Ich habe bei b.rauschend - Akzente

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Ich habe bei b.rauschend - Akzente

.rauschend

Suchtprävention

& Persönlichkeitsbildung

b.rauschend: Trinkgenuss statt Kampftrinken

Vereinsmitglieder vor den Vorhang

Engagement mit Herz und Verstand

Risfl ecting

Neuer Ansatz im Umgang mit Risiko

Es wird gefeiert

b.rauschend im Praxistest

Nachrichten aus der Welt des Feierns

Nachrichten aus der Welt des Feierns

Ein Doku-Magazin zum Abschluss des Projektes b.rauschend in Salzburg und Kärnten (Projektzeitraum 2004 – 2006).


Seite 0

Editorial Inhalt

„Wir haben einen Auftrag, wir

haben eine tolle Projektidee – wer

macht mit?“ Als wir im Winter

2004 den Entscheidungsträger­

Innen in den Regionen das Projekt

b.rauschend nahe brachten, war

neben Vorfreude auch verhaltene

Skepsis die Reaktion: Was können

Einzelne schon ausrichten gegen

gewachsene Trinkmuster und unliebsam

gewordene Traditionen?

Im Rückblick nur zu verständlich:

Sich Veränderungen zu wünschen

ist das eine – ein anderes ist es, sich

auf Unbekanntes einzulassen.

War es der Auftaktimpuls am

Katschberg, waren es die vielen

Gespräche – oder die hellen „Sternspritzer“,

die den Funken überspringen

ließen? Für die Projektmitarbeiterinnen

öffneten sich nach

und nach die Türen und Herzen.

Für diese Bereitschaft zum Risiko

möchte ich den MentorInnen und

Peers sowie allen Vereinsmitgliedern

meinen Dank aussprechen!

Ein Pilotprojekt erfordert Flexibilität

von allen Beteiligten. Die Interessen

der Partner und Fördergeber

müssen berücksichtigt werden. Die

Projektdynamik immer wieder als

Ansporn zu verstehen, das verdanken

wir den vier Mitarbeiterinnen

vor Ort – ich weiß, dass auch ihnen

der Abschied von unserem Projekt

schwer fallen wird.

Herzlichen Dank allen interessierten

Menschen in den Regionen,

die das Projekt während der drei

Jahre begleitet haben: Ihre Rückmeldungen

waren hilfreich und

haben die ProjektteilnehmerInnen

gestärkt und gefreut!

Das schönste „Projekterbe“ ist ein

b.rauschend­Spirit, der weiterhin

Menschen in festlichen Begegnungen

zueinander führt!

Ihnen allen nun viel Lesevergnügen

mit der b.rauschend­Zeitung

wünscht

Mag. Nicole Rögl

Leiterin Fachstelle Suchtprävention,

Akzente Salzburg

Als 2002 der Fonds Gesundes Österreich

für den Bereich „Jugend

im ländlichen Raum“ ein Modellprojekt

ausschrieb, war das Interesse

von Akzente Salzburg daran

nur nahe liegend: In Salzburgs

südlichem Bezirk Tamsweg war

die Zeit gerade richtig für eine Jugendinitiative.

Auch der Kärntner

Bezirk Spittal an der Drau zeigte

Bedarf.

Den Auftrag für ein Modellprojekt

erhielten wir nicht, jedoch die Ermutigung

durch den Fonds, unser

Konzept als Pilotprojekt auszuformulieren.

Es ging um eine länderübergreifende

Kooperation zweier

in ihrer Struktur ähnlicher Bezirke

zum Thema „Jugendgesundheit“.

Erfreulicherweise konnte das Jugendministerium

als Partner mit

ins Boot geholt werden. Der Weitsicht

der EntscheidungsträgerInnen

in der Stadtgemeinde Spittal a. D.

ist es zu verdanken, dass der Bezirk

Spittal ebenso Förderpartner

wurde wie die Fachstelle für Suchtvorbeugung

des Landes Salzburg

bei Akzente. Diese Kooperation

Kärnten­Salzburg durch das Projekt

b.rauschend über Landesgrenzen

hinweg forderte Vertrauen

der Förderpartner in uns als Trägerorganisation.

Keine Selbstverständlichkeit

– im Rückblick auf

die Ergebnisse allemal wert, das

Wagnis einzugehen. Dafür mein

aufrichtiges Dankeschön!

Allen Handelnden in den Partnervereinen

gratuliere ich zu ihren

überzeugenden, kreativen

Leistungen: Sie haben für innovative

Präventionsarbeit ein gutes

Stück ihrer Freizeit zur Verfügung

gestellt! Zu wünschen bleibt, dass

die „Keime“ zu neuer Feierkultur

und verbessertem Jugendschutz

weiterhin gepflegt werden

– auf dass der Trinkspruch „Zum

Wohl!“ stimmig bleibt!

Mag. Wolfgang Schick

GF Akzente Salzburg,

Landesjugendreferent Salzburg

b.rauschend

06 14 37

ProjEktthEma SuchtPrävEntIon &

PErSönlIchkEItSbIldung

b.rauschend: Genuss statt Besinnungslosigkeit Seite 03

b.rauschend im Überblick Seite 05

b.rauschend: Das Team Seite 07

Innenansichten zu b.rauschend Seite 09

MentorInnen: Bindeglied zwischen Peers und Vereinen Seite 11

Outdoorpädagogik: Erleben, erfahren, lernen Seite 1

Peers: Engagement mit Herz und Verstand Seite 14

Zum Erfolg gehört auch Scheitern Seite 19

Funkmeldung an Fördergeber Seite 19

hIntErgrund

Stichwort: Rausch Seite 08

BegleiterInnen auf dem Weg ins Leben Seite 10

... und führe uns in der Versuchung Seite 16

Jugend, Prävention, Tabus Seite 18

Jugend auf dem Land Seite 0

Erziehung zwischen Abstinenz und Überdosis Seite 3

Gutes Zeugnis für b.rauschend Seite 34

FördErPartnEr am Wort

b.rauschend hat Vorbildwirkung Seite 17

rEgIonalES

Konzentrierte Arbeit mit Jugendlichen Seite 1

Viele kleine Schritte führen zum Erfolg Seite 1

Politikerstimmen zu b.rauschend Seite

Tradition und Wandel Seite 4

Suchtprävention als tägliches Miteinander Seite 5

Vereine als Partner von b.rauschend Seite 6

gESEllSchaFt

It’s Partytime Seite 8

b.rauschend Veranstaltungskalender Seite 9

Eine Reise in die große Welt der Drinks Seite 31

mEdIEn

Der Blick von außen Seite 35

WISSEn & untErhaltung

Film- und Lesetipps zum Thema Alkohol & Co Seite 36

ImPrESSIonEn & SEItEnblIckE

Drei Jahre b.rauschend im Bild Seite 37

Praxistipps für gelungene Feste Seite 40

Impressum

Medieninhaber, Herausgeber, Verleger:

Akzente Salzburg – Initiativen für junge Leute

Für den Inhalt verantwortlich: Nicole Rögl

Konzeption, Redaktion: Claudia Lagler

Layout: Akzente Verlag / Brigitte Nahlik

AutorInnen: Rupert Bogensberger, Hubert Fischer, Heidi Fuchs, Daniel Haslacher,

Hermann Hauer, Josefine und Anton Heitzmann, Martin Huber, Waltraud Katzlinger,

Andrea Kocher, Gerald Koller, Claudia Lagler, Marietta Oberrauch, Nicole Rögl,

Lydia Walcher, Katrin Wirnsperger, Claudia Zechner, Manfred Zentner

Fotos: b.rauschend-Team, Roland Lorscheid (Lungau), Anton Heitzmann,

PhotoCase.com, aboutpixel.de


.rauschend

prOJeKTThema suchTprävenTIOn & persÖnLIchKeITsBILDunG Seite 03

b.rauschend: genuss

statt besinnungslosigkeit

In einem außergewöhnlichen Präventionsprojekt lernen Jugendliche

einen verantwortungsvolleren Umgang mit Alkohol & Co.

Trinkgenuss statt Kampftrinken: In den vergangenen drei Jahren

lernten Jugendliche in den Bezirken Tamsweg und Spittal

an der Drau einen positiveren Umgang mit Alkohol, gaben

ihr Wissen als „Peers“ an andere weiter und wurden in ihren

Vereinen von MentorInnen begleitet. Ein Abschlussbericht.

Liebesrausch, Höhenrausch, Blutrausch: Mit dem Stichwort

Rausch sind viele Emotionen verbunden – traumhafte Höhenflüge

und erschreckende Abgründe. Die Freude an ausgelassenen

Festen und die Hilflosigkeit jugendlicher Kampftrinker,

die besinnungslos in den Spitälern landen. Dieser

Gegensatz – den viele von uns kennen – führte vor drei

Jahren in den Bezirken Tamsweg und Spittal an der Drau

zu einem neuen, länderübergreifenden Ansatz in der Suchtprävention:

„b.rauschend – Empowerment von Kindern und

Jugendlichen“ heißt das Projekt, das zu einem risikofreieren,

positiveren Umgang mit Rauschmitteln, insbesondere mit

Alkohol begleitete. Das Projektbüro Junges Spittal/Drau und

Akzente Salzburg schlossen sich dafür zu einer Kooperation

zusammen. Die notwendige finanzielle Unterstützung für die

Initiative kam vom Fonds Gesundes Österreich, vom Bundesministerium

für Soziale Sicherheit und Generationen, von

der Stadtgemeinde Spittal und von Akzente Salzburg.

Kooperation: ein Weg zur Nachhaltigkeit

Die Idee zur Kooperation

entstand, weil sich

die beiden Bezirke in

Salzburg und Kärnten

in vielen Bereichen sehr

ähnlich sind und auch

die Jugendlichen ver­

wandte Bedürfnisse haben: Beide Bezirke haben eine ländliche

Struktur, es gibt wenig jugendspezifische Angebote zur

Freizeitgestaltung.

Trinkgenuss will

gelernt sein.

b.rauschend motivierte

Jugendliche zu

einem bewussteren

umgang mit rausch

und risiko.

„b.rauschend holt die Jugendlichen

dort ab, wo sie gerne sind

und mit Freude gemeinsam feiern:

in den Vereinen.


nicole rögl


Seite 04 prOJeKTThema suchTprävenTIOn & persÖnLIchKeITsBILDunG

Jugendliche zu MeinungsbildnerInnen machen

PartnerInnen von b.rauschend waren Kinder und Jugendliche im

Alter von 12 bis 18 Jahren, die in Vereinen organisiert sind. Der

methodische Ansatz dazu heißt Risflecting: Damit ist eine Rausch­

und Risikopädagogik gemeint, die zu einem reflektierterem

Umgang mit Risiken – beispielsweise auch Alkohol – führt. Jugendliche

aus den Vereinen wurden zu Peers ausgebildet, um als

MultiplikatorInnen ihre Kompetenzen in ihre Gruppe weiterzutragen

und Freunde und Bekannte zu selbstverantwortlichem Handeln

zu ermutigen. Damit das auch möglich wurde, gab es in den

Vereinen MentorInnen, die mit ihrem Wissen und Verhalten den

jugendlichen Peers den Rücken stärkten und sie unterstützten.

„Dabei geht es nicht um den erhobenen Zeigefinger, sondern darum,

Trinkkultur und ­genuss zu lernen“, erläutert Rögl.

Was so theoretisch klingt, ist in der Praxis mit viel Spaß und Freude

am gemeinsamen Lernen und Feiern umgesetzt worden. „Alkohol

– warum nicht? Aber mit Maß und Ziel“, fasst Patrick Oberlercher,

ein junger Installateur

aus Reißeck, den Grundtenor

von b.rauschend zusammen.

Ich habe neue

Bekanntschaften geschlossen

und schaue bei Festln

aufmerksamer auf die Leute

– wie es ihnen geht und ob

sie noch alkoholhaltige Ge­

tränke bekommen sollten“, meinte die 19­jährige Karina Hartweger

von der Landjugend Reißeck über das, was sie bei b.rauschend

b.rauschend

In den Trainings der peers und mentorInnen ist einiges in Bewegung geraten: Das eigene risikoverhalten wurde überdacht und reflektiert. Das kleine Bild links oben zeigt

ein Kommunikationsspiel, bei dem die mentorInnen ihre peers blind erkennen mussten. Besonders viel spaß machten den Teilnehmern auch die Barworkshops.

„Unser Image als

Verein ist insgesamt

gestiegen.


Gerhard aigner

Obmann der Trachtenmusikkapelle

unternberg

gelernt hat. „b.rauschend ist ein Projekt, das sicher sehr zur Persönlichkeitsbildung

beiträgt“, findet Christina Wieland, Peer im

Jugendrotkreuz St. Michael.

Markenzeichen b.rauschend-Bar

Die b.rauschend­Bar ist mittlerweile bei vielen Festen und Partys

in den beiden Regionen zu einem fixen Bestandteil der Feierkultur

geworden, der reflektiertere Umgang mit Alkohol unter den beteiligten

Jugendlichen und Vereinen gehört zum guten Ton. „Unser

Image als Verein ist insgesamt gestiegen“, glaubt beispielsweise der

Obmann der Trachtenmusikkapelle Unternberg, Gerhard Aigner:

Gerade von den Eltern der JungmusikerInnen kämen sehr anerkennende

Reaktionen, weil gezielt darauf geschaut werde, dass

nicht zu viel Alkohol getrunken werde.

Vereine als wichtige Partner

Doch zurück zum Beginn des dreijährigen Weges: Die beiden Regionalteams

– Waltraud Katzlinger und Heidi Fuchs im Lungau

sowie Lydia Walcher und Claudia Zechner in Spittal – mussten in

der Aufbauphase viel Überzeugungsarbeit bei den lokalen Verantwortlichen

in Politik und Gesellschaft leisten sowie in den Vereinen

potenzielle PartnerInnen finden. „Voraussetzung war, dass der

Verein einen hohen Anteil an Jugendlichen hat“, nennt Waltraud

Katzlinger eines der Kriterien für die ProjektpartnerInnen. Das

Interesse, sich zu beteiligen, war bei vielen Vereinen groß, doch

die lange Projektdauer stellte sich für manche als unüberwindliche

Hürde heraus. Schließlich haben sich im Lungau die Trachtenmusikkapelle

Unternberg, die Landjugend Unternberg, die Landju­


.rauschend prOJeKTThema suchTprävenTIOn & persÖnLIchKeITsBILDunG Seite 05

Daten & Fakten

b.rauschend:

Empowerment von Kindern und Jugendlichen zu

einem risikofreieren Umgang mit Rauschmitteln

Projektpartner:

Projektbüro Junges Spittal/Drau und

Akzente Salzburg

Das Projekt wird gefördert von:

• Fonds Gesundes Österreich

• Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen

und Konsumentenschutz, Abt. f. jugendpolitische

Angelegenheiten

• Stadtgemeinde Spittal/Drau

Akzente Salzburg

Zielgruppen:

• Erwachsene aus regionalen Vereinen, die Jugendliche

unterstützen (Mentorensystem)

• Jugendliche Vereinsmitglieder (12 bis 18), die im

Verein und darüber hinaus tradierte Freizeit- und

Konsummuster refl ektieren und alternative Party-

und Festkultur mitgestalten wollen (Peerleader-

System)

• Elterninitiativen, Vereine, PädagogInnen, Gastronomie,

Medien und interessierte Personen im Bezirk.

