Museumsmagazin 2012 / 2013 - Kunstmuseum Bonn

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Museumsmagazin 2012 / 2013 - Kunstmuseum Bonn

Museumsmagazin

2012 / 2013

Unsere Sammlung

Gesichter des Jahres

Rückblick: Das Ausstellungsjahr 2012

Kunstbegeistert: Bildung & Vermittlung

Interdisziplinär: Kunstdiskurse 2012

Klartext: Wolfgang Ullrich

Ausgezeichnet: Kunstpreise

Ausblick: Das Ausstellungsjahr 2013

Mitmachen: Verein der Freunde


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BONN BERLIN

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Museumsmagazin 2012/2013 Inhalt / 03

4 Editorial

6 Gesichter des Jahres

8 Unsere Sammlung

12 Rückblick: Das Ausstellungsjahr 2012

22 Kunstbegeistert: Bildung & Vermittlung

26 Interdisziplinär: Kunstdiskurse 2012

27 Klartext: Wolfgang Ullrich

30 Ausgezeichnet: Kunstpreise

KUNSTPREIS START

Dorothea von Stetten-Kunstpreis 2012

34 Ausblick: Das Ausstellungsjahr 2013

40 Mitmachen:

Verein der Freunde des Kunstmuseum Bonn e.V.

44 Partner / Sponsoren / Stifter / Förderer

45 Impressum


04 / Editorial

Ein Museum ist ein komplexer Organismus. In ihm arbeitet

eine permanente Dialektik aus Wandel und Kontinuität,

aus Gegenwart und Geschichte. Mit seiner Sammlung

zielt das Museum auf eine Ewigkeit, die es in seinen

Wechselausstellungen immer wieder einer aktuellen

Befragung aussetzt. Das Museum ist eine Zeitmaschine,

in der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft permanent

und bisweilen auf eine durchaus paradoxe Art

miteinander vermischen. „Zurück in die Zukunft“, der

Titel von Robert Zemeckis Hollywoodfilm-Trilogie (1985–

90), die hinter ihrer glitzernden Unterhaltungsoberfläche

eine durchaus differenzierte philosophische Zeitparabel

erzählte, formuliert als Überschrift auch das

Prinzip des Museums: Eine permanente Vergegenwärtigung

des Vergangenen, die einen veränderten

Umgang mit unserer Zukunft erzeugt. Anders

gesagt: Das Museum lebt davon, dass sich in ihm

Dauer und Moment, Vergangenheit und Gegenwart

glaubwürdig begegnen und zugleich mit einem

spezifischen Auftrag für das jeweilige Haus verbinden.

Für das Kunstmuseum Bonn lautet der Auftrag, seine

Stellung als Kompetenzzentrum für die Entwicklung

deutscher Kunst im internationalen Vergleich weiter

auszubauen. Mit seinem Konzept der Künstlerräume,

seiner programmatischen Ausrichtung auf das Thema

der Bildreflexion, also auf die Frage, wie Bilder nicht nur

unsere Wahrnehmung, sondern generell unser Wirklichkeitsverständnis

prägen, verfügt das Museum über ein

schlagkräftiges Instrumentarium zur Vertiefung dieses

deutschlandweit starken Identitätsprofils. Die Ausstellung

Ein expressionistischer Sommer – Bonn 1913 reflektiert

in diesem Zusammenhang unseren um August Macke

gebildeten Sammlungsschwerpunkt der Rheinischen

Expressionisten und rekonstruiert Mackes legendäre

Bonner Ausstellung im Kunstsalon Cohen als Geburtsstunde

dieser losen Künstlergruppierung. Auch Noch nie

gesehen beschäftigt sich mit unserer Sammlung und

präsentiert Ihnen einen Querschnitt durch selten beziehungsweise

nie gezeigte Arbeiten auf Papier aus unseren

Sammlungsbeständen.

HEIMsuchung widmet sich dem Thema des brüchig, unsicher

und unheimlich werdenden (Wohn)raums. Die mit

21 internationalen künstlerischen Positionen besetzte

Schau beleuchtet die Verlagerung eines ehemals bedrohlichen

Außen in ein bedrohliches Innen und die Parallelisierung

von destabilisierten Subjekten und unsicheren

Räumen und greift damit auch ein relevantes gesellschaftliches

Thema auf. Mit Marcel Odenbach setzen wir

unsere Reihe zu zentralen deutschen Künstlerpersönlichkeiten

fort. Odenbach, der im deutschsprachigen Raum

vor allem als Videokünstler bekannt ist, präsentiert dabei

erstmalig einen retrospektiven Überblick über seine

bis ins Jahr 1975 zurückreichenden Papierarbeiten. Die

Ausstellung zum Werk der amerikanischen Farbmalerin

Mary Heilmann wiederum steht im Kontext der großen,

internationalen Malereiausstellungen, die das Haus in

der Vergangenheit beispielsweise zu Philip Guston, Raoul

de Keyser oder David Reed durchgeführt hat. Besonders

gespannt darf man dabei auf den Dialog sein, den Mary

Heilmann mit einem unserer zentralen Sammlungskünstler

– Blinky Palermo – führen wird, dessen 70. Geburtstag

wir gleichzeitig mit dieser Hommage begehen.

Die Videonale, unter dem neuen Doppeldirektorat von

Tasja Langenbach und Jennifer Gassmann, verspricht außerordentlich

spannende Beiträge aus der immer bunter

und unübersichtlicher werdenden Welt des Videofilms.

Nach dem aufsehenerregenden Beitrag von Andreas

Schmitten, freuen wir uns auf die dritte Auflage unseres

neuen Kunstpreises START, der unser ikonisches Treppenhaus

sicherlich erneut völlig verwandeln und zu einem

Ort engagierter Diskussionen machen wird. TRANSFER

KOREA – NRW schließlich, inhaltlich und organisatorisch

getragen vom NRW KULTURsekretariat und zusammen

mit dem Osthaus Museum in Hagen und der Kunsthalle

Düsseldorf kooperativ entwickelt, versammelt jüngere

Künstler aus Nordrhein-Westfalen und aus Korea zu einem

einzigartigen Austauschprojekt zwischen Asien und

Zentraleuropa.

All dies wäre nicht möglich ohne die Hilfe großzügiger

Förderer. Es ist mir deshalb ein Bedürfnis, unseren Hauptpartnern

ganz herzlich zu danken, die unsere Arbeit auf

verschiedenen Ebenen in den letzten Jahren und auch

für die aktuellen Projekte unterstützt und damit erst

möglich gemacht haben. Ich danke dem Land Nordrhein-

Westfalen, der Kunststiftung NRW, der Stiftung Kunst

der Sparkasse in Bonn, der Stiftung für Kunst, Kultur und

Soziales der Sparda-Bank West in Düsseldorf, der Deutsche

Post DHL, der Ströer Out-of-Home Media AG, dem

Bonner General-Anzeiger, dem Kameha Grand Bonn, dem

Bonner Immobilienunternehmen IVG und den Stiftern

des Kunstpreises START, Helmut Andreas Hartwig sowie

Arndt Hartwig. Dafür, dass es möglich war, unsere

Sammlung trotz geringer eigener Möglichkeiten entscheidend

auszubauen, gilt ein großer Dank dem Verein

der Freunde des Kunstmuseums, allen voran dem Vorstand

und seinem Vorsitzenden Klaus Zerres. Ein ebenso

großer Dank geht aber auch an diejenigen, die durch

großzügige Schenkungen unseren Bestand bereichert haben.

Ein großer Dank gebührt hier der Bonner Galeristin

und Sammlerin Margarete Posselt, die dem Museum ein

wichtiges Konvolut übereignet hat, sowie dem Galeristen

Luis Campaña. Für weitere großzügige Unterstützung

danke ich Adrian Koerfer (Sammlung Mondstudio) und

der Bonner Sammlung KiCo.

Sie sehen, es sind viele, die mithelfen, dass unser Museum

auch in Zukunft ein lebendiger, offener, kommunikativer

und dabei zugleich bereichernder und herausfordernder

Ort bleibt. Wir freuen uns, wenn Sie in Zukunft

auch dabei sind.

Herzlich

Ihr Prof. Dr. Stephan Berg

Intendant

Museumsmagazin 2012/2013 / 05


1

5

12

06 / Museumsmagazin 2012/2013 Gesichter des Jahres / 07

Gesichter des Jahres

Begegnungen im Kunstmuseum Bonn

6

2

3

7 8

10 11

13

4

9

1 Ingrid Pfeiffer, Kuratorin Schirn Kunsthalle, und Christoph Schreier, Kurator 2 Albert

Oehlen, Künstler 3 Thomas Zander, Galerist, und Lewis Baltz, Künstler 4 Lewis Baltz,

Künstler, und Olivier Boissière, Autor 5 Stefan Gronert, Kurator 6 Bernard Frize, Künstler

7 Jürgen Nimptsch, Oberbürgermeister Bonn, Stephan Berg, Intendant, und David Reed,

Künstler 8 Jürgen Nimptsch, Oberbürgermeister Bonn 9 Christa Häusler, Galeristin 10

Johannes Becker, Sammler 11 Sabina Leßmann, Kuratorin 12 Team KMB 13 Jörg Heiser,

Chefredakteur von frieze, und Kasper König 14 Thomas Riegger, Galerist 15 Dorothea

von Stetten Preisträgerinnen Katinka Bock, Laura Bielau, Kathrin Sonntag, Erika Hock

und Nina Canell 16 Bernhard Spies, Geschäftsführer Bundeskunsthalle 17 Martin

Schumacher, Kulturdezernent 18 Klaus Schrenk, Generaldirektor Bayrische Staatsge-

14

18

22 23

26

15 16

mäldesammlungen 19 Elisabeth Nay-Scheibler 20 Helmut Joisten, Bürgermeister

Bonn 21 Stephan Berg, Intendant, Klaus Zerres, Vorsitzender Verein der

Freunde KM, und Volker Adolphs, Kurator 22 Kris Martin, Künstler 23 Christoph

Schreier, Kurator, und Martin Fluhrer, Sammler aus Chicago 24 Manfred Jung,

Vorsitzender Bürger für Beethoven 25 Inge Bodesohn-Vogel und Christian Klein,

Ernst Wilhelm Nay Stiftung 26 Irene Kleinschmidt-Altpeter, Kuratorin, und

Achim Sommer, Direktor Max Ernst Museum 27 Madeleine Schuppli, Direk torin

Aargauer Kunsthaus, und Alexander Sies, Galerist 28 Klaus Merkel, Künstler

29 Julia Schmid, Künstlerin

19 20 21

27

24 25

17

28 29


08 / Museumsmagazin 2012/2013 Eine Sammlung muss wachsen! / 09

Unsere Sammlung

1

1 Franz Ackermann, BLAUER HIMMEL, 2012 2 Pia Fries,

Fahnenbild Nr. 6, 2010 3 Rosemarie Trockel, Atheismus,

2007

2 3

EinE Sammlung muSS wachSEn!

Zwanzig Jahre sind es nun her, seit das Kunstmuseum seine

neuen Räumlichkeiten an der Friedrich-Ebert-Allee, den

grandiosen Neubau von Axel Schultes, beziehen konnte.

Zeit genug, um Bilanz zu ziehen, sich, auch mit Blick auf

die Ankäufe der letzten Jahre, Rechenschaft über die

Sammlungs entwicklung abzulegen. Wie hat das Haus seine

Agenda, die Auseinandersetzung mit der Deutschen Kunst

nach 1945, in den vergangenen Jahren fortschreiben können?

