mag a zin magazin - Weiteren - Dr. Bernd Heidenreich

cdu.frankfurt.main.de

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4 IM FOCUS

Startschuss

für die neue

Altstadt

8 AUS DER PARTEI

32 AUS DER FRAKTION

Die Frankfurter CDU

auf dem Weg zur

Kommunalwahl 2011

Einführung der

Elektromobilität in

Frankfurt am Main

NR. 04 DEZEMBER 2009 // 31. JAHRGANG // EINZELPREIS € 2,10

FRANKFURT magazin

Frohe Weihnachten &

einen guten Rutsch!


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Inhalt /Impressum

3

4

6

24

47

Editorial

Im Focus

Aus der Partei

Aus der Fraktion

Das gewisse Etwas

Letzte Meldung

Öffentliches

Gesprächsforum der

CDU-Fraktion zur

Integrationspolitik im

Haus am Dom mit

Experten aus Berlin,

Stuttgart und

Frankfurt am Main.

Bild: Klein

Zukunft gemeinsam gestalten

CDU-Fraktion beschließt zehn Thesen

für ein Frankfurter Integrationskonzept

Die CDU-Fraktion hat am 2. Dezember

2009 ein Thesenpapier für ein

Frankfurter Integrationskonzept beraten

und beschlossen. Anlass ist

der von Integrationsdezernentin

Dr. Nargess Eskandari-Grünberg (Grü-

Impressum FRANKFURTmagazin

Neue Altstadt – Abschied vom Technischen Rathaus

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen das Technische Rathaus mit

einem lachenden und einem weinenden Auge. Und sie feiern ein letztes Fest.

Denn bald wird auf den 6.000 qm, die durch den Abriss des Betonkolosses frei

werden, gebaut. Bis 2013 sollen auf den Gelände zwischen Dom und Römer rund

30 neue Häuser entstehen. Lesen Sie im Magazin, wie weit die Vorbereitungen

sind. Der Startschuss ist bereits gefallen. Bild: Weis

ne) vorgelegte Entwurf eines Integrationskonzeptes

für die Stadt

Frankfurt am Main, das den Titel

„Vielfalt bewegt Frankfurt“ trägt.

Der integrationspolitische Sprecher

der Union, Thomas Kirchner, hat das

Thesenpapier bei einem Forum seiner

Fraktion im Haus am Dom der

Öffentlichkeit präsentiert. Der

Stadtverordnete begründete den

Vorstoß der CDU-Fraktion: „Frankfurt

ist eine internationale Stadt, in

der über 170 Nationen leben und arbeiten.

Viele Zuwanderer sind mit

Herz Frankfurterinnen und Frankfurter.

Die Globalisierung wird uns

vor wachsende Herausforderungen

stellen. Die Stadt kann als Kommune

Zuwanderung nur bedingt steuern.

Sie muss aber Bedingungen schaffen,

die eine Integration der Neubürger

fördern und so ein friedliches

Zusammenleben der unterschiedlichen

Bevölkerungsgruppen in der

Mainmetropole sichern. Aus diesen

Gründen stellt sich die CDU-Fraktion

dieser Aufgabe und will mit dem

vorliegenden Thesenpapier ihre

Standpunkte zu diesem Thema verdeutlichen“.

Das Thesenpapier wird

im nächsten Frankfurt Magazin ausführlich

vorgestellt. (jr)

Herausgeber: CDU-Kreisverband, Hanauer Landstraße 7 (Zoopassage), 60314 Frankfurt am Main, Tel. (069) 153099-0, � info@cduffm.de, � www.cduffm.de || CDU-Fraktion,

Bethmannstraße 3, 60311 Frankfurt am Main, Tel. (069) 138728-0, � info@cdu-fraktion.frankfurt.de, � www.cdu-fraktion-ffm.de || Redaktion: P Christian Wernet (caw)

(v. i. S. d. P. für Parteiteil), Wolfram Roos (wr), F Joachim Rotberg (jr) (v. i. S. d. P. für Fraktionsteil) || Freie Autoren: Alexander Schart (as), Thomas Kirchner (tk), Dr. Walter

Seubert (ws), Horst Winkler (hw), Kinga Klonecki (kk), Markus Graff (mg), Volker Wirtgen (vw), Thomas Feda (tf), Christof Warnke (cw), Joachim Gres (jg), Sylvia Hornung (sh),

Ursula Plahusch (up), Ulf Homeyer (uh), Martin Benedikt-Schäfer (mbs), Dr. Klaus Maier (km) || Konzept, Grafi k und Produktion: DigitalAgentur mpm, Tel. (06131) 9569-20, �

www.digitalagentur-mpm.de || Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Herausgeber und der Redaktion wieder. || Redaktionsschluss für

diese Ausgabe: 23.11.2009; nächste Ausgabe: 06.03.2010.

Unser Titelbild zeigt die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth mit dem Schlagerstar Karel Gott, der zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes auf den Römerberg gekommen war.

Bilder Titelseite: dpa, Wachendörfer, Wernet


NR. 04 DEZEMBER 2009

Sehr geehrte Damen und

Herren, liebe Parteifreunde,

hinter uns liegt ein sehr anstrengendes, aber auch erfolgreiches

Wahljahr. Innerhalb von nur neun Monaten mussten

wir neben Bundestags- und Europawahl eine zusätzliche

Landtagswahl mit engagierten Wahlkämpfen vorbereiten. Bei

allen drei Wahlen gelang es der Frankfurter CDU, ihre eigene

Position als unangefochten stärkste politische Kraft der Stadt

zu behaupten. Insbesondere durch die

von den Stadtbezirksverbänden und

den Vereinigungen getragenen Wahlkämpfe

vor Ort konnten wir dabei

deutliche Erfolge erreichen: Bei der

Landtagswahl im Januar haben wir alle

sechs Frankfurter Wahlkreise direkt

gewonnen. Im Rahmen der Europawahl

im Juni zeigte sich, dass auch

trotz leicht rückläufi ger Stimmenzahlen

die Frankfurter CDU über einen

unverändert großen Sympathievorsprung

gegenüber den anderen

Parteien verfügt. Bei der Bundestagswahl

im September konnten wir nicht

nur das Direktmandat unserer langjährigen

Bundestagsabgeordneten

Erika Steinbach verteidigen, sondern

mit Dr. Matthias Zimmer hat zudem erstmals ein CDU-Kandidat

den Wahlkreis Frankfurt I gewonnen! Alle drei Wahlen haben

verdeutlicht: An der CDU führt in Frankfurt kein politischer

Weg vorbei.

Wir wissen, dass ohne die Hilfe unserer Mitglieder, Freunde

und Sympathisanten diese Erfolge nicht möglich gewesen wären,

und möchten uns von ganzem Herzen bei Ihnen für Ihre

engagierte Unterstützung bedanken. Ungeachtet dieses organisatorischen

und auch fi nanziellen Kraftaktes, den diese

drei nur kurz aufeinanderfolgenden Wahlen für uns alle dargestellt

haben, sind wir jedoch schon längst wieder in den politischen

Alltag involviert. So steht die Frankfurter CDU in

vorderster Reihe bei der Verteidigung ihrer Abgeordneten Erika

Steinbach, die zu unser aller Unverständnis einer fortdauernden

Kritik auch des FDP-Außenministers Westerwelle ausgesetzt

ist. Für uns steht es völlig außer Frage, dass Erika

Steinbach der vom Bund der Vertriebenen (BdV) zugedachte

Sitz im Stiftungsrat des „Zentrums gegen Vertreibungen“ ohne

jegliche Abstriche zusteht. Erika Steinbach hat sich seit

Jahren überparteilich und in anerkannter Weise für eine Gedenkstätte

aller Vertriebenen, ungeachtet ihrer Nationalität,

eingesetzt. Die fadenscheinigen Kritiken an Erika Steinbach

und ihrem gesellschaftspolitischen Werk entbehren jeglicher

Grundlage und werden von der Frankfurter CDU mit aller Entschiedenheit

zurückgewiesen.

Im Vordergrund unserer politischen

Aktivitäten stehen nun die Vorbereitungen

für die im März 2011 stattfi ndende

Kommunalwahl. Der Kreisvorstand

hat bereits erste entscheidende

Weichenstellungen dazu getroffen

und die Fachausschüsse der Partei

entsprechend aufgestellt. Im Rathaus

haben zurzeit die letzten Haushaltsberatungen

vor der Kommunalwahl

begonnen. Die Finanzkrise hat dabei

immer noch große Auswirkungen auf

die Einnahmen der Stadt. Das ein oder

andere wünschenswerte Projekt muss

zurückgestellt werden. Aber der von

Stadtkämmerer Uwe Becker und dem

Magistrat eingebrachte Doppelhaushalt

2010/2011 ist solide fi nanziert und zeigt: CDU und Grüne

arbeiten in Frankfurt am Main auch weiterhin plan- und vertrauensvoll

zusammen. Die wichtigste Botschaft in der Krise

lautet: Wir wollen den Wirtschaftsstandort weiter stärken,

Frankfurt als soziale Stadt erhalten und zu der führenden Familienstadt

in Deutschland entwickeln. Deshalb werden wir

weiter die fi nanziellen Schwerpunkte auf Bildung und Kinderbetreuung

legen – die glückliche Zukunft der kommenden

Generationen haben wir dabei fest im Blick.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes und gesegnetes

Weihnachtsfest!

Ihre

Bild: dpa

Boris Rhein,

Kreisvorsitzender

Dr. Horst Kraushaar,

Fraktionsvorsitzender

Editorial 3


4

Im Focus

Das Haus zur Goldenen Waage, 1944

bei einem Luftangriff zerstört.

Fotografi e: Kellner; Coloration: Ferber

Die Altstadt wird gebaut – der Startschuss ist

gefallen

Der Wiederaufbau der Altstadt zwischen Dom und Römer ist nicht mehr zu stoppen. Die Mitarbeiter

des Technischen Rathauses sind ausgezogen. Zurzeit wird dieses Gebäude von den Giftstoffen Asbest

und PCB gesäubert. Ab Januar ist der Abbruch des ungeliebten Technischen Rathauses für jedermann

sichtbar. Das Gebäude wird zunächst bis zur Pförtnerebene zurückgebaut.

Die neu gegründete städtische DomRömer GmbH hat ihre

Arbeit mit Elan aufgenommen. Sie ist der Bauherr des neuen

Quartiers. Die Gebäude werden nach Fertigstellung an Privatleute

verkauft. Das ambitionierte Ziel ist, 2013 das erste

Haus durch Oberbürgermeisterin Petra Roth dem neuen Eigentümer

zu übergeben.

Insgesamt sollen rund 30 Häuser errichtet werden, davon

sechs als möglichst originalgetreue Rekonstruktion. So soll

das schönste Fachwerkhaus der im Krieg zerstörten Altstadt,

die „Goldene Waage“, in ihrem alten Glanz neu entstehen,

ebenso das „Rote Haus“, das den Eingang zur sogenannten

Metzger-Schirn symbolisierte.

Gegenwärtig wird geprüft, wie durch eine Veränderung der Zufahrt

zur Tiefgarage „Römer“ Platz geschaffen werden kann, das

Haus Rebstock als siebtes Gebäude zu rekonstruieren. Hier ist

Friedrich Stoltze, Paulskirchen-Politiker, Dichter und Lokalpatriot,

geboren worden. Die Laubengänge sind das typische Erkennungsmerkmal

dieses traufständig stehenden Gebäudes.

Von

Jochem Heumann

Sprecher der CDU-Fraktion

im Dom-Römer-Ausschuss

Vorgaben der Gestaltungssatzung

Die nicht rekonstruierten Gebäude müssen sich nach den strengen

Vorgaben der von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen

Gestaltungssatzung richten. So sollen die Gebäude

jeweils auf den ursprünglichen, meist kleinen Parzellen errichtet

werden. Ihr äußeres Erscheinungsbild wird sich an den typischen

Merkmalen der ehemaligen Frankfurter Altstadtbebauung

orientieren. So werden die Gebäude giebelständig

angeordnet. Die Gestaltung der Erd- und Obergeschosse ist unterschiedlich

auszubilden. Jedes Gebäude muss einen individuellen

Charakter besitzen und sich von seinen Nachbarn unterscheiden,

beispielsweise durch Sprünge der Trauf- und

Firsthöhen sowie der Geschossdecken. Die Sockel sind aus Basaltlava,

die Außenwände der Erdgeschosse unverputzt aus

rotem Sandstein herzustellen. Ein Farbleitplan, der sich an die

historische Farbgebung anlehnt, ist zu beachten. Originale Baureste

der früheren Altstadt (Spolien) sollen in die neuen Gebäude

eingefügt werden. Bei den Dachformen sind nur altstadttypische

Satteldächer zulässig, als Dacheindeckung ist

Naturschiefer zu verwenden. Antennen und Satellitenemp-


NR. 04 DEZEMBER 2009

fangsanlagen sind unzulässig. Diese und weitere Vorschriften

werden dafür sorgen, dass ein für Einheimische und Besucher

attraktives altstadttypisches Ambiente geschaffen wird.

Hochkarätiger Gestaltungsbeirat

Ein bereits eingerichteter Gestaltungsbeirat wacht über die Einhaltung

dieser Vorschriften und gibt Empfehlungen. Er ist hochkarätig

besetzt. Prof. Christoph Mäckler, u. a. Direktor des Instituts

für Stadtbaukunst an der Uni Dortmund und Frankfurter

Stararchitekt, Prof. Arno Lederer, Stuttgart, u. a. Architekt des

zukünftigen Neubaus des Historischen Museums, und Prof. Dr.

Fritz Neumeyer, Professor für Architekturtheorie an der Technischen

Universität Berlin, bilden dieses Gremium. Vertreter

sind Dr. Dieter Bartetzko, Kunsthistoriker und Architekturkritiker

der FAZ, Petra Kahlfeldt, Architektin in Berlin, Mitglied in

mehreren Gestaltungsbeiräten, und Björn Wissenbach, Dipl.-

Ing. (FH), Stadthistoriker in Frankfurt am Main.

Die Mitglieder des Gestaltungsbeirates werden die von ca. 30-

35 führenden deutschen und internationalen Architekten zu

erstellenden 60-90 unterschiedlichen Entwürfe für die nicht zu

rekonstruierenden Häuser beurteilen und bewerten. Für jedes

der zu errichtenden Gebäude sollen mindestens zwei bis drei

Entwürfe in hoher Qualität von verschiedenen Architekten erstellt

werden. Der jeweils beste Entwurf für ein Gebäude soll

realisiert werden.

Entstehen soll nicht nur ein weit über Deutschland hinaus wegen

seiner Architektur beachtetes Quartier, sondern ein tagsüber

und abends lebendiger Bereich. Es wird nur eine altstadtaffi

ne Gastronomie zugelassen, Restaurantketten sind

ausgeschlossen. Beim Einzelhandel wird auf einen breiten

Mix unterschiedlicher Angebote, möglichst inhabergeführt,

Wert gelegt. Erstrebenswert wäre es, in Frankfurt kaum noch

vertretene Handwerke wie Töpfer, Glasbläser, Porzellanmaler

und andere hier konzentriert anzusiedeln. Es wird an einem

attraktiven Mietmodell

für diese einzigartigen

Geschäfte gearbeitet. Interessenten,

die ein Haus

erwerben oder einen Laden

mieten wollen, können

sich bei der DomRömer

GmbH registrieren

lassen.

Mitglied des Gestaltungsbeirates ist auch

der Architekt Prof. Christoph Mäckler.

Bild: fm

Eine besondere Herausforderung

stellt die zukünftige

Überbauung des

Archäologischen Gartens

dar. Ein international ausgelobter Architektenwettbewerb ist

bei Redaktionsschluss noch nicht beendet. Die Siegerentwürfe

sind in der Zeit vom 22. Dezember 2009 bis zum 15. Januar 2010

im Atrium des Gebäudes des Stadtplanungsamtes, Kurt-Schumacher-Str.

10, während der Bürozeiten zu besichtigen. Alle

Entwürfe dieses Wettbewerbes werden im Februar 2010 in den

Römerhallen ausgestellt. Die interessierten Bürgerinnen und

Bürger sind herzlich eingeladen. Die genauen Öffnungszeiten

sind werktäglich von 8.30 Uhr bis 18.00 Uhr. In der Zeit zwischen

den Jahren sind die technischen Ämter allerdings geschlossen.

Glockengeläut am 22. März

Zum Gedenken an die Altstadtzerstörung am 22. März 1944

werden aufgrund eines CDU-Antrages ab dem kommenden Jahr

an diesem Tag Glocken der Kirchen in der Innenstadt läuten.

Sogenannte „Spolien“ – Bogenschlusssteine aus Buntsandstein – sind im

U-Bahnhof am Römerberg in Frankfurt am Main zu sehen. Bild: dpa

Denn diese Form des Gedenkens hat in Frankfurt Tradition.

Schon im 15. Jahrhundert war das Gesamtgeläute aller Kirchen

ein Kennzeichen der von der gesamten Stadt begangenen öffentlichen

Trauer-, Freuden-, Bitt- und Dankfeste. Insofern symbolisiert

das Geläute der Innenstadtkirchen nach dem Untergang

von Alt-Frankfurt vor 65 Jahren die historische Identität

der Stadt und insbesondere der Altstadt. Die schweren Luftangriffe

in den Jahren 1943 und 1944 richteten sich vor allem gegen

den Frankfurter Stadtkern und vernichteten die mittelalterliche

Altstadt fast vollständig. Über 1.000 alte Fachwerkhäuser

verbrannten, und über 1.500 Menschen kamen allein bei den

Märzangriffen des Jahres 1944 ums Leben. Zehntausende wurden

über Nacht obdachlos. Die Bodengedenkplatte vor dem

Technischen Rathaus, die an dieses Geschehen erinnert, wird

an einem geeigneten Ort in der Altstadt neu verlegt. Dort wird

der Magistrat alljährlich zum Gedenken Blumen ablegen.

Mit dem Bau der neuen Altstadt geben wir Frankfurt sein verlorenes

Gesicht zurück. Neues zum Aufbau der Altstadt wird

künftig regelmäßig im Frankfurt Magazin zu lesen sein.

Im Focus 5


6 Aus der Partei

INHALT

6 Tag der Deutschen Einheit mit Jutta Fleck

8 Die Frankfurter CDU auf dem Weg zur

Kommunalwahl 2011

11 Bundestagswahl 2009: Eine Wahlanalyse

12 Bundestagswahl 2009: Der Wahlkampf der

Frankfurter CDU

14 Die neuen Fachausschüsse

15 Boris Rhein übergab neue Opel-Fahrzeuge

an die Frankfurter Polizei

15 Alexander Schart ist neuer Vorsitzender der

CDU Dornbusch

16 Feier zum 3. Oktober der CDU Gallus/

Gutleut

16 Sicherheit in Hessen: Vortrag von Holger

Bellino MdL

17 Wahlparty der CDU Rödelheim mit

Dr. Matthias Zimmer

17 Der Seniorenkaffee der CDU Nied

18 Georg Wieder ist Ortsältester

18 Vortrag zur Seniorenpolitik von Stadträtin

Prof. Dr. Daniela Birkenfeld

19 Sicherheit in Afghanistan

19 Der Sturz von Paestum

20 Der EAK zum Tod von Bernhard Klinzing

20 Vortrag von Dr. Michael Meister MdB

21 Der Landesdelegiertentag der Frauen Union

21 Stadtrat Edwin Schwarz bei der Frauen Union

22 Gudrun Osterburg MdL erneut

UdV-Vorsitzende

22 RCDS hat neuen Vorstand gewählt

23 Die JU-Jungwählerparty

23 JU beim Deutschlandtag in Münster

23 Kreisweiter Stammtisch der JU

20

15

21

17

23

Jutta Fleck zu Gast beim

Tag der Deutschen

Einheit in Fechenheim

Es war ein deutliches Zeichen an alle, die in der

immer mehr um sich greifenden „Ostalgie“ nur eine

harmlose Modeerscheinung erkennen – oder sogar

eine Chance zur Umdeutung historischer Tatsachen:

Am 3. Oktober 2009 begrüßte die Frankfurter CDU

die als „Frau vom Checkpoint Charlie“ bekannte

Jutta Fleck als Ehrengast bei der von der CDU

Fechenheim ausgerichteten Feier zum Tag der

Deutschen Einheit.

Nachdem der Vorsitzende der Fechenheimer CDU, Roland

Ebisch, die Gäste im überfüllten Festzelt der Gaststätte

„Bier-Hannes“, die dem Fechenheimer Ortsvorsteher und

CDU-Mitglied Johnney Zimmermann gehört, begrüßt hatte,

machte der CDU-Kreisvorsitzende,

Staatssekretär Boris Rhein, in einer

Einführungsrede den Gästen deutlich,

was der Tag der Deutschen

Einheit für die Frankfurter CDU bedeutet.

Rhein betonte, dass es sich

bei diesem Tag um einen der besten

und glücklichsten Momente

der deutschen Geschichte handele.

Durch den Fall der Mauer sei

das DDR-Unrechtsregime endgültig

untergegangen. Die DDR habe

insbesondere durch das Machtin-

Jutta Fleck, die „Frau vom Checkpoint Charlie“, strument „Staatssicherheit“ (Stasi)

während ihres Vortrages beim Tag der

Deutschen Einheit in Fechenheim. Bild: Privat und die Anwendung von Gewalt

die Humanität und geistige Freiheit

der ostdeutschen Bevölkerung zu unterbinden gesucht.

Mit Blick auf die offenbar immer breiter und intensiver werdende

„Ostalgie-Welle“ stellte Rhein fest, dass zu viele Menschen

noch immer die DDR in den Köpfen trügen und ihr

trotz des Wissens um das verbrecherische System hinterhertrauerten.

Für die gesamte Union stehe außer Frage, dass ein

solches Verniedlichen der DDR entschieden abzulehnen sei.

Vielmehr müsste gerade der verbrecherische Charakter des

DDR-Systems unablässig und vor allem gegenüber Jugendlichen

zur Sprache gebracht werden. Jutta Fleck, die zusammen

mit ihrer Biografin Ines Veith nach Fechenheim gekommen

war, verdeutlichte, dass für die überwiegende Mehrheit

der DDR-Bevölkerung der Weg bis zum Mauerfall 1989 hart


NR. 04 DEZEMBER 2009

Mit großer Spannung wurde in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Festzelt auf den

Beginn der Veranstaltung gewartet. Bild: Privat

und entbehrungsreich gewesen sei. Der Tag der Deutschen

Einheit sei daher für diese Menschen, die sie an diesem

Tag stellvertretend repräsentiere, ein außerordentlicher

Glückstag. Im Anschluss an ihre Einführung las Frau Fleck

abwechselnd mit Ines Veith die zentralen Passagen aus ihrer

Biografie vor, die als bewegende Lebensgeschichte

weltweit für Furore sorgte und auch verfilmt wurde. So

berichtete Jutta Fleck, dass sie 1982 nach zehn abgelehnten

Ausreiseanträgen zusammen mit ihren damals

neun und elf Jahre alten Töchtern einen erfolglosen, aber

folgenreichen Fluchtversuch unternahm: Fleck wurde inhaftiert

und in das berüchtigte DDR-Frauengefängnis Hoheneck

verbracht, die Töchter kamen zunächst in ein Heim

und wurden später ihrem ehemaligen Ehemann übergeben.

In gleicher Intensität, mit der die DDR-Behörden den

Kontakt zwischen Frau Fleck und ihren beiden Töchtern

unterbanden, versuchten sie auch – etwa mit Auftritten

im Staatsfernsehen oder bei öffentlichen Tanzveranstaltungen

– die Kinder zu vereinnahmen und von der Mutter

zu entfremden. Jutta Fleck hatte zwar Glück und wurde

nach zwei langen Gefängnisjahren von der Bundesrepublik

Deutschland als politischer Häftling freigekauft, dennoch

musste sie ihre beiden Kinder im „Arbeiter- und Bauernstaat“

zurücklassen. Und genau hier begann ihr nun

auch öffentlicher Widerstand gegen das DDR-Unrechtsregime:

Jutta Fleck gelangte nach West-Berlin und demonstrierte

regelmäßig am Grenzübergang „Checkpoint

Charlie“, der an der Friedrichsstraße zwischen Berlin-Mitte

und Kreuzberg lag. Indem sie mit Plakaten, auf denen

„Gebt mir meine Kinder zurück“ stand, protestierte, forderte

sie die kommunistischen Machthaber offen heraus.

