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NR. 04 DEZEMBER 2009

Eine Analyse der Bundestagswahl 2009 in Frankfurt

Exakt 402.198 Frankfurter Bürgerinnen und Bürger waren am 27. September dieses Jahres zur Wahl des neuen

und nunmehr 17. Deutschen Bundestages aufgerufen – und damit 15.289 mehr als bei der Bundestagswahl 2005.

Nicht zuletzt infolge der in diesem Jahr schon vorangegangenen Landtagswahl und Europawahl verringerte sich

die Wahlbeteiligung noch auf 71, 8 Prozent (–4 Prozent). Dennoch gelang es der Frankfurter CDU, die mit Abstand

meisten Zweitstimmen auf sich zu vereinigen. Auch die beiden CDU-Kandidaten Erika Steinbach und Dr. Matthias

Zimmer konnten sich in den zwei Frankfurter Wahlkreisen deutlich durchsetzen.

Vor dem Hintergrund einer überaus

schwierigen gesamtpolitischen Ausgangslage,

die sich vor allem aus einem

Wahlkampf zwischen den Partnern einer

„Großen Koalition“ und der noch

immer andauernden Finanz- und Wirtschaftskrise

ergab, konnte die Frankfurter

CDU insgesamt 35,5 Prozent der

Erststimmen (–1,8 Prozent) und

27,8 Prozent der Zweitstimmen

(–1,5 Prozent) für sich verbuchen.

Führte die gesamtpolitische Ausgangslage

dazu, dass die Frankfurter FDP um

4,1 Prozent auf 17,5 Prozent der Zweitstimmen

zulegen konnte und somit zur

drittstärksten politischen Kraft wurde,

so mussten die Sozialdemokraten dort

einen geradezu erdrutschartigen Verlust

von –8,5 Prozent hinnehmen.

Während die Frankfurter Grünen ihren

Zweitstimmenanteil um lediglich

0,5 Prozent auf 17,1 Prozent aufstocken

konnten, gelang es der Linkspartei,

ihr bis dahin bestes Frankfurter Ergebnis

bei einer Bundestagswahl zu

erzielen: Mit einem Zuwachs von

3,8 Prozent erreichten sie 10,5 Prozent

der gesamten Zweitstimmen. Im westlichen

Bundestagswahlkreis 182

(Frankfurt I), der sich über 22 Frankfurter

Stadtteile erstreckt, lag die Wahlbeteiligung

mit 69,7 Prozent leicht unter

dem städtischen Durchschnitt. Der

CDU-Spitzenkandidat für diesen Wahlkreis,

Dr. Matthias Zimmer, erzielte

35,2 Prozent und konnte mit 45.863

Erststimmen die Wahl für sich entscheiden.

Damit verfügte Dr. Zimmer

über einen Vorsprung von 6.720 Stimmen

gegenüber seinem SPD-Gegen-

kandidaten, dem bisherigen „Amtsinhaber“

Gregor Amann. Noch bei den

letzten beiden Bundestagswahlen wurde

der Wahlkreis von SPD-Kandidaten

gewonnen. Im östlichen und südlichen

Bundestagswahlkreis 183 (Frankfurt II)

lag die Wahlbeteiligung mit 73,7 Prozent

auch bei dieser Bundestagswahl

wieder über dem Frankfurter Gesamtdurchschnitt.

Die bisherige direkt gewählte

Bundestagsabgeordnete und

erneute CDU-Kandidatin Erika Steinbach

konnte mit 35,8 Prozent der Erstimmen

(54.989, –1,5 Prozent gegenüber

2005) und einem Vorsprung von

über 10.000 Stimmen ihr Mandat souverän

verteidigen. Ihre Herausforderin

Ulli Nissen von der SPD musste einen

Erststimmenverlust von über 4 Prozent

hinnehmen. Blickt man auf das gesamte

Frankfurter Wahlergebnis, so

lassen sich aus diesem – neben dem

Gewinn der beiden Wahlkreise – auch

noch weitere positive Aspekte entnehmen.

Hierbei ist zunächst der Unterschied

zwischen dem Erst- und Zweitstimmenergebnis

anzuführen, der

insbesondere durch ein intensives

„Stimmensplitting“ zugunsten der FDP

zustande kam: Im deutlichen Gegensatz

zu den in den Walkreisen von

Dr. Zimmer (27,6 Prozent) und Erika

Steinbach (28 Prozent) erzielten CDU-

Zweitstimmenergebnissen konnten

beide Kandidaten über 35 Prozent der

Erststimmen für sich gewinnen. Dies

bedeutet, dass trotz der von den

Wählerinnen und Wählern strategisch

vorgenommenen Stimmenabgabe zugunsten

der FDP die bisherige CDU-

Bundestagswahl 2009

Bundeskanzlerin Angela Merkel (Bildmitte) mit Oberbürgermeisterin

Petra Roth, Erika Steinbach MdB, Dr. Franz Josef Jung MdB

und Ministerpräsident Roland Koch (v. l.). Bild: dpa

Stammwählerschaft von mehr als

35 Prozent auch bei dieser Bundestagswahl

aktiviert werden konnte. Der

zweite positive Aspekt des Bundestagswahlergebnisses

fällt bei einem

weiteren Vergleich der bei den letzten

drei Bundestagswahlen von der CDU

erreichten Erststimmenresultate auf:

Hier zeigt sich sehr deutlich, dass die

Kandidaten der Frankfurter CDU seit

der Bundestagswahl 2002 entweder –

wie im Wahlkreis I – einen deutlichen

SPD-Vorsprung in einen mittlerweile

deutlichen CDU-Vorsprung umgewandelt

haben oder – wie im Wahlkreis II –

den CDU-Vorsprung gegenüber der

sozialdemokratischen Konkurrenz kontinuierlich

ausbauen konnten. (red)

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