Jahresbericht 2012 - WWF Schweiz

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Jahresbericht 2012 - WWF Schweiz

Jahresbericht 2012

WWF Schweiz


TiTelseiTe: © sTaffan WidsTrand / WWf

Inhalt

WWF-Arbeit 2012

Fokusregionen 4

Biodiversität 6

Fussabdruck 12

Partnerschaften

Stiftungen 18

Firmen 20

Partner 22

Finanzen

Zahlen 24

Der WWF

Organigramm WWF Schweiz 26

Geschäftsleitung/Stiftungsrat 27

Zertifizierungen 27


Editorial

Editorial

von Thomas

Vellacott

Der CEO des WWF Schweiz

blickt auf das Geschäftsjahr 2012

zurück.

Viele Wege führen nach Rom. Und zu mehr Wirkung im Umweltbereich: Manchmal ist

Druck das richtige Mittel. Manchmal ist es Kooperation, und in anderen Fällen führen

Innovationen zum Ziel.

Welchen Weg wir auch wählen: Der WWF sucht immer zuerst den Dialog. Und daran halten

wir auch weiterhin fest, selbst wenn wir für diese Haltung ab und zu kritisiert werden. Das

nehmen wir in Kauf, solange der Ertrag stimmt – in Form von mehr Nachhaltigkeit.

Die Hauptschwerpunkte unserer Arbeit bleiben der globale Kampf gegen die Klima-

erwärmung, der Erhalt der Biodiversität sowie der sparsame Umgang mit den Ressourcen.

Es gilt, neben der Feldarbeit und der Zusammenarbeit mit Unternehmen auch die

politischen Rahmenbedingungen zu verbessern. In der Schweizer Energiepolitik werden

jetzt die Weichen für die kommenden 50 Jahre gestellt. Hier braucht es klare Ziele und

Lenkungsmechanismen. In dieser Debatte engagiert sich der WWF stark, denn wir müssen

jetzt die Chance nutzen, um von Atomstrom und fossilen Energien wegzukommen.

Für Erfolge braucht es starke Koalitionen – mit Freiwilligen, der lokalen Bevölkerung, mit

Regierungen, Firmen und anderen NGOs. Nur so stellen sich Erfolge ein. Eine Auswahl

finden Sie auf den folgenden Seiten. Alle unsere Projekte haben eines gemeinsam: Sie

bringen uns unserem grossen Ziel einen Schritt näher – eine Zukunft zu gestalten, in der

Mensch und Natur in Harmonie miteinander leben.

Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 3


Fokusregionen

Darauf konzentriert sich der WWF Schweiz

Der WWF kann nicht überall aktiv werden. Deshalb hat

er weltweit Regionen ausgewählt, die verschiedene Öko-

systeme vertreten, in denen die Artenvielfalt besonders

Mehr zur Arbeit und den Ergebnissen auf wwf.ch/projekte.

1 Amazonas

Das Kronjuwel unter den Tropenwäldern: Im Amazonas-

Regenwald entdecken Forscher im Schnitt alle drei Tage

eine neue Art. Allmählich erkennt die Menschheit auch

dessen Bedeutung für das gesamte Weltklima.

2 Atlantikwald

Früher war der Atlantikwald ein grünes Band entlang der

brasilianischen Küste bis ins Landesinnere von Paraguay

und Argentinien. Heute sind bereits grosse Flächen gerodet,

um darauf Soja anzubauen.

3 Madagaskar

Die Wälder auf der Insel Madagaskar werden massiv

übernutzt. Das ist eine Gefahr für die rund 4000 Baumund

über 100 Vogelarten, die nirgendwo sonst auf der

Welt leben.

stark zurückgeht und damit der Handlungsbedarf am

grössten ist. Der WWF Schweiz konzentriert sich auf

folgende Regionen.

4 Alpen

Die Schweiz, Österreich, Deutschland, Frankreich und

Italien arbeiten beim WWF-Alpenprogramm zusammen,

um Naturschutz und Nutzungsansprüche unter

einen Hut zu bringen.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 4

1

2


5 Kaukasus

Der Kaukasus ist eine Region der ökologischen Rekorde:

Über 100 verschiedene Landschaften und mehr als 7800

Arten gibt es hier. Viele Pflanzen und Tiere sind aber

bedroht, darunter der Kaukasische Leopard und die

Streifenhyäne.

4

7

7 Ostafrika

5

Fisch, Holz, Öl, Gas und metallische Rohstoffe sind

bedeutende Ressourcen der Küstenregion Ostafrikas.

Doch von einer nachhaltigen Bewirtschaftung ist die

Region weit entfernt. Es braucht verantwortungsvolle,

legale und sozialverträgliche Nutzungen.

3

6

6 Mekong

8

8 Korallendreieck

Fokusregionen

Geplante Staudamm-Projekte entlang des Mekong-

Flusses könnten schon bald die gesamte Flussökologie

stören. Riesenwelse und Flussdelfine, aber auch der

Reisanbau von Millionen von Menschen ist bedroht.

Das Korallendreieck in Südostasien beherbergt auf sechs

Millionen Quadratkilometern einen riesigen Artenreichtum,

der geschützt werden muss. Davon profitieren auch

120 Millionen Menschen, deren Lebensgrundlage von

dieser Unterwasserwelt direkt abhängt.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 5


Biodiversität

Die Natur ist die beste Apotheke: Die in Paraguays

Wäldern wachsende Passionsfrucht wirkt blutdrucksenkend,

hilft gegen Schlafstörungen und löscht den

Durst. Blätter und Stängel können frisch oder getrocknet

zu Tee aufgegossen werden.

So wie die Passionsfrucht ist jede Pflanzen- und Tierart

auf der Erde wichtig. Sowohl direkt für das lokale

Ökosystem als auch indirekt für den Menschen.

Der Rückgang der Biodiversität ist deshalb auch eine

Gefahr für unser Überleben. Der WWF setzt sich dafür

ein, die Vielfalt weltweit zu erhalten.


© PeTe OXfOrd / Minden PiCTUres / flPa


Biodiversität

10 %

höhere

Einkünfte

Zitrusfrüchte statt Soja:

Die Bauern in Paraguay

profitieren davon, wenn sie

keinen Wald mehr roden.

