Der Jurybericht - Gemeinde Münchenbuchsee

muenchenbuchsee.ch

Der Jurybericht - Gemeinde Münchenbuchsee

Einwohnergemeinde Münchenbuchsee

Ressort Hochbau

Bernstrasse 12

3053 Münchenbuchsee

Erweiterung Schulanlage

Bodenacker Münchenbuchsee

Selektives Verfahren zur Auswahl eines Architektenteams

Bericht des Beurteilungsgremiums

zum Projektwettbewerb

adelante betula

COCON Julia

KLEE Klingender

Raum

POPKORN rote fade

28. März 2008

Begleitung:

BSR Bürgi Schärer Raaflaub Architekten sia AG

Optingenstrasse 54 3000 Bern 25

Fon 031 340 35 35 Fax 031 340 35 36

mail@bsr-architekten.ch

www.bsr-architekten.ch


Inhaltsverzeichnis

1 Ausgangslage und Aufgabe 02

2 Auswahlverfahren 04

3 Raumprogramm 05

4 Beurteilungsgremium 06

5 Beurteilungskriterien und Anforderungen 07

6 Vorprüfung 08

7 Beurteilung 09

8 Genehmigung 12

9 Anhang 13

- Projektbeschriebe mit Modellfotos und

Verkleinerungen der Pläne

- Grafik Vergleich Baukosten und Geschoss-

flächen

1 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Ausgangslage

Zielsetzungen

Kontext

1 Ausgangslage und Aufgabe

Die Schulanlage Bodenacker in Münchenbuchsee wurde 1958 mit einem

ersten Schultrakt und einer Aula erstellt. Erweiterungen folgten 1966 mit

dem zweiten Schultrakt, 1978 mit einem Spezialtrakt und der Turnhalle

sowie 2003 mit einer zusätzlichen Aufstockung.

Heute werden im Schulhaus Bodenacker 18 Klassen mit total 380 Schülerinnen

und Schülern unterrichtet. Durch einen weiteren Ausbauschritt

mit zusätzlich fünf neuen Spezialräumen und fünf neuen Musikräumen

soll die Schulraumplanung umgesetzt werden, um die Raumbedürfnisse

auch mittelfristig zu befriedigen. Ziel ist es, die bisherigen Spezialräume

zu ersetzen (Geografie, Zeichnen 1 und 2, Musik) und zu ergänzen (Mehr-

zweckraum, Informatik), welche beim Umbau von Trakt 1 zu Gunsten von

Klassenzimmern aufgehoben werden.

Die Wettbewerbsaufgabe beschränkt sich auf die Erweiterung der Schulanlage.

Der Bearbeitungsperimeter liegt primär zwischen Trakt 3 und der

Turnhalle.

Die Planung der Erweiterung ist ab Januar 2009, die Ausführung zwischen

Herbst 2009 und Sommer 2010 vorgesehen. In der Investitionsplanung

der Gemeinde sind für die nächsten Jahre zusätzliche Sanierungs-

und Erneuerungsetappen der bestehenden Bauten geplant. Ein

Gesamterneuerungskonzept sowie die Sanierung von Trakt 2, deren

Integration in den Auftrag der Erweiterung beabsichtigt ist, sind jedoch

nicht Gegenstand der Wettbewerbsaufgabe.

Für den Projektwettbewerb gelten folgende Zielsetzungen:

- Erarbeitung eines gestalterisch, technisch, wirtschaftlich und

ökologisch überzeugenden Vorprojekts für die Erweite rung der

Schulanlage.

- Stärkung der räumlich-architektonischen und funktional-betrieb-

lichen Qualitäten der Gesamtanlage.

- Konzeptionelle Überlegungen, wie der Minergie-ECO-Standard

erreicht werden kann.

- Projektentwicklung im vorgegebenen maximalen Kostenrahmen

(BKP 1-4 Fr. 3,37 Mio., inkl. MWSt).

Die Schulanlage Bodenacker liegt zwischen Bodenacker-, Höhen- und

Quellenweg am südlichen Rand des Siedlungsgebietes. Die Bebauungsstruktur

am leicht nach Norden abfallenden Hang ist geprägt von Wohnbauten,

vor allem Ein- und Mehrfamilienhäuser mit max. drei Geschossen.

2 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Aufgabe

Perimeter

Rahmenbedingungen

Die erste Etappe der Schulanlage Bodenacker - mit dem Schultrakt 1 so-

wie der Aula - wurde 1958 nach Plänen von Hermann Rüfenacht, Archi-

tekt BSA aus Bern, realisiert. 1966 folgte, ebenfalls durch H. Rüfenacht/

Mitarb. H. Freiburghaus, eine erste Erweiterung mit dem Schultrakt 2.

Eine weitere Vergrösserung plante 1978 Bruno Arn, Architekt SIA aus

Münchenbuchsee, mit dem Spezialraumtrakt und dem Schultrakt 3, welche

zwischen den bestehenden Gebäuden realisiert wurde. Später folgte

die westlich liegende Turnhalle. 2003 wurde schliesslich, ebenfalls von

Arn+Partner AG, eine Aufstockung über dem Spezialraumtrakt realisiert.

In einem Erweiterungsbau sollen zusätzliche Schulräume mit der notwendigen

Infrastruktur projektiert und gebaut werden. Näheres zum

Raumprogramm siehe Kapitel 3.

Der Bearbeitungsperimeter umfasst primär das Gebiet zwischen dem be-

stehenden Trakt 3 und der Turnhalle resp. liegt innerhalb der in der Mach-

barkeitsstudie bearbeiteten Szenarien 2 und 4.

Die Aufgabe des Projektwettbewerbs beschränkt sich auf relevante Teilbereiche,

d.h. Sanierung und Erneuerung der bestehenden Anlage sind

nicht Gegenstand der Aufgabe. Gefordert und beurteilt werden nur Projektvorschläge

für die Erweiterung.

Die Schulanlage befindet sich in einer Zone für öffentliche Nutzung (ZöN)

und zudem in der Schutzzone des Pumpwerks Oberdorf. Der Zonenplan,

das Baureglement von 1993 und das Schutzzonen-Reglement für das

Pumpwerk Oberdorf von 1981 sind verbindlich: die maximale Fundationstiefe

ab OK Terrain gewachsen beträgt 2 m.

Gegenüber dem Quellen-, dem Höhe- und dem Bodenackerweg ist der

Strassenabstand von 3.60 m, gegenüber den nördlich angrenzenden

Parzellen Nr. 872 und 928 der Grenzabstand von 5.00 m zwingend einzuhalten.

Der Wohnsituation im Norden ist Rechnung zu tragen.

Die gemäss Liste der schützenswerten Naturobjekte (Baureglement)

schützenswerte Baumgruppe auf dem Schulhausareal muss erhalten

bleiben. Es handelt sich dabei um die Baumgruppe am Quellenweg auf

der Höhe von Trakt 3. Die zweite im Inventar erwähnte Baumgruppe

existiert nicht mehr.

Erkenntnisse aus der Grundlagenstudie zum Standortentscheid (Arn+

Partner Architekten, 2004) und der Machbarkeitsstudie Erweiterung

Schulanlagen Bodenacker und Paul-Klee (BSR Architekten, 2006) bilden

die Grundlage für das Wettbewerbsprogramm und für die Projektbearbeitung.

Die Unterlagen stehen für den Projektwettbewerb zur Verfügung.

3 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Veranstalterin

Verfahrensart

Weiterbearbeitung

2 Auswahlverfahren

Einwohnergemeinde Münchenbuchsee

Ressort Hochbau, Bauabteilung

Bernstrasse 12/ Postfach 328

3053 Münchenbuchsee

Das Verfahren richtet sich nach dem kantonalen Gesetz (ÖBG vom 11.

Juni 2002) resp. der Verordnung über das Beschaffungswesen (ÖBV

vom 16. Oktober 2002), nach der Ordnung SIA 142 (Ausgabe 1998) und

nach den Vorschriften des GATT/ WTO (Zulassung).

Der Wettbewerb wird als selektives Verfahren (nach SIA 142, Art. 7)

durchgeführt.

