Neue Abstraktion in der aktuellen Malerei - Sebastian Fath ...

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Neue Abstraktion in der aktuellen Malerei - Sebastian Fath ...

einzufangen. Die Oberflächenbehandlung ist bei Abts sehr rough, denn

sie malt nicht einfach abgezirkelte Flächen mit mehr oder weniger

großem Farbgefühl aus, sondern sie lässt diverse Schichten unter dem

Motiv erkennen, bei denen die Grate und manchmal auch ein Hauch von

Duktus durchscheinen und thematisiert so den Malprozess selbst.

Inhaltlich entzieht sich Abts der Deutung vollends, sie gibt keine

Hinweise auf ihren Bezug zu Strömungen oder Stilrichtungen der

Moderne und wirkt letztlich wie ein jenseits der Zeit agierender Solitär im

Feld der Abstraktion

(s.a. Kurzportrait)

Martin Kobe (Jg. 1973)

Martin Kobe, ohne Titel, Acryl auf Leinwand, 70 x 70 cm, 2010, courtesy Christian Ehrentraut,

Berlin, Foto: Herbert Boswank

Bei den Gemälden von Martin Kobe, der Anfang der 2000er Jahre im

Umfeld der Neuen Leipziger Schule bekannt wurde, handelt es sich im

wahrsten Sinne des Wortes um Abstraktionen. Genauer: Um

Abstraktionen von realen Dingen. Noch genauer: Um Abstraktionen von

Architekturansichten der Moderne. Allerdings malt Kobe nicht einfach

Architekturfotos ab, die durch einen Abstraktfilter gejagt wurden.

Vielmehr transformiert und konstruiert er seine collagenhaften

fragmentierten Raumphantasmen, die so in der Realität nicht existieren

und auch nicht existieren könnten. Es gibt unterbrochene Fluchten,

verschränkte Ebenen, untiefe Tiefen, der Blick rennt ins Leere oder

gegen Wände, die wiederum nicht mit der zugehörigen Decke verbunden

sind. Alles ist ein Formexperiment aus perspektivisch manchmal extra

irritierenden Fluchten, allerdings gespickt mit Wahrnehmungsfallen und

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