Museumsmagazin 2011 | 2012 - Kunstmuseum Bonn

kunstmuseum.bonn.de

Museumsmagazin 2011 | 2012 - Kunstmuseum Bonn

Roman Signer, Wasserstiefel Explosion, 1986

Museumsmagazin

2011 | 2012

Einblick: Unsere Sammlungen

Top: Der neue KUNSTPREIS START

Rückblick: Das Ausstellungsjahr 2011

Kunstbegeistert: Bildung & Vermittlung

Interdisziplinär: Kunstdiskurse 2011

Klartext: Katharina Grosse

Ausgezeichnet: Kunstpreise

Ausblick: Das Ausstellungsjahr 2012

Mitmachen: Verein der Freunde


Kunst kommt

von Können,

Anwalt

auch.

RECHTSANWÄLTE

STEUERBERATER

BONN BERLIN

www.meyer-koering.de

Inhalt

Editorial 4

Einblick: Unsere Sammlungen 6

Eine Sammlung muss wachsen! 6

Rheinische Expressionisten im Fokus 6

TOP: Der neue KUNSTPREIS START 8

Rückblick: Das Ausstellungsjahr 2011 10

Programm im Überblick 10

Pressestimmen 12

Kunstbegeistert: Bildung & Vermittlung 20

Interdisziplinär: Kunstdiskurse 2011 24

Symposium Können Bilder lügen? 24

Photography talks 24

Museumsforum 24

Klartext: Katharina Grosse 26

Ausgezeichnet: Kunstpreise 32

Dorothea von Stetten zum Gedenken 33

KUNSTPREIS START 2011 an Max Frisinger 32

August-Macke-Medaille 2012 an Karl-Theo Stammer 32

BONNER KUNSTPREIS 2011 an Julia Schmid 32

Ausblick: Das Ausstellungsjahr 2012 34

Mitmachen: Verein der Freunde des Kunstmuseums Bonn e.V. 40

Angebot: Die Editionen des Vereins der Freunde 42

Impressum 44

Danke! Partner | Sponsoren | Stifter | Förderer 45

Informationen 46


Editorial

Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass die

Verlässlichkeit wirtschaftspolitischer und finanzpolitischer

Wahrheiten oft auch nicht größer ist,

als die einer langfristigen Wetterprognose, hätte

man im vergangenen Jahr dafür reichlich Belegmaterial

sammeln können. Häme ist dennoch

nicht angebracht, schon deswegen nicht, weil es

für die globale Finanzkrise, die wir erleben, tatsächlich

keine bereits vorhandenen Strategien

gibt, an denen man sich orientieren könnte. Aber

eines lässt sich aus den gewaltigen Verwerfungen,

die wir seit einigen Jahren erleben, zweifellos

lernen, dass wir mehr von Spekulationen, Projektionen,

Sehnsüchten und Ängsten gesteuert sind

als von objektivierbarer Rationalität.

Für Kultur und Kunst ist das eine Chance, ihre

gesamtgesellschaftliche Bedeutung erheblich zu

steigern. Gerade die Künste und deren Denken in

Strukturen permanenter Veränderung und Kontingenz

sind, als spezifische Wissensform, prädestiniert

für die komplexen Systemoperationen, die

den Strukturen einer globalisierten Welt gerecht

werden. Kunst und Museen sind also gerade in

schwierigen Zeiten, in denen die Freiwilligkeit der

Kulturförderung faktisch zu massiven Einschnitten

führt, wichtiger denn je.

Wie viele andere Kultureinrichtungen versucht

auch das Kunstmuseum Bonn den Spagat zwischen

gestiegener Verantwortung und knapper werdenden

Ressourcen so zu gestalten, dass vor allem der

künstlerische Output nicht leidet. Insofern freuen

wir uns sehr, Ihnen 2012 neun hochkarätige Projekte

zwischen modernen Klassikern und jungem

Experiment anbieten zu können. Nach dem installativen

Auftakt mit dem Belgier Kris Martin widmen

wir dem für unser Haus Identität stiftenden

Feld der Malerei mit den Ausstellungen zu Albert

Oehlen und David Reed zwei große, speziell für unser

Haus erarbeitete Präsentationen. Unsere Schau

zu den leuchtend­frischen Papierarbeiten Ernst

Wilhelm Nays knüpft an die Nay­Retrospektive

an, die das Kunstmuseum 2002/03 gezeigt hatte.

Mit Lewis Baltz setzen wir die Reihe zur amerikanischen

Fotografie fort, die wir 2010 erfolgreich

4

mit Mitch Epstein begonnen hatten, und widmen

diesem zentralen Anreger konzeptueller Fotografie

seine erste institutionelle Einzelausstellung in

Deutschland. Die Ausstellung für Kinder und

Jugendliche beschäftigt sich in diesem Jahr mit

dem Klassiker Max Ernst. Mit gleich drei Nachwuchspreisen

entfaltet das Kunstmuseum Bonn

ein breit gefächertes Spektrum zur Förderung

junger Kunst. Neben dem bundesweit ausgeschriebenen,

1984 gegründeten Dorothea von

Stetten-Kunstpreis zeigen wir im Rahmen des

neukonzipierten Bonner Kunstpreises eine innovative

Werkgruppe der in Bonn aufgewachsenen

Künst lerin Julia Schmid. Mit dem 2011 erstmals

vergebenen KUNSTPREIS START an Max Frisinger

setzen wir eine erfolgreich begonnene künstlerische

Bespielung unseres zentralen Treppenhauses

fort. Wesentlich gefördert durch die Bonner Helmut

Andreas Hartwig und Arndt Lingohr, erprobt

dieser aus zwei Komponenten bestehende Kunstpreis

mit dem bundesweit einmaligen Wettbewerb

Gestalte deine Stadt eine neuartige Verknüpfung

zwischen dem Museum und der Bonner Bevölkerung

und trägt damit dazu bei, unser Haus noch

stärker im Bewusstsein der Stadt zu verankern.

Das Wichtigste zuletzt: Am Sonntag, den 17.6. 2012

feiern wir das 20jährige Jubiläum unseres 1992 an

der Museumsmeile eröffneten Neubaus von Axel

Schultes mit einer völlig neu gestalteten Sammlungspräsentation.

Natürlich zeigen wir Ihnen auch

Ankäufe und Leihgaben aus den letzten Jahren; im

Mittelpunkt steht aber die Reflexion der Sammlungsgeschichte

unseres Museums, die wir für Sie

u.a. durch die Rekonstruktion von Künstlerräumen

aus dem Eröffnungsjahr wieder sichtbar machen

wollen. Mit anderen Worten: Wir werden tief in

unsere eigene Vergangenheit tauchen, und versprechen

Ihnen schon jetzt eine Fülle spannender

Entdeckungen und Wiederentdeckungen. Lassen

Sie sich überraschen!

Auf Ihren Besuch freut sich

Ihr

Prof. Dr. Stephan Berg

Intendant

4

5

1

7

10

2

8

In Funktion und

zu Gast im KMB: 1 Ingrid

Stoppa-Sehlbach, Land NRW

2 Katharina Grosse und Intendant

Stephan Berg 3 OB Jürgen Nimptsch

4 Cristina Bechtler, zL Collection 5 Stifter

Helmut Andreas Hartwig und Arndt Lingohr

6 Regina Wyrwoll, Kunst stiftung NRW

7 Heinrich Schulze Altcappenberg, Berliner

Kupfer stich kabinett 8 Karl-Heinz van

Kaldenkerken, Stiftung Kunst d. Spk.

in Bonn und Olaf Nicolai 9 Kultur -

dezernent Michael Schuma-

cher 10 Team KMB

3

6

9


Einblick: Unsere Sammlungen

Eine Sammlung muss wachsen!

Rheinische Expressionisten im Fokus

Eine Sammlung muss wachsen!

Ankäufe sind das Lebenselexier jeder Sammlung. Will

sich ein Museum nicht unfreiwillig „musealisieren“, so

muss es mit der Entwicklung der Künste Schritt halten

und den Sammlungsbestand durch Neuankäufe

mehren. Diesem Anspruch folgend hat das Kunstmuseum

im Jahr 2011 eine Reihe von wichtigen Arbeiten

erworben, allen voran ein sieben mal 20 Meter großes

Bildobjekt von Katharina Grosse. In Seven Days Time,

im Außenbereich des Museums installiert, ist ein

anschauliches Beispiel für Grosses Raum greifende

Malerei, die ihr Spielfeld nicht mehr ausschließlich

im Rahmen des Tafelbildes findet. Schon seit Jahren

arbeitet die Künstlerin an einem erweiterten Malereikonzept,

in dem sie ihre schwebenden Farbkompositionen

auf Innen- und Außenräume überträgt. Das

größte Werk dieser Art ist nun in Bonn zu sehen und

funktioniert schon jetzt als Signet für das Kunstmuseum,

das sich ja als Malereimuseum versteht. Dank

gebührt der Kulturstiftung der Länder, dem Ministerium

für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport

des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung

Nordrhein-Westfalen und der August-Kaiser-Stiftung

Bonn, ohne deren Unterstützung dieses sicher Zukunft

weisende Projekt nicht zu realisieren gewesen

wäre. Dem Werk In Seven Days Time (Abb. Seite 15 und

28/29) und der Arbeit von Katharina Grosse ist auch

der „Klartext“ dieses Museumsmagazins gewidmet;

Intendant Stephan Berg hat mit der Künstlerin dazu

ein Interview geführt, das ab Seite 26 zu lesen ist.

Man braucht also immer wieder Freunde und Unterstützer,

deren Hilfe wir auch den Ankauf eines

Bildes von David Reed verdanken, das von privater

Seite ko-finanziert wurde. Dieses Werk stärkt ebenso

den Sammlungsschwerpunkt Malerei wie zwei

Gemälde des Bonner Kunstpreisträgers 2009, Alexander

Braun, und zwei Hinterglasbilder des Kölner

Künstlers Michael Jäger, die vom Verein der Freunde

des Kunstmuseums angekauft wurden und nun

für die Neuhängung der Sammlung ab Juni 2012 zur

Verfügung stehen. Bereits jetzt können wir aber Gerhard

Richters Schwestern (1967) vorstellen – ein Bild,

das als Leihgabe des Unternehmers Jürgen Hall den

Richter-Raum der derzeitigen Sammlungspräsentation

COLOR AND CONTENT substantiell erweitert.

2011 wurde auch der Bestand des Bildmediums Fotografie

durch wichtige Erwerbungen erweitert. Serien

von Jürgen Klauke und Anna und Bernhard Johannes

Blume verdeutlichen, dass sich „deutsche“ Fotografie

nicht nur auf die neusachliche Tradition der so

genannten „Becher-Schule“ reduzieren lässt. Denn

parallel hierzu existieren verschiedenste Formen inszenatorischer

Fotografie.

Abschließend sei noch der Erwerb dreier Kleinplastiken

von Alexander Braun, der Ankauf des letzten von

Joseph Beuys autorisierten Multiples, Continuum

betitelt, sowie die Schenkung eines Konvoluts von Papierarbeiten

der Künstlerin Hilla Jablonsky erwähnt.

Rheinische Expressionisten im Fokus

Die Werke von August Macke und den Rheinischen

Expressionisten bilden das Zentrum der Sammlung

zur Kunst der frühen Moderne im Kunstmuseum

Bonn. Mackes Weg führte von der Auseinandersetzung

mit den Kunstströmungen seiner Zeit zu eigenen

Farblichträumen. Sein wesentlicher Beitrag zur

Emanzipation der Farbe als gestaltende Kraft des

Bildes kann in der Sammlung eindrucksvoll nachvollzogen

werden. Neben dieser dauerhaften Präsenta-

tion werden auch die Positionen der Künstler aus dem

Kreis der Rheinischen Expressionisten, die Macke 1913

in der Bonner Ausstellung Rheinischer Expressionisten

zusammenbrachte, sichtbar gemacht. Nach Hans

Thuar zeigte das Museum eine Werkauswahl des früh

verstorbenen Paul Adolf Seehaus, dem einzigen Schüler

Mackes. Im Juli 2011 folgte eine Ausstellung von

Arbeiten Heinrich Campendonks, der wie Macke enge

Kontakte zum Blauen Reiter unterhielt. In der Sehnsucht

nach der Einheit der Welt entwickelte er eine

märchenhaft-poetische Bildsprache. Diese Reihe aus

den Beständen des Kunstmuseums wird 2012 fortgesetzt.

