen sind beson<strong>der</strong>s effizient, weil die Zahl <strong>der</strong><br />
durchgeführten Tests bei gleichem Aufwand deutlich erhöht werden<br />
kann. Ausserdem unterstützen sie den psychologischen<br />
Prozess <strong>der</strong> Abschreckung: Die Fahrzeuglenker rechnen häufiger<br />
mit <strong>eine</strong>r Kontrolle und <strong>für</strong>chten diese auch mehr, weil sie<br />
wissen, dass <strong>der</strong>en Durchführung nicht an ein auffälliges Verhalten<br />
gebunden ist<br />
Studien zur Wirksamkeit:<br />
New South Wales: Reduktion <strong>der</strong> tödlichen Wochenendunfälle<br />
um 13 %, das Gesetz wurde we<strong>der</strong> speziell angekündigt noch<br />
zusätzlich kontrolliert (Homel, 1994). Die zwei Jahre später eingeführte<br />
"anlassfreie Atem-Alkoholkontrolle" reduzierte die tödlichen<br />
Unfälle um weitere 19,5 %, während <strong>der</strong> Ferienwochen gar<br />
um 30 %. Die Reduktion <strong>der</strong> tödlichen Unfälle an Samstagen zeigt,<br />
dass die 0,5-Promille-Grenze positive Auswirkungen mit sich<br />
bringt (minus 13 %) und die zusätzliche "anlassfreie Atem-<br />
Alkoholkontrolle" diesen Effekt verstärkt (minus 32,5 %). Insgesamt<br />
konnte <strong>eine</strong> Reduktion <strong>der</strong> Nachtunfälle um 20 % selbst<br />
nach zehn Jahren festgestellt werden. Eine Begleituntersuchung<br />
in Australien erbrachte zudem das wichtige Resultat, dass die<br />
Herabsetzung <strong>der</strong> Promillegrenze zu <strong>eine</strong>r beson<strong>der</strong>s deutlichen<br />
Abnahme (minus 41 %) von Fahrten mit <strong>eine</strong>r BAK über 1,5<br />
Promille führte (Brooks & Zaal, 1993).<br />
Österreich: In Österreich wurde die Promillegrenze per Anfang<br />
1998 von 0,8 auf 0,5 gesenkt. Eine wissenschaftliche Erfolgskontrolle<br />
ist nach so kurzer Zeit noch nicht möglich. Die Zahlen<br />
von Januar bis September 1998 zeigen jedoch deutlich positive<br />
Trends. Bei den Personenschäden infolge Alkoholunfällen wurde<br />
ein Jahr nach Senkung <strong>der</strong> Limite <strong>eine</strong> Reduktion um 10 % festgestellt<br />
(Bartl & Esberger, 2000). In Wien hatte die Polizei in den<br />
ersten sechs Monaten imJahr 1997 1'000 Fahrzeuglenkende mit<br />
über 0,8 Promille registriert, in <strong>der</strong>selben Zeitperiode 1998 waren<br />
es 560. Letzteres Resultat ist ein weiterer Hinweis da<strong>für</strong>, dass<br />
die Herabsetzung von 0,8 auf 0,5 Promille auch zu <strong>eine</strong>r Abnahme<br />
<strong>der</strong> Fahrten mit hohen BAK-Werten führt. Schützenhöfer,<br />
Krainz und Laimer (www.kfv.at/alkoholstudie.htm) haben zudem<br />
<strong>für</strong> die Steiermark festgestellt, dass vom Rückgang <strong>der</strong> Alkoholunfälle<br />
alle Alkoholisierungsgrade etwa gleich stark betroffen<br />
waren.<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Mangel/Einfluss Alkohol, 2000<br />
Verletzte BFS 3167<br />
(69 ANDERE, 2298 PW, 353 MR, 139 MOFA, 155 FR, 153 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 864<br />
(22 ANDERE, 531 PW, 152 MR, 44 MOFA, 57 FR, 58 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 2303<br />
(47 ANDERE, 1767 PW, 201 MR, 95 MOFA, 98 FR, 95 FG)<br />
Getötete BFS 114<br />
(3 ANDERE, 81 PW, 10 MR; 3 MOFA, 3 FR, 14 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 11/S. 2
Nach Hochrechnung mit allg. Dunkelziffer und Dunkelziffer Alkohol:<br />
Verletzte 16162<br />
(592 ANDERE, 9858 PW, 1922 MR; 986 MOFA, 2097 FR, 707 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1211<br />
(18 ANDERE, 613 PW, 301 MR, 109 MOFA; 103 FR, 67 FG)<br />
Und Leichtverletzte 14951<br />
(574 ANDERE, 9245 PW, 1621 MR, 877 MOFA; 1994 FR, 640 FG)<br />
Getötete 189<br />
(5 ANDERE, 134 PW, 17 MR, 5 MOFA, 5 FR, 23 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 66 %<br />
Anteil <strong>der</strong> Unfälle, die allein durch den Alkohol verursacht wurden.<br />
Es müssen diejenigen Unfälle abgezogen werden, die sich<br />
auch ohne Alkohol ereignet hätten (Krüger, 1995): 1.5<br />
Wirksamkeit 3 [b] 100 %<br />
(theoretische Wirksamkeit = 100 %, da sich Aussage auf Unfälle<br />
bezieht, wo Alkohol alleinige Unfallursache ist, wenn Ursache<br />
wegfällt, dann kann sich <strong>der</strong> Unfall nicht ereignen)<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % bei hoher Kontrolldichte. Das Strassenverkehrsgesetz gilt<br />
<strong>für</strong> die ganze Schweiz, so dass k<strong>eine</strong> Einschränkung des theoretischen<br />
Rettungspotenzials zu erwarten ist.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 40 % Anteil <strong>der</strong> potenziellen Unfallsituationen, in welchen <strong>der</strong><br />
Fahrer im Bewusstsein <strong>der</strong> erhöhten Kontrollen nichts trinkt o<strong>der</strong><br />
nicht mehr fährt (= Durchschnitts- und Maximalwert)<br />
Offene Fragen − Entwicklung <strong>der</strong> Dunkelziffer, müsste eher zurückgehen<br />
− Kontrollen und Überwachung des Verkehrs müssten erhöht<br />
werden<br />
− Verwendung von Alkoholmessgeräten <strong>der</strong> Fahrzeuglenker<br />
zur Selbstkontrolle des vorhandenen Promillewerts<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Botschaft zur Än<strong>der</strong>ung des SVG vom 31.3.1999 (Separatdruck<br />
99.03)<br />
Stöcklin, R., Remund, P. (2000). Revision des Strassenverkehrsgesetzes,<br />
Referat, Bern, bfu<br />
Siegrist, S., Remund, P. (2000). Revision des Strassenverkehrsgesetzes,<br />
Bern, bfu<br />
bfu-Argumentarium "Herabsetzung <strong>der</strong> gesetzlichen Alkohollimite<br />
im Strassenverkehr auf 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration",<br />
(2000), Bern, bfu<br />
bfu-Argumentarium<br />
(2000), Bern, bfu<br />
"Verdachtsfreie Atemalkoholkontrolle",<br />
Brooks, Ch. & Zaal, D. (1993), Effects of a Reduced Alcohol<br />
Limit for Driving. In: 12th Conference of Alcohol, Drugs and<br />
Traffic Safety (ICADTS-T92), Verlag TÜV-Rheinland<br />
Homel, R. (1994), Drink-driving law enforcement and the legal<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 11/S. 3
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
blood alcohol limit in New South Wales. Accident Analysis<br />
and Prevention, Vol. 26, No 2, pp. 147–155<br />
Bartl, G. & Esberger, R. (2000), Effects of lowering the legal<br />
BAC-limit in Austria. In: Laurell, H. & Schlyter, F. (Hrsg.), Proceedings<br />
of 15th Int. Conference on Alcohol, Drugs and Traffic<br />
Safety, Stockholm, May 2000, S. 757–762<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 11/S. 4
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1211 189<br />
Wirkungsbereich [a] 66 %<br />
66 %<br />
Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 40 %<br />
Ø 40 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 162 35 162 35<br />
Motorrad 79 4 79 4<br />
Mofa 29 1 29 1<br />
Fahrrad 27 1 27 1<br />
Fussgänger 18 6 18 6<br />
An<strong>der</strong>e 5 1 5 1<br />
Total 320 48 320 48<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 11/S. 5
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 12<br />
Gurtentragen: Kampagne und Kontrollen<br />
(alle 4 Jahre, abwechselnd mit Massnahmen<br />
K 13, 14, 15)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Das Gurtentragen soll vermehrt kontrolliert werden; zudem soll<br />
das Gurttragen mit Hilfe von Kampagnen verstärkt geför<strong>der</strong>t<br />
werden<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Im Rahmen von polizeilichen Kontrollen soll das Tragen <strong>der</strong> Sicherheitsgurten<br />
auf Vor<strong>der</strong>- und Rücksitzen vermehrt kontrolliert<br />
werden. Parallel dazu sollen Kampagnen das Gurttragen för<strong>der</strong>n.<br />
Die polizeilichen Anstrengungen zur Überwachung des<br />
Gurttragens liegen im jeweiligen Jahr 10 % über den üblichen<br />
Anstrengungen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2002<br />
Erfahrungen Gurttragen ist sehr wirksam und verhin<strong>der</strong>t fast die Hälfte <strong>der</strong><br />
tödlichen und nichttödlichen Verletzungen. Durch Erhöhung <strong>der</strong><br />
Kontrolltätigkeit und Aktionen/Kampagnen konnte in Michigan<br />
die Tragquote von 57 % auf 65 % gesteigert werden, sank dann<br />
jedoch auf 63 % ab, als die Kontrolltätigkeit reduziert wurde.<br />
Eine an<strong>der</strong>e Studie zeigte, dass allein die Androhung von häufigeren<br />
Kontrollen nicht ausreicht, um die Tragquote zu steigern.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte PW-Insassen nicht angegurtet, 2000<br />
Verletzte BFS 2490<br />
Davon Schwerverletzte BFS 635<br />
Und Leichtverletzte BFS 1855<br />
Getötete BFS 136<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 6474<br />
Davon Schwerverletzte 445<br />
Und Leichtverletzte 6029<br />
Getötete 136<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Bei allen PW-Insassen, die den Gurt nicht tragen, kann die<br />
Massnahme wirken, d. h. <strong>der</strong> Wirkungsbereich beträgt 100%.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 12/S. 1
Wirksamkeit 3 [b] 45 % Wirksamkeit <strong>für</strong> die tödlichen Verletzungen, 35 % <strong>für</strong> die<br />
sonstigen<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Die Kontrollintensität wird nicht in allen Regionen um so viel<br />
erhöht, wie nötig wäre, son<strong>der</strong>n nur in <strong>der</strong> halben Schweiz<br />
(50 %); zudem wird durch das Abwechseln mit den an<strong>der</strong>en<br />
Schwerpunktthemen diese Thema nur alle 4 Jahre intensiv behandelt,<br />
d. h. inkl. <strong>eine</strong>s gewissen anhaltenden und überdauernden<br />
Effektes wird die Realisierung etwa 20 % ausmachen.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Bei den Nichtträgern des Sicherheitsgurtes dürfte es sich mehrheitlich<br />
um ziemlich therapieresistente Personen handeln (in <strong>der</strong><br />
Deutschschweiz ist <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> Träger relativ hoch und beim<br />
Rest muss wohl ziemlich viel investiert werden, bis <strong>eine</strong> Wirkung<br />
erfolgt; in <strong>der</strong> italienischen Schweiz ist <strong>der</strong> Anteil Gurtträger relativ<br />
tief, jedoch sicher auch schwierig zu erhöhen, obwohl da das<br />
Potenzial prozentual am grössten sein dürfte; die französische<br />
Schweiz steht dazwischen, ist aber sicher auch ziemlich resistent).<br />
Ausgehend von <strong>der</strong> Untersuchung in Michigan mit <strong>eine</strong>m<br />
Anstieg <strong>der</strong> Tragquote von 8 % (= 19 % <strong>der</strong> gesamthaft 43 %<br />
Nichtträger) auf <strong>eine</strong>m tieferen Niveau wird <strong>für</strong> die Gesamtschweiz<br />
bei total 23 % Nichtträgern von <strong>eine</strong>r Beachtung von im<br />
Mittel 4 % <strong>der</strong> 23 % Nichtträger pro Jahr über die nächsten 10<br />
Jahre ausgegangen (dadurch steigt die Gesamttragquote bis<br />
2012 von 77 % auf 85 % an). D. h., es ergibt sich insgesamt ein<br />
Beachtungsgrad von ca. 35 % <strong>der</strong> Nichtträger.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen BFS (2000), Strassenverkehrsunfälle in <strong>der</strong> Schweiz 1999, S. 96<br />
(T2.19: Verunfallte Lenker + Mitfahrer nach benutztem Fahrzeug,<br />
Tragen von Sicherheitsgurt ...)<br />
Cairney, P. (1998), Road Safety Research Conference, Wellington,<br />
New Zealand; Potential contributions of intelligent transport<br />
systems to road safety in Australia<br />
Evans, L. (1996), Safety-Belt Effectiveness: the influence of<br />
crash and selective recruitment. In: Accid. Anal. And Prev.,<br />
Vol 28, No 4, pp. 423–433<br />
Jones, R., Joksch, H. et al. (1995), Knoxville, Tennessee field<br />
test of combined speed, alcohol, and safety belt enforcement<br />
strategies. Final Report. TRB-TRIS, Mid-America Research<br />
Institute, Winchester, MA<br />
Streff, M.A., Molnar, L.J. & Christoff, C. (1992), Increasing safety<br />
belt use in a secondary enforcement state: Evaluation of a<br />
three-county spezial enforcement program. Accid Anal &<br />
Prev, 24 (4), p. 369–383<br />
Turbell, T. et al. (1996), Optimizing seat belt use by interlock<br />
systems, Proceedings of the fifteenth int. technical conference<br />
on the enhanced safety of vehicles, Melbourne, Australia<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 12/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 445 136<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 35 % 45 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 20 %<br />
Ø 20 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 35 %<br />
Ø 35 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 11 4 11 4<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 11 4 11 4<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 12/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 13<br />
Geschwindigkeit: Kampagne und Kontrollen<br />
(alle 4 Jahre, abwechselnd mit Massnahmen<br />
K 12, 14, 15)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die Einhaltung <strong>der</strong> Geschwindigkeit soll vermehrt kontrolliert<br />
werden; zudem soll die Einhaltung mit Hilfe von Kampagnen<br />
verstärkt geför<strong>der</strong>t werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Im Rahmen von polizeilichen Kontrollen soll vermehrt die Einhaltung<br />
<strong>der</strong> Geschwindigkeitslimiten kontrolliert und durchgesetzt<br />
werden. Parallel dazu sollen Kampagnen die Einhaltung <strong>der</strong><br />
Tempolimiten för<strong>der</strong>n.<br />
Die polizeilichen Anstrengungen zur Überwachung des Geschwindigkeitsverhaltens<br />
liegen im jeweiligen Jahr 10% über den<br />
üblichen Anstrengungen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2003<br />
Erfahrungen Nur <strong>eine</strong> hohe Kontrollintensität garantiert, dass die Geschwindigkeitslimiten<br />
eingehalten werden. Eine Untersuchung in den<br />
Nie<strong>der</strong>landen hat gezeigt, dass kein Einfluss auf das Geschwindigkeitsverhalten<br />
vorhanden ist, wenn lediglich jedes 100. zu<br />
schnell fahrende Auto angehalten wird. Ein geringer Einfluss ist<br />
da bei jedem 25. angehaltenen Auto, und relativ gross (Reduktion<br />
von 3.5 km/h im Mittel), wenn je<strong>der</strong> 6. zu schnell fahrende<br />
Lenker angezeigt wird. Insgesamt gibt es viele (v. a. experimentelle)<br />
Befunde hinsichtlich Auswirkungen <strong>der</strong> Kontrolltätigkeit auf<br />
das Tempoverhalten. Die Befunde können jedoch nicht so einfach<br />
übertragen werden, und schon gar nicht können sie in Reduktionen<br />
von mittleren Geschwindigkeit o<strong>der</strong> verhin<strong>der</strong>ten Opfern<br />
umgerechnet werden. Klar ist, dass nur punktuelle Kontrollen<br />
zu k<strong>eine</strong>n nachhaltigen Verhaltensän<strong>der</strong>ungen führen. Zu<br />
empfehlen ist <strong>eine</strong> intensive und langfristige Überwachung <strong>der</strong><br />
Geschwindigkeiten, die mit Informationen und Kampagnen begleitet<br />
wird. Wichtig zur Steigerung <strong>der</strong> subjektiven Entdekkungswahrscheinlichkeit<br />
ist v. a. die Erhöhung <strong>der</strong> Kontrollintensität.<br />
Allerdings müsste diese wohl relativ stark erhöht werden,<br />
damit Verhaltensän<strong>der</strong>ungen feststellbar sind. In <strong>der</strong> Schweiz<br />
geht man davon aus, dass jedes Fahrzeug jährlich 30-mal kontrolliert<br />
wird. Unter <strong>der</strong> Annahme von 2 Fahrten je Fahrzeug täglich<br />
(jedes Fahrzeug unternimmt jährlich somit etwa 730 Fahrten),<br />
beträgt die Kontrollwahrscheinlichkeit somit etwa 1:24. Um<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 13/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
feststellbare Effekte zu erzielen, müsste die Intensität verdoppelt<br />
werden, damit die Entdeckungswahrscheinlichkeit 1:12 beträgt.<br />
Mit Kampagnenbegleitung kann damit gerechnet werden, dass<br />
Geschwindigkeitsübertretungen seltener werden und das mittlere<br />
Geschwindigkeitsniveau sinkt. Die tatsächlichen Einflüsse können<br />
aber nur ganz grob geschätzt werden.<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Mangel/Einfluss Geschwindigkeit (Code 410-<br />
419), 2000<br />
Verletzte BFS 6828<br />
(343 ANDERE, 5137 PW, 763 MR; 101 MOFA, 257 FR, 227 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1604<br />
(82 ANDERE, 964 PW, 307 MR; 38 MOFA, 110 FR, 103 FG)<br />
Und Leichtverletzte 5224<br />
( 261 ANDERE, 4173 PW, 456 MR, 63 MOFA, 147 FR, 124 FG)<br />
Getötete BFS 229<br />
(13 ANDERE, 141 PW, 43 MR, 4 MOFA, 5 FR, 23 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 20835<br />
(1784 ANDERE, 13356 PW, 2518 MR, 434 MOFA, 2107 FR, 636 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1334<br />
(41 ANDERE, 675 PW, 368 MR; 57 MOFA, 121 FR, 72 FG)<br />
Und Leichtverletzte 19501<br />
(1743 ANDERE, 12681 PW, 2150 MR, 377 MR; 1986 FR, 564 FG)<br />
Getötete 229<br />
(13 ANDERE, 141 PW, 43 MR, 4 MOFA, 5 FR, 23 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 100% (kann bei allen Unfällen wirken, wo <strong>der</strong> Mangel Geschwindigkeit<br />
mit im Spiel ist)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 60%<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Die Kontrollintensität wird nicht in allen Regionen um so viel<br />
erhöht, wie nötig wäre, son<strong>der</strong>n nur in <strong>der</strong> halben Schweiz<br />
(50%); zudem wird durch das Abwechseln mit den an<strong>der</strong>en<br />
Schwerpunktthemen diese Thema nur alle 4 Jahre intensiv behandelt,<br />
d. h. inkl. <strong>eine</strong>s gewissen anhaltenden und überdauernden<br />
Effektes wird die Realisierung etwa 20% ausmachen.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 20% (10%)<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 47 (Siegrist, S. et al.), S. 20-24 und Literaturverzeichnis<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 13/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1334 229<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 20 %<br />
Ø 20 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 20 %<br />
Ø 10 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 16 3 8 2<br />
Motorrad 9 1 4 1<br />
Mofa 1 0 1 0<br />
Fahrrad 3 0 1 0<br />
Fussgänger 2 1 1 0<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />
Total 32 5 15 3<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 13/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 14<br />
Gefährliche Fahrmanöver: Kampagne und<br />
Kontrollen (alle 4 Jahre, abwechselnd mit<br />
Massnahmen K 12, 13, 15)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Gefährliche Fahrmanöver sollen verstärkt kontrolliert und <strong>der</strong>en<br />
Problematik mit Hilfe von Kampagnen in <strong>der</strong> Öffentlichkeit bekannt<br />
gemacht werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Unter gefährlichen Fahrmanövern werden <strong>der</strong> zu geringe Abstand<br />
zum Vor<strong>der</strong>fahrzeug, das gefährliche Überholen, die Missachtung<br />
des Vortrittsrechts sowie das Nichtbeachten des Vortritts<br />
von Fussgängern auf dem Streifen verstanden. Diese riskanten<br />
Fahrmanöver sollen stärker überwacht werden. Parallel<br />
dazu soll mittels Kampagnen <strong>für</strong> das Gefährdungspotential dieser<br />
Fahrmanöver sensibilisiert werden.<br />
Die polizeilichen Anstrengungen zur Überwachung des Fahrverhaltens<br />
liegen im jeweiligen Jahr 10% über den üblichen Anstrengungen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2004<br />
Erfahrungen In <strong>der</strong> Literatur fanden sich k<strong>eine</strong> Untersuchungen zur Kontrolle<br />
o<strong>der</strong> zur Kontrollierbarkeit <strong>der</strong> erwähnten Fahrmanöver, woraus<br />
sich auch ergibt, dass sich die Wirksamkeit nur schätzen lässt.<br />
• Abstand: Das Abstandsverhalten lässt sich relativ gut mit<br />
Video o<strong>der</strong> auch durch mobile Kontrolle überwachen. Somit<br />
kann sich <strong>eine</strong> Erhöhung <strong>der</strong> Kontrollintensität durchaus<br />
auswirken. Das Abstandsverhalten dürfte insbeson<strong>der</strong>e auf<br />
Autobahnen ein Problem darstellen, d. h. da dürfte es in den<br />
meisten Fällen auch kausal sein (Annahme: 80%). Innerorts<br />
sind die Abstände vermutlich durchwegs zu gering, <strong>für</strong> die<br />
Auffahrunfälle bei diesen tiefen Tempi dürften jedoch eher<br />
Unaufmerksamkeitsfaktoren ausschlaggebend sein (Annahme:<br />
10% kausal). Ausserorts wird davon ausgegangen, dass<br />
sich die Kausalität etwa hälftig auf Abstand und Unaufmerksamkeit<br />
verteilt (50%).<br />
• Das gefährlich Überholen dürfte v. a. ausserorts ein Thema,<br />
jedoch gerade da schwer kontrollierbar sein, weil es irgendwo<br />
unter spezifischen Bedingungen auftritt. Permanente stationäre<br />
Überwachung ist deshalb nicht sinnvoll, eher schon<br />
mobile Kontrolle. Die Wirksamkeit wird als gering betrachtet.<br />
Ohne drastische Erhöhung <strong>der</strong> Kontrolltätigkeit ist k<strong>eine</strong> Wir-<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 14/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
kung zu erwarten.<br />
• Vortrittsmissachtung (ohne Fussgängervortritt): ist vor allem<br />
innerorts ein Problem, kommt aber auch ausserorts vor; ist<br />
unabhängig <strong>der</strong> Lage schwierig zu kontrollieren. Tritt vermutlich<br />
an unspezifischen Orten unter spezifischen Bedingungen<br />
auf, zudem handelt es sich wohl um <strong>eine</strong>n seltenen Regelverstoss<br />
(<strong>der</strong> auch entsprechend selten zu beobachten<br />
sein wird), wenn man die Summe aller Einbiege-, Abbiege-<br />
usw. -manöver bedenkt. Deshalb: Sogar deutlich erhöhte<br />
Kontrollintensität dürfte kaum Wirkung zeigen!<br />
• Missachtung Fussgängervortritt: Nur innerorts relevant; dürfte<br />
relativ einfach zu kontrollieren sein. Hätte vermutlich <strong>eine</strong><br />
relativ gute Wirkung bei entsprechend erhöhter Kontrollintensität.<br />
Mit dem Kampagnenthema 'gefährliche Fahrmanöver'<br />
alle 4 Jahre die Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren<br />
dürfte schwierig sein, wenn nicht spezifisch auf 1 Risikofaktor<br />
eingegangen wird. Unspezifische Kampagnen haben<br />
wohl kaum <strong>eine</strong> messbare Wirkung.<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Auffahrunfall innerorts nach Verkehrsteilnahme,<br />
2000<br />
Verletzte BFS 3881<br />
(63 ANDERE, 3260 PW, 362 MR; 52 MOFA, 129 FR, 15 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 276<br />
(4 ANDERE, 165 PW, 56 MR; 11 MOFA, 37 FR, 3 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 3605<br />
(59 ANDERE, 3095 PW, 306 MR; 41 MOFA, 92 FR, 12 FG)<br />
Getötete BFS 1 (1 FR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 11322<br />
(328 ANDERE, 8476 PW, 1195 MR, 224 MOFA, 1058 FR, 42 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 244<br />
(2 ANDERE; 116 PW, 67 MR, 17 MOFA, 41 FR, 2 FG)<br />
Und Leichtverletzte 11078<br />
(326 ANDERE, 8361 PW, 1127 MR, 207 MOFA, 1017 FR, 40 FG)<br />
Getötete BFS 1 (1 FR)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Verunfallte bei Auffahrunfall ausserorts nach Verkehrsteilnahme,<br />
2000<br />
Verletzte BFS 1172<br />
(43 ANDERE, 952 PW, 111 MR; 9 MOFA; 56 FR, 1 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 100<br />
(4 ANDERE, 49 PW, 25 MR, 21 FR, 1 FG)<br />
Und Leichverletzte BFS 1072<br />
(39 ANDERE, 903 PW, 86 MR; 9 MOFA, 35 FR)<br />
Getötete BFS 3<br />
(1 ANDERE, 2 MR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 3566<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 14/S. 2
(224 ANDERE, 2475 PW, 366 MR, 39 MOFA, 459 FR, 3 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 90<br />
(2 ANDERE, 34 PW, 30 MR, 23 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte 3476<br />
(222 ANDERE, 2441 PW, 336 MR, 39 MOFA, 436 FR, 2 FG)<br />
Getötete 3<br />
(1 ANDERE, 2 MR)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Verunfallte bei Auffahrunfall auf Autobahnen nach Verkehrsteilnahme,<br />
2000<br />
Verletzte BFS 1505<br />
(101 ANDERE, 1375 PW, 29 MR)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 152<br />
(23 ANDERE, 118 PW, 11 MR)<br />
Und Leichtverletzte BFS 1353<br />
(78 ANDERE, 1257 PW, 18 MR)<br />
Getötete BFS 9<br />
(2 ANDERE, 7 PW)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 4196<br />
(525 ANDERE, 3575 PW, 96 MR)<br />
Davon Schwerverletzte 107<br />
(12 ANDERE, 83 PW, 13 MR)<br />
Und Leichtverletzte 4089<br />
(514 ANDERE, 3492 PW, 83 MR)<br />
Getötete 9<br />
(2 ANDERE, 7 PW)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Verunfallte bei Überholunfall nach Verkehrsteilnahme, 2000<br />
Verletzte BFS 925<br />
(24 ANDERE, 428 PW, 217 MR, 69 MOFA, 178 FR, 9 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 224<br />
(2 ANDERE, 80 PW, 79 MR, 13 MOFA, 49 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 701<br />
(22 ANDERE, 348 PW, 138 MR, 56 MOFA, 129 FR, 8 FG)<br />
Getötete BFS 19<br />
(1 ANDERE, 8 PW, 5 MR, 1 MOFA, 4 FR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 3735<br />
(125 ANDERE, 1113 PW, 716 MR, 297 MOFA, 1460 FR, 25 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 226<br />
(1 ANDERE, 56 PW, 95 MR, 20 MOFA, 54 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte 3509<br />
(124 ANDERE, 1057 PW, 621 MR, 277 MOFA, 1406 FR, 25 FG)<br />
Getötete 19<br />
(1 ANDERE, 8 PW, 5 MR, 1 MOFA, 4 FR)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 14/S. 3
Verunfallte bei Mangel/E Vortrittsmissachtung (exkl. 457),<br />
innerorts 2000<br />
Verletzte BFS 5282<br />
(179 ANDERE, 1961 PW, 1399 MR, 492 MOFA, 1166 FR, 85 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 990<br />
(26 ANDERE, 192 PW, 328 MR, 115 MOFA, 306 FR, 23 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 4292<br />
(153 ANDERE, 1769 PW, 1071 MR, 377 MOFA, 860 FR, 62 FG)<br />
Getötete BFS 37<br />
(1 ANDERE, 7 PW, 9 MR, 5 MOFA, 13 FR, 2 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 22561<br />
(931 ANDERE, 5099 PW, 4617 MR, 2116 MOFA, 9561 FR, 238 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1066<br />
(13 ANDERE, 134 PW, 394 MR, 173 MOFA, 337 FR, 16 FG)<br />
Und Leichtverletzte 21495<br />
(918 ANDERE, 4964 PW, 4223 MR, 1943 MOFA, 9225 FR, 222 FG)<br />
Getötete 37<br />
(1 ANDERE, 7 PW, 9 MR, 5 MOFA, 13 FR, 2 FG<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Verunfallte bei Mangel/E Missachtung Fussgängervortritt,<br />
innerorts 2000<br />
Verletzte BFS 1068<br />
(10 PW, 19 MR, 3 MOFA, 13 FR, 1023 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 331<br />
(4 MR, 5FR, 322 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 737<br />
(10 PW, 15 MR, 3 MOFA, 8 FR, 701 FG)<br />
Getötete BFS 48 (48 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 3073<br />
(26 PW, 63 MR, 13 MOFA, 107 FR, 2864 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 236<br />
(5 MR, 6 FR, 225 FG)<br />
Und Leichtverletzte 2837<br />
(26 PW, 58 MR, 13 MOFA, 101 FR, 2639 FG)<br />
Getötete 48 (48 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Zusammenfassung <strong>der</strong> Hochrechnungen mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 48456<br />
(20764 PW, 7053 MR, 2689 MOFA; 12645 FR, 3172 FG, 2133 ANDERE)<br />
Davon Schwerverletzte 1973<br />
(423 PW, 604 MR, 210 MOFA; 461 FR, 245 FG, 30 ANDERE)<br />
Und Leichtverletzte 46483<br />
(20341 PW, 6449 MR, 2479 MOFA; 12184 FR, 2927 FG, 2103<br />
ANDERE)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 14/S. 4
Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />
Getötete 117<br />
(22 PW; 16 MR, 6 MOFA; 18 FR, 50 FG, 5 ANDERE)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] wo diese Mängel o<strong>der</strong> Unfalltypen vorliegen, kann etwas bewirkt<br />
werden: 80%<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Die Kontrollintensität wird nicht in allen Regionen um so viel<br />
erhöht, wie nötig wäre, son<strong>der</strong>n nur in <strong>der</strong> halben Schweiz<br />
(50%); zudem wird durch das Abwechseln mit den an<strong>der</strong>en<br />
Schwerpunktthemen diese Thema nur alle 4 Jahre intensiv behandelt,<br />
d. h. inkl. <strong>eine</strong>s gewissen anhaltenden und überdauernden<br />
Effektes wird die Realisierung etwa 20% ausmachen.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Abstand/Auffahrunfälle:<br />
5% auf Autobahnen<br />
1% ausserorts<br />
1% innerorts<br />
gefährliches Überholen:<br />
1%<br />
Vortrittsmissachtung:<br />
1% (nur innerorts)<br />
Missachtung Fussgängervortritt:<br />
5% (nur innerorts)<br />
Durchschnitt ca. 2%<br />
max. 10%, durchschnittlich 5%.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 14/S. 5
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1973 117<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 20 %<br />
Ø 20 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />
Ø 5 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 7 0 3 0<br />
Motorrad 10 0 5 0<br />
Mofa 3 0 2 0<br />
Fahrrad 7 0 4 0<br />
Fussgänger 4 1 2 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 31 1 16 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 14/S. 6
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 15<br />
Fahrfähigkeit: Kampagne und Kontrollen (inkl.<br />
Überwachung Ruhezeiten Lastwagenlenker)<br />
(alle 4 Jahre, abwechselnd mit Massnahmen<br />
K 12, 13, 14)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die Fahrfähigkeit <strong>der</strong> Lenker soll stärker überwacht werden;<br />
zudem soll die Sensibilisierung <strong>der</strong> Fahrfähigkeit mit Hilfe von<br />
Kampagnen geför<strong>der</strong>t werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Fahrfähigkeit <strong>der</strong> Lenker, insbeson<strong>der</strong>e das Fahren unter<br />
Alkohol-, Drogen- und Medikamenteneinfluss sowie bei Müdigkeit<br />
(inkl. Ruhezeitkontrollen bei Berufschauffeuren) soll verstärkt<br />
kontrolliert werden. Parallel dazu sollen Kampagnen <strong>für</strong> das<br />
Thema 'Fahrfähigkeit' sensibilisieren.<br />
Die polizeilichen Anstrengungen zur Überwachung des Fahrfähigkeit<br />
liegen im jeweiligen Jahr 10% über den üblichen Anstrengungen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2005<br />
Erfahrungen Kontrolldichte und Entdeckungswahrscheinlichkeit sind beim<br />
Alkohol schon relativ gering und dürften im Bereich <strong>der</strong> Drogen,<br />
Medikamente und Müdigkeit noch sehr viel geringer sein o<strong>der</strong><br />
existieren praktisch nicht. Zudem haben die Kontrollorgane vermutlich<br />
gar k<strong>eine</strong> Instrumente an <strong>der</strong> Hand, um mit einigermassen<br />
grosser Zuverlässigkeit Drogen, Medikamente o<strong>der</strong> Übermüdung<br />
bei den Lenkern festzustellen. Ohne solche neuen Instrumente<br />
dürfte gerade bei den letztgenannten Risikofaktoren<br />
trotz erhöhter Kontrolltätigkeit die Entdeckungswahrscheinlichkeit<br />
nicht o<strong>der</strong> nur unbedeutend ansteigen. Hier kann das auf<br />
Verordnungsebene vorgesehene MEDRALEX helfen. Jedenfalls<br />
kann nicht von <strong>eine</strong>r Verhaltensän<strong>der</strong>ung bei den betroffenen<br />
Lenkern ausgegangen werden, lediglich von ein paar Fällen, die<br />
wegen vermehrter Kontrollen entdeckt werden. Und die Kampagne<br />
allein (d. h. ohne Einfluss <strong>der</strong> Kontrolltätigkeit) dürfte das<br />
Verhalten im Bereich von Drogen, Medikamenten und Müdigkeit<br />
– insbeson<strong>der</strong>e wenn diese Themen unspezifisch angesprochen<br />
werden – kaum verän<strong>der</strong>n. Eine Ausnahme bildet die Ruhezeitkontrolle<br />
von Berufschauffeuren, die sich mittels des Fahrtenschreibers<br />
vornehmen lässt.<br />
Somit lässt sich eigentlich nur beim Alkohol durch Erhöhung <strong>der</strong><br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 15/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Kontrollintensität <strong>eine</strong> grössere Wirkung erzielen. Schaffen anlassfreie<br />
Kontrollen bei intensiver Begleitung durch Kampagnen<br />
usw. <strong>eine</strong> Reduktion <strong>der</strong> Alkoholfahrer um 20–50%, so ist dadurch,<br />
dass lediglich die Intensität erhöht und mit Kampagne<br />
begleitet wird, etwa mit <strong>eine</strong>r Reduktion um 5% zu rechnen.<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Einfluss von Alkohol, 2000<br />
Verletzte BFS 3167 (69 ANDERE, 2298 PW, 353 MR, 139 MO-<br />
FA, 155 FR, 153 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 864 (22 ANDERE, 531 PW, 152<br />
MR, 44 MOFA, 57 FR, 58 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 2303 (47 ANDERE, 1767 PW, 201 MR,<br />
95 MOFA, 98 FR, 95 FG)<br />
Getötete BFS 114 (3 ANDERE, 81 PW, 10 MR; 3 MOFA, 3 FR,<br />
14 FR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 9796 (359 ANDERE, 5975 PW, 1165 MR, 598 MOFA,<br />
1271 FR, 428 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 734 (11 ANDERE, 372 PW, 182 MR, 66<br />
MOFA, 63 FR, 41 FG)<br />
Und Leichtverletzte 9061 (348 ANDERE, 5603 PW, 983 MR, 532<br />
MOFA, 1208 FR, 388 FG)<br />
Getötete 114 (3 ANDERE, 81 PW, 10 MR; 3 MOFA, 3 FR, 14 FR<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Verunfallte bei Unfällen mit Einfluss von Drogen, 2000<br />
Verletzte BFS 252 (7 ANDERE, 176 PW, 33 MR, 16 MOFA,<br />
11FR, 9 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 88 (1 ANDERE, 58 PW, 17 MR, 6<br />
MOFA, 3 FR, 3 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 164 (6 ANDERE, 118 PW, 16 MR, 10<br />
MOF, 8 FR, 6 FG)<br />
Getötete BFS 11 (1 ANDERE, 5 PW, 3 MR, 2 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 787 (36 ANDERE, 458 PW, 109 MR, 69 MOFA, 90 FR,<br />
25 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 76 (1ANDERE, 41 PW, 20 MR, 9 MOFA,<br />
3 FR, 2 FG)<br />
Und Leichtverletzte 711 (36 ANDERE, 417 PW, 89 MR, 60 MO-<br />
FA, 87 FR, 23 FG)<br />
Getötete 11 (1 ANDERE, 5 PW, 3 MR, 2 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Verunfallte bei Unfällen mit Einfluss Medikamente<br />
Verletzte BFS 87 (2 ANDERE, 68 PW, 5 MR, 2 MOFA; 3 FR, 7<br />
FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 20 (1 ANDERE, 14 PW, 2 MR, 1<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 15/S. 2
MOFA, 1 FR, 1 FG)<br />
Und leichtverletzte BFS 67 (1 ANDERE, 54 PW, 3MR, 1 MOFA,<br />
2 FR, 6 FG)<br />
Getötete BFS 4 (2 PW, 2 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 257 (10 ANDERE, 177 PW, 17 MR, 9 MOFA, 25 FR,<br />
20 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 16 (1 ANDERE, 10 PW, 2 MR, 2 MOFA,<br />
1 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte 241 (10 ANDERE, 167 PW, 14 MR; 7 MO-<br />
FA, 24 FR, 19 FG)<br />
Getötete 4 (2 PW, 2 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Verunfallte bei Unfällen mit Einfluss Schwächezustand, 2000<br />
Verletzte BFS 891(66 ANDERE, 757 PW, 29 MR, 12 MOFA, 19<br />
FR, 8 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 243 (14 ANDERE, 196 PW, 15 MR;<br />
4 MOFA, 9 FR, 5 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 648 (52 ANDERE, 561 PW, 14 MR, 8<br />
MOFA, 10 FR, 3 FG)<br />
Getötete BFS 24 (3 ANDERE, 17 PW, 2 MR, 1 FR, 1 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer<br />
Verletzte 2637 (343 ANDERE, 1968 PW, 96 MR, 52 MOFA, 156<br />
FR, 22 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 182 (7 ANDERE, 137 PW, 18 MR, 6<br />
MOFA, 10 FR, 4 FG)<br />
Und Leichtverletzte 2455 (336 ANDERE, 1831 PW, 78 MR, 46<br />
MOFA, 146 FR, 19 FG)<br />
Getötete 24 (3 ANDERE, 17 PW, 2 MR, 1 FR, 1 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Zusammenfassung <strong>der</strong> Hochrechnungen:<br />
Verletzte 13478 (8578 PW, 1387 MR; 728 MOFA, 1542 FR, 495<br />
FG, 748 ANDERE)<br />
Davon Schwerverletzte 1001 (450 PW, 385 MR; 50 MOFA, 52<br />
FR, 57 FG, 7 ANDERE)<br />
Und Leichtverletzte 12477 (8128 PW, 1002 MR; 678 MOFA,<br />
1490 FR, 438 FG, 741 ANDERE)<br />
Getötete 153 (105 PW, 15 MR, 3 MOFA, 4 FR, 19 FG, 7 AN-<br />
DERE)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 100% bei allen Risikofaktoren (wo diese Faktoren die alleinige<br />
Ursache darstellen und dann wegfallen, kann sich <strong>der</strong> Unfall<br />
nicht mehr ereignen)<br />
Wirksamkeit 3 [b] Alkohol: 66% allein durch Alkohol verursacht<br />
Drogen: 50%<br />
Medikamente: 20%<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 15/S. 3
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Übermüdung: 80%<br />
Durchschnitt: 60%<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Die Kontrollintensität wird nicht in allen Regionen um so viel<br />
erhöht, wie nötig wäre, son<strong>der</strong>n nur in <strong>der</strong> halben Schweiz<br />
(50%); zudem wird durch das Abwechseln mit den an<strong>der</strong>en<br />
Schwerpunktthemen diese Thema nur alle 4 Jahre intensiv behandelt,<br />
d. h. inkl. <strong>eine</strong>s gewissen anhaltenden und überdauernden<br />
Effektes wird die Realisierung etwa 20% ausmachen.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Alkohol: 5%<br />
Drogen: 1%<br />
Medikamente: 1%<br />
Übermüdung: 1%<br />
max. 10%, durchschnittlich 5%.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 47 (Siegrist, S. et al.), S. 20-24 und Literaturverzeichnis<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 15/S. 4
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1001 153<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 20 %<br />
Ø 20 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />
Ø 5 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 5 1 3 1<br />
Motorrad 5 0 2 0<br />
Mofa 1 0 0 0<br />
Fahrrad 1 0 0 0<br />
Fussgänger 1 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 13 1 5 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 15/S. 5
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 16<br />
Verbot <strong>der</strong> (externen) Zweiwegkommunikation<br />
im Auto und auf dem Motorrad (Telefon, Internet,<br />
Paging)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die mo<strong>der</strong>nen Kommunikationsmittel ermöglichen es, vom fahrenden<br />
Fahrzeug aus mit an<strong>der</strong>en Personen Kontakt aufzunehmen.<br />
An erster Stelle sind hier das Handy und das Internet zu<br />
nennen. Die externe Kommunikation vom fahrenden Fahrzeug<br />
aus (inkl. Freisprechanlage) soll generell verboten werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Externe Kommunikation im fahrenden Fahrzeug kann das Unfallrisiko<br />
erhöhen. Die Benützung von Handys im Auto ist daher in<br />
<strong>der</strong> Schweiz nur erlaubt, wenn <strong>eine</strong> Fernsprechanlage benutzt<br />
wird. Neben dem Gespräch mittels Telefon besteht auch die<br />
Möglichkeit des Versendens vom SMS-Nachrichten. Zukünftig<br />
wird auch das Benutzen des Internets vom Fahrzeug aus möglich<br />
sein. Auch das Versenden von E-Mails kann zu <strong>eine</strong>m erhöhtem<br />
Unfallrisiko führen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Violanti (1998) kommt aufgrund von Unfallanalysen zu dem<br />
Schluss, dass allein die Anwesenheit <strong>eine</strong>s Handys im Fahrzeug<br />
zu <strong>eine</strong>m doppelt so hohen Risiko <strong>eine</strong>s tödlichen Unfalls führt.<br />
Das Telefonieren mit Handy führt zu <strong>eine</strong>m neunfach erhöhten<br />
Risiko <strong>eine</strong>s tödlichen Unfalls.<br />
An<strong>der</strong>e Studien kommen zu dem Schluss, dass das Unfallrisiko<br />
von 34 bis 300% ansteigt (zitiert nach Cain & Burris, 1999).<br />
Häufig zitiert wird <strong>eine</strong> Studie von Redelmeier & Tibshirani aus<br />
dem Jahr 1997, die herausfanden, dass das Risiko <strong>eine</strong>s Unfalls<br />
mit Sachschaden durch den Gebrauch <strong>eine</strong>s Handys um das<br />
vierfache ansteigt.<br />
In <strong>eine</strong>m Bericht <strong>der</strong> BASt (Brühning et al., 1998) kam man zu<br />
folgendem Schluss: Bei 1185 Unfällen war <strong>der</strong> Hauptverursacher<br />
ein Lenker mit <strong>eine</strong>m Telefon im Auto. Bei 3,7% <strong>der</strong> Unfälle mit<br />
Personenschaden wurde während des Unfall telefoniert. Insbeson<strong>der</strong>e<br />
zwei Unfalltypen sch<strong>eine</strong>n durch Handybenutzung geför<strong>der</strong>t<br />
zu werden: Verlust <strong>der</strong> Fahrzeugbeherrschung auf Autobahnen<br />
und Auffahrunfälle innerorts.<br />
Die Vermutung liegt nahe, dass auch Gespräche mit <strong>eine</strong>r Freisprechanlage<br />
zu <strong>eine</strong>m erhöhten Unfallrisiko führen.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 16/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Hinsichtlich E-Mail, SMS und Paging liegen ansch<strong>eine</strong>nd k<strong>eine</strong><br />
empirischen Resultate vor. Die Probleme werden aber in <strong>eine</strong>m<br />
Report <strong>der</strong> National Highway Traffic Safety Administration (1997)<br />
diskutiert.<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von PW, MR 2000<br />
Verletzte BFS 26985 ( 553 ANDERE, 17145 PW, 4157 MR, 870<br />
MOFA, 2018 FR, 2242 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 5192 ( 78 ANDERE, 2431 PW,<br />
1258 MR, 195 MOFA, 519 FR, 711 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 21793 ( 475 ANDERE, 14714 PW,<br />
2899 MR, 675 MOFA, 1499 FR, 1531 FG)<br />
Getötete BFS 489 (9 ANDERE, 273 PW, 87 MR, 8 MOFA, 19<br />
FR, 93 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 87737 (2876 ANDERE, 44577 PW, 13718 MR, 3741<br />
MOFA, 16548 FR, 6278 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 4611 ( 39 ANDERE, 1702 PW, 1510 MR;<br />
293 MOFA, 571 FR, 498 FG)<br />
Und Leichtverletzte 83126 ( 2837 ANDERE, 42875 PW, 12209<br />
MR, 3449 MOFA, 15977 FR, 5780 FG)<br />
Getötete 489 (9 ANDERE, 273 PW, 87 MR, 8 MOFA, 19 FR, 93<br />
FG)<br />
Davon 3.7% Telefonieren gemäss BASt Brühning et al.<br />
Verletzte 3245 (106 ANDERE, 1649 PW; 508 MR, 138 MOFA,<br />
612 FR, 232 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 170 ( 1 ANDERE, 63 PW, 56 MR, 11<br />
MOFA, 21 FR, 18 FG)<br />
Und Leichtverletzte 3075 ( 105 ANDERE, 1586 PW, 452 MR,<br />
128 MOFA, 591 FR, 214 FG)<br />
Getötete 18 ( 11 PW; 3 MR; 1 FR, 3 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Diejenigen, die im fahrenden Auto telefonieren, machen dies<br />
entwe<strong>der</strong> mit o<strong>der</strong> ohne Freisprechanlage. Beide Gruppen zusammen<br />
sind 100 %.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Bei <strong>eine</strong>m Teil <strong>der</strong> Unfälle, an denen ein telefonieren<strong>der</strong> Lenker<br />
beteiligt ist, dürfte das Telefonieren mindestens <strong>eine</strong> Mitschuld<br />
haben: 50 %.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Massnahme wird per Verordnung eingeführt: 100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Schätzung <strong>der</strong> Einhaltung des Gesetzes: 30 % (30 %)<br />
Offene Fragen –<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 16/S. 2
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Brühning, E., Haas, I., Mä<strong>der</strong>, H., Pfafferott, I. & Pöppel-Decker,<br />
M. (1998), Telefonieren am Steuer und Verkehrssicherheit.<br />
Bundesanstalt <strong>für</strong> Strassenwesen. Mensch und Sicherheit.<br />
Heft M 89.<br />
Cain, A. & Burris, M. (1999), Investigation of the use of mobile<br />
phones while driving. Center for urban transportation research.<br />
University of south Florida.<br />
Redelmeier, D.A. & Tibshirani, R.J. (1997), Association between<br />
cellular-telephone calls and motor vehicle collisions. New<br />
England Journal of medicine, 1997/02/13, S. 453-458.<br />
Violanti, J.M.(1998), Cellular phones and fatal traffic collisions.<br />
Accident Analysis and Prevention, 30 (4), 519-524.<br />
National Highway Traffic Safety Administration (1997), An investigation<br />
of the safety implications of wireless communications<br />
in vehicles. NHTSA, Report Nr. HS-808 635<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 16/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 170 18<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 30 %<br />
Ø 30 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 9 2 9 2<br />
Motorrad 8 0 8 0<br />
Mofa 2 0 2 0<br />
Fahrrad 3 0 3 0<br />
Fussgänger 3 0 3 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 25 2 25 2<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 16/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 17<br />
Richtlinien <strong>für</strong> Eignungsabklärung <strong>für</strong> ältere<br />
Fahrzeuglenker<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Es sollen klare und über die jetzige Regelung hinausgehende<br />
Richtlinien zur Eignungsabklärung <strong>für</strong> ältere Fahrzeuglenker<br />
ausgearbeitet und umgesetzt werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Seit 1977 haben sich ältere Fahrzeuglenker ab dem 70. Altersjahr<br />
alle 2 Jahre zwecks Überprüfung <strong>der</strong> Tauglichkeit zum Lenken<br />
<strong>eine</strong>s Motorfahrzeugs ärztlich untersuchen zu lassen. Je<br />
nach Kanton geschieht dies bei <strong>eine</strong>m Haus- o<strong>der</strong> Vertrauensarzt.<br />
Die bestehenden Richtlinien lassen <strong>eine</strong>n grossen Spielraum<br />
in <strong>der</strong> Abklärung zu. Es sollen deshalb neue Richtlinien zur<br />
Anwendung kommen, die<br />
1) die Inhalte <strong>der</strong> Abklärung erweitern (z. B. verstärkte Prüfung<br />
<strong>der</strong> kognitiven Fähigkeiten, Hörvermögen),<br />
2) ein Gutachten durch den Hausarzt ausschliessen,<br />
3) <strong>für</strong> die Begutachtung nur verkehrsmedizinisch erfahrene Ärzte<br />
und Psychologen zulassen, und<br />
4) <strong>für</strong> alle Kantone einheitlich und verbindlich sind.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Die Verpflichtung zu <strong>eine</strong>r medizinischen Eignungsuntersuchung<br />
bringt viele Senioren dazu, den Führerausweis freiwillig abzugeben<br />
(CH: ca. 15 %). Bei diesen Personen dürfte es sich um<br />
diejenigen handeln, die sich ihrer Probleme (Sehen, kognitive<br />
Fähigkeiten usw.) bewusst sind. Viele Senioren sind jedoch aufgrund<br />
von Gefälligkeitsgutachten des Hausarztes trotz grossen<br />
Einschränkungen weiterhin als Lenker von Motorfahrzeugen<br />
unterwegs. Klare und insbeson<strong>der</strong>e verschärfte Richtlinien zur<br />
obligatorischen Eignungsabklärung alle 2 Jahre ab 70. Altersjahr<br />
werden vermutlich dazu führen, dass sich <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> Senioren,<br />
<strong>der</strong> den Führerschein freiwillig abgibt, vergrössert. Dadurch<br />
werden mehr problematische Lenker vom Strassenverkehr ferngehalten.<br />
Bei denjenigen, die sich untersuchen lassen und ev.<br />
sogar – je nach Richtlinien – <strong>eine</strong> Fahrprobe o<strong>der</strong> Fahrprüfung<br />
bestehen müssen, kann aufgrund von Studienergebnissen erwartet<br />
werden, dass nach bestandener Fahrprüfung <strong>eine</strong> Angleichung<br />
des Fahrverhaltens an das von gesunden und jüngeren<br />
Lenkern stattfindet.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 17/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Aber: In Finnland hat sich gezeigt, dass sich vermutlich durch<br />
<strong>eine</strong> relativ harte Selektion bei älteren Lenkern <strong>der</strong>en Unfälle in<br />
an<strong>der</strong>e Bereiche verlagert haben, d. h. ausgemusterte Lenker<br />
verursachen ein Mehr an Fussgängerunfällen. Ob dies auf die<br />
Schweiz auch zutreffen würde, kann nicht abschliessend beurteilt<br />
werden, da in Finnland <strong>für</strong> diese Tatsache auch die wenig<br />
vorteilhafte Infrastruktur <strong>für</strong> Ältere verantwortlich gemacht wird.<br />
Zudem wird kein zahlenmässiger Wert angegeben.<br />
Deshalb: In <strong>der</strong> Schlusstabelle mit den %-Werten wird k<strong>eine</strong><br />
Kürzung vorgenommen. Soll dieser eventuelle kontraproduktive<br />
Effekt bei den Fussgängern eingerechnet werden, so ist von<br />
<strong>eine</strong>r Zunahme von ca. 2 % auszugehen (k<strong>eine</strong> Begründung<br />
da<strong>für</strong>). Dies entspricht etwa 1 Todesfall und 13 Verletzten.<br />
Betroffene Unfälle 1 Alle verunfallten PW- und Motorradlenker ab 70 J. und die Mitbetroffenen<br />
(Insassen, an<strong>der</strong>e Fz, FG), 2000<br />
Verletzte BFS 2507<br />
(46 ANDERE , 1605 PW, 261 MR, 110 MOFA, 260 VELO, 225 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 507<br />
(4 ANDERE, 243 PW, 78 MR, 35 MOFA, 75 FR, 72 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 2000<br />
(42 ANDERE, 1362 PW, 183 MR, 75 MOFA, 185 FR, 153 FG)<br />
Getötete BFS. 68<br />
(35 PW, 6 MR, 3 MOFA, 9 VELO, 3 ANDERE, 12 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 8508<br />
(239 ANDERE, 4173 PW, 861 MR, 473 MOFA, 2132 FR, 630 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 452<br />
(2 ANDERE, 170 PW, 94 MR, 53 MOFA, 83 FR, 50 FG)<br />
Und Leichtverletzte 8056<br />
(237 ANDERE, 4003 PW, 768 MR, 421 MOFA, 2050 FR, 580 FG)<br />
Getötete 68<br />
(35 PW, 6 MR, 3 MOFA, 9 VELO, 3 ANDERE, 12 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Es kommen alle verunfallten ab 70-Jährigen in den Genuss <strong>eine</strong>r<br />
verbesserten Eignungsabklärung, d. h. <strong>der</strong> Wirkungsbereich<br />
beträgt 100 %.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Trotz klarer und verschärfter Richtlinien sind theoretisch lediglich<br />
etwa 20 % <strong>der</strong> Verunfallten vermeidbar. Dies deswegen, weil<br />
1) nicht alle Verunfallten aufgrund entdeckbarer und therapierbarer<br />
Probleme verunfallen, und<br />
2) ein Teil <strong>der</strong> Verunfallten Opfer jüngerer Lenker sind.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 17/S. 2
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Wenn die Richtlinien tatsächlich <strong>der</strong>art ausgearbeitet werden,<br />
dass z. B. Gefälligkeitsgutachten durch den Hausarzt nicht mehr<br />
möglich sind, so kann von <strong>eine</strong>m Realisierungsgrad von 95 %<br />
ausgegangen werden.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Verschärfte Richtlinien werden dazu führen, dass<br />
a) sich <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong>jenigen Lenker, die den Führerschein freiwillig<br />
zurückgeben, ungefähr verdoppelt (weitere 15 % aller Lenker<br />
> 70 Jahre), und<br />
b) rund 15 % in <strong>der</strong> Eignungsabklärung hängen bleiben.<br />
Somit wäre allein aufgrund <strong>der</strong> Reduktion <strong>der</strong> Lenkerzahl um<br />
