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Erarbeitung der Grundlagen für eine ... - BfU

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Eidgenössisches Departement <strong>für</strong> Umwelt, Verkehr,<br />

Energie und Kommunikation UVEK<br />

Bundesamt <strong>für</strong> Strassen ASTRA<br />

<strong>Erarbeitung</strong> <strong>der</strong> <strong>Grundlagen</strong> <strong>für</strong> <strong>eine</strong><br />

Strassenverkehrssicherheitspolitik<br />

des Bundes<br />

Elaboration des fondements d'une politique<br />

nationale de sécurité routière<br />

Zusatzband zum Schlussbericht<br />

(Massnahmenbeschreibungen im Detail)<br />

VESIPO<br />

Schweizerische Beratungsstelle <strong>für</strong> Unfallverhütung bfu<br />

Forschungsauftrag<br />

ASTRA 2000/447<br />

auf Antrag des ASTRA<br />

Bern, Dezember 2001


Impressum<br />

Die Liste <strong>der</strong> Massnahmen des vorliegenden Zusatzbandes zum Bericht VESIPO wurde durch<br />

folgendes Team erstellt:<br />

Projektleitung:<br />

Jörg Thoma, dipl. Ing. TH, Leiter Bereich Technik bfu<br />

<strong>Erarbeitung</strong>:<br />

Roland Allenbach, dipl. Ing. ETH, Abteilungsleiter Forschung Technik bfu<br />

Patrick Eberling, dipl. Ing. ETH, Mitarbeiter Abteilung Verkehrstechnik bfu<br />

Uwe Ewert, Dr. phil., Psychologe FSP, Mitarbeiter Abteilung Forschung Mensch bfu<br />

Markus Hubacher, lic. phil., Psychologe FSP, Mitarbeiter Abteilung Forschung Mensch bfu<br />

Christian Huber, dipl. Ing. ETH, Abteilungsleiter Verkehrstechnik bfu<br />

Peter Remund, Dr. iur., Leiter Abteilung Recht und Stab bfu<br />

Ueli Salvisberg, dipl. Ing. ETH, Mitarbeiter Abteilung Forschung Technik bfu<br />

Gianantonio Scaramuzza, dipl. Ing. ETH, Mitarbeiter Abteilung Verkehrstechnik bfu<br />

Stefan Siegrist, Dr. phil. Psychologe FSP, Abteilungsleiter Forschung Mensch bfu<br />

<strong>Grundlagen</strong>:<br />

Eine Reihe von Massnahmen wurden aufgrund <strong>der</strong> Resultate von Untersuchungen, die flankierend<br />

zum Schlussbericht in Auftrag gegeben wurden, zusammengestellt. Die entsprechenden Quellenangaben<br />

sind im Schlussbericht enthalten.<br />

Der Inhalt dieses Berichtes verpflichtet nur den (die) vom Bundesamt <strong>für</strong> Strassen beauftragten<br />

Autor(en).<br />

Bezug: Schweizerischer Verband <strong>der</strong> Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS)<br />

Le contenu de ce rapport n'engage que l'(les) auteur(s) mandaté(s) par L'Office fédérale des routes.<br />

Diffusion: Association suisse des professionnels de la route et du trafic (VSS)<br />

Il contenuto di questo rapporto impegna solamente l'(gli) autore(i) designato(i) dall'Ufficio fe<strong>der</strong>ale<br />

delle strade.<br />

Ordinazione: Associazione svizzera dei professionisti della strada e del traffico (VSS)<br />

The content of this report engages only the autor(s) appointed by the Swiss fe<strong>der</strong>al roads authority.<br />

Supply: Swiss association of road and traffic experts (VSS)


1 Sockelmassnahmen S01 – S11<br />

2 Qualitätssicherungsmassnahmen Q01 – Q10<br />

3<br />

4<br />

5<br />

Kurzfristige Massnahmen (initiiert bis 2005)<br />

1. Pädagogik, Kommunikation, Selektion und Therapie<br />

2. Recht und Überwachung<br />

3. Infrastruktur und Betrieb<br />

4. Fahrzeugtechnik und Verkehrstelematik<br />

5. Rettungswesen<br />

Mittelfristige Massnahmen (initiiert 2006 – 2010)<br />

1. Pädagogik, Kommunikation, Selektion und Therapie<br />

2. Recht und Überwachung<br />

3. Infrastruktur und Betrieb<br />

4. Fahrzeugtechnik und Verkehrstelematik<br />

5. Rettungswesen<br />

Nicht weiterverfolgte Massnahmen<br />

1. nach <strong>der</strong> Wirksamkeitsanalyse<br />

2. vor <strong>der</strong> Wirksamkeitsanalyse<br />

K01 – K64<br />

K01 – K08<br />

K09 – K23<br />

K24 – K39<br />

K40 – K61<br />

K62 – K64<br />

M01 – M13<br />

M01<br />

M02 – M07<br />

M08<br />

M09 – M12<br />

M13<br />

N01 – N20<br />

N01 – N15<br />

N16 – N20


S01 – S11 Sockelmassnahmen<br />

S01<br />

S02<br />

S03<br />

Verwendung <strong>eine</strong>s Teils <strong>der</strong> Treibstoffsteuer zugunsten <strong>der</strong><br />

Verkehrssicherheit<br />

Erhöhung des Prämienzuschlages auf die Motorfahrzeug-<br />

Haftpflichtversicherung auf 1 % und Neuorganisation des Fonds <strong>für</strong><br />

Verkehrssicherheit<br />

Kooperation Bund/Kantone: Koordination <strong>der</strong> gesamtschweizerischen<br />

Verkehrssicherheitsarbeit durch den Bund<br />

S04 Zweckbindung von Bussengel<strong>der</strong>n<br />

S05 Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Strassenverkehrssicherheitskommission<br />

S06<br />

S07<br />

S08<br />

S09<br />

S10<br />

Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum Management von edukativen<br />

Massnahmen<br />

Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum Management von<br />

Enforcementmassnahmen<br />

Bildung <strong>eine</strong>r nationalen sowie kantonaler und kommunaler Unfallkommissionen<br />

zum Management von Strassenverkehrsunfällen<br />

Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum Management von Massnahmen<br />

im Bereich <strong>der</strong> Fahrzeugtechnik und Verkehrstelematik<br />

Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum Management von<br />

Massnahmen im Rettungswesen<br />

S11 Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Verkehrssicherheits-Forschungskommission


Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 02/S. 2


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme S 01<br />

Verwendung <strong>eine</strong>s Teils <strong>der</strong> Treibstoffsteuer<br />

zugunsten <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Ein Teil des R<strong>eine</strong>rtrages <strong>der</strong> Verbrauchssteuer auf Treibstoffen<br />

soll zur Finanzierung von Unfallverhütungsmassnahmen im<br />

Strassenverkehr zur Verfügung gestellt werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Gemäss Art. 86 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 131 Abs. 1 lit. e<br />

BV kann <strong>der</strong> Bund auf Treibstoffen <strong>eine</strong> Verbrauchssteuer erheben.<br />

Diese Verbrauchssteuer ist im Mineralölsteuergesetz (MinöStG)<br />

vom 21. Juni 1996 geregelt. Über die Verwendung <strong>der</strong><br />

R<strong>eine</strong>rträge dieser Abgabe enthält Art. 86 <strong>der</strong> Bundesverfassung<br />

in Art. 3 <strong>eine</strong> detaillierte Liste über die zu finanzierenden Aufgaben<br />

und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr.<br />

Die Liste ist abschliessend. Beiträge zur Verwendung<br />

<strong>für</strong> die Unfallverhütung und Sicherheit im Strassenverkehr sind<br />

nicht vorgesehen.<br />

Der konkrete Vorschlag geht nun dahin, <strong>eine</strong>n Anteil des R<strong>eine</strong>rtrags<br />

<strong>der</strong> Verbrauchssteuer auf Treibstoffen zur Finanzierung<br />

von Unfallverhütungs- und Sicherheitsmassnahmen im Strassenverkehr<br />

zur Verfügung zu stellen.<br />

Die dazu notwendige rechtliche Grundlage müsste durch <strong>eine</strong><br />

entsprechende Ergänzung in Art. 86 Abs. 3 <strong>der</strong> Bundesverfassung<br />

explizit geschaffen werden. Die Schaffung <strong>eine</strong>r neuen<br />

Finanzierungsquelle im erwähnten Sinne zur künftigen Erhöhung<br />

<strong>der</strong> Sicherheit im Strassenverkehr rechtfertigt sich umso mehr,<br />

als wichtige Aufgaben <strong>der</strong> Unfallverhütung im Strassenverkehr<br />

heute schon mangels ausreichen<strong>der</strong> Ressourcen nicht o<strong>der</strong> nicht<br />

im erfor<strong>der</strong>lichen Ausmass wahrgenommen werden können.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 01/S. 1


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme S 02<br />

Erhöhung des Prämienzuschlages auf die Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung<br />

auf 1 %<br />

und Neuorganisation des Fonds <strong>für</strong> Verkehrssicherheit<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die Möglichkeiten des FVS werden in finanzieller und organisatorischer<br />

Hinsicht verbessert. Durch <strong>eine</strong> Erhöhung des Prämienzuschlages<br />

auf 1 % erhält <strong>der</strong> FVS die Möglichkeit, mehr resp.<br />

grössere Verkehrssicherheitsprojekte zu unterstützen. Eine organisatorische<br />

Neuausrichtung soll zudem ermöglichen, dass die<br />

Antragsprüfung und die Qualitätssicherung <strong>eine</strong> grösstmögliche<br />

Wirkung <strong>der</strong> unterstützten Projekte ermöglicht.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Neuorganisation des FVS soll folgende Ziele verfolgen:<br />

• FVS in erster Linie Fachgremium, das die Umsetzung von<br />

VESIPO steuert<br />

• FVS plant längerfristige Schwerpunktprogramme (abgeleitet<br />

aus VESIPO)<br />

• FVS melden fixe Qualitätsansprüche an Projekteingaben<br />

(u. a. Evaluation <strong>der</strong> Projekte) an<br />

• Je<strong>der</strong> Antrag wird analog den VESIPO-Massnahmen (Unfallpotentiel,<br />

Wirkungsbereich, Wirksamkeit, Verbreitung,<br />

Beachtung, Kosten/Nutzen, Freiwilligkeit, Synergien) beurteilt.<br />

Die Eingaben müssen entsprechende Informationen<br />

enthalten<br />

• Interessenvertreter (Verbände) haben nur beratende Stimme<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 02/S. 1


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme S 03<br />

Kooperation Bund/Kantone: Koordination <strong>der</strong><br />

gesamtschweizerischen Verkehrssicherheitsarbeit<br />

durch den Bund<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verschiedene Staatsaufgaben haben in den letzten Jahren zunehmend<br />

nationale Dimensionen angenommen. Vor diesem<br />

Hintergrund drängt sich <strong>eine</strong> enge Zusammenarbeit zwischen<br />

dem Bund und den Kantonen auf. Zur Kontrolle und Überwachung<br />

<strong>der</strong> Sicherheit im Strassenverkehr sollte <strong>der</strong> Bund mit den<br />

Kantonen Leistungsverträge abschliessen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Strassenhoheit liegt grundsätzlich bei den Kantonen. Art. 82<br />

BV räumt dem Bund <strong>eine</strong> weitgehende Kompetenz ein, Vorschriften<br />

<strong>für</strong> Strassenverkehr zu erlassen. Die Kompetenzen des<br />

Bundes im Bereich des Strassenverkehrs umfassen aber nicht<br />

nur die Gesetzgebung, son<strong>der</strong>n auch die Oberaufsicht über die<br />

Strassen von gesamtschweizerischer Bedeutung. Im Rahmen<br />

<strong>der</strong> Kompetenzaufteilung zwischen Bund und Kantonen ist es<br />

aus Gründen <strong>der</strong> Verkehrssicherheit angezeigt, dem Bund <strong>eine</strong><br />

aktive Rolle in <strong>der</strong> Verkehrssicherheit- und Präventionsarbeit zu<br />

übertragen und ihn zur Koordination <strong>der</strong> gesamtschweizerischen<br />

Verkehrssicherheitsarbeit zu verpflichten.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 03/S. 1


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme S 04<br />

Zweckbindung von Bussengel<strong>der</strong>n<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die erhobenen Bussengel<strong>der</strong> werden lediglich zur För<strong>der</strong>ung <strong>der</strong><br />

Verkehrssicherheit eingesetzt.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Bussengel<strong>der</strong>, die jährlich durch die Polizei erwirtschaftet<br />

werden, fliessen bisher in den Haushalt von Kantonen und Gemeinden.<br />

Durch <strong>eine</strong> Zweckbindung von Bussengel<strong>der</strong>n könnte<br />

die Verkehrssicherheit geför<strong>der</strong>t und die polizeiliche Verkehrsüberwachung<br />

intensiviert werden.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen In Queensland (Australien) wurden Geschwindigkeitskameras<br />

eingeführt. Die dadurch erzielten Bussgel<strong>der</strong> wurden zur För<strong>der</strong>ung<br />

<strong>der</strong> Verkehrssicherheitsmassnahmen verwendet. Die Massnahmen<br />

beinhalteten jedoch nicht nur erhöhte Verkehrsüberwachung<br />

(OECD, 1999).<br />

Eine verwandte Neuentwicklung ist die sogenannte "hypothecation".<br />

Hier handelt es sich darum, dass Geschwindigkeitsüberwachungsgeräte<br />

auf Kredit gekauft werden und dann aber aufgrund<br />

<strong>der</strong> Bussgel<strong>der</strong> selbsttragend sein sollen. In <strong>eine</strong>m Pilotversuch<br />

in Nottingham (England) wurden 12 solcher Kameras <strong>für</strong><br />

<strong>eine</strong> unfallbelastete Strecke gekauft; 24 weitere sind vorgesehen<br />

um auf <strong>eine</strong>r acht Kilometer langen Strecke die Unfallzahlen um<br />

1/3 zu senken (Totton, 2000).<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Totton (2000). Exorcising the speed demons. Surveyor, 2000/09/07,<br />

12–14<br />

OECD (1999). Safety strategies for rural roads. Road transport<br />

and intermodal research.<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 04/S. 1


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme S 05<br />

Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Strassenverkehrssicherheitskommission<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Eine nationale Strassenverkehrssicherheitskommission initiiert<br />

und koordiniert alle Bestrebungen zur Umsetzung des Projekts<br />

"Verkehrssicherheitspolitik des Bundes" mit <strong>der</strong> Zielsetzung<br />

"Vision Zero".<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die nationale Strassenverkehrssicherheitskommission wirkt als<br />

Steuerungsinstrument des Bundes zur Umsetzung des Vesipo-<br />

Projekts. Sie plant, koordiniert und überwacht alle Bestrebungen<br />

zur Unfallverhütung im Strassenverkehr. Ihr unterstellt sind die<br />

nationalen Fachkommissionen Strassenverkehrssicherheit <strong>für</strong>:<br />

� Edukation (S 06)<br />

� Enforcement (S 07)<br />

� Unfallkommission (S 08)<br />

� Fahrzeugsicherheit und Telematik (S 09)<br />

� Rettungswesen (S 10)<br />

� Forschung (S 11)<br />

Die Leiter dieser Fachkommissionen nehmen neben an<strong>der</strong>en<br />

Vertretungen Einsitz in <strong>der</strong> Nationalen Strassenverkehrssicherheitskommission.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 05/S. 1


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme S 06<br />

Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum<br />

Management von edukativen Massnahmen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die nationale Kommission hat die Aufgabe, den Einsatz edukativer<br />

Massnahmen durch Unfallanalyse, Massnahmenimplementierung<br />

und <strong>der</strong>en Evaluation zu optimieren.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Kommission hat folgende Aufgaben:<br />

1. Analyse des Unfallgeschehens im Hinblick auf die Schwerpunkte,<br />

die auf menschliches Versagen zurückzuführen sind.<br />

2. Planung und Initiierung angemessener edukativer Massnahmen,<br />

z. B. mittels Multiplikatoren wie Fahrlehrer, Verkehrspolizei<br />

und Verkehrsinstruktoren, Verkehrspsychologen<br />

3. Evaluation <strong>der</strong> eingeleiteten Massnahmen und allenfalls<br />

Überarbeitung <strong>der</strong> Massnahmen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 06/S. 1


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme S 07<br />

Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum<br />

Management von Enforcementmassnahmen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die nationale Kommission zum Management von Enforcementmassnahmen<br />

analysiert, plant und evaluiert das Vorgehen im<br />

Enforcementbereich zur För<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die nationale Kommission zum Management von Enforcementmassnahmen<br />

hat primär folgende Aufgaben:<br />

1. Sie analysiert die Verkehrsunfalldaten (BFS) im Hinblick auf<br />

Unfallursachen, die mittels Enforcementmassnahmen beeinflusst<br />

werden können (z. B. Fahrunfähigkeit)<br />

2. Sie analysiert die ADMAS-Daten<br />

3. Sie analysiert die Kontrolltätigkeit <strong>der</strong> Polizei (periodische<br />

Erfassung + Bewertung von Indikatoren, analog bfu-Report<br />

47)<br />

4. Sie macht Vorschläge zu Regel-/Gesetzesän<strong>der</strong>ungen sowie<br />

Vorschläge zur effizienten polizeilichen Kontrolltätigkeit<br />

5. Sie evaluiert Umsetzungen im Bereich von Gesetzesän<strong>der</strong>ungen<br />

und Än<strong>der</strong>ungen <strong>der</strong> Kontrolltätigkeit<br />

Die Kommission hat nicht die Aufgabe (und kann diese auch<br />

nicht erfüllen), die Arbeit direkt in Massnahmen umzusetzen. Es<br />

ist deshalb ein starker Bezug zu den kantonalen Behörden/Unfallkommissionen<br />

nötig.<br />

Eine projektbezogene Arbeitsgruppe aus Mitglie<strong>der</strong>n <strong>der</strong> Verkehrskommission<br />

<strong>der</strong> Konferenz <strong>der</strong> kantonalen Polizeikommandanten<br />

und <strong>der</strong> Schweiz. Vereinigung städtischer Polizeichefs,<br />

<strong>der</strong> bfu und des BFS existiert bereits und könnte die zu bildende<br />

Enforcementkommission darstellen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Offene Fragen Die eidg. Kommission zum Management von Enforcementmassnahmen<br />

kann lediglich Empfehlungen zur Umsetzung abgeben,<br />

selber jedoch nichts unternehmen, weil Gesetze zwar landesweit<br />

gelten, <strong>der</strong>en Kontrolle aber kantonal und kommunal erfolgt.<br />

Damit die vorgeschlagene Kommission auch tatsächlich wirken<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 07/S. 1


Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

kann, muss ein Bezug zu kant. Behörden geschaffen werden<br />

(z. B. via Polizeidirektorenkonferenz, Polizeikommandanten).<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 07/S. 2


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme S 08<br />

Bildung <strong>eine</strong>r nationalen sowie kantonaler<br />

und kommunaler Unfallkommissionen zum<br />

Management von Strassenverkehrsunfällen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Gesetzliche Verankerung und Umsetzung <strong>eine</strong>s gesamtschweizerischen<br />

Konzeptes <strong>für</strong> die<br />

– Systematisierung von Erfassung und Analyse des Unfallgeschehens<br />

– Systematisierung <strong>der</strong> Planung, Initiierung und Durchführung<br />

von Sanierungsmassnahmen<br />

– Systematisierung <strong>der</strong> Evaluation von Sanierungsmassnahmen.<br />

Dazu ist die Bildung von Unfallkommissionen (auf nationaler,<br />

kantonaler und kommunaler Ebene), die Aktualisierung des Unfallaufnahmeprotokolls<br />

und die Abgabe <strong>eine</strong>r gesamtschweizerischen<br />

einheitlichen Software zur Umsetzung <strong>der</strong> obigen Aufgaben<br />

unabdingbar.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Es besteht ein Mangel an qualifizierten Daten zur Beurteilung<br />

des Unfallgeschehens in <strong>der</strong> Schweiz. Zudem werden diese<br />

unterschiedlich erfasst und ausgewertet, sodass ein Vergleich<br />

schwer möglich ist. Die Handhabung ist in den einzelnen Kantonen<br />

und Gemeinden sehr verschieden. Auch auf gesamtschweizerischem<br />

Tätigkeitsgebiet besteht Koordinations- und Handlungsbedarf.<br />

Um diesem Umstand besser Rechnung zu tragen,<br />

ist ein gesamtschweizerisches Konzept <strong>für</strong> das einheitliche Management<br />

<strong>der</strong> Sicherheitsdefizite (Unfallschwerpunkte, Schwerpunkte<br />

im Unfallgeschehen, Gefahren) zu erarbeiten. Dazu sind<br />

verschieden Schritte und Tätigkeiten nötig.<br />

1) Umsetzung <strong>eine</strong>s gesamtschweizerischen Konzeptes:<br />

Mit den verschiedenen beteiligten Partnern (ASTRA, BFS, bfu,<br />

ETH, Vertreter Kantonspolizei und Vertreter Kantonsingenieure)<br />

sind die notwendigen Schritte zur Umsetzung <strong>eine</strong>s Konzeptes<br />

zur Systematisierung von Erfassung und Analyse des Unfallgeschehens<br />

sowie zur <strong>Erarbeitung</strong> von Sanierungsmassnahmen<br />

und <strong>der</strong>en Evaluation einzuleiten.<br />

2) Einheitliche Erhebung:<br />

Das bestehende Unfallaufnahmeprotokoll UAP muss überarbeitet<br />

und die Erfassung und Kontrolle <strong>der</strong> Daten vereinheitlicht<br />

werden.<br />

3) Einheitliche Erfassung, Auswertung, Lokalisierung und Analyse<br />

<strong>der</strong> Strassenverkehrsunfälle:<br />

Dazu muss vom Bund ein einheitliches EDV-Programm erarbeitet<br />

und den Unfallkommissionen zur Verfügung gestellt werden.<br />

Dieses muss auf <strong>der</strong> Methodik <strong>der</strong> neuen VSS-Normen zur Unfallauswertung<br />

basieren.<br />

4) Umsetzung all dieser Tätigkeiten durch die Bildung von Unfallkommissionen:<br />

Es sind <strong>eine</strong> nationale (bfu, ASTRA, BFS, ETH, Vertreter Kantone)<br />

sowie pro Kanton 1 kantonale und je grössere Gemeinde 1<br />

kommunale Unfallkommission (Vertreter Tiefbauamt, Polizei und<br />

Signalisationsbehörde) notwendig. Die Koordination zwischen<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 08/S. 1


den einzelnen Kommissionen sowie <strong>der</strong>en Schulung und Weiterbildung<br />

ist zu gewährleisten. Dabei kann das deutsche Konzept<br />

als Basis dienen.<br />

In den Pflichtenheften <strong>für</strong> die Unfallkommissionen sind im Detail<br />

folgende Tätigkeiten festzuhalten:<br />

Nationale Unfallkommission<br />

Übergeordnete Aufgabe<br />

• Begleitung sowie Koordination von kantonalen resp. kommunalen<br />

Unfallkommissionen<br />

• Schulung und Weiterbildung <strong>der</strong> kantonalen resp. kommunalen<br />

Unfallkommissionen, insbeson<strong>der</strong>e zum Thema "Sanierung<br />

von Unfallschwerpunkten (Unfallhäufungsstellen)"<br />

Teilbereich "Unfallschwerpunkte (Unfallhäufungsstellen)"<br />

• Analyse <strong>der</strong> Gesamtheit <strong>der</strong> Unfallschwerpunkte<br />

• Führung von ortsbezogenen Unfall-/Massnahmendatenbanken<br />

• Analyse <strong>der</strong> Entwicklung des Unfallgeschehens an Unfallschwerpunkten<br />

• Analyse <strong>der</strong> Wirksamkeit von Sanierungsmassnahmen an<br />

Unfallschwerpunkten<br />

• Führung von Katalogen mit Unfallbil<strong>der</strong>n und entsprechenden,<br />

bewährten Massnahmen<br />

Teilbereich "Schwerpunkte im Unfallgeschehen (auffällige Unfallmerkmale)"<br />

• Führung von aktualisierten, gesamtschweizerischen Unfallstatistiken<br />

• Unfallstatistiken nach Schwerpunkten im Unfallgeschehen<br />

auswerten<br />

• Festgestellte Schwerpunkte im Unfallgeschehen sind zu analysieren<br />

• Sanierungsmassnahmen sowie Kampagnen zur gezielten<br />

örtlichen Bekämpfung von Schwerpunkten im Unfallgeschehen<br />

erarbeiten, anordnen und allenfalls durchführen<br />

• Auswertungen und Analysen periodisch an die kantonalen<br />

Unfallkommissionen weiterleiten<br />

• Gesamtschweizerische Kampagnen in Zusammenarbeit mit<br />

den kantonalen/kommunalen Unfallkommissionen durchführen<br />

• Evaluation <strong>der</strong> angeordneten Massnahmen<br />

• Führung <strong>eine</strong>r Massnahmenliste, welche Wirkung resp. Kosten<br />

beinhaltet<br />

Teilbereich "Weitere Sicherheitsdefizite"<br />

• Evaluation <strong>der</strong> angeordneten Massnahmen<br />

• Führung <strong>eine</strong>r Massnahmenliste, welche Wirkung resp. Kosten<br />

beinhaltet<br />

Kantonale/kommunale Unfallkommissionen<br />

Teilbereich "Unfallschwerpunkte (Unfallhäufungsstellen)"<br />

• Unfallschwerpunkte auf dem in ihre Zuständigkeit fallenden<br />

Strassennetz in <strong>eine</strong>m Unfallkataster lokalisieren und jährlich<br />

aktualisieren<br />

• Unfallschwerpunkte unter Verwendung <strong>der</strong> geltenden VSS-<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 08/S. 2


Normen nach Dringlichkeit rangieren<br />

• Unfallschwerpunkte beurteilen<br />

• Pro Jahr <strong>für</strong> 10 % <strong>der</strong> jeweils bestehenden Unfallschwerpunkte<br />

Sanierungsmassnahmen anhand <strong>eine</strong>r anerkannten Methode<br />

(verkehrstechnische Unfallanalyse) unter Beizug von<br />

Spezialisten erarbeiten<br />

• Ingenieurbüro mit Projektierung <strong>der</strong> Sanierung beauftragen<br />

und begleiten<br />

• Sanierung in die Wege leiten<br />

• Wo möglich provisorisch Sofortmassnahmen in die Wege leiten<br />

• Sanierungsmassnahmen evaluieren und <strong>der</strong> nationalen Unfallkommission<br />

weiterleiten<br />

Teilbereich "Schwerpunkte im Unfallgeschehen (auffällige Unfallmerkmale)"<br />

• Die von <strong>der</strong> nationalen Unfallkommission festgestellten<br />

Schwerpunkte im Unfallgeschehen auf dem in ihre Zuständigkeit<br />

fallenden Strassennetz lokalisieren<br />

• Gesamtschweizerisch empfohlene Sanierungsmassnahmen<br />

resp. Kampagnen in die Wege leiten<br />

• Kantonsspezifische Schwerpunkte im Unfallgeschehen erkennen,<br />

lokalisieren, rangieren und analysieren<br />

• Sanierungsmassnahmen <strong>für</strong> kantonsspezifische Schwerpunkte<br />

im Unfallgeschehen erarbeiten und in die Wege leiten<br />

• Wo möglich provisorisch Sofortmassnahmen in die Wege leiten.<br />

• Sanierungsmassnahmen evaluieren und <strong>der</strong> nationalen Unfallkommission<br />

weiterleiten.<br />

Teilbereich "Weitere Sicherheitsdefizite"<br />

• Strassennetz systematisch auf sicherheitsrelevante Normabweichungen<br />

(Gefahren und Gefährdungen) überprüfen<br />

• Strassennetz systematisch auf weitere Sicherheitsdefizite im<br />

Betrieb überprüfen<br />

• Erkannte Sicherheitsdefizite systematisch analysieren<br />

• Führung von Listen von Stellen im Strassennetz mit Sicherheitsdefiziten<br />

• Sanierungsmassnahmen in die Wege leiten an 2 konkreten<br />

Stellen pro Behörde und Jahr<br />

• Wo möglich provisorische Sofortmassnahmen in die Wege leiten<br />

• Sanierungsmassnahmen evaluieren und <strong>der</strong> nationalen Unfallkommission<br />

weiterleiten<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � BFS<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 08/S. 3


Erfahrungen Zum Teil Erfahrungen in Deutschland mit Unfallkommissionen.<br />

Institut <strong>für</strong> Strassenverkehr Köln<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Institut <strong>für</strong> Strassenverkehr Köln, Führen und Auswerten von<br />

Unfalltypensteckkarten<br />

Institut <strong>für</strong> Strassenverkehr Köln, Qualifizierung <strong>für</strong> die Tätigkeit<br />

in <strong>der</strong> Unfallkommission<br />

Zum Stellenwert <strong>der</strong> Unfallkommission, Strassenverkehrstechnik<br />

11/99<br />

Müller Dieter, Ein neuer Stellenwert <strong>für</strong> die Unfallkommission,<br />

Zeitschrift <strong>für</strong> Verkehrssicherheit 47<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

Sehr viele Massnahmen "Infrastruktur" hängen von dieser Massnahme<br />

ab. Dringend Sofortmassnahme, da zur Zeit bei einigen<br />

Behörden Entscheide anstehen. JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 08/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme S 09<br />

Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum<br />

Management von Massnahmen im Bereich <strong>der</strong><br />

Fahrzeugtechnik und Verkehrstelematik<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission, die sich mit <strong>der</strong> Begutachtung,<br />

probeweisen Einführung und Evaluation von fahrzeugtechnischen<br />

und verkehrstelematischen Massnahmen befasst.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Aufgabe <strong>der</strong> Kommission ist es, fahrzeugtechnische und<br />

verkehrstelematische Mittel und Anwendungen zur Erhöhung <strong>der</strong><br />

Verkehrssicherheit zu analysieren.<br />

Hinsichtlich <strong>der</strong> Fahrzeugtechnik müsste sich die Kommission<br />

auf die Begutachtung beschränken, da diese Massnahmen von<br />

den Fahrzeugherstellern in grossem Stil eingeführt werden dürften.<br />

Probeweise Einführung und Evaluation <strong>der</strong> fahrzeugtechnischen<br />

Massnahmen dürfte die Zuständigkeit <strong>der</strong> Kommission<br />

überschreiten.<br />

Hinsichtlich <strong>der</strong> telematischen Massnahmen kann die Kommission<br />

sowohl begutachten als auch die probeweise Einführung<br />

solcher Massnahmen lancieren und <strong>der</strong>en Wirkung auf die Verkehrssicherheit<br />

evaluieren.<br />

Diese Aufgabe könnte evtl. durch VSS EKs übernommen werden,<br />

die sich bereits mit solchen Fragen beschäftigen und interdisziplinär<br />

zusammengesetzt sind.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 09/S. 1


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme S 10<br />

Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Kommission zum<br />

Management von Massnahmen im Rettungswesen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Eine nationale Kommission analysiert, plant und evaluiert das<br />

Vorgehen im Bereich des Rettungswesens<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Kommission zum Management von Massnahmen im Rettungswesen<br />

hat folgende Aufgaben:<br />

1. Sie analysiert den Status Quo im Rettungswesen und deckt<br />

mögliche Problemfel<strong>der</strong> auf<br />

2. Sie plant und initiiert Verbesserungen in den festgestellten<br />

Problemfel<strong>der</strong>n<br />

3. Sie evaluiert die initiierten Massnahmen o<strong>der</strong> initiiert zumindest<br />

diese Evaluation.<br />

Die Hauptresultate <strong>der</strong> Kommissionsarbeit fliessen in Richtlinien<br />

zu einzelnen Punkten im Rettungswesen ein. Die Kommission<br />

überwacht <strong>der</strong>en qualitative und quantitative Umsetzung (Evaluationsphase).<br />

Konkrete, bereits jetzt bekannte Problemfel<strong>der</strong>,<br />

die von <strong>der</strong> Kommission zu organisieren sind:<br />

• Regionale Unterschiede in <strong>der</strong> Qualität des Rettungswesens<br />

(Problem: ländliche Gebiete)<br />

• Gebietszuteilung <strong>der</strong> Rettungsdienste (ist oft politisch und<br />

nicht rettungstechnisch optimal)<br />

• Zusammenarbeit Blaulichtorganisationen (Tel. 117, 118 und<br />

144)<br />

Es wäre naheliegend, dass <strong>der</strong> Interverband <strong>für</strong> Rettungswesen<br />

(IVR) diese Kommission darstellt, da dieser den gesamten Bereich<br />

des Rettungswesens am besten kennt und schon <strong>eine</strong>n<br />

Teil <strong>der</strong> erwähnten Aufgaben abdeckt. Die Analyse <strong>der</strong> Probleme<br />

im Rettungswesen sowie etliche Massnahmen zur Verbesserung<br />

des Rettungswesens in <strong>der</strong> Schweiz wurden vom IVR bereits<br />

durchgeführt. Es wurden diverse Projekte initiiert, Richtlinien<br />

entwickelt und Bücher publiziert:<br />

• Bestimmungen über die Anerkennung von Rettungsdiensten<br />

• Qualitätskriterien <strong>für</strong> Rettungsdienste<br />

• Richtlinien <strong>für</strong> die Anerkennung <strong>der</strong> Sanitätsnotrufzentralen<br />

• Richtlinien <strong>für</strong> die persönliche Schutzausrüstung von Personal<br />

im sanitätsdienstlichen Einsatz<br />

• Richtlinien <strong>für</strong> den Patiententransport<br />

• Etc.<br />

Ob Evaluationen <strong>der</strong> initiierten Massnahmen stattgefunden haben,<br />

ist nicht bekannt. Möglicherweise benötigt <strong>der</strong> IVR <strong>eine</strong><br />

stärkere finanzielle Unterstützung. Zur Zeit erhält er von den<br />

Kantonen fünf Rappen pro Einwohner. Die SDK hat den Kantonen<br />

empfohlen, ab 2002 den Betrag auf sieben Rappen pro Einwohner<br />

zu erhöhen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 10/S. 1


� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Notrufzentralen, Rettungs-<br />

dienste<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2005<br />

Erfahrungen –<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 10/S. 2


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme S 11<br />

Bildung <strong>eine</strong>r nationalen Verkehrssicherheits-<br />

Forschungskommission<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Eine nationale Verkehrssicherheits-Forschungskommission plant<br />

und koordiniert die Forschungsvorhaben im Bereich <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die nationale Verkehrssicherheits-Forschungskommission hat<br />

folgende Aufgaben:<br />

1. Sie bewertet und empfiehlt Forschungsprojekte zur För<strong>der</strong>ung<br />

<strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />

2. Sie plant und koordiniert die Forschungstätigkeiten (z. B. zur<br />

Vermeidung von Doppelspurigkeiten)<br />

3. Sie steuert die Inhalte insofern, als ein Gleichgewicht zwischen<br />

den verschiedenen Forschungszielen anzustreben ist<br />

(<strong>Grundlagen</strong>forschung, Entwicklung von Massnahmen, Evaluation<br />

von Massnahmen)<br />

Diese Forschungskommission wird vom Fonds <strong>für</strong> Verkehrssicherheit<br />

<strong>für</strong> ihre Arbeit finanziell unterstützt. Die Kommission<br />

verteilt jedoch k<strong>eine</strong> Forschungsgel<strong>der</strong>, son<strong>der</strong>n macht nur Empfehlungen<br />

zur finanziellen Unterstützung von Forschungsvorhaben<br />

zuhanden des Fonds.<br />

Es existiert bereits <strong>eine</strong> national tätige Forschungskommission<br />

(FoKo), die beim ASTRA angesiedelt ist und die Forschung im<br />

Bereich des Strassenwesens koordiniert und Forschungsgel<strong>der</strong><br />

vergibt. Es handelt sich hierbei jedoch nicht ausschliesslich um<br />

Sicherheitsforschung. Es bestünde die Möglichkeit, dieser FoKo<br />

<strong>eine</strong> Subkommission anzuglie<strong>der</strong>n, die sich mit oben beschriebener<br />

Aufgabe nur um die Sicherheitsforschung kümmert.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 11/S. 1


Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 S 11/S. 2


Q01 – Q10 Qualitätssicherungsmassnahmen<br />

Q01<br />

Q02<br />

Q03<br />

Q04<br />

Aus- und Weiterbildung von Fachleuten im Bereich <strong>der</strong> Strassenverkehrssicherheit<br />

(ohne Fachleute des Ingenieur- u. Rettungswesens)<br />

Überarbeitung (v. a. Reduktion) sowie einheitliche Anwendung von<br />

bestehenden und künftigen neuen Verkehrsvorschriften<br />

Verfahrenskoordination und Verfahrensbeschleunigung bei <strong>der</strong><br />

Behandlung von SVG-Delikten<br />

Entwicklung und Zulassung neuer Tests <strong>für</strong> die Kontrolle <strong>der</strong><br />

Fahrfähigkeit (ohne Alkohol)<br />

Q05 Safety Audits <strong>für</strong> Strassenbauprojekte<br />

Q06<br />

Optimierung <strong>der</strong> Sicherheitsaspekte in den Normen des<br />

Verkehrsingenieurwesens<br />

Q07 Aus- und Weiterbildung von Fachleuten im Verkehrsingenieurwesen<br />

Q08<br />

Sicherheitsverträglichkeitsprüfung gefährlicher Fahrzeuge,<br />

Fahrzeugteile und Fahrerassistenzsysteme<br />

Q09 Tiefere Versicherungsprämien <strong>für</strong> sichere Fahrzeuge<br />

Q10 Ausbildung <strong>der</strong> Rettungssanitäter


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme Q 01<br />

Aus- und Weiterbildung von Fachleuten im<br />

Bereich <strong>der</strong> Strassenverkehrssicherheit<br />

(ohne Fachleute des Ingenieur- und Rettungswesens)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Eine schweizweit tätige Organisation plant und organisiert die<br />

Schulung <strong>für</strong> Fachleute im Bereich <strong>der</strong> Strassenverkehrssicherheit<br />

und führt diese durch.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Eine schweizweit tätige Organisation plant und organisiert die Schulung<br />

<strong>für</strong> Fachleute im Bereich <strong>der</strong> Strassenverkehrssicherheit. Solche<br />

Fachleute sind bspw. Verkehrsinstruktoren <strong>der</strong> Polizei, am<br />

Thema interessierte Lehrer, Gerichtsmediziner, Ärzte, Verkehrspsychologen,<br />

Richter und an<strong>der</strong>weitig tätige Juristen, Leiter von<br />

Sicherheitstrainings, Fahrlehrer, Werbefachleute, Journalisten usw.<br />

Nicht angesprochen sind die Fachleute des Ingenieurwesens, da<br />

<strong>der</strong>en Schulung separat auf Ausbildungsebene Fachhochschulen,<br />

ETH geplant werden soll (siehe Massnahme Q 07). Dasselbe gilt<br />

<strong>für</strong> die Fachleute im Rettungswesen, die innerhalb ihrer Verbände<br />

ausgebildet werden (siehe Massnahme Q 10).<br />

Die Schulung soll Grundkenntnisse <strong>der</strong> Sicherheitsarbeit im<br />

Strassenverkehr vermitteln und insbeson<strong>der</strong>e auch auf aktuelle<br />

Themen eingehen. Das Angebot soll sich separat an Multiplikatoren,<br />

Anwen<strong>der</strong> und Interessierte ohne Umsetzungshintergrund<br />

richten. Bei den Multiplikatoren und Anwen<strong>der</strong>n ist darauf zu<br />

achten, dass die Inhalte einfach umsetzbar sind.<br />

Die bfu könnte ein entsprechendes Schulungsprogramm entwikkeln,<br />

da sie Fachleute in den eigenen Reihen o<strong>der</strong> guten Kontakt<br />

zu externen Fachleuten hat. Diese Schulungsidee wurde bereits<br />

früher in Form <strong>der</strong> "bfu-Akademie" diskutiert, dann aber verworfen.<br />

Die Schulung muss auch unter Beizug externer Fachleute/Referenten<br />

durchgeführt werden, da die bfu nicht sämtliche<br />

Fachgebiete abdecken kann, z. B. Medizin.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2007<br />

Erfahrungen –<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 01/S. 1


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme Q 02<br />

Überarbeitung (v. a. Reduktion) sowie einheitliche<br />

Anwendung von bestehenden und künftigen<br />

neuen Verkehrsvorschriften<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Neuerungen und Revisionen im Strassenverkehrsrecht sollen <strong>für</strong><br />

die Betroffenen so ausgestaltet sein, dass die Vorschriften<br />

transparent, verständlich, überblickbar und umsetzbar sind sowie<br />

<strong>der</strong> Verkehrssicherheit und Rechtssicherheit entsprechen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Regelungsdichte im Strassenverkehr ist sehr hoch und wird<br />

eher noch zunehmen. Nicht nur die Rechtsumsetzung und Kontrolle<br />

<strong>der</strong> vielfältigen Vorschriften gestaltet sich aufwändig, son<strong>der</strong>n<br />

auch die Rechtsbetroffenen (Verkehrsteilnehmer) sind bei<br />

<strong>der</strong>en Beachtung oftmals überfor<strong>der</strong>t o<strong>der</strong> verunsichert. Dies<br />

verleitet dazu, dass selbst sicherheitsrelevante Vorschriften<br />

missachtet o<strong>der</strong> nur unvollständig beachtet werden. Da <strong>der</strong> Strassenverkehr<br />

kaum mehr allein auf nationaler Ebene geregelt<br />

werden kann, wird die Schweiz vielfach internationale Normen<br />

o<strong>der</strong> EU-Recht autonom nachzuvollziehen haben. In diesem<br />

Zusammenhang ist die hohe Regelungsdichte zu überprüfen und<br />

auf ein Mass zu reduzieren, das die berechtigten Anfor<strong>der</strong>ungen<br />

an die Verkehrssicherheit zum Tragen bringt sowie den effizienten<br />

Vollzug und die Kontrolle ermöglicht. Juristische Begriffe<br />

weisen oft <strong>eine</strong>n hohen Abstraktionsgrad auf. Deshalb ist es<br />

notwendig, <strong>der</strong>en Bedeutung, Sinn und Zweck bekannt zu machen.<br />

Meist kommt dem juristischen Ausdruck <strong>eine</strong> präzisere<br />

und technisch zutreffen<strong>der</strong>e Bedeutung zu als dem Wort in <strong>der</strong><br />

Umgangssprache. Die Erfassung <strong>der</strong> technischen Entwicklungen<br />

hat sich in <strong>der</strong> Rechtsordnung, insbeson<strong>der</strong>e in <strong>der</strong> Strassenverkehrsgesetzgebung,<br />

nachvollziehbar und "bürgernahe" nie<strong>der</strong>zuschlagen.<br />

Eine Erleichterung <strong>für</strong> die Strassenverkehrsteilnehmer<br />

wäre es, wenn die geltenden Vorschriften nach Thematik<br />

geordnet würden. Die gleichen o<strong>der</strong> ähnlichen Bestimmungen<br />

findet man nämlich oftmals in mehreren Verordnungen.<br />

Neuerungen und Revisionen des Strassenverkehrsrechts sollen<br />

daher künftig <strong>für</strong> die Betroffenen transparent und präzise (unmissverständlich)<br />

in Rechtsvorschriften umgesetzt werden, wobei<br />

sich die Gesetzessprache durch Verständlichkeit und Kultiviertheit<br />

auszeichnen müsste. Auf so genannte "Soll-Vorschriften"<br />

soll verzichtet werden. Die Revisionen sollen zeitlich koordiniert<br />

vorgenommen werden, damit die neuen Vorschriften effizient<br />

eingeführt werden können. Bezüglich <strong>der</strong> Schaffung und<br />

Einführungen neuer Erlasse sind vorerst die Fragen nach <strong>der</strong>en<br />

Notwendigkeit, Brauchbarkeit, Nützlichkeit und Entbehrlichkeit zu<br />

beantworten. Das Aufstellen von bestehenden sowie künftigen<br />

neuen Vorschriften und Regeln führt somit notwendigerweise zu<br />

<strong>eine</strong>r Wertung <strong>der</strong> faktischen Verhältnisse. Der entscheidende<br />

Faktor <strong>für</strong> diese Wertung ist die Verwirklichung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />

und <strong>der</strong>en Plausibilität.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 02/S. 1


Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 02/S. 2


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme Q 03<br />

Verfahrenskoordination und Verfahrensbeschleunigung<br />

bei <strong>der</strong> Behandlung von<br />

SVG-Delikten<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verfahrenskoordination im Sinne <strong>eine</strong>r gesamtschweizerischen<br />

einheitlichen Harmonisierung in <strong>der</strong> Rechtsanwendung sowie<br />

Verfahrensbeschleunigung, dass straf- o<strong>der</strong> massnahmerechtliche<br />

Entscheidungen relativ umgehend als Folge <strong>eine</strong>s Verkehrsdeliktes<br />

gefällt werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Bei <strong>der</strong> Verfahrenskoordination geht es <strong>eine</strong>rseits um <strong>eine</strong> gesamtschweizerische<br />

einheitliche inhaltliche Harmonisierung in<br />

<strong>der</strong> Rechtsanwendung sowohl im Rahmen von Straf- als auch<br />

von Massnahmeverfahren und an<strong>der</strong>erseits um <strong>eine</strong> Verfahrensbeschleunigung.<br />

Die Verwirklichung <strong>der</strong> materiellen Verfahrenskoordination<br />

bei <strong>der</strong> Sanktionierung von Strassenverkehrsdelikten<br />

ist darin zu sehen, dass im Rahmen von Strafverfahren<br />

die erstinstanzlichen Gerichtsbehörden bei ihren Entscheidungen<br />

nicht nur <strong>der</strong> Wi<strong>der</strong>spruchsfreiheit verpflichtet sein sollten,<br />

son<strong>der</strong>n auch die höchstrichterliche Rechtsprechung des Bundesgerichtes<br />

zu berücksichtigen haben. Darüber hinaus müsste<br />

das Verkehrsstrafrecht mit dem Sanktionensystem <strong>der</strong> Administrativmassnahme<br />

(Führerausweisentzug) koordiniert und harmonisiert<br />

sein. Dies nicht nur in zeitlicher Hinsicht, son<strong>der</strong>n auch<br />

bezüglich <strong>der</strong> materiellen Beurteilung und Entscheidung durch<br />

Gerichts- und Administrativbehörde im konkreten Fall. Straf- und<br />

massnahmerechtliche Entscheidungen, die in <strong>eine</strong>m engen<br />

Sachzusammenhang stehen, dürfen nicht voneinan<strong>der</strong> abweichen<br />

o<strong>der</strong> einan<strong>der</strong> gar wi<strong>der</strong>sprechen (Erfor<strong>der</strong>nis <strong>der</strong> ganzheitlichen<br />

Betrachtungsweise).<br />

Damit <strong>eine</strong> Sanktion spezial- und generalpräventive Wirkungen<br />

zu erzielen vermag, namentlich auf dem Gebiet des Strassenverkehrs,<br />

hat sie <strong>der</strong> Verkehrswidrigkeit gleichsam "auf dem<br />

Fuss" zu folgen. Dies würde bedeuten, dass in Sinne <strong>eine</strong>r Verfahrenbeschleunigung<br />

schon wenige Tage nach <strong>der</strong> Begehung<br />

<strong>eine</strong>s Verkehrsdeliktes und nach Vorliegen <strong>der</strong> notwendigen<br />

Beweismittel definitiv über Strafe und Massnahme entschieden<br />

wird.<br />

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage einmal mehr, wie<br />

das Verkehrstrafrecht bezüglich des dualistischen Systems<br />

Strafverfahren–Massnahmeverfahren wirkungsvoller und kostengünstiger<br />

ausgestaltet werden könnte. Unter diesen Gesichtspunkten<br />

ist es nicht mehr vertretbar, dass 2 Instanzen über<br />

das gleiche Verkehrsdelikt entscheiden. Es wäre wohl wesentlich<br />

effizienter und rechtssicherheitsadäquater, wenn <strong>eine</strong> einzige<br />

Instanz sowohl über Strafe als auch Massnahme zu entscheiden<br />

hätte (z. B. spezielle Verkehrsgerichte). Darüber hinaus müsste<br />

die Möglichkeit vorgesehen sein, bei grober Verletzung <strong>der</strong> Verkehrsregeln,<br />

den Führerausweis sofort zu entziehen zuhanden<br />

<strong>der</strong> Verkehrsgerichtsbehörde, die dann im Rahmen <strong>eine</strong>s ordentlichen<br />

Verfahrens über Dauer und allfälligen Auflagen entscheidet.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 03/S. 1


Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Justiz, Bundesgericht<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Offene Fragen Grundsätzliche Bereitschaft, die Frage <strong>der</strong> Schaffung von Spezialgerichten<br />

(Verkehrsgerichte) zu diskutieren.<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 03/S. 2


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme Q 04<br />

Entwicklung und Zulassung neuer Tests <strong>für</strong><br />

die Kontrolle <strong>der</strong> Fahrfähigkeit (ohne Alkohol)<br />

Exakte Ausformulierung Die Fahrfähigkeit <strong>der</strong> Lenker kann durch verschiedenste Faktoren<br />

beeinträchtigt werden. Zu nennen sind insbeson<strong>der</strong>e Übermüdung,<br />

Medikamentenkonsum und Konsum illegaler Drogen.<br />

Im Gegensatz zum Alkohol können diese Faktoren jedoch bis<br />

anhin nicht mit <strong>eine</strong>m einfachen Instrument durch die Polizei<br />

kontrolliert werden. Hier besteht Handlungsbedarf.<br />

Als ein erster Schritt auf diesem Weg kann das Instrument ME-<br />

DRALEX angesehen werden, dass z. Z. am Institut <strong>für</strong> Rechtsmedizin<br />

<strong>der</strong> Universität Zürich entwickelt und validiert wird.<br />

In Grossbritannien hat die Arbeitsgruppe um Tunbridge ein an<strong>der</strong>es<br />

Instrument entwickelt: den sogenannten Field Impairment<br />

Test (FIT). Daneben gibt es auch noch ein Drug Recognition<br />

Training (DRT) <strong>für</strong> Polizisten (Tunbridge, Jackson & Rowe,<br />

2000).<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen In den USA gibt es das Drug Recognition Expert (DRE) Program.<br />

Es besteht aus <strong>eine</strong>r Untersuchung in zwölf Schritten. Es<br />

erwies sich in <strong>eine</strong>r Untersuchung an 500 Versuchspersonen<br />

von Adler & Burns (1994) in 91% <strong>der</strong> Fälle als zutreffend.<br />

In Australien gibt es ein neues zweistufiges Untersuchungsprogramm<br />

(Wylie & Swann, 2000), das teilweise auf dem American<br />

Standard Field Sobriety Test (ein Alkoholtest) beruht.<br />

In Europa scheint das Ganze ein relativ neues Feld zu sein. Im<br />

Rahmen <strong>der</strong> EU ist ein Projekt ROSITA (Roadside Testing Assessment)<br />

lanciert worden (Verstraete, 2000).<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Adler, E.V. & Burns, M. (1994), Drug Recognition Expert (DRE)<br />

validation study. Final ReportE0072023, Governor's Office of<br />

Highway Safety, State of Arizona.<br />

Tunbridge, R.J., Jackson, P.G. & Rowe, D.J. (2000), Drug rec-<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 04/S. 1


Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

ognition and field impairment testing: evaluation of trials. TRL<br />

Limited<br />

Verstraete, A.G. (2000), Roadside Testing Assessment<br />

(ROSITA) a European project on roadside drug testing. Proceedings<br />

of ICADTS 2000 in Stockholm.<br />

Wylie, R. & Swann, P. (2000), New Australian scientific behavioural<br />

tests and education programs for drug impaired driving<br />

programs. Proceedings of the 15th International Conference<br />

on Alcohol, Drugs and Traffic Safety in Stockholm, Sweden.<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 04/S. 2


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme Q 05<br />

Safety Audits <strong>für</strong> Strassenbauprojekte<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Helvetisierung <strong>der</strong> ausländischen Verfahren und Einführung auf<br />

Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Ab 2010 soll ein standardisiertes Verfahren bei Neubauprojekten<br />

im Sinne <strong>eine</strong>r Sicherheitsverträglichkeitsprüfung bei Behörden<br />

wie bei privaten Ingenieurbüros zur Anwendung kommen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Nach den zur Verfügung stehenden Unterlagen sind Anwendungen<br />

bekannt aus Australien, Grossbritannien und Dänemark.<br />

Untersuchungen zur Wirksamkeit sind aus Dänemark bekannt<br />

und belegen <strong>eine</strong>n Nutzen-Kosten Faktor von 1,5. Aus Neuseeland<br />

ist ein Nutzen-Kosten Faktor von 20:1 bekannt.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 1. OECD (1999), Safety Strategies for rural roads, S. 71<br />

2. AUSTROADS (1994), Road Safety Audit, AUSTROADS,<br />

Sydney<br />

3. Institution of Highways and transportation (1997), Guidelines<br />

for Safety Audit of Highways, London<br />

4. Belopitov, I. & Dietrich, K. (1995), Sicherheit von Verkehrsanlagen,<br />

IVT/ETHZ, S.171–187<br />

5. Odgen, K.W. (1996), Safer Roads: A Guide to Road Safety<br />

Engineering, Ashgate Publishing, Kapitel 15, S. 399 ff<br />

6. Danish Road Directorate (1997), Road Safety Audit-<br />

Evaluation of the Pilot Project, RSA-Information 2/97, Danish<br />

Road Directorate, Copenhagen<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 05/S. 1


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme Q 06<br />

Optimierung <strong>der</strong> Sicherheitsaspekte in den<br />

Normen des Verkehrsingenieurwesens<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Ergänzung <strong>der</strong> VSS- und <strong>der</strong> SLG-Normen mit Angaben und<br />

Erläuterungen zur Sicherheitsrelevanz<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Eine Norm o<strong>der</strong> das Anwenden <strong>eine</strong>r Norm kann folgende Sicherheitsdefizite<br />

bergen:<br />

• Die Norm kann durch Anwen<strong>der</strong> falsch ausgelegt werden.<br />

• Norm kann selbst mit Sicherheitsmängeln behaftet sein, und<br />

selbst bei richtiger Anwendung Unfälle nicht verhüten.<br />

• Die Norm wird in <strong>der</strong> Praxis nicht angewendet, entwe<strong>der</strong> weil<br />

sie zu kompliziert ist, nicht bekannt ist, o<strong>der</strong> <strong>der</strong>en Sicherheitsrelevanz<br />

nicht bekannt ist.<br />

• Die Norm deckt gewisse Sicherheitsaspekte nicht, weil die<br />

Normen o<strong>der</strong> Teile davon fehlen.<br />

Jede Norm soll mit <strong>der</strong> Angabe zur Höhe <strong>der</strong> Sicherheitsrelevanz<br />

ergänzt werden. Das Normenwerk selber soll so angepasst werden,<br />

dass<br />

• die VSS-Norm besser verständlich gemacht wird.<br />

• die fehlerhaften Normen überarbeitet werden.<br />

• es bei grosser Sicherheitsrelevanz ein MUSS sein sollte, die<br />

Norm anzuwenden, auch wenn es <strong>eine</strong> Kopfnorm ist (Norm<br />

rechtlich verbindlich machen). Norm sollte ebenfalls verständlich<br />

gemacht werden.<br />

• die fehlenden Teilbereiche <strong>der</strong> Normen, sowie die fehlenden<br />

Normen erarbeitet werden müssen.<br />

Es sind insbeson<strong>der</strong>e die Anliegen <strong>der</strong> verletzlichen Verkehrsteilnehmer<br />

(Velofahrer und Fussgänger), die Aspekte <strong>für</strong><br />

die öffentliche Beleuchtung und das behin<strong>der</strong>tengerechte Bauen<br />

sowie auch Verbesserungen technischer Aspekte bei Markierungen<br />

und Signalisationen zu berücksichtigen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen Es ist selbsterklärend, dass wenn die Normen richtig angewendet<br />

werden, und diese k<strong>eine</strong> Sicherheitsdefizite enthalten, Unfälle<br />

verhütet werden können. Wenn zudem sämtliche Sicherheitsaspekte<br />

durch die VSS und die SLG Normen abgedeckt werden,<br />

können am meisten Unfälle verhütet werden. Es ist jedoch nicht<br />

möglich sämtliche Sicherheitsaspekte durch diese beiden Nor-<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 06/S. 1


Offene Fragen –<br />

menbereiche abzudecken (z. B.: Verkehrsüberwachung, Verkehrserziehung).<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Lindenmann' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />

"Infrastruktur und Betrieb"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 06/S. 2


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme Q 07<br />

Aus- und Weiterbildung von Fachleuten im<br />

Verkehrsingenieurwesen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Es soll an den technischen Hochschulen <strong>eine</strong> Vorlesung "Verkehrssicherheit<br />

bei Infrastruktur und Betrieb von Verkehrsanlagen"<br />

angeboten werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Institutionalisierung und Professionalisierung <strong>der</strong> Verkehrssicherheitsarbeit<br />

in den Behörden (Bund, Kantone, Städte und<br />

Gemeinden) erfor<strong>der</strong>n Teams, die sich speziell mit dieser Arbeit<br />

beschäftigen. Weil die Verkehrssicherheitsfragen in Zukunft<br />

schwieriger, komplexer und umfangreicher werden, ist <strong>eine</strong> Spezialisierung<br />

<strong>eine</strong> Notwendigkeit. Zur Bewältigung <strong>der</strong> bestehenden<br />

und vor allem neuen Aufgabe bedarf es <strong>eine</strong>rseits entsprechend<br />

ausgebildeter o<strong>der</strong> weitergebildeter Ingenieure und Fachleute.<br />

Auf <strong>der</strong> an<strong>der</strong>en Seite müssen auch neue und auf breiterer<br />

Ebene angebotene Lehrveranstaltungen "Verkehrssicherheit" <strong>für</strong><br />

diese Aus- und Weiterbildung bereitgestellt werden. Es betrifft<br />

dies im Wesentlichen:<br />

• Ausbildung und Einsetzung von Verkehrssicherheitsexperten<br />

• Rasche Einführung von Lehrgängen und Lehrveranstaltungen<br />

"Verkehrssicherheit" an den Fachhochschulen. Zusätzliche<br />

Lehrveranstaltung "Verkehrssicherheit" an <strong>der</strong> ETH/<br />

EPFL<br />

• Nachdiplomstudien und Weiterbildungskurs "Verkehrssicherheit"<br />

an Hochschulen und Fachhochschulen<br />

• Regelmässige Weiterbildungstagungen des Schweizerischen<br />

Verbandes <strong>der</strong> Strassen- und Verkehrsfachleute<br />

(VSS) unterstützt durch das Bundesamt <strong>für</strong> Strassen (AST-<br />

RA)<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2005<br />

Erfahrungen Ohne <strong>eine</strong> entsprechende Ausbildung kann <strong>der</strong> Auftrag, Unfälle<br />

zu verhüten nicht ausgeführt werden. Die Massnahmen zum<br />

Bekämpfen <strong>der</strong> Unfälle sollen auf fundierten Studien beruhen,<br />

die nur in <strong>eine</strong>r entsprechenden Aus- bzw. Weiterbildung vermittelt<br />

werden können.<br />

Offene Fragen –<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 07/S. 1


Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Lindenmann' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />

"Infrastruktur und Betrieb"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 07/S. 2


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme Q 08<br />

Sicherheitsverträglichkeitsprüfung gefährlicher<br />

Fahrzeuge, Fahrzeugteile und Fahrerassistenzsysteme<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Anpassen <strong>der</strong> bekannten ausländischen Verfahren an die<br />

Schweizer Verhältnisse und Einführung bei Autoimporteuren.<br />

Diese Vorgehensweise wird mit dem Begriff "Safety Rating" umschrieben.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Ab 2010 soll <strong>für</strong> alle neuen Fahrzeugtypen aufgrund einheitlicher<br />

und verfahrensmässiger <strong>Grundlagen</strong> <strong>eine</strong> systematische Sicherheitsbewertung<br />

durchgeführt werden.<br />

Mögliche Ziele <strong>der</strong> Fahrzeug-Sicherheit sind:<br />

Aktive Sicherheit: Fahrverhalten, Fahrzeug-Ergonomie<br />

Passive Sicherheit: Insassenschutz, Kompatibilität (Fussgängerschutz<br />

an Fahrzeugen)<br />

Zur Bearbeitung <strong>der</strong> Zielerfüllung ist <strong>eine</strong> Datenbasis erfor<strong>der</strong>lich.<br />

Sie unterglie<strong>der</strong>t sich in drei Teildatensätze:<br />

Primärdaten: Herstellerdaten am ruhenden Fahrzeug<br />

Sekundärdaten: Daten und Informationen von Tests am bewegten<br />

Fahrzeug<br />

Tertiärdaten: alle sicherheitsrelevanten Daten und Informationen,<br />

die aus dem praktischen Fahrzeuggebrauch<br />

resultieren<br />

Es ist anzustreben, dass Resultate von Crash-Tests (z. B. Euro-<br />

NCAP) und von Fahrerassistenzsystem-Tests in den Medien<br />

wahrheitsgetreu, verständlich und aussagekräftig veröffentlicht<br />

werden.<br />

Überdies sind die Hersteller und Importeure zu verpflichten,<br />

Warnungen zu veröffentlichen o<strong>der</strong> Rückrufaktionen betreffend<br />

mangelhaften Fahrzeugen durchzuführen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Autoimporteure VSAI<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen Mögliche Verfahrensabläufe sind im Bericht "Sicherheitsbewertung<br />

von Personenkraftwagen" BASt enthalten. Hinweise zur<br />

Wirksamkeit sind darin aber k<strong>eine</strong> enthalten.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 08/S. 1


Offene Fragen –<br />

Ausgewählte an<strong>der</strong>e Verfahren zur Sicherheitsbewertung:<br />

• Weak Points of Cars "WPOC" (Schweden)<br />

• TÜV Autoreport<br />

• Highway Loss Data Institute Report HLDI (USA)<br />

• New Car Assessment Programm "NCAP" (USA)<br />

• The Car Book "TCB" (USA)<br />

• ADAC-Sicherheitsbewertung (BRD)<br />

• Secondary Safety Rating System "SSRS" (GB)<br />

• Crashworthiness Rating System "CWRS" (GB)<br />

• IfT – Verfahren "QUPASI" (BRD)<br />

• Euro-NCAP<br />

Im Bereich <strong>der</strong> passiven Fahrzeugsicherheit gibt es bereits etablierte<br />

Testverfahren. Im Bereich <strong>der</strong> aktiven Fahrzeugsicherheit<br />

liegen diese noch nicht vor.<br />

Verschiedene europäische Staaten kennen öffentliche Rückrufmeldungen<br />

von mit Mängeln behafteten Fahrzeugen.<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen BASt (1996), Sicherheitsbewertung von Personenkraftwagen,<br />

Berichte <strong>der</strong> Bundesanstalt <strong>für</strong> Strassenwesen, Fahrzeugtechnik<br />

Heft F 17.<br />

'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />

"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />

Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />

nicht vermiedenen Kollisionen<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 08/S. 2


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme Q 09<br />

Tiefere Versicherungsprämien <strong>für</strong> sichere<br />

Fahrzeuge<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die aktive und die passive Sicherheit von Fahrzeugen können<br />

<strong>eine</strong>n positiven Einfluss auf die Verkehrssicherheit haben. Die<br />

Versicherungen könnten <strong>für</strong> Fahrzeuge mit bestimmten Merkmalen<br />

und Einrichtungen die Versicherungsprämie senken.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Mo<strong>der</strong>ne Fahrzeuge weisen in Bezug auf die aktive wie die passive<br />

Sicherheit erhebliche Fortschritte auf, die sich auch auf die<br />

Unfallhäufigkeit wie die Unfallschwere auswirken können. Dazu<br />

gehören die Crashsicherheit und Airbags aber auch aktive Sicherheitskomponenten<br />

wie z. B. ABS, Antischleu<strong>der</strong>systeme,<br />

Antischlupfregelung usw. Weitere sicherheitsför<strong>der</strong>nde Systeme<br />

könnten Abstandswarngeräte o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Ignition Interlock (bezogen<br />

auf Alkohol o<strong>der</strong> Gurten) sein. Die Prämien <strong>der</strong> Versicherten<br />

sollten gesenkt werden, wenn solche sicherheitsför<strong>der</strong>nden Systeme<br />

verwendet werden.<br />

Am bestehenden Bonus/Malus-System än<strong>der</strong>t sich lediglich die<br />

Berechnungsbasis.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Autoversicherer<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 09/S. 1


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme Q 10<br />

Ausbildung <strong>der</strong> Rettungssanitäter<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die Rettungssanitäterausbildung soll vom Bund geför<strong>der</strong>t und<br />

finanziell unterstützt werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die heute existierenden Voraussetzungen (Finanzierung nur<br />

über die Rettungsdienste) führen in den nächsten Jahren zu<br />

<strong>eine</strong>r Vermin<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Anzahl von ausgebildeten Berufspersonen<br />

im Rettungswesen. Dies führt zu <strong>eine</strong>m Qualitätsabbau <strong>der</strong><br />

Versorgung von Unfallverletzten auf den Strassen.<br />

Die vorhandenen Ausbildungsbestimmungen <strong>für</strong> die Ausbildung<br />

von Rettungssanitätern des SRK (in Kraft getreten 1998) bilden<br />

<strong>eine</strong> ausgezeichnete Grundlage <strong>für</strong> die Ausbildung, können aber<br />

aus finanziellen Gründen nur <strong>für</strong> <strong>eine</strong> kl<strong>eine</strong> Zahl <strong>der</strong> Personen,<br />

die im Rettungswesen tätig sind, umgesetzt werden.<br />

Die bei an<strong>der</strong>en Gesundheitsberufen vorhandene Finanzierung<br />

<strong>der</strong> Ausbildung durch die Kantone ist bei <strong>der</strong> Rettungssanitäterausbildung<br />

nur im Kanton Tessin und teilweise im Kanton Bern<br />

realisiert worden.<br />

Die Mehrkosten, die durch den Wechsel von <strong>der</strong> IVR Richtlinien<br />

zu <strong>der</strong> SRK Bestimmungen <strong>für</strong> die Ausbildung entstanden sind,<br />

müssen in den meisten Kantonen die Rettungsdienste tragen.<br />

Dies hat dazu geführt, dass Ausbildungsstellen gestrichen wurden.<br />

Nur durch <strong>eine</strong> gezielte Unterstützung <strong>der</strong> Ausbildung kann<br />

die benötigte Anzahl von Berufspersonen <strong>für</strong> das Rettungswesen<br />

langfristig erreicht werden.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � SRK<br />

� Sanitätsdirektoren � Rettungsdienste<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Die präklinische Versorgung von Unfallopfern kann heute nur<br />

noch mit ausgebildetem Fachpersonal gewährleistet werden.<br />

Regionen, die bereits über <strong>eine</strong> 100 %-ige Versorgung durch<br />

Fachpersonal verfügen, zeigen, dass die Qualitätssteigerung<br />

<strong>eine</strong>n grossen Nutzen bringt.<br />

Notarzt-Systeme, wie sie <strong>der</strong> IVR vorschlägt, sind auf Rettungsdienste<br />

angewiesen, die Rettungssanitäter auf den Unfallplatz<br />

bringen. Transporthelfer und an<strong>der</strong>e Hilfspersonen können nur<br />

bedingt in <strong>eine</strong>m Notarzt-System eingebunden werden.<br />

Rettungstechnik und Rettungsmedizin sind heute so komplex,<br />

dass sie nur mit <strong>eine</strong>r guten Grundausbildung verstanden und<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 10/S. 1


Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

richtig eingesetzt werden können.<br />

Die Investitionen in die Rettungsdienste können nur voll ausgenützt<br />

werden, wenn das Personal die Kompetenz hat, diese auch<br />

anzuwenden.<br />

Der Einsatz von potenten Medikamenten (z. B. Schmerzmittel)<br />

kann nur mit dem Einsatz von Fachpersonal erfolgen; d. h. ohne<br />

Fachpersonal wird <strong>der</strong> Unfallpatient auch in Zukunft erst im Spital<br />

<strong>eine</strong> adäquate Versorgung erwarten können.<br />

Komfort- und Qualitätseinbussen werden sich nicht nur auf die<br />

Bergungs- und Transportphase auswirken, es werden durch die<br />

eingeschränkte präklinische Versorgung auch längere Spitalaufenthalte<br />

und Genesungszeiten anfallen.<br />

Die Gesundheitskosteneinsparungen, die von <strong>der</strong> Studie in Unterfranken<br />

aufgezeigt werden, können nur mit <strong>eine</strong>m hohen Ausbildungsstand<br />

des Fachpersonals erreicht werden.<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 Q 10/S. 2


K01 – K57 Kurzfristige Massnahmen (initiiert bis 2005)<br />

Pädagogik, Kommunikation, Selektion und Therapie<br />

K01 Velohelmkampagne<br />

K02 Fahren mit Licht am Tag: Sollvorschrift VRV und Kampagne<br />

K03 Einführung SVG-Neuerungen, Teil 2-Phasen-Modell <strong>der</strong> Fahrausbildung<br />

K04<br />

K05<br />

K06<br />

Permanente Sensibilisierungskampagne <strong>für</strong> Neulenker im Alter von 18 bis 24<br />

Jahren<br />

Einführung <strong>eine</strong>s Obligatoriums von 40 Stunden Fahrpraxis in <strong>der</strong> ersten<br />

Ausbildungsphase (Personenwagen- und Motorradlenker)<br />

Verbesserung <strong>der</strong> Aus- und Weiterbildung <strong>für</strong> die Führerausweiskategorien<br />

C, C1, D, D1<br />

K07 Nachschulung <strong>für</strong> Auffällige flächendeckend<br />

K08<br />

Regelmässige obligatorische Weiterbildung von Motorradfahrern mit<br />

Ausweiskategorie A und A1 ab dem 25. Altersjahr<br />

Recht und Überwachung<br />

K09 Tempo-Regime 50/30 innerorts (Modell bfu )<br />

K10 Einführung SVG-Neuerungen, Teil Verschärfung Führerausweisentzug<br />

K11<br />

K12<br />

K13<br />

K14<br />

K15<br />

K16<br />

Einführung SVG-Neuerungen, Teil Alkohol: 0,5 Promille, anlassfreie<br />

Alkoholkontrollen<br />

Gurtentragen: Kampagne und Kontrollen (alle 4 Jahre, abwechselnd mit<br />

Massnahmen K 13, 14, 15)<br />

Geschwindigkeit: Kampagne und Kontrolle (alle 4 Jahre, abwechselnd mit<br />

Massnahmen K 12, 14, 15)<br />

Gefährliche Fahrmanöver: Kampagne und Kontrollen (alle 4 Jahre,<br />

abwechselnd mit K 12, 13, 15)<br />

Fahrfähigkeit: Kampagne und Kontrollen (inkl. Überwachung Ruhezeiten<br />

Lastwagenlenker) (alle 4 Jahre, abwechselnd mit Massnahmen K 12, 13, 14)<br />

Verbot <strong>der</strong> (externen) Zweiwegkommunikation im Auto und auf dem Motorrad<br />

(Telefon, Internet, Paging)<br />

K17 Richtlinien <strong>für</strong> Eignungsabklärung <strong>für</strong> ältere Fahrzeuglenker<br />

K18 Obligatorische Kontrolle <strong>der</strong> Sehfähigkeit ab dem 30. Altersjahr<br />

K19<br />

Leistungsgewichtsbeschränkung <strong>der</strong> Fahrzeuge <strong>für</strong> Neulenker<br />