Unvergessen ist auch ihr Auftritt bei der KSZE-Konferenz

in Helsinki 1985, bei der sie sich ankettete und damit

erreichte, ein persönliches Gespräch mit Bundesaußenminister

Hans-Dietrich Genscher führen zu können. Nicht

Aus der Partei 7

„Die Frau vom Checkpoint Charlie“ mit ihrer Biografi n Ines Veith. (v. l.) Bild: Roos

zuletzt aufgrund ihres besonderen Engagements wurden

dann schließlich im Jahr 1988 ihre beiden Töchter endlich

aus der DDR entlassen und konnten zu ihr ziehen – ein bis

dahin einmaliger Vorgang in der Historie der DDR: Zum

ersten Mal überhaupt wurde einem DDR-Bürger (dem damaligen

Ehemann von Jutta Fleck) ein bestehendes Sorgerecht

aberkannt und einer zwangsweise ausgebürgerten

Person (Frau Fleck) zugesprochen. Nachdem Jutta Fleck

und Ines Veith diese fesselnden Ereignisse aus der Biografie

der „Frau vom Checkpoint Charlie“ vorgetragen hatten,

berichteten beide auch über ihre zukünftigen Aktivitäten.

Beide kennen sich nunmehr seit 25 Jahren und werden

dieses „silberne Jubiläum“ ihrer Zusammen arbeit in Paris

feiern, wo die französische Übersetzung der Lebensgeschichte

von Jutta Fleck vorgestellt werden wird. Darüber

hinaus leitet Frau Fleck seit September dieses Jahres das

Dokumentationszentrum für das DDR-Regime in der

Hessischen Landeszentrale für politische Bildung. (red)

Der Kreisvorsitzende der Frankfurter CDU, Innenstaatssekretär Boris Rhein,

erinnert an die Opfer des DDR-Regimes. Bild: Roos


8 Aus der Partei

Die Frankfurter CDU auf dem Weg zur

Kommunalwahl 2011

Nach drei logistisch wie organisatorisch aufwendigen Wahlkämpfen im Jahre 2009 hat der Kreisvorstand der

Frankfurter CDU den Startschuss für die Vorbereitungen zur Kommunalwahl 2011 gegeben. Mitte November

stellte der CDU-Kreisvorsitzende, Innenstaatssekretär Boris Rhein, dem Kreisvorstand mittels einer ausführlichen

Präsentation den genauen Fahrplan zur nächsten Kommunalwahl und die konzeptionellen Eckpunkte des

Wahlkampfes vor.

Der Frankfurter CDU-Vorsitzende

machte dabei deutlich, dass die verbleibenden

15 Monate bis zum Wahltag

intensiv genutzt werden müssten

und noch in diesem Jahr erste Vorbereitungen

zu treffen seien.

Das erklärte Wahlziel der Frankfurter

CDU sei es, erneut die mit Abstand

stärks te politische Kraft der Stadt zu

werden. Der Frankfurter CDU müsse es

gelingen, die Bürgerinnen und Bürger

über parteipolitische Grenzen hinweg

für „Politik in und für Frankfurt“ zu begeistern.

Die Frankfurter Union müsse

die Themen, die den Menschen besonders

auf den Nägeln brennen, glaubhaft

besetzen und ehrliche Lösungen für die

Probleme der Großstadt anbieten.

Die Frankfurter CDU gestalte für die

gesamte Stadtgesellschaft Politik und

sei nahe bei den Menschen und ihren

Anliegen.

Um dem Anspruch, die Frankfurter

Volkspartei zu sein, gerecht zu werden,

müsse die gesamte Frankfurter CDU

mit allen ihren Stadtbezirksverbänden

sowie Vereinigungen auf dem Weg zur

Kommunalwahl 2011 eingebunden

werden und in einen breit angelegten

Diskussionsprozess mit den Bürgerinnen

und Bürgern treten. Und zwar,

so Rhein, schon zu Beginn des Jahres

2010. Die in ihrer Grundstruktur immer

heterogener werdende Stadtbevölkerung

verlange nach mehr direkter

Mitsprache und Mitbestimmung; nicht

zuletzt auch in der kommunalen Poli-

Der CDU-Kreisvorsitzende, Innenstaatssekretär Boris Rhein, und Dr. Horst Kraushaar, Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion,

während der Präsentation des Konzeptes (v.l.). Bild: Wernet

tik. Gerade hier setzt das neue Selbstverständnis

der Frankfurter CDU als

„die Mitmachpartei“ an. Kaum eine andere

Wahl sei so wie die anstehende

Kommunalwahl geeignet, um die Stärken

und vielfältigen Aktivitäten der

Unionsmitglieder noch intensiver zu

nutzen und die Mitglieder noch intensiver

als bisher in den Vorwahlkampf

und Wahlkampf mit einzubinden.

Das Positive der Frankfurter CDU

In seiner Analyse der Ausgangslage für

die Kommunalwahl 2011 machte der

CDU-Kreisvorsitzende dabei deutlich,

dass sich die Frankfurter CDU zu allererst

auf ihre eigenen Stärken zu besinnen

habe. Die Frankfurter CDU zeichne

sich durch ein geschlossenes

Auftreten aus. Die Partei erfahre eine

positive öffentliche Wahrnehmung und

werde als die mit deutlichem Abstand

stärkste politische Kraft in der Stadt

gesehen. Dass dies auch tatsächlich so

sei, nannte Rhein offenkundig. Die

CDU stelle die Oberbürgermeisterin,

verfüge in Stadtverordnetenversammlung

und Magistrat über eine deutliche

Mehrheit und sei mit sechs von sechs

direkt gewählten Abgeordneten im

Hessischen Landtag sowie mit beiden

direkt gewählten Abgeordneten im

Deutschen Bundestag vertreten. Als

besonders positiv hob Rhein hervor,

dass bei den CDU-Mandatsträgerinnen

und -trägern ein ausgewogenes Verhältnis

zwischen Männern und Frauen

und den unterschiedlichen Generationen

vorherrsche.


NR. 04 DEZEMBER 2009

Die Herausforderungen der Frankfurter

CDU

Die Frankfurter CDU müsse aber auch

offensiv mit den Herausforderungen,

die sich insbesondere an eine Großstadtpartei

stellten, umgehen.

Eine offene Diskussion biete mehr

Chancen als Risiken, zeigte sich der

Vorsitzende überzeugt.

Deswegen wünsche er sich eine ausgeprägtere

Diskussions- und Innovationsfreude

in der Partei.

Zu viele Veranstaltungen fänden nach

altem Bürgerhaus-Schema statt, was

oftmals anregende und spannende

Diskussionen mit den Mitgliedern verhindere.

Die Mitglieder müssten mehr

und häufi ger als nur in Wahlkämpfen

an Infoständen gefordert werden, denn

Bürger, die Mitglied einer Partei würden,

hätten eine Meinung, die sie auch

nach außen vertreten wollten.

Und Bürger, die sich dafür entschieden,

in eine Partei einzutreten, hätten Gestaltungswillen

und Gestaltungshunger,

der auch gestillt werden müsse.

Vor dem Hintergrund sinkender Mitgliederzahlen

und einer auch weiter absinkenden

Wahlbeteiligung forderte Rhein

mehr Angebote zur politischen Diskussion,

zum politischen Engagement und zur

inhaltlichen Mitarbeit ein.

Die CDU müsse den Spagat bewältigen,

ihre Grundwerte in einer modernen

Stadtgesellschaft weiter zu entwickeln

und diese sowohl in innerstädtisch als

auch eher ländlich geprägten Stadtteilen

zu behaupten. Hieraus folgerte der

Kreisvorsitzende, dass die Partei noch

lebendiger und diskussionsfreudiger

werde müsse und das öffentliche Bild

der Partei zu modernisieren sei.

Die Frankfurter CDU habe alle Chancen,

ihre Stellung als weltoffene und

moderne Großstadtpartei zu behaupten

und auszubauen, wenn sie ihre Mitglieder,

deren Erfahrungen, Kompetenzen

und Können bei dem

Gestaltungsprozess im Hinblick auf die

Kommunalwahl 2011 mitnehme.

Rhein verwies auf eine große Anzahl

offener Fragen, etwa wie man die CDU

für Mitglieder sowie für Sympathi-

Aus der Partei 9

santen noch attraktiver machen könne,

wie neue Mitglieder zu gewinnen seien,

wie deren Identifi kation mit der Frankfurter

Union gestärkt werden könne,

ob die CDU Frankfurt im Wettbewerb

mit anderen Parteien in der Stadt richtig

aufgestellt sei, was zu tun sei, damit

die CDU nicht mehr nur – wie bei den

letzten Wahlen – bei den älteren Wählerinnen

und Wählern vorne liege oder

was gegen steigende Wahlunlust der

Bürger zu tun sei.

Die Aufgaben der Frankfurter CDU

Nach Ansicht Rheins müsse die CDU

diese Fragen offensiv mit Repräsentanten

aus allen Lebensbereichen der

Stadtgesellschaft in einem breit angelegten

Meinungsaustausch erörtern.

Es müsse das Signal ausgesendet werden:

„Die CDU ist keine Partei, die im

eigenen Saft schmort!“ Deswegen sei

es wichtig, den Meinungsaustausch

mit allen gesellschaftlich relevanten

Gruppen der Stadt, sei es aus dem Vereins-

und Sportleben, sei es aus dem

Bereich der Wirtschaft oder der Kirchen,

der karitativen Verbände und der

Kultur, zu pfl egen und dort Rat einzuholen.

Der CDU-Kreisvorstand in der vertieften Diskussion. Bild: Wernet


10 Aus der Partei

Rhein sagte vor dem Kreisvorstand, er

wolle, dass an erster Stelle die Mitglieder,

aber darüber hinaus auch alle

Bürgerinnen und Bürger ihren politischen

Willen bei der und durch die

Frankfurter CDU zum Ausdruck bringen

und aktiv deren Politik mitgestalten

könnten.

Damit mache die Partei auf sich aufmerksam

und wecke die Neugier. Diese

Neugier wiederum animiere zum Mitmachen

in der „Frankfurter Partei“ und

zu einem öffentlichen Bekenntnis zur

hiesigen CDU. Es müsse tief im Bewusstsein

der Frankfurter Stadtgesellschaft

verankert sein, dass die CDU

„mitten in der Gesellschaft“ stehe und

auch dort verwurzelt sei.

Die ersten Schritte zum Kommunalwahlkampf

2011

In seinem Vortrag vor dem CDU-Vorstand

kündigte Rhein an, dass schon

auf dem Kreisparteitag am 12. Dezember

2009 konkret damit begonnen

würde, gemeinsam mit einem renommierten

Wahlforscher eine grundlegende

Analyse der zurückliegenden

Frankfurter Wahlen vorzunehmen.

Neue Internetpräsenz

33

� Neuer Stil

� Neue Inhalte

� Hoher Informationsgehalt

� Besonderer Mitgliederbereich

Auf der Grundlage dieser Betrachtung

würden Konsequenzen für die Frankfurter

CDU insbesondere im Hinblick

auf die nächste Kommunalwahl gezogen

werden. Ziel müsse es sein, greifbare

Antworten auf drängende Fragen

zu erhalten, die sich aus den letzten

Wahlergebnissen ergeben würden,

und zentrale Themen für den anstehenden

Wahlkampf zu identifi zieren.

Vor dem Hintergrund einer derartig

soliden Analyse könnten überzeugende

und zugleich tragfähige Strategien

für den Kommunalwahlkampf

entwickelt werden. Bereits im Anschluss

an den Parteitag am 12. Dezember

werde eine durch den Kreisvorstand

bestimmte Arbeitsgruppe

die dort gewonnen Erkenntnisse zusammentragen

und erste Vorschläge

für „Antworten auf drängende Fragen“

machen. Zudem, so Rhein, werde

von dieser Arbeitsgruppe schon relativ

kurzfristig ein erster „Programmentwurf

Frankfurt 2011“ vorgestellt

werden.

Dieser erste Entwurf werde wiederum

in einem breit angelegten Diskussionsprozess

mit der Partei – etwa auf Re-

� Intensive „Kunden“-pflege durch Newsletter

� Webspaces (Diskussionsforum, Podcast,

Videocast, RSS-Feed)

� Informationsportal

CDUffm201

CDUffm2011

CDUffm201

CDUffm2011

gionalkonferenzen und in den neuen

„Werkstattgesprächen“ – beraten. Am

Ende des Diskussionsprozesses mit

den einzelnen Stadtbezirksverbänden

und Vereinigungen stehe schließlich

ein von der Arbeitsgruppe des Kreisvorstandes

verfasstes Programm, das

auf einem eigens einberufenen Kreisparteitag

im Jahr 2010 zur abschließenden

Beratung und Diskussion vorgelegt

werden wird.

Zusätzliche Maßnahmen

Rhein machte in seinem Vortrag zudem

deutlich, dass dieser Weg von weiteren

vielfältigen Maßnahmen fl ankiert werde.

So würden die klassischen Veranstaltungen

der Frankfurter CDU – wie

etwa der Politische Aschermittwoch

oder der Neujahrsempfang – durch

kreisweite Diskussionsforen zu aktuellen

Themen mit besonderen Gästen

und an ausgewählten Orten ergänzt.

Neumitgliedern müsse eine verstärkte

Aufmerksamkeit zuteil werden: Mindestens

zweimal im Jahr würden diese auf

eigenen Empfängen in die Frankfurter

CDU eingeführt und mit einem eigenen

„Neumitgliederpaket“ betreut. Der

Kreisvorsitzende kündigte zudem eine

völlig neue Internetpräsenz der Frankfurter

CDU mit neuem Stil, neuen Inhalten,

hohem Informationsgehalt, besonderem

Mitgliederbereich, Newsletter,

Podcast, RSS-Feed und Videocast an.

Auch der Kreisvorstand werde ab sofort

öfter „rausgehen“ und sich vor Ort –

„mitten in der Stadt“ – über die Probleme

der Menschen informieren. So

sei geplant, dass die Parteiführung regelmäßig

an interessanten Orten in

der Stadt tage und dort im Gespräch

sein werde. (red)


NR. 04 DEZEMBER 2009

Eine Analyse der Bundestagswahl 2009 in Frankfurt

Exakt 402.198 Frankfurter Bürgerinnen und Bürger waren am 27. September dieses Jahres zur Wahl des neuen

und nunmehr 17. Deutschen Bundestages aufgerufen – und damit 15.289 mehr als bei der Bundestagswahl 2005.

Nicht zuletzt infolge der in diesem Jahr schon vorangegangenen Landtagswahl und Europawahl verringerte sich

die Wahlbeteiligung noch auf 71, 8 Prozent (–4 Prozent). Dennoch gelang es der Frankfurter CDU, die mit Abstand

meisten Zweitstimmen auf sich zu vereinigen. Auch die beiden CDU-Kandidaten Erika Steinbach und Dr. Matthias

Zimmer konnten sich in den zwei Frankfurter Wahlkreisen deutlich durchsetzen.

Vor dem Hintergrund einer überaus

schwierigen gesamtpolitischen Ausgangslage,

die sich vor allem aus einem

Wahlkampf zwischen den Partnern einer

„Großen Koalition“ und der noch

immer andauernden Finanz- und Wirtschaftskrise

ergab, konnte die Frankfurter

CDU insgesamt 35,5 Prozent der

Erststimmen (–1,8 Prozent) und

27,8 Prozent der Zweitstimmen

(–1,5 Prozent) für sich verbuchen.

Führte die gesamtpolitische Ausgangslage

dazu, dass die Frankfurter FDP um

4,1 Prozent auf 17,5 Prozent der Zweitstimmen

zulegen konnte und somit zur

drittstärksten politischen Kraft wurde,

so mussten die Sozialdemokraten dort

einen geradezu erdrutschartigen Verlust

von –8,5 Prozent hinnehmen.

Während die Frankfurter Grünen ihren

Zweitstimmenanteil um lediglich

0,5 Prozent auf 17,1 Prozent aufstocken

konnten, gelang es der Linkspartei,

ihr bis dahin bestes Frankfurter Ergebnis

bei einer Bundestagswahl zu

erzielen: Mit einem Zuwachs von

3,8 Prozent erreichten sie 10,5 Prozent

der gesamten Zweitstimmen. Im westlichen

Bundestagswahlkreis 182

(Frankfurt I), der sich über 22 Frankfurter

Stadtteile erstreckt, lag die Wahlbeteiligung

mit 69,7 Prozent leicht unter

dem städtischen Durchschnitt. Der

CDU-Spitzenkandidat für diesen Wahlkreis,

Dr. Matthias Zimmer, erzielte

35,2 Prozent und konnte mit 45.863

Erststimmen die Wahl für sich entscheiden.

Damit verfügte Dr. Zimmer

über einen Vorsprung von 6.720 Stimmen

gegenüber seinem SPD-Gegen-

kandidaten, dem bisherigen „Amtsinhaber“

Gregor Amann. Noch bei den

letzten beiden Bundestagswahlen wurde

der Wahlkreis von SPD-Kandidaten

gewonnen. Im östlichen und südlichen

Bundestagswahlkreis 183 (Frankfurt II)

lag die Wahlbeteiligung mit 73,7 Prozent

auch bei dieser Bundestagswahl

wieder über dem Frankfurter Gesamtdurchschnitt.

Die bisherige direkt gewählte

Bundestagsabgeordnete und

erneute CDU-Kandidatin Erika Steinbach

konnte mit 35,8 Prozent der Erstimmen

(54.989, –1,5 Prozent gegenüber

2005) und einem Vorsprung von

über 10.000 Stimmen ihr Mandat souverän

verteidigen. Ihre Herausforderin

Ulli Nissen von der SPD musste einen

Erststimmenverlust von über 4 Prozent

hinnehmen. Blickt man auf das gesamte

Frankfurter Wahlergebnis, so

lassen sich aus diesem – neben dem

Gewinn der beiden Wahlkreise – auch

noch weitere positive Aspekte entnehmen.

Hierbei ist zunächst der Unterschied

zwischen dem Erst- und Zweitstimmenergebnis

anzuführen, der

insbesondere durch ein intensives

„Stimmensplitting“ zugunsten der FDP

zustande kam: Im deutlichen Gegensatz

zu den in den Walkreisen von

Dr. Zimmer (27,6 Prozent) und Erika

Steinbach (28 Prozent) erzielten CDU-

Zweitstimmenergebnissen konnten

beide Kandidaten über 35 Prozent der

Erststimmen für sich gewinnen. Dies

bedeutet, dass trotz der von den

Wählerinnen und Wählern strategisch

vorgenommenen Stimmenabgabe zugunsten

der FDP die bisherige CDU-

Bundestagswahl 2009

Bundeskanzlerin Angela Merkel (Bildmitte) mit Oberbürgermeisterin

Petra Roth, Erika Steinbach MdB, Dr. Franz Josef Jung MdB

und Ministerpräsident Roland Koch (v. l.). Bild: dpa

Stammwählerschaft von mehr als

35 Prozent auch bei dieser Bundestagswahl

aktiviert werden konnte. Der

zweite positive Aspekt des Bundestagswahlergebnisses

fällt bei einem

weiteren Vergleich der bei den letzten

drei Bundestagswahlen von der CDU

erreichten Erststimmenresultate auf:

Hier zeigt sich sehr deutlich, dass die

Kandidaten der Frankfurter CDU seit

der Bundestagswahl 2002 entweder –

wie im Wahlkreis I – einen deutlichen

SPD-Vorsprung in einen mittlerweile

deutlichen CDU-Vorsprung umgewandelt

haben oder – wie im Wahlkreis II –

den CDU-Vorsprung gegenüber der

sozialdemokratischen Konkurrenz kontinuierlich

ausbauen konnten. (red)

11


12 Aus der Partei

Eindrücke aus dem Bundestagswahlkampf der

Frankfurter CDU

Der Straßenwahlkampf der Frankfurter CDU bis zum 27. September

Er ist eine feste Institution im Straßenwahlkampf der Frankfurter CDU und „die Anlaufstelle“ für alle interessierten Bürgerinnen und

Bürger, die nicht nur auf der Suche nach CDU-Wahlinformationen sind, sondern auch ein persönliches Gespräch mit Politikern vor Ort

führen wollen: Der Zentrale Informationsstand, hier diesmal an der Frankfurter Hauptwache. Bild: Privat

Gut gelaunt im Straßenwahlkampf: Ohne sie wäre der Straßenwahlkampf – wie hier auf dem Bornheimer Wochenmarkt – kaum

möglich gewesen: Die vielen Helferinnen und Helfer in ihren typisch orangefarbenen CDU-Jacken. Ihre Wahlkampfpräsente – auf

Neudeutsch: „Giveaways“ – waren bei sehr vielen Bürgern heiß begehrt. Besonders beliebt waren in diesem Wahlkampf vor allem die

roten Lakritzschnecken, die nach nur kurzer Zeit völlig verspeist waren – ein gutes Omen für den Wahltag. Bild: Roos

27. August 2009: „Deutsch for sale?“ – Über die Zukunft der deutschen Sprache

Unter dem Motto „Dem Denglisch auf der Spur“ unternahm Erika Steinbach (2. v. L.) zusammen mit den Frankfurter Medien

schon 2007 einen Rundgang auf der Zeil, um sich aus erster Hand über die Ausbreitung des „Denglisch“ in der Werbung zu informieren.

Im Rahmen ihres Bundestagswahlkampfes lud sie den Theatermacher Michael Herl (links im Bild) und den bekannten

Moderator Ivo Ortwein (rechts im Bild) in das Internationale Theater Frankfurt ein, um sich ein Bild über den aktuellen Zustand

und die Zukunft der deutschen Sprache zu machen. Als Veranstaltungsleiterin führte die Landtagsabgeordnete Bettina M.