Die im Juni eröffnete Neupräsentation der Sammlung,

die unter dem Titel Wasserstandsmeldung läuft, gibt hierüber

eindrücklich Auskunft. Sie zeigt neben bekannten Größen

wie Polke, Palermo, Richter oder Mucha – dessen Installation

Wasserstandsmeldung den Titel für die Neueinrichtung lieferte

– eine Reihe von neuen, jungen Positionen, Werke, die

teils erworben, teils als langfristige Leihgaben an das Haus

gebunden werden konnten. Dank gebührt in diesem Zusammenhang

zuerst einmal dem Verein der Freunde des Kunstmuseums,

der in diesem Jahr vor allem die Kernkompetenz

des Hauses, die Malereisammlung gestärkt hat. Angekauft

wurde beispielsweise das Fahnenbild Nr. 6 von Pia Fries, das

als großformatige Arbeit die bereits vorhandene, bedeutende

Sammlung ihrer Bilder ergänzt. Gleich vier Gemälde wurden

von dem Freiburger Maler Klaus Merkel erworben, der sich

auf ganz eigenständige Weise mit der Verfasstheit des Bildes

auseinandersetzt. Für ihn ist das Gemälde eine Art Container,

in dem Bildteile eine große, sich gelegentlich verselbstständigende

Autonomie besitzen. Eine solche künstlerische Haltung

befragt somit die Einheit des „Werks“, was, bei aller

Unterschiedlichkeit, auch für Franz Ackermanns skulpturalmalerische

Installation, die seit Juni dieses Jahres bei uns zu

sehen ist, gilt. Sie reflektiert den „iconic turn“ einer wachsenden,

ja, explodierenden Bilderflut und gibt ihm zugleich

Gestalt in Form eines beeindruckenden Gesamtkunstwerkes,

das wir der in Bonn angesiedelten KiCo-Stiftung, mit der das

Kunstmuseum seit langem zusammenarbeitet, verdanken.

Sie ist auch Leihgeber eines Raums mit Fotografien des 1970

in Düsseldorf geborenen Andreas Gefeller, der seine Bilder

aus einer Vielzahl von Einzelaufnahmen montiert. Diese bieten

ungewöhnliche Aufsichten, die so unräumlich wirken,

dass sie zwischen Abbildlichkeit und Bildlichkeit changieren.

Auf dem Boden verstreuter Papier- und Plastikmüll, Relikte

eines „Public Viewing“, erscheinen dann fast „malerisch“,

wie die Übertragung eines informellen Gemäldes auf den

Boden der Wirklichkeit. Wer darin Humor, Ironie oder gar

Sarkasmus sehen mag, liegt allerdings falsch. Dies ist eher

die Domäne des Schweizer Fotokünstlers Roman Signer,

dessen dadaistischer Witz einen guten Gegenpol zu der

doch eher strengen, auch im Kunstmuseum gut vertretenen

„Becher-Schule“ darstellt. Drei Fotoserien Signers kann das

Museum nun seit neuestem sein Eigen nennen, dank einer

Schenkung aus Schweizer Privatbesitz, für die wir sehr dankbar

sind! Nicht minder froh sind wir über ein aus Tesamoll

gefertigtes Bild eines Pin-up Girls, eine jüngere Arbeit von

Dirk Skreber, die dem Museum von der Galerie Luis Campaña

geschenkt wurde. Sie zeigt – bei aller Gegenständlichkeit! –

den gleichen experimentellen Geist, die gleiche Lust am Spiel

mit Materialien, wie die Werke Skrebers aus der Sammlung

Mondstudio, über die wir schon seit längerem verfügen. Insofern

ergänzt die Schenkung glänzend den Bestand, so dass

unsere Besucher nun ein umfassendes Bild von Skrebers

künstlerischem Schaffen erlangen können.

Wie allgemein bekannt, geht es dem Kunstmuseum ja nicht

darum, enzyklopädisch zu sammeln, von möglichst vielen

Künstlern möglichst viele Werke zu besitzen. Das Gegenteil

ist vielmehr der Fall. Unser Bestreben ist es, in unseren Augen

wichtige, zukunftsweisende Künstler möglichst breit präsentieren

zu können. Dies ist auch der Hintergrund für den

Erwerb einer Skulptur von Rosemarie Trockel, die wir bei der

nächsten Neuhängung der Sammlung präsentieren werden.

Es handelt sich um einen mit einem zotteligen Filz bezogenen

Sessel, eine Arbeit, die aus dem Jahr 2007 stammt und

den rätselhaften Titel Atheismus trägt. Wie so oft bei Trockel

verleiht der Titel dem Werk einen erweiterten Bedeutungshorizont

und dies gerade dadurch, dass er nicht erklärend

wirkt. Was hat die areligiöse Haltung des Atheismus mit der

anthropomorph-märchenhaften Gestalt dieses Sessels zu

tun? Oder ist diese bärtige Erscheinung doch ganz irdischen

Ursprung – was der Einblick in die hölzerne Konstruktion des

Sessels an der Oberseite nahelegt? In jedem Fall bleibt dieses

Objekt ein Rätsel, ähnlich wie die Vase oder Ohne Titel (Weiße

Endlosstrümpfe), die das Museum schon vor Jahrzehnten

erwerben konnte. So entwickelt sich die Sammlung des

Hauses beispielhaft fort, zwar nicht in großen Sprüngen

– dazu fehlt das Geld – aber doch kontinuierlich. Der Stadt

Bonn, ihren Bürgern und all den anderen tatkräftigen Partnern

des Museums sei Dank!


10 / Unsere Sammlung Museumsmagazin 2012/2013 Rheinische Expressionisten im Fokus / 11

1 2

RhEiniSchE ExpRESSioniStEn im FokuS

Auch die Klassische Moderne, insbesondere der Rheinische

Expressionismus, stand als anderer Schwerpunkt der

Sammlung des Kunstmuseum Bonn 2012 im Fokus des

Hauses. Projekte der Erforschung und Vermittlung der

Sammlung wie die Ausstellungsreihe der Künstler des Rheinischen

Expressionismus wurden fortgesetzt. Nach Heinrich

Campendonk folgte im April 2012 aus den Beständen

des Kunstmuseums eine Auswahl von Werken von Franz

M. Jansen, die bis Mai 2013 zu sehen sein wird. Im Sommer

2013 wird dann eine groß angelegte Ausstellung in Auseinandersetzung

mit der 1913 von August Macke organisierten

Ausstellung Rheinischer Expressionisten dieses bedeutende

Kapitel der frühen Moderne darstellen. Zeichneten die Präsentationen

von Campendonk oder Jansen die Konturen

einzelner Künstler und Teilbereiche der Sammlung nach, so

entwickelte die Werkinstallation, die gemeinsam mit der

Sammlungspräsentation Wasserstandsmeldung im Juni 2012

eröffnet wurde, eine umfassendere Perspektive.

Im Erdgeschoss wurden im Charakter einer Petersburger

Hängung zwei Wände eingerichtet. Rund 50 zum Teil noch

nie gezeigte Werke der Sammlung aus der Zeit zwischen

1910 und 1945 geben einerseits Auskunft über die wichtigen

Positionen der Kunst dieser Zeit und andererseits über die

Geschichte der Erwerbungen des Kunstmuseums in den vergangenen

60 Jahren.

Im April 2012 fand auch ein schwieriges Thema einen erfreulichen

Ausgang. Das Kunstmuseum Bonn und die Erben

erreichten eine Einigung für das Gemälde Leuchtturm mit

rotierenden Strahlen von Paul Adolf Seehaus. Im September

2009 hatten die Erben des jüdischen Kunstsammlers und

Galeristen Alfred Flechtheim (1878–1937) das Kunstmuseum

um die Restitution des 1913 entstandenen und 1949 vom

Museum auf einer Auktion erworbenen Gemäldes ersucht.

Das Kunstmuseum prüfte daraufhin durch eigene Nachforschungen

und durch die Beauftragung von zwei Gutachten

die Ansprüche der Erben. Trotz umfangreicher Recherchen

ließ sich nicht mehr feststellen, ob oder wann und unter

welchen Umständen das Bild Flechtheim, der 1933 emigrieren

musste, unrechtmäßig entzogen wurde. Mit Blick auf die

offen bleibenden Fragen suchte das Kunstmuseum, das das

Verfolgungsschicksal Flechtheims ausdrücklich anerkannte,

1 Rheinische Expressionisten – Teil 4 2 Paul Adolf

S e e haus , Leuchtturm mit rotierenden Strahlen, 1913

eine gemeinsame Lösung mit den Erben, nach der diesen

schließlich vom Verein der Freunde des Kunstmuseum Bonn

die Hälfte des geschätzten Marktwertes gezahlt wurde. So

kann der Leuchtturm mit rotierenden Strahlen, eines der

wichtigsten Werke von Paul Adolf Seehaus und der Sammlung

des Kunstmuseums, im Eigentum des Museums und

damit der Öffentlichkeit zugänglich bleiben.


12 / Rückblick 2012 Museumsmagazin 2012/2013 Albert Oehlen / 13

Das Ausstellungsjahr 2012

Albert Oehlen

”Wer durch die großzügige Ausstellung streift, bekommt

einen starken Eindruck davon, wie der alte Maler-Überdruss

an der symbolischen Vermittlung von Welt dazu

verführt hat, die Wahrheit der Farbe allein auf der Leinwand

zu suchen. “

Welt am Sonntag

”Ein Künstler, der eines Tages zu den Klassikern der Jahrtausendwende

gehören wird.“

Informationsdienst Kunst

”Im Kunstmuseum Bonn werden jetzt sämtliche Werkphasen

Oehlens anhand von 50 Arbeiten vorgestellt, wobei

die Kuratoren den ewig jungen Provokateur eher als modernen

Klassiker vorführen, der trotzig die Möglichkeiten

der Malerei auslotet, nachdem diese ihren Höhepunkt, ja

vielleicht sogar ihr Verfallsdatum überschritten zu haben

scheint.“

art

”Vieles ist verführerisch, raffiniert und ungemein lecker.“

artnet

”In sich verlaufende Farben, Kleckse, Farbwürste, Linien,

Punkte, Schrift und Abbildungen stemmten sich einer

Kunstentwicklung entgegen, die zwischen Ästhetik und

rotziger Widersetzlichkeit (Punk!) pendelte und einem

scheinbaren Dilettantismus das Wort redet“

Westzeit

”Wer durch die weitläufige Ausstellung flaniert, taucht

ein in einen zeichenlosen Kosmos, der den Besucher mit

seinen rauschhaft getropften und in Rinnsälen fließenden

Kolorationen regelrecht anspringt.“

Kölner Stadt-Anzeiger

”Und mit den etwa 45 großformatigen, in mehreren lichtdurchfluteten

Räumen untergebrachten Gemälden lassen

sich sehr schöne Verbindungslinien von Oehlens

Schaffen an der Schwelle von der alten Bundesrepublik

zur Berliner Republik bis nach heute betrachten. “

taz

”Von der malerischen Opulenz schwenkt Oehlen zur Askese,

vom Gegenstandsbezug in die Abstraktion. (…) Man

folgt ihm gerne auf seinen abenteuerlichen Exkursionen.

Und genießt das Malerei-Mekka Bonn.“

General-Anzeiger


14 / Rückblick 2012 Museumsmagazin 2012/2013 Kris Martin / 15

Kris Martin, Every Day of the Weak

”...eine Konfrontation, die alles beinhaltet, was die Kunst

von Kris Martin auszeichnet: Reflexion über Zeit, Tod und

Wertigkeiten – eine markante Leerstelle und nicht zuletzt

– ein verschmitzter Humor.”