(Personenwagen und Motorrä<strong>der</strong>)<br />

K20 Systemwechsel von <strong>der</strong> Halter- zur Führer-Haftpflichtversicherung


K21<br />

K22<br />

Wechsel von <strong>der</strong> Lenkerhaftung zur Halterverantwortung (straf- und<br />

massnahmenrechtlich)<br />

0,2 Promille <strong>für</strong> Neulenker, Motorradlenker und Führer von<br />

Sachentransportfahrzeugen<br />

K23 Beweiskraft <strong>der</strong> Atemalkoholkontrollen (anstatt Blutalkoholkontrollen)<br />

K24<br />

Infrastruktur und Betrieb<br />

Massnahmen gegen Kollisionen mit entgegenkommenden Fahrzeugen<br />

ausserorts<br />

K25 Massnahmen gegen Kollisionen mit festen Hin<strong>der</strong>nissen ausserorts<br />

K26 Sicherheitstechnische Optimierung im Bereich von Autobahnanschlüssen<br />

K27 Sicherung von Autobahnbaustellen<br />

K28 Sanierung von Unfallschwerpunkten (Unfallhäufungsstellen)<br />

K29 Sanierung von Knoten mit Unfällen beim Richtungswechsel innerorts<br />

K30 Überprüfung und Sanierung <strong>der</strong> Beleuchtung an ausgewählten Örtlichkeiten<br />

K31 Sicherung von Fussgänger-Querungen<br />

K32<br />

Sicherung von Querungen und Linksabbiegemanövern <strong>für</strong> den leichten<br />

Zweiradverkehr<br />

K33 Überprüfung und Sanierung von Knoten innerorts und ausserorts<br />

K34 Massnahmen zur Verbesserung <strong>der</strong> Schulwege<br />

K35 Automatische Verkehrskontrollen: stationäre Einrichtungen<br />

K36<br />

Automatische Verkehrskontrollen: digitaler Führerausweis und intelligentes<br />

Zündschloss<br />

K37 Überprüfung und Sanierung aller unbeschrankter Bahnübergänge<br />

K38 Massnahmen zur Verhin<strong>der</strong>ung des Ausweichverkehrs von Lastwagen<br />

K39<br />

Verbesserung <strong>der</strong> baulichen Schnittstellen zwischen öffentlichem Verkehr<br />

und Individualverkehr<br />

Fahrzeugtechnik und Verkehrstelematik<br />

K40 Obligatorischer Einbau Lichteinschaltautomatik<br />

K41 Einbau mehrstufiger Bremsleuchten in Fahrzeugen


K42 Massnahmen zur Verhin<strong>der</strong>ung von Toter-Winkel-Unfällen mit Lastwagen<br />

K43 Verschärfung <strong>der</strong> Vorschrift "Frontschutzbügel"<br />

K44 Umfassen<strong>der</strong> Unterfahrschutz an Lastwagen<br />

K45 Technische Geschwindigkeitslimitierung auf 80 km/h <strong>für</strong> Motorrä<strong>der</strong><br />

K46 Strassenmarkierungen: Leitpfosten mit Warnblinkern<br />

K47 Zufahrtsberechtigungen mittels Wechselsignalen<br />

K48<br />

City-Logistik (Management von Fahrberechtigungen <strong>für</strong> Güterverkehr in<br />

Städten)<br />

K49 Optimierung des Fracht- und Flottenmanagements<br />

K50 Fahrzeugseitige Verkehrsinformation und Zielführungs-Navigationssysteme<br />

K51<br />

Strassenseitige Verkehrsinformation, Wegweisung und Gefahrenwarnung<br />

(Wechselsignale)<br />

K52 Road Pricing <strong>für</strong> bestimmte Strassenabschnitte<br />

K53 Fahrzeugführerunterstützung: Abstandswarngerät<br />

K54 Fahrzeugführerunterstützung: Sichthilfen (Enhanced Vision)<br />

K55<br />

K56<br />

Fahrzeugführerunterstützung: Übermittlung von Verkehrssignalen und<br />

Geschwindigkeitsbegrenzungen<br />

Fahrzeugführerunterstützung: Sensorik <strong>für</strong> Lenkerüberwachung (Driver<br />

Alertness Monitoring System)<br />

K57 Fahrzeugbeeinflussung: Fahrzeugseitige Umsetzung Verkehrssignale<br />

K58 Fahrzeugbeeinflussung: Automatische Notmanöver<br />

K59 Fahrzeugbeeinflussung: Automatische Fahrzeugortung und -lenkung<br />

K60<br />

K61<br />

Fahrgemeinschaft, Fahrzeuggemeinschaft: Informations- und<br />

Reservationssysteme<br />

Verkehrsleitsystem auf Autobahnen (u. a.: variable<br />

Geschwindigkeitsanzeigen)<br />

Rettungswesen<br />

K62 Permanente Sensibilisierungskampagne Rettungswesen<br />

K63 Obligatorische Ersthelferausbildung in <strong>der</strong> Schule<br />

K64 Periodische Wie<strong>der</strong>holung des Nothelferkurses alle 5 Jahre


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 01<br />

Velohelmkampagne<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Kampagne zur För<strong>der</strong>ung des freiwilligen Velohelmtragens<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Weiterführung und Intensivierung <strong>der</strong> Aktivitäten zur För<strong>der</strong>ung<br />

des Helmtragens beim Fahrradfahren. Zwischen 2005 und 2010<br />

wird neben den bisherigen Aktivitäten (Abgabe von Velohelmbons,<br />

Plakate) die jährliche Kampagne mit folgenden Elementen<br />

ergänzt<br />

• Helme an Kin<strong>der</strong> aus tiefen sozialen Schichten gratis abgegeben<br />

• Direkte Ansprache von Eltern (z.B. via Ärzte, Lehrer)·<br />

• Verstärkte Präsenz im Fernsehen (Spots) und auf <strong>der</strong> Strasse<br />

(Plakate)<br />

• Wettbewerb mit attraktiven Preisen (Verknüpfung mit TV-Spot)<br />

• Medienorientierung mit Promis + Fachleuten<br />

Ziel ist die Erhöhung <strong>der</strong> Tragquote bei Kin<strong>der</strong>n und Sportlern<br />

auf 50 % und bei Erwachsenen mit Normalvelos auf 30 %, im<br />

Durchschnitt auf 40 %<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Die relevante Literatur ist in bfu-Report Nr. 41 zusammengefasst.<br />

Das Wichtigste: Mit intensiven Kampagnen konnte die<br />

Helmtragquote um ca. 15 %, in einzelnen Fällen gar bis zu 30 %<br />

erhöht werden.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 NBU/UVG 1999 (k<strong>eine</strong> 2000er Zahlen vorhanden)<br />

1604 Schädel-Hirnverletzungen (davon 100 % schwere)<br />

32 Todesfälle<br />

Hochrechnung 2000:<br />

1576 Schädel-Hirnverletzungen<br />

37 Todesfälle<br />

(k<strong>eine</strong> Dunkelziffer bei dieser Unfallschwere)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Wirkungsbereich Verletzungen = 80 %<br />

Wirkungsbereich Tote = 80 %<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 01/S. 1


Wirksamkeit 3 [b] Wirksamkeit Verletzungen = 80 %<br />

Wirksamkeit tödliche Verletzungen = 85 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100%<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Ein Beachtungsgrad von 40 % wird erst im 2010 erreicht,<br />

im Durchschnitt über 5 Jahre: 20 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 41, Velohelme – Erhebung des Tragverhaltens und<br />

<strong>der</strong> Traggründe, (Siegrist, S., Allenbach, R. & Regli, C., 1999)<br />

und Literaturverzeichnis<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 01/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1576 37<br />

Wirkungsbereich [a] 80 %<br />

80 %<br />

Wirksamkeit [b] 80 % 85 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 40 %<br />

Ø 20 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 0 0 0 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 403 10 202 5<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 403 10 202 5<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 01/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 02<br />

Fahren mit Licht am Tag: Sollvorschrift VRV<br />

und Kampagne<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Das Fahren mit Licht am Tag wird als Sollvorschrift in die Verkehrsregelnverordnung<br />

VRV aufgenommen. Parallel dazu wird<br />

<strong>eine</strong> Kampagne durchgeführt.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Das Einführen <strong>der</strong> Sollvorschrift bedeutet, dass die Massnahme<br />

gesetzlich vorgeschrieben ist, aber bei Wi<strong>der</strong>handlung nicht<br />

gebüsst wird. Zur verbesserten Publikation <strong>der</strong> Sollvorschrift<br />

sowie zur För<strong>der</strong>ung des DRL werden Kampagnen durchgeführt.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: VRV-Sollvorschrift ist bereits<br />

vorgenommen (Termin Anfang<br />

2002).<br />

Dauer <strong>der</strong> Kampagne 10 J.<br />

Erfahrungen Eine Studie <strong>der</strong> nie<strong>der</strong>ländischen Verkehrssicherheitsorganisation<br />

SWOV kommt zu dem Schluss, dass in Europa bei <strong>eine</strong>r 100prozentigen<br />

Einschaltquote <strong>eine</strong> 25-prozentige Reduktion <strong>der</strong><br />

tödlichen Kollisionen tagsüber erreicht werden kann.<br />

In Israel wurde 1989/90 <strong>eine</strong> Kampagne zur För<strong>der</strong>ung des Fahrens<br />

mit Licht am Tag durchgeführt. Bei gutem Wetter ergab sich<br />

<strong>eine</strong> Quote von 5 %, bei regnerischem o<strong>der</strong> nebligem Wetter<br />

<strong>eine</strong> Quote von 50–70 % von DRL-Fahrern. Im Vergleich dazu<br />

waren es vor <strong>der</strong> Kampagne 20–50 % (Hocherman, 1991).<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Alle Unfalltypen tagsüber exklusive Schleu<strong>der</strong>-/Selbstunfälle,<br />

Tierunfälle und An<strong>der</strong>e:<br />

192 Getötete und 14649 Verletzte (2000)<br />

Verletzte BFS 14649<br />

505 ANDERE, 8049 PW, 2229 MR, 1649 FR, 1566 FG, 651 MOFA)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 2527<br />

(83 ANDERE, 765 PW, 591 MR, 149 MOFA, 455 FR, 484 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 12122<br />

(422 ANDERE, 7284 PW, 1638 MR, 502 MOFA, 1194 FR, 1082 FG)<br />

Getötete BFS 192<br />

(10 ANDERE, 48 PW, 36 MR, 24 FR, 63 FG, 11 MOFA)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 02/S. 1


Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 51615<br />

(2626 ANDERE, 20927 PW; 7356 MR, 13522 FR, 4385 FG,<br />

2799 MOFA)<br />

Davon Schwerverletzte 2351<br />

(42 ANDERE, 536 PW, 709 MR, 224 MOFA, 501 FR, 339 FG)<br />

Und Leichtverletzte 49264<br />

(2585 ANDERE, 20392 PW, 6647 MR, 2576 MOFA, 13021 FR,<br />

4046 FG)<br />

Getötete 192<br />

(10 ANDERE, 48 PW, 36 MR, 24 FR, 63 FG, 11 MOFA)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Da laut <strong>eine</strong>r Studie <strong>der</strong> bfu das Fahren mit Licht am Tag bereits<br />

zu 6 Prozent praktiziert wird, beträgt <strong>der</strong> Wirkungsbereich 94 %.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Die Wirksamkeit <strong>der</strong> Massnahme beträgt bei Verletzten 20 %,<br />

bei Getöteten 24.6 %.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Sollvorschrift wird an 40 % <strong>der</strong> Bevölkerung vermittelt<br />

Kampagne erreicht 20 % <strong>der</strong> Bevölkerung<br />

Beides zusammen erreicht max. 50 % <strong>der</strong> Bevölkerung nach 10<br />

Jahren. Im Durchschnitt also 25 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 70 % <strong>der</strong>jenigen, die Kenntnis von <strong>der</strong> Verordnung haben o<strong>der</strong><br />

durch die Kampagne informiert wurden, schalten das Licht tagsüber<br />

ein (= Maximalwert), durchschnittlich über die zehn Jahre:<br />

50 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />

"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />

Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />

nicht vermiedenen Kollisionen<br />

Hocherman, I. (1991), The use of daytime running lights during<br />

the winter months in Israel – evaluation of a campaign. Lunds<br />

Tekniska Hoegskola Trafikteknik Bulletin, 94, 123–131.<br />

Koornstra, M., Bijleveld, F. & Hagenzieker, M. (1997), The Effects<br />

of Daytime Running Lights. A perspective on DRL in the<br />

EU: the statistical re-analysis and a meta-analysis of 24 independent<br />

DRL-evaluations. SWOV, Leidschendam NL<br />

TCS (2000), Treibstoffverbrauch. Technischer Informationsdienst.<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 02/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 2351 192<br />

Wirkungsbereich [a] 94 %<br />

94 %<br />

Wirksamkeit [b] 20 % 25 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 50 %<br />

Ø 25 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 70 %<br />

Ø 50 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 35 4 13 1<br />

Motorrad 47 3 17 1<br />

15 15 1 5 0<br />

Fahrrad 33 2 12 1<br />

Fussgänger 22 5 8 2<br />

An<strong>der</strong>e 3 1 1 0<br />

Total 155 16 56 5<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 02/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 03<br />

Einführung SVG-Neuerungen, Teil 2-Phasen-<br />

Modell <strong>der</strong> Fahrausbildung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Neu soll nach bestandener Führerprüfung nicht mehr ein unbefristeter<br />

Ausweis erteilt werden, son<strong>der</strong>n bloss <strong>eine</strong>r auf Probe.<br />

Erst nach weiteren drei Jahren würden Neulenker und -lenkerinnen<br />

<strong>eine</strong>n unbefristeten Führerausweis erhalten. Dies allerdings nur,<br />

wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Einerseits dürfen die Lenker<br />

während <strong>der</strong> Bewährungszeit k<strong>eine</strong> wie<strong>der</strong>holt verkehrsgefährdenden,<br />

zum Führerausweisentzug führenden Wi<strong>der</strong>handlungen<br />

begehen; an<strong>der</strong>erseits müssen sie alle obligatorischen Weiterbildungskurse<br />

besuchen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Mit dem neu entwickelten 2-Phasen-Modell <strong>der</strong> Fahrausbildung<br />

soll ein wesentlicher Beitrag zur Vermin<strong>der</strong>ung von Unfallrisiken<br />

bei Jungfahrern und -fahrerinnen geleistet werden. Eine erste<br />

Phase dient <strong>der</strong> Fahrausbildung und endet mit <strong>der</strong> Erteilung<br />

<strong>eine</strong>s Führerausweises auf Probe. Daran schliesst sich <strong>eine</strong><br />

dreijährige Bewährungs- und Weiterbildungsphase an, welche –<br />

bei Erfüllung aller Bedingungen – mit <strong>der</strong> Erteilung des unbefristeten<br />

Führerausweises endet. Der Zugang zur Fahrerlaubnis<br />

soll künftig also stufenweise und definitiv erst nach Bewährung<br />

erfolgen. Diese erste Phase entspricht eigentlich <strong>der</strong> bisherigen<br />

Fahrausbildung. Es sollen auch künftig dieselben Voraussetzungen<br />

<strong>für</strong> die Erlangung <strong>eine</strong>s Lernfahrausweises sowie <strong>für</strong> die<br />

Zulassung zur Führerprüfung gelten wie heute. Im Unterschied<br />

zum (noch) geltenden Recht soll diese Phase nach bestandener<br />

Führerprüfung aber nicht mit <strong>der</strong> Erteilung <strong>eine</strong>s unbefristeten<br />

Führerausweises abgeschlossen werden, son<strong>der</strong>n mit <strong>der</strong> Erteilung<br />

<strong>eine</strong>s Führerausweises auf Probe. Mit <strong>der</strong> Erteilung <strong>eine</strong>s<br />

Führerausweises auf Probe beginnt die dreijährige Bewährungs-<br />

und Weiterbildungsphase. Wird während <strong>der</strong> dreijährigen Probezeit<br />

<strong>eine</strong> verkehrsgefährdende Wi<strong>der</strong>handlung begangen, die<br />

zum Führerausweisentzug führt, so soll die Probezeit um ein<br />

Jahr verlängert werden. Nicht nur das Sichbewähren während<br />

<strong>der</strong> dreijährigen Probephase, son<strong>der</strong>n auch <strong>der</strong> Besuch von<br />

Weiterbildungskursen muss zwingende Bedingung <strong>für</strong> die Erteilung<br />

<strong>eine</strong>s unbefristeten Führerausweises sein. Die Weiterbildung<br />

besteht aus zwei ganztägigen Kursen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Verkehrsverbände<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2007<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 03/S. 1


Erfahrungen Die Notwendigkeit <strong>eine</strong>r Massnahme ergibt sich aus <strong>der</strong> Unfallsituation.<br />

Der Strassenverkehrsunfall ist die häufigste Todesursache<br />

<strong>der</strong> 18- bis 24-jährigen Erwachsenen. Ihr Unfallrisiko ist rund<br />

zweieinhalb Mal so hoch wie das <strong>der</strong> älteren Verkehrsteilnehmer.<br />

Allein als PW-Insassen starben im Jahr 2000 65 junge<br />

Menschen und 3968 wurden verletzt. Die Ursachen dieser hohen<br />

Unfallbelastung liegen nicht nur in <strong>eine</strong>r ungenügenden Fahrzeugbedienung:<br />

Das Fahrverhalten wird noch zu wenig an die<br />

Anfor<strong>der</strong>ungen <strong>der</strong> Verkehrssituation angepasst, <strong>der</strong> Fahrstil ist<br />

stark durch die aktuelle Befindlichkeit beeinflusst und die altersbezogenen<br />

Verhaltensweisen junger Erwachsener begünstigen<br />

ein riskantes Vorgehen. Mit dem 2-Phasen-Modell können diese<br />

Bedingungen teils beeinflusst, teils kontrolliert werden. Die Weiterbildung<br />

bezweckt unter an<strong>der</strong>em, dass die Neulenker die eigenen<br />

Fähigkeiten und Grenzen realistisch einzuschätzen lernen.<br />

Weil das Verhalten durch Schulung nur teilweise beeinflusst<br />

werden kann, wird ein Fehlverhalten zusätzlich durch Androhung<br />

von Sanktionen (Bewährungsphase) zu unterbinden versucht.<br />

Evaluationsergebnisse: Auswirkungen neuer Fahrausbildungssysteme<br />

auf die Unfallhäufigkeit (zusammengefasst von Gregersen,<br />

in: Siegrist, 1999)<br />

• Dänemark: minus 50–150 Unfälle mit Personenschaden pro<br />

Jahr (Aussage schwierig wegen methodischer Probleme <strong>der</strong><br />

Studie)<br />

• Schweden: Modelle: Erhöhung <strong>der</strong> begleiteten Fahrstunden:<br />

minus 46 %, wovon 24 % durch Selektionseffekt (Teilnahme<br />

war freiwillig) zustande kamen. Nettoeffekt: 22 %<br />

• New Zealand: Modell: Graduated Driver Licensing System.<br />

Reduktion <strong>der</strong> Unfälle mit Personenschaden (Hospitalisation):<br />

minus 7–23 %<br />

K<strong>eine</strong>s <strong>der</strong> Modelle ist mit dem 2-Phasen-Modell identisch. Das<br />

2-Phasen-Modell enthält jedoch sämtliche wichtigen Elemente,<br />

die zur Wirksamkeit <strong>eine</strong>r verbesserten Fahrausbildung beitragen.<br />

Wenn das Modell richtig ein- und durchgeführt wird, kann<br />

mit <strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong> Unfälle mit Personenschaden um 15 bis<br />

20 % gerechnet werden.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Alle verunfallten PW und Motorradlenker im Alter von 19–21<br />

Jahren und die Mitbetroffenen (Insassen, an<strong>der</strong>e Fahrzeuge,<br />

Fussgänger), 2000<br />

Verletzte BFS 5837<br />

(102 ANDERE, 4426 PW; 669 MR, 126 MOFA, 240 FR, 274 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 1047<br />

(17 ANDERE, 663 PW, 191 MR; 26 MOFA, 57 FR, 93 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 4790<br />

(85 ANDERE, 3763 PW; 478 MR; 100 MOFA, 183 FR, 181 FG)<br />

Getötete BFS 85<br />

(1 ANDERE; 63 PW; 12 MR, 2 FR, 7 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 17'523<br />

(530 ANDERE, 11508 PW, 2208 MR; 542 MOFA, 1968 FR, 767 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 869<br />

(9 ANDERE, 464 PW, 229 MR; 39 MOFA, 63 FR, 65 FG)<br />

Und Leichtverletzte 16654<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 03/S. 2


Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />

(522 ANDERE, 11044 PW; 1979 MR; 503 MOFA, 1905 FR, 702 FG)<br />

Getötete 85<br />

(1 ANDERE; 63 PW; 12 MR, 2 FR, 7 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 60 % <strong>der</strong> Getöteten und 50 % <strong>der</strong> Schwerverletzten (Anteil <strong>der</strong><br />

Unfälle, <strong>der</strong> sich durch Weiterbildung und Strafandrohung beeinflussen<br />

lässt)<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 30 %<br />

(Umsetzung <strong>der</strong> erworbenen Kompetenzen in <strong>der</strong> Praxis)<br />

(= Maximal und Durchschnittswert)<br />

Offene Fragen<br />

− Gestaltung <strong>der</strong> Weiterbildungskurse<br />

− Kosten <strong>der</strong> Weiterbildungskurse <strong>für</strong> die Betroffenen<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Argumentarium "2-Phasen-Modell <strong>der</strong> Fahrausbildung",<br />

(2000) Bern<br />

bfu-Report 40 (1999), Driver Training, Testing and Licensing –<br />

towards theory-based management of young driver’s injury<br />

risk in road traffic (Siegrist, S. [ed.])<br />

Botschaft zur Än<strong>der</strong>ung des SVG vom 31.3.1999 (Separatdruck<br />

99.03)<br />

Siegrist, S. Remund, P. (2000). Revision des Strassenverkehrsgesetzes,<br />

Bern, bfu<br />

Stöcklin, R. Remund, P. (2000). Revision des Strassenverkehrsgesetzes,<br />

Referat, Bern, bfu<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 03/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 869 85<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 50 % 60 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 30 %<br />

Ø 30 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 70 11 70 11<br />

Motorrad 34 2 34 2<br />

Mofa 6 0 6 0<br />

Fahrrad 9 0 9 0<br />

Fussgänger 10 1 10 1<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 1 0<br />

Total 130 14 130 14<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 03/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 04<br />

Permanente Sensibilisierungskampagne <strong>für</strong><br />

Neulenker im Alter von 18 bis 24 Jahren<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Permanente Sensibilisierungskampagne <strong>für</strong> Neulenker im Alter<br />

von 18–24 Jahre<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Neulenker im Alter von 18–24 Jahren sollen permanent mit <strong>eine</strong>r<br />

Kampagne konfrontiert werden, die auf die spezifischen Probleme<br />

dieser Lenkergruppe eingeht (z. B. noch wenig Erfahrung,<br />

differentielle Alkoholwirkung, Geschwindigkeit, Gurttragen usw.).<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2003<br />

Erfahrungen Es lassen sich in <strong>der</strong> Literatur k<strong>eine</strong> Studien finden, welche die<br />

tatsächliche Wirksamkeit auf Ebene des Unfallkriteriums allein<br />

durch Kampagnen (ohne Enforcement usw.) beziffern. Eine Metaanalyse<br />

von 87 evaluierten massenmedialen Strassenverkehrssicherheits-Kampagnen<br />

zeigte <strong>eine</strong>n Effekt von ca. 8% in<br />

den Massen "Wissen, Einstellungen, Verhalten, Sicherheitsbewusstsein"<br />

(Verbesserung gegenüber <strong>der</strong> Vorhermessung) (Elliott,<br />

1993).<br />

Eine Meta-Analyse im Rahmen des EU-Projektes GADGET<br />

(Workpackage 4) ergab <strong>eine</strong> durchschnittliche Wirksamkeit von 8<br />

bis 15% gemessen am Unfallkriterium. Allerdings waren die<br />

Kampagnen oft auch mit Enforcement, gesetzgeberischen, erzieherischen<br />

und an<strong>der</strong>en Massnahmen kombiniert.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von Personenwagen- und Motorradlenkern<br />

(18-24 J.), 2000<br />

Verletzte BFS 10461 (205 ANDERE, 7464 PW, 1507 MR, 250<br />

MOFA, 506 FR, 529 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1910 (27 ANDERE, 1097 PW, 429 MR,<br />

56 MOFA, 118 FR, 183 FG)<br />

Und Leichtverletzte 8551 (178 ANDERE, 6367 PW, 1078 MR,<br />

194 MOFA, 388 FR, 346 FG)<br />

Getötete BFS (1 ANDERE, 98 PW, 30 MR; 4 FR, 13 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 04/S. 1


Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 32150 (1066 ANDERE, 19406 PW, 4973 MR, 1075<br />

MOFA, 4149 FR, 1481 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1639 (14 ANDERE, 768 PW, 515 MR, 84<br />

MOFA, 130 FR, 128 FG)<br />

Und Leichtverletzte 30511 (1053 ANDERE, 18639 PW, 4458<br />

MR; 991 MOFA, 4019 FR, 1353 FG)<br />

Getötete BFS 146 (1 ANDERE, 98 PW, 30 MR; 4 FR, 13 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Nicht alle verunfallten 18- bis 24-Jährigen sind kausal <strong>für</strong> die<br />

Ereignisse verantwortlich; des weiteren gibt es <strong>eine</strong> Einschränkung<br />

dadurch, dass auch da, wo Kausalität vorliegt, es sich um<br />

<strong>eine</strong> Ursache handeln kann, die durch die Sensibilisierungskampagne<br />

nicht abgedeckt wird. Deshalb: Wirkungsbereich = 60%<br />

Wirksamkeit 3 [b] Wenn das durch die Kampagne angesprochene Risikoverhalten<br />

nicht mehr gezeigt wird, kann etwa <strong>eine</strong> Wirksamkeit von 60%<br />

bei den Getöteten und 50% bei den Schwerverletzten erreicht<br />

werden.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Wie immer wird es Einschränkungen geben. Deshalb: 80%<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Aus <strong>der</strong> zitierten Metaanalyse abgeleitet: Auf <strong>der</strong> Ebene von rel.<br />

weichen Daten (Befragung bezügl. Verhalten, Wissen usw.)<br />

kann die Beachtung 8% betragen. So hoch wird jedoch die beobachtbare<br />

Verhaltensän<strong>der</strong>ung nie sein; ausgehend von <strong>eine</strong>r<br />

max. Korrelation von 0.30 zwischen Einstellung und tatsächlichem<br />

Verhalten werden <strong>für</strong> den Beachtungsgrad im Mittel 3%<br />

veranschlagt. Dieser kann bei langjähriger guter Durchführung<br />

<strong>der</strong> Kampagne auf max. 7% ansteigen.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Elliott, B. (1993), Road Safety Mass Media Campaigns: A Meta<br />

Analysis. Elliott & Shanahan Research, Report 1993/08.<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 04/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1639 146<br />

Wirkungsbereich [a] 60 %<br />

60 %<br />

Wirksamkeit [b] 50 % 60 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 7 %<br />

Ø 3 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 13 2 6 1<br />

Motorrad 9 1 4 0<br />

Mofa 1 0 1 0<br />

Fahrrad 2 0 1 0<br />

Fussgänger 2 0 1 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 27 3 13 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 04/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 05<br />

Einführung <strong>eine</strong>s Obligatoriums von 40 Stunden<br />

Fahrpraxis in <strong>der</strong> ersten Ausbildungsphase<br />

(Personenwagen- und Motorradlenker)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme In <strong>der</strong> ersten Ausbildungsphase bis zur praktischen Prüfung soll<br />

nebst dem Verkehrsunterricht auch Fahrpraxis von 40 Stunden<br />

obligatorisch werden. 15 dieser Stunden müssen durch professionelle<br />

Fahrlehrer unterrichtet werden, wobei nicht alle Stunden<br />

Fahrpraxis sind. Obligatorisch in dieser Zeit sind zwei Gespräche<br />

mit den Lernfahrenden zur Feststellung des Lernstandes und<br />

Festlegung <strong>der</strong> Lernziele.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Im Moment existiert in <strong>der</strong> Schweiz lediglich <strong>der</strong> obligatorische<br />

Verkehrsunterricht, jedoch kein Fahrschulobligatorium. Die<br />

Massnahme soll folgen<strong>der</strong>massen ausgestaltet werden:<br />

• Im ersten Teil <strong>der</strong> Ausbildung sind mind. 15 Stunden praktischer<br />

Unterricht in <strong>eine</strong>r professionellen Fahrschule obligatorisch.<br />

Innerhalb dieser 15 Stunden sind mit den Lernfahrenden<br />

obligatorisch durchzuführen:<br />

a) 1 o<strong>der</strong> 2 Vollbremsungen,<br />

b) 2 Gespräche, wovon je 1 zu Beginn und gegen Ende <strong>der</strong><br />

prakt. Ausbildung, zur Feststellung des Lernstandes und<br />

Festlegung <strong>der</strong> Lernziele. Der Einsatz von Fahrsimulatoren<br />

ist möglich (sinnvoll vor allem <strong>für</strong> das Lernen des Handling<br />

und später zur Schulung <strong>der</strong> Verkehrssinnes)<br />

• Weitere 30 Stunden praktisches Fahren sind obligatorisch,<br />

müssen jedoch nicht zwingend in <strong>eine</strong>r Fahrschule, son<strong>der</strong>n<br />

können bei Laieninstruktoren* absolviert werden.<br />

• Bevor mit den Laieninstruktoren Fahrten unternommen werden,<br />

müssen zwingend 5 Stunden in <strong>der</strong> professionellen<br />

Fahrschule absolviert werden!<br />

• Die Laieninstruktoren müssen die begleiteten Fahrten protokollieren.<br />

Diese Protokolle dienen als Grundlage <strong>für</strong> die Gespräche<br />

mit den Fahrlehrern.<br />

Ansonsten gibt es k<strong>eine</strong> Än<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> geltenden Regelung: Der<br />

Verkehrsunterricht bleibt obligatorisch und das begleitete Fahren<br />

durch Personen mit vollendetem 23. Altersjahr und mind. 3 Jahren<br />

Führerscheinbesitz ist weiterhin möglich. Dieses begleitete<br />

Fahren kann jedoch nicht als Teil des obligatorischen praktischen<br />

Unterrichts angerechnet werden.<br />

* als Laieninstruktoren kommen Eltern mit mind. 4 Jahren Führerscheinbesitz<br />

o<strong>der</strong> – auf Antrag – an<strong>der</strong>e, über 30-jährige Fahrzeuglenker mit mind. 4 Jahren<br />

Führerscheinbesitz in Frage<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 05/S. 1


Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Das oben dargestellte Modell <strong>der</strong> ersten Fahrausbildungsphase<br />

beinhaltet Teile, die bereits im schwedischen Modell integriert<br />

sind und da zur Anwendung kommen. Allerdings ist in Schweden<br />

freigestellt, ob die Ausbildung bei <strong>eine</strong>m Laien- o<strong>der</strong> Profiinstruktor<br />

absolviert wird. Für Laien gelten da etwas härtere Bedingungen<br />

(24-jährig, 5 Jahre ununterbrochene Fahrpraxis, off. Erlaubnis/Nachweis)<br />

als bei uns geplant sind. Hingegen wird kein<br />

Nachweis <strong>der</strong> Ausbildungsstunden bei Laien benötigt. In Schweden<br />

kann mit <strong>der</strong> Ausbildung bereits mit 16 Jahren angefangen<br />

werden; die Prüfung kann jedoch nach wie vor erst mit 18 Jahren<br />

absolviert werden.<br />

Die Auswirkungen <strong>der</strong> verän<strong>der</strong>ten ersten Ausbildungsphase<br />

lassen sich nur schwer abschätzen; die teilweise Übertragung<br />

<strong>der</strong> Evaluationsergebnisse des schwedischen Modells scheint<br />

am sinnvollsten, obwohl die Ausgestaltung nicht exakt die gleiche<br />

ist und die Reduktion des Lernfahralters im Vor<strong>der</strong>grund<br />

stand. In Schweden wurde <strong>eine</strong> Reduktion des Unfallrisikos in<br />

den ersten 2 Jahren nach <strong>der</strong> Fahrprüfung von 15% beobachtet,<br />

die v. a. auf das frühere Lernfahralter zurückgeführt wurde. Ein<br />

Teil dieser Reduktion dürfte jedoch auch auf die vermehrte Erfahrung<br />

(trotz Erhöhung <strong>der</strong> Exposition) zurückzuführen sein.<br />

Obwohl in <strong>der</strong> Schweiz kein Fahrschulobligatorium existiert,<br />

dürften sich doch die meisten Lernfahrer zumindest <strong>für</strong> einige<br />

Stunden bei <strong>eine</strong>m Fahrlehrer ausbilden lassen. Die Einführung<br />

<strong>der</strong> Massnahme hat vermutlich gegenüber heute zusätzlich ausgeübte<br />

Fahrstunden (mit Laien od. Fahrlehrer) zur Folge, die als<br />

zusätzliches Erfahrungssammeln gewertet werden können. Diese<br />

zusätzliche Erfahrung dürfte sich positiv auf das Unfallrisiko in<br />

den ersten 2 Jahren nach <strong>der</strong> prakt. Prüfung auswirken. Ebenfalls<br />

ein positiver Einfluss dürfte davon ausgehen, dass die Eltern<br />

in die Ausbildung involviert sind, weil da, wo diese sich<br />

ernsthaft daran beteiligen, mit <strong>eine</strong>m grossen Interesse am sicheren<br />

Fahren <strong>der</strong> Kin<strong>der</strong> gerechnet werden kann.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Neulenkern (PW,<br />

MR, 18-24j, Führerausweis


Davon Schwerverletzte 1001 (7 ANDERE, 450 PW, 385 MR, 50<br />

MOFA, 52 FR, 57 FG)<br />

Und Leichtverletzte 17103 (497 ANDERE, 10766 PW, 3334 MR,<br />

604 MOFA, 1310 FR, 592 FG)<br />

Getötete 85 (1 ANDERE, 55 PW, 24 MR; 5 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 100% (noch nicht realisiert in dieser Form)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 50%<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Wird zwar flächendeckend umgesetzt, jedoch dürften nur etwa<br />

50% <strong>der</strong> Neulenker tatsächlich mehr Fahrerfahrung aufweisen<br />

und <strong>eine</strong> bessere Ausbildung genossen haben.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Etwa 10% <strong>der</strong> Neulenker profitieren von <strong>der</strong> verbesserten Ausbildung<br />

und <strong>der</strong> vermehrten Fahrpraxis und können dies auch in<br />

ihr Fahrverhalten umsetzen.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 40 (Siegrist, S.) (1999), Driver Training, Testing and<br />

Licensing.<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 05/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1001 85<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 50 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />

Ø 10 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 11 1 11 1<br />

Motorrad 10 1 10 1<br />

Mofa 1 0 1 0<br />

Fahrrad 1 0 1 0<br />

Fussgänger 1 0 1 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 24 2 24 2<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 05/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 06<br />

Verbesserung <strong>der</strong> Aus- und Weiterbildung <strong>für</strong><br />

die Führerausweiskategorien C, C1, D, D1<br />

–<br />

Exakte Ausformulierung Die Ausbildung <strong>der</strong> Chauffeure ist bis anhin <strong>der</strong> Ausbildung an<strong>der</strong>er<br />

Verkehrsteilnehmer relativ ähnlich. Daher sollten die Ausbildungsbestimmungen<br />

verschärft werden:<br />

• Erhöhung <strong>der</strong> begleiteten Fahrpraxis in <strong>der</strong> Ausbildung<br />

• Qualitative Verbesserung Grundausbildung (z B. periodische<br />

Gespräche zur Lernzielerreichung)<br />

• regelmässige medizinische Untersuchungen und Sehtests<br />

und Weiterbildungskurse<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen In <strong>der</strong> Literatur gibt es recht wenig Informationen über die Bedingungen<br />

zur Erlangung des Ausweises als Berufschauffeur. In<br />

den USA scheint die Ausbildung nicht über jeden Zweifel erhaben<br />

zu sein. Deshalb entwickelte die Firma Brown-Ferries Industries<br />

ein eigenes Programm <strong>für</strong> ihre Camioneure, dass erfolgreich<br />

war (Smith, 1993).<br />

Hinsichtlich Krankheiten und <strong>der</strong>en Zusammenhang mit Unfällen<br />

gibt es wenig Erforschtes. Generell dürfte gelten, dass dieser<br />

Anteil unterschätzt wird (man rechnet etwa mit 10% Unfällen, die<br />

durch Krankheiten/Behin<strong>der</strong>ungen kausal verursacht werden).<br />

Bei <strong>der</strong> Sehfähigkeit wird davon ausgegangen, dass etwa 7%<br />

<strong>der</strong> Unfallverursacher <strong>eine</strong> Sehstörung aufweisen. Es gibt k<strong>eine</strong>n<br />

Grund anzunehmen, dass die Situation bei Berufschauffeuren<br />

an<strong>der</strong>s sein sollte.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Lastwagen (>3,5 to,<br />

inkl. Bus/Car), 2000<br />

Verletzte BFS 1619 (430 ANDERE, 856 PW, 97 MR; 38 MOFA,<br />

106 FR, 92 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 373 (96 ANDERE, 158 PW, 36 MR,<br />

16 MOFA, 37 FR, 30 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 1246 (334 ANDERE, 698 PW, 61 MR,<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 06/S. 1


22 MOFA, 69 FR, 62 FG)<br />

Getötete BFS 88 (10 ANDERE, 35 PW, 6 MR, 3 MOFA, 13 FR,<br />

21 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte BFS 6072 (2236 ANDERE, 2226 PW, 320 MR; 163<br />

MOFA, 869 FR, 258 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 288 (48 ANDERE, 111 PW, 43 MR, 24<br />

MOFA, 41 FR, 21 FG)<br />

Und Leichtverletzte 5784 (2188 ANDERE, 2115 PW, 277 MR;<br />

139 MOFA, 829 FR, 237 FG)<br />

Getötete 88 (10 ANDERE, 35 PW, 6 MR, 3 MOFA, 13 FR, 21<br />

FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Kann theoretisch praktisch bei allen wirken: 70%.<br />

Wirksamkeit 3 [b] 30% (Anteil <strong>der</strong> Unfälle, <strong>der</strong> sich durch verbesserte Aus- und<br />

Weiterbildung sowie ärztl. Untersuchung beeinflussen lässt)<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Wird per VZV eingeführt: 100% (= maximal- und durchschnittlich)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 20% (= maximal- und durchschnittlich) (Umsetzung <strong>der</strong> erworbenen<br />

Kompetenzen resp. Einhaltung <strong>der</strong> aufgrund <strong>der</strong> ärztl.<br />

Untersuchungen gemachten Auflagen)<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Smith, M.A. (1993), No wasted effort. Brown-Ferris Industries<br />

excels in driver training. 93 (2), 15-17.<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 06/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 288 88<br />

Wirkungsbereich [a] 70 %<br />

70 %<br />

Wirksamkeit [b] 30 % 30 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 20 %<br />

Ø 20 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 5 1 5 1<br />

Motorrad 2 0 2 0<br />

Mofa 1 0 1 0<br />

Fahrrad 2 1 2 1<br />

Fussgänger 1 1 1 1<br />

An<strong>der</strong>e 2 0 2 0<br />

Total 13 3 13 3<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 06/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 07<br />

Nachschulung <strong>für</strong> Auffällige flächendeckend<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Lenker, die wegen <strong>eine</strong>s Verkehrsdeliktes auffällig wurden, das<br />

mit <strong>eine</strong>n Warnungsentzug von minimal 6 Monaten geahndet<br />

wurde, sollen <strong>eine</strong>n Nachschulungskurs besuchen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Lenker, die wegen <strong>eine</strong>s Verkehrsdeliktes auffällig wurden, das<br />

mit <strong>eine</strong>n Warnungsentzug geahndet wurde, sollen aus eigener<br />

Initiative <strong>eine</strong>n von <strong>der</strong> Behörde empfohlenen Nachschulungskurs<br />

besuchen. Dadurch lässt sich die Entzugsdauer des Führerscheins<br />

je nach Entzugsdauer um maximal 3 Monate reduzieren,<br />

wobei die gesetzliche Mindestentzugsdauer nicht unterschritten<br />

werden darf. Das Kursangebot muss dadurch <strong>für</strong> verschiedene<br />

Deliktgruppen erweitert sowie verbessert werden und<br />

den Ansprüchen, wie sie <strong>für</strong> die bfu-FiaZ-Kurse formuliert sind,<br />

genügen. Nicht <strong>der</strong> Nachschulung unterstellt sind die Entzugsursache<br />

'Nichteignung’ sowie alle Entzugsursachen, die mit dem<br />

Strassenverkehr nichts zu tun haben (Verwendung des Fahrzeugs<br />

zur Begehung <strong>eine</strong>s Verbrechens).<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Aus <strong>der</strong> Literatur sind nur Wirksamkeitsanalysen <strong>für</strong> Alkohol-<br />

Nachschulungskurse bekannt: In Deutschland werden nach 5<br />

Jahren 27 % <strong>der</strong> Alkoholfahrer ohne Kurs gegenüber nur 21 %<br />

mit Kurs rückfällig, d. h. <strong>der</strong> Unterschied von 6 % ist kursbedingt<br />

(In <strong>eine</strong>r Meta-Analyse von Wells-Parker ergab sich ein Wirkungsgrad<br />

von durchschnittlich 9 %). Bezogen auf das angepasste<br />

Verhalten (Nicht-Rückfall) entsprechen diese 6 % <strong>eine</strong>m<br />

Beachtungsgrad von 18 % (<strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> rückfälligen Kursbesucher<br />

liegt um 22.2 % tiefer: die Differenz von 6 % auf 27 % entspricht<br />

nämlich 22.2 %. Auf dieser Basis wird <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong><br />

nichtrückfälligen Kursbesucher berechnet: 22,2 % von 79 %<br />

entsprechen <strong>eine</strong>r Beachtung von 17.5, also 18 %).<br />

Nach 10 Jahren beträgt <strong>der</strong> Rückfall ohne Kurs 37 %, mit Kurs<br />

30 %. Die analoge Berechnung wie <strong>für</strong> den kursbedingte 5-<br />

Jahres-Beachtungsgrad ergibt <strong>für</strong> 10 Jahre <strong>eine</strong>n Beachtungsgrad<br />

von 13 %.<br />

Mangels Erfahrung mit Kursen <strong>für</strong> Lenker mit Verstössen gegen<br />

Temporegeln o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>e Deliktgruppen werden <strong>für</strong> diese im<br />

Folgenden die oben zitierten und errechneten Werte <strong>der</strong> Wirksamkeit<br />

von FiaZ-Kursen übernommen.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 07/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Im Jahr 2000 wurden im ADMAS rund 6100 Fahrausweisentzüge<br />

von 6 und mehr Monaten registriert (wie oben definiert nur <strong>für</strong><br />

best. Deliktgruppen und ohne Sicherungsentzüge). Bei 30 % <strong>der</strong><br />

Entzüge ging das Delikt mit <strong>eine</strong>m Unfall einher, d. h. es ereigneten<br />

sich rund 1830 Unfälle. Gemäss BFS sind pro 1000 Unfälle<br />

375 Verunfallte, 80 Schwerverletzte und 8 Getötete zu verzeichnen.<br />

Da es sich bei den Unfällen mit Entzügen hauptsächlich um<br />

Geschwindigkeits- und Trunkenheitsdelikte mit bekanntermassen<br />

höherem Verletzungsrisiko handelt, wird gegenüber dem<br />

Normalverhältnis von Unfällen zu Verunfallten/Schwerverletzten/<br />

Getöteten ein Faktor 2 angenommen, d. h. es wird von 750 Verunfallten,<br />

160 Schwerverletzten und 16 Getöteten pro 1000 Unfälle<br />

ausgegangen.<br />

Für die 1830 Unfälle mit Entzug ≥ 6 Monate bedeutet dies, dass<br />

folgende Zahlen von Verunfallten durch die Massnahme beeinflussbar<br />

sind:<br />

1373 Verunfallte, wovon 293 Schwerverletzte und 30 Getötete<br />

Nach Aufteilung nach Verkehrsteilnahme:<br />

Verletzte 1343<br />

(574 PW, 188 MR, 67 MOFA, 339 FR, 99 FG, 76 ANDERE)<br />

Davon Schwerverletzte 293<br />

(90 PW; 85 MR, 24 MOFA; 54 FR, 34 FG, 6 ANDERE)<br />

Und Leichtverletzte 1050<br />

(484 PW, 103 MR, 43 MOFA, 285 FR, 65 FG, 70 ANDERE)<br />

Getötete 30<br />

(14 PW, 5 MR, 1 MOFA; 2 FR, 7 FG, 1 ANDERE)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Nicht beeinflussbar sind diejenigen, welche bereits heute wegen<br />

wie<strong>der</strong>holtem FiaZ <strong>eine</strong>n bfu-Nachschulungskurs besuchen. Das<br />

sind ca. 300 Personen pro Jahr (5 % aller Entzüge ≥ 6 Monate<br />

ohne Sicherungsentzüge). Der Wirkungsbereich beträgt somit<br />

90 %.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Trotz Abwesenheit gewisser Risikofaktoren wie Alkohol und<br />

Geschwindigkeit werden sich in dieser Gruppe Unfälle ereignen.<br />

Wirksamkeit 80 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Wie bei den bfu-Kursen werden auch bei diesen neu zu entwikkelnden<br />

Kursen nicht alle Kantone gleich enthusiastisch sein und<br />

den Verkehrsauffälligen die Kursteilnahme empfehlen. Ebenso<br />

wird die Freiwilligkeit dazu führen, dass ein Teil <strong>der</strong> Delinquenten<br />

das Kursangebot nicht wahrnehmen wird. Deshalb: Realisierungsgrad<br />

70 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Mittelwert aus <strong>der</strong> 5-Jahre-Kurswirksamkeit von 18 % und <strong>der</strong><br />

10-Jahre-Wirksamkeit von 13 % ergibt <strong>eine</strong>n Beachtungsgrad<br />

von ca. 15 %.<br />

Offene Fragen –<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 07/S. 2


Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen ADMAS-Statistik, Administrativmassnahmen nach SVG im Jahre<br />

2000<br />

bfu-Report 23, 5. Internationaler Workshop Driver Improvement<br />

in Locarno 1993 (Siegrist, S., 1994)<br />

Jacobshagen, W. (1996), ALKOVEA und kein Ende? Eine 10-<br />

Jahres-Nachlese zu <strong>eine</strong>r Evaluationsstudie. Blutalkohol, 33,<br />

257–266<br />

Spoerer, E., Ruby, M. & Siegrist, S. (1994), Nachschulung und<br />

Rehabilitation verkehrsauffälliger Kraftfahrer. Faktor Mensch<br />

im Verkehr, Band 35, Rot-Gelb-Grün Verlag, Braunschweig<br />

VfV (1995), Nachschulung auffälliger Fahrer: Hilfe als Ergänzung<br />

zur Strafe. Bericht über die dritte VfV-Tagung vom 23.11.94<br />

in Fribourg<br />

Wells-Parker, E. et al. (1995), Final results from a meta-analysis<br />

of remedial interventions with drink/drive offen<strong>der</strong>s, in: Addiction<br />

(1995) 90, 907–926<br />

Winkler, W., Jacobshagen, W. & Nickel, W.R. (1990), Zur Langzeitwirkung<br />

von Kursen <strong>für</strong> wie<strong>der</strong>holt alkoholauffällige Kraftfahrer.<br />

Untersuchung nach 60 Monaten Bewährungszeit.<br />

Blutalkohol, 27, 154–174<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 07/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 293 30<br />

Wirkungsbereich [a] 90 %<br />

90 %<br />

Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 70 %<br />

Ø 70 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 18 %<br />

Ø 15 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 8 1 7 1<br />

Motorrad 8 0 6 0<br />

Mofa 2 0 2 0<br />

Fahrrad 5 0 4 0<br />

Fussgänger 3 1 3 1<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />

Total 27 2 22 2<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 07/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 08<br />

Regelmässige obligatorische Weiterbildung<br />

von Motorradfahrern mit Ausweiskategorie A<br />

und A1 ab dem 25. Altersjahr<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Motorradfahrer <strong>der</strong> Kat. A und A1 müssen ab dem 25. Altersjahr<br />

in regelmässigen Abständen obligatorisch Weiterbildungskurse<br />

besuchen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Ausbildung <strong>der</strong> Motorradfahrer zur Erlangung des Führerscheins<br />

<strong>der</strong> Kategorien A und A1 folgt bestimmten Regelungen.<br />

Darüber hinaus und bis zum 70. Altersjahr, wenn <strong>der</strong> obligatorische<br />

medizinische Check fällig ist, existieren <strong>für</strong> Motorrad-<br />

Lenker (MR-Lenker) jedoch k<strong>eine</strong> weiteren obligatorischen Auso<strong>der</strong><br />

Weiterbildungs-Massnahmen. Deshalb sollen MR-Lenker in<br />

regelmässigen Abständen obligatorisch 1-tägige Weiterbildungskurse<br />

besuchen müssen. Der erste Kurs muss im Alter zwischen<br />

25 und 30 Jahren absolviert werden, <strong>der</strong> zweite im Abstand von<br />

10 Jahren im Alter zwischen 35 und 40 Jahren, <strong>der</strong> dritte im Alter<br />

zwischen 45 und 50 Jahren usw. Die Kurse sollen sich insbeson<strong>der</strong>e<br />

auch an die Wie<strong>der</strong>einsteiger richten und <strong>für</strong> diese die<br />

fahrtechnischen Fähigkeiten verbessern helfen. Für langjährige<br />

Fahrer soll jeweils nicht die Fahrtechnik im Vor<strong>der</strong>grund stehen,<br />

son<strong>der</strong>n die Reflexion über eigenes Verhalten, Können usw.<br />

Wird dem Kursaufgebot nicht Folge geleistet, verfällt <strong>der</strong> Führerausweis<br />

<strong>für</strong> die Kat. A und A1.<br />

Anmerkung: Wie es mit <strong>der</strong> Ausbildung <strong>der</strong> MR-Lenker weiter<br />

geht und ob es <strong>eine</strong> Angleichung an die Bestrebungen in <strong>der</strong> EU<br />

gibt, ist im Moment unsicher. Ebenso wurde bisher nicht konkretisiert,<br />

wie die MR-Lenker im 2-Phasen-Modell integriert sind.<br />

Deshalb wurde die hier beschriebene Massnahme auf die Zeit<br />

nach dem Führersch<strong>eine</strong>rwerb und auf edukative Massnahmen<br />

ausgerichtet.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Kursanbieter<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Die Erfahrungen mit Weiterbildungskursen sind in verschiedenen<br />

Län<strong>der</strong>n sehr unterschiedlich; zum Teil wird gesagt, dass solche<br />

Kurse nichts nützen, zum Teil wird von <strong>eine</strong>m Nutzen ausgegangen.<br />

Allerdings basieren diese Aussagen nur auf Zusammenfassungen<br />

<strong>eine</strong>r Literaturrecherche, wo Kursmodelle, -ziele usw.<br />

nicht beschrieben wurden. Es ist davon auszugehen, dass Weiterbildungskurse<br />

<strong>für</strong> Motorradfahrer in periodischen Abständen<br />

durchaus Sinn machen und sicherheitsför<strong>der</strong>lich sind, wenn<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 08/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

diese Kurse bestimmte, sicherheitsför<strong>der</strong>liche Ziele verfolgen,<br />

didaktisch gut aufgebaut sind usw. Solche Kurs existieren ev.<br />

noch gar nicht und müssten erst entwickelt werden.<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von MR (Kat. A, A1),<br />

2000<br />

Verletzte BFS 3763<br />

(7 ANDERE, 160 PW, 3400 MR, 35 MOFA, 67 FR, 94 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 1198<br />

(2 ANDERE, 20 PW, 1120 MR, 8 MOFA, 16 FR, 32 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 2565<br />

(5 ANDERE, 140 PW, 2280 MR, 27 MOFA, 51 FR, 62 FG)<br />

Getötete BFS 89<br />

(1 ANDERE, 81 MR, 2 FR, 5 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 12635<br />

(36 ANDERE, 416PW, 11220 MR, 151 MOFA, 549 FR, 263 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1411<br />

(1 ANDERE, 14 PW, 1344 MR, 12 MOFA, 18 FR, 22 FG)<br />

Und Leichtverletzte 11224<br />

(35 ANDERE, 402 PW, 9876 MR, 139 MOFA, 532 FR, 241 FG)<br />

Getötete 89<br />

(1 ANDERE, 81 MR, 2 FR, 5 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 80 %. Die Massnahme wirkt auf die 2/3 unfallverursachenden<br />

Motorradfahrer und zur Hälfte auf die nicht unfallverursachenden<br />

Motorradfahrer.<br />

Wirksamkeit 3 [b] 60 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] wird flächendeckend obligatorisch eingeführt: 100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 10 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen BFS-Statistik 1991 betr. Verursacher von Unfällen<br />

Cooper, PJ. et al. (1988), Motorcyclists "Who they are and why<br />

they do what they do", Transportation Research Record,<br />

1168, p. 78–85<br />

McDavid, J.C. et al. (1989), Does motorcycle training reduce<br />

accidents? Journal of safety research, 20 (2), p. 61–72<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 08/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1411 89<br />

Wirkungsbereich [a] 80 %<br />

80 %<br />

Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />

Ø 10 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 1 0 1 0<br />

Motorrad 65 4 65 4<br />

Mofa 1 0 1 0<br />

Fahrrad 1 0 1 0<br />

Fussgänger 1 0 1 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 69 4 69 4<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 08/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 09<br />

Tempo-Regime 50/30 innerorts<br />

(Modell bfu )<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Realisierung des Temporegimes 30 flächendeckend auf siedlungsorientierten<br />

Strassen und Gestaltungsmassnahmen auf<br />

verkehrsorientierten Strassen. Die Umsetzung in den Gemeinden<br />

muss mittels För<strong>der</strong>ungsmassnahmen vorangetrieben werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Gemäss dem Modell bfu soll auf siedlungsorientierten Strassen<br />

flächendeckend das Temporegime 30 realisiert sein. Auf verkehrsorientierten<br />

Strassen wird die Höchstgeschwindigkeit 50<br />

km/h beibehalten, zur Verbesserung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit sollen<br />

aber gestalterische und organisatorische Massnahmen realisiert<br />

werden.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Verkehrsorientierte Strassen:<br />

Qualitative Angaben und Erfahrungen liegen von Umgestaltungsmassnahmen<br />

nach dem System des "Berner Modelles"<br />

vor: Bsp. Zollikofen, Seftigenstrasse. Die Umgestaltungsmassnahmen<br />

sollen sich bewährt haben.<br />

Siedlungsorientierte Strassen:<br />

Bericht Lindenmann (IVT) "Geschwindigkeitsrückgang, Unfallreduktionen":<br />

Die Auswertungen zeigen sowohl in städtischen als<br />

vor allem auch in ländlichen Gebieten rückläufige Unfallzahlen.<br />

Der Rückgang lässt sich mit rund 15 % beziffern. Auch die Unfallschwere<br />

hat deutlich abgenommen: in städtischen Gebieten<br />

um rund 15 %, in ländlichen Gebieten um 45 %. Der Rückgang<br />

<strong>der</strong> Geschwindigkeiten (v85 % und v50 %) betrug durchschnittlich<br />

5–6 km/h. Es konnte <strong>eine</strong> günstige Wirkung <strong>der</strong> baulichen<br />

Massnahmen nachgewiesen werden. Ausländische Untersuchungen<br />

liefern Resultate in ähnlichen Grössenordnungen.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Gesamtausmass auf siedlungs- und verkehrsorientierten Strassen:<br />

Verunfallte und Getötete innerorts (2000)<br />

Verletzte BFS 18025<br />

(8153 PW, 3057 MR, 1014 MOFA, 2665 FR, 546 ANDERE, 2590 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 09/S. 1


Davon Schwerverletzte BFS 3538<br />

(101 ANDERE, 868 PW, 779 MR, 238 MOFA, 737 FR, 815 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 14487<br />

(445 ANDERE, 7285 PW, 2278 MR, 776 MOFA, 1928 FR, 1775 FG)<br />

Getötete BFS 218<br />

(44 PW, 23 MR, 8 MOFA, 35 FR, 4 ANDERE, 104 FG)<br />

Mit Dunkelziffer hochgerechnet:<br />

Verletzte: 67590<br />

(21198 PW, 10088 MR, 4360 MOFA, 21853 FR, 2839 ANDERE,<br />

7252 FG)<br />

Davon Schwerverletzte: 3333<br />

(51 ANDERE, 608 PW, 935 MR, 357 MOFA, 811 FR, 571 FG)<br />

Und Leichtverletzte: 64257<br />

(2789 ANDERE, 20590 PW, 9153 MR, 4003 MOFA, 21042 FR,<br />

6682 FG)<br />

Getötete: 218<br />

(44 PW, 23 MR, 8 MOFA, 35 FR, 4 ANDERE, 104 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Die Aufteilung des Gesamtausmasses <strong>der</strong> Unfallzahlen auf siedlungs-<br />

und verkehrsorientierte Strassen geschieht in Analogie zu<br />

den Unfallzahlen <strong>der</strong> Stadt Bern.<br />

Verletzte � Verkehrsorientiert: Siedlungsorientiert = 80:20<br />

Getötete � Verkehrsorientiert: Siedlungsorientiert = 67:33<br />

Verkehrsorientierte Strassen<br />

Verletzte: 54072<br />

Getötete: 146<br />

Siedlungsorientierte Strassen<br />

Verletzte: 13518<br />

Getötete: 72<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Verkehrsorientierte Strassen<br />

Annahme (aus VESIPO Teilauftrag Infrastruktur und Betrieb,<br />

Lindenmann) bereits realisierter Ortsdurchfahrten bzw. wo Sanierung<br />

nicht mehr nötig: 33 %. Der Wirkungsbereich beträgt<br />

also 67 %.<br />

Siedlungsorientierte Strassen<br />

Es kann von <strong>eine</strong>m Anteil bereits realisierter Zonen von 10 %<br />

ausgegangen werden. Der Wirkungsbereich beträgt also 90 %.<br />

Wirkungsbereich total: 70 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] Verkehrsorientierte Strassen<br />

Gemäss bfu-Report 35 WISIMA: 20 % <strong>für</strong> Verletzte, 50 % <strong>für</strong><br />

Getötete.<br />

Siedlungsorientierte Strassen<br />

Ausgehend von <strong>der</strong> Abnahme <strong>der</strong> Verletztenzahlen über alle<br />

Zonen (Stadt, Land) von 27 % (Lit. [1]) kann <strong>für</strong> die Kategorie Verletzte<br />

von <strong>eine</strong>r Wirksamkeit von ca. 30 % ausgegangen werden.<br />

Aussagen betr. <strong>der</strong> Wirksamkeit bei Getöteten sind aufgrund <strong>der</strong><br />

geringen Zahl <strong>der</strong> Fälle schwierig. Die Prognos-Studie vermutet<br />

aber, dass die Zahl getöteter Personen in Gemeinden mit über<br />

100000 Einwohnern durch Einführung von Tempo 30 um 40–<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 09/S. 2


Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

45 % sinken. Unter Beizug des Diagramms USV.G.07 (Statistik<br />

2000) resultiert in <strong>der</strong> Annahme <strong>eine</strong>s Rückganges des Geschwindigkeitsniveaus<br />

v85 % von 45 km/h auf 39 km/h <strong>eine</strong><br />

Reduktion <strong>der</strong> Wahrscheinlichkeit, als Fussgänger bei <strong>eine</strong>r Kollision<br />

mit <strong>eine</strong>m Personenwagen getötet zu werden, um die Hälfte.<br />

Es sind deshalb 50 % <strong>der</strong> Getöteten sowie 20 % <strong>der</strong> Verletzten<br />

durch das Tempo 30 Regime zu verhin<strong>der</strong>n.<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Für verkehrsorientierte und siedlungsorientierte Strassen:<br />

Wenn die entsprechend notwendigen Finanzierungsmittel vom<br />

Bund und den Kantonen tatsächlich zu Verfügung gestellt werden,<br />

kann von <strong>eine</strong>m mittleren Realisierungsgrad von 50 % ausgegangen<br />

werden. Nach Abschluss <strong>der</strong> Massnahme 2010 sind<br />

es 100%.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Verkehrsorientierte Strassen<br />

Gemäss Report 35 WISIMA beträgt <strong>der</strong> Beachtungsgrad 50 %.<br />

Siedlungsorientierte Strassen<br />

Angaben <strong>der</strong> Polizeikorps in Bezug auf Laser-Geschwindigkeitsmessungen<br />

sind wenig aussagekräftig, weil insbeson<strong>der</strong>e die<br />

"Raser" mit diesen Geräten gemessen werden und so k<strong>eine</strong><br />

zuverlässigen Angaben zum tatsächlichen Geschwindigkeitsverhalten<br />

d. h. den Übertretungsquoten <strong>der</strong> Gesamtheit <strong>der</strong> Fahrzeuge<br />

abgeleitet werden können.<br />

Angaben jüngeren Datums finden sich in <strong>der</strong> Literatur [2]. Dort<br />

wird ein Beachtungsgrad von 60 % angenommen.<br />

Gemäss <strong>der</strong> neusten Untersuchung des IVT vom März 2000 (Lit.<br />

[1]) variiert <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> Geschwindigkeiten grösser als V zulässig<br />

(v grösser 30 km/h) zwischen 65.1 % (städtische Zonen)<br />

und 61.1 % (ländliche Zonen). Für alle Zonen beträgt <strong>der</strong> Anteil<br />

62,3 %. Diese Angaben sind vermutlich repräsentativ <strong>für</strong> die<br />

Schweiz und somit kann ein Beachtungsgrad von lediglich ca.<br />

50 % abgeleitet werden.<br />

Offene Fragen Als Variante ist 'generell Tempo 40 innerorts' zu prüfen.<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 1. Lindenmann, HP. (2000), Beurteilung <strong>der</strong> Auswirkungen von<br />

Zonensignalisationen (Tempo 30) in Wohngebieten auf die<br />

Verkehrssicherheit, ETH-IVT, Zürich<br />

2. Siegrist, S. (1997), Sicherheit und Umweltschutz: unterschiedliche<br />

Ziele, gemeinsamer Nutzen? bfu, Bern<br />

3. bfu-Report 35 (1998), Wirtschaftliche Bewertung von Sicherheitsmassnahmen<br />

(Eckhardt, A. & Seitz, E.)<br />

4. Abel, H. & Matthes, U. (2001), Auswirkungen <strong>eine</strong>r flächendeckenden<br />

Einführung von Tempo 30 innerorts auf die Unfallzahlen<br />

<strong>der</strong> Schweiz, Prognos, Basel<br />

5. Kuratorium <strong>für</strong> Verkehrssicherheit (1997), Unfallanalyse Graz,<br />

Auswirkungen von Tempo 30, Untersuchung im Auftrag <strong>der</strong><br />

Stadt Graz<br />

6. bfu (2000), VCS Initiative Tempo 30 innerorts, Argumentarium,<br />

Bern<br />

7. VCS (2000), Tempo 30 schützt Leben, Argumentarium <strong>für</strong><br />

Tempo 30 Initiative "Strassen <strong>für</strong> Alle", Bern<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 09/S. 3


Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

8. TCS (1999), Tempo 30 Zonen unter <strong>der</strong> Lupe, Voraussetzungen-Funktion-Wirkungen<br />

9. Häfeli, U., Matti, D. & Seewer, U. (1998), Zufrieden mit <strong>der</strong><br />

neuen Strasse? Erfolgskontrolle Seftigenstrasse Wabern,<br />

Oberingenieurkreis II, Bern<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 09/S. 4


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 3333 218<br />

Wirkungsbereich [a] 70 %<br />

70 %<br />

Wirksamkeit [b] 20 % 50 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />

Ø 50 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 43 8 21 4<br />

Motorrad 65 4 33 2<br />

Mofa 25 1 12 1<br />

Fahrrad 57 6 28 3<br />

Fussgänger 40 18 20 9<br />

An<strong>der</strong>e 4 1 2 0<br />

Total 234 38 116 19<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 09/S. 5


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 10<br />

Einführung SVG-Neuerungen, Teil Verschärfung<br />

Führerausweisentzug<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die Revision des Administrativmassnahmenrechts bezweckt<br />

<strong>eine</strong> einheitlichere und strengere Ahndung von schweren und<br />

wie<strong>der</strong>holten Wi<strong>der</strong>handlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften,<br />

die <strong>der</strong> Verkehrssicherheit und damit <strong>der</strong> Vermeidung<br />

von Toten und Verletzten im Strassenverkehr dient.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Fahrzeugführer und -führerinnen, die innert bestimmter Fristen<br />

wie<strong>der</strong>holt verkehrsgefährdende Wi<strong>der</strong>handlungen begehen,<br />

sollen härter angefasst werden. Vorgesehen ist <strong>eine</strong> stärkere<br />

Vereinheitlichung <strong>der</strong> gesamtschweizerischen Praxis mit Mindesttarifen<br />

<strong>für</strong> die Anordnung von Administrativmassnahmen.<br />

Diese Mindestmassnahmen dürfen von den kantonalen Behörden<br />

nicht mehr unterschritten werden. Ausserdem droht im Wie<strong>der</strong>holungsfall<br />

<strong>eine</strong> stufenweise Verschärfung dieser Massnahmen<br />

bis hin zum unbefristeten Führerausweisentzug (Kaskadensystem).<br />

Die Abstufung geht von <strong>der</strong> aktuellen Wi<strong>der</strong>handlung<br />

aus (schwer, mittelschwer, leicht) und hängt von <strong>der</strong> Anzahl und<br />

Schwere früherer Wi<strong>der</strong>handlungen ab, die zu Administrativmassnahmen<br />

geführt haben.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Verkehrsverbände<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2005<br />

Erfahrungen Von den 1994 total 74959 erstmals erfassten "auffälligen" Fahrzeugführern<br />

(Verwarnungen und Führerausweisentzüge) haben<br />

innerhalb <strong>der</strong> auf die Wi<strong>der</strong>handlung folgenden 3 Jahre begangen:<br />

62080 82.8 % k<strong>eine</strong> weitere Wi<strong>der</strong>handlung<br />

10868 14.5 % 1 weitere Wi<strong>der</strong>handlung<br />

1664 2.2 % 2 weitere Wi<strong>der</strong>handlungen<br />

347 0.5 % 3 o<strong>der</strong> mehr weitere Wi<strong>der</strong>handlungen<br />

Die geltende Regelung ermöglicht in <strong>der</strong> Praxis aber nur ungenügend,<br />

Personen, die wie<strong>der</strong>holt elementare Verkehrsregeln<br />

verletzten und damit das Leben an<strong>der</strong>er Verkehrsteilnehmer aufs<br />

Spiel setzen, <strong>für</strong> lange Zeit o<strong>der</strong> sogar <strong>für</strong> immer aus dem Verkehr<br />

zu ziehen. Wer wie<strong>der</strong>holt verkehrsgefährdende Wi<strong>der</strong>handlungen<br />

begeht, hat heute je nach Kanton mit sehr unterschiedlichen<br />

Massnahmen zu rechnen. Denn <strong>der</strong> geltende Rahmen<br />

zur Anordnung von Administrativmassnahmen (Verwarnung,<br />

Führerausweisentzug, Verkehrsunterricht zur Nachschulung)<br />

ist weit gesteckt und lässt den zuständigen kantonalen<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 10/S. 1


Administrativbehörden <strong>eine</strong>n entsprechend grossen Ermessensspielraum.<br />

Grobe Verkehrsdelikte leisten <strong>eine</strong>n entscheidenden Beitrag zu<br />

unfallbedingten Verletzungen. Während zum Beispiel nur 3 Prozent<br />

<strong>der</strong> Fahrten in angetrunkenem Zustand absolviert werden,<br />

ist bei 30 Prozent <strong>der</strong> tödlichen Unfälle zumindest ein beteiligter<br />

Lenker alkoholisiert. Dementsprechend sind diejenigen Lenker<br />

häufiger in Unfälle verwickelt, die wie<strong>der</strong>holt elementare Verkehrsregeln<br />

verletzen.<br />

Als <strong>eine</strong> wirksame Massnahme gegen wie<strong>der</strong>holte Verletzungen<br />

von Verkehrsregeln hat sich <strong>der</strong> Führerausweisentzug erwiesen.<br />

Im Gegensatz zu Busse und vor allem zu Gefängnisstrafen weist<br />

er einige Vorteile auf: Es ist ein innerer logischer Zusammenhang<br />

zum fehlerhaften Verhalten gegeben, die Sanktion trifft<br />

schnell und mit grösster Wahrscheinlichkeit ein und sie wird von<br />

den betroffenen Personen als einschneidend erlebt. Darüber<br />

hinaus werden gefährliche Lenker zumindest <strong>für</strong> <strong>eine</strong> bestimmte<br />

Zeit vom Strassenverkehr ferngehalten.<br />

Eine verschärfte Administrativmassnahmen-Praxis zur wirksameren<br />

Erfassung, speziell <strong>der</strong> Wie<strong>der</strong>holungs-Verkehrsdelinquenten,<br />

kann in spezialpräventiver Hinsicht die Verkehrssicherheit<br />

verbessern. Mehrere Studien kommen zum Schluss,<br />

dass <strong>der</strong> Führerausweisentzug besser als alle an<strong>der</strong>en Sanktionen<br />

und Deliktfolgen die Rückfallwahrscheinlichkeit zu senken<br />

vermag (z. B. McKnight & Voas, 1991; Mann, Vinglis, Gavin,<br />

Adlaf & Anglin; 1991; Siskind, 1996). Der Nutzen dieser Massnahme<br />

dürfte darin begründet sein, dass sie <strong>eine</strong>n inhaltlichen<br />

Zusammenhang zum Delikt aufweist, mit grosser Wahrscheinlichkeit<br />

tatsächlich ausgesprochen wird und innerhalb <strong>eine</strong>r relativ<br />

kurzen Frist in Kraft tritt.<br />

Nach Aussage des Verkehrsministeriums (vgl. Automobilrevue<br />

vom 17.9.1992) brachte das 1992 in Frankreich eingeführte<br />

Punktesystem bereits im ersten Monat <strong>eine</strong>n starken Rückgang<br />

<strong>der</strong> Unfälle und <strong>der</strong> Unfallschwere. Danach soll im Juli 1992<br />

verglichen mit Juli 1991 die Zahl <strong>der</strong> Unfälle um 15 %, die <strong>der</strong><br />

Verletzten um 16 % und jene <strong>der</strong> Toten um 12 % zurückgegangen<br />

sein. Gemäss Verkehrsministerium soll die Einführung des<br />

Punktesystems die Fahrzeuglenker zu höherer Vorsicht, besserer<br />

Einhaltung <strong>der</strong> Geschwindigkeitsvorschriften und ganz generell<br />

zu <strong>eine</strong>r weniger aggressiven Fahrweise veranlasst haben. In<br />

den ersten 5 Monaten nach Einführung des Punktesystems in<br />

Frankreich soll es 534 Verkehrstote weniger gegeben haben als<br />

in <strong>der</strong> Vorjahresperiode, was <strong>eine</strong>r Abnahme von 13,3 % entspricht.<br />

Die Zahl <strong>der</strong> Verletzten verringerte sich in <strong>der</strong> gleichen<br />