Teilnehmende Vereine und Organisationen:

Trachtenmusikkapelle Unternberg

Landjugend Unternberg

Landjugend Tamsweg (2004 bis Ende 2005)

Jugendrotkreuz St. Michael

Jugendzentrum Spittal

Jugendgruppe von ROT KREUZ Gmünd

(2004 bis Herbst 2005)

OJA-Obervellacher Jugendagenda

b.rauschend-Reißeck-Gemeindejugend

Projektdauer:

2004 bis 2006

MEILENSTEINE

Wichtige Meilensteine

1. Juli 2004

Auftaktveranstaltung mit 120 Personen am Katschberg, um b.rauschend einer breiteren

Öffentlichkeit vorzustellen.

Dezember 2004

Sternspritzeraktion: An verschiedenen Wochentagen im Dezember, der „stillsten Zeit im

Jahr“, wurden im Lungau und in Spittal 60.000 Sternspritzer an die Einheimischen verteilt

– als kleines Geschenk und Ermunterung, über unsere Lebens- und Konsumgewohnheiten

nachzudenken.

Frühjahr 2005

Beginn der MentorInnentrainings. In drei Seminarmodulen wurden 25 Personen aus den

Vereinen ausgebildet.

Juni 2005

Die Peerausbildung beginnt. Erstes Treffen der in den Vereinen ausgewählten Peers auf

Burg Finstergrün im Lungau.

6. bis 9. Oktober 2005

Trainingscamp der b.rauschend Peers in Berndorf bei Salzburg. 22 Jugendliche nahmen teil.

12. November 2005

All together now: Trainingsmodul IV der ausgebildeten Peers und der MentorInnen auf

der alten Burg in Gmünd – gemeinsame Planung für die b.rauschend Praxisfeste im Jahr

2006.

Dezember 2005

Barworkshops im Lungau und Spittal mit dem Gastropädagogen Hermann Hauer.

Ein Cocktail aus Wissensvermittlung und praktischem Know-how rund ums Bargeschehen.

Jänner 2006

Bildungs-Umtrunk bzw. Bildungs-Frühschoppen im Lungau und in Spittal mit Gerald Koller

zum Thema „Fest feiern – a guata Rausch braucht a Unterlag“.

Winter 2005 bis Herbst 2006

Praxisfeste der Vereine mit den b.rauschend-Bars. Insgesamt haben 22 Veranstaltungen mit

rund 2.500 Teilnehmern im Rahmen von b.rauschend stattgefunden.

2. Dezember 2006

Abtaktveranstaltung am Katschberg: ein Fest!


Seite 06 prOJeKTThema suchTprävenTIOn & persÖnLIchKeITsBILDunG

mit einem großen Fest

wurde am 1. Juli 2004

der auftakt des projektes

„b.rauschend“ am

Katschberg gefeiert.

rund 120 Gäste kamen,

um sich über das innovative

präventionsprojekt

zu informieren.

Das Trainingslager für peers in Berndorf vermittelte viele Kompetenzen im umgang mit risiko und alkohol. ein Ziel war

es, das selbstvertrauen der Jugendlichen zu stärken.

gend Tamsweg und das Jugendrotkreuz St. Michael als Partnervereine

beteiligt. Im Bezirk Spittal wurde mit dem Jugendzentrum

Spittal, mit der Jugendgruppe Rot Kreuz Gmünd, mit der OJA­

Obervellacher Jugendagenda sowie der b.rauschend­Reißeck­Gemeindegruppe

zusammengearbeitet.

ExpertInnen für Festkultur

Nach einer Auftaktveranstaltung für das Projekt im Juli 2004 auf

dem Katschberg und einer Phase des Kennenlernens ging es in die

Vereine: Am Beginn standen MentorInnnentrainings, in denen die

Beteiligten mit Grundlagen und Methoden

der Suchtprävention, Kommunikation und

Konfliktlösung, Party­ und Festkultur vertraut

gemacht wurden. Die Burschen und

Mädchen, die sich als künftige Peers zur

Verfügung gestellt hatten, lernten sich im

Juni 2005 bei einem gemeinsamen Treffen

auf der Burg Finstergrün im Lungau kennen

– erste Einstimmung auf das große Peercamp

im Oktober. Die Burschen und Mädchen waren in diesem

dreitägigen Trainingscamp in Berndorf bereit, sich den eigenen

b.rauschend

Umgang mit Rauschmitteln und Risiko bewusster zu machen und

zu reflektieren. Selbsterfahrung, Outdoor­Training und theoretische

Inputs bildeten das Programm. Bei verschiedenen Übungen

wurden die eigenen Grenzen ausgelotet und tolle Erfahrungen gemacht.

Höhepunkt war ein gemeinsam organisiertes Fest, das allen

zeigte, was es für ein genussvolles Feiern braucht.

Danach ging es Schritt für Schritt in Richtung Praxis: Barworkshops,

Kriterien für die Gestaltung eines Festes und der b.rauschend­Bar

wurden festgelegt und die ersten Gehversuche mit der neuen Form

der Party­ und Festgestaltung samt Chill­out­Lounge unternom­

men. Das Jahr 2006 war dann

Ich

schließlich durch die Praxispro­

habe bei b.rauschend

jekte in den Vereinen geprägt. Ob

sehr viel gelernt. Im Umgang

bei der „School­out­Party“ in St.

mit Alkohol ist das Prinzip

Michael, beim Sautrog­Rennen in

‚look at your friends‘ sehr

Unternberg, der „Rock­Invasion“

wichtig.


in Obervellach oder der „Tropical

Franz Oberrainer

peer OJa-Obervellacher Jugendagenda

Night“ in Kolbnitz: Es waren tolle

Feste mit guter Stimmung, engagierten

Organisationsteams in den Vereinen und vielen neuen

Erfahrungen – auch der, dass weniger oft viel mehr ist!


.rauschend prOJeKTThema suchTprävenTIOn & persÖnLIchKeITsBILDunG Seite 07

das b.rauschend team

Hinter b.rauschend stand ein engagiertes Team der Kooperationspartner Akzente

Salzburg und des Projektbüros Junges Spittal/Drau:

„Für Überraschungen

und

Herausforderungen

bin ich immer gut

gerüstet – Sicherheitsnadel,Hustenzuckerl

oder Schokolade

gefällig?

Ich brauche nur in

meiner Tasche zu

kramen ... !


WALTRAuD KATZLINGER

akzente Suchtprävention, regionalteam tamsweg

Geduld und Humor zeichnen die gebürtige Mühlviertlerin und studierte

Psychologin aus. Waltraud fühlte sich im Lungau anfangs ein wenig wie eine

„Ausländerin“ und lernte im Lauf des Projektes die Herzlichkeit und Direktheit

der Lungauer schätzen.

„Dass die

Ansätze von

b.rauschend im

gesamten Bezirk

greifen, ist schlichtweg

toll.


LyDIA WALCHER

Projektbüro junges Spittal/drau

Die gebürtige Kärntnerin ist akademische Bildungsmanagerin, Psychosozial­

und Suchtpräventionsfachfrau, leitet die pro mente kärnten – Initiative

Gesundheitsbildung und die regionale Suchtpräventionsstelle des Landes

Kärnten in Spittal/Drau. Mit viel Freude betreute sie das Projekt b.rauschend

als Regionalkoordinatorin.

„Am schönsten

ist es, die Begeisterung

und Lebendigkeit

Jugendlicher

zu erleben.


MAG. NICOLE RöGL

leiterin der Fachstelle für Suchtprävention Salzburg bei akzente,

Projektleitung

Ein ausgleichendes Naturell und ihre langjährige Präventionserfahrung lassen

die gebürtige Oberösterreicherin auch in turbulenten Zeiten einen ruhigen

Kopf bewahren. Im Projektteam von b.rauschend hat sich für die Pädagogin

hohes Fachwissen mit viel Beziehungsfähigkeit zu einer gelungenen Mischung

für die Dialoggruppen verbunden – eine schöne Lernerfahrung für künftige

Projekte!

MAG. HEIDI FuCHS

akzente lungau, regionalteam tamsweg

„Man muss sich

die Freundschaften

der Lungauer hart

erarbeiten, aber

dafür halten sie ein

Leben lang!


Lachen ist das Markenzeichen der gebürtigen Lungauerin, die nach dem

Pädagogik­Studium wieder in ihre Heimat zurückkehrte. Es ist eher ungewöhnlich,

dass „Heidi wieder hier wohnt“ und einen ihrer Ausbildung entsprechenden

Arbeitsplatz gefunden hat. Das Erfolgsrezept von b.rauschend

liegt für sie in der Balance zwischen Tradition und Innovation.

CLAuDIA ZECHNER

Projektbüro junges Spittal/drau

Ich finde es

super, wie die

b.rauschend-

Projektpartner

ihre Praxisprojekte

durchführen!


Als Gestaltpädagogin und Lebens­ und Sozialberaterin hat Claudia ein

offenes Ohr für die Anliegen der b.rauschend­Partner. Die Mutter eines

18­jährigen Sohnes genießt in ihrer Freizeit Bücher, Filme, Musik und

Spaziergänge mit ihrem Hund.


Seite 08 hInTerGrunD

Bewusster Genuss:

ein gepflegter

cocktail beim

„Liebesrausch“-

Fest in Tamsweg.

Stichwort: rauSch

Berauschung ist manchmal der Versuch, Geborgenheit wiederzugewinnen

oder die Möglichkeit, sich von Gedanken,

Zwängen und Alltagshetze zu befreien.

„Wenn ich drei Wochen hart, auch erfolgreich und mit Spaß arbeite,

betrinke ich mich eines Abends – beinahe ohne es zu wollen

– und fühle mich wieder entspannt“, sagt ein Manager. Und

ein Arbeiter: „Die ganze Woche buckle ich in einem Scheiß­Job.

Am Wochenende belohne ich mich dafür mit Bier“. Rausch ist

Kompensation, Weltflucht. Er kann aber auch der Versuch sein,

zu neuen Ufern aufzubrechen und etwas zu wagen.

Rauschrituale

Wer die Ventilfunktion des Rausches bekämpft, muss jene

Ursachen angehen, die solche Ventile nötig machen: eine

Welt, in der der Leistungsgedanke vor dem Menschsein

steht. In vergangenen Jahrhunderten oder fernen Ländern

war Rausch meist in Rituale eingebettet und wurde als Bereicherung

erlebt. Er stand auch oft in Zusammenhang mit

religiösen Erfahrungen.Schamanen oder weise

Frauen hüteten berauschende Pflanzen und

wachten über die Rituale.

Die Griechen unterschieden als erste zwischen

animalischem und seherischem Rausch – für

den einen ist Gott Dionysos, für den anderen

Apoll zuständig. Die Römer wiederum halten

uns in der Spätphase ihrer Kultur den Spiegel

vor: Untergang ruft nach Blindheit, nach

Exzess. Niemals sonst waren Opium und Haschisch so billig

und leicht zu haben und mit Brot und Spielen wurde das

Volk bei Laune und ruhig gehalten.

Alles erlaubt, was sonst verboten ist

b.rauschend

Wer berauscht ist, kann unglaubliche Glücksgefühle erleben – oder in dunkle

Abgründe blicken. Versuch einer Annäherung.

Im Mittelalter zeigt sich die sozio­ und psychohygienische

Funktion des Rausches am deutlichsten wohl in der Fasnacht:

Zu diesem Zeitpunkt war alles erlaubt, was sonst verboten

war.

Erst die Aufklärung verlor die „Unklarheit“ des Rausches aus

den Augen. Und wie es so ist: Verdrängtes schafft sich neue

Bahn. Mit der Industrialisierung und dem damit verbundenen

Identitätsschock begann die Frustverdrängung durch Alkohol

sich wie eine Epidemie auszubreiten.

Entheiligt und bedeutungslos

Das 20. Jahrhundert tat das Übrige dazu: Der Rausch wurde

als wirtschaftlicher und politischer Marktwert entdeckt und

ausgebaut. Die Berauschung ist – entheiligt und ihrer psychosozialen

Bedeutung enthoben – oftmals zu einem Problem geworden.

Und wenn – wie es ein islamischer Heiliger sagt – der höchste

Rausch die Nüchternheit ist, so müssen wir uns doch fragen,

ob wir überhaupt noch wissen, was das ist: inmitten von

Überfressenheit an Speisen, Lautstärke und Informationen

nüchtern zu sein. Es gilt also, nicht nur mit Alkohol bewusst

umzugehen.

(Quelle: ZuMutungen – ein Leitfaden zur Suchtvorbeugung

für Theorie und Praxis, herausgegeben vom Bundesministerium

für Umwelt, Jugend und Familie, 3. Auflage

1999)


.rauschend

prOJeKTThema suchTprävenTIOn & persÖnLIchKeITsBILDunG Seite 09

Innenansichten zu b.rauschend

Sie haben intensive Monate hinter sich: die MentorInnen und Peers aus den

Lungauer und Spittaler Vereinen und Partnerorganisationen. Was denken sie im

Rückblick über b.rauschend?

HERTA PFEIFENBERGER

mentorin jugendrotkreuz St. michael

Hat sich durch das Projekt für Dich etwas

verändert?

Ja, ich gehe jetzt mit viel offeneren Augen

durchs Leben! Wenn ich fortgehe, überlege

ich mir, was und wie viel ich trinke! Aber ich

schaue auch darauf, wie ein Fest gestaltet ist.

Ich achte auf die Dekoration, die Bar. Darauf, was ausgeschenkt wird

und ob der Jugendschutz eingehalten wird. Früher habe ich getrunken,

weil es andere taten, so ein Gruppenzwang. Heute trinke ich und genieße

es, aber ich habe fast immer gewusst, wenn es genug ist!

Wie war es für Dich als Mentorin, würdest Du es wieder machen?

Ja, auf jeden Fall! Es war eine spannende Zeit mit den Jugendlichen,

manchmal auch anstrengend, wenn’s ums Motivieren und Organisieren

gegangen ist, man fühlt sich als Mentorin doch auch für die Peers

mitverantwortlich.

ALFRED NASCHENWENG

mentor b.rauschend-reißeck-gemeindejugend

Was hat sich durch b.rauschend in der

b.rauschend-Reißeck-Gemeindejungend

verändert?

Für uns hat b.rauschend die Erfahrung

gebracht, dass gesunde Fest­ und Partykultur

besser ist als gängige Tinkmuster. Ich war

überrascht, wie sehr mich dieses Projekt gefordert hat.

Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?

Ich würde die Vereinsobmänner und ­frauen noch mehr einbinden und

für einen noch stärkeren Austausch zwischen den Jugendlichen sorgen.

MAG. BIRGIT HöHR

mentorin oja-obervellacher jugendagenda

Was waren für Dich die b.rauschend Highlights?

Die MentorInnentrainings und der Barworkshop.

Was hat Dir die Mitwirkung am Projekt

gebracht?

Ich bin kritischer, vor allem was die Ausschankpraxis in Lokalen

und bei Festen betrifft. Außerdem habe ich neue Menschen kennen

gelernt und Interesse an der Jugendarbeit gewonnen.

PHILIP SANTNER

Peer landjugend unternberg

Bist Du gern ein b.rauschend Mitglied?

Ja, weil ich viele neue Leute und Sachen kennen

gelernt habe und wir viel Spaß hatten!

Besonders toll war das Peercamp in Berndorf,

das Ausprobieren der Seilrutsche im „Heldenwald“

und das gemeinsame Fest, wo ich mit

Christoph Santner die b.rauschend­Bar gestaltet habe! Aber auch die

intensiven Diskussionen waren für mich sehr wichtig!

Hat sich durch das Projekt etwas für Dich verändert?