Wiesmann (2.v.r.) durch einen sehr lebendigen Abend. Bild: Roos

1. September 2009: „Quo vadis Atomkraft?“ – Diskussionsveranstaltung der Jungen Union

Frankfurt

Kaum eine andere Energieform wird in Deutschland so kontrovers diskutiert wie die Atomkraft. Im Laufe der im Westend-Campus der

Frankfurter Uni stattfi ndenden JU-Diskussionsveranstaltung zeigte sich sehr deutlich, dass selbst Kritiker der Kernenergie einräumen

müssen, dass ein baldiger Verzicht auf Atomstrom entweder zu einem Zusammenbruch der deutschen Energieversorgung oder zu einer

weitestgehenden Abhängigkeit von ausländischen Stromlieferungen führen würde. Ein Sprecher des Energieunternehmens RWE und

die JU Frankfurt konnten aufzeigen, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland durch einen Atomausstieg erheblichen Risiken

ausgesetzt wäre und Privatkunden sich deutlich erhöhten Kosten gegenübersehen würden. Bild: Roos

2. September 2009: „Von Bologna nach Pisa“ – Wie sieht das Bildungskonzept der Zukunft aus?

Auf Einladung des damaligen Bundestagskandidaten für den Frankfurter Westen, Dr. Matthias Zimmer (links im Bild am Pult),

der Jungen Union Frankfurt und des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) zeigte die Hessische Ministerin für

Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann (rechts im Bild), die Grundlinien der zukünftigen Bildungspolitik in unserem

Bundesland auf. In der Praunheimer Zehntscheune machte sie dabei deutlich, dass die Union Deutschland zur „Bildungsrepublik“

ausbauen wolle und Hessen schon beachtliche Erfolge auf dem Weg dorthin zu verbuchen habe. Bild: Rhinow

9. September 2009: Canvassing mit Staatsministerin Silke Lautenschläger auf dem Bornheimer

Wochenmarkt

Der Verbraucherschutz ist ein wesentlicher Bestandteil in der Arbeit der Hessischen Landesregierung und steht im Mittelpunkt des

Interesses der gesamten Unionspolitik. Dies verdeutlichten die Hessische Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und

Verbraucherschutz, Silke Lautenschläger (links im Bild), und Innenstaatssekretär Boris Rhein (Bildmitte) auf einem Besuch des

Bornheimer Wochenmarktes. Zusammen mit der Bundestagskandidatin Erika Steinbach standen sie den Bürgerinnen und Bürgern

Rede und Antwort. Auch blieb Zeit für anregende Diskussionen über sämtliche Themen des täglichen Lebens. Bild: Roos


NR. 04 DEZEMBER 2009

13. September 2009: Das TV-Duell Angela Merkel – Frank Steinmeier

23. September 2009: „Ist die Wirtschaftskrise eine Krise des Denkens?“

Aus der Partei 13

Es war ein besonderes Ereignis in einem besonderen Umfeld: Anlässlich des einzigen Fernsehduells zwischen Bundeskanzlerin

Angela Merkel und ihrem sozialdemokratischen Herausforderer lud die Frankfurter CDU in das renommierte Intercontinental

Hotel in der Frankfurter Innenstadt ein. Viele CDU-Mitglieder und Sympathisanten konnten in einem sehr angenehmen Umfeld

einen überzeugenden Auftritt von Bundeskanzlerin Merkel erleben. Bild: Roos

15. September 2009: Die Deutschland-Tour von Bundeskanzlerin Merkel macht Station in

Frankfurt

Sie war ein besonderer Höhepunkt des Wahlkampfes der Frankfurter CDU: Die Wahlkampfveranstaltung von Bundeskanzlerin

Angela Merkel am Frankfurter Hauptbahnhof. Im Gedenken an Konrad Adenauers erste Fahrt als Kanzler durch die Bundesrepublik

fuhr sie mit dem CDU-Bundesvorstand im historischen Rheingold-Express von Bonn nach Berlin. In Frankfurt machte sie

am Hauptbahnhof Station und begeisterte mit einer engagierten Wahlkampfrede. Im Bild Ministerpräsident Roland Koch, der

damalige CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, Bundeskanzlerin Merkel, Erika Steinbach, Dr. Matthias Zimmer, der

CDU-Kreisvorsitzende Staatssekretär Boris Rhein und die „Fraa Rauscher“ von Possmann (v. l.). Bild: Roos

Dass die Wahlkampfrede von Bundeskanzlerin Merkel dem Wahlkampf zusätzlichen Schwung verlieh, konnte man nur kurz nach

dem offi ziellen Ende ihres deutschlandweit von den Medien beachteten Auftritts erleben: Kaum hatte Angela Merkel (links vorne

im Bild) die Hauptbühne verlassen, musste sie schon Autogramme für die begeisterte Menge geben. Bis zur Weiterfahrt des

Rheingold-Express war die Bundeskanzlerin von unzähligen Journalisten und CDU-Sympathisanten umgeben. Bild: Roos

18. September 2009: „Sklavenhandel – Menschenhandel in Deutschland?“

Es war ein bedrückendes Thema, aber es gehört auf die Tagesordnung einer Politik, die hin- und eben nicht wegschaut. In einer

ergreifenden Diskussion beleuchteten die Gründerin der Frauenhilfsorganisation Solwodi Deutschland, Dr. Lea Ackermann, der

Innenstaatssekretär Boris Rhein und die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika

Steinbach MdB, die Hintergründe des oftmals verborgenen modernen Menschenhandels, dessen wahre Ausmaße und die

verschiedenen Erscheinungsformen in Deutschland. Im Bild Dr. Ackermann, Jochem Heumann, Vorsitzender der CDU

Frankfurt-Sachsenhausen, Erika Steinbach MdB und Staatssekretär Boris Rhein (v. l.). Bild: Roos

Eine erste, gleichwohl sehr gewichtige Bilanz der noch immer andauernden Wirtschafts- und Finanzkrise zog der Hessische

Finanzminister Karlheinz Weimar im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung im Frankfurter Presseclub. Hier zeigte er

zusammen mit dem Bundestagskandidaten Dr. Matthias Zimmer und dem Frankfurter Stadtkämmerer, Stadtrat Uwe Becker, die

wahren Ursachen der Krise auf und deutete auf die vorhandenen Möglichkeiten hin, gleichartige Störungen des geordneten

Wirtschaftslebens – wenn möglich – in Zukunft zu verhindern. Die vorgestellten Erkenntnisse sorgten bei den Zuhörern für eine

nachdenkliche, gleichwohl sehr engagierte Diskussion. Bild: Roos

25. September 2009: Die JU-Jungwählerparty mit Ministerpräsident Roland Koch

Nicht nur für die Freunde und Mitglieder der Jungen Union Frankfurt ist sie mittlerweile eine feste Institution: Die traditionelle

Jungwählerparty in den letzten Tagen des Wahlkampfes. Hatte die JU Frankfurt im Rahmen der letzten beiden Landtagswahlen

die Frankfurter Spitzenkandidaten zusammen mit Ministerpräsident Roland Koch in die „King Kamehameha Suite“ eingeladen,

so durften sich die Jungwähler bei diesem Wahlkampf auf eine einzigartige Party in der „Winter Sansibar“ freuen. In der

Bildmitte: Die beiden Bundestagskandidaten Dr. Matthias Zimmer und Erika Steinbach, Peter Beuth, Generalsekretär der CDU

Hessen, der CDU-Kreisvorsitzende Boris Rhein und Ministerpräsident Roland Koch (v. l.). Bild: Roos


14 Aus der Partei

Bild: Bewersdorf

Bild: Schmidt

Bild: THW

Die neuen Fachausschüsse der Frankfurter CDU

Die Frankfurter CDU stimmt regelmäßig ihr Angebot zur ehrenamtlichen Mitarbeit mit den Bedürfnissen der

Mitglieder ab. Aufgrund des weiter zunehmenden Interesses an einer Mitarbeit und des wachsenden Bedürfnisses

der Mitglieder, die Frankfurter CDU auf möglichst vielen Gebieten des öffentlichen Lebens weiterzuentwickeln,

sind drei neue Fachausschüsse ins Leben gerufen worden. Machen Sie mit!

Fachausschuss Wirtschaft

Vorsitzender: Christoph Fay

Zielsetzung: Das Kernanliegen des Facharbeitskreises Wirtschaft ist es, eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik in Frankfurt

am Main zu ermöglichen. Wichtig ist es, ein Auge auf bürokratische Hindernisse zu werfen. Schnelle behördliche

Genehmigungen sind wichtig, um den strukturellen Wandel in unserer Stadt erfolgreich zu gestalten. Dabei spielen die vielen erfolgreichen

Unternehmen des Mittelstands eine entscheidende Rolle zur Sicherung von Arbeitsplätzen in unserer Stadt. Wichtig ist auch eine

Stärkung unserer Schlüsselbranchen und der für die Wirtschaft wichtigen Infrastrukturen, wie den Verkehr und die T-Knoten. Wir wollen

uns mit Konzepten an dem Wahlprogramm beteiligen und unseren Wirtschaftsdezernenten Markus Frank mit seinen Initiativen und Aktivitäten

durch Ideen und Anregungen unterstützen. Wichtig ist uns auch der Kontakt zu dem großen Netzwerk der Wirtschaftsinstitutionen,

die in dieser Stadt tätig sind.

Kontakt: Christoph Fay, c/o CDU-Kreisverband Frankfurt, Hanauer Landstraße 7, 60314 Frankfurt am Main, Tel. (0172) 670 60 64,

E-Mail: Christoph.Fay@t-online.de

Fachausschuss Medien

Vorsitzende: Charlotte Schmidt-Imhoff

Zielsetzung: Bereits bei der Kommunalwahl 2006 wurde die Frage „Welche Unterstützung können das Fernsehen und die

elektronischen Medien für unsere Kandidaten bieten?“ diskutiert. Dieses Thema ist heute so aktuell wie damals – auch mit

Blick auf die Wahl 2011. Nur hat sich die Medienlandschaft seitdem erheblich verändert. Das Internet ist aufgrund seiner Schnelligkeit immer

aktueller als die Zeitung, dazu kommt, dass die Nachrichten jederzeit über das Mobiltelefon zu erhalten sind. Tageszeitung und Fernsehen müssen

im Internet zur Verfügung stehen, um zu überleben. Der Rückgang der Aufl agen und des Werbemarkts macht den Verlagen massiv zu

schaffen. Aus diesem Grund wird darüber diskutiert, dass Webinhalte der Zeitungen kostenpfl ichtig werden sollen. Über diesen Leistungsschutz

wird bereits mit der Kanzlerin verhandelt und unser Fachausschuss wird dieses Thema ebenfalls aufgreifen.

Kontakt: Charlotte Schmidt-Imhoff, Ruprechtstraße 12, 60385 Frankfurt am Main, Tel. (069) 94 49 04 0, Fax (069) - 94 49 04 14 (DailyArt),

E-Mail: chsi@dailyart.de

Fachausschuss Brand- und Katastrophenschutz (nichtpolizeiliche Gefahren abwehr)

Vorsitzender: Jürgen Maier

Zielsetzung: Der Bevölkerungsschutz ist ein wesentlicher Teil der Sicherheitsarchitektur in Deutschland. Er wird in den Bereich

der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr eingestuft und setzt sich aus Leistungen von Bund, Ländern und Kommunen

zusammen. Neben den hauptamtlichen Einsatzkräften sind hier überwiegend über 2 Mio. Bürgerinnen und Bürger in ehrenamtlicher Arbeit zum

Wohle ihrer Mitbürger tätig. In Frankfurt sind wir in der glücklichen Lage, dass wir vor über 25 Jahren eine Arbeitsgemeinschaft der Frankfurter

Hilfsorganisationen – AGFH – gegründet haben. Alle im Bevölkerungsschutz mitwirkenden Organisationen und die Branddirektion sind darin

eingebunden. Dieser Zusammenschluss zu einer AG ist in Deutschland bisher immer noch einmalig. Wir wollten mit der AGFH Ansprechpartner

für die Politiker in unserer Heimatstadt sein und auf anstehende Probleme hinweisen. Es war daher an der Zeit, einen CDU-Fachausschuss

„Nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr“ zu bilden.

Kontakt: Jürgen Maier, c/o CDU-Kreisverband Frankfurt am Main, Hanauer Landstraße 7, 60314 Frankfurt am Main,

E-Mail: Juergen.Maier@imk-sv.de


NR. 04 DEZEMBER 2009 Wiesbaden/CDU vor Ort

Rhein übergab neue Opel Zafi ra an die Polizei

14 neue Funkstreifenwagen für das Polizeipräsidium Frankfurt

Innenstaatssekretär Boris Rhein hat Ende

November 14 der insgesamt 100

neuen Opel Zafi ra, die die hessische Polizei

auch in diesem Jahr wieder erhält,

an das Polizeipräsidium Frankfurt übergeben.

Die weiteren Fahrzeuge werden

in den nächsten Wochen an die Dienststellen

in ganz Hessen verteilt. „Für die

Polizei ist ein Streifenwagen nicht nur

ein Auto, sondern Arbeitsplatz. Deshalb

müssen die Fahrzeuge höchsten Anfor-

Boris Rhein, Staatssekretär im Hessischen

Ministerium des Innern und für Sport, im neuen

„Polizei-Zafi ra“.

Alexander Schart zum neuen Vorsitzenden gewählt

CDU Dornbusch: Die CDU Dornbusch

hat einen neuen Vorsitzenden. Auf der

Jahreshauptversammlung schlug der

scheidende Vorsitzende, der CDU-

Kreisvorsitzende und Innenstaatssekretär

Boris Rhein, Alexander Schart

für seine Nachfolge vor, der durch die

Versammlung mit großer Mehrheit bestätigt

wurde. Rhein ging in seinem Rechenschaftsbericht

auf die Leistungen

seines Verbandes in den letzten zwei

Jahren ein und hob dabei insbesondere

die Wahlkämpfe, zahlreiche Informations-

und Diskussionsveranstaltungen

sowie Ausfl üge und Besichtigungen

hervor. Rhein lobte das hohe Engagement

der Mitglieder, die größtenteils

ehrenamtlich tätig sind, und bedankte

derungen genügen“, so Rhein. So wurden

mit einer umfangreichen polizeispezifi

schen Ausstattung und speziellen

Ausbauten die Anforderungen an einen

funktionalen Funkstreifenwagen, aber

auch die Bestimmungen des Arbeitsschutzes

hervorragend berücksichtigt.

„Wichtig für den Einstieg der Polizei in

den Fahrzeugtyp Kompakt-Van war dabei

insbesondere die Frage des Ladevolumens.

„Die Ausrüstungsgegenstände,

Alfred Kayser, Präsident des Präsidiums für Technik,

Logistik und Verwaltung, Sabine Thurau,

Frankfurter Polizeivizepräsidentin, und Innenstaatssekretär

Boris Rhein mit einem Repräsentanten der

Adam Opel AG (v.l.). Bilder: Privat

sich für die Unterstützung und Sympathie,

die ihm in seiner fast zehnjährigen

Amtszeit entgegengebracht wurden.

Alexander Schart betonte in seiner Vorstellung

die großen Fußstapfen, die ihm

Boris Rhein, aber auch dessen Vorgänger

Dr. Hans Burggraf hinterlassen.

Der 31-jährige Bankangestellte und gebürtige

Frankfurter bat die Mitglieder

um ihre Unterstützung und versprach,

sich mit aller Kraft für die CDU Dornbusch

und die Menschen im Stadtteil

einzusetzen. Als nächstes Ziel gelte es,

so Schart, die CDU bei der Kommunalwahl

2011 am Dornbusch und in Frankfurt

wieder zur stärksten Kraft zu machen.

Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden

die Stadtverordneten Verena David

die mitgeführt werden müssen, um z. B.

bei einem Verkehrsunfall die Unfallstelle

optimal abzusichern, sind sehr umfangreich.

Sie müssen einerseits sicher

verstaut werden, aber auch gut und

schnell zugänglich sein.“

Staatssekretär Rhein betonte, dass der

Schutz der Bürgerinnen und Bürger in

Hessen Priorität für die hessische Landesregierung

habe. Auch 2010 werden

550 Polizeibeamtinnen und -beamten

neu eingestellt und weitere 150 Wachpolizisten

ihren Dienst aufnehmen.

Rhein sicherte zu: „Neben der personellen

Ausstattung optimieren wir auch

weiterhin die technische Ausstattung

der Polizei. So wird z. B. 2010 eine erste

Rate von 2 Mio. Euro für die Neubeschaffung

von Dienstpistolen im Haushalt

vorgesehen und Schutzausrüstung

in Höhe von einer 1 Mio. beschafft.“

(red)

und Lothar Stapf gewählt. Schriftführer

bleibt der Ortsvorsteher im Ortsbeirat

9, Friedrich Hesse. Zu Beisitzern

wurden Dr. Andreas Eichstaedt,

Dr. Martin Heipertz, Christiane Loizides,

Margot Püttner, Boris Rhein, Doris

Sedlacek und Gabor Vago gewählt. (red)

Stellvertreterin Verena David, Alexander Schart, der neue

Vorsitzende der CDU Dornbusch, mit seinem Amtsvorgänger,

Staatssekretär Boris Rhein, Kreisvorsitzender der Frankfurter

CDU, und Stellvertreter Lothar Stapf (v. l.). Bild: Roos

15


16 CDU vor Ort

Feier zum 3. Oktober

CDU Gallus/Gutleut: Am 3. Oktober

feierten die Stadtbezirksverbände

Gallus/Gutleut, Rödelheim/Hausen,

Albrecht Fribolin, Martin Daum, Bernhard Mertens, Hildegard

Burkert, Patrick Schenk und Oliver Kroneisen, Landtagspräsident

Norbert Kartmann, Margot Baier, Uwe Serke, Thomas Kirchner,

Peter Wagner, Günter Weißenseel, Dr. Walter Seubert und

Christian Wernet, Dr. Ralf-Norbert Bartelt MdL, Hella Welker,

Wolfgang Kreickmann (v. l.). Bild: Privat

Innere Sicherheit und Zivilcourage

Vortrag von Holger Bellino MdL

CDU Praunheim/Westhausen: Anfang

November hatten die CDU-Stadtbezirksverbände

Gallus/Gutleut, Heddernheim,

Nordweststadt-Niederursel,

Praunheim/Westhausen, Rödelheim/

Hausen und Westend den innenpolitischen

Sprecher der CDU-Landtagsfraktion,

Holger Bellino, in der Praunheimer

Zehntscheune zu Gast. Das

Thema des Abends lautete: „Zivilcourage

und Sicherheitspolitik in Hessen“.

Nach einem Grußwort des Landtagsabgeordneten

Ulrich Caspar legte der Referent

ausführlich dar, dass Hessen im

Bereich der inneren Sicherheit hervorragend

aufgestellt ist. Ausgangspunkt

der Überlegungen, die einen breiten

Überblick über die Vielfalt der hessischen

Sicherheitsarchitektur boten,

waren die aktuellen Übergriffe im öffentlichen

Personennahverkehr mit

dem tragischen Vorfall in München,

Frankfurt-Sachsenhausen, Goldstein,

Niederrad, Griesheim, Praunheim, Sossenheim,

Nordweststadt-Niederursel,

Kuhwald und der Evangelische Arbeitskreis

der CDU gemeinsam den Tag der

Deutschen Einheit. Gut 120 Bürgerinnen

und Bürger hatten sich im Gallus

eingefunden, um den Ausführungen

des Festredners, des Präsidenten des

Hessischen Landtages und stellvertretenden

Bundesvorsitzenden des Evangelischen

Arbeitskreises der CDU,

Norbert Kartmann MdL, zu lauschen.

In seiner Rede spannte Kartmann einen

Bogen von der friedlichen Revolution

in der DDR bis hin zu Themen, die

uns heute im vereinten Deutschland

beschäftigen. Das Streben nach der

Einhaltung der Menschen- und Grundrechte

wie auch das Aufl eben von Zivil-

bei dem ein Bürger, der seinen Mitmenschen

helfen wollte, zu Tode geprügelt

wurde. Der Referent betonte

die Bedeutung der Zivilcourage und

stellte heraus, dass es rechtsfreie Räume

nicht geben dürfe. Weiterhin verwies

er auf die hohe Aufklärungsquote

der hessischen Polizei bei einem gleichzeitigen

Rückgang des Straftatenaufkommens.

Zudem werde es in Hessen

in den kommenden Jahren deutliche

Zuwächse an Polizeianwärterinnen

und -anwärtern geben. Ein besonderes

Thema war die derzeit laufende Novellierung

des HSOG, des Hessischen Gesetzes

über die Sicherheit und Ordnung.

Der Gesetzentwurf enthält u. a.

Regelungen zur sog. Quellen-Telekommunikationsüberwachung.

Gerade die

hohe Gefährdungslage aufgrund des

islamistischen Terrorismus mache es

erforderlich, der Polizei auch die not-

courage, so Kartmann in seiner Rede,

seien die Grundlagen für die Wende in

Ostdeutschland gewesen. Sie seien

und blieben aber auch das Fundament

des gesellschaftlichen Zusammenlebens

in unserer Demokratie. Zugleich

seien sie Maßstab des Gemeinwohls.

Der Präsident des Hessischen Landtages

schloss mit dem Satz, der die ungeteilte

Zustimmung aller Anwesenden

fand, dass die Vereinigung beider Teile

unseres Landes in einem friedlichen

Europa ein großes Glück sei. Bei angenehmem

Spätsommerwetter konnten

die Gäste der CDU allerlei Leckereien

genießen: Würstchen, Gulaschsuppe

und Bier vom Fass. Wer es etwas süßer

mochte, der konnte sich an der reichhaltigen

Auswahl selbst gemachten

Kuchens erfreuen. (tk)

wendigen rechtlichen Instrumente für

eine wirksame Gefahrenabwehr an die

Hand zu geben. Abschließend kann gesagt

werden, dass es für die rund 35

Besucher ein kurzweiliger und überaus

interessanter Abend gewesen ist. (ws)

Holger Bellino, innenpolitischer Sprecher der

CDU-Landtagsfraktion. Bild: CDU Hessen


NR. 04 DEZEMBER 2009

Wahlkampfparty mit Dr. Matthias Zimmer

CDU Rödelheim/Hausen: Weit über 60

Gäste fanden am 19. September den

Weg in den Garten des Rödelheimer

Vereinsringhauses. Und schon früh

waren alle Bänke restlos voll! Lag es am

prächtigen Spätsommerwetter? Oder

am Auftrieb christlich-demokratischer

Politprominenz? So war auch der

CDU-Kreisvorsitzende Boris Rhein, jetziger

Staatssekretär des Inneren in der

Hessischen Landesregierung und vormaliger

Frankfurter Ordnungsdezernent,

zum Fest gekommen. Gleich zu Beginn

Kreisvorsitzender Boris Rhein mit dem damaligen

Bundestagskandidaten und heutigen Bundestagsabgeordneten

Dr. Matthias Zimmer und Alexander

Zollmann, Vorsitzender der CDU Rödelheim (v.l.).

Der traditionelle Seniorenkaffee –

eine Konstante in Zeiten des Umbruchs

CDU Nied: Seit über 25 Jahren lädt die

Nieder CDU im Herbst zum Seniorenkaffee

in den Gemeindesaal von

St. Markus ein. Bei Kaffee, Kuchen und

einem Gläschen Wein werden die

Gäste durch Live-Musik von Jochen

Safran, Live-Gesang des Nieder Männergesangvereins

und Live-Tanzauftritte

der Tanzgruppe St. Markus

unterhalten. Auch die Politikgrößen

des Frankfurter Westens lassen sich

einen Besuch nicht nehmen: Stadtverordnetenvorsteher

Karlheinz Bührmann,

Vorsitzender der CDU Nied,

begrüßte sowohl den langjährigen

Landtagsabgeordneten Alfons Gerling

als auch den neu in den Bundestag

begrüßte der Stadtverordnete Patrick

Schenk die Gäste: die Hausherrin,

Vereinsringvorsitzende Barbara Neif,

ihren Vorgänger Hans Heinz, diverse

Vereinsvertreter, Ulrich Caspar MdL, den

Ortsvorsteher Christian Wernet, Stadtverordnete

aus mehreren Stadtteilen,

Barbara Wink und auch die Rektorin der

Michael-Ende-Schule. Anschließend interviewte

Schenk zwischendurch immer

wieder Dr. Matthias Zimmer, den damaligen

Direktkandidaten zur Bundestagswahl

und heutigen Bundestagsabgeord-

„Volles Haus“ beim Sommerfest der CDU

Rödelheim. Bilder: Privat

eingezogenen Dr. Matthias Zimmer.

Trotz des schlechten Wetters war die

Veranstaltung gut besucht und die

Resonanz hervorragend. In dieser

schnelllebigen, sich ständig verändernden

Zeit, in der sich Wirtschaft

und Konsum nach den Jungen richten

und diese das Maß aller Dinge zu sein

scheinen, ist es wichtig, auch die

Älteren nicht zu vergessen. In Nied hat

sich der Seniorenkaffee zu einer Tradition

entwickelt, die die älteren Mitbürger,

die sich nicht selten ins Abseits

gedrängt fühlen, in den Mittelpunkt

rückt. An dieser Stelle sollen diejenigen

besonders genannt werden, die

immer dabei sind und von daher er-

CDU vor Ort

neten. Letzterer damals kämpferisch:

„Wir haben eine Richtungswahl! Denn

was von den Linken – unterstützt von

Rot und Grün – vorgebracht wird, ist

abenteuerlich – ob Wirtschafts- und

Finanzpolitik, ob Afghanistan! Ich kämpfe

dafür, dass wir keine Thüringer Verhältnisse

bekommen. Wir wollen eine

stabile, bürgerliche Mehrheit mit der

FDP. Doch noch ist die Wahl nicht gewonnen!“

Man könne aus der Wirtschaftskrise

nicht raus durch Steuererhöhungen,

wie sie die Linke fordere.

Der Mittelstand müsse von Bürokratie

und Steuer entlastet werden, für die

Arbeitnehmer die „kalte Progression

zurückgefahren“ werden, damit Lohnund

Gehaltssteigerungen nicht vom

höheren Steuersatz aufgefressen würden.

So wolle man Anreize zum Wachstum

schaffen. Später, als „Dividende des

Aufschwungs“, komme die große

Steuerreform mit einem einfachen

Steuersystem. (hw)

wähnt werden sollten: Peter Klonecki

(Leitung und Organisation), Edgar

Lühn und nicht zu vergessen Beate und

Hans Georg Vögler, die jedes Jahr kräftig

mit anpacken. Wir freuen uns schon

jetzt auf nächstes Jahr! (kk)

Mittlerweile ein fester Termin im Nieder Kalender: Der

Seniorenkaffee der CDU. Vorne auf der Bühne: Stadtverordnetenvorsteher

Karlheinz Bührmann, Alfons Gerling MdL und Dr.

Matthias Zimmer MdB (v.l.). Bild: Klonecki

17


18 CDU vor Ort

Georg Wieder ist „Ortsältester“

CDU Bergen-Enkheim: Im Rahmen

einer festlichen Veranstaltung erhielt

Georg Wieder als erster Bergen-Enkheimer

Bürger vom Stadtverordnetenvorsteher

Karlheinz Bührmann die

Ehrenbezeichnung „Ortsältester“ verliehen.

Unter den zahlreichen Gratulanten

befanden sich neben Bührmann

Ortsvorsteher Helmut Ulshöfer, „Ortsältester“ Georg Wieder und

Stadtverordnetenvorsteher Karlheinz Bührmann (v.l.). Bild: Groß

Vortrag von Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld

Seniorenpolitik ist Schwerpunkt der Stadt Frankfurt

Arbeitsgemeinschaft West (ArGe-

West): „Alt werden und jung bleiben“

war der Titel einer seniorenpolitischen

Veranstaltung, zu der die Frankfurter Dezernentin

für Soziales, Senioren, Jugend

und Recht, Prof. Dr. Daniela Birkenfeld,

auf Einladung des Landtagsabgeordneten

Alfons Gerling und der örtlichen

CDU-Stadtverordneten in den Kapellensaal

des Bolongaropalastes nach Höchst

gekommen war. Ziel dieser Veranstaltung

war es, die Planung der Stadt Frankfurt in

der Altenhilfe vorzustellen und mit den

Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren.