30 % mit <strong>eine</strong>r Verunfalltenreduktion um ebenfalls 30 % zu rechnen;<br />
allerdings ist davon auszugehen, dass v. a. die Lenker mit<br />
erhöhtem Verunfalltenrisiko ausgeschlossen werden, wodurch<br />
<strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> Verunfallten stärker (ca. um 40 %) abnehmen<br />
dürfte.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen BFS (1996), Verkehrsverhalten in <strong>der</strong> Schweiz 1994. GS EVED<br />
Dienst <strong>für</strong> Gesamtverkehrsfragen<br />
Bächli-Biétry, J. (1993), Senioren im Strassenverkehr. VfV<br />
Hakamies-Blomqvist, L. (1997), Validity of medical screening asa<br />
tool for selecting ol<strong>der</strong> drivers. Theory and Application. Traffic<br />
& Transport Psychology, 1997, S. 445–448. (Als Reprint in<br />
bfu-Bib. vorhanden)<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA; v. a. auch wegen <strong>der</strong> zunehmenden Zahl an Senioren mit<br />
Führerschein<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 17/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 452 68<br />
Wirkungsbereich [a] 100 100<br />
Wirksamkeit [b] 20 20<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 95 Ø 95<br />
Beachtungsgrad [d] max. 40 Ø 40<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 13 3 13 3<br />
Motorrad 7 0 7 0<br />
Mofa 4 0 4 0<br />
Fahrrad 6 1 6 1<br />
Fussgänger 4 1 4 1<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 34 5 34 5<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 17/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 18<br />
Obligatorische Kontrolle <strong>der</strong> Sehfähigkeit ab<br />
dem 30. Altersjahr<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Ab dem 30. bis zum 69. Altersjahr müssen sich Motorfahrzeuglenker<br />
alle 5 Jahre <strong>eine</strong>r Untersuchung <strong>der</strong> Sehfähigkeit unterziehen<br />
(ab 70 Jahren greift dann die 2-jährliche, gesamtheitliche<br />
ärztliche Kontrolle).<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Bis anhin ist es so, dass ein Lenker wenn er den Führerausweis<br />
erhält <strong>für</strong> lange Zeit k<strong>eine</strong> weiteren Kontrollen über sich ergehen<br />
lassen muss. Erst wenn er 70 Jahre alt ist muss er sich alle zwei<br />
Jahre vom Arzt untersuchen lassen. D. h. über rund 50 Jahre<br />
hinweg findet – sofern es k<strong>eine</strong> beson<strong>der</strong>en Ereignisse wie z. B.<br />
Unfälle gibt – k<strong>eine</strong> Kontrolle <strong>der</strong> Fahreignung statt.<br />
Mit zunehmendem Alter lässt die Sehfähigkeit oft nach ohne<br />
dass <strong>der</strong> Lenker dies unbedingt merkt. Daher sind regelmässige<br />
Sehtests sinnvoll. Ab dem 30. bis zum 60. Altersjahr müssen<br />
sich Motorfahrzeuglenker deshalb alle 5 Jahre <strong>eine</strong>r Untersuchung<br />
<strong>der</strong> Sehfähigkeit unterziehen. Dies kann beim Optiker<br />
o<strong>der</strong> Augenarzt gemacht werden. Das Fahren wird nur ermöglicht,<br />
wenn die Sehkraft gut ist o<strong>der</strong> – bei mangelhafter Sehkraft<br />
– durch Hilfsmittel korrigiert wird. In diesem Fall besteht die Auflage,<br />
beim Fahren die Sehhilfe zu tragen. Zudem wird die Sehhilfe<br />
und die Auflage im Führerausweis vermerkt. Von Lenkern, bei<br />
denen sich die mangelhafte Sehkraft nicht korrigieren lässt, wird<br />
<strong>der</strong> Führerausweis eingezogen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen In Kalifornien muss bei jedem "license renewal" ein Sehtest und<br />
<strong>eine</strong> theoretische Prüfung gemacht werden. Angaben über die<br />
Häufigkeit des "license renewal" werden nicht gemacht.<br />
In Oregon muss <strong>der</strong> Führerausweises alle vier Jahre erneuert<br />
werden, allerdings finden Sehtests nur bei den über 50jährigen<br />
statt. An<strong>der</strong>e Tests werden nicht durchgeführt.<br />
Lachenmayr et al. (1996) fanden heraus, dass Lenker mit Unfällen<br />
des Typs "Dunkelheitsunfall" und "Überholunfall" <strong>eine</strong>n signifikant<br />
schlechteren Visus aufwiesen als <strong>eine</strong> Kontrollgruppe.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 18/S. 1
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Bet. PW; MR (Lenkeralter 30-69j) ,<br />
2000<br />
Verletzte BFS 21563 (521 ANDERE, 13596 PW, 3404 MR; 648<br />
MOFA; 1641 FR, 1753 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 3977 (74 ANDERE, 1754 PW, 1022<br />
MR, 144 MOFA, 432 FR, 551 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 17586 (447 ANDERE, 11842 PW; 2382<br />
MR, 504 MOFA, 1209 FR, 12202 FG)<br />
Getötete BFS 361 (8 ANDERE, 190 PW, 69 MR; 8 MOFA, 18<br />
FR, 68 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 70443 (2709 ANDERE, 35350 PW, 11233 MR, 2786<br />
MOFA, 13456 FR, 4908 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 3568 (37 ANDERE, 1228 PW; 1226 MR;<br />
216 MOFA, 475 FR, 386 FG)<br />
Und Leichtverletzte 66875 (2672 ANDERE, 34122 PW, 10007<br />
MR, 2570 MOFA, 12981 FR, 4523 FG)<br />
Getötete 361 (8 ANDERE, 190 PW, 69 MR; 8 MOFA, 18 FR, 68<br />
FG)<br />
Davon 7% mangelnde Sehfähigkeit gemäss bast Bericht:<br />
Verletzte 4931 (190 ANDERE, 2474 PW, 786 MR, 195 MOFA,<br />
942 FR, 344 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 250 (3 ANDERE, 86 PW; 86 MR; 15<br />
MOFA, 33 FR, 27 FG)<br />
Und Leichtverletzte 4681 (187 ANDERE, 2389 PW, 700 MR; 180<br />
MOFA, 909 FR, 317 FG)<br />
Getötete 26 (1 ANDERE, 13 PW; 5 MR; 1 MOFA, 1 FR, 5 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 80 % <strong>der</strong> Unfälle mit dem Mangel "Sehfähigkeit" sind auf die<br />
eingeschränkte Sehfähigkeit zurückzuführen<br />
Wirksamkeit 3 [b] Die Tests erkennen nur <strong>eine</strong>n Teil <strong>der</strong> Fälle: 20 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Massnahme wird per Verordnungsän<strong>der</strong>ung eingeführt: 100 %<br />
(= max. + Ø.)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80 % (= max. + Ø.)<br />
Beachtung = Einhaltung <strong>der</strong> Auflage (Sehhilfe), wenn <strong>eine</strong> ausgesprochen<br />
wurde<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Harms, H. (1987), Unfallursache Sehmangel – heutige Situation<br />
und künftige Risiken. In: Wahrnehmung und Verkehrssicherheit.<br />
Bericht über das 7. Symposium Verkehrsmedizin des<br />
ADAC. Schriftenreihe Strassenverkehr 32, München, ADAC<br />
Verlag GmbH, S. 30-40.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 18/S. 2
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
Lachenmayr, B., Buser, A. & Keller, O. (1996), Sehstörungen als<br />
Unfallursache. Bundesanstalt <strong>für</strong> Strassenwesen. Mensch<br />
und Sicherheit, M 65.<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 18/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 250 26<br />
Wirkungsbereich [a] 80 %<br />
80 %<br />
Wirksamkeit [b] 20 % 20 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 11 2 11 2<br />
Motorrad 11 1 11 1<br />
Mofa 2 0 2 0<br />
Fahrrad 4 0 4 0<br />
Fussgänger 3 1 3 1<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 31 4 31 4<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 18/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 19<br />
Leistungsgewichtsbeschränkung <strong>der</strong> Fahrzeuge<br />
<strong>für</strong> Neulenker (Personenwagen und<br />
Motorrä<strong>der</strong>)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Limitierung des Leistungsgewichtes (Gewicht pro kW) <strong>der</strong> Fahrzeuge<br />
<strong>für</strong> Neulenker von Personenwagen und Motorrä<strong>der</strong>n und<br />
Personen bis 25 Jahre.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Nach Ansicht <strong>der</strong> Experten des Teilauftrages Fahrzeugtechnik<br />
würde sich <strong>eine</strong> Limite im Bereich von 15 kg/kW bis 20 kg/kW<br />
realisieren lassen. Im Weiteren m<strong>eine</strong>n sie, dass <strong>eine</strong> solche<br />
Massnahme mit dem zweistufigen Fahrausweis (!) kombinierbar<br />
wäre. Obwohl unter Berücksichtigung <strong>der</strong> politischen Schwierigkeiten<br />
mit <strong>der</strong> Einführung des zweistufigen Fahrausweises <strong>eine</strong><br />
noch weitergehen<strong>der</strong>e For<strong>der</strong>ung eher utopisch erscheint, muss<br />
diese aufgrund eigener Erfahrungen aus <strong>der</strong> Unfallanalyse und<br />
<strong>der</strong> statistischen Daten trotzdem erhoben werden. Eine Beschränkung<br />
des Leistungsgewichtes würde sicherlich noch wirksamer,<br />
wenn auf <strong>der</strong> Lenkerseite flankierende Massnahmen<br />
hinsichtlich Ausbildung und Verständnis ergriffen werden könnten.<br />
Weil <strong>eine</strong> Leistungsgewichtsbeschränkung <strong>für</strong> Neu- und<br />
Junglenker auf <strong>eine</strong>m politischen Prozess basiert, ist <strong>der</strong> Zeithorizont<br />
eher mittel- bis langfristig zu sehen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Die Untersuchung aus Österreich [2] zeigt, dass sich <strong>eine</strong> überproportionale<br />
Unfallbelastung bei Fahrern im Alter zwischen 18<br />
und 24 Jahren ergibt, sofern diese <strong>eine</strong>n PKW mit niedrigem<br />
Leistungsgewicht (Fahrzeuge mit starker Motorisierung bei jedoch<br />
geringem Eigengewicht) besitzen. Studien aus Deutschland<br />
und den USA ermittelten dieselben statistischen Signifikanzen.<br />
Erfahrungen mit <strong>der</strong> Umsetzung als Massnahme liegen k<strong>eine</strong><br />
vor.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von Personenwagen und Motorradlenkern<br />
(18- bis 24-Jährige), 2000<br />
Verletzte BFS 10461<br />
(205 ANDERE, 7464 PW, 1507 MR, 250 MOFA, 506 FR, 529<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 19/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 30 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 10 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1910<br />
(27 ANDERE, 1097 PW, 429 MR, 56 MOFA, 118 FR, 183 FG)<br />
Und Leichtverletzte 8551<br />
(178 ANDERE, 6367 PW, 1078 MR, 194 MOFA, 388 FR, 346<br />
FG)<br />
Getötete BFS 146<br />
(1 ANDERE, 98 PW, 30 MR, 4 FR, 13 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 32150<br />
(1066 ANDERE, 19406 PW, 4973 MR, 1075 MOFA, 4149 FR,<br />
1481 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1639<br />
(14 ANDERE, 768 PW, 515 MR, 84 MOFA, 130 FR, 128 FG)<br />
Und Leichtverletzte 30511<br />
(1053 ANDERE, 18639 PW, 4458 MR, 991 MOFA, 4019 FR,<br />
1353 FG)<br />
Getötete BFS 146<br />
(1 ANDERE, 98 PW, 30 MR, 4 FR, 13 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] max. 100 %; durchschnittlich: 50 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] u. a. abhängig von den Kontrollen. Mit intelligentem Führerausweis<br />
%-Satz hoch. Mit heutigem System des Führerausweises<br />
Beachtungsgrad: 50 %.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] Bericht Gerster & Walz (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VE-<br />
SIPO "Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung<br />
von Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen<br />
von nicht vermiedenen Kollisionen<br />
[2] Bartl, G. (1992), PKW Wahl und Unfallgeschehen, Kuratorium<br />
<strong>für</strong> Verkehrssicherheit, Wien<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 19/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1639 146<br />
Wirkungsbereich [a] 30 %<br />
30 %<br />
Wirksamkeit [b] 10 % 10 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />
Ø 50 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 12 1 6 1<br />
Motorrad 8 0 4 0<br />
Mofa 1 0 1 0<br />
Fahrrad 2 0 1 0<br />
Fussgänger 2 0 1 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 25 1 13 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 19/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 20<br />
Systemwechsel von <strong>der</strong> Halter- zur Führer-<br />
Haftpflichtversicherung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Das Strassenverkehrsgesetz sieht den Abschluss <strong>eine</strong>r<br />
Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung durch den Halter <strong>eine</strong>s<br />
Motorfahrzeuges vor, die dann zum Tragen kommt, wenn durch<br />
den Betrieb des Motorfahrzeuges ein Mensch getötet, verletzt<br />
o<strong>der</strong> ein Sachschaden verursacht worden ist, unabhängig davon,<br />
wer das Fahrzeug im konkreten Fall gelenkt hat. Mit dem<br />
Systemwechsel von <strong>der</strong> Halter- zur Führerversicherung soll mit<br />
dem Erwerb des Führerausweises gleichzeitig auch <strong>der</strong><br />
Abschluss <strong>eine</strong>r Führer-Haftpflichtversicherung verbunden sein.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Der Systemwechsel von <strong>der</strong> Halter-Haftpflichtversicherung zur<br />
Führerhaftpflichtversicherung soll jeden Fahrzeuglenker in <strong>der</strong><br />
Eigenschaft als Fahrzeugführer <strong>für</strong> <strong>eine</strong>n mit <strong>eine</strong>m<br />
Motorfahrzeug verursachten Personen- o<strong>der</strong> Sachschaden<br />
verantwortlich machen. Solange <strong>der</strong> Inhaber <strong>eine</strong>s<br />
Führerausweises Motorfahrzeuge lenkt, benötigt er die<br />
Versicherung. Wird <strong>der</strong> Führerausweis nicht mehr benötigt, ist er<br />
analog <strong>der</strong> Schil<strong>der</strong>deponierung beim Fahrzeug abzugeben und<br />
die Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung kann aufgehoben<br />
o<strong>der</strong> sistiert werden. Diese grundsätzliche Neuorientierung trägt<br />
<strong>der</strong> Tatsache Rechnung, dass gefährliche Verhaltensweisen im<br />
Strassenverkehr in <strong>der</strong> Eigenschaft als Führer und nicht als<br />
Halter begangen werden. Verkehrsgefährdendes Verhalten wird,<br />
wenn es zu <strong>eine</strong>m Unfall geführt hat, beim verantwortlichen<br />
Führer und nicht beim Halter des Fahrzeuges zu <strong>eine</strong>m Bonus-<br />
Verlust führen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Versicherungsgesellschaften<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Der Gedanke an diese Art Versicherung ist letztes Jahr an <strong>der</strong><br />
Jahresversammlung <strong>der</strong> Schweizer Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherer<br />
positiv aufgenommen worden, auch wenn noch einige<br />
praktische Probleme zu lösen wären. Ohne internationale<br />
Harmonisierung wird allerdings <strong>eine</strong> Führer-Haftpflichtversicherung<br />
in <strong>der</strong> Schweiz die Halter-Haftpflichtversicherung nicht ersetzen<br />
können, son<strong>der</strong>n nur ergänzen. Danach würde bei <strong>eine</strong>m<br />
konkreten Schadenfall die Halterversicherung gegenüber dem<br />
Geschädigten die Schadensdeckung übernehmen. Im Innenverhältnis<br />
(Fahrzeughalter–Führer) hätte die Führer-Versicherung<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 20/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
letztlich den Schaden zu übernehmen.<br />
Betroffene Unfälle 1 Auto- und Motorradunfälle, Verunfallte (2000). Falsches<br />
Verhalten nach den Mängeln/Einflüssen:<br />
• Einwirken Alkohol, Drogen, Medikamente<br />
• Nichtbeachten Zeichengebung<br />
• Missachten Lichtsignalanlage<br />
• Bedienung Fahrzeug<br />
• Ladung Fahrzeug<br />
• Unaufmerksamkeit und Ablenkung<br />
• Geschwindigkeit, Überholen, Vortritt<br />
Verletzte BFS 23929 (14924 PW, 3135 MR, 1018 KLMR, 836<br />
MOFA, 1897 VELO, 497 ANDERE, 1622 FG)<br />
Davon Schwerverletzte (76 ANDERE, 2248 PW, 1273 MR; 191<br />
MOFA, 494 FR, 533 FG)<br />
Und Leichtverletzte (421 ANDERE, 12676 PW, 2880 MR, 645<br />
MOFA, 1403 FR, 1089 FG)<br />
Getötete BFS 447 (252 PW, 75 MR, 11 KLMR, 8 MOFA, 19<br />
VELO, 9 AND, 73 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 78783 (38802 PW, 13705 MR, 3595 MOFA, 15555<br />
VELO, 2584 ANDERE, 4542 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 4343 (38 ANDERE, 1574 PW, 1528 MR,<br />
287 MOFA, 543 FR, 373 FR)<br />
Und Leichtverletzte 74440 (2546 ANDERE, 37229 PW, 12177<br />
MR, 3308 MOFA, 15012 FR, 4169 FG)<br />
Getötete 447 (252 PW, 86 MR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 AND, 73<br />
FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 20 %<br />
Massnahme kann nur in zwei möglichen Fällen wirken:<br />
• <strong>der</strong> verunfallte, fehlbare Lenker hat im Vertrauen auf <strong>eine</strong><br />
Nichtverurteilung<br />
delinquiert<br />
wegen fehlen<strong>der</strong> Führerhaftpflicht<br />
• verunfalllter Lenker war nicht <strong>der</strong> Fahrzeughalter<br />
Wirksamkeit 3 [b] 70 %<br />
(theoretische Wirksamkeit = Wahrscheinlichkeit des Nichteintretens<br />
des Unfalls bei Nichtbegehung des Deliktes)<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 2 %<br />
Anteil Verkehrsdelikte, die nicht begangen werden, weil mit <strong>der</strong><br />
Einführung <strong>der</strong> Führerhaftpflicht die Wahrscheinlichkeit <strong>eine</strong>s<br />
Versicherungsregresses, steigt. Allerdings ist <strong>der</strong><br />
Beachtungsgrad bei dieser Massnahme deutlich tiefer als bei<br />
Massnahme K 21, da hier die Wirksamkeit von <strong>der</strong> subjektiven<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 20/S. 2
Wahrscheinlichkeit <strong>eine</strong>s Unfalles abhängt. Diese ist generell<br />
sehr tief.<br />
Offene Fragen Än<strong>der</strong>ung des internationalen Schadenregulierungssystems<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 20/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 4343 447<br />
Wirkungsbereich [a] 20 %<br />
20 %<br />
Wirksamkeit [b] 70 % 70 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 2 %<br />
Ø 2 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 4 1 4 1<br />
Motorrad 4 0 4 0<br />
Mofa 1 0 1 0<br />
Fahrrad 2 0 2 0<br />
Fussgänger 1 0 1 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 12 1 12 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu<br />
rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 20/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 21<br />
Wechsel von <strong>der</strong> Lenkerhaftung zur Halterverantwortung<br />
(straf- und massnahmenrechtlich)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verkehrsdelikte, die zwar <strong>eine</strong>m Fahrzeug, nicht aber eindeutig<br />
<strong>eine</strong>m Lenker zugeordnet werden können, werden in strafrechtlicher<br />
Hinsicht und auch massnahmenrechtlich dem Fahrzeughalter<br />
angelastet.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung • Die Unschuldsvermutung gilt auch im Strassenverkehr. Deshalb<br />
darf <strong>der</strong> Halter <strong>eine</strong>s Autos nach <strong>eine</strong>m kürzlich ergangenen<br />
Urteil des Bundesgerichtes (Urteil 1 P. 641/2000 vom<br />
24.4.2001) nicht ohne weiteres wegen <strong>eine</strong>s Geschwindigkeitsexzesses<br />
verurteilt werden, wenn er erklärt, das Fahrzeug<br />
sei im fraglichen Zeitpunkt von <strong>eine</strong>m Familienangehörigen<br />
gelenkt worden. Zwar darf gemäss Rechtsprechung des<br />
Bundesgerichtes <strong>der</strong> Umstand, dass jemand Halter <strong>eine</strong>s Autos<br />
ist, als Indiz da<strong>für</strong> gewertet werden, dass er im Zeitpunkt<br />
<strong>eine</strong>r Verkehrsregelverletzung am Steuer sass. Er kann daher<br />
verurteilt werden, wenn er k<strong>eine</strong>rlei Angaben darüber<br />
macht, wer an s<strong>eine</strong>r Stelle das Auto gefahren hat o<strong>der</strong> wenn<br />
er sich weigert, den wirklichen Lenker bekannt zu geben.<br />
Heikler wird es indessen, wenn <strong>der</strong> Halter <strong>eine</strong>s geblitzten<br />
Fahrzeuges glaubwürdig erklärt, nicht er, son<strong>der</strong>n ein Familienmitglied<br />
sei mit dem geblitzten Fahrzeug unterwegs gewesen.<br />
Wenn er vom Zeugnisverweigerungsrecht gegenüber<br />
Familienangehörigen Gebrauch macht, kommen die Behörden<br />
in Beweisnotstand und müssen von <strong>eine</strong>r Strafe und <strong>eine</strong>m<br />
Führerausweisentzug Abstand nehmen. Eine Verurteilung<br />
und Anordnung <strong>eine</strong>r Massnahme würde in diesem Falle<br />
gegen die Unschuldsvermutung verstossen.<br />
• Die Massnahme bezweckt <strong>eine</strong> Erhöhung <strong>der</strong> subjektiven<br />
Bestrafungswahrscheinlichkeit sowie <strong>eine</strong> höhere Bestrafungshäufigkeit<br />
• Betrifft sowohl Administrativverfahren als auch Strafrecht<br />
• Ein Wechsel von <strong>der</strong> Lenker- zur Halterhaftung wäre nur<br />
möglich, wenn in <strong>der</strong>artigen Fällen das Zeugnisverweigerungsrecht<br />
nicht zur Anwendung kommen könnte. Dies müsste<br />
in <strong>der</strong> geplanten einheitlichen <strong>für</strong> die ganze Schweiz geltende<br />
Strafprozessordnung verankert werden. Gegenwärtig<br />
hat noch je<strong>der</strong> Kanton s<strong>eine</strong> eigene Strafprozessordnung.<br />
Überdies müsste <strong>der</strong> in <strong>der</strong> Bundesverfassung in Art. 32 verankerte<br />
Grundsatz <strong>der</strong> Unschuldsvermutung modifiziert werden,<br />
was <strong>eine</strong>r Verfassungsän<strong>der</strong>ung bedürfte.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Justiz<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 21/S. 1
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Die präventive, das heisst verhaltensbeeinflussende Wirkung<br />
von Polizeikontrollen ist erfahrungsgemäss grösser, wenn die<br />
subjektive Bestrafungswahrscheinlichkeit steigt.<br />
Verschiedene Län<strong>der</strong> kennen diese Lösung bereits: die Vorteile<br />
dieses Systems wurden im Rahmen des EU-Projektes ESCAPE<br />
diskutiert und als relevant erachtet.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Auto- und Motorradunfälle, Verunfallte (2000). Falsches Verhalten<br />
nach den Mängeln/Einflüssen:<br />
− Einwirken Alkohol, Drogen, Medikamente<br />
− Nichtbeachten Zeichengebung<br />
− Missachten Lichtsignalanlage<br />
− Bedienung Fahrzeug<br />
− Ladung Fahrzeug<br />
− Unaufmerksamkeit und Ablenkung<br />
− Geschwindigkeit, Überholen, Vortritt<br />
Verletzte BFS 23929<br />
(14924 PW, 3135 MR, 1018 KLMR, 836 MOFA, 1897 VELO, 497<br />
ANDERE, 1622 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 4815<br />
(76 ANDERE, 2248 PW, 1273 MR; 191 MOFA, 494 FR, 533 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 19114<br />
(421 ANDERE, 12676 PW, 2880 MR, 645 MOFA, 1403 FR,<br />
1089 FG)<br />
Getötete BFS 447<br />
(252 PW, 75 MR, 11 KLMR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 AND, 73 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 78783<br />
(38802 PW, 13705 MR, 3595 MOFA, 15555 VELO, 2584 AN-<br />
DERE, 4542 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 4343<br />
(38 ANDERE, 1574 PW, 1528 MR, 287 MOFA, 543 FR, 373 FR)<br />
Und Leichtverletzte 74440<br />
(2546 ANDERE, 37229 PW, 12177 MR, 3308 MOFA, 15012 FR,<br />
4169 FG)<br />
Getötete 447<br />
(252 PW, 86 MR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 AND, 73 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 5 %<br />
Massnahme kann nur in zwei möglichen Fällen wirken:<br />
• <strong>der</strong> fehlbare Lenker hat im Vertrauen auf <strong>eine</strong> Nichtverurteilung<br />
wegen fehlen<strong>der</strong> Halterhaftung delinquiert<br />
• verunfalllter Lenker war nicht <strong>der</strong> Fahrzeughalter<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 21/S. 2
Wirksamkeit 3 [b] 70 %<br />
(theoretische Wirksamkeit = Wahrscheinlichkeit des Nichteintretens<br />
des Unfalls bei Nichtbegehung des Deliktes)<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 10 %<br />
Anteil Verkehrsdelikte, die nicht begangen werden, weil mit <strong>der</strong><br />
Halterhaftung die Bestrafungswahrscheinlichkeit steigt (= Durchschnittswerte),<br />
zu Beginn 20 %, dann sinkend<br />
Offene Fragen Für <strong>eine</strong> exakte Abschätzung <strong>der</strong> Auswirkungen auf die CH<br />
muss bekannt sein, in wie vielen Fällen heute <strong>eine</strong> Verurteilung<br />
nicht möglich ist, weil <strong>der</strong> Lenker nicht identifiziert werden konnte.<br />
Dies gibt <strong>eine</strong>n Hinweis auf die zentrale Grösse <strong>der</strong> Wirksamkeit<br />
<strong>der</strong> Massnahme: wie häufig resp. wie sehr ist heute <strong>eine</strong><br />
mögliche Nichtverurteilung wegen fehlen<strong>der</strong> Halterhaftung <strong>eine</strong><br />
Motivation, <strong>eine</strong> fehlende Hürde <strong>für</strong> konformes Verhalten?<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen EU-Forschungsprojekt ESCAPE<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 21/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 4343 447<br />
Wirkungsbereich [a] 5 %<br />
5 %<br />
Wirksamkeit [b] 70 % 70 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 20 %<br />
Ø 10 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 11 2 6 1<br />
Motorrad 11 1 5 0<br />
Mofa 2 0 1 0<br />
Fahrrad 4 0 2 0<br />
Fussgänger 3 1 1 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 31 4 15 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 21/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 22<br />
0,2 Promille <strong>für</strong> Neulenker, Motorradlenker und<br />
Führer von Sachentransportfahrzeugen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Für Neulenker gilt während <strong>der</strong> Probephase, <strong>für</strong> Motorradlenker<br />
und Führer von schweren Sachentransportfahrzeugen immer die<br />
0,2-Promille-Regel<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Neulenker, die das neue 2-Phasenmodell <strong>der</strong> Fahrausbildung<br />
durchlaufen, haben sich während <strong>der</strong> 3-jährigen Probephase an<br />
die 0,2-Promille-Regelung zu halten. Wi<strong>der</strong>handlungen dagegen<br />
haben den Verlust des Führerscheins auf Probe sowie <strong>eine</strong>n<br />
Neubeginn <strong>der</strong> Ausbildung zur Folge. Für Motorradlenker und<br />
Führer von schweren Sachentransportfahrzeugen gilt die 0,2-<br />
Promille-Regel immer.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen In verschiedenen Län<strong>der</strong>n existieren <strong>für</strong> Lernfahrer o<strong>der</strong> <strong>für</strong> Neulenker<br />
mit Probeführerschein Einschränkungen in <strong>der</strong> BAK-<br />
Toleranz (0,5, 0,2, 0,0). In den meisten Län<strong>der</strong>n konnten signifikante<br />
o<strong>der</strong> zumindest tendenzielle Abnahmen <strong>der</strong> unfallbedingten<br />
Unfälle festgestellt werden. In Ontario, wo ein 0,0-Promille-<br />
Limit gilt, nahm die Inzidenz <strong>der</strong> alkoholbedingten Unfälle <strong>der</strong><br />
Lenker um 27 % ab.<br />
Krüger (1995) stellte fest, dass Neulenker bereits unter 0,5 Promille<br />
ein erhöhtes Unfallrisiko aufweisen.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Neulenkern PW; MR,<br />
LW mit Mangel/Einfluss Alkohol, 2000<br />
Verletzte BFS 895<br />
(8 ANDERE, 579 PW, 247 MR, 6 MOFA, 12 FR, 43 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 262<br />
(2 ANDERE; 127 PW, 112 MR, 1 MOFA, 4 FR, 16 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 633<br />
(6 ANDERE, 452 PW, 135 MR, 5 MOFA, 8 FR, 27 FG)<br />
Getötete BFS 46 (30 PW, 11 MR, 1 FR, 4FG)<br />
Nach Hochrechnung mit allg. Dunkelziffer und Dunkelziffer Alkohol:<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 22/S. 1
Verletzte 4302<br />
(69 ANDERE, 2484 PW, 1345 MR, 43 MOFA, 162 FR, 199 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 398<br />
(2 ANDERE, 147 PW, 222 MR, 2 MOFA, 7 FR, 18 FG)<br />
Und Leichtverletzte 3904<br />
(67 ANDERE, 2337 PW, 1123 MR, 40 MOFA, 155 FR, 180 FG)<br />
Getötete 77 (50 PW, 18 MR, 2 FR, 7 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 62.5 % Wirkungsbereich<br />
Massnahme kann bei allen wegen <strong>eine</strong>s alkoholisierten Neulenkers,<br />
Motorradlenkers o<strong>der</strong> Führers von schweren Sachentransportfahrzeugen<br />
verletzten o<strong>der</strong> getöteten Verkehrsteilnehmern<br />
wirken.<br />
(nicht alle Unfälle mit Alkoholeinfluss können durch Elimination<br />
dieses Risikofaktors verhin<strong>der</strong>t werden = Frage des attributablen<br />
Risikos, gemäss Krüger ist das Verhältnis 10/16, d. h. 62.5 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] Wirksamkeit 100 % bei Einhaltung <strong>der</strong> 0,2-Promille-Regel, da bei<br />
diesem Wert kein erhöhtes Unfallrisiko festzustellen ist<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Ist im Gesetz u. a. über die Fahrausbildung geregelt und gilt<br />
demzufolge flächendeckend, also 100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Aufgrund <strong>der</strong> Erfahrungen in Ontario wird von <strong>eine</strong>r Beachtung<br />
von 25 % ausgegangen.<br />
Offene Fragen Kann es Expositionsverän<strong>der</strong>ungen und <strong>eine</strong> Verlagerung des<br />
Unfallgeschehens in an<strong>der</strong>e Verkehrstätigkeiten geben, z. B.<br />
nach dem Motto: "Beim Autofahren darf ich nicht trinken, also<br />
nehme ich das Velo und trinke"? (in <strong>der</strong> Literatur werden darüber<br />
nirgends Angaben gemacht; es stellt sich die Frage, wie vielen<br />
das Fahren wichtiger ist als das Trinken und umgekehrt. Ev. ist<br />
die Frage hypothetisch, da k<strong>eine</strong> begründbaren Annahmen gemacht<br />
werden können).<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 40, Driver Training, Testing and Licensing, Siegrist,<br />
S. (ed.), (1999) S. 58–88<br />
Kaba, A. (1996), Evaluation <strong>der</strong> BAK-Beschränkung <strong>für</strong> Fahranfänger<br />
in Österreich. BASt-Bericht 52, Unterreihe Mensch<br />
und Sicherheit, S. 181–191<br />
Krüger, H.-P. (1995), Das Unfallrisiko unter Alkohol. Stuttgart:<br />
Gustav Fischer Verlag<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 22/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 398 77<br />
Wirkungsbereich [a] 63 %<br />
63 %<br />
Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 25 %<br />
Ø 25 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 23 8 23 8<br />
Motorrad 35 3 35 3<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 1 0 1 0<br />
Fussgänger 3 1 3 1<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 62 12 62 12<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 22/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 23<br />
Beweiskraft <strong>der</strong> Atemalkoholkontrollen (anstatt<br />
Blutalkoholkontrollen)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die von <strong>der</strong> Polizei vor Ort erhobene Atemalkoholkontrolle wird<br />
in <strong>eine</strong>n Blutalkoholwert umgerechnet und gilt als beweissichere<br />
Grundlage <strong>für</strong> die Bestimmung <strong>der</strong> Erfüllung des Tatbestandes<br />
(FiaZ) und somit <strong>für</strong> administrative und strafrechtliche Sanktionen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Heute werden alle Fahrzeuglenker mit <strong>eine</strong>r Atemalkoholkonzentration<br />
von über 0,8 Promille <strong>eine</strong>m Blutalkoholtest unterzogen.<br />
Diese Lösung wird damit begründet, dass die AAK weniger genau<br />
Auskunft über den Alkoholisierungsgrad gibt als die chemische<br />
Blutalkoholanalyse. Mit <strong>der</strong> Verbesserung <strong>der</strong> AAK-Geräte<br />
sind verschiedene Län<strong>der</strong> dazu übergegangen, die AAK als beweissicher<br />
zu akzeptieren und auf <strong>eine</strong> Blutanalyse zu verzichten.<br />
Dies hat den Vorteil, dass die einzelne Alkoholkontrolle viel<br />
weniger Zeit in Anspruch nimmt, dadurch die Kontrollhäufigkeit<br />
erhöht werden kann, was wie<strong>der</strong>um zu <strong>eine</strong>r höheren subjektiven<br />
Kontrollerwartung <strong>der</strong> Fahrzeuglenker als wichtige Determinante<br />
des Verzichts auf FiaZ führt. Weil im Vergleich zu an<strong>der</strong>en<br />
Län<strong>der</strong>n die Alkoholkontrolldichte in <strong>der</strong> Schweiz mit schätzungsweise<br />
1/100 (<strong>eine</strong>r von hun<strong>der</strong>t Fahrzeuglenkern wird jährlich<br />
überprüft) im Vergleich zu Län<strong>der</strong>n mit <strong>eine</strong>r effektiven Kontrolltätigkeit<br />
(1/10) rund 10 mal tiefer liegt (bfu-Report 47), wird<br />
diese Massnahme als Beitrag zur Erhöhung <strong>der</strong> Kontrolldichte<br />
empfohlen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2005<br />
Erfahrungen Es sind k<strong>eine</strong> Studien zur direkten Auswirkung <strong>der</strong> beweiskräftigen<br />
AAK auf die Unfallzahlen bekannt. Von <strong>eine</strong>r positiven Auswirkung<br />
auf die Verkehrssicherheit kann hingegen ausgegangen<br />
werden, wie die Erfahrungen in GB und F zeigen (cit. ETSC-<br />
Report 1995):<br />
• In GB, wo die Massnahme bereits im Jahre 1983 eingeführt<br />
wurde, verdoppelte sich die Zahl <strong>der</strong> AAK-Tests innerhalb<br />
von 10 Jahren auf 530'000<br />
• In Frankreich erhöhte sich die Anzahl <strong>der</strong> Tests nach Einführung<br />
um <strong>eine</strong>n Faktor 6 zwischen 1983 und 1991<br />
• Zum Zusammenhang zwischen Kontrollhäufigkeit und Verkehrssicherheit<br />
siehe oben 'Detailbeschreibung <strong>der</strong> Mass-<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 23/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
nahme' und bfu-Report 47<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Mangel/Einfluss Alkohol, 2000<br />
Verletzte BFS 3167<br />
(69 ANDERE, 2298 PW, 353 MR, 139 MOFA, 155 FR, 153 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 864<br />
(22 ANDERE, 531 PW, 152 MR, 44 MOFA, 57 FR, 58 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 2303<br />
(47 ANDERE, 1767 PW, 201 MR, 95 MOFA, 98 FR, 95 FG)<br />
Getötete BFS 114<br />
(3 ANDERE, 81 PW, 10 MR; 3 MOFA, 3 FR, 14 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit allg. Dunkelziffer und Dunkelziffer Alkohol:<br />
Verletzte 16162<br />
(592 ANDERE, 9858 PW, 1922 MR; 986 MOFA, 2097 FR, 707 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1211<br />
(18 ANDERE, 613 PW, 301 MR, 109 MOFA; 103 FR, 67 FG)<br />
Und Leichtverletzte 14951<br />
(574 ANDERE, 9245 PW, 1621 MR, 877 MOFA; 1994 FR, 640 FG)<br />
Getötete 189<br />
(5 ANDERE, 134 PW, 17 MR, 5 MOFA, 5 FR, 23 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 66 %<br />
Anteil <strong>der</strong> Unfälle, die allein durch den Alkohol verursacht wurden. Es<br />
müssen diejenigen Unfälle abgezogen werden, die sich auch ohne<br />
Alkohol ereignet hätten (Krüger, 1995), das sind rund 1/3 <strong>der</strong> Unfälle.<br />
Wirksamkeit 3 [b] 100 %<br />
(theoretische Wirksamkeit = 100 %, da sich Aussage auf Unfälle<br />
bezieht, bei denen Alkohol alleinige Unfallursache ist, wenn Ursache<br />
wegfällt, dann kann sich <strong>der</strong> Unfall nicht ereignen)<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 5 %<br />
Anteil <strong>der</strong> potenziellen Unfallsituationen, in welchen <strong>der</strong> Fahrer<br />
wegen <strong>der</strong> durch die beweiskräftigen AAK erhöhten Kontrolldichte<br />
nur wenig Alkohol konsumiert (BAK unter 0,5 ‰), nichts trinkt<br />
o<strong>der</strong> nicht mehr fährt<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 47, Polizeikontrollen und Verkehrssicherheit (Siegrist,<br />
S., Bächli-Biétry, J. & Vaucher, S., 2001)<br />
ETSC (1995), Reducing traffic injuries resulting from alcohol<br />
impairment, ETSC, Brussels<br />
Entscheid:<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 23/S. 2
Weiterverfolgen ja/nein JA<br />
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1211 189<br />
Wirkungsbereich [a] 66 %<br />
66 %<br />
Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 5 %<br />
Ø 5 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 20 4 20 4<br />
Motorrad 10 1 10 1<br />
Mofa 4 0 4 0<br />
Fahrrad 3 0 3 0<br />
Fussgänger 2 1 2 1<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 1 0<br />
Total 40 6 40 6<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 23/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 24<br />
Massnahmen gegen Kollisionen mit entgegenkommenden<br />
Fahrzeugen ausserorts<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verhin<strong>der</strong>n von Kollisionen mit entgegenkommenden Fahrzeugen<br />
(KEF) auf Ausserortsstrassen<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Ausserortsstrassen müssen gemäss ihrem DTV (Durchschnittlich<br />
täglicher Verkehr) richtig ausgestattet werden. Je nach DTV<br />
sollte <strong>eine</strong> Strasse <strong>eine</strong> Mittelleitplanke o<strong>der</strong> <strong>eine</strong> Geschwindigkeitsbeschränkung<br />
(Massnahme M 06) haben. Dadurch werden<br />
die Ausserortsstrassen aus <strong>der</strong> gefährlichen Mittelzone zwischen<br />
hohen Geschwindigkeiten und schlechtem Ausbaustandard gehoben<br />
(Autobahnen haben hohe Geschwindigkeiten, aber <strong>eine</strong>n<br />
guten Ausbaustandard, Innerortsstrassen haben kl<strong>eine</strong> Geschwindigkeiten<br />
mit schlechterem Ausbaustandard. Ausserortsstrassen<br />
haben relativ hohe Geschwindigkeiten bei <strong>eine</strong>m Ausbaustandard,<br />
<strong>der</strong> zurzeit den Innerortsstrassen entspricht!)<br />
Auf Strassen mit DTV > 10'000 Fahrzeuge pro Tag sollte <strong>eine</strong><br />
Mittelleitplanke eingerichtet werden. Überholbereiche zum Abbauen<br />
des Überholdruckes sollen k<strong>eine</strong> eingerichtet werden,<br />
ausser auf den neu ausgebauten Strassen mit Mittelleitplanken,<br />
die mehr als 3 km zwischen zwei Ortschaften verlaufen. Auf<br />
diesen soll – sofern möglich – in beiden Richtungen abwechslungsweise<br />
je ca. 1.2 km Zusatzstreifen zum Überholen mit Mittelleitplanke<br />
angeboten werden. Ansonsten wird <strong>der</strong> Überholdruck<br />
zu gross und es wird innerorts überholt.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen In <strong>der</strong> Schweiz wurden schlechte Erfahrungen gemacht mit dem<br />
Bau von Überholbereichen. Mittelleitplanken auf Ausserortsstrassen<br />
werden eigentlich nicht gemacht. Um aber die Unfälle KEF<br />
zu verhin<strong>der</strong>n sind sie die einzige Möglichkeit. In <strong>der</strong> Schweiz<br />
ereignen sich vor allem die Untertypen [2]:<br />
• Kollision mit fahrendem Fahrzeug nach Schleu<strong>der</strong>n; Typ 15<br />
• Frontal mit entgegenkommendem Fahrzeug; Typ 21<br />
In Deutschland werden vermehrt Strassen ausserorts gebaut, die<br />
Überholstreifen haben. Es konnte in <strong>eine</strong>r Studie festgestellt werden,<br />
dass mit Mittelschutzplanken (baulicher Richtungstrennung)<br />
die Unfallhäufigkeit reduziert wird. Es wird von ca. 25 % weniger<br />
Unfällen ausgegangen, wenn <strong>eine</strong> Mittelleitplanke vorhanden ist.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 24/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Ogden [7] fasst verschiedene Studien zusammen, die unterschiedliche<br />
Resultate liefern. Mittelleitplanken verhin<strong>der</strong>n ca. 15<br />
bis 26 % <strong>der</strong> Getöteten, verursachen aber an<strong>der</strong>e, weniger<br />
schwere Unfälle. Unfälle mit Verletzten sind etwa gleich geblieben<br />
und Unfälle mit Sachschäden haben sich aber um 14 %<br />
erhöht [4]. Eine an<strong>der</strong>e Studie fand etwa dieselben Resultate:<br />
Mit Mittelleitplanke gab es 26 % weniger Getötete, und die Verunfalltenrate<br />
(Verunfallte/Unfall) sank um 30 % [5]. Sowerby fand<br />
auch heraus, dass sich <strong>eine</strong> Mittelleitplanke nur lohnt, wenn <strong>der</strong><br />
DTV mehr als 10'000 Fahrzeuge pro Tag beträgt. Eine Auswertung<br />
im Kt. AG hat ergeben, dass 6 von 8 KEF-Unfällen mit tödlichen<br />
Folgen auf stark belasteten Strassen passiert sind [2].<br />
Eine Metastudie fand <strong>eine</strong> Reduktion <strong>der</strong> Unfälle von 25 %,<br />
wenn Überholstreifen gebaut wurden [6]. Diese müssen jedoch<br />
Mittelleitplanken haben. Wenn Überholstreifen in beiden Richtungen<br />
angeboten werden (wie<strong>der</strong>um getrennt durch Mittelleitplanke),<br />
fand sie <strong>eine</strong> Reduktion aller Unfälle von 35 % und <strong>eine</strong><br />
40 %-ige Reduktion bei den Verunfallten.<br />
Betroffene Unfälle 1 Unfalltypen 15, 21, 22, 35 (Kollision mit entgegenkommendem<br />
Fahrzeug) ausserorts nach Verkehrsteilnahme, Verunfallte<br />
(2000)<br />
Verletzte BFS 1811<br />
(102 ANDERE, 1403 PW, 202 MR, 34 MOFA, 68 FR, 2 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 577<br />
(26 ANDERE, 405 PW, 104 MR; 16 MOFA, 25 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 1234<br />
(76 ANDERE, 998 PW, 98 MR, 18 MOFA, 43 FR, 1 FG)<br />
Getötete BFS 115<br />
(4 ANDERE, 81 PW, 27 MR, 2 MOFA, 1 FR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 5554<br />
(530 ANDERE, 3648 PW, 667 MR, 146 MOFA, 558 FR, 6 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 474<br />
(13 ANDERE, 284 PW, 125 MR, 24 MOFA, 28 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte 5081<br />
(517 ANDERE, 3364 PW, 542 MR, 1222 MOFA, 530 FR, 5 FG)<br />
Getötete 115<br />
(4 ANDERE, 81 PW, 27 MR, 2 MOFA, 1 FR)<br />
Es schlagen vor allem die Unfalltypen 15 und 21 zu Buche. Mehr<br />
als 80 % <strong>der</strong> Getöteten resultierten aus <strong>eine</strong>m dieser Unfalltypen,<br />
81 % bei den Schwerverletzten.<br />
Auch ein Teil <strong>der</strong> KFR (Kollisionen mit Fahrrä<strong>der</strong>n) werden verhin<strong>der</strong>t,<br />
da neue Radwege notwendig sind, die Radfahrer also<br />
getrennt von <strong>der</strong> Strasse geführt werden. Zudem profitieren sie<br />
auch von den niedrigeren Geschwindigkeitslimiten.<br />
Verletzte BFS 578<br />
Davon Schwerverletzte BFS 222<br />
Und Leichtverletzte BFS 356<br />
Getötete BFS 13<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 24/S. 2
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 4740<br />
Davon Schwerverletzte 244<br />
Und Leichtverletzte 4496<br />
Getötete 13<br />
Zusammenfassung <strong>der</strong> Hochrechnungen mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 10295<br />
(3648 PW, 667 MR; 146 MOFA, 5298 FR, 6 FG, 530 ANDERE)<br />
Davon Schwerverletzte 719<br />
(284 PW, 125 MR, 24 MOFA, 272 FR, 1 FG, 13 ANDERE)<br />
Und Leichtverletzte 9576<br />
(3364 PW, 542 MR, 1222 MOFA, 5026 FR, 5 FG, 517 ANDERE)<br />
Getötete 128<br />
(81 PW, 27 MR, 2 MOFA, 14 FR, 4 ANDERE)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Diese Massnahme ist in <strong>der</strong> Schweiz noch nirgends ausgeführt.<br />
Somit: Wirkungsbereich 100 % auf den Ausserortsstrassen mit<br />
DTV > 10'000 Fahrzeugen/Tag. Im Kt. AG hat sich ergeben,<br />
dass 6 von 8 Unfällen (KEF) auf stark belasteten Strassen passiert<br />
sind, d. h. ¾ <strong>der</strong> Getöteten und (Schätzung) 70 % <strong>der</strong> Verletzten.<br />
Bei den Radfahrern wirkt die Massnahme nur auf denjenigen<br />
Strassenkilometern, die mit <strong>der</strong> Mittelleitplanke und <strong>eine</strong>m zusätzlichen<br />
Radweg ausgerüstet sind. Die Ausgestaltung <strong>der</strong><br />
Ausserortsstrassen mit Mittelleitplanke und ev. noch <strong>eine</strong>m<br />
Überholbereich macht diese <strong>für</strong> die Radfahrer sehr unattraktiv,<br />
und auch die schnellen "Leibchenfahrer" werden dann den Radweg<br />
benutzen. Schätzung Wirkungsbereich: 80 %.<br />
Wirkungsbereich im Durchschnitt: 75 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] Die Studien kommen zu verschiedenen Ergebnissen. Unbestritten<br />
scheint zu sein, dass neue Unfalltypen durch die Massnahme<br />
entstehen, die aber weniger gefährlich sind. Über alles betrachtet<br />
kommt man zu <strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong> Getöteten von ca.<br />
22 %. Die Verunfallten allgemein nehmen um ca. 30 % ab.<br />
Bei den Radfahrern ist die Wirksamkeit hoch, denn auf dem<br />
Radweg ereignen sich wenig gravierende Unfälle. Schätzung:<br />
80 %. An<strong>der</strong>e Unfälle entstehen kaum (Längsverkehr).<br />
Wirksamkeit Getötete: 30 %<br />
Wirksamkeit Verletzte: 50 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Die Massnahme sollte flächenhaft angewandt werden. Da es nur<br />
die Ausserortsstrassen mit DTV > 10'000 Fahrzeuge pro Tag<br />
betrifft, sind diese klar eruierbar (Dauerzählstellen). In <strong>eine</strong>m 15-<br />
Jahresprogramm könnte jede Strasse erfasst und entsprechend<br />
behandelt werden. Realisierungsgrad: 80 %.<br />
Auch <strong>der</strong> Realisierungsgrad <strong>für</strong> die Radwege wird hoch sein.<br />
Schätzung: 70 %.<br />
Realisierungsgrad: max. 75 %, ∅ 30 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d]<br />
Die Massnahme wird von annähernd 100 % <strong>der</strong> Fahrzeuglenker<br />
befolgt, denn es ist <strong>eine</strong> bauliche Massnahme, die nicht umfahren<br />
werden kann. Nur ganz wenige Fahrzeuge werden es fertig<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 24/S. 3
Offene Fragen –<br />
bringen, über die Leitplanke zu fahren, also Beachtungsgrad<br />
98 %, 80 % beim leichten Zweiradverkehr. Wenn k<strong>eine</strong> Verhaltensän<strong>der</strong>ung<br />
eintritt, bleibt <strong>der</strong> Beachtungsgrad in <strong>der</strong> Hälfte <strong>der</strong><br />
Zeitspanne und am Ende (2020) gleich.<br />
Beachtungsgrad: 90 %<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] Dietrich, Rotach, Boppart (1995), Strassenprojektierung<br />
[2] Ausserorts Studie bfu<br />
[3] BASt, Charakteristika von Unfällen auf Landstrassen<br />
[4] Johnson, HD. (1980), Cross-over accidents on all purpose<br />
dual carriageways<br />
[5] Sowerby, K. (1987), Safety fence criteria for all-purpose dual<br />
carriageway roads<br />
[6] Harwood, DW. & Hoban, CJ. (1987), Low cost operational<br />
and safety improvements for two lane roads<br />
[7] Ogden (1997), Safer Roads<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 24/S. 4
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 719 128<br />
Wirkungsbereich [a] 75 %<br />
75 %<br />
Wirksamkeit [b] 50 % 30 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 75 %<br />
Ø 30 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 90 %<br />
Ø 90 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 72 12 29 5<br />
Motorrad 32 4 13 2<br />
Mofa 6 0 2 0<br />
Fahrrad 69 2 28 1<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 3 1 1 0<br />
Total 182 19 73 8<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 24/S. 5
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 25<br />
Massnahmen gegen Kollisionen mit festen<br />
Hin<strong>der</strong>nissen ausserorts<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verhin<strong>der</strong>n von Kollisionen mit festen Hin<strong>der</strong>nissen am Fahrbahnrand<br />
auf Ausserortsstrassen<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Es soll in <strong>der</strong> VSS Norm verankert werden, dass Hin<strong>der</strong>nisse am<br />
Fahrbahnrand ausserorts <strong>eine</strong> Distanz von wenigstens 6.0 m<br />
haben, o<strong>der</strong> – sofern ersteres nicht möglich – <strong>eine</strong> Leitplanke zu<br />
installieren ist.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Die Nie<strong>der</strong>lande und Dänemark schreiben ausserorts <strong>eine</strong>n Abstand<br />
von 6.0 m von Bäumen vom Fahrbahnrand vor (Geschwindigkeit<br />
80 km/h) [3]. Studien belegen, dass wenn ein hin<strong>der</strong>nisfreier<br />
Raum von 6.0 m gewährleistet wird, die Unfälle auf<br />
geraden Abschnitten um 44 %, in kurvigen Abschnitten um 29 %<br />
zurück gehen [4,5,6,7].<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Unfalltyp 13 (Kollision mit festem Hin<strong>der</strong>nis ausser Fahrbahn)<br />
ausserorts, Verunfallte (2000)<br />
Verletzte BFS 1774<br />
(93 ANDERE, 1417 PW, 211 MR, 18 MOFA, 34 FR, 1 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 525<br />
(26 ANDERE, 362 PW, 113 MR, 5 MOFA, 19 FR)<br />
Und Leichtverletzte BFS 1249<br />
(67 ANDERE, 1055 PW, 98 MR, 13 MOFA, 15 FR, 1 FG)<br />
Getötete BFS 84<br />
(7 ANDERE, 58 PW, 18 MR, 1 MOFA)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 5223<br />
(484 ANDERE, 3684 PW, 696 MR, 77 MOFA, 279 FR, 3 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 431<br />
(13 ANDERE, 253 PW, 136 MR, 8 MOFA, 21 FR)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 25/S. 1
Und Leichtverletzte 4792<br />
(471 ANDERE, 3431 PW, 561 MR; 70 MOFA, 258 FR, 3 FG)<br />
Getötete 84<br />
(7 ANDERE, 58 PW, 18 MR, 1 MOFA)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Die Massnahme betrifft 100 % <strong>der</strong> Hin<strong>der</strong>nisse, die näher als<br />
6.0 m vom Fahrbahnrand entfernt sind.<br />
Es werden aber weiterhin Fahrzeuglenker nicht gerettet, welche<br />
in ein Hin<strong>der</strong>nis, das mehr als 6.0 m vom Fahrbahnrand entfernt<br />
ist, fahren. Aus dem Resultat <strong>der</strong> Studie [5] folgt, dass im Schnitt<br />
37 % <strong>der</strong> Unfälle verhin<strong>der</strong>t werden, wenn Hin<strong>der</strong>nisse, die <strong>eine</strong>n<br />
Abstand von ≤ 6.0 m haben, geschützt o<strong>der</strong> entfernt werden.<br />
Kollisionen mit weiter entfernten Hin<strong>der</strong>nissen sind oft verzögert,<br />
sodass die Unfallschwere abnimmt. Durch den entstandenen<br />
"Auffangraum" von 6.0 m gibt es weitere positive Effekte, die<br />
<strong>eine</strong>n Zusammenprall mit <strong>eine</strong>m Hin<strong>der</strong>nis, das mehr als 6.0 m<br />
vom Strassenrand entfernt ist, unwahrscheinlicher machen. Die<br />
Massnahme wirkt somit auf ca. 60 % <strong>der</strong> Unfälle dieses Typs.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Werden Leitplanken gesetzt, besteht die Gefahr, dass man auf<br />
die an<strong>der</strong>e Fahrbahn gerät und mit <strong>eine</strong>m entgegenkommenden<br />
Fahrzeug kollidiert. Auf Strassen mit viel DTV muss primär versucht<br />
werden, das Hin<strong>der</strong>nis zu entfernen: Leitplanken sollen nur<br />
auf schwach befahrenen Strassen gesetzt werden, damit <strong>eine</strong><br />
Kollision mit <strong>eine</strong>m entgegenkommenden Fahrzeug unwahrscheinlich<br />
wird. Beim Entfernen des Hin<strong>der</strong>nisses kann unbeeinträchtigt<br />
in die freie Ebene gefahren werden und <strong>der</strong> Unfall wird<br />
zu annähernd 100 % verhin<strong>der</strong>t. Schätzung: 10 % <strong>der</strong> Unfallkandidaten<br />