Nachdem die Noblen Gäste aus der Kunsthalle

Bremen das Kunstmuseum Bonn verlassen haben,

kann mit Werken der eigenen Sammlung – unter

anderem von Robert Delaunay, Max Pechstein, Ernst

Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Emil Nolde und Alexej

von Jawlensky – verdeutlicht werden, in welchem

künstlerischem Zusammenhang der Rheinische Expressionismus

steht. Gemälde und Skulpturen von

Max Beckmann und Max Ernst weisen den weiteren

Weg in die Kunst des 20. Jahrhunderts.

2

1 H. Campendonk

2 Ausstellungsraum

A. und

B. J. Blume 3 A. Braun

3

4 Leihgeber Jürgen

Hall mit Bild

G. Richter

4

6 7

1


TOP: Der neue KUNSTPREIS START

Der neue KUNSTPREIS START

Die Bonner Helmut Andreas Hartwig und Arndt Lingohr

sind die Stifter des neuen KUNSTPREIS START, der

sich an Nachwuchskünstlerinnen und -künstler richtet,

die ihre Kunst mit herausragender Architektur

verbinden. Diese Erweiterung von Raum zu Kunst ist

das Außergewöhnliche an diesem jährlich zu vergebenden

Preis. Der von einer hochkarätigen internationalen

Jury ausgewählte künstlerische Beitrag schafft

in dem einzigartigen, von Axel Schultes konzipierten

Treppenraum des Kunstmuseums Bonn für die Dauer

von jeweils sechs Monaten ein darauf zugeschnittenes

Kunstwerk. An dieser Arbeit, die genau die

Schnittstelle zwischen Foyer und Ausstellungsräumen

des Museums bespielt, führt buchstäblich kein

Weg vorbei.

Der KUNSTPREIS START, mit einem Projektvolumen

von 20.000 Euro ausgestattet, beinhaltet neben der

Übernahme der Kosten im Zusammenhang mit der

Produktion des Kunstwerks auch eine Publika tion.

Hochrangige Nominatoren wie der Frankfurter Museumsdirektor

Max Hollein, die Kunstsammler Christian

Boros und Harald Falckenberg sowie die Künstler

Georg Herold und Tobias Rehberger wurden neben

den Kuratoren des Kunstmuseum Bonn gebeten, insgesamt

neun künstlerische Positionen zu benennen,

die daraufhin zur Teilnahme am Wettbewerb eingeladen

wurden. Eine fünfköpfige Jury, bestehend aus

Dr. Yilmaz Dziewior (Kunsthaus Bregenz), Dr. Susanne

Gaensheimer (MMK Frankfurt / Kommissarin des mit

dem Goldenen Löwen ausgezeichneten Deutschen

Pavillons bei der diesjährigen Biennale Venedig),

Fanny Gonella (Bonner Kunstverein) sowie Prof. Dr.

Stephan Berg und Dr. Stefan Gronert (Kunstmuseum

Bonn) prämierten als ersten Preisträger den

in Berlin ansässigen Max Frisinger (*1980). Dessen

In s t al la tion Rotor ist bis zum 1. Juli 2012 im Treppenhaus

des Museums zu sehen und lädt zur Annäherung

an die Kunst des Hauses ein. Die Arbeit von

Max Frisinger wird im Kapitel „Ausgezeichnet: Kunstpreise“

eingehend vorgestellt.

Eine weitere besondere Charakteristik des neuen

Preises besteht in der Vermittlung des Projektes an

die Öffentlichkeit. Bei dem zugehörigen Wettbewerb

KUNSTPREIS START Gestalte Deine Stadt ging es darum,

die Energie der Kunst in den öffentlichen Raum

zu transformieren und die Bürger Bonns zu kreativen

Visionen aufzufordern. Aus 62 von mehr als 200 Bürgern

eingereichten Vorschlägen ermittelte eine Jury,

bestehend aus den Initiatoren sowie den Sponsoren

und Kooperationspartnern des KUNSTPREIS START,

sechs Siegerentwürfe. Diese Visionen für Bonn

waren von Ende September bis November 2011 auf

insgesamt über 300 Plakatwänden der Firma Ströer

Out-of-Home Media AG in Bonn und der Region zu

sehen.

Geldpreise von insgesamt 10.000 Euro zur Realisierung

ihrer Ideen, gestiftet von Deutsche Post DHL,

erhielten die drei Beiträge von der Bürgerstiftung

Rheinviertel:

{ Bike-Park für Bonn > Errichtung eines Bikeparks

{ Deva Wolfram: Künstlerplaketten für Bonn > Anbringung

von Gedenkplaketten berühmter Persönlichkeiten

an ihren Bonner Wohnhäusern sowie

Durchführung kultureller Festivitäten zum Gedenken

und zur Erinnerung

{ Marie Hessel, Nicolas Alvarado, Frank Millard:

Kunst-Müllwagen für Bonn > Künstlerische Gestaltung

eines Müllabfuhrwagens

Die Sachpreise des Kameha Grand Hotel im Wert von

über 3.000 Euro gingen an die drei Vorschläge von

Johannes Röhnelt:

{ Mega-Hüpfburg für Bonn > Weithin sichtbare

Hüpfburg auf dem Paffelsberg im Stadtgebiet

Bonn

{ Isabella Schweitzer: Obst-Wasch-Brunnen für Bonn

> Trinkwasserbrunnen auf dem Marktplatz Bonn

{ Stefan Schevardo: Ein Badeschiff für Bonn > Badeschiff

(mobile Schwimmbadplattform) am Bonner

Rheinufer

Der von Helmut Andreas Hartwig und Arndt Lingohr

gestiftete KUNSTPREIS START des Kunstmuseums

Bonn verdankt sich der tatkräftigen Unterstützung

von Ströer Out-of-Home Media AG, Deutsche Post

DHL, Kameha Grand Bonn, dem General-Anzeiger

Bonn und der Stiftung Kunst der Sparkasse in Bonn.

1 Stifter

und Unterstützer

2 – 7 Beiträge der

Preisträger des Wett-

be werbs KUNSTPREIS

START Gestalte

deine Stadt

2 3 4 5

6

8 9

7

1


Rückblick: Das Ausstellungsjahr 2011

Programm im Überblick

11. November 2010 – 23. Januar 2011

MITCH EPSTEIN

STATE OF THE UNION

18. November 2010 – 23. Januar 2011

BONNER KUNSTPREIS 2009

ALEXANDER BRAUN: WienerWalden

10. Dezember 2010 – 13. März 2011

DOROTHEA VON STETTEN-KUNSTPREIS 2010

16. Februar – 15. Mai 2011

GEFÜHL IST PRIVATSACHE

OTTO DIX, GEORGE GROSZ UND DIE NEUE SACHLICHKEIT

Werke aus dem Berliner Kupferstichkabinett mit Leihgaben

15. April – 29. Mai 2011

VIDEONALE 2011

15. Mai – 11. September 2011

STEFANIE GERHARDT

INSIDE

Ausstellung für Kinder und Jugendliche

9. Juni – 4. September 2011

ROSEMARIE TROCKEL

Zeichnungen, Collagen und Buchentwürfe

23. Juni – 25. September 2011

THROUGH THE LOOKING BRAIN

Eine Schweizer Fotosammlung konzeptueller Fotografie

22. September 2011 – 8. Januar 2012

LAURA OWENS

20. Oktober 2011 – 5. Februar 2012

THOMAS RENTMEISTER

OBJECTS. FOOD. ROOMS.

23. November 2011 – 1. Juli 2012

KUNSTPREIS START

MAX FRISINGER

1 Kurator Volker

Adolphs 2 Kuratorin I.

Klein schmidt-Altpeter

3 Video nale-Team 2011 4 Stefanie

Gerhardt mit Kuratorin Sabina Leßmann

5 Kurator Christoph Schreier

mit Rosemarie Trockel und und Anita

Haldemann, Kunstmuseum Basel

2 6 Ruedi Bechtler, zL Collection

7 Katharina Grosse 8 Tho mas

Rent meister 9 Laura

Owens 10 Max

Frisinger

3

4 5 6

7 8 9

10

10 11

1


Rückblick: Das Ausstellungsjahr 2011

Pressestimmen

Dorothea von Stetten-Kunstpreis 2010

Das Niveau dieser erfreulichen Schau junger Kunst ist ausgesprochen hoch. General- Anzeiger

Für die gebürtige Münchnerin ist das Kunstwerk keine statische Größe. Vielmehr entwirft die multimedial

arbeitende Künstlerin in ihren Installationen offene mentale Räume, in denen sowohl sie selbst als auch der

Betrachter frei über Kunst und kulturelle Phänomene reflektieren können. bonnjour

Gefühl ist Privatsache. Otto Dix, George Grosz und die neue Sachlichkeit

Ein Panorama der wichtigsten Künstler der Neuen Sachlichkeit zeigt das Bonner Kunstmuseum.

art Magazin

… eine rasante Revue in Bonn führt Werke der Neuen Sachlichkeit vor. Bilder des Todes und der

Zerstörung, Zeugnisse einer epochalen Ernüchterung, stehen deshalb auch gleich am Anfang

der vorzüglichen Schau im Bonner Kunstmuseum. Neue Züricher Zeitung / nzz online

Die Ausstellung im Bonner Kunstmuseum macht deutlich, dass die Neue Sachlichkeit sich nicht als einheitliche

Kunstrichtung beschreiben lässt. (…) Radikale Politische Stellungnahme, beissende Gesellschaftskritik,

zynische Kommentierung und karikaturhafte Überzeichnung finden sich hier ebenso wie eine konservative

Sehnsucht nach zeitlos-idealem Dasein. Schnüss

Fazit: eine sehr sehenswerte Ausstellung, die dem Kunstmuseum zusätzliche

Pluspunkte einbringt. Kultur - Magazin der Theatergemeinde

Videonale

Prädikat: Unbedingt sehenswert. (…) Gewachsen ist in der Videonale 13, Georg Elbens letzte, das Segment

der Filme, die mit hoher Leinwandqualität starke, bildmächtige Geschichten erzählen und nun auch im Kinoformat

an der Wand gezeigt werden können. General-Anzeiger

Die (…) offene Präsentation der Video-Screens und Projektionen bewährt sich und schafft

erneut eine ansprechende luzide Atmosphäre und umgibt das unauratische Medium mit

einem auratischen Rahmen. Kunstforum international

Stefanie Gerhardt: Inside

Mit irritierender Gleichförmigkeit bewegt sich die Figur an der Schwelle zwischen Bewegung

und Stillstand, zwischen Spiel und konzentriertem Innehalten. (…) Die 36-jährige Künstlerin

erweist sich im Einsatz unterschiedlicher Medien als vielseitig. General-Anzeiger

(…) ein Wechselbad aus bewegter Turbulenz und atemberaubendem Stillstand. Känguru

Zu Stefanie Gerhardts bevorzugten Motiven gehören Kinder, Erwachsene

und: Mäuse! (Ihre Arbeiten) beleuchten das Empfinden von Raum und Zeit,

„Gedankenräume“ und „Zeitverstreichen“. Kultur - Magazin der Theatergemeinde

12

Ausstel-

lungen 2011:

1, 2 Gefühl ist

Privatsache 3 Ste-

fanie Gerhardt,

Inside

1

2

3


Rückblick: Das Ausstellungsjahr 2011

Pressestimmen

Katharina Grosse: In Seven Days Time

Bunt, groß und richtig cool Express

An der Außenfassade zur B9 hin lehnt ein gewaltiger Hingucker als eine riesige gebogene farbige Form,

die fast wie vom Himmel gefallen erscheint. (…) Jedenfalls trifft der Besucher und zufällige Flaneur auf ein

höchst dynamisches und wie zufällig hier gelandetes „Hindernis“, dessen farbige Wucht auf der einen Seite

die Sinne betört und sich andererseits in einer heiter anmutenden Leichtigkeit offenbart. Schnüss

Katharina Grosse hat für Bonn ein außergewöhnliches Kunstwerk geschaffen. Dazu gehört

ästhetisches Gespür, aber auch Mut und Entschiedenheit. Ministerin Ute Schäfer

Eines aber scheint sicher – es ist das neueste und sicherlich eines der beeindruckendsten

Werke von Katharina Grosse. (…) Es hat etwas von zauberhaft

schwebendem Nebel und gleichzeitig von roher Graffitikunst. Kultur Kenner

Katharina Grosses riesige „Scherbe“ vor dem Kunstmuseum Bonn übertrifft alle Erwartungen. Die Skulptur

bringt alles mit, um der Architektur von Axel Schultes einen geist- und spannungsreichen Dialog anzubieten.