Ja, ich bin aufmerksamer geworden! Ich glaube, es hat eine bewusste

und auch eine unbewusste Veränderung stattgefunden in Bezug auf

Alkohol und Suchtmittel! Ich genieße und achte darauf, was ich

trinke!

DANIELA GRIESSNER

Peer jugendrotkreuz St. michael

Bist Du gern im Projekt b.rauschend gewesen?

Ja, da ich viele sehr nette Menschen kennen gelernt

habe. Das Projekt ist im Verein auch recht

gut angekommen.

Wie hast Du das gemeinsame Miteinander

erlebt?

Mir hat es sehr gut gefallen, weil wir neue Kontakte haben und weil

alle so gut zusammen geholfen haben. Besonders das Peercamp war

toll!

Glaubst Du, dass Dir b.rauschend auch in Zukunft hilft?

Ich habe gelernt, wie man Feste gut vorbereiten kann. Wenn wir Feste

veranstalten, werden wir den Jugendschutz immer einhalten.

KARINA HARTWEGER

Peer b.rauschend-reißeck-gemeindejugend

Was hast Du für Rückmeldungen über

b.rauschend erhalten?

Wenn ich erklärt habe, um was es dabei geht,

dann waren die Reaktionen alle sehr positiv.

Nimmst Du Menschen, die sich riskant verhalten,

heute anders wahr?

Bei fremden Leuten ist es immer noch sehr

schwer, sie darauf anzusprechen. Aber bei Freunden und Bekannten

schaut man schon sehr darauf. Ich gebe ihnen dann ein Mineral und

bringe sie gerne nach Hause.


Seite 10 hInTerGrunD

begleiterInnen auf dem

Weg ins leben

Die mentorinnen

sabine pfeifenberger

und siegi pfeifenberger

(Jugendrotkreuz

st. michael) erlebten

das Kommunikationstraining

als positive

Bereicherung.

Mentorinnen und Mentoren geben Jugendlichen Unterstützung, wenn

sie – wie bei b.rauschend – einen neuen Weg einschlagen wollen.

Kinder und Jugendliche brauchen auf ihrem Weg ins Leben

Begleitung: Da waren immer schon die Familie, die Gemeinschaft

der FreundInnen und RatgeberInnen. Die Großfamilie

als schützender Hort der Entwicklung und Auseinandersetzung

mit dem Leben hat seit Jahrzehnten ausgedient. Die

Kleinfamilie kann all die Aufgaben, die das Leben an junge

Menschen stellt, nur

teilweise abdecken.

Die Gruppe der

Gleichaltrigen, die so

genannte Peergroup,

wurde immer wichtiger,

wenn es darum

geht, Antworten auf

jene Fragen zu finden,

die Jugendliche

haben. Doch die Bedeutung dieser sozialen Heimat nimmt

im späteren Alter nicht ab: Aus der Peergroup wird der

Verein. Hier sind es nicht nur die Gleichaltrigen, sondern

auch die Älteren, die den Jüngeren ihre Lebensmodelle mit

auf den Weg geben. Wenn sie dies bewusst oder sogar im

Auftrag der Gemeinschaft tun, dann erfüllen sie eine uralte

Funktion: Mentor oder Mentorin zu sein.

Menschen sehnen sich nach Gemeinschaften, um dort Halt,

Anerkennung und Antwort auf ihre Fragen zu finden. Das

Community­Prinzip, das unser Leben erst bunt und ergiebig

macht, ist im Alltag überall zu finden: Menschen treffen sich

in Vereinen, politischen Gruppierungen, Freundeskreisen,

Arbeitsteams, tauschen dort ihre Erfahrungen aus – und

haben meistens noch eine Menge Spaß dabei. So geschieht

b.rauschend

Entwicklung. Und oft sind es MentorInnen, die dabei motivieren,

organisieren oder Gegensätze ausbalancieren. Denn

eines zeichnet MentorInnen aus: Sie sind die PädagogInnen

und ModeratorInnen des Alltags. Sie machen Dinge verständlich

und genießen Anerkennung von Jung und Alt.

Und sie sind sich bewusst, dass sie eine Vorbildfunktion haben

sollten.

„Früher war es oft nur lustig, wenn jemand

betrunken war – heute denke ich anders darüber.

Bei der Gestaltung von Festen habe ich

gelernt, mich gegenüber Alkoholisierten richtig

zu verhalten und auch vorzubeugen.


andreas Kleinfercher

mentor b.rauschend-reißeck-Gemeindejugend

Das alles sind bereits die

Qualitätskriterien, die MentorInnen

auszeichnen und

sie von jenen unterscheiden,

die Jugendliche für eigene

Zwecke missbrauchen oder

in die Irre führen. Denn das

Vorbild kann auch verführen!

Dazu liefert die Weltgeschichte ebenso viele Beispiele

wie unsere konkrete Lebenserfahrung: Demagogen, die Jugendliche

in politische Abgründe führen, haben ebenso Verantwortung

für ihr Handeln wie jene, die unbewusst jungen

Menschen vermitteln: Ohne Alkohol kann man nicht lustig

sein.

Im Projekt b.rauschend war es wichtig, MentorInnen zu finden,

die die Jugendlichen in den Partnervereinen begleiten.

Denn Jugendliche brauchen Unterstützung, wenn sie einen

neuen Weg einschlagen wollen, der mit Risiken bewusst umgeht

und Gesundheit fördert. Gemeinsam mit ihnen waren

die engagierten und ausgebildeten MentorInnen das Herz

des Projekts b.rauschend.


.rauschend prOJeKTThema suchTprävenTIOn & persÖnLIchKeITsBILDunG Seite 11

mentorInnen: bindeglied

zwischen Peers und vereinen

Die MentorInnen in den teilnehmenden Vereinen absolvierten ein mehrstufiges

Training und lernten viel über Suchtprävention.

Ohne BegleiterInnen der Jugendlichen wäre b.rauschend

nicht möglich gewesen. Die MentorInnen waren VermittlerInnen,

MultiplikatorInnen, BetreuerInnen und unterstützten

die Peers mit Rat und Tat. Herzlichen Dank!

Eine lustige Party zu fortgeschrittener Stunde, ein älterer

Gast, der schon ordentlich „getankt“ hat, will an der

b.rauschend­Bar von einem jugendlichen Barkeeper

noch mehr Alkohol: Für die Mädchen

und Burschen kann es schwierig sein,

dem älteren Kunden den nächsten

Drink zu verweigern. Nur einer

von vielen Momenten, wo es MentorInnen

braucht: Sie vermitteln,

laden zu einem – alkoholfreien

– Drink ein und achten darauf,

dass der Gast sicher nach Hause

kommt.

Ein Vereinsmitglied, das die

Pläne der Jugendlichen, eine

b.rauschend­Bar bei einem Fest

zu organisieren, mit den Worten

„So a Cocktail­Bar brauch’

ma nit“ quittiert: Ein Fall

für die Überzeugungskompetenz

von MentorInnen.

Schon in der Entwicklungsphase

von b.rauschend war klar,

dass es bei den Vereinen und Jugendzentren

PartnerInnen braucht, welche

die jungen Peers unterstützen und

den Transfer über die Projektlaufzeit

hinaus sicherstellen.

Die MentorInnen fördern die

Peers bei ihrer Transfer­Tätig­

Die engagierten mentorInnen aus spittal/Drau

haben b.rauschend sehr positiv erlebt.

Tom huber und herta pfeifenberger

beim mentorInnen-Training.

keit in die jeweiligen Vereine und Gruppen, sie schützen die

Jugendlichen vor Überforderung, transportieren deren Anliegen

und helfen bei Reflexion und Gemeinschaftsbildung.

Nicht zuletzt waren die MentorInnen auch wichtige AnsprechpartnerInnen

bei der projektinternen Kommunikation.

Manchmal hatten sie auch eine schwierige Position zwischen

der Tradition in den Vereinen und dem Enthusiasmus der

Jugendlichen. Coaching von

ProjektmitarbeiterInnen

half in solchen Situationen.

In drei Trainingsmodulen

wurden

die MentorInnen

mit Fragen der

Suchtprävention

und Risikokompetenz

vertraut,

sie lernten neue

Blicke auf Kommunikation,Konfliktlösung

und

Gruppendynamik,

und sie setzten sich

mit den Kriterien

für die b.rauschend­

Fest­ und Partykultur

auseinander. Und bei den

Barworkshops mit Hermann

Hauer waren die MentorInnen

natürlich auch aktiv dabei.

Trainingsspiel: Birgit höhr erkennt

Bernhard aichholzer auch blind.

Bei den drei modulen des mentorInnen-Trainings

stand das erlebnis im vordergrund. Lernen macht

spaß – wie man bei alfred naschenweng und martin

Feistritzer sieht.

ein starkes Team: die mentorInnen

aus dem Lungau.


Seite 1 prOJeKTThema suchTprävenTIOn & persÖnLIchKeITsBILDunG

mentorInnen über b.rauschend

Sie haben drei Trainingsmodule und einen

Barworkshop absolviert und die Jugendlichen in

den Vereinen bei ihrer Peerarbeit unterstützt. Was

sagen MentorInnen zu b.rauschend?

„Suchtprävention im Jugendzentrum

passiert durch menschliche Qualitäten

und Risfl ecting. Die Ausbildungen von

b.rauschend waren für mich echte High-

lights.


Daniel haslacher, mentor im Jugendzentrum spittal

„Der Barworkshop mit Hermann

Hauer war ein Highlight – wie überraschend

gut auch antialkoholische Drinks

schmecken ... Bei den OJA’s hat sich durch

b.rauschend die Gespächs- und Festkultur verbessert

– unsere Partys sind super gelaufen.


andrea angermann, mentorin bei OJa-Obervellacher

Jugendagenda

„Mir persönlich hat die Mitwirkung

am Projekt b.rauschend sehr viel Wissen

über Jugendarbeit gebracht. Außerdem

habe ich viele Erfahrungen gesammelt und

neue Freunde gewonnen.


martin huber, mentor bei der OJa-Obervellacher Jugendagenda

„Ein Held oder eine Heldin ist für mich,

wer es in einer Gruppe von Angetrunkenen

schafft, Nein zu Alkohol zu sagen. Im Verein

hat sich die Einstellung zu Alkohol

durch b.rauschend schon ein wenig geändert.


claudia Bugelnig, mentorin reißeck

Ich fi nde es toll, dass es ein Projekt

zwischen Lungau und Spittal gibt, dass

man Feste auch anders feiern kann und

man viele neue Freunde gewinnt.


siegi pfeifenberger, mentorin JrK st. michael

Ich habe gelernt, Probleme in der Gruppe

zu lösen und Gespräche zu leiten. Verän-

derungen im Verein bleiben schwierig.


christian Gfrerer, mentor der Trachtenmusikkapelle

unternberg

Ich bin oft berauscht, wenn ich mit

Freunden unterwegs bin, wenn ich mit der

Musikkapelle spiele, einfach wenn’s mir

gut geht! Ich habe viel aus dem Projekt

mitgenommen und vielleicht kann ich das eine oder andere

bewirken und als Vorbild wirken!


Florian Wirnsperger, mentor TmK unternberg

b.rauschend

outdoorpädagogik

lernen

Gemeinsames Erlebnis in der Natur prägt mehr als th

man draußen macht, wirken auch prägend für den All

Kniffelige aufgaben im „heldenwald“: Wie kommt das Team durch das spinnennetz?

Erlebnisse in der Natur sind meist besonders intensiv. Sie sind geradezu dazu

geschaffen, für sich und den Alltag zu lernen. Jugendliche sind bereit, aufzubrechen

und auszubrechen, vielleicht ein Risiko einzugehen. Die Natur ist der

ideale Partner, um das auszuprobieren. Die Outdoorpädagogik nützt diese Bereitschaft,

um an der Persönlichkeit zu arbeiten, soziales Lernen zu fördern und

neue Kompetenzen zu vermitteln. Die intensiven Erfahrungen, die im Rahmen

eines solchen Trainings gemacht werden, können auch bei der Bewältigung

vieler Alltagssituationen helfen.

Jugendliche sind froh, dass es Erwachsene gibt, die mit ihnen ein Stück auf dem

Weg sind. Wenn man als Erwachsener bereit ist, auch zu lernen und nicht nur

belehrend zu agieren, ist Entwicklung möglich.

Erlebnispädagogische Konzepte zielen auf die Persönlichkeitsentwicklung ab. Die

Lernenden machen Erfahrungen, die außerhalb ihres bisherigen Rollenkonzeptes

liegen. Sie bauen Selbstvertrauen auf und lernen, mit Konfl iktsituationen oder

außergewöhnlichen Situationen besser umzugehen. Das Erlebnis in der Gruppe


.rauschend

prOJeKTThema suchTprävenTIOn & persÖnLIchKeITsBILDunG Seite 13

: Erleben, erfahren,

eoretischer Unterricht im Seminarraum. Die Erfahrungen, die

tag. Das macht Outdoorpädagogik besonders interessant.

entwickelt auch die soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit. Es wächst

das Verständnis, dass mit anderen kooperiert werden muss oder schwächere

Gruppenmitglieder Unterstützung brauchen.

Training in der Natur bietet auch Gelegenheit, die eigenen Wert­ und Konsumvorstellungen

zu überdenken. All die Erfahrungen können auf den Alltag übertragen

werden und helfen, Lebenssituationen besser zu meistern.

ReisebegleiterInnen für Heldinnen und Helden

Die „Heldenreise“ als ein Ansatz in der Erlebnispädagogik ist eine Möglichkeit

zur persönlichen Entwicklung. Die Heldinnen und Helden müssen ihren Weg

gehen, ihre Abenteuer und Herausforderungen bestehen. Die Outdoorpädagogen

sind dabei Reisebegleiter und Unterstützer im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe. Gehen

muss jeder selbst, auch die Hindernisse muss jeder selbst überwinden. Damit

wird Weiterentwicklung möglich.

Peers über b.rauschend

Sie haben sich der Aufgabe gestellt, als Multiplikatoren

in ihrer Peergruppe zu einem bewussteren

Umgang mit Alkohol, Rausch und Risiko zu

ermuntern. Was sagen Peers über b.rauschend?

Ich bin berauscht, wenn ich gut gelaunt

bin, es ein Fest gibt, mit toller Stimmung

und ein ‚Held oder eine Heldin‘ ist

für mich, wenn man ohne Alkohol genau-

so viel Spaß hat!


elisabeth aigner, peer Trachtenmusikkapelle unternberg

„In unserem Verein – aber auch außerhalb

– ist b.rauschend sehr gut angekommen.

Ich fi nde es bedenklich, wenn sich

Jugendliche betrinken müssen, um Spaß

zu haben.