Zeit um 7854, was 9,2 % ausmacht (vgl. SDA-Meldung in Berner<br />

Zeitung vom 25.1.119).<br />

Die Verschärfung des Führerausweisentzuges kann allerdings<br />

nicht mit dem Punktesystem verglichen werden, insbeson<strong>der</strong>e<br />

die generalpräventive Wirkung ist vermutlich kl<strong>eine</strong>r. Die Intervention<br />

ist in erster Linie auf Fahrzeuglenker gerichtet, gegen die<br />

bereits ein Führerausweisentzug ausgesprochen wurde.<br />

Ein strengeres und modifiziertes Administrativmassnahmen-<br />

System kann aber auch ganz allgemein im Sinn <strong>der</strong> Generalprävention<br />

das Verhalten und die Einstellung <strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer<br />

positiv beeinflussen und damit <strong>eine</strong>n Beitrag zur Hebung<br />

<strong>der</strong> Verkehrsmoral (Schärfung des Verantwortungsbewusstseins<br />

<strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer) leisten. Die abschreckende<br />

Wirkung kommt dadurch zustande, dass sie von <strong>der</strong> Mehrheit<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 10/S. 2


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

<strong>der</strong> Autofahrer als die einschneidenste empfunden wird.<br />

Betroffene Unfälle 1 Alle Unfälle, die (a) durch Fahrzeuglenker mit <strong>eine</strong>m Führerausweisentzug<br />

in den letzten 5 Jahren verursacht wurden und die<br />

(b) auf <strong>eine</strong> Verkehrsregelverletzung zurückzuführen sind.<br />

a) laut ADMAS-Statistik wurden im Jahr 2000 1915 Ausweise<br />

entzogen, weil ein Lenker ein erneutes Delikt (Rückfall) begangen<br />

hat. In diesen Fällen hat sich auch ein Unfall ereignet (AD-<br />

MAS-Statistik Seite 17, Kat. mit U+R). Annahme: davon 638 mit<br />

Verletzungen, mal Dunkelziffer = 1659 Verletzungen und 33 mit<br />

Todesfolgen (analog Verhältnis 80000 Verunfallte, 30000 Verletzte<br />

und 600 Getötete)<br />

Verteilung nach Verkehrsteilnahme:<br />

Verletzte 1659<br />

(94 ANDERE, 709 PW, 232 MR, 83 MOFA, 419 FR,122 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 90<br />

(2 ANDERE, 28 PW, 26 MR, 7 MOFA; 17 FR, 10 FG)<br />

Und Leichtverletzte 1569<br />

(92 ANDERE, 681 PW, 206 MR, 76 MOFA, 402 FR, 112 FG)<br />

Getötete 33<br />

(2 ANDERE, 15 PW, 5 MR; 1 MOFA, 3 FR, 7 FG)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 80 %<br />

(ein Grossteil, jedoch nicht alle <strong>der</strong> unter „betroffene Unfälle“<br />

aufgeführten Unfälle können durch Wegbleiben des Deliktes<br />

tatsächlich verhin<strong>der</strong>t werden<br />

Wirksamkeit 3 [b] 100 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Das Strassenverkehrsgesetz gilt <strong>für</strong> das gesamte Gebiet <strong>der</strong><br />

Schweiz, so dass k<strong>eine</strong> Einschränkung des theoretischen Rettungspotenzials<br />

zu erwarten ist. 100 % bei gleich bleiben<strong>der</strong><br />

Kontrolldichte.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 30 %<br />

(Der Beachtungsgrad betrifft <strong>eine</strong>rseits die Einhaltung des Fahrverbots<br />

sowie die Wahrscheinlichkeit, dass nach <strong>eine</strong>m ersten<br />

Delikt wegen <strong>der</strong> Androhung <strong>eine</strong>r härteren Sanktion im Wie<strong>der</strong>holungsfall<br />

konform gefahren wird) (= Maximal- und Durchschnittswert)<br />

Offene Fragen Die Effizienz <strong>der</strong> Massnahme hängt massgeblich vom Grad <strong>der</strong><br />

Überwachung des Verkehrs ab. Der Verkehrsteilnehmer muss<br />

wissen, dass sein Fehlverhalten von den Überwachungs- und<br />

Kontrollorganen des Strassenverkehrs bemerkt, registriert und<br />

sanktioniert wird.<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Botschaft zur Än<strong>der</strong>ung des Strassenverkehrsgesetzes (SVG)<br />

vom 31. März 1999 (Separatdruck 99.0.3)<br />

Stöcklin, R. & Remund, P. (2000). Revision des Strassenver-<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 10/S. 3


Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

kehrsgesetzes. Referat. Bern: bfu<br />

Remund, P. (1993). Modell <strong>eine</strong>s Punktesystems <strong>für</strong> die<br />

Schweiz. Bern<br />

Mann, R.E. (1991), Sentence Severety and the drinking driver:<br />

relationships with traffic safety outcome; In: Accident Analysis<br />

and Prevention, vol. 23, no. 6, pp. 483–491<br />

McKnight, A.J. & Voas, R.B. (1991), The effect of license suspension<br />

upon DWI recidivism; In: Alcohol, Drugs and Driving,<br />

vol. 7, no 1, pp. 43–54<br />

Müller, J.P. (1991), Die Grundrechte <strong>der</strong> schweizerischen Bundesverfassung<br />

(Beson<strong>der</strong>er Teil), 2. Auflage, Bern<br />

Saladin, P. & Zimmerli, U. (1994/1995), Einführung in das Verwaltungsrecht,<br />

Skriptum <strong>für</strong> die Vorlesung, Bern<br />

Siskind, V. (1996), Does license disqualification reduce reoffence<br />

rates?, In: Accident Analysis and Prevention, vol. 28, no. 4,<br />

pp. 519–524<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 10/S. 4


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 90 33<br />

Wirkungsbereich [a] 80 %<br />

80 %<br />

Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 30 %<br />

Ø 30 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 7 4 7 4<br />

Motorrad 6 1 6 1<br />

Mofa 2 0 2 0<br />

Fahrrad 4 1 4 1<br />

Fussgänger 2 2 2 2<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 21 8 21 8<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 10/S. 5


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 11<br />

Einführung SVG-Neuerungen, Teil Alkohol:<br />

0,5 Promille, anlassfreie Alkoholkontrollen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Zur besseren Entdeckung angetrunkener Fahrzeugführer sollen<br />

künftig Atemalkoholkontrollen auch ohne Anzeichen von Angetrunkenheit<br />

durchgeführt werden können. Als weitere Massnahme<br />

zur Bekämpfung von Alkohol im Strassenverkehr beabsichtigt<br />

<strong>der</strong> Bundesrat die Promillegrenze via Verordnung auf 0,5<br />

Promille herabzusetzen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Art. 55 Abs. 1 SVG soll in dem Sinn ergänzt werden, dass die<br />

Polizei ermächtigt wird, systematische Atemalkoholkontrollen<br />

durchzuführen, d. h. ohne dass ein Verdacht auf Angetrunkenheit<br />

vorliegen muss. Die Atemalkoholkontrolle soll dabei ihren<br />

Charakter als Vorprobe beibehalten und nicht die Blutprobe als<br />

gerichtlich zu verwendenden Beweis ersetzen. Danach muss<br />

je<strong>der</strong> Fahrzeugführer je<strong>der</strong>zeit damit rechnen, auf Alkoholkonsum<br />

kontrolliert zu werden. Durch Schaffung <strong>der</strong> gesetzlichen<br />

Grundlage zur Durchführung <strong>der</strong> anlassfreien Atemalkoholkontrollen<br />

wird den Kontrollorganen des Strassenverkehrs <strong>eine</strong><br />

Interventionsmöglichkeit eingeräumt, die in allen Teilen den Grundprinzipien<br />

des rechtsstaatlichen Handelns entspricht. Damit ist<br />

auch <strong>eine</strong> <strong>der</strong> wichtigsten Voraussetzungen zur Durchsetzung<br />

<strong>der</strong> 0,5-Promille-Grenze gegeben. Der Bundesrat beabsichtigt,<br />

diese Absenkung des Grenzwerts zeitgleich mit dem Inkrafttreten<br />

dieser Gesetzesrevision einzuführen. Die verdachtsfreie<br />

Atemalkoholkontrolle und die 0,5-Promille-Grenze stehen in Wechselwirkung<br />

zueinan<strong>der</strong> und gelten als effektivste Mittel zur Bekämpfung<br />

von Alkohol im Strassenverkehr.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Verkehrsverbände<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2005<br />

Erfahrungen Es ist erwiesen, dass das Unfallrisiko ab 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration<br />

ansteigt. Die Einführung <strong>der</strong> Verordnung erlaubt<br />

also <strong>eine</strong> Unterscheidung von ungefährlichen und gefährlichen<br />

Alkoholfahrten. Fahren in angetrunkenem Zustand ist laut<br />

offizieller Unfallstatistik <strong>für</strong> 20 % <strong>der</strong> tödlichen Unfälle zumindest<br />

mitverantwortlich. Alkoholproben werden aber lange nicht bei<br />

allen Unfällen durchgeführt. Die bfu schätzt den Anteil <strong>der</strong> Alkoholunfälle<br />

bei den Verkehrstoten auf mindestens 30 %.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 11/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Die 0,5-Promille-Grenze und die anlassfreien Atemalkoholkontrollen<br />

haben sich in an<strong>der</strong>en Län<strong>der</strong>n als wirksame Massnahmen<br />

gegen Alkoholfahrten erwiesen (Effektstärken und Literaturangaben<br />

sind im bfu-Argumentarium aufgeführt). Die anlassfreien<br />

Kontrollen sind beson<strong>der</strong>s effizient, weil die Zahl <strong>der</strong><br />

durchgeführten Tests bei gleichem Aufwand deutlich erhöht werden<br />

kann. Ausserdem unterstützen sie den psychologischen<br />

Prozess <strong>der</strong> Abschreckung: Die Fahrzeuglenker rechnen häufiger<br />

mit <strong>eine</strong>r Kontrolle und <strong>für</strong>chten diese auch mehr, weil sie<br />

wissen, dass <strong>der</strong>en Durchführung nicht an ein auffälliges Verhalten<br />

gebunden ist<br />

Studien zur Wirksamkeit:<br />

New South Wales: Reduktion <strong>der</strong> tödlichen Wochenendunfälle<br />

um 13 %, das Gesetz wurde we<strong>der</strong> speziell angekündigt noch<br />

zusätzlich kontrolliert (Homel, 1994). Die zwei Jahre später eingeführte<br />

"anlassfreie Atem-Alkoholkontrolle" reduzierte die tödlichen<br />

Unfälle um weitere 19,5 %, während <strong>der</strong> Ferienwochen gar<br />

um 30 %. Die Reduktion <strong>der</strong> tödlichen Unfälle an Samstagen zeigt,<br />

dass die 0,5-Promille-Grenze positive Auswirkungen mit sich<br />

bringt (minus 13 %) und die zusätzliche "anlassfreie Atem-<br />

Alkoholkontrolle" diesen Effekt verstärkt (minus 32,5 %). Insgesamt<br />

konnte <strong>eine</strong> Reduktion <strong>der</strong> Nachtunfälle um 20 % selbst<br />

nach zehn Jahren festgestellt werden. Eine Begleituntersuchung<br />

in Australien erbrachte zudem das wichtige Resultat, dass die<br />

Herabsetzung <strong>der</strong> Promillegrenze zu <strong>eine</strong>r beson<strong>der</strong>s deutlichen<br />

Abnahme (minus 41 %) von Fahrten mit <strong>eine</strong>r BAK über 1,5<br />

Promille führte (Brooks & Zaal, 1993).<br />

Österreich: In Österreich wurde die Promillegrenze per Anfang<br />

1998 von 0,8 auf 0,5 gesenkt. Eine wissenschaftliche Erfolgskontrolle<br />

ist nach so kurzer Zeit noch nicht möglich. Die Zahlen<br />

von Januar bis September 1998 zeigen jedoch deutlich positive<br />

Trends. Bei den Personenschäden infolge Alkoholunfällen wurde<br />

ein Jahr nach Senkung <strong>der</strong> Limite <strong>eine</strong> Reduktion um 10 % festgestellt<br />

(Bartl & Esberger, 2000). In Wien hatte die Polizei in den<br />

ersten sechs Monaten imJahr 1997 1'000 Fahrzeuglenkende mit<br />

über 0,8 Promille registriert, in <strong>der</strong>selben Zeitperiode 1998 waren<br />

es 560. Letzteres Resultat ist ein weiterer Hinweis da<strong>für</strong>, dass<br />

die Herabsetzung von 0,8 auf 0,5 Promille auch zu <strong>eine</strong>r Abnahme<br />

<strong>der</strong> Fahrten mit hohen BAK-Werten führt. Schützenhöfer,<br />

Krainz und Laimer (www.kfv.at/alkoholstudie.htm) haben zudem<br />

<strong>für</strong> die Steiermark festgestellt, dass vom Rückgang <strong>der</strong> Alkoholunfälle<br />

alle Alkoholisierungsgrade etwa gleich stark betroffen<br />

waren.<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Mangel/Einfluss Alkohol, 2000<br />

Verletzte BFS 3167<br />

(69 ANDERE, 2298 PW, 353 MR, 139 MOFA, 155 FR, 153 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 864<br />

(22 ANDERE, 531 PW, 152 MR, 44 MOFA, 57 FR, 58 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 2303<br />

(47 ANDERE, 1767 PW, 201 MR, 95 MOFA, 98 FR, 95 FG)<br />

Getötete BFS 114<br />

(3 ANDERE, 81 PW, 10 MR; 3 MOFA, 3 FR, 14 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 11/S. 2


Nach Hochrechnung mit allg. Dunkelziffer und Dunkelziffer Alkohol:<br />

Verletzte 16162<br />

(592 ANDERE, 9858 PW, 1922 MR; 986 MOFA, 2097 FR, 707 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1211<br />

(18 ANDERE, 613 PW, 301 MR, 109 MOFA; 103 FR, 67 FG)<br />

Und Leichtverletzte 14951<br />

(574 ANDERE, 9245 PW, 1621 MR, 877 MOFA; 1994 FR, 640 FG)<br />

Getötete 189<br />

(5 ANDERE, 134 PW, 17 MR, 5 MOFA, 5 FR, 23 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 66 %<br />

Anteil <strong>der</strong> Unfälle, die allein durch den Alkohol verursacht wurden.<br />

Es müssen diejenigen Unfälle abgezogen werden, die sich<br />

auch ohne Alkohol ereignet hätten (Krüger, 1995): 1.5<br />

Wirksamkeit 3 [b] 100 %<br />

(theoretische Wirksamkeit = 100 %, da sich Aussage auf Unfälle<br />

bezieht, wo Alkohol alleinige Unfallursache ist, wenn Ursache<br />

wegfällt, dann kann sich <strong>der</strong> Unfall nicht ereignen)<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % bei hoher Kontrolldichte. Das Strassenverkehrsgesetz gilt<br />

<strong>für</strong> die ganze Schweiz, so dass k<strong>eine</strong> Einschränkung des theoretischen<br />

Rettungspotenzials zu erwarten ist.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 40 % Anteil <strong>der</strong> potenziellen Unfallsituationen, in welchen <strong>der</strong><br />

Fahrer im Bewusstsein <strong>der</strong> erhöhten Kontrollen nichts trinkt o<strong>der</strong><br />

nicht mehr fährt (= Durchschnitts- und Maximalwert)<br />

Offene Fragen − Entwicklung <strong>der</strong> Dunkelziffer, müsste eher zurückgehen<br />

− Kontrollen und Überwachung des Verkehrs müssten erhöht<br />

werden<br />

− Verwendung von Alkoholmessgeräten <strong>der</strong> Fahrzeuglenker<br />

zur Selbstkontrolle des vorhandenen Promillewerts<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Botschaft zur Än<strong>der</strong>ung des SVG vom 31.3.1999 (Separatdruck<br />

99.03)<br />

Stöcklin, R., Remund, P. (2000). Revision des Strassenverkehrsgesetzes,<br />

Referat, Bern, bfu<br />

Siegrist, S., Remund, P. (2000). Revision des Strassenverkehrsgesetzes,<br />

Bern, bfu<br />

bfu-Argumentarium "Herabsetzung <strong>der</strong> gesetzlichen Alkohollimite<br />

im Strassenverkehr auf 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration",<br />

(2000), Bern, bfu<br />

bfu-Argumentarium<br />

(2000), Bern, bfu<br />

"Verdachtsfreie Atemalkoholkontrolle",<br />

Brooks, Ch. & Zaal, D. (1993), Effects of a Reduced Alcohol<br />

Limit for Driving. In: 12th Conference of Alcohol, Drugs and<br />

Traffic Safety (ICADTS-T92), Verlag TÜV-Rheinland<br />

Homel, R. (1994), Drink-driving law enforcement and the legal<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 11/S. 3


Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

blood alcohol limit in New South Wales. Accident Analysis<br />

and Prevention, Vol. 26, No 2, pp. 147–155<br />

Bartl, G. & Esberger, R. (2000), Effects of lowering the legal<br />

BAC-limit in Austria. In: Laurell, H. & Schlyter, F. (Hrsg.), Proceedings<br />

of 15th Int. Conference on Alcohol, Drugs and Traffic<br />

Safety, Stockholm, May 2000, S. 757–762<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 11/S. 4


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1211 189<br />

Wirkungsbereich [a] 66 %<br />

66 %<br />

Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 40 %<br />

Ø 40 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 162 35 162 35<br />

Motorrad 79 4 79 4<br />

Mofa 29 1 29 1<br />

Fahrrad 27 1 27 1<br />

Fussgänger 18 6 18 6<br />

An<strong>der</strong>e 5 1 5 1<br />

Total 320 48 320 48<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 11/S. 5


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 12<br />

Gurtentragen: Kampagne und Kontrollen<br />

(alle 4 Jahre, abwechselnd mit Massnahmen<br />

K 13, 14, 15)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Das Gurtentragen soll vermehrt kontrolliert werden; zudem soll<br />

das Gurttragen mit Hilfe von Kampagnen verstärkt geför<strong>der</strong>t<br />

werden<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Im Rahmen von polizeilichen Kontrollen soll das Tragen <strong>der</strong> Sicherheitsgurten<br />

auf Vor<strong>der</strong>- und Rücksitzen vermehrt kontrolliert<br />

werden. Parallel dazu sollen Kampagnen das Gurttragen för<strong>der</strong>n.<br />

Die polizeilichen Anstrengungen zur Überwachung des<br />

Gurttragens liegen im jeweiligen Jahr 10 % über den üblichen<br />

Anstrengungen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2002<br />

Erfahrungen Gurttragen ist sehr wirksam und verhin<strong>der</strong>t fast die Hälfte <strong>der</strong><br />

tödlichen und nichttödlichen Verletzungen. Durch Erhöhung <strong>der</strong><br />

Kontrolltätigkeit und Aktionen/Kampagnen konnte in Michigan<br />

die Tragquote von 57 % auf 65 % gesteigert werden, sank dann<br />

jedoch auf 63 % ab, als die Kontrolltätigkeit reduziert wurde.<br />

Eine an<strong>der</strong>e Studie zeigte, dass allein die Androhung von häufigeren<br />

Kontrollen nicht ausreicht, um die Tragquote zu steigern.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte PW-Insassen nicht angegurtet, 2000<br />

Verletzte BFS 2490<br />

Davon Schwerverletzte BFS 635<br />

Und Leichtverletzte BFS 1855<br />

Getötete BFS 136<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 6474<br />

Davon Schwerverletzte 445<br />

Und Leichtverletzte 6029<br />

Getötete 136<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Bei allen PW-Insassen, die den Gurt nicht tragen, kann die<br />

Massnahme wirken, d. h. <strong>der</strong> Wirkungsbereich beträgt 100%.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 12/S. 1


Wirksamkeit 3 [b] 45 % Wirksamkeit <strong>für</strong> die tödlichen Verletzungen, 35 % <strong>für</strong> die<br />

sonstigen<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Die Kontrollintensität wird nicht in allen Regionen um so viel<br />

erhöht, wie nötig wäre, son<strong>der</strong>n nur in <strong>der</strong> halben Schweiz<br />

(50 %); zudem wird durch das Abwechseln mit den an<strong>der</strong>en<br />

Schwerpunktthemen diese Thema nur alle 4 Jahre intensiv behandelt,<br />

d. h. inkl. <strong>eine</strong>s gewissen anhaltenden und überdauernden<br />

Effektes wird die Realisierung etwa 20 % ausmachen.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Bei den Nichtträgern des Sicherheitsgurtes dürfte es sich mehrheitlich<br />

um ziemlich therapieresistente Personen handeln (in <strong>der</strong><br />

Deutschschweiz ist <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> Träger relativ hoch und beim<br />

Rest muss wohl ziemlich viel investiert werden, bis <strong>eine</strong> Wirkung<br />

erfolgt; in <strong>der</strong> italienischen Schweiz ist <strong>der</strong> Anteil Gurtträger relativ<br />

tief, jedoch sicher auch schwierig zu erhöhen, obwohl da das<br />

Potenzial prozentual am grössten sein dürfte; die französische<br />

Schweiz steht dazwischen, ist aber sicher auch ziemlich resistent).<br />

Ausgehend von <strong>der</strong> Untersuchung in Michigan mit <strong>eine</strong>m<br />

Anstieg <strong>der</strong> Tragquote von 8 % (= 19 % <strong>der</strong> gesamthaft 43 %<br />

Nichtträger) auf <strong>eine</strong>m tieferen Niveau wird <strong>für</strong> die Gesamtschweiz<br />

bei total 23 % Nichtträgern von <strong>eine</strong>r Beachtung von im<br />

Mittel 4 % <strong>der</strong> 23 % Nichtträger pro Jahr über die nächsten 10<br />

Jahre ausgegangen (dadurch steigt die Gesamttragquote bis<br />

2012 von 77 % auf 85 % an). D. h., es ergibt sich insgesamt ein<br />

Beachtungsgrad von ca. 35 % <strong>der</strong> Nichtträger.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen BFS (2000), Strassenverkehrsunfälle in <strong>der</strong> Schweiz 1999, S. 96<br />

(T2.19: Verunfallte Lenker + Mitfahrer nach benutztem Fahrzeug,<br />

Tragen von Sicherheitsgurt ...)<br />

Cairney, P. (1998), Road Safety Research Conference, Wellington,<br />

New Zealand; Potential contributions of intelligent transport<br />

systems to road safety in Australia<br />

Evans, L. (1996), Safety-Belt Effectiveness: the influence of<br />

crash and selective recruitment. In: Accid. Anal. And Prev.,<br />

Vol 28, No 4, pp. 423–433<br />

Jones, R., Joksch, H. et al. (1995), Knoxville, Tennessee field<br />

test of combined speed, alcohol, and safety belt enforcement<br />

strategies. Final Report. TRB-TRIS, Mid-America Research<br />

Institute, Winchester, MA<br />

Streff, M.A., Molnar, L.J. & Christoff, C. (1992), Increasing safety<br />

belt use in a secondary enforcement state: Evaluation of a<br />

three-county spezial enforcement program. Accid Anal &<br />

Prev, 24 (4), p. 369–383<br />

Turbell, T. et al. (1996), Optimizing seat belt use by interlock<br />

systems, Proceedings of the fifteenth int. technical conference<br />

on the enhanced safety of vehicles, Melbourne, Australia<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 12/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 445 136<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 35 % 45 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 20 %<br />

Ø 20 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 35 %<br />

Ø 35 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 11 4 11 4<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 11 4 11 4<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 12/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 13<br />

Geschwindigkeit: Kampagne und Kontrollen<br />

(alle 4 Jahre, abwechselnd mit Massnahmen<br />

K 12, 14, 15)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die Einhaltung <strong>der</strong> Geschwindigkeit soll vermehrt kontrolliert<br />

werden; zudem soll die Einhaltung mit Hilfe von Kampagnen<br />

verstärkt geför<strong>der</strong>t werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Im Rahmen von polizeilichen Kontrollen soll vermehrt die Einhaltung<br />

<strong>der</strong> Geschwindigkeitslimiten kontrolliert und durchgesetzt<br />

werden. Parallel dazu sollen Kampagnen die Einhaltung <strong>der</strong><br />

Tempolimiten för<strong>der</strong>n.<br />

Die polizeilichen Anstrengungen zur Überwachung des Geschwindigkeitsverhaltens<br />

liegen im jeweiligen Jahr 10% über den<br />

üblichen Anstrengungen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2003<br />

Erfahrungen Nur <strong>eine</strong> hohe Kontrollintensität garantiert, dass die Geschwindigkeitslimiten<br />

eingehalten werden. Eine Untersuchung in den<br />

Nie<strong>der</strong>landen hat gezeigt, dass kein Einfluss auf das Geschwindigkeitsverhalten<br />

vorhanden ist, wenn lediglich jedes 100. zu<br />

schnell fahrende Auto angehalten wird. Ein geringer Einfluss ist<br />

da bei jedem 25. angehaltenen Auto, und relativ gross (Reduktion<br />

von 3.5 km/h im Mittel), wenn je<strong>der</strong> 6. zu schnell fahrende<br />

Lenker angezeigt wird. Insgesamt gibt es viele (v. a. experimentelle)<br />

Befunde hinsichtlich Auswirkungen <strong>der</strong> Kontrolltätigkeit auf<br />

das Tempoverhalten. Die Befunde können jedoch nicht so einfach<br />

übertragen werden, und schon gar nicht können sie in Reduktionen<br />

von mittleren Geschwindigkeit o<strong>der</strong> verhin<strong>der</strong>ten Opfern<br />

umgerechnet werden. Klar ist, dass nur punktuelle Kontrollen<br />

zu k<strong>eine</strong>n nachhaltigen Verhaltensän<strong>der</strong>ungen führen. Zu<br />

empfehlen ist <strong>eine</strong> intensive und langfristige Überwachung <strong>der</strong><br />

Geschwindigkeiten, die mit Informationen und Kampagnen begleitet<br />

wird. Wichtig zur Steigerung <strong>der</strong> subjektiven Entdekkungswahrscheinlichkeit<br />

ist v. a. die Erhöhung <strong>der</strong> Kontrollintensität.<br />

Allerdings müsste diese wohl relativ stark erhöht werden,<br />

damit Verhaltensän<strong>der</strong>ungen feststellbar sind. In <strong>der</strong> Schweiz<br />

geht man davon aus, dass jedes Fahrzeug jährlich 30-mal kontrolliert<br />

wird. Unter <strong>der</strong> Annahme von 2 Fahrten je Fahrzeug täglich<br />

(jedes Fahrzeug unternimmt jährlich somit etwa 730 Fahrten),<br />

beträgt die Kontrollwahrscheinlichkeit somit etwa 1:24. Um<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 13/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

feststellbare Effekte zu erzielen, müsste die Intensität verdoppelt<br />

werden, damit die Entdeckungswahrscheinlichkeit 1:12 beträgt.<br />

Mit Kampagnenbegleitung kann damit gerechnet werden, dass<br />

Geschwindigkeitsübertretungen seltener werden und das mittlere<br />

Geschwindigkeitsniveau sinkt. Die tatsächlichen Einflüsse können<br />

aber nur ganz grob geschätzt werden.<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Mangel/Einfluss Geschwindigkeit (Code 410-<br />

419), 2000<br />

Verletzte BFS 6828<br />

(343 ANDERE, 5137 PW, 763 MR; 101 MOFA, 257 FR, 227 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1604<br />

(82 ANDERE, 964 PW, 307 MR; 38 MOFA, 110 FR, 103 FG)<br />

Und Leichtverletzte 5224<br />

( 261 ANDERE, 4173 PW, 456 MR, 63 MOFA, 147 FR, 124 FG)<br />

Getötete BFS 229<br />

(13 ANDERE, 141 PW, 43 MR, 4 MOFA, 5 FR, 23 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 20835<br />

(1784 ANDERE, 13356 PW, 2518 MR, 434 MOFA, 2107 FR, 636 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1334<br />

(41 ANDERE, 675 PW, 368 MR; 57 MOFA, 121 FR, 72 FG)<br />

Und Leichtverletzte 19501<br />

(1743 ANDERE, 12681 PW, 2150 MR, 377 MR; 1986 FR, 564 FG)<br />

Getötete 229<br />

(13 ANDERE, 141 PW, 43 MR, 4 MOFA, 5 FR, 23 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 100% (kann bei allen Unfällen wirken, wo <strong>der</strong> Mangel Geschwindigkeit<br />

mit im Spiel ist)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 60%<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Die Kontrollintensität wird nicht in allen Regionen um so viel<br />

erhöht, wie nötig wäre, son<strong>der</strong>n nur in <strong>der</strong> halben Schweiz<br />

(50%); zudem wird durch das Abwechseln mit den an<strong>der</strong>en<br />

Schwerpunktthemen diese Thema nur alle 4 Jahre intensiv behandelt,<br />

d. h. inkl. <strong>eine</strong>s gewissen anhaltenden und überdauernden<br />

Effektes wird die Realisierung etwa 20% ausmachen.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 20% (10%)<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 47 (Siegrist, S. et al.), S. 20-24 und Literaturverzeichnis<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 13/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1334 229<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 20 %<br />

Ø 20 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 20 %<br />

Ø 10 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 16 3 8 2<br />

Motorrad 9 1 4 1<br />

Mofa 1 0 1 0<br />

Fahrrad 3 0 1 0<br />

Fussgänger 2 1 1 0<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />

Total 32 5 15 3<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 13/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 14<br />

Gefährliche Fahrmanöver: Kampagne und<br />

Kontrollen (alle 4 Jahre, abwechselnd mit<br />

Massnahmen K 12, 13, 15)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Gefährliche Fahrmanöver sollen verstärkt kontrolliert und <strong>der</strong>en<br />

Problematik mit Hilfe von Kampagnen in <strong>der</strong> Öffentlichkeit bekannt<br />

gemacht werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Unter gefährlichen Fahrmanövern werden <strong>der</strong> zu geringe Abstand<br />

zum Vor<strong>der</strong>fahrzeug, das gefährliche Überholen, die Missachtung<br />

des Vortrittsrechts sowie das Nichtbeachten des Vortritts<br />

von Fussgängern auf dem Streifen verstanden. Diese riskanten<br />

Fahrmanöver sollen stärker überwacht werden. Parallel<br />

dazu soll mittels Kampagnen <strong>für</strong> das Gefährdungspotential dieser<br />

Fahrmanöver sensibilisiert werden.<br />

Die polizeilichen Anstrengungen zur Überwachung des Fahrverhaltens<br />

liegen im jeweiligen Jahr 10% über den üblichen Anstrengungen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2004<br />

Erfahrungen In <strong>der</strong> Literatur fanden sich k<strong>eine</strong> Untersuchungen zur Kontrolle<br />

o<strong>der</strong> zur Kontrollierbarkeit <strong>der</strong> erwähnten Fahrmanöver, woraus<br />

sich auch ergibt, dass sich die Wirksamkeit nur schätzen lässt.<br />

• Abstand: Das Abstandsverhalten lässt sich relativ gut mit<br />

Video o<strong>der</strong> auch durch mobile Kontrolle überwachen. Somit<br />

kann sich <strong>eine</strong> Erhöhung <strong>der</strong> Kontrollintensität durchaus<br />

auswirken. Das Abstandsverhalten dürfte insbeson<strong>der</strong>e auf<br />

Autobahnen ein Problem darstellen, d. h. da dürfte es in den<br />

meisten Fällen auch kausal sein (Annahme: 80%). Innerorts<br />

sind die Abstände vermutlich durchwegs zu gering, <strong>für</strong> die<br />

Auffahrunfälle bei diesen tiefen Tempi dürften jedoch eher<br />

Unaufmerksamkeitsfaktoren ausschlaggebend sein (Annahme:<br />

10% kausal). Ausserorts wird davon ausgegangen, dass<br />

sich die Kausalität etwa hälftig auf Abstand und Unaufmerksamkeit<br />

verteilt (50%).<br />

• Das gefährlich Überholen dürfte v. a. ausserorts ein Thema,<br />

jedoch gerade da schwer kontrollierbar sein, weil es irgendwo<br />

unter spezifischen Bedingungen auftritt. Permanente stationäre<br />

Überwachung ist deshalb nicht sinnvoll, eher schon<br />

mobile Kontrolle. Die Wirksamkeit wird als gering betrachtet.<br />

Ohne drastische Erhöhung <strong>der</strong> Kontrolltätigkeit ist k<strong>eine</strong> Wir-<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 14/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

kung zu erwarten.<br />

• Vortrittsmissachtung (ohne Fussgängervortritt): ist vor allem<br />

innerorts ein Problem, kommt aber auch ausserorts vor; ist<br />

unabhängig <strong>der</strong> Lage schwierig zu kontrollieren. Tritt vermutlich<br />

an unspezifischen Orten unter spezifischen Bedingungen<br />

auf, zudem handelt es sich wohl um <strong>eine</strong>n seltenen Regelverstoss<br />

(<strong>der</strong> auch entsprechend selten zu beobachten<br />

sein wird), wenn man die Summe aller Einbiege-, Abbiege-<br />

usw. -manöver bedenkt. Deshalb: Sogar deutlich erhöhte<br />

Kontrollintensität dürfte kaum Wirkung zeigen!<br />

• Missachtung Fussgängervortritt: Nur innerorts relevant; dürfte<br />

relativ einfach zu kontrollieren sein. Hätte vermutlich <strong>eine</strong><br />

relativ gute Wirkung bei entsprechend erhöhter Kontrollintensität.<br />

Mit dem Kampagnenthema 'gefährliche Fahrmanöver'<br />

alle 4 Jahre die Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren<br />

dürfte schwierig sein, wenn nicht spezifisch auf 1 Risikofaktor<br />

eingegangen wird. Unspezifische Kampagnen haben<br />

wohl kaum <strong>eine</strong> messbare Wirkung.<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Auffahrunfall innerorts nach Verkehrsteilnahme,<br />

2000<br />

Verletzte BFS 3881<br />

(63 ANDERE, 3260 PW, 362 MR; 52 MOFA, 129 FR, 15 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 276<br />

(4 ANDERE, 165 PW, 56 MR; 11 MOFA, 37 FR, 3 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 3605<br />

(59 ANDERE, 3095 PW, 306 MR; 41 MOFA, 92 FR, 12 FG)<br />

Getötete BFS 1 (1 FR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 11322<br />

(328 ANDERE, 8476 PW, 1195 MR, 224 MOFA, 1058 FR, 42 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 244<br />

(2 ANDERE; 116 PW, 67 MR, 17 MOFA, 41 FR, 2 FG)<br />

Und Leichtverletzte 11078<br />

(326 ANDERE, 8361 PW, 1127 MR, 207 MOFA, 1017 FR, 40 FG)<br />

Getötete BFS 1 (1 FR)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Verunfallte bei Auffahrunfall ausserorts nach Verkehrsteilnahme,<br />

2000<br />

Verletzte BFS 1172<br />

(43 ANDERE, 952 PW, 111 MR; 9 MOFA; 56 FR, 1 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 100<br />

(4 ANDERE, 49 PW, 25 MR, 21 FR, 1 FG)<br />

Und Leichverletzte BFS 1072<br />

(39 ANDERE, 903 PW, 86 MR; 9 MOFA, 35 FR)<br />

Getötete BFS 3<br />

(1 ANDERE, 2 MR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 3566<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 14/S. 2


(224 ANDERE, 2475 PW, 366 MR, 39 MOFA, 459 FR, 3 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 90<br />

(2 ANDERE, 34 PW, 30 MR, 23 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte 3476<br />

(222 ANDERE, 2441 PW, 336 MR, 39 MOFA, 436 FR, 2 FG)<br />

Getötete 3<br />

(1 ANDERE, 2 MR)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Verunfallte bei Auffahrunfall auf Autobahnen nach Verkehrsteilnahme,<br />

2000<br />

Verletzte BFS 1505<br />

(101 ANDERE, 1375 PW, 29 MR)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 152<br />

(23 ANDERE, 118 PW, 11 MR)<br />

Und Leichtverletzte BFS 1353<br />

(78 ANDERE, 1257 PW, 18 MR)<br />

Getötete BFS 9<br />

(2 ANDERE, 7 PW)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 4196<br />

(525 ANDERE, 3575 PW, 96 MR)<br />

Davon Schwerverletzte 107<br />

(12 ANDERE, 83 PW, 13 MR)<br />

Und Leichtverletzte 4089<br />

(514 ANDERE, 3492 PW, 83 MR)<br />

Getötete 9<br />

(2 ANDERE, 7 PW)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Verunfallte bei Überholunfall nach Verkehrsteilnahme, 2000<br />

Verletzte BFS 925<br />

(24 ANDERE, 428 PW, 217 MR, 69 MOFA, 178 FR, 9 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 224<br />

(2 ANDERE, 80 PW, 79 MR, 13 MOFA, 49 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 701<br />

(22 ANDERE, 348 PW, 138 MR, 56 MOFA, 129 FR, 8 FG)<br />

Getötete BFS 19<br />

(1 ANDERE, 8 PW, 5 MR, 1 MOFA, 4 FR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 3735<br />

(125 ANDERE, 1113 PW, 716 MR, 297 MOFA, 1460 FR, 25 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 226<br />

(1 ANDERE, 56 PW, 95 MR, 20 MOFA, 54 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte 3509<br />

(124 ANDERE, 1057 PW, 621 MR, 277 MOFA, 1406 FR, 25 FG)<br />

Getötete 19<br />

(1 ANDERE, 8 PW, 5 MR, 1 MOFA, 4 FR)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 14/S. 3


Verunfallte bei Mangel/E Vortrittsmissachtung (exkl. 457),<br />

innerorts 2000<br />

Verletzte BFS 5282<br />

(179 ANDERE, 1961 PW, 1399 MR, 492 MOFA, 1166 FR, 85 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 990<br />

(26 ANDERE, 192 PW, 328 MR, 115 MOFA, 306 FR, 23 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 4292<br />

(153 ANDERE, 1769 PW, 1071 MR, 377 MOFA, 860 FR, 62 FG)<br />

Getötete BFS 37<br />

(1 ANDERE, 7 PW, 9 MR, 5 MOFA, 13 FR, 2 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 22561<br />

(931 ANDERE, 5099 PW, 4617 MR, 2116 MOFA, 9561 FR, 238 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1066<br />

(13 ANDERE, 134 PW, 394 MR, 173 MOFA, 337 FR, 16 FG)<br />

Und Leichtverletzte 21495<br />

(918 ANDERE, 4964 PW, 4223 MR, 1943 MOFA, 9225 FR, 222 FG)<br />

Getötete 37<br />

(1 ANDERE, 7 PW, 9 MR, 5 MOFA, 13 FR, 2 FG<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Verunfallte bei Mangel/E Missachtung Fussgängervortritt,<br />

innerorts 2000<br />

Verletzte BFS 1068<br />

(10 PW, 19 MR, 3 MOFA, 13 FR, 1023 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 331<br />

(4 MR, 5FR, 322 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 737<br />

(10 PW, 15 MR, 3 MOFA, 8 FR, 701 FG)<br />

Getötete BFS 48 (48 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 3073<br />

(26 PW, 63 MR, 13 MOFA, 107 FR, 2864 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 236<br />

(5 MR, 6 FR, 225 FG)<br />

Und Leichtverletzte 2837<br />

(26 PW, 58 MR, 13 MOFA, 101 FR, 2639 FG)<br />

Getötete 48 (48 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Zusammenfassung <strong>der</strong> Hochrechnungen mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 48456<br />

(20764 PW, 7053 MR, 2689 MOFA; 12645 FR, 3172 FG, 2133 ANDERE)<br />

Davon Schwerverletzte 1973<br />

(423 PW, 604 MR, 210 MOFA; 461 FR, 245 FG, 30 ANDERE)<br />

Und Leichtverletzte 46483<br />

(20341 PW, 6449 MR, 2479 MOFA; 12184 FR, 2927 FG, 2103<br />

ANDERE)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 14/S. 4


Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />

Getötete 117<br />

(22 PW; 16 MR, 6 MOFA; 18 FR, 50 FG, 5 ANDERE)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] wo diese Mängel o<strong>der</strong> Unfalltypen vorliegen, kann etwas bewirkt<br />

werden: 80%<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Die Kontrollintensität wird nicht in allen Regionen um so viel<br />

erhöht, wie nötig wäre, son<strong>der</strong>n nur in <strong>der</strong> halben Schweiz<br />

(50%); zudem wird durch das Abwechseln mit den an<strong>der</strong>en<br />

Schwerpunktthemen diese Thema nur alle 4 Jahre intensiv behandelt,<br />

d. h. inkl. <strong>eine</strong>s gewissen anhaltenden und überdauernden<br />

Effektes wird die Realisierung etwa 20% ausmachen.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Abstand/Auffahrunfälle:<br />

5% auf Autobahnen<br />

1% ausserorts<br />

1% innerorts<br />

gefährliches Überholen:<br />

1%<br />

Vortrittsmissachtung:<br />

1% (nur innerorts)<br />

Missachtung Fussgängervortritt:<br />

5% (nur innerorts)<br />

Durchschnitt ca. 2%<br />

max. 10%, durchschnittlich 5%.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 14/S. 5


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1973 117<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 20 %<br />

Ø 20 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />

Ø 5 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 7 0 3 0<br />

Motorrad 10 0 5 0<br />

Mofa 3 0 2 0<br />

Fahrrad 7 0 4 0<br />

Fussgänger 4 1 2 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 31 1 16 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 14/S. 6


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 15<br />

Fahrfähigkeit: Kampagne und Kontrollen (inkl.<br />

Überwachung Ruhezeiten Lastwagenlenker)<br />

(alle 4 Jahre, abwechselnd mit Massnahmen<br />

K 12, 13, 14)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die Fahrfähigkeit <strong>der</strong> Lenker soll stärker überwacht werden;<br />

zudem soll die Sensibilisierung <strong>der</strong> Fahrfähigkeit mit Hilfe von<br />

Kampagnen geför<strong>der</strong>t werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Fahrfähigkeit <strong>der</strong> Lenker, insbeson<strong>der</strong>e das Fahren unter<br />

Alkohol-, Drogen- und Medikamenteneinfluss sowie bei Müdigkeit<br />

(inkl. Ruhezeitkontrollen bei Berufschauffeuren) soll verstärkt<br />

kontrolliert werden. Parallel dazu sollen Kampagnen <strong>für</strong> das<br />

Thema 'Fahrfähigkeit' sensibilisieren.<br />

Die polizeilichen Anstrengungen zur Überwachung des Fahrfähigkeit<br />

liegen im jeweiligen Jahr 10% über den üblichen Anstrengungen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2005<br />

Erfahrungen Kontrolldichte und Entdeckungswahrscheinlichkeit sind beim<br />

Alkohol schon relativ gering und dürften im Bereich <strong>der</strong> Drogen,<br />

Medikamente und Müdigkeit noch sehr viel geringer sein o<strong>der</strong><br />

existieren praktisch nicht. Zudem haben die Kontrollorgane vermutlich<br />

gar k<strong>eine</strong> Instrumente an <strong>der</strong> Hand, um mit einigermassen<br />

grosser Zuverlässigkeit Drogen, Medikamente o<strong>der</strong> Übermüdung<br />

bei den Lenkern festzustellen. Ohne solche neuen Instrumente<br />

dürfte gerade bei den letztgenannten Risikofaktoren<br />

trotz erhöhter Kontrolltätigkeit die Entdeckungswahrscheinlichkeit<br />

nicht o<strong>der</strong> nur unbedeutend ansteigen. Hier kann das auf<br />

Verordnungsebene vorgesehene MEDRALEX helfen. Jedenfalls<br />

kann nicht von <strong>eine</strong>r Verhaltensän<strong>der</strong>ung bei den betroffenen<br />

Lenkern ausgegangen werden, lediglich von ein paar Fällen, die<br />

wegen vermehrter Kontrollen entdeckt werden. Und die Kampagne<br />

allein (d. h. ohne Einfluss <strong>der</strong> Kontrolltätigkeit) dürfte das<br />

Verhalten im Bereich von Drogen, Medikamenten und Müdigkeit<br />

– insbeson<strong>der</strong>e wenn diese Themen unspezifisch angesprochen<br />

werden – kaum verän<strong>der</strong>n. Eine Ausnahme bildet die Ruhezeitkontrolle<br />

von Berufschauffeuren, die sich mittels des Fahrtenschreibers<br />

vornehmen lässt.<br />

Somit lässt sich eigentlich nur beim Alkohol durch Erhöhung <strong>der</strong><br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 15/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Kontrollintensität <strong>eine</strong> grössere Wirkung erzielen. Schaffen anlassfreie<br />

Kontrollen bei intensiver Begleitung durch Kampagnen<br />

usw. <strong>eine</strong> Reduktion <strong>der</strong> Alkoholfahrer um 20–50%, so ist dadurch,<br />

dass lediglich die Intensität erhöht und mit Kampagne<br />

begleitet wird, etwa mit <strong>eine</strong>r Reduktion um 5% zu rechnen.<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Einfluss von Alkohol, 2000<br />

Verletzte BFS 3167 (69 ANDERE, 2298 PW, 353 MR, 139 MO-<br />

FA, 155 FR, 153 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 864 (22 ANDERE, 531 PW, 152<br />

MR, 44 MOFA, 57 FR, 58 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 2303 (47 ANDERE, 1767 PW, 201 MR,<br />

95 MOFA, 98 FR, 95 FG)<br />

Getötete BFS 114 (3 ANDERE, 81 PW, 10 MR; 3 MOFA, 3 FR,<br />

14 FR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 9796 (359 ANDERE, 5975 PW, 1165 MR, 598 MOFA,<br />

1271 FR, 428 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 734 (11 ANDERE, 372 PW, 182 MR, 66<br />

MOFA, 63 FR, 41 FG)<br />

Und Leichtverletzte 9061 (348 ANDERE, 5603 PW, 983 MR, 532<br />

MOFA, 1208 FR, 388 FG)<br />

Getötete 114 (3 ANDERE, 81 PW, 10 MR; 3 MOFA, 3 FR, 14 FR<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Verunfallte bei Unfällen mit Einfluss von Drogen, 2000<br />

Verletzte BFS 252 (7 ANDERE, 176 PW, 33 MR, 16 MOFA,<br />

11FR, 9 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 88 (1 ANDERE, 58 PW, 17 MR, 6<br />

MOFA, 3 FR, 3 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 164 (6 ANDERE, 118 PW, 16 MR, 10<br />

MOF, 8 FR, 6 FG)<br />

Getötete BFS 11 (1 ANDERE, 5 PW, 3 MR, 2 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 787 (36 ANDERE, 458 PW, 109 MR, 69 MOFA, 90 FR,<br />

25 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 76 (1ANDERE, 41 PW, 20 MR, 9 MOFA,<br />

3 FR, 2 FG)<br />

Und Leichtverletzte 711 (36 ANDERE, 417 PW, 89 MR, 60 MO-<br />

FA, 87 FR, 23 FG)<br />

Getötete 11 (1 ANDERE, 5 PW, 3 MR, 2 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Verunfallte bei Unfällen mit Einfluss Medikamente<br />

Verletzte BFS 87 (2 ANDERE, 68 PW, 5 MR, 2 MOFA; 3 FR, 7<br />

FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 20 (1 ANDERE, 14 PW, 2 MR, 1<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 15/S. 2


MOFA, 1 FR, 1 FG)<br />

Und leichtverletzte BFS 67 (1 ANDERE, 54 PW, 3MR, 1 MOFA,<br />

2 FR, 6 FG)<br />

Getötete BFS 4 (2 PW, 2 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 257 (10 ANDERE, 177 PW, 17 MR, 9 MOFA, 25 FR,<br />

20 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 16 (1 ANDERE, 10 PW, 2 MR, 2 MOFA,<br />

1 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte 241 (10 ANDERE, 167 PW, 14 MR; 7 MO-<br />

FA, 24 FR, 19 FG)<br />

Getötete 4 (2 PW, 2 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Verunfallte bei Unfällen mit Einfluss Schwächezustand, 2000<br />

Verletzte BFS 891(66 ANDERE, 757 PW, 29 MR, 12 MOFA, 19<br />

FR, 8 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 243 (14 ANDERE, 196 PW, 15 MR;<br />

4 MOFA, 9 FR, 5 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 648 (52 ANDERE, 561 PW, 14 MR, 8<br />

MOFA, 10 FR, 3 FG)<br />

Getötete BFS 24 (3 ANDERE, 17 PW, 2 MR, 1 FR, 1 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer<br />

Verletzte 2637 (343 ANDERE, 1968 PW, 96 MR, 52 MOFA, 156<br />

FR, 22 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 182 (7 ANDERE, 137 PW, 18 MR, 6<br />

MOFA, 10 FR, 4 FG)<br />

Und Leichtverletzte 2455 (336 ANDERE, 1831 PW, 78 MR, 46<br />

MOFA, 146 FR, 19 FG)<br />

Getötete 24 (3 ANDERE, 17 PW, 2 MR, 1 FR, 1 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Zusammenfassung <strong>der</strong> Hochrechnungen:<br />

Verletzte 13478 (8578 PW, 1387 MR; 728 MOFA, 1542 FR, 495<br />

FG, 748 ANDERE)<br />

Davon Schwerverletzte 1001 (450 PW, 385 MR; 50 MOFA, 52<br />

FR, 57 FG, 7 ANDERE)<br />

Und Leichtverletzte 12477 (8128 PW, 1002 MR; 678 MOFA,<br />

1490 FR, 438 FG, 741 ANDERE)<br />

Getötete 153 (105 PW, 15 MR, 3 MOFA, 4 FR, 19 FG, 7 AN-<br />

DERE)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 100% bei allen Risikofaktoren (wo diese Faktoren die alleinige<br />

Ursache darstellen und dann wegfallen, kann sich <strong>der</strong> Unfall<br />

nicht mehr ereignen)<br />

Wirksamkeit 3 [b] Alkohol: 66% allein durch Alkohol verursacht<br />

Drogen: 50%<br />

Medikamente: 20%<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 15/S. 3


Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Übermüdung: 80%<br />

Durchschnitt: 60%<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Die Kontrollintensität wird nicht in allen Regionen um so viel<br />

erhöht, wie nötig wäre, son<strong>der</strong>n nur in <strong>der</strong> halben Schweiz<br />

(50%); zudem wird durch das Abwechseln mit den an<strong>der</strong>en<br />

Schwerpunktthemen diese Thema nur alle 4 Jahre intensiv behandelt,<br />

d. h. inkl. <strong>eine</strong>s gewissen anhaltenden und überdauernden<br />

Effektes wird die Realisierung etwa 20% ausmachen.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Alkohol: 5%<br />

Drogen: 1%<br />

Medikamente: 1%<br />

Übermüdung: 1%<br />

max. 10%, durchschnittlich 5%.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 47 (Siegrist, S. et al.), S. 20-24 und Literaturverzeichnis<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 15/S. 4


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1001 153<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 20 %<br />

Ø 20 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />

Ø 5 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 5 1 3 1<br />

Motorrad 5 0 2 0<br />

Mofa 1 0 0 0<br />

Fahrrad 1 0 0 0<br />

Fussgänger 1 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 13 1 5 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 15/S. 5


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 16<br />

Verbot <strong>der</strong> (externen) Zweiwegkommunikation<br />

im Auto und auf dem Motorrad (Telefon, Internet,<br />

Paging)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die mo<strong>der</strong>nen Kommunikationsmittel ermöglichen es, vom fahrenden<br />

Fahrzeug aus mit an<strong>der</strong>en Personen Kontakt aufzunehmen.<br />

An erster Stelle sind hier das Handy und das Internet zu<br />

nennen. Die externe Kommunikation vom fahrenden Fahrzeug<br />

aus (inkl. Freisprechanlage) soll generell verboten werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Externe Kommunikation im fahrenden Fahrzeug kann das Unfallrisiko<br />

erhöhen. Die Benützung von Handys im Auto ist daher in<br />

<strong>der</strong> Schweiz nur erlaubt, wenn <strong>eine</strong> Fernsprechanlage benutzt<br />

wird. Neben dem Gespräch mittels Telefon besteht auch die<br />

Möglichkeit des Versendens vom SMS-Nachrichten. Zukünftig<br />

wird auch das Benutzen des Internets vom Fahrzeug aus möglich<br />

sein. Auch das Versenden von E-Mails kann zu <strong>eine</strong>m erhöhtem<br />

Unfallrisiko führen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Violanti (1998) kommt aufgrund von Unfallanalysen zu dem<br />

Schluss, dass allein die Anwesenheit <strong>eine</strong>s Handys im Fahrzeug<br />

zu <strong>eine</strong>m doppelt so hohen Risiko <strong>eine</strong>s tödlichen Unfalls führt.<br />

Das Telefonieren mit Handy führt zu <strong>eine</strong>m neunfach erhöhten<br />

Risiko <strong>eine</strong>s tödlichen Unfalls.<br />

An<strong>der</strong>e Studien kommen zu dem Schluss, dass das Unfallrisiko<br />

von 34 bis 300% ansteigt (zitiert nach Cain & Burris, 1999).<br />

Häufig zitiert wird <strong>eine</strong> Studie von Redelmeier & Tibshirani aus<br />

dem Jahr 1997, die herausfanden, dass das Risiko <strong>eine</strong>s Unfalls<br />

mit Sachschaden durch den Gebrauch <strong>eine</strong>s Handys um das<br />

vierfache ansteigt.<br />

In <strong>eine</strong>m Bericht <strong>der</strong> BASt (Brühning et al., 1998) kam man zu<br />

folgendem Schluss: Bei 1185 Unfällen war <strong>der</strong> Hauptverursacher<br />

ein Lenker mit <strong>eine</strong>m Telefon im Auto. Bei 3,7% <strong>der</strong> Unfälle mit<br />

Personenschaden wurde während des Unfall telefoniert. Insbeson<strong>der</strong>e<br />

zwei Unfalltypen sch<strong>eine</strong>n durch Handybenutzung geför<strong>der</strong>t<br />

zu werden: Verlust <strong>der</strong> Fahrzeugbeherrschung auf Autobahnen<br />

und Auffahrunfälle innerorts.<br />

Die Vermutung liegt nahe, dass auch Gespräche mit <strong>eine</strong>r Freisprechanlage<br />

zu <strong>eine</strong>m erhöhten Unfallrisiko führen.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 16/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Hinsichtlich E-Mail, SMS und Paging liegen ansch<strong>eine</strong>nd k<strong>eine</strong><br />

empirischen Resultate vor. Die Probleme werden aber in <strong>eine</strong>m<br />

Report <strong>der</strong> National Highway Traffic Safety Administration (1997)<br />

diskutiert.<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von PW, MR 2000<br />

Verletzte BFS 26985 ( 553 ANDERE, 17145 PW, 4157 MR, 870<br />

MOFA, 2018 FR, 2242 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 5192 ( 78 ANDERE, 2431 PW,<br />

1258 MR, 195 MOFA, 519 FR, 711 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 21793 ( 475 ANDERE, 14714 PW,<br />

2899 MR, 675 MOFA, 1499 FR, 1531 FG)<br />

Getötete BFS 489 (9 ANDERE, 273 PW, 87 MR, 8 MOFA, 19<br />

FR, 93 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 87737 (2876 ANDERE, 44577 PW, 13718 MR, 3741<br />

MOFA, 16548 FR, 6278 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 4611 ( 39 ANDERE, 1702 PW, 1510 MR;<br />

293 MOFA, 571 FR, 498 FG)<br />

Und Leichtverletzte 83126 ( 2837 ANDERE, 42875 PW, 12209<br />

MR, 3449 MOFA, 15977 FR, 5780 FG)<br />

Getötete 489 (9 ANDERE, 273 PW, 87 MR, 8 MOFA, 19 FR, 93<br />

FG)<br />

Davon 3.7% Telefonieren gemäss BASt Brühning et al.<br />

Verletzte 3245 (106 ANDERE, 1649 PW; 508 MR, 138 MOFA,<br />

612 FR, 232 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 170 ( 1 ANDERE, 63 PW, 56 MR, 11<br />

MOFA, 21 FR, 18 FG)<br />

Und Leichtverletzte 3075 ( 105 ANDERE, 1586 PW, 452 MR,<br />

128 MOFA, 591 FR, 214 FG)<br />

Getötete 18 ( 11 PW; 3 MR; 1 FR, 3 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Diejenigen, die im fahrenden Auto telefonieren, machen dies<br />

entwe<strong>der</strong> mit o<strong>der</strong> ohne Freisprechanlage. Beide Gruppen zusammen<br />

sind 100 %.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Bei <strong>eine</strong>m Teil <strong>der</strong> Unfälle, an denen ein telefonieren<strong>der</strong> Lenker<br />

beteiligt ist, dürfte das Telefonieren mindestens <strong>eine</strong> Mitschuld<br />

haben: 50 %.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Massnahme wird per Verordnung eingeführt: 100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Schätzung <strong>der</strong> Einhaltung des Gesetzes: 30 % (30 %)<br />

Offene Fragen –<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 16/S. 2


Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Brühning, E., Haas, I., Mä<strong>der</strong>, H., Pfafferott, I. & Pöppel-Decker,<br />

M. (1998), Telefonieren am Steuer und Verkehrssicherheit.<br />

Bundesanstalt <strong>für</strong> Strassenwesen. Mensch und Sicherheit.<br />

Heft M 89.<br />

Cain, A. & Burris, M. (1999), Investigation of the use of mobile<br />

phones while driving. Center for urban transportation research.<br />

University of south Florida.<br />

Redelmeier, D.A. & Tibshirani, R.J. (1997), Association between<br />

cellular-telephone calls and motor vehicle collisions. New<br />

England Journal of medicine, 1997/02/13, S. 453-458.<br />

Violanti, J.M.(1998), Cellular phones and fatal traffic collisions.<br />

Accident Analysis and Prevention, 30 (4), 519-524.<br />

National Highway Traffic Safety Administration (1997), An investigation<br />

of the safety implications of wireless communications<br />

in vehicles. NHTSA, Report Nr. HS-808 635<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 16/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 170 18<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 30 %<br />

Ø 30 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 9 2 9 2<br />

Motorrad 8 0 8 0<br />

Mofa 2 0 2 0<br />

Fahrrad 3 0 3 0<br />

Fussgänger 3 0 3 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 25 2 25 2<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 16/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 17<br />

Richtlinien <strong>für</strong> Eignungsabklärung <strong>für</strong> ältere<br />

Fahrzeuglenker<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Es sollen klare und über die jetzige Regelung hinausgehende<br />

Richtlinien zur Eignungsabklärung <strong>für</strong> ältere Fahrzeuglenker<br />

ausgearbeitet und umgesetzt werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Seit 1977 haben sich ältere Fahrzeuglenker ab dem 70. Altersjahr<br />

alle 2 Jahre zwecks Überprüfung <strong>der</strong> Tauglichkeit zum Lenken<br />

<strong>eine</strong>s Motorfahrzeugs ärztlich untersuchen zu lassen. Je<br />

nach Kanton geschieht dies bei <strong>eine</strong>m Haus- o<strong>der</strong> Vertrauensarzt.<br />

Die bestehenden Richtlinien lassen <strong>eine</strong>n grossen Spielraum<br />

in <strong>der</strong> Abklärung zu. Es sollen deshalb neue Richtlinien zur<br />

Anwendung kommen, die<br />

1) die Inhalte <strong>der</strong> Abklärung erweitern (z. B. verstärkte Prüfung<br />

<strong>der</strong> kognitiven Fähigkeiten, Hörvermögen),<br />

2) ein Gutachten durch den Hausarzt ausschliessen,<br />

3) <strong>für</strong> die Begutachtung nur verkehrsmedizinisch erfahrene Ärzte<br />

und Psychologen zulassen, und<br />

4) <strong>für</strong> alle Kantone einheitlich und verbindlich sind.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Die Verpflichtung zu <strong>eine</strong>r medizinischen Eignungsuntersuchung<br />

bringt viele Senioren dazu, den Führerausweis freiwillig abzugeben<br />

(CH: ca. 15 %). Bei diesen Personen dürfte es sich um<br />

diejenigen handeln, die sich ihrer Probleme (Sehen, kognitive<br />

Fähigkeiten usw.) bewusst sind. Viele Senioren sind jedoch aufgrund<br />

von Gefälligkeitsgutachten des Hausarztes trotz grossen<br />

Einschränkungen weiterhin als Lenker von Motorfahrzeugen<br />

unterwegs. Klare und insbeson<strong>der</strong>e verschärfte Richtlinien zur<br />

obligatorischen Eignungsabklärung alle 2 Jahre ab 70. Altersjahr<br />

werden vermutlich dazu führen, dass sich <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> Senioren,<br />

<strong>der</strong> den Führerschein freiwillig abgibt, vergrössert. Dadurch<br />

werden mehr problematische Lenker vom Strassenverkehr ferngehalten.<br />

Bei denjenigen, die sich untersuchen lassen und ev.<br />

sogar – je nach Richtlinien – <strong>eine</strong> Fahrprobe o<strong>der</strong> Fahrprüfung<br />

bestehen müssen, kann aufgrund von Studienergebnissen erwartet<br />

werden, dass nach bestandener Fahrprüfung <strong>eine</strong> Angleichung<br />

des Fahrverhaltens an das von gesunden und jüngeren<br />

Lenkern stattfindet.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 17/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Aber: In Finnland hat sich gezeigt, dass sich vermutlich durch<br />

<strong>eine</strong> relativ harte Selektion bei älteren Lenkern <strong>der</strong>en Unfälle in<br />

an<strong>der</strong>e Bereiche verlagert haben, d. h. ausgemusterte Lenker<br />

verursachen ein Mehr an Fussgängerunfällen. Ob dies auf die<br />

Schweiz auch zutreffen würde, kann nicht abschliessend beurteilt<br />

werden, da in Finnland <strong>für</strong> diese Tatsache auch die wenig<br />

vorteilhafte Infrastruktur <strong>für</strong> Ältere verantwortlich gemacht wird.<br />

Zudem wird kein zahlenmässiger Wert angegeben.<br />

Deshalb: In <strong>der</strong> Schlusstabelle mit den %-Werten wird k<strong>eine</strong><br />

Kürzung vorgenommen. Soll dieser eventuelle kontraproduktive<br />

Effekt bei den Fussgängern eingerechnet werden, so ist von<br />

<strong>eine</strong>r Zunahme von ca. 2 % auszugehen (k<strong>eine</strong> Begründung<br />

da<strong>für</strong>). Dies entspricht etwa 1 Todesfall und 13 Verletzten.<br />

Betroffene Unfälle 1 Alle verunfallten PW- und Motorradlenker ab 70 J. und die Mitbetroffenen<br />

(Insassen, an<strong>der</strong>e Fz, FG), 2000<br />

Verletzte BFS 2507<br />

(46 ANDERE , 1605 PW, 261 MR, 110 MOFA, 260 VELO, 225 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 507<br />

(4 ANDERE, 243 PW, 78 MR, 35 MOFA, 75 FR, 72 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 2000<br />

(42 ANDERE, 1362 PW, 183 MR, 75 MOFA, 185 FR, 153 FG)<br />

Getötete BFS. 68<br />

(35 PW, 6 MR, 3 MOFA, 9 VELO, 3 ANDERE, 12 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 8508<br />

(239 ANDERE, 4173 PW, 861 MR, 473 MOFA, 2132 FR, 630 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 452<br />

(2 ANDERE, 170 PW, 94 MR, 53 MOFA, 83 FR, 50 FG)<br />

Und Leichtverletzte 8056<br />

(237 ANDERE, 4003 PW, 768 MR, 421 MOFA, 2050 FR, 580 FG)<br />

Getötete 68<br />

(35 PW, 6 MR, 3 MOFA, 9 VELO, 3 ANDERE, 12 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Es kommen alle verunfallten ab 70-Jährigen in den Genuss <strong>eine</strong>r<br />

verbesserten Eignungsabklärung, d. h. <strong>der</strong> Wirkungsbereich<br />

beträgt 100 %.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Trotz klarer und verschärfter Richtlinien sind theoretisch lediglich<br />

etwa 20 % <strong>der</strong> Verunfallten vermeidbar. Dies deswegen, weil<br />

1) nicht alle Verunfallten aufgrund entdeckbarer und therapierbarer<br />

Probleme verunfallen, und<br />

2) ein Teil <strong>der</strong> Verunfallten Opfer jüngerer Lenker sind.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 17/S. 2


Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Wenn die Richtlinien tatsächlich <strong>der</strong>art ausgearbeitet werden,<br />

dass z. B. Gefälligkeitsgutachten durch den Hausarzt nicht mehr<br />

möglich sind, so kann von <strong>eine</strong>m Realisierungsgrad von 95 %<br />

ausgegangen werden.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Verschärfte Richtlinien werden dazu führen, dass<br />

a) sich <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong>jenigen Lenker, die den Führerschein freiwillig<br />

zurückgeben, ungefähr verdoppelt (weitere 15 % aller Lenker<br />

> 70 Jahre), und<br />

b) rund 15 % in <strong>der</strong> Eignungsabklärung hängen bleiben.<br />

Somit wäre allein aufgrund <strong>der</strong> Reduktion <strong>der</strong> Lenkerzahl um<br />

30 % mit <strong>eine</strong>r Verunfalltenreduktion um ebenfalls 30 % zu rechnen;<br />

allerdings ist davon auszugehen, dass v. a. die Lenker mit<br />

erhöhtem Verunfalltenrisiko ausgeschlossen werden, wodurch<br />

<strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> Verunfallten stärker (ca. um 40 %) abnehmen<br />

dürfte.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen BFS (1996), Verkehrsverhalten in <strong>der</strong> Schweiz 1994. GS EVED<br />

Dienst <strong>für</strong> Gesamtverkehrsfragen<br />

Bächli-Biétry, J. (1993), Senioren im Strassenverkehr. VfV<br />

Hakamies-Blomqvist, L. (1997), Validity of medical screening asa<br />

tool for selecting ol<strong>der</strong> drivers. Theory and Application. Traffic<br />

& Transport Psychology, 1997, S. 445–448. (Als Reprint in<br />

bfu-Bib. vorhanden)<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA; v. a. auch wegen <strong>der</strong> zunehmenden Zahl an Senioren mit<br />

Führerschein<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 17/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 452 68<br />

Wirkungsbereich [a] 100 100<br />

Wirksamkeit [b] 20 20<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 95 Ø 95<br />

Beachtungsgrad [d] max. 40 Ø 40<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 13 3 13 3<br />

Motorrad 7 0 7 0<br />

Mofa 4 0 4 0<br />

Fahrrad 6 1 6 1<br />

Fussgänger 4 1 4 1<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 34 5 34 5<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 17/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 18<br />

Obligatorische Kontrolle <strong>der</strong> Sehfähigkeit ab<br />

dem 30. Altersjahr<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Ab dem 30. bis zum 69. Altersjahr müssen sich Motorfahrzeuglenker<br />

alle 5 Jahre <strong>eine</strong>r Untersuchung <strong>der</strong> Sehfähigkeit unterziehen<br />

(ab 70 Jahren greift dann die 2-jährliche, gesamtheitliche<br />

ärztliche Kontrolle).<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Bis anhin ist es so, dass ein Lenker wenn er den Führerausweis<br />

erhält <strong>für</strong> lange Zeit k<strong>eine</strong> weiteren Kontrollen über sich ergehen<br />

lassen muss. Erst wenn er 70 Jahre alt ist muss er sich alle zwei<br />

Jahre vom Arzt untersuchen lassen. D. h. über rund 50 Jahre<br />

hinweg findet – sofern es k<strong>eine</strong> beson<strong>der</strong>en Ereignisse wie z. B.<br />

Unfälle gibt – k<strong>eine</strong> Kontrolle <strong>der</strong> Fahreignung statt.<br />

Mit zunehmendem Alter lässt die Sehfähigkeit oft nach ohne<br />

dass <strong>der</strong> Lenker dies unbedingt merkt. Daher sind regelmässige<br />

Sehtests sinnvoll. Ab dem 30. bis zum 60. Altersjahr müssen<br />

sich Motorfahrzeuglenker deshalb alle 5 Jahre <strong>eine</strong>r Untersuchung<br />

<strong>der</strong> Sehfähigkeit unterziehen. Dies kann beim Optiker<br />

o<strong>der</strong> Augenarzt gemacht werden. Das Fahren wird nur ermöglicht,<br />

wenn die Sehkraft gut ist o<strong>der</strong> – bei mangelhafter Sehkraft<br />

– durch Hilfsmittel korrigiert wird. In diesem Fall besteht die Auflage,<br />

beim Fahren die Sehhilfe zu tragen. Zudem wird die Sehhilfe<br />

und die Auflage im Führerausweis vermerkt. Von Lenkern, bei<br />

denen sich die mangelhafte Sehkraft nicht korrigieren lässt, wird<br />

<strong>der</strong> Führerausweis eingezogen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen In Kalifornien muss bei jedem "license renewal" ein Sehtest und<br />

<strong>eine</strong> theoretische Prüfung gemacht werden. Angaben über die<br />

Häufigkeit des "license renewal" werden nicht gemacht.<br />

In Oregon muss <strong>der</strong> Führerausweises alle vier Jahre erneuert<br />

werden, allerdings finden Sehtests nur bei den über 50jährigen<br />

statt. An<strong>der</strong>e Tests werden nicht durchgeführt.<br />

Lachenmayr et al. (1996) fanden heraus, dass Lenker mit Unfällen<br />

des Typs "Dunkelheitsunfall" und "Überholunfall" <strong>eine</strong>n signifikant<br />

schlechteren Visus aufwiesen als <strong>eine</strong> Kontrollgruppe.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 18/S. 1


Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Bet. PW; MR (Lenkeralter 30-69j) ,<br />

2000<br />

Verletzte BFS 21563 (521 ANDERE, 13596 PW, 3404 MR; 648<br />

MOFA; 1641 FR, 1753 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 3977 (74 ANDERE, 1754 PW, 1022<br />

MR, 144 MOFA, 432 FR, 551 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 17586 (447 ANDERE, 11842 PW; 2382<br />

MR, 504 MOFA, 1209 FR, 12202 FG)<br />

Getötete BFS 361 (8 ANDERE, 190 PW, 69 MR; 8 MOFA, 18<br />

FR, 68 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 70443 (2709 ANDERE, 35350 PW, 11233 MR, 2786<br />

MOFA, 13456 FR, 4908 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 3568 (37 ANDERE, 1228 PW; 1226 MR;<br />

216 MOFA, 475 FR, 386 FG)<br />

Und Leichtverletzte 66875 (2672 ANDERE, 34122 PW, 10007<br />

MR, 2570 MOFA, 12981 FR, 4523 FG)<br />

Getötete 361 (8 ANDERE, 190 PW, 69 MR; 8 MOFA, 18 FR, 68<br />

FG)<br />

Davon 7% mangelnde Sehfähigkeit gemäss bast Bericht:<br />

Verletzte 4931 (190 ANDERE, 2474 PW, 786 MR, 195 MOFA,<br />

942 FR, 344 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 250 (3 ANDERE, 86 PW; 86 MR; 15<br />

MOFA, 33 FR, 27 FG)<br />

Und Leichtverletzte 4681 (187 ANDERE, 2389 PW, 700 MR; 180<br />

MOFA, 909 FR, 317 FG)<br />

Getötete 26 (1 ANDERE, 13 PW; 5 MR; 1 MOFA, 1 FR, 5 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 80 % <strong>der</strong> Unfälle mit dem Mangel "Sehfähigkeit" sind auf die<br />

eingeschränkte Sehfähigkeit zurückzuführen<br />

Wirksamkeit 3 [b] Die Tests erkennen nur <strong>eine</strong>n Teil <strong>der</strong> Fälle: 20 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Massnahme wird per Verordnungsän<strong>der</strong>ung eingeführt: 100 %<br />

(= max. + Ø.)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80 % (= max. + Ø.)<br />