Schutz für

den Wald in

Paraguay

Für den Wald in Paraguay wird es

eng. Riesige Flächen wurden bereits

gerodet, um darauf Soja anzubauen.

Der WWF zeigt den Bauern, dass es

auch lukrative Alternativen gibt.

Paraguay stand bis 2004 auf Platz zwei einer unrühmlichen Rangliste: der weltweiten

Entwaldungsstatistik. Nur in Bangladesch wurde noch mehr Wald gerodet als in Paraguay.

Fast der ganze Südosten des Landes war damals bereits entwaldet, um auf den neu

gewonnenen Flächen Soja anzubauen. Damit verschwand Lebensraum für viele Tier- und

Pflanzenarten.

Erst eine WWF-Kampagne hielt diese Entwicklung auf. Das Parlament beschloss ein zwei

Jahre dauerndes Rodungsmoratorium. In den Monaten danach sank die Entwaldungsrate

um 85 Prozent. Dank des anhaltenden Engagements des WWF wurde das Moratorium

zwei Mal verlängert. Es gilt nun bis Ende 2013.

Das Moratorium alleine reicht aber nicht aus, um den Wald zu retten. Auch die Bevölkerung

muss mitziehen. Deshalb arbeitet der WWF direkt mit den Bauern zusammen und zeigt

ihnen, dass es auch ohne weitere Rodungen geht. Alleine im letzten Jahr lehrte er 200

Bauern, wie sie ihre Produktion steigern und auf andere Pflanzen umsteigen können.

Mit dem Anbau von Passions- und Zitrusfrüchten, Wassermelonen, Mate und anderen

Produkten konnten 164 Kleinproduzenten aus den Distrikten Ñacunday und Tavapy ihre

jährlichen Einkünfte um zehn Prozent steigern. Das höhere Einkommen sowie der Anbau

verschiedener Pflanzen verhindert, dass die Bauern gezwungen sind, den Soja-Anbau

auszuweiten und weiter Wald roden.

Auch beim Wiederaufforsten hilft der WWF mit. In Paraguay ist die Vergrösserung der

Waldfläche heute zwar gesetzlich vorgeschrieben, die lokalen Autoritäten haben aber

oft keine Kenntnis von den Bestimmungen. Der WWF unterstützt sie deshalb bei deren

Einforderung. Im Einzugsgebiet des Flusses Ñacunday haben 120 Kleinbauern bereits

mehr als 800 Hektaren Wald wieder aufgeforstet oder Anbauflächen brachgelegt.

Mit Hilfe des WWF ziehen Gemeinden in Baumschulen zudem Setzlinge für Frucht-

bäume heran, welche die Bauern kostenlos oder zu einem kleinen Preis beziehen können.

Mehrere Fruchtsaft-Unternehmen geben den Bauern technische Unterstützung und

nehmen ihnen die Ernte ab.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 8


125 Lager

WWF-Lager für Kinder

und Jugendliche sind ein

nachhaltiges Erlebnis.

Dank WWF-Engagement

gesetzlich verankert: Der

Machakhela-Nationalpark

in Georgien.

Gemeinsam die Natur entdecken

Biodiversität

Die WWF-Lager für Kinder und Jugendliche werden immer beliebter. Im vergangenen

Jahr konnten 125 Lager durchgeführt werden, das sind 50 mehr als im Vorjahr. Innerhalb

der letzten fünf Jahre hat sich die jährliche Teilnehmerzahl verdoppelt. Damit

die Lager durchgeführt werden können, ist der WWF auf viele Leiterinnen und Leiter

angewiesen. «Der Erfolg unserer Lager ist mehrheitlich den Leiterinnen und Leitern

zu verdanken», sagt Paula Borer, Verantwortliche des WWF-Lagerprogramms. «Ohne

sie, die viele Stunden ihrer Freizeit investieren, könnten wir diese Erlebniswochen gar

nicht anbieten.»

Damit die Leiter selber gut vorbereitet sind, hat der WWF das Aus- und Weiterbildungsprogramm

ausgebaut. Mit Kursen zu den Themen Sicherheit, Natur- und Lagerpädagogik

stellt er sicher, dass die Lager für alle zum Erlebnis werden.

Grenzüberschreitende Reservate für den Kaukasus

Der Kaukasus ist eine ökologische Schatzkammer. In den über 100 verschiedenen Landschaftstypen

dieser Region leben viele seltene Tier- und Pflanzenarten, darunter kaukasische

Salamander, Wildziegen und seltene Rhododendron-Arten. Ohne Schutzmassnahmen

könnten diese ursprünglichen Lebensräume aber bald verschwinden. «Aus Armut

ist die Landbevölkerung dazu gezwungen, Wald zu roden und Wildtiere zu jagen», sagt

WWF-Projektkoordinatorin Valerie Künzle. «Auch Gas- und Ölpipelines, Staudämme

und immer häufiger auch Bergbauprojekte bringen die Natur in Bedrängnis.»

Der WWF engagiert sich seit bald zwanzig Jahren für mehr Schutzgebiete – mit Erfolg.

Das grenzüberschreitende Netzwerk von Reservaten und Wildkorridoren ist heute bereits

1,3-mal so gross wie die Schweiz. Wichtig ist dabei vor allem, dass auch die Bevölkerung

von den Projekten profitiert. Die Einheimischen werden deshalb auch beim neuesten

Reservat, dem Machakhela-Nationalpark im Grenzgebiet zwischen Georgien und der

Türkei, mit einbezogen. Seit fünf Jahren setzt sich der WWF für das 8733 Hektaren grosse

Gebiet ein. Nun ist der Park im georgischen Gesetz verankert.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 9

© aUrel Heidelberg / WWf deUTsCHland


Biodiversität

35 Bären

Willkommen

zu Hause

Im italienischen

Trentino erholen sich die

Bärenbestände.

Der Bär kehrt in die Alpen zurück.

Überlebenschancen hat er aber nur,

wenn es zwischen Mensch und Tier

möglichst wenig Konflikte gibt.

Deshalb unterstützt der WWF das

Projekt «Ursina».