Süddeutsche Zeitung

”Diese Arbeiten sind sehr schön und zugleich sehr abgründig

und in dieser Spannung perfekt ausbalanciert.“

Handelsblatt

”Larmoyanz ist gleichwohl nicht seine Sache: Kris Martin

ist ein Melancholiker mit Augenzwinkern, dem jegliche

brütende Schwere des deutschen Romantikers abgeht,

wiewohl er so viele typisch romantische Weltschmerzbilder

bemüht. (…) Schrecken und Schönheit, selten liegen

sie so nah beieinander.“

General-Anzeiger

”Aus dem gewohnten Kontext isoliert und verfremdet lassen

einen seine Werke innehalten und nachdenken. Ein

bisschen so, als ob die Zeit kurz still stünde.”

Schnüss

”Das Kunstmuseum Bonn zeigt Kris Martins erste umfangreiche

Museumsausstellung in Europa, und Kurator Volker

Adolphs hat gemeinsam mit dem Künstler eine akkurate,

berührende, intelligente Schau zusammengestellt. (…) ein

Muss für die, die an die Grundkräfte der zeitgenössischen

Kunst glauben: Findungsreichtum und Präzision.“

FAZ

”Auf dem internationalen Kunstmarkt gilt er als geheimer

Shooting Star, der Belgier Kris Martin. Subtil verbindet er

Archaisches mit Modernem, die flüchtige Gegenwart und

die Geschwindigkeit der Zeit.”

West Art Magazin

”Wie man sich der Flüchtigkeit und Zerbrechlichkeit des

Lebens stellen kann, ohne gleich den Lebensmut zu verlieren,

führt Martin exemplarisch am eigenen Ich vor. (….)

Überhaupt scheint Martin sich als Nachfahre der heiligen

Narren zu sehen.“

DIE WELT online


16 / Rückblick 2012 Museumsmagazin 2012/2013 David Reed / 17

David Reed: Heart of Glass –

Gemälde und Zeichnungen 1967–2012

”… eine der kühlsten Formen der Romantik, die in der Zeit

allgegenwärtiger Medien zu erleben ist.”

report-k

”Das Kunstmuseum riskiert wieder einmal den Blick über

den deutschen Palettenrand – man erinnert sich an Sternstunden

mit Philip Guston und Robert Ryman – und lässt

auf den Malerei-Skeptiker und -analysten Albert Oehlen

den Bilder-Enthusiasten Reed folgen. ”

General-Anzeiger

”Und weil die Räume des Bonner Kunstmuseums es zulassen,

hängt der Maler erstmals viele kleine Bilder zu

einem Fries zusammen. Mit dem Effekt, dass plötzlich die

mäandernden Schnörkel und Ellipsen an die Graffiti New

Yorks erinnern, die während einer U-Bahn-Fahrt nahtlos

am Auge vorbeifliegen.”

FAZ

”Malerei auf der Höhe ihrer Zeit, inklusive eines souverän-diskursiven

Fokus auf nichts Geringeres als Geschichte

ihrer Gattung selbst.“

Kunstforum International

”The idea was that everything here would float, that all

the marks would seem to travel around the room, and

you wouldn’t know where the paintings began or ended—you’d

wonder, how far can a painting go?“

artforum

”Endlos ziehen sich rote Farbschlaufen über die Leinwand.

Die Handschrift von David Reed scheint erfroren, gefangen

im Prozess des immer Gleichen. Es ist kein Zufall, dass

sich der Blick in dem organischen Geflecht verliert. Der

1946 im US-amerikanischen San Diego geborene Maler

fordert die Betrachter: Er begleitet sie auf die Suche nach

dem Sinn der Malerei in einer Zeit, in der neue Medien

Wirklichkeiten vielfältig einzufangen vermögen.”

WAZ

”In clear opposition to any classical use of such large white

cubes, David Reed has installed his work with an impassive

experience in mind. Some disturbance, it can be assumed,

is desired to avoid each work becoming simply a Modernist

trophy, a reliquary of pure formalist shape and color.“

artcritical


18 / Rückblick 2012 Museumsmagazin 2012/2013 Lewis Baltz / 19

Lewis Baltz

”Der Tristesse der Motive zum Trotz ist es eine grandiose

Ausstellung, die Baltz’ Bedeutung als einen der großen

Fotographen des zwanzigsten Jahrhunderts zementiert.“

FAZ

”Niemand hat die Fotografie um 1970 auf so direkte Weise

mit den avancierten Ausdrucksformen ihrer Zeit von

Malerei und Skulptur, später auch der Land Art, kurzgeschlossen

und mit ihr zugleich ein Äquivalent für eine

ökonomische Kritik geschaffen wie Baltz. So war seine

Retrospektive im Kunstmuseum Bonn, die erste in einem

Museum in Deutschland, längst überfällig.“

Süddeutsche Zeitung

”His serial, unromanticized views of post-industrial develop

ment and suburban sprawl have not only proved to

be prescient of a particular attitude in photography, but

also seem to roughly trace the collapse of the American

Dream.“

frieze

”Mit Blick auf die Biografie des Kaliforniers bietet die Bonner

Schau nun die reizvolle Möglichkeit einer weiteren

Lesensart. Spielerisch legt sie einen Pfad, um die Entwicklung

von Baltz erneut nach ihrer werkimmanenten

Plausibilität zu befragen und in ihrer Folgerichtigkeit

gleichsam einmal als Kontinuum zu begreifen.“

photonews

”… eine exzellente Schau, mit der das Kunstmuseum auf

hohem Niveau seine Reihe zur US-Fotografie fortsetzt.“

General-Anzeiger

”Eigentlich erstaunlich, dass Lewis Baltz erst jetzt das Terrain

bereitet wurde.“

art

”… eine unverkennbare Analogie zur Kunst des Minimalismus:

Ästhetisches Wohlgefallen und Entsetzen über den

Preis des vermeintlichen Fortschritts...“

bonnjour

”Mit zahlreichen Leihgaben aus privaten und Öffentlichen

Sammlungen aus USA, Schweiz, Frankreich, Belgien und

Deutschland ermöglicht diese Ausstellung einen breiten

Überblick über das Werk eines zentralen Künstlers der

neueren Fotogeschichte.“

photopresse

”Baltz’s minimalist and reduced images compositions explore

the photographic style as a process, and refer not

only to the art of photographers such as Lee Friedlander

or Robert Frank, but also to painters and sculptors of his

day such as Donald Judd, Frank Stella, Jasper Johns and

Sol LeWitt.“

Aesthetica – The Art & Culture Magazine


20 / Rückblick 2012 Museumsmagazin 2012/2013 Julia Schmid / Ernst Wilhelm Nay / 21

Bonner Kunstpreis 2011

Julia Schmid – helsinkimadrid

”So akkurat und hyperperfekt Julia Schmid ihre nur auf

den ersten Blick gefällig, später dann durchaus vertrackt

und rätselhaft wirkenden Pflanzenstillleben malt,

so kon zentriert ist sie den Arbeitsfeldern Helsinki und

Madrid begegnet.“

General-Anzeiger

”Wenn die Künstlerin Julia Schmid Madrid oder Helsinki

im Bild festhält, lässt sie alle Touristenattraktionen beiseite.

(…) So entsteht ein Bild, das Typisches, aber wenig

Beachtetes einer Stadt zeigt, Alltägliches, in dem die Beson

derheit zu Hause ist. “

Neue Presse

Ernst Wilhelm Nay: Das polyphone Bild –

Gouachen, Aquarelle, Zeichnungen

”Die Documenta-Gemälde sind im Kunstmuseum Bonn

nicht dabei, widmet sich die Ausstellung ‚Das polyphone

Bild‘ mit 150 Werken doch ausschliesslich den Gouachen,

Aquarellen und Zeichnungen. Das aber ändert nichts daran,

dass es einen ausgezeichneten Überblick über das

Oeuvre Nays gibt.“

Rheinische Post

”Die raue Schönheit der Realität.“

Die Welt

”Wer will, kann in diesen dynamisch verwirbelten, durch

starke Schrägen und wechselnde Zentren aktivierten

Blättern und in deren zupackendem, starkfarbigen Kolorit

bereits Details erkennen, die in den nächsten 30 Jahren

wiederkehren. Diesem Prozess nachzuspüren, war

bereits 2002 ein Vergnügen, als das Kunstmuseum Bonn

eine Retrospektive der Malerei präsentierte. (…) Überhaupt

haftet dem zeichnerischen Oeuvre ein frischer,

experimenteller Laborcharakter an.“

General-Anzeiger

”Zwar zeigt die Ausstellung, dass die Zeichnung eine

wichtige Rolle bei der Klärung der rhythmischen und

konstruktiven Aspekte des Bildes spielte, der Prozess des

Bildes führte aber schließlich immer in die Farbe. “

Zeitkunst


22 / Museumsmagazin 2012/2013 kunstbegeistert! / 23

Kunstbegeistert: Bildung & Vermittlung

Führung zu Lewis Baltz am Museumsmeilenfest

Unsere Gäste für Kunst zu begeistern, haben wir, die Abteilung

für Bildung und Vermittlung, uns auch in diesem Jahr

als wichtigste Aufgabe auf die Fahne geschrieben. Denn

wieder besuchten mehrere tausend Teilnehmerinnen und

Teilnehmer unser vielfältiges Vermittlungsprogramm aus

öffentlichen und privaten Führungen, aus Kreativ-Workshops

und regelmäßigen Kursen für Kinder und Erwachsene

und die inzwischen schon fest etablierten Familienfeste

wie das Museumsmeilenfest und das Rheinische Lesefest

„Käpt’n Book“. Für die hohe fachliche Qualität der öffentlichen

und individuellen Veranstaltungen tragen die rund

dreißig freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren

Expertisen in den Bereichen Kunstgeschichte, Kunstpädagogik,

freie Kunst und Kunsttherapie sowie in öffentlichen

Führungen die Kuratorinnen und Kuratoren, die wissenschaftlichen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die

Mitglieder des Arbeitskreises im Kunstmuseum Sorge.

kunStbEgEiStERt – wiR FangEn FRüh an!

Unter diesem Motto stehen die Veranstaltungen für Kindergartenkinder

sowie Schülerinnen und Schüler bis zur Oberstufe.

In individuell abgestimmten Museumsgesprächen

laden wir dazu ein, das Museum und seine Kunstwerke mit

allen Sinnen zu erleben und mit unterschiedlichen Materi-

alien zu experimentieren. Seit 2011 konnten die seit vielen

Jahren etablierten zehnwöchigen Workshopreihen für Vorschulkinder

in Kindergärten dank der Unterstützung durch

das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport

des Landes Nordrhein-Westfalen inhaltlich und methodisch

gestärkt sowie in Form von zehn Bausteinen an die Bildungsvereinbarung

für Kindertagesstätten angelehnt werden.

Mit unserem Programm ViM – Vorschulkinder ins Museum!

möchten wir Kinder für Kunst begeistern und ihnen Erfahrungen

wie Neugierde, Entdeckerlust und Experimentierfreude

mit auf den Weg geben. Wir sind davon überzeugt,

dass die Begegnung mit Kunst einen wichtigen Beitrag zum

lebenslangen Lernen und zur Entfaltung der Persönlichkeit

darstellt.

Schule und Museum setzt diese Arbeit fort und versteht die

Angebote im Kunstmuseum als einen unverzichtbaren Bestandteil

des Bildungssystems. Gerade da, wo die Richtlinien

für das Fach Kunst „authentische Begegnungen mit Bildern

und Objekten” als wünschenswerte Ergänzung schulischer

Arbeit ansehen, ist das Museum mit seinen Möglichkeiten

gefragt. Die Tatsache, Gäste und Entdeckende zu sein, fördert

Offenheit, Neugier und Konzentration. Wir arbeiten mit

hand lungsorientierten Ansätzen und einem breiten Spek-

trum an Methoden, initiieren Phasen eigenständigen Arbeitens

vor den Kunstwerken und begleiten anschließende

Diskussionen und Präsentationen. Wie auch für alle anderen

Besuchergruppen stehen in drei Werkräumen vielfältige

Materialien und Werkzeuge zur Verfügung.