Beachtung = Einhaltung <strong>der</strong> Auflage (Sehhilfe), wenn <strong>eine</strong> ausgesprochen<br />

wurde<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Harms, H. (1987), Unfallursache Sehmangel – heutige Situation<br />

und künftige Risiken. In: Wahrnehmung und Verkehrssicherheit.<br />

Bericht über das 7. Symposium Verkehrsmedizin des<br />

ADAC. Schriftenreihe Strassenverkehr 32, München, ADAC<br />

Verlag GmbH, S. 30-40.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 18/S. 2


Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

Lachenmayr, B., Buser, A. & Keller, O. (1996), Sehstörungen als<br />

Unfallursache. Bundesanstalt <strong>für</strong> Strassenwesen. Mensch<br />

und Sicherheit, M 65.<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 18/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 250 26<br />

Wirkungsbereich [a] 80 %<br />

80 %<br />

Wirksamkeit [b] 20 % 20 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 11 2 11 2<br />

Motorrad 11 1 11 1<br />

Mofa 2 0 2 0<br />

Fahrrad 4 0 4 0<br />

Fussgänger 3 1 3 1<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 31 4 31 4<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 18/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 19<br />

Leistungsgewichtsbeschränkung <strong>der</strong> Fahrzeuge<br />

<strong>für</strong> Neulenker (Personenwagen und<br />

Motorrä<strong>der</strong>)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Limitierung des Leistungsgewichtes (Gewicht pro kW) <strong>der</strong> Fahrzeuge<br />

<strong>für</strong> Neulenker von Personenwagen und Motorrä<strong>der</strong>n und<br />

Personen bis 25 Jahre.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Nach Ansicht <strong>der</strong> Experten des Teilauftrages Fahrzeugtechnik<br />

würde sich <strong>eine</strong> Limite im Bereich von 15 kg/kW bis 20 kg/kW<br />

realisieren lassen. Im Weiteren m<strong>eine</strong>n sie, dass <strong>eine</strong> solche<br />

Massnahme mit dem zweistufigen Fahrausweis (!) kombinierbar<br />

wäre. Obwohl unter Berücksichtigung <strong>der</strong> politischen Schwierigkeiten<br />

mit <strong>der</strong> Einführung des zweistufigen Fahrausweises <strong>eine</strong><br />

noch weitergehen<strong>der</strong>e For<strong>der</strong>ung eher utopisch erscheint, muss<br />

diese aufgrund eigener Erfahrungen aus <strong>der</strong> Unfallanalyse und<br />

<strong>der</strong> statistischen Daten trotzdem erhoben werden. Eine Beschränkung<br />

des Leistungsgewichtes würde sicherlich noch wirksamer,<br />

wenn auf <strong>der</strong> Lenkerseite flankierende Massnahmen<br />

hinsichtlich Ausbildung und Verständnis ergriffen werden könnten.<br />

Weil <strong>eine</strong> Leistungsgewichtsbeschränkung <strong>für</strong> Neu- und<br />

Junglenker auf <strong>eine</strong>m politischen Prozess basiert, ist <strong>der</strong> Zeithorizont<br />

eher mittel- bis langfristig zu sehen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Die Untersuchung aus Österreich [2] zeigt, dass sich <strong>eine</strong> überproportionale<br />

Unfallbelastung bei Fahrern im Alter zwischen 18<br />

und 24 Jahren ergibt, sofern diese <strong>eine</strong>n PKW mit niedrigem<br />

Leistungsgewicht (Fahrzeuge mit starker Motorisierung bei jedoch<br />

geringem Eigengewicht) besitzen. Studien aus Deutschland<br />

und den USA ermittelten dieselben statistischen Signifikanzen.<br />

Erfahrungen mit <strong>der</strong> Umsetzung als Massnahme liegen k<strong>eine</strong><br />

vor.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von Personenwagen und Motorradlenkern<br />

(18- bis 24-Jährige), 2000<br />

Verletzte BFS 10461<br />

(205 ANDERE, 7464 PW, 1507 MR, 250 MOFA, 506 FR, 529<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 19/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 30 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 10 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1910<br />

(27 ANDERE, 1097 PW, 429 MR, 56 MOFA, 118 FR, 183 FG)<br />

Und Leichtverletzte 8551<br />

(178 ANDERE, 6367 PW, 1078 MR, 194 MOFA, 388 FR, 346<br />

FG)<br />

Getötete BFS 146<br />

(1 ANDERE, 98 PW, 30 MR, 4 FR, 13 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 32150<br />

(1066 ANDERE, 19406 PW, 4973 MR, 1075 MOFA, 4149 FR,<br />

1481 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1639<br />

(14 ANDERE, 768 PW, 515 MR, 84 MOFA, 130 FR, 128 FG)<br />

Und Leichtverletzte 30511<br />

(1053 ANDERE, 18639 PW, 4458 MR, 991 MOFA, 4019 FR,<br />

1353 FG)<br />

Getötete BFS 146<br />

(1 ANDERE, 98 PW, 30 MR, 4 FR, 13 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] max. 100 %; durchschnittlich: 50 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] u. a. abhängig von den Kontrollen. Mit intelligentem Führerausweis<br />

%-Satz hoch. Mit heutigem System des Führerausweises<br />

Beachtungsgrad: 50 %.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] Bericht Gerster & Walz (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VE-<br />

SIPO "Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung<br />

von Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen<br />

von nicht vermiedenen Kollisionen<br />

[2] Bartl, G. (1992), PKW Wahl und Unfallgeschehen, Kuratorium<br />

<strong>für</strong> Verkehrssicherheit, Wien<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 19/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1639 146<br />

Wirkungsbereich [a] 30 %<br />

30 %<br />

Wirksamkeit [b] 10 % 10 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />

Ø 50 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 12 1 6 1<br />

Motorrad 8 0 4 0<br />

Mofa 1 0 1 0<br />

Fahrrad 2 0 1 0<br />

Fussgänger 2 0 1 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 25 1 13 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 19/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 20<br />

Systemwechsel von <strong>der</strong> Halter- zur Führer-<br />

Haftpflichtversicherung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Das Strassenverkehrsgesetz sieht den Abschluss <strong>eine</strong>r<br />

Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung durch den Halter <strong>eine</strong>s<br />

Motorfahrzeuges vor, die dann zum Tragen kommt, wenn durch<br />

den Betrieb des Motorfahrzeuges ein Mensch getötet, verletzt<br />

o<strong>der</strong> ein Sachschaden verursacht worden ist, unabhängig davon,<br />

wer das Fahrzeug im konkreten Fall gelenkt hat. Mit dem<br />

Systemwechsel von <strong>der</strong> Halter- zur Führerversicherung soll mit<br />

dem Erwerb des Führerausweises gleichzeitig auch <strong>der</strong><br />

Abschluss <strong>eine</strong>r Führer-Haftpflichtversicherung verbunden sein.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Der Systemwechsel von <strong>der</strong> Halter-Haftpflichtversicherung zur<br />

Führerhaftpflichtversicherung soll jeden Fahrzeuglenker in <strong>der</strong><br />

Eigenschaft als Fahrzeugführer <strong>für</strong> <strong>eine</strong>n mit <strong>eine</strong>m<br />

Motorfahrzeug verursachten Personen- o<strong>der</strong> Sachschaden<br />

verantwortlich machen. Solange <strong>der</strong> Inhaber <strong>eine</strong>s<br />

Führerausweises Motorfahrzeuge lenkt, benötigt er die<br />

Versicherung. Wird <strong>der</strong> Führerausweis nicht mehr benötigt, ist er<br />

analog <strong>der</strong> Schil<strong>der</strong>deponierung beim Fahrzeug abzugeben und<br />

die Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung kann aufgehoben<br />

o<strong>der</strong> sistiert werden. Diese grundsätzliche Neuorientierung trägt<br />

<strong>der</strong> Tatsache Rechnung, dass gefährliche Verhaltensweisen im<br />

Strassenverkehr in <strong>der</strong> Eigenschaft als Führer und nicht als<br />

Halter begangen werden. Verkehrsgefährdendes Verhalten wird,<br />

wenn es zu <strong>eine</strong>m Unfall geführt hat, beim verantwortlichen<br />

Führer und nicht beim Halter des Fahrzeuges zu <strong>eine</strong>m Bonus-<br />

Verlust führen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Versicherungsgesellschaften<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Der Gedanke an diese Art Versicherung ist letztes Jahr an <strong>der</strong><br />

Jahresversammlung <strong>der</strong> Schweizer Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherer<br />

positiv aufgenommen worden, auch wenn noch einige<br />

praktische Probleme zu lösen wären. Ohne internationale<br />

Harmonisierung wird allerdings <strong>eine</strong> Führer-Haftpflichtversicherung<br />

in <strong>der</strong> Schweiz die Halter-Haftpflichtversicherung nicht ersetzen<br />

können, son<strong>der</strong>n nur ergänzen. Danach würde bei <strong>eine</strong>m<br />

konkreten Schadenfall die Halterversicherung gegenüber dem<br />

Geschädigten die Schadensdeckung übernehmen. Im Innenverhältnis<br />

(Fahrzeughalter–Führer) hätte die Führer-Versicherung<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 20/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

letztlich den Schaden zu übernehmen.<br />

Betroffene Unfälle 1 Auto- und Motorradunfälle, Verunfallte (2000). Falsches<br />

Verhalten nach den Mängeln/Einflüssen:<br />

• Einwirken Alkohol, Drogen, Medikamente<br />

• Nichtbeachten Zeichengebung<br />

• Missachten Lichtsignalanlage<br />

• Bedienung Fahrzeug<br />

• Ladung Fahrzeug<br />

• Unaufmerksamkeit und Ablenkung<br />

• Geschwindigkeit, Überholen, Vortritt<br />

Verletzte BFS 23929 (14924 PW, 3135 MR, 1018 KLMR, 836<br />

MOFA, 1897 VELO, 497 ANDERE, 1622 FG)<br />

Davon Schwerverletzte (76 ANDERE, 2248 PW, 1273 MR; 191<br />

MOFA, 494 FR, 533 FG)<br />

Und Leichtverletzte (421 ANDERE, 12676 PW, 2880 MR, 645<br />

MOFA, 1403 FR, 1089 FG)<br />

Getötete BFS 447 (252 PW, 75 MR, 11 KLMR, 8 MOFA, 19<br />

VELO, 9 AND, 73 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 78783 (38802 PW, 13705 MR, 3595 MOFA, 15555<br />

VELO, 2584 ANDERE, 4542 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 4343 (38 ANDERE, 1574 PW, 1528 MR,<br />

287 MOFA, 543 FR, 373 FR)<br />

Und Leichtverletzte 74440 (2546 ANDERE, 37229 PW, 12177<br />

MR, 3308 MOFA, 15012 FR, 4169 FG)<br />

Getötete 447 (252 PW, 86 MR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 AND, 73<br />

FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 20 %<br />

Massnahme kann nur in zwei möglichen Fällen wirken:<br />

• <strong>der</strong> verunfallte, fehlbare Lenker hat im Vertrauen auf <strong>eine</strong><br />

Nichtverurteilung<br />

delinquiert<br />

wegen fehlen<strong>der</strong> Führerhaftpflicht<br />

• verunfalllter Lenker war nicht <strong>der</strong> Fahrzeughalter<br />

Wirksamkeit 3 [b] 70 %<br />

(theoretische Wirksamkeit = Wahrscheinlichkeit des Nichteintretens<br />

des Unfalls bei Nichtbegehung des Deliktes)<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 2 %<br />

Anteil Verkehrsdelikte, die nicht begangen werden, weil mit <strong>der</strong><br />

Einführung <strong>der</strong> Führerhaftpflicht die Wahrscheinlichkeit <strong>eine</strong>s<br />

Versicherungsregresses, steigt. Allerdings ist <strong>der</strong><br />

Beachtungsgrad bei dieser Massnahme deutlich tiefer als bei<br />

Massnahme K 21, da hier die Wirksamkeit von <strong>der</strong> subjektiven<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 20/S. 2


Wahrscheinlichkeit <strong>eine</strong>s Unfalles abhängt. Diese ist generell<br />

sehr tief.<br />

Offene Fragen Än<strong>der</strong>ung des internationalen Schadenregulierungssystems<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 20/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 4343 447<br />

Wirkungsbereich [a] 20 %<br />

20 %<br />

Wirksamkeit [b] 70 % 70 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 2 %<br />

Ø 2 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 4 1 4 1<br />

Motorrad 4 0 4 0<br />

Mofa 1 0 1 0<br />

Fahrrad 2 0 2 0<br />

Fussgänger 1 0 1 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 12 1 12 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu<br />

rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 20/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 21<br />

Wechsel von <strong>der</strong> Lenkerhaftung zur Halterverantwortung<br />

(straf- und massnahmenrechtlich)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verkehrsdelikte, die zwar <strong>eine</strong>m Fahrzeug, nicht aber eindeutig<br />

<strong>eine</strong>m Lenker zugeordnet werden können, werden in strafrechtlicher<br />

Hinsicht und auch massnahmenrechtlich dem Fahrzeughalter<br />

angelastet.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung • Die Unschuldsvermutung gilt auch im Strassenverkehr. Deshalb<br />

darf <strong>der</strong> Halter <strong>eine</strong>s Autos nach <strong>eine</strong>m kürzlich ergangenen<br />

Urteil des Bundesgerichtes (Urteil 1 P. 641/2000 vom<br />

24.4.2001) nicht ohne weiteres wegen <strong>eine</strong>s Geschwindigkeitsexzesses<br />

verurteilt werden, wenn er erklärt, das Fahrzeug<br />

sei im fraglichen Zeitpunkt von <strong>eine</strong>m Familienangehörigen<br />

gelenkt worden. Zwar darf gemäss Rechtsprechung des<br />

Bundesgerichtes <strong>der</strong> Umstand, dass jemand Halter <strong>eine</strong>s Autos<br />

ist, als Indiz da<strong>für</strong> gewertet werden, dass er im Zeitpunkt<br />

<strong>eine</strong>r Verkehrsregelverletzung am Steuer sass. Er kann daher<br />

verurteilt werden, wenn er k<strong>eine</strong>rlei Angaben darüber<br />

macht, wer an s<strong>eine</strong>r Stelle das Auto gefahren hat o<strong>der</strong> wenn<br />

er sich weigert, den wirklichen Lenker bekannt zu geben.<br />

Heikler wird es indessen, wenn <strong>der</strong> Halter <strong>eine</strong>s geblitzten<br />

Fahrzeuges glaubwürdig erklärt, nicht er, son<strong>der</strong>n ein Familienmitglied<br />

sei mit dem geblitzten Fahrzeug unterwegs gewesen.<br />

Wenn er vom Zeugnisverweigerungsrecht gegenüber<br />

Familienangehörigen Gebrauch macht, kommen die Behörden<br />

in Beweisnotstand und müssen von <strong>eine</strong>r Strafe und <strong>eine</strong>m<br />

Führerausweisentzug Abstand nehmen. Eine Verurteilung<br />

und Anordnung <strong>eine</strong>r Massnahme würde in diesem Falle<br />

gegen die Unschuldsvermutung verstossen.<br />

• Die Massnahme bezweckt <strong>eine</strong> Erhöhung <strong>der</strong> subjektiven<br />

Bestrafungswahrscheinlichkeit sowie <strong>eine</strong> höhere Bestrafungshäufigkeit<br />

• Betrifft sowohl Administrativverfahren als auch Strafrecht<br />

• Ein Wechsel von <strong>der</strong> Lenker- zur Halterhaftung wäre nur<br />

möglich, wenn in <strong>der</strong>artigen Fällen das Zeugnisverweigerungsrecht<br />

nicht zur Anwendung kommen könnte. Dies müsste<br />

in <strong>der</strong> geplanten einheitlichen <strong>für</strong> die ganze Schweiz geltende<br />

Strafprozessordnung verankert werden. Gegenwärtig<br />

hat noch je<strong>der</strong> Kanton s<strong>eine</strong> eigene Strafprozessordnung.<br />

Überdies müsste <strong>der</strong> in <strong>der</strong> Bundesverfassung in Art. 32 verankerte<br />

Grundsatz <strong>der</strong> Unschuldsvermutung modifiziert werden,<br />

was <strong>eine</strong>r Verfassungsän<strong>der</strong>ung bedürfte.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Justiz<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 21/S. 1


Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Die präventive, das heisst verhaltensbeeinflussende Wirkung<br />

von Polizeikontrollen ist erfahrungsgemäss grösser, wenn die<br />

subjektive Bestrafungswahrscheinlichkeit steigt.<br />

Verschiedene Län<strong>der</strong> kennen diese Lösung bereits: die Vorteile<br />

dieses Systems wurden im Rahmen des EU-Projektes ESCAPE<br />

diskutiert und als relevant erachtet.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Auto- und Motorradunfälle, Verunfallte (2000). Falsches Verhalten<br />

nach den Mängeln/Einflüssen:<br />

− Einwirken Alkohol, Drogen, Medikamente<br />

− Nichtbeachten Zeichengebung<br />

− Missachten Lichtsignalanlage<br />

− Bedienung Fahrzeug<br />

− Ladung Fahrzeug<br />

− Unaufmerksamkeit und Ablenkung<br />

− Geschwindigkeit, Überholen, Vortritt<br />

Verletzte BFS 23929<br />

(14924 PW, 3135 MR, 1018 KLMR, 836 MOFA, 1897 VELO, 497<br />

ANDERE, 1622 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 4815<br />

(76 ANDERE, 2248 PW, 1273 MR; 191 MOFA, 494 FR, 533 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 19114<br />

(421 ANDERE, 12676 PW, 2880 MR, 645 MOFA, 1403 FR,<br />

1089 FG)<br />

Getötete BFS 447<br />

(252 PW, 75 MR, 11 KLMR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 AND, 73 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 78783<br />

(38802 PW, 13705 MR, 3595 MOFA, 15555 VELO, 2584 AN-<br />

DERE, 4542 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 4343<br />

(38 ANDERE, 1574 PW, 1528 MR, 287 MOFA, 543 FR, 373 FR)<br />

Und Leichtverletzte 74440<br />

(2546 ANDERE, 37229 PW, 12177 MR, 3308 MOFA, 15012 FR,<br />

4169 FG)<br />

Getötete 447<br />

(252 PW, 86 MR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 AND, 73 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 5 %<br />

Massnahme kann nur in zwei möglichen Fällen wirken:<br />

• <strong>der</strong> fehlbare Lenker hat im Vertrauen auf <strong>eine</strong> Nichtverurteilung<br />

wegen fehlen<strong>der</strong> Halterhaftung delinquiert<br />

• verunfalllter Lenker war nicht <strong>der</strong> Fahrzeughalter<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 21/S. 2


Wirksamkeit 3 [b] 70 %<br />

(theoretische Wirksamkeit = Wahrscheinlichkeit des Nichteintretens<br />

des Unfalls bei Nichtbegehung des Deliktes)<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 10 %<br />

Anteil Verkehrsdelikte, die nicht begangen werden, weil mit <strong>der</strong><br />

Halterhaftung die Bestrafungswahrscheinlichkeit steigt (= Durchschnittswerte),<br />

zu Beginn 20 %, dann sinkend<br />

Offene Fragen Für <strong>eine</strong> exakte Abschätzung <strong>der</strong> Auswirkungen auf die CH<br />

muss bekannt sein, in wie vielen Fällen heute <strong>eine</strong> Verurteilung<br />

nicht möglich ist, weil <strong>der</strong> Lenker nicht identifiziert werden konnte.<br />

Dies gibt <strong>eine</strong>n Hinweis auf die zentrale Grösse <strong>der</strong> Wirksamkeit<br />

<strong>der</strong> Massnahme: wie häufig resp. wie sehr ist heute <strong>eine</strong><br />

mögliche Nichtverurteilung wegen fehlen<strong>der</strong> Halterhaftung <strong>eine</strong><br />

Motivation, <strong>eine</strong> fehlende Hürde <strong>für</strong> konformes Verhalten?<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen EU-Forschungsprojekt ESCAPE<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 21/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 4343 447<br />

Wirkungsbereich [a] 5 %<br />

5 %<br />

Wirksamkeit [b] 70 % 70 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 20 %<br />

Ø 10 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 11 2 6 1<br />

Motorrad 11 1 5 0<br />

Mofa 2 0 1 0<br />

Fahrrad 4 0 2 0<br />

Fussgänger 3 1 1 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 31 4 15 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 21/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 22<br />

0,2 Promille <strong>für</strong> Neulenker, Motorradlenker und<br />

Führer von Sachentransportfahrzeugen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Für Neulenker gilt während <strong>der</strong> Probephase, <strong>für</strong> Motorradlenker<br />

und Führer von schweren Sachentransportfahrzeugen immer die<br />

0,2-Promille-Regel<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Neulenker, die das neue 2-Phasenmodell <strong>der</strong> Fahrausbildung<br />

durchlaufen, haben sich während <strong>der</strong> 3-jährigen Probephase an<br />

die 0,2-Promille-Regelung zu halten. Wi<strong>der</strong>handlungen dagegen<br />

haben den Verlust des Führerscheins auf Probe sowie <strong>eine</strong>n<br />

Neubeginn <strong>der</strong> Ausbildung zur Folge. Für Motorradlenker und<br />

Führer von schweren Sachentransportfahrzeugen gilt die 0,2-<br />

Promille-Regel immer.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen In verschiedenen Län<strong>der</strong>n existieren <strong>für</strong> Lernfahrer o<strong>der</strong> <strong>für</strong> Neulenker<br />

mit Probeführerschein Einschränkungen in <strong>der</strong> BAK-<br />

Toleranz (0,5, 0,2, 0,0). In den meisten Län<strong>der</strong>n konnten signifikante<br />

o<strong>der</strong> zumindest tendenzielle Abnahmen <strong>der</strong> unfallbedingten<br />

Unfälle festgestellt werden. In Ontario, wo ein 0,0-Promille-<br />

Limit gilt, nahm die Inzidenz <strong>der</strong> alkoholbedingten Unfälle <strong>der</strong><br />

Lenker um 27 % ab.<br />

Krüger (1995) stellte fest, dass Neulenker bereits unter 0,5 Promille<br />

ein erhöhtes Unfallrisiko aufweisen.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Neulenkern PW; MR,<br />

LW mit Mangel/Einfluss Alkohol, 2000<br />

Verletzte BFS 895<br />

(8 ANDERE, 579 PW, 247 MR, 6 MOFA, 12 FR, 43 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 262<br />

(2 ANDERE; 127 PW, 112 MR, 1 MOFA, 4 FR, 16 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 633<br />

(6 ANDERE, 452 PW, 135 MR, 5 MOFA, 8 FR, 27 FG)<br />

Getötete BFS 46 (30 PW, 11 MR, 1 FR, 4FG)<br />

Nach Hochrechnung mit allg. Dunkelziffer und Dunkelziffer Alkohol:<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 22/S. 1


Verletzte 4302<br />

(69 ANDERE, 2484 PW, 1345 MR, 43 MOFA, 162 FR, 199 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 398<br />

(2 ANDERE, 147 PW, 222 MR, 2 MOFA, 7 FR, 18 FG)<br />

Und Leichtverletzte 3904<br />

(67 ANDERE, 2337 PW, 1123 MR, 40 MOFA, 155 FR, 180 FG)<br />

Getötete 77 (50 PW, 18 MR, 2 FR, 7 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 62.5 % Wirkungsbereich<br />

Massnahme kann bei allen wegen <strong>eine</strong>s alkoholisierten Neulenkers,<br />

Motorradlenkers o<strong>der</strong> Führers von schweren Sachentransportfahrzeugen<br />

verletzten o<strong>der</strong> getöteten Verkehrsteilnehmern<br />

wirken.<br />

(nicht alle Unfälle mit Alkoholeinfluss können durch Elimination<br />

dieses Risikofaktors verhin<strong>der</strong>t werden = Frage des attributablen<br />

Risikos, gemäss Krüger ist das Verhältnis 10/16, d. h. 62.5 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] Wirksamkeit 100 % bei Einhaltung <strong>der</strong> 0,2-Promille-Regel, da bei<br />

diesem Wert kein erhöhtes Unfallrisiko festzustellen ist<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Ist im Gesetz u. a. über die Fahrausbildung geregelt und gilt<br />

demzufolge flächendeckend, also 100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Aufgrund <strong>der</strong> Erfahrungen in Ontario wird von <strong>eine</strong>r Beachtung<br />

von 25 % ausgegangen.<br />

Offene Fragen Kann es Expositionsverän<strong>der</strong>ungen und <strong>eine</strong> Verlagerung des<br />

Unfallgeschehens in an<strong>der</strong>e Verkehrstätigkeiten geben, z. B.<br />

nach dem Motto: "Beim Autofahren darf ich nicht trinken, also<br />

nehme ich das Velo und trinke"? (in <strong>der</strong> Literatur werden darüber<br />

nirgends Angaben gemacht; es stellt sich die Frage, wie vielen<br />

das Fahren wichtiger ist als das Trinken und umgekehrt. Ev. ist<br />

die Frage hypothetisch, da k<strong>eine</strong> begründbaren Annahmen gemacht<br />

werden können).<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 40, Driver Training, Testing and Licensing, Siegrist,<br />

S. (ed.), (1999) S. 58–88<br />

Kaba, A. (1996), Evaluation <strong>der</strong> BAK-Beschränkung <strong>für</strong> Fahranfänger<br />

in Österreich. BASt-Bericht 52, Unterreihe Mensch<br />

und Sicherheit, S. 181–191<br />

Krüger, H.-P. (1995), Das Unfallrisiko unter Alkohol. Stuttgart:<br />

Gustav Fischer Verlag<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 22/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 398 77<br />

Wirkungsbereich [a] 63 %<br />

63 %<br />

Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 25 %<br />

Ø 25 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 23 8 23 8<br />

Motorrad 35 3 35 3<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 1 0 1 0<br />

Fussgänger 3 1 3 1<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 62 12 62 12<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 22/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 23<br />

Beweiskraft <strong>der</strong> Atemalkoholkontrollen (anstatt<br />

Blutalkoholkontrollen)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die von <strong>der</strong> Polizei vor Ort erhobene Atemalkoholkontrolle wird<br />

in <strong>eine</strong>n Blutalkoholwert umgerechnet und gilt als beweissichere<br />

Grundlage <strong>für</strong> die Bestimmung <strong>der</strong> Erfüllung des Tatbestandes<br />

(FiaZ) und somit <strong>für</strong> administrative und strafrechtliche Sanktionen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Heute werden alle Fahrzeuglenker mit <strong>eine</strong>r Atemalkoholkonzentration<br />

von über 0,8 Promille <strong>eine</strong>m Blutalkoholtest unterzogen.<br />

Diese Lösung wird damit begründet, dass die AAK weniger genau<br />

Auskunft über den Alkoholisierungsgrad gibt als die chemische<br />

Blutalkoholanalyse. Mit <strong>der</strong> Verbesserung <strong>der</strong> AAK-Geräte<br />

sind verschiedene Län<strong>der</strong> dazu übergegangen, die AAK als beweissicher<br />

zu akzeptieren und auf <strong>eine</strong> Blutanalyse zu verzichten.<br />

Dies hat den Vorteil, dass die einzelne Alkoholkontrolle viel<br />

weniger Zeit in Anspruch nimmt, dadurch die Kontrollhäufigkeit<br />

erhöht werden kann, was wie<strong>der</strong>um zu <strong>eine</strong>r höheren subjektiven<br />

Kontrollerwartung <strong>der</strong> Fahrzeuglenker als wichtige Determinante<br />

des Verzichts auf FiaZ führt. Weil im Vergleich zu an<strong>der</strong>en<br />

Län<strong>der</strong>n die Alkoholkontrolldichte in <strong>der</strong> Schweiz mit schätzungsweise<br />

1/100 (<strong>eine</strong>r von hun<strong>der</strong>t Fahrzeuglenkern wird jährlich<br />

überprüft) im Vergleich zu Län<strong>der</strong>n mit <strong>eine</strong>r effektiven Kontrolltätigkeit<br />

(1/10) rund 10 mal tiefer liegt (bfu-Report 47), wird<br />

diese Massnahme als Beitrag zur Erhöhung <strong>der</strong> Kontrolldichte<br />

empfohlen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2005<br />

Erfahrungen Es sind k<strong>eine</strong> Studien zur direkten Auswirkung <strong>der</strong> beweiskräftigen<br />

AAK auf die Unfallzahlen bekannt. Von <strong>eine</strong>r positiven Auswirkung<br />

auf die Verkehrssicherheit kann hingegen ausgegangen<br />

werden, wie die Erfahrungen in GB und F zeigen (cit. ETSC-<br />

Report 1995):<br />

• In GB, wo die Massnahme bereits im Jahre 1983 eingeführt<br />

wurde, verdoppelte sich die Zahl <strong>der</strong> AAK-Tests innerhalb<br />

von 10 Jahren auf 530'000<br />

• In Frankreich erhöhte sich die Anzahl <strong>der</strong> Tests nach Einführung<br />

um <strong>eine</strong>n Faktor 6 zwischen 1983 und 1991<br />

• Zum Zusammenhang zwischen Kontrollhäufigkeit und Verkehrssicherheit<br />

siehe oben 'Detailbeschreibung <strong>der</strong> Mass-<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 23/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

nahme' und bfu-Report 47<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Mangel/Einfluss Alkohol, 2000<br />

Verletzte BFS 3167<br />

(69 ANDERE, 2298 PW, 353 MR, 139 MOFA, 155 FR, 153 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 864<br />

(22 ANDERE, 531 PW, 152 MR, 44 MOFA, 57 FR, 58 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 2303<br />

(47 ANDERE, 1767 PW, 201 MR, 95 MOFA, 98 FR, 95 FG)<br />

Getötete BFS 114<br />

(3 ANDERE, 81 PW, 10 MR; 3 MOFA, 3 FR, 14 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit allg. Dunkelziffer und Dunkelziffer Alkohol:<br />

Verletzte 16162<br />

(592 ANDERE, 9858 PW, 1922 MR; 986 MOFA, 2097 FR, 707 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1211<br />

(18 ANDERE, 613 PW, 301 MR, 109 MOFA; 103 FR, 67 FG)<br />

Und Leichtverletzte 14951<br />

(574 ANDERE, 9245 PW, 1621 MR, 877 MOFA; 1994 FR, 640 FG)<br />

Getötete 189<br />

(5 ANDERE, 134 PW, 17 MR, 5 MOFA, 5 FR, 23 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 66 %<br />

Anteil <strong>der</strong> Unfälle, die allein durch den Alkohol verursacht wurden. Es<br />

müssen diejenigen Unfälle abgezogen werden, die sich auch ohne<br />

Alkohol ereignet hätten (Krüger, 1995), das sind rund 1/3 <strong>der</strong> Unfälle.<br />

Wirksamkeit 3 [b] 100 %<br />

(theoretische Wirksamkeit = 100 %, da sich Aussage auf Unfälle<br />

bezieht, bei denen Alkohol alleinige Unfallursache ist, wenn Ursache<br />

wegfällt, dann kann sich <strong>der</strong> Unfall nicht ereignen)<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 5 %<br />

Anteil <strong>der</strong> potenziellen Unfallsituationen, in welchen <strong>der</strong> Fahrer<br />

wegen <strong>der</strong> durch die beweiskräftigen AAK erhöhten Kontrolldichte<br />

nur wenig Alkohol konsumiert (BAK unter 0,5 ‰), nichts trinkt<br />

o<strong>der</strong> nicht mehr fährt<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 47, Polizeikontrollen und Verkehrssicherheit (Siegrist,<br />

S., Bächli-Biétry, J. & Vaucher, S., 2001)<br />

ETSC (1995), Reducing traffic injuries resulting from alcohol<br />

impairment, ETSC, Brussels<br />

Entscheid:<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 23/S. 2


Weiterverfolgen ja/nein JA<br />

Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1211 189<br />

Wirkungsbereich [a] 66 %<br />

66 %<br />

Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 5 %<br />

Ø 5 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 20 4 20 4<br />

Motorrad 10 1 10 1<br />

Mofa 4 0 4 0<br />

Fahrrad 3 0 3 0<br />

Fussgänger 2 1 2 1<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 1 0<br />

Total 40 6 40 6<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 23/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 24<br />

Massnahmen gegen Kollisionen mit entgegenkommenden<br />

Fahrzeugen ausserorts<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verhin<strong>der</strong>n von Kollisionen mit entgegenkommenden Fahrzeugen<br />

(KEF) auf Ausserortsstrassen<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Ausserortsstrassen müssen gemäss ihrem DTV (Durchschnittlich<br />

täglicher Verkehr) richtig ausgestattet werden. Je nach DTV<br />

sollte <strong>eine</strong> Strasse <strong>eine</strong> Mittelleitplanke o<strong>der</strong> <strong>eine</strong> Geschwindigkeitsbeschränkung<br />

(Massnahme M 06) haben. Dadurch werden<br />

die Ausserortsstrassen aus <strong>der</strong> gefährlichen Mittelzone zwischen<br />

hohen Geschwindigkeiten und schlechtem Ausbaustandard gehoben<br />

(Autobahnen haben hohe Geschwindigkeiten, aber <strong>eine</strong>n<br />

guten Ausbaustandard, Innerortsstrassen haben kl<strong>eine</strong> Geschwindigkeiten<br />

mit schlechterem Ausbaustandard. Ausserortsstrassen<br />

haben relativ hohe Geschwindigkeiten bei <strong>eine</strong>m Ausbaustandard,<br />

<strong>der</strong> zurzeit den Innerortsstrassen entspricht!)<br />

Auf Strassen mit DTV > 10'000 Fahrzeuge pro Tag sollte <strong>eine</strong><br />

Mittelleitplanke eingerichtet werden. Überholbereiche zum Abbauen<br />

des Überholdruckes sollen k<strong>eine</strong> eingerichtet werden,<br />

ausser auf den neu ausgebauten Strassen mit Mittelleitplanken,<br />

die mehr als 3 km zwischen zwei Ortschaften verlaufen. Auf<br />

diesen soll – sofern möglich – in beiden Richtungen abwechslungsweise<br />

je ca. 1.2 km Zusatzstreifen zum Überholen mit Mittelleitplanke<br />

angeboten werden. Ansonsten wird <strong>der</strong> Überholdruck<br />

zu gross und es wird innerorts überholt.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen In <strong>der</strong> Schweiz wurden schlechte Erfahrungen gemacht mit dem<br />

Bau von Überholbereichen. Mittelleitplanken auf Ausserortsstrassen<br />

werden eigentlich nicht gemacht. Um aber die Unfälle KEF<br />

zu verhin<strong>der</strong>n sind sie die einzige Möglichkeit. In <strong>der</strong> Schweiz<br />

ereignen sich vor allem die Untertypen [2]:<br />

• Kollision mit fahrendem Fahrzeug nach Schleu<strong>der</strong>n; Typ 15<br />

• Frontal mit entgegenkommendem Fahrzeug; Typ 21<br />

In Deutschland werden vermehrt Strassen ausserorts gebaut, die<br />

Überholstreifen haben. Es konnte in <strong>eine</strong>r Studie festgestellt werden,<br />

dass mit Mittelschutzplanken (baulicher Richtungstrennung)<br />

die Unfallhäufigkeit reduziert wird. Es wird von ca. 25 % weniger<br />

Unfällen ausgegangen, wenn <strong>eine</strong> Mittelleitplanke vorhanden ist.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 24/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Ogden [7] fasst verschiedene Studien zusammen, die unterschiedliche<br />

Resultate liefern. Mittelleitplanken verhin<strong>der</strong>n ca. 15<br />

bis 26 % <strong>der</strong> Getöteten, verursachen aber an<strong>der</strong>e, weniger<br />

schwere Unfälle. Unfälle mit Verletzten sind etwa gleich geblieben<br />

und Unfälle mit Sachschäden haben sich aber um 14 %<br />

erhöht [4]. Eine an<strong>der</strong>e Studie fand etwa dieselben Resultate:<br />

Mit Mittelleitplanke gab es 26 % weniger Getötete, und die Verunfalltenrate<br />

(Verunfallte/Unfall) sank um 30 % [5]. Sowerby fand<br />

auch heraus, dass sich <strong>eine</strong> Mittelleitplanke nur lohnt, wenn <strong>der</strong><br />

DTV mehr als 10'000 Fahrzeuge pro Tag beträgt. Eine Auswertung<br />

im Kt. AG hat ergeben, dass 6 von 8 KEF-Unfällen mit tödlichen<br />

Folgen auf stark belasteten Strassen passiert sind [2].<br />

Eine Metastudie fand <strong>eine</strong> Reduktion <strong>der</strong> Unfälle von 25 %,<br />

wenn Überholstreifen gebaut wurden [6]. Diese müssen jedoch<br />

Mittelleitplanken haben. Wenn Überholstreifen in beiden Richtungen<br />

angeboten werden (wie<strong>der</strong>um getrennt durch Mittelleitplanke),<br />

fand sie <strong>eine</strong> Reduktion aller Unfälle von 35 % und <strong>eine</strong><br />

40 %-ige Reduktion bei den Verunfallten.<br />

Betroffene Unfälle 1 Unfalltypen 15, 21, 22, 35 (Kollision mit entgegenkommendem<br />

Fahrzeug) ausserorts nach Verkehrsteilnahme, Verunfallte<br />

(2000)<br />

Verletzte BFS 1811<br />

(102 ANDERE, 1403 PW, 202 MR, 34 MOFA, 68 FR, 2 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 577<br />

(26 ANDERE, 405 PW, 104 MR; 16 MOFA, 25 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 1234<br />

(76 ANDERE, 998 PW, 98 MR, 18 MOFA, 43 FR, 1 FG)<br />

Getötete BFS 115<br />

(4 ANDERE, 81 PW, 27 MR, 2 MOFA, 1 FR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 5554<br />

(530 ANDERE, 3648 PW, 667 MR, 146 MOFA, 558 FR, 6 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 474<br />

(13 ANDERE, 284 PW, 125 MR, 24 MOFA, 28 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte 5081<br />

(517 ANDERE, 3364 PW, 542 MR, 1222 MOFA, 530 FR, 5 FG)<br />

Getötete 115<br />

(4 ANDERE, 81 PW, 27 MR, 2 MOFA, 1 FR)<br />

Es schlagen vor allem die Unfalltypen 15 und 21 zu Buche. Mehr<br />

als 80 % <strong>der</strong> Getöteten resultierten aus <strong>eine</strong>m dieser Unfalltypen,<br />

81 % bei den Schwerverletzten.<br />

Auch ein Teil <strong>der</strong> KFR (Kollisionen mit Fahrrä<strong>der</strong>n) werden verhin<strong>der</strong>t,<br />

da neue Radwege notwendig sind, die Radfahrer also<br />

getrennt von <strong>der</strong> Strasse geführt werden. Zudem profitieren sie<br />

auch von den niedrigeren Geschwindigkeitslimiten.<br />

Verletzte BFS 578<br />

Davon Schwerverletzte BFS 222<br />

Und Leichtverletzte BFS 356<br />

Getötete BFS 13<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 24/S. 2


Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 4740<br />

Davon Schwerverletzte 244<br />

Und Leichtverletzte 4496<br />

Getötete 13<br />

Zusammenfassung <strong>der</strong> Hochrechnungen mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 10295<br />

(3648 PW, 667 MR; 146 MOFA, 5298 FR, 6 FG, 530 ANDERE)<br />

Davon Schwerverletzte 719<br />

(284 PW, 125 MR, 24 MOFA, 272 FR, 1 FG, 13 ANDERE)<br />

Und Leichtverletzte 9576<br />

(3364 PW, 542 MR, 1222 MOFA, 5026 FR, 5 FG, 517 ANDERE)<br />

Getötete 128<br />

(81 PW, 27 MR, 2 MOFA, 14 FR, 4 ANDERE)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Diese Massnahme ist in <strong>der</strong> Schweiz noch nirgends ausgeführt.<br />

Somit: Wirkungsbereich 100 % auf den Ausserortsstrassen mit<br />

DTV > 10'000 Fahrzeugen/Tag. Im Kt. AG hat sich ergeben,<br />

dass 6 von 8 Unfällen (KEF) auf stark belasteten Strassen passiert<br />

sind, d. h. ¾ <strong>der</strong> Getöteten und (Schätzung) 70 % <strong>der</strong> Verletzten.<br />

Bei den Radfahrern wirkt die Massnahme nur auf denjenigen<br />

Strassenkilometern, die mit <strong>der</strong> Mittelleitplanke und <strong>eine</strong>m zusätzlichen<br />

Radweg ausgerüstet sind. Die Ausgestaltung <strong>der</strong><br />

Ausserortsstrassen mit Mittelleitplanke und ev. noch <strong>eine</strong>m<br />

Überholbereich macht diese <strong>für</strong> die Radfahrer sehr unattraktiv,<br />

und auch die schnellen "Leibchenfahrer" werden dann den Radweg<br />

benutzen. Schätzung Wirkungsbereich: 80 %.<br />

Wirkungsbereich im Durchschnitt: 75 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] Die Studien kommen zu verschiedenen Ergebnissen. Unbestritten<br />

scheint zu sein, dass neue Unfalltypen durch die Massnahme<br />

entstehen, die aber weniger gefährlich sind. Über alles betrachtet<br />

kommt man zu <strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong> Getöteten von ca.<br />

22 %. Die Verunfallten allgemein nehmen um ca. 30 % ab.<br />

Bei den Radfahrern ist die Wirksamkeit hoch, denn auf dem<br />

Radweg ereignen sich wenig gravierende Unfälle. Schätzung:<br />

80 %. An<strong>der</strong>e Unfälle entstehen kaum (Längsverkehr).<br />

Wirksamkeit Getötete: 30 %<br />

Wirksamkeit Verletzte: 50 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Die Massnahme sollte flächenhaft angewandt werden. Da es nur<br />

die Ausserortsstrassen mit DTV > 10'000 Fahrzeuge pro Tag<br />

betrifft, sind diese klar eruierbar (Dauerzählstellen). In <strong>eine</strong>m 15-<br />

Jahresprogramm könnte jede Strasse erfasst und entsprechend<br />

behandelt werden. Realisierungsgrad: 80 %.<br />

Auch <strong>der</strong> Realisierungsgrad <strong>für</strong> die Radwege wird hoch sein.<br />

Schätzung: 70 %.<br />

Realisierungsgrad: max. 75 %, ∅ 30 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d]<br />

Die Massnahme wird von annähernd 100 % <strong>der</strong> Fahrzeuglenker<br />

befolgt, denn es ist <strong>eine</strong> bauliche Massnahme, die nicht umfahren<br />

werden kann. Nur ganz wenige Fahrzeuge werden es fertig<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 24/S. 3


Offene Fragen –<br />

bringen, über die Leitplanke zu fahren, also Beachtungsgrad<br />

98 %, 80 % beim leichten Zweiradverkehr. Wenn k<strong>eine</strong> Verhaltensän<strong>der</strong>ung<br />

eintritt, bleibt <strong>der</strong> Beachtungsgrad in <strong>der</strong> Hälfte <strong>der</strong><br />

Zeitspanne und am Ende (2020) gleich.<br />

Beachtungsgrad: 90 %<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] Dietrich, Rotach, Boppart (1995), Strassenprojektierung<br />

[2] Ausserorts Studie bfu<br />

[3] BASt, Charakteristika von Unfällen auf Landstrassen<br />

[4] Johnson, HD. (1980), Cross-over accidents on all purpose<br />

dual carriageways<br />

[5] Sowerby, K. (1987), Safety fence criteria for all-purpose dual<br />

carriageway roads<br />

[6] Harwood, DW. & Hoban, CJ. (1987), Low cost operational<br />

and safety improvements for two lane roads<br />

[7] Ogden (1997), Safer Roads<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 24/S. 4


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 719 128<br />

Wirkungsbereich [a] 75 %<br />

75 %<br />

Wirksamkeit [b] 50 % 30 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 75 %<br />

Ø 30 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 90 %<br />

Ø 90 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 72 12 29 5<br />

Motorrad 32 4 13 2<br />

Mofa 6 0 2 0<br />

Fahrrad 69 2 28 1<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 3 1 1 0<br />

Total 182 19 73 8<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 24/S. 5


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 25<br />

Massnahmen gegen Kollisionen mit festen<br />

Hin<strong>der</strong>nissen ausserorts<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verhin<strong>der</strong>n von Kollisionen mit festen Hin<strong>der</strong>nissen am Fahrbahnrand<br />

auf Ausserortsstrassen<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Es soll in <strong>der</strong> VSS Norm verankert werden, dass Hin<strong>der</strong>nisse am<br />

Fahrbahnrand ausserorts <strong>eine</strong> Distanz von wenigstens 6.0 m<br />

haben, o<strong>der</strong> – sofern ersteres nicht möglich – <strong>eine</strong> Leitplanke zu<br />

installieren ist.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Die Nie<strong>der</strong>lande und Dänemark schreiben ausserorts <strong>eine</strong>n Abstand<br />

von 6.0 m von Bäumen vom Fahrbahnrand vor (Geschwindigkeit<br />

80 km/h) [3]. Studien belegen, dass wenn ein hin<strong>der</strong>nisfreier<br />

Raum von 6.0 m gewährleistet wird, die Unfälle auf<br />

geraden Abschnitten um 44 %, in kurvigen Abschnitten um 29 %<br />

zurück gehen [4,5,6,7].<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Unfalltyp 13 (Kollision mit festem Hin<strong>der</strong>nis ausser Fahrbahn)<br />

ausserorts, Verunfallte (2000)<br />

Verletzte BFS 1774<br />

(93 ANDERE, 1417 PW, 211 MR, 18 MOFA, 34 FR, 1 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 525<br />

(26 ANDERE, 362 PW, 113 MR, 5 MOFA, 19 FR)<br />

Und Leichtverletzte BFS 1249<br />

(67 ANDERE, 1055 PW, 98 MR, 13 MOFA, 15 FR, 1 FG)<br />

Getötete BFS 84<br />

(7 ANDERE, 58 PW, 18 MR, 1 MOFA)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 5223<br />

(484 ANDERE, 3684 PW, 696 MR, 77 MOFA, 279 FR, 3 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 431<br />

(13 ANDERE, 253 PW, 136 MR, 8 MOFA, 21 FR)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 25/S. 1


Und Leichtverletzte 4792<br />

(471 ANDERE, 3431 PW, 561 MR; 70 MOFA, 258 FR, 3 FG)<br />

Getötete 84<br />

(7 ANDERE, 58 PW, 18 MR, 1 MOFA)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Die Massnahme betrifft 100 % <strong>der</strong> Hin<strong>der</strong>nisse, die näher als<br />

6.0 m vom Fahrbahnrand entfernt sind.<br />

Es werden aber weiterhin Fahrzeuglenker nicht gerettet, welche<br />

in ein Hin<strong>der</strong>nis, das mehr als 6.0 m vom Fahrbahnrand entfernt<br />

ist, fahren. Aus dem Resultat <strong>der</strong> Studie [5] folgt, dass im Schnitt<br />

37 % <strong>der</strong> Unfälle verhin<strong>der</strong>t werden, wenn Hin<strong>der</strong>nisse, die <strong>eine</strong>n<br />

Abstand von ≤ 6.0 m haben, geschützt o<strong>der</strong> entfernt werden.<br />

Kollisionen mit weiter entfernten Hin<strong>der</strong>nissen sind oft verzögert,<br />

sodass die Unfallschwere abnimmt. Durch den entstandenen<br />

"Auffangraum" von 6.0 m gibt es weitere positive Effekte, die<br />

<strong>eine</strong>n Zusammenprall mit <strong>eine</strong>m Hin<strong>der</strong>nis, das mehr als 6.0 m<br />

vom Strassenrand entfernt ist, unwahrscheinlicher machen. Die<br />

Massnahme wirkt somit auf ca. 60 % <strong>der</strong> Unfälle dieses Typs.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Werden Leitplanken gesetzt, besteht die Gefahr, dass man auf<br />

die an<strong>der</strong>e Fahrbahn gerät und mit <strong>eine</strong>m entgegenkommenden<br />

Fahrzeug kollidiert. Auf Strassen mit viel DTV muss primär versucht<br />

werden, das Hin<strong>der</strong>nis zu entfernen: Leitplanken sollen nur<br />

auf schwach befahrenen Strassen gesetzt werden, damit <strong>eine</strong><br />

Kollision mit <strong>eine</strong>m entgegenkommenden Fahrzeug unwahrscheinlich<br />

wird. Beim Entfernen des Hin<strong>der</strong>nisses kann unbeeinträchtigt<br />

in die freie Ebene gefahren werden und <strong>der</strong> Unfall wird<br />

zu annähernd 100 % verhin<strong>der</strong>t. Schätzung: 10 % <strong>der</strong> Unfallkandidaten<br />

prallen an <strong>eine</strong>r Leitplanke ab, geraten auf die an<strong>der</strong>e<br />

Fahrbahn und kollidieren mit <strong>eine</strong>m gleichzeitig herannahenden<br />

Fahrzeug) Dabei wird dieser Fahrzeuglenker ebenfalls in<br />

Mitleidenschaft gezogen, also können 20 % durch die Massnahme<br />

nicht gerettet werden. D. h., dass die Wirksamkeit 80 %<br />

beträgt.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Die Massnahme wird flächendeckend eingeführt, d. h. sie deckt<br />

die ganze Schweiz ab. Damit die Akzeptanz <strong>für</strong> das Entfernen<br />

von Bäumen gesteigert werden kann, sollte <strong>eine</strong> Zusatzbedingung<br />

an das Fällen <strong>der</strong> Bäume geknüpft sein: Pro gefällten<br />

Baum müssen 2 neue Bäume (in genügendem Abstand von <strong>der</strong><br />

Strasse) gepflanzt werden. Dieses Vorgehen schafft <strong>eine</strong>n ökologischen<br />

Ausgleich und verbessert das Landschaftsbild. Es<br />

sollte <strong>der</strong> Lösung mittels Leitplanke in möglichst allen Fällen<br />

vorgezogen werden. Es werden jedoch noch einige Stellen<br />

(Son<strong>der</strong>fälle) nicht mit <strong>der</strong> Massnahme behandelt werden können.<br />

Der Realisierungsgrad wird bei dieser Massnahme nach 10<br />

Jahren ca. 60 % (später max. 80 %) betragen, d. h. <strong>der</strong> Durchschnitt<br />

beträgt 30 %.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Dort wo die Massnahme ausgeführt ist wird sie vom Fahrzeuglenker<br />

zwangsläufig beachtet, also zu 100 %.<br />

Offene Fragen –<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 25/S. 2


Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] Strassenprojektierung, 1996, Dietrich, Rotach, Boppart, IVT –<br />

ETH Zürich<br />

[2] Mündliche Auskunft, W. Bossart, BBS (Bürkel, Baumann<br />

Schuler), vom 07.05.01<br />

[3] Gemeinsames Symposium FGSV – BASt – ISK, 1999, Technische<br />

Massnahmen gegen Baumunfälle<br />

[4] Ogden, Safer Roads, 1996<br />

[5] Zeeger and Council, 1992, Safety Effectiveness of Highway<br />

Design Features II<br />

[6] Dokumentation Baum-Unfälle, Volker Meewes, Klaus Eckstein,<br />

Institut <strong>für</strong> Strassenverkehr<br />

[7] Dokumentation Kollisionen mit festen Hin<strong>der</strong>nissen, Volker<br />

Meewes, Institut <strong>für</strong> Strassenverkehr<br />

[8] Schweizerische Beratungsstelle <strong>für</strong> Unfallverhütung (2000),<br />

Eigene Auswertungen <strong>der</strong> Strassenverkehrs-Unfallstatistik<br />

des BFS.<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 25/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 431 84<br />

Wirkungsbereich [a] 60 %<br />

60 %<br />

Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />

Ø 30 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 97 22 36 8<br />

Motorrad 52 7 20 3<br />

Mofa 3 0 1 0<br />

Fahrrad 8 0 3 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 5 3 2 1<br />

Total 165 32 62 12<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 25/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 26<br />

Sicherheitstechnische Optimierung im<br />

Bereich von Autobahnanschlüssen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verhin<strong>der</strong>n <strong>der</strong> Unfälle resp. Mil<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Unfallschwere auf<br />

den Autobahnen im Bereich von Anschlüssen und auf den Anschlüssen<br />

selbst.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Im Bereich von Anschlüssen sollen Auffahrunfälle und Streifkollisionen<br />

durch geeignete Massnahmen verhin<strong>der</strong>t werden. Bei<br />

zeitweisen grossen Belastungen des Autobahnhauptastes<br />

kommt es im Einmündungsbereich von Zufahrten zu Streifkollisionen<br />

und Auffahrunfällen (durch Ausweichen <strong>der</strong> Fahrzeuge<br />

von <strong>der</strong> Kriechspur auf die Überholspur). Diese können u. a.<br />

vermieden werden, indem durch <strong>eine</strong> Lichtsignalanlage auf <strong>der</strong><br />

Rampe <strong>der</strong> Zustrom paketweise auf den Hauptast geführt wird<br />

(Pförtner). Folgende Massnahmen tragen zu <strong>eine</strong>r erhöhten<br />

Sicherheit im Bereich von Zufahrten zu Autobahnen bei:<br />

• Überprüfung des Verkehrsablaufs auf <strong>der</strong> Fahrbahn und den<br />

Einfahrten<br />

• Rampenbewirtschaftung (Pförtneranlage in Zufahrt)<br />

• Einführung automatischer Geschwindigkeits- und Abstandskontrollen<br />

mit Ahndung<br />

• Einführung <strong>der</strong> "Keep your lane"-Regel mit Ahndung<br />

Diese 4 Punkte können sofort initiiert werden. Der Zeithorizont<br />

<strong>für</strong> die Senkung des Geschwindigkeitsregimes ist hingegen später<br />

angesetzt, da dazu umfangreiche Untersuchungen, Kapazitäts-<br />

und Akzeptanzstudien notwendig sind. Es gibt bereits vereinzelt<br />

Stellen mit Rampenbewirtschaftung.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Es gibt noch k<strong>eine</strong> konkreten Resultate; Forschungen stehen zur<br />

Zeit an. Die Rampenbewirtschaftung an <strong>der</strong> Einfahrt Baden West<br />

vor dem Bareggtunnel ist noch nicht lange genug im Einsatz, als<br />

dass Unfallauswertungen und diesbezügliche Aussagen gemacht<br />

werden können. Lindenmann [3] hat die Unfalltypen bestimmt,<br />

welche durch die Beeinflussung des Verkehrsgeschehens<br />

auf Autobahnen verhin<strong>der</strong>t werden können. Es lässt sich<br />

voraussagen, dass die Realisierung dieser Massnahme <strong>eine</strong><br />

deutliche Erhöhung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit bringen wird. 2/3 <strong>der</strong><br />

Unfälle ereignen sich an Autobahneinfahrten, an Raststätteneinfahrten<br />

und Verzweigungen.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 26/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen auf Autobahn, 2000<br />

Verletzte BFS 3380<br />

(218 ANDERE, 3058 PW, 92 MR, 12 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 467<br />

(35 ANDERE, 389 PW, 37 MR, 6 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 2913<br />

(183 ANDERE, 2669 PW, 55 MR, 6 FG)<br />

Getötete BFS 43<br />

(2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 9423<br />

(1134 ANDERE, 7951 PW, 304 MR, 34 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 338<br />

(18 ANDERE, 272 PW, 44 MR, 4 FG)<br />

Und Leichtverletzte 9085<br />

(1116 ANDERE, 7679 PW, 259 MR, 29 FG)<br />

Getötete 43<br />

(2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Gemäss Lit. [3] liegen ¼ <strong>der</strong> Intervalle im Anschluss-/Verzeigungsbereich.<br />

D. h., ausgehend vom theoretischen Rettungspotential<br />

→ Wirkungsbereich = 25 %.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Durch die Enforcement-Massnahme kann <strong>eine</strong> leicht höhere<br />

Wirksamkeit als all<strong>eine</strong> durch die Geschwindigkeitslimite vermutet<br />

werden. Wirksamkeit geschätzt: 50 %. Die Wirksamkeit <strong>der</strong><br />

Rampenbewirtschaftung ist noch unbekannt. Es wird allerdings<br />

<strong>eine</strong> deutliche Erhöhung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit prognostiziert.<br />

Schätzung: 90 %. Im Schnitt ergibt das <strong>eine</strong> Wirksamkeit von<br />

70 %.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Nur vereinzelt wird es Autobahnzufahrten geben, die nicht mit<br />

den beschriebenen Massnahmen ausgestattet werden können<br />

o<strong>der</strong> müssen (wenn die Verkehrsmengen zu klein sind). Allgemein<br />

kann aber von <strong>eine</strong>m hohen Realisierungsgrad ausgegangen<br />

werden, denn die Autobahnen gehören zum grössten Teil<br />

dem Bund, und dieser kann <strong>eine</strong> gleiche Behandlung <strong>der</strong> Anschlüsse<br />

garantieren (gemäss gültiger Normen). Realisierungsgrad<br />

geschätzt: 95 %, im Durchschnitt 50 %.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Die Massnahme wird von sämtlichen Fahrzeuglenkern befolgt,<br />

die kein Selbstverschulden wie Alkohol, Unaufmerksamkeit usw.<br />

verursachen. Schätzungsweise ereignen sich 75 % solcher Unfälle.<br />

Also beträgt <strong>der</strong> Beachtungsgrad 25 %. Der Beachtungsgrad<br />

bei <strong>der</strong> Rampenbewirtschaftung wird hoch sein. Eine Lichtsignalanlage<br />

vor <strong>eine</strong>r Autobahneinfahrt wird vermutlich weniger<br />

missachtet als auf freier Strecke. Beachtungsgrad 80 %. Der<br />

Gemittelte Beachtungsgrad beträgt folglich 50 %.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 26/S. 2


Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] Bericht Lindenmann (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />

"Infrastruktur und Betrieb"<br />

[2] Tagungsband IVT <strong>der</strong> Tagung Verkehrssysteme vom<br />

23.01.2001, Vortrag Pitzinger<br />

[3] Lindenmann (2000), Unfallgeschehen auf stark belasteten<br />

Autobahnen<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 26/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 338 43<br />

Wirkungsbereich [a] 25 %<br />

25 %<br />

Wirksamkeit [b] 70 % 70 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 95 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />

Ø 50 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 23 3 12 2<br />

Motorrad 4 0 2 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 1 0<br />

Total 28 3 15 2<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 26/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 27<br />

Sicherung von Autobahnbaustellen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verhin<strong>der</strong>n <strong>der</strong> Unfälle resp. Mil<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Unfallschwere im<br />

Baustellenbereich auf Autobahnen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Der Bauunternehmer muss bei <strong>eine</strong>r Baustelle ein Konzept zur<br />

Baustellensicherung erstellen. Dieses wird durch <strong>eine</strong>n Auditor<br />

(Safety Audit) geprüft. Das Konzept soll insbeson<strong>der</strong>e folgende<br />

Aspekte berücksichtigen:<br />

• Signalisation, Markierung und Abschrankungen im Zufahrtsbereich<br />

• Signalisation, Markierung und Abschrankungen im Baustellenbereich<br />

• Beleuchtung nachts an Baustellen<br />

Bei Inbetriebnahme <strong>der</strong> Baustelle muss das zuvor gutgeheissene<br />

Baustellensicherungskonzept kontrolliert werden (durch die<br />

Unfallkommission, siehe Massnahme S 08).<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Unternehmer<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Erfahrungen mit dieser Massnahme sind vermutlich bei den kantonalen<br />

Tiefbauämtern vorhanden. [3] spricht von konkreten<br />

Massnahmen, die umgesetzt werden können, um die Sicherheit<br />

zu erhöhen.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen auf Baustellen auf <strong>der</strong> Autobahn, 2000<br />

Verletzte BFS 221<br />

(18 ANDERE, 195 PW, 7 MR; 1 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 33<br />

(1 ANDERE, 30 PW, 1 MR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 188<br />

(17 ANDERE, 165 PW, 6 MR)<br />

Getötete BFS 5 PW<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 27/S. 1


Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 627<br />

(94 ANDERE, 507 PW, 23 MR, 3 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 24<br />

(1 ANDERE, 21 PW, 1 MR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte 603<br />

(93 ANDERE, 486 PW, 22 MR, 2 FG)<br />

Getötete 5 PW<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Diese Massnahme wird in <strong>der</strong> Schweiz teilweise an den grösseren<br />

Autobahnbaustellen ausgeführt (Bsp. Baregg, gemäss Auskunft<br />

Baudepartement Kt. AG). Bei diesen Baustellen überprüft<br />

die Kantonspolizei jeweils die Sicherungsmassnahmen <strong>der</strong> Baustelle.<br />

Wegen <strong>der</strong> Anzahl und Art <strong>der</strong> Baustellen wird <strong>der</strong> Wirkungsbereich<br />

verschiedene Werte annehmen. Geschätztes Mittel:<br />

50 %.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Liegt ein Selbstverschulden vor (insbeson<strong>der</strong>e Übermüdung<br />

o<strong>der</strong> Alkohol auf Autobahnen), dann kann ein abirrendes Fahrzeug<br />

nicht mehr aufgehalten werden. Die Wirksamkeit beträgt<br />

gemäss Ahrens [2] 80 %.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Durch den gesetzlichen Zwang <strong>eine</strong>s Baustellensicherungskonzeptes<br />

und dessen Kontrolle durch den Auditor wird <strong>der</strong> Realisierungsgrad<br />

100 % betragen.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Die Massnahme wird von 80 % <strong>der</strong> Fahrzeuglenker befolgt, da<br />

sie unbemerkt respektiert wird.<br />

Offene Fragen Ein Wechsel von orangen zu gelben Baustellenmarkierungen ist<br />

zu prüfen.<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] Bericht Lindenmann (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />

"Infrastruktur und Betrieb<br />

[2] Ahrens Massnahme (1992), Auswertung von Unfällen auf<br />

Autobahnbaustellen<br />

[3] World Road Association (1996), Safety at Roadworks<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 27/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 24 5<br />

Wirkungsbereich [a] 50 %<br />

50 %<br />

Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 7 2 7 2<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 7 2 7 2<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 27/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 28<br />

Sanierung von Unfallschwerpunkten<br />

(Unfallhäufungsstellen)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Periodisches Sanieren <strong>der</strong> lokalisierten, rangierten, beurteilten<br />

und analysierten Unfallschwerpunkte (Unfallhäufungsstellen) im<br />

Strassennetz.<br />

Realisieren <strong>der</strong> möglichen Sofortmassnahmen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Kantone und Städte werden verpflichtet, die von den Unfallkommissionen<br />

erarbeiteten Sanierungsvorschläge und Sofortmassnahmen<br />

auszuführen (siehe Teilaufgabe "Unfallschwerpunkte" in<br />

Massnahme S 08).<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Die Untersuchung von 30 sanierten Unfallschwerpunkten gemäss<br />

<strong>der</strong> Beispiele, die in Jahresberichten <strong>der</strong> bfu berechnet<br />

wurden, ergibt, dass mit <strong>eine</strong>r fachgerechten Sanierung sowohl<br />

die Anzahl Unfälle als auch die Anzahl Verunfallte um rund 70 %<br />

gesenkt werden kann. Die Anzahl Getöteter ist in den vorliegenden<br />

Beispielen zu gering, um <strong>eine</strong> gesicherte Aussage machen<br />

zu können. Es kann jedoch vorsichtig geschätzt von <strong>eine</strong>r Senkung<br />

um rund 2/3 ausgegangen werden.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Es sind nachfolgend 3 Berechnungsvarianten aufgelistet. Die<br />

Datenbasis <strong>der</strong> Variante 1 (1991) wird als überholt (rund 1/3 zu<br />

hoch) erachtet, gilt aber als Grundlage <strong>für</strong> die weiteren Überlegungen:<br />

Variante 1<br />

Basierend auf <strong>der</strong> vorerwähnten Gefahrenstellenliste <strong>der</strong> bfu<br />

(1991) wurden die Zahlen <strong>der</strong> Verletzten und Getöteten gesamtschweizerisch<br />

hochgerechnet: 30'000 Unfälle mit 11'000 Verletzten<br />

und 200 Getöteten.<br />

Hochrechnung mit Dunkelziffer: Die Anzahl <strong>der</strong> Getöteten entspricht<br />

ziemlich genau <strong>der</strong> Realität, bei den Verunfallten kann<br />

<strong>eine</strong> durchschnittliche Dunkelziffer von 3.6 (ZVS-Publikation vom<br />

18.5.2000) angenommen werden.<br />

Somit kann von jährlich 200 Getöteten und 44'000 Verletzten<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 28/S. 1


ausgegangen werden, die durch diese Massnahme beeinflusst<br />

werden können.<br />

Variante 2<br />

In <strong>der</strong> VUSTA des Kantons Zürich finden sich Angaben zu erkannten<br />

Unfallschwerpunkten auf dem Kantonsgebiet. Es sind<br />

dies 34 Sanierungsstellen. In <strong>eine</strong>r vereinfachten Hochrechnung<br />

auf die Schweiz kann von rund 1000 Sanierungsstellen ausgegangen<br />

werden, die im Schnitt jährlich 15 Unfälle ergeben.<br />

Aufgrund dieses Gedankenganges müsste das mit Variante 1<br />

errechnete Rettungspotenzial ca. halbiert werden.<br />

Variante 3<br />

Diese Variante geht vom vereinfachten Gedankenmodell aus,<br />

dass sich Unfälle an lokalisierten Schwerpunkten grösstenteils<br />

an Kreuzungen ereignen. Die Auswertung <strong>der</strong> BFS-Datenbank<br />

(2000) ergibt Verunfalltenzahlen in <strong>der</strong> Grössenordnung <strong>der</strong><br />

Hälfte <strong>der</strong> Zahlenwerte <strong>der</strong> Variante 1.<br />

Weiterverfolgung <strong>der</strong> Variante 1, Reduktion <strong>der</strong> Werte um 40 %:<br />

26'400 Verletzte, 120 Getötete.<br />

Aufteilung nach Verkehrsteilnahme:<br />

Verletzte 26'400<br />

(1500 ANDERE, 11'276 PW, 3'686 MR, 1326 MOFA, 6667 FR, 1'945 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1'438<br />

(440 PW, 417 MR; 118 MOFA; 267 FR, 165 FG, 31 ANDERE)<br />

Und Leichtverletzte 24'962<br />

(10'836 PW, 3'269 MR; 1'208 MOFA; 6'400 FR, 1'780 FG, 1'469 ANDERE)<br />

Getötete 120<br />

(55 PW; 19 MR; 4 MOFA, 10 FR, 26 FG, 6 ANDERE)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Der Wirkungsbereich beträgt 100 %, weil die Massnahme nur<br />

dort eingesetzt wird, wo lokalisierte Unfallschwerpunkte ausgemacht<br />

wurden und noch k<strong>eine</strong> Sanierung stattgefunden hat.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Wie unter "Erfahrungen" bemerkt, kann davon ausgegangen<br />

werden, dass die Verunfalltenzahl resp. Zahl <strong>der</strong> Getöteten um<br />

rund 60 % gesenkt werden kann.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 8 % im ersten Jahr, bis 80 % im 2015 (später max. 90 %), d. h.<br />

40 % im Durchschnitt<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 85 %<br />

Offene Fragen Weiterwirken <strong>der</strong> Massnahme nach 10 Jahren<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Siegrist, S. (1997), Sicherheit und Umweltschutz: unterschiedliche<br />

Ziel, gemeinsamer Nutzen?, bfu, Bern<br />

Jahresberichte bfu<br />

Gefahrenstellenlisten <strong>der</strong> bfu<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 28/S. 2


Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

JA<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1438 120<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 90 %<br />

Ø 40 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 85 %<br />

Ø 85 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 202 25 90 11<br />

Motorrad 191 9 85 4<br />

Mofa 54 2 24 1<br />

Fahrrad 123 5 54 2<br />

Fussgänger 76 12 34 5<br />

An<strong>der</strong>e 14 3 6 1<br />

Total 660 56 293 24<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 28/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 29<br />

Sanierung von Knoten mit Unfällen beim<br />

Richtungswechsel innerorts<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Bekämpfung <strong>der</strong> Unfälle beim Richtungswechsel an Knoten innerorts.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Ab 2005 sind die zuständigen kommunalen und kantonalen Behörden<br />

verpflichtet, in Zusammenarbeit mit den entsprechenden<br />

Unfallkommissionen, die Knoten innerorts bezüglich Unfälle beim<br />

Richtungswechsel systematisch zu überprüfen.<br />

Pro Jahr sind pro Unfallkommission 6 Knoten zu analysieren,<br />

Massnahmen zu erarbeiten und entsprechende Sanierungen in<br />

die Wege zu leiten.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Richtungswechsel an Kreuzungen<br />

innerorts, 2000<br />

Verletzte BFS 1371<br />

(27 ANDERE, 582 PW, 418 MR, 103 MOFA, 240 FR, 1 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 225<br />

(3 ANDERE, 51 PW, 95 MR, 20 MOFA, 55 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 1146<br />

(24 ANDERE, 531 PW, 323 MR, 83 MOFA, 185 FR)<br />

Getötete BFS 10 (1 ANDERE, 1 PW, 4 MR, 4 FR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 5446<br />

(140 ANDERE, 1513 PW, 1379 MR, 443 MOFA, 1968 FR, 3 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 244<br />

(2 ANDERE, 36 PW, 114 MR, 30 MOFA, 61 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte 5202<br />

(138 ANDERE, 1477 PW, 1265 MR, 413 MOFA, 1907 FR, 2 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 29/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 35 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Getötete 10<br />

(1 ANDERE, 1 PW, 4 MR, 4 FR)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 80 %. Durchschnittlich 40 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 85 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 29/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 244 10<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 35 % 35 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />

Ø 40 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 85 %<br />

Ø 85 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 9 0 4 0<br />

Motorrad 27 1 14 0<br />

Mofa 7 0 4 0<br />

Fahrrad 15 1 7 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 58 2 29 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 29/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 30<br />

Überprüfung und Sanierung <strong>der</strong> Beleuchtung<br />

an ausgewählten Örtlichkeiten<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Systematische Überprüfung des Beleuchtungsniveaus an kritischen<br />

Stellen im Strassennetz inkl. Sanierung von ungenügenden<br />

Anlagen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Unfallkommissionen werden verpflichtet, das Beleuchtungsniveau<br />

an Fussgängerstreifen, Knoten innerorts (verkehrsorientierte<br />

Strassen), an Autobahnanschlüssen und in Tunnels zu<br />

überprüfen. Wo Defizite im Beleuchtungsniveau festegestellt<br />

werden, sind diese zu beheben.<br />

Pro Behörde sind jährlich 5 % <strong>der</strong> genannten Anlagen zu behandeln.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2025<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen an Fussgängerstreifen nachts, 2000<br />

Verletzte BFS 337<br />

(1 ANDERE, 19 PW, 10 MR, 2 FR, 305 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 120<br />

(2 PW, 2 MR, 116 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 217<br />

(1 ANDERE, 17 PW, 8 MR, 2 FR, 189 FG)<br />

Getötete BFS 22 FG<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 958<br />

(5 ANDERE, 49 PW, 33 MR, 16 FR, 854 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 85<br />

(1 PW, 2 MR, 81 FG)<br />

Und Leichtverletzte 873<br />

(5 ANDERE, 48 PW, 31 MR, 16 FR, 773 FG)<br />

Getötete 22 FG<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 30/S. 1


Verunfallte bei Unfällen an Knoten innerorts nachts, 2000<br />

Verletzte BFS 957<br />

(18 ANDERE, 543 PW, 208 MR, 46 MOFA, 92 FR, 50 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 185<br />

(2 ANDERE, 86 PW, 53 MR, 9 MOFA, 21 FR, 14 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 772<br />