Vor über 100 Jahren wurde der Bär in der Schweiz ausgerottet. Seither hat sich der Mensch

an ein Leben ohne das Grossraubtier gewöhnt. In Italien erholen sich die Bestände nun

wieder langsam – und einige männliche Jungtiere wagen sich auch über die Schweizer

Grenze. In besiedelten Gebieten führte dies zu Konflikten. Angesichts der langen Zeit, in

welcher der Mensch ohne den Bären lebte, ist das nicht erstaunlich. Doch damit der Bär

im Dreiländereck Italien, Österreich und Schweiz wieder heimisch werden kann, braucht

es Lösungen für das Zusammenleben. «Das Überleben der Bären ist noch keineswegs

gesichert», sagt WWF-Expertin Joanna Schönenberger.

Deshalb entwickelte der WWF im rhätischen Dreieck das Projekt «Ursina». Es beinhaltet

unter anderem Abfallkübel, an denen sich selbst ein Bär die Zähne ausbeisst. Über 300

Stück wurden bereits aufgestellt, vor allem im Kanton Graubünden und im Trentino, wo

gegenwärtig rund 35 Bären leben.

Um Bären von Siedlungen fernzuhalten, braucht es aber auch die Hilfe der Bevölkerung.

Mit ersten Gemeinden setzte der WWF ein neues Abfallkonzept um, mit dem sich

Haushaltsabfälle und Kompost bärensicher lagern lassen.

Bei Bauern und Imkern im Unterengadin, im Val Müstair, im Südtirol und im Nordtirol

förderte der WWF zudem den Einsatz von Elektrozäunen. So kann sich der Bär nicht

mehr über Bienenhäuser hermachen.

Um Bevölkerung und Touristen über die Rückkehrer zu informieren, entstanden im Val

Müstair und in S-charl sechs Bärenwege. Darauf erfahren die Benutzer viel Wissenswertes

über den Bären und erhalten Tipps, wie sie sich verhalten müssen, falls sie tatsächlich

einmal einem Exemplar begegnen sollten. Den Tourismusbüros dienen die Bärenwege als

touristische Attraktion.

«Die Rückkehr des Bären zeigt deutlich: Es braucht den Einbezug und die Akzeptanz

aller Interessenvertreter, sowohl von den Kantonen als auch von Gemeinden, Tourismus,

Landwirtschaft, Jagd- und Forstwesen sowie von der Bevölkerung», sagt Schönenberger.

Nur so habe der Bär in den Alpen eine Chance.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 10


Für den Schutz des

Orang-Utans ging der

WWF in Indonesien

neue Wege.

Mit guten Argumenten gegen Bauprojekte am See

Biodiversität

Villen und Parkplätze statt einzigartiger Seenlandschaft: Die aargauische Gemeinde

Meisterschwanden wollte das Schutzdekret, dem der aargauische Teil des Hallwilersees

unterliegt, punktuell lockern. «Eine solche Änderung hätte einen Präzedenzfall geschaffen

und Lust auf mehr geweckt», sagt Tonja Zürcher, Geschäftsführerin WWF Aargau. «Dies

hätte das Ende des naturnahen Seeufers bedeutet. Es wäre Stück für Stück verschwunden.»

Zusammen mit anderen Umweltverbänden wehrte sich der WWF mit Briefen und

Argumentarien beim Kantonsparlament – mit Erfolg. Der Schutz des Hallwilersees wird

aufrechterhalten. Davon profitieren Anwohner, Besucher, kommende Generationen, und

nicht zuletzt viele Tier- und Pflanzenarten, die dort leben.

Ein Kompromiss für den Schutz des Orang-Utans

Manchmal braucht es einen guten Kompromiss, um etwas zu erreichen. So auch in

Indonesien, wo der WWF mit der Holzfirma PT Suka Jaya Makmur als Ergänzung zur

FSC-Zertifizierung einen neuartigen Managementplan ausarbeitete. Mit diesem Plan

sollen die über 600 Orang-Utans geschützt werden, die im Gebiet dieser Firma leben. Die

Vereinbarung erlaubt PT zwar die Bewirtschaftung des 171 000 Hektaren grossen Waldes,

setzt der Firma aber auch Grenzen. Futterbäume und Rückzugsgebiete der Affen müssen

geschützt werden. Zudem ist das Unternehmen verpflichtet, Patrouillen gegen Wilderer

einzusetzen.

Für den Schutz der weltweit bedrohten Affenart ist dieses Projekt ein wichtiges

Vorzeigebeispiel und einmalig in Indonesien. Für den WWF ist es erst der Anfang: Um

den Lebensraum der Orang-Utans zu erhalten, braucht es weitere Firmen, die zusammen

mit dem WWF Bewirtschaftungspläne vereinbaren.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 11

© MiCHel TerreTTaz / WWf-CanOn


Macht Spargel

aus

Fussabdruck

Verschwendung macht nicht glücklich. Das belegt nicht

nur die Glücksforschung, sondern auch der «Happy

Planet Index». Er vergleicht Lebenszufriedenheit und

Anzahl Lebensjahre mit dem Fussabdruck, der jeder

einzelne hinterlässt. Die Glücks-Forschung macht

deutlich, dass die zufriedensten Menschen all jene

sind, die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen

und achtsam mit der Umwelt und ihren Bewohnern

umgehen.

ex


Mexiko Ihr Leben

otischer?

Bewusst leben macht glücklich:

wwf.ch/gluecks-experiment

© sPinas CiVil VOiCes


Fussabdruck

Einsatz unter

Wasser

Hängen nicht mehr am

Haken: Neue Fangmethoden

schützen die Meeresschildkröten.

Meere regulieren das Klima,

speichern CO2, sind Lebensraum

für Tausende von Arten und

Nahrungsgrundlage für Millionen

von Menschen. Der WWF setzt sich

gegen ihre Ausbeutung ein – so etwa

im Korallendreieck in Südostasien.

Das Korallendreieck in Südostasien ist eine beeindruckende Unterwasserwelt. 76 Pro-

zent aller bekannten Korallenarten sind hier zu finden. Mindestens 27 verschiedene

Meeressäugetiere, mehr als 2000 Riff-Fische und sechs der sieben Meeresschildkröten

leben in diesem Gebiet. Klimaerwärmung, Rohstoffförderung, Überfischung, Verschmutzung

und andere menschgemachte Gefahren bringen diesen einzigartigen

Lebensraum aber zunehmend in Bedrängnis. In den letzten vierzig Jahren sind bereits

40 Prozent der Riffe verschwunden.

In einigen Gebieten hat auch die Zahl der nistenden Meeresschildkröten um über

90 Prozent abgenommen. Viele sterben als Beifang in Netzen und an Haken, die eigentlich

für den kommerziellen Fischfang – etwa für Thunfische – ausgeworfen wurden. Der WWF

motiviert Fischer deshalb, nur noch Langleinen mit Rundhaken statt mit J-Haken zu

verwenden. Runde Haken können von den Schildkröten nicht verschluckt werden.