Wolfgang moser, peer Jugend-rot-Kreuz st. michael

„Seit b.rauschend hat sich vieles verändert,

ich gehe viel bewusster mit dem

Thema Risiko und Alkohol um! ‚Look

at your friends‘ ist beim Fortgehen mit

Freunden selbstverständlich geworden!


christoph santner, peer Landjugend unternberg

„‚Look at your friends‘ bedeutet für

mich, auf Freunde und Unbekannte zu

schauen – nicht nur, wenn sie betrunken

sind. Wie ich anderen helfen kann, habe

ich bei b.rauschend gelernt.


ana maria mrkonjic, peer im Jugenzentrum spittal/Drau

„Der Barworkshop mit Hermann

Hauer war super. Jeder konnte eine Runde

hinter der Bar stehen und Drinks mi-

xen.


patrick Oberlercher, peer b.rauschend-reißeck-

Gemeindejugend

„Mir hat die Mitarbeit bei den

b.rauschend-Bars beim Bildungsfrühschoppen

im Schloss Porcia und bei den Mix-

Your-Drink-Bars im BORG Spittal viel

Spaß gemacht. Ein Hit waren auch unser Fest beim Peer-

camp in Berndorf und die Partys im Jugendzentrum.


emina cavkic, peer im Jugenzentrum spittal/Drau

„Manche meiner Freunde haben mich

beneidet, weil wir so viele tolle Sachen

gemacht haben! Beim Peercamp habe ich

Neues ausprobiert, meine Grenzen überwunden,

aber gelernt, auch auf Sicherheitsnetze zu

schauen!


christina Wieland, peer JrK st. michael


Seite 14 prOJeKTThema suchTprävenTIOn & persÖnLIchKeITsBILDunG

Peers: Engagement mit herz

und verstand

Jugendliche, die in ihrem Verein und ihrer Gruppe als MeinungsbildnerInnen und

MultiplikatorInnen fungieren, waren das Herzstück von b.rauschend. Eine Aufgabe

für echte Heldinnen und Helden.

Insgesamt 22 Mädchen und Burschen versuchten in den vergangenen

Monaten in ihren Vereinen und Gruppen jugendgerechte

Fest- und Partykultur zu verankern. Damit sie das konnten,

wurden sie in einem Trainingscamp befähigt, diese Aufgabe

auch zu übernehmen.

„Das Peercamp war

einfach toll.


carola König,

peerleaderin Jugendrotkreuz st. michael

„Das Peercamp war einfach toll!“ Carola König,

Peer beim Jugendrotkreuz in St. Michael,

bekommt noch heute strahlende Augen, wenn

sie von der Zeit im Trainingscamp in Berndorf

berichtet. Ihrer Freundin und Peer­Kollegin Christina

Wieland geht es genauso: „Ich habe neue

Menschen kennen gelernt und meine Grenzen in

vielen Dingen überwunden. Normalerweise würde

ich nie über eine Seilrutsche den Hang hinunter

rutschen. Aber im Peercamp habe ich mich

getraut – und es war unheimlich aufregend.“

Bettina Lackner, Mitglied bei der OJA­Obervellacher

Jugendagenda, träumt heute noch vom

b.rauschend

Gemeinsames arbeiten und erleben hat die b.rauschend-peers aus dem Lungau und aus spittal zu einer Gruppe zusammengeschweißt.

sie wurden zu Botschaftern einer jugendgerechten party- und Festkultur.

tollen Fest beim Peercamp. „Es waren Tage voller Emotionen,

bei vielen ist der b.rauschend­Funke während des Peercamps so

richtig übergesprungen“, erzählt Heidi Fuchs vom Regionalteam

Lungau.

Im Oktober 2005 trafen sich jene Mädchen und Burschen, die in

ihren Vereinen zu Peers ausgewählt worden waren, zu einem gemeinsamen

Ausbildungswochenende in Berndorf bei Salzburg. Ein

kompaktes Mehrtagesseminar erschien dem b.rauschend­Team

besser und praktikabler als eine Ausbildungsreihe mit mehreren

Terminen.

Umgang mit Rauschmitteln hinterfragen

Das Ziel des Peercamps: Durch gemeinsames und erlebnisreiches

Lernen und Selbsterfahrung die Jugendlichen mit jenen Kompetenzen

auszustatten, die sie als b.rauschend­Peers brauchen.

Sie sollten lernen, ihren eigenen Umgang mit Rauschmitteln zu

hinterfragen, sich Risiko bewusst zu machen und darüber zu re­


.rauschend prOJeKTThema suchTprävenTIOn & persÖnLIchKeITsBILDunG Seite 15

Den umgang mit risiko lernen:

stefan vor der seilrutsche.

flektieren. Und nicht

zuletzt sollten die 12­

bis 18­Jährigen aus

dem Lungau und aus

Spittal zu einer echten

b.rauschend­Gemeinschaft

werden. Das

b.rauschend­Kernteam

wurde dabei von Hubert Fischer und Uli Seebacher, zwei

erfahrene Jugendleiter und Outdoorpädagogen aus Südtirol,

unterstützt.

„Bist a Held, dann traust di was, oder?“

Was war so besonders an diesen vier Tagen? Es ging darum,

die eigenen Grenzen auszuloten, sich selbst besser kennen

zu lernen und das Selbstbewusstsein zu stärken. Es hat etwas

Heldenhaftes, wenn man bei einem Fest „stopp“ sagt,

wenn der Alkoholpegel zu hoch zu werden droht. Oder

wenn man jemanden, der schon betrunken ist, nach Hause

begleitet, statt mit ihm weiter zu feiern. Über diese Fragen

des Umgangs mit Alkohol, über Fest­ und Feierkultur und

über Kommunikation wurde beim Peercamp viel diskutiert

und gearbeitet.

stichwort: peers

Peers sind MeinungsbildnerInnen aus einer Gruppe von Gleichaltrigen.

Sie werden von der Mehrheit ihrer Gruppe auf Grund ihrer

Persönlichkeit und ihrer Glaubwürdigkeit akzeptiert, können sich

artikulieren, verfügen über Selbstreflexion und geben ihr Wissen,

ihre Informationen an die Gruppenmitglieder weiter. Diese Form der

Informationsvermittlung heißt Peergroup-Education.

Adrenalinschübe im „Heldenwald“

Ein Ort der Handlung: ein Waldstück in der Nähe von Berndorf,

in dem intensiv an verschiedenen kniffligen Aufgaben

getüftelt und so manche Mutprobe bestanden wurde. Das

Gelände erhielt deshalb

bald den Beinamen

„Heldenwald“.

„Ein Held steht fest

im Leben, kennt seine

Grenzen und hilft

anderen“, meinten

die Jugendlichen und

steckten damit auch

gleich einige Auf­

gaben ab, die sie als Peers übernehmen mussten. Wer als

Meinungsbildner in seiner Gruppe arbeiten will, der braucht

nämlich schon etwas Mut und Selbstbewusstsein – das wurde

beim Training rasch klar.

Gemeinsame b.rauschend-Party gefeiert

Am eindrucksvollsten waren für die Peers der Tag im

„Heldenwald“ mit Übungen wie dem Spinnennetz oder

der Seilrutsche und die gemeinsam gestaltete b.rauschend­

Party am letzten Abend. Das Fest wurde von allen Peers

gemeinsam organisiert – mit Schwelle, Bar, Musik und

Chill­out­Zone. Nach

der Party wurde aufgeräumt

und danach

darüber diskutiert,

was gut gelaufen ist

und was man beim

nächsten Mal besser

machen könnte.

Ich habe gelernt, noch mehr auf meine Mitmenschen zu

achten“, erzählt Bettina Lackner, Peer in der OJA­Obervellacher

Jugendagenda, über ihre Lernerfahrungen beim

Camp.

Party- und Trinkkultur einüben

„Durch dieses Projekt

habe ich über mein persönliches

Verhalten nachgedacht.

Wie viel ich trinke,

was ich trinke und warum

eigentlich.


Katrin Wirnsperger

peer der Trachtenmusikkapelle unternberg

Ein Picknick am Waldrand, viele gute Gespräche, das rauschende

Fest: das Feiern und der Genuss kamen beim Trainingscamp

in Berndorf nicht zu kurz und legten den Grundstein

für die b.rauschend­Projektarbeit in den Vereinen. So

manche Peers hatten bei der Vorbereitung ihrer Praxisfeste

in den Vereinen die Stimmung im Hinterkopf, die sie am Partyabend

in Berndorf erlebt hatten.

„Wenn ältere Jugendliche betrunken

sind, dann denke ich mir,

dass der oder die erst seine oder ihre

Grenzen kennen lernen muss.


Gisela huber

peer OJa-Obervellacher Jugendagenda

Während des Trainings

im peercamp ist der

b.rauschend-Funke bei

allen übergesprungen.


Seite 16 hInTerGrunD

... und führe uns in der

versuchung

portrait:

Gerald Koller

Gerald Koller ist Geschäftsführer

von „Verein VITAL – Entwicklungsraum

für Kommunikation

und Gesundheit“ in Steyr. Er ist

als Referent, Moderator und Autor

tätig, baut „Brücken“ zwischen

Menschen und Gesundheitsprojekten.

Begründer des risflecting©-Ansatzes

zur Rausch- und

Risikopädagogik. Er fand im

Projekt b.rauschend als Fachberater

und Referent immer wieder

hilfreiche Aus- und Umwege in

schwierigem Terrain.

Weitere Informationen zu Risflecting

sowie zu einem Netzwerk

mit Trägerorganisationen erhalten

Sie bei:

Büro VITAL

Fabrikstraße 39

A-4400 Steyr

Tel./FAX:

0043-7252-86780

E-Mail:

buerovital@aon.at

b.rauschend

Risflecting heißt ein pädagogischer Ansatz, der sich als Antwort auf den Umgang mit

Rausch und Risiko versteht.

Der umgang mit risiko will gelernt sein: risflecting ist dazu ein

neuer pädagogischer ansatz, der Jugendlichen risikokompetenz

vermittelt.

Hochkulturen reagieren mit Angst auf Risiko. Seit

2000 Jahren beten wir im „Vaterunser“ den Satz „und

führe uns nicht in Versuchung“. In einem Kloster bei

Biel wurde dieser Satz etwas umformuliert: „und führe

uns in der Versuchung“. Schöner könnte man nicht

ausdrücken, was mit „Risflecting“ gemeint ist.

Eine Pädagogik, die Risiko reflexartig bekämpft, hilft

uns nicht weiter. Erstes Ziel jeder Rausch­ und Risikopädagogik

muss es sein, Menschen Möglichkeiten in die

Hand zu geben, mit Risiko umzugehen. Denn nur wer

die Balance hält zwischen Ekstase und Verzicht, Sicherheit

und Gefahr, Heimat und Neuland, Chaos und Ordnung,

Wasser und Wein, kann das Abenteuer bestehen,

das in jedem Risikoerlebnis auf uns wartet.

Damit das gelingt, braucht es

ein Netz von guten Freunden, das auffängt

Gespür für den eigenen Körper

und Sensibilität für das Wohin, Wieviel und Wozu.

Risflecting – ein neues pädagogisches

Kommunikationsmodell

In Risflecting geht es um Strategien, mit Rausch­ und

Risikosituationen verantwortungsvoll umgehen zu können.

Das Wagnis, ein RISiko einzugehen / Rausch zu erleben,

wird durch Vor­ und Nachbereitung, also durch

ReFLEKTion, einschätzbar und in den Alltag integriert.

Dazu braucht es eine Stärkung persönlicher Kompetenzen,

eine offene Kommunikation über Erfahrungen

und Erlebnisse sowie einen kultivierten Diskurs über

Rausch und Risiko. Der diesbezügliche Forschungs­ und

Handlungsansatz findet in Europa vermehrt praktische

Anwendung und wird mit dem Begriff RISFLECTING©

beschrieben.

Zielgruppen von risflecting sind nicht Problemkonsument­

Innen von Substanzen und Missbraucher, nicht Personen

und Gruppen mit exzessivem Risikoverhalten. Solche Personengruppen

brauchen Beratung und Hilfestellung.

Risflecting zielt darauf ab, jener großen Gruppe von

Personen, die Risikosituationen unbewusst eingehen

und Rauscherfahrungen ohne Vor­ und Nachbereitung

erleben, bewusste Möglichkeiten zur Auseinandersetzung

anzubieten.

Alle Maßnahmen im Rahmen von Risflecting sollen

den Begriff „Wagnis“ positiv einführen und den Begriff

„Sicherheit“ kritisch hinterfragen: Es geht um

bewusste Auseinandersetzung, Kultivierung und Balance

zwischen Risiko und Reflexion;

einen Prozess von der Bewahrungs­ zur Bewährungspädagogik

einleiten;

den Missbrauch von Rausch­ und Risikoerfahrungen

für wirtschaftliche oder machtpolitische Zwecke kritisch

beleuchten;

Rausch­ und Risikoerfahrungen als Mittel für persönliches

Wachstum und gesellschaftliche Veränderung

integrieren.

Folgerungen für die präventive Arbeit:

Der Diskurs über Rausch und Risiko kann nicht allein

vernunftgeleitet geführt werden. Erst ein interaktives

emotionales Geschehen sichert nachhaltige

präventive Wirkungen.

Jugendliche und MitarbeiterInnen der Jugendhilfe

verstehen die Sprache der Prävention oft nicht und finden

sie abgehoben. Alltagsnähe ist angesagt: „Nimm

nichts – oder nicht viel, wenn Du schlecht drauf bist.

Guter Rausch braucht gute Stimmung – und Zeit“

und: „Halt Ausschau nach Leuten, mit denen du deine

Erfahrungen teilen kannst. Auch danach.“

Die Vorbildrolle erwachsener BegleiterInnen ist nicht

zu unterschätzen, wenn es um Rausch und Risiko

geht. Hier ist Offenheit angesagt. Über Grenzziehungen,

Informationen, pädagogische Appelle und

Maßnahmen bzw. ­regelungen hinaus schulden wir

Kindern und Jugendlichen vor allem eine ernsthafte

und aufmerksame Einführung in die Bereiche des

Außeralltäglichen.


.rauschend

b.rauschend hat vorbildwirkung

Ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol machen viele

junge ÖsterreicherInnen heute zwischen dem 11. und

dem 13. Lebensjahr. Jugendliche sind stärker als Erwachsene

gefährdet, durch Alkohol körperliche, emotionale

und soziale Schäden zu erleiden. Deshalb fördert

der Fonds Gesundes Österreich Projekte, welche

die unterschiedlichen Ebenen der Alkoholprävention,

nämlich die individuelle, legistische und strukturelle

Ebene betreffen, und hat kürzlich die österreichweite

Kampagne „Mehr Spaß mit Maß“ in Kooperation mit

Arge Suchtprävention und aks Austria durchgeführt.

Auf struktureller Ebene ist es wichtig, die Rahmenbedingungen

dort zu verändern, wo sich die Jugendlichen

aufhalten und ihre Freizeit verbringen. Viele

Events und Veranstaltungen laden Jugendliche regelrecht

dazu ein, große Mengen an Alkohol zu trinken.

Gute Alternativen zum so genannten „Binge drinking“

und zur Förderung der Eigenverantwortlichkeit

der Jugendlichen im Umgang mit Alkohol bieten

zahlreiche vom FGÖ geförderte Projekte. b.rauschend

von Akzente Salzburg ist ein sehr gutes Beispiel dafür,

wie mittels Peergroup­Education, MentorInnen­Training

und spezifischen Events eine risikofreiere sowie

jugendgerechte Partykultur vermittelt wird und die

Kids darin bestärkt werden, gesundheitsverträglicher

mit Rauschmitteln – mit Alkohol – umzugehen. Da

der hohe Alkoholkonsum bei Festen besonders

hervorgehoben wird, sind vor allem auch Veranstalter

von Festen bzw. Vereine sowie Lokalbesitzer

eingebunden und attraktive, alkoholfreie

Getränke werden offensiv angeboten. Im Gegenzug

werden Angebote, die „Spaß machen“

in die Events eingebracht. b.rauschend ist ein

erfolgreiches Projekt, das als „Model of good

practice“ beispielgebend sein kann.

Mag. Andrea Lins,

Gesundheitsreferentin mit Schwerpunkt

„Gesundheitsförderung für

Kinder und Jugendliche“

Fonds Gesundes Österreich

Zur nachahmung empfohlen!