(16 ANDERE, 457 PW, 155 MR, 37 MOFA, 71 FR, 36 FG)<br />

Getötete BFS 5<br />

(3 PW, 1 FR, 1 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 3284<br />

(94 ANDERE, 1412 PW, 686 MR, 198 MOFA, 754 FR, 140 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 171<br />

(1 ANDERE, 60 PW, 64 MR, 14 MOFA, 23 FR, 10 FG)<br />

Und Leichtverletzte 3113<br />

(93 ANDERE, 1352 PW, 623 MR, 184 MOFA, 731 FR, 130 FG)<br />

Getötete 5<br />

(3 PW, 1 FR, 1 FG)<br />

Verunfallte bei Unfällen an Autobahnanschlüssen nachts, 2000<br />

Verletzte BFS 1076<br />

(49 ANDERE, 1011 PW, 12 MR, 4 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 172<br />

(7 ANDERE, 156 PW, 6 MR, 3 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 904<br />

(42 ANDERE, 855 PW, 6 MR, 1 FG)<br />

Getötete BFS 26<br />

(23 PW, 3 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 2934<br />

(255 ANDERE, 2629 PW, 40 MR, 11 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 122<br />

(4 ANDERE, 109 PW, 7 MR, 2 FG)<br />

Und Leichtverletzte 2812<br />

(251 ANDERE, 2519 PW, 32 MR, 9 FG)<br />

Getötete 26<br />

(23 PW, 3 FG)<br />

Verunfallte bei Unfällen in Tunnels, 2000<br />

Verletzte BFS 421<br />

(31 ANDERE, 333 PW, 37 MR, 2 MOFA, 17 FR, 1 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 79<br />

(4 ANDERE, 46 PW, 19 MR, 2 MOFA, 7 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 342<br />

(27 ANDERE, 287 PW, 18 MR, 10 FR)<br />

Getötete BFS 6<br />

(3 PW, 2 MR, 1 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 30/S. 2


Wirkungsbereich 2 [a] 60 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 20 %.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 1300<br />

(161 ANDERE, 866 PW, 122 MR, 9 MOFA, 139 FR, 3 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 68<br />

(2 ANDERE, 32 PW, 23 MR, 3 MOFA, 8 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte 1232<br />

(159 ANDERE, 834 PW, 99 MR, 6 MOFA, 132 FR, 2 FG)<br />

Getötete 6<br />

(3 PW, 2 MR, 1 FG)<br />

Zusammenfassung <strong>der</strong> Hochrechnungen:<br />

Verletzte 8476<br />

(515 ANDERE, 4956 PW, 881 MR, 206 MOFA, 910 FR, 1008<br />

FG)<br />

Davon Schwerverletzte 448<br />

(7 ANDERE, 203 PW, 96 MR, 17 MOFA, 31 FR, 94 FG)<br />

Und Leichtverletzte 8028<br />

(508 ANDERE, 4753 PW, 785 MR, 189 MOFA, 879 FR, 914 FG)<br />

Getötete 59<br />

(29 PW, 2 MR, 1 FR, 27 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 5 % im ersten Jahr, 80 % im letzten Jahr: Durchschnitt 40 %.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 100 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 30/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 448 59<br />

Wirkungsbereich [a] 60 %<br />

60 %<br />

Wirksamkeit [b] 20 % 20 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />

Ø 40 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 19 3 10 1<br />

Motorrad 9 0 5 0<br />

Mofa 2 0 1 0<br />

Fahrrad 3 0 1 0<br />

Fussgänger 9 3 5 1<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />

Total 43 6 22 2<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 30/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 31<br />

Sicherung von Fussgänger-Querungen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Orte mit hohen Querungsbedürfnissen von Fussverkehrsströmen<br />

sollen so gestaltet werden, dass die Querungen mit optimaler<br />

Sicherheit vorgenommen werden können.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Gesetzliche Verpflichtung <strong>der</strong> zuständigen Unfallkommissionen,<br />

an allen Örtlichkeiten mit hohen Querungsbedürfnissen Sicherheits-Vorkehrungen<br />

gemäss VSS-Normen zu treffen.<br />

Dies unabhängig davon, ob die Fussverkehrsströme die Strassen<br />

mit o<strong>der</strong> ohne Vortritt queren (also mit o<strong>der</strong> ohne Fussgängerstreifen).<br />

Jährlich sollen 10 % <strong>der</strong> Querungsstellen saniert werden.<br />

Anmerkung: Es liegen noch nicht zu je<strong>der</strong> Querungsform entsprechende<br />

VSS-Normen vor, ein entsprechendes Normkonzept ist<br />

jedoch genehmigt.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Es sind k<strong>eine</strong> entsprechenden Erfahrungen bekannt.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Unfalltyp 01 (Kollision Fahrzeug mit querendem Fussgänger),<br />

Verunfallte Fussgänger (2000)<br />

Verletzte BFS: 1804 Fussgänger<br />

Davon Schwerverletzte BFS: 593 Fussgänger<br />

Und Leichtverletzte BFS: 1211 Fussgänger<br />

Getötete BFS: 80 Fussgänger<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte: 5051<br />

Davon Schwerverletzte: 415<br />

Und Leichtverletzte: 4636<br />

Getötete: 80<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Da nur die problematischen Stellen von <strong>der</strong> Massnahme betroffen<br />

sind, beträgt <strong>der</strong> Wirkungsbereich 70 %.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Als Vergleichsgrösse wird die Wirksamkeit bei <strong>der</strong> Sanierung<br />

von Unfallschwerpunkten herangezogen (70 %).<br />

Vermutlich liegt die Wirksamkeit bei dieser Massnahme tiefer, da<br />

auch bei geringeren Kollisions-Geschwindigkeiten mit verletzten<br />

Fussgängern zu rechnen ist.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 31/S. 1


Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 8 % im ersten Jahr – 80 % im 2015. Damit im Durchschnitt 40 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 50 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 25, Sicherheit auf Schulwegen (Haldemann, R. &<br />

Weber, W., 1994)<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 31/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 415 80<br />

Wirkungsbereich [a] 70 %<br />

70 %<br />

Wirksamkeit [b] 70 % 70 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />

Ø 40 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />

Ø 50 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 0 0 0 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 81 16 41 8<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 81 16 41 8<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 31/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 32<br />

Sicherung von Querungen und Linksabbiegemanövern<br />

<strong>für</strong> den leichten Zweiradverkehr<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Orte mit hohen Querungsbedürfnissen resp. Linksabbiegemanövern<br />

von leichtem Zweiradverkehr sollen so gestaltet werden,<br />

dass diese mit optimaler Sicherheit vorgenommen werden können<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Gesetzliche Verpflichtung <strong>der</strong> zuständigen Unfallkommissionen,<br />

an allen Örtlichkeiten mit hohen Querungsbedürfnissen resp.<br />

Linksabbiegemanövern von leichtem Zweiradverkehr Sicherheits-<br />

Vorkehrungen gemäss VSS-Normen zu treffen. Jährlich sollen<br />

10 % <strong>der</strong> Querungsstellen saniert werden<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von Mofa- und Velofahrern beim<br />

Linksabbiegen und beim Queren, 2000<br />

Verletzte BFS 934<br />

(1 ANDERE, 12, PW, 23 MR, 270 MOFA, 621 FR, 7 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 234<br />

(1 PW, 6 MR, 64 MOFA, 159 FR, 4 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 700<br />

(1 ANDERE, 11 PW, 17 MR, 206 MOFA, 462 FR, 3 FG)<br />

Getötete BFS 15 (13 FR, 2 MOFA)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 6385<br />

(5 ANDERE, 31 PW, 76 MR, 1161 MOFA, 5092 FR, 20 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 282<br />

(1 PW, 7 MR, 96 MOFA, 175 FR, 3 FG)<br />

Und Leichtverletzte 6103<br />

(5 ANDERE, 30 PW, 69 MR, 1065 MOFA, 4917 FR, 17 FG)<br />

Getötete 15 (13 FR, 2 MOFA)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 32/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] Da nur die problematischen Stellen von <strong>der</strong> Massnahme betroffen<br />

sind, beträgt <strong>der</strong> Wirkungsbereich 70 %.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Als Vergleichsgrösse wird die Wirksamkeit bei <strong>der</strong> Sanierung<br />

von Unfallschwerpunkten herangezogen (70 %).<br />

Vermutlich liegt die Wirksamkeit bei dieser Massnahme tiefer, da<br />

auch bei geringeren Kollisions-Geschwindigkeiten mit verletzten<br />

Fussgängern resp. Velofahrern zu rechnen ist.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 8 % im ersten Jahr – 80 % im 2015. Damit im Durchschnitt 40 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 50 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 32/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 282 15<br />

Wirkungsbereich [a] 70 %<br />

70 %<br />

Wirksamkeit [b] 70 % 70 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />

Ø 40 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />

Ø 50 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 0 0 0 0<br />

Motorrad 1 0 1 0<br />

Mofa 19 0 9 0<br />

Fahrrad 34 3 17 1<br />

Fussgänger 1 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 55 3 27 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 32/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 33<br />

Überprüfung und Sanierung von Knoten<br />

innerorts und ausserorts<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Systematische Überprüfung aller bestehenden Knoten innerorts<br />

und ausserorts.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Unfallkommissionen werden verpflichtet, alle bestehenden<br />

Knoten auf verkehrsorientierten Strassen innerorts und ausserorts<br />

hinsichtlich Verkehrsregime, Knotentyp, Knotenelemente zu<br />

überprüfen und wo nötig zu sanieren.<br />

Pro Behörde sind jährlich 5 % aller Knoten zu behandeln.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2025<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen an Kreuzungen, 2000<br />

Verletzte BFS 4727<br />

(165 ANDERE, 2392 PW, 1053 MR, 270 MOFA, 621 FR, 226<br />

FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 827<br />

(22 ANDERE, 254 PW, 264 MR, 64 MOFA, 159 FR, 64 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 3900<br />

(143 ANDERE, 2138 PW, 789 MR, 206 MOFA, 462 FR, 162 FG)<br />

Getötete BFS 45<br />

(4 ANDERE, 14 PW, 10 MR, 2 MOFA, 13 FR, 2 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 17438<br />

(858 ANDERE, 6219 PW, 3475 MR, 1161 MOFA, 5092 FR, 633<br />

FG)<br />

Davon Schwerverletzte 822<br />

(11 ANDERE, 178 PW, 317 MR, 96 MOFA, 175 FR, 45 FG)<br />

Und Leichtverletzte 16616<br />

(847 ANDERE, 6041 PW, 3158 MR, 1065 MOFA, 4917 FR, 588<br />

FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 33/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 33 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 30 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Getötete 45<br />

(4 ANDERE, 14 PW, 10 MR, 2 MOFA, 13 FR, 2 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 5 % im ersten Jahr, 80 % im 2025; durchschnittlich: 40 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 95 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 33/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 822 45<br />

Wirkungsbereich [a] 33 %<br />

33 %<br />

Wirksamkeit [b] 30 % 30 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />

Ø 40 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 95 %<br />

Ø 95 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 13 1 7 1<br />

Motorrad 24 1 12 0<br />

Mofa 7 0 4 0<br />

Fahrrad 13 1 7 0<br />

Fussgänger 3 0 2 0<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />

Total 61 3 32 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 33/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 34<br />

Massnahmen zur Verbesserung <strong>der</strong> Schulwege<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verpflichtung <strong>der</strong> Gemeinden, Schulwegsicherungskonzepte<br />

auszuarbeiten und periodisch zu kontrollieren. Anschliessend<br />

sind an den eruierten Stellen entsprechende Sanierungsmassnahmen<br />

zu projektieren und umzusetzen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die unterschiedlichen Schulwege <strong>für</strong> Fussgänger (FG) und leichten<br />

Zweiradverkehr (FR) sind durch die Schule/Gemeinde getrennt<br />

aufzunehmen und kritische Punkte zu lokalisieren d.h.<br />

Querungen und Linksabbiegmanöver (evtl. auch Längsverkehr).<br />

Diese gemeinsam eruierten Gefahrenstellen sollen mit dem tatsächlichen<br />

Unfallgeschehen verglichen und ergänzt werden. Anschliessend<br />

sind Schulwegkonzepte mit konkreten Massnahmen<br />

technischer und organisatorischer Art zu planen, projektieren<br />

und umzusetzen zwecks Erhöhung <strong>der</strong> Sicherheit auf dem<br />

Schulweg.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen K<strong>eine</strong> Forschung o<strong>der</strong> vollständige Umsetzung bekannt. Einzelbeispiele<br />

müssten herausgesucht und nachgefragt werden.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte Kin<strong>der</strong> (0–14 J.) auf dem Schulweg nach Verkehrsteilnahme<br />

Fussgänger, Fahrradfahrende (2000)<br />

Verletzte BFS 1526 (691 VELO, 832 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 402 (177 FR, 225 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 1121 (514 FR, 607 FG)<br />

Getötete BFS 20 (4 FR, 16 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 7996 (5666 FR, 2330 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 353 (195 FR, 158 FG)<br />

Und Leichtverletzte 7643 (5471 FR, 2172 FG)<br />

Getötete 20 (4 FR, 16 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 34/S. 1


Davon Schulweg 25 %:<br />

Verletzte 2000 (1417 FR, 583 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 89 (49 FR, 40 FG)<br />

Und Leichtverletzte 1911 (1368 FR, 543 FG)<br />

Getötete 5 (1 FR, 4 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Ca. 30 % <strong>der</strong> Schulwege sind schon saniert, sodass Wirkungsbereich<br />

ca. 70 % beträgt.<br />

Wirksamkeit 3 [b] 50 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Bis Ende Realisierungsphase 70 %, (später maximal 90 %).<br />

Im Durchschnitt 35 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Die baulichen Massnahmen werden voll, die betrieblichen und<br />

organisatorischen zum grössten Teil beachtet. Total bis Umsetzung<br />

ca. 70 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 25 (1994), Verkehrssicherheit auf Schulwegen (Haldemann,<br />

R. & Weber, W.)<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 34/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 89 5<br />

Wirkungsbereich [a] 70 %<br />

70 %<br />

Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 90 %<br />

Ø 35 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 70 %<br />

Ø 70 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 0 0 0 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 11 0 4 0<br />

Fussgänger 9 1 3 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 20 1 7 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 34/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 35<br />

Automatische Verkehrskontrollen: stationäre<br />

Einrichtungen<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme umfasst die Errichtung von stationären Anlagen<br />

zur automatischen Kontrolle von Fahrzeugen, Ladungen und<br />

Verhalten im Verkehr während <strong>der</strong> Fahrt, automatische Erkennung<br />

von Abweichungen von Normen und Aufzeichnung von<br />

Beweismitteln.<br />

Zu den Hilfsmitteln und Bestandteilen <strong>eine</strong>s solchen Systems<br />

gehören:<br />

• automatische Erkennung <strong>der</strong> Übertretung mittels Sensorik<br />

(Radar, Laser etc.)<br />

• automatische Beweissicherung im Übertretungsfall mittels<br />

digitaler Videotechnik<br />

• automatische Identifikation des übertretenden Fahrzeugs<br />

mittels automatischer Kontrollschil<strong>der</strong>kennung<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1990 initiiert)<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Erste automatische Anlagen sind bereites im Einsatz (Radarkasten)<br />

o<strong>der</strong> im Testbetrieb (z. B. Pilotanlage LPR im Baregg Tunnel,<br />

LSVA Pilotanlage Enforcement Belchen Süd).<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von PW, LW, Bus/Car<br />

und MR, 2000<br />

Verletzte BFS 27996 (1028 ANDERE, 17145 PW, 4204 MR, 946<br />

MOFA, 2244 FR, 2429 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 5491 (187 ANDERE, 2431 PW;<br />

1273 MR, 222 MOFA, 596 FR, 782 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 22505 (841 ANDERE, 14714 PW, 2931<br />

MR, 724 MOFA, 1648 FR, 1647 FG)<br />

Getötete BFS 550 (24 ANDERE, 273 PW, 89 MR, 13 MOFA, 33<br />

FR, 118 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 35/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 50%<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 93 066 (5346 ANDERE, 44577 PW, 13873 MR, 4068<br />

MOFA, 18401 FR, 6801 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 4860 (94 ANDERE, 1702 PW, 1528 MR;<br />

333 MOFA; 656 FR, 547 FG)<br />

Und Leichtverletzte 88206 (5252 ANDERE, 42875 PW; 12345<br />

MR, 3735 MOFA, 17745 FR, 6254 FG)<br />

Getötete 550 (24 ANDERE, 273 PW, 89 MR, 13 MOFA, 33 FR,<br />

118 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 15%<br />

Die Erhöhung <strong>der</strong> Kontrolldichte wirkt sich positiv auf das Verhalten<br />

<strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer und auf die Berücksichtigung <strong>der</strong><br />

Verkehrsregeln aus. (Quelle: Forschungprojekt VERA)<br />

Dank <strong>der</strong> angepassten Geschwindigkeit vermin<strong>der</strong>t sich z. B. die<br />

Kollisionsenergie.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% (65%)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 40% (40%)<br />

Der Beachtungsgrad von telematischen Enforcementmassnahmen<br />

liegt vermutlich höher als bei den klassischen Kontrollen, da<br />

sowohl Kontrollhäufigkeit als auch Sanktionswahrscheinlichkeit<br />

deutlich erhöht werden können.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

VERA/ASTRA/RAPP AG (2000), Video Enforcement Systeme im<br />

Strassenverkehr, Zusammenfassung des EU-<br />

Forschungprojekts VERA, nicht veröffentlicht<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 35/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 4860 550<br />

Wirkungsbereich [a] 50 %<br />

50 %<br />

Wirksamkeit [b] 15 % 15 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 65 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 40 %<br />

Ø 40 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 51 8 33 5<br />

Motorrad 46 3 30 2<br />

Mofa 10 0 6 0<br />

Fahrrad 20 1 13 1<br />

Fussgänger 16 4 11 2<br />

An<strong>der</strong>e 3 1 2 0<br />

Total 146 17 95 10<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 35/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 36<br />

Automatische Verkehrskontrollen: digitaler<br />

Führerausweis und intelligentes Zündschloss<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht die obligatorische Einführung des digitalen<br />

Führerausweises vor. Eine Chipkarte dient als Träger <strong>der</strong><br />

Daten des Führerausweises. Das "intelligente Zündschloss"<br />

verfügt über ein Lesegerät <strong>für</strong> den digitalen Führerausweis. Bei<br />

unberechtigten Fahrzeuglenkern bleibt das Fahrzeug blockiert.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughalter<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Obligatorische Ausrüstung aller Fahrzeugführer. Dieses Obligatorium<br />

kann aber nur auf gesamteuropäischer Ebene eingeführt<br />

werden. Realistischer Zeithorizont: Ausrüstung bis ins Jahre<br />

2015<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Unfälle, die durch Lenker mit Führerausweisentzug verursacht<br />

werden. Laut <strong>der</strong> ADMAS-Statstik gab es im Jahr 2000 53'775<br />

Führerausweisentzüge, 1369 Personen wurden wegen Fahrens<br />

trotz Entzug bestraft, 135 Unfälle geschahen mit Beteiligung von<br />

Lenkern, die <strong>eine</strong>n Führerausweisentzug hatten.<br />

Gemäss BFS sind pro 1000 Unfälle 375 Verunfallte, 80 Schwerverletzte<br />

und 8 Getötete zu verzeichnen. Da es sich bei den<br />

Unfällen mit Entzügen hauptsächlich um Geschwindigkeits- und<br />

Trunkenheitsdelikte mit bekanntermassen höherem Verletzungsrisiko<br />

handelt, wird gegenüber dem Normalverhältnis von Unfällen<br />

zu Verunfallten/Schwerverletzten/Getöteten ein Faktor 2<br />

angenommen, d. h. es wird von 750 Verunfallten, 160 Schwerverletzten<br />

und 16 Getöteten pro 1000 Unfälle ausgegangen.<br />

Für die 135 Unfälle mit Fahren trotz Entzug bedeutet dies, dass<br />

folgende Zahlen von Verunfallten durch die Massnahme beeinflussbar<br />

sind: 101 Verunfallte, wovon 22 Schwerverletzte und 2<br />

Getötete<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />

Wirksamkeit 3 [b] 100%<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 36/S. 1


Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% (50%)<br />

Die intelligente Wegfahrsperre stellt sicher, dass nur berechtigte<br />

Fahrer das Fahrzeug benutzen. Somit kann die Exposition von<br />

unberechtigten Fahrten grundsätzlich eliminiert werden.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 50% (50%)<br />

Der Missbrauch von Führerausweisen kann mit technischen<br />

Mitteln nur begrenzt verhin<strong>der</strong>t werden. Personen ohne o<strong>der</strong> mit<br />

gesperrtem Fahrzeugausweis können nach wie vor <strong>eine</strong>n gültigen<br />

Ausweise beschaffen.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 36/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 22 2<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />

Ø 50 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 11 1 6 1<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 11 1 6 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 36/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 37<br />

Überprüfung und Sanierung aller unbeschrankter<br />

Bahnübergänge<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Unbeschrankte Bahnübergänge sollen systematisch auf die Verkehrssicherheit<br />

untersucht und angepasst werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Unbeschrankte Bahnübergänge sollen systematisch anhand<br />

<strong>eine</strong>r Checkliste überprüft und je nach Notwendigkeit aufgehoben<br />

o<strong>der</strong> saniert werden. Die Checkliste soll auch ein Schema<br />

enthalten, wie die Bahnübergänge zu sanieren sind. Die eigentliche<br />

Überprüfung sowie die Anordnung <strong>der</strong> Massnahmen zur<br />

Sanierung des Überganges erfolgen durch die zuständige Unfallkommission.<br />

Ein Übergang kann:<br />

• aufgehoben werden,<br />

• mittels Niveauunterschied (Über- o<strong>der</strong> Unterführung) gequert<br />

werden,<br />

• durch <strong>eine</strong> Schranke gesichert werden,<br />

• mit zusätzlichen Warnlichtern (z. B. Rottenwarnanlage siehe<br />

Seetalbahn) ausgestattet werden,<br />

• im aktuellen Zustand belassen werden.<br />

Die Unfallkommissionen sollen pro Jahr 5 bis 10 <strong>der</strong> überprüften<br />

Bahnübergänge sanieren lassen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Bahnen (SBB, BLS etc.)<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen Ogden, Patton und Clark [2] fanden raus, dass die meisten Unfälle<br />

geschehen, indem ein Fahrzeug von <strong>der</strong> Seite in <strong>eine</strong>n Zug<br />

fährt. Die Unfälle sind meistens schwer, jedoch eher selten. Sie<br />

verursachen aber fast immer ein grosses Interesse <strong>der</strong> Medien<br />

und dementsprechend werden Massnahmen gefor<strong>der</strong>t.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei unbewachten Bahnübergängen, 2000<br />

Verletzte BFS 101<br />

(24 ANDERE, 33 PW, 2 MR, 2 MOFA, 8 FR, 32 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 36<br />

(9 ANDERE, 7 PW, 2 MR, 1 MOFA, 5 FR, 12 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 65<br />

(15 ANDERE, 26 PW, 1 MOFA, 3 FR, 20 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 37/S. 1


Getötete BFS 8<br />

(1 PW, 2 FR, 5 FG)<br />

KEINE Hochrechnung mit Dunkelziffern.<br />

Wirkungsbereich 2 [a] An einigen Bahnübergängen wurden Sanierungsmassnahmen<br />

bereits realisiert. Die Massnahme muss aber noch an vielen<br />

Bahnübergängen ausgeführt werden. Zudem müssen auch die<br />

getroffenen Massnahmen an den bestehenden Bahnübergängen<br />

überprüft und ev. angepasst werden. Schätzung Wirkungsbereich:<br />

90 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] Es sind Studien über die Sicherheit von Bahnübergängen vorhanden.<br />

Die erwähnte Studie von Ogden liefert aber in [3] k<strong>eine</strong><br />

Zahlen. Schätzung Wirksamkeit: 90 %.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Die Massnahme erstreckt sich flächenhaft. Innert 15 Jahren<br />

können alle 5000 Bahnübergänge saniert werden. Das entspricht<br />

<strong>eine</strong>m Realisierungsgrad <strong>der</strong> Massnahme von 100 %. Durchschnitt<br />

30 %.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Die Massnahme wird schätzungsweise von 80 % <strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer<br />

befolgt. Die Bahnübergänge, die immer noch<br />

k<strong>eine</strong> Sicherungsmassnahmen aufweisen o<strong>der</strong> nur <strong>eine</strong> Rottenwarnanlage<br />

bieten, sind immer noch Konfliktpunkte.<br />

Offene Fragen Es sollte ein Gesetzesartikel, o<strong>der</strong> <strong>eine</strong> Verfügung des UVEK<br />

zustande kommen, damit die Massnahme <strong>eine</strong> gesetzliche<br />

Grundlage erhält. Ansonsten ist es schwierig, die verschiedenen<br />

Bahngesellschaften zur Kooperation anzuhalten.<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] Bericht Lindenmann (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />

"Infrastruktur und Betrieb"<br />

[2] Ogden, Patton and Clark (1973), A review of Railway crossings<br />

in relation to road safety<br />

[3] Ogden (1997), Safer Roads, A Guide to Road Safety Engineering<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 37/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 36 8<br />

Wirkungsbereich [a] 90 %<br />

90 %<br />

Wirksamkeit [b] 90 % 90 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 30 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 5 1 1 0<br />

Motorrad 1 0 0 0<br />

Mofa 1 0 0 0<br />

Fahrrad 3 1 1 0<br />

Fussgänger 8 3 2 1<br />

An<strong>der</strong>e 6 0 2 0<br />

Total 24 5 6 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 37/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 38<br />

Massnahmen zur Verhin<strong>der</strong>ung des Ausweichverkehrs<br />

von Lastwagen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Inbetriebnahme LSVA<br />

Verkehr weicht auf untergeordnetes Strassennetz aus<br />

Beobachtungsnetz von Zählstellen und Gegenmassnahmen<br />

eruieren<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Zur Verhin<strong>der</strong>ung des Ausweichverkehrs <strong>der</strong> schweren Güterfahrzeuge<br />

von <strong>der</strong> Autobahn auf das kantonale Hauptstrassennetz<br />

muss ein Beobachtungsnetz definiert und eingeführt werden,<br />

welches periodisch die Verkehrsmengen erfasst und nach<br />

festgelegten Kriterien bestimmt, ob überhaupt und wenn ja welche<br />

Massnahme zum Zuge kommt.<br />

Mögliche Abhilfemassnahmen sind zu evaluieren und durch die<br />

Kantone umzusetzen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Zur Zeit liegen k<strong>eine</strong> Anwendungsbeispiele vor.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von Schweren Güterfahrzeugen auf<br />

Ausserortsstrassen, 2000<br />

Verletzte BFS 365 (125 ANDERE, 207 PW, 17 MR; 3 MOFA, 11<br />

FR, 2 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 90 (29 ANDERE, 48 PW, 9 MR, 4<br />

FR)<br />

Und Leichtverletzte BFS 275 (96 ANDERE, 159 PW, 8 MR, 3<br />

MOFA, 7 FR, 2 FG)<br />

Getötete BFS 35 ( 7 ANDERE, 19 PW, 5 MR; 2 MOFA, 2 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 1353 (650 ANDERE, 538 PW, 56 MR; 13 MOFA, 90<br />

FR, 6 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 64 (15 ANDERE, 34 PW, 11 MR, 4 FR)<br />

Und Leichtverletzte 1289 (635 ANDERE, 504 PW, 45 MR; 13<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 38/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 20 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 50 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

MOFA, 86 FR, 6 FG)<br />

Getötete 35 (7 ANDERE, 19 PW, 5 MR; 2 MOFA, 2 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 70 % maximal, 35 % im Durchschnitt<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 60 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen K<strong>eine</strong> relevante Literatur gefunden.<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 38/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 64 35<br />

Wirkungsbereich [a] 20 %<br />

20 %<br />

Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 70 %<br />

Ø 35 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 60 %<br />

Ø 60 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 1 1 1 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />

Total 2 1 1 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 38/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 39<br />

Verbesserung <strong>der</strong> baulichen Schnittstellen<br />

zwischen öffentlichem Verkehr und Individualverkehr<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Systematische Überprüfung von Bus- und Tramhaltestellen.<br />

För<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Anordnung von Zeitinseln entlang von Bus- und<br />

Tramhaltestellen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung 1. Bus- und Tramhaltestellen sind anhand <strong>der</strong> gültigen Normen<br />

resp. mit Hilfe von Checklisten systematisch zu überprüfen.<br />

Wo nötig, sind bauliche o<strong>der</strong> organisatorische Anpassungen<br />

vorzunehmen.<br />

2. Die Anordnung von Zeitinseln entlang von Bus- und Tramhaltestellen<br />

ist zu för<strong>der</strong>n. Wo zwingend nötig, sind diese einzurichten.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Betreiber öffentl. Verkehr<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Fussgängerunfällen im Bereich von Haltestellen<br />

ö.V., 2000<br />

Verletzte BFS 88<br />

(3 ANDERE, 1 MR, 3 FR, 81 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 32<br />

(1 MR, 1 FR, 30 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 56<br />

(3 ANDERE, 2 FR, 51 FG)<br />

Getötete BFS 7 FG<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 271<br />

(16 ANDERE, 3 MR, 25 FR, 227 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 23<br />

(1 MR, 1 FR, 21 FG)<br />

Und Leichtverletzte 248<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 39/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 60 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

(16 ANDERE, 2 MR, 24 FR, 206 FG)<br />

Getötete 7 FG<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 %, im Durchschnitt 50 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 39/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 23 7<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 0 0 0 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 10 3 5 2<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 10 3 5 2<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 39/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 40<br />

Obligatorischer Einbau Lichteinschaltautomatik<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Ab 2005 müssen alle Neuwagen mit <strong>eine</strong>m automatischen Lichteinschaltgerät<br />

versehen sein.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Das Gerät schaltet automatisch mit dem Start des Motors beim<br />

Automobil das Abblendlicht ein.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Automobilimporteure<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015 (innerhalb von 10 J. ist<br />

<strong>der</strong> Wagenpark erneuert)<br />

Erfahrungen Studien zu den Auswirkungen des Gebrauchs von Licht am Tag<br />

bestätigen die positiven Auswirkungen auf <strong>der</strong> Ebene des Unfallgeschehens:<br />

In <strong>eine</strong>r Analyse von 24 Studien kommt das<br />

nie<strong>der</strong>ländische Institut SWOV zum Schluss, dass sämtliche<br />

Studien zu positiven Resultaten führen. Für die gesamte EU wird<br />

mit <strong>eine</strong>r durchschnittlichen Abnahme von 25 % <strong>der</strong> tödlichen<br />

Kollisionen am Tag gerechnet (Annahme: Einschaltquote 100 %).<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Alle Unfalltypen tagsüber exklusive Schleu<strong>der</strong>-/Selbstunfälle, Tierunfälle<br />

und An<strong>der</strong>e: 192 Getötete und 14649 Verletzte (2000)<br />

Verletzte BFS 14649<br />

(505 ANDERE, 8049 PW, 2229 MR, 1649 FR, 1566 FG, 651 MOFA)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 2527<br />

(83 ANDERE, 765 PW, 591 MR, 149 MOFA, 455 FR, 484 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 12122<br />

(422 ANDERE, 7284 PW, 1638 MR, 502 MOFA, 1194 FR, 1082 FG)<br />

Getötete BFS 192<br />

(10 ANDERE, 48 PW, 36 MR, 24 FR, 63 FG, 11 MOFA)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 51615<br />

(2626 ANDERE, 20927 PW; 7356 MR, 2799 MOFA, 13522 FR, 4385 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 2351<br />

(42 ANDERE, 536 PW, 709 MR, 224 MOFA, 501 FR, 339 FG)<br />

Und Leichtverletzte 49264<br />

(2584 ANDERE, 20391 PW, 6647 MR, 2575 MOFA, 13021 FR,<br />

4046 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 40/S. 1


Getötete 192<br />

(10 ANDERE, 48 PW, 36 MR, 11 MOFA, 24 FR, 63 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Im Jahre 2000 wurde die Lichteinschaltquote in <strong>der</strong> Schweiz<br />

durch die bfu erhoben. Sie betrug durchschnittlich 6 %. → Wirkungsbereich<br />

94 %.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Aus <strong>der</strong> Literatur (SWOV-Studie, 1997). Die Wirksamkeit kann<br />

folgen<strong>der</strong>massen beziffert werden:<br />

Verletzte: 20 %<br />

Getötete: 24.6 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 10 % nach 1 Jahr, 100 % nach 10 Jahren. Kontinuierliche Zunahme,<br />

da pro Jahr ca. 300'000 neue Fahrzeuge zugelassen<br />

werden. Ab 2016: 100 %. Im Durchschnitt 50 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] In <strong>der</strong> Annahme, dass es k<strong>eine</strong> Ausnahmeregelungen geben<br />

wird → 100 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 1. bfu (1999), Argumente Fahren mit Licht am Tag, Bern<br />

2. bfu (1998), Fahren mit Licht am Tag: Auswirkungen und<br />

Promotionsstrategien (8 Seiten). bfu, Bern<br />

3. Hollo, P. (1994), Changes of DRL-Regulations and their<br />

Effect in Hungary. Proc.Conf.: Road Safety in Europe and<br />

Strategic Highway Res. Programm<br />

4. Koornstra, M., Bijleveld, F. & Hagenzieker, M. (1997), The<br />

Effects of Daytime Running Lights. A perspective on DRL in<br />

the EU: the statistical re-analysis and a meta-analysis of 24<br />

independent DRL-evaluations. SWOV, Leidschendam NL<br />

5. Siegrist, S. (1997), Sicherheit und Umweltschutz: unterschiedliche<br />

Ziele, gemeinsamer Nutzen?, bfu, Bern<br />

6. 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen des<br />

VESIPO "Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung<br />

von Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong><br />

Folgen von nicht vermiedenen Kollisionen<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 40/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 2351 192<br />

Wirkungsbereich [a] 94 %<br />

94 %<br />

Wirksamkeit [b] 20 % 25 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 101 11 50 6<br />

Motorrad 133 8 67 4<br />

Mofa 42 3 21 1<br />

Fahrrad 94 6 47 3<br />

Fussgänger 64 15 32 7<br />

An<strong>der</strong>e 8 2 4 1<br />

Total 442 45 221 22<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 40/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 41<br />

Einbau mehrstufiger Bremsleuchten in<br />

Fahrzeugen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Vorschrift zur Ausrüstung <strong>der</strong> Fahrzeuge mit mehrstufigen<br />

Bremsleuchten<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Bremslichtnormierung mit Beeinflussung durch die Bremspedalkraft<br />

o<strong>der</strong> die Verzögerung. Die Mehrstufigkeit bezieht sich sowohl<br />

auf die Leuchtfläche, wie auch auf die Lichtintensität, die<br />

mit zunehmen<strong>der</strong> Bremspedalkraft o<strong>der</strong> Fahrzeugverzögerung<br />

grösser werden soll. Die Bremspedalkraft als Vorgabeparameter<br />

ist schneller und deshalb zu favorisieren. Diese alte For<strong>der</strong>ung,<br />

welche die Reaktionszeiten nachfolgen<strong>der</strong> Fahrzeuge reduzieren<br />

könnte, wäre mit den heute vorhandenen elektronischen Möglichkeiten<br />

ohne erheblichen Mehraufwand darstellbar. Wichtig ist<br />

<strong>eine</strong> deutliche Abstufung sowohl <strong>der</strong> Kraftniveaus, wie auch <strong>der</strong><br />

Lichtstärke, damit nachfolgende Fahrzeuglenker, in Folge des<br />

klaren Signals, auch tatsächlich frühzeitiger reagieren können.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Auffahrunfällen und mit Beteiligung von Motorfahrzeugen,<br />

2000<br />

Verletzte BFS 6540<br />

(209 ANDERE, 5632 PW, 483 MR, 54 MOFA, 147 FR, 15 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 515<br />

(31 ANDERE, 336 PW, 87 MR, 10 MOFA, 48 FR, 3 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 6025<br />

(178 ANDERE, 5296 PW, 396 MR, 44 MOFA, 99 FR, 12 FG)<br />

Getötete BFS 13<br />

(3 ANDERE, 7 PW, 2 MR, 1 FR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 18803<br />

(1087 ANDERE, 14643 PW, 1594 MR, 232 MOFA, 1205 FR, 42<br />

FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 41/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 80 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 60 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Davon Schwerverletzte 425<br />

(16 ANDERE, 235 PW, 104 MR, 15 MOFA, 53 FR, 2 FG<br />

Und Leichtverletzte 18378<br />

(1071 ANDERE, 14408 PW, 1490 MR, 217 MOFA, 1152 FR, 40<br />

FG)<br />

Getötete 13<br />

(3 ANDERE, 7 PW, 2 MR, 1 FR)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] max. 100 %; durchschnittlich: 50 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] ist abhängig von <strong>der</strong> Wahrnehmbarkeit <strong>der</strong> Bremsleuchten durch<br />

den Fahrzeuglenker. 30 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Bericht Gerster & Walz (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />

"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />

Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />

nicht vermiedenen Kollisionen<br />

Prof. Zwahlen, Studien im Auftrag BMW (Hinweis Verkehrstechnik)<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 41/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 425 13<br />

Wirkungsbereich [a] 80 %<br />

80 %<br />

Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 30 %<br />

Ø 30 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 34 1 17 1<br />

Motorrad 15 0 7 0<br />

Mofa 2 0 1 0<br />

Fahrrad 8 0 4 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 2 0 1 0<br />

Total 61 1 30 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 41/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 42<br />

Massnahmen zur Verhin<strong>der</strong>ung von Toter-<br />

Winkel-Unfällen mit Lastwagen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verkehrstechnische, fahrzeugtechnische, organisatorische und<br />

erzieherische Massnahmen zur Vermeidung von Unfällen und<br />

<strong>der</strong>en Folgen infolge toter Winkel (v. a. an Kreuzungen zwischen<br />

geradeausfahrenden Velos und rechtsabbiegenden Lastwagen/<br />

Sattelschleppern/Lieferwagen).<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Es besteht ein Massnahmenpaket von 5 verschiedenen Ebenen:<br />

1) verkehrstechnische Verbesserungen an Knoten<br />

2) Ausrüstung Knoten mit Trixispiegeln<br />

3) Ausrüstung LW/LW+A mit Towispick-Spiegeln<br />

4) Informationen Chauffeure über Problematik<br />

5) Info/Ausbildung Schüler über Problematik<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen – Unfallzahlen und Referat bfu zur Problematik<br />

– Informationsbroschüre VCS/IG Velo<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Unfalltyp 64 (Geradeausfahren/Rechtsabbiegen), Verunfallte<br />

Zweiradfahrende (2000)<br />

Verletzte BFS 103 Zweiradfahrende<br />

Davon Schwerverletzte BFS 19 Zweiradfahrende<br />

Und Leichtverletzte BFS 84 Zweiradfahrende<br />

Getötete BFS 3 Zweiradfahrende<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte: 845<br />

Davon Schwerverletzte: 21<br />

Und Leichtverletzte: 824<br />

Getötete: 3<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Massnahme 1: 60 %<br />

Massnahme 2: 70 %<br />

Massnahme 3 - 5: je 95 %<br />

→ ergibt durchschnittlich 65 %<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 42/S. 1


Wirksamkeit 3 [b] Massnahme 1: 70 %<br />

Massnahme 2: 50 %<br />

Massnahme 3: 90 %<br />

Massnahme 4 + 5: 60 %<br />

→ ergibt durchschnittlich 66 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Massnahmen 1 + 2: je 60 %;<br />

Massnahme 3: 100 %<br />

Massnahmen 4 + 5: je 60 %<br />

→ ergibt maximal 70 % bis Umsetzung resp. 35 % im Schnitt<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Massnahme 1: 90 %<br />

Massnahme 2: 80 %;<br />

Massnahme 3: 100 %<br />

Massnahmen 4 + 5: je 60 %<br />

→ ergibt durchschnittlich 80 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen VCS Broschüre Toter-Winkel-Unfälle<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

Obwohl sehr wenige Unfälle gesamtschweizerisch davon betroffen<br />

sind, sind diese Unfälle meist schwer. Da politischer (Radfahrerkreise;<br />

Gemeinden) Druck gross, soll Massnahme weiterverfolgt<br />

werden: JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 42/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 21 3<br />

Wirkungsbereich [a] 65 %<br />

65 %<br />

Wirksamkeit [b] 66 % 66 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 70 %<br />

Ø 35 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 0 0 0 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 5 1 3 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 5 1 3 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 42/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 43<br />

Verschärfung <strong>der</strong> Vorschrift "Frontschutzbügel"<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme "Frontschutzbügel" und Spoiler dürfen nur zugelassen werden,<br />

wenn sie gegenüber dem serienmässigen Grundmodell k<strong>eine</strong><br />

zusätzlichen Gefahren <strong>für</strong> ungeschützte Verkehrseilnehmer darstellen.<br />

Ein Verbot <strong>der</strong> Frontschutz Bügel/Spoiler kann auch in Betracht<br />

gezogen werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Zum Schutz <strong>der</strong> schwächeren Verkehrsteilnehmer sollen biomechanisch<br />

abgestützte strengere Vorschriften – als sie seit 1996<br />

bereits bestehen – erlassen werden. Bei <strong>der</strong> Kategorie <strong>der</strong> Geländewagen<br />

betrifft dies die Zulassung von "Frontschutzbügeln",<br />

bei Sportwagen die Zulassung von "Front- o<strong>der</strong> Heckspoilern".<br />

Die Regelung muss sowohl <strong>für</strong> Neu- wie auch <strong>für</strong> Altfahrzeuge<br />

gelten. Es darf durch sie gegenüber dem serienmässigen<br />

Grundmodell ohne beson<strong>der</strong>e Anbauten kein zusätzliches Verletzungsrisiko<br />

entstehen. Eine entsprechende Materialwahl würde<br />

es erlauben, an <strong>der</strong> gewünschten "Optik" k<strong>eine</strong> Abstriche<br />

machen zu müssen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte FG, Velofahrer bei Unfällen mit Beteiligung von PW,<br />

2000<br />

Verletzte BFS 4110<br />

(1957 FR, 253 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 1187<br />

(505 FR, 682 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 2923<br />

(1452 FR, 1471 FG)<br />

Getötete BFS 105<br />

(17 FR, 88 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 43/S. 1


Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 22075<br />

(16047 FR, 6028 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1033<br />

(556 FR, 477 FG)<br />

Und Leichtverletzte 21042<br />

(15491 FR, 5551 FG)<br />

Getötete 105<br />

(17 FR, 88 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Schätzung des Anteils Geländewagen mit Frontschutzbügel am<br />

PW-Flottenanteil: 5 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] Nur ein kl<strong>eine</strong>rer Teil <strong>der</strong> Verletzungen kann durch das Verbot<br />

<strong>der</strong> Frontschutzbügel vermieden werden: 30 %.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 95 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Bericht Gerster & Walz (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />

"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />

Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />

nicht vermiedenen Kollisionen<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 43/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1033 105<br />

Wirkungsbereich [a] 5 %<br />

5 %<br />

Wirksamkeit [b] 30 % 30 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 95 %<br />

Ø 95 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 0 0 0 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 8 0 8 0<br />

Fussgänger 7 1 7 1<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 15 1 15 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 43/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 44<br />

Umfassen<strong>der</strong> Unterfahrschutz an Lastwagen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Es sollen Anreize geschaffen werden, dass Front, Heckenunterfahrschutz<br />

und seitlicher Unterfahrschutz Systeme von den<br />

Lastwagenbetreibern angebracht werden. Ev. Obligatorium auch<br />

auf Front- und Heckunterfahrschutz ausdehnen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Seitlicher Unterfahrschutz (obligatorisch gemäss VTS)<br />

Aufgrund schweizerischer und europäischer Vorschriften werden<br />

Lastwagen mit Stangen ausgerüstet, die verhin<strong>der</strong>n sollen, dass<br />

z. B. ein überholter Fahrradlenker o<strong>der</strong> ein Fussgänger unter das<br />

Fahrzeug gerät. Solche nicht tief genug gegen die Strassenoberfläche<br />

hinab reichenden Stangenkonstruktionen bieten aber viel<br />

zu wenig Schutz vor dem Überfahrenwerden; ausserdem kann<br />

sich ein ungeschützter Verkehrsteilnehmer darin verfangen.<br />

Geschlossene, flächige Strukturen, wie sie z. B. an Reisebusen<br />

vorhanden sind, bieten <strong>eine</strong>n wesentlich besseren Schutz.<br />

Front-, Heckunterfahrschutz<br />

Bei Kollisionen Lastwagen-Personenwagen im Front- und Heckbereich<br />

ergibt sich ein noch grösseres Problem <strong>der</strong> fehlenden<br />

Kompatibilität als bei Geländewagen, da die Lastwagenstrukturen<br />

noch höher, steifer und schwerer sind. Ein Unterfahren <strong>der</strong><br />

Front o<strong>der</strong> des Hecks des Lastwagens kann heute durch energieaufnehmende<br />

Vorrichtungen in bedeutendem Masse verhin<strong>der</strong>t<br />

werden. Die Technik ist bereit, aber da k<strong>eine</strong> wirksamen<br />

Vorschriften bestehen, werden diese Vorrichtungen aus Kostenund<br />

Gewichtsgründen erst selten eingesetzt.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte Fussgänger, Zweiradfahrer bei Unfällen mit Beteiligung<br />

von LW, 2000<br />

Verletzte BFS 119<br />

(77 FR, 42 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 44/S. 1


Davon Schwerverletzte BFS 42<br />

(26 FR, 16 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 77<br />

(51 FR, 26 FG)<br />

Getötete BFS 27<br />

(12 FR, 15 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 749<br />

(631 FR, 118 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 40<br />

(29 FR, 11 FG)<br />

Und Leichtverletzte 709<br />

(603 FR, 106 FG)<br />

Getötete 27<br />

(12 FR, 15 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Anteil <strong>der</strong> Fahrzeugflotte mit Unterfahrschutz? Schätzung: 50 %<br />

mit seitlichem Unterfahrschutz ausgerüstet, 5 % mit Heck- und<br />

Frontunterfahrschutz. Durchschnittlich 30 %, d. h. Wirkungsbereich<br />

70 %.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Vermutlich kann nur ein kl<strong>eine</strong>rer Teil <strong>der</strong> Verletzten durch die<br />

Massnahme vermieden werden. 30 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 100 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Bericht Gerster & Walz (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />

"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />

Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />

nicht vermiedenen Kollisionen<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 44/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 40 27<br />

Wirkungsbereich [a] 70 %<br />

70 %<br />

Wirksamkeit [b] 30 % 30 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 0 0 0 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 6 3 6 3<br />

Fussgänger 2 3 2 3<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 8 6 8 6<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 44/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 45<br />

Technische Geschwindigkeitslimitierung auf<br />

80 km/h <strong>für</strong> Motorrä<strong>der</strong><br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Für alle Motorradtypen soll die Höchstgeschwindigkeit mittels<br />

<strong>eine</strong>r technischen Abregelung auf 80 km/h begrenzt werden<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Motorradfahrer sind im Gegensatz zu Autofahrern nur wenig<br />

geschützt vor <strong>der</strong> bei <strong>eine</strong>m Unfall auf sie einwirkenden Energie.<br />

Diese steigt quadratisch mit <strong>der</strong> gefahrenen Geschwindigkeit an.<br />

Daher könnten geringere Höchstgeschwindigkeiten <strong>eine</strong>n wirksamen<br />

Beitrag zur Sicherheit <strong>der</strong> Motorradfahrer leisten.<br />

Bereits eingelöste Motorrä<strong>der</strong> müssen innerhalb <strong>eine</strong>s Jahres<br />

umgerüstet werden.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen In Finnland gab es von 1972 bis 1996 <strong>eine</strong> Geschwindigkeitsbegrenzung<br />

<strong>für</strong> junge Motorradfahrer im Alter von 18 bis 21 Jahren<br />

auf 80 km/h. Nachdem diese Regelung im Jahr 1996 aufgehoben<br />

worden war, erhöhten sich die schweren Motorradunfälle<br />

von jungen Lenkern in Zonen mit <strong>eine</strong>r Limite von 100 km/h um<br />

43 %. In Zonen mit Limite 80 km/h blieb sie praktisch unverän<strong>der</strong>t<br />

(Rajalin, 1999).<br />

Ein Bericht <strong>der</strong> Nordic Road and Transportation Research (1992)<br />

kommt zu dem Schluss, dass – sowohl <strong>für</strong> Auto- als auch <strong>für</strong><br />

Motorradfahrer – die Geschwindigkeitslimiten auf Ausserortsstrassen<br />

von 80 auf 70 km/h gesenkt werden sollten.<br />

Eine amerikanische Studie wies nach, dass <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> wegen<br />

überhöhter Geschwindigkeit verunfallten Motorradfahrern sich<br />

deutlich zwischen alkoholisierten und nicht alkoholisierten Lenkern<br />

unterschied (74% vs. 58%) (So<strong>der</strong>strom, Dischinger, Shui-<br />

Man-Ho & So<strong>der</strong>strom, 1993). Also scheint auch Alkohol <strong>eine</strong><br />

wichtige Rolle bei den Unfällen <strong>der</strong> Motorradfahrer zu spielen.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Motorrä<strong>der</strong>n auf<br />

Autobahn, 2000<br />

Verletzte BFS 102 (10 PW, 92 MR)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 38 (1 PW, 37 MR)<br />

Und Leichtverletzte BFS 64 (9 PW, 55 MR)<br />

Getötete BFS 1 MR<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 45/S. 1


Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 330 (26 PW, 304 MR)<br />

Davon Schwerverletzte 45 (1 PW, 44 MR)<br />

Und Leichtverletzte 285 (25 PW, 259 MR)<br />

Getötete 1 MR<br />

Verunfallte bei Unfällen mit Beteilung MR ausserorts mit Mangel/<br />

Einfluss Überschreiten gesetzl. Höchstgeschwindigkeit, 2000<br />

Verletzte BFS 49 (8 PW, 37 MR, 1 FG, 3 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 20 (2 PW, 17 MR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte 29 (6 PW, 20 MR, 1 FR, 2 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 160 (21 PW, 122 MR, 8 FR, 8 FG)<br />

Und Leichtverletzte 137 (19 PW, 102 MR, 8 FR, 8 FG)<br />

Getötete 8 MR<br />

Die Erfassung des Unfallmerkmals "Überschreiten <strong>der</strong> Höchstgeschwindigkeit"<br />

ist unvollständig. Die Dunkelziffer beträgt rund 4.<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer "Geschwindigkeit":<br />

Verletzte 636 (84 PW, 488 MR, 32 FR, 32 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 88 (40 PW, 80 MR, 4 FG)<br />

Und Leichtverletzte 548 (80 PW, 408 MR, 32 FR, 28 FG)<br />

Getötete 32 MR<br />

Total Verunfallte:<br />

Verletzte 966 (110 PW, 792 MR, 32 FR, 32 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 133 (5 PW, 124 MR, 4 FG)<br />

Und Leichtverletzte 833 (105 PW, 668 MR, 32 FR, 28 FG)<br />

Getötete 33 MR<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Massnahme ist noch nicht realisiert: 100%<br />

Wirksamkeit 3 [b] 80 km/h können auf bestimmten Strecken immer noch zu viel<br />

sein (Kurven, nasse Fahrbahn etc.): 60%<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Wird per Gesetz eingeführt: 100%<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Alle Motorradfahrer halten sich an die Limite 100%.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

Nordic Road and Transport Research (1992), The most effective<br />

road safety measures: lowered speed limits; more automatic<br />

law enforcement; higher wearing rates for seat belts.<br />

Rajalin, S. (1999), The 80-sticker is gone. What about accidents?.<br />

Liikeneturvan Tutkimusmonisteita, 84.<br />

So<strong>der</strong>strom, C.A., Dischinger, P.C., Shui-Man-Ho,, So<strong>der</strong>strom,<br />

M.T. (1995), Alcohol use, driving records, and crash culpability<br />

among injured motorcycle drivers. Accident Analysis and<br />

Prevention, 711-716.<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 45/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 133 33<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 3 0 3 0<br />

Motorrad 74 20 74 20<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 2 0 2 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 79 20 79 20<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 45/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 46<br />

Strassenmarkierungen: Leitpfosten mit Warnblinkern<br />

Exakte Ausformulierung Ausrüstung von Leitpfosten mit Warnblinkern zur Anzeige von<br />

Gefahren.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Pilotanlagen werden <strong>der</strong>zeit in Frankreich getestet.<br />

(Quelle Vortrag Jacques Nouvier, CERTU)<br />

Die ersten praktischen Anwendungen können bis in Jahre 2005<br />

erwartet werden, potentielle Ausschöpfung <strong>der</strong> Massnahme sollte<br />

im Jahre 2010 erreicht sein.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Infolge unklarer Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme ist Rettungspotential<br />

auch nur näherungsweise bestimmbar:<br />

Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Mfz exkl. MR/Mofa,<br />

ausserorts in Kurven, 2000<br />

Verletzte BFS 4121 (263 ANDERE, 3545 PW, 209 MR, 27 MO-<br />

FA, 51 FR, 26 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 945 (65 ANDERE, 748 PW, 92 MR,<br />

10 MOFA, 16 FR, 14 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 3176 (198 ANDERE, 2797 PW, 117<br />

MR; 17 MOFA, 35 FR, 12 FG)<br />

Getötete BFS 173 (8 ANDERE, 134 PW, 23 MR; 1 MOFA, 7 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte11882 (1368 ANDERE, 9217 PW, 690 MR, 116 MOFA,<br />

418 FR, 73 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 710 (33 ANDERE, 524 PW, 110 MR; 15<br />

MOFA; 18 FR, 10 FG)<br />

Und Leichtverletzte 11172 (1335 ANDERE, 8693 PW, 579 MR;<br />

101 MOFA; 401 FR, 63 FG)<br />

Getötete 173 (8 ANDERE, 134 PW, 23 MR; 1 MOFA, 7 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 46/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 2 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (50 %)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 100 % (100 %)<br />

Offene Fragen –<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 46/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 710 173<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 2 % 2 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 10 3 5 1<br />

Motorrad 2 0 1 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />

Total 13 3 6 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 46/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 47<br />

Zufahrtsberechtigungen mittels Wechselsignalen<br />

Exakte Ausformulierung Zufahrtsberechtigungen/ -einschränkungen in Gebieten umfasst<br />

zeitlich variable Einschränkungen bzw. Zulassungen von gewissen<br />

Fahrzeugkategorien (Lastwagen, Personenwagen, Busse)<br />

mittels Wechselsignalen in speziellen Gebieten wie z. B.:<br />

• Innenstadt<br />

• Wohnquartiere<br />

• Industrieareale<br />

• Areale mit beson<strong>der</strong>er Nutzung (z. B. Flughafenareale)<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Private (Arealeigentümer)<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2030<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von Motorfahrzeugen innerorts, 2000<br />

Verletzte BFS 16482 (466 ANDERE, 8153 PW, 2846 MR, 789<br />

MOFA; 1937 FR, 2291 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 3053 (77 ANDERE, 868 PW, 722<br />

MR, 176 MOFA, 493 FR, 717 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 13429 (389 An<strong>der</strong>e, 7285 PW, 2124<br />

MR; 613 MOFA, 1444 FR, 1574 FG)<br />

Getötete BFS 195 (4 ANDERE, 44 PW, 22 MR, 7 MOFA, 24 FR,<br />

94 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 58704 (2423 ANDERE, 21198 PW, 9392 MR; 3393<br />

MOFA, 15883 FR, 6415 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 2821 (39 ANDERE, 608 PW, 866 MR;<br />

264 MOFA, 542 FR, 502 FG)<br />

Und Leichtverletzte 55883 (2385 ANDERE, 20590 PW, 8525<br />

MR; 3129 MOFA, 15341 FR, 5913 FG)<br />

Getötete 195 (4 ANDERE, 44 PW, 22 MR, 7 MOFA, 24 FR, 94<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 47/S. 1


FG)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 2 %<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 50 %<br />

Die Reduktion <strong>der</strong> Fahrleistung und Verkehrsaufkommen innerhalb<br />

des Gebietes werden zu <strong>eine</strong>r starken Senkung <strong>der</strong> Unfallrate<br />

beitragen.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (bis 2030) (25 % = Durchschnitt bis 2020)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80 %<br />

Abhängig von <strong>der</strong> Art <strong>der</strong> Enforcementmassnahmen<br />

Wirksame Enforcementmassnahmen (insbeson<strong>der</strong>e ferngesteuerte<br />

Barrieren) garantieren <strong>eine</strong>n sehr hohen Beachtungsgrad.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001) Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 47/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 2821 195<br />

Wirkungsbereich [a] 2 %<br />

2 %<br />

Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 25 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 5 0 1 0<br />

Motorrad 7 0 2 0<br />

Mofa 2 0 1 0<br />

Fahrrad 4 0 1 0<br />

Fussgänger 4 1 1 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 22 1 6 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 47/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 48<br />

City-Logistik (Management von Fahrberechtigungen<br />

<strong>für</strong> Güterverkehr in Städten)<br />

Exakte Ausformulierung City-Logistik umfasst das Management von Fahrberechtigungen<br />

<strong>für</strong> den Güterverkehr in Städten, beispielsweise:<br />

• Fahrprivilegien <strong>für</strong> Fahrzeuge des Güterverkehrs zur Anlieferung<br />

verkehrsfreier Zonen<br />

• Einschränkungen bezüglich Benützungszeiten bestimmter<br />

Strassen(-abschnitte)<br />

• Einschränkungen bezüglich Fahrzeuggewicht (o<strong>der</strong> Fahrzeuggrösse)<br />

Die Umsetzung erfolgt mittels Anordnung und Ausrüstung von<br />

Verkehrszonen, innerhalb <strong>der</strong>en die speziellen Bestimmungen<br />

gelten. Die Signalisation kann fest o<strong>der</strong> mit Wechselsignalen<br />

erfolgen. Gegebenenfalls sind automatische Kontrollen <strong>für</strong> die<br />

Vollzugssicherheit o<strong>der</strong> elektronisch gesteuerte Schranken vorzusehen.<br />

Weiterer Bestandteil kann ein Informations- und Managementsystem<br />

zum Ausstellen <strong>der</strong> Fahrberechtigungen sein.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Transportunternehmungen<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1990 initiiert)<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen City-Logistik wird heutzutage schon vielfach eingesetzt. Die Ausschöpfung<br />

des vorhandenen Potentials kann <strong>für</strong> 2020 erwartet<br />

werden.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfälle innerorts mit Beteiligung von Liefer- und<br />

Lastwagen, 2000<br />

Verletzte BFS 1532 (305 ANDERE, 687 PW, 156 MR; 60 MOFA,<br />

172 FR, 152 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 318 (54 ANDERE, 83 PW, 40 MR,<br />

24 MOFA, 61 FR, 56 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 1214 (251 ANDERE, 604 PW, 116 MR,<br />

36 MOFA, 111 FR, 96 FG)<br />

Getötete BFS 52 (3 ANDERE, 12 PW, 4 MR; 2 MOFA, 13 FR, 18<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 48/S. 1


FG)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 30 %<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 5981 (1586 ANDERE, 1786 PW, 515 MR, 258 MOFA,<br />

1410 FR, 426 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 275 (27 ANDERE, 58 PW, 48 MR, 36<br />

MOFA; 67 FR, 39 FG)<br />

Und Leichtverletzte 5706 (1559 ANDERE, 1728 PW, 467 MR;<br />

222 MOFA; 1343 FR, 386 FG)<br />

Getötete 52 (3 ANDERE, 12 PW, 4 MR; 2 MOFA, 13 FR, 18 FG<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 24 %<br />

Die Entlastung <strong>der</strong> Innenstädte vom motorisierten Güterverkehr<br />

wirkt sich positiv auf die Sicherheit <strong>für</strong> alle Verkehrsteilnehmer<br />

aus. Insbeson<strong>der</strong>e <strong>der</strong> Langsamverkehr (Velo- und Fussgänger)<br />

ist weniger gefährdet. City-Logistik bewirkt <strong>eine</strong> starke spezifische<br />

Reduktion <strong>der</strong> Exposition innerorts.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (55 %)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80 % (80 %)<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 48/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 275 52<br />

Wirkungsbereich [a] 30 %<br />

30 %<br />

Wirksamkeit [b] 24 % 24 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 55 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 3 1 2 0<br />

Motorrad 3 0 2 0<br />

Mofa 2 0 1 0<br />

Fahrrad 4 1 2 0<br />

Fussgänger 2 1 1 1<br />

An<strong>der</strong>e 2 0 1 0<br />

Total 16 3 9 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 48/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 49<br />

Optimierung des Fracht- und Flottenmanagements<br />

Exakte Ausformulierung Das Fracht- und Flottenmanagement umfasst die kombinierten<br />

Aktivitäten aus dem Bereich <strong>der</strong> Logistik mit den zugehörigen<br />

Informationen und Abläufen und <strong>der</strong> Planung und Überwachung<br />

von Flottenbewegung, Flottenbetrieb und Fahrereinsatz.<br />

Mögliche (zukünftige) Hilfsmittel und Bestandteile sind unter<br />

an<strong>der</strong>em:<br />

• Fahrzeuggeräte <strong>für</strong> die Erfassung <strong>der</strong> Fahrzeug-, Behälterund<br />

Ladungs- und Sendungsdaten (Frachtbriefe), <strong>für</strong> die<br />

Standortbestimmung und Navigation und <strong>für</strong> die Kommunikation<br />

dieser Daten von/nach <strong>eine</strong>r Zentrale<br />

• Einrichtung von Informations- und Optimierungssystemen <strong>für</strong><br />

Fahrzeugflotten, Behälter und Sendungen<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Transportunternehmungen<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 2000 initiiert)<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Sachentransportfahrzeugen,<br />

2000<br />

Verletzte BFS 2978 (790 ANDERE, 1547 PW, 213 MR, 71 MO-<br />

FA, 196 FR, 161 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 613 (155 ANDERE, 240 PW, 62<br />

MR, 26 MOFA, 68 FR, 62 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 2365 (635 ANDERE, 1307 PW, 151<br />

MR, 45 MOFA; 128 FR, 99 FG)<br />

Getötete BFS 116 (17 ANDERE, 46 PW, 13 MR, 5 MOFA; 13<br />

FR, 22 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 11196 (4108 ANDERE, 4022 PW, 703 MR; 305 MOFA,<br />

1607 FR, 451 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 477 (78 ANDERE, 168 PW, 74 MR, 39<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 49/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 60 %<br />

MOFA, 75 FR, 43 FG)<br />

Und Leichtverletzte 10719 (4031 ANDERE, 3854 PW, 629 MR,<br />

266 MOFA, 1532 FR, 407 FG)<br />

Getötete 116 (17 ANDERE, 46 PW, 13 MR, 5 MOFA; 13 FR, 22<br />

FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 5 %<br />

Durch <strong>eine</strong> bessere Auslastung <strong>der</strong> Fahrzeuge und <strong>eine</strong> Verlagerung<br />

<strong>der</strong> Gütertransporte von <strong>der</strong> Strasse auf die Schiene<br />

kann die Kilometerleistung reduziert werden.<br />

Ablenkung des Fahrzeugführers durch Fahrzeuggeräte <strong>für</strong><br />

Kommunikation mit Einsatzzentrale o<strong>der</strong> dynamische Lenkung<br />

<strong>der</strong> Route.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (55 %)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 100 % (100 %)<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 49/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 477 116<br />

Wirkungsbereich [a] 60 %<br />

60 %<br />

Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 55 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 5 1 3 1<br />

Motorrad 2 0 1 0<br />

Mofa 1 0 1 0<br />

Fahrrad 2 0 1 0<br />

Fussgänger 1 1 1 0<br />

An<strong>der</strong>e 2 1 1 0<br />

Total 13 3 8 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 49/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 50<br />

Fahrzeugseitige Verkehrsinformation und Zielführungs-Navigationssysteme<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme umfasst automatisch erzeugte Information an<br />

Fahrzeugführer zu den Verkehrsnetzen, zum aktuellen o<strong>der</strong><br />

erwarteten Verkehrsgeschehen sowie zu möglichen Umgebungseinflüssen<br />

auf den Verkehr, um das Auffinden <strong>eine</strong>r gewünschten<br />

Route zu erleichtern. Die Information berücksichtigt<br />

die aktuelle Position des Fahrzeuges.<br />

Zu den Bestandteilen <strong>eine</strong>s solchen Systems gehören:<br />

• Fahrzeuggeräte <strong>für</strong> die Standortbestimmung und Zielführung<br />

• Digitale Strassenkarten (inkl. Einrichtungen des intermodalen<br />

Verkehrs, P+R Anlagen, Umschlagsbahnhöfe)<br />

• Übermittlung des aktuellen Verkehrszustands (aktuelle<br />

Fahrzeiten, Fahrpläne, Sperrungen, Staus, Gefahrenzustände,<br />

Ereignisse etc.) von Zentralen in das Fahrzeug mittels<br />

Radio o<strong>der</strong> Funk<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughalter, Fahrzeughersteller,<br />

Gerätehersteller, Informations- und Telekommunikationsunternehmen<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1990 initiiert)<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Naviagtionssysteme sind schon seit längerer Zeit auf dem Markt<br />

erhältlich. Bis ins Jahre 2015 werden solche System vermutlich<br />

zur Standardausrüstung von jedem Fahrzeug gehören.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von PW, LKW und Bussen,<br />

2000<br />

Verletzte BFS 26962 (1073 ANDERE, 17145 PW, 3248 MR, 921<br />

MOFA, 2202 FR, 2373 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 5097 (208 ANDERE, 2431 PW; 886<br />

MR, 218 MOFA, 590 FR, 764 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 21865 (865 ANDERE, 14714 PW; 2362<br />

MR, 703 MOFA, 1612 FR, 1609 FG)<br />

Getötete BFS 525 (28 ANDERE, 273 PW, 62 MR, 13 MOFA, 31<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 50/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 40 %<br />

FR, 118 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 89535 (5580 ANDERE, 44577 PW, 10718 MR, 3960<br />

MOFA, 18056 FR, 6644FG)<br />

Davon Schwerverletzte 4380 (104 ANDERE, 1702 PW, 1063<br />

MR; 327 MOFA, 649 FR, 535 FG)<br />

Und Leichtverletzte 85155 (5476 ANDERE, 42875 PW, 9655<br />

MR, 3633 MOFA, 17407 FR, 6109 FG)<br />

Getötete 525 (28 ANDERE, 273 PW, 62 MR, 13 MOFA, 31 FR,<br />

118 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 1 %<br />

Aktuelle fahrzeugseitige Information kann zur Vermeidung von<br />

Sekundärereignissen beitragen.<br />

Grundsätzlich tragen Navigationshilfe dank <strong>der</strong> Zielführung zu<br />

<strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong> Exposition bei.<br />

Gesteigerter Komfort kann aber auch zur Erhöhung <strong>der</strong> Fahrleistung<br />

beitragen.<br />

Die Bedienung des Fahrzeuggerätes, die akustischen und in<br />

verstärktem Masse visuelle Informationsvermittlung lenken den<br />

Fahrzeugführer ab.<br />

Falsche o<strong>der</strong> nicht aktuelle Informationen können negative Folgen<br />

haben.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (55 %)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80 %<br />

R<strong>eine</strong> Komfortsysteme werden nur von <strong>eine</strong>m gewissen Anteil<br />

<strong>der</strong> Fahrzeugführer aktiv verwendet.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 50/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 4380 525<br />

Wirkungsbereich [a] 40 %<br />

40 %<br />

Wirksamkeit [b] 1 % 1 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 55 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 5 1 3 0<br />

Motorrad 3 0 2 0<br />

Mofa 1 0 1 0<br />

Fahrrad 2 0 1 0<br />

Fussgänger 2 0 1 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 13 1 8 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 50/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 51<br />

Strassenseitige Verkehrsinformation, Wegweisung<br />

und Gefahrenwarnung (Wechselsignale)<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme umfasst strassenseitige Einrichtungen zur<br />

Übermittlung von Informationen über den aktuellen o<strong>der</strong> künftigen<br />

Verkehrszustand, zur Routenführung und Wegweisung sowie<br />

zur Warnung vor Gefahren (z. B. Stau, Nebel, Glatteis).<br />

Zu den Bestandteilen <strong>eine</strong>s solchen Systems gehören z. B.:<br />

• Wechselsignale: Variable Vorschrift- und Gefahrensignale<br />

• Wechseltextsignale: Variable Information z. B: STAU<br />

• Wechselwegweisung: Signalisation alternativer Routen<br />

Auf Autobahnen sind diese Massnahmen Bestandteil von Verkehrsleitsystemen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1990 initiiert)<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen In <strong>der</strong> Schweiz sind schon diverse Anlagen mit Wechselsignalen<br />

in Betrieb. Die Errichtung weitere Anlagen ist geplant, <strong>der</strong> Ausrüstungsbedarf<br />

sollte 2010 gedeckt sein.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Auffahr- und Schleu<strong>der</strong>-/Selbstunfällen auf Autobahn,<br />

2000<br />

Verletzte BFS 2934 (190 ANDERE, 2665 PW, 71 MR, 2 MOFA,<br />

1 FR, 5 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 396 (35 ANDERE, 330 PW, 27 MR,<br />

4 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 2538 (155 ANDERE, 2335 PW, 44 MR,<br />

2 MOFA, 1 FR, 1 FG)<br />

Getötete BFS 37 (2 ANDERE, 34 PW, 1 MR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 8182 (988 ANDERE, 6929 PW; 234 MR; 9 MOFA, 8<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 51/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 80%<br />

FR, 14 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 284 (18 ANDERE, 231 PW, 32 MR; 3<br />

FG)<br />

Und Leichtverletzte 7898 (971 ANDERE, 6698 PW, 202 MR, 9<br />

MOFA, 8 FR, 11 FG)<br />

Getötete 37 (2 ANDERE, 34 PW, 1 MR)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 14%<br />

Dank den zusätzlichen Entscheidungshilfen, insbeson<strong>der</strong>e bei<br />

nicht offensichtlich erkennbaren Gefahrensituationen, wird <strong>der</strong><br />

Fahrer in den zu bewältigenden Aufgaben unterstützt. Wechselwegweisung<br />

kann zu Umwegverkehr und damit zu <strong>eine</strong>r geringen<br />

Erhöhung <strong>der</strong> Exposition beitragen.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% (60%)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80% (80%)<br />

Insbeson<strong>der</strong>e Gefahrensignale werden häufig nicht ausreichend<br />

berücksichtigt.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 51/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 284 37<br />

Wirkungsbereich [a] 80 %<br />

80 %<br />

Wirksamkeit [b] 14 % 14 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 60 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 21 3 12 2<br />

Motorrad 3 0 2 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 2 0 1 0<br />

Total 26 3 15 2<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 51/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 52<br />

Road Pricing <strong>für</strong> bestimmte Strassenabschnitte<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme umfasst die Erhebung von Abgaben <strong>für</strong> die<br />

Benützung <strong>der</strong> Strassen, z. B. Autobahngebühren, Tunnel- o<strong>der</strong><br />

Brückengebühren o<strong>der</strong> Road Pricing <strong>für</strong> das Befahren bestimmter<br />

Gebiete.<br />

Zu den Voraussetzungen <strong>für</strong> die Einführung von Benutungsgebühren<br />

gehören:<br />

• Schaffung gesetzlicher <strong>Grundlagen</strong> <strong>für</strong> Strassengebühren<br />