Schon mehreren Hundert Schildkröten konnte so das Leben gerettet werden. Auch mit

Rundhaken werden zwar gelegentlich noch welche gefangen, doch es sind deutlich weniger.

Zudem können sie befreit werden, ohne dass sie ernsthafte Verletzungen davontragen.

Zahlreiche Fischer haben sich von den WWF-Argumenten überzeugen lassen und ziehen

nun mit Rundhaken aufs Meer hinaus. Über 100 Boote wurden umgerüstet. Erfreulich

ist, dass auch ein Grossunternehmen mitzieht. In den kommenden Jahren will der WWF

noch mehr Fischer und Fischereiunternehmen zur Umstellung bewegen.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 14

© JÜrgen freUnd / WWf-CanOn


Wer mit der Ökostrom-

Vignette unterwegs ist,

fährt ausschliesslich mit

erneuerbaren Energien.

33 Finanz-

fachleute

Investment-Experten

lernen im WWF-Kurs den

Blick fürs Wesentliche.

Für wirklich umweltfreundliche Mobilität

Autos, Motorräder, Scooter und Velos mit Elektroantrieb haben eine grosse Zukunft vor

sich. Sie sind energieeffizient, geräuscharm und stossen im Betrieb keine Schadstoffe aus.

«Wirklich nachhaltig sind die Fahrzeuge aber erst dann, wenn auch der Strom, mit

dem sie betrieben werden, aus ökologischen Quellen stammt», sagt WWF-Projektleiter

Elmar Grosse Ruse. Der Schweizer Strommix bietet das leider nicht, weil darin immer

noch Atomstrom und importierter Strom aus fossilen Energien steckt. Zusammen mit

engagierten Partnern brachte der WWF deshalb die Ökostrom-Vignette auf den Markt.

Wer sie kauft, fährt nur noch mit erneuerbaren Energien. Denn die Vignette garantiert,

dass für den Wert der Etikette die entsprechende Menge Ökostrom nach den Kriterien des

«naturemade star»-Labels produziert und ins Netz eingespeist wird.

Nachhaltigkeit im Finanzsektor

Fussabdruck

Kadermitarbeitende und Investmentspezialisten bei Banken, Versicherungen und

Pensionskassen tragen eine grosse Verantwortung. Sie entscheiden, wie ökologisch

und sozial die Geschäftspraxis ihrer Firma ist. Sie haben es in der Hand, bestehende

Geschäftsmodelle zu hinterfragen, neue Werte zu definieren und für ein ethisches,

ökologisches und wirtschaftlich nachhaltiges Verhalten von Finanzinstitutionen zu

sorgen.

Für diese Entscheidungsträger gibt es seit 2011 den Zertifikatskurs «Leaders for Sustain-

able Finance» des Bildungszentrums WWF. Projektleiterin Amandine Favier ist stolz

auf das Projekt. «Es ist der erste Lehrgang dieser Art in der Schweiz.» Die ersten 33

Kaderleute, die unseren Kurs besuchten, haben die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Sie können das neu erworbene Wissen nun in ihren Firmen umsetzen.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 15


Fussabdruck

Mit Eigen-

initiative aus der

Atomkraft

15 Projekte

In den WWF-Energiewende-Kursen

entsteht

Konkretes, um vom Atomstrom

wegzukommen.

Dass der Bund den Atomausstieg

beschlossen hat, ist positiv. Doch

reicht dieser Entscheid nicht aus,

um die Energiewende zu schaffen.

Sie muss auch in den Gemeinden

vollzogen werden.

Energiepolitik wird zwar in Bern gemacht. Die Gemeinden haben bei diesem Thema

aber ebenfalls viel zu bestimmen: Entweder sie fördern energetische Sanierungen und

erneuerbare Energien, beraten die Haushalte und geben ein gutes Vorbild ab – oder eben

nicht.

Weil abwarten in diesem Fall keine Lösung ist, hat der WWF das Energiewende-Projekt

lanciert. Er zeigt interessierten Behördenvertretern und Privaten, was hinsichtlich

erneuerbarer Energien alles möglich ist und wie sie die Energiewende in ihrer Gemeinde

vorantreiben können.

Im zweitägigen Fachkurs «Erneuern Sie Ihre Gemeinde» werden die Teilnehmenden

mit den wichtigsten Grundlagen zur Energiewende vertraut gemacht und erhalten Ratschläge

für das eigene Engagement.

Abwarten war auch für Alex Inderkum aus Schattdorf im Kanton Uri keine Lösung.

Inderkum ist SP-Landrat und sitzt in seiner Gemeinde in der Umweltschutzkommission.

Für ihn war klar: Schattdorf soll in Sachen Energie ein Vorbild werden und das Label

«Energiestadt» erhalten, einen Leistungsausweis für nachhaltige kommunale Energiepolitik.

Mit diesem Ziel fühlte er sich jedoch lange alleine.

Der Energiewende-Kurs änderte das. Dort holte er sich das nötige Fachwissen und viele

nützliche Kontakte, um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Zusammen mit den anderen

Mitgliedern der Umweltschutzkommission verfasste er daraufhin einen umfassenden

Bericht, wie Schattdorf das Ziel erreichen könnte. Was umgesetzt wird, entscheidet der

Gemeinderat.

Rund 30 Bürgerinnen und Bürger liessen sich im vergangenen Jahr vom WWF zum

«Energiewende-Manager» ausbilden. 15 konkrete Projekte sind daraus entstanden, die

nun realisiert und vom WWF begleitet werden. 2013 sind drei weitere Kurse geplant.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 16


60 kg Gemüse

15 kg Fische

Die Urban Farmers

produzieren mitten

in der Stadt.

Ein Gewinn für

Mensch und Natur:

Doppelt zertifizierter

Wald in Bolivien.