Zur Einleitung offerierte Gerling einen

Überblick über Themen wie „Alter“ und

„demografi scher Wandel“, die in den letzten

Jahren immer mehr in den Mittelpunkt

öffentlicher Diskussion gerückt

und dem Ortsvorsteher Helmut Ulshöfer

Stadträtin Erika Pfreundschuh, die

Stadtverordnete Anne Bender, der

Fraktionsvorsitzende der CDU Rolf

Schwalbe sowie der CDU-Vorsitzende

Markus Graff. In seiner Rede würdigte

Graff die Verdienste von Georg Wieder

für Bergen-Enkheim. Der ehemalige

Postbeamte, der am 28. Dezember 1933

in Altbaudendorf/Oberschlesien geboren

wurde, trat 1965 in die örtliche CDU

ein, als diese in Bergen-Enkheim noch

klein und unbedeutend war. Dennoch

blieb Wieder seiner Linie treu und baute

den Ortsverband gemeinsam mit dem

leider viel zu früh verstorbenen Parteifreund

Gerd Riechemeier aus. Daher sei

es besonders erfreulich, dass mit

Wieder als erster ein CDU-Politiker

diese Ehrenbezeichnung erhalten habe,

so Graff. Wieder engagierte sich von

Anfang an im Vorstand der Partei und

sind. Dabei seien vor allem die Kommunen

von der Veränderung der

Altersstruktur betroffen, was sich auch

auf Frankfurt auswirken werde, wo Bereiche

wie Wohnungsbau, Verkehr,

Gesundheits wesen oder Pfl ege an die

Anforderungen einer alternden Bevölkerung

angepasst werden müssten.

Stadträtin Birkenfeld nannte die

Seniorenpolitik einen der Schwerpunkte

innerhalb der Frankfurter Familienpolitik.

„Bei allen planerischen Entscheidungen

der Stadt Frankfurt muss die Seniorenpolitik

mitberücksichtigt werden, so etwa

beim Bau von Wohn häusern oder beim

Pfl astern von Plätzen“, so Birkenfeld. Die

Dezernentin bezeichnete dabei eine gelungene

Seniorenpolitik als „Zukunftsfrage“,

in der auch eine Chance für die

war dort bis zum Jahr 2000 als Kassierer

tätig. Über 30 Jahre hat sich Wieder für

die kommunalpolitischen Belange in

Bergen- Enkheim eingesetzt. So war er

dort 1973-1976 Stadtverordneter und

saß von 1977 bis 1997 im Ortsbeirat 16.

Von 1997 bis 2007 bekleidete er das

Amt des Stadtbezirksvorstehers. Als

Ansprechpartner für die Belange der

Bürger hat er diese Aufgabe von Anfang

an sehr ernst genommen und sein Amt

überparteilich geführt. Dies hat ihm

auch die Anerkennung der anderen Parteien

eingebracht. Auch heute ist Georg

Wieder noch immer ein gern gesehener

Ratgeber in der Partei. Neben der Kommunalpolitik

engagierte sich der nun

erste „Ortsälteste“ auch in zahlreichen

Vereinen. Nicht vergessen sollte werden,

dass Georg Wieder ein maßgeblicher

Mitbegründer des Vereinsringes

Bergen-Enkheim ist! (mg)

Stadt liege. Bereits jetzt sei die Infrastruktur

für ältere Menschen gut ausgebaut.

Es gebe ein dichtes Netz an Beratungsstellen

und Seniorentreffs sowie ein

gutes Pfl ege angebot. Im Haushalt wurden

für die Seniorenpolitik 110 Mio. Euro

eingestellt. Doch dürfe man in den Anstrengungen

nicht nachlassen. (vw)

Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld bei ihrem

Vortrag vor der ArGeWest im Höchster Bolongaropalast.

Bild: Wirtgen


NR. 04 DEZEMBER 2009

Frieden für Afghanistan – Sicherheit für Deutschland?

Fachausschuss Sicherheitspolitik: Mit

Kapitänleutnant Tareq Hakim, Jugendoffi

zier der Bundeswehr in Unna, diskutierte

der Arbeitskreis am 23. November

2009 im Römer über die Frage, ob Afghanistan

den Frieden mit Hilfe der Bundeswehr

überhaupt erreichen kann und wie

sich der bisherige Einsatz ausgewirkt hat.

Aufgrund seiner afghanischen Herkunft

verstand es Hakim, einen authentischen

Blick in die Kultur des Landes zu werfen

und damit den Einsatz der Bundeswehr

in einen größeren Kontext zu integrieren.

Er betonte, dass es Ziel sein muss,

Afghanistan durch die Hilfe der internationalen

Gemeinschaft in die Lage zu

versetzen, die junge Demokratie aus

eigener Kraft gegen die Angriffe der

Gegner zu verteidigen. Dies könne nur

gelingen, wenn der Aufbau der afghanischen

Polizei und Armee weiter

intensiv betrieben werde, es Nahrung,

Afghanistan bleibt auch in absehbarer Zeit ein besonderer Schwerpunkt der deutschen Sicherheitspolitik. Hier

im Bild: Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg (Bildmitte) bei einem Besuch des immer heftiger

umkämpften deutschen Stützpunktes in Kundus. Bild: dpa

Der Sturz von Paestum

Senioren Union: Er lacht schon wieder:

Stadtrat Christof Warnke nach einem

fulminanten Sturz von einer römischen

Mauer im antiken Paestum, auf die er

hatte springen wollen, um zu fotografi

eren. Seine Frau, Werner Raab, Maria

Voigt und andere von der CDU-Reisegruppe

machten sich noch Sorgen um

einen blutenden Finger, während ihm

das Wichtigste war, dass sein Fotoapparat

noch funktionierte. Bei seinem Sturz

zog sich der Vorsitzende der Frankfurter

Senioren Union eine Platzwunde unter

dem linken Auge sowie mehrere

Schürfwunden zu. Die Reisegruppe war

vor allem erleichtert, dass die Knochen

des Siebzigjährigen heil geblieben waren.

Als „Sturz von Paestum“ wird der

Zwischenfall in die CDU-Reisegeschichte

eingehen. Ansonsten aber verlief die

Reise ohne weiteren Schaden. Die 33

Reiseteilnehmer haben während ihres

siebentägigen Aufenthalts im Oktober

2009 am Golf von Sorrent viel Schönes

und Interessantes gesehen und erlebt:

die Amalfi küste mit den Städten Positano,

Amalfi und Ravello, das griechischrömische

Paestum, eine Mozzarella-

Farm, Capri, Neapel, die römischen

Städte Herculaneum und Pompeji, die

beim Ausbruch des Vesuvs 79 n. Chr.

verschüttet wurden. Einige Teilnehmer

ließen es sich nicht nehmen, auch einen

Blick in den rauchenden Krater des Vulkans

zu werfen. – Im Mai 2010 wird

CDU-Mitgliedern und -Freunden eine

Fachausschüsse/Vereinigungen

Zugang zu Strom und Wasserversorgung

gebe und vor allem die Bildungssituation

durch den Bau von Schulen verbessert

würde. Unter keinen Umständen

dürfe das Land wieder in extremistische

Hände fallen, da hierdurch auch die Sicherheit

der Menschen in Deutschland

gefährdet würde. Der Kapitänleutnant

erinnerte daran, dass Afghanistan bis

2001 die wichtigste Operations- und

Trainingsbasis des internationalen Terrorismus

war. Mit dem Eingreifen der

i nternationalen Gemeinschaft wurde

die Schreckensherrschaft der Taliban beendet

und den Terroristen die operative

Basis weitestgehend genommen. Der

Wiederaufbau des Landes würde aber

noch längere Zeit dauern und eine starke

militärische Absicherung brauchen. Insbesondere

gelte es, rechtsstaatliche

Strukturen zu schaffen. Ohne ein sicheres

Umfeld mit militärischer Präsenz

könnte der zivile Wiederaufbau nicht

vorankommen, der allerdings einen

langen Atem brauche. (tf)

zehntägige Reise auf dem Schiff von Petersburg

nach Moskau angeboten, die

wieder von Stadtrat Warnke begleitet

werden wird (siehe Anzeige). (cw)

Stadtrat Christof Warnke (2. v.r.) nach dem „Sturz von Paestum“.

Bild: Voigt-Wiegand

19


20 Vereinigungen

Zum Tod von Bernhard Klinzing

Evangelischer Arbeitskreis (EAK): Am

14. Juli ist der stellvertretende Vorsitzende

des Frankfurter Evangelischen

Arbeitskreises der CDU/CSU, Bernhard

Klinzing, im Alter von 71 Jahren nach

schwerer Krankheit gestorben. Beruflich

war der gelernte Bankkaufmann

Diskussionsabend mit Dr. Michael Meister MdB

Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung

(MIT) : Auf Einladung der MIT

der CDU Frankfurt und einiger CDU-

Stadtbezirksverbände hat Dr. Michael

Meister Mitte November bei einem Diskussionsabend

im Historischen Museum

in Frankfurt die Grundlinien der Wirtschafts-

und Finanzpolitik der neuen Koalition

in Berlin erläutert. Meister stellte

noch einmal klar, dass die Finanzkrise –

und die damit verknüpfte weltweite Wirtschaftskrise

– noch nicht vorbei sei.

Die Anforderungen an den Bundeshaushalt

seien immens. Hier müsse klare

Kante gefahren werden. Es gelte einerseits,

die Maastricht-Kriterien für die

Geldwertstabilität und die Schuldenbremse

des Grundgesetzes einzuhalten.

Andererseits müssten einige notwendige

Korrekturen an den Gesetzen der letzten

Legislaturperiode durchgeführt werden.

über 40 Jahre für die Deutsche Bank tätig.

Daneben engagierte er sich in zahlreichen

Ehrenämtern, vor allem in der

evangelischen Kirche. 40 Jahre lang war

er Mitglied im Kirchenvorstand der Katharinengemeinde,

seit 1997 dessen

Vorsitzender. Seit 1998 war er der Ver-

Dazu gehöre für Langzeitarbeitslose ein

höheres Schonvermögen, für Familien

eine weitere Kindergelderhöhung und

eine Reform der Einkommensteuer, die

der Mitte der Gesellschaft „mehr netto

vom brutto“ lasse. In der sich anschließenden

Diskussion wurde auf den

Markenkern der Unionspolitik – die

soziale Marktwirtschaft – verwiesen und

Entbürokratisierung, ein einfaches und

leichter verständliches Steuerrecht sowie

ein Abbau überfl üssiger Subventionen

angemahnt. Es wurde angemerkt, dass

die neue Bundes regierung angesichts der

Herausforderungen der Globalisierung

einerseits und der demografi schen Entwicklung

andererseits jetzt nur noch

einen „großen Schuss“ habe. Für mehr

seien die fi nanziellen Mittel nicht vorhanden,

da eine Finanzierung über noch

mehr Schulden auf Dauer die Stabilität

sammlungsleiter der Evangelischen Regionalversammlung

in Frankfurt. Dem

Vorstand des EAK Frankfurt gehörte er

seit dem Jahr 2006 an. Am 18. Juni 2009

wurde ihm das Bundesverdienstkreuz

am Bande verliehen. Wir werden Bernhard

Klinzing sehr vermissen. (km)

Bernhard Klinzing, stellv. Vorsitzender der Frankfurter EAK.

Bild: Oeser

Joachim Gres, Kreisvorsitzender der MIT, im Dialog mit

dem stellv. Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Dr. Michael Meister MdB (v. l.). Bild: Roos

der Währung gefährden würde. Mit großem

Beifall wurde Meister dann von

Joachim Gres, dem Vorsitzenden der MIT

der CDU Frankfurt, mit Dank verabschiedet.

Meister versprach, in zwei bis drei

Jahren wieder nach Frankfurt zu kommen

und über die zwischen zeitlich erfolgten

Schritte zur Konsolidierung des Arbeitsmarktes

und der Finanzen Rechenschaft

zu geben. (jg)


NR. 04 DEZEMBER 2009 Vereinigungen

Der Landesdelegiertentag 2009

Frauen Union: „Politik ist (auch) weiblich

und macht Spaß!“ So lautete ein

Antrag, der auf dem Landesdelegiertentag

der Frauen Union Hessen am 24. Oktober

2009 von rund 100 Delegierten

aus ganz Hessen einstimmig beschlossen

wurde. Die Anwesenden waren sich

einig, dass eine bundesweite Initiative

der Frauen Union und der Bundes-CDU

ins Leben gerufen werden soll, um den

Anteil von Mandatsträgerinnen zu erhöhen

und den Anteil von Frauen in

parteiinternen Funktionen zu steigern.

Die thematische Vielfalt der beschlossenen

Anträge reichte von der Reformierung

des 2008 in Kraft getretenen

Unterhaltsrechts, der Forderung nach

Edwin Schwarz zu Gast beim

FU-Stammtisch im „Schwarzen Stern“

Frauen Union: Lange schon hatten die

Damen des Stammtischs „Schwarzer

Stern“ auf ihn als Gast gewartet: Stadtrat

Edwin Schwarz, den Planungsdezernenten

der Stadt Frankfurt am

Main. Wie alle hauptamtlichen Stadträte

kann auch Edwin Schwarz nicht

über ein zu geringes Arbeitspensum

klagen, im Gegenteil. So beeindruckend

die positive Entwicklung der

Stadt Frankfurt auch ist, so groß ist

auch die Aufgabenfülle der für die jeweiligen

Arbeitsbereiche zuständigen

Dezernenten. Und da gerade in Frankfurt

viel gebaut und entsprechend ge-

dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent

auf Baby- und Kinderprodukte des

täglichen Bedarfs, der Forderung nach

einem wirksamen Bundeskinderschutzgesetzes

bis hin zur Unterstützung der

Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“

und der Verbesserung der Früherkennung

von Brustkrebs. Insgesamt

präsentierte sich die FU geschlossen

und nutzte die Gelegenheit, mit dem

Generalsekretär der CDU Hessen, Peter

Beuth MdL, über mangelnde Geschlechterparität,

Lohnungleichheit oder auch

den weiteren Ausbau von Kindergartenplätzen

zu diskutieren und einen Ausblick

auf die aktuelle politische Lage in

Deutschland und Hessen zu wagen. (sh)

plant wird, kann man sich sehr gut

vorstellen, welches Pensum an Planungsarbeit

von Stadtrat Schwarz zu

bewältigen ist. In seinem einführenden

Vortrag erklärte der Planungsdezernent

zunächst umfassend, aber auch

für „jederfrau“ verständlich, die mit

dem geplanten Wiederaufbau der Altstadt

zwischen Dom und Römerberg

verbundenen Herausforderungen: den

teilweisen Rückbau des Römer-Parkhauses,

die weitere Gewährleistung

des Zugangs zur U-Bahn und den unterhalb

des Neubaugebiets verlaufenden

Braubach. Zugleich, so Schwarz,

Stadtrat Edwin Schwarz (2. v.r., hinten) erläutert dem FU-Stammtisch die bisherigen Planungsschritte zum

Neubau der Altstadt.

Die Vertreterinnen der Frankfurter FU auf dem Landesdelegiertentag

in Gießen-Kleinlinden. Bilder: Privat

Weitere Informationen zur

Frauen Union fi nden Sie unter:

www.frauen-union-ffm.de

mangele es auch nicht an zusätzlichen

Reibungsfl ächen bereits im Vorfeld der

Altstadtbebauung: die Besetzung des

Altstadtbeirates, die Unabhängigkeit

der Gestalter des neuen Areals sowie

die Frage nach dem „Tisch“ im Eingangsbereich

der „Schirn“. Dass auch

die anderen vielfältigen Bauaktivitäten

der Stadt auf großes Interesse der FU-

Damen stießen, konnte man dann an

den vielen Fragen erkennen, die auf

Stadtrat Schwarz nur so einprasselten:

Wann kommt die neue Mehrzweckhalle

im Frankfurter Bogen? Warum

gibt es dort auch noch keine Ladengeschäfte,

obwohl die ersten Bewohner

dort schon 2005 einzogen? Ist der neugestaltete

Rathenauplatz nicht zu trist?

Wieviel von der Bundesgartenschau

1989 steckt noch im Niddapark? Was

ist mit dem renovierten Festsaal im

Palmengartengesellschaftshaus? Stadtrat

Schwarz blieb keine Antwort schuldig.

(up)

21


22 Vereinigung

Gudrun Osterburg einstimmig als

Vorsitzende der UdV Hessen wiedergewählt

Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung

(OMV): Auf dem Landesverbandstag

der UdV der CDU Hessen, der am 20.

November in Frankfurt am Main stattfand,

wurde die Frankfurter Landtagsabgeordnete

Gudrun Osterburg

zum nun zweiten Mal einstimmig als

Ulrich Caspar MdL, neuer Beisitzer im UdV-Landesvorstand,

Margarete Ziegler-Raschdorf, Landesbeauftragte der Hessischen

Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler,

Gudrun Osterburg MdL, Vorsitzende der UdV Hessen, Justus

Schieback, stellv. UdV-Vorsitzender und Vorsitzender der OMV

Frankfurt mit Rudolf Friedrich, Ehrenvorsitzender der UdV

Hessen (v. l.). Bild: Roos

Schäfer als Vorsitzender bestätigt

Ring Christlich-Demokratischer Studenten

(RCDS): Der Ring Christlich-

Demokratischer Studenten (RCDS)

Frankfurt am Main hat auf seiner

Mitgliederversammlung einen neuen

Vorstand gewählt. Der bisherige

Vorsitzende, der 23 Jahre alte Jura-

Student Martin-Benedikt Schäfer, wurde

in seinem Amt bestätigt. Wie seine

Stellvertreter Alexander Krey und Rico

Schrot wurde er einstimmig gewählt.

Den Vorstand bilden ferner Theresa

Degner (Schriftführer), Tobias Metzner

(Schatzmeister) und Matewos Merhazion

(Geschäfts führer). Zu Beisitzern

wurden Florian Schröder, Christoph

Denner, Marvin Wölk, Frank Hora,

Vorsitzende wiedergewählt. Ebenso

wurden die stellvertretenden Vorsitzenden

Herbert Gorzel (Kreisverband

Kassel-Land), Rosel Koberg (KV Bergstraße),

Justus Schieback (KV Frankfurt)

und Johannes Thießen (KV Kassel-Stadt)

in ihren Ämtern bestätigt. Der Frankfurter

Landtagsabgeordnete Ulrich Caspar

wurde erstmalig als Beisitzer in den

Vorstand der UdV Hessen gewählt. In

ihrem Grußwort verwies die hessische

Landesbeauftragte für Heimatvertriebene

und Spätaussiedler, Margarete

Ziegler-Raschdorf, auf den besonderen

Stellenwert, den die Vertriebenen- und

Spätaussiedlerpolitik in der Arbeit der

von Ministerpräsident Roland Koch

geführten Landesregierung einnimmt.

Die ebenfalls anwesende Abgeordnete

Erika Steinbach stellte klar, dass die

Wurde in seinem Amt als RCDS-Vorsitzender

bestätigt: Martin-Benedikt Schäfer Bild: Privat

Kritik, insbesondere von Außenminister

Guido Westerwelle, an ihrer Person im

Zusammenhang mit der Besetzung des

Beirates der Stiftung „Flucht, Vertreibung,

Versöhnung“ völlig haltlos und

widersprüchlich sei. Diese Auffassung

vertrat auch die UdV-Landesvorsitzende

Osterburg. In ihrem Rechenschaftsbericht

dankte sie vor allem der Landesregierung

für das ihr entgegengebrachte

Vertrauen und verband damit

die Forderung an die Bundesregierung,

das demokratische Selbstbestimmungsrecht

des BdV gegen jede unsachliche

Kritik aus dem In- und Ausland zu verteidigen.

Im Anschluss an ihre Rede

stellte Osterburg diesbezüglich eine

Resolution vor, die vom UdV-Landesverbandstag

einstimmig verabschiedet

wurde. (wr)

Philip Mook, Sara Steinhardt und Christian

Everts gewählt. „Unser Blick richtet

sich auf die Wahlen im Januar nächsten

Jahres, dort wollen wir den

Wahlerfolg von 2009 wiederholen“, so

Schäfer nach seiner Wahl. „Wir haben

ein gutes Team aus jungen und erfahrenen

Kandidaten, mit dem wir sowohl

für die Wahl zum Studierendenparlament

als auch für die Wahlen zu den

Fachschaften sehr gut aufgestellt sind“,

so Schäfer abschließend. (mbs)

Weitere Infos im Internet:

www.rcds-frankfurt.de


NR. Vereinigungen

Junge Union Frankfurt feierte Wahlkampfendspurt

Nach einem Jahr mit vielen, zum Teil

sehr kalten, Wahlkämpfen wurde es

höchste Zeit für die JU Frankfurt, ihre

traditionelle Jungwählerparty zur Bundestagswahl

zu organisieren. Einerseits,

um die letzten zwei Tage vor der Wahl

einzuläuten und die Mitglieder für den

Endspurt zu motivieren, andererseits,

um viele Erst- und Jungwähler für die

Ziele und Überzeugungen der CDU zu

gewinnen. Mit der „Winter Sansibar“

konnte eine hervorragende „Location“

für dieses Ereignis gewonnen werden.

Neben Ministerpräsident Roland Koch

und den Bundestagskandidaten Erika

Steinbach und Dr. Matthias Zimmer

hatten sich zahlreiche prominente Politiker

angekündigt – unter anderem Innenstaatssekretär

Boris Rhein. Der

CDU-Kreisvorsitzende wurde vom JU-

Kreisvorsitzenden Ulf Homeyer als

JU beim Deutschlandtag in Münster

Der diesjährige Deutschlandtag der

Jungen Union fand in Münster statt.

Hier durfte auch die JU Frankfurt nicht

fehlen. Der Kreisvorsitzende, Ulf

Homeyer, schloss sich mit einem weiteren

Vertreter aus Frankfurt der hessischen

Delegation an, um in Münster

mit JU’lern aus ganz Deutschland in

Kontakt zu kommen. Während gleich

„JU-Ehrenvorsitzender der Herzen“ begrüßt

und erntete lauten Applaus der

zahlreichen Besucher. Viele Gäste

nutzten die ausgelassene Stimmung,

um mit den Politikern ins Gespräch zu

kommen und Fotos zu machen. Die

geplante Abfahrtzeit des Ministerpräsidenten

verzögerte sich dadurch

zwar erheblich, dies allerdings zur Freude

aller ca. 400 Besucher. Viele Freunde

aus benachbarten JU-Kreisverbänden

nutzten auch die Gelegenheit und kamen

auf ein Bierchen vorbei, um kurz

vom Wahlkampf abschalten zu können.

Bei gutem Essen und kühlem Bier wurden

die verbleibenden Stunden vor dem

Wahlsonntag diskutiert, Meinungen

und Einschätzungen ausgetauscht und

– am wichtigsten – viel gelacht! Die Party

ging, wie in den vergangenen Jahren,

bis in die frühen Morgenstunden. Etwas

zu Beginn eine lange und spannende

Debatte um die Absage der Kanzlerin

entbrannte, konnte vor allem außerhalb

der Diskussionen das Netzwerk

erweitert werden. „Spannende Kollegen,

gute inhaltliche Gespräche und

viel Spaß – so wie es sich für die Junge

Union gehört“, resümierte Homeyer.

(uh)

JU Frankfurt-Chef Ulf Homeyer mit hessischen JU-Kolleginnen. Bild: Diekhöfer

Ulf Homeyer mit dem Stargast der JU-Jungwählerparty:

Ministerpräsident Roland Koch (v. r.).