Was Paracelsus bereits im 15. Jahrhundert konstatierte,

gilt auch heute noch. Insbesondere wenn es um

den Genuss von Alkohol geht.

Der Konsum von alkoholhältigen, berauschenden Getränken

hat in vielen Gesellschaften eine lange Tradition

und erfolgt nach kulturspezifischen Trinkmustern,

so auch in Österreich. Die Aneignung eines maßvollen

Alkoholkonsums gilt demnach in unserer Kultur als

wichtige – ja notwendige – Entwicklungsanforderung

für junge Menschen.

Wenn wir wollen, dass Kinder und Jugendliche einen

gesunden Umgang mit Alkohol erlernen, müssen wir

uns zahlreicher Mechanismen, die dieses Verhalten

beeinflussen, bewusst werden und bei der Arbeit mit

den Jugendlichen berücksichtigen.

Der letzte Bericht zur Lage der Jugend in Österreich

hat aufgezeigt, welche Methodiken in der Prävention

bei Jugendlichen wirksam sind. Projekte, die auf

Steigerung der sozialen Kompetenz und der Selbstkontrolle

abzielen und die eine intensive Auseinandersetzung

mit dem eigenen (Konsum)Verhalten unterstüt­

zen, haben sich als besonders wertvoll erwiesen.

„b.rauschend“ hat diese Ansätze aufgegriffen

und weiter entwickelt und ist damit

zu einem vorbildhaften Modellprojekt

geworden, für das gilt: „Nachahmung

dringend empfohlen“.

Projekte leben aber nicht nur von der

Konzeption, sondern bedürfen auch

engagierter und kompetenter Menschen,

die sie umsetzen. Und so möchte

ich hier noch die Gelegenheit nutzen,

Ihnen, den zahlreichen Beteiligten an

diesem Projekt, für Ihren persönlichen

Einsatz ganz herzlich zu danken.

Robert Lender,

Bundesministerium für soziale

Sicherheit, Generationen

und Konsumentenschutz,

Abteilung V/5

– Jugendpolitik

FÖrDerparTner am WOrT Seite 17

Österreich liegt beim Alkoholkonsum Jugendlicher im europäischen Spitzenfeld:

Die jungen Menschen fangen immer früher an, und sie trinken immer riskanter.

„Alle Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift;

allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“


Seite 18 hInTerGrunD

In der Betrachtung der Genese der westlichen Kultur – die

ja stiller Auftraggeber für die Arbeit mit Jugendlichen ist

– fällt die vieldeutige Wirkungsmacht von Tabus auf: Der

die Neuzeit begründende Satz „Ich denke, also bin ich!“

von René Descartes hat Klärungen und Klarstellungen

bewirkt, aber auch neue Tabus definiert. Offensichtlich

geht eben das eine ohne das andere nicht. Interessant ist

aber, wenn man Descartes Gedankenweg folgt: Für ihn

ist die Überraschung die Wurzel allen Übels. Sie mache

Menschen Angst und sie damit unfrei. Aufgabe der Gesellschaft

sei es also, Überraschungen zu verhindern und

auszuschließen.

Brückenschlag zwischen Reiz und Verbot

Dieser risikofeindlichen Haltung der westlichen Kultur ist

es zu verdanken, dass Fachkräfte der Prävention und Jugendarbeit

– führen sie ihren gesellschaftlichen Auftrag aus

– GrenzwachebeamtInnen sind, welche die, der bösen Überraschung

verdächtigte Zielgruppe lokalisieren und durch

präventive Maßnahmen soweit bannen soll, dass sie ihres

Überraschungspotenzials beraubt ist. Die Folge: eine Prävention,

die nicht Tabus diskutiert, sondern Tabus schafft;

und damit eine gespaltene Lebenswelt von Jugendlichen,

die auf sich allein gestellt sind, den Brückenschlag zwischen

Reiz und Verbot zu schaffen.

Es fällt auf, dass Prävention hauptsächlich am Tag darüber

redet, was vornehmlich in der Nacht geschieht – denn die

b.rauschend

jugend, Prävention und tabus

Die peers staunten nicht

schlecht: Im schaufenster

eines Gemischtwarenladens

in Berndorf

dominierten alkoholika

das angebot.

es ist nicht immer

leicht, einen Brückenschlag

zwischen

reiz und verbot zu

schaffen.

Tabus schützen und engen ein, sie klären und verbergen – je nachdem, aus welcher

Position sie wahrgenommen und erlebt werden.

meisten Tabus betreffen Verhaltensweisen und Erlebnisse,

die das Rausch­ und Risikohafte, Sexualität, Drogenkonsum

oder Okkultes erfahren lassen – Lebensbereiche also,

die der Nacht zugeordnet werden.

Echte Bereitschaft zur Kommunikation

Der Entwicklungsweg, der in der präventiven Jugendarbeit

vor uns liegt, muss also Brücken schlagen – die Nacht zum

Tage machen – und diese Brücke durch echte Bereitschaft

zur Kommunikation anbieten. Der unsägliche Begriff der

„Zielgruppe“ ist weiterzuentwickeln, bis aus Jugendlichen

Dialoggruppen werden, die nicht mehr die (uns allen kaum

bewusste) Verelendung erleben, wie sie Marianne Gronemeyer

beschreibt: Aus dem Subjekt wird ein Objekt und in

der Folge ein Projekt ...

Den Jugendlichen das Heft in der Hand lassen –

auch bei einem drohenden Scheitern

Auf diesem Weg gilt es auch Scheitern zuzulassen – dessen

Möglichkeit im pädagogischen Alltag gleichfalls tabuisiert

wird. Viel zu oft wird in Projekten Jugendlichen das Heft

aus der Hand genommen, wenn sie zu scheitern drohen,

viel zu oft verbergen wir unsere Scheitererfahrungen voreinander

– und damit auch die Lehren, die wir daraus ziehen

konnten. Denn wenn Erfolg bestätigt, so ist es der Gewinn

des Scheiterns, Veränderung zu bewirken ...


.rauschend

Falsche Erwartungen, Missverständnisse und viele

Kleinigkeiten: Wer erfolgreich sein will, muss

auch das Scheitern in Teilbereichen einplanen.

„Erzähle uns eine Geschichte, die du im Rausch

erlebt hast?“ „Mit der Idee, diese doch nicht ganz

einfache Frage schon zu Beginn des Projektes zu

stellen, mussten wir einfach scheitern“, nennt Lydia

Walcher vom Projektteam Spittal ein Beispiel

für Dinge, die nicht ganz so gelaufen sind, wie sich

die b.rauschend­OrganisatorInnen das vorgestellt

haben: „Wir haben auf unsere Fragen nur Allerweltsantworten

bekommen.“ Geplant war, einen

Kalender mit individuellen Rauschgeschichten von

Lungauer und Kärntner Jugendlichen zu produzieren.

Im Nachhinein wissen Lydia und ihre Kolleginnen,

warum das Scheitern vorprogrammiert

war: „Bei einem so heiklen Thema wie Rausch

braucht es viel Vertrauen, einen geschützten Rahmen

und Entängstigung sowie eine Zeit der Vorbereitung.“

Heute würden sie so ein heikles Thema

erst im späteren Projektverlauf einbauen.

prOJeKTThema suchTprävenTIOn & persÖnLIchKeITsBILDunG Seite 19

nicht immer läuft alles nach Plan –

und trotzdem kann am Schluss der

Erfolg stehen.

Ein Projekt wie b.rauschend fordert von allen Beteiligten viel

Flexibilität. Nicht immer läuft alles nach Plan.

Auch die Zusammenarbeit mit den Vereinen war

nicht immer ganz einfach. Beide Seiten mussten

erst lernen, dass es für so ein langfristiges Projekt

auch Verbindlichkeit und gut funktionierende

Kommunikationsstrukturen braucht. Die

Erreichbarkeit der Peers und MentorInnen über

Internet, Telefon und SMS musste sich erst einspielen.

Und auch die Terminwahl bedurfte einer

guten Abstimmung: Viele Jugendliche pendeln

während der Woche zu ihrer Schule oder ihrem

Arbeitsplatz und konnten deshalb nur am Wochenende

an b.rauschend mitmachen.

Im Fall der Landjugend Tamsweg und des Jugendrotkreuz

Gmünd führte das schließlich

dazu, dass die Vereine aus dem Projekt ausgestiegen

sind. Die Strukturen, das Zeitbudget,

die Kommunikation und die vereinsinterne Unterstützung

waren nicht optimal. Im gegenseitigen

Einvernehmen wurde dann der Ausstieg

beschlossen. Trotzdem bleibt auf beiden Seiten

das gute Gefühl, es probiert und viel gelernt zu

haben.

auf hoher

See: Funkmeldung

an

Fördergeber

Eine Rückmeldung vom

Inneren des Projektes

b.rauschend.

Vier Fördergeber, zwei Regionen,

acht unterschiedliche

Vereine und Jugendinitiativen:

Das erforderte ein hohes

Maß an Flexibilität, Mobilität

und Beweglichkeit von allen

Beteiligten – über einen langen

Zeitraum.

Die Kommunikation war ein

zentrales Thema. Denn natürlich

verfolgten beide Regionalteams

dasselbe Ziel. Die einzelnen regionalen

Partner hatten aber

auch verschiedene Teilziele, die

mit b.rauschend erreicht werden

sollten. Ansätze, die häufig nicht

identisch waren, mussten koordiniert

und abgeglichen werden.

Eine Herausforderung waren die

unterschiedlichen Rhythmen,

zu denen Berichte und Abrechnungen

an die Förderpartner

vorgelegt werden mussten. Eine

Abstimmung würde viel Verwaltungsarbeit

und Mehraufwand

reduzieren.

Hinzu kamen Verschiedenheiten

der Partnerorganisationen: Es

macht einen Unterschied, ob

man mit Vereinen arbeitet, die

regelmäßige Treffen mit ihren

Mitgliedern haben, oder mit einer

Einrichtung der offenen Jugendarbeit.

Trotzdem fanden all

diese Aspekte im Projekt ihren

Platz.

Eine Botschaft an die Fördergeber:

Es ist für Projekte wie

b.rauschend mehr Abstimmung

untereinander notwendig, um

Arbeitsaufwand und Kosten zu

sparen.


Seite 0 hInTerGrunD

portrait:

manfred Zentner

MMag. Manfred Zentner arbeitet

als Soziologe in der Jugend- und

Jugendkulturforschung und in der

Markt- und Meinungsforschung.

Verfasst Studien und Beiträge im

Auftrag des Österr. Jugendministeriums.

Geschäftsführer

von jugendkultur.at – Institut

für Jugendkulturforschung und

Kulturvermittlung.

Manfred Zentner war im

Projekt b.rauschend mit der

Durchführung der Ergebnis- und

Prozessevaluation beauftragt: Er

hat an den Projektklausuren als

kommentierender Beobachter

teilgenommen und (in seinem

roten Sportflitzer) gerne die

weiten Wege in eine der gebirgigen

Projektregionen auf sich

genommen!

Kontakt: www.jugendkultur.at

Individualisierung, Wertevielfalt, Globalisierung, ein

zusammenwachsender Wirtschaftsraum in Europa,

ein Wandel in der Arbeitswelt: Die Gesellschaft verändert

sich und damit auch die Lebensstile.

Wer seine Chancen nützen will, braucht vielfach eine

weiterführende Ausbildung. Für Jugendliche auf dem

Land heißt das: Mobilität. Sie pendeln zur Schule oder

zum Ausbildungsplatz.

Pendeln zur Schule oder zur Lehrstelle

Diese Wanderbewegungen führen dazu, dass einige

Gemeinden tagsüber geradezu „jugendleer“ sind, während

Schulstädte zusätzliche Nachmittagsangebote für

Jugendliche schaffen müssen. In manchen Fällen führt

es dazu, dass Jugendliche nur über das Wochenende in

ihre Heimatgemeinden zurückkehren – mit massiven

Auswirkungen auf das lokale Vereinsleben.

Globale Jugendkultur auch auf dem Land

In der modernen Medienlandschaft mit Satelliten­TV

und Internet sind unterschiedlichste Lebensstile auf

dem Land ebenso präsent wie in der Stadt. Jugendli­

b.rauschend

jugend auf dem land: globale

kultur und regionale tradition

Jugendliche im ländlichen Raum in Österreich leben zwischen den Polen Tradition und

postmoderner Gesellschaft.

Jugendliche am Land – wie die mitglieder der Landjugend unternberg - kennen und erleben globale Jugendkultur ebenso wie

regionale Traditionen.

che in ländlichen Gegenden kennen globale Jugendkulturen

und regionale Traditionen gleichermaßen, und

finden beides attraktiv – wenn auch aus unterschiedlichen

Gründen. Mangels Infrastruktur ist der Zugang

zu den globalen Jugendkulturen auf dem Land allerdings

schwieriger als in der Stadt. Trotzdem gewinnen

diese Szenen und Jugendkulturen auch auf dem Land

an Bedeutung und werden ebenso wahrgenommen, wie

die traditionellen Möglichkeiten der Gemeinschaftsbildung.

Alternativen gewinnen an Bedeutung

Angebote, die sich in den Heimatorten an Jugendliche

richten, müssen dennoch den Bedürfnissen der Jugendlichen

entsprechen, um Lebensqualität und Zufriedenheit

zu erzeugen.

Insgesamt stellt das Aufwachsen auf dem Land Jugendliche

vor eine Fülle von Anforderungen, da sie

zum einen in ihrer Heimat aufgehoben bleiben wollen,

zum anderen durch Ausbildung und dem Wunsch

nach jugendkulturellen Alternativen zu Mobilität gezwungen

werden. Diese Dualität ist bei allen Formen

von Jugendarbeit im ländlichen Raum mit zu berücksichtigen.


.rauschend

konzentrierte arbeit mit jugendlichen

Dr. Robert Kissela, Bezirkshauptmann Tamsweg und Vorsitzender des regionalen Koordinierungsgremiums

Suchtprävention im Lungau über b.rauschend:

Dr. robert Kissela, Bezirkshauptmann des Lungaus, freut sich über das

positive Feedback für b.rauschend.

Hat sich durch b.rauschend etwas im Umgang der Jugendlichen

mit Alkohol verändert?

Das Team war sehr engagiert und hat sich sehr bemüht. Eine

Veränderung geht nur langsam. b.rauschend hat viel in den

Köpfen bewirkt: Im Jugendausschuss war Alkohol durch

das Projekt ein wichtiges Thema. Ich bin sicher: Viele kleine

Schritte führen zum Erfolg.

Ist Alkohol unter Jugendlichen in Spittal ein Problem?

Ich höre immer wieder von jungen Menschen, dass sie sich

einfach „niedersaufen“ wollen. Mit alkoholfreien Festen – wie

der Schulschluss­Party – spricht man immer nur bestimmte

Zielgruppen an. b.rauschend hat sicher einen Anstoß gegeben,

anders mit Alkohol umzugehen.

Welche Rolle spielen Veranstaltungen für Jugendliche in Spittal?

Es gibt wieder die Schulfeste im Park. Allerdings herrscht dabei

Alkoholverbot, weil es in der Vergangenheit Ausschreitungen

gegeben hat. Das Jugendzentrum geht in der letzten Schulwoche

in den Park und veranstaltet Open Air­Angebote. Es ist

eine sehr schöne Stimmung und die Programme werden gut

angenommen. Für die Schulbälle wurde gemeinsam mit dem

b.rauschend­Team ein Kriterienkatalog für gelungene Feste

erarbeitet.

Was ist das Besondere an b.rauschend?