prallen an <strong>eine</strong>r Leitplanke ab, geraten auf die an<strong>der</strong>e<br />
Fahrbahn und kollidieren mit <strong>eine</strong>m gleichzeitig herannahenden<br />
Fahrzeug) Dabei wird dieser Fahrzeuglenker ebenfalls in<br />
Mitleidenschaft gezogen, also können 20 % durch die Massnahme<br />
nicht gerettet werden. D. h., dass die Wirksamkeit 80 %<br />
beträgt.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Die Massnahme wird flächendeckend eingeführt, d. h. sie deckt<br />
die ganze Schweiz ab. Damit die Akzeptanz <strong>für</strong> das Entfernen<br />
von Bäumen gesteigert werden kann, sollte <strong>eine</strong> Zusatzbedingung<br />
an das Fällen <strong>der</strong> Bäume geknüpft sein: Pro gefällten<br />
Baum müssen 2 neue Bäume (in genügendem Abstand von <strong>der</strong><br />
Strasse) gepflanzt werden. Dieses Vorgehen schafft <strong>eine</strong>n ökologischen<br />
Ausgleich und verbessert das Landschaftsbild. Es<br />
sollte <strong>der</strong> Lösung mittels Leitplanke in möglichst allen Fällen<br />
vorgezogen werden. Es werden jedoch noch einige Stellen<br />
(Son<strong>der</strong>fälle) nicht mit <strong>der</strong> Massnahme behandelt werden können.<br />
Der Realisierungsgrad wird bei dieser Massnahme nach 10<br />
Jahren ca. 60 % (später max. 80 %) betragen, d. h. <strong>der</strong> Durchschnitt<br />
beträgt 30 %.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Dort wo die Massnahme ausgeführt ist wird sie vom Fahrzeuglenker<br />
zwangsläufig beachtet, also zu 100 %.<br />
Offene Fragen –<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 25/S. 2
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] Strassenprojektierung, 1996, Dietrich, Rotach, Boppart, IVT –<br />
ETH Zürich<br />
[2] Mündliche Auskunft, W. Bossart, BBS (Bürkel, Baumann<br />
Schuler), vom 07.05.01<br />
[3] Gemeinsames Symposium FGSV – BASt – ISK, 1999, Technische<br />
Massnahmen gegen Baumunfälle<br />
[4] Ogden, Safer Roads, 1996<br />
[5] Zeeger and Council, 1992, Safety Effectiveness of Highway<br />
Design Features II<br />
[6] Dokumentation Baum-Unfälle, Volker Meewes, Klaus Eckstein,<br />
Institut <strong>für</strong> Strassenverkehr<br />
[7] Dokumentation Kollisionen mit festen Hin<strong>der</strong>nissen, Volker<br />
Meewes, Institut <strong>für</strong> Strassenverkehr<br />
[8] Schweizerische Beratungsstelle <strong>für</strong> Unfallverhütung (2000),<br />
Eigene Auswertungen <strong>der</strong> Strassenverkehrs-Unfallstatistik<br />
des BFS.<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 25/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 431 84<br />
Wirkungsbereich [a] 60 %<br />
60 %<br />
Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />
Ø 30 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 97 22 36 8<br />
Motorrad 52 7 20 3<br />
Mofa 3 0 1 0<br />
Fahrrad 8 0 3 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 5 3 2 1<br />
Total 165 32 62 12<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 25/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 26<br />
Sicherheitstechnische Optimierung im<br />
Bereich von Autobahnanschlüssen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verhin<strong>der</strong>n <strong>der</strong> Unfälle resp. Mil<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Unfallschwere auf<br />
den Autobahnen im Bereich von Anschlüssen und auf den Anschlüssen<br />
selbst.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Im Bereich von Anschlüssen sollen Auffahrunfälle und Streifkollisionen<br />
durch geeignete Massnahmen verhin<strong>der</strong>t werden. Bei<br />
zeitweisen grossen Belastungen des Autobahnhauptastes<br />
kommt es im Einmündungsbereich von Zufahrten zu Streifkollisionen<br />
und Auffahrunfällen (durch Ausweichen <strong>der</strong> Fahrzeuge<br />
von <strong>der</strong> Kriechspur auf die Überholspur). Diese können u. a.<br />
vermieden werden, indem durch <strong>eine</strong> Lichtsignalanlage auf <strong>der</strong><br />
Rampe <strong>der</strong> Zustrom paketweise auf den Hauptast geführt wird<br />
(Pförtner). Folgende Massnahmen tragen zu <strong>eine</strong>r erhöhten<br />
Sicherheit im Bereich von Zufahrten zu Autobahnen bei:<br />
• Überprüfung des Verkehrsablaufs auf <strong>der</strong> Fahrbahn und den<br />
Einfahrten<br />
• Rampenbewirtschaftung (Pförtneranlage in Zufahrt)<br />
• Einführung automatischer Geschwindigkeits- und Abstandskontrollen<br />
mit Ahndung<br />
• Einführung <strong>der</strong> "Keep your lane"-Regel mit Ahndung<br />
Diese 4 Punkte können sofort initiiert werden. Der Zeithorizont<br />
<strong>für</strong> die Senkung des Geschwindigkeitsregimes ist hingegen später<br />
angesetzt, da dazu umfangreiche Untersuchungen, Kapazitäts-<br />
und Akzeptanzstudien notwendig sind. Es gibt bereits vereinzelt<br />
Stellen mit Rampenbewirtschaftung.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Es gibt noch k<strong>eine</strong> konkreten Resultate; Forschungen stehen zur<br />
Zeit an. Die Rampenbewirtschaftung an <strong>der</strong> Einfahrt Baden West<br />
vor dem Bareggtunnel ist noch nicht lange genug im Einsatz, als<br />
dass Unfallauswertungen und diesbezügliche Aussagen gemacht<br />
werden können. Lindenmann [3] hat die Unfalltypen bestimmt,<br />
welche durch die Beeinflussung des Verkehrsgeschehens<br />
auf Autobahnen verhin<strong>der</strong>t werden können. Es lässt sich<br />
voraussagen, dass die Realisierung dieser Massnahme <strong>eine</strong><br />
deutliche Erhöhung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit bringen wird. 2/3 <strong>der</strong><br />
Unfälle ereignen sich an Autobahneinfahrten, an Raststätteneinfahrten<br />
und Verzweigungen.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 26/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen auf Autobahn, 2000<br />
Verletzte BFS 3380<br />
(218 ANDERE, 3058 PW, 92 MR, 12 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 467<br />
(35 ANDERE, 389 PW, 37 MR, 6 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 2913<br />
(183 ANDERE, 2669 PW, 55 MR, 6 FG)<br />
Getötete BFS 43<br />
(2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 9423<br />
(1134 ANDERE, 7951 PW, 304 MR, 34 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 338<br />
(18 ANDERE, 272 PW, 44 MR, 4 FG)<br />
Und Leichtverletzte 9085<br />
(1116 ANDERE, 7679 PW, 259 MR, 29 FG)<br />
Getötete 43<br />
(2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Gemäss Lit. [3] liegen ¼ <strong>der</strong> Intervalle im Anschluss-/Verzeigungsbereich.<br />
D. h., ausgehend vom theoretischen Rettungspotential<br />
→ Wirkungsbereich = 25 %.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Durch die Enforcement-Massnahme kann <strong>eine</strong> leicht höhere<br />
Wirksamkeit als all<strong>eine</strong> durch die Geschwindigkeitslimite vermutet<br />
werden. Wirksamkeit geschätzt: 50 %. Die Wirksamkeit <strong>der</strong><br />
Rampenbewirtschaftung ist noch unbekannt. Es wird allerdings<br />
<strong>eine</strong> deutliche Erhöhung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit prognostiziert.<br />
Schätzung: 90 %. Im Schnitt ergibt das <strong>eine</strong> Wirksamkeit von<br />
70 %.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Nur vereinzelt wird es Autobahnzufahrten geben, die nicht mit<br />
den beschriebenen Massnahmen ausgestattet werden können<br />
o<strong>der</strong> müssen (wenn die Verkehrsmengen zu klein sind). Allgemein<br />
kann aber von <strong>eine</strong>m hohen Realisierungsgrad ausgegangen<br />
werden, denn die Autobahnen gehören zum grössten Teil<br />
dem Bund, und dieser kann <strong>eine</strong> gleiche Behandlung <strong>der</strong> Anschlüsse<br />
garantieren (gemäss gültiger Normen). Realisierungsgrad<br />
geschätzt: 95 %, im Durchschnitt 50 %.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Die Massnahme wird von sämtlichen Fahrzeuglenkern befolgt,<br />
die kein Selbstverschulden wie Alkohol, Unaufmerksamkeit usw.<br />
verursachen. Schätzungsweise ereignen sich 75 % solcher Unfälle.<br />
Also beträgt <strong>der</strong> Beachtungsgrad 25 %. Der Beachtungsgrad<br />
bei <strong>der</strong> Rampenbewirtschaftung wird hoch sein. Eine Lichtsignalanlage<br />
vor <strong>eine</strong>r Autobahneinfahrt wird vermutlich weniger<br />
missachtet als auf freier Strecke. Beachtungsgrad 80 %. Der<br />
Gemittelte Beachtungsgrad beträgt folglich 50 %.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 26/S. 2
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] Bericht Lindenmann (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />
"Infrastruktur und Betrieb"<br />
[2] Tagungsband IVT <strong>der</strong> Tagung Verkehrssysteme vom<br />
23.01.2001, Vortrag Pitzinger<br />
[3] Lindenmann (2000), Unfallgeschehen auf stark belasteten<br />
Autobahnen<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 26/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 338 43<br />
Wirkungsbereich [a] 25 %<br />
25 %<br />
Wirksamkeit [b] 70 % 70 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 95 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />
Ø 50 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 23 3 12 2<br />
Motorrad 4 0 2 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 1 0<br />
Total 28 3 15 2<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 26/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 27<br />
Sicherung von Autobahnbaustellen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verhin<strong>der</strong>n <strong>der</strong> Unfälle resp. Mil<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Unfallschwere im<br />
Baustellenbereich auf Autobahnen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Der Bauunternehmer muss bei <strong>eine</strong>r Baustelle ein Konzept zur<br />
Baustellensicherung erstellen. Dieses wird durch <strong>eine</strong>n Auditor<br />
(Safety Audit) geprüft. Das Konzept soll insbeson<strong>der</strong>e folgende<br />
Aspekte berücksichtigen:<br />
• Signalisation, Markierung und Abschrankungen im Zufahrtsbereich<br />
• Signalisation, Markierung und Abschrankungen im Baustellenbereich<br />
• Beleuchtung nachts an Baustellen<br />
Bei Inbetriebnahme <strong>der</strong> Baustelle muss das zuvor gutgeheissene<br />
Baustellensicherungskonzept kontrolliert werden (durch die<br />
Unfallkommission, siehe Massnahme S 08).<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Unternehmer<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Erfahrungen mit dieser Massnahme sind vermutlich bei den kantonalen<br />
Tiefbauämtern vorhanden. [3] spricht von konkreten<br />
Massnahmen, die umgesetzt werden können, um die Sicherheit<br />
zu erhöhen.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen auf Baustellen auf <strong>der</strong> Autobahn, 2000<br />
Verletzte BFS 221<br />
(18 ANDERE, 195 PW, 7 MR; 1 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 33<br />
(1 ANDERE, 30 PW, 1 MR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 188<br />
(17 ANDERE, 165 PW, 6 MR)<br />
Getötete BFS 5 PW<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 27/S. 1
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 627<br />
(94 ANDERE, 507 PW, 23 MR, 3 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 24<br />
(1 ANDERE, 21 PW, 1 MR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte 603<br />
(93 ANDERE, 486 PW, 22 MR, 2 FG)<br />
Getötete 5 PW<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Diese Massnahme wird in <strong>der</strong> Schweiz teilweise an den grösseren<br />
Autobahnbaustellen ausgeführt (Bsp. Baregg, gemäss Auskunft<br />
Baudepartement Kt. AG). Bei diesen Baustellen überprüft<br />
die Kantonspolizei jeweils die Sicherungsmassnahmen <strong>der</strong> Baustelle.<br />
Wegen <strong>der</strong> Anzahl und Art <strong>der</strong> Baustellen wird <strong>der</strong> Wirkungsbereich<br />
verschiedene Werte annehmen. Geschätztes Mittel:<br />
50 %.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Liegt ein Selbstverschulden vor (insbeson<strong>der</strong>e Übermüdung<br />
o<strong>der</strong> Alkohol auf Autobahnen), dann kann ein abirrendes Fahrzeug<br />
nicht mehr aufgehalten werden. Die Wirksamkeit beträgt<br />
gemäss Ahrens [2] 80 %.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Durch den gesetzlichen Zwang <strong>eine</strong>s Baustellensicherungskonzeptes<br />
und dessen Kontrolle durch den Auditor wird <strong>der</strong> Realisierungsgrad<br />
100 % betragen.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Die Massnahme wird von 80 % <strong>der</strong> Fahrzeuglenker befolgt, da<br />
sie unbemerkt respektiert wird.<br />
Offene Fragen Ein Wechsel von orangen zu gelben Baustellenmarkierungen ist<br />
zu prüfen.<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] Bericht Lindenmann (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />
"Infrastruktur und Betrieb<br />
[2] Ahrens Massnahme (1992), Auswertung von Unfällen auf<br />
Autobahnbaustellen<br />
[3] World Road Association (1996), Safety at Roadworks<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 27/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 24 5<br />
Wirkungsbereich [a] 50 %<br />
50 %<br />
Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 7 2 7 2<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 7 2 7 2<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 27/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 28<br />
Sanierung von Unfallschwerpunkten<br />
(Unfallhäufungsstellen)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Periodisches Sanieren <strong>der</strong> lokalisierten, rangierten, beurteilten<br />
und analysierten Unfallschwerpunkte (Unfallhäufungsstellen) im<br />
Strassennetz.<br />
Realisieren <strong>der</strong> möglichen Sofortmassnahmen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Kantone und Städte werden verpflichtet, die von den Unfallkommissionen<br />
erarbeiteten Sanierungsvorschläge und Sofortmassnahmen<br />
auszuführen (siehe Teilaufgabe "Unfallschwerpunkte" in<br />
Massnahme S 08).<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Die Untersuchung von 30 sanierten Unfallschwerpunkten gemäss<br />
<strong>der</strong> Beispiele, die in Jahresberichten <strong>der</strong> bfu berechnet<br />
wurden, ergibt, dass mit <strong>eine</strong>r fachgerechten Sanierung sowohl<br />
die Anzahl Unfälle als auch die Anzahl Verunfallte um rund 70 %<br />
gesenkt werden kann. Die Anzahl Getöteter ist in den vorliegenden<br />
Beispielen zu gering, um <strong>eine</strong> gesicherte Aussage machen<br />
zu können. Es kann jedoch vorsichtig geschätzt von <strong>eine</strong>r Senkung<br />
um rund 2/3 ausgegangen werden.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Es sind nachfolgend 3 Berechnungsvarianten aufgelistet. Die<br />
Datenbasis <strong>der</strong> Variante 1 (1991) wird als überholt (rund 1/3 zu<br />
hoch) erachtet, gilt aber als Grundlage <strong>für</strong> die weiteren Überlegungen:<br />
Variante 1<br />
Basierend auf <strong>der</strong> vorerwähnten Gefahrenstellenliste <strong>der</strong> bfu<br />
(1991) wurden die Zahlen <strong>der</strong> Verletzten und Getöteten gesamtschweizerisch<br />
hochgerechnet: 30'000 Unfälle mit 11'000 Verletzten<br />
und 200 Getöteten.<br />
Hochrechnung mit Dunkelziffer: Die Anzahl <strong>der</strong> Getöteten entspricht<br />
ziemlich genau <strong>der</strong> Realität, bei den Verunfallten kann<br />
<strong>eine</strong> durchschnittliche Dunkelziffer von 3.6 (ZVS-Publikation vom<br />
18.5.2000) angenommen werden.<br />
Somit kann von jährlich 200 Getöteten und 44'000 Verletzten<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 28/S. 1
ausgegangen werden, die durch diese Massnahme beeinflusst<br />
werden können.<br />
Variante 2<br />
In <strong>der</strong> VUSTA des Kantons Zürich finden sich Angaben zu erkannten<br />
Unfallschwerpunkten auf dem Kantonsgebiet. Es sind<br />
dies 34 Sanierungsstellen. In <strong>eine</strong>r vereinfachten Hochrechnung<br />
auf die Schweiz kann von rund 1000 Sanierungsstellen ausgegangen<br />
werden, die im Schnitt jährlich 15 Unfälle ergeben.<br />
Aufgrund dieses Gedankenganges müsste das mit Variante 1<br />
errechnete Rettungspotenzial ca. halbiert werden.<br />
Variante 3<br />
Diese Variante geht vom vereinfachten Gedankenmodell aus,<br />
dass sich Unfälle an lokalisierten Schwerpunkten grösstenteils<br />
an Kreuzungen ereignen. Die Auswertung <strong>der</strong> BFS-Datenbank<br />
(2000) ergibt Verunfalltenzahlen in <strong>der</strong> Grössenordnung <strong>der</strong><br />
Hälfte <strong>der</strong> Zahlenwerte <strong>der</strong> Variante 1.<br />
Weiterverfolgung <strong>der</strong> Variante 1, Reduktion <strong>der</strong> Werte um 40 %:<br />
26'400 Verletzte, 120 Getötete.<br />
Aufteilung nach Verkehrsteilnahme:<br />
Verletzte 26'400<br />
(1500 ANDERE, 11'276 PW, 3'686 MR, 1326 MOFA, 6667 FR, 1'945 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1'438<br />
(440 PW, 417 MR; 118 MOFA; 267 FR, 165 FG, 31 ANDERE)<br />
Und Leichtverletzte 24'962<br />
(10'836 PW, 3'269 MR; 1'208 MOFA; 6'400 FR, 1'780 FG, 1'469 ANDERE)<br />
Getötete 120<br />
(55 PW; 19 MR; 4 MOFA, 10 FR, 26 FG, 6 ANDERE)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Der Wirkungsbereich beträgt 100 %, weil die Massnahme nur<br />
dort eingesetzt wird, wo lokalisierte Unfallschwerpunkte ausgemacht<br />
wurden und noch k<strong>eine</strong> Sanierung stattgefunden hat.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Wie unter "Erfahrungen" bemerkt, kann davon ausgegangen<br />
werden, dass die Verunfalltenzahl resp. Zahl <strong>der</strong> Getöteten um<br />
rund 60 % gesenkt werden kann.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 8 % im ersten Jahr, bis 80 % im 2015 (später max. 90 %), d. h.<br />
40 % im Durchschnitt<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 85 %<br />
Offene Fragen Weiterwirken <strong>der</strong> Massnahme nach 10 Jahren<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Siegrist, S. (1997), Sicherheit und Umweltschutz: unterschiedliche<br />
Ziel, gemeinsamer Nutzen?, bfu, Bern<br />
Jahresberichte bfu<br />
Gefahrenstellenlisten <strong>der</strong> bfu<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 28/S. 2
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
JA<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1438 120<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 90 %<br />
Ø 40 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 85 %<br />
Ø 85 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 202 25 90 11<br />
Motorrad 191 9 85 4<br />
Mofa 54 2 24 1<br />
Fahrrad 123 5 54 2<br />
Fussgänger 76 12 34 5<br />
An<strong>der</strong>e 14 3 6 1<br />
Total 660 56 293 24<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 28/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 29<br />
Sanierung von Knoten mit Unfällen beim<br />
Richtungswechsel innerorts<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Bekämpfung <strong>der</strong> Unfälle beim Richtungswechsel an Knoten innerorts.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Ab 2005 sind die zuständigen kommunalen und kantonalen Behörden<br />
verpflichtet, in Zusammenarbeit mit den entsprechenden<br />
Unfallkommissionen, die Knoten innerorts bezüglich Unfälle beim<br />
Richtungswechsel systematisch zu überprüfen.<br />
Pro Jahr sind pro Unfallkommission 6 Knoten zu analysieren,<br />
Massnahmen zu erarbeiten und entsprechende Sanierungen in<br />
die Wege zu leiten.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Richtungswechsel an Kreuzungen<br />
innerorts, 2000<br />
Verletzte BFS 1371<br />
(27 ANDERE, 582 PW, 418 MR, 103 MOFA, 240 FR, 1 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 225<br />
(3 ANDERE, 51 PW, 95 MR, 20 MOFA, 55 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 1146<br />
(24 ANDERE, 531 PW, 323 MR, 83 MOFA, 185 FR)<br />
Getötete BFS 10 (1 ANDERE, 1 PW, 4 MR, 4 FR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 5446<br />
(140 ANDERE, 1513 PW, 1379 MR, 443 MOFA, 1968 FR, 3 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 244<br />
(2 ANDERE, 36 PW, 114 MR, 30 MOFA, 61 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte 5202<br />
(138 ANDERE, 1477 PW, 1265 MR, 413 MOFA, 1907 FR, 2 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 29/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 35 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Getötete 10<br />
(1 ANDERE, 1 PW, 4 MR, 4 FR)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 80 %. Durchschnittlich 40 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 85 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 29/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 244 10<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 35 % 35 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />
Ø 40 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 85 %<br />
Ø 85 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 9 0 4 0<br />
Motorrad 27 1 14 0<br />
Mofa 7 0 4 0<br />
Fahrrad 15 1 7 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 58 2 29 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 29/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 30<br />
Überprüfung und Sanierung <strong>der</strong> Beleuchtung<br />
an ausgewählten Örtlichkeiten<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Systematische Überprüfung des Beleuchtungsniveaus an kritischen<br />
Stellen im Strassennetz inkl. Sanierung von ungenügenden<br />
Anlagen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Unfallkommissionen werden verpflichtet, das Beleuchtungsniveau<br />
an Fussgängerstreifen, Knoten innerorts (verkehrsorientierte<br />
Strassen), an Autobahnanschlüssen und in Tunnels zu<br />
überprüfen. Wo Defizite im Beleuchtungsniveau festegestellt<br />
werden, sind diese zu beheben.<br />
Pro Behörde sind jährlich 5 % <strong>der</strong> genannten Anlagen zu behandeln.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2025<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen an Fussgängerstreifen nachts, 2000<br />
Verletzte BFS 337<br />
(1 ANDERE, 19 PW, 10 MR, 2 FR, 305 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 120<br />
(2 PW, 2 MR, 116 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 217<br />
(1 ANDERE, 17 PW, 8 MR, 2 FR, 189 FG)<br />
Getötete BFS 22 FG<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 958<br />
(5 ANDERE, 49 PW, 33 MR, 16 FR, 854 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 85<br />
(1 PW, 2 MR, 81 FG)<br />
Und Leichtverletzte 873<br />
(5 ANDERE, 48 PW, 31 MR, 16 FR, 773 FG)<br />
Getötete 22 FG<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 30/S. 1
Verunfallte bei Unfällen an Knoten innerorts nachts, 2000<br />
Verletzte BFS 957<br />
(18 ANDERE, 543 PW, 208 MR, 46 MOFA, 92 FR, 50 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 185<br />
(2 ANDERE, 86 PW, 53 MR, 9 MOFA, 21 FR, 14 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 772<br />
(16 ANDERE, 457 PW, 155 MR, 37 MOFA, 71 FR, 36 FG)<br />
Getötete BFS 5<br />
(3 PW, 1 FR, 1 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 3284<br />
(94 ANDERE, 1412 PW, 686 MR, 198 MOFA, 754 FR, 140 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 171<br />
(1 ANDERE, 60 PW, 64 MR, 14 MOFA, 23 FR, 10 FG)<br />
Und Leichtverletzte 3113<br />
(93 ANDERE, 1352 PW, 623 MR, 184 MOFA, 731 FR, 130 FG)<br />
Getötete 5<br />
(3 PW, 1 FR, 1 FG)<br />
Verunfallte bei Unfällen an Autobahnanschlüssen nachts, 2000<br />
Verletzte BFS 1076<br />
(49 ANDERE, 1011 PW, 12 MR, 4 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 172<br />
(7 ANDERE, 156 PW, 6 MR, 3 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 904<br />
(42 ANDERE, 855 PW, 6 MR, 1 FG)<br />
Getötete BFS 26<br />
(23 PW, 3 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 2934<br />
(255 ANDERE, 2629 PW, 40 MR, 11 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 122<br />
(4 ANDERE, 109 PW, 7 MR, 2 FG)<br />
Und Leichtverletzte 2812<br />
(251 ANDERE, 2519 PW, 32 MR, 9 FG)<br />
Getötete 26<br />
(23 PW, 3 FG)<br />
Verunfallte bei Unfällen in Tunnels, 2000<br />
Verletzte BFS 421<br />
(31 ANDERE, 333 PW, 37 MR, 2 MOFA, 17 FR, 1 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 79<br />
(4 ANDERE, 46 PW, 19 MR, 2 MOFA, 7 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 342<br />
(27 ANDERE, 287 PW, 18 MR, 10 FR)<br />
Getötete BFS 6<br />
(3 PW, 2 MR, 1 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 30/S. 2
Wirkungsbereich 2 [a] 60 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 20 %.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 1300<br />
(161 ANDERE, 866 PW, 122 MR, 9 MOFA, 139 FR, 3 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 68<br />
(2 ANDERE, 32 PW, 23 MR, 3 MOFA, 8 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte 1232<br />
(159 ANDERE, 834 PW, 99 MR, 6 MOFA, 132 FR, 2 FG)<br />
Getötete 6<br />
(3 PW, 2 MR, 1 FG)<br />
Zusammenfassung <strong>der</strong> Hochrechnungen:<br />
Verletzte 8476<br />
(515 ANDERE, 4956 PW, 881 MR, 206 MOFA, 910 FR, 1008<br />
FG)<br />
Davon Schwerverletzte 448<br />
(7 ANDERE, 203 PW, 96 MR, 17 MOFA, 31 FR, 94 FG)<br />
Und Leichtverletzte 8028<br />
(508 ANDERE, 4753 PW, 785 MR, 189 MOFA, 879 FR, 914 FG)<br />
Getötete 59<br />
(29 PW, 2 MR, 1 FR, 27 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 5 % im ersten Jahr, 80 % im letzten Jahr: Durchschnitt 40 %.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 100 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 30/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 448 59<br />
Wirkungsbereich [a] 60 %<br />
60 %<br />
Wirksamkeit [b] 20 % 20 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />
Ø 40 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 19 3 10 1<br />
Motorrad 9 0 5 0<br />
Mofa 2 0 1 0<br />
Fahrrad 3 0 1 0<br />
Fussgänger 9 3 5 1<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />
Total 43 6 22 2<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 30/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 31<br />
Sicherung von Fussgänger-Querungen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Orte mit hohen Querungsbedürfnissen von Fussverkehrsströmen<br />
sollen so gestaltet werden, dass die Querungen mit optimaler<br />
Sicherheit vorgenommen werden können.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Gesetzliche Verpflichtung <strong>der</strong> zuständigen Unfallkommissionen,<br />
an allen Örtlichkeiten mit hohen Querungsbedürfnissen Sicherheits-Vorkehrungen<br />
gemäss VSS-Normen zu treffen.<br />
Dies unabhängig davon, ob die Fussverkehrsströme die Strassen<br />
mit o<strong>der</strong> ohne Vortritt queren (also mit o<strong>der</strong> ohne Fussgängerstreifen).<br />
Jährlich sollen 10 % <strong>der</strong> Querungsstellen saniert werden.<br />
Anmerkung: Es liegen noch nicht zu je<strong>der</strong> Querungsform entsprechende<br />
VSS-Normen vor, ein entsprechendes Normkonzept ist<br />
jedoch genehmigt.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Es sind k<strong>eine</strong> entsprechenden Erfahrungen bekannt.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Unfalltyp 01 (Kollision Fahrzeug mit querendem Fussgänger),<br />
Verunfallte Fussgänger (2000)<br />
Verletzte BFS: 1804 Fussgänger<br />
Davon Schwerverletzte BFS: 593 Fussgänger<br />
Und Leichtverletzte BFS: 1211 Fussgänger<br />
Getötete BFS: 80 Fussgänger<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte: 5051<br />
Davon Schwerverletzte: 415<br />
Und Leichtverletzte: 4636<br />
Getötete: 80<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Da nur die problematischen Stellen von <strong>der</strong> Massnahme betroffen<br />
sind, beträgt <strong>der</strong> Wirkungsbereich 70 %.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Als Vergleichsgrösse wird die Wirksamkeit bei <strong>der</strong> Sanierung<br />
von Unfallschwerpunkten herangezogen (70 %).<br />
Vermutlich liegt die Wirksamkeit bei dieser Massnahme tiefer, da<br />
auch bei geringeren Kollisions-Geschwindigkeiten mit verletzten<br />
Fussgängern zu rechnen ist.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 31/S. 1
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 8 % im ersten Jahr – 80 % im 2015. Damit im Durchschnitt 40 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 50 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 25, Sicherheit auf Schulwegen (Haldemann, R. &<br />
Weber, W., 1994)<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 31/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 415 80<br />
Wirkungsbereich [a] 70 %<br />
70 %<br />
Wirksamkeit [b] 70 % 70 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />
Ø 40 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />
Ø 50 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 0 0 0 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 81 16 41 8<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 81 16 41 8<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 31/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 32<br />
Sicherung von Querungen und Linksabbiegemanövern<br />
<strong>für</strong> den leichten Zweiradverkehr<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Orte mit hohen Querungsbedürfnissen resp. Linksabbiegemanövern<br />
von leichtem Zweiradverkehr sollen so gestaltet werden,<br />
dass diese mit optimaler Sicherheit vorgenommen werden können<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Gesetzliche Verpflichtung <strong>der</strong> zuständigen Unfallkommissionen,<br />
an allen Örtlichkeiten mit hohen Querungsbedürfnissen resp.<br />
Linksabbiegemanövern von leichtem Zweiradverkehr Sicherheits-<br />
Vorkehrungen gemäss VSS-Normen zu treffen. Jährlich sollen<br />
10 % <strong>der</strong> Querungsstellen saniert werden<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von Mofa- und Velofahrern beim<br />
Linksabbiegen und beim Queren, 2000<br />
Verletzte BFS 934<br />
(1 ANDERE, 12, PW, 23 MR, 270 MOFA, 621 FR, 7 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 234<br />
(1 PW, 6 MR, 64 MOFA, 159 FR, 4 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 700<br />
(1 ANDERE, 11 PW, 17 MR, 206 MOFA, 462 FR, 3 FG)<br />
Getötete BFS 15 (13 FR, 2 MOFA)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 6385<br />
(5 ANDERE, 31 PW, 76 MR, 1161 MOFA, 5092 FR, 20 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 282<br />
(1 PW, 7 MR, 96 MOFA, 175 FR, 3 FG)<br />
Und Leichtverletzte 6103<br />
(5 ANDERE, 30 PW, 69 MR, 1065 MOFA, 4917 FR, 17 FG)<br />
Getötete 15 (13 FR, 2 MOFA)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 32/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] Da nur die problematischen Stellen von <strong>der</strong> Massnahme betroffen<br />
sind, beträgt <strong>der</strong> Wirkungsbereich 70 %.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Als Vergleichsgrösse wird die Wirksamkeit bei <strong>der</strong> Sanierung<br />
von Unfallschwerpunkten herangezogen (70 %).<br />
Vermutlich liegt die Wirksamkeit bei dieser Massnahme tiefer, da<br />
auch bei geringeren Kollisions-Geschwindigkeiten mit verletzten<br />
Fussgängern resp. Velofahrern zu rechnen ist.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 8 % im ersten Jahr – 80 % im 2015. Damit im Durchschnitt 40 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 50 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 32/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 282 15<br />
Wirkungsbereich [a] 70 %<br />
70 %<br />
Wirksamkeit [b] 70 % 70 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />
Ø 40 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />
Ø 50 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 0 0 0 0<br />
Motorrad 1 0 1 0<br />
Mofa 19 0 9 0<br />
Fahrrad 34 3 17 1<br />
Fussgänger 1 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 55 3 27 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 32/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 33<br />
Überprüfung und Sanierung von Knoten<br />
innerorts und ausserorts<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Systematische Überprüfung aller bestehenden Knoten innerorts<br />
und ausserorts.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Unfallkommissionen werden verpflichtet, alle bestehenden<br />
Knoten auf verkehrsorientierten Strassen innerorts und ausserorts<br />
hinsichtlich Verkehrsregime, Knotentyp, Knotenelemente zu<br />
überprüfen und wo nötig zu sanieren.<br />
Pro Behörde sind jährlich 5 % aller Knoten zu behandeln.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2025<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen an Kreuzungen, 2000<br />
Verletzte BFS 4727<br />
(165 ANDERE, 2392 PW, 1053 MR, 270 MOFA, 621 FR, 226<br />
FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 827<br />
(22 ANDERE, 254 PW, 264 MR, 64 MOFA, 159 FR, 64 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 3900<br />
(143 ANDERE, 2138 PW, 789 MR, 206 MOFA, 462 FR, 162 FG)<br />
Getötete BFS 45<br />
(4 ANDERE, 14 PW, 10 MR, 2 MOFA, 13 FR, 2 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 17438<br />
(858 ANDERE, 6219 PW, 3475 MR, 1161 MOFA, 5092 FR, 633<br />
FG)<br />
Davon Schwerverletzte 822<br />
(11 ANDERE, 178 PW, 317 MR, 96 MOFA, 175 FR, 45 FG)<br />
Und Leichtverletzte 16616<br />
(847 ANDERE, 6041 PW, 3158 MR, 1065 MOFA, 4917 FR, 588<br />
FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 33/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 33 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 30 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Getötete 45<br />
(4 ANDERE, 14 PW, 10 MR, 2 MOFA, 13 FR, 2 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 5 % im ersten Jahr, 80 % im 2025; durchschnittlich: 40 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 95 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 33/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 822 45<br />
Wirkungsbereich [a] 33 %<br />
33 %<br />
Wirksamkeit [b] 30 % 30 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />
Ø 40 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 95 %<br />
Ø 95 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 13 1 7 1<br />
Motorrad 24 1 12 0<br />
Mofa 7 0 4 0<br />
Fahrrad 13 1 7 0<br />
Fussgänger 3 0 2 0<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />
Total 61 3 32 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 33/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 34<br />
Massnahmen zur Verbesserung <strong>der</strong> Schulwege<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verpflichtung <strong>der</strong> Gemeinden, Schulwegsicherungskonzepte<br />
auszuarbeiten und periodisch zu kontrollieren. Anschliessend<br />
sind an den eruierten Stellen entsprechende Sanierungsmassnahmen<br />
zu projektieren und umzusetzen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die unterschiedlichen Schulwege <strong>für</strong> Fussgänger (FG) und leichten<br />
Zweiradverkehr (FR) sind durch die Schule/Gemeinde getrennt<br />
aufzunehmen und kritische Punkte zu lokalisieren d.h.<br />
Querungen und Linksabbiegmanöver (evtl. auch Längsverkehr).<br />
Diese gemeinsam eruierten Gefahrenstellen sollen mit dem tatsächlichen<br />
Unfallgeschehen verglichen und ergänzt werden. Anschliessend<br />
sind Schulwegkonzepte mit konkreten Massnahmen<br />
technischer und organisatorischer Art zu planen, projektieren<br />
und umzusetzen zwecks Erhöhung <strong>der</strong> Sicherheit auf dem<br />
Schulweg.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen K<strong>eine</strong> Forschung o<strong>der</strong> vollständige Umsetzung bekannt. Einzelbeispiele<br />
müssten herausgesucht und nachgefragt werden.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte Kin<strong>der</strong> (0–14 J.) auf dem Schulweg nach Verkehrsteilnahme<br />
Fussgänger, Fahrradfahrende (2000)<br />
Verletzte BFS 1526 (691 VELO, 832 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 402 (177 FR, 225 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 1121 (514 FR, 607 FG)<br />
Getötete BFS 20 (4 FR, 16 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 7996 (5666 FR, 2330 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 353 (195 FR, 158 FG)<br />
Und Leichtverletzte 7643 (5471 FR, 2172 FG)<br />
Getötete 20 (4 FR, 16 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 34/S. 1
Davon Schulweg 25 %:<br />
Verletzte 2000 (1417 FR, 583 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 89 (49 FR, 40 FG)<br />
Und Leichtverletzte 1911 (1368 FR, 543 FG)<br />
Getötete 5 (1 FR, 4 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Ca. 30 % <strong>der</strong> Schulwege sind schon saniert, sodass Wirkungsbereich<br />
ca. 70 % beträgt.<br />
Wirksamkeit 3 [b] 50 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Bis Ende Realisierungsphase 70 %, (später maximal 90 %).<br />
Im Durchschnitt 35 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Die baulichen Massnahmen werden voll, die betrieblichen und<br />
organisatorischen zum grössten Teil beachtet. Total bis Umsetzung<br />
ca. 70 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 25 (1994), Verkehrssicherheit auf Schulwegen (Haldemann,<br />
R. & Weber, W.)<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 34/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 89 5<br />
Wirkungsbereich [a] 70 %<br />
70 %<br />
Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 90 %<br />
Ø 35 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 70 %<br />
Ø 70 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 0 0 0 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 11 0 4 0<br />
Fussgänger 9 1 3 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 20 1 7 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 34/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 35<br />
Automatische Verkehrskontrollen: stationäre<br />
Einrichtungen<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme umfasst die Errichtung von stationären Anlagen<br />
zur automatischen Kontrolle von Fahrzeugen, Ladungen und<br />
Verhalten im Verkehr während <strong>der</strong> Fahrt, automatische Erkennung<br />
von Abweichungen von Normen und Aufzeichnung von<br />
Beweismitteln.<br />
Zu den Hilfsmitteln und Bestandteilen <strong>eine</strong>s solchen Systems<br />
gehören:<br />
• automatische Erkennung <strong>der</strong> Übertretung mittels Sensorik<br />
(Radar, Laser etc.)<br />
• automatische Beweissicherung im Übertretungsfall mittels<br />
digitaler Videotechnik<br />
• automatische Identifikation des übertretenden Fahrzeugs<br />
mittels automatischer Kontrollschil<strong>der</strong>kennung<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1990 initiiert)<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Erste automatische Anlagen sind bereites im Einsatz (Radarkasten)<br />
o<strong>der</strong> im Testbetrieb (z. B. Pilotanlage LPR im Baregg Tunnel,<br />
LSVA Pilotanlage Enforcement Belchen Süd).<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von PW, LW, Bus/Car<br />
und MR, 2000<br />
Verletzte BFS 27996 (1028 ANDERE, 17145 PW, 4204 MR, 946<br />
MOFA, 2244 FR, 2429 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 5491 (187 ANDERE, 2431 PW;<br />
1273 MR, 222 MOFA, 596 FR, 782 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 22505 (841 ANDERE, 14714 PW, 2931<br />
MR, 724 MOFA, 1648 FR, 1647 FG)<br />
Getötete BFS 550 (24 ANDERE, 273 PW, 89 MR, 13 MOFA, 33<br />
FR, 118 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 35/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 50%<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 93 066 (5346 ANDERE, 44577 PW, 13873 MR, 4068<br />
MOFA, 18401 FR, 6801 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 4860 (94 ANDERE, 1702 PW, 1528 MR;<br />
333 MOFA; 656 FR, 547 FG)<br />
Und Leichtverletzte 88206 (5252 ANDERE, 42875 PW; 12345<br />
MR, 3735 MOFA, 17745 FR, 6254 FG)<br />
Getötete 550 (24 ANDERE, 273 PW, 89 MR, 13 MOFA, 33 FR,<br />
118 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 15%<br />
Die Erhöhung <strong>der</strong> Kontrolldichte wirkt sich positiv auf das Verhalten<br />
<strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer und auf die Berücksichtigung <strong>der</strong><br />
Verkehrsregeln aus. (Quelle: Forschungprojekt VERA)<br />
Dank <strong>der</strong> angepassten Geschwindigkeit vermin<strong>der</strong>t sich z. B. die<br />
Kollisionsenergie.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% (65%)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 40% (40%)<br />
Der Beachtungsgrad von telematischen Enforcementmassnahmen<br />
liegt vermutlich höher als bei den klassischen Kontrollen, da<br />
sowohl Kontrollhäufigkeit als auch Sanktionswahrscheinlichkeit<br />
deutlich erhöht werden können.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
VERA/ASTRA/RAPP AG (2000), Video Enforcement Systeme im<br />
Strassenverkehr, Zusammenfassung des EU-<br />
Forschungprojekts VERA, nicht veröffentlicht<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 35/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 4860 550<br />
Wirkungsbereich [a] 50 %<br />
50 %<br />
Wirksamkeit [b] 15 % 15 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 65 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 40 %<br />
Ø 40 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 51 8 33 5<br />
Motorrad 46 3 30 2<br />
Mofa 10 0 6 0<br />
Fahrrad 20 1 13 1<br />
Fussgänger 16 4 11 2<br />
An<strong>der</strong>e 3 1 2 0<br />
Total 146 17 95 10<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 35/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 36<br />
Automatische Verkehrskontrollen: digitaler<br />
Führerausweis und intelligentes Zündschloss<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht die obligatorische Einführung des digitalen<br />
Führerausweises vor. Eine Chipkarte dient als Träger <strong>der</strong><br />
Daten des Führerausweises. Das "intelligente Zündschloss"<br />
verfügt über ein Lesegerät <strong>für</strong> den digitalen Führerausweis. Bei<br />
unberechtigten Fahrzeuglenkern bleibt das Fahrzeug blockiert.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughalter<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Obligatorische Ausrüstung aller Fahrzeugführer. Dieses Obligatorium<br />
kann aber nur auf gesamteuropäischer Ebene eingeführt<br />
werden. Realistischer Zeithorizont: Ausrüstung bis ins Jahre<br />
2015<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Unfälle, die durch Lenker mit Führerausweisentzug verursacht<br />
werden. Laut <strong>der</strong> ADMAS-Statstik gab es im Jahr 2000 53'775<br />
Führerausweisentzüge, 1369 Personen wurden wegen Fahrens<br />
trotz Entzug bestraft, 135 Unfälle geschahen mit Beteiligung von<br />
Lenkern, die <strong>eine</strong>n Führerausweisentzug hatten.<br />
Gemäss BFS sind pro 1000 Unfälle 375 Verunfallte, 80 Schwerverletzte<br />
und 8 Getötete zu verzeichnen. Da es sich bei den<br />
Unfällen mit Entzügen hauptsächlich um Geschwindigkeits- und<br />
Trunkenheitsdelikte mit bekanntermassen höherem Verletzungsrisiko<br />
handelt, wird gegenüber dem Normalverhältnis von Unfällen<br />
zu Verunfallten/Schwerverletzten/Getöteten ein Faktor 2<br />
angenommen, d. h. es wird von 750 Verunfallten, 160 Schwerverletzten<br />
und 16 Getöteten pro 1000 Unfälle ausgegangen.<br />
Für die 135 Unfälle mit Fahren trotz Entzug bedeutet dies, dass<br />
folgende Zahlen von Verunfallten durch die Massnahme beeinflussbar<br />
sind: 101 Verunfallte, wovon 22 Schwerverletzte und 2<br />
Getötete<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />
Wirksamkeit 3 [b] 100%<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 36/S. 1
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% (50%)<br />
Die intelligente Wegfahrsperre stellt sicher, dass nur berechtigte<br />
Fahrer das Fahrzeug benutzen. Somit kann die Exposition von<br />
unberechtigten Fahrten grundsätzlich eliminiert werden.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 50% (50%)<br />
Der Missbrauch von Führerausweisen kann mit technischen<br />
Mitteln nur begrenzt verhin<strong>der</strong>t werden. Personen ohne o<strong>der</strong> mit<br />
gesperrtem Fahrzeugausweis können nach wie vor <strong>eine</strong>n gültigen<br />
Ausweise beschaffen.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 36/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 22 2<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />
Ø 50 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 11 1 6 1<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 11 1 6 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 36/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 37<br />
Überprüfung und Sanierung aller unbeschrankter<br />
Bahnübergänge<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Unbeschrankte Bahnübergänge sollen systematisch auf die Verkehrssicherheit<br />
untersucht und angepasst werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Unbeschrankte Bahnübergänge sollen systematisch anhand<br />
<strong>eine</strong>r Checkliste überprüft und je nach Notwendigkeit aufgehoben<br />
o<strong>der</strong> saniert werden. Die Checkliste soll auch ein Schema<br />
enthalten, wie die Bahnübergänge zu sanieren sind. Die eigentliche<br />
Überprüfung sowie die Anordnung <strong>der</strong> Massnahmen zur<br />
Sanierung des Überganges erfolgen durch die zuständige Unfallkommission.<br />
Ein Übergang kann:<br />
• aufgehoben werden,<br />
• mittels Niveauunterschied (Über- o<strong>der</strong> Unterführung) gequert<br />
werden,<br />
• durch <strong>eine</strong> Schranke gesichert werden,<br />
• mit zusätzlichen Warnlichtern (z. B. Rottenwarnanlage siehe<br />
Seetalbahn) ausgestattet werden,<br />
• im aktuellen Zustand belassen werden.<br />
Die Unfallkommissionen sollen pro Jahr 5 bis 10 <strong>der</strong> überprüften<br />
Bahnübergänge sanieren lassen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Bahnen (SBB, BLS etc.)<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen Ogden, Patton und Clark [2] fanden raus, dass die meisten Unfälle<br />
geschehen, indem ein Fahrzeug von <strong>der</strong> Seite in <strong>eine</strong>n Zug<br />
fährt. Die Unfälle sind meistens schwer, jedoch eher selten. Sie<br />
verursachen aber fast immer ein grosses Interesse <strong>der</strong> Medien<br />
und dementsprechend werden Massnahmen gefor<strong>der</strong>t.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei unbewachten Bahnübergängen, 2000<br />
Verletzte BFS 101<br />
(24 ANDERE, 33 PW, 2 MR, 2 MOFA, 8 FR, 32 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 36<br />
(9 ANDERE, 7 PW, 2 MR, 1 MOFA, 5 FR, 12 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 65<br />
(15 ANDERE, 26 PW, 1 MOFA, 3 FR, 20 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 37/S. 1
Getötete BFS 8<br />
(1 PW, 2 FR, 5 FG)<br />
KEINE Hochrechnung mit Dunkelziffern.<br />
Wirkungsbereich 2 [a] An einigen Bahnübergängen wurden Sanierungsmassnahmen<br />
bereits realisiert. Die Massnahme muss aber noch an vielen<br />
Bahnübergängen ausgeführt werden. Zudem müssen auch die<br />
getroffenen Massnahmen an den bestehenden Bahnübergängen<br />
überprüft und ev. angepasst werden. Schätzung Wirkungsbereich:<br />
90 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] Es sind Studien über die Sicherheit von Bahnübergängen vorhanden.<br />
Die erwähnte Studie von Ogden liefert aber in [3] k<strong>eine</strong><br />
Zahlen. Schätzung Wirksamkeit: 90 %.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Die Massnahme erstreckt sich flächenhaft. Innert 15 Jahren<br />
können alle 5000 Bahnübergänge saniert werden. Das entspricht<br />
<strong>eine</strong>m Realisierungsgrad <strong>der</strong> Massnahme von 100 %. Durchschnitt<br />
30 %.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Die Massnahme wird schätzungsweise von 80 % <strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer<br />
befolgt. Die Bahnübergänge, die immer noch<br />
k<strong>eine</strong> Sicherungsmassnahmen aufweisen o<strong>der</strong> nur <strong>eine</strong> Rottenwarnanlage<br />
bieten, sind immer noch Konfliktpunkte.<br />
Offene Fragen Es sollte ein Gesetzesartikel, o<strong>der</strong> <strong>eine</strong> Verfügung des UVEK<br />
zustande kommen, damit die Massnahme <strong>eine</strong> gesetzliche<br />
Grundlage erhält. Ansonsten ist es schwierig, die verschiedenen<br />
Bahngesellschaften zur Kooperation anzuhalten.<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] Bericht Lindenmann (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />
"Infrastruktur und Betrieb"<br />
[2] Ogden, Patton and Clark (1973), A review of Railway crossings<br />
in relation to road safety<br />
[3] Ogden (1997), Safer Roads, A Guide to Road Safety Engineering<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 37/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 36 8<br />
Wirkungsbereich [a] 90 %<br />
90 %<br />
Wirksamkeit [b] 90 % 90 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 30 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 5 1 1 0<br />
Motorrad 1 0 0 0<br />
Mofa 1 0 0 0<br />
Fahrrad 3 1 1 0<br />
Fussgänger 8 3 2 1<br />
An<strong>der</strong>e 6 0 2 0<br />
Total 24 5 6 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 37/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 38<br />
Massnahmen zur Verhin<strong>der</strong>ung des Ausweichverkehrs<br />
von Lastwagen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Inbetriebnahme LSVA<br />
Verkehr weicht auf untergeordnetes Strassennetz aus<br />
Beobachtungsnetz von Zählstellen und Gegenmassnahmen<br />
eruieren<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Zur Verhin<strong>der</strong>ung des Ausweichverkehrs <strong>der</strong> schweren Güterfahrzeuge<br />
von <strong>der</strong> Autobahn auf das kantonale Hauptstrassennetz<br />
muss ein Beobachtungsnetz definiert und eingeführt werden,<br />
welches periodisch die Verkehrsmengen erfasst und nach<br />
festgelegten Kriterien bestimmt, ob überhaupt und wenn ja welche<br />
Massnahme zum Zuge kommt.<br />
Mögliche Abhilfemassnahmen sind zu evaluieren und durch die<br />
Kantone umzusetzen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Zur Zeit liegen k<strong>eine</strong> Anwendungsbeispiele vor.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von Schweren Güterfahrzeugen auf<br />
Ausserortsstrassen, 2000<br />
Verletzte BFS 365 (125 ANDERE, 207 PW, 17 MR; 3 MOFA, 11<br />