Auch Unterhaltung ist Chefsache: Roland Koch nimmt den

Arbeitsplatz des DJ der JU-Jungwählerparty ins Auge. Bilder: Roos

müde, aber hoch motiviert standen

viele JU’ler am darauf folgenden Tag an

den Wahlkampfständen. „Mein Dank

gilt den zahlreichen Helfern, die diese

Party erst möglich gemacht haben“, so

der JU-Kreisvorsitzende Homeyer. (uh)

Kreisweiter

Stammtisch der

Jungen Union

Gemeinsam mit dem RCDS Frankfurt traf sich

die JU Frankfurt zu ihrem kreisweiten Stammtisch

im Café Albatros in Bockenheim. Zu Gast

war diesmal der neu gewählte Bundestagsabgeordnete

Dr. Matthias Zimmer. Zimmer berichtete

von seiner Arbeit als Abgeordneter und stellte

sich anschließend den Fragen der mehr als 30

Gäste. Dabei entwickelte sich eine angeregte

Diskussion, deren Inhalt insbesondere die Wahlkampfführung

und die zukünftige Ausrichtung

der CDU war. „Ein kreis weiter Stammtisch wird

nun in regelmäßigen Abständen stattfi nden,

um den guten Dialog innerhalb der JU Frankfurt

weiter voranzubringen“, so Ulf Homeyer zu der

erfolgreichen Veranstaltung. (mbs)

Weitere Infos im Internet:

www.ju-frankfurt.de

23


24

Aus der Fraktion

INHALT

24 Doppelhaushalt 2010/2011

26 Baukosten und Mehrkosten:

Controlling verbessern

28 Baustart des Riederwaldtunnels

30 Einführung der Elektromobilität in Frankfurt

32 Impulse für die Region

32 Ernährungsbewusstsein stärken

33 Wirtschaftsausschuss zu Gast in Lyon

34 Pünktlicher Abschluss der PPP-Neubauten

36 CDU unterstützt Benefi zkampagne

für das Städel

37 Sensationsfund unter der Leonhardskirche

38 Zum Rückbau von Wohnhochhäusern

39 Die ABG saniert die Heinrich-Lübke-Siedlung

40 Expansion bei Siemens in Fechenheim

41 Mobilitätsstadt Frankfurt:

Neuer Fahrplan 2010

42 Glühwein, Geschichten & Gebäck

43 Frankfurter Baudenkmäler Folge 6

44 Persönliches: Ehrenbürgerschaft für

Dr. Walter Wallmann

45 Persönliches

46 Persönliches

47 Das gewisse Etwas

32

30

36

37

39

Von

Uwe Becker

Stadtkämmerer

Sicher in die Stadt

von morgen

Warum Frankfurt am Main für die

Zukunft gewappnet ist

Der Doppelhaushalt 2010/2011 ist ein Beweis dafür,

dass es durch eine solide und vorausschauende Finanzpolitik

möglich ist, selbst in einer der schwersten

Finanz- und Wirtschaftskrisen seit Jahrzehnten die

politische Gestaltungskraft der Stadt Frankfurt am

Main zu bewahren. 600 Mio. Euro pro Jahr nehmen

wir weniger an Gewerbesteuer ein, trotzdem sind

wir derzeit nicht gezwungen, an den Sozialleistungen

zu kürzen. Und trotzdem wollen wir die Investitionen

auf dem hohen Niveau von 350 bis 400 Mio.

Euro verstetigen.

Die Finanzkrise stellt uns gleichwohl vor große Herausforderungen.

Denn nicht nur in Frankfurt sind die Steuereinnahmen

weggebrochen. Auch dem Bund und dem Land Hessen steht fi nanziell

das Wasser bis zum Hals. So will das Land künftig dauerhaft

jährlich 400 Mio. Euro aus dem Kommunalen Ausgleichstopf entnehmen.

Hinzu kommen die Pläne des Bundes, die Steuern zu senken,

wodurch den Städten und Gemeinden weitere Ausfälle drohen.

Die Folge wäre ein drastischer Rückgang der kommunalen

Investitionen, die tendenziell ohnehin seit Jahren sinken.

Wir haben in Frankfurt die Schulden zwischen 2002 und 2008 auf

1 Mrd. Euro halbiert. Gleichzeitig hatten wir Anfang 2009 eine

Rücklage von rund 1 Mrd. Euro, die es uns nun ermöglicht, die Defi

zite in diesem und im nächsten Jahr auszugleichen. Dennoch dürfen

wir uns keine Illusionen machen. Es ist ein Kraftakt, im Ergebnishaushalt

Ausgaben von 2,9 Mrd. Euro (2010) und 2,98 Mrd. Euro

(2011) zu bewältigen. 2010 fehlen uns 397 Mio. Euro, 2011 werden

es rund 351 Mio. Euro sein. Und selbst 2012, wenn es laut Planung

wieder 1,29 Mrd. Euro an Gewerbesteuer-Einnahmen sein werden,

ist mit einem Defi zit von 224 Mio. Euro zu rechnen. Wenn sich die

konjunkturelle Lage nicht bald bessert, werden wir spätestens

nach 2011 an zusätzlichen Sparmaßnahmen, zum Beispiel einer

Haushaltssperre, nicht vorbeikommen.


NR. 04 DEZEMBER 2009 Finanzen 25

Unsere Ziele sind klar: Wir wollen, dass der Wirtschaftsstandort

Frankfurt attraktiv bleibt und gestärkt aus der Krise

hervorgeht. Wir wollen, dass Frankfurt eine soziale Stadt

bleibt, die sich um die Hilfsbedürftigen kümmert und Hilfe

zur Selbsthilfe anbietet. Und wir wollen, dass Frankfurt zur

führenden Familienstadt in Deutschland wird, weshalb wir

weiter die Schwerpunkte auf Bildung und Kinderbetreuung

legen.

Wirtschaft und Soziales im Einklang

Was macht denn die Stärke der Stadt Frankfurt am Main

aus? Dass sie auf der einen Seite, im nationalen und internationalen

Standort-Wettbewerb, auf ihre Attraktivität bedacht

ist, dass sie sich auf der anderen Seite aber auch um

den einzelnen hilfsbedürftigen Menschen kümmert. Dass

sie für die Wirtschaft eine wettbewerbsfähige Infrastruktur

vorhält und für die Kinder eine ausreichende Zahl an Betreuungsplätzen

zur Verfügung stellt. Dass wir in der City die

historische Altstadt wieder aufbauen und in den Stadtteilen

Sportplätze sanieren und neu errichten. Oder dass wir für

rund 41,4 Mio. Euro ein neues Historisches Museum errichten

und für rund 3,2 Mio. Euro ein neues Jugendhaus im Gutleutviertel

bauen.

Eine der größten Investitionen der kommenden Jahre wird der

Neubau der Städtischen Kliniken Höchst, der mit insgesamt

174 Mio. Euro veranschlagt ist, von denen die Stadt Frankfurt

100 Mio. Euro trägt. Das Projekt wird die Zukunft der Kliniken

nachhaltig sichern.

700

600

500

400

300

200

100

0

615 625

488

449

168 170 168 168

Unser Ziel ist es auch, das hohe Niveau

der Frankfurter Kultureinrichtungen

sicherzustellen. So stehen

zum Beispiel 5 Mio. Euro aus dem

städtischen Haushalt und 5 Mio. Euro

aus dem Konjunkturprogramm für

die Erweiterung des Städel zur Verfügung,

weitere 8 Mio. Euro aus dem

städtischen Etat für den Brandschutz.

Und während der Neubau des Historischen

Museums beginnt, kann auch

schon die Erweiterung des Museums für

Weltkulturen und des Jüdischen Museums

geplant werden.

Strikte Haushaltsdisziplin

Frankfurt hat in den kommenden Jahren also viel vor. Dennoch

ist nicht nur während, sondern vor allem nach der Finanzkrise

eine strikte Haushaltsdisziplin erforderlich. Der fi nanzielle

Handlungsspielraum ist gering. Zum einen, weil die Investitionen

in Schulen und Kitas natürlich laufende Unterhaltungskosten

zur Folge haben. Zum anderen, weil nach der Krise die Schulden

abgebaut und möglichst neue Rücklagen gebildet werden

müssen.

Es gilt, weiterhin Prioritäten zu setzen. Auch in Zukunft wird

nicht alles Wünschenswerte machbar sein. Aber der Doppelhaushalt

2010/2011 zeigt deutlich, dass die Stadt Frankfurt am

Main für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet ist.

Frankfurt hält Kurs – Zuschüsse im Doppelhaushalt 2010/2011

in Mio. €

Soziales Bildung Nahverkehr und

ÖPNV

Kultur Brandschutz und

Rettungsdienst

75 77 69 69 63 65

Ordnung und

Sicherheit

45 46

26 26 19 18

Zuschuss 2010

Zuschuss 2011

120 124

Umwelt Sport Gesundheit Wohnen Sonstige

Bereiche


26

Finanzen

Baukosten und Mehrkosten

Controlling verbessern und

Beteiligung der Stadtverordneten

sicherstellen

Im ersten Abschnitt des Koalitionsvertrages

zwischen CDU und Grünen für

diese Wahlperiode heißt es: „In einer

Koalition wollen wir die Geschicke der

Stadt lenken und Frankfurt weiter entwickeln.

CDU und GRÜNE wollen Frankfurt

für die Herausforderungen der Zukunft

stärken“. Dreieinhalb Jahre später

kann ich feststellen: Diese Koalition ist

eine Kraft des Handelns. Unser Handeln

stärkt die Wirtschaftskraft, schafft für

die Frankfurter Bevölkerung ein gutes

Auskommen, verbunden mit einer hohen

Lebensqualität. Und die Ergebnisse

der letzten Bürgerbefragungen zeigen:

Die Maßnahmen der Koalition treffen

punktgenau die Erwartungen der Bür-

Von

Dr. Horst Kraushaar

Vorsitzender der

CDU-Fraktion Frankfurt am Main

Die Stadtverordneten haben auf Initiative von CDU, Grünen und FDP den Magistrat aufgefordert, bis Ende März

2010 Regeln und Kontrollstrukturen zu erarbeiten, um Mehrkosten bei Bauprojekten zu verhindern. Das Frankfurt

Magazin druckt die Rede des CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Horst Kraushaar in der Debatte zum Thema

„Mehrkosten“ in der Plenarsitzung der Stadtverordnetenversammlung am 12. November 2009 in Auszügen ab.

ger, die Noten für die Stadtpolitik sind

ausgezeichnet. Diese Koalition kann

sich sehen lassen. Eine Voraussetzung

für erfolgreiches Handeln ist aber auch,

selbstkritisch zu sein, Fehlentwicklungen

erkennen zu wollen und die se

dann auch abzustellen.

Der Handlungswille dieser Koalition

wird sich auch darin zeigen, die jetzt in

den Brennpunkt gerückten Unzulänglichkeiten

im Magistrat bei der Kostenkontrolle

von Baumaßnahmen und im

Umgang mit Mehrkosten abzustellen.

Und ich kann dem Magistrat dabei leider

nicht die Bewertung ersparen,

nicht immer richtig gehandelt zu haben.

Ärgernis Budgetüberschreitung: Die Sanierung des Theatertunnels hat 3,6 Mio. Euro mehr gekostet, als von der Stadtverordnetenversammlung

genehmigt. Die Mehrkosten wurden erst bekannt, als der Tunnel bereits wieder für den Verkehr

freigegeben war. Bild: Kröcher

Es ist nicht akzeptabel, Mehrkosten

nicht vor Verausgabung von der Stadtverordnetenversammlung

genehmigen

zu lassen – wie es die HGO vorsieht –,

sondern damit nachträglich und kleinlaut

zu kommen, wenn an sich nichts

mehr zu entscheiden ist.

Das ist als eine grobe Mißachtung des

Stadtparlaments als der gewählten

Vertretung der Bürgerinnen und Bürger

zu werten. Ich sage noch einmal

deutlich: So geht es nicht, und das muß

anders werden! Ich halte aber nichts

davon, jetzt im Ärger und im Rückwärtsblicken

zu verharren. Ja, wir müssen

im Rahmen der Fehleranalyse zurückschauen,

um dann aber um so

schneller nach vorne zu sehen mit dem

Ziel, die Dinge zu ändern. Denn es wird

von uns erwartet, erkannte Fehler

schnell zu korrigieren.

Ich habe daher als Vorsitzender der

größten Koalitionsfraktion nach Bekanntwerden

der hohen Mehrausgaben

bei der Schulsanierung sofort mit

meinem Kollegen Olaf Cunitz, der das

gleiche Bestreben hat wie ich, und mit

den Mitgliedern des Magistrats Gespräche

geführt. Kennzeichen einer

fairen, partnerschaftlichen und am gemeinsamen

Ergebnis für die Stadt

Frankfurt orientierten politischen Zusammenarbeit

ist es, in sachlich harten

und offenen Gesprächen Defi zite an-


NR. 04 DEZEMBER 2009

sprechen und Lösungen gemeinsam

suchen zu können. Diese Atmosphäre

und den Willen für Verbesserungen habe

ich ausnahmslos bei allen Magistratsmitgliedern

gespürt. Damit ist

der Grundstein für Veränderung in die

richtige Richtung gelegt.

Und ich weiß auch, daß der Magistrat

es besser kann. Der Sportdezernent

konnte bei der Durchführung des Deutschen

Turnfestes 2,5 Mio. Euro einsparen

und hat auch beim Umbau des Stadions

Bornheimer Hang Millionen

eingespart. Der Baudezernent steht

kurz vor dem Einsatz eines Controlling-

Programms, das allen an einer Baumaßnahme

beteiligten Ämtern und Mitarbeitern

jederzeit den Projektstatus

zugänglich macht.

Wenn man sich eingehender mit dem

Zustandkommen von Mehrkosten und

den Verwaltungsabläufen bei der Planung

und Durchführung von Baumaßnahmen

befaßt, wird eines schnell klar:

Es gibt keine singulären Fehler einzelner

Personen oder Verwaltungsteile,

sondern es handelt sich augenscheinlich

um systemische Unzulänglich-

1.

2.

keiten. Und das auch schon über Jahre

und Jahrzehnte hinweg.

Und natürlich müssen wir uns auch alle

selbstkritisch fragen, warum haben wir

nicht schon in diesen Jahrzehnten gehandelt?

Es gehört zu den Paradoxien

des Lebens, daß diese alten Systemfehler

eben den Fleißigen und Aktiven auf

die Füße fallen.

Diese Koalition bewältigt ein unerhörtes

Investitionsvolumen in kurzer

Zeit, 2009 zusammen mit Konjunkturprogramm

570 Mio. Euro, und dies begünstigt

das Durchschlagen dieser

Fehler. Und ich will an dieser Stelle

auch gleich mit dem Märchen aufräumen,

Mehrkosten seien typisch für diese

Koalition. Nehmen Sie bitte zur

Kenntnis, daß es im Jahr 2008 lediglich

zwei Mehrkostenvorlagen gab, und das

bei einem Investitionsvolumen von

224 Mio. Euro. Im Jahr 2007 lediglich

drei Mehrkostenvorlagen bei Investitionen

von 264 Mio. Euro. Und ich erinnere

an die Sanierung von vier Schulen

im PPP-Verfahren: ein Volumen von

108 Mio. Euro, keine Mehrkosten und

pünktlich fertiggestellt.

Es müssen bessere Kontrollstrukturen für Planung und Ausführung von

Baumaßnahmen eingeführt werden.

Wir brauchen ein Frühwarnsystem zur Leistungs- und Kostenkontrolle.

Das Anforderungsprofi l für Baumaßnahmen muss sorgfältiger erarbeitet

werden.

Kostentreibende Nachforderungen müssen Ausnahmen bleiben.

In diesem Zusammenhang sind auch Organisationsstrukturen auf ihre

Wirksamkeit zu untersuchen – und auch, ob Personal an der richtigen

Stelle eingesetzt wird.

Wenn doch Mehrkosten entstehen, müssen diese ab 500.000 Euro unverzüglich

der Stadtverordnetenversammlung zur Genehmigung vorgelegt

werden.

3.

4.

CDU-Fraktionschef Dr. Horst Kraushaar spricht im Plenum zum

Thema Mehrkosten. Bild: Rotberg

Und wenn wir über Mehrkosten reden,

dann sehen wir doch bitte auch die Minderkosten

bei Bauvorhaben, beispielsweise

alleine 4 Mio. Euro bei der Modernisierung

der Abwasserreinigungsanlage

Griesheim/Niederrad und 1,9 Mio. Euro

eben auch bei Schulneubauten.

Wir sind verpfl ichtet zur sparsamen

Haushaltsführung und wollen öffentliche

Mittel zielgerichtet einsetzen.

Und wir werden eine bessere Information

und Beteiligung der Stadtverordnetenversammlung

durchsetzen.

Die CDU-Fraktion erwartet vom Magistrat die Umsetzung

eines Fünf-Punkte-Katalogs:

5.

Weitere Infos im Internet:

www.cdu-fraktion-ffm.de

Finanzen 27

Das Entscheidungsrecht der Stadtverordnetenversammlung setzt

zwingend voraus, dass dies vor einer Beauftragung oder Auszahlung der

Mittel geschehen muss.

Die Regeln der Hessischen Gemeindeordnung müssen eingehalten

werden.

Der Magistrat informiert den Haupt- und Finanzausschuss sofort auch

über Mehrkosten unter 500.000 Euro.

Wenn das Ausschreibungsergebnis um mehr als 10 Prozent, aber mindestens

um 100.000 Euro überschritten wird, ist die Maßnahme der Stadtverordnetenversammlung

erneut zur Beschlussfassung vorzulegen.

Es wird bis zum Abschluß des ersten Quartals 2010 vom Magistrat ein

Konzept für ein verbessertes internes Controlling vorgelegt.


28

Verkehr

Besserer Verkehrsfl uss und

Lärmschutz im Frankfurter Osten

CDU-Fraktion begrüßt Baustart

des Riederwaldtunnels

Der 23. September 2009 mit dem ersten Spatenstich für den Bau des Riederwaldtunnels und des Lückenschlusses

der Autobahnen 661 und 66 zwischen Frankfurt/Erlenbruch und Frankfurt/Bergen-Enkheim ist ein guter Tag in

der Chronik der Frankfurter Verkehrspolitik. Was lange währt, wird endlich gut. Die Frankfurter CDU hat weit

mehr als 20 Jahre für den Anschluss der A 66 an die A 661 gekämpft und damit auch für das Ende der Staus am

Riederwald und eine entscheidende Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner der östlichen Stadtteile.

Auch für die Entwicklung des Frankfurter

Ostens als Wirtschaftsstandort ist

der Autobahn-Lückenschluss von existenzieller

Bedeutung. Mit dem festlichen

Spatenstich und der Einrichtung

der Baustelle an der Borsigallee geht

es endlich los.

Das Straßenbauprojekt ist eng mit dem

Vollausbau der A 661 zwischen Kaiserlei-Brücke

und Friedberger Landstraße

auf sechs Spuren und dem Bau des neuen

Autobahndreiecks Erlenbruch verknüpft.

Der Ausbau der Ostumgehung

Mehr als Symbolik:

Nach über 20 Jahren

beginnen die

Bauarbeiten für den

Riederwaldtunnel.

Bild: dpa

wie auch der Lückenschluss zwischen

A 66 und A 661 werden in hohem Maße

Synergieeffekte für die Entwicklung

dieser Stadt bewirken. Es wird mit dem

Tunnel nicht nur eine durchgehende

Autobahnverbindung zwischen Hanau

und der A 661 geschaffen, was vor allem

den auf Frankfurt ausgerichteten Wirtschaftsverkehr

schneller macht, auch

die Stadtteile im Frankfurter Osten werden

von Durchgangsverkehr und Abgasen

erheblich entlastet. So wird das Verkehrsaufkommen

am Riederwald und

damit auch auf der Straße Am Erlenbruch

nach Fertigstellung des Tunnels

um die Hälfte auf rund 13.000 Fahrzeuge

pro Tag sinken.

Es ist mit einer Gesamtbauzeit von

acht bis neun Jahren zu rechnen. Insbesondere

die Baustelle für den 1,1 Kilometer

langen Tunnel wird sicher erhebliche

Belastungen für die Anwohner

mit sich bringen. Dafür können wir nur

um Verständnis bitten. Denn der Tunnel

reduziert ja nicht nur die Lärmbelastung

für die Anwohner am Erlenbruch,

in Kombination mit der Fortsetzung

des sechsspurigen Ausbaus der A 661

zwischen den Anschlussstellen Friedberger

Landstraße und Bad Homburger

Kreuz bringt dieses Straßenbauprojekt

den umliegenden Stadtteilen

auch zusätzlichen Lärmschutz nach aktuellen

Grenzwerten. Allein der Stadtteil

Bornheim profi tiert somit von Rie-

Von

Helmut Heuser

Verkehrspolitischer Sprecher

der CDU-Fraktion

derwaldtunnel und Autobahnausbau

doppelt. Für die Höhenstraße und die

Wittelsbacherallee verringert sich der

innerstädtische Verkehr um mehrere

tausend Fahrzeuge täglich. Auch für

die Minderung der Feinstaubbelastung

ist das wichtig. Außerdem erhalten die

Bornheimer endlich die fehlende Lärmschutzwand

an der Brücke über das

Seckbacher Tal.

Um den Lärmschutz für den Frankfurter

Osten noch zu verbessern, hat die

schwarz-grüne Koalition vor wenigen

Wochen beschlossen, zusätzlich eine 6

bis 10 Meter hohe Lärmschutzwand

zwischen Enkheimer Straße und der

Anschlussstelle Friedberger Landstraße

auf eigene Kosten unter Beteiligung

des Landes zu bauen.

Mit Blick auf den nun baulich sichtbar

werdenden Vollzug des politisch lange

umkämpften Planfeststellungsbeschlusses

von 2007 ist aber festzuhalten,

dass wir uns bei der Landesregierung,

die am Bau des Riederwaldtunnels

eisern festgehalten hat, herzlich bedanken.

Zugleich nehmen wir erfreut

zur Kenntnis, dass auch der Bund die

Notwendigkeit des seit Jahrzehnten

immer wieder aufgeschobenen, aber

längst überfälligen Straßenbauprojekts

erkannt hat und die Finanzierung

der mit rund 175 Mio. Euro veranschlagten

Gesamtkosten sicherstellt.


NR. 04 DEZEMBER 2009

Der Riederwaldtunnel – Zeittafel eines Straßenbauprojekts

1974

Der Baubeginn zum Lückenschluss der

A 66 auf Plangrundlagen der 60er Jahre

scheitert durch Hinweis auf Kosten,

Lärmlasten und Umweltschäden.

1989

Eröffnung des ersten Planfeststellungsverfahrens.

2000

Zur Einhaltung der 23. Bundesimmissionsschutzverordnung

werden längere

Tunnels notwendig.

2001

Abbruch des ersten Planfeststellungsverfahrens

und Auslage der neuen Pläne.

2003

Erörterungstermin im Stadtteil Rieder-

wald, aus dem ein erneutes Planänderungsverfahren

hervorgeht.

2007

Planfeststellungsbeschluss

2009

Symbolischer erster Spatenstich mit Bundesverkehrsminister

Wolfgang Tiefensee

(SPD), dem Hessischen Verkehrsminister

Dieter Posch (FDP) und dem Frankfurter

Baudezernenten Edwin Schwarz (CDU).

Technische Daten:

Der Tunnel wird aus zwei rechteckigen

Betonröhren bestehen. Die Länge der

Nordröhre beträgt 1.025 Meter und die

der Südröhre 1.095 Meter. Jede der Röhren

hat eine lichte Breite von 13,25 Meter

und wird Platz für drei Fahrstreifen

ohne befestigten Randstreifen bieten.

Kosten:

175 Mio. Euro für die Verbindung zwischen

dem Autobahndreieck Frankfurt-

Erlenbruch und der Anschlussstelle

Frankfurt-Bergen-Enkheim (Tunnel sowie

weitere 1.100 Meter oberirdisch

verlaufende Autobahn und ein Autobahndreieck).

30 Mio. Euro zusätzlich

für den Ausbau der A 661 nördlich der

Anbindung Weitere zwischen Infos den im Anschluss-

Internet:

stellen Frankfurt-Friedberger

www.dfdjdfkjdshfka

Landstraße

und Frankfurt-Ost von derzeit vier

auf dann sechs Fahrspuren.

Kostenträger ist vor allem der Bund.

Verkehrsentlastung:

86.000 Kfz/24 h auf A 66 im Abschnitt

„Riederwaldtunnel“ sowie 13.500

Kfz/24 h auf der Straße „Am Erlenbruch“

(Prognosewerte für das Jahr 2015).

Verkehr 29


30

Verkehr

Das Zebra wird elektrisch –

von der Einführung der

Elektromobilität in Frankfurt

Leise, kein Schadstoffausstoß, kein Verbrennen von immer

knapper werdenden Erdölprodukten und praktizierter Klimaschutz:

Elektrisch betriebene Fahrzeuge sind wie geschaffen,

um automobilen Verkehr zukunftstauglich zu machen. Mit

dieser Technik ließe sich die auch künftig unzweifelhaft vorhandene

Nachfrage nach individueller Mobilität, also die

Möglichkeit, frei über Wege und Ziele entscheiden zu können,

auf einem gesellschaftsverträglich neuen Niveau gewährleisten.

Dabei geht es nicht nur um einen Antrieb

für Automobile, sondern auch um Motorräder,

Motorroller, Fahrräder und manche

Neuheit in der Palette der Fortbewegungsmittel.

Nachdem an dieser Stelle

vor Kurzem schon über diese allgemeinen

Aussichten der Elektromobilität berichtet

wurde, soll jetzt ein Überblick über konkrete

Ansätze zu deren Einführung in

Frankfurt am Main gegeben werden.

Ohne Infrastruktur gibt es keinen Markt

für neue Fahrzeugtechnologie und ohne

Fahrzeuge erscheint das Wagnis für

große Investitionen in die notwendige

Infrastruktur zu hoch. Um diese Starthindernisse

zu überwinden, fördert das Bundesverkehrsministerium

mit insgesamt

115 Mio. Euro die Erprobung und Marktvorbereitung

von Elektrofahrzeugen in

Von

Jan Schneider

Stadtverordneter und Mitglied

des Verkehrsausschusses

acht Modellregionen.