Präqualifikation: Öffentliche Ausschreibung mit Antrag von Fachleuten

auf die Teilnahme am Wettbewerb. Selektion (durch entsprechendes

Verfahren) auf diejenigen Bewerbenden, welche sich für die Lösung der

Aufgabe am besten eignen.

Die Architektinnen und Architekten müssen dabei den Nachweis erbringen,

dass sie fähig sind, die Erweiterung sorgfältig und fachgerecht zu

planen sowie die Ausführung zu leiten und zu überwachen (Ausführung

mit Einzelfirmen). Weiter wird Erfahrung mit Sanierung und Erneuerung

von bestehender Bausubstanz vorausgesetzt.

Pojektwettbewerb: Aufgrund der Präqualifikation sind folgende Architektinnen

und Architekten für den Projektwettbewerb eingeladen worden:

- Nr. 09 W2 Wiesmann Wild Architekten AG, Bern

- Nr. 11 Spaceshop Architekten GmbH, Biel

- Nr. 14 plan b architekten, Zürich

- Nr. 16 Morscher Architekten AG BSA SIA, Bern

- Nr. 19 dadarchitekten, Bern

- Nr. 20 Arn + Partner AG Architekten ETH HTL SIA,

Münchenbuchsee

- Nr. 25 W2H Architekten, Bern

- Nr. 27 Boegli Kramp Architekten AG + Atelier d‘Architecture

D. Rosset AG, Fribourg

Die Veranstalterin beabsichtigt, dem von der Jury im Projektwettbewerb

ausgewählten Architektenteam den Auftrag für die Projektierung und Lei-

tung der Ausführung zu erteilen. Die Arbeiten umfassen sämtliche Grund-

leistungen nach Honorarordnung SIA 102. Vorbehalten bleiben die notwendige

Kreditbewilligung und einvernehmliche Vertragsabschlüsse.

4 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Verbindlichkeit

Sprache

Anonymität

Raumprogramm

Die Bestimmungen des Wettbewerbsprogramms sind für die Veranstalterin,

die Wettbewerbsteilnehmenden und das Preisgericht verbindlich. Die

Teilnehmenden anerkennen das vorliegende Programm, die Bestimmungen

und die Entscheide des Preisgerichtes.

Die Veranstalterin behält sich das Recht vor, neue gleichartige Aufträge,

welche sich auf den vorliegenden Grundauftrag beziehen, nach dem freihändigen

Verfahren zu vergeben (Art. 36, Absatz 2, lit.e VoeB Verordnung

über das öffentliche Beschaffungswesen vom 11. Dezember 1995).

Sprache des ganzen Auswahlverfahrens und der anschliessenden Weiterbearbeitung

ist Deutsch.

Das Präqualifikationsverfahren erfolgte unter voller Namensnennung.

Das Wettbewerbsverfahren wird anonym durchgeführt.

3 Raumprogramm

Im Erweiterungsbau sind folgende Räume zu projektieren:

- Schulraumzone:

. fünf Spezialräume à ca. 68 m2, Nutzung für Geografie,

Zeichnen 1 und 2, Informatik, Mehrzweckraum; total 340 m2

. fünf Musikräume à ca. 12 - 16 m2, Nutzung für Einzelunter-

richt; total ca. 80 m2

- Nebenraumzone:

. zwei Vorbereitungsräume (für Zeichnen und Geografie)

à ca. 20 m2, total 40 m2

. Abstell- und Materialräume, total 20 m2

- Toilettenanlage:

. 3 Einheiten für Mädchen

. 2 Einheiten und 1 Pissoir für Knaben

. 1 Einheit für Lehrerschaft

. davon 1 Einheit behindertengerecht

- Erschliessungszone:

. Treppe, Lift, Korridor

5 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Beurteilungsgremium

4 Beurteilungsgremium

Das Gremium setzt sich zusammen aus:

- SachpreisrichterInnen:

. Elsbeth Maring-Walther, Gemeinderätin, Departementsvor-

steherin Hochbau (Vorsitz)

. Bruno Mohr, Architekt FH SIA, Mitglied Hochbaukommission

(Stv. Vorsitz)

. Urs Blattner, Schulleiter Sekundarstufe 1

- FachpreisrichterInnen:

. Silvia Kistler, Architektin ETH BSA SIA, Biel

. Fritz Schär, Architekt BSA SIA, Bern

. Jürg Sollberger, Architekt ETH SIA SWB, Bern

. Hanspeter Bürgi, Architekt ETH SIA FSU, Bern

. Hansruedi Jegerlehner, Architekt ETH, Bern (Ersatz)

- Experten mit beratender Stimme:

. Martin Jörg, Architekt HTL, Sachbearbeiter Hochbau (Ersatz

Sachpreisgericht)

. Eduard Burri, Hauswart Schulanlage Bodenacker

- Weitere Experten für Vorprüfung:

. Simone Dumas, Architektin ETH, Baukostenplanung Ernst AG:

Kosten und Gesamtwirtschaftlichkeit

. Bruno Hari, Ing. HTL, NDS Umwelt / NDS Energie FH,

BSR Bürgi Schärer Raaflaub Architekten sia AG:

Ökologie und Energie

6 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Beurteilungskriterien

Anforderungen

5 Beurteilungskriterien und Anforderungen

- Gesamtkonzept

- Räumlich-architektonische Qualitäten

- Funktion und Nutzung

- Konstruktion und Material

- Nachhaltigkeit und Minergie

- Wirtschaftlichkeit in Bau und Betrieb

- Raumbezüge

. Die Erschliessungszone der neuen Räume muss in einem

funktionalen, innenräumlichen Bezug zu Trakt 2 und/ oder

Trakt 3 stehen.

- Nachhaltigkeit/ Energie/ Ökologie

. Der Minergie-ECO-Standard ist Bedingung (http://www.

minergie.ch) und soll durch konzeptionelle Überlegungen

nachgewiesen werden. Berechnungen sind nicht notwendig.

Ebenso ist die Wärmeerzeugung (heute Öl) nicht Teil des

Wettbewerbs.

. Dem sommerlichen Wärmeschutz ist genügend Beachtung

zu schenken.

- Betrieb

. Im Konzept soll nachgewiesen werden, wie die Schulanlage

während der Bauzeit weiter betrieben werden kann.

- Kosten/ Wirtschaftlichkeit

. Der unter Pkt. 1/ Zielsetzungen genannte Kostenrahmen

darf nicht überschritten werden. Grundlage zur Überprüfung

durch den Baukostenplaner bilden Flächenangaben nach

SIA 416 und ein Materialbeschrieb. Dazu sind die Grössen

der Haupt- und Nebennutzflächen sowie die wichtigsten

Konstruktions- und Materialbeschriebe in den Plänen anzu-

geben.

7 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Kriterien

formelle Vorprüfung

Kriterien

materielle Vorprüfung

Ergebnisse

formelle Vorprüfung

Ergebnisse

materielle Vorprüfung

6 Vorprüfung

Die Vorprüfung findet im Zeitraum vom 12. bis 18. März 2008 statt. Alle

Projekte werden nach den im Programm des Projektwettbewerbs formulierten

Zielen, Anforderungen und Rahmenbedingungen geprüft. Die

Ergebnisse werden in einer Matrix nach folgenden Hauptkriterien zusammengestellt:

- Formelle Vorprüfung:

. Eingabe

. Eingabefrist

. Anonymität

. Vollständigkeit

- Materielle Vorprüfung:

. Perimeter

. Baureglement

. Raumprogramm

. Raumbezug

. Nachhaltigkeit/ Minergie/ Ökologie (Minergie-Eco)

. Betrieb während Bauzeit

. Kosten/ Wirtschaftlichkeit

Die formellen Kriterien sind bei allen acht eingereichten Projekten eingehalten.

Die materielle Vorprüfung zeigt zwei kritische Punkte auf:

Das Projekt „COCON“ überschreitet die max. Fundationstiefe indem es

den Bau eines Untergeschosses vorschlägt. Bei demselben Projekt wird

das Raumprogramm massiv überschritten, was sich negativ auf Volumen

und Kosten auswirkt.