Während der Grundschulzeit eröffnet sich die einmalige Gelegenheit,

ausnahmslos alle Kinder mit Angeboten zu erreichen.

Grundschulkinder bilden auch die Zielgruppe des seit

2009 vom Kunstmuseum Bonn entwickelten Museumscurriculum

für Grundschülerinnen und Grundschüler. Das Projekt

sieht verbindliche Kooperationen mit den Schulen vor, so

dass für jedes Kind im Laufe der Grundschulzeit mindestens

ein Museumsbesuch pro Schuljahr im Klassenverband stattfindet.

Mittlerweile nehmen sieben Bonner Museen an diesem

innovativen und bundesweit beachteten Projekt teil.

kunStbEgEiStERt – gEhEn SiE nicht allEin!

Unter diesem Motto bieten wir Einzelbesuchern ein differenziertes

Vermittlungsprogramm von der Frühförderung

für vierjährige über offene Kreativworkshops bis zur Begabtenförderung

für Kinder. Für Erwachsene reicht das Angebot

von Vorträgen und Vorlesungen zur Kunstgeschichte über

kunsttheoretische Diskussionen vor dem Original bis hin zu


24 / Bildung & Vermittlung Museumsmagazin 2012/2013 kunstbegeistert! / 25

1 Kinderausstellung: Max Ernst – Blätterbaum, Holzvogel

und Augenfisch 2 ArtAbend 3 KinderKunstKoffer

4 Projekt KinderKunstKinder zum Thema Kleider

1 2 3

bildnerisch-praktischen Angeboten. Vermittlungsformate

wie Versammelt, Sammlergespräch, Im Dialog und Querpass

begleiten die Ausstellungen. Im Gespräch mit den jeweiligen

Kuratoren führen Künstler, Sammler, Kunstexperten aus

anderen Museen oder Diskussionspartner aus anderen Disziplinen

durch die Ausstellungen. Im Rahmen von Seminaren

nutzen Studentinnen und Studenten der Kunstgeschichte

das Museum als Praxisfeld, um Methoden der Kunstvermittlung

an regelmäßig stattfindenden Art Abenden zu

erproben. Seit diesem Jahr konnten wir zudem eine regelmäßige

Kooperation mit der Altenhilfe Bonn etablieren: Menschen

mit demenzieller Veränderung kommen als Gruppen

aus Wohnheimen und Tagespflegen zu festen monatlichen

Terminen, um das Museum als Ort neuer Anregungen und

bildnerisch-praktischer Herausforderungen zu erleben.

Ein Ziel aller Vermittlungsangebote besteht darin, Kunst als

gesellschaftsrelevante Kraft vorzustellen. Zielgruppenspezifische

Ansätze erwachsen aus der Verpflichtung, kulturelle

Angebote für unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche

zur Verfügung zu stellen. Vorinformationen, Erwartungen,

finanzielle Möglichkeiten sowie die Aufgeschlossenheit und

Schwellenangst können stark differieren. Somit müssen Kontakte

von Seiten des Museums aktiv hergestellt, individuelle

Programme gemeinsam erarbeitet, Partner und Sponsoren

gesucht werden. Langjährige Kooperationen finden bei uns

statt mit der Volkshochschule Bonn, der Friedrich-Spee-

Akademie, den Bonner Werkstätten, der GVP Gemeinnützige

Werkstätten Bonn, dem Bonner Verein für gemeindenahe

Psychiatrie, der Biennale Arte Plurale, dem Verein für Körper-

und Mehrfachbehinderte, der Christophorusschule Bonn,

der Bonner Altenhilfe, dem Institut für Kunstgeschichte der

Universität Bonn, der Alanus Hochschule Alfter, dem Robert-

Wetzlar-Berufskolleg, der LVR Klinik Bonn, der Caritas und

Diakonie Bonn, der Katholischen Bildungsstätte, den Stadtwerken

Bonn und der Deutsche Post DHL.

Ohne die finanzielle Unterstützung durch Sponsoren und

verlässliche Partner wären zahlreiche Projekte am Kunstmuseum

Bonn nicht realisierbar und eine Vermittlungsarbeit

in dieser Breite nicht umsetzbar. Der Lions Club Bonn unterstützt

seit 1999 einen wesentlichen Teil der Angebote für

Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen.

Der Kiwanis Club Bonn ist unser Partner bei Projekten

mit Kindertagesstätten und Förderschulen. Dank der Werner

und Marie-Luise Boeck-Stiftung konnten die Angebote für

Workshops im Rahmen von Kindergeburtstagen im Museum

maßgeblich gestärkt werden. Ausstellungseröffnungen für

Kinder sowie das Kinderatelier am Sonntag werden finanziell

mitgetragen von Meyer-Köring (Rechtsanwälte und

Steuerberater). Die Bonner Altenhilfe leistet Anschubfinanzierungen

für fortlaufende Angebote von Wohnheimen und

Tagespflegen. Das Amt für Soziales und Wohnen der Stadt

Bonn ermöglicht Kunstaktionen für Jugendliche und junge

Erwachsene mit Suchtproblematiken.

auSStEllungEn FüR kindER und JugEndlichE

Der Verein der Freunde des Kunstmuseum Bonn unterstützt

die seit 1999 jährlich stattfindenden Ausstellungen

für Kinder und Jugendliche – in diesem Jahr unter dem Titel

Muschelbaum, Holzvogel und Augenfisch zur Histoire Naturelle

von Max Ernst. Mit der Frottagetechnik schuf der

Künstler eine ganz eigene Naturgeschichte, die von der

Entstehung der Welt, dem Spiel der Elemente und den Bewohnern

vom Wasser und der Erde erzählen. In Kooperation

mit dem Max Ernst Museum Brühl des LVR stellte die

Kuratorin Dr. Sabina Leßmann einen Kosmos aus Max Ernsts

fantastischen Landschaften und Wesen zusammen. Ein den

ganzen Ausstellungsbereich umspannender Werktisch lud

die Gäste dazu ein, die Frottagetechnik selbst auszuprobieren.

Wöchentlich wurde das fantasievollste Fabelwesen auf

unserer Website präsentiert. Neben den vielen Einzelbesuchern

nutzten weit über 1000 Kinder im Kindergarten- oder

Schulklassen verband die vielfältigen Angebote zu dieser

Sonderausstellung.

Wer das Kunstmuseum Bonn besucht, will die Kunst entdecken

und genießen. Hierbei Wege aufzuzeigen und Dialoge

zu initiieren, ist Aufgabe der Kunstvermittlung.

4


26 / Interdisziplinär Museumsmagazin 2012/2013 Klartext / 27

Kunstdiskurse 2012

übER kunSt und mit künStlERn REdEn:

photography talks

Als ein weiterer Versuch, das Museum zu verschiedenen Seiten

hin dialogisch zu öffnen und auch an den Forschungsauftrag

der Institution zu erinnern, sind die photography

talks zu verstehen. Bei dieser bereits 2005 eingeführten

Veranstaltungsreihe, die das Kunstmuseum gemeinsam mit

der Universität Bonn (Lehrstuhl Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet)

etwa zwei Mal jährlich durchführt, steht das Thema des

fotografischen Bildes im Mittelpunkt: Was für verschiedene

Auffassungen von Fotografie gibt es heute und wie lassen

sie sich verstehen? Diese zweiteilige Veranstaltungsreihe

konzentriert sich auf jeweils eine künstlerische Position der

Gegenwart, die sich dann auch in Bonn vorstellt. Die Reden

der Künstler werden zunächst vorbereitet von Workshops,

bei denen in Kurzstatements aus unkonventioneller Perspektive

verschiedene Sichtweisen auf die Künstler ermöglicht

werden und es anschließend zu einer Diskussion kommen

kann. Das Wort haben etablierte Experten wie auch Nachwuchsforscher

der Universität. Ein Teil der Veranstaltung findet

abwechselnd an der Universität, der andere im Museum

statt, wobei in der Regel eine Woche zwischen den beiden

Teilen liegt.

Neben den mittlerweile fast schon 40 verschiedenen Referenten

der Workshops liest sich auch die Namensliste der

beteiligten Fotografen fast schon wie ein Who’s who der

Gegenwart: Angefangen mit Jeff Wall, haben anschließend

Jörg Sasse, Jürgen Klauke, Stefan Hunstein, Dunja Evers, Timm

Rautert, Tamara Grč ić , Thomas Demand, Katharina Sieverding,

Anna & Bernhard Johannes Blume, Andreas Gefeller,

Jonas Gerhard, Hilla Becher und auch Ulrike Rosenbach an

dieser Veranstaltung teilgenommen und ihr Werk mit eigenen

Worten vorgestellt.

Im Januar 2012 war dann die junge Kölner Fotografin

Martina Sauter zu Gast im Auditorium des Kunstmuseums.

Martina Sauter stellte ihre collagierten Bilder vor, die einen

imaginären Raum zwischen filmischen Quellen und alltäglichen

Ansichten eröffnen. Dies tun sie auf unterschiedlichen

Ebenen im wahrsten Sinne des Wortes, denn die erkennbar

zusammengesetzten Fotografien sind spätestens bei einer

seitlichen Betrachtung ganz konkret gegeneinander versetzt

bzw. verschoben, werden also als konkrete Foto-Objekte erkennbar:

Eine spannende Position, die das flache Foto in den

Raum hinaus erweitert!

Im Juni trat der in Hamburg ansässige und an der HGB

Leipzig lehrende Fotograf Peter Piller mit einem kurzweiligen

Vortrag am Kunsthistorischen Institut auf. Piller, der

sicherlich zu den einflussreichsten deutschen Fotografen der

Gegenwart zählt, ist auch in Bonn kein Unbekannter mehr:

Mehr oder minder „entdeckt“ von der ehemaligen Leiterin

des Bonner Kunstvereins, Annelie Pohlen, die auch als Referentin

des Workshops aktiv an der Veranstaltung mitwirkte,

war Peter Piller bereits 2003 im Bonner Kunstverein zu sehen

und brillierte zuletzt im Jahre 2009 mit seiner „Peripheriewanderung

Bonn“ im Kunstmuseum. Dort zeigte sich, wie

selbstverständlich er die Bildformen der Zeichnung und der

Fotografie miteinander verbinden kann, so dass Kunst und

Alltag einander nicht mehr fremd gegenüberstehen. Darüber

hinaus ist er bekannt für seine Aneignung von mehreren tausend

Bildern anderer Autoren, die er in seinen Zeitungs- oder

Luftbildarchiven sammelt und sodann neu arrangiert. In

seinem Vortrag führte er genau dies mit durchaus witzigen

Kombinationen vor und erlaubte schließlich auch Einblicke in

ein neues, noch unveröffentlichtes Projekt. Wer also an den

photography talks teilnimmt, ist live bei der Entwicklung der

jüngsten Kunst und ihrer Diskussion.

MusEuMsforuM

Das Kunstmuseum Bonn und die Stiftung Kunst der Sparkasse

in Bonn veranstalten seit 1989 gemeinsam das

Museums forum, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern

aktuelle Themen der zeitgenössischen Kunst näherzubringen.

Her aus ragende Persönlichkeiten aus der Kunstszene,

dem Städtebau, der Politik und anderen Bereichen referieren

als ausge wiesene Experten und geben Antworten auf Fragen,

die Kunst und Museum betreffen.

Zu Gast waren u.a. bereits die Sammler Frieder Burda und

Harald Falckenberg, die Museumsdirektoren Prof. Dr. Werner

Spies oder Jan Hoet, Künstler und Künstlerinnen wie Stephan

Balkenhol, Anthony Cragg, Jochen Gerz oder Mona Hatoum.