(…) Und nicht zuletzt ist sie ein Zeichen dafür, dass man sich im Innern der Architektur mit zeitgenössischer

Malerei beschäftigt – und zwar auf höchstem Niveau. (…) Bonn hat ein neues Wahrzeichen, ein exquisites

Stück Kunst im öffentlichen Raum. General-Anzeiger

Einen echten Farbklecks hat Katharina Grosse mit ihrer Skulptur „In seven days time“ vor das

Kunstmuseum Bonn gesetzt. westline

Eye-Catcher und Aufmerksammacher rheinische ART

Rosemarie Trockel

Die gedämpfte Stille eines Kupferstichkabinetts ist denkbar fern und wird nicht vermisst. Die Ausstellung im

Kunstmuseum Bonn riecht nach Arbeit und Aktion und nicht nach Andacht. Kunstforum

Rosemarie Trockel zeichnet, aber es sind keine Blaupausen ihres Denkens,

sondern ausformulierte Behauptungen, definitive Setzungen, die neben ihren

konzeptuellen und bildhauerischen Arbeiten, den Filmen und berühmten

Strickarbeiten aus eigenem Recht gelten. Süddeutsche Zeitung

Die (…) Schau entpuppte sich als großer Wurf. Die Auswahl von rund 200 Papierarbeiten aus

dem gesamten Schaffen glänzte durch eine Vielseitigkeit, Meisterschaft und Diskursivität, die

den Rang der 1952 geborenen Künstlerin als eine der ganz Großen ihrer Generation unmissverständlich

unter Beweis stellt. (…) Denn so ungeteilt kommt den Papierarbeiten die Aufmerksamkeit

zugute, die sie verdienen und die das Abwesende doch mitdenkt. artist- Kunstmagazin

Bonn präsentiert den Weltstar mit vieldeutigen Persiflagen. WZ-newsline

14

Ausstellungen

2011:

1 Katharina Grosse,

In Seven Days Time

2, 3 Rosemarie

1

Trockel 2

3


Rückblick: Das Ausstellungsjahr 2011

Pressestimmen

So lapidar der Ausstellungstitel, so beeindruckend ist die Schau, die sich

dahinter verbirgt. (…) Als inszenierungsfreudige Raumbildnerin gehört sie zu

den wichtigsten Frauen im weltweiten Kunstbetrieb und hat die Werke für

ihre umfassende Schau selbst ausgewählt. art-magazin

Der mäandernde Parcours bietet einen konzentrierten Einblick in das graphische Werk der Künstlerin (…)

Trockels Anthropologie speist sich aus dem Geist der Romantik, die mit Ironie, Skepsis und dem Zweifel

operiert und eine spielerische Erkenntniskompetenz der Kunst einfordert. Ihre Bilder tragen dazu bei, neue

Gestaltungen des Sichtbaren, des Sagbaren und des Denkbaren zu entwerfen. ARTBLOG Cologne

Die Kölnerin Rosemarie Trockel ist auch eine Meisterin kleiner, zarter Zeichnungen. stern

Trockel unterläuft mit ihren oft dilettantisch anmutenden Zeichnungen die

Erwartungen des Kunstbetriebs und arbeitet surreal gegen Bedeutung von

Ästhetisierung an. Sie ist die deutsche Louise Bourgeois. PR online

Through the Looking Brain

Schöne Schule des Schauens Journal 21, Schweiz

Die Schweizer Sammlung in Bonn zeigt einen kleinen Ausschnitt einer langen, großen Erzählung,

die man immer wieder mit Vergnügen und Gewinn lesen kann. K.West

Bereits der Titel (…) – der augenscheinlich grammatikalisch falsch mit der englischen Sprache umgeht – soll

die Aufmerksamkeit auf den Zusammenhang zwischen Sehen und Denken lenken und damit zugleich eine

Form der visuellen Praxis betonen, die innerhalb der konzeptuellen Fotografie die zentrale Rolle spielt: die

Ausnüchterung der Bildaura. Photo Presse

Aber die Auswahl ist repräsentativ genug, um zumindest im Segment des

Hochqualitativen keine Wünsche offen zu lassen. monopol

Damit fokussiert die Sammlung in beispielhafter Dichte und Qualität einen der zentralen

Aspekte innerhalb der Entwicklung der Fotografie zur eigenständigen Kunstform. photoscala

Laura Owens

Die zarten, häufig skizzenartigen Bilder wirken in ihrer kindlich anmutenden Ornamentik und ihrer symbolisch

aufgeladenen Gegenständlichkeit oft romantisch oder naiv. KulturSpiegel

Einen fantastischen Einblick bietet die Ausstellung (…) mit neuen Arbeiten,

bei der auch 50 Künstlerbücher auf einem Tisch ausgebreitet sind. (…) Die

ganz große Geste hat sie in ihrem neuen neunteiligen Gemäldezyklus in

dunklen Blautönen zelebriert, der einen ganzen Raum (…) einnimmt. Die

Bilder von Owens entziehen sich der Sprache, sie müssen gesehen werden,

16

1

2

3

Ausstel-

lungen 2011:

1, 2 Through

the Looking

Brain 3 Laura

Owens


Rückblick: Das Ausstellungsjahr 2011

Pressestimmen

die erste Einzelausstellung von Owens in einem deutschen Museum ist

genau der richtige Ort dafür. art-magazin

Thomas Rentmeister: Objects. Food. Rooms.

Chaos mit Penatencreme und Nutella: Der Bildhauer Thomas Rentmeister hat Besitz vom Kunstmuseum

Bonn ergriffen. (…) Das Denken in Räumen und Volumina, das Experiment mit Größenverhältnissen,

schließlich die Verführung des Tastsinns durch unterschiedliche Oberflächen durchzieht die exzellente,

repräsen tative Ausstellung. General-Anzeiger

Abschlecken verboten! Kunst aus 200 Kilogramm Nutella Express

Action painting with Objects. Thomas Rentmeister sweetens up and whites out Kunstmuseum

Bonn berlinartjournal

Im Gegensatz zu seinen Polyesterskulpturen, die eine ganz dünne Ober -

fläche haben, unter der sich nur Luft befindet, hat Thomas Rentmeister

Substanz. kunst:art

“Dirty Minimalism” (…) Für seine Installationen und Assemblagen aus Alltagsmaterialien wie Chips,

Nutella, Taschentüchern, Tampons oder Tabletten gebe es keinen besseren Begriff, findet der 1964

geborenen Künstler. monopol

Zugleich läßt sich der Kontrast aus Monumentalität und Vergänglichkeit auch als Allegorie auf

einen Kunstbetrieb lesen, in dem die Halbwertzeit der Gegenwartskunst immer kürzer wird

und das Teuerste manchmal einfach nur ein Fake ist. Wahrscheinlich war Thomas Rentmeister

nie aktueller. FAZ

Dick und klebrig hängt die cremeweiße Schmiere in Ritzen und Fugen, zäh zieht sie sich über Kühlschrankgitter.

(…) Wie Kitt hält sie diese erstaunliche Konstruktion zwischen Plan und Chaos, Architektur und Landschaft,

C.D. Friedrich, Minimal Art und Konsumkritik im Gleich gewicht. K.West

Mit viel Aufwand ahmt der ideologieunverdächtige Ironiker souverän die

klassische Technikbeherrschung nach – und erschafft doch seltsame Hybride,

die man wegen ihrer lockenden Karamelltöne sogleich dem Geschmackstest

unterziehen möchte. Kölner Stadtanzeiger

Max Frisinger: Rotor

So bildet Frisingers gebändigtes und akkurat arrangiertes Müll-Chaos einen reizvollen Kontrast

zur Kunstmuseums-Treppe von Axel Schultes und eröffnet gleichzeitig einen Dialog mit

der wuchernden weißen Arbeit aus Kühlschränken, Penatencreme und Zucker in der aktu ellen

Schau von Thomas Rentmeister. Frisinger hat eine ideale Schnittstelle an der Schwelle zwischen

dem Foyer und Ausstellungsräumen geschaffen. General-Anzeiger

18

Ausstel-

lungen 2011:

1, 2 Laura Owens

3, 4, 5 Thomas Rentmeister,

Objects.

Food. Rooms.

1

2

3

4

5


Kunstbegeistert: Bildung & Vermittlung

Kunstbegeistert! – Das waren mehrere Tausend Teilnehmerinnen

und Teilnehmer an unserem diesjährigen

Vermittlungsprogramm. Vom Frühförderprogramm

für Kinder ab vier Jahren und ihre Eltern über

Vorschul- und Schulkinder bis zum Seniorenkurs bieten

wir für jede Alters- und Interessengruppe spezifische

Angebote.

Öffentliche und kostenfreie Führungen zur Sammlung

und den Sonderausstellungen werden regelmäßig

an den Wochenenden angeboten. Sonntags um

11 Uhr finden Kuratoren-Führungen statt, die von den

festen und freien wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern des Kunstmuseums durchgeführt

werden.

Samstags und jeden ersten Sonntag im Monat jeweils

um 15 Uhr führen die Mitglieder des Arbeitskreises.

Diese Sonntagstermine stehen ganz im Zeichen

von August Macke und den Rheinischen Expressionisten,

dem wichtigsten Fundament unserer Sammlung.

Der Arbeitskreis ist eine seit vielen Jahren fest

etablierte Gruppe von fast 30 Mitgliedern, die sich

wöchentlich zum regelmäßigen Austausch und zur

Diskussion über Kunst vor dem Original in den Ausstellungsräumen

trifft.

Die Vielfalt an Workshops, gebuchten Führungen,

theoretischen und praktisch-bildnerischen Kursen

machen die rund 30 freien spezialisierten Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Abteilung Bildung und

Vermittlung möglich. Ihre Expertisen in den Bereichen

Kunstpädagogik, Kunstgeschichte, freier Kunst

wie auch Kunsttherapie garantieren für die hohe

fachliche Qualität der Veranstaltungen. Und für den

Spaß im Museum sorgt die ganz persönliche Kunstbegeisterung

von allen.

Neu in unserem Programm sind die zwei Formate

Kunstwerker und Kunstkritiker. Hiermit richten wir

uns gezielt an interessierte Erwachsene, die ihren

individuellen Zugang zur zeitgenössischen Kunst sowohl

im eigenen kreativen Schaffen als auch im gemeinsamen

Gespräch suchen.

Großen Stolz und Begeisterung löste die Ausstellung

ihrer Arbeiten bei unseren Nachwuchs-Meisterzeichnern

im Sommer aus. In diesem Begabtenförderkurs

lernen Kinder ab 8 Jahren verschiedene Zeichentechniken

von der Pike auf, und die Entwicklungsschrit-

te des letzten Jahres sind mehr als bemerkenswert!

Im Herbst schlossen wir den inzwischen schon zweiten

Durchgang des Projekts 201X ebenfalls mit einer

Ausstellung ab. Jugendliche und junge Erwachsene

mit Abhängigkeitserkrankungen der LVR Klinik Bonn

treffen auf Schülerinnen und Schüler (diesmal des

Robert-Wetzlar-Berufskollegs) und arbeiten gemeinsam

an ihren eigenen künstlerischen Umsetzungen

zu Themen der Identität. Eine dritte Runde fürs

nächste Jahr ist bereits geplant.

An drei ArtAbenden luden die Nachwuchs-Kunsthistoriker

ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen

– und natürlich auch alle anderen Interessierten – zu

Gesprächen über Kunst in die Sammlung sowie in die

Wechselausstellungen Through the looking brain und

Thomas Rentmeister ein. Als Highlight erwies sich die

Veranstaltung im Dezember 2010, bei der nicht nur

diskutiert, gezeichnet und getextet, sondern auch,

anlässlich der Jahreszeit, Kunstgeschenke hergestellt

wurden.