Anschub für einfallsreiche Jungunternehmer

Fussabdruck

Um mehr Wirkung im Umweltschutz zu erzielen, investiert der WWF in Innovation und

neue Lösungsansätze. Diese müssen schneller entwickelt und repliziert werden, damit sie

in die Breite wirken. Diesen Ansatz verfolgt auch die Hub Fellowship in Partnerschaft mit

dem WWF, indem es Jungunternehmer mit Business-Ideen unterstützt, die zur Lösung

eines ökologischen Problems beitragen. Urban Farmers gewannen im Jahr 2011 das

erste dieser Fellowships. Das Team produziert frischen Fisch und Gemüse, in der Stadt

und für die Stadt. Mit den lokal produzierten Lebensmitteln beliefert es Haushalte und

Gastrobetriebe und reduziert damit den CO2-Ausstoss. Drei Quadratmeter Urban Farm

genügen, um für eine Person pro Jahr 60 Kilogramm Salate, Kräuter und Frischgemüse

sowie 15 Kilogramm Fisch zu produzieren.

Urban Farmers wurde vom einer externen Jury ausgewählt und vom WWF mit einem

Arbeitsplatz im Hub und einer Anschubfinanzierung unterstützt. So trägt der WWF

ausserhalb seiner eigenen Strukturen zu Umweltwirkungen bei.

Faires Geschäft für Bauern und Umwelt

Bisher profitierte von der FSC-Zertifizierung eines Waldes hauptsächlich die Natur. In

Bolivien hat nun auch die Bevölkerung einen direkten Mehrwert. Weltweit wurde dort

erstmals ein Wald nach FSC- und gleichzeitig nach Fairtrade-Kriterien zertifiziert. Damit

erhalten die Bauern zweier Gemeinden der indigenen Quechua einen fairen Preis für ihre

nachhaltig produzierten Waldprodukte.

«So werden die Waldbesitzer für die schonende Nutzung belohnt», sagt Projektleiterin

Simone Stammbach. Dass die Bevölkerung nun auch von der Fairtrade-Zertifizierung

profitiert, ist wichtig, denn der Aufwand für ein FSC-Label ist – verglichen mit dem

direkten Nutzen für die Menschen – relativ hoch. Mit der Doppel-Zertifizierung verdienen

die Bauern deutlich mehr, können ihren Lebensstandard steigern und sind motiviert,

in weitere nachhaltige Geschäftsmodelle zu investieren. Das Projekt gelang dank einer

Zusammenarbeit mit der niederländischen Organisation ICCO.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 17

© sUPersTOCk


Partnerschaften

Stiftungen und

Legatgeber

Mit einem Mosaik von

Schutzgebieten den

brasilianischen

Regenwalds schützen.

Auch 2012 entschlossen sich

engagierte Personen, den WWF

in ihrem Letzten Willen zu

berücksichtigen. Stiftungen trugen

mit rund 2,3 Millionen Franken zu

den Umweltschutzprojekten bei.

Die Plattform des Vereins My Happy End (myhappyend.org) wurde auch letztes Jahr rege

besucht. Ziel des Vereins ist es, engagierte Personen zu informieren, wie sie sich über ihr

Leben hinaus für ihre ökologischen und sozialen Anliegen einsetzen können, indem sie

gezielt gemeinnützige Organisationen fördern. Der WWF ist Mitglied bei My Happy End

und hat zudem eine Fachperson, die für Erbschaftsfragen professionell und diskret zur

Verfügung steht.

Neben Legaten sind dem WWF auch von Stiftungen substanzielle Mittel zugeflossen.

Folgende Stiftungen möchten wir dankend hervorheben:

Die Erlenmeyer-Stiftung unterstützte im letzten Jahr zwei Projekte. In Kambodscha

schützten WWF-Mitarbeitende ein grosses Waldgebiet vor zerstörerischen menschlichen

Eingriffen. Findet der Tiger hier wieder seine Beutetiere vor, wird er sich vermutlich

auch wieder ansiedeln. Das zweite Projekt ist in Indonesien und auf den Fidschi-

Inseln angesiedelt. Dort laufen Aktivitäten zum Schutz des Lebensraums bedrohter

Meeresschildkröten. Der WWF will den unerlaubten Handel mit ihnen eindämmen.

Dank der Ernst Göhner Stiftung ist der WWF seiner Vision von einem «Lachs

Comeback» in der Schweiz einen Schritt näher gekommen. Fischereiaufseher sichteten

im Mai 2012 in der neuen Fischtreppe des Kraftwerks Rheinfelden zwei Lachse. Das

Wiederansiedlungsprojekt ist auf gutem Weg, doch gilt es weitere Hürden abzubauen,

damit der Lachs wieder heimisch wird.

Die gemeinnützige Stiftung Symphasis unterstützte im letzten Jahr ein Waldschutzund

ein Revitalisierungsprojekt. Dank des Symphasis-Fonds Protection des forêts

tropicales wurde die Unterstützung eines Projekts im südlichen Teil des brasilianischen

Amazonas fortgesetzt. Dabei kam der Waldschutz – der aufwändigste Teil – einen

wichtigen Schritt weiter. Beim zweiten Projekt leistete die Stiftung Symphasis Anschubfinanzierung

für Vernetzungs- und Revitalisierungsmassnahmen am aargauischen

Etzgerbach.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 18


Gewässer gehören

zu den artenreichsten

Lebensräumen der

Schweiz.

Die Nase, der Fisch mit

der markanten Kopfform,

ist bedroht. Der WWF

verbessert seine Lebensbedingungen.

Partnerschaften

Dank der Unterstützung von «Stellennetz Plus» durch die Margarethe und Rudolf

Gsell-Stiftung im Jahr 2011 erhielten 28 naturwissenschaftliche Hochschulabgänger

beim WWF die Möglichkeit, Berufserfahrung im Umweltbereich zu sammeln. Davon

profitiert auch der WWF, der viel Fachwissen gewinnt.

Der Entschluss, aus der Atomkraft auszusteigen, hat den Druck auf Schweizer Gewässer

stark erhöht. Den letzten ökologisch wertvollen, noch unverbauten Abschnitten droht für

eine minimale Energiegewinnung die Zerstörung durch zusätzliche Wasserkraftwerke.

Gegen diesen Trend und für das Einhalten der Gewässerschutzbestimmungen setzt sich

der WWF ein – dank Unterstützung der Mava-Stiftung.