Präsentation des

neuen Standardsteckers

für das Aufl aden von

Elektroautos auf dem Frankfurter

Römerberg. Spezialisten des

Frankfurt gemeinsam Branchenverbands VDE, des

mit der Rhein-Main-

Autobauers Daimler und des

Energieversorgers RWE waren an

Region hat sich für die

der Entwicklung des ersten

weltweit einsetz baren

Aufnahme in diesen Kreis Ladesteckers beteiligt.

qualifi ziert.

Bild: dpa

Buslinie sollen dann weitere Elemente

modellhaft angeboten und

Praxistest mit dem Programm ZEBRA auf ihre Praxistauglichkeit getestet wer-

Auf Initiative der CDU-Fraktion hat sich den: Elektrotaxis, Carsharing-Angebote,

die Stadt Frankfurt als der bedeutendste Solartankstellen für Elektroautos und La-

Verkehrsknotenpunkt Deutschlands destationen für Elektrofahrräder. Durch

früh zeitig mit Elektromobilität befasst. die Verbindung von ÖPNV und Individu-

Unter Federführung von Wirtschaftsalverkehr sowie die Fortentwicklung indezernent

Markus Frank wurde das Protegrierter Mobilitätskonzepte entstehen

gramm ZEBRA (Zero Emission Best Prac- Schnittstellen zu verschiedenen Anwentise

Rhein-Main Area) ins Leben gerufen. dungsbereichen mit spezifi schen Anfor-

Kern von ZEBRA wird die Buslinie 103 derungsprofi len, so dass ein Leitprojekt

von Frankfurt Prüfl ing bis nach Offenbach

sein, auf der künftig ein Elektrobus

mit großem Multiplikator entsteht.

eingesetzt werden wird. Entlang dieser Ebenfalls wird die Alltagstauglichkeit

von Elektrofahrzeugen durch verschiedene

Nutzergruppen erprobt. In diesen

Kontext passt auch die Anschaffung unterschiedlicher

E-Mobile durch zahlreiche

Firmen und Einrichtungen: zehn

Hybridbusse durch die VGF, zwei Zustellfahrzeuge

durch UPS, Elektro-Pkws

durch Mainova, acht Elektrofahrzeuge

durch das Grünfl ächenamt, zehn Segways

(Stehroller mit zwei parallelen Rädern)

durch die FES zur Qualitätskontrolle,

Pedelecs (Elektrofahrräder, bei denen

die Muskelkraft durch einen Elektromotor

unterstützt wird) durch die ABG-Hol-


NR. 04 DEZEMBER 2009

ding und drei Elektroautos zum Personentransport

durch das Unternehmen

CitySmart.

Probefahrt mit dem Motorroller

Zur Einführung einer neuen Technik

gehören immer auch öffentlichkeitswirksame

Veranstaltungen, um das breite

Publikum neugierig zu machen. Besonderer

Aufmerksamkeit konnte sich daher

Oberbürgermeisterin Petra Roth sicher

sein, die im September an der Hauptwache

einen von 15 Motorrollern ausprobierte,

die von dem Versorger Mainova

angeschafft wurden. Aber auch der Flughafenbetreiber

Fraport und Stadtrat

Markus Frank für die Stadt Frankfurt

haben mit jeweils eigenen öffentlichen

Präsentationen ein deutliches Signal zur

Förderung der Elektromobilität gesendet:

Beide werden das Elektroauto i-Miev

von Mitsubishi testen. Dabei hat Fraport

mit dem Ziel, den Anteil der E-Mobile an

seiner Pkw-Flotte bis 2020 auf mehr als

60 Prozent zu steigern, ein klares Zeichen

gesetzt. Auch Nutzfahrzeuge mit

Elektroantrieb sollen am Flughafen verstärkt

zum Einsatz kommen.

Aber auch die vielleicht wichtigste Infrastruktur

für funktionierende Elektromobilität,

die Ladestationen als unverzichtbare

Kraftquelle, wird in Frankfurt

nicht vergessen. Nachdem schon an der

Hauptwache an der Mobilitätsinsel eine

öffentliche Solartankstelle eröffnet

wurde und auch RWE zur IAA fünf Ladestationen

gebaut hat, die zumindest bis

2012 bestehen bleiben, planen Mainova

und die ABG Frankfurt Holding, ein Netz

von Ladestationen in den zentralen Parkhäusern

aufzubauen. Um den Umweltvorteil

voll auszuschöpfen, soll der Strom

aus regenerativen Energieträgern erzeugt

werden.

Konzept E-Pkw

Ein Blick soll aber auch noch dem eigentlichen

Objekt des Interesses, den Elektrofahrzeugen,

genauer den E-Pkws, gelten.

Und was könnte ein besseres

Schaufenster für die vorhandenen und

geplanten Fahrzeuge sein als die IAA,

die in diesem Jahr der Elektromobilität

breiten Raum gewidmet hat? Organisiert

vom Verband der Automobilindustrie

(VDA), konnte sich die CDU-Fraktion

über die Fahrzeuge zahlreicher Hersteller

informieren. Zwei Fahrzeuge stehen

dabei für zwei Konzepte: der amerikanische

Tesla für den alleinigen, batteriegespeisten

Elektroantrieb und der Opel

Ampera, der einen Elektro- und einen

Verbrennungsmotor an Bord hat. Tesla

wird 2011 in den USA und ein Jahr später

in Europa eine E-Limousine als Serienfahrzeug

auf den Markt bringen, das mit

500 km Reichweite und dem bekannten

Fährt voran:

Frankfurts Oberbürgermeisterin

Petra Roth

(CDU) testet einen

Mainova-Elektroroller.

Bild: Kammerer

Ausstattungskomfort auch die Anforderungen

eines Reisefahrzeugs erfüllt. Der

Preis soll 57.000 US-Dollar betragen. Der

Opel Ampera soll 2011 an den Start

gehen und wird einen elektrischen

Aktionsradius von 60 km bei 500 km

Gesamtreichweite haben. Diese beiden,

sowie die vielen anderen ausgestellten

Fahrzeuge belegen einerseits das Vertrauen

auch der Fahrzeughersteller in

die Elektromobilität als Technik der unaufhaltsam

heranrückenden Zukunft.

Die Fahrzeuge demonstrieren aber auch

dem künftigen Nutzer und Käufer, dass

Elektromobile die Anforderungen des

automobilen Alltags erfüllen können.

Die beschriebenen, in und mit Frankfurt

stattfi ndenden Initiativen zur Förderung

der Elektromobilität, die Testläufe zum

Aufbau der erforderlichen Infrastruktur

und die immer breiter werdende Fahrzeugpalette

vom Pkw über Nutzfahrzeuge

bis zu Motorrollern und Elektrofahrrädern

belegen, dass Elektromobilität immer

deutlichere Konturen annimmt und das

Potenzial einer künftigen Leittechnik hat:

nicht schon morgen und übermorgen,

aber auch nicht erst in fernen Lichtjahren.

Und eine Politik, die den Anspruch hat,

Lebensbedingungen menschenfreundlich

zu gestalten und dazu auch über den Alltag

hinauszublicken, um Anforderungen

der Zukunft zu erkennen und rechtzeitig

Antworten darauf zu fi nden, tut gut daran,

mit der Elektromobilität zu rechnen.

Die Frankfurter CDU ist aktiv dabei.

Verkehr 31

Probesitzen im Sportfl itzer: CDU-Fraktionschef Dr. Horst Kraushaar

zeigt sich vom Tesla-Elektrosportwagen begeistert. Bild: Klein


32

Regionales/Soziales

Impulse für die Region

Stadtkämmerer Becker und die

Taunus-Landräte festigen regionale

Zusammenarbeit

Der Frankfurter Stadtkämmerer Uwe

Becker (CDU) und die Landräte Berthold

Gall (Main-Taunus-Kreis) und Ulrich

Krebs (Hochtaunuskreis) haben

am 8. Oktober 2009 eine Vereinbarung

zur weiteren Festigung der regionalen

Zusammenarbeit unterzeichnet.

Das Papier mit dem Titel „Impulse für

die Agenda 2016“ schreibt als konkrete

Schritte folgende vier Projekte

fest: Die Schaffung eines Hauses der

Region in der Frankfurter Innenstadt,

Ernährungsbewusstsein der Frankfurter Familien stärken

Stadträtin besuchte Mittagstisch der SG Bornheim Grün-Weiß

Nachdem mit Beginn des Schuljahres

bereits die meisten neuen pädagogischen

Mittagstischangebote für

Schülerinnen und Schüler gestartet

sind, hat sich Sozialdezernentin Prof.

Gleich kommt das Mittagessen: Die SG Bornheim 1945 e.V.

Grün-Weiß beteiligt sich am pädagogischen Mittagstisch. Mit im

Bild: Ehrenvorsitzender Klaus Schmidt (l.), Dr. Harald Seehausen

(Leiter des Kinder- und Familienzentrums des Vereins) und

Stadträtin Daniela Birkenfeld (r., sitzend). Bild: fm

die Einrichtung einer regionalen Vertretung

bei der EU in Brüssel, die Zusammenarbeit

in der Ausbildung von

Erzieherinnen und Erziehern sowie die

Entwicklung der Region zu einer

„Green Region“.

Becker sprach von einem „regionalgeschichtlich

wichtigen Schritt“, mit

dem ein „Meilenstein in der Zusam-

Dr. Daniela Birkenfeld (CDU) an Ort

und Stelle ein Bild von den bisherigen

Erfahrungen mit diesem Projekt gemacht.

Zu diesem Zweck besuchte

die Stadträtin am 16. November 2009

den Verein SG Bornheim Grün-Weiß,

der sich an dem Projekt „Pädagogischer

Mittagstisch“ beteiligt. Dem

Sozialdezernat stehen in diesem Jahr

erstmals 400.000 Euro zur Verfügung,

um in Kinder- und Jugendhäusern,

Kirchengemeinden und Vereinen die

Mittagessensversorgung für Schülerinnen

und Schüler auszubauen. „Der

Magistrat ist zurzeit zwar im Begriff,

das Angebot an Ganztagsschulen

auszubauen, doch zum jetzigen Zeitpunkt

reichen die Mittagsangebote

an Schulen noch nicht aus und die Ergänzung

durch die Jugendhilfe ist

sinnvoll“, sagte Birkenfeld. Nach

Möglichkeit soll der Mittagstisch mit

einer Hausaufgabenbetreuung ver-

Pakt für gemeinsame Perspektiven: Die Landräte Berthold Gall (r.) und Ulrich Krebs

(beide CDU) im Bündnis mit Stadtkämmerer Uwe Becker (Mitte). Bild: Georg

menarbeit der Region“ gesetzt werde.

Ziel sei es, zu weiteren Vereinbarungen

in der Region zu kommen. Gall

betonte, die Stadt Frankfurt als „Herz

der Region“ und die beiden Landkreise

wollten „Impulsgeber sein“. Krebs

sagte, die Region brauche ein gemeinsames

Haus, „das sichtbar macht, was

Frankfurt und die Region auszeichnet“.

(red)

knüpft sein. Birkenfeld zeigte sich

besonders erfreut über die bunte

Vielfalt an Trägern, die erreicht wurden

und Angebote vorhalten. „Die

Palette reicht von der evangelischen

St. Thomasgemeinde über die SG

Bornheim bis hin zu etablierten Trägern

der Jugendhilfe“, freute sich die

Dezernentin.

Wenn im März auch noch das letzte

Projekt im Kinder- und Jugendhaus Fechenheim

starten wird, werden in insgesamt

24 Einrichtungen wöchentlich

fast 900 zusätzliche Mahlzeiten ausgeben.

„Gemeinsam mit speziellen

Kochkurs- und Bewegungsangeboten

werden wir damit das Ernährungs- und

Gesundheitsbewusstsein in Frankfurter

Familien nachhaltig stärken“, so

Birkenfeld. (red)


NR. 04 DEZEMBER 2009 Internationales 33

Am Zusammenfl uss von Rhône und Saône

Wirtschaftsausschuss zu Gast in Lyon

Am 8. Oktober 2010 jährt sich die Gründung der Städtepartnerschaft von Frankfurt am Main und Lyon zum 50.

Mal. Es war der Wunsch nach dauerhafter Versöhnung ehemals verfeindeter Nationen, der nach dem Zweiten

Weltkrieg zu zahlreichen europäischen Städtefreundschaften führte. Die Städtepartnerschaft zwischen der alten

Kaiserstadt und der alten Hauptstadt „Galliens“ war 1960 von großer Symbolik, denn erst der Staats besuch

von Konrad Adenauer im Jahr 1962 sollte der deutsch-französischen Aussöhnung endgültig zum Durchbruch

verhelfen.

Heute rückt die Intensivierung des kulturellen,

intellektuellen und wirtschaftlichen

Austausches immer stärker in

den Vordergrund – dabei ist der Wunsch

nach persönlichen Begegnungen weiterhin

sehr ausgeprägt. Lyon ist eine

Reise wert. Dies dachte sich auch der

Wirtschaftsausschuss der Stadtverordnetenversammlung,

der im Herbst nach

Lyon reiste. In wirtschaftlicher Hinsicht

nahm die in römischer Zeit unter dem

keltischen Namen „Lugdunum“ gegründete

Stadt im 19. Jahrhundert eine rasante

industrielle Entwicklung. Lyon erlangte

für seine Seidenverarbeitung

Weltruf. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg

erfuhr die Stadt wieder einen

enormen Aufschwung. Nachdem Lyon

schon ein bedeutender Groß- und Zwischenhandelsplatz

war, wurde die Stadt

1984 auch Messestadt.

Das Besuchsprogramm und der Empfang

für die Frankfurter Delegation im Rathaus

der Stadt Lyon boten zahlreiche

Gelegenheiten zu einem intensiven Meinungsaustausch

mit den Gesprächspartnern

aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung.

Die Gespräche berührten zunächst

Fragen der regionalen Zusammenarbeit

im Raum Grand Lyon. Grand Lyon ist ein

1969 gegründeter Kooperationsrat für

mittlerweile 57 Kommunen in diesem

Gebiet. Ziel ist es, die Schranken zwischen

der Verwaltungsstruktur und der

geografi schen Realität der Siedlungen

zu beseitigen. Zu den Zuständigkeiten

des Verdichtungsraumes Grand Lyon –

im Ballungsraum leben rund 1,3 Mio.

Menschen – zählen Raumplanung,

Dienstleistungen wie Wasserversorgung,

Sanierung und Müllabfuhr, Städteplanung

und Wirtschaftsförderung. Grand

Lyon hat sich für die Stadt Lyon und die

Stadtregion zum Ziel gesetzt, zu den

wettbewerbsstärksten Metropolregionen

in Europa zu gehören. Ein weiteres

Thema war die Arbeit von Lyon Biopole.

Lyon Biopole fördert das Cluster Biotechnologie

in der Region Rhône-Alpes,

deren Hauptstadt Lyon ist. Die Region

Rhône-Alpes ist mit 6 Mio. Einwohnern

und einem sehr hohen Bruttoinlandsprodukt

einer der bedeutenden europäischen

Wirtschaftsräume.

Auf einer nächtlichen Stadtrundfahrt

konnten sich die Teilnehmer der Frank-

Für die CDU-Mitglieder der Delegation war das Treffen mit der

Partnerpartei UMP besonders interessant: Mitglied der

National versammlung Emmanuel Hamelin, Stadtrat Peter

Mensinger, Stadtverordneter Martin Gerhardt, CDU-Fraktionschef

Dr. Horst Kraushaar, Stadtverordnete Dr. Bernadette Weyland,

Abgeordneter Michel Havard, Stadträtin Elisabeth Haindl,

Stadtverordneter Michael zu Löwenstein und Francois Royer,

Stadtrat für Wirtschaft und Soziales in Lyon (v. l.). Bild: Hain

furter Delegation ein Bild von dem beeindruckenden

Beleuchtungskonzept

der Stadt Lyon machen. Anlässlich des

Lyoner Lichterfests kommen an vier Tagen

im Jahr bis zu 4 Mio. Besucher in

die Stadt.

Wenn im nächsten Jahr die Städtepartnerschaft

von Frankfurt am Main und

Lyon 50 Jahre besteht, werden diese

Gespräche sicher vertieft werden. Ein

schönes Symbol der mittlerweile gefestigten

und lebendigen deutsch-französischen

Freundschaft. (jr)


34

Bildung

Mit privatem Partner Schule machen

CDU-Fraktion begrüßt pünktlichen Abschluss der PPP-Neubauten

Zur pünktlichen Eröffnung der Neubauten an den vier Frankfurter Schulen, die im Rahmen eines Public Private

Partnership-Programms entstanden sind, zeigte sich die CDU-Fraktion darüber erfreut, dass die neuen Schulbauten

wie vorgesehen pünktlich zum Schuljahresbeginn 2009/2010 übergeben wurden.

Die Bauzeit für alle vier Gebäude betrug

wie geplant zwei Jahre. Erstmals in der

Geschichte der Stadt wurden vier große

Schulstandorte mit den angeschlossenen

Einrichtungen während des laufenden

Betriebs saniert, umgebaut und in erheblichem

Umfang neu errichtet. Einen Neubau

haben die Freiherr-vom-Stein-Schule

und das Bildungs- und Kulturzentrum

Höchst (BiKuz) mit dem Friedrich-Dessauer-Gymnasium

erhalten; die Carl-von-

Weinberg-Schule und die Heinrich-

Kleyer-Schule wurden vorwiegend

saniert. Der private Partner Hochtief tritt

in diesem Modell nicht nur als Bauunternehmer

mit einer Gewährleistung für 20

Jahre auf, sondern ist auch verpfl ichtet,

für das Gebäudemanagement der Schulen

(Haustechnik, Raumverwaltung und

Reinigung) zu sorgen. Hausherr bleibt

der Schulträger.

Die CDU-Fraktion bedankte sich bei

Stadtkämmerer Uwe Becker für die

ausgezeichnete Arbeit des Magistrats

„Das gibt es nur mit PPP“

Im Interview erklärt die Vorsitzende des Bildungsausschusses, Dr. Bernadette Weyland, die Vorzüge von

Public Private Partnership bei Schulbauten.

Frau Dr. Weyland, weshalb ist es für

die Stadt günstiger, Schulen im PPP-

Verfahren zu bauen und zu

bewirtschaften?

Im Durchschnitt braucht die Stadt für

solche Schulneubauten doppelt so

lang. Wenn wir mit dem privaten Partner

vier Projekte genauso in der Hälf-

zusammen mit der Hochtief AG und

ihren Tochtergesellschaften. Der besondere

Dank der Fraktion gilt auch

den Schülerinnen und Schülern, den

Lehrkräften sowie den Eltern für ihre

Geduld und die Unannehmlichkeiten

im Zusammenhang mit den provisorischen

Unterrichtsräumen. Die von

den Schulgemeinden insgesamt sehr

te der Zeit schaffen und dabei mit

qualitätsvollen Standards bauen, dann

ist das ein gutes Argument für PPP.

PPP ist außerdem ein passender Mechanismus,

um die private Wirtschaft

für eine gute und moderne städtische

Baupolitik einzuspannen, die langfristig

denkt und wirtschaftlich handelt.

Das neue BiKuz in Frankfurt am Main-Höchst. Bild: Hochtief

lange erwarteten neuen Klassen- und

Fachgebäude oder – um ein Beispiel zu

nennen – die neue imposante Sporthalle

am Schulsportzentrum Carl-von-

Weinberg-Schule werden nach Auffassung

der Fraktion für die widrigen

Umstände der Bauphase entschädigen

und für die Zukunft ein vorzügliches

Lernumfeld garantieren. (jr)

Welchen Kostenvorteil hat der städtische

Haushalt konkret?

Der langfristige Wirtschaftlichkeitsvorteil

für die Stadt von rund 15 Prozent

gegenüber dem Eigenbau in städtischer

Regie wurde vor unserer

Entscheidung 2007 in einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung

festgestellt. Mit


NR. 04 DEZEMBER 2009 Bildung 35

den durch PPP erzielten Einsparungen

reserviert sich die schwarz-grüne Koalition

mehr Mittel, um den Sanierungsstau

bei städtischen Schulgebäuden

schrittweise aufzuheben und damit im

Bildungsbereich nachhaltig zu investieren.

Denn jeder Cent, den wir für

Bildungseinrichtungen ausgeben, ist

für die berufl iche Zukunft unserer Kinder

gut angelegt.

Aber ist das Gesamtvertragsvolumen

des Projekts inklusive Betriebsphase

bis 2029 in Höhe von 248 Mio.

Euro nicht zu hoch?

Nein, denn was nützt es uns, wenn wir

Gebäude für wenig Geld hochziehen und

uns dafür aber jahrzehntelang saftige

Bauunterhaltungs- und Betriebskosten

einhandeln. Erfreulich ist auch, dass der

Kostenrahmen exakt eingehalten wurde.

Erste Neugründung eines Gymnasiums seit 100 Jahren

Wettbewerbsentwürfe für neue weiterführende Schule im Stadtteil Riedberg

Riedberg ist ein seit 1997 wachsender

neuer Stadtbezirk von Frankfurt

am Main, der sich bis 2017 (geplant)

entwickelt und mit 266 ha Gesamtfläche

zurzeit eines der größten städtebaulichen

Vorhaben in Deutschland

darstellt. Die im Schulentwicklungsplan

der Stadt Frankfurt am Main

vorgesehene erste weiterführende

Schule am Riedberg ist zentral im

Quartier Mitte, unmittelbar am westlichen

Teil des Kätcheslachparks gelegen,

geplant.

Der erste Preis im Wettbewerb für das neue

Gymnasium Riedberg ging an Ackermann & Raff

Architekten Stadt planer (Tübingen und Stuttgart).

Bild: Ackermann & Raff

Wie hoch sind die Investitionen?

Die von Hochtief geleisteten Bauinvestitionen

betragen 29,8 Mio. Euro beim

BiKuz, 19,7 Mio. bei der Carl-von-

Weinberg-Schule, 17,2 Mio. bei der

Freiherr-vom-Stein-Schule und 38,9

Mio. bei der Heinrich-Kleyer-Schule.

Die Stadt zahlt ab Fertigstellung jährlich

13 Mio. Euro für Unterhalt, Instandsetzung

und Betrieb der Schulen.

Das ist auf 20 Jahre gerechnet eine

Menge Geld. Welche Gegenleistung

erbringt Hochtief?

Der Schulträger profi tiert von einer

sehr viel längeren Gewährleistung. Der

Bauunternehmer kann sich nicht zufrieden

zurücklegen, wenn sein Bau

abgenommen wurde und die Gewährleistungsfrist

nach fünf Jahren abgelaufen

ist: Er muss praktisch 20 Jahre

Die Vorsitzende des Bildungsausschusses, Dr. Bernadette Weyland.

Bild: Weis

lang alle Mängel auf seine Kosten

beseitigen. So etwas gibt es nur mit

PPP.

Das Interview führte Joachim Rotberg.

Das Riedberggymnasium wird mit etwa 1.300 Schülerinnen und Schülern das größte Gymnasium der Stadt.

Und: Es ist das erste Gymnasium, das seit 100 Jahren neu gegründet wird. Mit einem Architektenwett bewerb ist

der Entwurf für den Neubau gesucht worden.

30 Büros haben an dem Architektenwettbewerb

teilgenommen. Das Preisgericht

unter dem Vorsitz des Frankfurter

Architekten Prof. Zvonko

Turkali hat dabei acht Arbeiten ausgezeichnet.

Der erste Preis fi el an die

Stuttgarter Architekten Ackermann &

Raff, die einen großzügig gegliederten

Bau vorschlagen. Er weist den einzelnen

Funktionsbereichen jeweils eigene,

klar ablesbare „Schulhäuser“ zu.

Aber auch der zweite Preisträger, der

vor allem durch seine Bauten für den

Campus Westend bekannte Frankfurter

Architekt Ferdinand Heide, fand

große

gericht.

Anerkennung beim Preis-

Der Empfehlung des Preisgerichts folgend,

soll der erste Preisträger mit der

Planung des Riedberggymnasiums beauftragt

werden. Der Baubeginn ist für

Anfang 2011 vorgesehen. Die Baukosten

sind auf 56 Mio. Euro limitiert. (red)


36

Kultur

Schwarze Stadtverordnete in gelben Stiefeln

CDU-Fraktion unterstützt Benefi zkampagne für das Städel

Gelbe Gummistiefel sind das Erkennungszeichen der Spendenaktion für den Erweiterungsbau des Städel.

80 Prozent der Bausumme sind bereits durch Spenden oder Förderungen gesichert. Die verbliebenen

20 Prozent sollen durch Spendenprojekte mit Partnern aus Wirtschaft, Gesellschaft, Medien, Sport und Kultur

fi nanziert werden. Aktuell ist das Spendenbarometer dabei, die 500.000-Euro-Marke zu überschreiten.