Am 24. Oktober 2012 referierte Prof. Dr. Wolfgang Ullrich,

Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der

Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, über „Erlebnis und

Erkenntnis. Aktuelle Herausforderungen für das Museum“.

Auszüge aus seinem Vortrag können Sie ab Seite 27 lesen.

Klartext: Wolfgang Ullrich

Auszüge aus dem Vortrag von Wolfgang Ullrich:

ZWISCHEN ERLEBNIS UND ERKENNTNIS.

AKTUELLE HERAUSFORDERUNGEN FÜR DAS

MUSEUM

Im Rahmen des Museumsforums

Neulich war ich in einem Museum und nachdem ich

mein Ticket erworben hatte, bat die Mitarbeiterin mich

um meine Visitenkarte: Der Direktor wolle gerne wissen,

wer das Museum besuche. Diese Neugier kann sich

nur leisten, wer kaum Besucher vorzuweisen hat. Und

tatsächlich war ich ganz alleine im Museum, an einem

Sonntagvormittag. Ähnliches passiert auch in anderen

Museen, vor allem wenn sie moderner oder zeitgenössischer

Kunst gewidmet sind, und erst recht in vielen

Kunstvereinen. Doch so angenehm es sein mag, ungestört

alles anschauen zu können, so leicht empfindet man

zugleich Unbehagen: Wie viel Aufwand wird da getrieben

und wie wenig Resonanz gibt es? Tatsächlich haben

die meisten Ausstellungen und Museumspräsentationen

ein sehr hohes Niveau; mit viel Engagement wird zudem

für Sonderveranstaltungen und Begleitprogramme Sorge

getragen, man arbeitet mit museumspädagogischem Impetus,

legt alles auf viele, sehr viele Besucher hin an.

In den letzten Jahrzehnten kam es zu enormen Zuwächsen,

die Zahl der Museen und Ausstellungshäuser

ist stark gestiegen, nicht nur im Bereich bildender Kunst,

sondern generell. Darüber entstand im Frühjahr 2012 eine

Debatte, ausgelöst von einem Buch, in dem vier Autoren –

Soziologen, Kulturmanager und -wissenschaftler – einen

Kulturbetrieb diagnostizieren, der „einseitig auf Produktion

fixiert ist“ [Haselbach u.a. (Hg.), Der Kulturinfarkt. Von

allem zu viel und überall das Gleiche. Eine Polemik über Kulturpolitik,

Kulturstaat, Kultursubvention, München 2012].

Daher sei die Zahl der Kunst und Kultur gewidmeten

Einrichtungen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich

gewachsen – viel stärker, als die Zahl der Interessierten

wachsen konnte. So gibt es aktuell über 5000 Museen in

Deutschland und weiterhin werden es immer mehr. Nicht

entsprechend wachsen jedoch die Etats für Kunst und

Kultur. Deshalb bekommen immer mehr Insti tutionen

immer weniger Geld. Das System steht somit, so die Autoren,

„vor dem finanziellen Zusammenbruch“. Konkret: „Im

Jahr 2012 verfügen die öffentlichen Museen Deutschlands

praktisch über keine Anschaffungsetats mehr. Und auch

die Personalkosten sind kaum gesichert. (…) Geld ist überall

knapp. Das kenntnisfreie Zauberwort aus politischem

Munde zur Lösung heißt: Sponsoring einwerben und

Leuchtturmfunktionen entwickeln.“

Jeder, der schon einmal mit einem Museum zusammengearbeitet

hat, kann bestätigen, wie knapp dort kalkuliert

werden muss. Die geringen Etats für Neuerwerbungen,

aber auch steigende Kosten für Sonderausstellungen (so

sind durch den Boom des Kunstmarkts etwa die Versicherungssummen

und Transportkosten erheblich gestiegen

und lassen Leihgaben noch teurer werden) zwingen die


28 / Klartext Museumsmagazin 2012/2013 Wolfgang Ullrich / 29

Verantwortlichen dazu, nach neuen Wegen Ausschau zu

halten. Dies umso mehr, als man von ihnen wachsende

oder zumindest stabile Besucherzahlen erwartet.

Was aber lassen sie sich einfallen? In den letzten Jahren

ist immer wieder vor allem eine Strategie zu beobachten.

Sie besteht darin, Werke aus den eigenen Sammlungen –

oder auch Leihgaben – auf neue und überraschende Weise

zu kombinieren. So überraschend, dass die Besucher kommen,

selbst wenn sie die Werke an sich schon kennen.

Am sichersten aber bereitet man dem Publikum Überraschungen,

wenn man die chronologische Anordnung

durchbricht und diachron hängt, Werke verschiedener

Epochen also bewusst und aus dem Interesse an Kontrast

oder aufgrund thematischer oder formaler Bezüge nebeneinander

platziert.

2001 gelangte das Prinzip des diachronen Neuarrangements

einer Sammlung zumindest in Deutschland erstmals

prominent zur Anwendung. Als damals mit Thomas

Huber und Bogomir Ecker – wohlgemerkt zwei Künstler,

keine Kuratoren! – die Bestände des Museum Kunstpalast

Düsseldorf unabhängig von einer chronologischen oder

gattungsbezogenen Ordnung arrangierten, sorgte das

für einige Unruhe. So gelangten etwa unter der Rubrik

„Melancholie“ Gemälde von Giorgio De Chirico und Georg

Scholz neben ein Bild von Francisco de Zurbaran. In einem

anderen Raum stand die Installation Joker-Poker (1981)

von Thomas Schütte, umgeben von Architekturgemälden

des 18. Jahrhunderts. Jean-Hubert Martin, damaliger

Direktor der zum Künstlermuseum umbenannten Institution,

begründete dieses Experiment damit, dass eine

„rein kognitiv argumentierende“, nämlich eine historisch

denkende Kunstgeschichte „durch eine neue Form visueller

Argumentation ersetzt oder ergänzt werden“ müsse,

„durch ein Denken in Bildern und Bildkombinationen“.

Er erklärte den Kurator – in diesem Fall die beiden Künstler

– zu einem Dirigenten oder Regisseur, dessen Aufgabe

darin bestehe, „durch seine Präsentation die ‚klassischen

Werke‘ neu (zu) interpretieren“.

2010 kombinierte man in der besonders geldknappen

Hamburger Kunsthalle unter dem Titel All art has been

contemporary ein halbes Jahr lang ausschließlich Werke

aus Eigenbesitz und mehreren Jahrhunderten und versprach

dem Publikum „ungewohnte Nachbarschaften“

sowie „neue vergleichende Seherlebnisse“. Gerade die

Hamburger Ausstellung zeigte jedoch auch, dass es alles

andere als einfach ist, überzeugende Ensembles zu schaffen.

Als nämlich etwa Caspar David Friedrichs Eismeer

zusammen mit einem der Steinkreise von Richard Long in

einem achteckigen Raum präsentiert wurde, weckte dies

den Eindruck einer einzigen Installation. Es wurde eher

ein neues – sakral anmutendes – Werk geschaffen, als

bestehenden Werken die Chance gegeben, sich von einer

bisher unentdeckten Seite zu zeigen.

Tatsächlich finden solche dynamisch-diachronen Konstellationen,

die Künstler, Sammler oder Kuratoren geradezu

wie eigene Werke inszenieren, keineswegs immer

Zustimmung. So sprach sich die Fachgruppe kulturhistorischer

Museen und Kunstmuseen im Deutschen Museumsbund

anlässlich der Einrichtung des Düsseldorfer

Künstlermuseums durch Huber und Ecker in einem Protestbrief

an den Oberbürgermeister ausdrücklich dagegen

aus, „Kunstmuseen durch die Originalität von Künstlern

interessanter und überraschender zu machen“. Vielmehr

müsse „das moderne Museum (…) seine innere Ordnung

und seine Qualitätsentscheidungen wissenschaftlich –

das heißt durchschaubar und kritisierbar – begründen“.

So sehr die hohen Preise für Kunst dazu anspornen mögen,

ungewohnte Präsentationsformen zu entwickeln, so

sehr kann andererseits auch der Mangel an Geld im öffentlichen

Kulturbetrieb dazu veranlassen. So hatte das

Liebieghaus in Frankfurt wohl noch nie so viele Besucher

(über 100.000!) wie im Sommer 2012, als dort das bildhauerische

Werk von Jeff Koons ausgestellt war. Der Künstler

engagierte sich dabei selbst als Kurator und suchte

für seine einzelnen, im Lauf der letzten drei Jahrzehnte

entstandenen Werke jeweils einen Raum, in dem formal

wie inhaltlich Bezüge möglich waren. So geriet ihm die

gesamte Geschichte der Bildhauerei zu einer Versammlung

von Sparringspartnern, die seine Skulpturen herausfordern,

aber zugleich weiter in den Kanon des Musealen

eingemeinden sollten. Nur selten bekam ein Künstler die

Gelegenheit, sein Werk so umfassend durch Vergleiche

mit der Tradition zu messen, ja, die einzelnen Arbeiten in

einem anderen – nicht-zeitgenössischen – Ambiente zur

Geltung zu bringen.

Doch was genau passiert da eigentlich? An einem Beispiel

sei das genauer nachvollzogen. So gelangte eine Eichenskulptur

aus den 1510er Jahren, die einen Benediktinermönch

zeigt, neben die 1988 entstandene Holzskulptur

mit dem Titel Buster Keaton. Inhaltlich lebt das Arrangement

zuerst einmal von einem denkbar großen Kontrast.

Der Mönch ist als weiser älterer Mann gezeigt, mit einem

Buch – mutmaßlich der Bibel – in der Hand. Er hält das

Buch aber leicht gesenkt, liest also nicht darin, sondern

scheint über eben Gelesenes nachzudenken. Gezeigt ist

er so als Vertreter einer „vita contemplativa“ – einer Lebensform,

die der Reflexion über die Fragen des Glaubens

gewidmet ist. Im Gegensatz dazu präsentiert Koons mit

Buster Keaton einen der erfolgreichsten Komiker der

Stummfilmära; ein niedlich-kitschiges Vögelchen auf seiner

rechten Schulter verrät ebenso wie das Pony, auf dem

er mehr sitzt als reitet, dass er nicht zuletzt mit simplen

Effekten wie dem „Kindchen-Schema“ für gute Laune

sorgt. Die Skulptur gehört auch der Serie Banality an, in

der sich Koons der Welt der Massenmedien und populären

Unterhaltung widmet.

Doch treten die zwei fast fünfhundert Jahre auseinanderliegenden

Werke nicht nur über ihr Material, das Holz,

in Beziehung zueinander, das zudem ähnlich bearbeitet

wurde, um etwa Faltenwürfe zu erzeugen. Durch die Nähe

zum Bild des ernsten Mönchs fällt auch umso deutlicher

der ebenso ernste Gesichtsausdruck Keatons auf. Dieser

war sogar sein Markenzeichen, das nicht nur für manche

Situationskomik sorgte, sondern dazu beitrug, dass seine

Filme oft einen melancholischen Charakter besaßen. In

der Assoziation mit dem Mönch erfährt dieses Motiv eine

Erhöhung, auf einmal traut man einem Komiker zu, auch

die ersten und letzten Fragen des Menschseins behandeln

zu können.

Entscheidend für die Qualität eines Vergleichs ist einerseits

ein Moment der Überraschung, andererseits ein

Moment der Evidenz – oder eben Erlebnis und Erkenntnis,

„delectare“ und „prodesse“. Das In-Beziehung-Setzen von

zwei oder auch mehreren Objekten soll also idealerweise

zweierlei in sich einschließen: Es hat unerwartet zu sein,

und es soll den Eindruck vermitteln, einen bisher nicht

beachteten Weg – etwas Neues – plausibel eröffnen zu

können.