Das Besondere ist, dass zum ersten Mal so konzentriert auf Jugendliche

zugegangenen wurde, um mit Aufklärungsarbeit über

Suchtprävention etwas zu bewirken.

Was hat es aus ihrer Sicht gebracht?

Das Feedback ist sehr positiv. Man muss aber auch der Ehrlichkeit

halber sagen, dass natürlich nicht alle Jugendlichen erreicht

werden konnten und dass es durchaus noch Defizite gibt.

Wie sieht es generell mit der Suchtproblematik, Alkohol und

Drogen im Lungau aus?

Im Vergleich zu anderen Bezirken in Österreich ist der Lungau

rein statistisch in einer sehr glücklichen Lage. Die ländliche

Struktur macht da viel aus. Aber es ist keine Frage, dass man

ständig etwas unternehmen muss, um Alkohol­ oder Drogenmissbrauch

hintanzuhalten. Auch der Lungau ist keine Insel der

Seligen. Präventionsarbeit ist wichtig. Die Projekte greifen aber

hier möglicherweise besser, weil der Bezirk klein und überschaubar

ist, die Szene ist beobachtbar.

viele kleine Schritte führen zum Erfolg

reGIOnaLes Seite 1

Sieglinde Paulitsch, Leiterin des Kulturamtes in Spittal an der Drau, über Festkultur und die

Rolle der Jugend im Partyleben.

„b.rauschend

hat sicher einen

anstoß gegeben,

anders mit

alkohol umzugehen.“

sieglinde

paulitsch, Leiterin

des Kulturamtes

der stadt spittal

und Zuständige

für das Jugendzentrum

spittal.


Seite reGIOnaLes

kurzportrait

lungau

Mit rund 21.000 Einwohnern und einer

Fläche von rund 1.000 km 2 ist der

Lungau der kleinste Salzburger Bezirk.

Tamsweg ist der Bezirksort und das

Zentrum des 15 Gemeinden umfassenden

Gebietes. Tourismus, Holz- und

Landwirtschaft prägen die Wirtschaft,

die Arbeitslosigkeit ist höher als in anderen

Bezirken. Die Tauernautobahn ist

die wichtigste Verkehrsverbindung.

Jugendliche treffen sich hauptsächlich

in Vereinen, und es gibt drei Jugendtreffs.

Wenn es um die Möglichkeiten

höherer Bildung geht, müssen Jugendliche

auspendeln.

maßvollen alkoholkonsum lernen

Josef Wind, Bürgermeister von unternberg

b.rauschend

Wie haben Sie b.rauschend in Ihrer Gemeinde erlebt?

In Unternberg haben die Landjugend und die Musik mitgemacht. In der heutigen Zeit ist es

wichtig, dass die Jugend lernt, mit Alkohol verantwortungsvoll umzugehen. Es ist ein sehr

guter Schritt, wenn man versucht, die Jugendlichen vor Suchtmitteln zu schützen. Das muss

aber keineswegs heißen, dass die Freizeit ohne Alkohol nicht lustig ist. Wie toll Partys und

Feste mit maßvollem Alkoholkonsum sind, zeigen die Veranstaltungen von b.rauschend.

Welche Angebote haben Sie in Ihrer Gemeinde für junge Menschen?

Unternberg ist eine kleine Gemeinde mit 1.000 Einwohnern. Es gibt ein sehr gutes Vereinswesen,

in das auch die Jugendlichen bestens integriert sind. Wir haben kürzlich einen Beachvolleyball­Platz

errichtet.

jugendliche als multiplikatorInnen

Wolfgang eder, Bürgermeister von mauterndorf, Obmann des regionalverbandes

Lungau und vorsitzender der Lungauer Bürgermeisterkonferenz

Was halten Sie von b.rauschend?

Ich bin überzeugt, dass b.rauschend im Bezirk Tamsweg sehr viel gebracht hat. Die Vereine

haben engagiert mitgemacht. Mit den Jugendlichen wurde viel über die Themen Suchtgift

und Alkoholkonsum gesprochen. Es hat sehr viel Positives, wenn die Jugendlichen lernen,

bewusster mit Alkohol umzugehen. Dazu haben auch die b.rauschend­Bars sehr viel beigetragen.

Dort wird konsumiert, wie es richtig ist: mit Maß und Genuss.

Hat b.rauschend auch in den Vereinen etwas verändert?

Es ist in den Vereinen das Thema Alkohol und Sucht thematisiert worden. Es ist unsere Aufgabe,

das auch in Zukunft immer wieder ins Bewusstsein zu rufen. Das Projekt b.rauschend

strahlt meiner Meinung nach weit über die einzelnen Vereine hinaus. Die Jugendlichen wirken

als MultiplikatorInnen, weil sie ja auch andere Leute kennen und sie sich in die Diskussionen

einbringen.

Sehr positive reaktionen

Dipl.-Ing. Wolfgang Fanninger, Bürgermeister von st. michael

Wie haben Sie b.rauschend in den vergangenen Monaten erlebt?

Ich habe das Projekt nur am Rande mitverfolgt, habe aber den Eindruck, dass die Jugend das

sehr gut macht und dass b.rauschend eine Breitenwirkung hat. Bei uns war das Jugendrotkreuz

dabei. Bis jetzt hat es im Lungau nichts Vergleichbares gegeben.

Hat sich das Verhältnis zu Sucht, zu Alkohol in der Gemeinde verändert?

Nein. So etwas ist sicher nicht mit einem Projekt getan. Es geht um eine Bewusstseinsbildung

und das braucht sicher Zeit, bis man wirklich Veränderungen bemerkt.

Weg von verboten

Ing. alois Lankmayer, Bürgermeister von Tamsweg

Bei welchen Veranstaltungen haben Sie b.rauschend kennen gelernt?

Ich war bei der Auftaktveranstaltung am Katschberg dabei. Die Grundidee von b.rauschend

gefällt mir sehr gut. Es ist längst an der Zeit, dass man von Verboten wegkommt und vermittelt,

wie man mit Alkohol umgehen lernt.

Was hat das Projekt gebracht?

Man kann das an keiner einzelnen Aktion festmachen. Im Umgang mit Drogen oder Alkohol

muss man laufend Bewusstseinsbildung machen. Ich gehe aber davon aus, dass b.rauschend

viel Positives bewirkt hat.


.rauschend

Vorbildwirkung der Erwachsenen

Bürgermeister Gerhard Köfer, NRAbg., Spittal / Drau

Haben die Jugendlichen gelernt, bewusster mit Alkohol umzugehen?

Jene, die beim Projekt mitgemacht haben bzw. durch das Jugendzentrum Spittal betreut

werden, haben sicher profi tiert.

Welche Rolle haben aus Ihrer Sicht die Erwachsenen, wenn es um Suchtprävention bei

Jugendlichen geht? Wie wichtig ist die Vorbildwirkung?

Sehr, sehr wichtig! Nicht das, was wir sagen, sondern das, was wir vorleben, bleibt bei den Jugendlichen

„hängen“.

Konzentrierte Präventionsarbeit

Bernd Sengseis, Stadtrat Spittal/Drau

Wie haben Sie b.rauschend erlebt?

Ich halte b.rauschend für eine gute Einrichtung. Maßvolles Trinken zu lernen, ist ein guter Weg.

Positiv ist auch die Übernahme von Verantwortung durch die Jugendlichen. Das Projekt sollte

für die Stadt noch mehr Breitenwirkung haben. Als Jugendstadtrat geht es mir darum, möglichst

viele Jugendliche zu erreichen.

Wo kann man ansetzen?

Suchtprävention muss schon in der Familie beginnen. Die Vorbildwirkung muss vom Elternhaus

ausgehen. Bewusstseinsbildung ist aber auch bei Verkäufern in Supermärkten oder in Gaststätten

und Bars notwendig. Es ist kein Kavaliersdelikt, wenn man an Jugendliche Alkohol ausgibt.

Zielgruppe im Jugendzentrum erreicht

Angelika Hinteregger, Gemeinderätin Spittal/Drau

Was hat b.rauschend Ihrer Meinung nach bewirkt?

Das Projekt hat viel an Prävention und Aufklärung über einen vernünftigen Umgang mit

Alkohol gebracht. Rückmeldungen gab es hauptsächlich von Jugendlichen, die im Jugendzentrum

engagiert sind. Bei ihnen ist es sehr gut angekommen.

Haben Sie die b.rauschend-Bar kennengelernt?

Diese Bars sind super organisiert, die Getränke schmecken gut, alles passt. Die Bar gab es bei

Veranstaltungen im Jugendzentrum, aber auch bei einem Fest im Schwimmbad oder beim

Schulfest habe ich sie schon als positiven Beitrag zur Festkultur erlebt.

Ideen für jugendliche Festkultur

Dr. Wilhelm Pacher, Bürgermeister der Marktgemeinde Obervellach

Wie schätzen Sie die Festkultur in Ihrer Gemeinde ein?

Es gibt über 40 Vereine in Obervellach und entsprechend viele Veranstaltungen. Die Gemeinde

lebt von der Aktivität der Verantwortlichen. Die Aktivitäten werden von der Bevölkerung

aber oft wenig angenommen.

Was hat die Beteiligung an b.rauschend gebracht?

Es gibt eine innere Stärkung der Gruppe und verbesserte Kompetenzen. Die Jugendlichen

übernehmen Verantwortung für eine gute Festkultur. Das Bewusstsein in Bezug auf Alkohol

und Drogen ist gestiegen.

Gutes Angebot für die Jugend

Gerd Pichler, Bürgermeister Reißeck

Welche Angebote hat Reißeck für Jugendliche?

Durch die vielen Vereine in der Gemeinde gibt es ein gutes Angebot für die Jugend, sie ist gut

eingebunden. Es gibt Fußball, Reiten, Volkstanz, Tennis, den Alpenverein, den Skiclub, die

Landjugend, mehrere Gesangsvereine, die Trachtenkapelle und die Jugendfeuerwehr.

Was halten Sie von b.rauschend?

b.rauschend ist am richtigen Weg – die in das Projekt eingebundenen Jugendlichen erlernen

eine Feierkultur und andere werden bei gewissen Feierlichkeiten nachdenklich. Die Erwachsenen

sehen, dass für die Jugend etwas getan wird.

REGIONALES Seite 23

Kurzportrait

Spittal

Der Bezirk Spittal an der Drau hat rund

81.000 Einwohner. Zu dieser Oberkärntner

Region gehören 33 Gemeinden,

davon drei Stadt- und neun Marktgemeinden.

Der rund 2.760 km 2 große

Bezirk ist durch eine ländliche Struktur

geprägt.

Bezirkshauptstadt ist Spittal an der

Drau. Der Ort ist das politische, kulturelle

und wirtschaftliche Zentrum und

eine wichtige Schulstadt für rund 2.000

Kinder und Jugendliche. Das einzige

Jugendzentrum des Bezirks gibt es seit

2002 in Spittal/Drau. Viele Jugendliche

treffen sich gerne in Lokalen, auf öffentlichen

Plätzen oder in Vereinen.


Seite 4 reGIOnaLes

lungauer brauchtum: tradition und Wandel

Im Lungau haben sich Bräuche erhalten, die einzigartig sind: Samson, Preberschießen

oder die Vereinigtenoktav.

auch die Lungauer Wirtschaft

entdeckte den Werbewert der

riesenfigur – zahlreiche Betriebe

und veranstaltungen bedienen

sich des namens samson.

Bräuche sind jedoch nicht unveränderlich. Im Gegenteil:

Jede Zeit, jede Generation scheint das Bedürfnis nach

eigenen Ausformungen zu haben, wie zwei Beispiele

zeigen.

Der Tamsweger Samson

Die alttestamentarische Figur des Samson wurde ursprünglich

bei den theatralischen Prozessionen der Barockzeit

mitgetragen, damals noch ohne Zwerge. Der

Bevölkerung sollte damit der Inhalt der Heiligen Schrift

näher gebracht werden. Fürsterzbischof Hieronymus Graf

Colloredo verbot im Zuge der „Aufklärung“ das Mittragen

von Bildnissen oder geschnitzten Figuren bei den

kirchlichen Umzügen. Doch die Tamsweger ließen sich

ihren Riesen nicht wegnehmen. Sie trugen ihn am Nachmittag

eines „Prangtages“ durch die Gassen des Marktes.

Die Schafbesitzer, die ihre Tiere rund um den Polinik

weiden, haben gemeinsam mit den Wirtsleuten der Polinikhütte

im Bezirk Spittal/Drau vor einigen Jahren ein

Schäferfest initiiert. Eine Veranstaltung, die heute nicht

mehr aus dem Jahreskalender wegzudenken ist.

Anfang September steigen SchafbesitzerInnen, deren Söhne

und Töchter, Bekannte und FreundInnen in das Gebiet

rund um den Polinik auf, um dort die Schafe nach der

Sommerweide zusammenzutreiben. Im „Gänsemarsch“

geht es danach den Steig hinunter bis zu einer Sammelstelle,

wo die Tiere gesalzen werden. Eine erste Rast für

müde Treiber und die Schafe auf dem anstrengenden Weg

nach unten. Manchmal müssen jüngere Lämmer getragen

werden. Das letzte Stück bis zur Polinikhütte ist leicht,

da die größten Schwierigkeiten schon überwunden sind.

(z.B. scheue Tiere, die zur Herde gebracht werden müssen

oder in steilem, felsigen Gelände verstiegene Schafe). Un­

b.rauschend

1803 wurden erstmals auch die Zwerge erwähnt. Es war

das Vorrecht des stärksten Bürgerknechtes, den Samson

zu tragen. Als in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts

immer weniger Gesinde auf den Höfen war,

stellte sich die Frage, wer künftig Samsonträger sein

sollte. Damals sprang die Landjugend ein. Mittlerweile

kümmert sich ein eigener Verein um die Träger und die

Instandhaltung der Figuren. Der Riese vom Lungau wurde

aber auch bald zur touristischen Attraktion. Heute

wird der Samson nur mehr zu bestimmten, der Tradition

verbundenen Zeiten durch den Ort getragen.

Auch die Lungauer Wirtschaft entdeckte die Werbewirksamkeit

der Riesenfigur. „Samson valley“, „Samsunn“,

„Samson Druck“, „Samson Marathon“ – das sind nur

einige Beispiele, wie der Lungauer Riese zu einer Marke

wurde.

Wissen um die Traditionen

Veränderung birgt auch die Gefahr, dass der Charakter

des Brauchtums verloren geht. Es ist erfreulich, dass

sich wieder viele junge Menschen dem Krampusbrauch

zuwenden. Aus Unwissenheit wird da aber gerne der

Krampus mit den Perchten vermischt, der historisch gewachsene

Hintergrund verschwindet. Es ist die Aufgabe

der Vereine, über ihre Jugendarbeit Traditionen bewusst

zu machen und weiterzugeben. Ein hervorragendes Beispiel

ist dafür die Arbeit in den Blasmusikkapellen. Wenn

es gelingt, die Jugend für die Traditionen zu begeistern,

dann wird der Lungau auch weiterhin ein Refugium gelebten

Brauchtums bleiben.

Schäferfest auf der Polinikhütte in kärnten

Das schäferfest auf

der polinikhütte ist zu

einem beliebten Treffpunkt

geworden.