Die Stammbach-Stiftung unterstützt den WWF bei Revitalisierungs- und Vernetzungs-

projekten, um die Lebensbedingungen der stark bedrohten Fischart Nase zu verbessern.

Von den Massnahmen profitieren auch viele andere Tier- und Pflanzenarten in und an

den Gewässern. Nicht zuletzt auch der Lachs, der aufgrund aus dem Weg geräumter

Hindernisse vermehrt zurück in die Schweiz findet.

An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei diesen und vielen weiteren, nicht genannten

Unterstützern für ihr wertvolles Engagement.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 19

© andreas HarTl/OkaPia


Partnerschaften

WWF und

Wirtschaft

Ohne die Wirtschaft geht es nicht.

Um möglichst viel für die Umwelt

zu erreichen, arbeitet der WWF mit

grossen und kleinen Unternehmen

zusammen.

Die Wirtschaft hat einen grossen Einfluss auf die Umwelt. Will man die Zerstörung der

Umwelt stoppen, so müssen sich die Märkte bewegen – und zwar im grossen Stil. Die

Wirtschaft muss ihren Teil der Verantwortung für den Klimawandel wahrnehmen und

nachhaltiger mit den Ressourcen umgehen.

Der WWF bewegt die Wirtschaft, indem er sich für ökologische Rahmenbedingungen

einsetzt, Druck ausübt, an Runden Tischen für umwelt- und sozialgerechte Anbau- und

Produktionsmethoden verhandelt und Partnerschaften mit Unternehmen aufbaut.

Das Engagement des WWF Schweiz hört dabei nicht an der Schweizer Grenze auf.

Zusammen mit der Wirtschaft hat er sich bis zum Jahr 2020 folgende Ziele gesetzt:

• Weitere Fischereien und Aquakulturen für die MSC- und Bio-Zertifizierung gewinnen.

Die zertifizierte Produktemenge soll auf 140 000 Tonnen erhöht werden, was

der doppelten Menge des heutigen Schweizer Konsums entspricht.

• Eine Fläche von 2,4 Millionen Hektaren Wald nach den FSC-Standards zertifizieren.

Das entspricht der doppelten Waldfläche der Schweiz.

• Mit weltweit tätigen Unternehmen die Treibhausgas-Emissionen um rund 50 Millionen

Tonnen reduzieren, was dem jährlichen Ausstoss der Schweiz entspricht.

Einige Erfolge aus der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft:

• Heute gehen in der Schweiz pro Jahr bereits über 8500 Tonnen MSC-zertifizierte Fische

oder solche, die in der Vorbereitung zur Zertifizierung sind, über den Ladentisch.

• Dank des Engagements des WWF Schweiz konnten bereits über 400 000 Hektaren

Wald im Süden FSC-zertifiziert werden.

• Zwischen 2005 und 2011 haben die WWF Climate Group Partner ihre Treibhausgas-Emissionen

um rund 23 Prozent gesenkt, obwohl ihr Umsatz um ein Drittel gewachsen ist.

Um seine Ziele zu erreichen, wählt der WWF verschiedene Ansätze.

Hier einige Beispiele dazu:

Der WWF macht Druck

Der russische Konzern Sakhalin Energy will in der Sub-Arktis eine weitere Ölbohrplattform

bauen. Das Projekt gefährdet eine der am stärksten bedrohten Walpopulationen der

Weltmeere, den Westpazifischen Grauwal. Der WWF rief mit einer Petition weltweit auf,

Druck auf die Banken auszuüben, die das ursprüngliche Projekt Sakhalin II finanziert

hatten. Dem Aufruf folgten innert weniger Wochen über 3000 Schweizerinnen und

Schweizer, die in einer E-Mail an die Credit Suisse ihre Bedenken ausdrückten.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 20


Der WWF sitzt am Runden Tisch

Partnerschaften

Nebst Top-Labeln wie der Bioknospe fördert der WWF Mindeststandards für land-

wirtschaftliche Produkte. Diese Standards entwickeln alle Interessengruppen gemeinsam

– egal ob Kleinproduzent, Grosskonzern oder NGO – an einem Runden Tisch. Der WWF

ist dabei einer von vielen Verhandlungspartnern. Im Fokus der Runden Tische stehen

umweltbelastende Agrarrohstoffe wie Palmöl, Soja, Baumwolle. Erste Erfolge lassen sich

sehen: WWF-Partner setzen auf zertifiziertes Palmöl. Migros und Coop führen einen

Anteil von 100 Prozent zertifiziertem Palmöl in ihren eigenen Produkten. Der Anteil von

zertifizierter, gentechnikfreier Soja liegt in der Schweiz bei 60 Prozent. Und die ersten

30 000 Tonnen an zertifizierter Baumwolle (Better Cotton Initiative) kamen auf dem

Markt.

Der WWF setzt auf strenge Partnerschaften

2012 verlängerte die Migros ihre Partnerschaft mit dem WWF um weitere drei Jahre.

Sie verpflichtet sich dabei unter anderem, den CO2-Austoss im Betrieb bis 2020 um

20 Prozent gegenüber 2010 zu reduzieren. Bei Holz und Papierprodukten soll der

Anteil an FSC-zertifizierten Produkten oder Produkten aus Recyclingmaterial auf 75

Prozent erhöht werden. Im Herbst 2011 lancierten WWF und Migros das Sammelbuch

«Mountainmania». Auf spielerische Weise erfuhren so über 400 000 Kinder in der ganzen

Schweiz viel Wissenswertes über die Berge und deren Tier- und Pflanzenwelt.

Ende 2011 führte die Zürcher Kantonalbank den Nachhaltigkeitsindikator ein.

Dabei handelt es sich um ein einfaches Bewertungssystem, mit dessen Hilfe sich die

Nachhaltigkeit jedes Aktienfonds messen lässt. Der WWF begleitete und unterstützte

die Entwicklung dieses Indikators. Damit ist ein erster Schritt zu mehr ökologischer

Transparenz im Bereich der Geldanlagen getan.

Dank der Partnerschaft mit Coop gibt es heute Rattan-Körbe auf dem Markt, die aus

dem weltweit ersten FSC-zertifizierten Rattan-Wald in Laos stammen. Im Angebot sind

auch Thunfische aus einem Projekt auf den Philippinen. Das Programm unterstützt

die Fischereien auf ihrem Weg, schonender zu arbeiten, und bereitet sie auf die MSC-

Zertifizierung vor.