FR, 2 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 90 (29 ANDERE, 48 PW, 9 MR, 4<br />
FR)<br />
Und Leichtverletzte BFS 275 (96 ANDERE, 159 PW, 8 MR, 3<br />
MOFA, 7 FR, 2 FG)<br />
Getötete BFS 35 ( 7 ANDERE, 19 PW, 5 MR; 2 MOFA, 2 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 1353 (650 ANDERE, 538 PW, 56 MR; 13 MOFA, 90<br />
FR, 6 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 64 (15 ANDERE, 34 PW, 11 MR, 4 FR)<br />
Und Leichtverletzte 1289 (635 ANDERE, 504 PW, 45 MR; 13<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 38/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 20 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 50 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
MOFA, 86 FR, 6 FG)<br />
Getötete 35 (7 ANDERE, 19 PW, 5 MR; 2 MOFA, 2 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 70 % maximal, 35 % im Durchschnitt<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 60 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen K<strong>eine</strong> relevante Literatur gefunden.<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 38/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 64 35<br />
Wirkungsbereich [a] 20 %<br />
20 %<br />
Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 70 %<br />
Ø 35 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 60 %<br />
Ø 60 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 1 1 1 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />
Total 2 1 1 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 38/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 39<br />
Verbesserung <strong>der</strong> baulichen Schnittstellen<br />
zwischen öffentlichem Verkehr und Individualverkehr<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Systematische Überprüfung von Bus- und Tramhaltestellen.<br />
För<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Anordnung von Zeitinseln entlang von Bus- und<br />
Tramhaltestellen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung 1. Bus- und Tramhaltestellen sind anhand <strong>der</strong> gültigen Normen<br />
resp. mit Hilfe von Checklisten systematisch zu überprüfen.<br />
Wo nötig, sind bauliche o<strong>der</strong> organisatorische Anpassungen<br />
vorzunehmen.<br />
2. Die Anordnung von Zeitinseln entlang von Bus- und Tramhaltestellen<br />
ist zu för<strong>der</strong>n. Wo zwingend nötig, sind diese einzurichten.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Betreiber öffentl. Verkehr<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Fussgängerunfällen im Bereich von Haltestellen<br />
ö.V., 2000<br />
Verletzte BFS 88<br />
(3 ANDERE, 1 MR, 3 FR, 81 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 32<br />
(1 MR, 1 FR, 30 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 56<br />
(3 ANDERE, 2 FR, 51 FG)<br />
Getötete BFS 7 FG<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 271<br />
(16 ANDERE, 3 MR, 25 FR, 227 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 23<br />
(1 MR, 1 FR, 21 FG)<br />
Und Leichtverletzte 248<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 39/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 60 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
(16 ANDERE, 2 MR, 24 FR, 206 FG)<br />
Getötete 7 FG<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 %, im Durchschnitt 50 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 39/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 23 7<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 0 0 0 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 10 3 5 2<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 10 3 5 2<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 39/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 40<br />
Obligatorischer Einbau Lichteinschaltautomatik<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Ab 2005 müssen alle Neuwagen mit <strong>eine</strong>m automatischen Lichteinschaltgerät<br />
versehen sein.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Das Gerät schaltet automatisch mit dem Start des Motors beim<br />
Automobil das Abblendlicht ein.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Automobilimporteure<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015 (innerhalb von 10 J. ist<br />
<strong>der</strong> Wagenpark erneuert)<br />
Erfahrungen Studien zu den Auswirkungen des Gebrauchs von Licht am Tag<br />
bestätigen die positiven Auswirkungen auf <strong>der</strong> Ebene des Unfallgeschehens:<br />
In <strong>eine</strong>r Analyse von 24 Studien kommt das<br />
nie<strong>der</strong>ländische Institut SWOV zum Schluss, dass sämtliche<br />
Studien zu positiven Resultaten führen. Für die gesamte EU wird<br />
mit <strong>eine</strong>r durchschnittlichen Abnahme von 25 % <strong>der</strong> tödlichen<br />
Kollisionen am Tag gerechnet (Annahme: Einschaltquote 100 %).<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Alle Unfalltypen tagsüber exklusive Schleu<strong>der</strong>-/Selbstunfälle, Tierunfälle<br />
und An<strong>der</strong>e: 192 Getötete und 14649 Verletzte (2000)<br />
Verletzte BFS 14649<br />
(505 ANDERE, 8049 PW, 2229 MR, 1649 FR, 1566 FG, 651 MOFA)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 2527<br />
(83 ANDERE, 765 PW, 591 MR, 149 MOFA, 455 FR, 484 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 12122<br />
(422 ANDERE, 7284 PW, 1638 MR, 502 MOFA, 1194 FR, 1082 FG)<br />
Getötete BFS 192<br />
(10 ANDERE, 48 PW, 36 MR, 24 FR, 63 FG, 11 MOFA)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 51615<br />
(2626 ANDERE, 20927 PW; 7356 MR, 2799 MOFA, 13522 FR, 4385 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 2351<br />
(42 ANDERE, 536 PW, 709 MR, 224 MOFA, 501 FR, 339 FG)<br />
Und Leichtverletzte 49264<br />
(2584 ANDERE, 20391 PW, 6647 MR, 2575 MOFA, 13021 FR,<br />
4046 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 40/S. 1
Getötete 192<br />
(10 ANDERE, 48 PW, 36 MR, 11 MOFA, 24 FR, 63 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Im Jahre 2000 wurde die Lichteinschaltquote in <strong>der</strong> Schweiz<br />
durch die bfu erhoben. Sie betrug durchschnittlich 6 %. → Wirkungsbereich<br />
94 %.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Aus <strong>der</strong> Literatur (SWOV-Studie, 1997). Die Wirksamkeit kann<br />
folgen<strong>der</strong>massen beziffert werden:<br />
Verletzte: 20 %<br />
Getötete: 24.6 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 10 % nach 1 Jahr, 100 % nach 10 Jahren. Kontinuierliche Zunahme,<br />
da pro Jahr ca. 300'000 neue Fahrzeuge zugelassen<br />
werden. Ab 2016: 100 %. Im Durchschnitt 50 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] In <strong>der</strong> Annahme, dass es k<strong>eine</strong> Ausnahmeregelungen geben<br />
wird → 100 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 1. bfu (1999), Argumente Fahren mit Licht am Tag, Bern<br />
2. bfu (1998), Fahren mit Licht am Tag: Auswirkungen und<br />
Promotionsstrategien (8 Seiten). bfu, Bern<br />
3. Hollo, P. (1994), Changes of DRL-Regulations and their<br />
Effect in Hungary. Proc.Conf.: Road Safety in Europe and<br />
Strategic Highway Res. Programm<br />
4. Koornstra, M., Bijleveld, F. & Hagenzieker, M. (1997), The<br />
Effects of Daytime Running Lights. A perspective on DRL in<br />
the EU: the statistical re-analysis and a meta-analysis of 24<br />
independent DRL-evaluations. SWOV, Leidschendam NL<br />
5. Siegrist, S. (1997), Sicherheit und Umweltschutz: unterschiedliche<br />
Ziele, gemeinsamer Nutzen?, bfu, Bern<br />
6. 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen des<br />
VESIPO "Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung<br />
von Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong><br />
Folgen von nicht vermiedenen Kollisionen<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 40/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 2351 192<br />
Wirkungsbereich [a] 94 %<br />
94 %<br />
Wirksamkeit [b] 20 % 25 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 101 11 50 6<br />
Motorrad 133 8 67 4<br />
Mofa 42 3 21 1<br />
Fahrrad 94 6 47 3<br />
Fussgänger 64 15 32 7<br />
An<strong>der</strong>e 8 2 4 1<br />
Total 442 45 221 22<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 40/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 41<br />
Einbau mehrstufiger Bremsleuchten in<br />
Fahrzeugen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Vorschrift zur Ausrüstung <strong>der</strong> Fahrzeuge mit mehrstufigen<br />
Bremsleuchten<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Bremslichtnormierung mit Beeinflussung durch die Bremspedalkraft<br />
o<strong>der</strong> die Verzögerung. Die Mehrstufigkeit bezieht sich sowohl<br />
auf die Leuchtfläche, wie auch auf die Lichtintensität, die<br />
mit zunehmen<strong>der</strong> Bremspedalkraft o<strong>der</strong> Fahrzeugverzögerung<br />
grösser werden soll. Die Bremspedalkraft als Vorgabeparameter<br />
ist schneller und deshalb zu favorisieren. Diese alte For<strong>der</strong>ung,<br />
welche die Reaktionszeiten nachfolgen<strong>der</strong> Fahrzeuge reduzieren<br />
könnte, wäre mit den heute vorhandenen elektronischen Möglichkeiten<br />
ohne erheblichen Mehraufwand darstellbar. Wichtig ist<br />
<strong>eine</strong> deutliche Abstufung sowohl <strong>der</strong> Kraftniveaus, wie auch <strong>der</strong><br />
Lichtstärke, damit nachfolgende Fahrzeuglenker, in Folge des<br />
klaren Signals, auch tatsächlich frühzeitiger reagieren können.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Auffahrunfällen und mit Beteiligung von Motorfahrzeugen,<br />
2000<br />
Verletzte BFS 6540<br />
(209 ANDERE, 5632 PW, 483 MR, 54 MOFA, 147 FR, 15 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 515<br />
(31 ANDERE, 336 PW, 87 MR, 10 MOFA, 48 FR, 3 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 6025<br />
(178 ANDERE, 5296 PW, 396 MR, 44 MOFA, 99 FR, 12 FG)<br />
Getötete BFS 13<br />
(3 ANDERE, 7 PW, 2 MR, 1 FR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 18803<br />
(1087 ANDERE, 14643 PW, 1594 MR, 232 MOFA, 1205 FR, 42<br />
FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 41/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 80 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 60 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Davon Schwerverletzte 425<br />
(16 ANDERE, 235 PW, 104 MR, 15 MOFA, 53 FR, 2 FG<br />
Und Leichtverletzte 18378<br />
(1071 ANDERE, 14408 PW, 1490 MR, 217 MOFA, 1152 FR, 40<br />
FG)<br />
Getötete 13<br />
(3 ANDERE, 7 PW, 2 MR, 1 FR)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] max. 100 %; durchschnittlich: 50 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] ist abhängig von <strong>der</strong> Wahrnehmbarkeit <strong>der</strong> Bremsleuchten durch<br />
den Fahrzeuglenker. 30 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Bericht Gerster & Walz (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />
"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />
Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />
nicht vermiedenen Kollisionen<br />
Prof. Zwahlen, Studien im Auftrag BMW (Hinweis Verkehrstechnik)<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 41/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 425 13<br />
Wirkungsbereich [a] 80 %<br />
80 %<br />
Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 30 %<br />
Ø 30 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 34 1 17 1<br />
Motorrad 15 0 7 0<br />
Mofa 2 0 1 0<br />
Fahrrad 8 0 4 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 2 0 1 0<br />
Total 61 1 30 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 41/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 42<br />
Massnahmen zur Verhin<strong>der</strong>ung von Toter-<br />
Winkel-Unfällen mit Lastwagen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verkehrstechnische, fahrzeugtechnische, organisatorische und<br />
erzieherische Massnahmen zur Vermeidung von Unfällen und<br />
<strong>der</strong>en Folgen infolge toter Winkel (v. a. an Kreuzungen zwischen<br />
geradeausfahrenden Velos und rechtsabbiegenden Lastwagen/<br />
Sattelschleppern/Lieferwagen).<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Es besteht ein Massnahmenpaket von 5 verschiedenen Ebenen:<br />
1) verkehrstechnische Verbesserungen an Knoten<br />
2) Ausrüstung Knoten mit Trixispiegeln<br />
3) Ausrüstung LW/LW+A mit Towispick-Spiegeln<br />
4) Informationen Chauffeure über Problematik<br />
5) Info/Ausbildung Schüler über Problematik<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen – Unfallzahlen und Referat bfu zur Problematik<br />
– Informationsbroschüre VCS/IG Velo<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Unfalltyp 64 (Geradeausfahren/Rechtsabbiegen), Verunfallte<br />
Zweiradfahrende (2000)<br />
Verletzte BFS 103 Zweiradfahrende<br />
Davon Schwerverletzte BFS 19 Zweiradfahrende<br />
Und Leichtverletzte BFS 84 Zweiradfahrende<br />
Getötete BFS 3 Zweiradfahrende<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte: 845<br />
Davon Schwerverletzte: 21<br />
Und Leichtverletzte: 824<br />
Getötete: 3<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Massnahme 1: 60 %<br />
Massnahme 2: 70 %<br />
Massnahme 3 - 5: je 95 %<br />
→ ergibt durchschnittlich 65 %<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 42/S. 1
Wirksamkeit 3 [b] Massnahme 1: 70 %<br />
Massnahme 2: 50 %<br />
Massnahme 3: 90 %<br />
Massnahme 4 + 5: 60 %<br />
→ ergibt durchschnittlich 66 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Massnahmen 1 + 2: je 60 %;<br />
Massnahme 3: 100 %<br />
Massnahmen 4 + 5: je 60 %<br />
→ ergibt maximal 70 % bis Umsetzung resp. 35 % im Schnitt<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Massnahme 1: 90 %<br />
Massnahme 2: 80 %;<br />
Massnahme 3: 100 %<br />
Massnahmen 4 + 5: je 60 %<br />
→ ergibt durchschnittlich 80 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen VCS Broschüre Toter-Winkel-Unfälle<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
Obwohl sehr wenige Unfälle gesamtschweizerisch davon betroffen<br />
sind, sind diese Unfälle meist schwer. Da politischer (Radfahrerkreise;<br />
Gemeinden) Druck gross, soll Massnahme weiterverfolgt<br />
werden: JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 42/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 21 3<br />
Wirkungsbereich [a] 65 %<br />
65 %<br />
Wirksamkeit [b] 66 % 66 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 70 %<br />
Ø 35 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 0 0 0 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 5 1 3 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 5 1 3 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 42/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 43<br />
Verschärfung <strong>der</strong> Vorschrift "Frontschutzbügel"<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme "Frontschutzbügel" und Spoiler dürfen nur zugelassen werden,<br />
wenn sie gegenüber dem serienmässigen Grundmodell k<strong>eine</strong><br />
zusätzlichen Gefahren <strong>für</strong> ungeschützte Verkehrseilnehmer darstellen.<br />
Ein Verbot <strong>der</strong> Frontschutz Bügel/Spoiler kann auch in Betracht<br />
gezogen werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Zum Schutz <strong>der</strong> schwächeren Verkehrsteilnehmer sollen biomechanisch<br />
abgestützte strengere Vorschriften – als sie seit 1996<br />
bereits bestehen – erlassen werden. Bei <strong>der</strong> Kategorie <strong>der</strong> Geländewagen<br />
betrifft dies die Zulassung von "Frontschutzbügeln",<br />
bei Sportwagen die Zulassung von "Front- o<strong>der</strong> Heckspoilern".<br />
Die Regelung muss sowohl <strong>für</strong> Neu- wie auch <strong>für</strong> Altfahrzeuge<br />
gelten. Es darf durch sie gegenüber dem serienmässigen<br />
Grundmodell ohne beson<strong>der</strong>e Anbauten kein zusätzliches Verletzungsrisiko<br />
entstehen. Eine entsprechende Materialwahl würde<br />
es erlauben, an <strong>der</strong> gewünschten "Optik" k<strong>eine</strong> Abstriche<br />
machen zu müssen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte FG, Velofahrer bei Unfällen mit Beteiligung von PW,<br />
2000<br />
Verletzte BFS 4110<br />
(1957 FR, 253 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 1187<br />
(505 FR, 682 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 2923<br />
(1452 FR, 1471 FG)<br />
Getötete BFS 105<br />
(17 FR, 88 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 43/S. 1
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 22075<br />
(16047 FR, 6028 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1033<br />
(556 FR, 477 FG)<br />
Und Leichtverletzte 21042<br />
(15491 FR, 5551 FG)<br />
Getötete 105<br />
(17 FR, 88 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Schätzung des Anteils Geländewagen mit Frontschutzbügel am<br />
PW-Flottenanteil: 5 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] Nur ein kl<strong>eine</strong>rer Teil <strong>der</strong> Verletzungen kann durch das Verbot<br />
<strong>der</strong> Frontschutzbügel vermieden werden: 30 %.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 95 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Bericht Gerster & Walz (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />
"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />
Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />
nicht vermiedenen Kollisionen<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 43/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1033 105<br />
Wirkungsbereich [a] 5 %<br />
5 %<br />
Wirksamkeit [b] 30 % 30 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 95 %<br />
Ø 95 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 0 0 0 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 8 0 8 0<br />
Fussgänger 7 1 7 1<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 15 1 15 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 43/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 44<br />
Umfassen<strong>der</strong> Unterfahrschutz an Lastwagen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Es sollen Anreize geschaffen werden, dass Front, Heckenunterfahrschutz<br />
und seitlicher Unterfahrschutz Systeme von den<br />
Lastwagenbetreibern angebracht werden. Ev. Obligatorium auch<br />
auf Front- und Heckunterfahrschutz ausdehnen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Seitlicher Unterfahrschutz (obligatorisch gemäss VTS)<br />
Aufgrund schweizerischer und europäischer Vorschriften werden<br />
Lastwagen mit Stangen ausgerüstet, die verhin<strong>der</strong>n sollen, dass<br />
z. B. ein überholter Fahrradlenker o<strong>der</strong> ein Fussgänger unter das<br />
Fahrzeug gerät. Solche nicht tief genug gegen die Strassenoberfläche<br />
hinab reichenden Stangenkonstruktionen bieten aber viel<br />
zu wenig Schutz vor dem Überfahrenwerden; ausserdem kann<br />
sich ein ungeschützter Verkehrsteilnehmer darin verfangen.<br />
Geschlossene, flächige Strukturen, wie sie z. B. an Reisebusen<br />
vorhanden sind, bieten <strong>eine</strong>n wesentlich besseren Schutz.<br />
Front-, Heckunterfahrschutz<br />
Bei Kollisionen Lastwagen-Personenwagen im Front- und Heckbereich<br />
ergibt sich ein noch grösseres Problem <strong>der</strong> fehlenden<br />
Kompatibilität als bei Geländewagen, da die Lastwagenstrukturen<br />
noch höher, steifer und schwerer sind. Ein Unterfahren <strong>der</strong><br />
Front o<strong>der</strong> des Hecks des Lastwagens kann heute durch energieaufnehmende<br />
Vorrichtungen in bedeutendem Masse verhin<strong>der</strong>t<br />
werden. Die Technik ist bereit, aber da k<strong>eine</strong> wirksamen<br />
Vorschriften bestehen, werden diese Vorrichtungen aus Kostenund<br />
Gewichtsgründen erst selten eingesetzt.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte Fussgänger, Zweiradfahrer bei Unfällen mit Beteiligung<br />
von LW, 2000<br />
Verletzte BFS 119<br />
(77 FR, 42 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 44/S. 1
Davon Schwerverletzte BFS 42<br />
(26 FR, 16 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 77<br />
(51 FR, 26 FG)<br />
Getötete BFS 27<br />
(12 FR, 15 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 749<br />
(631 FR, 118 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 40<br />
(29 FR, 11 FG)<br />
Und Leichtverletzte 709<br />
(603 FR, 106 FG)<br />
Getötete 27<br />
(12 FR, 15 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Anteil <strong>der</strong> Fahrzeugflotte mit Unterfahrschutz? Schätzung: 50 %<br />
mit seitlichem Unterfahrschutz ausgerüstet, 5 % mit Heck- und<br />
Frontunterfahrschutz. Durchschnittlich 30 %, d. h. Wirkungsbereich<br />
70 %.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Vermutlich kann nur ein kl<strong>eine</strong>rer Teil <strong>der</strong> Verletzten durch die<br />
Massnahme vermieden werden. 30 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 100 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Bericht Gerster & Walz (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />
"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />
Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />
nicht vermiedenen Kollisionen<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 44/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 40 27<br />
Wirkungsbereich [a] 70 %<br />
70 %<br />
Wirksamkeit [b] 30 % 30 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 0 0 0 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 6 3 6 3<br />
Fussgänger 2 3 2 3<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 8 6 8 6<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 44/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 45<br />
Technische Geschwindigkeitslimitierung auf<br />
80 km/h <strong>für</strong> Motorrä<strong>der</strong><br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Für alle Motorradtypen soll die Höchstgeschwindigkeit mittels<br />
<strong>eine</strong>r technischen Abregelung auf 80 km/h begrenzt werden<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Motorradfahrer sind im Gegensatz zu Autofahrern nur wenig<br />
geschützt vor <strong>der</strong> bei <strong>eine</strong>m Unfall auf sie einwirkenden Energie.<br />
Diese steigt quadratisch mit <strong>der</strong> gefahrenen Geschwindigkeit an.<br />
Daher könnten geringere Höchstgeschwindigkeiten <strong>eine</strong>n wirksamen<br />
Beitrag zur Sicherheit <strong>der</strong> Motorradfahrer leisten.<br />
Bereits eingelöste Motorrä<strong>der</strong> müssen innerhalb <strong>eine</strong>s Jahres<br />
umgerüstet werden.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen In Finnland gab es von 1972 bis 1996 <strong>eine</strong> Geschwindigkeitsbegrenzung<br />
<strong>für</strong> junge Motorradfahrer im Alter von 18 bis 21 Jahren<br />
auf 80 km/h. Nachdem diese Regelung im Jahr 1996 aufgehoben<br />
worden war, erhöhten sich die schweren Motorradunfälle<br />
von jungen Lenkern in Zonen mit <strong>eine</strong>r Limite von 100 km/h um<br />
43 %. In Zonen mit Limite 80 km/h blieb sie praktisch unverän<strong>der</strong>t<br />
(Rajalin, 1999).<br />
Ein Bericht <strong>der</strong> Nordic Road and Transportation Research (1992)<br />
kommt zu dem Schluss, dass – sowohl <strong>für</strong> Auto- als auch <strong>für</strong><br />
Motorradfahrer – die Geschwindigkeitslimiten auf Ausserortsstrassen<br />
von 80 auf 70 km/h gesenkt werden sollten.<br />
Eine amerikanische Studie wies nach, dass <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> wegen<br />
überhöhter Geschwindigkeit verunfallten Motorradfahrern sich<br />
deutlich zwischen alkoholisierten und nicht alkoholisierten Lenkern<br />
unterschied (74% vs. 58%) (So<strong>der</strong>strom, Dischinger, Shui-<br />
Man-Ho & So<strong>der</strong>strom, 1993). Also scheint auch Alkohol <strong>eine</strong><br />
wichtige Rolle bei den Unfällen <strong>der</strong> Motorradfahrer zu spielen.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Motorrä<strong>der</strong>n auf<br />
Autobahn, 2000<br />
Verletzte BFS 102 (10 PW, 92 MR)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 38 (1 PW, 37 MR)<br />
Und Leichtverletzte BFS 64 (9 PW, 55 MR)<br />
Getötete BFS 1 MR<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 45/S. 1
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 330 (26 PW, 304 MR)<br />
Davon Schwerverletzte 45 (1 PW, 44 MR)<br />
Und Leichtverletzte 285 (25 PW, 259 MR)<br />
Getötete 1 MR<br />
Verunfallte bei Unfällen mit Beteilung MR ausserorts mit Mangel/<br />
Einfluss Überschreiten gesetzl. Höchstgeschwindigkeit, 2000<br />
Verletzte BFS 49 (8 PW, 37 MR, 1 FG, 3 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 20 (2 PW, 17 MR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte 29 (6 PW, 20 MR, 1 FR, 2 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 160 (21 PW, 122 MR, 8 FR, 8 FG)<br />
Und Leichtverletzte 137 (19 PW, 102 MR, 8 FR, 8 FG)<br />
Getötete 8 MR<br />
Die Erfassung des Unfallmerkmals "Überschreiten <strong>der</strong> Höchstgeschwindigkeit"<br />
ist unvollständig. Die Dunkelziffer beträgt rund 4.<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer "Geschwindigkeit":<br />
Verletzte 636 (84 PW, 488 MR, 32 FR, 32 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 88 (40 PW, 80 MR, 4 FG)<br />
Und Leichtverletzte 548 (80 PW, 408 MR, 32 FR, 28 FG)<br />
Getötete 32 MR<br />
Total Verunfallte:<br />
Verletzte 966 (110 PW, 792 MR, 32 FR, 32 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 133 (5 PW, 124 MR, 4 FG)<br />
Und Leichtverletzte 833 (105 PW, 668 MR, 32 FR, 28 FG)<br />
Getötete 33 MR<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Massnahme ist noch nicht realisiert: 100%<br />
Wirksamkeit 3 [b] 80 km/h können auf bestimmten Strecken immer noch zu viel<br />
sein (Kurven, nasse Fahrbahn etc.): 60%<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Wird per Gesetz eingeführt: 100%<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Alle Motorradfahrer halten sich an die Limite 100%.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
Nordic Road and Transport Research (1992), The most effective<br />
road safety measures: lowered speed limits; more automatic<br />
law enforcement; higher wearing rates for seat belts.<br />
Rajalin, S. (1999), The 80-sticker is gone. What about accidents?.<br />
Liikeneturvan Tutkimusmonisteita, 84.<br />
So<strong>der</strong>strom, C.A., Dischinger, P.C., Shui-Man-Ho,, So<strong>der</strong>strom,<br />
M.T. (1995), Alcohol use, driving records, and crash culpability<br />
among injured motorcycle drivers. Accident Analysis and<br />
Prevention, 711-716.<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 45/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 133 33<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 3 0 3 0<br />
Motorrad 74 20 74 20<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 2 0 2 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 79 20 79 20<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 45/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 46<br />
Strassenmarkierungen: Leitpfosten mit Warnblinkern<br />
Exakte Ausformulierung Ausrüstung von Leitpfosten mit Warnblinkern zur Anzeige von<br />
Gefahren.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Pilotanlagen werden <strong>der</strong>zeit in Frankreich getestet.<br />
(Quelle Vortrag Jacques Nouvier, CERTU)<br />
Die ersten praktischen Anwendungen können bis in Jahre 2005<br />
erwartet werden, potentielle Ausschöpfung <strong>der</strong> Massnahme sollte<br />
im Jahre 2010 erreicht sein.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Infolge unklarer Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme ist Rettungspotential<br />
auch nur näherungsweise bestimmbar:<br />
Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Mfz exkl. MR/Mofa,<br />
ausserorts in Kurven, 2000<br />
Verletzte BFS 4121 (263 ANDERE, 3545 PW, 209 MR, 27 MO-<br />
FA, 51 FR, 26 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 945 (65 ANDERE, 748 PW, 92 MR,<br />
10 MOFA, 16 FR, 14 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 3176 (198 ANDERE, 2797 PW, 117<br />
MR; 17 MOFA, 35 FR, 12 FG)<br />
Getötete BFS 173 (8 ANDERE, 134 PW, 23 MR; 1 MOFA, 7 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte11882 (1368 ANDERE, 9217 PW, 690 MR, 116 MOFA,<br />
418 FR, 73 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 710 (33 ANDERE, 524 PW, 110 MR; 15<br />
MOFA; 18 FR, 10 FG)<br />
Und Leichtverletzte 11172 (1335 ANDERE, 8693 PW, 579 MR;<br />
101 MOFA; 401 FR, 63 FG)<br />
Getötete 173 (8 ANDERE, 134 PW, 23 MR; 1 MOFA, 7 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 46/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 2 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (50 %)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 100 % (100 %)<br />
Offene Fragen –<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 46/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 710 173<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 2 % 2 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 10 3 5 1<br />
Motorrad 2 0 1 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />
Total 13 3 6 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 46/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 47<br />
Zufahrtsberechtigungen mittels Wechselsignalen<br />
Exakte Ausformulierung Zufahrtsberechtigungen/ -einschränkungen in Gebieten umfasst<br />
zeitlich variable Einschränkungen bzw. Zulassungen von gewissen<br />
Fahrzeugkategorien (Lastwagen, Personenwagen, Busse)<br />
mittels Wechselsignalen in speziellen Gebieten wie z. B.:<br />
• Innenstadt<br />
• Wohnquartiere<br />
• Industrieareale<br />
• Areale mit beson<strong>der</strong>er Nutzung (z. B. Flughafenareale)<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Private (Arealeigentümer)<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2030<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von Motorfahrzeugen innerorts, 2000<br />
Verletzte BFS 16482 (466 ANDERE, 8153 PW, 2846 MR, 789<br />
MOFA; 1937 FR, 2291 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 3053 (77 ANDERE, 868 PW, 722<br />
MR, 176 MOFA, 493 FR, 717 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 13429 (389 An<strong>der</strong>e, 7285 PW, 2124<br />
MR; 613 MOFA, 1444 FR, 1574 FG)<br />
Getötete BFS 195 (4 ANDERE, 44 PW, 22 MR, 7 MOFA, 24 FR,<br />
94 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 58704 (2423 ANDERE, 21198 PW, 9392 MR; 3393<br />
MOFA, 15883 FR, 6415 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 2821 (39 ANDERE, 608 PW, 866 MR;<br />
264 MOFA, 542 FR, 502 FG)<br />
Und Leichtverletzte 55883 (2385 ANDERE, 20590 PW, 8525<br />
MR; 3129 MOFA, 15341 FR, 5913 FG)<br />
Getötete 195 (4 ANDERE, 44 PW, 22 MR, 7 MOFA, 24 FR, 94<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 47/S. 1
FG)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 2 %<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 50 %<br />
Die Reduktion <strong>der</strong> Fahrleistung und Verkehrsaufkommen innerhalb<br />
des Gebietes werden zu <strong>eine</strong>r starken Senkung <strong>der</strong> Unfallrate<br />
beitragen.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (bis 2030) (25 % = Durchschnitt bis 2020)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80 %<br />
Abhängig von <strong>der</strong> Art <strong>der</strong> Enforcementmassnahmen<br />
Wirksame Enforcementmassnahmen (insbeson<strong>der</strong>e ferngesteuerte<br />
Barrieren) garantieren <strong>eine</strong>n sehr hohen Beachtungsgrad.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001) Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 47/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 2821 195<br />
Wirkungsbereich [a] 2 %<br />
2 %<br />
Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 25 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 5 0 1 0<br />
Motorrad 7 0 2 0<br />
Mofa 2 0 1 0<br />
Fahrrad 4 0 1 0<br />
Fussgänger 4 1 1 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 22 1 6 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 47/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 48<br />
City-Logistik (Management von Fahrberechtigungen<br />
<strong>für</strong> Güterverkehr in Städten)<br />
Exakte Ausformulierung City-Logistik umfasst das Management von Fahrberechtigungen<br />
<strong>für</strong> den Güterverkehr in Städten, beispielsweise:<br />
• Fahrprivilegien <strong>für</strong> Fahrzeuge des Güterverkehrs zur Anlieferung<br />
verkehrsfreier Zonen<br />
• Einschränkungen bezüglich Benützungszeiten bestimmter<br />
Strassen(-abschnitte)<br />
• Einschränkungen bezüglich Fahrzeuggewicht (o<strong>der</strong> Fahrzeuggrösse)<br />
Die Umsetzung erfolgt mittels Anordnung und Ausrüstung von<br />
Verkehrszonen, innerhalb <strong>der</strong>en die speziellen Bestimmungen<br />
gelten. Die Signalisation kann fest o<strong>der</strong> mit Wechselsignalen<br />
erfolgen. Gegebenenfalls sind automatische Kontrollen <strong>für</strong> die<br />
Vollzugssicherheit o<strong>der</strong> elektronisch gesteuerte Schranken vorzusehen.<br />
Weiterer Bestandteil kann ein Informations- und Managementsystem<br />
zum Ausstellen <strong>der</strong> Fahrberechtigungen sein.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Transportunternehmungen<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1990 initiiert)<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen City-Logistik wird heutzutage schon vielfach eingesetzt. Die Ausschöpfung<br />
des vorhandenen Potentials kann <strong>für</strong> 2020 erwartet<br />
werden.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfälle innerorts mit Beteiligung von Liefer- und<br />
Lastwagen, 2000<br />
Verletzte BFS 1532 (305 ANDERE, 687 PW, 156 MR; 60 MOFA,<br />
172 FR, 152 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 318 (54 ANDERE, 83 PW, 40 MR,<br />
24 MOFA, 61 FR, 56 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 1214 (251 ANDERE, 604 PW, 116 MR,<br />
36 MOFA, 111 FR, 96 FG)<br />
Getötete BFS 52 (3 ANDERE, 12 PW, 4 MR; 2 MOFA, 13 FR, 18<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 48/S. 1
FG)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 30 %<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 5981 (1586 ANDERE, 1786 PW, 515 MR, 258 MOFA,<br />
1410 FR, 426 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 275 (27 ANDERE, 58 PW, 48 MR, 36<br />
MOFA; 67 FR, 39 FG)<br />
Und Leichtverletzte 5706 (1559 ANDERE, 1728 PW, 467 MR;<br />
222 MOFA; 1343 FR, 386 FG)<br />
Getötete 52 (3 ANDERE, 12 PW, 4 MR; 2 MOFA, 13 FR, 18 FG<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 24 %<br />
Die Entlastung <strong>der</strong> Innenstädte vom motorisierten Güterverkehr<br />
wirkt sich positiv auf die Sicherheit <strong>für</strong> alle Verkehrsteilnehmer<br />
aus. Insbeson<strong>der</strong>e <strong>der</strong> Langsamverkehr (Velo- und Fussgänger)<br />
ist weniger gefährdet. City-Logistik bewirkt <strong>eine</strong> starke spezifische<br />
Reduktion <strong>der</strong> Exposition innerorts.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (55 %)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80 % (80 %)<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 48/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 275 52<br />
Wirkungsbereich [a] 30 %<br />
30 %<br />
Wirksamkeit [b] 24 % 24 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 55 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 3 1 2 0<br />
Motorrad 3 0 2 0<br />
Mofa 2 0 1 0<br />
Fahrrad 4 1 2 0<br />
Fussgänger 2 1 1 1<br />
An<strong>der</strong>e 2 0 1 0<br />
Total 16 3 9 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 48/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 49<br />
Optimierung des Fracht- und Flottenmanagements<br />
Exakte Ausformulierung Das Fracht- und Flottenmanagement umfasst die kombinierten<br />
Aktivitäten aus dem Bereich <strong>der</strong> Logistik mit den zugehörigen<br />
Informationen und Abläufen und <strong>der</strong> Planung und Überwachung<br />
von Flottenbewegung, Flottenbetrieb und Fahrereinsatz.<br />
Mögliche (zukünftige) Hilfsmittel und Bestandteile sind unter<br />
an<strong>der</strong>em:<br />
• Fahrzeuggeräte <strong>für</strong> die Erfassung <strong>der</strong> Fahrzeug-, Behälterund<br />
Ladungs- und Sendungsdaten (Frachtbriefe), <strong>für</strong> die<br />
Standortbestimmung und Navigation und <strong>für</strong> die Kommunikation<br />
dieser Daten von/nach <strong>eine</strong>r Zentrale<br />
• Einrichtung von Informations- und Optimierungssystemen <strong>für</strong><br />
Fahrzeugflotten, Behälter und Sendungen<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Transportunternehmungen<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 2000 initiiert)<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Sachentransportfahrzeugen,<br />
2000<br />
Verletzte BFS 2978 (790 ANDERE, 1547 PW, 213 MR, 71 MO-<br />
FA, 196 FR, 161 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 613 (155 ANDERE, 240 PW, 62<br />
MR, 26 MOFA, 68 FR, 62 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 2365 (635 ANDERE, 1307 PW, 151<br />
MR, 45 MOFA; 128 FR, 99 FG)<br />
Getötete BFS 116 (17 ANDERE, 46 PW, 13 MR, 5 MOFA; 13<br />
FR, 22 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 11196 (4108 ANDERE, 4022 PW, 703 MR; 305 MOFA,<br />
1607 FR, 451 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 477 (78 ANDERE, 168 PW, 74 MR, 39<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 49/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 60 %<br />
MOFA, 75 FR, 43 FG)<br />
Und Leichtverletzte 10719 (4031 ANDERE, 3854 PW, 629 MR,<br />
266 MOFA, 1532 FR, 407 FG)<br />
Getötete 116 (17 ANDERE, 46 PW, 13 MR, 5 MOFA; 13 FR, 22<br />
FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 5 %<br />
Durch <strong>eine</strong> bessere Auslastung <strong>der</strong> Fahrzeuge und <strong>eine</strong> Verlagerung<br />
<strong>der</strong> Gütertransporte von <strong>der</strong> Strasse auf die Schiene<br />
kann die Kilometerleistung reduziert werden.<br />
Ablenkung des Fahrzeugführers durch Fahrzeuggeräte <strong>für</strong><br />
Kommunikation mit Einsatzzentrale o<strong>der</strong> dynamische Lenkung<br />
<strong>der</strong> Route.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (55 %)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 100 % (100 %)<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 49/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 477 116<br />
Wirkungsbereich [a] 60 %<br />
60 %<br />
Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 55 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 5 1 3 1<br />
Motorrad 2 0 1 0<br />
Mofa 1 0 1 0<br />
Fahrrad 2 0 1 0<br />
Fussgänger 1 1 1 0<br />
An<strong>der</strong>e 2 1 1 0<br />
Total 13 3 8 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 49/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 50<br />
Fahrzeugseitige Verkehrsinformation und Zielführungs-Navigationssysteme<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme umfasst automatisch erzeugte Information an<br />
Fahrzeugführer zu den Verkehrsnetzen, zum aktuellen o<strong>der</strong><br />
erwarteten Verkehrsgeschehen sowie zu möglichen Umgebungseinflüssen<br />
auf den Verkehr, um das Auffinden <strong>eine</strong>r gewünschten<br />
Route zu erleichtern. Die Information berücksichtigt<br />
die aktuelle Position des Fahrzeuges.<br />
Zu den Bestandteilen <strong>eine</strong>s solchen Systems gehören:<br />
• Fahrzeuggeräte <strong>für</strong> die Standortbestimmung und Zielführung<br />
• Digitale Strassenkarten (inkl. Einrichtungen des intermodalen<br />
Verkehrs, P+R Anlagen, Umschlagsbahnhöfe)<br />
• Übermittlung des aktuellen Verkehrszustands (aktuelle<br />
Fahrzeiten, Fahrpläne, Sperrungen, Staus, Gefahrenzustände,<br />
Ereignisse etc.) von Zentralen in das Fahrzeug mittels<br />
Radio o<strong>der</strong> Funk<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughalter, Fahrzeughersteller,<br />
Gerätehersteller, Informations- und Telekommunikationsunternehmen<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1990 initiiert)<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Naviagtionssysteme sind schon seit längerer Zeit auf dem Markt<br />
erhältlich. Bis ins Jahre 2015 werden solche System vermutlich<br />
zur Standardausrüstung von jedem Fahrzeug gehören.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von PW, LKW und Bussen,<br />
2000<br />
Verletzte BFS 26962 (1073 ANDERE, 17145 PW, 3248 MR, 921<br />
MOFA, 2202 FR, 2373 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 5097 (208 ANDERE, 2431 PW; 886<br />
MR, 218 MOFA, 590 FR, 764 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 21865 (865 ANDERE, 14714 PW; 2362<br />
MR, 703 MOFA, 1612 FR, 1609 FG)<br />
Getötete BFS 525 (28 ANDERE, 273 PW, 62 MR, 13 MOFA, 31<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 50/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 40 %<br />
FR, 118 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 89535 (5580 ANDERE, 44577 PW, 10718 MR, 3960<br />
MOFA, 18056 FR, 6644FG)<br />
Davon Schwerverletzte 4380 (104 ANDERE, 1702 PW, 1063<br />
MR; 327 MOFA, 649 FR, 535 FG)<br />
Und Leichtverletzte 85155 (5476 ANDERE, 42875 PW, 9655<br />
MR, 3633 MOFA, 17407 FR, 6109 FG)<br />
Getötete 525 (28 ANDERE, 273 PW, 62 MR, 13 MOFA, 31 FR,<br />
118 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 1 %<br />
Aktuelle fahrzeugseitige Information kann zur Vermeidung von<br />
Sekundärereignissen beitragen.<br />
Grundsätzlich tragen Navigationshilfe dank <strong>der</strong> Zielführung zu<br />
<strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong> Exposition bei.<br />
Gesteigerter Komfort kann aber auch zur Erhöhung <strong>der</strong> Fahrleistung<br />
beitragen.<br />
Die Bedienung des Fahrzeuggerätes, die akustischen und in<br />
verstärktem Masse visuelle Informationsvermittlung lenken den<br />
Fahrzeugführer ab.<br />
Falsche o<strong>der</strong> nicht aktuelle Informationen können negative Folgen<br />
haben.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (55 %)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80 %<br />
R<strong>eine</strong> Komfortsysteme werden nur von <strong>eine</strong>m gewissen Anteil<br />
<strong>der</strong> Fahrzeugführer aktiv verwendet.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 50/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 4380 525<br />
Wirkungsbereich [a] 40 %<br />
40 %<br />
Wirksamkeit [b] 1 % 1 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 55 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 5 1 3 0<br />
Motorrad 3 0 2 0<br />
Mofa 1 0 1 0<br />
Fahrrad 2 0 1 0<br />
Fussgänger 2 0 1 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 13 1 8 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 50/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 51<br />
Strassenseitige Verkehrsinformation, Wegweisung<br />
und Gefahrenwarnung (Wechselsignale)<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme umfasst strassenseitige Einrichtungen zur<br />
Übermittlung von Informationen über den aktuellen o<strong>der</strong> künftigen<br />
Verkehrszustand, zur Routenführung und Wegweisung sowie<br />
zur Warnung vor Gefahren (z. B. Stau, Nebel, Glatteis).<br />
Zu den Bestandteilen <strong>eine</strong>s solchen Systems gehören z. B.:<br />
• Wechselsignale: Variable Vorschrift- und Gefahrensignale<br />
• Wechseltextsignale: Variable Information z. B: STAU<br />
• Wechselwegweisung: Signalisation alternativer Routen<br />
Auf Autobahnen sind diese Massnahmen Bestandteil von Verkehrsleitsystemen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1990 initiiert)<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen In <strong>der</strong> Schweiz sind schon diverse Anlagen mit Wechselsignalen<br />
in Betrieb. Die Errichtung weitere Anlagen ist geplant, <strong>der</strong> Ausrüstungsbedarf<br />
sollte 2010 gedeckt sein.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Auffahr- und Schleu<strong>der</strong>-/Selbstunfällen auf Autobahn,<br />
2000<br />
Verletzte BFS 2934 (190 ANDERE, 2665 PW, 71 MR, 2 MOFA,<br />
1 FR, 5 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 396 (35 ANDERE, 330 PW, 27 MR,<br />
4 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 2538 (155 ANDERE, 2335 PW, 44 MR,<br />
2 MOFA, 1 FR, 1 FG)<br />
Getötete BFS 37 (2 ANDERE, 34 PW, 1 MR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 8182 (988 ANDERE, 6929 PW; 234 MR; 9 MOFA, 8<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 51/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 80%<br />
FR, 14 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 284 (18 ANDERE, 231 PW, 32 MR; 3<br />
FG)<br />
Und Leichtverletzte 7898 (971 ANDERE, 6698 PW, 202 MR, 9<br />
MOFA, 8 FR, 11 FG)<br />
Getötete 37 (2 ANDERE, 34 PW, 1 MR)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 14%<br />
Dank den zusätzlichen Entscheidungshilfen, insbeson<strong>der</strong>e bei<br />
nicht offensichtlich erkennbaren Gefahrensituationen, wird <strong>der</strong><br />
Fahrer in den zu bewältigenden Aufgaben unterstützt. Wechselwegweisung<br />
kann zu Umwegverkehr und damit zu <strong>eine</strong>r geringen<br />
Erhöhung <strong>der</strong> Exposition beitragen.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% (60%)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80% (80%)<br />
Insbeson<strong>der</strong>e Gefahrensignale werden häufig nicht ausreichend<br />
berücksichtigt.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 51/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 284 37<br />
Wirkungsbereich [a] 80 %<br />
80 %<br />
Wirksamkeit [b] 14 % 14 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 60 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 21 3 12 2<br />
Motorrad 3 0 2 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 2 0 1 0<br />
Total 26 3 15 2<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 51/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 52<br />
Road Pricing <strong>für</strong> bestimmte Strassenabschnitte<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme umfasst die Erhebung von Abgaben <strong>für</strong> die<br />
Benützung <strong>der</strong> Strassen, z. B. Autobahngebühren, Tunnel- o<strong>der</strong><br />
Brückengebühren o<strong>der</strong> Road Pricing <strong>für</strong> das Befahren bestimmter<br />
Gebiete.<br />
Zu den Voraussetzungen <strong>für</strong> die Einführung von Benutungsgebühren<br />
gehören:<br />
• Schaffung gesetzlicher <strong>Grundlagen</strong> <strong>für</strong> Strassengebühren<br />
(Tarifierung, Einnahmenverwendung etc.)<br />
• Organisation <strong>für</strong> das Gebühreninkasso (Trägerschaft, Betriebsabläufe)<br />
• Elektronisches Gebührenerhebungssystem inkl. Enforcementsystem<br />
(Fahrzeuggeräte, strassenseitige Einrichtungen,<br />
Hintergrundsystem)<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 2000 initiiert)<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2030<br />
Erfahrungen Mit <strong>der</strong> Einführung <strong>der</strong> LSVA ist das erste Road Pricing Projekt<br />
in <strong>der</strong> Schweiz realisiert worden. Für die Realisierung weiterer<br />
Strassengebührenprojekte müssen zuerst die entsprechenden<br />
gesetzlichen <strong>Grundlagen</strong> geschaffen werden.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit PW, LW, Bus/Car, MR, auf Autobahnen<br />
und innerorts, 2000<br />
Verletzte BFS 19859 (680 ANDERE, 11211 PW, 2838 MR, 789<br />
MOFA, 1938 FR, 2303 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 3519 (111 ANDERE, 1257 PW, 759<br />
MR; 176 MOFA, 493 FR, 723 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 16340 (569 ANDERE, 9954 PW, 2179<br />
MR, 613 MOFA, 1445 FR, 1580 FG)<br />
Getötete BFS 238 (6 ANDERE, 81 PW, 23 MR, 7 MOFA, 24 FR,<br />
97 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 52/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 30 %<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 68113 (3536 ANDERE, 29149 PW, 9695 MR, 3393<br />
MOFA, 15892 FR, 6448 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 3159 (56 ANDERE, 880 PW, 911 MR,<br />
264 MOFA, 542 FR, 506 FG)<br />
Und Leichtverletzte 64954 (3481 ANDERE, 28269 PW, 8785<br />
MR;3129 MOFA, 15349 FR, 5942 FG)<br />
Getötete 238 (6 ANDERE, 81 PW, 23 MR, 7 MOFA, 24 FR, 97<br />
FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 10 %<br />
Städtisches Road Pricing und Area Pricing als Lenkungsabgabe<br />
führt zu <strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong> Fahrleistung.<br />
Autobahn- o<strong>der</strong> Netzgebühren können einfach umgangen werden,<br />
indem man auf das tieferklassierte Strassennetz ausweicht<br />
und Umwege in Kauf nimmt.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (im 2030); (25 % = Durchschnitt bis 2020)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 100 % (100 %)<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 52/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 3159 238<br />
Wirkungsbereich [a] 30 %<br />
30 %<br />
Wirksamkeit [b] 10 % 10 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 25 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 26 2 7 1<br />
Motorrad 27 1 7 0<br />
Mofa 8 0 2 0<br />
Fahrrad 16 1 4 0<br />
Fussgänger 15 3 4 1<br />
An<strong>der</strong>e 2 0 0 0<br />
Total 94 7 24 2<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 52/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 53<br />
Fahrzeugführerunterstützung: Abstandswarngerät<br />
Exakte Ausformulierung Die Abstandswarnung sieht den Einsatz von fahrzeugseitigen<br />
Sensoren zur Messung und Anzeige von Abständen zu an<strong>der</strong>n<br />
Fahrzeugen o<strong>der</strong> Hin<strong>der</strong>nissen vorn, hinten und seitlich vor.<br />
Der Fahrzeuglenker wird nur auf die Gefahrensituationen aufmerksam<br />
gemacht, es erfolgt aber k<strong>eine</strong> automatische Reaktion<br />
auf die Gefahrensituation durch das Fahrzeug.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller, Fahr-<br />
zeughalter<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 2000 initiiert)<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen Einfache Abstandswarner als Hilfe beim Parkieren werden bereits<br />
eingesetzt.<br />
Diverse Fahrzeughersteller sind mit <strong>der</strong> Entwicklung dynamischer<br />
Systeme beschäftigt. Mercedes und BMW rüsten Fahrzeuge<br />