Ein schönes Beispiel für die Verbindung von Tradition und Innovation: das Schäferfest.

terhalb der Polinikhütte befindet sich ein „Pfränder“, wo

die Tiere kurzfristig untergebracht werden. Sie werden

von ihren BesitzerInnen kontrolliert, bzw. gezählt, hochträchtige

Mütterschafe aussortiert, damit sie mit ins Tal

genommen werden können. Die restlichen Tiere werden

wieder freigelassen und bleiben noch ca. 14 Tage bis zum

Abtrieb auf der Alm. Hüttenwirtin Marianne Gussing hat

inzwischen einen ausgezeichneten Lammbraten ins Rohr

gestellt. Die SchafhalterInnen und TreiberInnen, Menschen

aus dem Tal und aus den Nachbarorten treffen sich

zum Schäferfest auf der Polinikhütte. Ein musikalischer

Hüttenabend bei dem jeder gerne willkommen ist, rundet

dieses Fest ab. Neben guter Unterhaltung, Erfahrungsaustausch,

sowie verschiedenen Erlebnissen der Schafhalter

wird aber auch ab und zu hitzig diskutiert. So endet dieses

Schäferfest oft erst in den späteren Nachtstunden. Nach

wenigen Stunden Schlaf fahren die Gäste dann am nächsten

Tag wieder hinunter ins Tal.


.rauschend

Suchtprävention ist tägliches miteinander

Dr. Barbara Drobesch, Suchtpräventionsstelle des Landes Kärnten

Wie funktioniert die Suchtprävention auf dem Land?

Auf dem Land ist das Verständnis der Erwachsenen, dass sie auch

MultiplikatorInnen sind, nicht so ausgeprägt. Vorbildwirkung

heißt auch, einen bewussten Umgang mit Alkohol zu pflegen. Und

das würde bedeuten, dass die Erwachsenen ihr eigenes Konsumverhalten

überdenken und entsprechende Schritte setzen. Viele

Gemeinden glauben, dass Präventionsarbeit mit einem Vortrag für

die Jugendlichen erledigt ist. Das Verständnis, dass es dazu mehr

und vor allem viel Kleinarbeit braucht, muss erst wachsen.

Welche Tipps haben Sie für Eltern oder ErzieherInnen im Zusammenhang

mit dem Thema Jugendliche und Sucht?

unsere jugend ist okay!

Franz Steinwender, Polizist, Tamsweg

Was fällt Ihnen zum Stichwort Jugend und Alkohol ein?

Als erstes muss ich sagen: Unsere Jugend ist okay! Alkohol

ist ein Gesellschaftsproblem. Das fängt damit an, dass einem

Gast fast automatisch etwas Alkoholisches angeboten wird.

Alkohol wird von Jugendlichen konsumiert, um sich heranzutasten.

Sie fühlen sich irgendwie stärker und erwachsener.

Weil die Erwachsenen trinken ja auch Alkohol.

Wie kann man das Problem Alkohol und Jugend in den

Griff bekommen?

Nur durch Vorleben von Erwachsenen und wichtigen Bezugspersonen.

Genau wie es bei b.rauschend gemacht wurde.

Das ist wahnsinnig gut angekommen, weil das Thema

auf eine irrsinnig geschickte Art gebracht wurde. Die Ju­

Investition in die jugend ist eine Investition

in die Zukunft

Primar Dr. Adolf Kriegisch, Krankenhaus Tamsweg, Mitglied des regionalen

Koordinierungsgremiums Suchtprävention

Wie wichtig ist Suchtprävention auf dem Land?

Suchtprävention ist überall wichtig, sowohl in der Stadt als

auch auf dem Land. Am Land gibt es durchwegs noch intakte

Familienstrukturen, die viel Prävention leisten. In einer Zeit

dramatischer Umbauten in der Gesellschaft bleibt für die Kinder

und Jugendlichen immer weniger Freiraum, immer weniger

Platz. Hier muss man Angebote schaffen. Früher waren

Nikotin oder Alkohol auch aus finanziellen Gründen nicht

greifbar, heute können sich die Jugendlichen solche Dinge

mit ihrem Taschengeld leisten. Sehr wichtig ist die Vorbildfunktion

der älteren Generation.

Stichwort Vorbild: Das ist ein wichtiges Element des Peergroup-Konzeptes.

Was halten Sie davon?

Das ist ein sehr guter Ansatz. Ich finde die von Akzente gesetz­

Präventionsarbeit ist immer modellhaftes Verhalten,

man muss Alternativen auch vorleben. Ich kann von

den Kindern nicht erwarten, dass sie wandern gehen,

wenn man selbst im Wirtshaus sitzt. Wichtig ist auch,

darüber zu reden und zu hinterfragen, was Jugendlichen

ein Rauschgefühl gibt. Jugendliche brauchen

nachvollziehbare Grenzen, die von Eltern oder LehrerInnen

gesetzt werden müssen und an denen sie

sich reiben können. In der Suchtprävention geht es

um Leben lernen – und das kann ich nicht in einem

Abendvortrag erledigen, das ist Arbeit und tägliches

Miteinander.

gendlichen sind dankbar, wenn sie einen Hinweis und einen

Leitfaden bekommen. Das brauchen’s. Und sie klammern

sich auch dran.

Glauben Sie, dass b.rauschend im Lungau etwas bewirkt?

Bei solchen Projekten habe ich die Erfahrung gemacht, dass

eine bestimmte Zielgruppe angesprochen wird. Du kannst

nicht alle Jugendlichen erfassen. Das ist nicht machbar. Und

die Zielgruppe, die angesprochen worden ist, hat sich ganz

massiv interessiert. Die waren auch bei den Veranstaltungen,

die haben sich die Vorträge angehorcht, also bei denen hat’s

sicher was bewirkt, das war sicher eine Bewusstseinsbildung

für sie. So habe ich das empfunden und so habe ich das auch

aus dem Feedback rausgehört.

te Aktion sehr begrüßenswert. Die Jugendlichen lernen, dass

man beisammen sein kann und es keinen Vollrausch braucht,

um lustig zu sein. Erste Erfahrungen mit Alkohol wird man

aber klarerweise nicht verhindern können – das gehört aber

zum Experimentierdrang der jungen Leute und war schon

immer so. Auch vor 25 Jahren sind ab und an Jugendliche als

Alkoholleichen in die Spitäler eingeliefert worden.

Wie kann es mit der Präventionsarbeit weitergehen?

Das wird sehr vom Budget abhängen. Mein Wunsch wäre,

dass den Jugendlichen vernünftige Beschäftigungsmöglichkeiten

angeboten werden. Aus einer guten Gruppendynamik

wie bei b.rauschend kann man sicher viel Positives bewirken.

Eine Investition in die Jugend ist eine Investition in die Zukunft!

reGIOnaLes Seite 5

„präventionsarbeit ist

immer vorbildverhalten.“

„alkohol wird von

Jugendlichen konsumiert,

um sich heranzutasten.“

„Im umgang mit alkohol

haben erwachsene

eine wichtige vorbildfunktion.“


Seite 6 reGIOnaLes

b.rauschend

vor den vorhang: die vereine als

Trachtenmusikkapelle Unternberg

Die Trachtenmusikkapelle Unternberg (TMK) wurde 1890 von

Johann Mittersakschmöler gegründet. Heute hat die TMK rund

60 aktive Mitglieder, darunter sehr viele junge MusikerInnen.

Kapellmeister ist Armin Fingerlos, Obman Gerhard Aigner.

Die Kapelle trägt bei Konzerten und Ausrückungen eine typische

Lungauer Tracht mit Regenhut, Rock, rotem Leib, weißem

Leinenhemd, Kniebundhose und altblauen Stutzen.

Die Musik ist besonders am Wochenende im Einsatz: Freitags

ist Probe, Samstag und Sonntag wird zu Konzerten ausgerückt.

Das Frühlingskonzert sowie die Samsonumzüge, bei denen der

Riese von Gasthaus zu Gasthaus gespielt wird, gehören zu den

Höhepunkten des Jahres.

b.rauschend-MentorInnen:

Christian Gfrerer

Florian Wirnsperger

b.rauschend-Peers:

Katrin Wirnsperger

Elisabeth Aigner

Jugendrotkreuz St. Michael

Das Jugendrotkreuz in St. Michael ist seit 1995 aktiv. Das Ziel

ist, den Jugendlichen soziale Werte näher zu bringen und ihnen

eine für ihre Altersgruppe attraktive Freizeitgestaltung zu bieten.

Derzeit sind 28 Jugendliche und zehn BetreuerInnen aktiv.

Das Programm wird gemeinsam jeweils für ein halbes Jahr erarbeitet.

In den vergangenen Jahren wurden beispielsweise

gemeinsame Kletterkurse veranstaltet, Grillnachmittage und

Hüttenabende organisiert. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die

Erste­Hilfe­Ausbildung. Dass die Jugendlichen in St. Michael da

sehr engagiert sind, beweist die Tatsache, dass sie beim Landeswettbewerb

in Mittersill 2004 sowie beim Bundeswettbewerb in

Spittal/Drau (2005) jeweils den ersten Platz erreichten.

b.rauschend-MentorInnen:

Sabine Pfeifenberger

Siegi Pfeifenberger

Herta Pfeifenberger

Thomas Huber

b.rauschend-Peers:

Carola König

Christina Wieland

Daniela Grießner

Wolfgang Moser

Landjugend Unterberg

Die Landjugend Unternberg wurde 1963 unter Andreas Kößlbacher

und Christine Santner gegründet. Über viele Jahre waren die

Jugendlichen aus Thomatal und St. Margarethen Mitglieder der

Landjugend. Während früher nur Jugendliche bäuerlicher Herkunft

der Landjugend zugehörig waren, so sind es seit den 70er

Jahren alle Jugendlichen im ländlichen Raum. Derzeit gibt es rund

30 Mitglieder. Marianne Santner und Stefan Holzer sind die Obleute.

Zu den wichtigsten Aktivitäten gehören die jährlichen Osterfeuer,

das Maibaumaufstellen, das Anglöckeln oder das Binden der

Erntekrone. Ein wichtiges Projekt ist derzeit die Erneuerung des

Waldlehrpfads in Unternberg. Die Jugendlichen nehmen an vielen

Seminaren teil, treffen sich mit anderen Gruppen zum Erfahrungsaustausch

und machen bei Bewerben mit: Redewettbewerb,

Bezirksquiz, Eisstockschießen

u.v.m.

b.rauschend-MentorInnen:

Rupert Santner

Irene Santner

b.rauschend-Peers:

Christoph Santner

Philip Santner

Landjugend Tamsweg

Die Landjugend Tamsweg zählt derzeit rund 40 Mitglieder.

Ulrich Zehner und Margit Greinmeister sind die Obleute der

Landjugend. Neben den Bezirksbewerben zählt die Organisation

und Durchführung des Osterballs in Tamsweg zum Höhepunkt

des Vereinslebens. Passend zum landesweiten Motto

der Landjugend Salzburg „Füreinander und miteinander“ gibt

es immer wieder Verbindungen zu anderen Landjugend­Gruppen.

Die Jugendlichen treffen sich zum „Schaf aufbratln“, zum

gemütlichen Beisammensein oder zu einer nächtlichen Schlittenfahrt.

b.rauschend-MentorInnen:

Verena Prodinger

Johannes Wirnsperger

b.rauschend-Peers:

Karin Wirnsperger

Magdalena Leitner

Mike Wirnsperger

Andreas Zehner


.rauschend

Partner von b.rauschend

OJA-Obervellacher Jugendagenda

Die Obervellacher Jugendagenda ist 2003 aus einer Initiative

entstanden, die Gemeinde für 15­ bis 22­Jährige attraktiver zu

machen. Einmal im Monat fi nden Sitzungen statt, in denen die

Aktivitäten geplant und vorbereitet werden. Die größte Veranstaltung

der OJA ist die Rockinvasion, ein riesiges Fest, das

mehrmals im Jahr im Kulturzentrum Obervellach organisiert

wird und das sich in der Region gut etabliert hat. Aber auch

viele andere Aktivitäten der OJA sorgen dafür, dass in Obervellach

neue Freizeitaktivitäten für die Jugendlichen entstehen.

b.rauschend-MentorInnen:

Mag. Birgit Höhr

Martin Huber

Andrea Angermann

b.rauschend-Peers:

Bettina Lackner

Bernhard Aichholzer

Gisela Huber

Lukas Schachner

Jugendgruppe von

Rot Kreuz Gmünd

Die Jugendgruppe von Rot Kreuz Gmünd hat sich dafür entschieden,

bei b.rauschend mitzumachen, weil sich mit dem Projekt ein

neues Betätigungsfeld für die Gruppe eröffnete. Und ein Grund

zählte: Freiwillige Helfer des Roten Kreuzes werden immer wieder

zu Einsätzen gerufen, bei denen Alkohol im Spiel ist.

Vorbildlich war das Engagement der Gruppe bei der b.rauschend­

Sternspritzeraktion am Gmündner Weihnachtsmarkt im Advent

2004. Mit vielen Menschen wurden positive, nachdenkliche und

auch kritische Gespräche in Bezug auf gängige weihnachtliche

Fest­ und Konsumkultur geführt. Auch das große Jugendkulturfest

auf der Alten Burg in Gmünd unter dem Motto „0 % Alkohol

– 100 % Spaß“ war ein großer Erfolg. Leider konnten aus

unterschiedlichen Gründen keine

Jugendlichen am Trainingscamp

für Peers teilnehmen. Deshalb ist

die Gruppe im Herbst 2005 als

aktiver b.rauschend­Partner ausgeschieden

– schade!

b.rauschend-Mentoren:

Otto Hammer

Martin Feistritzer

Jugendzentrum Spittal

Das Jugendzentrum der Stadtgemeinde Spittal/Drau existiert

seit September 2002. Es wurde eingerichtet, um Jugendlichen

mehr Freizeitmöglichkeiten zu bieten. Der wichtigste Wunsch

der Juz­Besucher: mehr Feste und Partys. Kinderdiscos, Faschingspartys

und viele andere Feste werden vom Juz organisiert.

Durch b.rauschend bringen sich die Jugendlichen mit ihren

Ideen und Vorstellungen stärker in die Organisation ein.

Die Suchtprävention ist ein Schwerpunktthema in der Arbeit

des Jugendzentrums, das auch vielen Jugendlichen mit Migrationshintergrund

zur Begegnungsstätte geworden ist.

b.rauschend-MentorInnen:

Daniel Haslacher

Stefan Wetzlinger

Elke Wagenknecht

b.rauschend-Peers:

Ana Maria Mrkonjic

Emina Cavkic

Stefan Briggl

b.rauschend-

Reißeck-Gemeindejugend

An der Initiative b.rauschend­Reißeck­Gemeindejugend beteiligen

sich 25 Jugendliche und deren erwachsene MentorInnen

aus den Vereinen Landjugend, Volkstanzgruppe und Trachtenkapelle.

Viele Jugendliche sind auch in Sport­ oder anderen

Vereinen aktiv. Zusammengehalten und koordiniert wird die

b.rauschend­Reißeck­Gemeindejugend von Gemeinderat Alfred

Naschenweng. Er ist bekannt für sein Engagement im Projekt

„Gesunde Gemeinde“. Ihm geht es um die Rahmenbedingungen

für eine „junge Partykultur“ in der Gemeinde Reißeck.

b.rauschend-MentorInnen:

Alfred Naschenweng

Claudia Bugelnig

Ines Oberrauner

Andreas Kleinfercher

b.rauschend-Peers:

Sarah Biedermann

Karina Hartweger

Carina Rainer

Ivo Brandstätter

Patrick Oberlercher

reGIOnaLes Seite 7


Seite 8 GeseLLschaFT

In den vergangenen monaten haben die peers in den vereinen mit praxisfesten gezeigt, dass ein verantwortungsvoller umgang mit alkohol möglich ist.

It’s Partytime ...