Zeitgenössische Künstler werden angesichts der vielen

unbefangenen, effektsuchenden, bedeutungsgierigen

Hänge experimente vor allem von Sammlern unruhig.

Einige machen diesen mittlerweile schon Vorschriften,

neben welchen anderen Künstlern sie platziert – oder auf

keinen Fall gehängt – werden wollen. Und vielleicht wird

es nicht mehr lange dauern, bis es selbstverständlich

geworden ist, Werke von vornherein auf ihre Vergleichbarkeiten

hin zu betrachten und vor ihrer eigenen Promiskuität

zu schützen.

Wolfgang Ullrich (*1967) ist seit 1994 freiberuflich als Autor, Dozent, Kurator und

Unternehmensberater tätig; seit 2006 ist er Professor für Kunstwissenschaft und

Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Für die

kommende Quadriennale Düsseldorf (2014) wird er als Programmleiter arbeiten.


30 / Museumsmagazin 2012/2013 KUNSTPREIS START / 31

Ausgezeichnet: Kunstpreise

KUNSTPREIS START

1

kunStpREiS StaRt 2012/13 an andREaS SchmittEn

Der im vergangenen Jahr erstmals vergebene KUNSTPREIS

START verknüpft Architektur, Kunst und Gesellschaft. Im

wirkungsmächtigen Treppenhaus des Kunstmuseums bietet

er für ein halbes Jahr eine Plattform für junge deutschsprachige

Nachwuchskünstler. Damit ermöglicht der mit einem

Gesamtvolumen von 30.000 Euro ausgestattete Preis einen

direkteren, schwellenärmeren Kontakt zwischen Kunstwerk

und Publikum.

Als diesjähriger Preisträger wurde der in Düsseldorf ansässige

Andreas Schmitten (*1980) von einer hochkarätigen

Jury ausgewählt. Er hatte die Skulptur Requisite in Weiß und

Rot. Das Treppenhaus im Museum vorgeschlagen, in dem

es zu einer Verschmelzung einer zugleich minimalistischen

wie opulenten Formensprache kommt. Der bewusst kulissenhafte

und theatralisch gestaltete Entwurf deutet auf

verschiedene Sachverhalte und Referenzen hin – von historischen

Positionen der Kunstgeschichte über Design bis zur

Filmgeschichte. Die in Rot und Weiß gestalteten Waschbecken

und Pissoirs rufen filmische Narrative hervor und

adressieren das Körpergefühl des Betrachters. Der zweite

Teil des Kunstpreises, der Publikumswettbewerb GESTALTE

DEINE STADT, setzt dann zu Beginn des Jahres 2013 ein.

Der von den Bonner Bürgern Helmut Andreas Hartwig und

Arndt Hartwig gestiftete KUNSTPREIS START verdankt sich

ganz wesentlich auch der Unterstützung von Ströer Out-of-

Home Media AG, Deutsche Post DHL, Kameha Grand Hotel

Bonn, dem General-Anzeiger und der Stiftung Kunst der

Sparkasse in Bonn.

2

1,3 Andreas Schmitten, Requisite in Weiß und Rot. Das

Treppenhaus im Museum, 2012 2 Arndt Hartwig und

Helmut Andreas Hartwig 4 Andreas Schmitten

3

4


32 / Museumsmagazin 2012/2013 Dorothea von Stetten-Kunstpreis 2012 / 33

Ausgezeichnet: Kunstpreise

Dorothea von Stetten-Kunstpreis 2012

1

doRothEa von StEttEn-kunStpREiS 2012

an katinka bock

Der diesjährige Dorothea von Stetten-Kunstpreis, der erste

nach dem Tod der Stifterin, war eine Art Überraschung:

Nicht nur, dass sich aus dem Feld der insgesamt 15 von externen

Nominatoren vorgeschlagenen Positionen in der Endausscheidung

fünf Künstlerinnen befanden, sondern auch

die erstklassige Qualität der einzelnen Beiträge. Rückblickend

darf man vielleicht sagen, dass dies im Rahmen des nun

zum 15. Male ausgerichteten Kunstpreises die homogenste

Gesamt ausstellung war.

Dementsprechend schwierig gestaltete sich die Arbeit

für die Jury. Sie setzte sich zusammen aus Thomas Florschütz

(Teilnehmer des Dorothea von Stetten-Kunstpreises 1994),

Gregor Jansen (Direktor der Kunsthalle Düsseldorf), Berthold

Pott (Kunstsammler/Galerist), Valeska von Rosen (Professorin

für Kunstgeschichte an der Ruhr-Uni Bochum) und Carl

Friedrich Schröer (Journalist, Eiskellerberg TV). Sie hatten es

nicht einfach, sich zu entscheiden in Anbetracht der Präsentationen

von Laura Bielau, Katinka Bock, Nina Canell, Erika

Hock und Kathrin Sonntag. Das Ergebnis wurde dann bei der

Eröffnung von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch vorgestellt.

Der mit 10.000 Euro dotierte Dorothea von Stetten-

Kunstpreis ging an die 1976 geborene, heute in Paris und

Berlin ansässige Katinka Bock.

2

Ausstellung Dorothea von Stetten-Kunstpreis 2012:

1 Raumansicht von Katinka Bock 2 Oberbürgermeister

Jürgen Nimptsch und Preisträgerin Katinka Bock

3 Raumansicht von Erika Hock 4 Raumansicht von

Kathrin Sonntag

3

4


34 / Ausblick 2013 Museumsmagazin 2012/2013 Das Ausstellungsjahr 2013 / 35

Das Ausstellungsjahr 2013

bis 3. Februar 2013

Ernst Wilhelm Nay

Das polyphone Bild –

Gouachen, Aquarelle, Zeichnungen

bis 3. Februar 2013

Bonner Kunstpreis 2011

Julia Schmid – helsinkimadrid

bis 26. Mai 2013

kunStpREiS START 2012/13

Andreas Schmitten

15. Februar – 7. April 2013

Eröffnung: 14. Februar 2013, 20 Uhr

Videonale.14

14. März – 9. Juni 2013

Eröffnung: 13. März s013, 20 Uhr

Noch nie gesehen

Neue Schenkungen und Ankäufe

für die Grafische Sammlung

9. Mai – 25. August 2013

Eröffnung: 8. Mai 2013, 20 Uhr

HEIMsuchung

Unsichere Räume

in der Kunst der Gegenwart

12. Mai – 25. August 2013

Eröffnung: 12. Mai 2013, 12 Uhr

Achtung BAUSTELLE!

Kinderatelier mit Baumaterialien

für (un)sichere Räume

11. Juli – 29. September2013

Eröffnung: 10. Juli 2013, 20 Uhr

Ein expressionistischer Sommer –

Bonn 1913

28. Februar – 9. Juni 2013

Eröffnung: 27. Februar 2013

Mary Heilmann

19. September 2013 – 5. Januar 2014

Eröffnung: 18. September 2013, 20 Uhr

Marcel Odenbach

Zeichnungen, Collagen

und Papierschnitte

17. Oktober 2013 – 9. Februar 2014

Eröffnung: 16. Oktober 2013, 20 Uhr

TRANSFER KOREA – NRW

28. November 2013 – 27. April 2014

Eröffnung: 27. November 2013, 20 Uhr

KUNSTPREIS START 2013/14

1

2

3

4

1 Anna Amadio, Ohne Titel, 2004 2 Evamaria Schaller,

Die Wildnerin von Montafon, 2011, Video 3 Sergio Belinchón,

Adiós Amigo, 2011, Video 4 Frances Scholz,

Episodes of Starlite I–V, 2011/12, Video

15. Februar – 7. April 2013

Videonale.14

Die inzwischen 14. Ausgabe des Videokunstfestivals VIDEO-

NALE zeigt mit über 40 Werken neueste Tendenzen der

Kunst des bewegten Bildes im Kunstmuseum Bonn. Aus über

2.000 Einsendungen aus aller Welt wählte die internationale

Fachjury die Werke aus, eine Preisjury wird außerdem am

Tag der Eröffnung den Videonale-Preis der KfW vergeben.

Die Ausstellung wird begleitet durch ein umfangreiches Festivalprogramm

mit Performances, Künstlergesprächen, Diskussionsrunden

und Interventionen im öffentlichen Raum,

das auch die Stadt Bonn und ihre Kunstinstitutionen miteinbezieht.

Nähere Informationen unter: www.videonale.org.

14. März – 9. Juni 2013

Noch nie gesehen

Neue Schenkungen und Ankäufe für die

Grafische Sammlung

Was sich in einer grafischen Sammlung befindet ist aus konservatorischen

Gründen selten zu sehen, scheint sich also

dem neugierigen Blick zu entziehen. Gleichzeitig nimmt die

Grafik den umfangreichsten Teil der Sammlung des Kunstmuseums

ein. Diese Ausstellung will den Schleier des „Geheimnisses“

etwas lüften und präsentiert eine Auswahl von

Papierarbeiten, die in den vergangenen Jahren als Schenkungen

oder Ankäufe neu in den Besitz des Hauses gelangt

sind. Es handelt sich dabei zumeist um Zeichnungen aus

dem Bereich der jüngeren Kunst. Der Bogen der ausgewählten

Werke spannt sich dabei von großformatigen Blättern

von Anna Amadio und Jan Albers, kleineren Blättern von

Thomas Rentmeister bis hin zu einer Folge von Radierungen

von Louise Bourgeois, die – wie manch anderes Kunstwerk

– Bestandteil einer unlängst erfolgten Schenkung aus der

Sammlung Posselt ist.


1

36 / Ausblick 2013 Museumsmagazin 2012/2013 Das Ausstellungsjahr 2013 / 37

9. Mai – 25. August 2013

HEIMsuchung

Unsichere Räume in der Kunst der Gegenwart

Die Ausstellung HEIMsuchung thematisiert schon in seinem

Titel die paradoxe Ambivalenz des Themas: Die Suche nach

dem Zuhause, die – im zunehmenden Wissen um seine Brüchigkeit

– in die Bedrohlichkeit, die latente Unheimlichkeit

dieser nur mehr vordergründig schützenden Heimstätten

umschlägt.

In einer international angelegten Auswahl von 20 zeitgenössischen

Positionen zeigt die Ausstellung ein breites

Spektrum an Arbeiten, die auf eine Welt reagieren, in der

die Trennung zwischen innen und außen weniger denn je zu

ziehen ist. Für diese fragil gewordene Welt mit ihrem permanenten

Ineinander von subjektiv verunsichertem Innen und

unkontrollierbarem Außen entwirft die Kunst klaustrophobe,

disfunktionale, latent oder offen unheimliche Bilder, die

Raum vorwiegend als „cause of mental disorder“ begreifen.

Der Ausstellungsparcours folgt dabei einer Dramaturgie, die

zwischen den Ebenen des Bildhaften (Film und Fotografie),

Modellsituationen und eigens gebauten, begehbaren Räumen

wechselt und damit dem Besucher sowohl das Eintauchen

in verschobene, klaustrophobe und unheimliche Räume

erlaubt, wie sie ihn auch immer wieder durch die Konfrontation

mit Modellen sowie filmischen und fotografischen

Arbeiten auf die Ebene der distanzierten Betrachtung holt.

2

3

1 Christian Haake, less mess, 2007 2 Johannes Gehrke,

Der Schrein, 2007–2010 3 Reynold Reynolds & Patrick

Jolley, Burn, 2002, Video

Künstler: Horst Ademeit | Eija-Liisa Ahtila | John Bock | Gregory

Crewdson | Jonas Dahlberg | Thomas Demand | Martine

Feipel & Jean Bechameil | Johannes Gehrke | Christian Haake

| Stephan Huber | Susanne Kutter | Chris Larson | Jennifer &

Kevin McCoy | Stephan Mörsch | Hans Op de Beeck | Alexandra

Ranner | Werner Reiterer | Reynold Reynolds & Patrick

Jolley | Michael H. Rohde | Monika Sosnowska | Erwin Wurm

12. Mai – 25. August 2013

Achtung BAUSTELLE!