(Tarifierung, Einnahmenverwendung etc.)<br />

• Organisation <strong>für</strong> das Gebühreninkasso (Trägerschaft, Betriebsabläufe)<br />

• Elektronisches Gebührenerhebungssystem inkl. Enforcementsystem<br />

(Fahrzeuggeräte, strassenseitige Einrichtungen,<br />

Hintergrundsystem)<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 2000 initiiert)<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2030<br />

Erfahrungen Mit <strong>der</strong> Einführung <strong>der</strong> LSVA ist das erste Road Pricing Projekt<br />

in <strong>der</strong> Schweiz realisiert worden. Für die Realisierung weiterer<br />

Strassengebührenprojekte müssen zuerst die entsprechenden<br />

gesetzlichen <strong>Grundlagen</strong> geschaffen werden.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit PW, LW, Bus/Car, MR, auf Autobahnen<br />

und innerorts, 2000<br />

Verletzte BFS 19859 (680 ANDERE, 11211 PW, 2838 MR, 789<br />

MOFA, 1938 FR, 2303 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 3519 (111 ANDERE, 1257 PW, 759<br />

MR; 176 MOFA, 493 FR, 723 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 16340 (569 ANDERE, 9954 PW, 2179<br />

MR, 613 MOFA, 1445 FR, 1580 FG)<br />

Getötete BFS 238 (6 ANDERE, 81 PW, 23 MR, 7 MOFA, 24 FR,<br />

97 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 52/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 30 %<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 68113 (3536 ANDERE, 29149 PW, 9695 MR, 3393<br />

MOFA, 15892 FR, 6448 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 3159 (56 ANDERE, 880 PW, 911 MR,<br />

264 MOFA, 542 FR, 506 FG)<br />

Und Leichtverletzte 64954 (3481 ANDERE, 28269 PW, 8785<br />

MR;3129 MOFA, 15349 FR, 5942 FG)<br />

Getötete 238 (6 ANDERE, 81 PW, 23 MR, 7 MOFA, 24 FR, 97<br />

FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 10 %<br />

Städtisches Road Pricing und Area Pricing als Lenkungsabgabe<br />

führt zu <strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong> Fahrleistung.<br />

Autobahn- o<strong>der</strong> Netzgebühren können einfach umgangen werden,<br />

indem man auf das tieferklassierte Strassennetz ausweicht<br />

und Umwege in Kauf nimmt.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (im 2030); (25 % = Durchschnitt bis 2020)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 100 % (100 %)<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 52/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 3159 238<br />

Wirkungsbereich [a] 30 %<br />

30 %<br />

Wirksamkeit [b] 10 % 10 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 25 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 26 2 7 1<br />

Motorrad 27 1 7 0<br />

Mofa 8 0 2 0<br />

Fahrrad 16 1 4 0<br />

Fussgänger 15 3 4 1<br />

An<strong>der</strong>e 2 0 0 0<br />

Total 94 7 24 2<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 52/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 53<br />

Fahrzeugführerunterstützung: Abstandswarngerät<br />

Exakte Ausformulierung Die Abstandswarnung sieht den Einsatz von fahrzeugseitigen<br />

Sensoren zur Messung und Anzeige von Abständen zu an<strong>der</strong>n<br />

Fahrzeugen o<strong>der</strong> Hin<strong>der</strong>nissen vorn, hinten und seitlich vor.<br />

Der Fahrzeuglenker wird nur auf die Gefahrensituationen aufmerksam<br />

gemacht, es erfolgt aber k<strong>eine</strong> automatische Reaktion<br />

auf die Gefahrensituation durch das Fahrzeug.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller, Fahr-<br />

zeughalter<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 2000 initiiert)<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen Einfache Abstandswarner als Hilfe beim Parkieren werden bereits<br />

eingesetzt.<br />

Diverse Fahrzeughersteller sind mit <strong>der</strong> Entwicklung dynamischer<br />

Systeme beschäftigt. Mercedes und BMW rüsten Fahrzeuge<br />

aus dem höheren Preissegment bereits mit solchen Systemen<br />

aus. Auch die automatische Fahrzeugbeeinflussung wird<br />

bereits getestet.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Auffahrunfällen und mit Beteiligung von Mfz exkl.<br />

Mofas/MR, 2000<br />

Verletzte BFS 6540 (209 ANDERE, 5632 PW, 483 MR, 54 MO-<br />

FA, 147 FR, 15 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 515 (31 ANDERE, 336 PW, 87 MR,<br />

10 MOFA, 48 FR, 3 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 6025 (178 ANDERE, 5296 PW, 396<br />

MR; 44 MOFA, 99 FR, 12 FG)<br />

Getötete BFS 13 (3 ANDERE, 7 PW; 2 MR, 1 FR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 18803 (1087 ANDERE, 14643 PW, 1594 MR; 232<br />

MOFA, 1205 FR, 42 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 425 (16 ANDERE; 235 PW, 104 MR, 15<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 53/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />

MOFA, 53 FR, 2 FG<br />

Und Leichtverletzte 18378 (1071 ANDERE, 14408 PW; 1490<br />

MR, 217 MOFA, 1152 FR, 40 FG)<br />

Getötete 13 (3 ANDERE, 7 PW; 2 MR, 1 FR)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 17%<br />

Das Einhalten von Strassen-, Sicht- und Wetterverhältnissen<br />

angepassten Abständen leistet <strong>eine</strong>n grossen Beitrag zur Vermeidung<br />

von Unfällen.<br />

Die Warnung muss wahrgenommen und umgesetzt werden.<br />

Selbst akustische Warnungen können zu Ablenkung führen.<br />

Im dichten Verkehr kann die korrekte Abstandsermittlung (z. B.<br />

Erfassung des richtigen Fahrzeuges) zu <strong>eine</strong>r sehr komplexen<br />

Aufgabe werden.<br />

Bei <strong>eine</strong>m unbemerkten Systemausfall wiegt sicher <strong>der</strong> Fahrzeughalter<br />

in <strong>eine</strong>r falschen Sicherheit.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% (50%)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80% (80%)<br />

Analog den Naviationssystemen kann <strong>der</strong> Fahrzeughalter das<br />

System ausschalten o<strong>der</strong> ignorieren.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />

"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />

Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />

nicht vermiedenen Kollisionen<br />

'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 53/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 425 13<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 17 % 17 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 32 1 16 0<br />

Motorrad 14 0 7 0<br />

Mofa 2 0 1 0<br />

Fahrrad 7 0 4 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 2 0 1 0<br />

Total 57 1 29 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 53/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 54<br />

Fahrzeugführerunterstützung: Sichthilfen<br />

(Enhanced Vision)<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht den Einsatz von fahrzeugseitiger Ausrüstung<br />

zur Erkennung und Visualisierung von Hin<strong>der</strong>nissen im<br />

Blickfeld des Fahrzeugführers vor.<br />

Zu den möglichen Hilfsmitteln gehören unter an<strong>der</strong>em:<br />

• Nachtsichtgeräte<br />

• Sensoren zur Erkennung <strong>für</strong> 3-D Hin<strong>der</strong>nisse<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller, Geräte<br />

hersteller, Fahrzeughalter<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (2000)<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2030<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von MFZ exkl. Mofas/MR<br />

in <strong>der</strong> Nacht, 2000<br />

Verletzte BFS 7236 (161 ANDERE, 5494 PW; 567 MR, 160<br />

MOFA; 307 FR, 574 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 1565 (27 ANDERE, 1030 PW, 166<br />

MR, 44 MOFA, 81 FR, 217 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 5698 (134 ANDERE, 4464 PW; 401<br />

MR, 116 MOFA, 226 FR, 357 FG)<br />

Getötete BFS 210 (5 ANDERE, 141 PW; 9 MR, 2 MOFA; 4 FR,<br />

49 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 21804 (837 ANDERE,14284 PW; 1871 MR; 688 MO-<br />

FA; 2517 FR, 1607 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1241 (14 ANDERE, 721 PW; 199 MR, 66<br />

MOFA; 89 FR, 152 FG)<br />

Und Leichtverletzte 20563 (823 ANDERE, 13563 PW, 1672 MR,<br />

622 MOFA, 2428 FR, 1455 FG)<br />

Getötete 210 (5 ANDERE, 141 PW; 9 MR, 2 MOFA; 4 FR, 49<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 54/S. 1


FG)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 9%<br />

Frühzeitiges Erkennen von Hin<strong>der</strong>nissen auf <strong>der</strong> Fahrbahn o<strong>der</strong><br />

im toten Winkel tragen zu <strong>eine</strong> grossen Reduktion <strong>der</strong> Unfallgefahr<br />

bei.<br />

Die Verarbeitung <strong>der</strong> zusätzlichen visuellen Information kann zu<br />

Ablenkung <strong>der</strong> Fahraufgaben führen.<br />

Bei <strong>eine</strong>m unbemerkten Systemausfall wiegt sicher <strong>der</strong> Fahrzeughalter<br />

in <strong>eine</strong>r falschen Sicherheit<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 80% (30%)<br />

Die Verbreitung solcher Systeme wird eher langsam vor sich<br />

gehen und sich in erster Linie auf Fahrzeuge aus dem höheren<br />

Preissegment konzentrieren.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80% (80%)<br />

Solche Systeme können ausgeschaltet o<strong>der</strong> ignoriert werden.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen des VESIPO<br />

"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />

Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />

nicht vermiedenen Kollisionen<br />

'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 54/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1241 210<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 9 % 9 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />

Ø 30 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 42 8 16 3<br />

Motorrad 11 1 4 0<br />

Mofa 4 0 1 0<br />

Fahrrad 5 0 2 0<br />

Fussgänger 9 3 3 1<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />

Total 72 12 26 4<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 54/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 55<br />

Fahrzeugführerunterstützung: Übermittlung<br />

von Verkehrssignalen und Geschwindigkeitsbegrenzungen<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht die Übermittlung von Verkehrssignalen<br />

und Geschwindigkeitsbegrenzungen in das Fahrzeug vor. Die<br />

optische und akustische Anzeige im Fahrzeug dient ausschliesslich<br />

<strong>der</strong> Information des Fahrzeugführers und die übermittelte<br />

Information greift nicht direkt auf das Fahrzeug ein.<br />

Die Übermittlung <strong>der</strong> Verkehrssignale erfolgt beispielsweise<br />

mittels:<br />

• Digitaler Strassenkarten mit Verkehrssignalen und Geschwindigkeitslimiten,<br />

à-jour-Haltung über Digitalradio o<strong>der</strong><br />

Mobiltelefon<br />

• strassenseitige Ausrüstung <strong>der</strong> Verkehrssignale mit<br />

Transpon<strong>der</strong>n und Empfänger im Fahrzeug<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Gerätehersteller, Fahrzeug<br />

führer<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen 2000: Grossversuche in Schweden und Holland (Geschwindigkeitslimiten<br />

werden angezeigt)<br />

2005: Einsatz von Komfortsystemen<br />

2010: Funkübermittlung von Warn- und Geschwindigkeitssignalen<br />

als Bestandteil von Verkehrsleitsystemen auf Autobahnen.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von MFZ. Exkl. Mofas/MR<br />

mit Mängel 414, 435, 450-459Überschreiten Höchstgeschwindigkeit,<br />

Nichtbeachten Signal Überholverbot, Missachten<br />

Vortrittsrechte, 2000<br />

Verletzte BFS 8863 (281 ANDERE; 4106 PW; 1717 MR, 549<br />

MOFA; 1223 FR, 987 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 1885 (51 ANDERE; 590 PW; 459<br />

MR; 136 MOFA, 336 FR, 313 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 6978 (230 ANDERE, 3516 PW; 1258<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 55/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />

Wirksamkeit 3 [b] 80% (80%)<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% (70%)<br />

MR; 413 MOFA; 887 FR, 674 FG)<br />

Getötete BFS 172 (7 ANDERE; 61 PW, 26 MR; 9 MOFA; 16 FR,<br />

53 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 32957 (1461 ANDERE, 10676 PW, 5666 MR, 2361<br />

MOFA, 10029 FR, 2764 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1783 (26 ANDERE, 413 PW, 551 MR;<br />

204 MOFA, 370 FR, 219 FG)<br />

Und Leichtverletzte 31174 (1435 ANDERE, 10263 PW; 5115<br />

MR; 2157 MOFA; 9659 FR, 2545 FG)<br />

Getötete 172 (7 ANDERE; 61 PW, 26 MR; 9 MOFA; 16 FR, 53<br />

FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 2%<br />

Da k<strong>eine</strong> direkte Einwirkung auf das Fahrzeug erfolgt, muss <strong>der</strong><br />

Beachtungsgrad dieser Massnahme als relativ beschränkt eingestuft<br />

werden.<br />

Die Verarbeitung <strong>der</strong> visuellen Information kann zu Ablenkung<br />

<strong>der</strong> Fahraufgaben führen.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen des VESIPO<br />

"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />

Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />

nicht vermiedenen Kollisionen<br />

'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 55/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1783 172<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 70 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 2 %<br />

Ø 2 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 7 1 5 1<br />

Motorrad 9 0 6 0<br />

Mofa 3 0 2 0<br />

Fahrrad 6 0 4 0<br />

Fussgänger 4 1 2 1<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 29 2 19 2<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 55/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 56<br />

Fahrzeugführerunterstützung: Sensorik <strong>für</strong><br />

Lenkerüberwachung (Driver Alertness Monitoring<br />

System)<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht den Einsatz von fahrzeugseitiger Ausrüstung<br />

und Sensoren zur Beurteilung <strong>der</strong> Fahrtüchtigkeit des<br />

Fahrzeuglenkers vor. Abweichungen vom Normalzustand werden<br />

signalisiert o<strong>der</strong> können gegebenenfalls auch <strong>eine</strong> Blockierung<br />

des Zündschlosses vor <strong>der</strong> Abfahrt hervorrufen o<strong>der</strong> zu<br />

kontrolliertem Anhalten führen.<br />

Die Beurteilung erfolgt beispielsweise mittels:<br />

• Profil <strong>der</strong> Lenkkorrekturen (Müdigkeit, Alkohol, etc.)<br />

• Messung <strong>der</strong> Pupillengrösse (Müdigkeit, Drogen)<br />

• Analyse <strong>der</strong> Atemluft (Alkohol)<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller, Geräte-<br />

hersteller, Fahrzeughalter<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2030<br />

Erfahrungen Diverse Hersteller und Forschunganstalten arbeiten an Pilotprojekten,<br />

mit praktischen Anwendungen ist aber erst im Verlauf <strong>der</strong><br />

nächsten Jahre zu rechnen.<br />

Sobald sich die Systeme etabliert haben, kann mit <strong>eine</strong>r schnellen<br />

Verbreitung gerechnet werden.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Mfz exkl. Mofas /MR<br />

mit Mangel 110-113 Alkohol, Drogen, Medikamte und Schwächezustand,<br />

2000<br />

Verletzte BFS 3565 (130 ANDERE, 3021 PW, 147 MR, 35 MO-<br />

FA, 75 FR, 157 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 913 (36 ANDERE, 720 PW; 52 MR,<br />

14 MOFA, 29 FR, 62 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 2652 (94 ANDERE; 2301 PW; 95 MR;<br />

21 MOFA, 46 FR, 95 FG)<br />

Getötete BFS 132 (6 ANDERE, 97 PW, 11 MR; 1 MOFA; 1 FR,<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 56/S. 1


16 FG)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 50 %<br />

Nach Hochrechnung mit allg. Dunkelziffern und Dunkelziffer<br />

Alkohol (1.65):<br />

Verletzte 16866 (1115 ANDERE, 12961 PW, 800 MR; 249 MO-<br />

FA; 1015 FR, 726 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1123 (30 ANDERE; 832 PW, 102 MR, 35<br />

MOFA, 53 FR, 71 FG)<br />

Und Leichtverletzte 15743 (1085 ANDERE; 12129 PW, 698 MR,<br />

214 MOFA, 962 FR, 655 FG)<br />

Getötete 218 (10 ANDERE, 160 PW, 18 MR; 2 MOFA; 2 FR, 26<br />

FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 60 %<br />

Die Unfallverhütung verspricht sich von Driver Alertness Monitoring<br />

Systemen <strong>eine</strong> sehr hohe Wirksamkeit. Wegfahrsperren,<br />

kontrolliertes Anhalten und Warneinrichtungen sobald die Fahrtüchtigkeit<br />

nicht mehr garantiert ist, stellen ein wirksames Mittel<br />

zur Verhin<strong>der</strong>ung von Unfällen dar.<br />

Wegfahrsperren führen zu <strong>eine</strong>r spezifischen Reduktion <strong>der</strong><br />

Exposition.<br />

Die Systeme sind so ausgerichtet, dass sie von Fahrzeuglenker<br />

nicht ausgeschaltet o<strong>der</strong> überlistet werden können.<br />

Es bedarf aber in jedem Fall <strong>eine</strong>r sehr ausgeklügelten und empfindlichen<br />

Technik. Die Kombination mehrere Sensoren erhöht<br />

die Wirksamkeit.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % bis ca. 2030; (40 % = Durchschnitt bis 2020)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 90 % (90 %)<br />

Passive Sicherheit, die vom Lenker nicht beeinflusst werden<br />

kann. Trotzdem ist die Beachtung nicht 100%, da ein Teil <strong>der</strong><br />

Autofahrer nicht sofort anhält, son<strong>der</strong>n das zweite Warnsignal<br />

und das automatische Abbremsen des Fahrzeuges abwartet.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen des VESIPO<br />

"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />

Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung von Folgen von<br />

nicht vermiedenen Kollisionen<br />

'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 56/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1123 218<br />

Wirkungsbereich [a] 50 %<br />

50 %<br />

Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 40 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 90 %<br />

Ø 90 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 225 43 90 17<br />

Motorrad 28 5 11 2<br />

Mofa 9 1 4 0<br />

Fahrrad 14 1 6 0<br />

Fussgänger 19 7 8 3<br />

An<strong>der</strong>e 8 3 3 1<br />

Total 303 60 122 23<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 56/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 57<br />

Fahrzeugbeeinflussung: Fahrzeugseitige Umsetzung<br />

Verkehrssignale<br />

Exakte Ausformulierung Die Übermittlung <strong>der</strong> Verkehrssignale erfolgt analog <strong>der</strong> Massnahme<br />

K 59.<br />

Es erfolgt aber <strong>eine</strong> fahrzeugseitige Umsetzung <strong>der</strong> übermittelten<br />

Information, wobei unterschieden werden muss zwischen:<br />

• Komfortsysteme (z. B. intelligenter Tempomat), die vom Fahrer<br />

ausgeschaltet werden können<br />

• Zwangsweise Fahrzeugbeeinflussung (z. B. automatische<br />

Geschwindigkeitsbegrenzung)<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 2000 initiiert)<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2030<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Mfz exkl. Mofas/MR<br />

mit Mängel 414, 435 Überschreiten <strong>der</strong> Höchstgeschwindigkeit<br />

und Nichtbeachten Überholverbot, 2000<br />

Verletzte BFS 1201<br />

(64 ANDERE; 1038 PW, 68 MR, 6 MOFA, 12 FR, 13 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 274<br />

(15 ANDERE; 220 PW, 24 MR, 4 MOFA, 5 FR, 6 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 927<br />

(49 ANDERE; 818 PW; 44 MR; 2 MOFA, 7 FR, 7 FG)<br />

Getötete BFS 69<br />

(3 ANDERE; 44 PW, 10 MR, 1 MOFA, 2 FR, 9 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 3417<br />

(333 ANDERE; 2699 PW, 224 MR, 26 MOFA; 98 FR, 36 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 207<br />

(8 ANDERE, 154 PW, 29 MR, 6 MOFA, 6 FR, 4 FG)<br />

Und Leichtverletzte 3211<br />

(325 ANDERE; 2545 PW, 196 MR; 20 MOFA, 93 FR, 32 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 57/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />

Getötete 69<br />

(3 ANDERE; 44 PW, 10 MR, 1 MOFA, 2 FR, 9 FG)<br />

Die Erfassung des Unfallmerkmals "Überschreiten <strong>der</strong> Höchstgeschwindigkeit"<br />

ist unvollständig. Die Dunkelziffer beträgt rund 4.<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer "Geschwindigkeit":<br />

Verletzte 13664<br />

(1332 ANDERE; 10796 PW, 896 MR, 104 MOFA; 392 FR, 144 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 828<br />

(32 ANDERE, 616 PW, 116 MR, 24 MOFA, 24 FR, 16 FG)<br />

Und Leichtverletzte 12836<br />

(1300 ANDERE; 10180 PW, 780 MR; 80 MOFA, 368 FR, 128 FG)<br />

Getötete 276<br />

(12 ANDERE; 176 PW, 40 MR, 4 MOFA, 8 FR, 36 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 80 %<br />

V.a. innerorts in Kombination mit verschärften Geschwindigkeitsbegrenzungen<br />

(z. B: Tempo 30 Zonen) ist mit <strong>eine</strong>r grossen<br />

Wirkung zu rechnen.<br />

Wirkung nicht noch höher, weil das System je<strong>der</strong>zeit "manuell"<br />

(Brems- bzw. Gaspedal) muss übersteuert werden können.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (40 % im Durchschnitt bis 2020)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Durch Übersteuern ist Überholen o<strong>der</strong> übersetzte Geschwindigkeit<br />

noch möglich.<br />

30 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 57/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 828 276<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 40 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 30 %<br />

Ø 30 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 148 42 59 17<br />

Motorrad 28 10 11 4<br />

Mofa 6 1 2 0<br />

Fahrrad 6 2 2 1<br />

Fussgänger 4 9 2 3<br />

An<strong>der</strong>e 8 3 3 1<br />

Total 200 67 79 26<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 57/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 58<br />

Fahrzeugbeeinflussung: Automatische Notmanöver<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht die intelligente Steuerung von Brems-<br />

und Ausweichmanöver aufgrund <strong>der</strong> Daten von fahrzeugseitigen<br />

Sensoren zur Erkennung an<strong>der</strong>er Fahrzeuge und von Hin<strong>der</strong>nissen<br />

vor.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2030<br />

Erfahrungen Diverse Fahrzeughersteller sind mit <strong>der</strong> Entwicklung dieser sehr<br />

komplexen Anwendung beschäftigt.<br />

Erste Pilotanwendungen von Mercedes und BMW v. a. intelligenter<br />

Steuerung von Bremsmanöver wurden am ITS World Congress<br />

in Turin (Nov. 2000) vorgeführt.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit Beteiligung von MFZ exkl. Mofas/MR ohne<br />

Schleu<strong>der</strong>-/Selbst, Tier, an<strong>der</strong>e, 2000<br />

Verletzte BFS 19943 (610 ANDERE, 11229 PW; 2915 MR, 859<br />

MOFA; 2053 FR, 2277 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 3559 (98 ANDERE, 1190 PW; 785<br />

MR, 202 MOFA, 556 FR, 728 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 16384 (512 ANDERE, 10039 PW, 2130<br />

MR, 657 MOFA, 1497 FR, 1549 FG)<br />

Getötete BFS 294 (13 ANDERE, 80 PW; 46 MR, 13 MOFA; 29<br />

FR, 113 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 68892 (3172 ANDERE,29195 PW; 9620 MR; 3694<br />

MOFA; 16835 FR, 6376 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 3249 (49 ANDERE, 833 PW; 942 MR,<br />

303 MOFA; 612 FR, 510 FG)<br />

Und Leichtverletzte 65643 (3123 ANDERE, 28362 PW, 8678<br />

MR, 3391 MOFA, 16223 FR, 5866 FG)<br />

Getötete 294 (13 ANDERE, 80 PW; 46 MR, 13 MOFA; 29 FR,<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 58/S. 1


113 FG)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 50 %<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 5 %<br />

V.a. automatische ausgelöste Bremsmanöver können zu <strong>eine</strong>r<br />

wirkungsvollen Unfallverhütung beitragen. Automatische Ausweichmanöver<br />

sind schwierig zu beurteilen, da die Realisierung<br />

als solche schwer abzuschätzen ist.<br />

Analog automatischer Abstandswahrnung<br />

Im dichten Verkehr kann die korrekte Abstandsermittlung (z. B.<br />

Erfassung des richtigen Fahrzeuges) zu <strong>eine</strong>r sehr komplexen<br />

Aufgabe werden.<br />

Bei <strong>eine</strong>m unbemerkten Systemausfall wiegt sicher <strong>der</strong> Fahrzeughalter<br />

in <strong>eine</strong>r falschen Sicherheit.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% bis 2030 (25% im Durchschnitt bis 2020)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 90 %<br />

Durch Übersteuern ist zu dichtes Auffahren möglich.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 58/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 3249 294<br />

Wirkungsbereich [a] 50 %<br />

50 %<br />

Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 25 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 90 %<br />

Ø 90 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 19 2 5 0<br />

Motorrad 21 1 5 0<br />

Mofa 7 0 2 0<br />

Fahrrad 14 1 3 0<br />

Fussgänger 11 3 3 1<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />

Total 73 7 18 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 58/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 59<br />

Fahrzeugbeeinflussung: Automatische Fahrzeugortung<br />

und -lenkung<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht den Einsatz strassenseitiger elektronischer<br />

Leiteinrichtungen zur automatischen Steuerung von Fahrzeugen<br />

auf bestimmten Strecken o<strong>der</strong> innerhalb spezieller Gebiete<br />

vor. Die fahrzeugseitige Ausrüstung kommuniziert mit den<br />

Leiteinrichtungen und mit an<strong>der</strong>en Fahrzeugen und optimiert<br />

somit das Fahrverhalten des Fahrzeuges.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller, private<br />

Arealbesitzer<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2040<br />

Erfahrungen Erste Systeme <strong>für</strong> spezielle Anwendungen sind schon in Betrieb,<br />

z. B. People Mover am Flughafen in Amsterdam, U-<br />

Bahnzubringer "Bus" Rotterdam.<br />

Anwendungen mit Personenwagen sind noch nicht über das<br />

Experimentierstadium hinaus. Automobilkonzerne arbeiten aber<br />

an solchen Anwendungen.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Mfz exkl. Mofas/MR<br />

innerorts+Autobahn, 2000<br />

Verletzte BFS 19330 (703 ANDERE, 11211 PW, 2477 MR, 771<br />

MOFA, 1920 FR, 2248 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 3328 (120 ANDERE, 1257 PW, 581<br />

MR, 174 MOFA, 491 FR, 705 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 16002 (583 ANDERE, 9954 PW, 1896<br />

MR, 597 MOFA, 1429 FR, 1543 FG)<br />

Getötete BFS 230 (6 ANDERE; 81 PW, 16 MR, 7 MOFA; 24 FR,<br />

96 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 66332 (3656 ANDERE, 29149 PW, 8174 MR; 3315<br />

MOFA, 15744 FR, 6294 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 2932 (60 ANDERE, 880 PW, 697 MR;<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 59/S. 1


261 MOFA; 540 FR, 494 FG)<br />

Und Leichtverletzte 63400 (3596 ANDERE; 28269 PW, 7477<br />

MR; 3054 MOFA, 15204 FR, 5801 FG)<br />

Getötete 230 (6 ANDERE; 81 PW, 16 MR, 7 MOFA; 24 FR, 96<br />

FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 20 %<br />

Das Rettungspotential ist nur zum Teil durch Massnahme beeinflussbar.<br />

Wirksamkeit 3 [b] 60 %<br />

Die Wirkung solcher Systeme ist recht gross, da es in den Anwendungsgebieten<br />

zu <strong>eine</strong>m kontrollierten und homogenen Verkehrsfluss<br />

kommt.<br />

Bei <strong>eine</strong>m Systemausfall muss das System entwe<strong>der</strong> kontrolliert<br />

stoppen o<strong>der</strong> <strong>der</strong> Fahrzeugführer muss sofort eingreifen können<br />

und die angestammten Aufgaben übernehmen.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % bis 2040 (20 % im Durchschnitt bis 2020)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80 %<br />

Fahrer kann automatische Lenkung übersteuern.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 59/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 2932 230<br />

Wirkungsbereich [a] 20 %<br />

20 %<br />

Wirksamkeit [b] 60 % 60 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 20 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 84 8 17 2<br />

Motorrad 67 2 13 0<br />

Mofa 25 1 5 0<br />

Fahrrad 52 2 10 0<br />

Fussgänger 47 9 9 2<br />

An<strong>der</strong>e 6 1 1 0<br />

Total 281 23 55 4<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 59/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme K 60<br />

Fahrgemeinschaft, Fahrzeuggemeinschaft:<br />

Informations- und Reservationssysteme<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme besteht in <strong>der</strong> Realiserung von Informations-<br />

und Reservationssystemen, <strong>für</strong> die Anwendung Car-Sharing inkl.<br />

Fahrzeugterminals, zwecks:<br />

• zur Verfügung stellen von freien Plätzen in Fahrzeugen an<br />

aussenstehende Personen mit ähnlicher Route (Car-<br />

Pooling)<br />

• benutzen von Fahrzeugen <strong>eine</strong>s gemeinsamen Fahrzeugparks<br />

<strong>für</strong> individuelle Fahrten (Car-Sharing)<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughalter, Dienst-<br />

leisttungsanbieter<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1990 initiiert)<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Die Bildung von Fahrgemeinschaften, Fahrzeuggemeinschaft hat<br />

sich schon etabliert. In <strong>der</strong> Schweiz ist in erster Linie die Fahrzeuggemeinschaft<br />

"Mobility" von Bedeutung.<br />

In den nächsten Jahren ist mit <strong>eine</strong>r weiteren Ausschöpfung <strong>der</strong><br />

technischen Möglichkeiten <strong>für</strong> die Bildung von Fahrgemeinschaften,<br />

Reservationsystemen <strong>für</strong> Fahrzeuge, Inkasso etc. zu rechnen.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von PW, 2000<br />

Verletzte BFS 25621 (547 ANDERE, 17145 PW, 2983 MR, 836<br />

MOFA, 1957 FR, 2153 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 4686 (76 ANDERE, 2431 PW; 805<br />

MR; 187 MOFA, 505 FR, 682 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 20935 (471 ANDERE, 14714 PW, 2178<br />

MR; 649 MOFA, 1452 FR, 1471 FG)<br />

Getötete BFS 444 (8 ANDERE, 273 PW, 50 MR, 8 MOFA; 17<br />

FR, 88 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte BFS 82935 (2844 ANDERE, 44577 PW, 9844 MR,<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 60/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 70 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 100 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (60 %)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 1 %<br />

Offene Fragen –<br />

3595 MOFA, 16047 FR, 6028 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 4020 (38 ANDERE, 1702 PW; 966 MR;<br />

281 MOFA; 556 FR, 477 FG)<br />

Und Leichtverletzte 78915 (2806 ANDERE, 42875 PW; 8878<br />

MR; 3314 MOFA, 15491 FR, 5551 FG)<br />

Getötete 444 (8 ANDERE, 273 PW, 50 MR, 8 MOFA; 17 FR, 88<br />

FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 60/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 4020 444<br />

Wirkungsbereich [a] 70 %<br />

70 %<br />

Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 60 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 1 %<br />

Ø 1 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 12 2 7 1<br />

Motorrad 7 0 4 0<br />

Mofa 2 0 1 0<br />

Fahrrad 4 0 2 0<br />

Fussgänger 3 1 2 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 28 3 16 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 60/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 61<br />

Verkehrsleitsystem auf Autobahnen (u. a.:<br />

variable Geschwindigkeitsanzeigen)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verkehrsleitsystem auf Autobahnen umfassen Massnahmen zur<br />

sicheren, flüssigen und wirtschaftlichen Abwicklung des Verkehrs<br />

auf Autobahnstrecken und in Tunnels, hierzu gehören<br />

z. B.:<br />

• variable Gefahrensignale<br />

• variable Geschwindigkeitsanzeigen<br />

• variable Lastwagenüberholverbote<br />

• Fahrstreifensignalisation<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Integraler Bestandteil von Verkehrsleitsystemen ist die automatische<br />

Verkehrsüberwachung.<br />

Automatische Verkehrsüberwachung umfasst das Überwachen<br />

<strong>der</strong> Verkehrssituation auf dem Strassennetz über Echtzeiterfassung<br />

und Auswertung von Daten bezüglich Verkehrsmenge und<br />

Zusammensetzung, Wetterverhältnissen und an<strong>der</strong>en <strong>für</strong> den<br />

Strassenverkehr massgebenden Bedingungen.<br />

Zu den Hilfsmitteln und Bestandteilen <strong>eine</strong>r automatischen Verkehrsüberwachung<br />

gehören:<br />

• Detektoren (Induktionsschlaufen, Laser, Videobildauswertung<br />

etc.) <strong>für</strong> die Erfassung <strong>der</strong> Verkehrssituation (Verkehrsmenge,<br />

Verkehrszusammensetzung, Geschwindigkeit,<br />

Verkehrsdichte)<br />

• Detektoren und Sensoren <strong>für</strong> die automatische Erfassung<br />

<strong>der</strong> Wetterbedingungen (insbeson<strong>der</strong>e Nebel, Glatteis,<br />

Schnee)<br />

• Ausrüstung <strong>der</strong> Leitstellen <strong>für</strong> die automatische Schaltung<br />

<strong>der</strong> Verkehrssignale und Leiteinrichtungen bei ausserordentlichen<br />

Zuständen und Gefahren und automatische Meldung<br />

und Alarmierung <strong>der</strong> Strassenunterhaltsdienste (z. B.<br />

Schneeräumung)<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1990 initiiert)<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Digitale Wechselsignale werden besser befolgt als die heutigen<br />

permanent gültigen Signale.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 61/S. 1


Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen auf Autobahn nach Verkehrsteilnahme,<br />

2000<br />

Verletzte BFS 3380 (215 ANDERE, 3058 PW, 92 MR, 2 MOFA,<br />

1 FR, 12 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 467 (35 ANDERE, 389 PW, 37 MR;<br />

6 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 2913 (180 ANDERE, 2669 PW, 55 MR;<br />

2 MOFA, 1 FR, 6 FG)<br />

Getötete BFS 43 (2 ANDERE; 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 30 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 20 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (50 %)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 70 % (70 %)<br />

Offene Fragen –<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 9424 (1118 ANDERE, 7951 PW, 304 MR, 9 MOFA, 8<br />

FR, 34 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 338 (18 ANDERE; 272 PW, 44 MR, 4<br />

FG)<br />

Und Leichtverletzte 9086 (1100 ANDERE, 7679 PW, 260 MR; 9<br />

MOFA, 8 FR, 30 FG)<br />

Getötete 43 (2 ANDERE; 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 61/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 338 43<br />

Wirkungsbereich [a] 30 %<br />

30 %<br />

Wirksamkeit [b] 20 % 20 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 70 %<br />

Ø 70 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 11 2 6 1<br />

Motorrad 2 0 1 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />

Total 14 2 7 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 61/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 62<br />

Permanente Sensibilisierungskampagne Rettungswesen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Permanente Sensibilisierungskampagne Rettungswesen <strong>für</strong> die<br />

Gesamtbevölkerung, insbeson<strong>der</strong>e zum Thema Alarmierung<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Je<strong>der</strong> Bewohner <strong>der</strong> Schweiz soll wissen, nach welchen Kriterien<br />

die Alarmierung zu erfolgen hat.<br />

In <strong>der</strong> Bevölkerung ist das korrekte Alarmierungsvorgehen <strong>für</strong><br />

Rettungsdienste weitgehend unbekannt. Dieser Zustand beeinflusst<br />

die zeitgerechte Rettung in hohem Masse negativ. Eine<br />

korrekt abgefasste Alarmmeldung erlaubt den Einsatzdisponenten<br />

<strong>der</strong> Rettungsdienste, zeitverzugslos die zur Bewältigung des<br />

Ereignisses angebrachten Kräfte zu alarmieren.<br />

Zusätzlich zur Information <strong>der</strong> Bevölkerung sind mit <strong>der</strong> Industrie<br />

flankierende Massnahmen auszuarbeiten (z. B. Wenn auf <strong>eine</strong>m<br />

Natel <strong>eine</strong> Notrufnummer gewählt wird, erscheint automatisch<br />

ein Display mit dem Alarmierungsschema).<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Krankenkassen, PR-Firmen,<br />

öff. Gesundheitswesen<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2005<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Diese Massnahme wirkt auf alle Getöteten und Schwerverletzten.<br />

Verletzte BFS: 30058 (1147 ANDERE, 17145 PW, 4500 MR,<br />

1240 MOFA, 3243FR, 2783 FG)<br />

Davon SV BFS: 6191 (231 ANDERE, 2431 PW, 1364 MR, 305<br />

MOFA, 959 FR, 901 FG)<br />

Getötete BFS: 592 (30 ANDERE, 273 PW, 92 MR, 19 MOFA,<br />

48 FR, 130 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 104908 (5960 ANDERE, 44807 PW, 14648 MR, 5271<br />

MOFA; 26492FR, 7730 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 5713 (125 ANDERE, 1747 PW, 1655<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 62/S. 1


MR, 469 MOFA, 1060 FR, 657 FG)<br />

Getötete: 592 (30 ANDERE, 273 PW, 92 MR, 19 MOFA, 48 FR,<br />

130 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.) (Leichtverletzte werden durch<br />

Massnahmen im Rettungswesen nicht vermieden.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Das Alarmierungsschema ist nicht gänzlich unbekannt.<br />

70%<br />

Wirksamkeit 3 [b] 10% Getötete, 5% Verletzte<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 80%<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 4%<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 62/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 5713 592<br />

Wirkungsbereich [a] 70 %<br />

70 %<br />

Wirksamkeit [b] 5 % 10 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 4 %<br />

Ø 4 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 2 1 2 1<br />

Motorrad 2 0 2 0<br />

Mofa 1 0 1 0<br />

Fahrrad 1 0 1 0<br />

Fussgänger 1 0 1 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 7 1 7 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 62/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 63<br />

Obligatorische Ersthelferausbildung in <strong>der</strong><br />

Schule<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Auf allen Stufen <strong>für</strong> 7- bis 19-jährige Schüler soll <strong>eine</strong> Sicherheitserziehung<br />

und Ersthelferausbildung stattfinden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Heute existiert in den Schulen nur auf freiwilliger Basis <strong>eine</strong><br />

Ersthelferausbildung, diese beruht meistens auf <strong>eine</strong>r speziellen<br />

Motivation des Lehrers. Inhalte und Schwerpunkte dieser Ausbildung<br />

sind nicht definiert und entsprechen dem jeweiligen Ausbildungsstand<br />

<strong>der</strong> Lehrperson.<br />

Richtiges Verhalten nach <strong>eine</strong>m Verkehrsunfall kann Folgeunfälle<br />

vermeiden, gesundheitliche Schäden verkl<strong>eine</strong>rn und Leben<br />

retten. Sicherheitserziehung und Ersthelferausbildung sind an<br />

kein Alter gebunden und könnten ab dem Kin<strong>der</strong>garten aufbauend<br />

bis zum Abschluss <strong>der</strong> Ausbildung erfolgen.<br />

Diese Erziehung und Ausbildung sollten als Ganzes geplant und<br />

umgesetzt werden.<br />

Durch diese Sicherheitserziehung und Ersthelferausbildung wird<br />

nicht nur die Erstehilfe nach <strong>eine</strong>m Unfall verbessert, son<strong>der</strong>n es<br />

werden auch <strong>eine</strong> Unfallprävention, Gesundheits- und Sozialerziehung<br />

bei Kin<strong>der</strong>n aller Altersstufen erreicht.<br />

Beteiligte � Bund<br />

� Kanton<br />

� Tiefbauämter<br />

� Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Erziehungsdirektionskonf.<br />

� Rettungsdienste � Jugendverbände<br />

� Laienhilfeorganisationen (Samariterver<strong>eine</strong>)<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Bei Jugendorganisationen wurden sehr gute Erfahrungen gemacht,<br />

neben dem richtigen Verhalten nach Unfällen in Ferienlager<br />

konnte als Nebeneffekt ein präventives Verhalten und Sicherheitsbewusstsein<br />

beobachtet werden.<br />

Die Zahl von Erstickungstodesfälle nach Unfällen mit primärer<br />

Bewusstlosigkeit könnte drastisch gesenkt werden. Eine gute<br />

Erste Hilfe kann mithelfen, Folgeschäden zu minimieren und<br />

Leben zu retten.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Diese Massnahme hat generalpräventiven Charakter. Sie wirkt<br />

auf alle Getöteten und Schwerverletzten.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 63/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 90 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 10 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Verletzte BFS 30058<br />

(1147 ANDERE, 17145 PW, 4500 MR, 1240 MOFA, 3243FR,<br />

2783 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 6191<br />

(231 ANDERE, 2431 PW, 1364 MR, 305 MOFA, 959 FR, 901<br />

FG)<br />

Getötete BFS 592<br />

(30 ANDERE, 273 PW, 92 MR, 19 MOFA, 48 FR, 130 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 104908<br />

(5960 ANDERE, 44807 PW, 14648 MR, 5271 MOFA, 26492FR,<br />

7730 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 5713<br />

(125 ANDERE, 1747 PW, 1655 MR, 469 MOFA, 1060 FR, 657<br />

FG)<br />

Getötete 592<br />

(30 ANDERE, 273 PW, 92 MR, 19 MOFA, 48 FR, 130 FG)<br />

(Leichtverletzte werden durch Massnahmen im Rettungswesen nicht vermieden.)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] In <strong>der</strong> Regel werden auch obligatorische Lehrpläne nicht vollständig<br />

eingehalten/erfüllt, auf Freiwilligkeit beruhende Ausbildungsbereiche<br />

schon gar nicht, und hinzu kommen die qualitativen<br />

Unterschiede <strong>der</strong> Lehrenden: Deshalb wird von <strong>eine</strong>m Realisierungsgrad<br />

von 30 % ausgegangen.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Die Motivation von Jugendlichen <strong>für</strong> die Themen <strong>der</strong> Erste Hilfe<br />

ist recht hoch.<br />

Beim Sicherheitsverhalten sind die verschiedenen Altersstufen<br />

sehr unterschiedlich in <strong>der</strong> Umsetzung. Gelernte und eingeprägte<br />

Muster können aber auch später positive Auswirkungen haben.<br />

10 %<br />

Offene Fragen 1. Der Umfang <strong>der</strong> Lerninhalte ist nicht bestimmt<br />

2. Obligatorischer o<strong>der</strong> freiwilliger Weg (Obligatorium hat mehr<br />

Effizienz)?<br />

3. Wer erarbeitet die Lehrmittel?<br />

4. Wer bestimmt Schwerpunkte und Richtlinien?<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 63/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 5713 592<br />

Wirkungsbereich [a] 90 %<br />

90 %<br />

Wirksamkeit [b] 10 % 10 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 30 %<br />

Ø 30 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />

Ø 10 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte 1Getötete<br />

Personenwagen 5 1 5 1<br />

Motorrad 4 0 4 0<br />

Mofa 1 0 1 0<br />

Fahrrad 3 0 3 0<br />

Fussgänger 2 0 2 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 15 1 15 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 63/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme K 64<br />

Periodische Wie<strong>der</strong>holung des<br />

Nothelferkurses alle 5 Jahre<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Die zur Erlangung des Führerscheins notwendige Ausbildung in<br />

<strong>eine</strong>m Nothelferkurs soll alle 5 Jahre wie<strong>der</strong>holt werden müssen.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Eine Studie, die in <strong>der</strong> Ostschweiz bei 470 Rettungseinsätzen<br />

durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass bei 25 % <strong>der</strong> Notfälle, bei<br />

denen Laienhilfe notwendig gewesen wäre, k<strong>eine</strong> Hilfe geleistet<br />

wurde. Dort wo Hilfe geleistet wurde, konnte sie aus <strong>der</strong> Sicht<br />

des Rettungspersonals nur in 30 % <strong>der</strong> Fälle als gut bezeichnet<br />

werden.<br />

Mit dem Nothelferkurs <strong>für</strong> Lenker von Motorfahrzeugen wird ein<br />

grosser Teil <strong>der</strong> Bevölkerung erreicht. Die Motivation <strong>der</strong><br />

Kursteilnehmer <strong>für</strong> die Kursziele ist oftmals gering. Ihr primäres<br />

Ziel ist <strong>der</strong> Erhalt des Führerausweises, nicht das Erlernen von<br />

Massnahmen betr. Erste Hilfe.<br />

Das wenige das gelernt wird, wird – aufgrund mangeln<strong>der</strong> Praxis<br />

– wie<strong>der</strong> vergessen. Es soll deshalb <strong>eine</strong> obligatorische, periodische<br />

(5-jährliche) Auffrischung <strong>der</strong> Kenntnisse in <strong>eine</strong>m Wie<strong>der</strong>holungskurs<br />

erfolgen. Kursumfang: ca. 4 Stunden (1 Abend).<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Rettungsdienste<br />

� Laienhilfeorganisationen<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Alle Unfälle mit Beteiligung von Motorwagen und Motorrä<strong>der</strong>n<br />

(ab 125 ccm):<br />

Verletzte BFS 28114<br />

(1074 ANDERE, 17145 PW, 4217 MR, 954 MOFA, 2263, 2461<br />

FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 5538<br />

(208 ANDERE, 2431 PW, 1276 MR, 226 MOFA, 604 FR, 793<br />

FG)<br />

Getötete BFS 559<br />

(28 ANDERE, 273 PW, 89 MR, 13 MOFA, 33 FR, 123 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 64/S. 1


Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 93628<br />

(5585 ANDERE, 44577 PW, 13916 MR, 4102 MOFA, 18557 FR,<br />

6891 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 4895<br />

(104 ANDERE, 1702 PW, 1531 MR, 339 MOFA, 664 FR, 555<br />

FG)<br />

Getötete 559<br />

(28 ANDERE, 273 PW, 89 MR, 13 MOFA, 33 FR, 123 FG)<br />

(Leichtverletzte werden durch Massnahmen im Rettungswesen nicht vermieden.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Nur 30 % <strong>der</strong> Ersthelfer versorgen "richtig". D. h. 70 % (falsch)<br />

von 75 % (bei 25 % k<strong>eine</strong> Laienhilfe).<br />

Total 50 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 10 % Schwerverletzte, 20 % Getötete<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % nach 5 Jahren, Durchschnitt nach 10 Jahren 80 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 15 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 64/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 4895 559<br />

Wirkungsbereich [a] 50 50 %<br />

Wirksamkeit [b] 10 20 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 80 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 15 %<br />

Ø 15 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 13 4 10 3<br />

Motorrad 11 1 9 1<br />

Mofa 3 0 2 0<br />

Fahrrad 5 0 4 0<br />

Fussgänger 4 2 3 1<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 1 0<br />

Total 37 7 29 5<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 K 64/S. 3


M01 – M20 Mittelfristige Massnahmen (initiiert 2006 - 2010)<br />

Pädagogik, Kommunikation, Selektion und Therapie<br />

M01 Mobilitätsausbildung und Sicherheitserziehung auf allen Schulstufen<br />

Recht und Überwachung<br />

M02 Velohelm-Obligatorium<br />

M03 Mindestalter 18 <strong>für</strong> das Lenken von Motorrä<strong>der</strong>n (Aufhebung Kat. F)<br />

M04<br />

Erhöhung Versicherungsprämie <strong>der</strong> Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung<br />

nach sicherheitsrelevanten Verkehrsregelverletzungen<br />

M05 Tempo-Regime 110 Autobahn<br />

M06 Tempo-Regime 70 ausserorts<br />

M07 Erhöhung <strong>der</strong> Ordnungsbussen<br />

Infrastruktur und Betrieb<br />

M08 Automatische Verkehrskontrollen: digitaler Fahrtenschreiber (inkl. UDS)<br />

Fahrzeugtechnik und Verkehrstelematik<br />

M09 Obligatorium Gurt-Ignition-Interlock-System (Wegfahrsperre)<br />

M10 Intelligente Gurtstraffsysteme (smart seat belts)<br />

M11 Fahrzeugbeeinflussung: Steuerung <strong>der</strong> Fahrdynamik<br />

M12 ECE-Normierung im Bereich Querdynamik <strong>der</strong> Fahrzeuge<br />

Rettungswesen<br />

M13 Automatisierte Lokalisierung Unfallort und Notruf


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme M 01<br />

Mobilitätsausbildung und Sicherheitserziehung<br />

auf allen Schulstufen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Auf allen Schulstufen soll <strong>eine</strong> Mobilitätsausbildung und Sicherheitserziehung<br />

stattfinden<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Heute existiert lediglich <strong>eine</strong> rudimentäre Verkehrserziehung, die<br />

vor allem auf den Kin<strong>der</strong>garten- und Primarschulbereich ausgerichtet<br />

ist. Für ältere Schüler gibt es k<strong>eine</strong>n adäquaten Unterricht,<br />

<strong>der</strong> sie auf ihre Tätigkeit als Verkehrsteilnehmer im Alter<br />

zwischen 12 und 20 Jahren vorbereitet, wo die grössten Probleme<br />

liegen (Velofahren, Mofa, Kleinmotorrä<strong>der</strong>, Auto). Deshalb<br />

soll flächendeckend auf allen Schulstufen (inkl. postobligatorische<br />

Schulen) Mobilitätsausbildung und Sicherheitserziehung<br />

stattfinden. Diese Ausbildung/Erziehung soll sich nicht wie bisher<br />

nur am sicheren Verkehrsverhalten ausrichten, son<strong>der</strong>n <strong>eine</strong><br />

kritische Auseinan<strong>der</strong>setzung mit <strong>der</strong> Mobilität ermöglichen.<br />

Dadurch wird nebst <strong>der</strong> r<strong>eine</strong>n Unfallprävention ein Beitrag zur<br />

Umwelt-, Gesundheits- und Sozialerziehung von Kin<strong>der</strong>n geleistet.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen Verkehrserziehung (VE) ist <strong>eine</strong> breit akzeptierte und zentrale<br />

Massnahme <strong>der</strong> Unfallpräventionsarbeit. Der VE wird bescheinigt,<br />

dass sie sowohl <strong>eine</strong>n direkten kurzfristigen Nutzen hat<br />

(Unfallverhütung hier und jetzt) als sich auch langfristig dadurch<br />

positiv auswirkt, dass in <strong>der</strong> VE grundlegende(s) Einstellungen/<br />

Wissen/Verhaltensweisen erworben werden. Studien zur Wirksamkeit<br />

<strong>der</strong> Verkehrserziehung sind k<strong>eine</strong> bekannt und es wird<br />

argumentiert, dass sich <strong>eine</strong> Wirksamkeit eh nicht allein an den<br />

Unfallraten messen liesse. Der Nutzen <strong>der</strong> klassischen VE, die<br />

darin besteht, dass im Kin<strong>der</strong>garten und in <strong>der</strong> Primarschule eino<strong>der</strong><br />

zweimal <strong>der</strong> Verkehrsinstruktor das richtige Verhalten als<br />

Fussgänger o<strong>der</strong> Radfahrer demonstriert, wird jedoch angezweifelt.<br />

Gefor<strong>der</strong>t werden grundsätzlich neue Modelle, die sich nicht<br />

in <strong>eine</strong>r Verkehrserziehung erschöpfen, son<strong>der</strong>n <strong>eine</strong> breite Mobilitätsausbildung<br />

zum Ziel haben. Diese Mobilitätsausbildung ist<br />

Sicherheitserziehung, Sozialerziehung, Gesundheitserziehung<br />

und Umwelterziehung in <strong>eine</strong>m.<br />

Es gibt einige (lokale) Projekte, die im weitesten Sinn etwas mit<br />

VE zu tun haben und in die Schule integriert sind (hauptsächlich<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 01/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

postobligatorische Schulen). Es handelt sich jedoch primär um<br />

<strong>eine</strong> Art vorgezogene Fahrausbildung <strong>für</strong> etwa 15- bis 17-<br />

Jährige. Evaluationen liegen jedoch mit Ausnahme von <strong>eine</strong>m<br />

Projekt k<strong>eine</strong> vor. Bei diesem konnte k<strong>eine</strong> Abnahme <strong>der</strong> Unfallzahlen<br />

beobachtet werden; im Gegenteil, es wird be<strong>für</strong>chtet,<br />

dass durch ein vorgezogenes Fahrtraining diese Jugendlichen<br />

früher den Zugang zum Fahren suchen, was die Exposition und<br />

dadurch wahrscheinlich auch die Unfallwahrscheinlichkeit erhöht.<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfalllte Kin<strong>der</strong>/Jugendliche im Alter 5–19 Jahre, 2000<br />

Verletzte BFS 5937<br />

(155 ANDERE, 2168 PW, 1010 MR; 657 MOFA; 1062 FR, 885 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 1236<br />

(39 ANDERE, 316 PW, 232 MR, 144 MOFA, 276 FR, 229 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 4701<br />

(116 ANDERE, 1852 PW, 778 MR, 513 MOFA, 786 FR, 656 FG)<br />

Getötete BFS 70<br />

(4 ANDERE; 26 PW; 9 MR, 9 MOFA; 9 FR, 13 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 23787<br />

(806 ANDERE; 5637 PW; 3333 MR; 2825 MOFA; 8708 FR,<br />

2478 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1199<br />

(20 ANDERE; 221 PW, 278 MR, 216 MOFA, 304 FR, 160 FG)<br />

Und Leichtverletzte 22588<br />

(787 ANDERE, 5416 PW; 3055 MR; 2609 MOFA; 8405 FR,<br />

2318 FG)<br />

Getötete 70<br />

(4 ANDERE; 26 PW; 9 MR, 9 MOFA; 9 FR, 13 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Verkehrserziehung findet bis anhin lediglich etwa im Alter von 5<br />

bis 12 Jahren statt, d. h. diese Kin<strong>der</strong> profitieren schon von <strong>der</strong><br />

Massnahme und können vom Total <strong>der</strong> zu beeinflussenden<br />

Menge subtrahiert werden.<br />

70%<br />

Wirksamkeit 3 [b] Wenn man sich an die Regeln und das Wissen hält, das in <strong>der</strong><br />

Verkehrserziehung vermittelt wird, dürften etwa 50 % <strong>der</strong> Verletzten<br />

sowie 70 % <strong>der</strong> Getöteten zu verhin<strong>der</strong>n sein. Diese Werte<br />

beruhen auf folgenden Annahmen:<br />

1) Es wird nicht alles <strong>für</strong> die Vermeidung <strong>der</strong> Unfälle relevante<br />

Wissen vermittelt,<br />

2) Wissen bezügl. <strong>der</strong> tödlichen Gefahren wird in den Vor<strong>der</strong>grund<br />

gestellt, weshalb <strong>der</strong> vermeidbare Anteil bei den Getöteten<br />

höher ist,<br />

3) ein Teil <strong>der</strong> Unfälle ereignet sich durch passive Verkehrsteilnahme<br />

(Kin<strong>der</strong> als PW-Insassen), bei <strong>der</strong> sich korrektes/sicheres<br />

Verhalten und Handeln <strong>der</strong> Kin<strong>der</strong>/Jugendlichen gemäss Verkehrserziehung<br />

gar nicht auswirken kann.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 01/S. 2


Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] In <strong>der</strong> Regel werden auch obligatorische Lehrpläne nicht vollständig<br />

eingehalten/erfüllt, auf Freiwilligkeit beruhende Ausbildungsbereiche<br />

schon gar nicht, und hinzu kommen die qualitativen<br />

Unterschiede <strong>der</strong> Lehrenden: Deshalb wird von <strong>eine</strong>m Realisierungsgrad<br />

von 30 % ausgegangen.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Auf <strong>der</strong> Ebene <strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer (d. h. <strong>der</strong> Kin<strong>der</strong> und<br />

Jugendlichen) dürften die Inhalte <strong>der</strong> Verkehrserziehung insgesamt<br />

relativ schlecht beachtet werden: In jüngeren Jahren (KiGa<br />

und Primarschule) noch besser, mit zunehmendem Alter<br />

schlechter (bewusste Regelverstösse als Ausdruck <strong>der</strong> Auflehnung<br />

gegenüber <strong>der</strong> Autorität, Auslebenstendenzen, Imponiergehabe,<br />

Gruppendruck usw.). Zudem dürfte aber gerade im<br />

jüngeren Alter viel im Verkehrsunterricht theoretisch Gelerntes<br />

wegen <strong>der</strong> beschränkten kognitiven Leistungsfähigkeit (Konzentrationsfähigkeit,<br />

geteilte Aufmerksamkeit, Situationsgebundenheit<br />

usw.) gar nicht umsetzbar sein. Deshalb: Der mittlere Beachtungsgrad<br />

beträgt 10 %.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 40, Driver Training, Testing and Licensing, Siegrist,<br />

S. (ed.)<br />

Castro, M.I. (1998), Traffic Safety Education at the Primary<br />

School Level. ERSF / PRI Studie, Lissabon<br />

Limbourg, M. (2001), Mobilitäts-/Verkehrserziehung als Aufgabe<br />

<strong>der</strong> Grundschule. Sache-Wort-Zahl, Heft 38, Aulis Verlag,<br />

Köln (in Druck)<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 01/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1199 70<br />

Wirkungsbereich [a] 70 %<br />

70 %<br />

Wirksamkeit [b] 50 % 70 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 30 %<br />

Ø 30 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />

Ø 10 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 2 0 2 0<br />

Motorrad 3 0 3 0<br />

Mofa 2 0 2 0<br />

Fahrrad 3 0 3 0<br />

Fussgänger 2 0 2 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 12 0 12 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 01/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme M 02<br />

Velohelm-Obligatorium<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Einführung <strong>eine</strong>r Verhaltensvorschrift <strong>für</strong> das Tragen <strong>eine</strong>s Helmes<br />

beim Velofahren<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Das Tragen <strong>eine</strong>s Velohelmes beim Radfahren wird <strong>für</strong> alle Radfahrer<br />

(Ausnahmen sind nur bei medizinischer Indikation möglich)<br />

vorgeschrieben und die Missachtung mit <strong>eine</strong>r Busse geahndet.<br />

Die Einführung <strong>der</strong> Vorschrift wird mit <strong>eine</strong>r Informationskampagne<br />

und <strong>eine</strong>r Wirksamkeitsstudie begleitet.<br />

Die Massnahme wird nur dann zum vorgesehenen Zeitpunkt<br />

eingeführt, wenn bis dann<br />

1. <strong>eine</strong> breite soziale Akzeptanz (Tragquote mind. 40 %, Zustimmung<br />

zur Vorschrift über 60 % bei den Velofahrern) erreicht<br />

ist, sodass kontraproduktive Effekte ausgeschlossen<br />

werden können, jedoch <strong>eine</strong> Steigerung <strong>der</strong> Tragquote zu<br />

erwartet ist.<br />

2. die Polizei gewillt ist und verfügt über die Mittel verfügt, <strong>eine</strong><br />

minimale Kontrolldichte zu erzielen<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010 = Obligatorium in Kraft<br />

Erfahrungen Die relevante Literatur ist im bfu-Report 41 zusammengefasst<br />

und bewertet<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 NBU/UVG 1999 (k<strong>eine</strong> 2000er Zahlen vorhanden)<br />

1604 Schädel-Hirnverletzungen (davon 100 % schwere)<br />

32 Todesfälle<br />

Hochrechnung 2000:<br />

1576 Schädel-Hirnverletzungen<br />

37 Todesfälle<br />

(k<strong>eine</strong> Dunkelziffer bei dieser Unfallschwere)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Das Obligatorium wird frühestens bei <strong>eine</strong>r Tragquote von 40 %<br />

realisiert, deshalb:<br />

Wirkungsbereich Verletzungen = 60 %<br />

Wirkungsbereich Tote = 60 %<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 02/S. 1


Wirksamkeit 3 [b] Wirksamkeit Verletzungen = 80 %<br />

Wirksamkeit tödliche Verletzungen = 85 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Ab 2010 50 %, maximal 70 %, durchschnittlich 60 %<br />

Offene Fragen Kann Verlagerungseffekt (z. B. auf gefährlichere Fortbewegungsmittel<br />

wie Scooter) tats. ausgeschlossen werden, wenn<br />

Massnahme erst bei <strong>eine</strong>r Tragquote von 40 % eingeführt wird?<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu-Report 41 (1999), Velohelme – Erhebung des Tragverhaltens<br />

und <strong>der</strong> Traggründe (Siegrist, S., Allenbach, R. & Regli, C.) und<br />

Literaturverzeichnis<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 02/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1576 37<br />

Wirkungsbereich [a] 60 %<br />

60 %<br />

Wirksamkeit [b] 80 % 85 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 70 %<br />

Ø 60 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 0 0 0 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 530 13 454 11<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 530 13 454 11<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 02/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme M 03<br />

Mindestalter 18 <strong>für</strong> das Lenken von Motorrä<strong>der</strong>n<br />

(Aufhebung Kat. F)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Heraufsetzung des Mindestalters von 16 Jahren auf 18 Jahre <strong>für</strong><br />

Lenkerinnen und Lenker von 50 cm 3 -Töffs und Rollern mit <strong>eine</strong>r<br />

Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung In <strong>der</strong> VZV ist geregelt, dass ab 16 Jahren mit <strong>eine</strong>m 50 cm 3 -Töff<br />

und Roller mit <strong>eine</strong>r Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h herumgefahren<br />

werden darf, jedoch erst nach Ablegen <strong>eine</strong>r einfachen<br />

theoretischen und praktischen Prüfung. Ausgehend von <strong>der</strong> ungünstigen<br />

Entwicklung <strong>der</strong> Unfallzahlen soll das Mindestalter von<br />

16 auf 18 Jahre heraufgesetzt werden unter gleichzeitiger Aufhebung<br />

<strong>der</strong> Kategorie F.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen Der <strong>der</strong>zeitige Trend in <strong>der</strong> EU läuft mehr o<strong>der</strong> weniger diametral<br />

zu <strong>der</strong> vorgeschlagenen Massnahme: ab 16 Jahren maximal 125<br />

cm 3 mit Leistungsbeschränkung, ab 18 Jahren maximal 650 cm 3 ,<br />

ab 21 Jahren freier Zugang zu allen Hubraumklassen, ab 24<br />

Jahren Direkteinstieg in alle Hubraumklassen. Eine Arbeitsgruppe<br />

unter <strong>der</strong> Leitung des ASTRA hat sich 1999/2000 mit <strong>der</strong><br />

Thematik auseinan<strong>der</strong>gesetzt. Demnächst sollen Gesetzesentwürfe<br />

zu zwei Varianten durch das UVEK in die Vernehmlassung<br />

geschickt werden. Tendenz: Herabsetzung des Alters mit gleichzeitiger<br />

Steigerung <strong>der</strong> Leistung.<br />

Wie sich die bfu bereits mit Brief vom 12. Januar 2000 beim<br />

ASTRA hat vernehmen lassen, soll das Mindestalter <strong>für</strong> das<br />

Führen von Kleinmotorrä<strong>der</strong>n bei 16 Jahren belassen werden.<br />

Wie Studien aus Holland (Lit. 1) und Norwegen (Lit. 3) zudem<br />

vermuten lassen, dürfte die Herabsetzung des Mindestalters <strong>für</strong><br />

die Unterkategorie A1 auf 16 Jahre auch in <strong>der</strong> Schweiz <strong>eine</strong>n<br />

ungünstigen Einfluss auf das Unfallgeschehen dieser Altersgruppe<br />

haben.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 03/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 In den letzten Jahren (1997–2000) sind die Verletztenzahlen<br />

beinahe exponentiell angestiegen. Es handelt sich dabei um 16bis<br />

18-jährige Lenker von Motorrä<strong>der</strong>n mit Ausweis Kat. F. Im<br />

Jahr 2000 betrugen sie:<br />

Verletzte BFS 439<br />

Davon Schwerverletzte BFS 90<br />

Und Leichtverletzte BFS 349<br />

Getötete BFS 4<br />

Mit Dunkelziffer hochgerechnet:<br />

Verletzte 1539<br />

Davon Schwerverletzte 108<br />

Und Leichtverletzte 1431<br />

Getötete 4<br />

Entwicklung 1997–2000<br />

1992–1995: durchschnittlich ca. 40 Verletzte jährlich, 1 Getöteter<br />

in den 4 Jahren.<br />

1996 :63 Verletzte, 1 Getöteter<br />

1997: 106 Verletzte, 1 Getöteter<br />

1998: 166 Verletzte, 1 Getöteter<br />

1999: 303 Verletzte, 1 Getöteter<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Die Massnahme ist noch nicht umgesetzt → Wirkungsbereich<br />

100%.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Die Unfallzahlen in <strong>der</strong> Alterskategorie 16- bis 18-Jährige können<br />

durch die rigorose Heraufsetzung des Mindestalters zu<br />

100 % eliminiert werden. In <strong>der</strong> Annahme, dass sich alle an das<br />

Gesetz halten, resultiert <strong>eine</strong> Wirksamkeit von 100 %.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Das neue Gesetz wird flächendeckend in <strong>der</strong> ganzen Schweiz<br />

eingeführt. Somit gibt es k<strong>eine</strong> Einschränkung des theoretischen<br />

Rettungspotenzials durch <strong>eine</strong>n vermin<strong>der</strong>ten Realisierungsgrad.<br />

100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 95%<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen bfu, Briefwechsel mit ASTRA betr. Motorrad-Führerausweiskategorien,<br />

Brief vom 12. Januar 2000/Mü<br />

Branko Kopjar (1999), Moped injuries among adolescents: a<br />

significant forgotten problem?, Accident Analysis and Prevention<br />

31, page 473–478<br />

Research Activities (1999), SWOV against a future lowering the<br />

minimum age for Driving, page 9<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 03/S. 2


Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

Die oben ausgeführten Bestrebungen/Harmonisierung <strong>der</strong><br />

Schweizer Führerausweisvorschriften mit denjenigen <strong>der</strong> EU<br />

laufen in die entgegengesetzte Richtung als mit <strong>der</strong> vorgeschlagenen<br />

(verkehrssicherheitsmässig erstrebenswerten) Massnahme<br />

angestrebt wird. Vermutlich wird die Massnahme 'Heraufsetzung<br />

des Mindestalters' auf sehr geringe Akzeptanz sowohl seitens<br />

<strong>der</strong> Bundesbehörden wie auch <strong>der</strong> "Töfflobby" stossen. Es<br />

sind dann Voraussetzungen zu schaffen, die im Falle <strong>eine</strong>r Herabsetzung<br />

<strong>der</strong> Mindestalter dem Aspekt <strong>der</strong> nachhaltigen Unfallverhütung<br />

trotzdem Rechnung tragen.<br />

Es sind noch weitere Überlegung zur Zweckmässigkeit und Verhältnismässigkeit<br />

<strong>der</strong> Heraufsetzung des Mindestalters anzustellen.<br />

Realistischerweise muss von <strong>eine</strong>r Beibehaltung des Status quo<br />

ausgegangen werden:<br />

Weiterverfolgen JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 03/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 108 4<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 95 %<br />

Ø 95 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 0 0 0 0<br />

Motorrad 103 4 103 4<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 103 4 103 4<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 03/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme M 04<br />

Erhöhung Versicherungsprämie <strong>der</strong> Motorfahrzeug-<br />

Haftpflichtversicherung nach sicherheitsrelevanten<br />

Verkehrsregelverletzungen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Durch die Einführung <strong>eine</strong>r Regelung, wonach die Höhe <strong>der</strong><br />

Versicherungsprämie <strong>der</strong> Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung<br />

durch das Verkehrsverhalten (Erhöhung bei sicherheitsrelevanten<br />

Delikten wie Geschwindigkeitsübertretungen, FiaZ, gefährlichen<br />

Fahrmanöver) bestimmt wird, könnte <strong>eine</strong> verbesserte<br />

Verkehrsdisziplin bewirkt werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Bei <strong>der</strong> Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung sowie bei <strong>der</strong><br />

Vollkaskoversicherung werden die Grundprämien bei schadenfreiem<br />

Verlauf um so genannte Prämienstufen herabgesetzt, bei<br />

Schäden entsprechend erhöht (so genanntes Bonus-/Malussystem).<br />

Bonus: Prämienstufen-System mit Berücksichtigung<br />

von schadenfreien Jahren. Malus: bei schlechtem Schadenverlauf<br />

kann die Prämie über 100 % <strong>der</strong> Grundprämie steigen, so<br />

dass Malus-Stufen erreicht werden, die nur durch schadenfreien<br />

Verlauf während Jahren abgebaut werden können. Der Versicherungsbonus<br />

hängt also davon ab, ob ein Fahrzeuglenker<br />

während <strong>eine</strong>r bestimmten Zeit k<strong>eine</strong>n Schaden (Unfälle) verursacht<br />

hat. In den USA wirken sich auch an<strong>der</strong>e Massnahmen auf<br />

die Höhe <strong>der</strong> Versicherungsprämien aus. So z. B. auch die Ausstattung<br />

<strong>der</strong> Fahrzeuge mit Sicherheitsgurten, Airbags, ABS<br />

usw., die zu niedrigeren Versicherungsprämien führen. Auch <strong>der</strong><br />

Besuch von Verkehrssicherheitskursen kann <strong>eine</strong>n Bonus bezüglich<br />

<strong>der</strong> Versicherungsprämien bringen. Dagegen führt das<br />

Fahren in angetrunkenem Zustand o<strong>der</strong> an<strong>der</strong>e sicherheitsrelevante<br />

Verkehrswidrigkeiten, ohne dass damit Schäden o<strong>der</strong><br />

Unfälle verbunden sind, zur Erhöhung <strong>der</strong> Versicherungsprämien.<br />

Es scheint k<strong>eine</strong> landesweit gültigen Regelungen zu<br />

geben. Vielmehr wird dieses System in den verschiedenen amerikanischen<br />

Bundesstaaten unterschiedlich geregelt.<br />

Die Anpassung <strong>der</strong> Versicherungsprämien an das Verkehrsverhalten<br />

generell, auch ohne Vorliegen von Schadenfällen o<strong>der</strong><br />

Unfällen, scheint sinnvoll zu sein. Es ist jedoch wichtiger, die<br />

Massnahmen an das Verhalten <strong>der</strong> Verkehrsdelinquenten zu<br />

knüpfen, als an diejenigen Lenker, die sich verkehrsgerecht verhalten.<br />

Als problematische Verhaltensweisen würden u. a. Fahren<br />

unter Einfluss von Alkohol, Fahren ohne Sicherheitsgurten,<br />

Missachtung von Geschwindigkeitsvorschriften, Missachten von<br />

Lichtsignalen, Überfahren von Sicherheitslinien usw. gelten.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 04/S. 1


Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Es scheint, dass sich in den USA ein angedrohter Versicherungsmalus<br />

positiv auf das Fahren auswirkt, insbeson<strong>der</strong>e auf<br />

das Fahren in angetrunkenem Zustand. Der Besuch von Verkehrssicherheitskursen<br />

hingegen hat kaum Wirkungen gezeigt.<br />

In Umfragen ergab sich <strong>eine</strong> höhere Bereitschaft, die Sicherheitsgurten<br />

zu tragen, sofern da<strong>für</strong> ein Versicherungsprämien-<br />

Bonus resultiert.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Auto- und Motorradunfälle, Verunfallte (2000). Falsches Verhalten<br />

nach den Mängeln/Einflüssen:<br />

− Einwirken Alkohol, Drogen, Medikamente<br />

− Nichtbeachten Zeichengebung<br />

− Missachten Lichtsignalanlage<br />

− Bedienung Fahrzeug<br />

− Ladung Fahrzeug<br />

− Unaufmerksamkeit und Ablenkung<br />

− Geschwindigkeit, Überholen, Vortritt<br />

Verletzte BFS 23929<br />

(497 ANDERE, 14924 PW, 4153 MR, 836 MOFA, 1897 VELO,<br />

1622 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 4815<br />

(76 ANDERE, 2248 PW, 1273 MR, 191 MOFA, 494 FR, 533 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 19114<br />