Die Analyse im Bereich der Nachhaltigkeit, insbesondere von Energie

und Ökologie, beurteilt die Projekte folgendermassen:

Die vier Projekte „adelante“, „COCON“, „Julia“ und „rote fade“ erfüllen

die Aufgabe bezüglich den gestellten Anforderungen gut. Sie haben

unterschiedliche und projektspezifische Stärken.

Das Projekt „Betula“ lässt im Eco-Teil und zum sommerlichen Wärmeschutz

viele Fragen offen.

Die drei Projekte „KLEE“, „Klingender Raum“ und „POPKORN“ haben

nach den vorliegenden Aussagen in Bezug auf Minergie-Eco klare Mängel.

Die Aufgabenstellung wird bei diesen Projekten für den energetischökologischen

Teil nicht umfassend erkannt und bewältigt.

Die durchgeführte Kostenanalyse zeigt auf, wie sich im Projekt „CO-

CON“ die zum Teil überproportionalen Raumgrössen und im Projekt

„betula“ die relativ hohe Fassadenabwicklung negativ auswirken. Die

übrigen Projekte liegen im Bereich des vorgegebenen Kostenrahmens,

vgl. Grafik im Anhang.

Obschon bei verschiedenen Projekten nicht alle einzelnen Anforderungen

und Rahmenbedingungen erfüllt bzw. eingehalten sind, können alle

acht eingereichten Projekte für die Beurteilung zugelassen werden.

8 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Information über

die Vorprüfung

Studium der Projekte

Beurteilung 1. Rundgang

Beurteilung 2. Rundgang

7 Beurteilung

Das Beurteilungsgremium versammelt sich am 19. März 2008 zu einer

ganztägigen Jurysitzung in einem Schulzimmer der Schulanlage Bodenacker.

Nach einer Einleitung durch Hanspeter Bürgi informieren Hansruedi

Jegerlehner (BSR Architekten; allgemeine formelle und materielle Vorprüfung),

Bruno Hari (BSR Architekten; Nachhaltigkeit/ Minergie/ Ökologie)

und Simone Dumas (Baukostenplanung Ernst AG; Kosten/ Wirtschaftlichkeit)

über die Ergebnisse der Vorprüfung. Die schriftlichen Resultate

der Vorprüfung stehen der Jury für die ganze Beurteilung zur Verfügung.

Nach der Kenntnisnahme der Vorprüfungsergebnisse und einer kurzen

Diskussion entscheidet die Jury einstimmig, alle Projekte zur Beurteilung

zuzulassen.

Im Anschluss an die Information über die Ergebnisse der Vorprüfung

lesen sich die Mitglieder der Jury individuell in die Projekte ein. Dabei

stehen ihnen folgende Unterlagen zur Verfügung: aufgehängte Planunterlagen

der Projekte; die schriftlichen Resultate der Vorprüfung; ein

tabellarischer Kriterienkatalog gemäss Wettbewerbsprogramm (Gesamtkonzept,

räumlich-architektonische Qualitäten, Funktion und Nutzung,

Konstruktion und Material, Nachhaltigkeit und Minergie, Wirtschaftlichkeit

in Bau und Betrieb, Gesamtbeurteilung) für persönliche Notizen

und zur Sicherstellung, dass alle acht Projekte nach demselben Raster

beurteilt werden; ein neutraler Beschrieb aller Projekte.

Bis zum Ende des Selbststudiums stehen der Jury die ExpertInnen der

Vorprüfung für Fragen zur Verfügung.

Nach dem individuellen Studium werden die Projekte (in alphabetischer

Reihenfolge der Kennwörter) im Plenum eingehend diskutiert und deren

Qualitäten und Mängel abgewogen.

Im 1. Rundgang werden die folgenden Projekte aus städtebaulichen,

architektonischen, ökologischen und wirtschaftlichen Mängeln ausgeschlossen:

„betula“, „COCON“, „Klingender Raum“ und „POPKORN“.

Die Ausschlüsse erfolgen alle einstimmig

Um Fragen bezüglich der Eingriffe ins bestehende Terrain klären zu können,

begehen die Mitglieder der Jury nach der Mittagspause gemeinsam

die im Perimeter liegenden Aussenräume.

Vor dem 2. Durchgang entscheidet die Jury einstimmig, allen acht

Projektteams eine feste Entschädigung von Fr. 3‘000.- auszurichten. Sie

bestätigt damit ihre im Rahmen der Fragenbeantwortung geäusserte

Absicht. Für Preise und eventuelle Ankäufe stehen damit Fr. 26‘000.- zur

Verfügung.

Die Vor- und Nachteile der verbliebenen Projekte werden – nach einer

kurzen Rekapitulation der Ergebnisse aus der 1. Runde durch eines der

Jurymitglieder – nochmals intensiv diskutiert. Neben der Gesamtbeurteilung

anhand von allen Kriterien wird in dieser Runde speziell auf die

betrieblichen Vor- und Nachteile (Betrieb während der Bauzeit und nach

der Fertigstellung) fokussiert. Nach intensiver Diskussion werden in dieser

Runde vorerst keine Projekte ausgeschlossen.

9 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Beurteilung engere Wahl

Rangfolge und Preise

Empfehlung

Weiterbearbeitung

Vor der Eingrenzung auf eine engere Wahl werden in einem Kontrollrundgang

alle Projekte – auch die im 1. Rundgang ausgeschlossenen

– nochmals besprochen und die bisherigen Entscheide hinterfragt. Dem

Antrag, das Projekt „betula“ wieder in die Beurteilung aufzunehmen,

wird zugestimmt. Die Wiederaufnahme erfolgt vor allem wegen der städtebaulichen

Qualitäten des Projekts.

Die anschliessende Diskussion der Projekte im Quervergleich führt

schliesslich zum Auschluss der folgenden Projekte im 2. Durchgang:

„betula“ und „rote fade“.

Damit verbleiben die Projekte „adelante“, „Julia“ und „KLEE“ in der

engeren Auswahl.

Im Rahmen der abschliessenden Beurteilung und Gewichtung der

Projekte der engeren Wahl werden einstimmig die Rangfolge und die

Preissummen festgelegt:

1. Rang/ 1. Preis „adelante“ Fr. 15‘000.-

2. Rang/ 2. Preis „Julia“ Fr. 16‘000.-

3. Rang/ 3. Preis „KLEE“ Fr. 15‘000.-

Entsprechend dem Resultat ihrer Bewertung beschliesst die Jury einstimmig,

das Projekt „adelante“ dem Gemeinderat zur Weiterbearbeitung

und zur Ausführung (mit Auftrag an die projektverfassenden Architekten)

zu empfehlen.

Bei der Weiterbearbeitung des Projektes „adelante“ müssen nach Einschätzung

der Jury folgende Punkte beachtet werden:

- Überarbeiten der Fassaden

- Betrachtung der Fassaden der Aufstockung im Zusammenhang

mit der Sanierung von Trakt 2, damit das Gebäude als eine Einheit

in Erscheinung tritt

- Überprüfen der Farbe der Fassadenverkleidung im Kontext der

Gesamtanlage

- Überarbeiten des Eingangs gemäss Kritik der Jury

- Überarbeiten und präzisieren der Massnahmen im Aussenraum

(speziell im Bereich zwischen Neubau, Notzufahrt und Fussgän-

gerverbindung zur bestehenden Turnhalle)

Ergänzend dazu empfiehlt die Jury zu Handen des Gemeinderates:

- die Fassadensanierung von Trakt 2 gleichzeitig mit der Aufsto-

ckung auszuführen und dazu die Projektverfassenden von „ade-

lante“ zu beautragen.