Beinahe schon als Selbstläufer können auch in diesem

Jahr wieder die überaus erfolgreichen Feste und

Sonderveranstaltungen bezeichnet werden: das Museumsmeilenfest,

die mehrwöchige Kindermalaktion

KinderKunstKinder mit der großen Eröffnungsfeier

im Künstlerforum, Beethoven Bonnensis, das Kinder-

und Jugendprogramm des Beethoven Festivals

und nicht zuletzt das rheinische Lesefest für Kinder

Käpt’n Book. Hier enterte nicht nur der berühmtberüchtigte

Käpt’n alleine das Kunstmuseum, sondern

er hatte auch eine prominente Verstärkung

im Schlepptau: die WDR-Maus. Anlässlich ihres 40.

Geburtstags verbrachte die Maus einen ganzen Tag

im Kunstmuseum, bekam von Prof. Dr. Stephan Berg

eine Torte überreicht, erklärte, was so alles auf einem

Bauernhof passiert und ließ sich von allen Kindern

geduldig streicheln.

ALLERHAND – die Gemeinnützigen Werkstätten Köln

– waren zu Gast im Kunstmuseum Bonn, um im Rahmen

einer Workshopreihe die Rheinischen Expressionisten

und die zeitgenössische Kunst zu studieren,

nach ihnen zu zeichnen und eigene Kompositionen

zu Papier zu bringen. Die Künstlerinnen und Künstler

der Keramikgruppe fanden hier neue Anregungen für

Impressionen

aus der Bildung &

Vermitt lung: 1 Führung

Demokratie ist lustig 2 Art-

Abend 3 Die Maus zu Gast

beim Lesefest Käpt’n Book

im KMB 4 ALLERHAND –

Ausstellung der Kera mik-

gruppe 5, 6 Projekt 201X,

Eröffnung und

Workshop

20 21

3

4

5

6

1

2


Kunstbegeistert: Bildung & Vermittlung

ihre Arbeit. Seiltänzer, Mutter und Kind, Porträt oder

Badende: Die vor den Originalen entstandenen Skizzen

wurden überarbeitet, farbig gestaltet und auf

Keramiken übertragen. Die eindrucksvollen Ergebnisse

konnten am 4. Dezember 2011 im Kunstmuseum

präsentiert und von einem begeisterten Publikum

erworben werden. An diesem Tag war es das ALLER-

HAND-Team selbst, das Führungen und Workshops

zu den Kunstwerken des Museums durchführte.

Barrierefreiheit und Inklusion stellen den Maßstab

und den Anspruch unserer Kunstvermittlung dar. Die

Bonner Werkstätten Lebenshilfe Bonn nutzen seit

1994 wöchentlich das Museum als Ort neuer Erfahrungen

und kreativer Gestaltung. Jahrelange kontinuierliche

Kooperationen mit Förderschulen, mit

dem Bonner Verein für gemeindenahe Psychi atrie,

mit dem Verein für Körper- und Mehrfachbe hind erte

Bonn und vielen anderen Institutionen sind Teil unseres

Vermittlungsprogramms. Dank der Unterstützung

durch den Lions Club Bonn besuchen Schülerinnen

und Schüler der Christophorusschule, aber auch

MitarbeiterInnen der GVP Gemeinnützige Werkstätten

Bonn regelmäßig „ihr“ Kunst museum.

Unter dem Titel Inside lud die in Freiburg lebende

Künstlerin Stefanie Gerhardt (geb. 1974) zur diesjährigen

Ausstellung für Kinder und Jugendliche ein. Die

gleichnamige, 36-teilige Videoinstallation, ein Archiv

kleinformatiger Porträts, ein Video mit „malenden“

Mäusen sowie die lebensecht wirkende Plastik eines

schaukelnden Kindes eröffneten einen Raum voller

Geheimnisse und Uneindeutigkeiten. Die Exponate,

aber auch der Werktisch im Ausstellungsraum sowie

ein breites Workshopprogramm versprachen Kindern

und Jugendlichen einen spielerischen Umgang mit

Malerei, boten Anregungen zum figürlichen Zeichnen

und zur Beschäftigung mit eigenen körperlichen und

gefühlsmäßigen Befindlichkeiten im Zusammenhang

mit Zeit- und Raumwahrnehmung. Rund 20.000

Schülerinnen und Schüler nahmen 2011 an den Workshops

und Veranstaltungen im Kunstmuseum teil.

Das vom Kunstmuseum Bonn in Kooperation mit dem

LVR-LandesMuseum Bonn entwickelte und durch das

Regionale Bildungsbüro im Schulamt der Stadt Bonn

unterstützte Bonner Museumscurriculum für Grund-

schülerinnen und Grundschüler steht nach einer Modellphase

seit Beginn des Jahres allen Schulen zur

Verfügung. Dieses bundesweit einmalige Projekt mit

der Orientierung an den Richtlinien für Grundschulen

in NRW ermöglicht verbindliche und langfristige Kooperationen

mit Schulen und eine nachhaltige Vermittlung

der „Kompetenz Museumsbesuch“.

Ein einmaliges Schulprojekt konnte das Kunstmuseum

dank der Unterstützung durch den Kiwanis-

Club Bonn auch in diesem Jahr mit der Pestalozzi-

Grundschule verwirklichen. Im Anschluss an mehrere

Workshops im Museum gestalteten die Kinder dieser

Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen einen

Raum ihrer Schule und entdeckten nicht nur die

Kunst, sondern auch ihre eigenen Fähigkeiten und

damit „Lebenskunst“.

Auch weiterführende Schulen sind uns willkommene

Kooperationspartner. So haben in diesem Jahr die

ersten Schulen begonnen, im Rahmen der Bildungspartnerschaften

NRW und bezogen auf ihren jeweiligen

schulinternen Lehrplan feste Unterrichtsreihen

mit uns zu entwickeln.

Unter dem Motto Wir fangen früh an! findet eine

Vielzahl an Veranstaltungen für Kinder ab vier Jahren

statt. Ein Schwerpunkt liegt bereits seit den siebziger

Jahren in Angeboten für Vorschulkindergruppen aus

Kindertagesstätten. 2011 finanzierte das Ministerium

für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes

Nordrhein-Westfalen das vom Bonner Kunstmuseum

konzipierte Projekt „ViM“ – Vorschulkinder ins

Museum. Die modellhaften Bausteine zu inhaltlichen

und bildnerisch-technischen Schwerpunkten werden

2012 in einer Publikation vorliegen. Bei diesem Projekt

arbeitete das Museumsteam eng mit Kindertagesstätten

und dem Robert Wetzlar Berufskolleg zusammen,

um übertragbare Module für Kunstmuseen im

Bereich der Arbeit mit Kindern im Vorschulbereich,

aber auch der Ausbildung und Fortbildung der ErzieherInnen

zu entwickeln.

Mit der Konzeption und Durchführung innovativer

Konzepte und deren Präsentation auf Fachtagungen

in Hamburg, Dessau und Dresden nahm das Kunstmuseum

Bonn auch 2011 an überregionalen aktuellen

Diskussionen über Kulturelle Bildung aktiv teil.

Wir haben viel zu bieten. Daher bleiben wir am Ball!

Impressionen

aus der Abt. Bildung

& Vermittlung: 1 Führung

des Arbeitskreises 2 Pesta-

lozzischule Bonn 3 Workshop

für demenziell veränderte Men-

schen 4 Führung Blick hinter

die Kulissen 5, 6 Aus stellung

Inside, Workshop und

Eröffnung

22 23

3

4

5

6

1

2


Interdisziplinär: Kunstdiskurse 2011

Symposium Können Bilder lügen?

photography talks

Museumsforum

Symposium Können Bilder lügen?

Ein Museum ist nicht nur ein Ort des Staunens und

Entdeckens, der einer möglichst breiten Öffentlichkeit

neuere Kunst zeigt, sondern auch ein Ort der Forschung.

Deshalb lässt das Kunstmuseum auch den

wissenschaftlichen Austausch nicht außer Acht. So

waren wir froh, die Philosophische Fakultät der Ludwig

Maximilians Universität München unter Leitung

von Prof. Julian Nida-Rümelin als Kooperationspartner

bei der gemeinsam veranstalteten Tagung Können

Bilder lügen? gewinnen zu können. Die Veranstaltung

fand am 7. Juli 2011 im Rahmen der von der

Kultur stiftung des Bundes unterstützten Reihe PHI-

LOSOPHIE : KUNST statt und stieß auf großes öffentliches

Interesse. Dies war uns auch eine Ermutigung,

die seit 2004 bestehende Reihe von Symposien zur

Kunst in Verbindung mit universitären Einrichtungen

fortzusetzen und so eine große Allianz der Bildungs-

Einrichtungen herzustellen.

Das Symposium Können Bilder lügen? ergänzte sich

besonders glücklich mit der im Kunstmuseum kurz

zuvor eröffneten Ausstellung Through the Looking

Brain – Eine Schweizer Sammlung konzeptueller

Foto grafie, auf deren Inhalt alle fünf Referenten der

Tagung kursorisch eingingen, so dass auch für die

Zuhörer der Tagung eine tatsächliche inhaltliche Verschränkung

zwischen der Museumsarbeit und den

Überlegungen von Philosophen (Kendall Walton,

Klaus Sachs-Hombach, Dominic McIver Lopes) und

Kunst- (Herta Wolf) bzw. Literaturwissenschaftlern

(Michael Wetzel) zustande kam.

photography talks

Ebenso um das Thema der Fotografie geht es auch

bei den photography talks – eine bereits 2005 eingeführte

Reihe von Gesprächen um und mit zeitgenössischen

FotografInnen, die das Kunstmuseum in

Kooperation mit der Universität Bonn (Prof. Anne

Marie Bonnet) zwei Mal jährlich durchführt. Es handelt

sich um eine jeweils zweiteilige Veranstaltungsreihe,

bei der die KünstlerInnen ihr Werk in Bonn

vorstellen. Diesen Beiträgen gehen zunächst Workshops

voraus, bei denen in Kurzstatements (10–15

Min.) aus durchaus unkonventioneller Perspektive

verschiedene Sichtweisen auf die KünstlerInnen er-

möglicht und anschließend diskutiert werden. Die

beiden Veranstaltungsteile finden wechselnd an der

Universität und im Museum statt, wobei in der Regel

eine Woche dazwischen liegt.

Nachdem in den Vorjahren u.a. bereits so prominente

und wichtige FotografInnen wie Jeff Wall, Jörg Sasse,

Jürgen Klauke, Timm Rautert, Thomas Demand,

Katharina Sieverding und der kürzlich verstorbene

Bernhard Johannes Blume nach Bonn kamen, war im

Januar 2011 Hilla Becher zu Gast im gut gefüllten Auditorium

des Kunstmuseums. Das überaus kurzweilige

Gespräch, dem auch Candida Höfer lauschte, war

eine gelungene Gelegenheit nicht nur eine zentrale

Figur der neueren Kunstgeschichte leibhaftig zu bestaunen,

sondern Hilla Becher auch als eine anregende

Persönlichkeit kennen zu lernen: Wer ansonsten

„Schwellenangst“ vor der Kunst verspürt, konnte hier

erleben, das so etwas nicht existieren muss.

Im Mai drehten sich die photography talks um eine

zentrale Figur der Kunst der siebziger Jahre, die mit

ihren reichen Themen die weibliche Emanzipation

in der Kunst in Fotografie und Video erheblich voran

brachte: Thema des lebhaft diskutierten Workshops

im Kunstmuseum war das Werk von Ulrike Rosenbach,

die in der darauf folgenden Woche in der Universität

über ihr Werk referierte. Wieder einmal durfte

gelten: die photography talks bringen das Sehen

und das Denken auf den aktuellen Stand!

Museumsforum

Das Kunstmuseum Bonn und die Stiftung Kunst der

Sparkasse in Bonn veranstalten seit 1989 gemeinsam

das Museumsforum, um interessierten Bürgerinnen

und Bürgern aktuelle Themen der zeitgenössischen

Kunst näherzubringen. Herausragende Persönlichkeiten

aus der Kunstszene, dem Städtebau, der Politik

und anderen Bereichen referieren als ausgewiesene

Experten und geben Antworten auf Fragen, die Kunst

und Museum betreffen. Am 9. November 2011 referierte

Olaf Nicolai über seine Arbeiten aus der letzten

Zeit, Samani und Diabatia. Der 1962 in Halle/Saale

geborene Künstler lebt und arbeitet in Berlin.