(421 ANDERE, 12676 PW, 2880 MR, 645 MOFA, 1403 FR, 1089 FG)<br />

Getötete BFS 447<br />

(252 PW, 75 MR, 11 KLMR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 AND, 73 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 78783<br />

(2584 ANDERE, 38802 PW, 13705 MR, 3595 MOFA, 15555<br />

VELO, 4542 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 4343<br />

(38 ANDERE, 1574 PW, 1528 MR, 287 MOFA, 543 FR, 373 FG)<br />

Und Leichtverletzte 74440<br />

(2546 ANDERE, 37298 PW, 12177 MR, 3308 MOFA, 12012 FR,<br />

4169 FG)<br />

Getötete 447<br />

(252 PW, 86 MR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 ANDERE, 73 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Die Massnahme wirkt auf alle Lenker: Wirkungsbereich 100 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 80 % <strong>der</strong> Entzüge gehen mit <strong>eine</strong>m Unfall einher, <strong>eine</strong> Schätzung<br />

ist, dass ca. 10 % <strong>der</strong> Verwarnungen mit <strong>eine</strong>m Unfall in<br />

Zusammenhang stehen. Dies bedeutet, dass rund 20 % <strong>der</strong><br />

Lenker ohnehin <strong>eine</strong>n Versicherungsmalus bekommen. Es bleiben<br />

80 %<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 04/S. 2


Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Wenn die Massnahme <strong>für</strong> alle Lenker gültig eingeführt wird:<br />

100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Anteil <strong>der</strong> unfallträchtigen Situationen, in denen <strong>der</strong> Lenker in<br />

Erwartung <strong>eine</strong>s Versicherungsmalus die Verkehrsregel NICHT<br />

verletzt. Annahme: Wirkung zuerst stark, im Laufe <strong>der</strong> Jahre<br />

abnehmend<br />

2 % max., 1 % durchschnittlich<br />

Offene Fragen − Prüfung <strong>der</strong> Frage, ob auch in <strong>der</strong> Schweiz ein solches System<br />

eingeführt werden könnte.<br />

− Klärung <strong>der</strong> rechtlichen Rahmenbedingungen.<br />

− Prüfung <strong>der</strong> Bereitschaft <strong>der</strong> Versicherungsnehmer bezüglich<br />

<strong>eine</strong>m solchen System.<br />

− Abklärung <strong>der</strong> mit <strong>der</strong> Massnahme verbundenen administrativen<br />

Durchführung<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Berube, E. (1994), Annual tabulations of mature driver program<br />

record comparisons, 1993. Report Nr. CAL-DMV-RSS-94-<br />

140: Sacramento, CA, USA: California State Department of<br />

Motor Vehicles.<br />

Marelich, W.D., Berger, D.E. & McKenna, R.B. (2000), Gen<strong>der</strong><br />

differences in the control of alcohol-impaired driving in California.<br />

Journal of studies on alcohol. 61 (3), 396–401.<br />

Murphy, P.V., Lacey, J.H. & Marchetti, L. (1994), Assessment of<br />

publicized insurance sanctions as a DWI countermeasure.<br />

Report Nr. HS 808 119. Washington, DC, USA: Department<br />

of Transportation<br />

NHTSA Facts (1996), Insurance discounts: Traffic Safety Tips.<br />

National Highway Traffic Safety Association. Washington,<br />

DC, USA.<br />

Peck, R.C. & Gebers, M.A. (1991), The traffic safety impact of<br />

traffic violator school citation dismissals. Final report. Report<br />

Nr. CAL-DMV-RSS-91-133: Sacramento, CA, USA: California<br />

State Department of Motor Vehicles.<br />

Sloan, F.A. & Githens, P.B. (1994), Drinking, driving and the<br />

price of automobile insurance. Journal of risk and insurance.<br />

61 (1), 33-58.<br />

Wortham, S. (1998), Making the case for stronger safety-belt<br />

laws. Traffic Safety, 98 (2), 8–11.<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 04/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 4343 447<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 80 % 80 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 2 %<br />

Ø 1 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 25 4 13 2<br />

Motorrad 24 1 12 1<br />

Mofa 5 0 2 0<br />

Fahrrad 9 0 4 0<br />

Fussgänger 6 1 3 1<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />

Total 70 6 34 4<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 04/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme M 05<br />

Tempo-Regime 110 Autobahn<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Auf Autobahnen soll generell das Temporegime 110 km/h eingeführt<br />

werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Auf Autobahnen soll generell das Temporegime 110 km/h eingeführt<br />

werden. Abschnitte, auf denen bei Einführung <strong>der</strong> Massnahme<br />

ein tieferes Limit gilt, sollen so belassen werden.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Es gibt verschiedene Evaluationsberichte von Temporeduktionen,<br />

allerdings zum Teil kombiniert mit Radarkontrollen usw. Eine Reduktion<br />

<strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit in Höhe von 1 km/h im Innerortsbereich<br />

ergibt <strong>eine</strong> Abnahme <strong>der</strong> Unfallhäufigkeit von 3 %<br />

(ETSC-Bericht). Ausserorts und auf Autobahnen ist <strong>der</strong> Effekt sicher<br />

nicht so gross, weil bei hohen Tempi die Belastungsgrenzen<br />

des menschlichen Körpers eh überschritten sind. In Dänemark<br />

wurden die Regimes auf Autobahnen und Ausserortsstrassen 1979<br />

von 110 km/h auf 100 km/h resp. von 90 km/h auf 80 km/h gesenkt.<br />

Das hat zu <strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit von 2 %<br />

und <strong>eine</strong>r hiermit verbundenen Reduktion <strong>der</strong> Unfälle mit Verletzten<br />

von 17.5 % geführt. In <strong>eine</strong>r weiteren Literaturstudie wird gefolgert,<br />

dass <strong>eine</strong> Senkung <strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit um 1 km/h <strong>eine</strong><br />

Reduktion um 5 % <strong>der</strong> Unfälle mit Verletzten ergäbe.<br />

Am ehesten mit <strong>der</strong> vorliegenden Massnahme in Analogie gebracht<br />

werden kann die Reduktion des Regimes auf Autobahnen<br />

von 130 km/h auf 120 km/h Mitte <strong>der</strong> 80er Jahre. Die Regimeän<strong>der</strong>ung<br />

brachte <strong>eine</strong> Reduktion <strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit<br />

von 120 km/h vorher auf 115 km/h nachher (–5 km/h), wobei allerdings<br />

k<strong>eine</strong> Verän<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Unfallhäufigkeit (nur <strong>eine</strong> etwas weniger<br />

starke Zunahme) und nur <strong>eine</strong> geringe Reduktion <strong>der</strong> Verunfallten<br />

festgestellt wurden (ca. –4 % nicht signifikant). Heute<br />

beträgt die mittlere Geschwindigkeit auf Autobahnen 112 km/h<br />

(letzte Messung 1996). Eine Än<strong>der</strong>ung des Regimes auf<br />

110 km/h hätte schätzungsweise <strong>eine</strong> Reduktion von diesen<br />

112 km/h auf ca. 110 km/h (also –2 km/h) zur Folge. Diese Reduktion<br />

ist sehr klein; wichtiger als die mittlere Geschwindigkeit<br />

dürfte jedoch die verbesserte Homogenität des Verkehrs mit<br />

kl<strong>eine</strong>ren Geschwindigkeitsdifferenzen sein. Ausgehend von den<br />

Erfahrungen <strong>der</strong> Regimeän<strong>der</strong>ung Mitte 80er Jahre und den Auswirkungen<br />

<strong>eine</strong>r verbesserten Homogenität wird die Annahme getroffen,<br />

dass sich die Zahl <strong>der</strong> Verunfallten um ca. 6 % reduziert.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 05/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte auf Autobahnen nach Verkehrsteilnahme, 2000<br />

Verletzte BFS 3380<br />

(218 ANDERE, 3058 PW, 92 MR, 12 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 467<br />

(35 ANDERE, 389 PW, 37 MR, 6 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 2913<br />

(183 ANDERE, 2669 PW, 55 MR, 6 FG)<br />

Getötete BFS 43<br />

(2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 9423<br />

(1134 ANDERE, 7951 PW, 304 MR, 34 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 338<br />

(18 ANDERE; 272 PW, 44 MR; 4 FG)<br />

Und Leichtverletzte 9085<br />

(1116 ANDERE, 7679 PW, 260 MR; 30 FG)<br />

Getötete 43<br />

(2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Es können praktisch alle von <strong>der</strong> Massnahme profitieren, auch<br />

diejenigen, die jetzt schon nur 110 km/h schnell fahren; diese<br />

profitieren bei <strong>eine</strong>r Kollision von <strong>der</strong> reduzierten Geschwindigkeit<br />

des Kollisionsgegners. Deshalb: 80 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] Theoretisch ist bei <strong>eine</strong>r Reduktion um 10km/h mit <strong>eine</strong>m Minus<br />

von ca. 10 % zu rechnen (Erfahrungen 130/120 km/h und, zusätzlich<br />

etwas erhöht, da bei geringeren Tempi die Wirksamkeit<br />

höher sein dürfte)<br />

Also: Wirksamkeit = 10 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Flächendeckende Einführung: 100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Der Beachtungsgrad beträgt etwa 40 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 1) Dietrich, K. et al. (1988), Auswirkungen von Tempo 80/120<br />

auf die Verkehrssicherheit. bfu/ETH<br />

2) ETSC (1995), Durch zu hohe Geschwindigkeit verursachte<br />

Verkehrsopfer verringern<br />

3) Chen, G. et al. (2000), Evaluation of photo radar program in<br />

British Columbia. Acc Anal & Prev 32, 517-526<br />

4) Clough, W.S. (1992), Influencing speed choice. In: BASt (1992),<br />

Proceedings of Fourth European Workshop on Recent Developments<br />

in Road Safety Research. Heft 255, S. 50–55<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 05/S. 2


Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

JA<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 338 43<br />

Wirkungsbereich [a] 80 %<br />

80 %<br />

Wirksamkeit [b] 10 % 10 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 40 %<br />

Ø 40 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 9 1 9 1<br />

Motorrad 1 0 1 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 1 0<br />

Total 11 1 11 1<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 05/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme M 06<br />

Tempo-Regime 70 ausserorts<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Ausserorts soll generell das Regime 70 km/h eingeführt werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Ausserorts soll generell 70 km/h eingeführt werden, ausser auf<br />

Abschnitten mit <strong>eine</strong>m erhöhten Sicherheitsstandard (Mittelleitplanken,<br />

siehe Massnahme K 24). Abschnitte, die bei Einführung<br />

<strong>der</strong> Massnahme mit <strong>eine</strong>r tieferen Limite signalisiert sind, sollen<br />

so belassen werden.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Es gibt verschiedene Evaluationsberichte von Temporeduktionen,<br />

allerdings zum Teil kombiniert mit Radarkontrollen usw.<br />

Eine Reduktion <strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit in Höhe von<br />

1 km/h im Innerortsbereich ergibt <strong>eine</strong> Abnahme <strong>der</strong> Unfallhäufigkeit<br />

von 3 % (ETSC-Bericht). Ausserorts und auf Autobahnen<br />

ist <strong>der</strong> Effekt sicher nicht so gross, weil bei hohen Tempi die<br />

Belastungsgrenzen des menschlichen Körpers eh überschritten<br />

sind. In Dänemark wurden die Regimes auf Autobahnen und<br />

Ausserortsstrassen 1979 von 110 km/h auf 100 km/h resp. von<br />

90 km/h auf 80 km/h gesenkt. Das hat zu <strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong><br />

mittleren Geschwindigkeit von 2 % und <strong>eine</strong>r hiermit verbundenen<br />

Reduktion <strong>der</strong> Unfälle mit Verletzten von 17.5 % geführt. In<br />

<strong>eine</strong>r weiteren Literaturstudie wird gefolgert, dass <strong>eine</strong> Senkung<br />

<strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit um 1 km/h <strong>eine</strong> Reduktion um 5 %<br />

<strong>der</strong> Unfälle mit Verletzten ergäbe.<br />

Am ehesten mit <strong>der</strong> vorliegenden Massnahme in Analogie gebracht<br />

werden kann die Reduktion des Regimes auf Ausserortsstrassen<br />

von 100 km/h auf 80 km/h Mitte <strong>der</strong> 80er Jahre. Die<br />

Regimeän<strong>der</strong>ung brachte <strong>eine</strong> Reduktion <strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit<br />

von 90 km/h vorher auf 80 km/h nachher<br />

(–10 km/h). Dies hatte <strong>eine</strong> Reduktion <strong>der</strong> Verunfallten von ca.<br />

10 % zur Folge sowie <strong>eine</strong> Abnahme <strong>der</strong> Anzahl Verunfallten um<br />

8 %. Heute beträgt die mittlere Geschwindigkeit auf Ausserortsstrassen<br />

geschätzt 80 km/h (k<strong>eine</strong> aktuellen Messungen vorhanden).<br />

Eine Än<strong>der</strong>ung des Regimes auf 70 km/h hätte schätzungsweise<br />

<strong>eine</strong> Reduktion von diesen 80 km/h auf ca. 76 km/h<br />

(also –4 km/h) zur Folge. Ausgehend von den Erfahrungen <strong>der</strong><br />

Regimeän<strong>der</strong>ung Mitte 80er Jahre wird die Annahme getroffen,<br />

dass sich bei <strong>eine</strong>r Reduktion <strong>der</strong> mittleren Geschwindigkeit um<br />

4 km/h die Zahl <strong>der</strong> Verunfallten um ca. 5 % reduziert.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 06/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte nach Verkehrsteilnahme ausserorts, 2000<br />

Verletzte BFS 8653<br />

(386 ANDERE, 5934 PW, 1351 MR, 224 MOFA, 577 FR, 181 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 2186<br />

(95 ANDERE, 1174 PW, 548 MR, 67 MOFA, 222 FR, 80 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 6467<br />

(291 ANDERE, 4760 PW, 803 MR, 157 MOFA, 355 FR, 101 FG)<br />

Getötete BFS 331<br />

(192 PW, 61 MR, 7 KLMR, 11 MOFA, 13 FR, 24 ANDERE, 23 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 28094<br />

(2007 ANDERE, 15428 PW, 4458 MR, 963 MOFA, 4731 FR,<br />

507 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 1929<br />

(48 ANDERE, 822 PW, 658 MR, 101 MOFA, 244 FR, 56 FG)<br />

Und Leichtverletzte 26165<br />

(1959 ANDERE, 14606 PW, 3800 MR, 862 MOFA, 4487 FR,<br />

451 FG)<br />

Getötete 331<br />

(192 PW, 68 MR, 11 MOFA, 13 FR, 24 ANDERE, 23 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Es können alle von <strong>der</strong> Massnahme profitieren, auch diejenigen,<br />

die jetzt schon nur 70 km/h schnell fahren; diese profitieren bei<br />

<strong>eine</strong>r Kollision von <strong>der</strong> reduzierten Geschwindigkeit des Kollisionsgegners.<br />

Deshalb: 100 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] Theoretisch ist bei <strong>eine</strong>r Reduktion um 10 km/h mit <strong>eine</strong>m Minus<br />

von ca. 20 % zu rechnen (Erfahrungen 100/80 km/h und, zusätzlich<br />

erhöht, da bei geringeren Tempi die Wirksamkeit höher sein<br />

dürfte)<br />

Also: Wirksamkeit = 20 %; bei den Getöteten wird von 30 % ausgegangen,<br />

da vermutlich in diesem Bereich rel. geringe Tempounterschiede<br />

über Leben und Tod entscheiden.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Flächendeckende Einführung: 100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Etwa 20 % <strong>der</strong> Lenker werden sich an die tiefere Limite halten.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 1) Dietrich, K. et al. (1988), Auswirkungen von Tempo 80/120<br />

auf die Verkehrssicherheit. bfu/ETH<br />

2) ETSC (1995), Durch zu hohe Geschwindigkeit verursachte<br />

Verkehrsopfer verringern<br />

3) Chen, G. et al. (2000), Evaluation of photo radar program in<br />

British Columbia. Acc Anal & Prev 32, 517–526<br />

4) Clough, W.S. (1992), Influencing speed choice. In: BASt<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 06/S. 2


Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

(1992), Proceedings of Fourth European Workshop on Recent<br />

Developments in Road Safety Research. Heft 255, S.<br />

50–55<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 06/S. 3


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1929 331<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 20 % 30 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 20 %<br />

Ø 20 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 33 12 33 12<br />

Motorrad 26 4 26 4<br />

Mofa 4 1 4 1<br />

Fahrrad 10 1 10 1<br />

Fussgänger 2 1 2 1<br />

An<strong>der</strong>e 2 1 2 1<br />

Total 77 20 77 20<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 06/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme M 07<br />

Erhöhung <strong>der</strong> Ordnungsbussen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Erhöhung <strong>der</strong> Bussensätze um 100 % <strong>für</strong> sicherheitsrelevante<br />

Verkehrsregelverstösse. Darunter fallen u. a.:<br />

� Überschreiten <strong>der</strong> höchstzulässigen Geschwindigkeit bis 15 km/h<br />

� Nichtbeachten <strong>eine</strong>s Lichtsignals<br />

� Wi<strong>der</strong>handlungen gegen die Einspurordnung<br />

� Nichttragen <strong>der</strong> Sicherheitsgurten/Schutzhelme<br />

� Telefonieren im Auto<br />

� Nicht vollständiges Anhalten bei Stopsignalen (Rollstop)<br />

� Nichtbeachten von Vorschriftssignalen<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Aufgabe <strong>der</strong> Strafe – dazu zählen auch Geldstrafen in Form<br />

von Bussen – ist es, die Rechtsgüter Leben, Gesundheit und<br />

Vermögen zu schützen und den Täter durch die Strafe zu veranlassen,<br />

fremde Rechtsgüter zu achten. Ziel <strong>der</strong> Strafe ist <strong>eine</strong>rseits<br />

die Spezialprävention (Erziehung und Resozialisierung des<br />

Delinquenten) und an<strong>der</strong>erseits die Generalprävention (Beeinflussung<br />

<strong>der</strong> Allgemeinheit, dass nicht gegen die Rechtsordnung<br />

verstossen wird). Im Verkehrsrecht werden die zu schützenden<br />

Rechtsgüter durch die Garantie von Sicherheit und unfallfreien<br />

Fortbewegungsmöglichkeiten bewahrt. Ordnungsbussen, die<br />

<strong>eine</strong> r<strong>eine</strong> Geldstrafe als Strafdrohung <strong>für</strong> bestimmte Verletzungen<br />

von Verkehrsverstössen beinhalten, müssen daher – um im<br />

Sinne <strong>der</strong> Generalprävention und <strong>der</strong> Verbesserung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />

wirksam zu sein – auch entsprechend hoch angesetzt<br />

sein. Ordnungsbussen dürfen nicht dazu verleiten, dass<br />

Verkehrsregelverletzungen ins Verkehrsverhalten einkalkuliert<br />

werden und <strong>eine</strong> allfällige Busse in Kauf genommen wird. Die<br />

Ordnungsbussenansätze müssen so festgelegt werden, dass sie<br />

geeignet sind, Verkehrsteilnehmer von <strong>der</strong> Missachtung <strong>der</strong><br />

Verkehrsvorschriften abzuhalten<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Verkehrsverbände<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Verschiedene in- und ausländische Untersuchungen und Meinungsäusserungen<br />

weisen darauf hin, dass <strong>eine</strong> härtere Strafdrohung<br />

und -praxis auf potenzielle Straftäter, auch auf Verkehrsdelinquenten,<br />

abschreckend wirkt. Im Strassenverkehrsrecht<br />

hat sich gezeigt, dass Gesetzes- und Verordnungsrevisionen,<br />

mit denen unter an<strong>der</strong>em auch die Freiheitsstrafen<br />

o<strong>der</strong> Bussen verschärft bzw. erhöht wurden, zu <strong>eine</strong>m Rückgang<br />

<strong>der</strong> Delinquenz geführt haben (z. B. Gurtentragpflicht, Helmtrag-<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 07/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

pflicht, Bussenerhöhung <strong>für</strong> Missachtung von Geschwindigkeitsvorschriften).<br />

Dieser Rückgang ist allerdings vielfach nur vorübergehen<strong>der</strong><br />

Natur. Diese Tatsache berechtig zur Annahme,<br />

dass ein Verzicht auf <strong>eine</strong> Strafordnung o<strong>der</strong> geringe Strafen im<br />

Strassenverkehr die Unfallzahlen ansteigen lässt. Je grösser die<br />

Wahrscheinlichkeit ist, als Verkehrsdelinquent ertappt und hart<br />

ins Recht gefasst zu werden, desto grösser ist die Zahl <strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer,<br />

die hoffentlich bestrebt ist, sich an die Vorschriften<br />

zu halten.<br />

Die Erhöhung <strong>der</strong> Ordnungsbussen in <strong>der</strong> Schweiz 1996 scheint<br />

<strong>eine</strong>n – jedoch geringen – positiven Effekt auf das Delinquenzverhalten<br />

bewirkt zu haben. Insbeson<strong>der</strong>e die Geschwindigkeiten<br />

innerorts haben sich kaum verän<strong>der</strong>t (jedoch: Aussage hat<br />

beschränkte Aussagekraft wegen methodischer Probleme) (Killias,<br />

1996).<br />

Ordnungsbussen, die <strong>eine</strong> r<strong>eine</strong> Geldstrafe als Strafdrohung <strong>für</strong><br />

bestimmte Verkehrsverstösse beinhalten, müssen daher – um in<br />

Sinn <strong>der</strong> Generalprävention und <strong>der</strong> Verbesserung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />

wirksam zu sein – auch einschneidend hoch angesetzt<br />

werden. Ordnungsbussen dürfen wegen ihrer einfachen Verhängung<br />

und <strong>der</strong> niedrigen Ansätze nicht dazu verleiten, dass sich<br />

Verkehrsteilnehmer <strong>für</strong> relativ wenig Geld unfallträchtige Verhaltensweisen<br />

leisten können. Der riskant fahrende Lenker, <strong>der</strong> das<br />

Glück hat, dabei k<strong>eine</strong>n Unfall zu verursachen, soll durch geringe<br />

Strafdrohung und Sanktion nicht noch <strong>für</strong> s<strong>eine</strong> Verhaltensweise<br />

belohnt werden. O<strong>der</strong> an<strong>der</strong>s gesagt: Die Höhe <strong>der</strong> Busse<br />

bzw. Sanktion sollte <strong>der</strong>art sein, dass es nicht mehr als lohnenswert<br />

erscheint, Verkehrsregelverletzungen zu begehen und<br />

damit Leib und Leben an<strong>der</strong>er zu gefährden.<br />

Bussen <strong>für</strong> Verkehrsdelikte in an<strong>der</strong>n Län<strong>der</strong>n<br />

(Basis: Höhe des Einkommens):<br />

Finnland Norwegen Schweden<br />

Missachtung Parkverbot 25-160 Fr. 95 Fr. 150 Fr.<br />

Missachtung Überholverbot 8-30 Tagessätze 570 Fr. 230 Fr.<br />

Missachtung Rotlicht 8-22 Tagessätze 570 Fr. 230 Fr.<br />

20 km/h zu schnell 10 Tagessätze 380 Fr. 230-270 Fr.<br />

Alkohol am Steuer ab 160 Fr. ab 45 Tages- ab 30 Tages<br />

sätze sätze<br />

(Quelle: Metropol, 5.3.2001)<br />

Betroffene Unfälle 1 Auto- und Motorradunfälle, Verunfallte (2000). Falsches Verhalten<br />

nach den Mängeln/Einflüssen:<br />

− Einwirken Alkohol, Drogen, Medikamente<br />

− Nichtbeachten Zeichengebung<br />

− Missachten Lichtsignalanlage<br />

− Bedienung Fahrzeug<br />

− Ladung Fahrzeug<br />

− Unaufmerksamkeit und Ablenkung<br />

− Geschwindigkeit, Überholen, Vortritt<br />

Verletzte BFS 23929<br />

(14924 PW, 3135 MR, 1018 KLMR, 836 MOFA, 1897 VELO, 497<br />

ANDERE, 1622 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 07/S. 2


Davon Schwerverletzte BFS 4815<br />

(76 ANDERE, 2248 PW, 1273 MR; 191 MOFA, 494 FR, 533 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 19114<br />

(421 ANDERE, 12676 PW, 2880 MR, 645 MOFA, 1403 FR,<br />

1089 FG)<br />

Getötete BFS 447<br />

(252 PW, 75 MR, 11 KLMR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 AND, 73 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 78783<br />

(38802 PW, 13705 MR, 3595 MOFA, 15555 VELO, 2584 AN-<br />

DERE, 4542 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 4343<br />

(38 ANDERE, 1574 PW, 1528 MR, 287 MOFA, 543 FR, 373 FR)<br />

Und Leichtverletzte 74440<br />

(2546 ANDERE, 37228 PW, 12177 MR, 3308 MOFA, 15012 FR,<br />

4169 FG)<br />

Getötete 447<br />

(252 PW, 86 MR, 8 MOFA, 19 VELO, 9 AND, 73 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 100 %; neue Ordnungsbussenansätze gelten <strong>für</strong> sämtliche Motorfahrzeuglenker<br />

Wirksamkeit 3 [b] 50 % (Schätzung)<br />

(theoretische Wirksamkeit = Wahrscheinlichkeit des Nichteintretens<br />

des Unfalls bei Nichtbegehung des Deliktes).<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Das Strassenverkehrsgesetz gilt <strong>für</strong> das gesamte Gebiet <strong>der</strong><br />

Schweiz, sodass k<strong>eine</strong> Einschränkung des theoretischen Rettungspotenzials<br />

zu erwarten ist. 100 % bei gleichbleiben<strong>der</strong> Kontrolldichte.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Die Beachtung – Nichtbegehung <strong>eine</strong>s Verkehrsdeliktes wegen<br />

Höhe (Erhöhung) <strong>der</strong> angedrohten Strafe – ist nach dem Stand<br />

des Wissens tief. Die Wirkung ist kurzfristig hoch, langfristig tief,<br />

sofern nicht die Kontrollwahrscheinlichkeit hoch ist (das ist hingegen<br />

<strong>eine</strong> an<strong>der</strong>e Massnahme).<br />

max. 10 %, durchschnittlich 4 %.<br />

Offene Fragen Die Effizienz <strong>der</strong> Massnahme hängt massgeblich vom Grad <strong>der</strong><br />

Überwachung des Verkehrs ab. Der Verkehrsteilnehmer muss<br />

wissen, dass sein Fehlverhalten von den Überwachungs- und<br />

Kontrollorganen des Strassenverkehrs bemerkt, registriert und<br />

sanktioniert wird.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 07/S. 3


Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Bürchler (1973). Kann das Strafrecht an die Verkehrssicherheit<br />

<strong>eine</strong>n Beitrag leisten? Zürich<br />

Cramer (1975). Unfallprofilaxe durch Strafen und Geldbussen.<br />

Pa<strong>der</strong>born<br />

Killias, M. (1996), Rapport sur les conséquences de l'augmentation<br />

des amendes d'ordre (Institutspapier, nicht publiziert;<br />

Kopie bei bfu/Si)<br />

Rehberg (1992). Droht im Strassenverkehr ein Kampf alle gegen<br />

alle? Informationsblatt <strong>der</strong> Universität Zürich, Nr. 4/S. 15<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA.<br />

Die Erhöhung <strong>der</strong> Ordnungsbussen wird sicherlich <strong>eine</strong>n Teil <strong>der</strong><br />

Fahrzeuglenker zu korrekter Fahrweise anhalten. Ein an<strong>der</strong>er<br />

Teil wird aber weiterhin die Bussen vorsätzlich und kühl in ihre<br />

Fahrweise einkalkulieren und Geschwindigkeitsvorschriften übertreten,<br />

Lichtsignale missachten etc. Das "Projekt" sollte aber<br />

trotzdem weiterverfolgt werden, denn wenn <strong>der</strong> Verkehrsteilnehmer<br />

weiss, dass gewissen Verkehrsregelverletzungen konsequent<br />

zu <strong>eine</strong>r Geldstrafe führen, wird er sich durch die Androhung<br />

dieser Strafe stärker beeindrucken lassen.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 07/S. 4


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 4343 447<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 10 %<br />

Ø 4 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 79 13 31 5<br />

Motorrad 76 4 31 2<br />

Mofa 14 0 6 0<br />

Fahrrad 27 1 11 0<br />

Fussgänger 19 4 7 1<br />

An<strong>der</strong>e 2 0 1 0<br />

Total 217 22 87 8<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 07/S. 5


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme M 08<br />

Automatische Verkehrskontrollen: digitaler<br />

Fahrtenschreiber (inkl. UDS)<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht den obligatorischen Einbau <strong>eine</strong>s digitalern,<br />

crashfesten und manipulationssicheren Fahrtenschreibers<br />

zur Aufzeichnung des Geschwindigkeitsprofils und weiterer<br />

Fahrzeugdaten in allen Fahrzeugen vor.<br />

Damit die Daten <strong>für</strong> Enforcementzwecke verwendbar sind, bedarf<br />

es <strong>der</strong> entsprechenden gesetzlichen <strong>Grundlagen</strong> (Einbauobligatorium,<br />

Anerkennung als Beweismittel etc.). Zudem müssen<br />

die Daten regelmässig ausgewertet werden.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller, Fahr<br />

zeughalter<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2030<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von PW und MR, 2000<br />

Verletzte BFS 26985 (553 ANDERE, 17145 PW, 4157 MR, 870<br />

MOFA, 2018 FR, 2242 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 5192 (78 ANDERE, 2431 PW; 1258<br />

MR; 195 MOFA, 519 FR, 711 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 21793 (475 ANDERE, 14714 PW, 2899<br />

MR; 675 MOFA, 1499 FR, 1531 FG)<br />

Getötete BFS 489 (9 ANDERE, 273 PW, 87 MR, 8 MOFA; 19<br />

FR, 93 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte BFS 87738 (2876 ANDERE, 44577 PW, 13718 MR,<br />

3741 MOFA, 16548 FR, 6278 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 4613 (39 ANDERE, 1702 PW; 1510 MR;<br />

293 MOFA; 571 FR, 498 FG)<br />

Und Leichtverletzte 83125 (2837 ANDERE, 42875 PW; 12208<br />

MR; 3448 MOFA, 15977 FR, 5780 FG)<br />

Getötete 489 (9 ANDERE, 273 PW, 87 MR, 8 MOFA; 19 FR, 93<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 08/S. 1


FG)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 7%<br />

Die Einführung des Fahrtenschreibers auch <strong>für</strong> PW motivieren<br />

den Fahrer zu permanenter Berücksichtigung <strong>der</strong> Verkehrsregeln,<br />

da bei <strong>eine</strong>m Unfall Versicherungsleistungen gekürzt werden<br />

können o<strong>der</strong> auch nachträglich Bussen verhängt werden<br />

könnten.<br />

Regelmässige Kontrolle und Auswertung <strong>der</strong> registrierten Daten<br />

ist notwendig.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% (bis 2030), (Durchschnitt bis 2020: 30%)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80%<br />

Der Beachtungsgrad von telematischen Enforcementmassnahmen<br />

liegt vermutlich höher als bei den klassischen Kontrollen, da<br />

die Sanktionswahrscheinlichkeit enorm erhöht werden kann.<br />

Offene Fragen Wie können die Daten kontrolliert werden, damit sie Enforcement-Zwecken<br />

dienen?<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 08/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 4613 489<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 7 % 7 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 30 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 95 15 29 5<br />

Motorrad 85 5 25 1<br />

Mofa 16 0 5 0<br />

Fahrrad 32 1 10 0<br />

Fussgänger 28 5 8 2<br />

An<strong>der</strong>e 2 1 1 0<br />

Total 258 27 78 8<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 08/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme M 09<br />

Obligatorium Gurt-Ignition-Interlock-System<br />

(Wegfahrsperre)<br />

Exakte Ausformulierung Ab 2010 müssen alle Neuwagen mit <strong>eine</strong>r Einrichtung versehen<br />

sein, die das Starten des Motors verunmöglicht, wenn nicht alle<br />

Insassen angegurtet sind.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Autoimporteure<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020 (innerhalb von 10 bis 12<br />

Jahren ist <strong>der</strong> Wagenpark<br />

erneuert)<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte PW-Insassen nicht angegurtet, 2000<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />

Verletzte BFS 2490<br />

Davon Schwerverletzte BFS 635<br />

Und Leichtverletzte BFS 1855<br />

Getötete BFS 136<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 6474<br />

Davon Schwerverletzte 445<br />

Und Leichtverletzte 6029<br />

Getötete 136<br />

Wirksamkeit 3 [b] Wirksamkeit: 45 % <strong>für</strong> tödliche und 35 % <strong>für</strong> nicht tödliche Verletzungen<br />

(Zahlen von Evans, 1996)<br />

Die Wirksamkeit ist gemäss Evans tiefer als gemeinhin angenommen,<br />

weil<br />

• mit Unfallschwere Wirksamkeit abnimmt<br />

• mit zunehmen<strong>der</strong> Unfallschwere Wahrscheinlichkeit abnimmt,<br />

dass Gurt getragen wurde (selective recruitment)<br />

• Gurt Todesfälle wirksamer verhütet als Verletzungen<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 09/S. 1


Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 50 %<br />

10 % nach 1 Jahr, 100 % nach 10 Jahren (kontinuierliche Zunahme,<br />

da pro Jahr ca. 300'000 neue Fahrzeuge zugelassen<br />

werden), ab 2021: 100 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 95 %<br />

(nicht 100 % trotz Obligatorium, da es <strong>eine</strong> Ausnahmeregelung<br />

<strong>für</strong> sehr kl<strong>eine</strong> und behin<strong>der</strong>te Personen geben wird und einige<br />

Lenker das System manipulieren werden)<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen BFS (2000), Strassenverkehrsunfälle in <strong>der</strong> Schweiz 1999, S. 96<br />

(T2.19: Verunfallte Lenker + Mitfahrer nach benutztem Fahrzeug,<br />

Tragen von Sicherheitsgurt ...)<br />

Cairney, P. (1998), Road Safety Research Conference, Wellungton,<br />

New Zealand; Potential contributions of intelligent transport<br />

systems to road safety in Australia<br />

Evans, L. (1996), Safety-Belt Effectiveness: the influence of<br />

crash and selective recruitment. In: Accid. Anal. And Prev.,<br />

Vol 28, No 4, pp. 423–433<br />

Turbell, T. et al. (1996), Optimizing seat belt use by interlock<br />

systems, Proceedings of the fifteenth int. technical conference<br />

on the enhanced safety of vehicles, Melbourne, Australia<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 09/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 445 136<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 35 % 45 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 95 %<br />

Ø 95 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 148 58 74 29<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 148 58 74 29<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 09/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme M 10<br />

Intelligente Gurtstraffsysteme<br />

(smart seat belts)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Beim Aufprall des Fahrzeuges auf ein Hin<strong>der</strong>nis rastet die Gurte<br />

ein. Weil dieser Vorgang abrupt erfolgt, können den Insassen<br />

innere Verletzungen zugefügt werden. Die Smart Seat Belts<br />

fangen den Stoss teilweise auf.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die zusätzliche Einrichtung <strong>der</strong> intelligenten Gurtstraffsysteme<br />

wird empfohlen. Diese müssen jedoch auf das jeweilige Fahrzeug<br />

abgestimmt werden.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Autoimporteure<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen Es sind bereits markengeschützte Smart Seat Belts <strong>der</strong> Firma<br />

BFGoodrich (USA) getestet worden: Das SmartBeltTM System<br />

funktioniert ähnlich wie ein Airbag. Rund 10 Millisekunden nach<br />

<strong>eine</strong>m Zusammenstoss wird entlang des Gurtes ein Airbag aufgeblasen,<br />

welcher die Verzögerung mil<strong>der</strong>n kann.<br />

Die Markteinführung in den USA ist auf 2002 vorgesehen. Literaturhinweise<br />

finden sich unter www.cartoday.com\livenews\news\<br />

00\07\27\27.2.asp und www.bfgsmartbelt.com. Der SmartBeltTM<br />

soll gemäss Angaben des Herstellers im Vergleich mit konventionellen<br />

Systemen die HIC (Head Injury Criteria)-Werte und die<br />

Belastung des Brustkorbes signifikant senken bzw. verbessern.<br />

Aufgrund <strong>der</strong> verfügbaren Unterlagen war <strong>eine</strong> Quantifizierung<br />

<strong>der</strong> Testresultate nicht möglich.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte Fz-Insassen in Personenwagen angegurtet, 2000<br />

Verletzte BFS 14327<br />

Davon Schwerverletzte BFS 1655<br />

Und Leichtverletzte BFS 12672<br />

Getötete BFS 102<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 37250<br />

Schwerverletzte 1159<br />

Leichtverletzte 36091<br />

Getötete 102<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 10/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] Wirkungsbereich: 100 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 5 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] max. 100 % (Ø 50 %)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 100 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Internet<br />

CD TRANSPORT 1988–2000<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 10/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 1159 102<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 58 5 29 3<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 58 5 29 3<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 10/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme M 11<br />

Fahrzeugbeeinflussung: Steuerung <strong>der</strong> Fahrdynamik<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Diese Massnahme sieht die intelligente Steuerung aller Manöver<br />

aufgrund <strong>der</strong> Daten von fahrzeugseitigen Sensoren zur Erkennung<br />

an<strong>der</strong>er Fahrzeuge und von Hin<strong>der</strong>nissen vor.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Fahrerassistenz-Systeme haben zum Ziel, den Fahrer zu entlasten<br />

und die Sicherheit zu maximieren.<br />

Das Auto <strong>der</strong> Zukunft wird mit diversen Assistenz- und Sensorsystemen<br />

ausgerüstet sein, die Umweltfaktoren (z. B. Eisglätte)<br />

und Gefahrensituationen (z. B. Hin<strong>der</strong>nisse auf <strong>der</strong> Fahrbahn)<br />

automatisch erfassen, analysieren, den Fahrzeuglenker warnen<br />

und gegebenenfalls die Fahrdynamik beeinflussen. Der Fahrer<br />

bleibt aber weiterhin <strong>der</strong> verantwortliche Entscheidungsträger <strong>für</strong><br />

sämtliche Fahrmanöver.<br />

Die umfassende Steuerung <strong>der</strong> Fahrdynamik geht mehrere<br />

Schritte weiter und bildet die maximale Ausdehnung <strong>eine</strong>s solchen<br />

Systems. Der Fahrer wird nicht nur gewarnt und unterstützt,<br />

son<strong>der</strong>n das Assistenz-System greift aktiv in Fahrdynamik<br />

und -manöver ein und übernimmt die Funktion des Fahrers.<br />

Erste Ansätze wie z. B. das aktive Gaspedal o<strong>der</strong> aktive Lenkrad<br />

hat die Automobilindustrie heute schon entwickelt und diese<br />

Fahrerassistenz-Systeme werden auch schon angeboten. Die<br />

Implementierung <strong>eine</strong>r umfassenden Steuerung <strong>der</strong> Fahrdynamik<br />

wird getestet, die Serienreife ist aber wohl noch in weiter<br />

Ferne.<br />

Beispiele:<br />

BMW Conneced Drive<br />

vgl. www.connecteddrive.com o<strong>der</strong><br />

www.bmwgroup.com/connecteddrive<br />

Das aktive Gaspedal unterstützt den Fahrer dabei, den richtigen<br />

Abstand zum Vor<strong>der</strong>mann zu halten. Ist <strong>der</strong> Abstand zu gering,<br />

wird am Gaspedal ein leichter, aber deutlich spürbarer Wi<strong>der</strong>stand<br />

aufgebaut – <strong>eine</strong> diskrete Auffor<strong>der</strong>ung an den Fahrer, die<br />

Geschwindigkeit zu verringern und somit den Abstand wie<strong>der</strong> zu<br />

vergrössern.<br />

Mit dem aktiven Lenkrad wird das Verhalten des Fahrers bei<br />

<strong>der</strong> Spurhaltung in Kurven, bei Seitenwind o<strong>der</strong> Spurrillen vorhergesagt.<br />

Daraus wird zu je<strong>der</strong> Situation das entsprechende<br />

Lenkverhalten abgeleitet. Überschreitet <strong>der</strong> Fahrer die Toleranzgrenze<br />

des als optimal errechneten Lenkverhaltens, spürt er am<br />

Lenkrad leichte Zugkräfte, mit denen die notwendigen Lenkkorrekturen<br />

angedeutet werden.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 11/S. 1


Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2040<br />

Erfahrungen Automobilkonzerne arbeiten an solchen Visionen.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Mfz exkl. Mofas/MR,<br />

2000<br />

Verletzte BFS 26962 (1073 ANDERE, 17145 PW, 3248 MR, 921<br />

MOA, 2202 FR, 2373 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 5097 (208 ANDERE, 2431 PW, 886<br />

MR, 218 MOFA, 590 FR, 764 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 21865 (865 ANDERE, 14714 PW; 2362<br />

MR, 703 MOFA; 1612 FR, 1609 FG)<br />

Getötete BFS 525 (28 ANDERE; 273 PW; 62 MR, 13 MOFA, 31<br />

FR, 118 FG)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 89535 (5580 ANDERE; 44577 PW, 10718 MR, 3960<br />

MOFA, 18056 FR, 6644 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 4380 (104 ANDERE, 1702 PW; 1063<br />

MR, 327 MOFA, 649 FR, 535 FG)<br />

Und Leichtverletzte 85155 (5476 ANDERE, 42875 PW, 9655<br />

MR; 3633 Mofa, 17407 FR, 6109 FG)<br />

Getötete 525 (28 ANDERE; 273 PW; 62 MR, 13 MOFA, 31 FR,<br />

118 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] Die Wirkung solcher Systeme ist gross, da <strong>eine</strong> übergeordnete<br />

Leitstelle die Lenkung und Steuerung <strong>der</strong> Fahrzeuge übernimmt<br />

und koordiniert.<br />

Bei <strong>eine</strong>m Systemausfall muss <strong>der</strong> Fahrzeugführer sofort eingreifen<br />

können und die angestammten Aufgaben übernehmen<br />

können.<br />

30 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % bis 2040 (8 % im Durchschnitt bis 2020)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 50 %<br />

Die Steuerung <strong>der</strong> Fahrdynamik kann durch Fahrer übersteuert<br />

werden.<br />

Offene Fragen –<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 11/S. 2


Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

JA<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 4380 525<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 30 % 30 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 8 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />

Ø 50 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 255 41 20 3<br />

Motorrad 159 9 13 1<br />

Mofa 49 2 4 0<br />

Fahrrad 97 5 8 0<br />

Fussgänger 80 18 6 1<br />

An<strong>der</strong>e 16 4 1 0<br />

Erläuterungen Total 656 79 52 5<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 11/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme M 12<br />

ECE-Normierung im Bereich Querdynamik <strong>der</strong><br />

Fahrzeuge<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Im Bereich <strong>der</strong> Querdynamik sind bereits sogenannte Elektronische<br />

Stabilitätsprogramme (ESP) bei einigen Fahrzeugen zur<br />

Serienreife entwickelt worden und sind in Betrieb. Eine eigentliche<br />

Normierung fehlt aber und soll erarbeitet werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Definition <strong>der</strong> Anfor<strong>der</strong>ungen an die Querdynamik im stationären<br />

und instationären Fahrzustand, welche bis zum Grenzbereich<br />

vorhersehbar sein soll. In diesem Bereich exisitieren Normversuche<br />

(stationäre Kreisfahrt, Übergangsverhalten) nach ISO und<br />

an<strong>der</strong>en Standards. Derzeit fehlen die Vorgaben <strong>der</strong> Entwicklungsziele<br />

(Grenzwerte) <strong>für</strong> diese Versuchsanordnungen. Für die<br />

Zulassung (Homologation) von Fahrzeugen sind weltweit k<strong>eine</strong><br />

Fahrdynamikversuche in Querrichtung gefor<strong>der</strong>t. Insbeson<strong>der</strong>e<br />

die Verän<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Reifencharakteristik in seitlicher Richtung<br />

lassen <strong>der</strong>artige Versuche als angezeigt ersch<strong>eine</strong>n.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen Erfahrungen liegen vor, aber ohne wissenschaftliche Erkenntnisse<br />

zur Wirksamkeit.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Schleu<strong>der</strong>-/Selbstunfällen mit Beteiligung von<br />

PW, 2000<br />

Verletzte BFS 5976 (65 ANDERE, 5599 PW, 170 MR, 31 MOFA,<br />

60 FR, 51 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 1305 (6 ANDERE, 1197 PW, 58<br />

MR, 11 MOFA; 14 FR, 19 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 4671 (59 ANDERE, 4402 PW, 112 MR,<br />

20 MOFA, 46 GT, 32 FG)<br />

Getötete BFS 207 (1 ANDERE, 189 PW, 13 MR, 1 FR, 3 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 16224 (338 ANDERE, 14557 PW, 561 MR; 133 MOFA;<br />

492 FR, 143 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 956 (3 ANDERE, 838 PW, 70 MR, 17<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 12/S. 1


MOFA; 15 FR, 13 FG)<br />

Und Leichtverletzte 15268 (335 ANDERE, 13719 PW; 491 MR;<br />

116 MOFA, 477 FR, 130 FG)<br />

Getötete 207 (1 ANDERE, 189 PW, 13 MR, 1 FR, 3 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Nur ein kl<strong>eine</strong>r Teil <strong>der</strong> Unfälle werden durch Massnahme beeinflusst.<br />

20%.<br />

Wirksamkeit 3 [b] 20%.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% (80%) Gehört in Zukunft zur Standardausrüstung.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 50% (50%)<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />

"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />

Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />

nicht vermiedenen Kollisionen<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 12/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 956 207<br />

Wirkungsbereich [a] 20 %<br />

20 %<br />

Wirksamkeit [b] 20 % 20 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 80 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 50 %<br />

Ø 50 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 17 4 13 3<br />

Motorrad 1 0 1 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 18 4 14 3<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 12/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme M 13<br />

Automatisierte Lokalisierung Unfallort und<br />

Notruf<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme (Automatisierte) Auslösung und Übertragung <strong>eine</strong>s Notrufs zu<br />

den zuständigen Einsatzkräften<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Automatische Alarmierungssysteme minimieren die Zeitspanne<br />

von Eintreten des Unfalls bis zum Aufbieten <strong>der</strong> Einsatzkräfte,<br />

wodurch <strong>eine</strong> möglichst rasche Unfallbewältigung möglich wird<br />

und die Folgen <strong>eine</strong>s Unfalls eingedämmt werden können. Durch<br />

Nummernerzwingung (bei telefonischer Alarmierung auf dem<br />

Festnetz) ist dies heute z. T. schon möglich<br />

Navigationssysteme und Mobiltelefone kombiniert erlauben automatische<br />

Koordinatenübermittlung zwecks genauer Standortangabe.<br />

Erfor<strong>der</strong>nisse:<br />

• Den Rettungsdiensten die Lokalisierung von Mobiltelefonen<br />

ermöglichen (Antennenstandort)<br />

• Notrufauslösung im Fahrzeug (z. B. über Unfalldatenschreiber,<br />

Auslösung Airbag)<br />

• Fahrzeuggeräte (GPS) <strong>für</strong> die Standortbestimmung<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller<br />

� Rettungsdienste � Telefonnetzbetreiber<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Diese Massnahme wirkt auf alle Getöteten und Schwerverletzten.<br />

Verletzte BFS 30058<br />

(1147 ANDERE, 17145 PW, 4500 MR, 1240 MOFA, 3243FR,<br />

2783 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 6191<br />

(231 ANDERE, 2431 PW, 1364 MR, 305 MOFA, 959 FR, 901<br />

FG)<br />

Getötete BFS 592<br />

(30 ANDERE, 273 PW, 92 MR, 19 MOFA, 48 FR, 130 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 13/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 100 %<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 104908<br />

(5960 ANDERE, 44807 PW, 14648 MR, 5271 MOFA, 26492FR,<br />

7730 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 5713<br />

(125 ANDERE, 1747 PW, 1655 MR, 469 MOFA, 1060 FR, 657<br />

FG)<br />

Getötete 592<br />

(30 ANDERE, 273 PW, 92 MR, 19 MOFA, 48 FR, 130 FG)<br />

(Leichtverletzte können durch Massnahmen im Rettungswesen nicht vermieden<br />

werden.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 10 % Getötete, 5 % Schwerverletzte<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] max. 100 %. Durchschnittl. 50 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 100 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 13/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 5713 592<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 5 % 10 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 87 27 44 14<br />

Motorrad 83 9 41 5<br />

Mofa 23 2 12 1<br />

Fahrrad 53 5 27 2<br />

Fussgänger 33 13 16 7<br />

An<strong>der</strong>e 6 3 3 2<br />

Total 285 59 143 31<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 M 13/S. 3


N01 – N20 Nicht weiterverfolgte Massnahmen<br />

nach <strong>der</strong> Wirksamkeitsanalyse<br />

N01 Kampagne "Korrekte Einstellung <strong>der</strong> Kopfstützen"<br />

N02 Beschlagnahmung des Kontrollschildes bei Führerausweisentzug<br />

N03 Ausdehnung Überholverbote <strong>für</strong> Lastwagen auf Autobahnen<br />

N04<br />

Automatische Verkehrskontrollen: digitaler Fahrzeugausweis mit<br />

Transpon<strong>der</strong><br />

N05 Überprüfung und Sanierung <strong>der</strong> Kreisel-Geometrie<br />

N06<br />

N07<br />

Optimierung von Strassenerhaltungs- und Strassenunterhaltsmassnahmen<br />

Verkehrslenkung: nationale Zentrale, regionale Umsetzung,<br />

Wechselwegweisung<br />

N08 Fahrstreifenbenützungsberechtigung innerorts und auf Autobahnen<br />

N09 Management <strong>der</strong> Ausnahme- und Gefahrguttransporte<br />

N10 Störungsmanagement (ohne Management <strong>der</strong> Ereignisdienste)<br />

N11 Parkleit- und Parkplatzreservations- und Inkassosystem<br />

N12<br />

Fahrzeugführerunterstützung: Automatisierte Fahrzeug-Diagnose und<br />

Pannenruf<br />

N13 Einbau Kin<strong>der</strong>rückhaltesystem ISO-Fix<br />

N14 Verbesserung <strong>der</strong> Kontur- und Lateralmarkierung beim Schwerverkehr<br />

N15<br />

Verkehrssteuerung und Verkehrsmanagement in Städten und<br />

Agglomerationen<br />

vor <strong>der</strong> Wirksamkeitsanalyse<br />

N16 Erhöhung des Mindestalters zum Velofahren<br />

N17 Obligatorische Meldepflicht <strong>für</strong> Ärzte (bei Zweifeln an <strong>der</strong> Fahreignung)<br />

N18 Verkehrstechnische Massnahmen gegen Geisterfahrer<br />

N19 Zulassung von Frontbremsleuchten<br />

N20<br />

Trajectory Control anstatt punktuelle Geschwindigkeitskontrollen auf<br />

Autobahnen


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme N 01<br />

Kampagne "Korrekte Einstellung <strong>der</strong> Kopfstützen"<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Es ist darauf hinzuweisen, dass bereits ein besserer Schutz<br />

besteht, wenn die Kopfstütze korrekt eingestellt wird.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Viele Personenwagen sind zwar heute immer noch nicht mit<br />

<strong>eine</strong>m Sitz ausgerüstet, <strong>der</strong> zusammen mit <strong>der</strong> Kopfstütze die<br />

Halswirbelsäule bei <strong>eine</strong>r Heckkollision nach dem Stand des<br />

Wissens schützt. Die genauen biomechanischen Ursachen des<br />

Verletzungsbildes <strong>der</strong> Halswirbelsäule sind noch nicht vollumfänglich<br />

erforscht; es ist aber bekannt, dass <strong>eine</strong> möglichst geringe<br />

Distanz des Hinterkopfes zur Kopfstütze und die gute Abstützung<br />

des Kopfes durch hoch genug eingestellte Kopfstützen<br />

(Oberkante mindestens bis Oberkante des Kopfes) auch bei<br />

nicht beson<strong>der</strong>s guten Sitzen die Halswirbelsäule schützen können.<br />

Diese Einstellung kann von jedem Insassen selber vorgenommen<br />

werden; lei<strong>der</strong> wird diese wichtige Möglichkeit zum<br />

Eigenschutz sehr oft nicht beachtet.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010 (alle 10 J. 3 J. lang)<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte mit HWS Verletzungen, 1999<br />

Hochrechnung NBU:<br />

Verletzte 8000 PW<br />

Davon Schwerverletzte 50 PW<br />

Nach dem Kriterium Schwerverletzte (>2 Spitaltage) handelt es<br />

sich nach Auskunft von Herrn Dr. Walz um k<strong>eine</strong> klassische<br />

Einteilung. Die Bestimmung <strong>der</strong> Anzahl Schwerverletzten ist in<br />

diesem Fall sehr problematisch, weil es noch an<strong>der</strong>e allenfalls zu<br />

berücksichtigende Kriterien gibt (AIS, QTF)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Ausgehend von <strong>der</strong> Schätzung, dass rund 30% die Kopfstütze<br />

korrekt eingestellt haben, resultiert ein Wirkungsbereich von<br />

70%.<br />

Wirksamkeit 3 [b] 10%<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 01/S. 1


Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 50% <strong>der</strong> Bevölkerung wird mit Kampagne erreicht. Durchschnitt<br />

25%.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80% <strong>der</strong>jenigen, die von <strong>der</strong> Kampagne gehört haben, stellen die<br />

Kopfstützen korrekt ein. Durchschnitt 60%.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen VESIPO<br />

"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />

Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />

nicht vermiedenen Kollisionen<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 01/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 50 0<br />

Wirkungsbereich [a] 70 %<br />

70 %<br />

Wirksamkeit [b] 10 % 10 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 50 %<br />

Ø 25 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 60 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 1 0 1 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 1 0 1 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 01/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme N 02<br />

Beschlagnahmung des Kontrollschildes bei<br />

Führerausweisentzug<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Beschlagnahmung des Fahrzeuges zusätzlich zu <strong>eine</strong>r Strafe<br />

o<strong>der</strong> <strong>eine</strong>s Führerausweisentzugs bzw. wegen Fahren trotz Führerausweisentzug<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Auffällige Fahrzeuglenker neigen zu <strong>eine</strong>m beträchtlichen Anteil<br />

dazu, trotz Führerausweisentzug weiterhin mit dem Auto zu fahren.<br />

Als Alternative wird vorgeschlagen, die Strafe sowie den<br />

Führerausweisentzug wegen Verkehrsdelikten mit <strong>eine</strong>r Beschlagnahmung<br />

des Fahrzeugs zu verstärken und damit von <strong>der</strong><br />

gemäss Art. 58 StGB (Strafgesetzbuch) bestehenden Möglichkeit<br />

<strong>der</strong> Sicherungseinziehung des Fahrzeuges durch die Strafbehörde<br />

vermehrt Gebrauch zu machen.<br />

Als schwächere Alternative könnte die Beschlagnahmung auch<br />

nur bei Lenkern vorgenommen werden, die bei Fahrten ohne<br />

Führerausweis erwischt worden sind.<br />

Eine weitere Alternative besteht darin, nicht das ganze Fahrzeug,<br />

son<strong>der</strong>n nur das Nummernschild zu konfiszieren (Simon,<br />

1995).<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Justiz<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Vereinzelt wurden auch schon Fahrzeuge von Verkehrsteilnehmern,<br />

die immer wie<strong>der</strong> Verkehrsunfälle verursacht haben, durch<br />

die Gerichtsbehörden beschlagnahmt (Vgl. Urteil des Zürcher<br />

Obergerichtes vom 27.12.1984 in SJZ [Schweizerische Juristenzeitung]<br />

82, 1986, S. 114). Das Kantonsgericht Luzern hat im<br />

Entscheid vom 21. Dez. 1998 (LGVE 48, 1999 I 100) festgehalten,<br />

dass die Sicherungseinziehung <strong>eine</strong>s beschlagnahmten<br />

Personenwagens gemäss Art. 58 StGB wegen akuter Gefährdung<br />

von an<strong>der</strong>n Verkehrsteilnehmern angezeigt sei, wenn anzunehmen<br />

sei, dass ein uneinsichtiger Fahrzeuglenker s<strong>eine</strong>n<br />

Wagen erneut ohne Nummernschil<strong>der</strong> und Versicherungsschutz<br />

sowie ohne Besitz des Führerausweises führen würde.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 02/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Unfälle, die durch Lenker mit Führerausweisentzug verursacht<br />

werden. Laut <strong>der</strong> ADMAS-Statstik gab es im Jahr 2000 53775<br />

Führerausweisentzüge, 1369 Personen wurden wegen Fahrens<br />

trotz Entzug bestraft, 135 Unfälle geschahen mit Beteiligung von<br />

Lenkern, die <strong>eine</strong>n Führerausweisentzug hatten.<br />

Gemäss BFS sind pro 1000 Unfälle 375 Verunfallte, 80 Schwerverletzte<br />

und 8 Getötete zu verzeichnen. Da es sich bei den<br />

Unfällen mit Entzügen hauptsächlich um Geschwindigkeits- und<br />

Trunkenheitsdelikte mit bekanntermassen höherem Verletzungsrisiko<br />

handelt, wird gegenüber dem Normalverhältnis von Unfällen<br />

zu Verunfallten/Schwerverletzten/Getöteten ein Faktor 2<br />

angenommen, d. h. es wird von 750 Verunfallten, 160 Schwerverletzten<br />

und 16 Getöteten pro 1000 Unfälle ausgegangen.<br />

Für die 135 Unfälle mit Fahren trotz Entzug bedeutet dies, dass<br />

folgende Zahlen von Verunfallten durch die Massnahme beeinflussbar<br />

sind (nur PW):<br />

101 Verunfallte, wovon 22 Schwerverletzte und 2 Getötete<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Grundsätzlich ist die Beschlagnahmung des Fahrzeugs in <strong>der</strong><br />

Schweiz möglich und wird auch gelegentlich veranlasst. Wirkungsbereich<br />

99 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] Ohne Fahrzeug ist kein Unfall möglich. Wirksamkeit 100 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Gemäss Auskunft wohl in den meisten Kantonen: 80 %, im<br />

Durchschnitt über 10 Jahre 40 %.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] DeYoung (1997) berichtet von 25 % weniger Fahrten bei Beschlagnahmung<br />

des Fahrzeugs.<br />

Offene Fragen Ein Problem könnte die Lagerung <strong>der</strong> Fahrzeuge sein. Eine grobe<br />

Überschlagsrechnung zeigt, dass im Jahr 2000 rund 300000<br />

Fahrausweisentzugsmonate verhängt wurden, d. h. rund 25000<br />

Parkplätze notwendig wären.<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen DeYoung, D.J. (1997), An evaluation of the specific deterrent<br />

effect of vehicle impoundment on suspended, revoked and<br />

unlicensed drivers in California. California Department of Motor<br />

Vehicles, Report Nr. RSS–97–171<br />

Simon, S.M. (1995), Strategies for dealing with the persistent<br />

drinking driver. Appendix D: Summary of Minnesota repeat<br />

DWI offen<strong>der</strong> plate impoundment law. Transportation Research<br />

Circular, 437, 72–73<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 02/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 22 2<br />

Wirkungsbereich [a] 99 %<br />

99 %<br />

Wirksamkeit [b] 100 % 100 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />

Ø 40 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 25 %<br />

Ø 25 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 4 0 2 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 4 0 2 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 02/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme N 03<br />

Ausdehnung Überholverbote <strong>für</strong> Lastwagen<br />

auf Autobahnen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Eruieren von unfallträchtigen Strassenabschnitten und Einführung<br />

von Lastwagen-Überholverboten.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens und den wachsenden<br />

Verkehrsproblemen auf Schweizer Autobahnen wird<br />

zunehmend nach Strategien zur Gewährleistung <strong>der</strong> Verkehrssicherheit<br />

und <strong>der</strong> verkehrstechnischen Anfor<strong>der</strong>ungen gesucht.<br />

Mit <strong>der</strong> Einführung von Überholverboten <strong>für</strong> Lastwagen auf Autobahnen<br />

wird allgemein <strong>eine</strong> positive Einflussnahme auf den<br />

Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit erwartet.<br />

(SSV, Signal 2.09)<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Unterlagen liegen aus Deutschland vor.<br />

Für die Ermittlung <strong>der</strong> Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit<br />

wurden umfangreiche Erhebungen durchgeführt und ausgewertet.<br />

Zusammenfassend lässt sich feststellen:<br />

• K<strong>eine</strong> signifikanten Verän<strong>der</strong>ungen des Unfallgeschehens.<br />

Eine günstige Auswirkung lässt sich trotzdem bei beson<strong>der</strong>en<br />

Rahmenbedingungen erwarten: Starke Steigung, Unfallbeteiligung<br />

<strong>der</strong> LW grösser als Anteil am Verkehr, Abschnitte nach<br />

Fahrstreifenreduzierung.<br />

• Eine Verringerung <strong>der</strong> mittleren Unfallraten und Unfallkostenraten<br />

ist zu beobachten, beson<strong>der</strong>s im Bereich von Gefälle und<br />

Steigungen und mit hohen Unfallkennzahlen.<br />

Eine Quantifizierung <strong>der</strong> obenstehenden Resultate ist lei<strong>der</strong> nicht<br />

möglich, da Untersuchung anhand von drei Teilstrecken durchgeführt<br />

und nicht zusammengefasst wurde.<br />

BAB Nr. A1, Bremen – Münster,<br />

BAB Nr. A6, Nürnberg – Mannheim,<br />

BAB Nr. A 57, Köln – Nimwegen<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte auf dem gesamten Autobahnnetz, 2000<br />

Verunfallte BFS 3423 (220 ANDERE, 3095 PW, 93 MR, 15 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 467 (35 ANDERE, 389 PW, 37 MR; 6<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 03/S. 1


FG)<br />

Und Leichtverletzte 2913 (183 ANDERE, 2669 PW, 55 MR, 6<br />

FG)<br />

Getötete BFS 43 (2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 9540 (1144 ANDERE, 8047 PW, 307 MR; 42 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 327 (7 ANDERE, 272 PW, 44 MR, 4 FG)<br />

Und Leichtverletzte 9213 (1137 ANDERE, 7775 PW, 263 MR, 38<br />

FG)<br />

Getötete 43 (2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Der Bericht ASTRA-MINGE geht von zwei potenziellen Übergängen<br />

(San Bernardino, Gotthard) aus, die als Einsatzorte des<br />

Überholverbotes in Frage kommen könnten.<br />

Insgesamt dürfte diese Massnahme auf rund 20% <strong>der</strong> Autobahnunfälle<br />

wirken.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Ausgehend von den deutschen Untersuchungen dürfte die Wirksamkeit<br />

des Überholverbotes eher als klein eingestuft werden.<br />

5 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Wo sinnvoll, wird diese Massnahme ausgeführt.<br />

100%<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Praktisch alle Lastwagenlenker halten sich an das Überholverobot.<br />

90%<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen ASTRA Bundesamt <strong>für</strong> Strassen (2000), Mindesgeschwindigkeit<br />

<strong>für</strong> schwere Motorwagen zum Gütertransport (MINGE <strong>für</strong><br />

LW), Schlussbericht<br />

Drews, Otfried (1996), Verkehrliche Auswirkungen <strong>der</strong> Anordnung<br />

von Überholverboten <strong>für</strong> LKW auf Autobahnen, Schriftenreihe<br />

Lehrstuhl <strong>für</strong> Verkehrswesen Ruhr-Universität Bochum,<br />

Heft Nr. 152<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 03/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 327 43<br />

Wirkungsbereich [a] 20 %<br />

20 %<br />

Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 90 %<br />

Ø 90 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 2 0 2 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 2 0 2 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 03/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme N 04<br />

Automatische Verkehrskontrollen: digitaler<br />

Fahrzeugausweis mit Transpon<strong>der</strong><br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht den obligatorischen Einbau <strong>eine</strong>s Fahrzeuggerätes<br />

zur Speicherung und elektronischer Übermittlung<br />

<strong>der</strong> Daten des Fahrzeugausweises in allen schweren Fahrzeugen<br />

vor. Die Fahrzeugdaten können ohne Anhalten des Fahrzeuges<br />

an Empfänger ausserhalb des Fahrzeuges übermittelt<br />

werden (z. B. mittels DSRC-Transpon<strong>der</strong>).<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughalten<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Schleu<strong>der</strong>-/Selbst- und Auffahrunfällen mit Beteiligung<br />

von Schweren Güterfahrzeugen, 2000<br />

Verletzte BFS 626 (208 ANDERE, 388 PW, 18 MR, 2 MOFA, 8<br />

FR, 2 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 132 (58 ANDERE, 59 PW, 8 MR, 1<br />

MOFA, 5 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 494 (150 ANDERE, 329 PW; 10 MR; 1<br />

MOFA, 3 FR, 1 FG)<br />

Getötete BFS 20 (6 ANDERE; 12 PW, 1 MR, 1 FR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 2231 (1082 ANDERE, 1009 PW, 59 MR; 9 MOFA, 66<br />

FR, 6 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 89 (29 ANDERE, 41 PW, 10 MR, 2 MO-<br />

FA, 6 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte 2142 (1053 ANDERE, 968 PW, 49 MR, 7<br />

MOFA, 60 FR, 5 FG)<br />

Getötete 20 (6 ANDERE; 12 PW, 1 MR, 1 FR)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 04/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />

Wirksamkeit 3 [b] 3%<br />

Die automatische Übermittlung <strong>der</strong> Fahrzeugdaten unterstützt<br />

insbeson<strong>der</strong>e die Überprüfbarkeit <strong>der</strong> Einhaltung von Gewichtslimiten<br />

bei Lastwagen.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% (50%)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 70% (60%)<br />

Der Beachtungsgrad von telematischen Enforcementmassnahmen<br />

liegt vermutlich höher als bei den klassischen Kontrollen, da<br />

sowohl Kontrollhäufigkeit als auch Sanktionswahrscheinlichkeit<br />

deutlich erhöht werden können.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 04/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 89 20<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 3% 3 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 70 %<br />

Ø 60 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 1 0 0 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 1 0 0 0<br />

Total 2 0 0 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 04/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme N 05<br />

Überprüfung und Sanierung <strong>der</strong> Kreisel-<br />

Geometrie<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Systematische Überprüfung <strong>der</strong> Geometrie aller bestehenden<br />

Kreisel.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Unfallkommissionen werden verpflichtet, die geometrische<br />

Ausgestaltung aller bestehenden Kreisel zu überprüfen und wo<br />

nötig zu sanieren. Im Speziellen soll die Ablenkung durch die<br />

Mittelinsel und die Sichtweite nach links in den Kreiselzufahrten<br />

kontrolliert werden.<br />

Pro Behörde sind jährlich 10 % <strong>der</strong> Kreisel zu behandeln.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen an Kreiseln, 2000<br />

Verletzte BFS 542<br />

(17 ANDERE, 199 PW, 145 MR, 42 MOFA, 127 FR, 12 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 91<br />

(3 ANDERE, 30 PW, 20 MR, 11 MOFA, 26 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 451<br />

(14 ANDERE, 169 PW, 125 MR, 31 MOFA, 101 FR, 11 FG)<br />

Getötete BFS 3<br />

(1PW, 1 MOFA, 1 FR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 2340<br />

(88 ANDERE, 517 PW, 479 MR, 181 MOFA, 1041 FR, 34 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 94<br />

(2 ANDERE, 21 PW, 24 MR, 17 MOFA, 29 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte 2246<br />

(86 ANDERE, 496 PW, 455 MR, 164 MOFA, 1012 FR, 33 FG)<br />

Getötete 3<br />

(1PW, 1 MOFA, 1 FR)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 05/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 25 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 50 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 8 % im ersten Jahr, 80 % im Jahr 2015, durchschnittlich 40 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 100 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen –<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 05/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 94 3<br />

Wirkungsbereich [a] 25 %<br />

25 %<br />

Wirksamkeit [b] 50 % 50 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 80 %<br />

Ø 40 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 2 0 1 0<br />

Motorrad 2 0 1 0<br />

Mofa 2 0 1 0<br />

Fahrrad 3 0 1 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 9 0 4 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 05/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme N 06<br />

Optimierung von Strassenerhaltungs- und<br />

Strassenunterhaltsmassnahmen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Verhin<strong>der</strong>n von Unfällen infolge schlechten Fahrbahnzustandes.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die schlechten Strassenstellen sollen gemäss <strong>eine</strong>m zuvor festgelegten<br />

Schlüssel saniert werden. Je nach Strassentyp, Betrieb<br />

und Fahrbahnzustand muss die Sanierung in kürzeren o<strong>der</strong> längeren<br />

Zeitintervallen durchgeführt werden. Wurden an Brüstungen<br />

von Brücken Unfälle registriert, sollen im gleichen Zuge<br />

diese Brückenquerschnitte überprüft werden. Dies ist auch <strong>eine</strong><br />

OECD-Massnahme [1] bei Ausserorts-Unfällen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Unfälle, die von schlechtem Strassenunterhalt herrühren, sind<br />

meistens die Folge von schlechter Griffigkeit des Belags in Kurven<br />

o<strong>der</strong> von nasser Witterung. Es wird geschätzt, dass ca.<br />

70 % <strong>der</strong> Nass-Wetter-Unfälle verhin<strong>der</strong>t werden könnten, wenn<br />

die Griffigkeit erhöht werden kann. Gemäss Ogden [4] ist dieser<br />

Effekt aber in entwickelten Län<strong>der</strong>n nicht von Bedeutung. Haurer<br />

et al. [5] sagen sogar, dass <strong>eine</strong> Erhöhung <strong>der</strong> Griffigkeit an<br />

Orten mit nicht ausgewiesenen typischen Unfällen dieser Art<br />

<strong>eine</strong> Erhöhung <strong>der</strong> Unfallzahl bewirken kann. Die Erklärung da<strong>für</strong><br />

ist, dass die Erhöhung <strong>der</strong> Griffigkeit <strong>eine</strong> Erhöhung <strong>der</strong> gefahrenen<br />

Geschwindigkeiten bewirkt. Eine Studie besagt, dass <strong>eine</strong><br />

regelmässige Belagserneuerung die Trocken-Wetter-Unfälle um<br />

10 % ansteigen lässt, die Nass-Wetter-Unfälle aber um 15 %<br />

reduziert. Der Sicherheitseffekt dieser Massnahme ist gering,<br />

jedoch kann die Situation auf Strassen mit vielen Nass-Wetter-<br />

Unfällen verbessert werden.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Schleu<strong>der</strong>-/Selbstunfällen bei nasser Fahrbahn,<br />

2000<br />

Verletzte BFS 1620<br />

(72 ANDERE, 1310 PW, 131 MR, 31 MOFA, 64 FR, 12 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 370<br />

(20 ANDERE, 272 PW, 46 MR, 7 MOFA, 19 FR, 6 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 06/S. 1


Und Leichtverletzte BFS 1250<br />

(52 ANDERE, 1038 PW, 85 MR, 24 MOFA, 45 FR, 6 FG)<br />

Getötete BFS 45<br />

(3 ANDERE, 36 PW, 4 MR, 2 FR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 4904<br />

(374 ANDERE, 3406 PW, 432 MR, 133 MOFA, 525 FR, 34 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 291<br />

(10 ANDERE, 190 PW, 55 MR, 11 MOFA, 21 FR, 4 FG)<br />

Und Leichtverletzte 4613<br />

(364 ANDERE, 3216 PW, 377 MR, 123 MOFA, 504 FR, 29 FG)<br />

Getötete 45 (3 ANDERE, 36 PW, 4 MR, 2 FR)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Es gibt nur wenige Strassen in <strong>der</strong> Schweiz, die <strong>eine</strong> schlechte<br />