Mit dem gelben Benefi zstiefel, der

von der Heinrich Deichmann-Schuhe

GmbH & Co. KG produziert wird und

dessen Kaufpreis dem Städel vollständig

zukommt, leisten Unterstützer nicht

nur einen fi nanziellen Beitrag, vielmehr

können Stiefelträger so auch ein deutliches

Zeichen für ihr kulturelles Engagement

setzen. Auch die CDU-Fraktion

hat sich an dieser Kampagne beteiligt.

Zu diesem Zweck hat sie sich zwar in

gelben Stiefeln nicht gerade malen lassen,

aber doch ihr Engagement durch

ein Gruppenfoto auf der Treppe vor

dem Haupteingang des Städel unter

Beweis gestellt.

Zunächst hatte Städel-Direktor Max

Hollein die Fraktion begrüßt und das

Bauvorhaben den Stadtverordneten

noch einmal kurz vorgestellt. Dabei

konnte auch ein erster Blick auf die

Baustelle gewagt werden. Die Bauarbeiten

für den Erweiterungsbau des

Museums schreiten voran. Die Erd- und

Verbauarbeiten am Westfl ügel sind

Gruppenbild für die Kunst: Die CDU-Fraktion mit Städel-Direktor Max Hollein und Kulturdezernent

Prof. Dr. Felix Semmelroth (CDU) vor dem Städel. Bild: Wachendörfer

bereits abgeschlossen und aktuell

fi nden vorbereitende Maßnahmen für

den Erdaushub auf dem gesamten

Baufeld statt.

Die Computersimulation zeigt einen

Blick auf die Lichtschächte des Siegerentwurfs

aus dem Frankfurter Architekturbüro

Schneider+Schumacher.

Das unterirdische Erweiterungsbauwerk wird durch kreisrunde Glasfenster in der Auswölbung erhellt.

Bild: Schneider+Schumacher

Das Museum wird für insgesamt

rund 30 Mio. Euro erweitert. Wie

Museumsdirektor Hollein mitteilte,

vergrößert der unterirdische Erweiterungstrakt

die Ausstellungsfl äche des

Hauses von 4.000 auf 7.000 Quadratmeter.

(jr)

Die Benefi zstiefel sind

• an der Kasse des Städel

Museums,

• in den Deichmann-Filialen im

Rhein-Main-Gebiet,

• im Deichmann-Online-Shop

http://shop.deichmann.de

oder

• unter der Hotline

0800-5020500 (kostenlos)

zu beziehen.

Weitere Infos im Internet:

www.das-neue-staedel.de


NR. 04 DEZEMBER 2009 Kirchliches 37

Warum die Leonhardskirche „tiefergelegt“ wird

Sensationsfund: Reste des Vorgängerbaus entdeckt

1939 schrieb der Kunsthistoriker und Gründer des Altstadtbundes Fried Lübbecke über die Anfänge der St. Leonhardskirche

im 13. Jahrhundert: „Die Stadt hatte sich stark vergrößert, die Herbstmesse zog bereits Kaufl eute aus

ganz Mitteleuropa an den Main, 1240 nahm Kaiser Friedrich II. alle in des Reiches besonderen Schutz, die die

Frankfurter Messe besuchten.

1219 hatte er der Frankfurter Bürgerschaft

auf ihr herzliches Ansuchen

den königlichen Wirtschaftshof am

südlichen Ende des Kornmarktes – der

späteren Buchgasse – für den Bau

einer neuen Pfarrkirche für die Unterstadt

geschenkt, die St. Maria und

Georg geweiht werden sollte. Mit

ihrem Bau wurde sofort begonnen.

Wahrscheinlich war Meister Engelberg,

der stolz seinen Namen unter

das Bogenfeld des Hauptportales

setzte, nicht nur der Steinmetz dieses

reichen Tores und der schmäleren

Jakobuspforte, sondern auch der Baumeister

dieser in ihren ersten Ausmaßen

nur bescheidenen Kirche. Sie war

eine dreischiffi ge, fl achgedeckte Basilika

mit drei Absiden und zwei Türmen

neben dem Mittelchor, die über den

beiden Seitenabsiden standen. Von

diesem ersten Bau, der wohl schon

1225 vollendet war, blieb nicht allzuviel

erhalten. Im Anfang des 16. Jahrhunderts

wurde über ihn eine fünfschiffi

ge spätgotische Hallenkirche

gestülpt, unter der der romanische

Bau wie eine Teekanne unter einer

Teehaube verschwand.“

Lübbecke, der 1960 starb, hätte sicher

jubiliert, wäre er bei den jüngsten

Ausgrabungen unter dem Fußboden

dieser ältesten Frankfurter Kirche

zugegen gewesen, deren Ergebnisse

das Frankfurter Denkmalamt kürzlich

präsentierte. Bei Probegrabungen im

Vorfeld der Innenrenovierung stießen

die Archäologen nicht nur auf einen

perfekt erhaltenen spätgotischen

Boden, sondern sogar auf das Erdgeschoss

der romanischen Kirche – eine

kleine Sensation. Offenbar um die

Kirche vor dem Hochwasser des

Mains zu schützen, wurde der Boden

immer wieder aufgeschüttet – kaum

merklich, aber mit Auswirkungen auf

die christliche Ikonografi e im Innern

des Sakralbaus. Manch ein gotischer

Heiliger, der auf Wandmalereien im

Chorraum gottesfürchtig „kniete“,

entpuppt sich heute als ein stehend

betender Frommer vor dem Herrn.

Und wem das noch nicht genug Geschichte

ist: Unter einem Abstellraum

verborgen, fanden die Grabungsexperten

die Reste einer Jakobskapelle,

die vermutlich schon im 11. Jahrhundert

als wichtige Pilgerstation auf

dem Weg nach Santiago de Compostela

an diesem Ort stand. Aber auch die

„neue“ Kirche blieb zunächst eine mittelalterliche

Pilgerkirche und die

Frankfurter Bürgerschaft erwarb 1323

sogar eine Reliquie des heiligen Einsiedlers

Leonhard, dessen Grabeskirche

in St.-Léonard-de-Noblat ebenfalls

am Jakobsweg liegt.

Denkmalschutz und Kommunalpolitik

sind sich nun einig, dem Kirchenraum

seine ursprüngliche Anmutung zurückzugeben.

„Die Kirche wird tiefergelegt,

wir gehen etwa einen Meter

nach unten und können so das Bodenniveau

von 1530 wiederherstellen“,

kündigte Stadtkämmerer und

Kirchendezernent Uwe Becker (CDU)

an, der die Renovierung aus der Stadtkasse

fi nanzieren muss, weil St. Leonhard

eine der sogenannten Dotationskirchen

ist, für deren Bauunterhalt

die Stadt Frankfurt am Main sorgt.

Becker rechnet durch die Bodenabsenkung

mit zusätzlichen Kosten von

rund 470.000 Euro. Geplant sind für

die gesamte Baumaßnahme bisher

6,5 Mio. Euro. (jr)

Aus der Tiefe grüßt der Kirchendezernent: Im nördlichen Teil von

St. Leonhard stießen die Archäologen auf einen zwei Meter tiefer

gelegenen Raum aus dem romanischen Vorgängerbau des

heutigen Gotteshauses. Bild: Weis


38

Wohnungsbau

Soziale Stabilität

und Stadtbildreparatur

Warum der Rückbau von

Wohnhochhäusern sinnvoll sein kann

Der Vorschlag der Wohnheim GmbH und ihrer Konzernmutter ABG FH, Wohnhochhäuser zurückzubauen, hat

zwei positive Aspekte. Zum einen wäre der Rückbau der in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts

errichteten Gebäude ein Beitrag zur wünschenswerten Reparatur des Stadtbildes. Zum anderen könnten

häufi ge Probleme des sozialen Wohnungsbaus, die insbesondere in Hochhaussiedlungen wie im Mainfeld zu

verzeichnen sind, nachhaltig gelöst werden.

Die bereits seit Jahren in beträchtlicher

Höhe für die Verbesserung der sozialen

Infrastruktur bereitgestellten fi nanziellen

Mittel reichen unter den gegebenen

Bedingungen nicht aus. Vielmehr

sind nachhaltige bauliche und energetische

Maßnahmen angezeigt, die in

Verbindung mit einer verbesserten sozialen

Mischung der BewohnerInnen

und teilweisem Um- bzw. Neubau erst

fi nanziert und auf eine nachhaltige

Grundlage gestellt werden können.

Die Idee eines behutsamen und vor

allem sozialverträglichen Umbaus der

vorhandenen Wohngebäude in Verbindung

mit einer infrastrukturellen

und stadtplanerischen Neukonzeption

könnte aus der spezifi schen Problemsituation

führen, in der sich viele vergleichbare

Wohnanlagen in Frankfurt

am Main befi nden. Dabei müssen selbstverständlich

auch Aspekte des demografi

schen Wa ndels, der Wohn um feldverbesserung,

der Energieeffi zienz der

Gebäude und der Öffnung zum Stadtteil

berücksichtigt werden. Ein solch exemplarisches

Projekt im Niederräder

Mainfeld könnte im Erfolgsfall Vorbild

für vergleichbare Maß nahmen in anderen

Frankfurter Stadt teilen sein.

Behutsamer Umbau

Daher gilt es, diesen Denkanstoß der

Wohnheim GmbH jetzt aufzugreifen

und bei den Bewohnerinnen und Be-

Die Siedlung Mainfeld in Frankfurt-Niederrad vom Main aus gesehen. Bild: Rotberg

wohnern des Mainfelds für eine maximale

Beteiligung an der bereits begonnenen

Planungswerkstatt zu werben.

Die CDU-Fraktion hat deshalb den

Magistrat auf dem Antragsweg gebeten,

zusammen mit der städtischen

Wohnungsbaugesellschaft Wohnheim

GmbH und ihrer Konzernmutter, der

ABG Frankfurt Holding Wohnungsbauund

Beteiligungsgesellschaft mbH, ein

entsprechendes Konzept zu entwickeln.

Wichtigstes Ziel für das Mainfeld ist dabei

eine ausgewogene Bewohnerstruktur,

eine Verbesserung der für das Mainfeld

charakteristischen Zugänge zum Main

sowie der Stadtteilbeziehung zu Alt-

Niederrad im Rahmen der Frei- und

Grünfl ächen planung sowie ein hoher

Von

Lothar Stapf

Wohnungsbaupolitischer

Sprecher der CDU-Fraktion

energetischer Standard der Wohnungen –

Passivhausstandard oder mindestens

30 Prozent unter der zum Zeitpunkt des

Baubeginns aktuellen Energieeinsparverordnung.

Zentrales Anliegen des Antrages

ist die vom Magistrat und den

Wohnungsbaugesellschaften vorzunehmende

Prüfung, ob eine Sanierung im

Bestand oder ein Rückbau der bestehenden

Gebäude sinnvoller und geeigneter

ist, um die vorstehend genannten

Ziele zu verwirklichen. Für uns als CDU-

Fraktion ist besonders wichtig, dass alle

derzeitigen Bewohnerinnen und Bewohner

des Mainfelds, die dies wünschen,

nach Beendigung des Umbaus in

ein erneuertes und lebenswertes Mainfeld

zurückziehen können.


NR. 04 DEZEMBER 2009

Themenhöfe und Boulevards

Die Heinrich-Lübke-Siedlung wird saniert

Angeregt durch die Speer-Studie

„Frank furt für alle“ zu den Perspektiven

der Stadt Frankfurt am Main bis 2030,

soll die Siedlung unter anderem ein

neues ganzheitliches Gebäude- und

Energiekonzept zur Stärkung der sozialen

Stabilität und zur Senkung des CO - 2

Ausstoßes erhalten. Neben der ABG

FH sind die Mainova AG, das Verkehrsdezernat,

das Fraunhofer-Institut für

Bauphysik sowie städtische Behörden

und natürlich die Mieterinnen und Mieter

in das Projekt eingebunden. „Ziel ist

eine Verbesserung der Lebensqualität

und des sozialen Klimas“, so Junker.

Für das Projekt, das als Modell für eine

nachhaltige Sanierung nicht mehr zeitgemäßer

Großsiedlungen dienen soll,

fand ein Ideenwettbewerb mit insgesamt

vier Architekturbüros statt. Der

eingereichte Entwurf von Albert Speer &

Partner (AS&P) habe nach den Worten

Junkers die Jury in entscheidenden Elementen

überzeugt. Der städtebauliche

Leitgedanke von AS&P ist die Stärkung

und der Ausbau der Siedlung durch

maßvolle Umbauten (z. B. neue, vorgestellte

und offene Balkone), Nachverdichtungen

und Neuordnungen

der Grundstücke. So wird es neue Entrées

zu den Wohnhäusern, verbindende

Hofwege und einen Quartiersboulevard

zum kleinen Einkaufszentrum

geben. Themenhöfe (Auenhof, Niddahof

etc.) ersetzen die Blocks und erhöhen

die Identifi kation mit der Siedlung.

Angsträume wie die dunkle dreigeschossige

Parkgarage werden durch

Außenzugänge freundlicher aussehen.

Im Bereich des Kleinen Einkaufszentrums

ist unter anderem der Rückbau

der Gewerbefl ächen am jetzigen zentralen

Eingang, eine „Info-Box“ der

ABG und ein Supermarkt an der Ludwig-Landmann-Straße

vorgesehen.

Auch dadurch soll eine verbesserte

Verknüpfung der Siedlung mit dem städtischen

Umfeld erreicht werden.

Anträge der CDU-Fraktion

Die CDU-Fraktion hat zur Lübke-Siedlung

Anträge auf den Weg gebracht. Im

Sinne eines ganzheitlichen Sanierungskonzeptes

erwarten die Stadtverordneten

unter anderem Maßnahmen zum

barrierearmen und barrierefreien Umbau

der Wohnhäuser. Ferner will die

Union wissen, in welcher Form seniorengerechte

Wohnformen in der Heinrich-Lübke-Siedlung

infolge der Sanierungsmaßnahmen

entstehen können.

Ferner sollen Maßnahmen zur beruflichen

Ausbildung von Jugendlichen –

ähnlich wie bei der Sanierung der

Wohnquartiere Ahornstraße und Friedrich-Ebert-Siedlung

geschehen – eingeleitet

werden. Der CDU-Stadtverordnete

Thomas Kirchner sagte zur

Begründung: „In der Vergangenheit

hat sich gezeigt, dass eine bloße Sanierung

der Wohnungen und des Wohnumfeldes

oft nicht ausreicht. Wenn die

Identifi kation der Bewohnerinnen und

Bewohner mit dem Quartier und den

Sanierungsmaßnahmen ausbleibt, ist

der Erhalt der neuen Wohn- und Lebensqualität

nicht nachhaltig gesichert“.

Kirchner wollte schließlich noch

wissen, ob zukünftig an Ort und Stelle

in geeigneter Form an den Namensgeber

der Siedlung, Bundespräsident

Heinrich Lübke (1894–1972), erinnert

wird. Junker sagte eine Prüfung auch

dieser Idee zu. (jr)

Wohnungsbau 39

Der Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding, Frank Junker, hat der CDU-Fraktion am 25. November 2009 den

Sanierungsentwurf für die Heinrich-Lübke-Siedlung in Frankfurt am Main-Praunheim vorgestellt. Die Heinrich-

Lübke-Siedlung, die in den Jahren 1977 bis 1982 von der ABG gebaut wurde und in der heute rund 2.000 Menschen

in 600 Geschosswohnungen mit Sozialbindung leben, wird stadtgestalterisch und ökologisch nachhaltig

aufgewertet.

So könnte das Ladenzentrum der Siedlung zukünftig aussehen. Simulation: jo. franzke Architekten


40

Wirtschaft

CDU-Stadtpolitik ist gut für Blaumann-Arbeitsplätze

Expansion bei Siemens Fechenheim

Anlässlich der Inbetriebnahme der erweiterten Bauten des Werks für sogenannte gasisolierte Mittelspannungs-

Schaltanlagen in Frankfurt am Main-Fechenheim erklärte der wirtschaftpolitische Sprecher der CDU-Fraktion

Frankfurt am Main, Michael zu Löwenstein: „Wir freuen uns, dass die Energie-Sparte des Siemens-Konzerns im

Stadtteil Fechenheim 200 neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Das ist eine gute Nachricht für den Industriestandort

Frankfurt am Main“.

High-Tech aus Frankfurt am Main: Endmontage für gasisolierte

Mittelspannungs-Schaltanlagen im Siemens-Werk Fechenheim.

Die Siemens AG hat ihre Fertigungshallen

um 10.000 qm auf 40.000 qm vergrößert,

ein automatisiertes Logistik- und

ein Kundenzentrum errichtet und insgesamt

mehr als 30 Mio. Euro investiert.

Seit Herbst 2006 sind rund 200 neue

Jobs entstanden, so dass inzwischen gut

1.000 Beschäftigte in dem Werk an der

Carl-Benz-Straße arbeiten. „Hier wird für

den Technologie-Weltmarkt produziert,

denn die Schaltanlagen aus Fechenheim

leisten in 85 Ländern einen weltweiten

Beitrag zur sicheren Energieversorgung.

Den erfolgten Ausbau der Arbeitsplätze

und die hohe Zahl von insgesamt

60 Lehrlingen verstehen wir dabei auch

als langfristiges Standortbekenntnis“, so

Löwenstein.

Es sei nach den Worten des Stadtverordneten

in hohem Maße erfreulich, dass

sich der global aufgestellte Elektrokonzern

nach Abwägung aller Chancen und

Risiken für Investitionen am Traditionsstandort

des Werks im Frankfurter Osten

und nicht für die Verlagerung in ein osteuropäisches

Niedriglohnland entschie-

den habe. „Die Investitionen von CDU

und Grünen in Verkehrsinfrastruktur und

gute Schulen bieten Standortvorteile für

Frankfurt am Main, zu denen genauso die

Kompetenz und Motivation der Beschäftigten

zählen. Jedes Unternehmen kann

hier von einem günstigen Verhältnis relativ

hoher Produktivität und guter Qualifi -

kation der Fachkräfte bei zugleich moderaten

Lohnkosten profi tieren. Nicht von

ungefähr ist Frankfurt am Main deshalb

die gefragteste europäische Wirtschaftsmetropole

nach London und Paris“, äußerte

der Wirtschaftspolitiker überzeugt.

Angesichts des weiter voranschreitenden

Strukturwandels, der in einem Stadtteil

wie Fechenheim mit einem vergleichsweise

hohen Anteil an

Industriearbeitsplätzen besonders deutliche

Spuren hinterlasse, müsse die Politik

der Stadt „mit Hochdruck“ darauf

ausgerichtet sein, bestehende Arbeitsplätze

zu erhalten und neue, zukunftssi-

chere Arbeitsplätze im privaten Sektor

zu schaffen. „Denn die Krise hat gezeigt,

dass es für Transaktionen auf dem Geldmarkt

auch reale Gegenwerte geben

muss. Forschung, Entwicklung und Produktion

sind die wertvollen Säulen unserer

exportorientierten Volkswirtschaft.

Das Schaltanlagen-Werk von Siemens

zeigt: Dies können wir in Frankfurt am

Main unter dem Gütesiegel ‚Made in

Germany’ bieten“, sagte der Stadtverordnete.

Da die Stadt selbst nicht in die

Rolle des Unternehmers schlüpfen könne,

gehe es darum, so Löwenstein, durch

gute Rahmenbedingungen private Investitionen

in Arbeitsplätze zu unterstützen.

„Das ist hier in Fechenheim beispielhaft

gelungen. Nur elf Monate von der

Planung bis zur Genehmigung – dies

muss als ausgezeichnetes Zusammenspiel

von Baudezernent Edwin Schwarz

und Wirtschaftsdezernent Markus Frank

bezeichnet werden“, so der Stadtverordnete

abschließend. (jr)

Wolfgang Heuring (Siemens), Stadtrat Markus Frank (CDU), Ralf Christian (Siemens) und der Hessische

Ministerpräsident Roland Koch (CDU) stoßen im Fechenheimer Siemens-Werk anlässlich des 25-jährigen

Standortjubiläums und der Einweihung der Werkserweiterung miteinander an. Bilder: dpa


NR. 04 DEZEMBER 2009 Verkehr 41

Auf dem Weg zur Mobilitätsstadt

CDU-Fraktion begrüßt Ausweitung des ÖPNV-Angebotes zum Fahrplan 2010

Zu der von den Stadtverordneten beschlossenen Ausweitung des Leistungsangebotes im lokalen öffentlichen

Personennahverkehr (ÖPNV) im Fahrplanjahr 2010 erklärte der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion

Frankfurt am Main, Helmut Heuser: „Mit dem vorgesehenen Maßnahmenbündel treibt die Koalition die

Angebotsverbesserung im Frankfurter ÖPNV weiter energisch voran. Die Linienausweitungen und Taktverdichtungen

ab 13. Dezember 2009 machen Busse und Bahnen noch attraktiver“.

Heuser verwies darauf, dass bereits im

Fahrplanjahr 2009 grundlegende Verbesserungen

realisiert wurden. So verkehre

die U4 mittlerweile ganztägig

über die Station „Schäffl estraße“ bis

nach Enkheim. Auch zum kommenden

Fahrplanwechsel würden wichtige

Stadtgebiete besser mit dem ÖPNV-

Netz verknüpft. Der Stadtverordnete

nannte die Erschließung des Europaviertels

mit der Buslinie 46, die zugleich

ins Deutschherrnviertel verlängert würde,

dann die Verbindung der Siedlung

Taunusblick in Zeilsheim mit der Quartiersbuslinie

57 sowie den neuen Halbstundentakt

der Buslinie 62 Schwanheim-Flughafen.

Besonders erfreut

zeigte sich Heuser über die Anbindung

des neuen Ordnungsamtes in der

Kleyerstraße über die Straßenbahnlinie

21 und die Verlängerung der Buslinie 64

über den Reuterweg zum Hauptbahnhof.

„Eine schnelle Verbindung zum

Ordnungsamt ist ausgesprochen bürgernah,

und die Direktverbindung des

Campus Westend mit dem Hauptbahnhof

wird diesen Universitätsstandort

weiter aufwerten“, betonte Heuser. Der

endlich beschlossene Verkehr der

Nachtbusse an allen Wochentagen sei

aber das Glanzstück des neuen Fahrplans.

„Dieses Angebot wird wie ein

Magnet neue Kunden für den ÖPNV anziehen

und für Nachtschwärmer, die

nicht mit dem Auto unterwegs sein wollen,

eine echte Alternative sein“, äußerte

der Verkehrspolitiker überzeugt.

Das neue Leistungsangebot entspreche

den Maximen der CDU-Verkehrs-

politik, die alle Verkehrsmittel nach

ihren Möglichkeiten und Vorteilen

einsetzen will. In einer Großstadt wie

Frankfurt am Main sei ÖPNV dabei

ein sehr wichtiges Standbein zur

Gewährleistung von Mobilität. Mit

Blick auf die zusätzlichen Betriebskosten

von rund 11,5 Mio. Euro pro

Jahr für die genannten neuen

Angebote im lokalen Schienen- und

Busverkehr äußerte Heuser: „Die

Finanzierung ist auch deshalb möglich,

weil durch die seit einigen Jahren

praktizierte Ausschreibung der Busverkehre

erhebliche Kosten eingespart

werden konnten. Mit marktwirtschaftlichen

Mechanismen schaffen wir fi -

nanzielle Spielräume mit enormen

Vorteilen für das Gemeinwohl“.

Alle fahren mit! Zum Fahrplanwechsel wird das ÖPNV-Angebot in Frankfurt

noch attraktiver. Bild: dpa

Der CDU-Stadtverordnete kündigte

an, dass der nachfrageorientierte Ausbau

des ÖPNV weiter mit Hochdruck

fortgesetzt werde. „Am Riedberg entsteht

bereits die Stadtbahntrasse, die

U5 wird zum Frankfurter Berg verlängert

und in einigen Jahren fährt die

Straßenbahn zum Frankfurter Bogen

ebenso wie die Linie 16 durch die

Stresemannallee in Richtung Neu-

Isenburg; nicht zu vergessen den Ausbau

der S6 nach Bad Vilbel und die

Neubauten der S-Bahn ostmainisch

nach Hanau und zu Gateway Gardens.

Das ÖPNV-Netz wird noch engmaschiger.

Frankfurt am Main ist auf dem

besten Weg zu einer Mobilitätsstadt,

in der die Menschen gerne leben und

arbeiten“. (jr)

B S-Bahnen

A Regionalzüge

C U-Bahnen

E Straßenbahnen

D Busse

2010

Fahrplan Gültig

Frankfurt am Main

Alle Linien in und ab Frankfurt

N Frankfurt (M) Hbf,

Südbahnhof und

Flughafen

N Adressen

und Informationen

Cyan Magenta Yellow Black Panton

ab 13. Dezember 2009

Schutzgebühr: 2,50 Euro

09 16:18 Uhr


42

Freizeit

Glühwein, Geschichten & Gebäck

Bestimmt haben Sie dieses Jahr schon dem Frankfurter Weihnachtsmarkt einen Besuch abgestattet und dabei

einen Glühwein probiert und sich das eine oder andere Bethmännchen auf der Zunge zergehen lassen. Wissen

Sie aber auch, welche Geschichte sich hinter dem Frankfurter Marzipangebäck verbirgt und woher der vor dem

Römer aufgestellte Weihnachtsbaum stammt?