aus dem höheren Preissegment bereits mit solchen Systemen<br />
aus. Auch die automatische Fahrzeugbeeinflussung wird<br />
bereits getestet.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Auffahrunfällen und mit Beteiligung von Mfz exkl.<br />
Mofas/MR, 2000<br />
Verletzte BFS 6540 (209 ANDERE, 5632 PW, 483 MR, 54 MO-<br />
FA, 147 FR, 15 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 515 (31 ANDERE, 336 PW, 87 MR,<br />
10 MOFA, 48 FR, 3 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 6025 (178 ANDERE, 5296 PW, 396<br />
MR; 44 MOFA, 99 FR, 12 FG)<br />
Getötete BFS 13 (3 ANDERE, 7 PW; 2 MR, 1 FR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 18803 (1087 ANDERE, 14643 PW, 1594 MR; 232<br />
MOFA, 1205 FR, 42 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 425 (16 ANDERE; 235 PW, 104 MR, 15<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 53/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />
MOFA, 53 FR, 2 FG<br />
Und Leichtverletzte 18378 (1071 ANDERE, 14408 PW; 1490<br />
MR, 217 MOFA, 1152 FR, 40 FG)<br />
Getötete 13 (3 ANDERE, 7 PW; 2 MR, 1 FR)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 17%<br />
Das Einhalten von Strassen-, Sicht- und Wetterverhältnissen<br />
angepassten Abständen leistet <strong>eine</strong>n grossen Beitrag zur Vermeidung<br />
von Unfällen.<br />
Die Warnung muss wahrgenommen und umgesetzt werden.<br />
Selbst akustische Warnungen können zu Ablenkung führen.<br />
Im dichten Verkehr kann die korrekte Abstandsermittlung (z. B.<br />
Erfassung des richtigen Fahrzeuges) zu <strong>eine</strong>r sehr komplexen<br />
Aufgabe werden.<br />
Bei <strong>eine</strong>m unbemerkten Systemausfall wiegt sicher <strong>der</strong> Fahrzeughalter<br />
in <strong>eine</strong>r falschen Sicherheit.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% (50%)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80% (80%)<br />
Analog den Naviationssystemen kann <strong>der</strong> Fahrzeughalter das<br />
System ausschalten o<strong>der</strong> ignorieren.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />
"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />
Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />
nicht vermiedenen Kollisionen<br />
'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 53/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 425 13<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 17 % 17 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 32 1 16 0<br />
Motorrad 14 0 7 0<br />
Mofa 2 0 1 0<br />
Fahrrad 7 0 4 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 2 0 1 0<br />
Total 57 1 29 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 53/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 54<br />
Fahrzeugführerunterstützung: Sichthilfen<br />
(Enhanced Vision)<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht den Einsatz von fahrzeugseitiger Ausrüstung<br />
zur Erkennung und Visualisierung von Hin<strong>der</strong>nissen im<br />
Blickfeld des Fahrzeugführers vor.<br />
Zu den möglichen Hilfsmitteln gehören unter an<strong>der</strong>em:<br />
• Nachtsichtgeräte<br />
• Sensoren zur Erkennung <strong>für</strong> 3-D Hin<strong>der</strong>nisse<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller, Geräte<br />
hersteller, Fahrzeughalter<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (2000)<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2030<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von MFZ exkl. Mofas/MR<br />
in <strong>der</strong> Nacht, 2000<br />
Verletzte BFS 7236 (161 ANDERE, 5494 PW; 567 MR, 160<br />
MOFA; 307 FR, 574 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 1565 (27 ANDERE, 1030 PW, 166<br />
MR, 44 MOFA, 81 FR, 217 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 5698 (134 ANDERE, 4464 PW; 401<br />
MR, 116 MOFA, 226 FR, 357 FG)<br />
Getötete BFS 210 (5 ANDERE, 141 PW; 9 MR, 2 MOFA; 4 FR,<br />
49 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 21804 (837 ANDERE,14284 PW; 1871 MR; 688 MO-<br />
FA; 2517 FR, 1607 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1241 (14 ANDERE, 721 PW; 199 MR, 66<br />
MOFA; 89 FR, 152 FG)<br />
Und Leichtverletzte 20563 (823 ANDERE, 13563 PW, 1672 MR,<br />
622 MOFA, 2428 FR, 1455 FG)<br />
Getötete 210 (5 ANDERE, 141 PW; 9 MR, 2 MOFA; 4 FR, 49<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 54/S. 1
FG)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 9%<br />
Frühzeitiges Erkennen von Hin<strong>der</strong>nissen auf <strong>der</strong> Fahrbahn o<strong>der</strong><br />
im toten Winkel tragen zu <strong>eine</strong> grossen Reduktion <strong>der</strong> Unfallgefahr<br />
bei.<br />
Die Verarbeitung <strong>der</strong> zusätzlichen visuellen Information kann zu<br />
Ablenkung <strong>der</strong> Fahraufgaben führen.<br />
Bei <strong>eine</strong>m unbemerkten Systemausfall wiegt sicher <strong>der</strong> Fahrzeughalter<br />
in <strong>eine</strong>r falschen Sicherheit<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 80% (30%)<br />
Die Verbreitung solcher Systeme wird eher langsam vor sich<br />
gehen und sich in erster Linie auf Fahrzeuge aus dem höheren<br />
Preissegment konzentrieren.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80% (80%)<br />
Solche Systeme können ausgeschaltet o<strong>der</strong> ignoriert werden.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen des VESIPO<br />
"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />
Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />
nicht vermiedenen Kollisionen<br />
'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 54/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1241 210<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 9 % 9 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />
Ø 30 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 42 8 16 3<br />
Motorrad 11 1 4 0<br />
Mofa 4 0 1 0<br />
Fahrrad 5 0 2 0<br />
Fussgänger 9 3 3 1<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />
Total 72 12 26 4<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 54/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 55<br />
Fahrzeugführerunterstützung: Übermittlung<br />
von Verkehrssignalen und Geschwindigkeitsbegrenzungen<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht die Übermittlung von Verkehrssignalen<br />
und Geschwindigkeitsbegrenzungen in das Fahrzeug vor. Die<br />
optische und akustische Anzeige im Fahrzeug dient ausschliesslich<br />
<strong>der</strong> Information des Fahrzeugführers und die übermittelte<br />
Information greift nicht direkt auf das Fahrzeug ein.<br />
Die Übermittlung <strong>der</strong> Verkehrssignale erfolgt beispielsweise<br />
mittels:<br />
• Digitaler Strassenkarten mit Verkehrssignalen und Geschwindigkeitslimiten,<br />
à-jour-Haltung über Digitalradio o<strong>der</strong><br />
Mobiltelefon<br />
• strassenseitige Ausrüstung <strong>der</strong> Verkehrssignale mit<br />
Transpon<strong>der</strong>n und Empfänger im Fahrzeug<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Gerätehersteller, Fahrzeug<br />
führer<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen 2000: Grossversuche in Schweden und Holland (Geschwindigkeitslimiten<br />
werden angezeigt)<br />
2005: Einsatz von Komfortsystemen<br />
2010: Funkübermittlung von Warn- und Geschwindigkeitssignalen<br />
als Bestandteil von Verkehrsleitsystemen auf Autobahnen.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von MFZ. Exkl. Mofas/MR<br />
mit Mängel 414, 435, 450-459Überschreiten Höchstgeschwindigkeit,<br />
Nichtbeachten Signal Überholverbot, Missachten<br />
Vortrittsrechte, 2000<br />
Verletzte BFS 8863 (281 ANDERE; 4106 PW; 1717 MR, 549<br />
MOFA; 1223 FR, 987 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 1885 (51 ANDERE; 590 PW; 459<br />
MR; 136 MOFA, 336 FR, 313 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 6978 (230 ANDERE, 3516 PW; 1258<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 55/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />
Wirksamkeit 3 [b] 80% (80%)<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% (70%)<br />
MR; 413 MOFA; 887 FR, 674 FG)<br />
Getötete BFS 172 (7 ANDERE; 61 PW, 26 MR; 9 MOFA; 16 FR,<br />
53 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 32957 (1461 ANDERE, 10676 PW, 5666 MR, 2361<br />
MOFA, 10029 FR, 2764 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1783 (26 ANDERE, 413 PW, 551 MR;<br />
204 MOFA, 370 FR, 219 FG)<br />
Und Leichtverletzte 31174 (1435 ANDERE, 10263 PW; 5115<br />
MR; 2157 MOFA; 9659 FR, 2545 FG)<br />
Getötete 172 (7 ANDERE; 61 PW, 26 MR; 9 MOFA; 16 FR, 53<br />
FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 2%<br />
Da k<strong>eine</strong> direkte Einwirkung auf das Fahrzeug erfolgt, muss <strong>der</strong><br />
Beachtungsgrad dieser Massnahme als relativ beschränkt eingestuft<br />
werden.<br />
Die Verarbeitung <strong>der</strong> visuellen Information kann zu Ablenkung<br />
<strong>der</strong> Fahraufgaben führen.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen des VESIPO<br />
"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />
Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />
nicht vermiedenen Kollisionen<br />
'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 55/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1783 172<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 70 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 2 %<br />
Ø 2 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 7 1 5 1<br />
Motorrad 9 0 6 0<br />
Mofa 3 0 2 0<br />
Fahrrad 6 0 4 0<br />
Fussgänger 4 1 2 1<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 29 2 19 2<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 55/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 56<br />
Fahrzeugführerunterstützung: Sensorik <strong>für</strong><br />
Lenkerüberwachung (Driver Alertness Monitoring<br />
System)<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht den Einsatz von fahrzeugseitiger Ausrüstung<br />
und Sensoren zur Beurteilung <strong>der</strong> Fahrtüchtigkeit des<br />
Fahrzeuglenkers vor. Abweichungen vom Normalzustand werden<br />
signalisiert o<strong>der</strong> können gegebenenfalls auch <strong>eine</strong> Blockierung<br />
des Zündschlosses vor <strong>der</strong> Abfahrt hervorrufen o<strong>der</strong> zu<br />
kontrolliertem Anhalten führen.<br />
Die Beurteilung erfolgt beispielsweise mittels:<br />
• Profil <strong>der</strong> Lenkkorrekturen (Müdigkeit, Alkohol, etc.)<br />
• Messung <strong>der</strong> Pupillengrösse (Müdigkeit, Drogen)<br />
• Analyse <strong>der</strong> Atemluft (Alkohol)<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller, Geräte-<br />
hersteller, Fahrzeughalter<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2030<br />
Erfahrungen Diverse Hersteller und Forschunganstalten arbeiten an Pilotprojekten,<br />
mit praktischen Anwendungen ist aber erst im Verlauf <strong>der</strong><br />
nächsten Jahre zu rechnen.<br />
Sobald sich die Systeme etabliert haben, kann mit <strong>eine</strong>r schnellen<br />
Verbreitung gerechnet werden.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Mfz exkl. Mofas /MR<br />
mit Mangel 110-113 Alkohol, Drogen, Medikamte und Schwächezustand,<br />
2000<br />
Verletzte BFS 3565 (130 ANDERE, 3021 PW, 147 MR, 35 MO-<br />
FA, 75 FR, 157 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 913 (36 ANDERE, 720 PW; 52 MR,<br />
14 MOFA, 29 FR, 62 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 2652 (94 ANDERE; 2301 PW; 95 MR;<br />
21 MOFA, 46 FR, 95 FG)<br />
Getötete BFS 132 (6 ANDERE, 97 PW, 11 MR; 1 MOFA; 1 FR,<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 56/S. 1
16 FG)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 50 %<br />
Nach Hochrechnung mit allg. Dunkelziffern und Dunkelziffer<br />
Alkohol (1.65):<br />
Verletzte 16866 (1115 ANDERE, 12961 PW, 800 MR; 249 MO-<br />
FA; 1015 FR, 726 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1123 (30 ANDERE; 832 PW, 102 MR, 35<br />
MOFA, 53 FR, 71 FG)<br />
Und Leichtverletzte 15743 (1085 ANDERE; 12129 PW, 698 MR,<br />
214 MOFA, 962 FR, 655 FG)<br />
Getötete 218 (10 ANDERE, 160 PW, 18 MR; 2 MOFA; 2 FR, 26<br />
FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 60 %<br />
Die Unfallverhütung verspricht sich von Driver Alertness Monitoring<br />
Systemen <strong>eine</strong> sehr hohe Wirksamkeit. Wegfahrsperren,<br />
kontrolliertes Anhalten und Warneinrichtungen sobald die Fahrtüchtigkeit<br />
nicht mehr garantiert ist, stellen ein wirksames Mittel<br />
zur Verhin<strong>der</strong>ung von Unfällen dar.<br />
Wegfahrsperren führen zu <strong>eine</strong>r spezifischen Reduktion <strong>der</strong><br />
Exposition.<br />
Die Systeme sind so ausgerichtet, dass sie von Fahrzeuglenker<br />
nicht ausgeschaltet o<strong>der</strong> überlistet werden können.<br />
Es bedarf aber in jedem Fall <strong>eine</strong>r sehr ausgeklügelten und empfindlichen<br />
Technik. Die Kombination mehrere Sensoren erhöht<br />
die Wirksamkeit.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % bis ca. 2030; (40 % = Durchschnitt bis 2020)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 90 % (90 %)<br />
Passive Sicherheit, die vom Lenker nicht beeinflusst werden<br />
kann. Trotzdem ist die Beachtung nicht 100%, da ein Teil <strong>der</strong><br />
Autofahrer nicht sofort anhält, son<strong>der</strong>n das zweite Warnsignal<br />
und das automatische Abbremsen des Fahrzeuges abwartet.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen des VESIPO<br />
"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />
Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung von Folgen von<br />
nicht vermiedenen Kollisionen<br />
'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 56/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1123 218<br />
Wirkungsbereich [a] 50 %<br />
50 %<br />
Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 40 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 90 %<br />
Ø 90 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 225 43 90 17<br />
Motorrad 28 5 11 2<br />
Mofa 9 1 4 0<br />
Fahrrad 14 1 6 0<br />
Fussgänger 19 7 8 3<br />
An<strong>der</strong>e 8 3 3 1<br />
Total 303 60 122 23<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 56/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 57<br />
Fahrzeugbeeinflussung: Fahrzeugseitige Umsetzung<br />
Verkehrssignale<br />
Exakte Ausformulierung Die Übermittlung <strong>der</strong> Verkehrssignale erfolgt analog <strong>der</strong> Massnahme<br />
K 59.<br />
Es erfolgt aber <strong>eine</strong> fahrzeugseitige Umsetzung <strong>der</strong> übermittelten<br />
Information, wobei unterschieden werden muss zwischen:<br />
• Komfortsysteme (z. B. intelligenter Tempomat), die vom Fahrer<br />
ausgeschaltet werden können<br />
• Zwangsweise Fahrzeugbeeinflussung (z. B. automatische<br />
Geschwindigkeitsbegrenzung)<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 2000 initiiert)<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2030<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Mfz exkl. Mofas/MR<br />
mit Mängel 414, 435 Überschreiten <strong>der</strong> Höchstgeschwindigkeit<br />
und Nichtbeachten Überholverbot, 2000<br />
Verletzte BFS 1201<br />
(64 ANDERE; 1038 PW, 68 MR, 6 MOFA, 12 FR, 13 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 274<br />
(15 ANDERE; 220 PW, 24 MR, 4 MOFA, 5 FR, 6 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 927<br />
(49 ANDERE; 818 PW; 44 MR; 2 MOFA, 7 FR, 7 FG)<br />
Getötete BFS 69<br />
(3 ANDERE; 44 PW, 10 MR, 1 MOFA, 2 FR, 9 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 3417<br />
(333 ANDERE; 2699 PW, 224 MR, 26 MOFA; 98 FR, 36 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 207<br />
(8 ANDERE, 154 PW, 29 MR, 6 MOFA, 6 FR, 4 FG)<br />
Und Leichtverletzte 3211<br />
(325 ANDERE; 2545 PW, 196 MR; 20 MOFA, 93 FR, 32 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 57/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />
Getötete 69<br />
(3 ANDERE; 44 PW, 10 MR, 1 MOFA, 2 FR, 9 FG)<br />
Die Erfassung des Unfallmerkmals "Überschreiten <strong>der</strong> Höchstgeschwindigkeit"<br />
ist unvollständig. Die Dunkelziffer beträgt rund 4.<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer "Geschwindigkeit":<br />
Verletzte 13664<br />
(1332 ANDERE; 10796 PW, 896 MR, 104 MOFA; 392 FR, 144 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 828<br />
(32 ANDERE, 616 PW, 116 MR, 24 MOFA, 24 FR, 16 FG)<br />
Und Leichtverletzte 12836<br />
(1300 ANDERE; 10180 PW, 780 MR; 80 MOFA, 368 FR, 128 FG)<br />
Getötete 276<br />
(12 ANDERE; 176 PW, 40 MR, 4 MOFA, 8 FR, 36 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 80 %<br />
V.a. innerorts in Kombination mit verschärften Geschwindigkeitsbegrenzungen<br />
(z. B: Tempo 30 Zonen) ist mit <strong>eine</strong>r grossen<br />
Wirkung zu rechnen.<br />
Wirkung nicht noch höher, weil das System je<strong>der</strong>zeit "manuell"<br />
(Brems- bzw. Gaspedal) muss übersteuert werden können.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (40 % im Durchschnitt bis 2020)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Durch Übersteuern ist Überholen o<strong>der</strong> übersetzte Geschwindigkeit<br />
noch möglich.<br />
30 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 57/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 828 276<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 40 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 30 %<br />
Ø 30 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 148 42 59 17<br />
Motorrad 28 10 11 4<br />
Mofa 6 1 2 0<br />
Fahrrad 6 2 2 1<br />
Fussgänger 4 9 2 3<br />
An<strong>der</strong>e 8 3 3 1<br />
Total 200 67 79 26<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 57/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 58<br />
Fahrzeugbeeinflussung: Automatische Notmanöver<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht die intelligente Steuerung von Brems-<br />
und Ausweichmanöver aufgrund <strong>der</strong> Daten von fahrzeugseitigen<br />
Sensoren zur Erkennung an<strong>der</strong>er Fahrzeuge und von Hin<strong>der</strong>nissen<br />
vor.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2030<br />
Erfahrungen Diverse Fahrzeughersteller sind mit <strong>der</strong> Entwicklung dieser sehr<br />
komplexen Anwendung beschäftigt.<br />
Erste Pilotanwendungen von Mercedes und BMW v. a. intelligenter<br />
Steuerung von Bremsmanöver wurden am ITS World Congress<br />
in Turin (Nov. 2000) vorgeführt.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von MFZ exkl. Mofas/MR ohne<br />
Schleu<strong>der</strong>-/Selbst, Tier, an<strong>der</strong>e, 2000<br />
Verletzte BFS 19943 (610 ANDERE, 11229 PW; 2915 MR, 859<br />
MOFA; 2053 FR, 2277 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 3559 (98 ANDERE, 1190 PW; 785<br />
MR, 202 MOFA, 556 FR, 728 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 16384 (512 ANDERE, 10039 PW, 2130<br />
MR, 657 MOFA, 1497 FR, 1549 FG)<br />
Getötete BFS 294 (13 ANDERE, 80 PW; 46 MR, 13 MOFA; 29<br />
FR, 113 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 68892 (3172 ANDERE,29195 PW; 9620 MR; 3694<br />
MOFA; 16835 FR, 6376 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 3249 (49 ANDERE, 833 PW; 942 MR,<br />
303 MOFA; 612 FR, 510 FG)<br />
Und Leichtverletzte 65643 (3123 ANDERE, 28362 PW, 8678<br />
MR, 3391 MOFA, 16223 FR, 5866 FG)<br />
Getötete 294 (13 ANDERE, 80 PW; 46 MR, 13 MOFA; 29 FR,<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 58/S. 1
113 FG)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 50 %<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 5 %<br />
V.a. automatische ausgelöste Bremsmanöver können zu <strong>eine</strong>r<br />
wirkungsvollen Unfallverhütung beitragen. Automatische Ausweichmanöver<br />
sind schwierig zu beurteilen, da die Realisierung<br />
als solche schwer abzuschätzen ist.<br />
Analog automatischer Abstandswahrnung<br />
Im dichten Verkehr kann die korrekte Abstandsermittlung (z. B.<br />
Erfassung des richtigen Fahrzeuges) zu <strong>eine</strong>r sehr komplexen<br />
Aufgabe werden.<br />
Bei <strong>eine</strong>m unbemerkten Systemausfall wiegt sicher <strong>der</strong> Fahrzeughalter<br />
in <strong>eine</strong>r falschen Sicherheit.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% bis 2030 (25% im Durchschnitt bis 2020)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 90 %<br />
Durch Übersteuern ist zu dichtes Auffahren möglich.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 58/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 3249 294<br />
Wirkungsbereich [a] 50 %<br />
50 %<br />
Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 25 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 90 %<br />
Ø 90 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 19 2 5 0<br />
Motorrad 21 1 5 0<br />
Mofa 7 0 2 0<br />
Fahrrad 14 1 3 0<br />
Fussgänger 11 3 3 1<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />
Total 73 7 18 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 58/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 59<br />
Fahrzeugbeeinflussung: Automatische Fahrzeugortung<br />
und -lenkung<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht den Einsatz strassenseitiger elektronischer<br />
Leiteinrichtungen zur automatischen Steuerung von Fahrzeugen<br />
auf bestimmten Strecken o<strong>der</strong> innerhalb spezieller Gebiete<br />
vor. Die fahrzeugseitige Ausrüstung kommuniziert mit den<br />
Leiteinrichtungen und mit an<strong>der</strong>en Fahrzeugen und optimiert<br />
somit das Fahrverhalten des Fahrzeuges.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller, private<br />
Arealbesitzer<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2040<br />
Erfahrungen Erste Systeme <strong>für</strong> spezielle Anwendungen sind schon in Betrieb,<br />
z. B. People Mover am Flughafen in Amsterdam, U-<br />
Bahnzubringer "Bus" Rotterdam.<br />
Anwendungen mit Personenwagen sind noch nicht über das<br />
Experimentierstadium hinaus. Automobilkonzerne arbeiten aber<br />
an solchen Anwendungen.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Mfz exkl. Mofas/MR<br />
innerorts+Autobahn, 2000<br />
Verletzte BFS 19330 (703 ANDERE, 11211 PW, 2477 MR, 771<br />
MOFA, 1920 FR, 2248 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 3328 (120 ANDERE, 1257 PW, 581<br />
MR, 174 MOFA, 491 FR, 705 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 16002 (583 ANDERE, 9954 PW, 1896<br />
MR, 597 MOFA, 1429 FR, 1543 FG)<br />
Getötete BFS 230 (6 ANDERE; 81 PW, 16 MR, 7 MOFA; 24 FR,<br />
96 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 66332 (3656 ANDERE, 29149 PW, 8174 MR; 3315<br />
MOFA, 15744 FR, 6294 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 2932 (60 ANDERE, 880 PW, 697 MR;<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 59/S. 1
261 MOFA; 540 FR, 494 FG)<br />
Und Leichtverletzte 63400 (3596 ANDERE; 28269 PW, 7477<br />
MR; 3054 MOFA, 15204 FR, 5801 FG)<br />
Getötete 230 (6 ANDERE; 81 PW, 16 MR, 7 MOFA; 24 FR, 96<br />
FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 20 %<br />
Das Rettungspotential ist nur zum Teil durch Massnahme beeinflussbar.<br />
Wirksamkeit 3 [b] 60 %<br />
Die Wirkung solcher Systeme ist recht gross, da es in den Anwendungsgebieten<br />
zu <strong>eine</strong>m kontrollierten und homogenen Verkehrsfluss<br />
kommt.<br />
Bei <strong>eine</strong>m Systemausfall muss das System entwe<strong>der</strong> kontrolliert<br />
stoppen o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Fahrzeugführer muss sofort eingreifen können<br />
und die angestammten Aufgaben übernehmen.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % bis 2040 (20 % im Durchschnitt bis 2020)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80 %<br />
Fahrer kann automatische Lenkung übersteuern.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 59/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 2932 230<br />
Wirkungsbereich [a] 20 %<br />
20 %<br />
Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 20 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 84 8 17 2<br />
Motorrad 67 2 13 0<br />
Mofa 25 1 5 0<br />
Fahrrad 52 2 10 0<br />
Fussgänger 47 9 9 2<br />
An<strong>der</strong>e 6 1 1 0<br />
Total 281 23 55 4<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 59/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme K 60<br />
Fahrgemeinschaft, Fahrzeuggemeinschaft:<br />
Informations- und Reservationssysteme<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme besteht in <strong>der</strong> Realiserung von Informations-<br />
und Reservationssystemen, <strong>für</strong> die Anwendung Car-Sharing inkl.<br />
Fahrzeugterminals, zwecks:<br />
• zur Verfügung stellen von freien Plätzen in Fahrzeugen an<br />
aussenstehende Personen mit ähnlicher Route (Car-<br />
Pooling)<br />
• benutzen von Fahrzeugen <strong>eine</strong>s gemeinsamen Fahrzeugparks<br />
<strong>für</strong> individuelle Fahrten (Car-Sharing)<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughalter, Dienst-<br />
leisttungsanbieter<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1990 initiiert)<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Die Bildung von Fahrgemeinschaften, Fahrzeuggemeinschaft hat<br />
sich schon etabliert. In <strong>der</strong> Schweiz ist in erster Linie die Fahrzeuggemeinschaft<br />
"Mobility" von Bedeutung.<br />
In den nächsten Jahren ist mit <strong>eine</strong>r weiteren Ausschöpfung <strong>der</strong><br />
technischen Möglichkeiten <strong>für</strong> die Bildung von Fahrgemeinschaften,<br />
Reservationsystemen <strong>für</strong> Fahrzeuge, Inkasso etc. zu rechnen.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von PW, 2000<br />
Verletzte BFS 25621 (547 ANDERE, 17145 PW, 2983 MR, 836<br />
MOFA, 1957 FR, 2153 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 4686 (76 ANDERE, 2431 PW; 805<br />
MR; 187 MOFA, 505 FR, 682 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 20935 (471 ANDERE, 14714 PW, 2178<br />
MR; 649 MOFA, 1452 FR, 1471 FG)<br />
Getötete BFS 444 (8 ANDERE, 273 PW, 50 MR, 8 MOFA; 17<br />
FR, 88 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte BFS 82935 (2844 ANDERE, 44577 PW, 9844 MR,<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 60/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 70 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 100 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (60 %)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 1 %<br />
Offene Fragen –<br />
3595 MOFA, 16047 FR, 6028 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 4020 (38 ANDERE, 1702 PW; 966 MR;<br />
281 MOFA; 556 FR, 477 FG)<br />
Und Leichtverletzte 78915 (2806 ANDERE, 42875 PW; 8878<br />
MR; 3314 MOFA, 15491 FR, 5551 FG)<br />
Getötete 444 (8 ANDERE, 273 PW, 50 MR, 8 MOFA; 17 FR, 88<br />
FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 60/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 4020 444<br />
Wirkungsbereich [a] 70 %<br />
70 %<br />
Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 60 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 1 %<br />
Ø 1 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 12 2 7 1<br />
Motorrad 7 0 4 0<br />
Mofa 2 0 1 0<br />
Fahrrad 4 0 2 0<br />
Fussgänger 3 1 2 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 28 3 16 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 60/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 61<br />
Verkehrsleitsystem auf Autobahnen (u. a.:<br />
variable Geschwindigkeitsanzeigen)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verkehrsleitsystem auf Autobahnen umfassen Massnahmen zur<br />
sicheren, flüssigen und wirtschaftlichen Abwicklung des Verkehrs<br />
auf Autobahnstrecken und in Tunnels, hierzu gehören<br />
z. B.:<br />
• variable Gefahrensignale<br />
• variable Geschwindigkeitsanzeigen<br />
• variable Lastwagenüberholverbote<br />
• Fahrstreifensignalisation<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Integraler Bestandteil von Verkehrsleitsystemen ist die automatische<br />
Verkehrsüberwachung.<br />
Automatische Verkehrsüberwachung umfasst das Überwachen<br />
<strong>der</strong> Verkehrssituation auf dem Strassennetz über Echtzeiterfassung<br />
und Auswertung von Daten bezüglich Verkehrsmenge und<br />
Zusammensetzung, Wetterverhältnissen und an<strong>der</strong>en <strong>für</strong> den<br />
Strassenverkehr massgebenden Bedingungen.<br />
Zu den Hilfsmitteln und Bestandteilen <strong>eine</strong>r automatischen Verkehrsüberwachung<br />
gehören:<br />
• Detektoren (Induktionsschlaufen, Laser, Videobildauswertung<br />
etc.) <strong>für</strong> die Erfassung <strong>der</strong> Verkehrssituation (Verkehrsmenge,<br />
Verkehrszusammensetzung, Geschwindigkeit,<br />
Verkehrsdichte)<br />
• Detektoren und Sensoren <strong>für</strong> die automatische Erfassung<br />
<strong>der</strong> Wetterbedingungen (insbeson<strong>der</strong>e Nebel, Glatteis,<br />
Schnee)<br />
• Ausrüstung <strong>der</strong> Leitstellen <strong>für</strong> die automatische Schaltung<br />
<strong>der</strong> Verkehrssignale und Leiteinrichtungen bei ausserordentlichen<br />
Zuständen und Gefahren und automatische Meldung<br />
und Alarmierung <strong>der</strong> Strassenunterhaltsdienste (z. B.<br />
Schneeräumung)<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1990 initiiert)<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Digitale Wechselsignale werden besser befolgt als die heutigen<br />
permanent gültigen Signale.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 61/S. 1
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen auf Autobahn nach Verkehrsteilnahme,<br />
2000<br />
Verletzte BFS 3380 (215 ANDERE, 3058 PW, 92 MR, 2 MOFA,<br />
1 FR, 12 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 467 (35 ANDERE, 389 PW, 37 MR;<br />
6 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 2913 (180 ANDERE, 2669 PW, 55 MR;<br />
2 MOFA, 1 FR, 6 FG)<br />
Getötete BFS 43 (2 ANDERE; 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 30 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 20 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (50 %)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 70 % (70 %)<br />
Offene Fragen –<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 9424 (1118 ANDERE, 7951 PW, 304 MR, 9 MOFA, 8<br />
FR, 34 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 338 (18 ANDERE; 272 PW, 44 MR, 4<br />
FG)<br />
Und Leichtverletzte 9086 (1100 ANDERE, 7679 PW, 260 MR; 9<br />
MOFA, 8 FR, 30 FG)<br />
Getötete 43 (2 ANDERE; 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 61/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 338 43<br />
Wirkungsbereich [a] 30 %<br />
30 %<br />
Wirksamkeit [b] 20 % 20 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 70 %<br />
Ø 70 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 11 2 6 1<br />
Motorrad 2 0 1 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />
Total 14 2 7 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 61/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 62<br />
Permanente Sensibilisierungskampagne Rettungswesen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Permanente Sensibilisierungskampagne Rettungswesen <strong>für</strong> die<br />
Gesamtbevölkerung, insbeson<strong>der</strong>e zum Thema Alarmierung<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Je<strong>der</strong> Bewohner <strong>der</strong> Schweiz soll wissen, nach welchen Kriterien<br />
die Alarmierung zu erfolgen hat.<br />
In <strong>der</strong> Bevölkerung ist das korrekte Alarmierungsvorgehen <strong>für</strong><br />
Rettungsdienste weitgehend unbekannt. Dieser Zustand beeinflusst<br />
die zeitgerechte Rettung in hohem Masse negativ. Eine<br />
korrekt abgefasste Alarmmeldung erlaubt den Einsatzdisponenten<br />
<strong>der</strong> Rettungsdienste, zeitverzugslos die zur Bewältigung des<br />
Ereignisses angebrachten Kräfte zu alarmieren.<br />
Zusätzlich zur Information <strong>der</strong> Bevölkerung sind mit <strong>der</strong> Industrie<br />
flankierende Massnahmen auszuarbeiten (z. B. Wenn auf <strong>eine</strong>m<br />
Natel <strong>eine</strong> Notrufnummer gewählt wird, erscheint automatisch<br />
ein Display mit dem Alarmierungsschema).<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Krankenkassen, PR-Firmen,<br />
öff. Gesundheitswesen<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2005<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Diese Massnahme wirkt auf alle Getöteten und Schwerverletzten.<br />
Verletzte BFS: 30058 (1147 ANDERE, 17145 PW, 4500 MR,<br />
1240 MOFA, 3243FR, 2783 FG)<br />
Davon SV BFS: 6191 (231 ANDERE, 2431 PW, 1364 MR, 305<br />
MOFA, 959 FR, 901 FG)<br />
Getötete BFS: 592 (30 ANDERE, 273 PW, 92 MR, 19 MOFA,<br />
48 FR, 130 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 104908 (5960 ANDERE, 44807 PW, 14648 MR, 5271<br />
MOFA; 26492FR, 7730 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 5713 (125 ANDERE, 1747 PW, 1655<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 62/S. 1
MR, 469 MOFA, 1060 FR, 657 FG)<br />
Getötete: 592 (30 ANDERE, 273 PW, 92 MR, 19 MOFA, 48 FR,<br />
130 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.) (Leichtverletzte werden durch<br />
Massnahmen im Rettungswesen nicht vermieden.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Das Alarmierungsschema ist nicht gänzlich unbekannt.<br />
70%<br />
Wirksamkeit 3 [b] 10% Getötete, 5% Verletzte<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 80%<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 4%<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 62/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 5713 592<br />
Wirkungsbereich [a] 70 %<br />
70 %<br />
Wirksamkeit [b] 5 % 10 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 4 %<br />
Ø 4 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 2 1 2 1<br />
Motorrad 2 0 2 0<br />
Mofa 1 0 1 0<br />
Fahrrad 1 0 1 0<br />
Fussgänger 1 0 1 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 7 1 7 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 62/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 63<br />
Obligatorische Ersthelferausbildung in <strong>der</strong><br />
Schule<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Auf allen Stufen <strong>für</strong> 7- bis 19-jährige Schüler soll <strong>eine</strong> Sicherheitserziehung<br />
und Ersthelferausbildung stattfinden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Heute existiert in den Schulen nur auf freiwilliger Basis <strong>eine</strong><br />
Ersthelferausbildung, diese beruht meistens auf <strong>eine</strong>r speziellen<br />
Motivation des Lehrers. Inhalte und Schwerpunkte dieser Ausbildung<br />
sind nicht definiert und entsprechen dem jeweiligen Ausbildungsstand<br />
<strong>der</strong> Lehrperson.<br />
Richtiges Verhalten nach <strong>eine</strong>m Verkehrsunfall kann Folgeunfälle<br />
vermeiden, gesundheitliche Schäden verkl<strong>eine</strong>rn und Leben<br />
retten. Sicherheitserziehung und Ersthelferausbildung sind an<br />
kein Alter gebunden und könnten ab dem Kin<strong>der</strong>garten aufbauend<br />
bis zum Abschluss <strong>der</strong> Ausbildung erfolgen.<br />
Diese Erziehung und Ausbildung sollten als Ganzes geplant und<br />
umgesetzt werden.<br />
Durch diese Sicherheitserziehung und Ersthelferausbildung wird<br />
nicht nur die Erstehilfe nach <strong>eine</strong>m Unfall verbessert, son<strong>der</strong>n es<br />
werden auch <strong>eine</strong> Unfallprävention, Gesundheits- und Sozialerziehung<br />
bei Kin<strong>der</strong>n aller Altersstufen erreicht.<br />
Beteiligte � Bund<br />
� Kanton<br />
� Tiefbauämter<br />
� Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Erziehungsdirektionskonf.<br />
� Rettungsdienste � Jugendverbände<br />
� Laienhilfeorganisationen (Samariterver<strong>eine</strong>)<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Bei Jugendorganisationen wurden sehr gute Erfahrungen gemacht,<br />
neben dem richtigen Verhalten nach Unfällen in Ferienlager<br />
konnte als Nebeneffekt ein präventives Verhalten und Sicherheitsbewusstsein<br />
beobachtet werden.<br />
Die Zahl von Erstickungstodesfälle nach Unfällen mit primärer<br />
Bewusstlosigkeit könnte drastisch gesenkt werden. Eine gute<br />
Erste Hilfe kann mithelfen, Folgeschäden zu minimieren und<br />
Leben zu retten.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Diese Massnahme hat generalpräventiven Charakter. Sie wirkt<br />
auf alle Getöteten und Schwerverletzten.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 63/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 90 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 10 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Verletzte BFS 30058<br />
(1147 ANDERE, 17145 PW, 4500 MR, 1240 MOFA, 3243FR,<br />
2783 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 6191<br />
(231 ANDERE, 2431 PW, 1364 MR, 305 MOFA, 959 FR, 901<br />
FG)<br />
Getötete BFS 592<br />
(30 ANDERE, 273 PW, 92 MR, 19 MOFA, 48 FR, 130 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 104908<br />
(5960 ANDERE, 44807 PW, 14648 MR, 5271 MOFA, 26492FR,<br />
7730 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 5713<br />
(125 ANDERE, 1747 PW, 1655 MR, 469 MOFA, 1060 FR, 657<br />
FG)<br />
Getötete 592<br />
(30 ANDERE, 273 PW, 92 MR, 19 MOFA, 48 FR, 130 FG)<br />
(Leichtverletzte werden durch Massnahmen im Rettungswesen nicht vermieden.)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] In <strong>der</strong> Regel werden auch obligatorische Lehrpläne nicht vollständig<br />
eingehalten/erfüllt, auf Freiwilligkeit beruhende Ausbildungsbereiche<br />
schon gar nicht, und hinzu kommen die qualitativen<br />
Unterschiede <strong>der</strong> Lehrenden: Deshalb wird von <strong>eine</strong>m Realisierungsgrad<br />
von 30 % ausgegangen.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Die Motivation von Jugendlichen <strong>für</strong> die Themen <strong>der</strong> Erste Hilfe<br />
ist recht hoch.<br />
Beim Sicherheitsverhalten sind die verschiedenen Altersstufen<br />
sehr unterschiedlich in <strong>der</strong> Umsetzung. Gelernte und eingeprägte<br />
Muster können aber auch später positive Auswirkungen haben.<br />
10 %<br />
Offene Fragen 1. Der Umfang <strong>der</strong> Lerninhalte ist nicht bestimmt<br />
2. Obligatorischer o<strong>der</strong> freiwilliger Weg (Obligatorium hat mehr<br />
Effizienz)?<br />
3. Wer erarbeitet die Lehrmittel?<br />
4. Wer bestimmt Schwerpunkte und Richtlinien?<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 63/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 5713 592<br />
Wirkungsbereich [a] 90 %<br />
90 %<br />
Wirksamkeit [b] 10 % 10 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 30 %<br />
Ø 30 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />
Ø 10 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte 1Getötete<br />
Personenwagen 5 1 5 1<br />
Motorrad 4 0 4 0<br />
Mofa 1 0 1 0<br />
Fahrrad 3 0 3 0<br />
Fussgänger 2 0 2 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 15 1 15 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 63/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme K 64<br />
Periodische Wie<strong>der</strong>holung des<br />
Nothelferkurses alle 5 Jahre<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die zur Erlangung des Führerscheins notwendige Ausbildung in<br />
<strong>eine</strong>m Nothelferkurs soll alle 5 Jahre wie<strong>der</strong>holt werden müssen.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Eine Studie, die in <strong>der</strong> Ostschweiz bei 470 Rettungseinsätzen<br />
durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass bei 25 % <strong>der</strong> Notfälle, bei<br />
denen Laienhilfe notwendig gewesen wäre, k<strong>eine</strong> Hilfe geleistet<br />
wurde. Dort wo Hilfe geleistet wurde, konnte sie aus <strong>der</strong> Sicht<br />
des Rettungspersonals nur in 30 % <strong>der</strong> Fälle als gut bezeichnet<br />
werden.<br />
Mit dem Nothelferkurs <strong>für</strong> Lenker von Motorfahrzeugen wird ein<br />
grosser Teil <strong>der</strong> Bevölkerung erreicht. Die Motivation <strong>der</strong><br />
Kursteilnehmer <strong>für</strong> die Kursziele ist oftmals gering. Ihr primäres<br />
Ziel ist <strong>der</strong> Erhalt des Führerausweises, nicht das Erlernen von<br />
Massnahmen betr. Erste Hilfe.<br />
Das wenige das gelernt wird, wird – aufgrund mangeln<strong>der</strong> Praxis<br />
– wie<strong>der</strong> vergessen. Es soll deshalb <strong>eine</strong> obligatorische, periodische<br />
(5-jährliche) Auffrischung <strong>der</strong> Kenntnisse in <strong>eine</strong>m Wie<strong>der</strong>holungskurs<br />
erfolgen. Kursumfang: ca. 4 Stunden (1 Abend).<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Rettungsdienste<br />
� Laienhilfeorganisationen<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Alle Unfälle mit Beteiligung von Motorwagen und Motorrä<strong>der</strong>n<br />
(ab 125 ccm):<br />
Verletzte BFS 28114<br />
(1074 ANDERE, 17145 PW, 4217 MR, 954 MOFA, 2263, 2461<br />
FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 5538<br />
(208 ANDERE, 2431 PW, 1276 MR, 226 MOFA, 604 FR, 793<br />
FG)<br />
Getötete BFS 559<br />
(28 ANDERE, 273 PW, 89 MR, 13 MOFA, 33 FR, 123 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 64/S. 1
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 93628<br />
(5585 ANDERE, 44577 PW, 13916 MR, 4102 MOFA, 18557 FR,<br />
6891 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 4895<br />
(104 ANDERE, 1702 PW, 1531 MR, 339 MOFA, 664 FR, 555<br />
FG)<br />
Getötete 559<br />
(28 ANDERE, 273 PW, 89 MR, 13 MOFA, 33 FR, 123 FG)<br />
(Leichtverletzte werden durch Massnahmen im Rettungswesen nicht vermieden.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Nur 30 % <strong>der</strong> Ersthelfer versorgen "richtig". D. h. 70 % (falsch)<br />
von 75 % (bei 25 % k<strong>eine</strong> Laienhilfe).<br />
Total 50 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 10 % Schwerverletzte, 20 % Getötete<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % nach 5 Jahren, Durchschnitt nach 10 Jahren 80 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 15 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 64/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 4895 559<br />
Wirkungsbereich [a] 50 50 %<br />
Wirksamkeit [b] 10 20 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 80 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 15 %<br />
Ø 15 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 13 4 10 3<br />
Motorrad 11 1 9 1<br />
Mofa 3 0 2 0<br />
Fahrrad 5 0 4 0<br />
Fussgänger 4 2 3 1<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 1 0<br />
Total 37 7 29 5<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 64/S. 3
M01 – M20 Mittelfristige Massnahmen (initiiert 2006 - 2010)<br />
Pädagogik, Kommunikation, Selektion und Therapie<br />
M01 Mobilitätsausbildung und Sicherheitserziehung auf allen Schulstufen<br />
Recht und Überwachung<br />
M02 Velohelm-Obligatorium<br />
M03 Mindestalter 18 <strong>für</strong> das Lenken von Motorrä<strong>der</strong>n (Aufhebung Kat. F)<br />
M04<br />
Erhöhung Versicherungsprämie <strong>der</strong> Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung<br />
nach sicherheitsrelevanten Verkehrsregelverletzungen<br />
M05 Tempo-Regime 110 Autobahn<br />
M06 Tempo-Regime 70 ausserorts<br />
M07 Erhöhung <strong>der</strong> Ordnungsbussen<br />
Infrastruktur und Betrieb<br />
M08 Automatische Verkehrskontrollen: digitaler Fahrtenschreiber (inkl. UDS)<br />
Fahrzeugtechnik und Verkehrstelematik<br />
M09 Obligatorium Gurt-Ignition-Interlock-System (Wegfahrsperre)<br />
M10 Intelligente Gurtstraffsysteme (smart seat belts)<br />
M11 Fahrzeugbeeinflussung: Steuerung <strong>der</strong> Fahrdynamik<br />
M12 ECE-Normierung im Bereich Querdynamik <strong>der</strong> Fahrzeuge<br />
Rettungswesen<br />
M13 Automatisierte Lokalisierung Unfallort und Notruf
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme M 01<br />
Mobilitätsausbildung und Sicherheitserziehung<br />
auf allen Schulstufen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Auf allen Schulstufen soll <strong>eine</strong> Mobilitätsausbildung und Sicherheitserziehung<br />
stattfinden<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Heute existiert lediglich <strong>eine</strong> rudimentäre Verkehrserziehung, die<br />
vor allem auf den Kin<strong>der</strong>garten- und Primarschulbereich ausgerichtet<br />
ist. Für ältere Schüler gibt es k<strong>eine</strong>n adäquaten Unterricht,<br />
<strong>der</strong> sie auf ihre Tätigkeit als Verkehrsteilnehmer im Alter<br />
zwischen 12 und 20 Jahren vorbereitet, wo die grössten Probleme<br />
liegen (Velofahren, Mofa, Kleinmotorrä<strong>der</strong>, Auto). Deshalb<br />
soll flächendeckend auf allen Schulstufen (inkl. postobligatorische<br />
Schulen) Mobilitätsausbildung und Sicherheitserziehung<br />
stattfinden. Diese Ausbildung/Erziehung soll sich nicht wie bisher<br />
nur am sicheren Verkehrsverhalten ausrichten, son<strong>der</strong>n <strong>eine</strong><br />
kritische Auseinan<strong>der</strong>setzung mit <strong>der</strong> Mobilität ermöglichen.<br />
Dadurch wird nebst <strong>der</strong> r<strong>eine</strong>n Unfallprävention ein Beitrag zur<br />
Umwelt-, Gesundheits- und Sozialerziehung von Kin<strong>der</strong>n geleistet.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen Verkehrserziehung (VE) ist <strong>eine</strong> breit akzeptierte und zentrale<br />
Massnahme <strong>der</strong> Unfallpräventionsarbeit. Der VE wird bescheinigt,<br />
dass sie sowohl <strong>eine</strong>n direkten kurzfristigen Nutzen hat<br />
(Unfallverhütung hier und jetzt) als sich auch langfristig dadurch<br />
positiv auswirkt, dass in <strong>der</strong> VE grundlegende(s) Einstellungen/<br />
Wissen/Verhaltensweisen erworben werden. Studien zur Wirksamkeit<br />
<strong>der</strong> Verkehrserziehung sind k<strong>eine</strong> bekannt und es wird<br />
argumentiert, dass sich <strong>eine</strong> Wirksamkeit eh nicht allein an den<br />
Unfallraten messen liesse. Der Nutzen <strong>der</strong> klassischen VE, die<br />
darin besteht, dass im Kin<strong>der</strong>garten und in <strong>der</strong> Primarschule eino<strong>der</strong><br />
zweimal <strong>der</strong> Verkehrsinstruktor das richtige Verhalten als<br />
Fussgänger o<strong>der</strong> Radfahrer demonstriert, wird jedoch angezweifelt.<br />
Gefor<strong>der</strong>t werden grundsätzlich neue Modelle, die sich nicht<br />
in <strong>eine</strong>r Verkehrserziehung erschöpfen, son<strong>der</strong>n <strong>eine</strong> breite Mobilitätsausbildung<br />
zum Ziel haben. Diese Mobilitätsausbildung ist<br />
Sicherheitserziehung, Sozialerziehung, Gesundheitserziehung<br />
und Umwelterziehung in <strong>eine</strong>m.<br />
Es gibt einige (lokale) Projekte, die im weitesten Sinn etwas mit<br />
VE zu tun haben und in die Schule integriert sind (hauptsächlich<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 01/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
postobligatorische Schulen). Es handelt sich jedoch primär um<br />
<strong>eine</strong> Art vorgezogene Fahrausbildung <strong>für</strong> etwa 15- bis 17-<br />
Jährige. Evaluationen liegen jedoch mit Ausnahme von <strong>eine</strong>m<br />
Projekt k<strong>eine</strong> vor. Bei diesem konnte k<strong>eine</strong> Abnahme <strong>der</strong> Unfallzahlen<br />
beobachtet werden; im Gegenteil, es wird be<strong>für</strong>chtet,<br />
dass durch ein vorgezogenes Fahrtraining diese Jugendlichen<br />
früher den Zugang zum Fahren suchen, was die Exposition und<br />
dadurch wahrscheinlich auch die Unfallwahrscheinlichkeit erhöht.<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfalllte Kin<strong>der</strong>/Jugendliche im Alter 5–19 Jahre, 2000<br />
Verletzte BFS 5937<br />
(155 ANDERE, 2168 PW, 1010 MR; 657 MOFA; 1062 FR, 885 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 1236<br />
(39 ANDERE, 316 PW, 232 MR, 144 MOFA, 276 FR, 229 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 4701<br />
(116 ANDERE, 1852 PW, 778 MR, 513 MOFA, 786 FR, 656 FG)<br />
Getötete BFS 70<br />
(4 ANDERE; 26 PW; 9 MR, 9 MOFA; 9 FR, 13 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 23787<br />
(806 ANDERE; 5637 PW; 3333 MR; 2825 MOFA; 8708 FR,<br />
2478 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1199<br />
(20 ANDERE; 221 PW, 278 MR, 216 MOFA, 304 FR, 160 FG)<br />
Und Leichtverletzte 22588<br />
(787 ANDERE, 5416 PW; 3055 MR; 2609 MOFA; 8405 FR,<br />
2318 FG)<br />
Getötete 70<br />
(4 ANDERE; 26 PW; 9 MR, 9 MOFA; 9 FR, 13 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Verkehrserziehung findet bis anhin lediglich etwa im Alter von 5<br />
bis 12 Jahren statt, d. h. diese Kin<strong>der</strong> profitieren schon von <strong>der</strong><br />
Massnahme und können vom Total <strong>der</strong> zu beeinflussenden<br />
Menge subtrahiert werden.<br />
70%<br />
Wirksamkeit 3 [b] Wenn man sich an die Regeln und das Wissen hält, das in <strong>der</strong><br />
Verkehrserziehung vermittelt wird, dürften etwa 50 % <strong>der</strong> Verletzten<br />
sowie 70 % <strong>der</strong> Getöteten zu verhin<strong>der</strong>n sein. Diese Werte<br />
beruhen auf folgenden Annahmen:<br />
1) Es wird nicht alles <strong>für</strong> die Vermeidung <strong>der</strong> Unfälle relevante<br />
Wissen vermittelt,<br />
2) Wissen bezügl. <strong>der</strong> tödlichen Gefahren wird in den Vor<strong>der</strong>grund<br />
gestellt, weshalb <strong>der</strong> vermeidbare Anteil bei den Getöteten<br />
höher ist,<br />
3) ein Teil <strong>der</strong> Unfälle ereignet sich durch passive Verkehrsteilnahme<br />
(Kin<strong>der</strong> als PW-Insassen), bei <strong>der</strong> sich korrektes/sicheres<br />
Verhalten und Handeln <strong>der</strong> Kin<strong>der</strong>/Jugendlichen gemäss Verkehrserziehung<br />
gar nicht auswirken kann.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 01/S. 2
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] In <strong>der</strong> Regel werden auch obligatorische Lehrpläne nicht vollständig<br />
eingehalten/erfüllt, auf Freiwilligkeit beruhende Ausbildungsbereiche<br />
schon gar nicht, und hinzu kommen die qualitativen<br />
Unterschiede <strong>der</strong> Lehrenden: Deshalb wird von <strong>eine</strong>m Realisierungsgrad<br />