Griffigkeit aufweisen. Hier ist <strong>der</strong> Wirkungsbereich klein, etwa<br />

10 %.<br />

Hingegen sind die Brückenquerschnitte oft kl<strong>eine</strong>r als die<br />

Breite <strong>der</strong> Zufahrtsstrassen anzutreffen. Noch seltener haben die<br />

Brücken beidseitig ein 1.0 m breites Bankett. Hier wäre <strong>der</strong> Wirkungsbereich<br />

höher, bei ca. 50 %. Durchschnittlich: 30 %.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Die Studien haben verschiedene Ergebnisse. Es gibt insbeson<strong>der</strong>e<br />

bei <strong>der</strong> Strassenerhaltung positive als auch negative Entwicklungen.<br />

Das Verbreitern <strong>der</strong> Querschnitte <strong>der</strong> Brücken hingegen<br />

wird <strong>eine</strong> höhere Wirksamkeit haben. Durchschnittliche<br />

Wirksamkeit, Schätzung: 5 %.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Die Griffigkeit sollte permanent erneuert werden, die Brückenquerschnitte<br />

mit je<strong>der</strong> Sanierung <strong>eine</strong>r Brücke angepasst werden.<br />

Da es sich bei diesen Massnahmen meistens um Gemeindestrassen<br />

handelt, wird <strong>der</strong> Realisierungsgrad klein sein. Schätzung<br />

Realisierungsgrad: 40 % max., 20 % durchschnittlich.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 100 %. Kein aktives Zutun des Fahrers notwendig.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen [1] OECD (1999), Safety on Rural Roads<br />

[2] FHWA (1992), Safety Effectiveness of Highway Design Features<br />

(Vol. I – VI), Fe<strong>der</strong>al Highway Administration, Washington<br />

DC<br />

[3] Turner (1984), Work related to bridge width<br />

[4] Ogden (1996), Safer Roads, A Guide to Road Safety Engineering<br />

[5] Hauer et al. (1994), The Effect of Resurfacing on the Safety<br />

of Two – Lane Rural Roads in New York State<br />

Entscheid:<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 06/S. 2


Weiterverfolgen ja/nein JA<br />

Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 291 45<br />

Wirkungsbereich [a] 30 %<br />

30 %<br />

Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 40 %<br />

Ø 20 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 1 0 1 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 1 0 1 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 06/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme N 07<br />

Verkehrslenkung: nationale Zentrale, regionale<br />

Umsetzung, Wechselwegweisung<br />

Exakte Ausformulierung Die Verkehrslenkung umfasst koordinierte Massnahmen auf<br />

Knoten und Strecken zur Lenkung des Verkehrs im Netz. Zu<br />

diesen Massnahmen gehören:<br />

• nationale Verkehrslenkzentrale, Datawarehouse<br />

• regionale Verkehrslenkung bei Leitstellen und Einsatzzentralen<br />

• lokale Wechselwegweisung<br />

• Koordination mit ausländischen Verkehrslenkzentralen<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Gemäss dem Leitbild Strassenverkehrstelematik (SVT-CH 2010) sollte <strong>der</strong> Aufbau<br />

<strong>der</strong> national Verkehrslenkzentrale so bald wie möglich initiiert und bis spätestens<br />

in Jahre 2010 abgeschlossen sein.<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Auffahrunfällen auf Autobahn, 2000<br />

Verletzte BFS 1510 (102 ANDERE, 1379 PW, 29 MR)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 152 (23 ANDERE, 118 PW, 11 MR)<br />

Und Leichtverletzte BFS 1358 (79 ANDERE, 1261 PW, 18 MR)<br />

Getötete BFS 9 (2 ANDERE, 7 PW)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 4211 (530 ANDERE, 3585 PW, 96 MR)<br />

Davon Schwerverletzte 108 (12 ANDERE; 83 PW, 13 MR)<br />

Und Leichtverletzte 4103 (518 ANDERE, 3502 PW, 83 MR)<br />

Getötete 9 (2 ANDERE, 7 PW)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 07/S. 1


Wirksamkeit 3 [b] 5%<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% (60%)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80% (80%)<br />

Offene Fragen Verlagerungseffekte auf Ausserortsstrassen überprüfen; ev.<br />

Anstieg <strong>der</strong> Ausserortsunfälle<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 07/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 108 9<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 60 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 3 0 2 0<br />

Motorrad 1 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 4 0 2 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 07/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme N 08<br />

Fahrstreifenbenützungsberechtigung innerorts<br />

und auf Autobahnen<br />

Exakte Ausformulierung Fahrstreifenbenützungsberechtigungen umfassen das Ausstellen,<br />

die Anzeige und die Überwachung von Berechtigungen zum<br />

Befahren bestimmter Bestandteile des Strassennetzes (Fahrstreifen,<br />

Vorsortierspuren) <strong>für</strong> bestimmte Fahrzeugkategorien<br />

o<strong>der</strong> Nutzerkategorien. Fahrstreifenbenützungsberechtigungen<br />

können permanent, zu gewissen Zeiten o<strong>der</strong> bestimmten Verkehrszuständen<br />

eingerichtet werden.<br />

Spezielle Fahrzeugkategorien o<strong>der</strong> Nutzerkategorien sind z. B:<br />

• Busse und Taxis<br />

• Fahrzeuge mit hohem Besetzungsgrad (HOV High Occupancy<br />

Vehicles)<br />

Bekannte Anwendungen sind die Anordnung von Busspuren<br />

o<strong>der</strong> von Fahrstreifen auf Autobahnen o<strong>der</strong> Hauptstrassen im<br />

Knotenbereich, auf welchen permanent o<strong>der</strong> temporär nur die<br />

bestimmten Fahrzeugkategorien zugelassen werden. Die Signalisation<br />

kann fest o<strong>der</strong> mit Wechselsignalen erfolgen.<br />

Lastwagenüberholverbote sind in <strong>der</strong> Massnahme N 03 enthalten.<br />

Fahrstreifenbenützungsberechtigungen auf Autobahnen sind<br />

Ergänzungen von Verkehrsleitsystemen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � öV-Anbieter<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T seit 1970 initiiert)<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2030<br />

Erfahrungen Die Anordnung von Busstreifen hat in <strong>der</strong> Schweiz schon <strong>eine</strong><br />

lange Tradition. HOV-Spuren sind hingegen noch k<strong>eine</strong> realisiert<br />

worden. Eine Ausschöpfung des vorhandenen Potentials ist nicht<br />

vor 2030 zu erwarten.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen innerorts und auf <strong>der</strong> Autobahn, 2000<br />

Verletzte BFS 18025 (546 ANDERE, 8153 PW; 3057 MR; 1014<br />

MOFA; 2665 FR, 2590 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 3538 (101 ANDERE, 868 PW, 779<br />

MR, 238 MOFA; 737 FR, 815 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 14487 (445 ANDERE, 7285 PW, 2278<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 08/S. 1


MR; 776 MOFA; 1928 FR, 1775 FG)<br />

Getötete BFS 261 (6 ANDERE, 81 PW, 24 MR, 8 MOFA, 35 FR,<br />

107 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 67590(2839 ANDERE, 21198 PW, 10088 MR; 4360<br />

MOFA, 21853 FR, 7252 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 3333 (51 ANDERE, 608 PW; 935 MR,<br />

357 MOFA, 811 FR, 571 FG)<br />

Und Leichtverletzte 64257 (2788 ANDERE, 20590 PW, 9153<br />

MR, 4003 MOFA; 21042 FR, 6681 FG)<br />

Getötete 261 (6 ANDERE, 81 PW, 24 MR, 8 MOFA, 35 FR, 107<br />

FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Diese Massnahme wird auf rund 5 % aller Stadtflächen und auf<br />

bestimmten, hochbelasteten Autobahnabschnitten (15 %) angewendet.<br />

Dadurch betroffene Innerorts- und Autobahnunfälle: 5 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 5 %<br />

Fahrstreifen mit Benützungsberechtigung können nur zu Lasten<br />

<strong>der</strong> Verringerung <strong>der</strong> Verkehrsfläche <strong>für</strong> an<strong>der</strong>e Teilnehmer realisiert<br />

werden, was dort zu entsprechenden niedrigeren Verkehrsqualitätsstufen<br />

führt.<br />

Am Anfang und Ende <strong>der</strong> bewirtschafteten Fahrstreifen müssen<br />

die Fahrzeuge ein- und ausfädeln. Reduktion Exposition insbeson<strong>der</strong>e<br />

durch die Errichtung von HVO-Spuren und attraktivem<br />

öV-Angebot.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 % (2030) , (25 % = Verbreitung im Durchschnitt bis 2020)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80 % (80 %)<br />

Fahrstreifenbenützungsberechtigungen werden erfahrungsgemäss<br />

teilweise missachtet.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 08/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 3333 261<br />

Wirkungsbereich [a] 5 %<br />

5 %<br />

Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 25 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 1 0 0 0<br />

Motorrad 2 0 0 0<br />

Mofa 1 0 0 0<br />

Fahrrad 2 0 0 0<br />

Fussgänger 1 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 7 0 0 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 08/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme N 09<br />

Management <strong>der</strong> Ausnahme- und Gefahrguttransporte<br />

Exakte Ausformulierung Unter Management <strong>der</strong> Fahrberechtigung <strong>für</strong> Ausnahme-/ Gefahrenguttransporte<br />

versteht man Ausstellen, Anzeige und<br />

Überwachung von Berechtigungen zum Befahren bestimmter<br />

Bestandteile des Strassennetzes, die <strong>für</strong> den Transport Ausnahme-/Gefahrengut<br />

geeignet sind.<br />

Mögliche Massnahmen umfassen unter an<strong>der</strong>em:<br />

• Meldepflicht <strong>für</strong> Bewegungen mit bestimmten Stoffklassen<br />

und Ausstellen von Fahrberechtigungen<br />

• Informationen bzw. dynamische Weisungen <strong>für</strong> die Verkehrsmittel-<br />

und Routenwahl und Zuordnung von Zeitfenstern<br />

<strong>für</strong> das Befahren dieser Routen<br />

• Ausrüstung <strong>der</strong> Fahrzeuge und/o<strong>der</strong> Behälter mit Geräten<br />

<strong>für</strong> die Übermittlung von Fahrzeug- und Ladegutdaten und<br />

die Standortangabe über Funk<br />

• Einrichtung von strassenseitigen DSRC-Funkantennen <strong>für</strong><br />

die Ortung und Datenkommunikation (sofern nicht auf Basis<br />

GPS/GSM o<strong>der</strong> entsprechenden Nachfolgetechnologien gelöst)<br />

• automatische Kontrolleinrichtungen (siehe Massnahme<br />

•<br />

M 08) zwecks Überwachung (Monitoring) <strong>der</strong> Bewegungen<br />

und Kontrolle <strong>der</strong> Einhaltung <strong>der</strong> Fahrberechtigungen<br />

Managementzentrale zur Zusammenführung <strong>der</strong> Fahrzeugdaten<br />

und –standorte zwecks Erkennung und Vermeidung<br />

von kumulierten Risiken und zur Lenkung (örtlich und zeitlich)<br />

<strong>der</strong> Gefahrenguttransporte.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Transportunternehmungen<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Zur Zeit erfolgt noch kein gezieltes und übergeordnetes Management<br />

<strong>der</strong> Ausnahme- und Gefahrguttransporte. Sobald aber<br />

entsprechende Konzepte und gesetzliche <strong>Grundlagen</strong> vorhanden<br />

sind, ist mit <strong>eine</strong>r schnellen Realisierung zu rechnen.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 09/S. 1


Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Ausnahme- und<br />

Gefahrenguttransportern, 2000<br />

Verletzte BFS 21 (8 ANDERE, 7 PW; 1 MR; 1 MOFA, 3 FR, 1<br />

FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 4 (3 ANDERE, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 17 (5 ANDERE, 7 PW, 1 MR, 1 MOFA,<br />

3 FR)<br />

Getötete BFS 1 ANDERE<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 95 ( 42 ANDERE, 18 PW, 3 MR, 4 MOFA, 25 FR, 3<br />

FG)<br />

Davon Schwerverletzte 3 (2 ANDERE, 1 FG)Und Leichtverletzte<br />

92 ( 40 ANDERE, 18 PW, 3 MR, 4 MOFA, 25 FR, 2 FG)<br />

Getötete 1 ANDERE<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 23%<br />

Die Folgen <strong>eine</strong>s Störfalls können dank dem gezielten Management<br />

<strong>der</strong> Transporte stark reduziert werden, insbeson<strong>der</strong>e Vermeidung<br />

des schädlichen Zusammenwirkens von gefährlichen<br />

Stoffen bei Unfällen.<br />

Bestimmte Gefahren– und Ausnahmetransporte können nicht<br />

mehr auf <strong>der</strong> kürzesten Strecke transportiert werden (z. B. durch<br />

Tunnels), son<strong>der</strong>n müssen festgelegte Routen verwenden.<br />

Dies kann zu grösseren Umwegen führen.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% (60%)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 95% (95%) gesetzliche Verpflichtung<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Pöppel-Decker, Martin (1998), Strassenverkehrsunfälle beim<br />

Transport gefährlicher Güter 1992-1995, Bericht M 101, BASt<br />

'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 09/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 3 1<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 23 % 23 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 60 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 95 %<br />

Ø 95 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 0 0 0 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 0 0 0 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 09/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme N 10<br />

Störungsmanagement (ohne Management <strong>der</strong><br />

Ereignisdienste)<br />

Exakte Ausformulierung Störungsmanagement umfasst das Feststellen und Bestimmen<br />

<strong>eine</strong>r Verkehrsstörung, Einleiten und Durchführen von erfor<strong>der</strong>lichen<br />

Massnahmen sowie Verkehrsregelung, bis <strong>der</strong> Normalzustand<br />

wie<strong>der</strong>hergestellt ist. Störungsmanagement ist ein Bestandteil<br />

resp. <strong>eine</strong> Ergänzung von Verkehrsleitsystemen.<br />

Mögliche Massnahmen umfassen unter an<strong>der</strong>em:<br />

• Einrichtungen <strong>für</strong> die automatische Ereigniserkennung<br />

(Brandmeldeanlagen, Rauchdetektoren, Videoüberwachung<br />

mit automatischer Bildauswertung zur Erkennung von Unfällen,<br />

Pannenfahrzeugen, Geisterfahrern, unbefestigter Ladung)<br />

• Einrichtungen <strong>für</strong> die Überwachung <strong>der</strong> Fahrbahnen und<br />

Bauwerke (automatische Erkennung von Objekten auf <strong>der</strong><br />

Fahrbahn o<strong>der</strong> im Lichtraumprofil des Fahrwegs)<br />

• Ausrüstung <strong>der</strong> Leitstellen <strong>für</strong> die automatische Schaltung<br />

<strong>der</strong> Verkehrssignale und Leiteinrichtungen bei Störfällen und<br />

automatische Meldung und Alarmierung <strong>der</strong> Dienste <strong>für</strong> die<br />

Störungsbehebung.<br />

Massnahmen, die das Management <strong>der</strong> Ereignisdienste betreffen,<br />

werden nicht in diesem Bericht behandelt.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Störfallmanagement im konventionellen Sinne ist heutzutage<br />

weitgehendst schon realisiert. Weiteres Potential liegt in <strong>der</strong><br />

automatischen Erkennung und Meldung von Ereignissen, <strong>der</strong><br />

Koordination und Lenkung <strong>der</strong> Einsatzkräfte und dynamischen<br />

Steuerung <strong>der</strong> Verkehrsanlagen.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen auf Autobahn, 2000<br />

Verletzte BFS 3380 (218 ANDERE, 3058 PW, 92 MR, 12 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 467 (35 ANDERE, 389 PW; 37 MR,<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 10/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 10%<br />

6 FG)<br />

Und Leichtverletzte 2913 (183 ANDERE, 2669 PW, 55 MR, 6<br />

FG)<br />

Getötete BFS 43 (2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 9423 (1134 ANDERE, 7951 PW, 304 MR; 34 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 338 (18 ANDERE, 272 PW, 44 MR, 4<br />

FG)<br />

Und Leichtverletzte 9085 (1116 ANDERE, 7679 PW, 260 MR, 30<br />

FG)<br />

Getötete 43 (2 ANDERE, 37 PW, 1 MR, 3 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 10%<br />

Durch die automatische Erkennung und den zugehörigen Warnsystemen<br />

können Folgeunfälle markant reduziert werden.<br />

Die Einsatzdienste können bei <strong>eine</strong>m Ereignisfall ohne Verzögerung<br />

und sehr präzis aufgeboten und eingesetzt werden. Massnahmen,<br />

die das Management <strong>der</strong> Ereignisdienste betreffen,<br />

werden aber nicht in diesem Bericht behandelt.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% (50%)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 100% (100%)<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 10/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 338 43<br />

Wirkungsbereich [a] 10 %<br />

10 %<br />

Wirksamkeit [b] 10 % 10 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 100 %<br />

Ø 100 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 3 0 1 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 3 0 1 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 10/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme N 11<br />

Parkleit- und Parkplatzreservations- und Inkassosystem<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme umfasst Informationen über das Parkplatzangebot<br />

und Reservationsmöglichkeit vor Antritt o<strong>der</strong> während <strong>der</strong><br />

Fahrt sowie die Lenkung und Leitung <strong>der</strong> Fahrzeuge zu freien<br />

Parkfel<strong>der</strong>n. Zu den Hilfsmitteln und Bestandteilen <strong>eine</strong>s solchen<br />

Systems gehören:<br />

• Einrichtungen in Parkierungsanlagen zur Erfassung <strong>der</strong> Benützung<br />

und zur Anzeige von freien und reservierten Plätzen<br />

und <strong>für</strong> das Parkgebühreninkasso<br />

• Wechseltextanzeigen strassenseitig<br />

• Informationen, Reservationen und Inkasso über feste o<strong>der</strong><br />

mobile Terminals bzw. Fahrzeuggeräte (integriert in Reise-<br />

und Verkehrsinformationssystemen)<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Private (Parkhausbetreiber)<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005 (z. T. seit 1995 initiiert)<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen In diversen Schweizer Städten sind bereits Parkleitsysteme installiert<br />

worden. Der weitere Ausbau und zusätzliche Dienstleistungen<br />

(Reservation, etc.) werden vermutlich relativ schnell<br />

realisiert werden.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von PW innerorts, 2000<br />

Verletzte BFS 15101 (285 ANDERE, 8153 PW, 2228 MR, 698<br />

MOFA, 1709 FR, 2028 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS (30 ANDERE, 868 PW, 506 MR,<br />

144 MOFA, 420 FR, 622 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS(255 ANDERE, 7285 PW, 1722 MR, 554<br />

MOFA, 1289 FR, 1406 FG)<br />

Getötete BFS 140 (1 ANDERE; 44 PW, 12MR, 5 MOFA, 10 FR,<br />

68 FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 52725 (1482 ANDERE, 21198 PW, 7352 MR, 3001<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 11/S. 1


MOFA, 14014 FR, 5678 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 2343 (15 ANDERE, 608 PW, 607 MR,<br />

216 MOFA, 462 FR, 435 FG)<br />

Und Leichtverletzte 50382 (1467 ANDERE, 20590 PW, 6745<br />

MR, 2785 MOFA, 13552 FR, 5243 FG)<br />

Getötete 140 (1 ANDERE; 44 PW, 12MR, 5 MOFA, 10 FR, 68<br />

FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 10%<br />

(solche Systeme werden nur in grossen Städten angewandt)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 3%<br />

Verringerung <strong>der</strong> Exposition infolge Vermeidung von Suchverkehr.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% (60%)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 80% (80%)<br />

Nicht alle Fahrzeuglenker nutzen die Vorteile solcher Systeme.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 11/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 2343 140<br />

Wirkungsbereich [a] 10 %<br />

10 %<br />

Wirksamkeit [b] 3 % 3 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 60 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 1 0 1 0<br />

Motorrad 1 0 1 0<br />

Mofa 1 0 0 0<br />

Fahrrad 1 0 1 0<br />

Fussgänger 1 0 1 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 5 0 4 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 11/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme –<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Massnahme N 12<br />

Fahrzeugführerunterstützung: Automatisierte<br />

Fahrzeug-Diagnose und Pannenruf<br />

Exakte Ausformulierung Diese Massnahme sieht den Einsatz von fahrzeugseitiger Ausrüstung<br />

und Sensoren <strong>für</strong> die Fahrzeugüberwachung (inkl. Reifen,<br />

Bremsen) und automatischer resp. frühzeitige Anzeige von<br />

Abweichungen vor.<br />

Ferndiagnose, Fernreparatur und automatischer Pannenruf könne<br />

weitere Bestandteile <strong>eine</strong>s solchen Systems sein.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Fahrzeughersteller, Fahr-<br />

zeughalter<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2030<br />

Erfahrungen Nebst den Überwachungssystemen, die schon heute zur Standardausrüstung<br />

von den meisten Fahrzeugen gehört, werden<br />

komplexere Systeme Fahrzeugüberwachung und Datenübermittlung<br />

vermehrt Einzug halten.<br />

Insbeson<strong>der</strong>e seitens des Transportgewerbes besteht <strong>eine</strong> grosse<br />

Nachfrage nach Hilfsmittel in diesem Anwendungsgebiet.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfällen mit Beteiligung von Mfz exkl. Mofas/MR<br />

mit Mängeln am Fahrzeug, 2000<br />

Verletzte BFS 472 (42 ANDERE, 252 PW, 57 MR, 52 MOFA; 64<br />

FR, 5 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 116 (6 ANDERE, 49 PW, 20 MR; 19<br />

MOFA, 20 FR, 2 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 356 (36 ANDERE, 203 PW, 37 MR; 33<br />

MOFA, 44 FR, 3 FG)<br />

Getötete BFS 23 (2 ANDERE, 9 PW; 6 MR; 1 MOFA, 1 FR, 4<br />

FG)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 1824 (218 ANDERE, 655 PW; 188 MR, 224 MOFA,<br />

525 FR, 14 FG)<br />

Davon Schwerverletzte 113 (3 ANDERE, 34 PW, 24 MR, 29<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 12/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 100%<br />

MOFA; 22 FR, 1 FG)<br />

Und Leichtverletzte 1711 (215 ANDERE, 621 PW, 164 MR, 195<br />

MOFA, 503 FR, 13 FG)<br />

Getötete 23 (2 ANDERE, 9 PW; 6 MR; 1 MOFA, 1 FR, 4 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirksamkeit 3 [b] 5%<br />

Die direkte Auswirkung auf das Unfall- (und Verletztungs-) geschehen<br />

kann als relativ klein eingestuft werden.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100% bis 2030 (40% im Durchschnitt bis 2020)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 95%. Weil <strong>der</strong> Fahrer <strong>eine</strong>n Mangel nicht sofort beheben lassen<br />

muss. Er kann noch weiterfahren, auch wenn das Fahrzeug <strong>eine</strong><br />

Abweichung anzeigt.<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen 'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen des VESIPO<br />

"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />

Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />

nicht vermiedenen Kollisionen<br />

'Bericht Rapp' (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO "Auswirkungen<br />

<strong>der</strong> Verkehrstelematik auf die Verkehrssicherheit"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 12/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 113 23<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 5 % 5 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 40 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 95 %<br />

Ø 95 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 2 0 1 0<br />

Motorrad 1 0 0 0<br />

Mofa 1 0 1 0<br />

Fahrrad 1 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 5 0 2 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 12/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme N 13<br />

Einbau Kin<strong>der</strong>rückhaltesystem ISO-Fix<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Vergrösserung des Angebotes an ISO-Fix Systemen über Publikumsinformationen<br />

und Druck auf die Autoimporteure<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Ab 1.1.2002 tritt das Obligatorium zur Verwendung von dem<br />

Alter angepassten Kin<strong>der</strong>rückhaltesystemen auch <strong>für</strong> kl<strong>eine</strong>re<br />

Kin<strong>der</strong> in Kraft. Jetzt soll darauf geachtet werden, dass nicht nur<br />

Kin<strong>der</strong>sitze eingebaut werden, die den ECE 44-Vorschriften<br />

gerade entsprechen, son<strong>der</strong>n dass diese auch nach dem Stand<br />

<strong>der</strong> Technik an <strong>der</strong> Karosserie verankert werden können. Nur mit<br />

den üblichen Gurten befestigte Sitze werden bei <strong>eine</strong>r frontalen<br />

Kollision in die Sitzfläche hinuntergedrückt, was zu unnötig grossen<br />

Vorverlagerungen des Kindes, insbeson<strong>der</strong>e des Kopfes,<br />

führt. Mittels <strong>eine</strong>r Befestigung des Sitzes an vom Fahrzeughersteller<br />

vorgesehenen speziellen 'Andockungspunkten' nach dem<br />

System ISOFIX wird die Bewegung des Sitzes und damit des<br />

Kindes optimal kontrolliert und die Verletzungsgefahr nochmals<br />

wesentlich reduziert.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen ISOFIX betr. Wirksamkeit (Hr. Walz, AGU): noch k<strong>eine</strong> Statistik<br />

vorhanden.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Pw Unfälle, Verunfallte Mitfahrer unter 7J., auf Rücksitz, ohne<br />

und mit Rückhaltesystem, 2000<br />

Verletzte BFS 271<br />

Davon Schwerverletzte BFS 27<br />

Und Leichtverletzte 244<br />

Getötete BFS 1<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte 705<br />

Davon Schwerverletzte 19<br />

Und Leichtverletzte 686<br />

Getötete 1<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 13/S. 1


(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Anteil/Anzahl bereits eingebauter Systeme ISOFIX?<br />

Sehr gering. D. h. Wirkungsbereich 90%.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Geschätzter Zusatzeffekt des Systemes ISOFIX: 20%.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100%, im Durchschnitt 50%.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 85%<br />

Offene Fragen<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

–<br />

'Bericht Gerster & Walz' (2001), Bericht im Rahmen VESIPO<br />

"Aktive und passive Fahrzeugsicherheit", Vermeidung von<br />

Kollisionen im Strassenverkehr, Min<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Folgen von<br />

nicht vermiedenen Kollisionen<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 13/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 19 1<br />

Wirkungsbereich [a] 90 %<br />

90 %<br />

Wirksamkeit [b] 20 % 20 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 85 %<br />

Ø 85 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 3 0 1 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 3 0 1 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 13/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme N 14<br />

Verbesserung <strong>der</strong> Kontur- und Lateralmarkierung<br />

beim Schwerverkehr<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Vorschrift zum Anbringen <strong>eine</strong>r Kontur- und Lateralmarkierung<br />

an Schwerverkehrsfahrzeugen (Lastwagen und Lastenzügen)<br />

zwecks besserer Erkennbarkeit bei schlechter Sicht (Nebel,<br />

Dämmerung, Nacht). Zudem bessere Einschätzung <strong>der</strong> Distanz<br />

und Geschwindigkeit des Schwerverkehrs.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Zur Reduktion von seitlichen und lateralen Kollisionen mit Lastwagen<br />

und Lastenzügen vor allem bei schlechter Sicht können<br />

gemäss Reglement ECE 104 retroreflektierende Folien an den<br />

Konturen (seitlich und hinten) angebracht werden. Unter gewissen<br />

Vorsaussetzungen (Grösse; Retroreflexion) sind auch Werbeaufschriften<br />

erlaubt. Vor allem die Konturmarkierungen an<br />

Lastwagen und Lastenzügen sind aus Sicht <strong>der</strong> Unfallverhütung<br />

zu begrüssen.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ASTAG, Lastwagenhalter,<br />

Transportunternehmungen<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Erfahrungen in USA (seit 1993 alle neuen, ab Juni 2001 auch<br />

alle alten hinten und seitlich retroreflektierend); Kanada, Südafrika,<br />

Rumänien; Test mit 1000 LW in Deutschland durchgeführt.<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Verunfallte bei Unfälle mit Beteiligung Lastwagen/Lastenzüge bei<br />

Nacht und Dämmerung sowie Nebel, 2000<br />

Verletzte BFS 139 (20 ANDERE, 106 PW, 7 MR; 2 MOFA, 4 FR)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 27 (4 ANDERE, 22 PW, 1 MR)<br />

Und Leichtverletzte BFS 112 (16 ANDERE, 84 PW, 6 MR; 2<br />

MOFA, 4 FR)<br />

Getötete BFS 5 (1 ANDERE, 3 PW, 1 MR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 445 (104 ANDERE, 276PW, 23 MR; 9 MOFA, 33 FR)<br />

Davon Schwerverletzte 18 (2 ANDERE, 15 PW; 1 MR)<br />

Und Leichtverletzte 427 (102 ANDERE, 261 PW, 22 MR; 9 MO-<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 14/S. 1


FA, 33 FR)<br />

Getötete 5 (1 ANDERE, 3 PW, 1 MR)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Gemäss Unterlagen sind zur Zeit ca. 250 LW mit retroreflektieren<strong>der</strong><br />

Werbung o<strong>der</strong> Konturmarkierung versehen, was ca.<br />

0.5 % ausmacht. Damit beträgt <strong>der</strong> Wirkungsbereich 100%.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Gemäss Studien können zwischen 15 % und 25 % <strong>der</strong> Aufprallunfälle<br />

mit dieser Massnahme verhin<strong>der</strong>t werden. Dies ergibt<br />

Wirksamkeit von rund 20 %.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Die Einführung <strong>eine</strong>r Vorschrift kann in 5 Jahren umgesetzt werden,<br />

da Massnahme einfach und nicht teuer.<br />

100 %, Durchschnitt 80 %.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Da nachts ein Wahrnehmungsproblem vorhanden und Retroreflexion<br />

hoch: 80 %<br />

Offene Fragen<br />

–<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Darmstadt University of Technology; Prof.Dr. Ing. H.J. Schmidt-<br />

Klausen; Draft Report 75/00<br />

FHWA Fe<strong>der</strong>al Highway Administration<br />

HUK Köln<br />

IdB Hungary, Institut of Vehicle Safety<br />

NHTSA National Highway Traffic Safety Administration<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 14/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 18 5<br />

Wirkungsbereich [a] 100 %<br />

100 %<br />

Wirksamkeit [b] 20 % 20 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 80 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 80 %<br />

Ø 80 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 2 0 2 0<br />

Motorrad 0 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 0 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 2 0 2 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 14/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme N 15<br />

Verkehrssteuerung und Verkehrsmanagement<br />

in Städten und Agglomerationen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme • För<strong>der</strong>ung von Verkehrssteuerung durch Lichtsignalanlagen-<br />

Systeme<br />

• För<strong>der</strong>ung von Pförtneranlagen<br />

• För<strong>der</strong>ung von Park-and-Ride-Systemen<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung 1. Die Verkehrssteuerung durch Lichtsignalanlagen-Systeme im<br />

Agglomerations- und Stadtverkehr soll <strong>für</strong> den motorisierten<br />

Individualverkehr sowie <strong>für</strong> den öffentlichen Verkehr geför<strong>der</strong>t<br />

werden. Dazu sind Beeinflussungsstrategien <strong>für</strong> den motorisierten<br />

Individualverkehr sowie <strong>für</strong> den öffentlichen Verkehr<br />

festzulegen und die Teilnetze entsprechend zu koordinieren.<br />

2. Pförtneranlagen sollen gesetzlich verankert und damit geför<strong>der</strong>t<br />

werden. Durch vermehrten Einsatz solcher Anlagen soll<br />

die Dosierung des motorisierten Individualverkehrs in Agglomerationen<br />

begünstigt werden.<br />

3. Park-and-Ride-Anlagen sollen im Agglomerationsverkehr<br />

geför<strong>der</strong>t werden durch <strong>der</strong>en Ausbau resp. Neubau an<br />

Stadträn<strong>der</strong>n bzw. ab Agglomerationsgemeinden. Massgebende<br />

Zielgrösse soll <strong>der</strong> anzustrebende Modal-Split sein.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Betreiber öffentl. Verkehrs<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Alle Verunfallten innerorts in den 5 Gross- und 24 mittleren Zentren<br />

mit Beteiligung PW, 2000<br />

Verletzte BFS 5736<br />

(115 ANDERE, 2975 PW, 978 MR, 184 MOFA, 631 FR, 853 FG)<br />

Davon Schwerverletzte BFS 889<br />

(13 ANDERE, 258 PW, 216 MR, 36 MOFA, 141 FR, 225 FG)<br />

Und Leichtverletzte BFS 4847<br />

(102 ANDERE, 2717 PW, 762 MR, 148 MOFA, 490 FR, 628 FG)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 15/S. 1


Wirkungsbereich 2 [a] 80 %<br />

Wirksamkeit 3 [b] 1 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Getötete BFS 33<br />

(12 PW, 5 MR, 2 FR, 14 FG)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100 %, durchschnittlich 50 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 40 %<br />

Offene Fragen –<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffern:<br />

Verletzte 19913<br />

(598 ANDERE, 7735 PW, 3227 MR, 791 MOFA, 5174 FR, 2388<br />

FG)<br />

Davon Schwerverletzte 814<br />

(7 ANDERE, 181 PW, 259 MR, 54 MOFA, 155 FR, 158 FG)<br />

Und Leichtverletzte 19099<br />

(591 ANDERE, 7554 PW, 2968 MR, 737 MOFA, 5019 FR, 2230<br />

FG)<br />

Getötete 33<br />

(12 PW, 5 MR, 2 FR, 14 FG)<br />

(Allfällige Unterschiede zwischen Totalbeträgen und Summen von Einzelwerten<br />

sind auf Rundungsdifferenzen zurückzuführen.)<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Bericht Lindenmann (2001), Bericht im Rahmen <strong>der</strong> VESIPO<br />

"Infrastruktur und Betrieb"<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

JA<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 15/S. 2


Zusammenfassung <strong>der</strong><br />

wichtigsten Resultate<br />

Schwerverletzte Getötete<br />

betroffene Unfälle 814 33<br />

Wirkungsbereich [a] 80 %<br />

80 %<br />

Wirksamkeit [b] 1 % 1 %<br />

Schwerverletzte und Getötete<br />

Realisierungsgrad [c] max. 100 %<br />

Ø 50 %<br />

Beachtungsgrad [d] max. 40 %<br />

Ø 40 %<br />

Berechnungsformel:<br />

tatsächliches Rettungspotenzial = betroffene Unfälle × a/100 × b/100 × c/100 × d/100<br />

Maximale<br />

Anzahl Gerettete 6<br />

Durchschnittliche<br />

Anzahl Gerettete 7<br />

Schwerverletzte Getötete Schwerverletzte Getötete<br />

Personenwagen 1 0 0 0<br />

Motorrad 1 0 0 0<br />

Mofa 0 0 0 0<br />

Fahrrad 0 0 0 0<br />

Fussgänger 1 0 0 0<br />

An<strong>der</strong>e 0 0 0 0<br />

Total 3 0 0 0<br />

Erläuterungen<br />

1 Betroffene Unfälle:<br />

Gesamt <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle, die durch die Massnahme beeinflusst werden sollen (inkl. Dunkelziffer)<br />

2 Wirkungsbereich:<br />

Bei welchem Anteil dieser Unfälle kann die Massnahme tatsächlich angewandt werden (weil die Massnahme bei diesem Anteil<br />

nicht schon realisiert ist bzw. k<strong>eine</strong> Anwendungseinschränkungen vorliegen)?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 % <strong>der</strong> Radfahrenden tragen den Helm bereits)<br />

3 Wirksamkeit:<br />

Welchen Anteil <strong>der</strong> Verletzungen und Todesfälle kann die Massnahme tatsächlich verhin<strong>der</strong>n, wenn sie angewandt wird?<br />

(Beispiel Velohelm: 20 von 100 Kopfverletzungen können durch den Helm nicht vermieden werden)<br />

4 Realisierungsgrad:<br />

Mit welcher Verbreitung <strong>der</strong> Massnahme ist unter den gegebenen Bedingungen maximal und im Durchschnitt bis 2020 zu rechnen?<br />

5 Beachtungsgrad:<br />

Mit welchem Grad von Anwendung durch die Verkehrsteilnehmer – sofern diese die Möglichkeit haben, die Massnahme zu umgehen<br />

– ist maximal und im Durchschnitt über <strong>eine</strong> bestimmte Zeit zu rechnen?<br />

6 Maximale Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

7 Durchschnittliche Anzahl Gerettete pro Jahr bis 2020<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 15/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme N 16<br />

Erhöhung des Mindestalters zum Velofahren<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Erhöhung des Mindestalters zum Fahrradfahren im Strassenverkehr<br />

von 7 auf 9 Jahre<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung In SVG Art. 19 Abs. 1 ist geregelt, dass Kin<strong>der</strong> im vorschulpflichtigen<br />

Alter nicht Rad fahren dürfen. Gemäss VRV Art. 42 Abs. 1<br />

dürfen sie es ab Schulpflicht erst tun, wenn sie sitzend die Pedale<br />

treten können. Die Gesetzeslage ist so anzupassen, dass im<br />

SVG geregelt wird, dass Kin<strong>der</strong> erst ab dem 9. Geburtstag als<br />

Radfahrer am Strassenverkehr teilnehmen dürfen. Ausgenommen<br />

davon sind das Fahren auf Velowegen und Strassen/Wegen<br />

ohne Motorfahrzeugverkehr.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Aufgrund ihrer physischen und psychischen Voraussetzungen<br />

sind Kin<strong>der</strong> mit 7 und 8 Jahren im Strassenverkehr noch überfor<strong>der</strong>t.<br />

So können sie bspw. Mehrfachhandlungen, die im Strassenverkehr<br />

von Bedeutung sind (z. B. beim Linksabbiegen<br />

gleichzeitig nach hinten schauen, Handzeichen geben und<br />

Gleichgewicht behalten), noch nicht problemlos bewältigen. Des<br />

Weiteren sind sie in diesem Alter noch nicht in <strong>der</strong> Lage, ihre<br />

Aufmerksamkeit in komplexen Situationen gleichzeitig verschiedenen<br />

Dingen zuzuwenden.<br />

Die zunehmende Beliebtheit des Radfahrens hat dazu geführt,<br />

dass Kin<strong>der</strong> immer früher am Strassenverkehr teilnehmen und<br />

<strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> verunfallten 5- bis 9-Jährigen am Total aller 5-bis<br />

14-jährigen verunfallten Fahrradlenker immer grösser wird. So<br />

hat in <strong>der</strong> Überwachung durch die permanente Kin<strong>der</strong>unfallstudie<br />

<strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> verunfallten 5- bis 9-Jährigen von 1996 zu<br />

1997 um 6 % zugenommen. In <strong>der</strong> Strassenverkehrsstatistik des<br />

BFS verän<strong>der</strong>ten sich die Anteile von 1985 23.0 % (abs.: 174),<br />

über 1990 25.6 % (abs.: 167) und 1995 30.0 % (abs.: 225) zu<br />

31.0 % im Jahr 1999 (abs.: 219). Hierbei ist zu berücksichtigen,<br />

dass gleichzeitig auch die Velohelmtragquote stark zugenommen<br />

hat. Ohne diese Zunahme dürften die Zahlen <strong>der</strong> Verunfallten<br />

höher sein.<br />

In Österreich dürfen Kin<strong>der</strong> erst mit 12 Jahren im Strassenverkehr<br />

unbegleitet Rad fahren o<strong>der</strong> – sofern sie <strong>eine</strong> freiwillige<br />

Prüfung ablegen – mit 10 Jahren. Das begleitete Fahren mit<br />

<strong>eine</strong>r Person von mindestens 16 Jahren ist uneingeschränkt<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 16/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

erlaubt. In Österreich beträgt die Rate <strong>der</strong> verunfallten 5- bis 9jährigen<br />

Fahrradlenker 47.7/100000 E. und ist hiermit um 6.5 %<br />

tiefer als in <strong>der</strong> Schweiz mit 51.0/100000 E. (1999).<br />

In Deutschland ist kein Mindestalter zum Radfahren vorgeschrieben,<br />

allerdings müssen Kin<strong>der</strong> bis zum vollendeten 8. Lebensjahr<br />

beim Radfahren die Gehwege benutzen, bis zum vollendeten<br />

10. Lebensjahr dürfen sie die Gehwege benutzen. Ab<br />

vollendetem 10. Lebensjahr gelten sie uneingeschränkt radverkehrstauglich.<br />

In Deutschland ist die Rate <strong>der</strong> verunfallten 6- bis<br />

9-Jährigen als Fahrradfahrer mit 120/100000 E. sehr hoch.<br />

Betroffene Unfälle 1 Damit <strong>eine</strong> Aussage über das Rettungspotenzial gemacht werden<br />

kann, müssen verschiedene Annahmen hinsichtlich des<br />

Totals <strong>der</strong> überhaupt zu beeinflussenden Zahl <strong>der</strong> verunfallten<br />

Kin<strong>der</strong> als Radfahrer gemacht werden:<br />

a) Alterseinschränkung auf 5- bis 8-Jährige (unter 5 J. wenig<br />

Fälle, neues Gesetz ab 9 Jahren)<br />

b) Einbezug <strong>der</strong> Dunkelziffer, d. h. gesamtes Ausmass <strong>der</strong> Velounfälle<br />

(nicht nur polizeilich registrierte Unfälle)<br />

c) Die Anteile <strong>der</strong> 5- bis 8-Jährigen sind beim gesamten Ausmass<br />

(Hochrechnung) gleich gross wie in <strong>der</strong> offiziellen Statistik<br />

(polizeilich registrierte Unfälle)<br />

Unter diesen Annahmen ergibt sich folgendes Total:<br />

– total verunfallte 0- bis 16-jährige Fahrradfahrer (Gesamtausmass):<br />

7400<br />

– Anteile <strong>der</strong> einzelnen Altersgruppen in <strong>der</strong> offiziellen Unfallstatistik:<br />

5 J: 2.7 % von 7400 = 200<br />

6 J: 4.3 % = 320<br />

7 J: 5.1 % = 380<br />

8 J: 5.5 % = 400<br />

Total <strong>der</strong> zu beeinflussenden Verunfallten: 1300<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Das neue Gesetz wirkt zu 100 % <strong>für</strong> alle verunfallten 5- bis 8jährigen<br />

Velofahrer (Wirkungsbereich); sie alle sind im Strassenverkehr<br />

radgefahren und verunfallt, d. h. sie alle können von <strong>der</strong><br />

Massnahme profitieren (im Unterschied zur Massnahme Velohelm,<br />

wo beim Wirkungsbereich diejenigen subtrahiert werden<br />

müssen, die sich trotz Velohelm Kopfverletzungen zugezogen<br />

haben).<br />

Wirksamkeit 3 [b] Wer sich ans neue Gesetz hält, <strong>für</strong> den wirkt die Massnahem zu<br />

100 %, d. h. theoretisch lassen sich alle 1300 zu beeinflussenden<br />

Verunfallten vermeiden.<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Das neue Gesetz wird flächendeckend eingeführt, d. h. deckt die<br />

ganze Schweiz ab. Somit gibt es k<strong>eine</strong> Einschränkung des theoretischen<br />

Rettungspotenzials durch <strong>eine</strong>n vermin<strong>der</strong>ten Realisierungsgrad.<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Als konservativste Schätzung wird angenommen, dass sich in<br />

<strong>der</strong> Schweiz etwa gleich viele Eltern/Kin<strong>der</strong>n an das neue Ge-<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 16/S. 2


setz halten würden wie in Österreich, dass also nach Einführung<br />

<strong>der</strong> Massnahme die Verunfalltenrate <strong>der</strong> 5- bis 8-jährigen Fahrradlenker<br />

in <strong>der</strong> Schweiz auf das Niveau <strong>der</strong> Rate <strong>der</strong> entsprechenden<br />

Altersgruppe in Österreich sinkt. Dieses konservativ<br />

berechnete Potenzial wird dann jedoch aus folgendem Grund<br />

noch etwas erhöht: In Österreich ist die Rate <strong>der</strong> verunfallten<br />

Kin<strong>der</strong> nur gerade in <strong>der</strong> hier besprochenen Altersgruppe <strong>der</strong> 5-<br />

bis 9-Jährigen tiefer als in <strong>der</strong> Schweiz, ansonsten etwa um<br />

40 % höher; das kann bedeuten, dass in <strong>der</strong> Schweiz mit Einführung<br />

<strong>der</strong> Massnahme die Rate <strong>der</strong> verunfallten 5- bis 8-Jährigen<br />

deutlich unter diejenige von Österreich fällt und nicht lediglich auf<br />

das gleiche Niveau.<br />

Rate Schweiz 5- bis 8-Jährige (Basis: Offizielle Unfallstatistik):<br />

46.8/100000<br />

Rate Österreich 5- bis 8-Jährige (gleiche Basis in A):<br />

43.1/100000<br />

Differenz: 3.7/100000<br />

Die Differenz entspricht dem Potenzial, d. h. pro 100000 E.<br />

könnten 3.7 verunfallte Kin<strong>der</strong> im Alter von 5 bis 8 Jahren gerettet<br />

werden. Bei 344020 Kin<strong>der</strong>n in diesem Alter wären somit<br />

3.7*3.4402 = 13 Kin<strong>der</strong> zu retten. Da das gesamte Ausmass<br />

jedoch um den Faktor 8.1 grösser ist als in <strong>der</strong> offiziellen Statistik<br />

ausgewiesen (1300:161 = 8.1), können um diesen Faktor mehr<br />

Kin<strong>der</strong> gerettet werden: Untere Grenze des Rettungspotenzials<br />

<strong>der</strong> Massnahme (8.1*13): ca. 100 verunfallte Kin<strong>der</strong> 5–8 Jahre.<br />

Obere Grenze: ca. 40 % höher, d. h. ca. 140 verunfallte Kin<strong>der</strong><br />

5–8 Jahre alt.<br />

Offene Fragen a) In Österreich ist in <strong>der</strong> Unfallstatistik ein extremer Anstieg <strong>der</strong><br />

Unfallrate ab dem Moment <strong>der</strong> Fahrerlaubnis festzustellen:<br />

Könnte dies auf die geringere Fahrerfahrung im Alter von etwa<br />

6 bis 8 Jahren zurückzuführen sein und sich auch in <strong>der</strong><br />

Schweiz <strong>der</strong>art auswirken?<br />

b) Wird durch die Erhöhung des Mindestalters zum Fahrradfahren<br />

ein (falsches) Zeichen in Richtung vermehrter Benützung<br />

von Motorfahrzeugen gesetzt?<br />

c) Die Polizei dürfte nicht erpicht darauf sein, das Gesetz zu<br />

kontrollieren und durchzusetzen. Was aber nützen Gesetze<br />

ohne diese Elemente? (Gemäss Gespräch mit Kontaktperson<br />

in Österreich ist es dort so, dass das Gesetz wohl insbeson<strong>der</strong>e<br />

auf dem Land nicht beson<strong>der</strong>s gut befolgt wird, in den<br />

Städten eher besser. Trotzdem reicht dies <strong>für</strong> <strong>eine</strong> gegenüber<br />

<strong>der</strong> Schweiz tiefere Verunfalltenrate aus)<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen a) Allenbach, R. (2000), Nichtberufsunfälle in <strong>der</strong> Schweiz. Das<br />

gesamte Ausmass im Jahr 1997. Pilotstudie, Schweizerische<br />

Beratungsstelle <strong>für</strong> Unfallverhütung bfu, Bern<br />

b) KfV (2000), Kin<strong>der</strong>verkehrsunfallstatistik 1999. Institut <strong>für</strong><br />

Verkehrserziehung, Wien<br />

c) Schweizerische Beratungsstelle <strong>für</strong> Unfallverhütung (1999),<br />

Eigene Auswertungen <strong>der</strong> Strassenverkehrs-Unfallstatistik<br />

des BFS.<br />

d) Mündliche Auskunft von Frau U. Sigl, KfV, Institut <strong>für</strong> Verkehrserziehung,<br />

Wien<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 16/S. 3


Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

e) SVG und VRV <strong>der</strong> Schweiz<br />

f) Abklärungen von R. Stöcklin hinsichtlich <strong>der</strong> Gesetzeslage in<br />

A und D<br />

g) Auswertung IRTAD-Daten (<strong>für</strong> die Situation in D) durch U.<br />

Salvisberg, bfu<br />

h) bfu-Schriftenreihe, Band 21, 'K<strong>eine</strong>s zu klein, sicher zu sein'.<br />

Bern, 1995<br />

Aus theoretischer Sicht (physische und psychische Entwicklung<br />

<strong>der</strong> Kin<strong>der</strong>) müsste das Mindestalter zum Velofahren im Strassenverkehr<br />

erhöht werden. Ebenfalls spricht das Potenzial <strong>der</strong><br />

zu rettenden Verunfallten (von 100 konservativ bis 140 progressiv)<br />

da<strong>für</strong>. Jedoch gibt es gute Gründe anzunehmen, dass von<br />

kontraproduktiven Einflüssen auszugehen ist: Die Massnahme<br />

wird in <strong>der</strong> Öffentlichkeit und insbeson<strong>der</strong>e bei den Velo-<br />

Interessengruppen auf wenig Gegenliebe stossen. Ebenso dürfte<br />

dies im Umfeld von Interessengruppen zur Gesundheits- und<br />

Bewegungsför<strong>der</strong>ung <strong>der</strong> Fall sein. Es müsste im Gegenzug ein<br />

Angebot zur För<strong>der</strong>ung des Fahrradfahrens gemacht werden, z.<br />

B. Fahrradkurse <strong>für</strong> Kin<strong>der</strong> (wie sie scheinbar von <strong>der</strong> IG-Velo<br />

bereits angeboten werden), Aktionen <strong>der</strong> Verkehrsinstruktoren<br />

usw. Fazit: Es wird ein Gesetz ohne Biss, die Kin<strong>der</strong> sammeln<br />

weniger Fahrpraxis, Abkehr von <strong>der</strong> umweltschonenden Mobilität<br />

usw.<br />

Deshalb: Negativer Entscheid<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 16/S. 4


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme N 17<br />

Obligatorische Meldepflicht <strong>für</strong> Ärzte (bei<br />

Zweifeln an <strong>der</strong> Fahreignung)<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Ärzte sollen verpflichtet werden, Personen, die wegen körperlicher<br />

o<strong>der</strong> geistiger Krankheiten o<strong>der</strong> Gebrechen o<strong>der</strong> wegen<br />

Süchten zur sicheren Führung von Motorfahrzeugen nicht fähig<br />

sind, <strong>der</strong> zuständigen Behörde zu melden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Ärzte sollen verpflichtet werden, Personen, die wegen körperlicher<br />

o<strong>der</strong> geistiger Krankheiten o<strong>der</strong> Gebrechen o<strong>der</strong> wegen<br />

Süchten zur sicheren Führung von Motorfahrzeugen nicht fähig<br />

sind, <strong>der</strong> Aufsichtsbehörde <strong>für</strong> Ärzte und <strong>der</strong> <strong>für</strong> Erteilung und<br />

Entzug des Führerausweises zuständigen Behörde zu melden.<br />

Heute (gemäss Art. 14 Abs. 4 SVG) existiert <strong>eine</strong> 'Kann-<br />

Formulierung', d. h. <strong>der</strong> Arzt kann solche Personen melden.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen Bei Meldepflicht von durch Krankheiten usw. fahrunfähigen Personen<br />

durch die Ärzte dürften 3 Probleme entstehen:<br />

1. Die Ärzte wären sehr zurückhaltend wegen <strong>der</strong> Gefahr,<br />

Klienten zu verlieren.<br />

2. Personen mit <strong>eine</strong>m Gesundheitsproblem, das ihre Fahrfähigkeit<br />

tangiert, würden sich ev. aus Angst vor Verlust des<br />

Führerscheins nicht in ärztliche Behandlung begeben, wodurch<br />

lediglich <strong>eine</strong> Verlagerung des Gesundheitsproblems<br />

entsteht.<br />

3. Das Arztgeheimnis würde in diesen Fällen ausgehöhlt;<br />

schon das jetzige Mel<strong>der</strong>echt bedeutet <strong>eine</strong> gewisse Lockerung<br />

des Arztgeheimnisses.<br />

Hinsichtlich Krankheiten und <strong>der</strong>en Zusammenhang mit Unfällen<br />

gibt es wenig Erforschtes. Generell dürfte gelten, dass dieser<br />

Anteil unterschätzt wird (man rechnet etwa mit 10 % Unfällen,<br />

die durch Krankheiten/Behin<strong>der</strong>ungen kausal verursacht werden).<br />

Bei <strong>der</strong> Sehfähigkeit wird davon ausgegangen, dass etwa<br />

7 % <strong>der</strong> Unfallverursacher <strong>eine</strong> Sehstörung aufweisen.<br />

Viele dieser Krankheiten dürften auch bei <strong>eine</strong>r Meldepflicht<br />

durch das Netz fallen, weil den Erkrankten ihre Krankheit gar<br />

nicht bewusst ist (typisch <strong>für</strong> die mangelnde Sehfähigkeit) o<strong>der</strong><br />

selbst bei Arztbesuch die Krankheit dem Arzt nicht auffällt, wenn<br />

er nicht bewusst danach sucht.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 17/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Lenker mit dem Mangel/Einfluss vermin<strong>der</strong>te Sehkraft und<br />

Krankheit (Code 114,115), Verunfallte 2000<br />

Verletzte BFS 134 (81 PW, 11MR, 4 MOFA, 13 FR, 19 FG, 6<br />

ANDERE)<br />

Getötete BFS 11 (4 PW, 1 MR, 2 FR, 4 FG)<br />

Hochrechnung mit spezieller Dunkelziffer:<br />

Erfahrungswerte [BASt 1996, 1988] weisen auf die vorgenannten<br />

Anteile an sämtlichen Unfallursachen von 10% des Mangels<br />

Krankheit und von 7 % des Mangels vermin<strong>der</strong>te Sehkraft hin.<br />

Die Auswertung <strong>der</strong> BFS Statistik hat folgenden Anteile ergeben:<br />

0.06 % des Mangels vermin<strong>der</strong>te Sehkraft bzw. 0.18 % des<br />

Mangels Krankheiten. Daraus würden theoretische Dunkelziffern<br />

in <strong>der</strong> Grössenordnung zwischen 50 und 100 resultieren. Wahl<br />

Dunkelziffer <strong>für</strong> weitere Berechnungen: 50 <strong>für</strong> Verletzte, 1 <strong>für</strong><br />

Getötete<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer:<br />

Verletzte: 6700<br />

Getötete: 11<br />

Wirkungsbereich 2 [a] Krankheiten sind auch da, wo <strong>der</strong> Mangel 114/115 erfasst wurde,<br />

nicht in jedem Fall <strong>für</strong> den Unfall kausal. Da k<strong>eine</strong> weiteren<br />

Anhaltspunkte vorliegen, wird die Kausalität etwas tiefer angesetzt<br />

als beim Alkohol (66 %) und soll deshalb 50 % betragen.<br />

Wirksamkeit 3 [b] Kann theoretisch bei allen wirken, bei denen beim Unfall <strong>der</strong><br />

Mangel 114 od. 115 <strong>eine</strong> Rolle gespielt hat, d h.: 100 %<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Es existiert zwar <strong>eine</strong> Meldepflicht <strong>für</strong> die Ärzte, die aber nicht in<br />

jedem Fall auch befolgt wird. Des weiteren werden viele dieser<br />

Krankheiten gar nicht entdeckt, weil kein Arztbesuch stattfindet<br />

(bewusst o<strong>der</strong> unbewusst bei Fehlen <strong>der</strong> Wahrnehmung <strong>der</strong><br />

Krankheit). Deshalb:<br />

Realisierungsgrad = 10 %<br />

Beachtungsgrad 5 [d] Die meisten Lenker, die aufgrund <strong>eine</strong>s ärztlichen Attestes vorübergehend<br />

o<strong>der</strong> dauerhaft kein Motorfahrzeug lenken dürfen,<br />

halten sich an die Weisung. Deshalb:<br />

Beachtungsgrad = 80 %<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen BASt-Bericht M 65 (1996), Sehstörungen als Unfallursache.<br />

Lachenmayr, B.2)<br />

BASt-Bericht 65 (1988), Kongressbericht <strong>der</strong> Deutschen Gesellschaft<br />

<strong>für</strong> Verkehrmedizin. Krankheit und Verkehrssicherheit,<br />

Staak, M & Berghaus, G., S. 13-19.<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 17/S. 2


Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

NEIN; besser als <strong>eine</strong> Meldepflicht (als reaktives Tätigwerden)<br />

wäre die obligatorische, regelmässige Kontrolle beim Vertrauensarzt/Psychologen<br />

hinsichtlich Fahrfähigkeit (siehe Massnahmen<br />

K 17 und K 18)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 17/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme N 18<br />

Verkehrstechnische Massnahmen gegen<br />

Geisterfahrer<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Das Problem <strong>der</strong> Geisterfahrer ist selten aber gravierend und<br />

spektakulär. Risikofaktoren sind Alter, Alkohol und mangelhafte<br />

verkehrstechnische Ausgestaltung. Am erfolgversprechendsten<br />

dürften verkehrstechnische Massnahmen sein.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Geisterfahrer verursachen nur <strong>eine</strong>n geringen Teil <strong>der</strong> Unfälle<br />

auf Autobahnen. Eine holländische Studie kommt zu dem<br />

Schluss, dass lediglich 0.1% <strong>der</strong> Autobahnunfälle auf Geisterfahrer<br />

zurückzuführen sind (Blokpoel et al., 1998). In Österreich<br />

wird <strong>eine</strong> Zahl von 0.4% <strong>der</strong> Autobahnunfälle genannt (Robatsch,<br />

2000). Gleichzeitig jedoch sind die verursachten Unfälle<br />

häufig schwer.<br />

In <strong>der</strong> Schweiz gab es im Jahr 2000 k<strong>eine</strong>n Getöteten bei Unfällen<br />

mit Geisterfahrern. In an<strong>der</strong>en Jahren liegt die Quote bei ein<br />

bis zwei Getötete. Schwerverletzte gab es im Jahr 2000 drei,<br />

Leichtverletzte 17.<br />

Geisterfahrten entstehen je rund zur Hälfte weil ein Lenker falsch<br />

in <strong>eine</strong> Autobahn hineingefahren ist o<strong>der</strong> weil er auf <strong>der</strong> Autobahn<br />

gewendet hat – inkl. Wendemanöver an Raststätten (De<br />

Niet & Blokpoel), 2000).<br />

Nachts steigt <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> Unfälle mit Geisterfahrern im Vergleich<br />

zu tagsüber an. Der Anteil <strong>der</strong> Lenker über 55 Jahren ist<br />

erhöht und auch Alkoholkonsum scheint <strong>eine</strong> wichtige Rolle zu<br />

spielen.<br />

Als Gegenmassnahmen werden verbesserte Signalisation, verän<strong>der</strong>tes<br />

Design von Kreuzungen und Rampen sowie die Reduktion<br />

<strong>der</strong> Alkoholfahrten empfohlen. Eine weitere Möglichkeit ist<br />

die Installation von sogenannten Krallen, die dem Falschfahrer<br />

bei <strong>der</strong> Auffahrt auf die Autobahn die Reifen aufschlitzen. Das<br />

KfV rät jedoch davon ab, da die hohen Kosten (ca. 40'000 DM)<br />

in k<strong>eine</strong>m Verhältnis zur Unfallreduktion stehen.<br />

Bei rund 300 Autobahnauffahrten in <strong>der</strong> Schweiz käme es zu<br />

Kosten von rund 12 Millionen Franken.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2010<br />

Erfahrungen –<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 18/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

Betroffene Unfälle 1 Im Jahr 2000: 3 Schwerverletzte, 17 Leichtverletzte<br />

Wirkungsbereich 2 [a] 50%<br />

Wirksamkeit 3 [b] 100% (v. a. durch die Kralle)<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] 100%<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 100%<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Blokpoel, A., Braimaister, L. & Tromp, J.P.M. (1998), Wrong-way<br />

drivers on motorways. Part I: The extent and development of<br />

the number of wrong-way drivers, and the road accidents and<br />

road casualties involving wrong-way drivers prior to the end<br />

of 1996. SWOV Report R-98-33 I<br />

De Niet, M. & Blokpoel, A. (2000), Heading in the wrong direction:<br />

descriptive research on wrong-way driving on Dutch motorways:<br />

background, causes, liabilities and measures.<br />

SWOV Report D-2000-6<br />

Robatsch, K. (2000), Untersuchung zur Verhin<strong>der</strong>ung von Geisterfahrten.<br />

Forschungsarbeiten aus dem Verkehrswesen.<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

Nein – zu geringes Unfallpotential<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 18/S. 2


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme N 19<br />

Zulassung von Frontbremsleuchten<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Das Anbringen <strong>eine</strong>r Frontbremsleuchte soll zugelassen werden.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Das Anbringen <strong>eine</strong>r Frontbremsleuchte bei allen Fahrzeugen<br />

soll zugelassen werden. Frontbremsleuchten ermöglichen den<br />

Verkehrsteilnehmern ein frühzeitiges Einschätzen von Verkehrssituationen.<br />

Diese Bremsleuchte ist <strong>für</strong> an<strong>der</strong>e gut erkennbar<br />

und kann sowohl im Scheibenbereich, an den Seitenrückspiegeln,<br />

am Chassis o<strong>der</strong> in die Frontlampen integriert angebracht<br />

werden. Die Leuchtstärke entspricht den Normen <strong>der</strong> Bremsleuchten<br />

hinten. Die Bremsleuchte kann mit <strong>eine</strong>m Temporegler<br />

verbunden sein, damit die Funktion erst unterhalb <strong>eine</strong>r bestimmten<br />

Geschwindigkeit aktiviert wird. Ferner kann die Frontbremsleuchte<br />

auch blinkend sein, z. B. schnell blinkend bei<br />

schneller Fahrt, langsam blinkend bei langsamer Fahrt, Dauerlicht<br />

bei Stillstand.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � Autoimporteure<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2015<br />

Erfahrungen Es gibt k<strong>eine</strong> Erfahrungen, da die Frontbremsleuchte <strong>eine</strong> Weltneuheit<br />

ist und das Patent erst Ende Februar 2001 angemeldet<br />

wurde.<br />

Nachfolgend werden deshalb einige Annahmen gemacht: Die<br />

Frontbremsleuchte erzielt vermutlich bei den Auffahrunfällen<br />

<strong>eine</strong>n Teil s<strong>eine</strong>r Wirkung, und zwar dadurch, dass <strong>der</strong> Lenker<br />

des letzten in <strong>eine</strong>r Kolonne stehenden o<strong>der</strong> langsam fahrenden<br />

Auto im Rückspiegel feststellen kann, ob ein nahendes Fahrzeug<br />

die Kolonne wahrgenommen hat und bremst. Wenn nicht, ist<br />

immer noch ein Ausweichen/Wegfahren des letzten Autos möglich,<br />

allerdings auch nur, wenn genügend Abstand zum Vor<strong>der</strong>fahrzeug<br />

besteht. Solches Verhalten benötigt jedoch einiges an<br />

Aneignung neuer Verhaltensweisen (Beobachten des aufschliessenden<br />

Verkehrs, Abstandhalten zum Vor<strong>der</strong>fahrzeug, rechtzeitiges<br />

Reagieren). Es wird geschätzt, dass durch solche Verhaltensweisen<br />

zur Vermeidung von Auffahrunfällen nur sehr wenige<br />

Verunfallte/Getötete verhin<strong>der</strong>t werden können (1 %, wenn alle<br />

Fahrzeuge mit dem System ausgerüstet wären).<br />

Hinsichtlich <strong>der</strong> Fussgängerunfälle ist Folgendes zu sagen:<br />

Wenn sich die Fussgänger anpassen und die Strasse nie überqueren,<br />

wenn die Frontbremsleuchte <strong>eine</strong>s herannahenden<br />

Fahrzeugs nicht leuchtet, wäre von <strong>eine</strong>m 100 % wirksamen<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 19/S. 1


Berechnung des Theoretischen<br />

Rettungspotenzials<br />

System zu sprechen. Allerdings ereignen sich wohl die wenigsten<br />

Fussgängerunfälle wegen falscher Einschätzung <strong>der</strong> Geschwindigkeit<br />

herannahen<strong>der</strong> Fahrzeuge, son<strong>der</strong>n wegen Unaufmerksamkeit<br />

und Springens auf die Strasse. In <strong>der</strong> erwähnten<br />

Hinsicht liegt jedoch kein Zahlenmaterial vor und die Mängel/Einflüsse<br />

als tatsächliche Unfallursache sind sehr unzuverlässig.<br />

Das falsche Einschätzen von Distanz und Geschwindigkeit<br />

nahen<strong>der</strong> Fahrzeuge beschränkt sich aber als Hauptproblem<br />

auf jeden Fall auf Kin<strong>der</strong> und Senioren.<br />

Bei diesem System besteht die Gefahr, dass das Aufleuchten<br />

<strong>der</strong> Frontbremsleuchte falsch interpretiert werden kann, weil trotz<br />

leichtem Bremsen o<strong>der</strong> auch nur Antippen <strong>der</strong> Bremsen <strong>der</strong><br />

Fussgänger davon ausgeht, dass <strong>der</strong> Lenker anhalten wird/will,<br />

obwohl dies gar nicht <strong>der</strong> Fall ist. Deshalb wird empfohlen, dass<br />

das System erst unter 30 km/h aktiviert werden kann, wenn die<br />

Auswirkungen <strong>eine</strong>r Fehlinterpretation nicht mehr so gravierend<br />

sind. Zudem wird beim Ausbleiben des Aufleuchtens signalisiert:<br />

'Nicht gehen, das herannahende Fahrzeug ist noch zu schnell'!<br />

Insgesamt wird geschätzt, dass sich etwa 3 % <strong>der</strong> Fussgängerverunfallten<br />

vermeiden lassen (falls alle Fahrzeuge mit Frontbremsleuchten<br />

ausgerüstet sind sowie unter Einrechnung von<br />

Kompensationseffekten).<br />

Die Erfin<strong>der</strong> des Systems sehen noch <strong>eine</strong>n zusätzlichen Sicherheitseffekt<br />

auch bei entgegenkommenden Fahrzeugen, weil<br />

ersichtlich ist, wie sich dieses verhält, z. B. beim Abbiegen. Hier<br />

dürfte <strong>der</strong> Sicherheitsgewinn jedoch sehr gering sein, d. h. im<br />

Moment, wo das System noch nicht obligatorisch ist, gar vernachlässigbar.<br />

Betroffene Unfälle 1 Unfalltypen FG und Auffahrunfall, Verunfallte (2000)<br />

Fussgänger (FG)<br />

Verletzte BFS 2785<br />

(14 ANDERE, 30 PW, 89 MR, 9 MOFA, 74 FR, 2569 FG)<br />

Getötete BFS 122<br />

(120 FG, 1 FR, 1 PW)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer<br />

Verletzte 7760<br />

(71 ANDERE, 78 PW, 294 MR, 39 MOFA, 599 FR, 6679 FG)<br />

Getötete 122<br />

(120 FG, 1 FR, 1 PW)<br />

Auffahrunfall (A)<br />

Verletzte BFS 6617<br />

(209 ANDERE, 5632 PW, 510 MR, 62 MOFA, 188 FR, 16 FG)<br />

Getötete BFS 13<br />

(3 ANDERE, 7 PW, 2 MR, 1 FR)<br />

Nach Hochrechnung mit Dunkelziffer<br />

Verletzte 19224<br />

(209 ANDERE, 5632 PW, 510 MR, 62 MOFA, 188 FR, 16 FG)<br />

Getötete 13<br />

(3 ANDERE, 7 PW, 2 MR, 1 FR)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 19/S. 2


Wirkungsbereich 2 [a] 100 %, da Massnahme vollständig neu und niemand mit <strong>eine</strong>r<br />

Frontbremsleuchte unterwegs ist.<br />

Wirksamkeit 3 [b] 100 % bei den Fussgängerunfällen, 50 % bei den Auffahrunfällen<br />

(das ist <strong>eine</strong> nicht begründbare Annahme!)<br />

Bestimmung <strong>der</strong> Ausschöpfung<br />

(des theoret. Rettungspotenzials)<br />

Realisierungsgrad 4 [c] Das System wird auf Ablehnung stossen, weil die Autofahrer in<br />

<strong>der</strong> Regel fast alles ablehnen, was v. a. den an<strong>der</strong>en etwas<br />

bringt, <strong>eine</strong>m selber aber eher wenig. Deshalb: 10 % (etwa die<br />

gleichen, die freiwillig mit Tagesfahrlicht unterwegs sind)<br />

Beachtungsgrad 5 [d] 1 % bei den Auffahrunfällen<br />

3 % bei den Fussgängerunfällen<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Imhof Mario: Frontstop; Medienmitteilung, 6. März 2001<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

Nein<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 19/S. 3


Schweizerische<br />

Beratungsstelle<br />

<strong>für</strong> Unfallverhütung<br />

Massnahme N 20<br />

Trajectory Control anstatt punktuelle Geschwindigkeitskontrollen<br />

auf Autobahnen<br />

Beschreibung <strong>der</strong> Massnahme Geschwindigkeitsmessungen werden bis anhin punktuell vorgenommen,<br />

d. h. es wird die Geschwindigkeit <strong>eine</strong>s Fahrzeugs<br />

lediglich an <strong>eine</strong>m bestimmten Punkt vorgenommen. Trajectory<br />

control (übersetzt: Flugbahnkontrolle) hingegen ermittelt die<br />

Durchschnittsgeschwindigkeit auf <strong>eine</strong>m Streckenabschnitt.<br />

Detailbeschreibung<br />

VESIPO<br />

Exakte Ausformulierung Die Geschwindigkeitskontrollen, die an <strong>eine</strong>m Punkt vorgenommen<br />

werden, sind nicht repräsentativ <strong>für</strong> das Geschwindigkeitsverhalten<br />

<strong>der</strong> Lenker. Die trajectory control lässt möglicherweise<br />

präzisere Aussagen zu. Ansch<strong>eine</strong>nd werden trajectory controls<br />

fest installiert und nicht mobil.<br />

Beteiligte � Bund � Tiefbauämter<br />

� Kanton � Polizei<br />

� Gemeinde � Versicherungen<br />

� Exekutive � Schulen<br />

� Legislative � Experten (z. B. Ingenieure)<br />

� ASTRA � Fachstellen (z. B. bfu, VSR)<br />

� Strassenverkehrsämter � ...<br />

Zeithorizont (Start und Ende) initiiert bis: � 2005<br />

� 2010<br />

� 2020<br />

realisiert bis: 2020<br />

Erfahrungen Malenstein (1998) beschreibt die Anwendung <strong>der</strong> trajectory control<br />

auf <strong>eine</strong>r drei Kilometer langen Strecke. Dabei werden die<br />

Bil<strong>der</strong> automatisch erstellt und verarbeitet.<br />

In <strong>eine</strong>m verwandten Vorgehen (Continuous Applied Speed Enforcement)<br />

wurde die Überschreitung <strong>der</strong> Geschwindigkeitslimiten<br />

von 35 auf 3% gesenkt (Malenstein, 1999).<br />

Offene Fragen –<br />

Literatur, an<strong>der</strong>e Quellen Malenstein, J. (1998), Automated video speed enforcement and<br />

trajectory control combined with fully automated processing.<br />

Towards the new horizon together. Proceedings of the 5th<br />

world congress on intelligent transport systems, October<br />

12th–16th 1998, Seoul, Korea<br />

Malenstein, J. (1999), Effects and acceptance of enforcement.<br />

ITS in Europe '99 Congress and exhibition, Proceedings, S.<br />

8.<br />

Entscheid:<br />

Weiterverfolgen ja/nein<br />

Nein (zu grosser Aufwand im Verhältnis, geringer Nutzen)<br />

Massnahmenbeurteilung VESIPO 2001 N 20/S. 1

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