Das braucht es für eine WWF-Partnerschaft:

1. Due Diligence: der WWf führt mit jedem Partnerunternehmen eine Prüfung durch,

um die Umweltrisiken, die negativen auswirkungen auf die Umwelt, aber auch das

Potenzial für einen positiven Einfluss eines Unternehmens abzuklären.

2. Verbindlichkeit: Der WWF schliesst mit seinen Partnern Zielvereinbarungen ab.

Die Partnerfirmen erstatten dem WWF Bericht über die Erreichung der Ziele.

3. Transparenz: bis im Juni 2013 veröffentlicht der WWf für alle seine Partnerschaften

die vereinbarten Ziele beziehungsweise die Anforderungen an die Firmen.

Danach informiert der WWF jährlich über den Stand der Zielerreichung.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 21


Partnerschaften

WWF GFTN Switzerland

albiez ag

amarena ag

Coop genossenschaft

druckerei ropress genossenschaft

Holzpunkt ag

kimberly-Clark gmbH

Migros-genossenschafts-bund

Möbel Pfister AG

Precious Woods (switzerland) ltd

schilla bodenbelags ag

Schreinerei E. Wieland AG

sommer Holzwerkstatt gmbH

triplex roth, schreiber, Wyssmann

Wohngeist gmbH

WWF Climate Group

bgm baugenossenschaft Milchbuck

Coop genossenschaft

ikea schweiz

knecht und Müller ag

Migros-genossenschafts-bund

Pavatex sa

die schweizerische Post

ernst schweizer sa,

sonnenenergie-systeme

schweizer Jugendherbergen

swisscom

zürcher kantonalbank

WWF Seafood Group

bell ag seafood

bianchi ag

braschler‘s Comestibles import ag

Coop genossenschaft

dörig & brandl ag

dyhrberg ag

frionor (Pacovis ag)

Marinex sa

Migros-genossenschafts-bund

Ospelt food ag

stadel fischimport ag

Unsere Partner

Sponsoren, Lizenznehmer

und Promotionspartner

berndorf luzern ag

brüco swiss ag

Carlit + ravensburger ag

Chopard & Cie sa

Coop genossenschaft

Cornèrcard (Cornèr bank ag)

Credit suisse

delinat ag

globi Verlag

groth ag

implenia development sa

impuls ag

kimberly-Clark gmbH

lemaco sa

liechtensteinische Post ag

Migros-genossenschafts-bund

Mimex brands & labels

Prodir sa

Pro futura ag

recticel bedding (switzerland) ag

die schweizerische Post

swisscanto asset Management ag

swisscom

Universal Pictures international

switzerland gmbH

Waldmeier ag

zürcher kantonalbank

Stiftungen

erlenmeyer-stiftung

ernst göhner stiftung

fonds Protection des forêts tropicales,

stiftung symphasis

fonds rita et richard barmé

Margarethe und rudolf gsell-stiftung

Mava-stiftung für naturschutz

Paul schiller stiftung

stammbach-stiftung

Beiträge der öffentlichen Hand

bafU, bundesamt für Umwelt

bbT, bundesamt für berufsbildung

und Technologie

bfe, bundesamt für energie

blW, bundesamt für landwirtschaft

bsV, bundesamt für

sozialversicherungen

deza, direktion für entwicklung

und zusammenarbeit

seCO, staatssekretariat für Wirtschaft

Partnerorganisationen

ades

agrarallianz*

CiPra schweiz

energie-Trialog schweiz (eTs)*

forest stewardship Council (fsC)

schweiz*

goût Mieux*

institut für Wirtschaft und Ökologie,

Universität St. Gallen (IWÖ-HSG)*

Myclimate

schweizerische agentur für

Energieeffizienz S.A.F.E.*

schweizerische arbeitsgruppe

gentechnologie sag*

soja netzwerk schweiz*

solarspar

south Pole Carbon asset

Management Ltd.

stiftung Pro bartgeier*

stiftung Umweltbildung schweiz (sUb)*

Topten international services

Trunz Water systems ag

Umweltallianz*

Verein energieallianz*

Verein für umweltgerechte energie VUe*

Verein klima-initiative*

Verein landschaftsinitiative*

Verein proMOnT-blanC*

WWf international*

* einsitz im führungsorgan durch

WWf schweiz

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 22


«Die Natur braucht sich nicht anzustrengen, bedeutend zu sein. Sie ist es.»

Robert Walser, Schweizer Schriftsteller, 1878–1956

© MarkUs bOlliger / WWf sCHWeiz


Finanzen

Der WWF in

Zahlen: ein Blick

auf die Finanzen

Ein leichtes Wachstum beim

Ertrag aus Geldsammeltätigkeiten

und rekordhohe Investitionen in

Umweltschutzprojekte: Das ist die

erfreuliche Bilanz im Geschäftsjahr

2011/12.

Bilanz

(in CHf 1000) 30.6.2012 30.6.2011

Flüssige Mittel und Wertschriften 37 896 44 512

Forderungen 1 859 1 852

Vorräte 216 182

Aktive Rechnungsabgrenzung 777 507

Total Umlaufvermögen 40 748 47 053

finanzanlagen 0 0

Sachanlagen 14 831 13 105

Total Anlagevermögen 14 831 13 105

Total Aktiven 55 579 60 158

Kurzfristiges Fremdkapital 10 441 8 724

langfristiges fremdkapital 211 211

Zweckgebundene Fonds 5 867 11 177

Organisationskapital 39 060 40 046

Total Passiven 55 579 60 158

Ertrag

(in CHf 1000, 2011/12)

Mitgliedsbeiträge 16 493 38,9%

Spenden aus Aussendungen 8 224 19,4%

Spenden von Grossgönnern und Stiftungen 4 394 10,4%

Legate und Erbschaften 2 183 5,2%

Sponsoring- und Lizenzerträge 6 414 15,1%

Beiträge der öffentlichen Hand 694 1,6%

Warenertrag 891 2,1%

Dienstleistungsertrag 2 056 4,9%

CO -Kompensation 2 769 1,8%

Sonstige Erträge 231 0,5%

Total 42 349 100%

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 24


Die Rechnungslegung des WWF Schweiz erfolgt nach den Fachempfehlungen zur

Rechnungslegung (Swiss GAAP FER). Der hier dargestellte Finanzüberblick ist

ein Zusammenzug der durch die KPMG AG revidierten Jahresrechnung 2011/12.