1 Symposium

Philosophie : Kunst

2 Referenten, Leiter

Stefan Gronert

(Mitte) und Team

24 25

1

2


Klartext: Katharina Grosse

Katharina Grosse wurde 1961 in Freiburg/Breisgau geboren und lebt und

arbeitet in Berlin. 2000 – 2010 hatte die Künstlerin eine Professur an der

Kunsthochschule Berlin-Weissensee inne; seit 2010 ist sie Professorin an der

Kunstakademie Düsseldorf.

Die Malerei als Möglichkeitsraum

Katharina Grosse und Stephan Berg im Gespräch

über die 2011 am Kunstmuseum Bonn installierte Außenarbeit

In Seven Days Time

Stephan Berg Es gibt ja immer wieder die Diskussionen darüber, dass Malerei nicht in der Lage

sei, zu der heutigen Situation einer globalisierten Welt etwas Zeitgemäßes beizutragen. Du

gehörst zu den Künstlerinnen, die nicht nur systematisch und analytisch über das Medium

nachdenken, sondern auch nahezu emphatisch die Möglichkeiten der Malerei beschwören.

Worin liegen die Chancen der Malerei?

Katharina Grosse Ich glaube, dass zeitgenössische Kunst generell etwas Wichtiges zu unseren

aktuellen Lebensfragen beitragen kann. Da ich aber Malerin bin, befasse ich mich vor allem

mit den Möglichkeiten des gemalten Bildes. Mich interessiert, welche neuen Denkvorgänge

durch das gemalte Bild ausgelöst werden und wie sie dazu beitragen, dass wir fruchtbarer und

flexibler in den multiplen öffentlichen Räumen navigieren und sie dabei beeinflussen können.

Das gemalte Bild unterscheidet sich dabei von allen anderen bilderzeugenden Vorgängen.

Denn im gemalten Bild sind klar nacheinander produzierte Handlungen gleichzeitig sichtbar,

sich ausschließende Systeme können hier also sichtbar koexistieren. Dadurch kann man die

Erfahrung machen, dass sowohl die zeitliche Reihung von Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart

als auch Kausalzusammenhänge fundamental zu hinterfragen sind. Die Stärke der

Malerei liegt also unter anderem darin, dass sie diese Paradoxe sichtbar erproben kann. Und

das hat Einfluss auf das Erleben und Gestalten unserer aktuellen Lebenswirklichkeit. Da Stagnation

in gesellschaftlichen, aber auch persönlichen Bereichen meist mit dem Verweis auf die

Vergangenheit bzw. durch Ursache-Wirkungsketten gerechtfertigt wird, kann das Erkennen der

Koexistenz sich ausschließender Systeme in dem gemalten Bild zu einem analogen Denkprozess

in allen Bereichen unseres Lebens führen.

Damit dies geschieht, muss die Gesellschaft aber bereit sein, das von der Kunst angeregte

Denken auf derselben Ebene zu rezipieren wie sogenannte wissenschaftliche, politische oder

wirtschaftliche Fakten. Und da kommt dem Museum und seinen Mitarbeitern als Brücke

zum Publikum eine eminent wichtige Rolle zu. Es liegt unter anderem in eurer Hand, wie die

Erkenntnisse, die von Kunst ausgehen, im Zeigen und im Schreiben darüber vermittelt werden.

SB Dein Repertoire hat sich in den letzten zehn Jahren enorm erweitert. Das betrifft vor allem

die Eroberung des Raumes mit Arbeiten, die sowohl am Diskurs der Skulptur, der Installation,

der Architektur, gewissermaßen auch am Diskurs des Performativen teilhaben. Was bedeutet

dieses Moment der Raumwerdung der Malerei? Und: Ist das überhaupt noch Malerei bzw. hilft

uns dieses Denken in den klassischen Medien-Kategorien überhaupt noch bei der Diskussion

zeitgemäßer künstlerischer Handlungen?

KG In der Malerei wird der vorstellbare, gedachte Raum artikuliert. Ich erkunde mit meiner

Malerei die Konfrontation dieses Möglichkeitsraumes mit seiner Umgebung. Diese Umgebung

ist in einem anderen Grad materialisiert und folgt so anderen, meist messbaren Raumgesetzen

als der gedachte Raum. Wenn aber Vorstellung, Handlung und Materialisierung gleichzeitig

auftreten können, dann ermöglicht uns diese Gleichzeitigkeit in allen Situationen des Lebens

extrem hybride Räume gleichzeitig zu betreten.

SB Was waren die entscheidenden Überlegungen für die Arbeit in Bonn?

KG Ich wollte ein Bild in das Volumen des Raumes tragen, ohne dass es eine skulpturale Masse

als Stütze braucht. Das Bildfeld sollte eine unabgeschlossene Qualität haben und einen Riss im

architektonischen Umfeld verursachen oder wie ein Splitter einer nicht mehr nachvollziehbaren

Handlung auf die Umgebung wirken. Ich will die einheitliche Maßstäblichkeit und Geschlossenheit

der Situation irritieren.

SB Wie bist du auf den Titel In Seven Days Time gekommen und was bedeutet er für dich?

KG Wie viel Zeit können wir überschauen? Eine Minute oder eine Woche oder einen Monat?

Ich kann meine Wahrnehmung von Zeit nutzen, um Zeit auszudehnen oder zu komprimieren.

Zeit wirkt in meiner Arbeit auf derselben Ebene wie Volumen, Farbe, Materialaufwand, Werkzeugwahl;

sie wirkt auf derselben Ebene wie das Licht, der Wind, mein Team, ich, du und das

Mu seum mit all seinen Komponenten.

SB Welche Rolle hat die Architektur von Axel Schultes in deinen Überlegungen gespielt, die ja

bis heute den Anspruch erheben darf, durchaus paradigmatische Parameter für eine zeitgenössische

Museumsarchitektur entwickelt zu haben?

KG Ich benutze das Gebäude als Stütze. Ich sehe es als skulpturale Voraussetzung um meine

Malerei zu zeigen.

SB In Seven Days Time ist räumlich gewordene Malerei und zugleich ein Stück aus einem

offen sichtlich nicht mehr herstellbaren Ganzen. Wie funktioniert diese Arbeit für dich als

Körper: Ist sie einfach ein Malkörper oder selbst auch eigenständige Skulptur? Wie stark

partizipiert sie am Diskurs der Architektur oder ist sie, bei aller Größe, eher modellhaft zu

denken?

KG Ich überdenke meine Ausgangsposition ständig, und dabei frage ich mich immer wieder,

wie die zentralen Eigenschaften der Malerei durch Komponenten des neuen Bildfeldes hervortreten

können und umgekehrt. Mit Komponenten meine ich die architektonische Umgebung,

das Material, die Form, die statischen Möglichkeiten, mein Team, meine Wut und Aggression

usw. Das eine kann also nicht getrennt vom anderen betrachtet werden. Kategoriale Trennungen

führen oft zu sehr formalen Diskussionen, die die Dringlichkeit der Arbeit verschleiern. Da

die Arbeit eine Art von Unvorhersehbarkeit verhandelt – wie ein abrupter Niederschlag aus

einem größeren Zusammenhang –, wird die Kategorie beim Betrachten immer wieder neu

verhandelt.

SB Eine deiner zentralen Fragen ist die, wie das Bild im Raum erscheint. Gibt es dabei einen

kategorialen Unterschied zwischen deinen Leinwandarbeiten und einer Arbeit für den öffentlichen

Raum?

KG Die Arbeit im Raum expandiert, verlangsamt den Blick, vergrößert die Vorkommnisse. Die

Leinwand ermöglicht die Kompression der Handlungsebenen, was zu Schnelligkeit und Vibration

des Blickes führt.

SB Du arbeitest neben anderen Materialien sehr häufig und betont mit der Spraypistole.

Dadurch erhalten manche deiner Arbeiten auf den ersten Blick einen graffitinahen Eindruck.

26 27


Ist diese Nähe zu einer basisdemokratischen Streetsprache gewollt oder verfolgst du ganz

andere Ziele?

KG Trotz ferner ästhetischer Verwandtschaft gibt es keine mentale Verbindung zu Graffiti oder

street art. Im Graffito wird durch Schreiben oder Darstellen ein Areal abgesteckt und als Besitz

markiert, also eine Grenze für ein System festgelegt. Ich schreibe nicht und das Übereinanderlagern

malerischer Handlungen ist unabgeschlossen und expansiv.

SB Du hast einmal gesagt: „Was auf dem Bildfeld erscheint, ist nicht der Realität untergeordnet,

es konstituiert diese Realität.“ Ist das nicht im Grunde ein utopischer Anspruch?

KG Ich erlebe die Welt als Feld, auf dem sich verschiedene Komponenten gleichberechtigt in

jedem Moment ständig neu zu einer Realität zusammenfügen. Ich bin fundamental am Jetzt

und Hier interessiert, daher existiert das Woanders nicht. Ich nehme keine hierarchischen

Unterordnungen wahr, wie es die Annahme von Utopie erfordern würde.

SB Zugleich steht hinter diesem Zitat dein Weltbild, das davon ausgeht, dass die Realität an

sich nicht existiert, sondern eine Illusion ist. Dass also unsere Imaginationen und Projektionen

die Realität erschaffen und somit die Bildebene sozusagen die konstitutive Ebene für die

Realität sei. Ist das im Grunde aber nicht zu einfach gedacht, weil du damit schlicht das Factum

brutum einer uns tagtäglich handfest umgebenden Realität leugnest?

KG Was ich als Bildebene wahrnehme, erfordert das gleichzeitige Denken von Möglichkeitsraum

und gebautem Raum, was du Factum brutum nennst: die Gleichzeitigkeit des Entwederoder.

Es findet also kein diskursives Abwägen statt, sondern vielmehr die ständige Neuformulierung

der Beziehungen zwischen den Komponenten.

SB Der Weg von der Imagination zum tatsächlichen Malen (der Handlung Malen) ist für dich

vergleichbar mit der Bewegung zwischen den Sphären des Privaten und des Öffentlichen.

Kannst du das näher ausführen? Darüber hinaus frage ich mich, ob dies nicht auch vergleichbar

wäre mit dem Transit vom Lokalen zum Globalen. Verhält sich die Wahrnehmung des Lokalen

und Globalen nicht ebenso paradox und bedingungslos verschränkt zueinander wie die des

Imaginierten und Materialisierten?

KG Ich frage mich immer wieder, ob ich mich mit meiner Arbeit auf ein Feld globaler Information

beziehen kann. Kann ich mich überhaupt auf etwas anderes beziehen, also auf das Werk

eines anderen Künstlers oder einer Künstlerin, ohne die Interessenlage aufzugeben, die ich bis

hier ausgelegt habe? Natürlich bin ich in Beziehungen, ob ich will oder nicht. Aber ich halte es

für unwahrscheinlich, dass sie repräsentativ, zeitlinear oder abstrakt sind, und sie können auch

nicht kausal oder hierarchisch sein. Außerdem schließe ich aus, dass sie willentlich zustande

gebracht werden können.

SB Du hast Theatralität mal als eines deiner Ziele bezeichnet. Was verstehst du darunter?

KG Damit meine ich, dass ich mit der Malerei zeigen kann, dass die Realität theatralisch ist, also

aufgeführt werden kann oder muss bzw. dass sie sich selbst aufführt. Dass es also kein Gesicht

hinter der Maske gibt, in dem sie sich realer zeigt als in ihrer Aufführungspraxis. Realität ist

illusionistisch. Das sehe ich durchaus positiv: Denn das heißt auch, dass sie gestaltungsoffen

und nicht auf eine Urform, einen Ursprung oder eine Ursache zurückzuführen und damit zu

bremsen ist. Durch das Betrachten von Inszenierung gewinnt man Abstand von der sozialen

Persona und dadurch viel Unabhängigkeit.