Einen ganz neuen Blick auf einen ganz

alten Weihnachtsmarkt erhalten Besucherinnen

und Besucher bei einem geführten

Rundgang über den Frankfurter

Weihnachtsmarkt. Sicherlich werden

auch alteingesessene Frankfurter in diesen

1,5 Stunden noch überraschend

Neues über „ihren“ Markt erfahren

können. Allein schon der Aufstieg zum

Altan der Nikolaikirche mit einem

fantastischen Panoramablick über den

Weihnachtsmarkt und auf die Skyline

bietet eine völlig neue Perspektive.

Auch eine Fahrt auf dem nostalgischen

Karussell ist im Preis mit inbegriffen.

Seit 1393 ist er urkundlich belegt, der

Frankfurter Weihnachtsmarkt auf dem

Römerberg. In dieser langen Zeit haben

sich viele Traditionen und Bräuche

entwickelt, von denen sich manche bis

heute erhalten haben. Andere sind

Mehr Informationen und Tickets

zum Weihnachtsmarktrundgang in

der Tourist Information Römer,

069 – 21 23 88 00 oder unter

www.frankfurt-tourismus.de

Blick auf den Frankfurter Weihnachtsmarkt von der Alten

Nikolaikirche aus. Bild: dpa

schon Geschichte geworden und allerlei

Geschichten gibt es eben auf dem

Weihnachtsmarkt zu erzählen. Zudem

erfahren die Teilnehmer viel über das

historische und das moderne Frankfurt

und Frankfurter Persönlichkeiten.

Auch so ist ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt

immer wieder lohnenswert.

Eine Fahrt an den Wochenenden

mit der historischen Dampfbahn entlang

des Mains erfreut jedes Jahr Alt

und Jung. Wer jetzt immer noch nicht

alle Weihnachtsgeschenke zusammenhat,

der wird auf dem Weihnachtsmarkt

der Frankfurter Künstlerinnen

und Künstler in Paulskirche und Rö-

merhallen garantiert fündig. Einfallsreiche

Geschenke rund um das Thema

„Frankfurt“ gibt es am Stand der

Tourismus+Congress GmbH Frankfurt

am Main direkt unter dem Weihnachtsbaum.

Geradezu ein Klassiker sind natürlich

die Weihnachtsmarkttassen mit

jährlich wechselndem Motiv. Dieses

Jahr grüßt Frau Rauscher von der Tasse,

die in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag

feiern konnte. Für 2,50 Euro gibt es die

Tassen an jedem Glühweinstand.

Wenn es ein bisschen zu viel des Trubels

auf Römerberg und Paulsplatz

wird, kann man sich besinnlich in der

Liebfrauenkirche erholen, wo gegen

Abend dann täglich zum gemeinsamen

Advents- und Weihnachtsliedersingen

eingeladen wird.

Nur noch bis zum 22. Dezember haben

Sie Zeit, die vielen Angebote des Weihnachtsmarktes

zu nutzen. Denn am

24. Dezember muss der Römerberg wieder

frei sein, um den zahlreichen Menschen

Platz zu bieten, die eine nicht

ganz so alte, aber dennoch sehr schöne

Tradition nicht verpassen möchten: Mit

dem Frankfurter Stadtgeläut stimmen

50 Glocken aus zehn Kirchen feierlich

auf den Heiligen Abend ein. (tf)

Typische Frankfurter „Quetschenmännchen“ auf dem Weihnachtsmarkt. Bild: TCF


Folge 6:

// // NR. 04 DEZEMBER 2009 Planen und Bauen 43

FRANKFURTER BAUDENKMÄLER

Von

Pfarrer i. R. Christof Warnke

Ehrenamtlicher Stadtrat

Die Nikolaikirche auf dem Römerberg

Es mag ein feierlicher Zug gewesen sein, wenn die Stadträte in Zweierreihe dienstags und donnerstags vor ihren

Sitzungen im Römer erst einmal zur Messe gleich nebenan in die Nikolaikirche zogen.

1493 hatte der Schöffe Wicker Frosch

die beiden Messen gestiftet, zu denen

die Ratsherren im Sommer früh um

sechs Uhr und im Winter um sieben

Uhr anzutreten hatten. Es ist zu vermuten,

dass die Herren nicht sehr freudig

dieser frommen Pfl icht nachgekommen

sind. Denn kaum, dass sie lutherisch

geworden waren, machten sie

von der „Freiheit eines Christenmenschen“,

von der der Reformator

eindrücklich geschrieben hatte, eigenwilligen

Gebrauch: 1530 schlossen sie

die Kirche kurzerhand. Die Messgewänder,

die sakralen Utensilien und

Schmuckstücke wurden verkauft. Der

Erlös kam dem Almosenkasten zugute.

Dieser wurde bis 1570 an der Nikolaikirche

verwaltet und besteht bis heute.

Ursprünglich hieß die Stiftung, die auf

das Jahr 1428 zurückgeht, „Almosen zu

St. Nikolai“. Hier konnten die Bedürf-

Mahnmal des Krieges: Zerstörter

Römerberg und Nikolaikirche

um 1945. Bild: Hartig

tigen wöchentlich Nahrungsmittel in

Empfang nehmen und für den Winter

Holz und warme Kleidung.

1264 wird die Nikolaikirche erstmals urkundlich

erwähnt. Ihr Namensgeber ist

Nikolaus von Myra, der im 13. Jahrhundert

durch Kreuzfahrer populär wurde.

Der heilige Nikolaus gilt heute vor

allem als Freund der Kinder, der ihnen

am 6. Dezember die Schuhe mit Süßigkeiten

füllt. Im Mittelalter aber genoss

er hohes Ansehen vor allem als Helfer

bei Hungersnot und entsprechend als

Schutzpatron der Bäcker, darüber hinaus

als Schutzpatron der Schiffer und

Bewahrer vor Wasserschäden, weshalb

Kirchen seines Namens oft in der Nähe

von Gewässern stehen, die gerne mal

über die Ufer treten. Es mag sein, dass

dies auch den Standort der Nikolaikirche

in Frankfurt bestimmt hat. In den

USA soll Santa Claus auch als der

Schutzpatron für das Bankwesen geschätzt

werden. Unter diesem Aspekt

dürfte die kleine Kirche am Römerberg

auch für Frankfurt und besonders für

die Europäische Zentralbank von nicht

zu überschätzender Bedeutung sein.

Und schließlich ist Nikolaus auch der

Schutzpatron der Prostituierten. Die

Damen dieses Gewerbes mögen aus

diesem Grund bis zur Zerstörung der

Frankfurter Altstadt die unweit gelegene

Fahrgasse bevorzugt haben.

Breitegasse und Allerheiligenstraße

sind auch nicht weit. Viermal ist Sankt

Nikolaus an seiner Kirche plastisch dargestellt.

Die zweischiffi ge Nikolaikirche mit ihrem

schlanken Turm und der spätgotischen

Galerie mit Maßwerk-Erkern

an den Ecken präsentiert den Touristen

auf dem Römerberg ihre Schauseite.

Dagegen wendet sie dem Historischen

Museum ihre kahle Südseite als kalte

Schulter zu.

Wer um 9:05 oder 12:05 oder 17:05 Uhr

bei der Nikolaikirche weilt, der kann

dann ihr Glockenspiel mit einem Choral

und einem Volkslied hören. Zu besonderen

Gelegenheiten werden die 40

Glocken von Hand gespielt. Die vier

Glocken des Geläuts gehören zum großen

Stadtgeläut. Einst begrüßte ein Bläser

im Turm der Nikolaikirche ein- und

auslaufende Schiffe mit der Melodie des

Liedes „In Gottes Namen fahren wir“.

Die Stadt Frankfurt unterhält die Nikolaikirche

als Dotationskirche. Die evangelische

Paulsgemeinde nutzt sie als ihre

Gottesdienststätte – auch zum

Besten der Stadt.

1989 bis 1992 umfassend renoviert: Die

Alte Nikolaikirche, die deshalb im

Volksmund „Alte“ Nikolaikirche heißt,

weil die „neue“ St. Nikolaikirche 1909 als

Gemeindekirche für das Ostend und für

Bornheim errichtet wurde. Bild: dpa


44

Persönliches

Ehrung für ehemaliges Stadtoberhaupt

Walter Wallmann ist

Frankfurter Ehrenbürger

Walter Wallmann ist neuer Ehrenbürger der Stadt Frankfurt

am Main. Oberbürgermeisterin Petra Roth hat dem

heute 77 Jahre alten ehemaligen Stadtoberhaupt die Ernennungsurkunde

im Kaisersaal des Römers überreicht.

Auch Ministerpräsident Roland Koch ehrte den ehemaligen

hessischen Landesvater, der sich zugleich ins Goldene

Buch der Stadt eingetragen hat. Die Laudatio auf

Frankfurts neuen Ehrenbürger hielt Wallmanns direkter

Nachfolger im Amt des Oberbürgermeisters, Wolfram

Brück. Für den Geehrten bedankte sich dessen Sohn

Walter Wallmann jr.

Walter Wallmann hatte am Tag seiner

Ehrung zugleich Geburtstag: Am 24.

September 1932 wurde er in Uelzen

geboren. Schon als Student kam er

nach Hessen. In Marburg studierte er

Rechts- und Staatswissenschaften,

legte beide juristischen Staatsexamina

ab und wurde promoviert. Er begann

seine berufliche Laufbahn als

Richter in Rotenburg, Kassel und Gießen

und seine politische Karriere in

der Marburger Stadtverordnetenversammlung.

1972 wechselte er als Abgeordneter

der Christlich-Demokratischen

Union in die Bundespolitik.

Feierstunde im Kaisersaal für den beliebten früheren Oberbürgermeister.

Bei den Kommunalwahlen 1977 ging

er als Spitzenkandidat seiner Partei

sowohl in Marburg wie in Frankfurt

ins Rennen – und aus der Wahl als

Sieger hervor: Überraschend errang

die CDU die absolute Mehrheit in

Frankfurt, der amtierende Oberbürgermeister

Rudi Arndt trat zurück.

Walter Wallmann bestimmte daraufhin

knapp neun Jahre lang die Geschicke

der fünftgrößten deutschen

Stadt, ehe ihn ein Ruf ins Bundeskabinett

ereilte: Wallmann wurde erster

deutscher Bundesumweltmini-

Umringten den neuen Ehrenbürger und seine Gattin: OB Petra Roth

und Stadtver ordnetenvorsteher Karlheinz Bührmann. Bilder: Rüffer

ster. Doch blieb er nicht lange

außerhalb Hessens: Von 1987 bis

1991 stand er als Ministerpräsident

der Hessischen Landesregierung in

Wiesbaden vor.

In Frankfurt am Main hinterließ Walter

Wallmann während seiner Zeit als

Stadtoberhaupt deutliche Spuren: Er

setzte den von der CDU bereits in

den 60er Jahren geforderten Wiederaufbau

der Fachwerkhäuser auf dem

Römerberg gegenüber dem Römer

durch und legte den Grundstein für

das weltweit einzigartige Museumsufer.

Seine Baupolitik, die auch in den

Wiederaufbau der Alten Oper mündete,

aber auch sein außenpolitisches

Engagement haben den neuen Ehrenbürger

zu dieser Würde prädestiniert:

Er schloss 1980 einen Freundschaftsvertrag

Frankfurts mit der

israelischen Stadt Tel Aviv und initiierte

das Besuchsprogramm für jüdische

politisch oder religiös verfolgte

ehemalige Frankfurter

Bürgerinnen und Bürger, das Frankfurt

bis heute veranstaltet. (red)


NR. 04 DEZEMBER 2009 Persönliches 45

Bernd Heidenreich ist neuer Ehrenamtlicher Stadtrat

Als Nachrücker in der CDU-Fraktion folgt Peter Wagner

Der Stadtverordnete Dr. Bernd Heidenreich vertritt die CDU seit 1. Dezember 2009 als Ehrenamtlicher Stadtrat

im Magistrat. In der Plenarsitzung des Stadtparlaments am 12. November ist er bereits verpfl ichtet worden.

Nachrücker ist Peter Wagner.

Heidenreich rückte für Stadtrat Ulrich

Caspar (CDU) nach. Caspar ist Anfang

des Jahres nach einjähriger Pause wieder

per Direktwahl in den Landtag

zurück gekehrt und hat deshalb sein

Magistratsamt aufgegeben, das er

2008 übernommen hatte.

Der 54 Jahre alte Heidenreich ist gebürtiger

Frankfurter, wohnt in Ginnheim

und arbeitet als Direktor der

Landeszentrale für politische Bildung

in Wiesbaden. Nach Abitur an der

Ziehen-Schule und dem Studium der

Geschichte und der Germanistik an der

Goethe-Universität promovierte er

1985 zum Dr. phil. mit einer Arbeit

über die Schriftstellerin Sophie von

La Roche. Von 1987 bis 1992 arbeitete

Heidenreich als Grundsatzreferent der

CDU-Landtagsfraktion und war zuletzt

Regierungsdirektor beim Hessischen

Peter Wagner kehrt in den Römer zurück.

Bild: Wachendörfer

Nimmt jetzt auf der Magistratsbank Platz: Dr. Bernd Heidenreich. Bild: Klein

Landtag. Seit 1992 Ständiger Vertreter

des Direktors der Landeszentrale für

politische Bildung, ist er seit 2003

selbst Direktor dieser Abteilung der

Hessischen Staatskanzlei, die als einzige

hessische Einrichtung politische

Bildungsarbeit im öffentlichen Auftrag

durchführt. Heidenreich hat

zahlreiche wissenschaftliche Bücher

zur hessischen Landeskunde, Kulturgeschichte,

Neueren Geschichte und

Zeitgeschichte geschrieben und herausgegeben.

Als Stadtverordneter vertrat er die

CDU-Fraktion bislang im Wirtschaftsund

im Ältestenausschuss. Er ist verheiratet

und hat zwei Kinder. 1981 bis

1993 war er Mitglied des Ortsbeirats 9.

Seit 2001 war er Mitglied des Stadtparlaments.

Heidenreich ist außerdem

Vorsitzender des CDU-Stadtbezirksverbandes

Ginnheim.

Nachrücker für Bernd Heidenreich ist

Peter Wagner. Der langjährige Griesheimer

CDU-Vorsitzende gehörte dem

Gremium bereits von 1996 bis 2006 an.

Er betreute die Ausschüsse für Jugend

und Soziales, Umwelt und Sport und

gehört jetzt dem Wirtschaftsausschuss

an. Sein besonderes Augenmerk richtete

Wagner auf das Werk Griesheim

der ehemaligen Hoechst AG und auf

die Sanierung der Stroofstraße. In der

Vereinswelt seines Stadtteils ist er fest

verankert. Zeichen dafür ist der seit

vielen Jahren von der Griesheimer CDU

veranstaltete „Abend des Ehrenamtes“.

Wagner ist 70 Jahre alt und war in der

Zeit seiner Berufstätigkeit Technischer

Angestellter in der Automobilbranche.

(jr)

Weitere Infos im Internet:

ww.cdu-fraktion-ffm.de


46

Persönliches

Stadtältester Karl-Heinz Nink 80 Jahre

Empfang im Limpurgsaal

Der frühere CDU-Stadtverordnete

Karl-Heinz Nink hat seinen 80. Geburtstag

gefeiert. Ihm zu Ehren gab es

einen Geburtstagsempfang im Frankfurter

Römer.

Nink, geboren 1929 in Mainz, war

neben seiner berufl ichen Laufbahn für

den Gerling-Konzern in einer ganzen

Reihe von kommunalpolitischen

Ämtern tätig. So gehörte er von 1973

bis 1993 sowie noch einmal von 1994

bis 1997 der Stadtverordnetenversammlung

an. Außerdem brachte er

sein Fachwissen in zahlreichen Ausschüssen

ein: Er saß im Bauausschuss,

im Haupt- und Finanzausschuss, im

Kultur- und Freizeitausschuss, im Jugend-

und Sozialausschuss (ehemals

Ausschuss für Soziales und Freizeit),

im Ausschuss für Wohnungsbau und

Ein Stadtrat bei der Oscar-Verleihung

Die kreativsten Werbefi lmer wurden in der Frankfurter Oper ausgezeichnet

Beim VDW AWARD 09 prämierte der

Verband deutscher Post- und Werbefi lmproduktionen

e. V. (VDW) zum achten

Mal herausragende, kreative Einzelleis-

Hier geht’s nach Frankfurt: Stadtrat Markus Frank, Topmodel-

Kandidatin Carolin Ruppert und Regisseur Detlev Buck wissen, wo

das neue Mekka der Kreativbranche liegt. Bild: Kammerer

Wohnen, im Gesundheitsausschuss

und im Gemeinsamen Ausschuss für

Abwässerbeseitigung Frankfurt am

Main/Offenbach. Von 1989 bis 1993

war er Vorsitzender des Bauausschusses

sowie von 1996 bis 1997

Vorsitzender des Ausschusses für

Wohnungsbau und Wohnen.

Weiterhin gehörte Herr Nink der

Betriebskommission der Städtischen

Kliniken Frankfurt am Main-Höchst an

und war außerdem in folgenden Verbänden

und Organisationen tätig: Delegierter

für den Hessischen Städtetag,

Verbandsversammlung des Zweckverbandes

Naturpark Hochtaunus,

Zweckverband Naturpark Hochtaunus,

Wintersport-Ausschuss, Projekt Gemeinwesenarbeit,

Vereinsvorsitzender

Haus der Jugend e. V. In der Frankfurter

tungen, die bei der Produktion von Werbefi

lmen erbracht wurden. Dies passt

bestens zur Frankfurter Wirtschaftspolitik,

setzt sich doch Wirtschaftsdezernent

Markus Frank (CDU) ganz besonders für

eine Stärkung der sehr lebendigen und

erfolgreichen Kreativbranche in Frankfurt

am Main ein. Zur Gala in der Frankfurter

Oper mit anschließender „After-

Show-Party“ waren am 23. Oktober 2009

rund 1.000 Gäste gekommen. Frank

stellte Frankfurt als „Stadt der Werber“

und „Geburtsstadt des Techno“ vor. Als

der Stadtrat mitteilte, dass die Stadt das

in der Werbebranche wichtige ADC-Festival

von Berlin nach Frankfurt geholt

habe, gab es tosenden Beifall. Außerdem

kündigte Frank für 2010 die Eröffnung

Festliche Stimmung: Stadtverordnetenvorsteher

Karlheinz Bührmann überreicht dem Jubilar einen

Blumenstrauß. Bild: Rotberg

CDU führte er über zwei Jahrzehnte

den Stadtbezirksverband Kuhwald.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Horst

Kraushaar würdigte Nink als „wirklichen

Gentleman“ der Kommunalpolitik.

Für seine ehrenamtliche Tätigkeit

wurde Karl-Heinz Nink von der Stadt

Frankfurt am Main mit den Römerplaketten

in Bronze, Silber und Gold ausgezeichnet.

1997 wurde ihm die Ehrenbezeichnung

„Stadtältester“ verliehen.

(jr)

eines Gründerzentrums für Kreativ-

Schaffende in Frankfurt am Main an.

589 Einreichungen sind beim diesjährigen

VDW AWARD ins Rennen um die

renommierten Auszeichnungen gegangen,

die in insgesamt 18 Kategorien vergeben

wurden. Bekannte Laudatoren der

Preisträger waren unter anderem der

Filmregisseur Detlev Buck, der auch

Werbefi lme dreht, und Casting Director

Rolf Scheider, Veranstalter von

„Germany‘s next Topmodel“. Durch die

Preisverleihung, für deren musikalische

Untermalung Oscar Canton und Band

sorgten, führten Christine Henning von

der Internet-Sendung „Ehrensenf“ und

HR-Moderator Roberto Cappelluti. (jr)


NR. 04 DEZEMBER 2009

Wie die Quadriga auf die

Alte Oper kam

Und warum sie zur Zeit nicht da ist

Jeder Berlin-Reisende stellt irgendwann diese Frage: „Blickt die

Quadriga am Brandenburger Tor eigentlich in den Westen oder in den

Osten der Stadt?“ Schließlich klärt sich das Rätsel an Ort und Stelle:

Über die Mauer hat sie nicht geschaut, und dabei wird eigentlich auch

klar, dass die Quadriga gar nicht kucken kann, denn im Reiseführer

steht, was eigentlich eine „Quadriga“ ist – nämlich ein „Viergespann“,

ein antiker Streitwagen mit Zugtieren, zu dessen Lenkerin der Bildhauer

Schadow, als er 1793 den frühklassizistischen Torbau bekrönte, die

gefl ügelte Siegesgöttin Victoria erkor.

Alle Bauteile zusammengenommen, Pferdegespann, Göttin

und Wagen, bilden im Volksmund einfach die „Quadriga“, und

die berühmteste ihrer Art steht, nein „fährt“ glanzvoll auf dem

Symbolbauwerk der wieder gewonnenen Deutschen Einheit.

Statuen wie diese gibt es auf der Welt kaum noch. Die einzige

erhaltene Quadriga des Altertums befi ndet sich übrigens am

Markusdom in Venedig. In Deutschland gereicht eine Quadriga

noch der Semper-Oper in Dresden zur Zierde, allerdings

wird sie dort von Panthern gezogen. Kaum jemandem

ist hingegen bekannt, dass die Alte Oper in Frankfurt am

Main auch über eine „Pantherquadriga“ verfügt. Sie schaut (!)

in 27 Metern Höhe über dem Haupteingang nach Südwes ten

und wiegt, das darf man bei dieser Dame sagen, drei Tonnen.

Das genaue Gewicht ist nicht nur aus statischen Gründen

von Belang, sondern auch für die Fortbewegung des Streitwagens,

den kürzlich ein Autokran hinunter hievte. Die Quadriga

bedarf der Renovierung und wurde zu diesem Zweck

nach Knau in Ostthüringen transportiert. Dort werden im

Kostenumfang von 30.000 Euro kleinere Schäden behoben.

Gleichzeitig fi nden Sanierungsarbeiten an der Kalksteinfassade

der Alten Oper statt. Im März 2010 wird die Figuren-

24. September 1976: Die

restaurierte Quadriga

wird an ihren Platz auf

dem Vordach der Alten

Oper gebracht. Vor dem

Anbringen fand eine

Feierstunde statt,

Festredner war Fritz

Dietz, damals Präsident

der IHK Frankfurt und

treibende Kraft der

„Aktionsgemeinschaft

Opernhaus e. V.“, die 16

Mio. D-Mark für den

Wiederaufbau des

Konzerthauses sammelte.

Bild: picture-alliance

gruppe wieder

an ihrem angestammten

Platz aufgestellt.

Weitere Infos im Internet:

www.alte-oper.de

Das gewisse Etwas 47

Schwebezustand:

Die Quadriga auf dem Weg zur Schönheitskur Bild: dpa

Die Frankfurter Quadriga wurde 1899 von Bildhauer Franz

Krüger geschaffen. Sie stellt, ganz friedfertig, die Muse der

Liebesdichtung „Erato“ dar, die einen von vier Panthern

gezogenen Wagen lenkt. Ursprünglich glänzte die Figur auf

dem alten Schauspielhaus am Gallustor. Sie wurde 1962 beim

endgültigen Abriss der im Krieg stehengebliebenen

Jugendstilfassade demontiert und an einen Liebhaber in

Wehrheim verkauft, der sie Anfang der 70er Jahre schmählich

verstieß und an einen Schrotthändler in Nieder-Eschbach

weiterverkaufte. Dort wurde sie durch einen glücklichen Zufall

von einem Fotografen entdeckt. Nachdem eine Anfrage

beim Stadtarchiv ergab, dass es sich tatsächlich um die verschollene

Quadriga des Schauspielhauses handelte, erwarb

die Aktionsgemeinschaft Alte Oper das Werk für 250.000 D-

Mark und stiftete sie 1976 für den Wiederaufbau der Alten

Oper, deren Giebel sie seitdem ziert. Der ursprüngliche Giebelschmuck

der Alten Oper, ein von zwei Greifen gezogener

Sonnenwagen des Phöbus Apollon, war 1944 durch Kriegseinwirkung

zerstört worden.

Und so ist auch diese Pantherquadriga ein Symbol geworden

für die Nachkriegsgeschichte, eine Reminiszenz an das stolze

alte Frankfurt und sein Bürgertum sowie eine Mahnung an

die heutige städtische Baupolitik, Frankfurter Traditionen wo

immer möglich wieder zum Leben zu erwecken. (jr)


Der festliche Doppelbock

mit der malzaromatischen Note

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