von 30 % ausgegangen.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Auf <strong>der</strong> Ebene <strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer (d. h. <strong>der</strong> Kin<strong>der</strong> und<br />
Jugendlichen) dürften die Inhalte <strong>der</strong> Verkehrserziehung insgesamt<br />
relativ schlecht beachtet werden: In jüngeren Jahren (KiGa<br />
und Primarschule) noch besser, mit zunehmendem Alter<br />
schlechter (bewusste Regelverstösse als Ausdruck <strong>der</strong> Auflehnung<br />
gegenüber <strong>der</strong> Autorität, Auslebenstendenzen, Imponiergehabe,<br />
Gruppendruck usw.). Zudem dürfte aber gerade im<br />
jüngeren Alter viel im Verkehrsunterricht theoretisch Gelerntes<br />
wegen <strong>der</strong> beschränkten kognitiven Leistungsfähigkeit (Konzentrationsfähigkeit,<br />
geteilte Aufmerksamkeit, Situationsgebundenheit<br />
usw.) gar nicht umsetzbar sein. Deshalb: Der mittlere Beachtungsgrad<br />
beträgt 10 %.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 40, Driver Training, Testing and Licensing, Siegrist,<br />
S. (ed.)<br />
Castro, M.I. (1998), Traffic Safety Education at the Primary<br />
School Level. ERSF / PRI Studie, Lissabon<br />
Limbourg, M. (2001), Mobilitäts-/Verkehrserziehung als Aufgabe<br />
<strong>der</strong> Grundschule. Sache-Wort-Zahl, Heft 38, Aulis Verlag,<br />
Köln (in Druck)<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 01/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1199 70<br />
Wirkungsbereich [a] 70 %<br />
70 %<br />
Wirksamkeit [b] 50 % 70 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 30 %<br />
Ø 30 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />
Ø 10 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 2 0 2 0<br />
Motorrad 3 0 3 0<br />
Mofa 2 0 2 0<br />
Fahrrad 3 0 3 0<br />
Fussgänger 2 0 2 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 12 0 12 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 01/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme M 02<br />
Velohelm-Obligatorium<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Einführung <strong>eine</strong>r Verhaltensvorschrift <strong>für</strong> das Tragen <strong>eine</strong>s Helmes<br />
beim Velofahren<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Das Tragen <strong>eine</strong>s Velohelmes beim Radfahren wird <strong>für</strong> alle Radfahrer<br />
(Ausnahmen sind nur bei medizinischer Indikation möglich)<br />
vorgeschrieben und die Missachtung mit <strong>eine</strong>r Busse geahndet.<br />
Die Einführung <strong>der</strong> Vorschrift wird mit <strong>eine</strong>r Informationskampagne<br />
und <strong>eine</strong>r Wirksamkeitsstudie begleitet.<br />
Die Massnahme wird nur dann zum vorgesehenen Zeitpunkt<br />
eingeführt, wenn bis dann<br />
1. <strong>eine</strong> breite soziale Akzeptanz (Tragquote mind. 40 %, Zustimmung<br />
zur Vorschrift über 60 % bei den Velofahrern) erreicht<br />
ist, sodass kontraproduktive Effekte ausgeschlossen<br />
werden können, jedoch <strong>eine</strong> Steigerung <strong>der</strong> Tragquote zu<br />
erwartet ist.<br />
2. die Polizei gewillt ist und verfügt über die Mittel verfügt, <strong>eine</strong><br />
minimale Kontrolldichte zu erzielen<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010 = Obligatorium in Kraft<br />
Erfahrungen Die relevante Literatur ist im bfu-Report 41 zusammengefasst<br />
und bewertet<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 NBU/UVG 1999 (k<strong>eine</strong> 2000er Zahlen vorhanden)<br />
1604 Schädel-Hirnverletzungen (davon 100 % schwere)<br />
32 Todesfälle<br />
Hochrechnung 2000:<br />
1576 Schädel-Hirnverletzungen<br />
37 Todesfälle<br />
(k<strong>eine</strong> Dunkelziffer bei dieser Unfallschwere)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Das Obligatorium wird frühestens bei <strong>eine</strong>r Tragquote von 40 %<br />
realisiert, deshalb:<br />
Wirkungsbereich Verletzungen = 60 %<br />
Wirkungsbereich Tote = 60 %<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 02/S. 1
Wirksamkeit 3 [b] Wirksamkeit Verletzungen = 80 %<br />
Wirksamkeit tödliche Verletzungen = 85 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Ab 2010 50 %, maximal 70 %, durchschnittlich 60 %<br />
Offene Fragen Kann Verlagerungseffekt (z. B. auf gefährlichere Fortbewegungsmittel<br />
wie Scooter) tats. ausgeschlossen werden, wenn<br />
Massnahme erst bei <strong>eine</strong>r Tragquote von 40 % eingeführt wird?<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 41 (1999), Velohelme – Erhebung des Tragverhaltens<br />
und <strong>der</strong> Traggründe (Siegrist, S., Allenbach, R. & Regli, C.) und<br />
Literaturverzeichnis<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 02/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1576 37<br />
Wirkungsbereich [a] 60 %<br />
60 %<br />
Wirksamkeit [b] 80 % 85 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 70 %<br />
Ø 60 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 0 0 0 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 530 13 454 11<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 530 13 454 11<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 02/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme M 03<br />
Mindestalter 18 <strong>für</strong> das Lenken von Motorrä<strong>der</strong>n<br />
(Aufhebung Kat. F)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Heraufsetzung des Mindestalters von 16 Jahren auf 18 Jahre <strong>für</strong><br />
Lenkerinnen und Lenker von 50 cm 3 -Töffs und Rollern mit <strong>eine</strong>r<br />
Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung In <strong>der</strong> VZV ist geregelt, dass ab 16 Jahren mit <strong>eine</strong>m 50 cm 3 -Töff<br />
und Roller mit <strong>eine</strong>r Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h herumgefahren<br />
werden darf, jedoch erst nach Ablegen <strong>eine</strong>r einfachen<br />
theoretischen und praktischen Prüfung. Ausgehend von <strong>der</strong> ungünstigen<br />
Entwicklung <strong>der</strong> Unfallzahlen soll das Mindestalter von<br />
16 auf 18 Jahre heraufgesetzt werden unter gleichzeitiger Aufhebung<br />
<strong>der</strong> Kategorie F.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen Der <strong>der</strong>zeitige Trend in <strong>der</strong> EU läuft mehr o<strong>der</strong> weniger diametral<br />
zu <strong>der</strong> vorgeschlagenen Massnahme: ab 16 Jahren maximal 125<br />
cm 3 mit Leistungsbeschränkung, ab 18 Jahren maximal 650 cm 3 ,<br />
ab 21 Jahren freier Zugang zu allen Hubraumklassen, ab 24<br />
Jahren Direkteinstieg in alle Hubraumklassen. Eine Arbeitsgruppe<br />
unter <strong>der</strong> Leitung des ASTRA hat sich 1999/2000 mit <strong>der</strong><br />
Thematik auseinan<strong>der</strong>gesetzt. Demnächst sollen Gesetzesentwürfe<br />
zu zwei Varianten durch das UVEK in die Vernehmlassung<br />
geschickt werden. Tendenz: Herabsetzung des Alters mit gleichzeitiger<br />
Steigerung <strong>der</strong> Leistung.<br />
Wie sich die bfu bereits mit Brief vom 12. Januar 2000 beim<br />
ASTRA hat vernehmen lassen, soll das Mindestalter <strong>für</strong> das<br />
Führen von Kleinmotorrä<strong>der</strong>n bei 16 Jahren belassen werden.<br />
Wie Studien aus Holland (Lit. 1) und Norwegen (Lit. 3) zudem<br />
vermuten lassen, dürfte die Herabsetzung des Mindestalters <strong>für</strong><br />
die Unterkategorie A1 auf 16 Jahre auch in <strong>der</strong> Schweiz <strong>eine</strong>n<br />
ungünstigen Einfluss auf das Unfallgeschehen dieser Altersgruppe<br />
haben.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 03/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 In den letzten Jahren (1997–2000) sind die Verletztenzahlen<br />
beinahe exponentiell angestiegen. Es handelt sich dabei um 16bis<br />
18-jährige Lenker von Motorrä<strong>der</strong>n mit Ausweis Kat. F. Im<br />
Jahr 2000 betrugen sie:<br />
Verletzte BFS 439<br />
Davon Schwerverletzte BFS 90<br />
Und Leichtverletzte BFS 349<br />
Getötete BFS 4<br />
Mit Dunkelziffer hochgerechnet:<br />
Verletzte 1539<br />
Davon Schwerverletzte 108<br />
Und Leichtverletzte 1431<br />
Getötete 4<br />
Entwicklung 1997–2000<br />
1992–1995: durchschnittlich ca. 40 Verletzte jährlich, 1 Getöteter<br />
in den 4 Jahren.<br />
1996 :63 Verletzte, 1 Getöteter<br />
1997: 106 Verletzte, 1 Getöteter<br />
1998: 166 Verletzte, 1 Getöteter<br />
1999: 303 Verletzte, 1 Getöteter<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Die Massnahme ist noch nicht umgesetzt → Wirkungsbereich<br />
100%.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Die Unfallzahlen in <strong>der</strong> Alterskategorie 16- bis 18-Jährige können<br />
durch die rigorose Heraufsetzung des Mindestalters zu<br />
100 % eliminiert werden. In <strong>der</strong> Annahme, dass sich alle an das<br />
Gesetz halten, resultiert <strong>eine</strong> Wirksamkeit von 100 %.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Das neue Gesetz wird flächendeckend in <strong>der</strong> ganzen Schweiz<br />
eingeführt. Somit gibt es k<strong>eine</strong> Einschränkung des theoretischen<br />
Rettungspotenzials durch <strong>eine</strong>n vermin<strong>der</strong>ten Realisierungsgrad.<br />
100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 95%<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu, Briefwechsel mit ASTRA betr. Motorrad-Führerausweiskategorien,<br />
Brief vom 12. Januar 2000/Mü<br />
Branko Kopjar (1999), Moped injuries among adolescents: a<br />
significant forgotten problem?, Accident Analysis and Prevention<br />
31, page 473–478<br />
Research Activities (1999), SWOV against a future lowering the<br />
minimum age for Driving, page 9<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 03/S. 2
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
Die oben ausgeführten Bestrebungen/Harmonisierung <strong>der</strong><br />
Schweizer Führerausweisvorschriften mit denjenigen <strong>der</strong> EU<br />
laufen in die entgegengesetzte Richtung als mit <strong>der</strong> vorgeschlagenen<br />
(verkehrssicherheitsmässig erstrebenswerten) Massnahme<br />
angestrebt wird. Vermutlich wird die Massnahme 'Heraufsetzung<br />
des Mindestalters' auf sehr geringe Akzeptanz sowohl seitens<br />
<strong>der</strong> Bundesbehörden wie auch <strong>der</strong> "Töfflobby" stossen. Es<br />
sind dann Voraussetzungen zu schaffen, die im Falle <strong>eine</strong>r Herabsetzung<br />
<strong>der</strong> Mindestalter dem Aspekt <strong>der</strong> nachhaltigen Unfallverhütung<br />
trotzdem Rechnung tragen.<br />
Es sind noch weitere Überlegung zur Zweckmässigkeit und Verhältnismässigkeit<br />
<strong>der</strong> Heraufsetzung des Mindestalters anzustellen.<br />
Realistischerweise muss von <strong>eine</strong>r Beibehaltung des Status quo<br />
ausgegangen werden:<br />
Weiterverfolgen JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 03/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 108 4<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 95 %<br />
Ø 95 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 0 0 0 0<br />
Motorrad 103 4 103 4<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 103 4 103 4<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 03/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme M 04<br />
Erhöhung Versicherungsprämie <strong>der</strong> Motorfahrzeug-<br />
Haftpflichtversicherung nach sicherheitsrelevanten<br />
Verkehrsregelverletzungen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Durch die Einführung <strong>eine</strong>r Regelung, wonach die Höhe <strong>der</strong><br />
Versicherungsprämie <strong>der</strong> Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung<br />
durch das Verkehrsverhalten (Erhöhung bei sicherheitsrelevanten<br />
Delikten wie Geschwindigkeitsübertretungen, FiaZ, gefährlichen<br />
Fahrmanöver) bestimmt wird, könnte <strong>eine</strong> verbesserte<br />
Verkehrsdisziplin bewirkt werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Bei <strong>der</strong> Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung sowie bei <strong>der</strong><br />
Vollkaskoversicherung werden die Grundprämien bei schadenfreiem<br />
Verlauf um so genannte Prämienstufen herabgesetzt, bei<br />
Schäden entsprechend erhöht (so genanntes Bonus-/Malussystem).<br />
Bonus: Prämienstufen-System mit Berücksichtigung<br />
von schadenfreien Jahren. Malus: bei schlechtem Schadenverlauf<br />
kann die Prämie über 100 % <strong>der</strong> Grundprämie steigen, so<br />
dass Malus-Stufen erreicht werden, die nur durch schadenfreien<br />
Verlauf während Jahren abgebaut werden können. Der Versicherungsbonus<br />
hängt also davon ab, ob ein Fahrzeuglenker<br />
während <strong>eine</strong>r bestimmten Zeit k<strong>eine</strong>n Schaden (Unfälle) verursacht<br />
hat. In den USA wirken sich auch an<strong>der</strong>e Massnahmen auf<br />
die Höhe <strong>der</strong> Versicherungsprämien aus. So z. B. auch die Ausstattung<br />
<strong>der</strong> Fahrzeuge mit Sicherheitsgurten, Airbags, ABS<br />
usw., die zu niedrigeren Versicherungsprämien führen. Auch <strong>der</strong><br />
Besuch von Verkehrssicherheitskursen kann <strong>eine</strong>n Bonus bezüglich<br />
<strong>der</strong> Versicherungsprämien bringen. Dagegen führt das<br />
Fahren in angetrunkenem Zustand o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>e sicherheitsrelevante<br />
Verkehrswidrigkeiten, ohne dass damit Schäden o<strong>der</strong><br />
Unfälle verbunden sind, zur Erhöhung <strong>der</strong> Versicherungsprämien.<br />
Es scheint k<strong>eine</strong> landesweit gültigen Regelungen zu<br />
geben. Vielmehr wird dieses System in den verschiedenen amerikanischen<br />
Bundesstaaten unterschiedlich geregelt.<br />
Die Anpassung <strong>der</strong> Versicherungsprämien an das Verkehrsverhalten<br />
generell, auch ohne Vorliegen von Schadenfällen o<strong>der</strong><br />
Unfällen, scheint sinnvoll zu sein. Es ist jedoch wichtiger, die<br />
Massnahmen an das Verhalten <strong>der</strong> Verkehrsdelinquenten zu<br />
knüpfen, als an diejenigen Lenker, die sich verkehrsgerecht verhalten.<br />
Als problematische Verhaltensweisen würden u. a. Fahren<br />
unter Einfluss von Alkohol, Fahren ohne Sicherheitsgurten,<br />
Missachtung von Geschwindigkeitsvorschriften, Missachten von<br />
Lichtsignalen, Überfahren von Sicherheitslinien usw. gelten.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 04/S. 1
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Es scheint, dass sich in den USA ein angedrohter Versicherungsmalus<br />
positiv auf das Fahren auswirkt, insbeson<strong>der</strong>e auf<br />
das Fahren in angetrunkenem Zustand. Der Besuch von Verkehrssicherheitskursen<br />
hingegen hat kaum Wirkungen gezeigt.<br />
In Umfragen ergab sich <strong>eine</strong> höhere Bereitschaft, die Sicherheitsgurten<br />
zu tragen, sofern da<strong>für</strong> ein Versicherungsprämien-<br />
Bonus resultiert.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Auto- und Motorradunfälle, Verunfallte (2000). Falsches Verhalten<br />
nach den Mängeln/Einflüssen:<br />
− Einwirken Alkohol, Drogen, Medikamente<br />
− Nichtbeachten Zeichengebung<br />
− Missachten Lichtsignalanlage<br />
− Bedienung Fahrzeug<br />
− Ladung Fahrzeug<br />
− Unaufmerksamkeit und Ablenkung<br />
− Geschwindigkeit, Überholen, Vortritt<br />
Verletzte BFS 23929<br />
(497 ANDERE, 14924 PW, 4153 MR, 836 MOFA, 1897 VELO,<br />
1622 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 4815<br />
(76 ANDERE, 2248 PW, 1273 MR, 191 MOFA, 494 FR, 533 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 19114<br />
(421 ANDERE, 12676 PW, 2880 MR, 645 MOFA, 1403 FR, 1089 FG)<br />
Getötete BFS 447<br />
(252 PW, 75 MR, 11 KLMR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 AND, 73 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 78783<br />
(2584 ANDERE, 38802 PW, 13705 MR, 3595 MOFA, 15555<br />
VELO, 4542 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 4343<br />
(38 ANDERE, 1574 PW, 1528 MR, 287 MOFA, 543 FR, 373 FG)<br />
Und Leichtverletzte 74440<br />
(2546 ANDERE, 37298 PW, 12177 MR, 3308 MOFA, 12012 FR,<br />
4169 FG)<br />
Getötete 447<br />
(252 PW, 86 MR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 ANDERE, 73 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Die Massnahme wirkt auf alle Lenker: Wirkungsbereich 100 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 80 % <strong>der</strong> Entzüge gehen mit <strong>eine</strong>m Unfall einher, <strong>eine</strong> Schätzung<br />
ist, dass ca. 10 % <strong>der</strong> Verwarnungen mit <strong>eine</strong>m Unfall in<br />
Zusammenhang stehen. Dies bedeutet, dass rund 20 % <strong>der</strong><br />
Lenker ohnehin <strong>eine</strong>n Versicherungsmalus bekommen. Es bleiben<br />
80 %<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 04/S. 2
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Wenn die Massnahme <strong>für</strong> alle Lenker gültig eingeführt wird:<br />
100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Anteil <strong>der</strong> unfallträchtigen Situationen, in denen <strong>der</strong> Lenker in<br />
Erwartung <strong>eine</strong>s Versicherungsmalus die Verkehrsregel NICHT<br />
verletzt. Annahme: Wirkung zuerst stark, im Laufe <strong>der</strong> Jahre<br />
abnehmend<br />
2 % max., 1 % durchschnittlich<br />
Offene Fragen − Prüfung <strong>der</strong> Frage, ob auch in <strong>der</strong> Schweiz ein solches System<br />
eingeführt werden könnte.<br />
− Klärung <strong>der</strong> rechtlichen Rahmenbedingungen.<br />
− Prüfung <strong>der</strong> Bereitschaft <strong>der</strong> Versicherungsnehmer bezüglich<br />
<strong>eine</strong>m solchen System.<br />
− Abklärung <strong>der</strong> mit <strong>der</strong> Massnahme verbundenen administrativen<br />
Durchführung<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Berube, E. (1994), Annual tabulations of mature driver program<br />
record comparisons, 1993. Report Nr. CAL-DMV-RSS-94-<br />
140: Sacramento, CA, USA: California State Department of<br />
Motor Vehicles.<br />
Marelich, W.D., Berger, D.E. & McKenna, R.B. (2000), Gen<strong>der</strong><br />
differences in the control of alcohol-impaired driving in California.<br />
Journal of studies on alcohol. 61 (3), 396–401.<br />
Murphy, P.V., Lacey, J.H. & Marchetti, L. (1994), Assessment of<br />
publicized insurance sanctions as a DWI countermeasure.<br />
Report Nr. HS 808 119. Washington, DC, USA: Department<br />
of Transportation<br />
NHTSA Facts (1996), Insurance discounts: Traffic Safety Tips.<br />
National Highway Traffic Safety Association. Washington,<br />
DC, USA.<br />
Peck, R.C. & Gebers, M.A. (1991), The traffic safety impact of<br />
traffic violator school citation dismissals. Final report. Report<br />
Nr. CAL-DMV-RSS-91-133: Sacramento, CA, USA: California<br />
State Department of Motor Vehicles.<br />
Sloan, F.A. & Githens, P.B. (1994), Drinking, driving and the<br />
price of automobile insurance. Journal of risk and insurance.<br />
61 (1), 33-58.<br />
Wortham, S. (1998), Making the case for stronger safety-belt<br />
laws. Traffic Safety, 98 (2), 8–11.<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 04/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 4343 447<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 2 %<br />
Ø 1 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 25 4 13 2<br />
Motorrad 24 1 12 1<br />
Mofa 5 0 2 0<br />
Fahrrad 9 0 4 0<br />
Fussgänger 6 1 3 1<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />
Total 70 6 34 4<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 04/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme M 05<br />
Tempo-Regime 110 Autobahn<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Auf Autobahnen soll generell das Temporegime 110 km/h eingeführt<br />
werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Auf Autobahnen soll generell das Temporegime 110 km/h eingeführt<br />
werden. Abschnitte, auf denen bei Einführung <strong>der</strong> Massnahme<br />
ein tieferes Limit gilt, sollen so belassen werden.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Es gibt verschiedene Evaluationsberichte von Temporeduktionen,<br />
allerdings zum Teil kombiniert mit Radarkontrollen usw. Eine Reduktion<br />
<strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit in Höhe von 1 km/h im Innerortsbereich<br />
ergibt <strong>eine</strong> Abnahme <strong>der</strong> Unfallhäufigkeit von 3 %<br />
(ETSC-Bericht). Ausserorts und auf Autobahnen ist <strong>der</strong> Effekt sicher<br />
nicht so gross, weil bei hohen Tempi die Belastungsgrenzen<br />
des menschlichen Körpers eh überschritten sind. In Dänemark<br />
wurden die Regimes auf Autobahnen und Ausserortsstrassen 1979<br />
von 110 km/h auf 100 km/h resp. von 90 km/h auf 80 km/h gesenkt.<br />
Das hat zu <strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit von 2 %<br />
und <strong>eine</strong>r hiermit verbundenen Reduktion <strong>der</strong> Unfälle mit Verletzten<br />
von 17.5 % geführt. In <strong>eine</strong>r weiteren Literaturstudie wird gefolgert,<br />
dass <strong>eine</strong> Senkung <strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit um 1 km/h <strong>eine</strong><br />
Reduktion um 5 % <strong>der</strong> Unfälle mit Verletzten ergäbe.<br />
Am ehesten mit <strong>der</strong> vorliegenden Massnahme in Analogie gebracht<br />
werden kann die Reduktion des Regimes auf Autobahnen<br />
von 130 km/h auf 120 km/h Mitte <strong>der</strong> 80er Jahre. Die Regimeän<strong>der</strong>ung<br />
brachte <strong>eine</strong> Reduktion <strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit<br />
von 120 km/h vorher auf 115 km/h nachher (–5 km/h), wobei allerdings<br />
k<strong>eine</strong> Verän<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Unfallhäufigkeit (nur <strong>eine</strong> etwas weniger<br />
starke Zunahme) und nur <strong>eine</strong> geringe Reduktion <strong>der</strong> Verunfallten<br />
festgestellt wurden (ca. –4 % nicht signifikant). Heute<br />
beträgt die mittlere Geschwindigkeit auf Autobahnen 112 km/h<br />
(letzte Messung 1996). Eine Än<strong>der</strong>ung des Regimes auf<br />
110 km/h hätte schätzungsweise <strong>eine</strong> Reduktion von diesen<br />
112 km/h auf ca. 110 km/h (also –2 km/h) zur Folge. Diese Reduktion<br />
ist sehr klein; wichtiger als die mittlere Geschwindigkeit<br />
dürfte jedoch die verbesserte Homogenität des Verkehrs mit<br />
kl<strong>eine</strong>ren Geschwindigkeitsdifferenzen sein. Ausgehend von den<br />
Erfahrungen <strong>der</strong> Regimeän<strong>der</strong>ung Mitte 80er Jahre und den Auswirkungen<br />
<strong>eine</strong>r verbesserten Homogenität wird die Annahme getroffen,<br />
dass sich die Zahl <strong>der</strong> Verunfallten um ca. 6 % reduziert.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 05/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte auf Autobahnen nach Verkehrsteilnahme, 2000<br />
Verletzte BFS 3380<br />
(218 ANDERE, 3058 PW, 92 MR, 12 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 467<br />
(35 ANDERE, 389 PW, 37 MR, 6 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 2913<br />
(183 ANDERE, 2669 PW, 55 MR, 6 FG)<br />
Getötete BFS 43<br />
(2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 9423<br />
(1134 ANDERE, 7951 PW, 304 MR, 34 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 338<br />
(18 ANDERE; 272 PW, 44 MR; 4 FG)<br />
Und Leichtverletzte 9085<br />
(1116 ANDERE, 7679 PW, 260 MR; 30 FG)<br />
Getötete 43<br />
(2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Es können praktisch alle von <strong>der</strong> Massnahme profitieren, auch<br />
diejenigen, die jetzt schon nur 110 km/h schnell fahren; diese<br />
profitieren bei <strong>eine</strong>r Kollision von <strong>der</strong> reduzierten Geschwindigkeit<br />
des Kollisionsgegners. Deshalb: 80 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] Theoretisch ist bei <strong>eine</strong>r Reduktion um 10km/h mit <strong>eine</strong>m Minus<br />
von ca. 10 % zu rechnen (Erfahrungen 130/120 km/h und, zusätzlich<br />
etwas erhöht, da bei geringeren Tempi die Wirksamkeit<br />
höher sein dürfte)<br />
Also: Wirksamkeit = 10 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Flächendeckende Einführung: 100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Der Beachtungsgrad beträgt etwa 40 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 1) Dietrich, K. et al. (1988), Auswirkungen von Tempo 80/120<br />
auf die Verkehrssicherheit. bfu/ETH<br />
2) ETSC (1995), Durch zu hohe Geschwindigkeit verursachte<br />
Verkehrsopfer verringern<br />
3) Chen, G. et al. (2000), Evaluation of photo radar program in<br />
British Columbia. Acc Anal & Prev 32, 517-526<br />
4) Clough, W.S. (1992), Influencing speed choice. In: BASt (1992),<br />
Proceedings of Fourth European Workshop on Recent Developments<br />
in Road Safety Research. Heft 255, S. 50–55<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 05/S. 2
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
JA<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 338 43<br />
Wirkungsbereich [a] 80 %<br />
80 %<br />
Wirksamkeit [b] 10 % 10 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 40 %<br />
Ø 40 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 9 1 9 1<br />
Motorrad 1 0 1 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 1 0<br />
Total 11 1 11 1<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 05/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme M 06<br />
Tempo-Regime 70 ausserorts<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Ausserorts soll generell das Regime 70 km/h eingeführt werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Ausserorts soll generell 70 km/h eingeführt werden, ausser auf<br />
Abschnitten mit <strong>eine</strong>m erhöhten Sicherheitsstandard (Mittelleitplanken,<br />
siehe Massnahme K 24). Abschnitte, die bei Einführung<br />
<strong>der</strong> Massnahme mit <strong>eine</strong>r tieferen Limite signalisiert sind, sollen<br />
so belassen werden.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Es gibt verschiedene Evaluationsberichte von Temporeduktionen,<br />
allerdings zum Teil kombiniert mit Radarkontrollen usw.<br />
Eine Reduktion <strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit in Höhe von<br />
1 km/h im Innerortsbereich ergibt <strong>eine</strong> Abnahme <strong>der</strong> Unfallhäufigkeit<br />
von 3 % (ETSC-Bericht). Ausserorts und auf Autobahnen<br />
ist <strong>der</strong> Effekt sicher nicht so gross, weil bei hohen Tempi die<br />
Belastungsgrenzen des menschlichen Körpers eh überschritten<br />
sind. In Dänemark wurden die Regimes auf Autobahnen und<br />
Ausserortsstrassen 1979 von 110 km/h auf 100 km/h resp. von<br />
90 km/h auf 80 km/h gesenkt. Das hat zu <strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong><br />
mittleren Geschwindigkeit von 2 % und <strong>eine</strong>r hiermit verbundenen<br />
Reduktion <strong>der</strong> Unfälle mit Verletzten von 17.5 % geführt. In<br />
<strong>eine</strong>r weiteren Literaturstudie wird gefolgert, dass <strong>eine</strong> Senkung<br />
<strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit um 1 km/h <strong>eine</strong> Reduktion um 5 %<br />
<strong>der</strong> Unfälle mit Verletzten ergäbe.<br />
Am ehesten mit <strong>der</strong> vorliegenden Massnahme in Analogie gebracht<br />
werden kann die Reduktion des Regimes auf Ausserortsstrassen<br />
von 100 km/h auf 80 km/h Mitte <strong>der</strong> 80er Jahre. Die<br />
Regimeän<strong>der</strong>ung brachte <strong>eine</strong> Reduktion <strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit<br />
von 90 km/h vorher auf 80 km/h nachher<br />
(–10 km/h). Dies hatte <strong>eine</strong> Reduktion <strong>der</strong> Verunfallten von ca.<br />
10 % zur Folge sowie <strong>eine</strong> Abnahme <strong>der</strong> Anzahl Verunfallten um<br />
8 %. Heute beträgt die mittlere Geschwindigkeit auf Ausserortsstrassen<br />
geschätzt 80 km/h (k<strong>eine</strong> aktuellen Messungen vorhanden).<br />
Eine Än<strong>der</strong>ung des Regimes auf 70 km/h hätte schätzungsweise<br />
<strong>eine</strong> Reduktion von diesen 80 km/h auf ca. 76 km/h<br />
(also –4 km/h) zur Folge. Ausgehend von den Erfahrungen <strong>der</strong><br />
Regimeän<strong>der</strong>ung Mitte 80er Jahre wird die Annahme getroffen,<br />
dass sich bei <strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit um<br />
4 km/h die Zahl <strong>der</strong> Verunfallten um ca. 5 % reduziert.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 06/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte nach Verkehrsteilnahme ausserorts, 2000<br />
Verletzte BFS 8653<br />
(386 ANDERE, 5934 PW, 1351 MR, 224 MOFA, 577 FR, 181 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 2186<br />
(95 ANDERE, 1174 PW, 548 MR, 67 MOFA, 222 FR, 80 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 6467<br />
(291 ANDERE, 4760 PW, 803 MR, 157 MOFA, 355 FR, 101 FG)<br />
Getötete BFS 331<br />
(192 PW, 61 MR, 7 KLMR, 11 MOFA, 13 FR, 24 ANDERE, 23 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 28094<br />
(2007 ANDERE, 15428 PW, 4458 MR, 963 MOFA, 4731 FR,<br />
507 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 1929<br />
(48 ANDERE, 822 PW, 658 MR, 101 MOFA, 244 FR, 56 FG)<br />
Und Leichtverletzte 26165<br />
(1959 ANDERE, 14606 PW, 3800 MR, 862 MOFA, 4487 FR,<br />
451 FG)<br />
Getötete 331<br />
(192 PW, 68 MR, 11 MOFA, 13 FR, 24 ANDERE, 23 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Es können alle von <strong>der</strong> Massnahme profitieren, auch diejenigen,<br />
die jetzt schon nur 70 km/h schnell fahren; diese profitieren bei<br />
<strong>eine</strong>r Kollision von <strong>der</strong> reduzierten Geschwindigkeit des Kollisionsgegners.<br />
Deshalb: 100 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] Theoretisch ist bei <strong>eine</strong>r Reduktion um 10 km/h mit <strong>eine</strong>m Minus<br />
von ca. 20 % zu rechnen (Erfahrungen 100/80 km/h und, zusätzlich<br />
erhöht, da bei geringeren Tempi die Wirksamkeit höher sein<br />
dürfte)<br />
Also: Wirksamkeit = 20 %; bei den Getöteten wird von 30 % ausgegangen,<br />
da vermutlich in diesem Bereich rel. geringe Tempounterschiede<br />
über Leben und Tod entscheiden.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Flächendeckende Einführung: 100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Etwa 20 % <strong>der</strong> Lenker werden sich an die tiefere Limite halten.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 1) Dietrich, K. et al. (1988), Auswirkungen von Tempo 80/120<br />
auf die Verkehrssicherheit. bfu/ETH<br />
2) ETSC (1995), Durch zu hohe Geschwindigkeit verursachte<br />
Verkehrsopfer verringern<br />
3) Chen, G. et al. (2000), Evaluation of photo radar program in<br />
British Columbia. Acc Anal & Prev 32, 517–526<br />
4) Clough, W.S. (1992), Influencing speed choice. In: BASt<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 06/S. 2
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
(1992), Proceedings of Fourth European Workshop on Recent<br />
Developments in Road Safety Research. Heft 255, S.<br />
50–55<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 06/S. 3
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1929 331<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 20 % 30 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 20 %<br />
Ø 20 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 33 12 33 12<br />
Motorrad 26 4 26 4<br />
Mofa 4 1 4 1<br />
Fahrrad 10 1 10 1<br />
Fussgänger 2 1 2 1<br />
An<strong>der</strong>e 2 1 2 1<br />
Total 77 20 77 20<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 06/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme M 07<br />
Erhöhung <strong>der</strong> Ordnungsbussen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Erhöhung <strong>der</strong> Bussensätze um 100 % <strong>für</strong> sicherheitsrelevante<br />
Verkehrsregelverstösse. Darunter fallen u. a.:<br />
� Überschreiten <strong>der</strong> höchstzulässigen Geschwindigkeit bis 15 km/h<br />
� Nichtbeachten <strong>eine</strong>s Lichtsignals<br />
� Wi<strong>der</strong>handlungen gegen die Einspurordnung<br />
� Nichttragen <strong>der</strong> Sicherheitsgurten/Schutzhelme<br />
� Telefonieren im Auto<br />
� Nicht vollständiges Anhalten bei Stopsignalen (Rollstop)<br />
� Nichtbeachten von Vorschriftssignalen<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Aufgabe <strong>der</strong> Strafe – dazu zählen auch Geldstrafen in Form<br />
von Bussen – ist es, die Rechtsgüter Leben, Gesundheit und<br />
Vermögen zu schützen und den Täter durch die Strafe zu veranlassen,<br />
fremde Rechtsgüter zu achten. Ziel <strong>der</strong> Strafe ist <strong>eine</strong>rseits<br />
die Spezialprävention (Erziehung und Resozialisierung des<br />
Delinquenten) und an<strong>der</strong>erseits die Generalprävention (Beeinflussung<br />
<strong>der</strong> Allgemeinheit, dass nicht gegen die Rechtsordnung<br />
verstossen wird). Im Verkehrsrecht werden die zu schützenden<br />
Rechtsgüter durch die Garantie von Sicherheit und unfallfreien<br />
Fortbewegungsmöglichkeiten bewahrt. Ordnungsbussen, die<br />
<strong>eine</strong> r<strong>eine</strong> Geldstrafe als Strafdrohung <strong>für</strong> bestimmte Verletzungen<br />
von Verkehrsverstössen beinhalten, müssen daher – um im<br />
Sinne <strong>der</strong> Generalprävention und <strong>der</strong> Verbesserung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />
wirksam zu sein – auch entsprechend hoch angesetzt<br />
sein. Ordnungsbussen dürfen nicht dazu verleiten, dass<br />
Verkehrsregelverletzungen ins Verkehrsverhalten einkalkuliert<br />
werden und <strong>eine</strong> allfällige Busse in Kauf genommen wird. Die<br />
Ordnungsbussenansätze müssen so festgelegt werden, dass sie<br />
geeignet sind, Verkehrsteilnehmer von <strong>der</strong> Missachtung <strong>der</strong><br />
Verkehrsvorschriften abzuhalten<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Verkehrsverbände<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Verschiedene in- und ausländische Untersuchungen und Meinungsäusserungen<br />
weisen darauf hin, dass <strong>eine</strong> härtere Strafdrohung<br />
und -praxis auf potenzielle Straftäter, auch auf Verkehrsdelinquenten,<br />
abschreckend wirkt. Im Strassenverkehrsrecht<br />
hat sich gezeigt, dass Gesetzes- und Verordnungsrevisionen,<br />
mit denen unter an<strong>der</strong>em auch die Freiheitsstrafen<br />
o<strong>der</strong> Bussen verschärft bzw. erhöht wurden, zu <strong>eine</strong>m Rückgang<br />
<strong>der</strong> Delinquenz geführt haben (z. B. Gurtentragpflicht, Helmtrag-<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 07/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
pflicht, Bussenerhöhung <strong>für</strong> Missachtung von Geschwindigkeitsvorschriften).<br />
Dieser Rückgang ist allerdings vielfach nur vorübergehen<strong>der</strong><br />
Natur. Diese Tatsache berechtig zur Annahme,<br />
dass ein Verzicht auf <strong>eine</strong> Strafordnung o<strong>der</strong> geringe Strafen im<br />
Strassenverkehr die Unfallzahlen ansteigen lässt. Je grösser die<br />
Wahrscheinlichkeit ist, als Verkehrsdelinquent ertappt und hart<br />
ins Recht gefasst zu werden, desto grösser ist die Zahl <strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer,<br />
die hoffentlich bestrebt ist, sich an die Vorschriften<br />
zu halten.<br />
Die Erhöhung <strong>der</strong> Ordnungsbussen in <strong>der</strong> Schweiz 1996 scheint<br />
<strong>eine</strong>n – jedoch geringen – positiven Effekt auf das Delinquenzverhalten<br />
bewirkt zu haben. Insbeson<strong>der</strong>e die Geschwindigkeiten<br />
innerorts haben sich kaum verän<strong>der</strong>t (jedoch: Aussage hat<br />
beschränkte Aussagekraft wegen methodischer Probleme) (Killias,<br />
1996).<br />
Ordnungsbussen, die <strong>eine</strong> r<strong>eine</strong> Geldstrafe als Strafdrohung <strong>für</strong><br />
bestimmte Verkehrsverstösse beinhalten, müssen daher – um in<br />
Sinn <strong>der</strong> Generalprävention und <strong>der</strong> Verbesserung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />
wirksam zu sein – auch einschneidend hoch angesetzt<br />
werden. Ordnungsbussen dürfen wegen ihrer einfachen Verhängung<br />
und <strong>der</strong> niedrigen Ansätze nicht dazu verleiten, dass sich<br />
Verkehrsteilnehmer <strong>für</strong> relativ wenig Geld unfallträchtige Verhaltensweisen<br />
leisten können. Der riskant fahrende Lenker, <strong>der</strong> das<br />
Glück hat, dabei k<strong>eine</strong>n Unfall zu verursachen, soll durch geringe<br />
Strafdrohung und Sanktion nicht noch <strong>für</strong> s<strong>eine</strong> Verhaltensweise<br />
belohnt werden. O<strong>der</strong> an<strong>der</strong>s gesagt: Die Höhe <strong>der</strong> Busse<br />
bzw. Sanktion sollte <strong>der</strong>art sein, dass es nicht mehr als lohnenswert<br />
erscheint, Verkehrsregelverletzungen zu begehen und<br />
damit Leib und Leben an<strong>der</strong>er zu gefährden.<br />
Bussen <strong>für</strong> Verkehrsdelikte in an<strong>der</strong>n Län<strong>der</strong>n<br />
(Basis: Höhe des Einkommens):<br />
Finnland Norwegen Schweden<br />
Missachtung Parkverbot 25-160 Fr. 95 Fr. 150 Fr.<br />
Missachtung Überholverbot 8-30 Tagessätze 570 Fr. 230 Fr.<br />
Missachtung Rotlicht 8-22 Tagessätze 570 Fr. 230 Fr.<br />
20 km/h zu schnell 10 Tagessätze 380 Fr. 230-270 Fr.<br />
Alkohol am Steuer ab 160 Fr. ab 45 Tages- ab 30 Tages<br />
sätze sätze<br />
(Quelle: Metropol, 5.3.2001)<br />
Betroffene Unfälle 1 Auto- und Motorradunfälle, Verunfallte (2000). Falsches Verhalten<br />
nach den Mängeln/Einflüssen:<br />
− Einwirken Alkohol, Drogen, Medikamente<br />
− Nichtbeachten Zeichengebung<br />
− Missachten Lichtsignalanlage<br />
− Bedienung Fahrzeug<br />
− Ladung Fahrzeug<br />
− Unaufmerksamkeit und Ablenkung<br />
− Geschwindigkeit, Überholen, Vortritt<br />
Verletzte BFS 23929<br />
(14924 PW, 3135 MR, 1018 KLMR, 836 MOFA, 1897 VELO, 497<br />
ANDERE, 1622 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 07/S. 2
Davon Schwerverletzte BFS 4815<br />
(76 ANDERE, 2248 PW, 1273 MR; 191 MOFA, 494 FR, 533 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 19114<br />
(421 ANDERE, 12676 PW, 2880 MR, 645 MOFA, 1403 FR,<br />
1089 FG)<br />
Getötete BFS 447<br />
(252 PW, 75 MR, 11 KLMR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 AND, 73 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 78783<br />
(38802 PW, 13705 MR, 3595 MOFA, 15555 VELO, 2584 AN-<br />
DERE, 4542 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 4343<br />
(38 ANDERE, 1574 PW, 1528 MR, 287 MOFA, 543 FR, 373 FR)<br />
Und Leichtverletzte 74440<br />
(2546 ANDERE, 37228 PW, 12177 MR, 3308 MOFA, 15012 FR,<br />
4169 FG)<br />
Getötete 447<br />
(252 PW, 86 MR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 AND, 73 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 100 %; neue Ordnungsbussenansätze gelten <strong>für</strong> sämtliche Motorfahrzeuglenker<br />
Wirksamkeit 3 [b] 50 % (Schätzung)<br />
(theoretische Wirksamkeit = Wahrscheinlichkeit des Nichteintretens<br />
des Unfalls bei Nichtbegehung des Deliktes).<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Das Strassenverkehrsgesetz gilt <strong>für</strong> das gesamte Gebiet <strong>der</strong><br />
Schweiz, sodass k<strong>eine</strong> Einschränkung des theoretischen Rettungspotenzials<br />
zu erwarten ist. 100 % bei gleichbleiben<strong>der</strong> Kontrolldichte.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Die Beachtung – Nichtbegehung <strong>eine</strong>s Verkehrsdeliktes wegen<br />
Höhe (Erhöhung) <strong>der</strong> angedrohten Strafe – ist nach dem Stand<br />
des Wissens tief. Die Wirkung ist kurzfristig hoch, langfristig tief,<br />
sofern nicht die Kontrollwahrscheinlichkeit hoch ist (das ist hingegen<br />
<strong>eine</strong> an<strong>der</strong>e Massnahme).<br />
max. 10 %, durchschnittlich 4 %.<br />
Offene Fragen Die Effizienz <strong>der</strong> Massnahme hängt massgeblich vom Grad <strong>der</strong><br />
Überwachung des Verkehrs ab. Der Verkehrsteilnehmer muss<br />
wissen, dass sein Fehlverhalten von den Überwachungs- und<br />
Kontrollorganen des Strassenverkehrs bemerkt, registriert und<br />
sanktioniert wird.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 07/S. 3
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Bürchler (1973). Kann das Strafrecht an die Verkehrssicherheit<br />
<strong>eine</strong>n Beitrag leisten? Zürich<br />
Cramer (1975). Unfallprofilaxe durch Strafen und Geldbussen.<br />
Pa<strong>der</strong>born<br />
Killias, M. (1996), Rapport sur les conséquences de l'augmentation<br />
des amendes d'ordre (Institutspapier, nicht publiziert;<br />
Kopie bei bfu/Si)<br />
Rehberg (1992). Droht im Strassenverkehr ein Kampf alle gegen<br />
alle? Informationsblatt <strong>der</strong> Universität Zürich, Nr. 4/S. 15<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA.<br />
Die Erhöhung <strong>der</strong> Ordnungsbussen wird sicherlich <strong>eine</strong>n Teil <strong>der</strong><br />
Fahrzeuglenker zu korrekter Fahrweise anhalten. Ein an<strong>der</strong>er<br />
Teil wird aber weiterhin die Bussen vorsätzlich und kühl in ihre<br />
Fahrweise einkalkulieren und Geschwindigkeitsvorschriften übertreten,<br />
Lichtsignale missachten etc. Das "Projekt" sollte aber<br />
trotzdem weiterverfolgt werden, denn wenn <strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer<br />
weiss, dass gewissen Verkehrsregelverletzungen konsequent<br />
zu <strong>eine</strong>r Geldstrafe führen, wird er sich durch die Androhung<br />
dieser Strafe stärker beeindrucken lassen.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 07/S. 4
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 4343 447<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />
Ø 4 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 79 13 31 5<br />
Motorrad 76 4 31 2<br />
Mofa 14 0 6 0<br />
Fahrrad 27 1 11 0<br />
Fussgänger 19 4 7 1<br />
An<strong>der</strong>e 2 0 1 0<br />
Total 217 22 87 8<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 07/S. 5
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme M 08<br />
Automatische Verkehrskontrollen: digitaler<br />
Fahrtenschreiber (inkl. UDS)<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht den obligatorischen Einbau <strong>eine</strong>s digitalern,<br />
crashfesten und manipulationssicheren Fahrtenschreibers<br />
zur Aufzeichnung des Geschwindigkeitsprofils und weiterer<br />
Fahrzeugdaten in allen Fahrzeugen vor.<br />
Damit die Daten <strong>für</strong> Enforcementzwecke verwendbar sind, bedarf<br />
es <strong>der</strong> entsprechenden gesetzlichen <strong>Grundlagen</strong> (Einbauobligatorium,<br />
Anerkennung als Beweismittel etc.). Zudem müssen<br />
die Daten regelmässig ausgewertet werden.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller, Fahr<br />
zeughalter<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2030<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von PW und MR, 2000<br />
Verletzte BFS 26985 (553 ANDERE, 17145 PW, 4157 MR, 870<br />
MOFA, 2018 FR, 2242 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 5192 (78 ANDERE, 2431 PW; 1258<br />
MR; 195 MOFA, 519 FR, 711 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 21793 (475 ANDERE, 14714 PW, 2899<br />
MR; 675 MOFA, 1499 FR, 1531 FG)<br />
Getötete BFS 489 (9 ANDERE, 273 PW, 87 MR, 8 MOFA; 19<br />
FR, 93 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte BFS 87738 (2876 ANDERE, 44577 PW, 13718 MR,<br />
3741 MOFA, 16548 FR, 6278 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 4613 (39 ANDERE, 1702 PW; 1510 MR;<br />
293 MOFA; 571 FR, 498 FG)<br />
Und Leichtverletzte 83125 (2837 ANDERE, 42875 PW; 12208<br />
MR; 3448 MOFA, 15977 FR, 5780 FG)<br />
Getötete 489 (9 ANDERE, 273 PW, 87 MR, 8 MOFA; 19 FR, 93<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 08/S. 1
FG)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 7%<br />
Die Einführung des Fahrtenschreibers auch <strong>für</strong> PW motivieren<br />
den Fahrer zu permanenter Berücksichtigung <strong>der</strong> Verkehrsregeln,<br />
da bei <strong>eine</strong>m Unfall Versicherungsleistungen gekürzt werden<br />
können o<strong>der</strong> auch nachträglich Bussen verhängt werden<br />
könnten.<br />
Regelmässige Kontrolle und Auswertung <strong>der</strong> registrierten Daten<br />
ist notwendig.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% (bis 2030), (Durchschnitt bis 2020: 30%)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80%<br />
Der Beachtungsgrad von telematischen Enforcementmassnahmen<br />
liegt vermutlich höher als bei den klassischen Kontrollen, da<br />
die Sanktionswahrscheinlichkeit enorm erhöht werden kann.<br />
Offene Fragen Wie können die Daten kontrolliert werden, damit sie Enforcement-Zwecken<br />
dienen?<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 08/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 4613 489<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 7 % 7 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 30 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 95 15 29 5<br />
Motorrad 85 5 25 1<br />
Mofa 16 0 5 0<br />
Fahrrad 32 1 10 0<br />
Fussgänger 28 5 8 2<br />
An<strong>der</strong>e 2 1 1 0<br />
Total 258 27 78 8<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 08/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme M 09<br />
Obligatorium Gurt-Ignition-Interlock-System<br />
(Wegfahrsperre)<br />
Exakte Ausformulierung Ab 2010 müssen alle Neuwagen mit <strong>eine</strong>r Einrichtung versehen<br />
sein, die das Starten des Motors verunmöglicht, wenn nicht alle<br />
Insassen angegurtet sind.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Autoimporteure<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020 (innerhalb von 10 bis 12<br />
Jahren ist <strong>der</strong> Wagenpark<br />
erneuert)<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte PW-Insassen nicht angegurtet, 2000<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />
Verletzte BFS 2490<br />
Davon Schwerverletzte BFS 635<br />
Und Leichtverletzte BFS 1855<br />
Getötete BFS 136<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 6474<br />
Davon Schwerverletzte 445<br />
Und Leichtverletzte 6029<br />
Getötete 136<br />
Wirksamkeit 3 [b] Wirksamkeit: 45 % <strong>für</strong> tödliche und 35 % <strong>für</strong> nicht tödliche Verletzungen<br />
(Zahlen von Evans, 1996)<br />
Die Wirksamkeit ist gemäss Evans tiefer als gemeinhin angenommen,<br />
weil<br />
• mit Unfallschwere Wirksamkeit abnimmt<br />
• mit zunehmen<strong>der</strong> Unfallschwere Wahrscheinlichkeit abnimmt,<br />
dass Gurt getragen wurde (selective recruitment)<br />
• Gurt Todesfälle wirksamer verhütet als Verletzungen<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 09/S. 1
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 50 %<br />
10 % nach 1 Jahr, 100 % nach 10 Jahren (kontinuierliche Zunahme,<br />
da pro Jahr ca. 300'000 neue Fahrzeuge zugelassen<br />
werden), ab 2021: 100 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 95 %<br />
(nicht 100 % trotz Obligatorium, da es <strong>eine</strong> Ausnahmeregelung<br />
<strong>für</strong> sehr kl<strong>eine</strong> und behin<strong>der</strong>te Personen geben wird und einige<br />
Lenker das System manipulieren werden)<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen BFS (2000), Strassenverkehrsunfälle in <strong>der</strong> Schweiz 1999, S. 96<br />
(T2.19: Verunfallte Lenker + Mitfahrer nach benutztem Fahrzeug,<br />
Tragen von Sicherheitsgurt ...)<br />
Cairney, P. (1998), Road Safety Research Conference, Wellungton,<br />
New Zealand; Potential contributions of intelligent transport<br />
systems to road safety in Australia<br />
Evans, L. (1996), Safety-Belt Effectiveness: the influence of<br />
crash and selective recruitment. In: Accid. Anal. And Prev.,<br />
Vol 28, No 4, pp. 423–433<br />
Turbell, T. et al. (1996), Optimizing seat belt use by interlock<br />
systems, Proceedings of the fifteenth int. technical conference<br />
on the enhanced safety of vehicles, Melbourne, Australia<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 09/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 445 136<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 35 % 45 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 95 %<br />
Ø 95 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 148 58 74 29<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 148 58 74 29<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 09/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme M 10<br />
Intelligente Gurtstraffsysteme<br />
(smart seat belts)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Beim Aufprall des Fahrzeuges auf ein Hin<strong>der</strong>nis rastet die Gurte<br />
ein. Weil dieser Vorgang abrupt erfolgt, können den Insassen<br />
innere Verletzungen zugefügt werden. Die Smart Seat Belts<br />
fangen den Stoss teilweise auf.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die zusätzliche Einrichtung <strong>der</strong> intelligenten Gurtstraffsysteme<br />
wird empfohlen. Diese müssen jedoch auf das jeweilige Fahrzeug<br />
abgestimmt werden.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Autoimporteure<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen Es sind bereits markengeschützte Smart Seat Belts <strong>der</strong> Firma<br />
BFGoodrich (USA) getestet worden: Das SmartBeltTM System<br />
funktioniert ähnlich wie ein Airbag. Rund 10 Millisekunden nach<br />
<strong>eine</strong>m Zusammenstoss wird entlang des Gurtes ein Airbag aufgeblasen,<br />
welcher die Verzögerung mil<strong>der</strong>n kann.<br />
Die Markteinführung in den USA ist auf 2002 vorgesehen. Literaturhinweise<br />
finden sich unter www.cartoday.com\livenews\news\<br />
00\07\27\27.2.asp und www.bfgsmartbelt.com. Der SmartBeltTM<br />
soll gemäss Angaben des Herstellers im Vergleich mit konventionellen<br />
Systemen die HIC (Head Injury Criteria)-Werte und die<br />
Belastung des Brustkorbes signifikant senken bzw. verbessern.<br />
Aufgrund <strong>der</strong> verfügbaren Unterlagen war <strong>eine</strong> Quantifizierung<br />
<strong>der</strong> Testresultate nicht möglich.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte Fz-Insassen in Personenwagen angegurtet, 2000<br />