(Ende)

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Ausgezeichnet: Kunstpreise

KUNSTPREIS START 2011 an Max Frisinger

Max Frisinger (*1980) ist der erste Preisträger des

von Helmut Andreas Hartwig und Arndt Lingohr gestifteten

neuen KUNSTPREIS START. Im Mittelpunkt

des jährlich zu vergebenden Preises steht die beispielhafte

Verknüpfung von Architektur und Kunst,

die das Museum immer wieder neu erlebbar macht.

Der in Berlin ansässige Max Frisinger hat sich auf

diesen spezifischen Kontext eingelassen und damit

die hochkarätig besetzte Jury überzeugt. Seine

skulpturale Großinstallation Rotor beherrscht das

Treppenhaus und die Blickführung vom Foyer des

Kunstmuseums aus, fordert zur Annäherung auf

und senkt somit auch die Schwellenangst gegenüber

der Kunst. Der Installation seiner Arbeit ging

eine mehrwöchige Recherchearbeit im Bonner Raum

voraus, wo der Künstler bei Institutionen, Firmen

und an diversen Lokalitäten zahlreiche verschiedenartige

Fundstücke und Objekte gesammelt und sie

anschließend zu einer visuell anregenden Konstellation

zusammengefügt hat. Damit setzt Frisinger ein

machtvolles Zeichen gegen die auratische White-

Cube-Atmosphäre der Architektur und wirft gleichzeitig

Fragen zum Zusammenhang von Kunst und

Gesellschaft auf.

August-Macke-Medaille 2012

an Karl-Theo Stammer

Alle zwei Jahre überreicht die Stadt Bonn die August-

Macke-Medaille an eine Künstlerin oder einen Künstler

der Region als Anerkennung für ihr/sein Gesamtwerk.

Zusätzlich findet jeweils eine Ausstellung im

Künstlerforum Bonn statt, die ebenfalls von der Stadt

unterstützt wird. Die August-Macke-Medaille 2012

wurde im Mai 2011 dem in Bonn und Südtirol lebenden

Künstler Karl-Theo Stammer zuer kannt, der die

Auszeichnung am Sonntag, 12. Februar 2012 im Rahmen

seiner Ausstellung EINSZUM ANDEREN erhält.

Den BONNER KUNSTPREIS hat der Künstler 1993 vor

32

allem wegen seiner Linolschnitte und Zeichnungen

bekommen. In der Ausstellung im Künstlerforum

werden diese umfangreich gezeigt, darüber hinaus

Papierschnitte und „Malerei“, wie der Künstler seine

farbigen Arbeiten (Pastellkreiden auf Papier) nennt.

Im Obergeschoss werden Fotos aus Bruneck/Südtirol

zu sehen sein, die den Liebhabern seiner Fotokunst

durch umfangreiche Publikationen bekannt

sind. Dazu kommen bisher nicht öffentlich präsentierte

Abzüge von Beobachtungen mit der Kamera

auf der Art Cologne aus den letzten Jahrzehnten.

BONNER KUNSTPREIS 2011 an Julia Schmid

Die Stadt Bonn fördert mit dem BONNER KUNST-

PREIS Künstlerinnen und Künstler der Region. Die

in Bonn aufgewachsene Künstlerin Julia Schmid

(*1969) ist Gewinnerin des Preises 2011. In Malerei-

zyklen zu urbanen und ländlichen Biotopen verknüpft

die Künstlerin Fragen nach topo grafischer

Verortung und sozialer Identitätsbildung mit Untersuchungen

zur Struktur des Bildes zwischen Repräsentation

und malerischer Autonomie. Dabei geht

der Malerei eine Phase der Recherche voraus, bei der

die Künstlerin auf städtischen Routen die Pflanzen

eines bestimmten Wegabschnittes sammelt. Für das

mit dem Preis verbundene, von der Bonner IVG geförderte

Atelierstipendium in euro päischen Städten

wählte die Künstlerin Helsinki und Madrid aus. Erste

Sondierungen haben schon in beiden Städten stattgefunden.

Außerdem stellt die Künstlerin im Rahmen

einer Versuchsanordnung je eine exemplarische

Pflanzensammlung von einem Spaziergang in den

größten städtischen Parks von Helsinki und Madrid

zusammen. Eine Fotodokumentation ergänzt diesen

Teil der Stadtrecherche. Die vielschichtigen Ergebnisse

des Projektaufenthaltes fließen in die Ausstellung

ab dem 15. November 2012 im Kunstmuseum Bonn

ein und werden in einem Ausstellungskatalog dokumentiert.

Dorothea von Stetten

zum Gedenken

Es gibt sicher nicht viele Persönlichkeiten, die das

Bonner Kunstleben der vergangenen gut fünfzig

Jahre so nachhaltig geprägt haben wie Dorothea

von Stetten. Geboren am 9. April 1913 in Berlin, organisierte

sie, die schon früh ihre Leidenschaft für

die Kunst entdeckt hatte, ab den 1950er Jahren

Ausstellungen vornehmlich amerikanischer Kunst.

Bekannt mit dem Schriftsteller Thornton Wilder,

dem Designer Charles Eames und dem Direktor des

Museum of Modern Art, Alfred Barr, gelang es ihr

unter anderem Gorky, Pollock und Motherwell in

Deutschland zu präsentieren. Anfang der 1960er

Jahre kuratierte sie die Ausstellung Amerikanische

Zeichnungen 1942 – 1961 im Kunstmuseum, die den

engen, Jahrzehnte langen Kontakt zum Haus begründete.

Doch nicht nur das Kunstmuseum verdankt

ihr viel. 1963 gehörte sie zu den Gründerinnen

des Bonner Kunstvereins, dessen Vorsitzende sie

von 1973 bis 1981 war. Beseelt von einem tiefen bür­

1 2

gerschaftlichen Engagement und

einer großen Liebe gerade zur jungen

Kunst hob sie Mitte der 1980er

Jahre den Verein der Freunde des

Kunstmuseums Bonn aus der Taufe.

Fast zeitgleich setzte sie ein Zeichen

für die Förderung des künstlerischen

Nachwuchses, indem sie ihre Zeichnungssammlung

der Stadt übergab

und den Dorothea von Stetten­

Kunstpreis stiftete. Mit 10.000 Euro

dotiert wird er im zweijährigen Rhythmus im Kunstmuseum

Bonn vergeben, wobei die nächste Preisverleihung

im Oktober 2012 erfolgen wird. So bleibt

Dorothea von Stettens Engagement für die Kunst

auch über ihren Tod am 7. August 2011 wirksam. Die

Stadt Bonn, das Kunstmuseum und der Verein der

Freunde des Kunstmuseums Bonn haben ihr ganz

ohne Frage viel zu verdanken.

1 KUNST-

PREIS START, In-

stallation Rotor von

Max Frisinger 2 Preis-

trägerin BONNER

KUNSTPREIS Julia

Schmid


Ausblick: Das Ausstellungsjahr 2012

LAURA OWENS

THOMAS RENTMEISTER: OBJECTS. FOOD. ROOMS.

KUNSTPREIS START 2011: MAX FRISINGER

KRIS MARTIN: EVERY DAY OF THE WEAK

ALBERT OEHLEN

MUSCHELBAUM, HOLZVOGEL UND AUGENFISCH. Max Ernst für Kinder und Jugendliche

LEWIS BALTZ: Fotografie

DAVID REED: HEART OF GLASS. Gemälde und Zeichnungen 1967 bis 2012

ERNST WILHELM NAY: Gouachen, Aquarelle, Zeichnungen

DOROTHEA VON STETTEN-KUNSTPREIS 2012

BONNER KUNSTPREIS 2011: JULIA SCHMID

KUNSTPREIS START 2012

Bis 8. Januar 2012

LAURA OWENS

Bis 5. Februar 2012

THOMAS RENTMEISTER

OBJECTS. FOOD. ROOMS.

Bis 1. Juli 2012

KUNSTPREIS START 2011

MAX FRISINGER

Siehe Kunstpreise

2. Februar – 22. April 2012

Eröffnung: 1. Februar 2012

KRIS MARTIN

EVERY DAY OF THE WEAK

Das Werk des belgischen Künstlers Kris Martin (*1972)

vermittelt intensive Erfahrungen der Endlichkeit und

des Vorübergleitens, von Leben und Tod. In seinen

Arbeiten, die Installation, Skulptur, Fotografie, Zeichnung,

Schrift, Klang umfassen, diskutiert der Künstler

die Gegenwart der Zeit, die Macht von Vorstellung

und Erinnerung, die Schönheit und ihre Schrecken.

Er fragt auch nach der Möglichkeit von Spiritualität,

Ewigkeit, Religion und Gott. Trotz ihrer melancholischen,

symbolischen und romantischen Aspekte treten

Martins Werke nicht emphatisch und pathetisch

auf, sondern sind oft in einem skeptischen Humor

verankert. Die formale Vielgestaltigkeit und die sinnlichen,

materiellen Qualitäten seiner Objekte verbinden

sich mit konzeptueller Strenge, spielerische Eleganz

mit puristisch kühler Konzentration.

Martin benutzt häufig gefundene Dinge, die ihre eigene

Geschichte mitbringen, und lässt andererseits

Objekte aufwändig produzieren; seine Arbeiten bewegen

sich vom kleinsten Format bis zur Raum füllenden

Inszenierung. Das Kunstmuseum zeigt diese

erste umfassende Ausstellung Martins in Europa in

Zusammenarbeit mit dem Aargauer Kunsthaus in

Aarau und der kestnergesellschaft in Hannover. Zur

Ausstellung erscheint ein umfangreicher, vom Künstler

mitgestalteter Katalog.

1. März – 3. Juni 2012

Eröffnung: 29. Februar 2012

ALBERT OEHLEN

Albert Oehlen (*1954, Krefeld) gehört zu den wichtigsten

deutschen Malern seiner Generation. Zentrale

Bedeutung erlangt sein 30 Jahre umspannendes

Œuvre dadurch, dass es seine grundlegende Skepsis

gegenüber dem Medium Malerei innerhalb des Mediums

selbst artikuliert, anstatt sich von der Malerei

abzuwenden. Die Ausstellung umfasst etwa 50 Arbeiten

aus allen Werkphasen, von den frühen 1980er

Jahren, über die Computerbilder und grauen Bilder

der 1990er Jahre, bis zu den aktuellen, abstrakt-expressiven

Arbeiten des Künstlers, sowie einer Gruppe

von eigens für Bonn entstehenden Werken. Verdeutlicht

wird zum einen Oehlens spezifischer Umgang

mit malerischer Abstraktion, zum anderen reflektiert

die Auswahl das Verhältnis zwischen Linie und Fläche

und damit das Verhältnis zwischen Zeichnung

und Malerei, das bislang in der Beschäftigung mit

Oehlens Werk noch keine zusammenfassende Würdigung

erfahren hat. Mit dieser Ausstellung setzt das

Kunstmuseum Bonn seine Reihe zu zentralen Malereipositionen

fort und nimmt Bezug auf ein seit 2009

in die Sammlung integriertes größeres Konvolut von

Arbeiten Albert Oehlens aus den Jahren 1983 – 2006.

Ein Katalog im Verlag HatjeCantz enthält alle gezeigten

Arbeiten sowie vertiefende Essays zum Werk von

John Corbett, Christoph Schreier und Stephan Berg.

Mit Unterstützung der Kunststiftung NRW und Pro

Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.

1 Kris Martin,

T.Y.F.F.S.H.

2 Albert Oehlen,

Captain Jack 3 Thomas

Rentmeister,

Ohne Titel

2 3

34 35

1


Ausblick: Das Ausstellungsjahr 2012

25. März – 26. August 2012

Eröffnung: 25. März 2012

MUSCHELBAUM, HOLZVOGEL

UND AUGENFISCH

Max Ernst für Kinder und Jugendliche

In seinem Grafikzyklus „Histoire naturelle“ (Erstausgabe

1926), der sich im Besitz des Bonner Kunstmuseums

befindet, schuf Max Ernst (1891–1976) mit

Hilfe der Frottagetechnik 34 Etappen einer „Naturgeschichte“,

die als eine Entfaltung und Offenbarung

des Lebens gelesen werden können. In immer neuen

Begegnungen der Elemente Wasser, Licht, Erde und

Luft entwickelt sich eine Bildergeschichte, in der sich

die Sonne verdoppelt und Landschaften ins Unendliche

ausweiten und sich vertraute Dimensionen von

Bäumen und Blättern wie in Träumen verändern und

auflösen. Lebewesen wie Vögel und Pferde bevölkern

eine fantastische und zauberhafte Welt. Diese grafischen

Metamorphosen werden ergänzt durch Bronzeplastiken,

die als Leihgaben des Max Ernst Museums

Brühl gezeigt werden können. „Muschelbaum,

Holzvogel und Augenfisch“ laden dazu ein, unserem

Auge zu folgen und diesem doch auch zu misstrauen.