Die detaillierte Jahresrechnung kann eingesehen werden unter

www.wwf.ch/jahresbericht.

Finanzen

Betriebsrechnung

(in CHF 1000, vom 1.7.2011 bis 30.6.2012) 2011/12 2010/11

Ertrag aus Geldsammeltätigkeit 38 401 37 738

ertrag aus lieferung und leistung 3 948 4 896

Total Ertrag 42 349 42 634

Umweltschutzprojekte 35 204 32 102

Warenhandel 576 675

kommunikation und Marketing (fundraising) 9 033 9 033

Administration 4 629 4 375

Total Leistungserbringung 49 442 46 185

Betriebsergebnis -7 093 -3 551

Finanzergebnis 786 121

Übriges Ergebnis 11 194

Ergebnis vor Zuweisung/Entnahme -6 296 -3 236

Ergebnis zweckgebundene Fonds -5 309 -1 526

ergebnis Organisationskapital -987 -1 710

Ergebnis nach Zuweisung/Entnahme 0 0

Leistungserbringung

(in CHf 1000, 2011/12)

WWF International 3 905 7,9%

Afrika 1 647 3,3%

Asien 2 804 5,7%

Lateinamerika 2 647 5,4%

Schweiz und übriges Europa 4 291 8,7%

Regionalarbeit 3 539 7,2%

Klimaschutz 921 1,9%

CO -Reduktion 2 3 052 6,2%

Nachhaltiger Konsum 3 680 7,4%

Jugend und Umwelt 3 663 7,4%

Umweltbildung 1 690 3,4%

Projekt- und Umweltinformation 3 365 6,8%

Total Umweltschutzprojekte 35 204 71,2%

Warenhandel 576 1,2%

Kommunikation und Marketing (Fundraising) 9 033 18,3%

administration 4 629 9,4%

Total 49 442 100%

finanz- und übriges ergebnis 797

Jahresergebnis 2011/12 -6 296

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 25


Rubrik

Der WWF

Organigramm WWF Schweiz

Departement

Programm

Stabstellen CEO

Departement

Regionalarbeit*

Stiftungsrat

Präsident: Reto Ringger

CEO

Thomas Vellacott

Departement

Marketing

Medien

Fredi Lüthin

Departement

Finanzen & Dienste

Walter Wagner (ad interim) Catherine Martinson Gian-Reto Raselli Markus Schwingruber

Die Standorte des WWF Schweiz befinden sich in Zürich, Bern, Bellinzona und Lausanne.

* Der WWF Schweiz arbeitet in der Schweiz eng mit 23 kantonalen Sektionen zusammen.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 26

© NAtUREPL.CoM / EDWIN GIESBERS / WWF-CANoN


Stiftungsrat

Präsident

Reto Ringger (seit Juli 2012)

Unternehmer

Robert Schenker (bis Juli 2012)

finanzberater

Mitglieder

Josef Estermann

Urbanist

Tina Felber

Marketing- und kommunikationsdirektorin

Dr. Elena Havlicek

biologin

Prof. Dr. Martine Rebetez

Geografin und Klimatologin

Suzanne Wolff

Präsidentin Mirador Foundation

Mandate und Verbindungen der

Mitglieder des stiftungsrates, welche

für die tätigkeit des WWF Schweiz

relevant sind, werden unter

wwf.ch/stiftungsrat publiziert.

Geschäftsleitung

CEO

Thomas Vellacott (seit Mai 2012)

Dr. Hans-Peter Fricker (bis Mai 2012)

Mitglieder

Catherine Martinson

leiterin regionalarbeit

Gian-Reto Raselli

leiter Marketing

Markus Schwingruber

leiter finanzen und dienste

Dr. Walter Wagner (ad interim)

leiter Programm

Adressen

WWF Schweiz

Hohlstrasse 110

8010 zürich

telefon: 044 297 21 21

service@wwf.ch

WWF Suisse

Avenue Dickens 6

1006 Lausanne

telefon: 021 966 73 73

service-info@wwf.ch

WWF Svizzera

Piazza Indipendenza 6

6501 Bellinzona

telefon: 091 820 60 00

servizio@wwf.ch

Bildungszentrum WWF

Bollwerk 35

3011 bern

telefon: 031 312 12 62

service@bildungszentrum.wwf.ch

Zertifizierungen

Der WWF

Zewo

das zewo-gütesiegel zeichnet

gemeinnützige Organisationen für den

gewissenhaften Umgang mit den ihnen

anvertrauten Geldern aus. Es bescheinigt

den zweckbestimmten, wirtschaftlichen

und wirkungsvollen einsatz von

spenden und steht für transparente

und vertrauenswürdige Organisationen

mit funktionierenden kontrollstrukturen,

welche ethik in der Mittelbeschaffung

und Kommunkation wahren.

Swiss NPO-Code

Der Swiss NPo-Code trägt zur effizienten

und wirksamen erfüllung der aufgaben

von NPo-organisationen bei.

er fördert die Wahrnehmung und Übernahme

von Verantwortung der leitenden

Organe, klare führungsstrukturen, die

Transparenz durch objektive informationen

sowie weitere wichtige aspekte

der Corporate governance einer nonprofit-organisation.

Der WWF Schweiz

weicht in zwei Punkten vom swiss

nPO-Code ab und legt dies im Web

offen (siehe wwf.ch/zertifizierungen).

Umweltmanagement

der WWf schweiz setzt sich umfassend

für den Umweltschutz ein. Das

schliesst seine eigene tätigkeit mit ein.

deshalb ist sein Umweltmanagementsystem

ISo-14001:2004-zertifiziert.

Mehr Informationen finden Sie unter

wwf.ch/zertifizierungen.

WWF Schweiz Jahresbericht 2012 27


Herausgeber und Redaktion: WWF Schweiz, © WWF Schweiz 2012, © 1986 Panda-Symbol und ® «WWF» sind vom WWF eingetragene

Marken, klimaneutral gedruckt auf FSC-Papier, Kom 686/12

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