- nach Möglichkeit sollte durch die Projektverfassenden des Ge-

samtprojektes auch die innere Sanierung von Trakt 2 (inkl. kontrol-

lierte Lüftung) in derselben Etappe bearbeitet werden

- die überarbeiteten Fassaden (inkl. Sanierung der best. Fassaden)

durch eine Jurydelegation begutachten zu lassen

- Etappierungsmöglichkeiten für das Gesamtprojekt abzuklären

10 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Abschluss und weiteres

Vorgehen

Termine und Ausstellung

- „Umschichtungsmöglichkeiten“ in der Investitionsplanung abzu-

klären (Sanierung Trakt 2 vorziehen) und die Fassadensanierung

und den Einbau einer kontrollierten Lüftung in Trakt 2 kostenmäs-

sig zu schätzen

- Realisierbarkeit unter laufendem Schulbetrieb (ohne Provisorien)

durch die Projektverfassenden verifizieren zu lassen

- mit einer effizienten Kostenkontrolle sicherzustellen, dass die Pro-

jektverfassenden den Kostenrahmen (BKP 1-4 Fr. 3,37 Mio., inkl.

MWSt) für die im Wettbewerb verlangten Leistungen nicht über-

schreiten („design to cost“)

Im Anschluss an die definitiven Entscheide zur Rangierung und zu den

Empfehlungen wird die Anonymität aufgehoben. Die Öffnung der Verfassercouverts

ergibt folgende Zuordnung der Projekte:

- „adelante“

W2H Architekten, Bern

- „betula“

plan b architekten, Zürich

- „COCON“

W2 Wiesmann Wild Architekten AG, Bern

- „Julia“

dadarchitekten, Bern

- „KLEE“

Spaceshop Architekten GmbH, Biel

- „Klingender Raum“

Morscher Architekten AG BSA SIA, Bern

- „POPKORN“

Boegli Kramp Architekten AG + Atelier d’architecture D. Rosset

AG, Freiburg

- „rote fade“

Arn + Partner AG Architekten ETH HTL SIA, Münchenbuchsee

Alle Wettbewerbprojekte werden in der Zeit vom 01. bis zum 10. April

2008 im Foyer des Kirchgemeindehauses (Oberdorfstrasse 6, 3053 Münchenbuchsee)

ausgestellt. Öffnungszeiten täglich 17.00 - 20.00 Uhr.

Am 01. April 2008 findet um 16.00 Uhr eine Medienorientierung mit

Vertretern der Gemeinde, der Architekten und der Jury statt. Anschliessend

wird um 17.00 Uhr die Ausstellung offiziell mit einem kleinen Anlass

eröffnet.

11 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Rechtmittelbelehrung

8 Genehmigung

Der Entscheid des Beurteilungsgremiums respektive dessen Verfügung

kann innert zehn Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim

Regierungsstatthalteramt Fraubrunnen angefochten werden. Die Beschwerdefrist

kann nicht verlängert werden. Die Beschwerde ist im

Doppel dem Regierungsstatthalteramt Fraubrunnen, Bernstrasse 5, 3312

Fraubrunnen, zuzustellen. Eine allfällige Beschwerde muss einen Antrag,

die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie

eine Unterschrift enthalten. Die angefochtene Verfügung und greifbare

Beweismittel sind beizulegen.

Der vorliegende Bericht wurde durch das Beurteilungsgremium genehmigt:

Münchenbuchsee, 28. März 2008

12 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Projerktverfassende:

W2H Architekten

Könizstrasse 161

3097 Liebefeld

Mitarbeitende:

Andreas Wenger

Andreas Herzog

Adrian Habegger

Sina Al-Rafai

Bruno Stettler

Landschaftsarchitekt:

Arn Gadola Landschafts-

architektur

David Gadola

Käppelihofstrasse 7

4500 Solothurn

Bauingenieur:

Nydegger + Finger AG

Stefan Finger

Klaraweg 1

3006 Bern

Bauphysik/ Minergie:

B+A Ingenieurbüro

Patrik Fust

Falkenweg 3a

3012 Bern

1. Preis

„adelante“

W2H Architekten, Bern

Im Projekt „adelante“ wird Trakt 2 durch einen Anbau in westlicher Richtung

und durch eine Aufstockung zu einem dreigeschossigen Gebäude

erweitert. Damit schaffen die Projektverfassenden innerhalb der Gesamtanlage

eine klar ablesbare Hierarchie: zwei dreigeschossige Hauptbaukörper

(Trakt 1 und 2), denen sich der Spezialraumtrakt und der Trakt 3

als zweigeschossige Bauten unterordnen. Die Situation wird damit mit

bescheidenen und verhältnismässigen Mitteln geklärt, die Aussenräume

frei gehalten und neu lesbar gestaltet.

Sowohl Anbau wie Aufstockung respektieren die Tiefe des bestehenden

Gebäudes. In den Plandarstellungen hebt sich das Neubauvolumen

durch die Wahl des Fassadenmaterials (blau eingefärbte Faserzementplatten)

und durch die Befensterung deutlich vom bestehenden Gebäude

ab. Im Begleittext und in einer Schemaskizze formulieren die Projektverfassenden

jedoch das Ziel, die hinterlüftete Fassade in einer nächsten

Phase auch über dem bestehenden Volumen weiter zu entwickeln. Damit

würden Alt- und Neubau – neben einer energetisch optimalen Sanierung

– von aussen zu einem einheitlichen Gebäude verschmelzen. Die im

Projektwettbewerb geforderte Erweiterung (ohne Sanierung) erscheint

dem Beurteilungsgremium als Zwischenphase gestalterisch eher problematisch.

Das Projekt überzeugt jedoch durch ein einfaches und klares

Konzept und zeigt eine interessante Gesamtsicht auf, die das Bild der

Schulanlage zwar verändern wird, aber auch auf selbstverständliche Art

beruhigt.

Die Eingriffe im Aussenraum beschränken sich auf Massnahmen im

Bereich der Zugänge zur Turnhalle. Der neue südseitige Eingang des

Anbaus, die Aussentreppe zur Turnhalle und die Notzufahrt werden in

einen sinnvollen Zusammenhang gebracht. Allerdings wirkt die Ausgestaltung

noch zu wenig präzis und der neue Eingang befriedigt räumlich

und gestalterisch nicht.

Die Aufstockung übernimmt die bestehende Typologie: Gegen Süden

orientierte, über Bandfenster gut belichtete Klassenräume, die über

einen nordseitigen Korridor erschlossen werden. Eine wirtschaftliche

Struktur ist erkennbar. Die bestehende Treppe wird ins neue Geschoss

hinaufgeführt. Der Einbau eines Liftes im Bereich der Toilettenanlage

erschliesst alle Geschosse, inkl. UG, was einen zusätzlichen Nutzen

generiert. Im Anbau, mit eigener Treppe, sind die Unterrichtsräume

gegen Westen orientiert. Die Verknüpfung von bestehender und neuer

Erschliessung ermöglicht kurze Wege innerhalb der Gesamtanlage und

verbindet diese sinnvoll mit der Turnhalle und dem Quellenweg. Betrieblich

sind die Anforderungen sehr gut erfüllt.

Dank der vorgeschlagenen Konstruktion in Holzbauweise und dem damit

verbundenen hohen Grad an Vorfabrikation kann die Bauzeit vor Ort auf

ein Minimum reduziert werden. Bau unter Betrieb ist plausibel dargestellt.

Die vielfältige Nutzbarkeit der Stützenzwischenräume ermöglicht

einen individuellen Ausbau der Räume.

13 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„adelante“

W2H Architekten, Bern

Die Projektverfassenden zeigen klar auf, wie das Ziel von Minergie-Eco

erreicht werden kann: kompaktes Volumen (mit Einbezug der bestehenden

Anlage), gute Gebäudehülle mit Aussagen über sinnvolle Material-

und Konstruktionswahl, Lüftungskonzept, Strategie zum sommerlichen

Wärmeschutz. Die Eco-Kriterien sind konzeptionell nachvollziehbar und

werden gesamthaft als gut beurteilt.

Die Baukosten liegen im Durchschnitt aller Projekte und leicht unter dem

vorgegebenen Kostenziel. Durch die Dachaufstockung und den Anbau

ist bereits ein Zusatznutzen für die Sanierung von Trakt 2 enthalten.

Das Projekt „adelante“ überzeugt durch seinen ganzheitlichen Konzeptansatz

und das Erreichen der geforderten Ziele. Die Schulanlage wird

mit verhältnismässig bescheidenen Mitteln zu einem stimmigen neuen

Ganzen weiter entwickelt. Die Anforderungen an den Schulbetrieb sind

optimal umgesetzt.