Die Präsentation von Naturalien, aber auch die in den

Ausstellungsraum integrierten Arbeitsbereiche zum

Erproben der Frottagetechnik folgen dem Aufruf des

Künstlers, die Welt immer wieder neu zu erfinden

und zu gestalten. Ein Werkbuch mit Texten und Abbildungen

zu Max Ernst regt an zum eigenen Experimentieren

und Fantasieren. In Kooperation mit dem

Max Ernst Museum Brühl des LVR.

10. Mai – 2. September 2012

Eröffnung: 9. Mai 2012

LEWIS BALTZ

Fotografie

Der 1945 in Newport Beach, Kalifornien, geborene

Lewis Baltz zählt seit Beginn der 1970er Jahre zu den

wesentlichen Wegbereitern einer neueren künstlerischen

Fotografie. Besonders unter dem Eindruck der

einflussreichen Ausstellung ”The New Topographics“,

an der er ebenso wie Bernd und Hilla Becher, Robert

Adams u.a. beteiligt war, wurde Baltz anfangs im Hin-

blick auf seine klare Formensprache als Dokumentarist

wahrgenommen, dessen präzise SW-Fotografien

eine Nähe zur Minimal Art besitzen. Später hat sich

das Werk des seit 1986 in Paris bzw. Venedig ansässigen

Fotografen erheblich gewandelt und lässt in

der Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum,

mit Architektur, Landschaft und Ökologie nun auch

rückblickend ein ausgeprägtes politisches Interesse

erkennen. In der ersten Retrospektive in einem deutschen

Museum wird das Gesamtwerk von Lewis Baltz

in seiner ganzen Breite entfaltet und eröffnet nicht

zuletzt im Blick auf diverse Arbeiten im öffentlichen

Raum zahlreiche Neuentdeckungen. Parallel zum Reprint

des längst vergriffenen Katalogs “Rule without

Exception“ von 1990/93 entsteht im Steidl Verlag mit

dem Buch “Just Exceptions“ eine neue Publikation,

die einen Überblick über das Schaffen des Künstlers

ermöglicht. Ferner werden erstmals die Texte des Fotografen

in einem Sammelband publiziert.

17. Juni 2012

NEUERÖFFNUNG DER SAMMLUNG

zum 20jährigen Jubiläum des Kunstmuseums

an der Museumsmeile

28. Juni – 7. Oktober 2012

Eröffnung: 27. Juni 2012

DAVID REED

HEART OF GLASS

Gemälde und Zeichnungen 1967 bis 2012

In David Reeds (*1946 in San Diego) Schaffen spiegelt

sich ein tiefes Wissen über die europäische und amerikanische

Malereigeschichte; zugleich öffnet sich

seine Kunst neuen Medien und künstlerischen Ausdrucksformen,

wenn er sich mit dem Film auseinandersetzt

oder installativ arbeitet. So verbindet seine

Malerei eine gestalterische „Grundlagenforschung“

mit einer intensiven Diskussion dessen, was das

„Bild“ heute überhaupt noch leisten kann. Die weit

gespannten Perspektiven im Werk dieser herausragenden

Malerpersönlichkeit dokumentiert nun die

für das Kunstmuseum Bonn entwickelte Ausstellung.

Historisch wie systematisch argumentierend, spannt

1 Max Ernst,

L'evade 2 Max

Ernst, Elle garde

son secret 3 Lewis

Baltz, Anechoic

Chamber

36 37

1

2

3


Ausblick: Das Ausstellungsjahr 2012

sich der Bogen von den frühen, naturinspirierten Gemälden,

die erstmals in Europa präsentiert werden,

über die „gefrorenen“ Gesten der 1970er-Jahre – Gemälden,

in denen er sich mit dem subjektivistischen

Pathos des abstrakten Expressionismus auseinandersetzt

– bis zu den ornamentalen Werken der letzten

zwanzig Jahre, deren Gestik völlig selbstgenügsam in

sich zu kreisen scheint. Diese an barocke Ornamentik

erinnernden Arbeiten entfalten eine kühle, verführerische

Ästhetik, die gleichwohl Produkt einer komplexen,

durchaus reflektionsgeleiteten Vorbereitungsphase

ist. Dies dokumentieren die in die Ausstellung

integrierten Zeichnungen, die klarlegen, wie stark

sich Sensualismus und konzeptuelle Steuerung bei

Reed verbinden. Gezeigt werden über 80 Arbeiten

des Künstlers, die exemplarisch den Status Quo der

Malerei vor und nach der Jahrtausendwende zur Anschauung

bringen.

20. September 2012 – 3. Februar 2013

Eröffnung: 19. September 2012

ERNST WILHELM NAY

Gouachen, Aquarelle, Zeichnungen

Die Farbe ist das Thema der Kunst von Ernst Wihelm

Nay (1902 – 1968). Sie war das Mittel und das Ziel, mit

der er die bewegte Gestalt des Bildes verwirklichte,

nicht nur in seinen Gemälden, sondern auch in der

großen Zahl der Gouachen, Aquarelle und Zeichnungen.

Die Ausstellung, die das Kunstmuseum Bonn

in Zusammenarbeit mit der Ernst Wilhelm Nay Stiftung

in Köln zeigt, umfasst 150 Papierarbeiten aus

Stiftungs-, Museums- und Privatbesitz. Sie spiegeln

die gesamte Entwicklung des Künstlers. Die Auswahl

verdeutlicht, wie Nay in der Zeichnung die rhythmischen

und konstruktiven Aspekte des Bildes klärte

und wie er sich in Gouache und Aquarell Medien

aneignete, die gleichberechtigt mit der Ölmalerei

die Farbe zum zentralen Akteur des Bildes machen.

Bereits von den seit 1937 entstandenen „Lofoten-

Bildern“ und ihrem intensiven Landschaftserlebnis zu

den „Hekate-Bildern“ der Nachkriegsjahre, die noch

figürlich-mythische Elemente besitzen, zeigt sich die

Energie der Farbe, die sich in den folgenden „Fugalen

Bildern“ immer freier entfaltet. 1955 wird die Scheibe

zum dominanten Bildmotiv, mit dem Nay die Farbe

zu ruhigen Harmonien führt. Seit 1963 beginnt er die

Scheiben zu durchstreichen, wie von selbst entsteht

dadurch die Form eines Auges. In seinen letzten Bildern

nimmt er die in den „Augen-Bildern“ gesteigerte

Dramatik wieder zurück, reduziert die Farben zu

einem raumlosen Nebeneinander von Flächen. In dieser

Einfachheit wird die Eigenmacht der Farbe nochmals

in grandioser Weise anschaulich.

01. November 2012 – 6. Januar 2013

Eröffnung: 31. Oktober 2012

DOROTHEA VON STETTEN-KUNSTPREIS 2012

Zum 15. Mal präsentiert das Kunstmuseum Bonn die

Teilnehmer des mit 10.000 Euro dotierten Dorothea

von Stetten-Kunstpreises. Preisträger der letzten Jahre

waren Sigrun Jakubaschke (1984), Klaus vom Bruch

(1986), Jochen Fischer (1988), Barbara Hée (1990),

Berend Strik (1992), Thomas Florschuetz (1994), Gregor

Schneider (1996), Tamara Grcic (1998), Johannes

Kahrs (2000), Nicole Wermers (2002), Yael Bartana

(2004), Yves Mettler (2006), Kristoffer Akselbo

(2008) sowie Tina Schulz (2010), allesamt Künstler,

die sich in den vergangenen Jahren, nicht zuletzt

dank der Unterstützung des Preises, erfolgreich profilieren

konnten.

15. November 2012 – 3. Februar 2013

Eröffnung: 14. November 2012

BONNER KUNSTPREIS 2011

JULIA SCHMID

Siehe Kunstpreise

29. Oktober 2012 – 19. Mai 2013

Eröffnung: 28. Oktober 2012

KUNSTPREIS START 2012

38 39

1 2

1 Ernst Wilhelm

Nay, Ohne Titel

2 Julia Schmid, Hof

33/Hauptstraße 45

3 David Reed,

# 581

3


Mitmachen: Verein der Freunde

des Kunstmuseums Bonn e.V.

Kunst-Freunde gesucht! Seit mehr als 25 Jahren Verein der Freunde

Eine Freundschaft macht die andere – sagt das Sprichwort. Unsere gilt dem Kunstmuseum

Bonn, das wir seit 1985 ideell und finanziell unterstützen. Unser Verein ist gemeinnützig und

hat sich die ideelle und materielle Unterstützung des Kunstmuseums der Stadt Bonn zur Aufgabe

gemacht. Die jährlich eingeworbenen Mittel erhöhen den Ankaufsetat des Museums.

Insgesamt konnten bisher rund 60 Ankäufe getätigt werden.

Ziele des Vereins Im Vordergrund steht die Mittelbeschaffung

zum Ankauf neuer Werke aus dem Bereich

der zeitgenössischen Kunst sowie der Rheinischen

Expressionisten. Die von der Museumsleitung

vorgeschlagenen und vom Verein erworbenen Werke

werden dem Museum als Schenkung oder Dauerleihgabe

zur Verfügung gestellt. Weiterhin fördert der

Verein die Museumsarbeit durch die Finan zierung

von Führungen, Vorträgen und Diskussionen sowie

– mit eigenen Veranstaltungen – die Kinder und

Jugendarbeit des Museums.

Kunst im Mittelpunkt – unser Vereinsleben Interessante

Gespräche führen, Künstlerinnen und Künstlern

begegnen, mehr über Kunst erfahren, all das

schätzen unsere Mitglieder. Entsprechend weit

gesteckt sind die Aktivitäten des Vereins. In einer

Vielzahl von Veranstaltungen und Vorträgen stehen

die Auseinandersetzung mit neuen Kunstwerken,

der Austausch von Meinungen und Erfahrungen

sowie die Arbeit des Kunstmuseums im Vordergrund.

Die Begegnung mit Kunst, der Besuch anderer Museen,

Galerien und Ateliers, interessante Kunstreisen

mit Gleichgesinnten bestimmen unser Vereinsleben.

Mitglied werden – Mitglied sein Fördernde Mit glieder

unterstützen das Museum mit einem jährlichen

Betrag von mindestens 500 Euro. Darin enthalten

ist der Jahresbeitrag in Höhe von 50 Euro. Über den

Betrag von 450 Euro wird eine steuerlich abzugsfähige

Spendenquittung ausgestellt. Juniormitglieder unter

37 Jahren zahlen 200 Euro. Auch Firmen und Orga -

nisationen können Fördernde Mitglieder werden.

Der Mitgliedsbeitrag für Firmen und Organisationen

beträgt 2.000 Euro/Jahr.

Für das Engagement unserer Förderer bedan ken wir

uns mit { einer ArtCard, d.h. unter ande rem freiem

Eintritt ins Museum und in die Kunst- und Ausstellungshalle

der Bundesrepublik Deutschland { Ein-

ladungen zu exklusiven Ausstellungs-Previews mit

den KuratorInnen und (wenn möglich) Künstler Innen

{ Einladungen zu exklusiven Fest akten und

anderen Veranstaltungen des Vereins { der Möglichkeit,

an Künstlergesprächen und Atel ierbesuchen

teil zu n eh m en { Sonder-Editionen zu Vorzugskonditionen

{ dem Angebot, an Kunstreisen und Exkursionen

des Vereins teilzunehmen.

Reisen des Vereins – immer ein Highlight Venedig

war das Ziel unserer Kunstreise im vergangenen Jahr.