Kinderatelier mit Baumaterialien

für (un)sichere Räume

„Trautes Heim – Glück allein“: diese Redewendung macht

unseren Wunsch nach Geborgenheit in einem vertrauten

Zuhause deutlich. Räume bieten nicht nur Schutz, sie sollen

in der Regel auch bequem, schön, geschmückt und praktisch

sein. Unsere BAUSTELLE im Untergeschoss des Museums

bietet mit ihren Baustoffen, Materialien und Objekten die

Gelegenheit, über Räume nachzudenken, sie neu zu erfinden,

zu erbauen und zu verfremden. Zwischen Idylle und

Schreckenskammer: Unsere Fantasie führt uns in märchenhafte,

unheimliche und komische Räume. Anregungen dazu

finden wir in der großen Wechselausstellung HEIMsuchung

sowie in Märchen und anderen Geschichten.

Wir laden alle kleinen und großen HeimwerkerInnen, Bastler,

ArchitektInnen und Bauherren auf die BAUSTELLE ein!

27. Juni – 29. September 2013

Ein expressionistischer Sommer – Bonn 1913

Das Kunstmuseum Bonn zeigt zum 100. Geburtstag der

Ausstellung Rheinischer Expressionisten die Jubiläumsausstellung

Ein expressionistischer Sommer – Bonn 1913. August

Macke kam Ende 1910 mit seiner jungen Familie zurück nach

Bonn und knüpfte von hier aus zahlreiche Künstlerkontakte.

Sein Wohn- und Atelierhaus in der Bornheimer Straße war

Treffpunkt der rheinischen Kunstszene und im Kunstsalon

Cohen gegenüber der Bonner Universität führte August

Macke 1913 die „Rheinischen Expressionisten“ zum ersten

Mal repräsentativ zusammen. Dem Titel lag kein weltanschauliches

Ziel zugrunde, aber die Künstler haben ihn selber

vor Ort gewählt. August Macke war der Ideengeber. Für die

Ausstellung wählte Macke 14 Künstler und zwei Künstlerinnen

aus, mit denen er mehr oder weniger Kontakt hielt:

Heinrich Campendonk, Ernst Moritz Engert, Max Ernst, Otto

Feldmann, Franz Seraph Henseler, Franz M. Jansen, Joseph

Kölschbach, August Macke, Helmut Macke, Carlo Mense,

Heinrich Nauen, Marie von Malchowski-Nauen, Olaga Oppenheimer,

Paul Adolf Seehaus, William Straube und Hans

Thuar. Das 100-jährige Jubiläum ist Anlass genug, eine

Auswahl von Arbeiten der Rheinischen Expressionisten zu

zeigen, die im Zusammenhang mit der Ausstellung von 1913

standen.

4 Erwin Wurm, Narrow House, 2010 5 August Macke,

Kinder im Garten, 1912

4

5


1

38 / Ausblick 2013 1 Mary Heilmann, No Passing, 2011 2 Marcel Odenbach,

Wenn das so weitergeht fühle ich mich wie eine

ausgequetschte Zitrone, 1975 3 Marcel Odenbach,

Daar es salaam, den 7. August, 2003 4 Jung Seung,

Spectaceless Complex, 2011

Museumsmagazin 2012/2013 Das Ausstellungsjahr 2013 / 39

11. Juli – 29. September 2013

Mary Heilmann

Das Kunstmuseum setzt sich, ausgehend von seinem Sammlungsbestand,

schon seit Jahrzehnten mit dem Medium der

Malerei auseinander. Vor diesem Hintergrund ist auch die

Einzelausstellung der amerikanischen Malerin, Objektkünstlerin

und Designerin Mary Heilmann (*1940, San Francisco)

zu sehen. Sie begann ihre Karriere als Keramikerin, wechselte

jedoch schon 1968 mit ihrer Übersiedlung nach New York zur

Malerei und entwickelt eine ungegenständliche Bildsprache,

die sich stilistisch kaum eindeutig beschreiben lässt. In ihrem

Werk dominiert mal eine eher organische, dann wieder eine

geometrische Abstraktion, ohne dass sich Heilmann dabei

in einem selbstgefälligen „l’art pour l’art“ verliert. Denn

Heilmanns „unreine“ Malerei spiegelt zugleich persönliche

Lebenserfahrungen, die in ihren Bildern einen verschlüsselten

Ausdruck finden. So zitieren grüne und blaue Farbwellen

lange Sommer am Strand des Pazifik und grün-gelbe Farbbahnen

erscheinen zugleich als Scheinwerfer, die Licht in das

Dunkel langer Nachtfahrten werfen. Auf diese Weise verbindet

Heilmann Bildlichkeit und Bilderzählung und vermeidet

dadurch die Eindimensionalität einer klar identifizierbaren

Aussage. Durch eben diese Offenheit ihrer Bildsprache haben

zahlreiche jüngere amerikanische wie auch europäische

Maler und Malerinnen entscheidende Impulse durch Heilmann

erfahren.

Die Mehrdeutigkeit ihrer Bilder bietet auch den Ausgangspunkt

für Heilmanns speziell für das Kunstmuseum

konzipierten Ausstellung, die zu einem visuellen Dialog mit

einem nahezu gleichaltrigen, aber verstorbenen Künstlern

führt. Angeregt durch die reichen Sammlungsbestände des

Kunstmuseums hat sich Heilmann eine Zwiesprache mit

den Bildern von Blinky Palermo (1943–1977) gewünscht. Insofern

wird ihre Bonner Schau auch eine Hommage an Blinky

Palermo darstellen, der im Jahr 2013 seinen 70. Geburtstag

gefeiert hätte.

19. September 2013 – 5. Januar 2014

Marcel Odenbach

Zeichnungen, Collagen und Papierschnitte

Marcel Odenbach, der seit dem Jahr 2010 eine Professur für

Film und Video an der Kunstakademie in Düsseldorf innehat,

ist hierzulande vor allem als einer der Pioniere und wichtigsten

Exponenten der Videokunst bekannt. In den vergangenen

35 Jahren hat er eine spezifische Bildsprache für ein klar

konturiertes Themenspektrum entwickelt. Immer wieder

kreisen seine Videos um die Konstruktion und Definition von

Individualität, die stets in Abhängigkeit von geschichtlichen

Prozessen und kulturellen Identitäten gesehen wird. Im Gegensatz

zu den international bekannten Videoarbeiten wartet

Odenbachs zeichnerisches Werk in Europa aber noch auf

seine Entdeckung. Dieses Defizit wird nun durch die in enger

Kooperation mit dem Künstler entwickelte Ausstellung beseitigt,

die Odenbach erstmals umfassend als Zeichner und

Collagisten vorstellt.

Die Werkschau beginnt mit Arbeiten der mittleren

1970er-Jahre, in denen Odenbach in lapidar-ironischer Weise

sein Lebensumfeld beschreibt. Dies geschieht in Zeichnungen,

die Text und Bild kombinieren, Visualität und sprachliche

Reflektion zusammenführen. Damit präfigurieren

sie bereits die Collagen der 1980-er Jahre, die einerseits

Entwürfe für Videoinstallationen darstellen, andererseits

aber auch als autonome Sprach-Bilder funktionieren. In

Odenbachs Kunst wird der Betrachter aufgefordert, sich

in die Details des Bildes zu vertiefen, die oft eine ganz andere

Geschichte erzählen, als die, die sich dem distanzierten

Betrachter bei der ersten Begegnung mit dem Werk erschließt.

Dies gilt insbesondere für seine „afrikanischen“

Motive, die hinter der Fassade des Exotischen die Grausam-

2

3 4

keiten der Kolonialgeschichte aufscheinen lassen. So vereint

Odenbachs Schaffen sinnliche Anschaulichkeit mit einer aufklärerischen

Grundhaltung, Visualität und Konzeptualität,

Idolatrie und Ikonoklasmus, in einer Konsequenz, die dem

Bild einen gänzlich neuen Stellenwert zuweist.

17. Oktober 2013 – 9. Februar 2014

TRANSFER KOREA – NRW

Seit längerem hat sich in Südkorea eine besonders dynamische

und vielfältige Kunstszene entwickelt, die in Deutschland

erst noch zu entdecken ist. Neben der Kunsthalle Düsseldorf,

dem Osthaus Museum Hagen und drei Museen in

Seoul beteiligt sich das Kunstmuseum Bonn an dem Projekt

TRANSFER KOREA­NRW.

Es ist seit 1990 der neunte Transfer, den das NRW-

KULTUR sekretariat gemeinsam mit Partnerinstitutionen

durchführt. Aus den Positionen der 14 von einer Jury ausgewählten

Künstlerinnen und Künstler aus Südkorea und

Nordrhein-Westfalen erarbeiten die Museen jeweils eigene

Ausstellungen, die die Nähe und Differenz der beiden

Kunsträume sichtbar machen. Dieser erste Transfer mit

einem außereuropäischen Land verspricht ein besonders intensiver

und spannender transkultureller Dialog zu werden.


40 / Verein der Freunde des Kunstmuseum Bonn e.V. Museumsmagazin 2012/2013 Kunst-Freunde gesucht! / 41

Mitmachen!

Gemeinsam in exklusivem Rahmen!

Verein der Freunde

des Kunstmuseum Bonn e.V.

Eine Freundschaft macht die andere – sagt das Sprichwort.

Unsere gilt dem Kunstmuseum Bonn, das wir seit 1985 ideell

und finanziell unterstützen. Unser Verein ist gemeinnützig

und hat sich die ideelle und materielle Unterstützung des

Kunstmuseums der Stadt Bonn zur Aufgabe gemacht. Die

jährlich eingeworbenen Mittel erhöhen den Ankaufsetat

des Museums. Insgesamt konnten bisher über 60 Ankäufe

getätigt werden.

dER vEREin

Im Vordergrund steht die Mittelbeschaffung zum Ankauf

neuer Werke aus dem Bereich der zeitgenössischen Kunst sowie

der Rheinischen Expressionisten. Die von der Museumsleitung

vorgeschlagenen und vom Verein erworbenen Werke

werden dem Museum als Schenkung oder Dauerleihgabe

zur Verfügung gestellt. Weiterhin fördert der Verein die

Museums arbeit durch die Finanzierung von Führungen, Vorträgen

und Diskussionen sowie – mit eigenen Veranstaltungen

– die Kinder- und Jugendarbeit des Museums.

ExkluSivität

Als Vereinsmitglied erhalten Sie die Möglichkeit hinter die

Kulissen des Kunstbetriebes zu blicken; Sie begegnen Künstlerinnen

und Künstlern sowohl in ihren Ateliers als auch im

Kunstmuseum, nehmen an exklusiven Kuratorenführungen

vor der offiziellen Ausstellungseröffnung teil, besuchen

Kunstmessen, Museen, Galerien und sind Teil einer aktiven

und engagierten Gemeinschaft von interessierten und

begeisterten Kunstfreunden. Gemeinsam pflegen wir den

engen Kontakt mit dem Kunstmuseum und den Austausch

untereinander.

gEniESSEn SiE diE voRtEilE EinER mitgliEdSchaFt!

wiR bEdankEn unS mit:

• Einladungen zu exklusiven Ausstellungspreviews mit den

KuratorInnen und KünstlerInnen

• Einladungen zu exklusiven Festakten und anderen Veranstaltungen

des Vereins

• der Möglichkeit, an Künstlergesprächen und Atelierbesuchen

teilzunehmen

• Sondereditionen zu Vorzugskonditionen

• Angeboten, an Kunstreisen und Exkursionen des Vereins

teilzunehmen

• einer kostenlosen ArtCard, d.h. unter anderem freien Eintritt

ins Museum und in die Kunst- und Ausstellungshalle

der Bundesrepublik Deutschland

1 3

1 Atelierbesuch bei Jürgen Klauke 2 Preview Wasserstandsmeldung

3 Reise zur documenta 13 4 Preview

Kris Martin

2 4

mitgliEdSchaFt

Fördernde Mitglieder unterstützen das Museum mit einem

jährlichen Betrag von mindestens 500 Euro. Darin enthalten

ist der Jahresbeitrag in Höhe von 50 Euro. Über den Betrag

von 450 Euro wird eine steuerlich abzugsfähige Spendenquittung

ausgestellt. Juniormitglieder unter 37 Jahren zahlen

200 Euro. Auch Firmen und Organisationen können Fördernde

Mitglieder werden. Der Mitgliedsbeitrag für Firmen

und Organisationen beträgt 2.000 Euro pro Jahr.