14 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„adelante“

W2h Architekten, Bern

15 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


16 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Projerktverfassende:

„Julia“

dadarchitekten GmbH

Dipl. Architekten ETH/HTL/SIA

Breitfeldstrasse 31

3014 Bern

Mitarbeitende:

Doris Güdel Glury

Dieter Aeberhard Devaux

Diana Falà

Peter Reuss

Meret Trittibach

Landschaftsarchitekten:

Hänggi Basler

Landschaftsarchitektur GmbH

Münzrain 10

3005 Bern

Mitarbeitende:

Clemens Basler

Haustechnikplaner:

Klimag AG

Stauffacherstrasse 72

3014 Bern

Mitarbeitende:

Stefan Amacher

2. Preis

dadarchitekten GmbH Dipl. Architekten ETH/HTL/SIA, Bern

Das geforderte Raumprogramm wird im Projekt „Julia“ in einer ostseitigen

Erweiterung der Turnhalle angeordnet. Das, wie die Projektverfassenden

analysieren, heterogene Ensemble der bestehenden Schultrakte

wird dadurch nicht weiter mit Bauten belastet und in seiner Ausprägung

erhalten. Mit dieser interessanten städtebaulichen Setzung erhält die

Turnhalle durch den kompakten neuen Baukörper ein Gesicht. Gleichzeitig

wird der bestehende Pausenplatz räumlich gefasst.

Die drei Geschosse des Neubauvolumens sind unterschiedlich gross.

Das rückwärtig in den bestehenden Hang eingegrabene Erdgeschoss

umfasst eine Eingangshalle und einen (nicht in diesem Umfang geforderten)

Technikraum. Die Eingangshalle ist so dimensioniert, dass die

Notzufahrt weiterhin gewährleistet bleibt. Allerdings sind funktionale

Konflikte unausweichlich. Ein Dach verbindet die Erweiterung mit dem

bestehenden Erdgeschosszugang auf der Westseite von Trakt 2, was als

suboptimal, aber betrieblich doch denkbar beurteilt wird. Die räumliche

Qualität des Eingangsbereichs bleibt fraglich und wirkt zu kompliziert

ausgebildet.

Die Haupträume befinden sich im 1. und 2. Obergeschoss. Durch einen

Rücksprung im 1. OG wird ein gedeckter Zugang zur Turnhalle und zum

Erweiterungsbau geschaffen. Typologisch sind die beiden Obergeschosse

als Zweibünder organisiert. Im 1. Obergeschoss werden im Anschluss

an die Turnhalle Räume angeordnet, welche nicht zwingend auf Tageslicht

angewiesen sind. Die darüber liegenden Musikräume im 2. Obergeschoss

werden über ein Oberlichtband natürlich – aus Sicht des Beurteilungsgremiums

jedoch mit eindeutig ungenügendem Aussenbezug

– belichtet. Ebenfalls unbefriedigend erscheint der von oben belichtete,

eng und dunkel wirkende Mittelgang. Die Unterrichtsräume in beiden

Geschossen sind ost- oder südorientiert und weisen über Fensterbänder

gute Aussenbeziehungen auf.

Der Lift, der alle neu geschaffenen Räume behindertengerecht verbindet,

kann nicht für die Erschliessung der bestehenden Schulanlage genutzt

werden.

Für die Umsetzung der Erweiterung sehen die Projektverfassenden eine

Holzkonstruktion (Wände) bzw. ein Holz-Beton-Verbundsystem (Geschossdecken)

vor. Die Materialwahl für die äussere Verkleidung – vertikale,

sägerohe Fichtenschalung – sucht den nicht zwingend nachvollziehbaren

Bezug zur Aufstockung des Spezialraumtraktes. Die grüne

Lasur hingegen begründen die Projektverfassenden mit der Absicht,

den Erweiterungsbau mit der Turnhalle zu einer Einheit verwachsen zu

lassen.

Während der Bauzeit, welche durch Vorfabrikation verkürzt werden kann,

ist der Schulbetrieb nur am Rand betroffen. Bau unter Betrieb ist somit

klar erfüllt. Der Zugang zur Turnhalle muss durch ein Provisorium sichergestellt

werden.

17 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„Julia“

dadarchitekten GmbH Dipl. Architekten ETH/HTL/SIA, Bern

Die Anforderungen an Minergie-Eco werden gut bis ausgezeichnet erfüllt.

Konzeptionelle Aussagen zu Volumen, Gebäudehülle, Lüftung und

sommerlichem Wärmeschutz sind plausibel nachvollziehbar. Die ökologischen

Komponenten des Eco-Teils sind im Bericht (und einem Schemaschnitt)

erkennbar und vom Rohstoff, über Herstellung und Rückbau

beurteilbar.

Die Baukosten liegen im Durchschnitt aller Projekte und leicht unter dem

vorgegebenen Kostenziel.

Die städtebauliche Einfachheit und die Klärung der aussenräumlichen

Situation bilden, neben den erfüllten Anforderungen an Kosten und Minergie-Eco,

die positiven Punkte des Projektes „Julia“. Leider weist das

Projekt aus betrieblicher und räumlich-architektonischer Sicht zu viele

Mängel auf und kann so gesamthaft nicht ganz überzeugen.

18 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„Julia“

dadarchitekten GmbH Dipl. Architekten ETH/HTL/SIA, Bern

19 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


20 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Projerktverfassende:

„KLEE“

spaceshop architekten GmbH

Mattenstrasse 90

Postfach

2500 Biel 3

Mitarbeitende:

Benno Aeschlimann

Stefan Hess

Reto Mosimann

Olaf Dolfus

Raphael Oehler

Hanspeter Stauffer

Timo Walker

3. Preis

spaceshop architekten GmbH, Biel

Die Projektverfassenden schlagen im Raum zwischen Trakt 2 und Turnhalle

ein dreigeschossiges, freistehendes Volumen vor, welches durch

seine Höhe auf die Turnhalle Bezug nimmt und lediglich durch einen

zweigeschossigen Zwischenbau mit den Korridoren von Trakt 2 verbunden

ist. Da das rechteckige Volumen quer zum leicht ansteigenden

Hang gesetzt ist, muss durch eher problematisch erscheinende Erdbewegungen

eine entsprechende Ebene geschaffen werden. Die übrigen

Massnahmen im Aussenraum beschränken sich auf die Neugestaltung

des Zugangs zur Turnhalle. Die neue Aussentreppe nimmt Bezug auf den

Zwischenbau und liegt damit in der Achse des neuen Eingangs.

Mit dem städtebaulichen Konzept und der ziemlich unpräzisen und schematischen

Setzung wird die Heterogenität des Gesamtensembles noch

verstärkt. Das neue Volumen wirkt durch die drei Geschosse überdimensioniert

und orientiert sich typologisch mehr an der (hier volumetrisch viel

kleineren) Aula, denn an Schulräumen. Die aussenräumlichen Bezüge

bleiben unklar.

Im Erdgeschoss sind neben einem Lager- und Technikraum die Musikräume

und ein nach Süden orientierter Spezialraum angeordnet. Mobile

Trennwände erlauben eine flexible Nutzung der Räume, lassen aber

Fragen zum Schallschutz offen. In den beiden identischen Obergeschossen

sind die süd- und westorientierten Spezialräume, inkl. Vorbereitung

angeordnet. Alle Geschosse und Räume werden über eine grosszügige,

mehrseitig belichtete und räumlich gut proportionierte Halle erschlossen.

Ein Lift sichert die behindertengerechte Erschliessung des Neubaus und

von Trakt 2 (ohne Untergeschoss). Die im Raumprogramm geforderten

Toiletten werden durch Umbau und Optimierung der bestehenden Anlagen

im Trakt 2 geschaffen. Diese wirtschaftlich interessante Massnahme

erfordert allerdings für die Benutzenden relativ lange Wege.

Konstruktiv handelt es sich grundsätzlich um einen grosszügig verglasten

Massivbau (Betonscheiben und –stützen, Betongeschossdecken).

Die feine Darstellung lässt auf eine Differenzierung zwischen opaken,

halbtransparenten und transparenten Fassadenteilen schliessen.