Verletzte BFS 14327<br />
Davon Schwerverletzte BFS 1655<br />
Und Leichtverletzte BFS 12672<br />
Getötete BFS 102<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 37250<br />
Schwerverletzte 1159<br />
Leichtverletzte 36091<br />
Getötete 102<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 10/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] Wirkungsbereich: 100 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 5 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] max. 100 % (Ø 50 %)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 100 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Internet<br />
CD TRANSPORT 1988–2000<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 10/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 1159 102<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 58 5 29 3<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 58 5 29 3<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 10/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme M 11<br />
Fahrzeugbeeinflussung: Steuerung <strong>der</strong> Fahrdynamik<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Diese Massnahme sieht die intelligente Steuerung aller Manöver<br />
aufgrund <strong>der</strong> Daten von fahrzeugseitigen Sensoren zur Erkennung<br />
an<strong>der</strong>er Fahrzeuge und von Hin<strong>der</strong>nissen vor.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Fahrerassistenz-Systeme haben zum Ziel, den Fahrer zu entlasten<br />
und die Sicherheit zu maximieren.<br />
Das Auto <strong>der</strong> Zukunft wird mit diversen Assistenz- und Sensorsystemen<br />
ausgerüstet sein, die Umweltfaktoren (z. B. Eisglätte)<br />
und Gefahrensituationen (z. B. Hin<strong>der</strong>nisse auf <strong>der</strong> Fahrbahn)<br />
automatisch erfassen, analysieren, den Fahrzeuglenker warnen<br />
und gegebenenfalls die Fahrdynamik beeinflussen. Der Fahrer<br />
bleibt aber weiterhin <strong>der</strong> verantwortliche Entscheidungsträger <strong>für</strong><br />
sämtliche Fahrmanöver.<br />
Die umfassende Steuerung <strong>der</strong> Fahrdynamik geht mehrere<br />
Schritte weiter und bildet die maximale Ausdehnung <strong>eine</strong>s solchen<br />
Systems. Der Fahrer wird nicht nur gewarnt und unterstützt,<br />
son<strong>der</strong>n das Assistenz-System greift aktiv in Fahrdynamik<br />
und -manöver ein und übernimmt die Funktion des Fahrers.<br />
Erste Ansätze wie z. B. das aktive Gaspedal o<strong>der</strong> aktive Lenkrad<br />
hat die Automobilindustrie heute schon entwickelt und diese<br />
Fahrerassistenz-Systeme werden auch schon angeboten. Die<br />
Implementierung <strong>eine</strong>r umfassenden Steuerung <strong>der</strong> Fahrdynamik<br />
wird getestet, die Serienreife ist aber wohl noch in weiter<br />
Ferne.<br />
Beispiele:<br />
BMW Conneced Drive<br />
vgl. www.connecteddrive.com o<strong>der</strong><br />
www.bmwgroup.com/connecteddrive<br />
Das aktive Gaspedal unterstützt den Fahrer dabei, den richtigen<br />
Abstand zum Vor<strong>der</strong>mann zu halten. Ist <strong>der</strong> Abstand zu gering,<br />
wird am Gaspedal ein leichter, aber deutlich spürbarer Wi<strong>der</strong>stand<br />
aufgebaut – <strong>eine</strong> diskrete Auffor<strong>der</strong>ung an den Fahrer, die<br />
Geschwindigkeit zu verringern und somit den Abstand wie<strong>der</strong> zu<br />
vergrössern.<br />
Mit dem aktiven Lenkrad wird das Verhalten des Fahrers bei<br />
<strong>der</strong> Spurhaltung in Kurven, bei Seitenwind o<strong>der</strong> Spurrillen vorhergesagt.<br />
Daraus wird zu je<strong>der</strong> Situation das entsprechende<br />
Lenkverhalten abgeleitet. Überschreitet <strong>der</strong> Fahrer die Toleranzgrenze<br />
des als optimal errechneten Lenkverhaltens, spürt er am<br />
Lenkrad leichte Zugkräfte, mit denen die notwendigen Lenkkorrekturen<br />
angedeutet werden.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 11/S. 1
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2040<br />
Erfahrungen Automobilkonzerne arbeiten an solchen Visionen.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Mfz exkl. Mofas/MR,<br />
2000<br />
Verletzte BFS 26962 (1073 ANDERE, 17145 PW, 3248 MR, 921<br />
MOA, 2202 FR, 2373 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 5097 (208 ANDERE, 2431 PW, 886<br />
MR, 218 MOFA, 590 FR, 764 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 21865 (865 ANDERE, 14714 PW; 2362<br />
MR, 703 MOFA; 1612 FR, 1609 FG)<br />
Getötete BFS 525 (28 ANDERE; 273 PW; 62 MR, 13 MOFA, 31<br />
FR, 118 FG)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 89535 (5580 ANDERE; 44577 PW, 10718 MR, 3960<br />
MOFA, 18056 FR, 6644 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 4380 (104 ANDERE, 1702 PW; 1063<br />
MR, 327 MOFA, 649 FR, 535 FG)<br />
Und Leichtverletzte 85155 (5476 ANDERE, 42875 PW, 9655<br />
MR; 3633 Mofa, 17407 FR, 6109 FG)<br />
Getötete 525 (28 ANDERE; 273 PW; 62 MR, 13 MOFA, 31 FR,<br />
118 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] Die Wirkung solcher Systeme ist gross, da <strong>eine</strong> übergeordnete<br />
Leitstelle die Lenkung und Steuerung <strong>der</strong> Fahrzeuge übernimmt<br />
und koordiniert.<br />
Bei <strong>eine</strong>m Systemausfall muss <strong>der</strong> Fahrzeugführer sofort eingreifen<br />
können und die angestammten Aufgaben übernehmen<br />
können.<br />
30 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % bis 2040 (8 % im Durchschnitt bis 2020)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 50 %<br />
Die Steuerung <strong>der</strong> Fahrdynamik kann durch Fahrer übersteuert<br />
werden.<br />
Offene Fragen –<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 11/S. 2
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
JA<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 4380 525<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 30 % 30 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 8 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />
Ø 50 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 255 41 20 3<br />
Motorrad 159 9 13 1<br />
Mofa 49 2 4 0<br />
Fahrrad 97 5 8 0<br />
Fussgänger 80 18 6 1<br />
An<strong>der</strong>e 16 4 1 0<br />
Erläuterungen Total 656 79 52 5<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 11/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme M 12<br />
ECE-Normierung im Bereich Querdynamik <strong>der</strong><br />
Fahrzeuge<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Im Bereich <strong>der</strong> Querdynamik sind bereits sogenannte Elektronische<br />
Stabilitätsprogramme (ESP) bei einigen Fahrzeugen zur<br />
Serienreife entwickelt worden und sind in Betrieb. Eine eigentliche<br />
Normierung fehlt aber und soll erarbeitet werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Definition <strong>der</strong> Anfor<strong>der</strong>ungen an die Querdynamik im stationären<br />
und instationären Fahrzustand, welche bis zum Grenzbereich<br />
vorhersehbar sein soll. In diesem Bereich exisitieren Normversuche<br />
(stationäre Kreisfahrt, Übergangsverhalten) nach ISO und<br />
an<strong>der</strong>en Standards. Derzeit fehlen die Vorgaben <strong>der</strong> Entwicklungsziele<br />
(Grenzwerte) <strong>für</strong> diese Versuchsanordnungen. Für die<br />
Zulassung (Homologation) von Fahrzeugen sind weltweit k<strong>eine</strong><br />
Fahrdynamikversuche in Querrichtung gefor<strong>der</strong>t. Insbeson<strong>der</strong>e<br />
die Verän<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Reifencharakteristik in seitlicher Richtung<br />
lassen <strong>der</strong>artige Versuche als angezeigt ersch<strong>eine</strong>n.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen Erfahrungen liegen vor, aber ohne wissenschaftliche Erkenntnisse<br />
zur Wirksamkeit.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Schleu<strong>der</strong>-/Selbstunfällen mit Beteiligung von<br />
PW, 2000<br />
Verletzte BFS 5976 (65 ANDERE, 5599 PW, 170 MR, 31 MOFA,<br />
60 FR, 51 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 1305 (6 ANDERE, 1197 PW, 58<br />
MR, 11 MOFA; 14 FR, 19 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 4671 (59 ANDERE, 4402 PW, 112 MR,<br />
20 MOFA, 46 GT, 32 FG)<br />
Getötete BFS 207 (1 ANDERE, 189 PW, 13 MR, 1 FR, 3 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 16224 (338 ANDERE, 14557 PW, 561 MR; 133 MOFA;<br />
492 FR, 143 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 956 (3 ANDERE, 838 PW, 70 MR, 17<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 12/S. 1
MOFA; 15 FR, 13 FG)<br />
Und Leichtverletzte 15268 (335 ANDERE, 13719 PW; 491 MR;<br />
116 MOFA, 477 FR, 130 FG)<br />
Getötete 207 (1 ANDERE, 189 PW, 13 MR, 1 FR, 3 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Nur ein kl<strong>eine</strong>r Teil <strong>der</strong> Unfälle werden durch Massnahme beeinflusst.<br />
20%.<br />
Wirksamkeit 3 [b] 20%.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% (80%) Gehört in Zukunft zur Standardausrüstung.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 50% (50%)<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />
"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />
Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />
nicht vermiedenen Kollisionen<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 12/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 956 207<br />
Wirkungsbereich [a] 20 %<br />
20 %<br />
Wirksamkeit [b] 20 % 20 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 80 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />
Ø 50 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 17 4 13 3<br />
Motorrad 1 0 1 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 18 4 14 3<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 12/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme M 13<br />
Automatisierte Lokalisierung Unfallort und<br />
Notruf<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme (Automatisierte) Auslösung und Übertragung <strong>eine</strong>s Notrufs zu<br />
den zuständigen Einsatzkräften<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Automatische Alarmierungssysteme minimieren die Zeitspanne<br />
von Eintreten des Unfalls bis zum Aufbieten <strong>der</strong> Einsatzkräfte,<br />
wodurch <strong>eine</strong> möglichst rasche Unfallbewältigung möglich wird<br />
und die Folgen <strong>eine</strong>s Unfalls eingedämmt werden können. Durch<br />
Nummernerzwingung (bei telefonischer Alarmierung auf dem<br />
Festnetz) ist dies heute z. T. schon möglich<br />
Navigationssysteme und Mobiltelefone kombiniert erlauben automatische<br />
Koordinatenübermittlung zwecks genauer Standortangabe.<br />
Erfor<strong>der</strong>nisse:<br />
• Den Rettungsdiensten die Lokalisierung von Mobiltelefonen<br />
ermöglichen (Antennenstandort)<br />
• Notrufauslösung im Fahrzeug (z. B. über Unfalldatenschreiber,<br />
Auslösung Airbag)<br />
• Fahrzeuggeräte (GPS) <strong>für</strong> die Standortbestimmung<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />
� Rettungsdienste � Telefonnetzbetreiber<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Diese Massnahme wirkt auf alle Getöteten und Schwerverletzten.<br />
Verletzte BFS 30058<br />
(1147 ANDERE, 17145 PW, 4500 MR, 1240 MOFA, 3243FR,<br />
2783 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 6191<br />
(231 ANDERE, 2431 PW, 1364 MR, 305 MOFA, 959 FR, 901<br />
FG)<br />
Getötete BFS 592<br />
(30 ANDERE, 273 PW, 92 MR, 19 MOFA, 48 FR, 130 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 13/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 104908<br />
(5960 ANDERE, 44807 PW, 14648 MR, 5271 MOFA, 26492FR,<br />
7730 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 5713<br />
(125 ANDERE, 1747 PW, 1655 MR, 469 MOFA, 1060 FR, 657<br />
FG)<br />
Getötete 592<br />
(30 ANDERE, 273 PW, 92 MR, 19 MOFA, 48 FR, 130 FG)<br />
(Leichtverletzte können durch Massnahmen im Rettungswesen nicht vermieden<br />
werden.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 10 % Getötete, 5 % Schwerverletzte<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] max. 100 %. Durchschnittl. 50 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 100 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 13/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 5713 592<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 5 % 10 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 87 27 44 14<br />
Motorrad 83 9 41 5<br />
Mofa 23 2 12 1<br />
Fahrrad 53 5 27 2<br />
Fussgänger 33 13 16 7<br />
An<strong>der</strong>e 6 3 3 2<br />
Total 285 59 143 31<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 13/S. 3
N01 – N20 Nicht weiterverfolgte Massnahmen<br />
nach <strong>der</strong> Wirksamkeitsanalyse<br />
N01 Kampagne "Korrekte Einstellung <strong>der</strong> Kopfstützen"<br />
N02 Beschlagnahmung des Kontrollschildes bei Führerausweisentzug<br />
N03 Ausdehnung Überholverbote <strong>für</strong> Lastwagen auf Autobahnen<br />
N04<br />
Automatische Verkehrskontrollen: digitaler Fahrzeugausweis mit<br />
Transpon<strong>der</strong><br />
N05 Überprüfung und Sanierung <strong>der</strong> Kreisel-Geometrie<br />
N06<br />
N07<br />
Optimierung von Strassenerhaltungs- und Strassenunterhaltsmassnahmen<br />
Verkehrslenkung: nationale Zentrale, regionale Umsetzung,<br />
Wechselwegweisung<br />
N08 Fahrstreifenbenützungsberechtigung innerorts und auf Autobahnen<br />
N09 Management <strong>der</strong> Ausnahme- und Gefahrguttransporte<br />
N10 Störungsmanagement (ohne Management <strong>der</strong> Ereignisdienste)<br />
N11 Parkleit- und Parkplatzreservations- und Inkassosystem<br />
N12<br />
Fahrzeugführerunterstützung: Automatisierte Fahrzeug-Diagnose und<br />
Pannenruf<br />
N13 Einbau Kin<strong>der</strong>rückhaltesystem ISO-Fix<br />
N14 Verbesserung <strong>der</strong> Kontur- und Lateralmarkierung beim Schwerverkehr<br />
N15<br />
Verkehrssteuerung und Verkehrsmanagement in Städten und<br />
Agglomerationen<br />
vor <strong>der</strong> Wirksamkeitsanalyse<br />
N16 Erhöhung des Mindestalters zum Velofahren<br />
N17 Obligatorische Meldepflicht <strong>für</strong> Ärzte (bei Zweifeln an <strong>der</strong> Fahreignung)<br />
N18 Verkehrstechnische Massnahmen gegen Geisterfahrer<br />
N19 Zulassung von Frontbremsleuchten<br />
N20<br />
Trajectory Control anstatt punktuelle Geschwindigkeitskontrollen auf<br />
Autobahnen
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme N 01<br />
Kampagne "Korrekte Einstellung <strong>der</strong> Kopfstützen"<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Es ist darauf hinzuweisen, dass bereits ein besserer Schutz<br />
besteht, wenn die Kopfstütze korrekt eingestellt wird.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Viele Personenwagen sind zwar heute immer noch nicht mit<br />
<strong>eine</strong>m Sitz ausgerüstet, <strong>der</strong> zusammen mit <strong>der</strong> Kopfstütze die<br />
Halswirbelsäule bei <strong>eine</strong>r Heckkollision nach dem Stand des<br />
Wissens schützt. Die genauen biomechanischen Ursachen des<br />
Verletzungsbildes <strong>der</strong> Halswirbelsäule sind noch nicht vollumfänglich<br />
erforscht; es ist aber bekannt, dass <strong>eine</strong> möglichst geringe<br />
Distanz des Hinterkopfes zur Kopfstütze und die gute Abstützung<br />
des Kopfes durch hoch genug eingestellte Kopfstützen<br />
(Oberkante mindestens bis Oberkante des Kopfes) auch bei<br />
nicht beson<strong>der</strong>s guten Sitzen die Halswirbelsäule schützen können.<br />
Diese Einstellung kann von jedem Insassen selber vorgenommen<br />
werden; lei<strong>der</strong> wird diese wichtige Möglichkeit zum<br />
Eigenschutz sehr oft nicht beachtet.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010 (alle 10 J. 3 J. lang)<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit HWS Verletzungen, 1999<br />
Hochrechnung NBU:<br />
Verletzte 8000 PW<br />
Davon Schwerverletzte 50 PW<br />
Nach dem Kriterium Schwerverletzte (>2 Spitaltage) handelt es<br />
sich nach Auskunft von Herrn Dr. Walz um k<strong>eine</strong> klassische<br />
Einteilung. Die Bestimmung <strong>der</strong> Anzahl Schwerverletzten ist in<br />
diesem Fall sehr problematisch, weil es noch an<strong>der</strong>e allenfalls zu<br />
berücksichtigende Kriterien gibt (AIS, QTF)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Ausgehend von <strong>der</strong> Schätzung, dass rund 30% die Kopfstütze<br />
korrekt eingestellt haben, resultiert ein Wirkungsbereich von<br />
70%.<br />
Wirksamkeit 3 [b] 10%<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 01/S. 1
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 50% <strong>der</strong> Bevölkerung wird mit Kampagne erreicht. Durchschnitt<br />
25%.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80% <strong>der</strong>jenigen, die von <strong>der</strong> Kampagne gehört haben, stellen die<br />
Kopfstützen korrekt ein. Durchschnitt 60%.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen VESIPO<br />
"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />
Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />
nicht vermiedenen Kollisionen<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 01/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 50 0<br />
Wirkungsbereich [a] 70 %<br />
70 %<br />
Wirksamkeit [b] 10 % 10 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 50 %<br />
Ø 25 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 60 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 1 0 1 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 1 0 1 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 01/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme N 02<br />
Beschlagnahmung des Kontrollschildes bei<br />
Führerausweisentzug<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Beschlagnahmung des Fahrzeuges zusätzlich zu <strong>eine</strong>r Strafe<br />
o<strong>der</strong> <strong>eine</strong>s Führerausweisentzugs bzw. wegen Fahren trotz Führerausweisentzug<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Auffällige Fahrzeuglenker neigen zu <strong>eine</strong>m beträchtlichen Anteil<br />
dazu, trotz Führerausweisentzug weiterhin mit dem Auto zu fahren.<br />
Als Alternative wird vorgeschlagen, die Strafe sowie den<br />
Führerausweisentzug wegen Verkehrsdelikten mit <strong>eine</strong>r Beschlagnahmung<br />
des Fahrzeugs zu verstärken und damit von <strong>der</strong><br />
gemäss Art. 58 StGB (Strafgesetzbuch) bestehenden Möglichkeit<br />
<strong>der</strong> Sicherungseinziehung des Fahrzeuges durch die Strafbehörde<br />
vermehrt Gebrauch zu machen.<br />
Als schwächere Alternative könnte die Beschlagnahmung auch<br />
nur bei Lenkern vorgenommen werden, die bei Fahrten ohne<br />
Führerausweis erwischt worden sind.<br />
Eine weitere Alternative besteht darin, nicht das ganze Fahrzeug,<br />
son<strong>der</strong>n nur das Nummernschild zu konfiszieren (Simon,<br />
1995).<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Justiz<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Vereinzelt wurden auch schon Fahrzeuge von Verkehrsteilnehmern,<br />
die immer wie<strong>der</strong> Verkehrsunfälle verursacht haben, durch<br />
die Gerichtsbehörden beschlagnahmt (Vgl. Urteil des Zürcher<br />
Obergerichtes vom 27.12.1984 in SJZ [Schweizerische Juristenzeitung]<br />
82, 1986, S. 114). Das Kantonsgericht Luzern hat im<br />
Entscheid vom 21. Dez. 1998 (LGVE 48, 1999 I 100) festgehalten,<br />
dass die Sicherungseinziehung <strong>eine</strong>s beschlagnahmten<br />
Personenwagens gemäss Art. 58 StGB wegen akuter Gefährdung<br />
von an<strong>der</strong>n Verkehrsteilnehmern angezeigt sei, wenn anzunehmen<br />
sei, dass ein uneinsichtiger Fahrzeuglenker s<strong>eine</strong>n<br />
Wagen erneut ohne Nummernschil<strong>der</strong> und Versicherungsschutz<br />
sowie ohne Besitz des Führerausweises führen würde.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 02/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Unfälle, die durch Lenker mit Führerausweisentzug verursacht<br />
werden. Laut <strong>der</strong> ADMAS-Statstik gab es im Jahr 2000 53775<br />
Führerausweisentzüge, 1369 Personen wurden wegen Fahrens<br />
trotz Entzug bestraft, 135 Unfälle geschahen mit Beteiligung von<br />
Lenkern, die <strong>eine</strong>n Führerausweisentzug hatten.<br />
Gemäss BFS sind pro 1000 Unfälle 375 Verunfallte, 80 Schwerverletzte<br />
und 8 Getötete zu verzeichnen. Da es sich bei den<br />
Unfällen mit Entzügen hauptsächlich um Geschwindigkeits- und<br />
Trunkenheitsdelikte mit bekanntermassen höherem Verletzungsrisiko<br />
handelt, wird gegenüber dem Normalverhältnis von Unfällen<br />
zu Verunfallten/Schwerverletzten/Getöteten ein Faktor 2<br />
angenommen, d. h. es wird von 750 Verunfallten, 160 Schwerverletzten<br />
und 16 Getöteten pro 1000 Unfälle ausgegangen.<br />
Für die 135 Unfälle mit Fahren trotz Entzug bedeutet dies, dass<br />
folgende Zahlen von Verunfallten durch die Massnahme beeinflussbar<br />
sind (nur PW):<br />
101 Verunfallte, wovon 22 Schwerverletzte und 2 Getötete<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Grundsätzlich ist die Beschlagnahmung des Fahrzeugs in <strong>der</strong><br />
Schweiz möglich und wird auch gelegentlich veranlasst. Wirkungsbereich<br />
99 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] Ohne Fahrzeug ist kein Unfall möglich. Wirksamkeit 100 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Gemäss Auskunft wohl in den meisten Kantonen: 80 %, im<br />
Durchschnitt über 10 Jahre 40 %.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] DeYoung (1997) berichtet von 25 % weniger Fahrten bei Beschlagnahmung<br />
des Fahrzeugs.<br />
Offene Fragen Ein Problem könnte die Lagerung <strong>der</strong> Fahrzeuge sein. Eine grobe<br />
Überschlagsrechnung zeigt, dass im Jahr 2000 rund 300000<br />
Fahrausweisentzugsmonate verhängt wurden, d. h. rund 25000<br />
Parkplätze notwendig wären.<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen DeYoung, D.J. (1997), An evaluation of the specific deterrent<br />
effect of vehicle impoundment on suspended, revoked and<br />
unlicensed drivers in California. California Department of Motor<br />
Vehicles, Report Nr. RSS–97–171<br />
Simon, S.M. (1995), Strategies for dealing with the persistent<br />
drinking driver. Appendix D: Summary of Minnesota repeat<br />
DWI offen<strong>der</strong> plate impoundment law. Transportation Research<br />
Circular, 437, 72–73<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 02/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 22 2<br />
Wirkungsbereich [a] 99 %<br />
99 %<br />
Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />
Ø 40 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 25 %<br />
Ø 25 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 4 0 2 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 4 0 2 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 02/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme N 03<br />
Ausdehnung Überholverbote <strong>für</strong> Lastwagen<br />
auf Autobahnen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Eruieren von unfallträchtigen Strassenabschnitten und Einführung<br />
von Lastwagen-Überholverboten.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens und den wachsenden<br />
Verkehrsproblemen auf Schweizer Autobahnen wird<br />
zunehmend nach Strategien zur Gewährleistung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />
und <strong>der</strong> verkehrstechnischen Anfor<strong>der</strong>ungen gesucht.<br />
Mit <strong>der</strong> Einführung von Überholverboten <strong>für</strong> Lastwagen auf Autobahnen<br />
wird allgemein <strong>eine</strong> positive Einflussnahme auf den<br />
Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit erwartet.<br />
(SSV, Signal 2.09)<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Unterlagen liegen aus Deutschland vor.<br />
Für die Ermittlung <strong>der</strong> Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit<br />
wurden umfangreiche Erhebungen durchgeführt und ausgewertet.<br />
Zusammenfassend lässt sich feststellen:<br />
• K<strong>eine</strong> signifikanten Verän<strong>der</strong>ungen des Unfallgeschehens.<br />
Eine günstige Auswirkung lässt sich trotzdem bei beson<strong>der</strong>en<br />
Rahmenbedingungen erwarten: Starke Steigung, Unfallbeteiligung<br />
<strong>der</strong> LW grösser als Anteil am Verkehr, Abschnitte nach<br />
Fahrstreifenreduzierung.<br />
• Eine Verringerung <strong>der</strong> mittleren Unfallraten und Unfallkostenraten<br />
ist zu beobachten, beson<strong>der</strong>s im Bereich von Gefälle und<br />
Steigungen und mit hohen Unfallkennzahlen.<br />
Eine Quantifizierung <strong>der</strong> obenstehenden Resultate ist lei<strong>der</strong> nicht<br />
möglich, da Untersuchung anhand von drei Teilstrecken durchgeführt<br />
und nicht zusammengefasst wurde.<br />
BAB Nr. A1, Bremen – Münster,<br />
BAB Nr. A6, Nürnberg – Mannheim,<br />
BAB Nr. A 57, Köln – Nimwegen<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte auf dem gesamten Autobahnnetz, 2000<br />
Verunfallte BFS 3423 (220 ANDERE, 3095 PW, 93 MR, 15 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 467 (35 ANDERE, 389 PW, 37 MR; 6<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 03/S. 1
FG)<br />
Und Leichtverletzte 2913 (183 ANDERE, 2669 PW, 55 MR, 6<br />
FG)<br />
Getötete BFS 43 (2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 9540 (1144 ANDERE, 8047 PW, 307 MR; 42 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 327 (7 ANDERE, 272 PW, 44 MR, 4 FG)<br />
Und Leichtverletzte 9213 (1137 ANDERE, 7775 PW, 263 MR, 38<br />
FG)<br />
Getötete 43 (2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Der Bericht ASTRA-MINGE geht von zwei potenziellen Übergängen<br />
(San Bernardino, Gotthard) aus, die als Einsatzorte des<br />
Überholverbotes in Frage kommen könnten.<br />
Insgesamt dürfte diese Massnahme auf rund 20% <strong>der</strong> Autobahnunfälle<br />
wirken.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Ausgehend von den deutschen Untersuchungen dürfte die Wirksamkeit<br />
des Überholverbotes eher als klein eingestuft werden.<br />
5 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Wo sinnvoll, wird diese Massnahme ausgeführt.<br />
100%<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Praktisch alle Lastwagenlenker halten sich an das Überholverobot.<br />
90%<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen ASTRA Bundesamt <strong>für</strong> Strassen (2000), Mindesgeschwindigkeit<br />
<strong>für</strong> schwere Motorwagen zum Gütertransport (MINGE <strong>für</strong><br />
LW), Schlussbericht<br />
Drews, Otfried (1996), Verkehrliche Auswirkungen <strong>der</strong> Anordnung<br />
von Überholverboten <strong>für</strong> LKW auf Autobahnen, Schriftenreihe<br />
Lehrstuhl <strong>für</strong> Verkehrswesen Ruhr-Universität Bochum,<br />
Heft Nr. 152<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 03/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 327 43<br />
Wirkungsbereich [a] 20 %<br />
20 %<br />
Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 90 %<br />
Ø 90 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 2 0 2 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 2 0 2 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 03/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme N 04<br />
Automatische Verkehrskontrollen: digitaler<br />
Fahrzeugausweis mit Transpon<strong>der</strong><br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht den obligatorischen Einbau <strong>eine</strong>s Fahrzeuggerätes<br />
zur Speicherung und elektronischer Übermittlung<br />
<strong>der</strong> Daten des Fahrzeugausweises in allen schweren Fahrzeugen<br />
vor. Die Fahrzeugdaten können ohne Anhalten des Fahrzeuges<br />
an Empfänger ausserhalb des Fahrzeuges übermittelt<br />
werden (z. B. mittels DSRC-Transpon<strong>der</strong>).<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughalten<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Schleu<strong>der</strong>-/Selbst- und Auffahrunfällen mit Beteiligung<br />
von Schweren Güterfahrzeugen, 2000<br />
Verletzte BFS 626 (208 ANDERE, 388 PW, 18 MR, 2 MOFA, 8<br />
FR, 2 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 132 (58 ANDERE, 59 PW, 8 MR, 1<br />
MOFA, 5 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 494 (150 ANDERE, 329 PW; 10 MR; 1<br />
MOFA, 3 FR, 1 FG)<br />
Getötete BFS 20 (6 ANDERE; 12 PW, 1 MR, 1 FR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 2231 (1082 ANDERE, 1009 PW, 59 MR; 9 MOFA, 66<br />
FR, 6 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 89 (29 ANDERE, 41 PW, 10 MR, 2 MO-<br />
FA, 6 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte 2142 (1053 ANDERE, 968 PW, 49 MR, 7<br />
MOFA, 60 FR, 5 FG)<br />
Getötete 20 (6 ANDERE; 12 PW, 1 MR, 1 FR)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 04/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />
Wirksamkeit 3 [b] 3%<br />
Die automatische Übermittlung <strong>der</strong> Fahrzeugdaten unterstützt<br />
insbeson<strong>der</strong>e die Überprüfbarkeit <strong>der</strong> Einhaltung von Gewichtslimiten<br />
bei Lastwagen.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% (50%)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 70% (60%)<br />
Der Beachtungsgrad von telematischen Enforcementmassnahmen<br />
liegt vermutlich höher als bei den klassischen Kontrollen, da<br />
sowohl Kontrollhäufigkeit als auch Sanktionswahrscheinlichkeit<br />
deutlich erhöht werden können.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 04/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 89 20<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 3% 3 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 70 %<br />
Ø 60 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 1 0 0 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />
Total 2 0 0 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 04/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme N 05<br />
Überprüfung und Sanierung <strong>der</strong> Kreisel-<br />
Geometrie<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Systematische Überprüfung <strong>der</strong> Geometrie aller bestehenden<br />
Kreisel.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Unfallkommissionen werden verpflichtet, die geometrische<br />
Ausgestaltung aller bestehenden Kreisel zu überprüfen und wo<br />
nötig zu sanieren. Im Speziellen soll die Ablenkung durch die<br />
Mittelinsel und die Sichtweite nach links in den Kreiselzufahrten<br />
kontrolliert werden.<br />
Pro Behörde sind jährlich 10 % <strong>der</strong> Kreisel zu behandeln.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen an Kreiseln, 2000<br />
Verletzte BFS 542<br />
(17 ANDERE, 199 PW, 145 MR, 42 MOFA, 127 FR, 12 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 91<br />
(3 ANDERE, 30 PW, 20 MR, 11 MOFA, 26 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 451<br />
(14 ANDERE, 169 PW, 125 MR, 31 MOFA, 101 FR, 11 FG)<br />
Getötete BFS 3<br />
(1PW, 1 MOFA, 1 FR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 2340<br />
(88 ANDERE, 517 PW, 479 MR, 181 MOFA, 1041 FR, 34 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 94<br />
(2 ANDERE, 21 PW, 24 MR, 17 MOFA, 29 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte 2246<br />
(86 ANDERE, 496 PW, 455 MR, 164 MOFA, 1012 FR, 33 FG)<br />
Getötete 3<br />
(1PW, 1 MOFA, 1 FR)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 05/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 25 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 50 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 8 % im ersten Jahr, 80 % im Jahr 2015, durchschnittlich 40 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 100 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 05/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 94 3<br />
Wirkungsbereich [a] 25 %<br />
25 %<br />
Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />
Ø 40 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 2 0 1 0<br />
Motorrad 2 0 1 0<br />
Mofa 2 0 1 0<br />
Fahrrad 3 0 1 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 9 0 4 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 05/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme N 06<br />
Optimierung von Strassenerhaltungs- und<br />
Strassenunterhaltsmassnahmen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verhin<strong>der</strong>n von Unfällen infolge schlechten Fahrbahnzustandes.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die schlechten Strassenstellen sollen gemäss <strong>eine</strong>m zuvor festgelegten<br />
Schlüssel saniert werden. Je nach Strassentyp, Betrieb<br />
und Fahrbahnzustand muss die Sanierung in kürzeren o<strong>der</strong> längeren<br />
Zeitintervallen durchgeführt werden. Wurden an Brüstungen<br />
von Brücken Unfälle registriert, sollen im gleichen Zuge<br />
diese Brückenquerschnitte überprüft werden. Dies ist auch <strong>eine</strong><br />
OECD-Massnahme [1] bei Ausserorts-Unfällen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Unfälle, die von schlechtem Strassenunterhalt herrühren, sind<br />
meistens die Folge von schlechter Griffigkeit des Belags in Kurven<br />
o<strong>der</strong> von nasser Witterung. Es wird geschätzt, dass ca.<br />
70 % <strong>der</strong> Nass-Wetter-Unfälle verhin<strong>der</strong>t werden könnten, wenn<br />
die Griffigkeit erhöht werden kann. Gemäss Ogden [4] ist dieser<br />
Effekt aber in entwickelten Län<strong>der</strong>n nicht von Bedeutung. Haurer<br />
et al. [5] sagen sogar, dass <strong>eine</strong> Erhöhung <strong>der</strong> Griffigkeit an<br />
Orten mit nicht ausgewiesenen typischen Unfällen dieser Art<br />
<strong>eine</strong> Erhöhung <strong>der</strong> Unfallzahl bewirken kann. Die Erklärung da<strong>für</strong><br />
ist, dass die Erhöhung <strong>der</strong> Griffigkeit <strong>eine</strong> Erhöhung <strong>der</strong> gefahrenen<br />
Geschwindigkeiten bewirkt. Eine Studie besagt, dass <strong>eine</strong><br />
regelmässige Belagserneuerung die Trocken-Wetter-Unfälle um<br />
10 % ansteigen lässt, die Nass-Wetter-Unfälle aber um 15 %<br />
reduziert. Der Sicherheitseffekt dieser Massnahme ist gering,<br />
jedoch kann die Situation auf Strassen mit vielen Nass-Wetter-<br />
Unfällen verbessert werden.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Schleu<strong>der</strong>-/Selbstunfällen bei nasser Fahrbahn,<br />
2000<br />
Verletzte BFS 1620<br />
(72 ANDERE, 1310 PW, 131 MR, 31 MOFA, 64 FR, 12 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 370<br />
(20 ANDERE, 272 PW, 46 MR, 7 MOFA, 19 FR, 6 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 06/S. 1
Und Leichtverletzte BFS 1250<br />
(52 ANDERE, 1038 PW, 85 MR, 24 MOFA, 45 FR, 6 FG)<br />
Getötete BFS 45<br />
(3 ANDERE, 36 PW, 4 MR, 2 FR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 4904<br />
(374 ANDERE, 3406 PW, 432 MR, 133 MOFA, 525 FR, 34 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 291<br />
(10 ANDERE, 190 PW, 55 MR, 11 MOFA, 21 FR, 4 FG)<br />
Und Leichtverletzte 4613<br />
(364 ANDERE, 3216 PW, 377 MR, 123 MOFA, 504 FR, 29 FG)<br />
Getötete 45 (3 ANDERE, 36 PW, 4 MR, 2 FR)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Es gibt nur wenige Strassen in <strong>der</strong> Schweiz, die <strong>eine</strong> schlechte<br />
Griffigkeit aufweisen. Hier ist <strong>der</strong> Wirkungsbereich klein, etwa<br />
10 %.<br />
Hingegen sind die Brückenquerschnitte oft kl<strong>eine</strong>r als die<br />
Breite <strong>der</strong> Zufahrtsstrassen anzutreffen. Noch seltener haben die<br />
Brücken beidseitig ein 1.0 m breites Bankett. Hier wäre <strong>der</strong> Wirkungsbereich<br />
höher, bei ca. 50 %. Durchschnittlich: 30 %.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Die Studien haben verschiedene Ergebnisse. Es gibt insbeson<strong>der</strong>e<br />
bei <strong>der</strong> Strassenerhaltung positive als auch negative Entwicklungen.<br />
Das Verbreitern <strong>der</strong> Querschnitte <strong>der</strong> Brücken hingegen<br />
wird <strong>eine</strong> höhere Wirksamkeit haben. Durchschnittliche<br />
Wirksamkeit, Schätzung: 5 %.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Die Griffigkeit sollte permanent erneuert werden, die Brückenquerschnitte<br />
mit je<strong>der</strong> Sanierung <strong>eine</strong>r Brücke angepasst werden.<br />
Da es sich bei diesen Massnahmen meistens um Gemeindestrassen<br />
handelt, wird <strong>der</strong> Realisierungsgrad klein sein. Schätzung<br />
Realisierungsgrad: 40 % max., 20 % durchschnittlich.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 100 %. Kein aktives Zutun des Fahrers notwendig.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] OECD (1999), Safety on Rural Roads<br />
[2] FHWA (1992), Safety Effectiveness of Highway Design Features<br />
(Vol. I – VI), Fe<strong>der</strong>al Highway Administration, Washington<br />
DC<br />
[3] Turner (1984), Work related to bridge width<br />
[4] Ogden (1996), Safer Roads, A Guide to Road Safety Engineering<br />
[5] Hauer et al. (1994), The Effect of Resurfacing on the Safety<br />
of Two – Lane Rural Roads in New York State<br />
Entscheid:<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 06/S. 2
Weiterverfolgen ja/nein JA<br />
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 291 45<br />
Wirkungsbereich [a] 30 %<br />
30 %<br />
Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 40 %<br />
Ø 20 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 1 0 1 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 1 0 1 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 06/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme N 07<br />
Verkehrslenkung: nationale Zentrale, regionale<br />
Umsetzung, Wechselwegweisung<br />
Exakte Ausformulierung Die Verkehrslenkung umfasst koordinierte Massnahmen auf<br />
Knoten und Strecken zur Lenkung des Verkehrs im Netz. Zu<br />
diesen Massnahmen gehören:<br />
• nationale Verkehrslenkzentrale, Datawarehouse<br />
• regionale Verkehrslenkung bei Leitstellen und Einsatzzentralen<br />
• lokale Wechselwegweisung<br />
• Koordination mit ausländischen Verkehrslenkzentralen<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Gemäss dem Leitbild Strassenverkehrstelematik (SVT-CH 2010) sollte <strong>der</strong> Aufbau<br />
<strong>der</strong> national Verkehrslenkzentrale so bald wie möglich initiiert und bis spätestens<br />
in Jahre 2010 abgeschlossen sein.<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Auffahrunfällen auf Autobahn, 2000<br />
Verletzte BFS 1510 (102 ANDERE, 1379 PW, 29 MR)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 152 (23 ANDERE, 118 PW, 11 MR)<br />
Und Leichtverletzte BFS 1358 (79 ANDERE, 1261 PW, 18 MR)<br />
Getötete BFS 9 (2 ANDERE, 7 PW)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 4211 (530 ANDERE, 3585 PW, 96 MR)<br />
Davon Schwerverletzte 108 (12 ANDERE; 83 PW, 13 MR)<br />
Und Leichtverletzte 4103 (518 ANDERE, 3502 PW, 83 MR)<br />
Getötete 9 (2 ANDERE, 7 PW)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 07/S. 1
Wirksamkeit 3 [b] 5%<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% (60%)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80% (80%)<br />
Offene Fragen Verlagerungseffekte auf Ausserortsstrassen überprüfen; ev.<br />
Anstieg <strong>der</strong> Ausserortsunfälle<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 07/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 108 9<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 60 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 3 0 2 0<br />
Motorrad 1 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 4 0 2 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 07/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme N 08<br />
Fahrstreifenbenützungsberechtigung innerorts<br />
und auf Autobahnen<br />
Exakte Ausformulierung Fahrstreifenbenützungsberechtigungen umfassen das Ausstellen,<br />
die Anzeige und die Überwachung von Berechtigungen zum<br />
Befahren bestimmter Bestandteile des Strassennetzes (Fahrstreifen,<br />
Vorsortierspuren) <strong>für</strong> bestimmte Fahrzeugkategorien<br />
o<strong>der</strong> Nutzerkategorien. Fahrstreifenbenützungsberechtigungen<br />
können permanent, zu gewissen Zeiten o<strong>der</strong> bestimmten Verkehrszuständen<br />
eingerichtet werden.<br />
Spezielle Fahrzeugkategorien o<strong>der</strong> Nutzerkategorien sind z. B:<br />
• Busse und Taxis<br />
• Fahrzeuge mit hohem Besetzungsgrad (HOV High Occupancy<br />
Vehicles)<br />
Bekannte Anwendungen sind die Anordnung von Busspuren<br />
o<strong>der</strong> von Fahrstreifen auf Autobahnen o<strong>der</strong> Hauptstrassen im<br />
Knotenbereich, auf welchen permanent o<strong>der</strong> temporär nur die<br />
bestimmten Fahrzeugkategorien zugelassen werden. Die Signalisation<br />
kann fest o<strong>der</strong> mit Wechselsignalen erfolgen.<br />
Lastwagenüberholverbote sind in <strong>der</strong> Massnahme N 03 enthalten.<br />
Fahrstreifenbenützungsberechtigungen auf Autobahnen sind<br />
Ergänzungen von Verkehrsleitsystemen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � öV-Anbieter<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T seit 1970 initiiert)<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2030<br />
Erfahrungen Die Anordnung von Busstreifen hat in <strong>der</strong> Schweiz schon <strong>eine</strong><br />
lange Tradition. HOV-Spuren sind hingegen noch k<strong>eine</strong> realisiert<br />
worden. Eine Ausschöpfung des vorhandenen Potentials ist nicht<br />
vor 2030 zu erwarten.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen innerorts und auf <strong>der</strong> Autobahn, 2000<br />
Verletzte BFS 18025 (546 ANDERE, 8153 PW; 3057 MR; 1014<br />
MOFA; 2665 FR, 2590 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 3538 (101 ANDERE, 868 PW, 779<br />
MR, 238 MOFA; 737 FR, 815 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 14487 (445 ANDERE, 7285 PW, 2278<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 08/S. 1
MR; 776 MOFA; 1928 FR, 1775 FG)<br />
Getötete BFS 261 (6 ANDERE, 81 PW, 24 MR, 8 MOFA, 35 FR,<br />
107 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 67590(2839 ANDERE, 21198 PW, 10088 MR; 4360<br />
MOFA, 21853 FR, 7252 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 3333 (51 ANDERE, 608 PW; 935 MR,<br />
357 MOFA, 811 FR, 571 FG)<br />
Und Leichtverletzte 64257 (2788 ANDERE, 20590 PW, 9153<br />
MR, 4003 MOFA; 21042 FR, 6681 FG)<br />
Getötete 261 (6 ANDERE, 81 PW, 24 MR, 8 MOFA, 35 FR, 107<br />
FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Diese Massnahme wird auf rund 5 % aller Stadtflächen und auf<br />
bestimmten, hochbelasteten Autobahnabschnitten (15 %) angewendet.<br />
Dadurch betroffene Innerorts- und Autobahnunfälle: 5 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 5 %<br />
Fahrstreifen mit Benützungsberechtigung können nur zu Lasten<br />
<strong>der</strong> Verringerung <strong>der</strong> Verkehrsfläche <strong>für</strong> an<strong>der</strong>e Teilnehmer realisiert<br />
werden, was dort zu entsprechenden niedrigeren Verkehrsqualitätsstufen<br />
führt.<br />
Am Anfang und Ende <strong>der</strong> bewirtschafteten Fahrstreifen müssen<br />
die Fahrzeuge ein- und ausfädeln. Reduktion Exposition insbeson<strong>der</strong>e<br />
durch die Errichtung von HVO-Spuren und attraktivem<br />
öV-Angebot.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (2030) , (25 % = Verbreitung im Durchschnitt bis 2020)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80 % (80 %)<br />
Fahrstreifenbenützungsberechtigungen werden erfahrungsgemäss<br />
teilweise missachtet.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 08/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 3333 261<br />
Wirkungsbereich [a] 5 %<br />
5 %<br />
Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 25 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 1 0 0 0<br />
Motorrad 2 0 0 0<br />
Mofa 1 0 0 0<br />
Fahrrad 2 0 0 0<br />
Fussgänger 1 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 7 0 0 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 08/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme N 09<br />
Management <strong>der</strong> Ausnahme- und Gefahrguttransporte<br />
Exakte Ausformulierung Unter Management <strong>der</strong> Fahrberechtigung <strong>für</strong> Ausnahme-/ Gefahrenguttransporte<br />
versteht man Ausstellen, Anzeige und<br />
Überwachung von Berechtigungen zum Befahren bestimmter<br />
Bestandteile des Strassennetzes, die <strong>für</strong> den Transport Ausnahme-/Gefahrengut<br />
geeignet sind.<br />
Mögliche Massnahmen umfassen unter an<strong>der</strong>em:<br />
• Meldepflicht <strong>für</strong> Bewegungen mit bestimmten Stoffklassen<br />
und Ausstellen von Fahrberechtigungen<br />
• Informationen bzw. dynamische Weisungen <strong>für</strong> die Verkehrsmittel-<br />
und Routenwahl und Zuordnung von Zeitfenstern<br />
<strong>für</strong> das Befahren dieser Routen<br />
• Ausrüstung <strong>der</strong> Fahrzeuge und/o<strong>der</strong> Behälter mit Geräten<br />
<strong>für</strong> die Übermittlung von Fahrzeug- und Ladegutdaten und<br />
die Standortangabe über Funk<br />
• Einrichtung von strassenseitigen DSRC-Funkantennen <strong>für</strong><br />
die Ortung und Datenkommunikation (sofern nicht auf Basis<br />
GPS/GSM o<strong>der</strong> entsprechenden Nachfolgetechnologien gelöst)<br />
• automatische Kontrolleinrichtungen (siehe Massnahme<br />
•<br />
M 08) zwecks Überwachung (Monitoring) <strong>der</strong> Bewegungen<br />
und Kontrolle <strong>der</strong> Einhaltung <strong>der</strong> Fahrberechtigungen<br />
Managementzentrale zur Zusammenführung <strong>der</strong> Fahrzeugdaten<br />
und –standorte zwecks Erkennung und Vermeidung<br />
von kumulierten Risiken und zur Lenkung (örtlich und zeitlich)<br />
<strong>der</strong> Gefahrenguttransporte.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Transportunternehmungen<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Zur Zeit erfolgt noch kein gezieltes und übergeordnetes Management<br />
<strong>der</strong> Ausnahme- und Gefahrguttransporte. Sobald aber<br />
entsprechende Konzepte und gesetzliche <strong>Grundlagen</strong> vorhanden<br />
sind, ist mit <strong>eine</strong>r schnellen Realisierung zu rechnen.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 09/S. 1
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Ausnahme- und<br />
Gefahrenguttransportern, 2000<br />
Verletzte BFS 21 (8 ANDERE, 7 PW; 1 MR; 1 MOFA, 3 FR, 1<br />
FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 4 (3 ANDERE, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 17 (5 ANDERE, 7 PW, 1 MR, 1 MOFA,<br />
3 FR)<br />
Getötete BFS 1 ANDERE<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 95 ( 42 ANDERE, 18 PW, 3 MR, 4 MOFA, 25 FR, 3<br />
FG)<br />
Davon Schwerverletzte 3 (2 ANDERE, 1 FG)Und Leichtverletzte<br />
92 ( 40 ANDERE, 18 PW, 3 MR, 4 MOFA, 25 FR, 2 FG)<br />
Getötete 1 ANDERE<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 23%<br />
Die Folgen <strong>eine</strong>s Störfalls können dank dem gezielten Management<br />
<strong>der</strong> Transporte stark reduziert werden, insbeson<strong>der</strong>e Vermeidung<br />
des schädlichen Zusammenwirkens von gefährlichen<br />
Stoffen bei Unfällen.<br />
Bestimmte Gefahren– und Ausnahmetransporte können nicht<br />
mehr auf <strong>der</strong> kürzesten Strecke transportiert werden (z. B. durch<br />
Tunnels), son<strong>der</strong>n müssen festgelegte Routen verwenden.<br />
Dies kann zu grösseren Umwegen führen.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% (60%)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 95% (95%) gesetzliche Verpflichtung<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Pöppel-Decker, Martin (1998), Strassenverkehrsunfälle beim<br />
Transport gefährlicher Güter 1992-1995, Bericht M 101, BASt<br />
'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 09/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 3 1<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 23 % 23 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 60 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 95 %<br />
Ø 95 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 0 0 0 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 0 0 0 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 09/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme N 10<br />
Störungsmanagement (ohne Management <strong>der</strong><br />
Ereignisdienste)<br />
Exakte Ausformulierung Störungsmanagement umfasst das Feststellen und Bestimmen<br />
<strong>eine</strong>r Verkehrsstörung, Einleiten und Durchführen von erfor<strong>der</strong>lichen<br />
Massnahmen sowie Verkehrsregelung, bis <strong>der</strong> Normalzustand<br />
wie<strong>der</strong>hergestellt ist. Störungsmanagement ist ein Bestandteil<br />
resp. <strong>eine</strong> Ergänzung von Verkehrsleitsystemen.<br />
Mögliche Massnahmen umfassen unter an<strong>der</strong>em:<br />
• Einrichtungen <strong>für</strong> die automatische Ereigniserkennung<br />
(Brandmeldeanlagen, Rauchdetektoren, Videoüberwachung<br />
mit automatischer Bildauswertung zur Erkennung von Unfällen,<br />
Pannenfahrzeugen, Geisterfahrern, unbefestigter Ladung)<br />
• Einrichtungen <strong>für</strong> die Überwachung <strong>der</strong> Fahrbahnen und<br />
Bauwerke (automatische Erkennung von Objekten auf <strong>der</strong><br />
Fahrbahn o<strong>der</strong> im Lichtraumprofil des Fahrwegs)<br />
• Ausrüstung <strong>der</strong> Leitstellen <strong>für</strong> die automatische Schaltung<br />
<strong>der</strong> Verkehrssignale und Leiteinrichtungen bei Störfällen und<br />
automatische Meldung und Alarmierung <strong>der</strong> Dienste <strong>für</strong> die<br />
Störungsbehebung.<br />
Massnahmen, die das Management <strong>der</strong> Ereignisdienste betreffen,<br />
werden nicht in diesem Bericht behandelt.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Störfallmanagement im konventionellen Sinne ist heutzutage<br />
weitgehendst schon realisiert. Weiteres Potential liegt in <strong>der</strong><br />
automatischen Erkennung und Meldung von Ereignissen, <strong>der</strong><br />
Koordination und Lenkung <strong>der</strong> Einsatzkräfte und dynamischen<br />
Steuerung <strong>der</strong> Verkehrsanlagen.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen auf Autobahn, 2000<br />
