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BEHINDERUNG - Dorfzytig

BEHINDERUNG - Dorfzytig

DZMagazin MAI 2012

DZMagazin MAI 2012 «Genügend Arbeit ist für uns alle wichtig» Die Institution Buecherwäldli gehört selbstverständlich zur Region Gossau-Untertoggenburg-Wil. Sie bietet Arbeits- und Lebensraum für Menschen mit einer Behinderung. Drei von ihnen geben Einblick in ihren Arbeitsalltag in Uzwil. Hansjörg Ruckstuhl, Bereichsleiter Werkstätten Uzwil-Wil-Oberuzwil, berichtet von den zunehmenden Herausforderungen. Interview & Fotos> CECILIA HESS-LOMBRISER Lek Gerig hat eine körperliche Behinderung und kommt alleine zum Interview. Semir Jasari und Beat Rutz haben eine geistige Behinderung und kommen mit ihrem Betreuer Luca Ingrosso in das Besprechungszimmer im Werkstattbereich des Buecherwäldli in Uzwil. Sie haben ihre Arbeit unterbrechen dürfen, um Red und Antwort zu stehen. An welcher Arbeit sind Sie zurzeit? Lek Gerig: Ich fülle Informationsblätter über das Buecherwäldli in eine Mappe. Manchmal falte ich etwas, packe ein oder putze Metallteile. Wir haben viele verschiedene Arbeiten. Semir Jasari: Ich mache verschiedene Bohrungen an Metallteilen. Beat Rutz: Ich bin soeben mit Bohrungen fertig geworden. Jetzt muss ich noch aufräumen und putzen. Was bedeutet Ihnen die Arbeit? Gerig: Ich arbeite gerne und habe Freude. Ich bin schon seit zehn Jahren hier. Wir verstehen uns gut und unsere Gruppenleiterinnen sind sehr lieb. Die beiden Männer sind gleicher Meinung. Es sei wichtig, arbeiten zu können. Die Arbeiten wechseln hie und da. Wie läuft die Instruktion ab? Jasari: Luca (Ingrosso) zeigt es, dann mache ich es genauso, wie er. Ab und zu kommt er und kontrolliert, ob ich es richtig gemacht habe. Rutz: Der Chef zeigt es, dann mache ich die Arbeit selbständig. Wie selbständig sind Sie in der Arbeit? Gerig: Wenn ich verstanden habe, wie es geht, bin ich völlig selbständig. Zurzeit haben wir leider nicht so viel Arbeit und dann müssen wir Beat Rutz die Arbeit miteinander teilen. Es ist mühsam, wenn wir warten müssen. Seit zwei, drei Jahren hat die Arbeit nachgelassen. Jasari und Rutz: Wenn wir es gezeigt bekommen haben, arbeiten wir selbständig. Und wie ist es beim Wohnen? Gerig: Nachdem meine Kinder ausgezogen sind, wohne ich alleine und erledige alles selber. Hilfe brauche ich keine. Rutz: Ich wohne noch zu Hause. Meine Mutter kocht und wäscht für mich, aber die Wäsche muss ich selber versorgen und manchmal auch die Abwaschmaschine ein- und ausräumen. Ich habe auch ein Schätzli (lacht verschmitzt). Wir reden, schauen fern oder machen Spiele. Und sonst schwimme und turne ich. Jashari: Ich wohne auch zu Hause und mache sonst alles selbständig. In der Freizeit gehe ich mit Kollegen in den Ausgang. Sie haben keine Behinderung.

Lek Gerig Hier werden Sie als Mitarbeiter bezeichnet. Draussen heisst es «Mensch mit einer Behinderung». Wie sehen Sie sich selber? Diese Frage versteht Lek Gerig aus sprachlichen Gründen nicht. Sie ist Thailänderin. Semir Jasari sagt, er sei einfach Semir und Beat Rutz sagt von sich, dass er eine Behinderung habe und zeigt auf das Bein, das ihn seit einem Unfall einschränkt. Zum Gehen braucht er einen Stock. Luca Ingrosso erklärt, dass die Behinderung im Buecherwäldli gar kein Thema sei. «Wir haben tolle Mitarbeitende, auf die wir individuell eingehen. Wir sehen nicht das Defizit, sondern die Fähigkeit.» Unter welchen Voraussetzungen könnten Sie auch in einem normalen Unternehmen arbeiten? Gerig: Ich könnte nirgends sonst arbeiten. Ich kann nicht lange stehen, brauche zwischendurch aber auch Bewegung. Ich bin hier sehr zufrieden und kenne alle schon seit langem. Jasari: Ein Arbeitgeber müsste akzeptieren, dass ich langsamer bin. Ich müsste es auch mit den Leuten gut haben. Sie müssten mich respektieren, Geduld und Verständnis für mich haben. Semir Jasari > «Ich fühle mich auch akzeptiert. Und wenn jemand eine Bemerkung machen würde, würde ich sagen, sie sollen anständig mit mir reden.» Luca Ingrosso wirft ein, dass er Semir sofort einstellen würde. Er sei ein guter Arbeiter, der gerne Serienarbeiten mache. Fühlen Sie sich von der Gesellschaft akzeptiert so wie Sie sind? Rutz: Ich fühle mich akzeptiert. Semir: Ich fühle mich auch akzeptiert. Und wenn jemand eine Bemerkung machen würde, würde ich sagen, sie sollen anständig mit mir reden. Gerig: Ich bewege mich privat in einem normalen Umfeld und pendle demnach zwischen zwei Welten. Hier hat es andere Behinderte, solche mit einer körperlichen Behinderung und solche mit einer geistigen Behinderung. Ich habe mich an die zwei Welten gewöhnt und bin zufrieden. TITELTHEMA > 5 >

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