Die konzeptionellen Aussagen zu Minergie-Eco bleiben leider knapp

und mangelhaft. Der kompakte Baukörper verspricht zwar ein gutes

Volumen-Flächenverhältnis, ein Lüftungskonzept ist erkennbar. Über

sommerlichen Wärmeschutz kann nur spekuliert werden. Pläne und

Begleittext enthalten wenig konkrete Informationen zu Konstruktion,

Materialisierung und Farbgebung.

Der Betrieb in der bestehenden Schulanlage kann – abgesehen von den

Beeinträchtigungen beim Umbau der Sanitäranlagen – unabhängig von

der Realisierung des Neubaus weitergeführt werden.

Die Baukosten liegen im Durchschnitt aller Projekte und leicht unter dem

vorgegebenen Kostenziel.

21 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„KLEE“

spaceshop architekten GmbH, Biel

Die Qualitäten des Projektes „KLEE“ liegen eindeutig im betrieblichen

Konzept und in seiner gekonnten innenräumlichen und architektonischen

Ausformulierung. Andererseits können die beliebige volumetrische Setzung,

die fehlende Einbettung in den Aussenraum und die mangelhaften

Aussagen zu Minergie-Eco das Beurteilungsgremium wenig überzeugen.

Das Konzept bleibt zu schematisch.

22 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„KLEE“

spaceshop architekten GmbH, Biel

23 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


24 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Projerktverfassende:

„betula“

plan b architekten gmbh

markus bühler/ peter buschor/

nicole bühler

Landenbergstrasse 2

8037 Zürich/

Böhl 685

9104 Waldstatt

Mitarbeitende:

Nicole Bühler

Markus Bühler

Maja Stierlin

Madlen Jannaschk

weitere Beteiligte:

Planikum GmbH

Landschaftsarchitekur und

Umweltplanung sia bsla

Burgstrasse 8

8037 Zürich

Bauleitung Gmbh

Patrick Hadorn,

Hans-Peter Kocher

Mattenstrasse 90

2503 Biel - Bienne

2. Rundgang

plan b architekten gmbh, Zürich/ Waldstatt

Mit der Begründung, die bestehende Anlage nicht durch einen weiteren

Anbau zu verunklären, schlagen die Projektverfassenden ein freistehendes,

dreigeschossiges Volumen im Bereich zwischen dem Pausenplatz

und der Turnhalle vor. Mit dieser Positionierung schafft es das Projekt,

den südlichen Aussenraum zu fassen und als Raumfolge zu gliedern. Die

Fluchten der Süd- und Westfassade nehmen präzise Bezug auf die Turnhalle,

jene der Ost- und Südfassade auf Trakt 2. Im Grundriss entsteht

dadurch ein leicht verzogenes Quadrat. Der freistehende Baukörper wird

mit einer brückenartigen Konstruktion – im EG offen, im OG geschlossen

– mit dem Altbau verbunden. Eine ins Neubauvolumen integrierte Aussentreppe

stellt eine interessante Verbindung vom bestehenden Pausenplatz

zur neuen Terrasse zwischen Neubau und Turnhalle her.

Volumetrisch vermag die skulptural wirkende Intervention das Beurteilungsgremium

nicht genügend zu überzeugen. Auch wenn geometrische

Beziehungen zu den bestehenden Bauten erkennbar sind, liegt die Problematik

viel mehr in der strapazierten Massstäblichkeit, in der übertrieben

dargestellten Symbolik, in der unklar angewendeten Typologie. Der

Neubau erscheint – im Widerspruch zu seiner Nutzung – als weiterer

Hauptbau im Gesamtensemble. Die aussenräumlichen Bezüge klären die

Situation zu wenig.

Qualitäten liegen allerdings in spannenden Innenraumbezügen. Die Unterrichtsräume

werden auf drei Geschossen um einen zentralen Kern aus

Beton, der zusammen mit den Stützen die massiven Geschossdecken

trägt, angeordnet. Die Spezialräume sind mehrheitlich gegen Süden und

Osten ausgerichtet. Die nicht tragenden Trennwände erlauben eine spätere

Veränderung der Raumanordnung. Der Lift im Kern erlaubt die behindertengerechte

Erschliessung der neuen Geschosse und – über den

Pausenplatz und die Verbindungsbrücke – von Erd- und Obergeschoss

in Trakt 2. Fraglich erscheint allerdings die Raumqualität des Durchgangs

sowie dessen betrieblicher Gebrauchswert.

Die Räume in den Obergeschossen sind allseitig raumhoch verglast. Als

Blick- und Sonnenschutz schlagen die Projektverfassenden vorgesetzte,

vertikale Holzlamellen vor. Der sommerliche Wärmeschutz ist angedacht

(Masse), die Verschattung jedoch unklar. Wie Minergie erreicht werden

kann, ist konzeptionell gut erkennbar und wirkt weitgehend durchdacht.

Eine Rundumverglasung ist prinzipiell möglich, erfordert jedoch entsprechend

aufwändigere Massnahmen an der Gebäudehülle oder der

Gebäudetechnik. Die Eco-Kriterien sind nur mangelhaft dargestellt und

beurteilbar.

Da sich die Berührungspunkte zwischen Alt- und Neubau auf die Enden

der Korridorzone beschränken, ist die Realisierung ohne Auslagerung

von Schulklassen und ohne Provisorien möglich.

Die Baukosten liegen deutlich über dem Durchschnitt aller Projekte und

überschreiten auch das vorgegebene Kostenziel. Kostentreibend wirken

sich vor allem die grosse Hallenfläche und die recht aufwändige Konstruktion

und Materialisierung aus.

25 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„betula“

plan b architekten gmbh, Zürich/ Waldstatt

Das Projekt „betula“ besticht einerseits durch interessante räumliche

Artikulierungen. Andererseits – und entscheidender – wirken die städtebaulichen

und architektonischen Massnahmen im Kontext für die Aufgabe

nicht adäquat.

26 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„betula“

plan b architekten gmbh, Zürich/ Waldstatt

27 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


28 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Projerktverfassende:

Arn + Partner AG

Architekten ETH HTL SIA

Oberdorfstrasse 33

3053 Münchenbuchsee

Mitarbeitende:

Michael Arn

Bruno Arn

Markus Blöchliger

Barbara Zehnder

2. Rundgang

„rote fade“

Arn + Partner AG Architekten ETH HTL SIA, Münchenbuchsee

Die Projektverfassenden entwickeln die mäandrierende Grundstruktur

der Schulanlage massstäblich weiter. Die nordseitige Schicht von Trakt 2

wird ergänzt. Mit einem rechtwinklig dazu stehenden zweigeschossigen

Baukörper wird der bestehende Pausenplatz räumlich überzeugend gefasst.

Zwischen dem neuen Baukörper und der Turnhalle wird – auf der

Ebene der Sporthalle und über einen Durchgang mit dem bestehenden

Pausenplatz verbunden – ein zusätzlicher Pausenhof vorgeschlagen und

damit den Kindern verschiedene aussenräumliche Qualitäten angeboten.

Durch den Querbau entsteht jedoch auch eine starke und fraglich

erscheinende Trennung zwischen den Aussenräumen.

Gestalterisch orientiert sich der Neubau an der letzten Bauetappe und

versucht durch die neuen Elemente einen roten Faden in die Anlage zu

bringen. Zukünftige Erweiterungen, die im Bericht auch als rückwärtige

Bauten von Trakt 1 vorgeschlagen werden, könnten sich nach den

Vorstellungen der Projektverfassenden diesem Prinzip einordnen. Das

Einpacken der Hauptbaukörper in die Nebenraumschicht hilft jedoch

nicht, die Lesbarkeit der Gesamtanlage zu klären. Warum sich die Architektursprache

für die Gesamtanlage über Nebenbauten erklären soll,

bleibt unklar.

Die Lage des Neubaus ermöglicht im Obergeschoss einen ebenerdigen,

funktional interessanten, für den Schulbetrieb jedoch eher untergeordneten

Zugang, über eine „Brücke“ vom Quellenweg. Hier wirkt der „rote

fade“, ersichtlich noch am Dachrand, bereits ziemlich schwach. Ein im

Eckpunkt der Gebäude richtig liegender Lift erschliesst alle Geschosse

behindertengerecht, inkl. UG.