Unter der engagierten hervorragenden fachlichen

Leitung von Prof. Stephan Berg wurde uns ein Feuerwerk

zeitgenössischer Kunst der 54. Biennale, dem

Palazzo Grassi und der Punta della Dogana, aber auch

der „alten“ Kunst des „großen Museums“ Venedig geboten.

Der Ausflug in die Palladio-Stadt Vicenza hat

uns einen umfassenden Einblick in das Schaffen des

großen Renaissance-Baumeisters vermittelt. Als Ziel

der diesjährigen Reise ist New York, wiederum unter

der Leitung von Prof. Berg, vorgesehen. Das geplante

Programm verspricht einen wirklichen Kunstgenuss.

Besuchen Sie unsere Homepage:

www.freunde-kunstmuseum-bonn.de

Der Vorstand und Frau Karoline Scheidemann stehen

Ihnen für Auskünfte gerne zur Verfügung. Bitte senden

Sie ihre Anfrage an: Kunstmuseum Bonn, Karoline

Scheidemann, Friedrich-Ebert-Allee 2, 53113 Bonn,

T 0228 36 76 1178, F 0228 77-6220, Mail: Karoline.

Scheidemann@bonn.de

Vorstand des Vereins Prof. Dr. Klaus Zerres (Vorsitzender),

Prof. Dr. Stephan Berg, RA Dr. Nicolai Besgen,

Dr. Stephanie Bohn, RA Michael Plössner, Prof. Dr.

Ulrich Schlottmann, Nicola Weppelmann

Unsere Ehrenmitglieder Dorothea Freifrau von

Stetten †, Dr. Karl-Wilhelm Wedel, Jürgen Hall, Prof.

Dr. Wilfried Fitting

1 Preview mit

Mitch Epstein

2 Galerienrundgang

3, 4 Reise zur Biennale

Venedig 2011 5 Besuch des

Kanzlerbungalows

6 Atelierbesuch bei

Tony Cragg

40 41

3

1

2

4

5 6


Mitmachen: Verein der Freunde

des Kunstmuseums Bonn e.V.

Geplante Veranstaltungen 2012

31. 01. Preview KRIS MARTIN

05. 02. Neujahrsempfang

28. 02. Preview ALBERT OEHLEN

04. 03. Atelierbesuch bei Jürgen Klauke, Köln

08. 05. Preview LEWIS BALTZ

16. 06. Preview NEUPRÄSENTATION DER SAMMLUNG

26. 06. Preview DAVID REED

21. u. 22. 07. Besuch der Documenta XIII, Kassel

02. 09. Besuch Museum Abteiberg, Mönchengladbach

18. 09. Preview ERNST WILHELM NAY

30. 10. Preview DOROTHEA VON STETTEN-KUNSTPREIS

13. 11. Preview BONNER KUNSTPREIS

27. 11. Preview KUNSTPREIS START

02. 12. Besuch der Deutschen Welle, Bonn

Jan. – Dez. Ausstellungseröffnungen des Kunstmuseums

Reiseangebot

29. 09. – 5. 10. New York City, N.Y.

Angebot: Die Editionen des Vereins der Freunde

„Museums-Kunst“ für Jeden Nicht nur Kunst

sehen, sondern auch mit nach Hause nehmen: Editionen,

also Auflagenwerke, schaffen die Möglichkeit

für Jedermann sich diesen Traum selbst zu erfüllen.

Immer wieder finden sich Künstlerinnen und Künstler

bereit, die sich dem Kunstmuseum verbunden fühlen

und hier auch ausgestellt haben, exklusiv für den Verein

der Freunde des Kunstmuseums einen attraktiven

Beitrag in Form einer Edition zu leisten. Das Editionsangebot

wird nicht nur von den Mitgliedern des Vereins

geschätzt; Anfragen kommen inzwischen aus dem

In- und Ausland. Sei es ein exquisiter Holzschnitt von

Christiane Baumgartner, das Foto Pont Neuf Wrapped

von Christo, die aufwändige Edition Solitudines

des Bonner Kunstpreisträgers Alexander Braun, sei es

das Foto Smith Tire des Amerikaners Mitch Epstein

oder jüngst auch der bemalte Pigmentdruck Western

Art von Rosemarie Trockel: Mit diesen und weiteren

Arbeiten haben Besucher und Interessenten die Möglichkeit

Kunstwerke ihres Lieblingskünstlers einfach

zu erwerben und damit zugleich die Arbeit des Vereins

der Freunde des Kunstmuseums zu unterstützen.

Zu besichtigen sind sie im Foyer des Museums oder

unter www.freunde-kunstmuseum-bonn.de/edi tionen/

Die „Kunstkiste“ von Katharina Grosse Im Rahmen

der Vorstellung Ihrer neuen Außenarbeit In Seven

Days Time gestaltete Katharina Grosse exklusiv für

den Verein der Freunde des Kunstmuseums Bonn

eine besondere, von der Künstlerin gestaltete „Kunstkiste“.

Sie enthält als Lose-Blatt-Sammlung eine Dokumentation

in Text und Bild aller Kunstwerke, die

der Verein der Freunde in mehr als 25 Jahren für das

Kunstmuseum erworben hat. Die „Kunstkisten“ sind

als Unikate selbst farbenprächtige Kunstwerke. Zusätzlich

hat die Künstlerin für den Verein eine Edition

von 23 bearbeiteten Objekten als Vorzugsausgabe

der „Kunstkiste“ entworfen. Der Subskriptionspreis

der „Kunstkisten“ beträgt 80 Euro, die noch verfügbaren

Vorzugsausgaben sind für Fördermitglieder des

Vereins zum Preis von 1.000 Euro, für Nichtmitglieder

1.200 Euro erhältlich. Informationen in der Geschäftsstelle

des Vereins.

1 Galerien-

rund gang

2 Christo, The Pont

Neuf Wrapped Paris

3 Rosemarie

Trockel, Western

Art

42 43

1

2

3


Impressum Danke! Partner|Sponsoren|Stifter|Förderer

des Kunstmuseums Bonn 2011

Herausgeber

Kunstmuseum Bonn

Texte

Volker Adolphs

Stephan Berg

Stefan Gronert

Ute Herborg-Oberhäuser

Irene Kleinschmidt-Altpeter

Sabina Leßmann

Christoph Schreier

Wybke Wiechell

Klaus Zerres

Redaktion & Anzeigen

Ute Herborg-Oberhäuser

Gestaltung & Satz

Annett Frey, www.freysign.de, Freiburg

Druck

Siebengebirgs-Druck GmbH & Co KG, Bad Honnef

Bildnachweis

© Kunstmuseum Bonn und die Künstler

© VG Bild-Kunst, Bonn 2012: A. Braun, H. Campendonk, M. Ernst, S. Gerhardt, K. Grosse, E. Nay-Scheibler,

D. Reed, T. Rentmeister, J. Schmid, R. Trockel

© Fotos: David Ertl, soweit nicht anders angegeben | Kunstmuseum Bonn: S. 5 Abb. 10; 37 Abb. 1, 2; 43 Abb. 2 |

Reni Hansen: Titel, S. 7 Abb. 2, 4; 15 Abb. 1; 19 Abb. 2, 4; 33 Abb. 1–3; 35 Abb. 3; 43 Abb. 3 | Teilnehmer Wettbewerb

"Gestalte Deine Stadt": S. 9 Abb. 1–6 | Videonale Bonn: S. 11 Abb. 3 | Guido Oberhäuser: S. 11 Abb. 6 |

Klaus Zerres: S. 11 Abb. 9; 41 Abb. 1–6; 43 Abb. 1 | Ute Herborg-Oberhäuser: S. 13 Abb. 3; 21 Abb. 1 | Sabina

Leßmann: S. 21 Abb. 2, 4; 23 Abb. 2, 3 | Olaf Bergmann: S. 28/29 | Achim Kukulies: S. 35 Abb. 1 |

Bildtitel

auf den Seiten: Titel und 33: Max Frisinger, Rotor, 2011. Installation Kunstmuseum Bonn | 7 Heinrich Campendonk,

Stillleben mit zwei Köpfen, 1914. Kunstmuseum Bonn | Alexander Braun, Lakewood, 2010. Kunstmuseum

Bonn| 13 Stefanie Gerhardt, Passe, 2004–2011 | 15 und 28/29 Katharina Grosse, In Seven Days Time, 2011.

Kunstmuseum Bonn | 19 Thomas Rentmeister, Muda, 2011. Installationsansicht Kunstmuseum Bonn | 35 Kris

Martin, T.Y.F.F.S.H., 2009. Installationsansicht K20, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. Collection

Mimi and Filiep Libeert, Kortrijk. Courtesy Sies + Höke, Düsseldorf | Albert Oehlen, Captain Jack, 1997.

Privat sammlung | 37 Max Ernst, L’évade, 1926 / Elle garde son secret, 1926. Kunstmuseum Bonn | Lewis Baltz,

Anechoic Chamber, France Télécom Laboratories, Lannion, France, 1989–91 (Ausschnitt). Aus der Serie „Sites of

Technology“. © Courtesy Galerie Thomas Zander, Köln | 39 Ernst Wilhelm Nay, Ohne Titel, 1962. Privatbesitz |

David Reed, #581, 2007–2008. Privatsammlung | Julia Schmid, Hof 33/Hauptstraße 45, 2006/07 (vierteilig –

zugehörige Fotografi e nicht abgebildet). Kunstmuseum Bonn | 43 Christo, The Pont Neuf Wrapped Paris,

1975–85, Jahr. Edition | Rosemarie Trockel, Western Art, 2011. Edition

Die Ministerpräsidentin

des Landes Nordrhein-Westfalen

Verein der Freunde

des Kunstmuseums

Bonn e.V.

Amt für Soziales und Wohnen Bonn

August-Kaiser-Stiftung Bonn

Thomas, Cristina und Ruedi Bechtler, zL Collection, Zürich

Gavin Brown’s Enterprise, N.Y.

Sadie Coles HQ, London

Eiskellerberg.tv

ERGO Stiftung Kunst & Jugend, Hamburg

Galerie Gisela Capitain, Köln

Galerie Thomas Zander, Köln

General-Anzeiger Bonn

Institut für Auslandsbeziehungen e.V. (ifa) Stuttgart

Kiwanis-Club Bonn e.V.

Lions Club Bonn

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Moskito. Das Familienmagazin für Bonn & den Rhein-Sieg Kreis

Margarethe Posselt

Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung

Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West

Dorothea von Stetten-Stiftung Bonn

WDR Kulturpartner

KUNSTPREIS START

Helmut Andreas Hartwig und Arndt Lingohr (Stifter) | Ströer Out-of-Home Media AG |

Deutsche Post DHL | Kameha Grand Bonn | General-Anzeiger Bonn | Stiftung Kunst

der Sparkasse in Bonn

Anzeigenpartner des Museumsmagazins 2011/2012

Meyer-Köring, Rechtsanwälte / Steuerberater, Bonn / Berlin | Bankhaus Lampe | Glasstudio

Borowski GmbH | Siebengebirgs-Druck GmbH & Co KG, Bad Honnef | SWB Stadtwerke

Bonn | Deutsche Post DHL

44 45


Informationen

Kunstmuseum Bonn, Museumsmeile, Friedrich-Ebert-Allee 2, 53113 Bonn

T +49(0)228 77-6260, F -6220, www.kunstmuseum-bonn.de, kunstmuseum@bonn.de

Ständige Sammlungen August Macke und die Rheinischen Expressionisten | Joseph Beuys: Multiples

1965 bis 1986 | Deutsche Kunst seit 1945 | Internationale Fotografie | Grafik- und Videosammlung

Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 11 – 18 Uhr, Mittwoch 11 – 21 Uhr

Schulklassen- und Kindergartenführungen können für 10 Uhr angemeldet werden.

Eintritt Erwachsene 7,- Euro | ermäßigt 3,50 Euro | Familienkarte 14,- Euro | Gruppen ab 10 Pers. 5,60 Euro |

Kinder bis 12 Jahre und Mitglieder des Museums-Vereins frei | Jahreskarte 40,- Euro (ermäßigt 20,- Euro) |

Geschenk-Eintrittskarten: Informationen an der Kasse

Verkehrsverbindungen U-Bahn: 16, 63, 66; Bus: 610, 630 | Haltestelle: Heussallee / Museumsmeile

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