REiSEn untER lEitung dES muSEumSintEndantEn

Unter der fachlichen Leitung von Prof. Dr. Stephan Berg besuchen

wir Zentren der zeitgenössischen Kunst. 2013 besuchen

wir u.a. die von Massimiliano Gioni kuratierte 55. Biennale in

Venedig und die von Fulya Erdemci kuratierte 13. Biennale in

Istanbul.

FRagEn, wünSchE, anREgungEn?

Karoline Scheidemann und der Vorstand stehen Ihnen gerne

zur Verfügung.

Bitte senden Sie Ihre Anfrage an:

Kunstmuseum Bonn

Karoline Scheidemann

Friedrich-Ebert-Allee 2

53113 Bonn

T 0228 36 76 11 78

F 0228 77 62 20

E-Mail: karoline.scheidemann@bonn.de

voRStand dES vEREinS

Prof. Dr. Klaus Zerres (Vorsitzender), Prof. Dr. Stephan Berg,

Dr. Nicolai Besgen, Dr. Stephanie Bohn, Michael Plössner,

Prof. Dr. Ulrich Schlottmann, Nicola Weppelmann

unSERE EhREnmitgliEdER

Dorothea Freifrau von Stetten †, Prof. Dr. Wilfried Fitting †,

Dr. Karl-Wilhelm Wedel, Jürgen Hall, Prof. Dr. Dieter Ronte,

Dr. Ludwig Krapf


42 / Verein der Freunde des Kunstmuseum Bonn e.V. Museumsmagazin 2012/2013 Editionen / 43

Veranstaltungen und Editionen

Verein der Freunde

des Kunstmuseum Bonn e.V.

auSStEllungSpREviEwS

12. März:

Noch nie gesehen

7. Mai:

HEIMsuchung

25. Juni:

Ein expressionistischer Sommer –

Bonn 1913

9. Juli:

Mary Heilmann

17. September:

Marcel Odenbach

15. Oktober:

TRANSFER KOREA – NRW

REiSEangEbot

27. – 30. Juni 2013:

55. Biennale, Venedig

10. – 13. Oktober 2013:

13. Biennale, Istanbul

QuaRtalStREFFEn

I. Neujahrsempfang

II. Atelierbesuch

III. DC Open/Galerienrundgang, Köln

IV. VIP-Führung: Institution Bonn/Köln

künStlEREditionEn

Das Editionsportfolio des Vereins der Freunde ist weit gefächert:

Von Grafiken über Fotografien bis hin zu Objekten

bietet der Verein gering limitierte Arbeiten zeitgenössischer

Künstler an. Die Angebotspalette umfasst u.a. Werke von

Christo, Ulrich Rückriem, Katharina Grosse, Thomas Rentmeister,

Franz Erhard Walter, Thomas Florschuetz, Julian

Rose feldt und Rosemarie Trockel.

Auch im Ausstellungsjahr 2012 haben sich erneut namhafte

Künstler bereit erklärt, exklusiv für den Verein ausstellungsbezogene

Editionen zu produzieren. So konnten wir

unser Angebot um eine Objektreihe von 12 Unikaten von

Thomas Rentmeister mit dem Titel CLASSIC­EDITION sowie

eine Edition von David Reed, welche begleitend zur Ausstellung

HEART OF GLASS erschienen ist, erweitern. Der doppelseitige

Druck WORKING DRAWING FOR PAINTING #617 ist

in einer Auflage von 10 (+ 5 a.p) erschienen. Ebenso konnte

Lewis Baltz im Zuge seiner im Kunstmuseum gezeigten

großen Retrospektive gewonnen werden, das Angebot durch

die Fotografie-Edition ANECHOIC CHAMBER zu ergänzen.

Das Editionsangebot des Vereins wird inzwischen europaweit

hoch geschätzt und erfreut sich großer Nachfrage. Unseren

Mitgliedern können wir unsere Sondereditionen oftmals zu

einem Vorzugspreis anbieten, die Edition von Lewis Baltz ist

sogar nur von Fördermitgliedern käuflich zu erwerben.

Neben der Präsentation der Arbeiten im Foyer des Kunstmuseums

finden Sie einen Überblick über unser Angebot unter

www.freunde-kunstmuseum-bonn.de. Weitere Informationen

erhalten Sie über die Geschäftsstelle.

diE „kunStkiStE“ von kathaRina gRoSSE

Im Rahmen der Vorstellung ihrer neuen Außenarbeit In Seven

Days Time gestaltete Katharina Grosse exklusiv für den Verein

der Freunde des Kunstmuseum Bonn eine besondere,

von der Künstlerin gestaltete „Kunstkiste“. Sie enthält als

Loseblattsammlung eine Dokumentation in Text und Bild

aller Kunstwerke, die der Verein der Freunde in mehr als 25

Jahren für das Kunstmuseum erworben hat. Die „Kunstkisten“

sind als Unikate selbst farbenprächtige Kunstwerke. Zusätzlich

hat die Künstlerin für den Verein eine Edition von 23

bearbeiteten Objekten als Vorzugsausgabe der „Kunstkiste“

entworfen. Der Preis einer Kunstkiste beträgt 80 Euro, die

noch verfügbaren Vorzugsausgaben sind für Fördermitglieder

des Vereins zum Preis von 1.000 Euro, für Nichtmitglieder

1.200 Euro erhältlich.

1

2

3

1 David Reed, WORKING DRAWING FOR PAINTING #617,

2012 2 Thomas Rentmeister, CLASSIC­EDITION, 2012 3

Lewis Baltz, Anechoic Chamber, France Télécom Labo ra ­

toires, Lannion 2012 (aus der Reihe: Sites of Technology,

1989–91) 4 Katharina Grosse, Kunst kiste

4


44 / Danke! Museumsmagazin 2012/2013 / 45

Partner / Sponsoren / Stifter / Förderer

des Kunstmuseum Bonn 2012

Die Ministerpräsidentin

des Landes Nordrhein-Westfalen

Verein der Freunde

des Kunstmuseums

Bonn e.V.

Bonner Altenhilfe

• Claudia Busching, Berlin

• Deutsche Bahn

• Dorothea von Stetten-Stiftung, Bonn

• Eiskellerberg.tv

• Ernst Wilhelm Nay Stiftung, Köln

• Galerie Thomas Zander, Köln

• General-Anzeiger, Bonn

• Hesta AG, Zug

• Kiwanis-Club Bonn e.V.

• Künstlerforum Bonn

• Lions Club Bonn

• Luis Campaña

• Marcus Tillier, Freiburg

• Margarethe und Klaus Posselt

• Max Ernst Museum Brühl des LVR

• Sammlung KiCo

• Sammlung Mondstudio

• Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

• Stiftung für Kunst, Kultur und Soziales

der Sparda-Bank West

• Werner und Marie-Luise Boeck-Stiftung

• With the support of the Flemish authorities

• Zoologisches Forschungsmuseum Alexander König

KUNSTPREIS START

• Helmut Andreas Hartwig & Arndt Hartwig (Stifter)

• Deutsche Post DHL

• STRÖER Out-of-Home Media AG

• Stiftung Kunst der Sparkasse in Bonn

• Kameha Grand Bonn

• General-Anzeiger Bonn

Anzeigenpartner des Museumsmagazins 2011/2012

• Bankhaus Lampe

• Deutsche Post DHL

• Köllen Druck + Verlag GmbH

• Meyer-Köring, Rechtsanwälte/Steuerberater

• SWB Stadtwerke Bonn

Impressum Informationen

Herausgeber

Kunstmuseum Bonn

Texte

Volker Adolphs, Stephan Berg, Stefan Gronert, Irene Kleinschmidt-Altpeter,

Sabina Leßmann, Karoline Scheidemann,

Christoph Schreier, Wolfgang Ullrich, Sarah Waldschmitt,

Wybke Wiechell, Klaus Zerres

Redaktion & Anzeigen

Sarah Waldschmitt

Gestaltung und Satz

Annett Frey, www.freysign.de

Druck

Köllen Druck + Verlag GmbH

© 2012 für die Texte: Kunstmuseum Bonn und die Autoren

© VG Bild-Kunst, Bonn 2012: Pia Fries, Johannes Gehrke,

Katha rina Grosse, Gerhard Hoehme, Ernst Wilhelm Nay,

Marcel Odenbach, Thomas Rentmeister, David Reed, Julia

Schmid, Frances Scholz, Rosemarie Trockel, Erwin Wurm

Fotonachweis

David Ertl, soweit nicht anders angegeben / Reni Hansen: S.

9, Abb. 2; S. 25, Abb. 2 / Achim Kukulies: S. 14, Abb. 2; S. 15,

Abb. 3 / Kunstmuseum Bonn: S. 25, Abb. 2, 4 / Lukas Palik: S. 3

/ Cynthia Rühmekorf: S. 27, 29 / Karoline Scheidemann: S.

40, Abb. 2 / Wolf R. Ussler: S. 36, Abb. 2 / Simon Vogel: S. 5 /

Studio Wurm: S. 37, Abb. 4 / Klaus Zerres: S. 40, Abb. 1; S. 41,

Abb. 3, 4 / das Kunstmuseum Bonn, die Videonale e.V. und

die Künstlerinnen und Künstler

Courtesy

Gallery Xavier Hufkens, Brussels, Belgium und Lehmann

Mau pin Gallery, New York, USA: S. 37, Abb. 4 / Sprüth Magers

Berlin London: S. 9, Abb. 3

Titelbild

Martine Feipel & Jean Bechameil, Le Cercle fermé, Ausstellungsansicht

Luxemburg Pavillon, 54. Biennale von Venedig,

2011, Foto: Joseph Tomassini

Kunstmuseum Bonn

Museumsmeile

Friedrich-Ebert-Allee 2

53113 Bonn

T +49(0)228 77-6260, F -6220

www.kunstmuseum-bonn.de

kunstmuseum@bonn.de

Ständige Sammlung

• August Macke und die Rheinischen Expressionisten

• Joseph Beuys: Multiples 1965 bis 1986

• Deutsche Kunst seit 1945

• Internationale Fotografie

• Grafik- und Videosammlung

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 11 – 18 Uhr

Mittwoch 11 – 21 Uhr

Schulklassen- und Kindergartenführungen

können für 10 Uhr angemeldet werden

Eintritt

Erwachsene 7 Euro, ermäßigt 3,50 Euro

Familienkarte 14 Euro, Gruppen ab 10 Pers. 5,60 Euro,

Kinder bis 12 Jahre und Mitglieder des Museums-Vereins frei

Jahreskarte 40 Euro (ermäßigt 20 Euro)

Geschenk-Eintrittskarten: Informationen an der Kasse

Verkehrsverbindungen U-Bahn: 16, 63, 66; Bus: 610, 630

Haltestelle: Heussallee / Museumsmeile


Besonderes leisten.

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