Die Spezialräume werden im Erd- und Obergeschoss des Neubaus

angeordnet. Grosse Fensterflächen sind nach Westen orientiert. Die

kleinteiligen Musikräume schliessen nordseitig an den bestehenden

Korridor und an die vernünftig umgebaute WC-Anlage in Trakt 2 an. Die

Qualitäten des bestehenden Trakts, insbesondere des Korridors, werden

mit dieser Massnahme allerdings massiv verschlechtert. Das grosse

Nordfenster über der Treppe vermag dies weder zu verbessern, noch

dem rechtwinklig anschliessenden neuen engen Korridor eine würdige

Raumstimmung zu geben. Der zweigeschossige nordseitige Anbau wirkt

im Verhältnis zum Altbau volumetrisch zu aufdringlich und lässt gestalterisch

zu viele Fragen offen.

Der An- und Neubau wird mit statisch vernünftigen Dimensionen mit

Holzrahmenelementen konstruiert. Die Fassade wird aussen mit einer

horizontalen, rot gestrichenen Holzschalung, die inneren Verkleidungen

in OSB-Platten ausgeführt. Ein detaillierter Beschrieb, wie Minergie-Eco

konkret erreicht werden kann, ist plausibel nachvollziehbar. Minergie-

Eco ist konzeptionell richtig und auf einer erstaunlich guten Detailebene

bereits folgerichtig umgesetzt.

Durch die additiven Elemente und dank Vorfabrikation kann der Bau

unter laufendem Schulbetrieb erfolgen. Problematisch und hinderlich

werden sich jedoch die Umbauten und Anbauten nordseitig auswirken.

29 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„rote fade“

Arn + Partner AG Architekten ETH HTL SIA, Münchenbuchsee

Die Baukosten liegen im Durchschnitt aller Projekte und leicht unter dem

vorgegebenen Kostenziel. Kosten für BKP 4 Umgebung sind durch die

relativ umfangreichen Interventionen im Aussenbereich eher hoch; die

Kosten für BKP 2 Gebäude dank wirtschaftlichen Flächennutzungen (z.B.

Umbau Sanitäranlage) tief.

Trotz dem auf den ersten Blick bestechenden und interessanten Situationsansatz

kann das Projekt „rote fade“ nicht vollumfänglich überzeugen.

Einerseits sind es ungelöste aussenräumliche und volumetrisch-gestalterische

Fragen, andererseits betrieblich-innenräumliche Mängel, die für

das Beurteilungsgremium zu wenig kohärent erscheinen. Die erfüllten

Zielsetzungen betreffend Kosten und Minergie-Eco können diese Schwächen

im Projekt zu wenig aufwiegen.

30 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„rote fade“

Arn + Partner AG Architekten ETH HTL SIA, Münchenbuchsee

31 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


32 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Projerktverfassende:

W2 Wiesmann Wild

Architekten AG

Wasserwerkgasse 10

3011 Bern

Mitarbeitende:

Jasmin Brunner

Jan Micha Thielmann

Statik:

WAM + Partner

Bauingenieure und Planer

Münzrain 10

3005 Bern

Mitarbeitende:

Michael Karli

Minergie ECO:

CSD Ingenieure und

Geologen AG

Hessstrasse 27d

3097 Liebefeld

Mitarbeitende:

Urs Gerber

„COCON“

Landschaftsarchitektur:

bbzlandschaftsarchitekten

Wasserwerkgasse 10

3011 Bern

Mitarbeitende:

Tino Buchs

1. Rundgang

W2 Wiesmann Wild Architekten AG, Bern

Die Projektverfassenden erweitern den Trakt 2 in drei Richtungen:

Anbauten in westlicher und nördlicher Richtung und eine Aufstockung

umhüllen das bestehende Volumen auf drei Seiten und ergänzen das

Gebäude zu einer zweibündigen Anlage. Für die Sanierung der bestehenden

Südfassade wird die gleiche Strategie vorgeschlagen. In der

äusseren Erscheinung verschmelzen so Alt und Neu zu einem einheitlichen

Gebäude, was zu einer Beruhigung der Gesamtanlage führt.

Alle neuen Spezialräume werden nach Süden ausgerichtet. Der nordseitige

Anbau nimmt eine zusätzliche Vertikalerschliessung (Treppe und

Lift), die Musikräume und Nebenräume auf. Durch Ausweitungen des

Korridors als Gruppenarbeitsräume wird dieser – trotz Zweibündigkeit

– natürlich belichtet. Dem interessanten Konzeptansatz stehen jedoch

gewichtige Nachteile gegenüber. Durch generell vergrösserte Flächen

und zusätzlich nicht geforderte Räume wird das Volumen überdimensional

und verliert an Massstäblichkeit. Eine an und für sich sinnvolle Hierarchisierung

mit Betonung der Hauptbaukörper wird durch die erreichte

Körnung fraglich.

Betrieblich ist das Projekt sinnvoll aufgebaut. Über die Eingangshalle und

den ins Volumen eingezogenen Vorbereich wird die innere Erschliessung

mit dem Pausenplatz, der Turnhalle und dem Quellenweg verknüpft.

Für die Realisierung der Neubauvolumen schlagen die Projektverfassenden

eine Holzkonstruktion vor (Rahmenelemente für die Wände und eine

Holz-Beton-Verbundkonstruktion für die Geschossdecken). Als Witterungsschutz

dient eine hinterlüftete Verkleidung aus Faserzementplatten.

Das Konzept zur Erreichung von Minergie-Eco wird nachvollziehbar und

klar dargestellt. Die Beurteilung ist generell gut, im Eco-Teil überdurchschnittlich.

Da der nordseitige Anbau Anpassungen über die ganze Länge des bestehenden

Gebäudes zur Folge hat, muss laut Angaben der Projektverfassenden

während 4 Monaten mit dem Bedarf nach einem Provisorium

gerechnet werden.

Die Baukosten liegen im Vergleich deutlich über allen anderen Projekten.

Dies ist insbesondere auf die unverhältnismässig grossen Raumflächen

zurückzuführen. Das geforderte Kostenziel wird klar nicht erreicht, auch

wenn das (im Raumprogramm nicht vorgesehene und wegen Grundwasser

auch nicht mögliche) Untergeschoss nicht mitgerechnet ist.

Das Beurteilungsgremium bedauert, dass ein an und für sich sehr interessantes

Konzept wegen ungenügender Berücksichtigung von wichtigen

Projektzielen – wie Kosten und Raumprogramm – nicht näher berücksichtigt

werden kann.

33 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„COCON“

W2 Wiesmann Wild Architekten AG, Bern

34 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


35 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Projektverfassende:

„Klingender Raum“

Morscher

Architekten BSA SIA AG

Güterstrasse 8

3008 Bern

Mitarbeitende:

Steve Fangerow

Sven Kerkow

1. Rundgang

Morscher Architekten BSA SIA AG, Bern

Das Projekt erweitert Trakt 2 durch einen zweigeschossigen Anbau in

westlicher und nördlicher Richtung zu einer zweibündigen Anlage. Die

Tiefe des nordseitigen Anbaus entspricht der Tiefe der bestehenden

Klassenzimmer; der westseitige Anbau respektiert die Flucht der bestehenden

Südfassade. Das bestechend einfach wirkende Konzept im

Grundriss wirft in der Volumetrie und der Orientierung der Räume jedoch

grosse Fragen auf. Der nordseitige Anbau ist im Massstab problematisch,

verunklärt die innen- und aussenräumlichen Qualitäten des bestehenden

Traktes 2 und setzt den nordseitig liegenden Wohnhäusern mit

wenig Präzision eine Hauptfassade gegenüber.

Die gestalterischen Massnahmen im Bereich des Pausenplatzes und des

Zugangs zur Turnhalle beschränken sich auf ein Minimum.

Im nordseitigen Anbau sind die 5 Spezialräume mit den dazugehörigen

Material- und Vorbereitungsräumen und die Toilettenanlage angeordnet.