Verletzte BFS 3380 (218 ANDERE, 3058 PW, 92 MR, 12 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 467 (35 ANDERE, 389 PW; 37 MR,<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 10/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 10%<br />
6 FG)<br />
Und Leichtverletzte 2913 (183 ANDERE, 2669 PW, 55 MR, 6<br />
FG)<br />
Getötete BFS 43 (2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 9423 (1134 ANDERE, 7951 PW, 304 MR; 34 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 338 (18 ANDERE, 272 PW, 44 MR, 4<br />
FG)<br />
Und Leichtverletzte 9085 (1116 ANDERE, 7679 PW, 260 MR, 30<br />
FG)<br />
Getötete 43 (2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 10%<br />
Durch die automatische Erkennung und den zugehörigen Warnsystemen<br />
können Folgeunfälle markant reduziert werden.<br />
Die Einsatzdienste können bei <strong>eine</strong>m Ereignisfall ohne Verzögerung<br />
und sehr präzis aufgeboten und eingesetzt werden. Massnahmen,<br />
die das Management <strong>der</strong> Ereignisdienste betreffen,<br />
werden aber nicht in diesem Bericht behandelt.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% (50%)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 100% (100%)<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 10/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 338 43<br />
Wirkungsbereich [a] 10 %<br />
10 %<br />
Wirksamkeit [b] 10 % 10 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />
Ø 100 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 3 0 1 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 3 0 1 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 10/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme N 11<br />
Parkleit- und Parkplatzreservations- und Inkassosystem<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme umfasst Informationen über das Parkplatzangebot<br />
und Reservationsmöglichkeit vor Antritt o<strong>der</strong> während <strong>der</strong><br />
Fahrt sowie die Lenkung und Leitung <strong>der</strong> Fahrzeuge zu freien<br />
Parkfel<strong>der</strong>n. Zu den Hilfsmitteln und Bestandteilen <strong>eine</strong>s solchen<br />
Systems gehören:<br />
• Einrichtungen in Parkierungsanlagen zur Erfassung <strong>der</strong> Benützung<br />
und zur Anzeige von freien und reservierten Plätzen<br />
und <strong>für</strong> das Parkgebühreninkasso<br />
• Wechseltextanzeigen strassenseitig<br />
• Informationen, Reservationen und Inkasso über feste o<strong>der</strong><br />
mobile Terminals bzw. Fahrzeuggeräte (integriert in Reise-<br />
und Verkehrsinformationssystemen)<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Private (Parkhausbetreiber)<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1995 initiiert)<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen In diversen Schweizer Städten sind bereits Parkleitsysteme installiert<br />
worden. Der weitere Ausbau und zusätzliche Dienstleistungen<br />
(Reservation, etc.) werden vermutlich relativ schnell<br />
realisiert werden.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von PW innerorts, 2000<br />
Verletzte BFS 15101 (285 ANDERE, 8153 PW, 2228 MR, 698<br />
MOFA, 1709 FR, 2028 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS (30 ANDERE, 868 PW, 506 MR,<br />
144 MOFA, 420 FR, 622 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS(255 ANDERE, 7285 PW, 1722 MR, 554<br />
MOFA, 1289 FR, 1406 FG)<br />
Getötete BFS 140 (1 ANDERE; 44 PW, 12MR, 5 MOFA, 10 FR,<br />
68 FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 52725 (1482 ANDERE, 21198 PW, 7352 MR, 3001<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 11/S. 1
MOFA, 14014 FR, 5678 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 2343 (15 ANDERE, 608 PW, 607 MR,<br />
216 MOFA, 462 FR, 435 FG)<br />
Und Leichtverletzte 50382 (1467 ANDERE, 20590 PW, 6745<br />
MR, 2785 MOFA, 13552 FR, 5243 FG)<br />
Getötete 140 (1 ANDERE; 44 PW, 12MR, 5 MOFA, 10 FR, 68<br />
FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 10%<br />
(solche Systeme werden nur in grossen Städten angewandt)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 3%<br />
Verringerung <strong>der</strong> Exposition infolge Vermeidung von Suchverkehr.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% (60%)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 80% (80%)<br />
Nicht alle Fahrzeuglenker nutzen die Vorteile solcher Systeme.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 11/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 2343 140<br />
Wirkungsbereich [a] 10 %<br />
10 %<br />
Wirksamkeit [b] 3 % 3 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 60 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 1 0 1 0<br />
Motorrad 1 0 1 0<br />
Mofa 1 0 0 0<br />
Fahrrad 1 0 1 0<br />
Fussgänger 1 0 1 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 5 0 4 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 11/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Massnahme N 12<br />
Fahrzeugführerunterstützung: Automatisierte<br />
Fahrzeug-Diagnose und Pannenruf<br />
Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht den Einsatz von fahrzeugseitiger Ausrüstung<br />
und Sensoren <strong>für</strong> die Fahrzeugüberwachung (inkl. Reifen,<br />
Bremsen) und automatischer resp. frühzeitige Anzeige von<br />
Abweichungen vor.<br />
Ferndiagnose, Fernreparatur und automatischer Pannenruf könne<br />
weitere Bestandteile <strong>eine</strong>s solchen Systems sein.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller, Fahr-<br />
zeughalter<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2030<br />
Erfahrungen Nebst den Überwachungssystemen, die schon heute zur Standardausrüstung<br />
von den meisten Fahrzeugen gehört, werden<br />
komplexere Systeme Fahrzeugüberwachung und Datenübermittlung<br />
vermehrt Einzug halten.<br />
Insbeson<strong>der</strong>e seitens des Transportgewerbes besteht <strong>eine</strong> grosse<br />
Nachfrage nach Hilfsmittel in diesem Anwendungsgebiet.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Mfz exkl. Mofas/MR<br />
mit Mängeln am Fahrzeug, 2000<br />
Verletzte BFS 472 (42 ANDERE, 252 PW, 57 MR, 52 MOFA; 64<br />
FR, 5 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 116 (6 ANDERE, 49 PW, 20 MR; 19<br />
MOFA, 20 FR, 2 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 356 (36 ANDERE, 203 PW, 37 MR; 33<br />
MOFA, 44 FR, 3 FG)<br />
Getötete BFS 23 (2 ANDERE, 9 PW; 6 MR; 1 MOFA, 1 FR, 4<br />
FG)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 1824 (218 ANDERE, 655 PW; 188 MR, 224 MOFA,<br />
525 FR, 14 FG)<br />
Davon Schwerverletzte 113 (3 ANDERE, 34 PW, 24 MR, 29<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 12/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />
MOFA; 22 FR, 1 FG)<br />
Und Leichtverletzte 1711 (215 ANDERE, 621 PW, 164 MR, 195<br />
MOFA, 503 FR, 13 FG)<br />
Getötete 23 (2 ANDERE, 9 PW; 6 MR; 1 MOFA, 1 FR, 4 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirksamkeit 3 [b] 5%<br />
Die direkte Auswirkung auf das Unfall- (und Verletztungs-) geschehen<br />
kann als relativ klein eingestuft werden.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100% bis 2030 (40% im Durchschnitt bis 2020)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 95%. Weil <strong>der</strong> Fahrer <strong>eine</strong>n Mangel nicht sofort beheben lassen<br />
muss. Er kann noch weiterfahren, auch wenn das Fahrzeug <strong>eine</strong><br />
Abweichung anzeigt.<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen des VESIPO<br />
"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />
Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />
nicht vermiedenen Kollisionen<br />
'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />
<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 12/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 113 23<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 40 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 95 %<br />
Ø 95 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 2 0 1 0<br />
Motorrad 1 0 0 0<br />
Mofa 1 0 1 0<br />
Fahrrad 1 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 5 0 2 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 12/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme N 13<br />
Einbau Kin<strong>der</strong>rückhaltesystem ISO-Fix<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Vergrösserung des Angebotes an ISO-Fix Systemen über Publikumsinformationen<br />
und Druck auf die Autoimporteure<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Ab 1.1.2002 tritt das Obligatorium zur Verwendung von dem<br />
Alter angepassten Kin<strong>der</strong>rückhaltesystemen auch <strong>für</strong> kl<strong>eine</strong>re<br />
Kin<strong>der</strong> in Kraft. Jetzt soll darauf geachtet werden, dass nicht nur<br />
Kin<strong>der</strong>sitze eingebaut werden, die den ECE 44-Vorschriften<br />
gerade entsprechen, son<strong>der</strong>n dass diese auch nach dem Stand<br />
<strong>der</strong> Technik an <strong>der</strong> Karosserie verankert werden können. Nur mit<br />
den üblichen Gurten befestigte Sitze werden bei <strong>eine</strong>r frontalen<br />
Kollision in die Sitzfläche hinuntergedrückt, was zu unnötig grossen<br />
Vorverlagerungen des Kindes, insbeson<strong>der</strong>e des Kopfes,<br />
führt. Mittels <strong>eine</strong>r Befestigung des Sitzes an vom Fahrzeughersteller<br />
vorgesehenen speziellen 'Andockungspunkten' nach dem<br />
System ISOFIX wird die Bewegung des Sitzes und damit des<br />
Kindes optimal kontrolliert und die Verletzungsgefahr nochmals<br />
wesentlich reduziert.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen ISOFIX betr. Wirksamkeit (Hr. Walz, AGU): noch k<strong>eine</strong> Statistik<br />
vorhanden.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Pw Unfälle, Verunfallte Mitfahrer unter 7J., auf Rücksitz, ohne<br />
und mit Rückhaltesystem, 2000<br />
Verletzte BFS 271<br />
Davon Schwerverletzte BFS 27<br />
Und Leichtverletzte 244<br />
Getötete BFS 1<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte 705<br />
Davon Schwerverletzte 19<br />
Und Leichtverletzte 686<br />
Getötete 1<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 13/S. 1
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Anteil/Anzahl bereits eingebauter Systeme ISOFIX?<br />
Sehr gering. D. h. Wirkungsbereich 90%.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Geschätzter Zusatzeffekt des Systemes ISOFIX: 20%.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100%, im Durchschnitt 50%.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 85%<br />
Offene Fragen<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
–<br />
'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen VESIPO<br />
"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />
Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />
nicht vermiedenen Kollisionen<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 13/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 19 1<br />
Wirkungsbereich [a] 90 %<br />
90 %<br />
Wirksamkeit [b] 20 % 20 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 85 %<br />
Ø 85 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 3 0 1 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 3 0 1 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 13/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme N 14<br />
Verbesserung <strong>der</strong> Kontur- und Lateralmarkierung<br />
beim Schwerverkehr<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Vorschrift zum Anbringen <strong>eine</strong>r Kontur- und Lateralmarkierung<br />
an Schwerverkehrsfahrzeugen (Lastwagen und Lastenzügen)<br />
zwecks besserer Erkennbarkeit bei schlechter Sicht (Nebel,<br />
Dämmerung, Nacht). Zudem bessere Einschätzung <strong>der</strong> Distanz<br />
und Geschwindigkeit des Schwerverkehrs.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Zur Reduktion von seitlichen und lateralen Kollisionen mit Lastwagen<br />
und Lastenzügen vor allem bei schlechter Sicht können<br />
gemäss Reglement ECE 104 retroreflektierende Folien an den<br />
Konturen (seitlich und hinten) angebracht werden. Unter gewissen<br />
Vorsaussetzungen (Grösse; Retroreflexion) sind auch Werbeaufschriften<br />
erlaubt. Vor allem die Konturmarkierungen an<br />
Lastwagen und Lastenzügen sind aus Sicht <strong>der</strong> Unfallverhütung<br />
zu begrüssen.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ASTAG, Lastwagenhalter,<br />
Transportunternehmungen<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Erfahrungen in USA (seit 1993 alle neuen, ab Juni 2001 auch<br />
alle alten hinten und seitlich retroreflektierend); Kanada, Südafrika,<br />
Rumänien; Test mit 1000 LW in Deutschland durchgeführt.<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfälle mit Beteiligung Lastwagen/Lastenzüge bei<br />
Nacht und Dämmerung sowie Nebel, 2000<br />
Verletzte BFS 139 (20 ANDERE, 106 PW, 7 MR; 2 MOFA, 4 FR)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 27 (4 ANDERE, 22 PW, 1 MR)<br />
Und Leichtverletzte BFS 112 (16 ANDERE, 84 PW, 6 MR; 2<br />
MOFA, 4 FR)<br />
Getötete BFS 5 (1 ANDERE, 3 PW, 1 MR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 445 (104 ANDERE, 276PW, 23 MR; 9 MOFA, 33 FR)<br />
Davon Schwerverletzte 18 (2 ANDERE, 15 PW; 1 MR)<br />
Und Leichtverletzte 427 (102 ANDERE, 261 PW, 22 MR; 9 MO-<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 14/S. 1
FA, 33 FR)<br />
Getötete 5 (1 ANDERE, 3 PW, 1 MR)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Gemäss Unterlagen sind zur Zeit ca. 250 LW mit retroreflektieren<strong>der</strong><br />
Werbung o<strong>der</strong> Konturmarkierung versehen, was ca.<br />
0.5 % ausmacht. Damit beträgt <strong>der</strong> Wirkungsbereich 100%.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Gemäss Studien können zwischen 15 % und 25 % <strong>der</strong> Aufprallunfälle<br />
mit dieser Massnahme verhin<strong>der</strong>t werden. Dies ergibt<br />
Wirksamkeit von rund 20 %.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Die Einführung <strong>eine</strong>r Vorschrift kann in 5 Jahren umgesetzt werden,<br />
da Massnahme einfach und nicht teuer.<br />
100 %, Durchschnitt 80 %.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Da nachts ein Wahrnehmungsproblem vorhanden und Retroreflexion<br />
hoch: 80 %<br />
Offene Fragen<br />
–<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Darmstadt University of Technology; Prof.Dr. Ing. H.J. Schmidt-<br />
Klausen; Draft Report 75/00<br />
FHWA Fe<strong>der</strong>al Highway Administration<br />
HUK Köln<br />
IdB Hungary, Institut of Vehicle Safety<br />
NHTSA National Highway Traffic Safety Administration<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 14/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 18 5<br />
Wirkungsbereich [a] 100 %<br />
100 %<br />
Wirksamkeit [b] 20 % 20 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 80 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />
Ø 80 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 2 0 2 0<br />
Motorrad 0 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 0 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 2 0 2 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 14/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme N 15<br />
Verkehrssteuerung und Verkehrsmanagement<br />
in Städten und Agglomerationen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme • För<strong>der</strong>ung von Verkehrssteuerung durch Lichtsignalanlagen-<br />
Systeme<br />
• För<strong>der</strong>ung von Pförtneranlagen<br />
• För<strong>der</strong>ung von Park-and-Ride-Systemen<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung 1. Die Verkehrssteuerung durch Lichtsignalanlagen-Systeme im<br />
Agglomerations- und Stadtverkehr soll <strong>für</strong> den motorisierten<br />
Individualverkehr sowie <strong>für</strong> den öffentlichen Verkehr geför<strong>der</strong>t<br />
werden. Dazu sind Beeinflussungsstrategien <strong>für</strong> den motorisierten<br />
Individualverkehr sowie <strong>für</strong> den öffentlichen Verkehr<br />
festzulegen und die Teilnetze entsprechend zu koordinieren.<br />
2. Pförtneranlagen sollen gesetzlich verankert und damit geför<strong>der</strong>t<br />
werden. Durch vermehrten Einsatz solcher Anlagen soll<br />
die Dosierung des motorisierten Individualverkehrs in Agglomerationen<br />
begünstigt werden.<br />
3. Park-and-Ride-Anlagen sollen im Agglomerationsverkehr<br />
geför<strong>der</strong>t werden durch <strong>der</strong>en Ausbau resp. Neubau an<br />
Stadträn<strong>der</strong>n bzw. ab Agglomerationsgemeinden. Massgebende<br />
Zielgrösse soll <strong>der</strong> anzustrebende Modal-Split sein.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Betreiber öffentl. Verkehrs<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Alle Verunfallten innerorts in den 5 Gross- und 24 mittleren Zentren<br />
mit Beteiligung PW, 2000<br />
Verletzte BFS 5736<br />
(115 ANDERE, 2975 PW, 978 MR, 184 MOFA, 631 FR, 853 FG)<br />
Davon Schwerverletzte BFS 889<br />
(13 ANDERE, 258 PW, 216 MR, 36 MOFA, 141 FR, 225 FG)<br />
Und Leichtverletzte BFS 4847<br />
(102 ANDERE, 2717 PW, 762 MR, 148 MOFA, 490 FR, 628 FG)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 15/S. 1
Wirkungsbereich 2 [a] 80 %<br />
Wirksamkeit 3 [b] 1 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Getötete BFS 33<br />
(12 PW, 5 MR, 2 FR, 14 FG)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100 %, durchschnittlich 50 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 40 %<br />
Offene Fragen –<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />
Verletzte 19913<br />
(598 ANDERE, 7735 PW, 3227 MR, 791 MOFA, 5174 FR, 2388<br />
FG)<br />
Davon Schwerverletzte 814<br />
(7 ANDERE, 181 PW, 259 MR, 54 MOFA, 155 FR, 158 FG)<br />
Und Leichtverletzte 19099<br />
(591 ANDERE, 7554 PW, 2968 MR, 737 MOFA, 5019 FR, 2230<br />
FG)<br />
Getötete 33<br />
(12 PW, 5 MR, 2 FR, 14 FG)<br />
(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />
sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Bericht Lindenmann (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />
"Infrastruktur und Betrieb"<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
JA<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 15/S. 2
Zusammenfassung <strong>der</strong><br />
wichtigsten Resultate<br />
Schwerverletzte Getötete<br />
betroffene Unfälle 814 33<br />
Wirkungsbereich [a] 80 %<br />
80 %<br />
Wirksamkeit [b] 1 % 1 %<br />
Schwerverletzte und Getötete<br />
Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />
Ø 50 %<br />
Beachtungsgrad [d] max. 40 %<br />
Ø 40 %<br />
Berechnungsformel:<br />
tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />
Maximale<br />
Anzahl Gerettete 6<br />
Durchschnittliche<br />
Anzahl Gerettete 7<br />
Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />
Personenwagen 1 0 0 0<br />
Motorrad 1 0 0 0<br />
Mofa 0 0 0 0<br />
Fahrrad 0 0 0 0<br />
Fussgänger 1 0 0 0<br />
An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />
Total 3 0 0 0<br />
Erläuterungen<br />
1 Betroffene Unfälle:<br />
Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />
2 Wirkungsbereich:<br />
Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />
nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />
3 Wirksamkeit:<br />
Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />
(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />
4 Realisierungsgrad:<br />
Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />
5 Beachtungsgrad:<br />
Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />
– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />
6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 15/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme N 16<br />
Erhöhung des Mindestalters zum Velofahren<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Erhöhung des Mindestalters zum Fahrradfahren im Strassenverkehr<br />
von 7 auf 9 Jahre<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung In SVG Art. 19 Abs. 1 ist geregelt, dass Kin<strong>der</strong> im vorschulpflichtigen<br />
Alter nicht Rad fahren dürfen. Gemäss VRV Art. 42 Abs. 1<br />
dürfen sie es ab Schulpflicht erst tun, wenn sie sitzend die Pedale<br />
treten können. Die Gesetzeslage ist so anzupassen, dass im<br />
SVG geregelt wird, dass Kin<strong>der</strong> erst ab dem 9. Geburtstag als<br />
Radfahrer am Strassenverkehr teilnehmen dürfen. Ausgenommen<br />
davon sind das Fahren auf Velowegen und Strassen/Wegen<br />
ohne Motorfahrzeugverkehr.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Aufgrund ihrer physischen und psychischen Voraussetzungen<br />
sind Kin<strong>der</strong> mit 7 und 8 Jahren im Strassenverkehr noch überfor<strong>der</strong>t.<br />
So können sie bspw. Mehrfachhandlungen, die im Strassenverkehr<br />
von Bedeutung sind (z. B. beim Linksabbiegen<br />
gleichzeitig nach hinten schauen, Handzeichen geben und<br />
Gleichgewicht behalten), noch nicht problemlos bewältigen. Des<br />
Weiteren sind sie in diesem Alter noch nicht in <strong>der</strong> Lage, ihre<br />
Aufmerksamkeit in komplexen Situationen gleichzeitig verschiedenen<br />
Dingen zuzuwenden.<br />
Die zunehmende Beliebtheit des Radfahrens hat dazu geführt,<br />
dass Kin<strong>der</strong> immer früher am Strassenverkehr teilnehmen und<br />
<strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> verunfallten 5- bis 9-Jährigen am Total aller 5-bis<br />
14-jährigen verunfallten Fahrradlenker immer grösser wird. So<br />
hat in <strong>der</strong> Überwachung durch die permanente Kin<strong>der</strong>unfallstudie<br />
<strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> verunfallten 5- bis 9-Jährigen von 1996 zu<br />
1997 um 6 % zugenommen. In <strong>der</strong> Strassenverkehrsstatistik des<br />
BFS verän<strong>der</strong>ten sich die Anteile von 1985 23.0 % (abs.: 174),<br />
über 1990 25.6 % (abs.: 167) und 1995 30.0 % (abs.: 225) zu<br />
31.0 % im Jahr 1999 (abs.: 219). Hierbei ist zu berücksichtigen,<br />
dass gleichzeitig auch die Velohelmtragquote stark zugenommen<br />
hat. Ohne diese Zunahme dürften die Zahlen <strong>der</strong> Verunfallten<br />
höher sein.<br />
In Österreich dürfen Kin<strong>der</strong> erst mit 12 Jahren im Strassenverkehr<br />
unbegleitet Rad fahren o<strong>der</strong> – sofern sie <strong>eine</strong> freiwillige<br />
Prüfung ablegen – mit 10 Jahren. Das begleitete Fahren mit<br />
<strong>eine</strong>r Person von mindestens 16 Jahren ist uneingeschränkt<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 16/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
erlaubt. In Österreich beträgt die Rate <strong>der</strong> verunfallten 5- bis 9jährigen<br />
Fahrradlenker 47.7/100000 E. und ist hiermit um 6.5 %<br />
tiefer als in <strong>der</strong> Schweiz mit 51.0/100000 E. (1999).<br />
In Deutschland ist kein Mindestalter zum Radfahren vorgeschrieben,<br />
allerdings müssen Kin<strong>der</strong> bis zum vollendeten 8. Lebensjahr<br />
beim Radfahren die Gehwege benutzen, bis zum vollendeten<br />
10. Lebensjahr dürfen sie die Gehwege benutzen. Ab<br />
vollendetem 10. Lebensjahr gelten sie uneingeschränkt radverkehrstauglich.<br />
In Deutschland ist die Rate <strong>der</strong> verunfallten 6- bis<br />
9-Jährigen als Fahrradfahrer mit 120/100000 E. sehr hoch.<br />
Betroffene Unfälle 1 Damit <strong>eine</strong> Aussage über das Rettungspotenzial gemacht werden<br />
kann, müssen verschiedene Annahmen hinsichtlich des<br />
Totals <strong>der</strong> überhaupt zu beeinflussenden Zahl <strong>der</strong> verunfallten<br />
Kin<strong>der</strong> als Radfahrer gemacht werden:<br />
a) Alterseinschränkung auf 5- bis 8-Jährige (unter 5 J. wenig<br />
Fälle, neues Gesetz ab 9 Jahren)<br />
b) Einbezug <strong>der</strong> Dunkelziffer, d. h. gesamtes Ausmass <strong>der</strong> Velounfälle<br />
(nicht nur polizeilich registrierte Unfälle)<br />
c) Die Anteile <strong>der</strong> 5- bis 8-Jährigen sind beim gesamten Ausmass<br />
(Hochrechnung) gleich gross wie in <strong>der</strong> offiziellen Statistik<br />
(polizeilich registrierte Unfälle)<br />
Unter diesen Annahmen ergibt sich folgendes Total:<br />
– total verunfallte 0- bis 16-jährige Fahrradfahrer (Gesamtausmass):<br />
7400<br />
– Anteile <strong>der</strong> einzelnen Altersgruppen in <strong>der</strong> offiziellen Unfallstatistik:<br />
5 J: 2.7 % von 7400 = 200<br />
6 J: 4.3 % = 320<br />
7 J: 5.1 % = 380<br />
8 J: 5.5 % = 400<br />
Total <strong>der</strong> zu beeinflussenden Verunfallten: 1300<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Das neue Gesetz wirkt zu 100 % <strong>für</strong> alle verunfallten 5- bis 8jährigen<br />
Velofahrer (Wirkungsbereich); sie alle sind im Strassenverkehr<br />
radgefahren und verunfallt, d. h. sie alle können von <strong>der</strong><br />
Massnahme profitieren (im Unterschied zur Massnahme Velohelm,<br />
wo beim Wirkungsbereich diejenigen subtrahiert werden<br />
müssen, die sich trotz Velohelm Kopfverletzungen zugezogen<br />
haben).<br />
Wirksamkeit 3 [b] Wer sich ans neue Gesetz hält, <strong>für</strong> den wirkt die Massnahem zu<br />
100 %, d. h. theoretisch lassen sich alle 1300 zu beeinflussenden<br />
Verunfallten vermeiden.<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Das neue Gesetz wird flächendeckend eingeführt, d. h. deckt die<br />
ganze Schweiz ab. Somit gibt es k<strong>eine</strong> Einschränkung des theoretischen<br />
Rettungspotenzials durch <strong>eine</strong>n vermin<strong>der</strong>ten Realisierungsgrad.<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Als konservativste Schätzung wird angenommen, dass sich in<br />
<strong>der</strong> Schweiz etwa gleich viele Eltern/Kin<strong>der</strong>n an das neue Ge-<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 16/S. 2
setz halten würden wie in Österreich, dass also nach Einführung<br />
<strong>der</strong> Massnahme die Verunfalltenrate <strong>der</strong> 5- bis 8-jährigen Fahrradlenker<br />
in <strong>der</strong> Schweiz auf das Niveau <strong>der</strong> Rate <strong>der</strong> entsprechenden<br />
Altersgruppe in Österreich sinkt. Dieses konservativ<br />
berechnete Potenzial wird dann jedoch aus folgendem Grund<br />
noch etwas erhöht: In Österreich ist die Rate <strong>der</strong> verunfallten<br />
Kin<strong>der</strong> nur gerade in <strong>der</strong> hier besprochenen Altersgruppe <strong>der</strong> 5-<br />
bis 9-Jährigen tiefer als in <strong>der</strong> Schweiz, ansonsten etwa um<br />
40 % höher; das kann bedeuten, dass in <strong>der</strong> Schweiz mit Einführung<br />
<strong>der</strong> Massnahme die Rate <strong>der</strong> verunfallten 5- bis 8-Jährigen<br />
deutlich unter diejenige von Österreich fällt und nicht lediglich auf<br />
das gleiche Niveau.<br />
Rate Schweiz 5- bis 8-Jährige (Basis: Offizielle Unfallstatistik):<br />
46.8/100000<br />
Rate Österreich 5- bis 8-Jährige (gleiche Basis in A):<br />
43.1/100000<br />
Differenz: 3.7/100000<br />
Die Differenz entspricht dem Potenzial, d. h. pro 100000 E.<br />
könnten 3.7 verunfallte Kin<strong>der</strong> im Alter von 5 bis 8 Jahren gerettet<br />
werden. Bei 344020 Kin<strong>der</strong>n in diesem Alter wären somit<br />
3.7*3.4402 = 13 Kin<strong>der</strong> zu retten. Da das gesamte Ausmass<br />
jedoch um den Faktor 8.1 grösser ist als in <strong>der</strong> offiziellen Statistik<br />
ausgewiesen (1300:161 = 8.1), können um diesen Faktor mehr<br />
Kin<strong>der</strong> gerettet werden: Untere Grenze des Rettungspotenzials<br />
<strong>der</strong> Massnahme (8.1*13): ca. 100 verunfallte Kin<strong>der</strong> 5–8 Jahre.<br />
Obere Grenze: ca. 40 % höher, d. h. ca. 140 verunfallte Kin<strong>der</strong><br />
5–8 Jahre alt.<br />
Offene Fragen a) In Österreich ist in <strong>der</strong> Unfallstatistik ein extremer Anstieg <strong>der</strong><br />
Unfallrate ab dem Moment <strong>der</strong> Fahrerlaubnis festzustellen:<br />
Könnte dies auf die geringere Fahrerfahrung im Alter von etwa<br />
6 bis 8 Jahren zurückzuführen sein und sich auch in <strong>der</strong><br />
Schweiz <strong>der</strong>art auswirken?<br />
b) Wird durch die Erhöhung des Mindestalters zum Fahrradfahren<br />
ein (falsches) Zeichen in Richtung vermehrter Benützung<br />
von Motorfahrzeugen gesetzt?<br />
c) Die Polizei dürfte nicht erpicht darauf sein, das Gesetz zu<br />
kontrollieren und durchzusetzen. Was aber nützen Gesetze<br />
ohne diese Elemente? (Gemäss Gespräch mit Kontaktperson<br />
in Österreich ist es dort so, dass das Gesetz wohl insbeson<strong>der</strong>e<br />
auf dem Land nicht beson<strong>der</strong>s gut befolgt wird, in den<br />
Städten eher besser. Trotzdem reicht dies <strong>für</strong> <strong>eine</strong> gegenüber<br />
<strong>der</strong> Schweiz tiefere Verunfalltenrate aus)<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen a) Allenbach, R. (2000), Nichtberufsunfälle in <strong>der</strong> Schweiz. Das<br />
gesamte Ausmass im Jahr 1997. Pilotstudie, Schweizerische<br />
Beratungsstelle <strong>für</strong> Unfallverhütung bfu, Bern<br />
b) KfV (2000), Kin<strong>der</strong>verkehrsunfallstatistik 1999. Institut <strong>für</strong><br />
Verkehrserziehung, Wien<br />
c) Schweizerische Beratungsstelle <strong>für</strong> Unfallverhütung (1999),<br />
Eigene Auswertungen <strong>der</strong> Strassenverkehrs-Unfallstatistik<br />
des BFS.<br />
d) Mündliche Auskunft von Frau U. Sigl, KfV, Institut <strong>für</strong> Verkehrserziehung,<br />
Wien<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 16/S. 3
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
e) SVG und VRV <strong>der</strong> Schweiz<br />
f) Abklärungen von R. Stöcklin hinsichtlich <strong>der</strong> Gesetzeslage in<br />
A und D<br />
g) Auswertung IRTAD-Daten (<strong>für</strong> die Situation in D) durch U.<br />
Salvisberg, bfu<br />
h) bfu-Schriftenreihe, Band 21, 'K<strong>eine</strong>s zu klein, sicher zu sein'.<br />
Bern, 1995<br />
Aus theoretischer Sicht (physische und psychische Entwicklung<br />
<strong>der</strong> Kin<strong>der</strong>) müsste das Mindestalter zum Velofahren im Strassenverkehr<br />
erhöht werden. Ebenfalls spricht das Potenzial <strong>der</strong><br />
zu rettenden Verunfallten (von 100 konservativ bis 140 progressiv)<br />
da<strong>für</strong>. Jedoch gibt es gute Gründe anzunehmen, dass von<br />
kontraproduktiven Einflüssen auszugehen ist: Die Massnahme<br />
wird in <strong>der</strong> Öffentlichkeit und insbeson<strong>der</strong>e bei den Velo-<br />
Interessengruppen auf wenig Gegenliebe stossen. Ebenso dürfte<br />
dies im Umfeld von Interessengruppen zur Gesundheits- und<br />
Bewegungsför<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Fall sein. Es müsste im Gegenzug ein<br />
Angebot zur För<strong>der</strong>ung des Fahrradfahrens gemacht werden, z.<br />
B. Fahrradkurse <strong>für</strong> Kin<strong>der</strong> (wie sie scheinbar von <strong>der</strong> IG-Velo<br />
bereits angeboten werden), Aktionen <strong>der</strong> Verkehrsinstruktoren<br />
usw. Fazit: Es wird ein Gesetz ohne Biss, die Kin<strong>der</strong> sammeln<br />
weniger Fahrpraxis, Abkehr von <strong>der</strong> umweltschonenden Mobilität<br />
usw.<br />
Deshalb: Negativer Entscheid<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 16/S. 4
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme N 17<br />
Obligatorische Meldepflicht <strong>für</strong> Ärzte (bei<br />
Zweifeln an <strong>der</strong> Fahreignung)<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Ärzte sollen verpflichtet werden, Personen, die wegen körperlicher<br />
o<strong>der</strong> geistiger Krankheiten o<strong>der</strong> Gebrechen o<strong>der</strong> wegen<br />
Süchten zur sicheren Führung von Motorfahrzeugen nicht fähig<br />
sind, <strong>der</strong> zuständigen Behörde zu melden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Ärzte sollen verpflichtet werden, Personen, die wegen körperlicher<br />
o<strong>der</strong> geistiger Krankheiten o<strong>der</strong> Gebrechen o<strong>der</strong> wegen<br />
Süchten zur sicheren Führung von Motorfahrzeugen nicht fähig<br />
sind, <strong>der</strong> Aufsichtsbehörde <strong>für</strong> Ärzte und <strong>der</strong> <strong>für</strong> Erteilung und<br />
Entzug des Führerausweises zuständigen Behörde zu melden.<br />
Heute (gemäss Art. 14 Abs. 4 SVG) existiert <strong>eine</strong> 'Kann-<br />
Formulierung', d. h. <strong>der</strong> Arzt kann solche Personen melden.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen Bei Meldepflicht von durch Krankheiten usw. fahrunfähigen Personen<br />
durch die Ärzte dürften 3 Probleme entstehen:<br />
1. Die Ärzte wären sehr zurückhaltend wegen <strong>der</strong> Gefahr,<br />
Klienten zu verlieren.<br />
2. Personen mit <strong>eine</strong>m Gesundheitsproblem, das ihre Fahrfähigkeit<br />
tangiert, würden sich ev. aus Angst vor Verlust des<br />
Führerscheins nicht in ärztliche Behandlung begeben, wodurch<br />
lediglich <strong>eine</strong> Verlagerung des Gesundheitsproblems<br />
entsteht.<br />
3. Das Arztgeheimnis würde in diesen Fällen ausgehöhlt;<br />
schon das jetzige Mel<strong>der</strong>echt bedeutet <strong>eine</strong> gewisse Lockerung<br />
des Arztgeheimnisses.<br />
Hinsichtlich Krankheiten und <strong>der</strong>en Zusammenhang mit Unfällen<br />
gibt es wenig Erforschtes. Generell dürfte gelten, dass dieser<br />
Anteil unterschätzt wird (man rechnet etwa mit 10 % Unfällen,<br />
die durch Krankheiten/Behin<strong>der</strong>ungen kausal verursacht werden).<br />
Bei <strong>der</strong> Sehfähigkeit wird davon ausgegangen, dass etwa<br />
7 % <strong>der</strong> Unfallverursacher <strong>eine</strong> Sehstörung aufweisen.<br />
Viele dieser Krankheiten dürften auch bei <strong>eine</strong>r Meldepflicht<br />
durch das Netz fallen, weil den Erkrankten ihre Krankheit gar<br />
nicht bewusst ist (typisch <strong>für</strong> die mangelnde Sehfähigkeit) o<strong>der</strong><br />
selbst bei Arztbesuch die Krankheit dem Arzt nicht auffällt, wenn<br />
er nicht bewusst danach sucht.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 17/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Lenker mit dem Mangel/Einfluss vermin<strong>der</strong>te Sehkraft und<br />
Krankheit (Code 114,115), Verunfallte 2000<br />
Verletzte BFS 134 (81 PW, 11MR, 4 MOFA, 13 FR, 19 FG, 6<br />
ANDERE)<br />
Getötete BFS 11 (4 PW, 1 MR, 2 FR, 4 FG)<br />
Hochrechnung mit spezieller Dunkelziffer:<br />
Erfahrungswerte [BASt 1996, 1988] weisen auf die vorgenannten<br />
Anteile an sämtlichen Unfallursachen von 10% des Mangels<br />
Krankheit und von 7 % des Mangels vermin<strong>der</strong>te Sehkraft hin.<br />
Die Auswertung <strong>der</strong> BFS Statistik hat folgenden Anteile ergeben:<br />
0.06 % des Mangels vermin<strong>der</strong>te Sehkraft bzw. 0.18 % des<br />
Mangels Krankheiten. Daraus würden theoretische Dunkelziffern<br />
in <strong>der</strong> Grössenordnung zwischen 50 und 100 resultieren. Wahl<br />
Dunkelziffer <strong>für</strong> weitere Berechnungen: 50 <strong>für</strong> Verletzte, 1 <strong>für</strong><br />
Getötete<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />
Verletzte: 6700<br />
Getötete: 11<br />
Wirkungsbereich 2 [a] Krankheiten sind auch da, wo <strong>der</strong> Mangel 114/115 erfasst wurde,<br />
nicht in jedem Fall <strong>für</strong> den Unfall kausal. Da k<strong>eine</strong> weiteren<br />
Anhaltspunkte vorliegen, wird die Kausalität etwas tiefer angesetzt<br />
als beim Alkohol (66 %) und soll deshalb 50 % betragen.<br />
Wirksamkeit 3 [b] Kann theoretisch bei allen wirken, bei denen beim Unfall <strong>der</strong><br />
Mangel 114 od. 115 <strong>eine</strong> Rolle gespielt hat, d h.: 100 %<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Es existiert zwar <strong>eine</strong> Meldepflicht <strong>für</strong> die Ärzte, die aber nicht in<br />
jedem Fall auch befolgt wird. Des weiteren werden viele dieser<br />
Krankheiten gar nicht entdeckt, weil kein Arztbesuch stattfindet<br />
(bewusst o<strong>der</strong> unbewusst bei Fehlen <strong>der</strong> Wahrnehmung <strong>der</strong><br />
Krankheit). Deshalb:<br />
Realisierungsgrad = 10 %<br />
Beachtungsgrad 5 [d] Die meisten Lenker, die aufgrund <strong>eine</strong>s ärztlichen Attestes vorübergehend<br />
o<strong>der</strong> dauerhaft kein Motorfahrzeug lenken dürfen,<br />
halten sich an die Weisung. Deshalb:<br />
Beachtungsgrad = 80 %<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen BASt-Bericht M 65 (1996), Sehstörungen als Unfallursache.<br />
Lachenmayr, B.2)<br />
BASt-Bericht 65 (1988), Kongressbericht <strong>der</strong> Deutschen Gesellschaft<br />
<strong>für</strong> Verkehrmedizin. Krankheit und Verkehrssicherheit,<br />
Staak, M & Berghaus, G., S. 13-19.<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 17/S. 2
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
NEIN; besser als <strong>eine</strong> Meldepflicht (als reaktives Tätigwerden)<br />
wäre die obligatorische, regelmässige Kontrolle beim Vertrauensarzt/Psychologen<br />
hinsichtlich Fahrfähigkeit (siehe Massnahmen<br />
K 17 und K 18)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 17/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme N 18<br />
Verkehrstechnische Massnahmen gegen<br />
Geisterfahrer<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Das Problem <strong>der</strong> Geisterfahrer ist selten aber gravierend und<br />
spektakulär. Risikofaktoren sind Alter, Alkohol und mangelhafte<br />
verkehrstechnische Ausgestaltung. Am erfolgversprechendsten<br />
dürften verkehrstechnische Massnahmen sein.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Geisterfahrer verursachen nur <strong>eine</strong>n geringen Teil <strong>der</strong> Unfälle<br />
auf Autobahnen. Eine holländische Studie kommt zu dem<br />
Schluss, dass lediglich 0.1% <strong>der</strong> Autobahnunfälle auf Geisterfahrer<br />
zurückzuführen sind (Blokpoel et al., 1998). In Österreich<br />
wird <strong>eine</strong> Zahl von 0.4% <strong>der</strong> Autobahnunfälle genannt (Robatsch,<br />
2000). Gleichzeitig jedoch sind die verursachten Unfälle<br />
häufig schwer.<br />
In <strong>der</strong> Schweiz gab es im Jahr 2000 k<strong>eine</strong>n Getöteten bei Unfällen<br />
mit Geisterfahrern. In an<strong>der</strong>en Jahren liegt die Quote bei ein<br />
bis zwei Getötete. Schwerverletzte gab es im Jahr 2000 drei,<br />
Leichtverletzte 17.<br />
Geisterfahrten entstehen je rund zur Hälfte weil ein Lenker falsch<br />
in <strong>eine</strong> Autobahn hineingefahren ist o<strong>der</strong> weil er auf <strong>der</strong> Autobahn<br />
gewendet hat – inkl. Wendemanöver an Raststätten (De<br />
Niet & Blokpoel), 2000).<br />
Nachts steigt <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> Unfälle mit Geisterfahrern im Vergleich<br />
zu tagsüber an. Der Anteil <strong>der</strong> Lenker über 55 Jahren ist<br />
erhöht und auch Alkoholkonsum scheint <strong>eine</strong> wichtige Rolle zu<br />
spielen.<br />
Als Gegenmassnahmen werden verbesserte Signalisation, verän<strong>der</strong>tes<br />
Design von Kreuzungen und Rampen sowie die Reduktion<br />
<strong>der</strong> Alkoholfahrten empfohlen. Eine weitere Möglichkeit ist<br />
die Installation von sogenannten Krallen, die dem Falschfahrer<br />
bei <strong>der</strong> Auffahrt auf die Autobahn die Reifen aufschlitzen. Das<br />
KfV rät jedoch davon ab, da die hohen Kosten (ca. 40'000 DM)<br />
in k<strong>eine</strong>m Verhältnis zur Unfallreduktion stehen.<br />
Bei rund 300 Autobahnauffahrten in <strong>der</strong> Schweiz käme es zu<br />
Kosten von rund 12 Millionen Franken.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2010<br />
Erfahrungen –<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 18/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
Betroffene Unfälle 1 Im Jahr 2000: 3 Schwerverletzte, 17 Leichtverletzte<br />
Wirkungsbereich 2 [a] 50%<br />
Wirksamkeit 3 [b] 100% (v. a. durch die Kralle)<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] 100%<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 100%<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Blokpoel, A., Braimaister, L. & Tromp, J.P.M. (1998), Wrong-way<br />
drivers on motorways. Part I: The extent and development of<br />
the number of wrong-way drivers, and the road accidents and<br />
road casualties involving wrong-way drivers prior to the end<br />
of 1996. SWOV Report R-98-33 I<br />
De Niet, M. & Blokpoel, A. (2000), Heading in the wrong direction:<br />
descriptive research on wrong-way driving on Dutch motorways:<br />
background, causes, liabilities and measures.<br />
SWOV Report D-2000-6<br />
Robatsch, K. (2000), Untersuchung zur Verhin<strong>der</strong>ung von Geisterfahrten.<br />
Forschungsarbeiten aus dem Verkehrswesen.<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
Nein – zu geringes Unfallpotential<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 18/S. 2
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme N 19<br />
Zulassung von Frontbremsleuchten<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Das Anbringen <strong>eine</strong>r Frontbremsleuchte soll zugelassen werden.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Das Anbringen <strong>eine</strong>r Frontbremsleuchte bei allen Fahrzeugen<br />
soll zugelassen werden. Frontbremsleuchten ermöglichen den<br />
Verkehrsteilnehmern ein frühzeitiges Einschätzen von Verkehrssituationen.<br />
Diese Bremsleuchte ist <strong>für</strong> an<strong>der</strong>e gut erkennbar<br />
und kann sowohl im Scheibenbereich, an den Seitenrückspiegeln,<br />
am Chassis o<strong>der</strong> in die Frontlampen integriert angebracht<br />
werden. Die Leuchtstärke entspricht den Normen <strong>der</strong> Bremsleuchten<br />
hinten. Die Bremsleuchte kann mit <strong>eine</strong>m Temporegler<br />
verbunden sein, damit die Funktion erst unterhalb <strong>eine</strong>r bestimmten<br />
Geschwindigkeit aktiviert wird. Ferner kann die Frontbremsleuchte<br />
auch blinkend sein, z. B. schnell blinkend bei<br />
schneller Fahrt, langsam blinkend bei langsamer Fahrt, Dauerlicht<br />
bei Stillstand.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � Autoimporteure<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2015<br />
Erfahrungen Es gibt k<strong>eine</strong> Erfahrungen, da die Frontbremsleuchte <strong>eine</strong> Weltneuheit<br />
ist und das Patent erst Ende Februar 2001 angemeldet<br />
wurde.<br />
Nachfolgend werden deshalb einige Annahmen gemacht: Die<br />
Frontbremsleuchte erzielt vermutlich bei den Auffahrunfällen<br />
<strong>eine</strong>n Teil s<strong>eine</strong>r Wirkung, und zwar dadurch, dass <strong>der</strong> Lenker<br />
des letzten in <strong>eine</strong>r Kolonne stehenden o<strong>der</strong> langsam fahrenden<br />
Auto im Rückspiegel feststellen kann, ob ein nahendes Fahrzeug<br />
die Kolonne wahrgenommen hat und bremst. Wenn nicht, ist<br />
immer noch ein Ausweichen/Wegfahren des letzten Autos möglich,<br />
allerdings auch nur, wenn genügend Abstand zum Vor<strong>der</strong>fahrzeug<br />
besteht. Solches Verhalten benötigt jedoch einiges an<br />
Aneignung neuer Verhaltensweisen (Beobachten des aufschliessenden<br />
Verkehrs, Abstandhalten zum Vor<strong>der</strong>fahrzeug, rechtzeitiges<br />
Reagieren). Es wird geschätzt, dass durch solche Verhaltensweisen<br />
zur Vermeidung von Auffahrunfällen nur sehr wenige<br />
Verunfallte/Getötete verhin<strong>der</strong>t werden können (1 %, wenn alle<br />
Fahrzeuge mit dem System ausgerüstet wären).<br />
Hinsichtlich <strong>der</strong> Fussgängerunfälle ist Folgendes zu sagen:<br />
Wenn sich die Fussgänger anpassen und die Strasse nie überqueren,<br />
wenn die Frontbremsleuchte <strong>eine</strong>s herannahenden<br />
Fahrzeugs nicht leuchtet, wäre von <strong>eine</strong>m 100 % wirksamen<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 19/S. 1
Berechnung des Theoretischen<br />
Rettungspotenzials<br />
System zu sprechen. Allerdings ereignen sich wohl die wenigsten<br />
Fussgängerunfälle wegen falscher Einschätzung <strong>der</strong> Geschwindigkeit<br />
herannahen<strong>der</strong> Fahrzeuge, son<strong>der</strong>n wegen Unaufmerksamkeit<br />
und Springens auf die Strasse. In <strong>der</strong> erwähnten<br />
Hinsicht liegt jedoch kein Zahlenmaterial vor und die Mängel/Einflüsse<br />
als tatsächliche Unfallursache sind sehr unzuverlässig.<br />
Das falsche Einschätzen von Distanz und Geschwindigkeit<br />
nahen<strong>der</strong> Fahrzeuge beschränkt sich aber als Hauptproblem<br />
auf jeden Fall auf Kin<strong>der</strong> und Senioren.<br />
Bei diesem System besteht die Gefahr, dass das Aufleuchten<br />
<strong>der</strong> Frontbremsleuchte falsch interpretiert werden kann, weil trotz<br />
leichtem Bremsen o<strong>der</strong> auch nur Antippen <strong>der</strong> Bremsen <strong>der</strong><br />
Fussgänger davon ausgeht, dass <strong>der</strong> Lenker anhalten wird/will,<br />
obwohl dies gar nicht <strong>der</strong> Fall ist. Deshalb wird empfohlen, dass<br />
das System erst unter 30 km/h aktiviert werden kann, wenn die<br />
Auswirkungen <strong>eine</strong>r Fehlinterpretation nicht mehr so gravierend<br />
sind. Zudem wird beim Ausbleiben des Aufleuchtens signalisiert:<br />
'Nicht gehen, das herannahende Fahrzeug ist noch zu schnell'!<br />
Insgesamt wird geschätzt, dass sich etwa 3 % <strong>der</strong> Fussgängerverunfallten<br />
vermeiden lassen (falls alle Fahrzeuge mit Frontbremsleuchten<br />
ausgerüstet sind sowie unter Einrechnung von<br />
Kompensationseffekten).<br />
Die Erfin<strong>der</strong> des Systems sehen noch <strong>eine</strong>n zusätzlichen Sicherheitseffekt<br />
auch bei entgegenkommenden Fahrzeugen, weil<br />
ersichtlich ist, wie sich dieses verhält, z. B. beim Abbiegen. Hier<br />
dürfte <strong>der</strong> Sicherheitsgewinn jedoch sehr gering sein, d. h. im<br />
Moment, wo das System noch nicht obligatorisch ist, gar vernachlässigbar.<br />
Betroffene Unfälle 1 Unfalltypen FG und Auffahrunfall, Verunfallte (2000)<br />
Fussgänger (FG)<br />
Verletzte BFS 2785<br />
(14 ANDERE, 30 PW, 89 MR, 9 MOFA, 74 FR, 2569 FG)<br />
Getötete BFS 122<br />
(120 FG, 1 FR, 1 PW)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer<br />
Verletzte 7760<br />
(71 ANDERE, 78 PW, 294 MR, 39 MOFA, 599 FR, 6679 FG)<br />
Getötete 122<br />
(120 FG, 1 FR, 1 PW)<br />
Auffahrunfall (A)<br />
Verletzte BFS 6617<br />
(209 ANDERE, 5632 PW, 510 MR, 62 MOFA, 188 FR, 16 FG)<br />
Getötete BFS 13<br />
(3 ANDERE, 7 PW, 2 MR, 1 FR)<br />
Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer<br />
Verletzte 19224<br />
(209 ANDERE, 5632 PW, 510 MR, 62 MOFA, 188 FR, 16 FG)<br />
Getötete 13<br />
(3 ANDERE, 7 PW, 2 MR, 1 FR)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 19/S. 2
Wirkungsbereich 2 [a] 100 %, da Massnahme vollständig neu und niemand mit <strong>eine</strong>r<br />
Frontbremsleuchte unterwegs ist.<br />
Wirksamkeit 3 [b] 100 % bei den Fussgängerunfällen, 50 % bei den Auffahrunfällen<br />
(das ist <strong>eine</strong> nicht begründbare Annahme!)<br />
Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />
(des theoret. Rettungspotenzials)<br />
Realisierungsgrad 4 [c] Das System wird auf Ablehnung stossen, weil die Autofahrer in<br />
<strong>der</strong> Regel fast alles ablehnen, was v. a. den an<strong>der</strong>en etwas<br />
bringt, <strong>eine</strong>m selber aber eher wenig. Deshalb: 10 % (etwa die<br />
gleichen, die freiwillig mit Tagesfahrlicht unterwegs sind)<br />
Beachtungsgrad 5 [d] 1 % bei den Auffahrunfällen<br />
3 % bei den Fussgängerunfällen<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Imhof Mario: Frontstop; Medienmitteilung, 6. März 2001<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
Nein<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 19/S. 3
Schweizerische<br />
Beratungsstelle<br />
<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />
Massnahme N 20<br />
Trajectory Control anstatt punktuelle Geschwindigkeitskontrollen<br />
auf Autobahnen<br />
Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Geschwindigkeitsmessungen werden bis anhin punktuell vorgenommen,<br />
d. h. es wird die Geschwindigkeit <strong>eine</strong>s Fahrzeugs<br />
lediglich an <strong>eine</strong>m bestimmten Punkt vorgenommen. Trajectory<br />
control (übersetzt: Flugbahnkontrolle) hingegen ermittelt die<br />
Durchschnittsgeschwindigkeit auf <strong>eine</strong>m Streckenabschnitt.<br />
Detailbeschreibung<br />
VESIPO<br />
Exakte Ausformulierung Die Geschwindigkeitskontrollen, die an <strong>eine</strong>m Punkt vorgenommen<br />
werden, sind nicht repräsentativ <strong>für</strong> das Geschwindigkeitsverhalten<br />
<strong>der</strong> Lenker. Die trajectory control lässt möglicherweise<br />
präzisere Aussagen zu. Ansch<strong>eine</strong>nd werden trajectory controls<br />
fest installiert und nicht mobil.<br />
Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />
� Kanton � Polizei<br />
� Gemeinde � Versicherungen<br />
� Exekutive � Schulen<br />
� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />
� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />
� Strassenverkehrsämter � ...<br />
Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />
� 2010<br />
� 2020<br />
realisiert bis: 2020<br />
Erfahrungen Malenstein (1998) beschreibt die Anwendung <strong>der</strong> trajectory control<br />
auf <strong>eine</strong>r drei Kilometer langen Strecke. Dabei werden die<br />
Bil<strong>der</strong> automatisch erstellt und verarbeitet.<br />
In <strong>eine</strong>m verwandten Vorgehen (Continuous Applied Speed Enforcement)<br />
wurde die Überschreitung <strong>der</strong> Geschwindigkeitslimiten<br />
von 35 auf 3% gesenkt (Malenstein, 1999).<br />
Offene Fragen –<br />
Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Malenstein, J. (1998), Automated video speed enforcement and<br />
trajectory control combined with fully automated processing.<br />
Towards the new horizon together. Proceedings of the 5th<br />
world congress on intelligent transport systems, October<br />
12th–16th 1998, Seoul, Korea<br />
Malenstein, J. (1999), Effects and acceptance of enforcement.<br />
ITS in Europe '99 Congress and exhibition, Proceedings, S.<br />
8.<br />
Entscheid:<br />
Weiterverfolgen ja/nein<br />
Nein (zu grosser Aufwand im Verhältnis, geringer Nutzen)<br />
Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 20/S. 1