Die Räume werden rationell über die bestehenden Korridore bzw. deren

Verlängerung erschlossen. Der Anbau in Verlängerung des bestehenden

Volumens ist als zweigeschossiger Raum ausgebildet, in den ein Betonkörper

hineingestellt ist. Der dadurch gebildete Zwischenraum, von

den Projektverfassenden als „Klangraum“ bezeichnet, soll als Knoten

zwischen Pausenplatz, Turnhalle und Schulanlage funktionieren und für

Pausen und Gruppenarbeiten genutzt werden. Der Betonkörper beinhaltet,

neben einer Treppe, auf zwei Ebenen die geforderten Musikräume.

Die Projektverfassenden verzichten auf den Einbau eines Liftes. Der fast

sakral wirkende introvertierte Klangraum steht im Widerspruch zu seiner

Nutzung. Funktion, Belichtung oder adäquate Raumstimmung bleiben

auf einer oberflächlichen und für die Aufgabe unbefriedigenden Ebene.

Zudem tritt der Klangraum in Konkurrenz zur Haupthalle und wirkt überinstrumentiert.

Trotz einer zwar stimmungsvollen Darstellung und einigen wenigen

Stichworten im Text (Massivbau, Sichtbeton, Holz) bleiben Fragen zur

konstruktiven Umsetzung und zur konkreten Materialisierung mehrheitlich

unbeantwortet. Die Aussagen zu Minergie-Eco sind mangelhaft und

z.T. widersprüchlich (Solargewinn über vollverglaste Nordfassade; Bild

übrigens ohne Quellenangabe). Obschon die Aufgabe nicht umfassend

erkannt scheint und ein Konzept nur knapp angedacht ist, könnte Minergie-Eco

erreicht werden.

Die Projektverfassenden gehen davon aus, dass der Schulbetrieb während

der Bauphase nur in geringem Masse betroffen ist. Die Massnahmen

in Korridorbereich lassen allerdings einige Konflikte erahnen.

Durch den sparsamen Flächenverbrauch und die ökonomische Struktur

liegen die Baukosten deutlich unter dem Durchschnitt aller Projekte.

„Klingender Raum“ ist das günstigste Projekt und unterschreitet das

Kostenziel deutlich.

36 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„Klingender Raum“

Morscher Architekten BSA SIA AG, Bern

Das Projekt „Klingender Raum“ ist gekennzeichnet durch einen sehr

spannenden ökonomischen Konzeptansatz mit einem Zweispänner. Den

Projektverfassenden gelingt es jedoch nicht, die Vorteile in ein volumetrisch

und betrieblich überzeugendes und den Bedürfnissen angepasstes

Projekt umzusetzen.

37 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„Klingender Raum“

Morscher Architekten BSA SIA AG, Bern

38 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


39 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Projerktverfassende:

„POPKORN“

_Boegli_Kramp Architekten AG

Architekten ETH FH SIA SWB

Route de la Fonderie 8c

1700 Freiburg

Mitarbeitende:

Mattias Boegli

Adrian Kramp

Julia Döring

Kosten/ Termine und

Bauleitung:

Atelier d‘architecture

Dominique Rosset SA

Route de la Fonderie 2

1705 Freiburg

Bauingenieur:

ZPF Ingenieure AG

St-Johannvorstadt 82

4056 Basel

1. Rundgang

_Boegli_Kramp Architekten AG Architekten ETH FH SIA SWB, Freiburg

Mit einem „Endstück“ wird auf der Westseite von Trakt 2 der neue Anbau

für die Spezialräume markiert. Die Projektverfassenden schlagen bewusst

keine Fortführung der bestehenden Raumstruktur vor, sondern

eine räumliche Modifikation. Durch die Konzentration des Bauvolumens

in diesem Bereich wird der Aussenraum wenig verändert. Aussagen zur

Aussenraumgestaltung bleiben fragmenthaft, wobei die Notzufahrt zur

Turnhalle eine zu grosse Bedeutung erhält.

Der dreigeschossige Gebäudekörper akzentuiert sich durch seine Höhe

und die expressive Ausformulierung übermässig stark. Dies steht im

Widerspruch zu seiner Bedeutung und verstärkt die Heterogenität des

Gesamtensembles. Trakt 2 wird mit dem bereits bestehenden Trakt im

Osten und dem vorgeschlagenen, recht zufällig wirkenden, kompakten

neuen Anbau im Westen stark in seiner Lesbarkeit beeinträchtigt.

Erschlossen wird der Anbau über den bestehenden Korridor von Trakt 2

und über einen grosszügigen neuen Zugang von Süden. Eine vor allem

gegen Süden orientierte Halle erstreckt sich über alle drei Geschosse,

verbunden mit Treppe und Lift. Ein Spezialraum im EG, je zwei im 1.

und 2. OG schliessen westseitig an die Halle an. Die Musikräume sind

nordseitig an den bestehenden Korridor angegliedert. Räumlich wird aus

dieser logisch erscheinenden und betrieblich funktionierenden Anordnung

jedoch keine erkennbare Qualität entwickelt.

Konstruktiv schlagen die Projektverfassenden einen Holzelementbau vor.

Konkrete statisch-konstruktive Angaben und eine detailliertere Materialisierung

fehlen. Die Holzfassade ist geprägt von einem unregelmässigen

und mit wenig Präzision gestalteten Fensterbild. Angaben, wie das Ziel

von Minergie-Eco erreicht werden soll, bleiben sehr mangelhaft. Das

Konzept, ausgenommen die Kompaktheit, bleibt unklar.

Bau unter Betreib ist schematisch nachgewiesen und nachvollziehbar.

Die Baukosten liegen im Vergleich mit allen Projekten im unteren Bereich

und damit auch deutlich unter dem vorgegebenen Kostenziel.

Das Projekt „Popkorn“ ist betrieblich gut mit dem bestehenden Trakt 2

vernetzt. Die volumetrische Ausformulierung und unverhältnismässige

Präsenz stehen für das Beurteilungsgremium jedoch in einem krassen

Widerspruch zur Bauaufgabe und verschlechtern die Gesamtwirkung der

Anlage erheblich.

40 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


„POPKORN“

_Boegli_Kramp Architekten AG Architekten ETH FH SIA SWB, Freiburg

41 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


42 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb


Basel 18.3.2008; rev. 19.3.2008

Objektnr. 07-116

Objekt Wettbewerb - Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Grafik Vergleich Baukosten und Geschossfläche

Kostengenauigkeit +/- 25%

Vergleich Baukosten und Geschossfläche

Budgetbet

rag -25% 1'800 +25% Kosten BKP 1,3, 4

inkl. Honorar BKP 6

1'700

Gebäudekosten

BKP 2 inkl.

Honorar BKP 6

Kosten BKP 1,3, 4

inkl. Honorar BKP

6 Totalkosten

6'000'000

BKP

1'600

adelante ��������� ��������� ��������� ��������� ��������� ���������

5'000'000 betula ��������� ��������� ��������� ��������� ��������� 1'500 ���������

COCON ��������� ��������� ��������� ���������� ��������� ��������� Gebäudekosten BKP 2

1'313

1'400

inkl. Honorar BKP 6

Julia ��������� ��������� ��������� ��������� ��������� ���������

1'300

KLEE ��������� ��������� ��������� ��������� ��������� ���������

4'000'000 Klingender Raum ������� ��������� ��������� ��������� ��������� 1'200 ���������

POPCORN ������� ��������� ��������� ��������� ���������

1'100

-25%

rote fade ��������� ��������� ��������� ��������� ���������

939 919

943

1'000

900

850

3'000'000

812 900

780

800

+25%

700

m2 GF

Klingender Raum

43 Erweiterung Schulanlage Bodenacker Münchenbuchsee

Bericht des Beurteilungsgremiums zum Projektwettbewerb

600

2'000'000

CHF Investition BKP 1-4, 6

500

Budget

400

300

rote fade

POPCORN

1'000'000

200

100

m2 GF / Projekt

KLEE

Julia

COCON

betula

adelante

0

0

PROJEKTE

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