Das b.rauschend-Konzept im Praxistest: In der letzten Phase des Projektes ging es

darum, das Wissen über den bewussten Umgang mit Alkohol bei Partys und Festen

umzusetzen.

Die b.rauschend-Bar ist das Herzstück jedes Praxisfestes.

Aber damit eine Feier gelingt, braucht es viel

Vorbereitung und Engagement. Ein Härtetest für

Peers, Mento-rInnen und die ganze Festgemeinde.

Cool oder langweilig? Spaß oder Frust? Die

heißeste Nacht oder der totale Flopp? Tolle

Rhythmen oder abturnender Sound? Ob ein Fest

gelingt oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab.

Manchmal werden die tollsten Erwartungen durch

die fade Realität eingeholt, manchmal kommt völlig

unvermutet die schönste Feierstimmung auf.

Feiern will gelernt sein – und es braucht Vorbereitung,

wie die b.rauschend­Praxisfeste zeigten.

b.rauschend

Die „School­out­Party“ der Jugendrotkreuz­Gruppe St.

Michael, das Sautrogrennen der Landjugend Unternberg,

der Jugendaktionstag in Obervellach, das Jugend­Sportfest

mit b.rauschend­Party des Jugendzentrums Spittal: In

den vergangenen Monaten haben die b.rauschend­Peers

gezeigt, was sie im Rahmen des Projektes an Feierkultur

gelernt haben. Und sie haben anderen Jugendlichen mit

ihrem Verhalten gezeigt, dass eine neue Feier­ und Trinkkultur

möglich ist: Höhenflug statt Niedersaufen.

Von der Idee zur Umsetzung

In der Endphase des Projektes mussten die Peers ihr Wissen

über den Umgang mit Alkohol und Trinkkultur bei


.rauschend

ganz konkreten Festen in ihren Vereinen und Gemeinden

umsetzen. Es galt, die Feste gewissenhaft

vorzubereiten, eine b.rauschend­Bar einzurichten,

auf ein Motto, die Dekoration und die Einhaltung

des Jugendschutzes zu achten. Dabei mussten so

manche Hürden genommen werden ... Partytime ist

auf gemeinsames Tun angewiesen!

b.rauschend-Bar

„Für ein gelungenes Fest braucht es viel: eine gute

Musik, einen Ort, an dem man sich zurückziehen

und erholen kann, die so genannte Chill­out­Zone,

und natürlich eine entsprechend gestaltete Bar“,

weiß Heidi Fuchs vom b.rauschend­Regionalteam

im Lungau. „Die b.rauschend­Bar finde ich eine

super Idee, sie kommt auch bei den Außenstehenden

sehr gut an“, sagt Claudia Bugelnig, Mentorin

in Kolbnitz, rückblickend. Ihr Kollege in Reißeck,

Andreas Kleinfercher, wünscht sich, dass die

b.rauschend­Bar bei allen Festen und Partys der In­

Treff wird. Was ist so anders an der b.rauschend­

b.rauschend-Bars setzen neue maßstäbe

Bar? Die BarkeeperInnen lassen sich einiges einfallen,

damit Trinken zum Genuss wird: Dekoration,

zum Partythema passende Drinks, viele alkoholfreie

oder alkoholarme Getränke, die trotzdem cool sind

und auch gut schmecken. Dass auf Jugendschutz

geschaut wird, ist an der b.rauschend­Bar ebenso

selbstverständlich wie das Grundprinzip, dass Betrunkene

nicht noch mehr Alkohol erhalten.

Kleine Hürden und Niederlagen

Für ihre stimmungsvollen Feste und tollen Veranstaltungen

ernteten die Peers in den Vereinen und

bei den Gästen viel Lob. Es waren schöne Feste, die

allen lange in Erinnerung bleiben werden. Aber trotz

aller Erfolge mussten die jungen ExpertInnen für einen

verantwortungsvolleren Umgang mit Alkohol

auch kleine und größere Niederlagen einstecken. Bei

der School­out­Party in St. Michael, die sich ausschließlich

an Jugendliche unter 16 Jahren richtete,

gab es wegen der Jugendschutz­Bestimmungen natürlich

keinen Alkohol. „Gibt’s da kein Bier? Dann

b.rauschend-Bars sind jugendgerecht, weil

sie mit dem Angebot von – auch preislich attraktiven – alkoholfreien Cocktails und einer gepflegten

Getränkeauswahl einen Beitrag zu einem genussvollen, wenig riskanten Umgang mit Alkohol leisten;

sich die ausgebildeten b.rauschend-MentorInnen, Peers und das eingeschulte Barpersonal um das

Wohlfühlen der Gäste kümmern (look at your friends);

die Jugendschutz-Bestimmungen eingehalten werden;

offensichtlich Betrunkene keinen Zugang zu den Bars haben und keinen Alkohol mehr ausgeschenkt bekommen;

sich Festthema und -motto in der Getränkekarte und der Bardekoration widerspiegeln;

sich b.rauschend-Bars nicht missbrauchen lassen als „Feigenblatt“ für Veranstaltungen, bei denen an anderen

Bars alles ausgeschenkt wird und kein Jugendschutz beachtet wird;

alkoholfreie b.rauschend-Bars in Settings angeboten werden, wo auch sonst kein Alkohol ausgeschenkt wird

– z.B. in Schulen, bei Sportveranstaltungen, bei Kinderdiscos oder in Jugendzentren.

GeseLLschaFT Seite 9

b.rauschendaktivitätenkalender

14. –15. Jänner 06 FEST FEIERN –

A guata Rausch braucht a Unterlag’

+++ Bildungsumtrunk in Mauterndorf

und Bildungsfrühschoppen in Spittal

zu einem weniger riskanten Umgang

mit Alkohol mit Gerald Koller und den

b.rauschend-Gruppen aus dem Lungau

und Spittal/Drau

28. Jänner 06 BEACH PARTY von OJA-

Obervellacher Jugendagenda

17. Feber 06 b.rauschend-Bar beim

Kolbnitzer Sängerball +++ innovative

Barkultur von b.rauschend-Reißeck

4. Feber 06 + 11. März 06

KINDERDISCO +++ Jugendzentrum

Spittal/Drau

21. April 06 DVD-ABEND mit

b.rauschend-Bar +++ Jugendzentrum

Spittal/Drau

22. April 06 SPRINGBREAK REVOLU-

TION +++ Frühlingsfest der Kolbnitzer

Landjugend mit b.rauschend-Bar von

b.rauschend-Reißeck

6. Mai 06 + 17. Juni 06 KINDERDISCO

+++ Jugendzentrum Spittal/Drau

21. Juni 06 LIEBESRAUSCH +++ Eine

festliche Projektpräsentation der Lebenshilfe

Tamsweg – mit b.rauschend-Bar

24. Juni 06 JUGEND-AKTIONSTAG der

Gemeinde Obervellach +++ im Rahmen

vom Projekt „be a part“ – Landesjugendreferat

Kärnten mit b.rauschend-Bar von

OJA-Obervellacher Jugendagenda

28. u. 29. Juni 06 b.rauschend-Bar

– MIX YOUR DRINK +++ Ein Beitrag

des Spittaler Jugendzentrums und

b.rauschend-PeerleaderInnen für gesunde

Pausengestaltung im Rahmen der Gesundheitstage

am BORG Spittal/Drau

30. Juni 06 STREETARTTOUR 2006 +++

Party mit b.rauschend-Bar im Stadion

Spittal/Drau von und mit dem Spittaler

Jugendzentrum

7. Juli 06 SCHULSCHLUSSPARTY +++

b.rauschend-Praxisprojekt von Jugendrotkreuz

in St. Michael

5. August 06 DÄMMERSCHOPPEN +++

der Trachtenmusikkappelle Unternberg,

b.rauschend-Drink „Prima la musica“

14. August 06 TROPICAL NIGHT +++

Poolparty mit Live-Konzert von RED

OCEAN im Kolbnitzer Schwimmbad – Praxisprojekt

von b.rauschend-Reißeck

28. August 06 SAUTROGRENNEN

+++ der Landjugend Unternberg mit

b.rauschend-Bar

7. Oktober 06 ROCK-INVASION

in Obervellach +++ b.rauschend-

Praxisprojekt von OJA-Obervellacher

Jugendagenda

31. Oktober 06 HALLOWEEN-

PARTYSPASS +++ im Jugendzentrum

Spittal

11. November 06 RABIMMEL-

RABAMMELRABUMM +++ Martini- und

Faschingsauftaktparty imTechnikum

Kärnten, b.rauschend-Praxisprojekt vom

Spittaler Jugendzentrum

2. Dezember 06 b.rauschend-

ABSCHIEDSFEST +++ am Katschberg

von & mit allen b.rauschend-Partnern aus

dem Lungau und dem Bezirk Spittal/Drau


Seite 30 GeseLLschaFT

auf eine Feier zu

gehen heißt: raus aus

dem alltag und abheben.

Damit man sicher

wieder auf dem Boden

landet, braucht es

einige Grundregeln.

komme ich nicht“, hörten die Organisatoren vereinzelt

schon im Vorfeld. Ein Teil der Gäste verließ das Fest, um

sich anderswo Alkohol zu besorgen und dann betrunken

wieder zu kommen. Ähnliche Erfahrungen machten auch

andere PartyorganisatorInnen. Doch sie meisterten diese

Situationen mit Unterstützung der MentorInnen und der

anderen Vereinsmitglieder. In den Refl exionsgesprächen

waren solche Reaktionen ein wichtiges Thema.

Tolle Erfahrungen

„Im Spittaler Jugendzentrum gibt’s für die unterschiedlichen

Altersgruppen Partys oder Kinderdiscos, die von den Jugendlichen

mitgestaltet werden“, erzählt Daniel Haslacher

„Jugendliche haben das Recht,

Erfahrungen mit Alkohol zu machen.

Sie müssen lernen, mit Alkohol

umzugehen. Alles mit Maß und

Ziel.

“ eberhard Gappmayer, Beamter, Tamsweg

b.rauschend

vom Spittaler Jugendzentrum über die Auswirkungen von

b.rauschend. Viele Feste, die von den b.rauschend­Teams

in den Vereinen organisiert worden sind, waren ein großer

Erfolg. Zur Springbreak­Revolution­Party in Reißeck sind

ein paar hundert Jugendliche gekommen und haben die

gute Stimmung genossen. Auch die Beachparty im Februar

und die Rockinvasion, die von der OJA­Obervellacher Jugendagenda

organisiert wurden, waren gut besucht und die

neuen b.rauschend­Bars sind beim Publikum sehr gut angekommen.

Und auch im Lungau hatten die Jugendlichen viel

Spaß – und sind voll motiviert, die neue Festkultur auch

weiterhin bei vielen Partys und Veranstaltungen an andere

Jugendliche weiterzugeben. Damit b.rauschend auch lange

über die eigentliche Projektdauer hinauswirkt!

nachgefragt: Was macht für dich ein tolles Fest aus?

und was fällt dir bei den Stichworten alkohol und jugend ein?

„Wichtig für ein gelungenes Fest

– es muss lustig sein, gute Atmosphäre

ist wichtig. Mit Alk geht’s leichter,

muss aber nicht sein.


Otto Brandstätter, Bauingenieur,

st. michael

Ich bin ausgelassen und lustig,

aber ich übertreibe nicht. Ein bisserl

Alkohol, ja gerne. Aber ich muss

mich nicht völlig betrinken.


Laura hager, schülerin, Tamsweg

„Das Projekt b.rauschend gefällt mir,

weil nicht der erhobene Zeigefi nger und

Verbote im Vordergrund stehen, sondern

weil junge Menschen den Umgang mit

Alkohol lernen.


anita Ihm, Kärntner Woche


.rauschend GeseLLschaFT Seite 31

Eine reise in die große Welt

der drinks

„Manche Menschen trinken nur mit dem Bauch. Aber das wahre Trinken ist eine

Angelegenheit des Kopfes und des Herzens ... !“ – Upton Sinclair

Gastropädagoge hermann hauer weiß, worauf es beim mixen köstlicher Drinks ankommt. Im rahmen der b.rauschend-

Barworkshops gab er sein Wissen an peers und mentorInnen weiter.

Die wichtigste Botschaft des Gastropädagogen Hermann

Hauer für künftige Cocktail-Profi s: Erlaubt

ist alles, was schmeckt! Ein Grundprinzip: Bei aller

Kreativität sollte man auf eine Ausgewogenheit

von süßen und säuerlichen Zutaten achten. Wenn

die Basis eines Drinks – beispielsweise Orangensaft

– durch den geschmack- und farbgebenen Sirup

nicht wesentlich süßer werden darf, muss etwa die

gleiche Menge Zitronen-, Limetten- oder Grapefruitsaft

beigemengt werden.

„Gerührt oder geschüttelt“ wird je nach Zutaten im

Glas, im Shaker oder im Elektromixer. Säfte und Destillate

werden im Glas mit einem Barlöffel verrührt.

Sind die Zutaten schwerer vermengbar, wird der Shaker

verwendet. Ein Elektromixer ist toll für cremige

Drinks, in die gestoßenes Eis eingearbeitet wird oder

zur Verarbeitung von Fruchtstücken. Damit kann

man anstatt des Sirups auch Marmelade, frisches

oder tiefgekühltes Obst in die Drinks mischen.

Alkoholfreie Cocktails stehen ihren hochprozentigen

Verwandten in nichts nach – wenn sie gut zubereitet

sind. Alkoholfrei mixen heißt, vor allem mit Fruchtsäften,

Sirups, Limonaden, Milch oder Milchprodukten

zu hantieren. Wichtig dabei ist nicht nur die

Kombination der Zutaten, sondern deren Qualität.

Fruchtsäfte bestehen zu 100 % aus gepresstem Obst.

Konzentraten wird im Ursprungsland 50 bis 80 %

des natürlichen Fruchtwassers entzogen, für den

Transport tiefgefroren und bei der Verarbeitung die

ursprüngliche Wassermenge wieder zugefügt. Dabei

ist ein geringfügiges Nachzuckern erlaubt. Manche

Früchte sind unverdünnt kaum genießbar und werden

darum mit Wasser und Zucker versetzt zu Nektar

verarbeitet. Dickfl üssige Sirupe verleihen den Drinks

Süße, Aroma oder Farbe. Milch und Milchprodukte

sind wertvolle Grundlagen für leckere Drinks.

Den angebotenen alkoholischen Cocktails sollen immer

alkoholfreie Alternativen gegenüber stehen. Und

noch ein Tipp: Bei Drinks mit Zucker und Alkohol

immer ein Glas Wasser mitservieren!

Zur Person: Hermann Hauer,

arbeitet als Jugendleiter, Gastropädagoge,

Rausch- und Risikopädagoge

nach Risfl ecting

sowie als Gastwirt und Barkeeper.

In der Kombination

als Pädagoge und Gastronom

hat er die wirtschaftliche Leitung

des Jugendhauses Servas

in Vöcklabruck (OÖ) inne.

[happy hauer´s]

Pacifi c Punsch (1+)

6 cl Orangensaft

6 cl Apfelsaft

6 cl Ananassaft

2 cl Bananensirup

2 cl Zitronensaft

Alle Zutaten mit Eiswürfel im Shaker

kräftig schütteln und durch das

Barsieb in ein Longdrinkglas auf einige

Eiswürfel abgießen. Das Glas mit einem

Stück Ananas und einer Cocktailkirsche

dekorieren.

Mojito (18+)

1 Limette

6 – 8 Blatt frische Minze

2 Barlöffel Rohrzucker

1 – 2 cl Zuckersirup (oder 2 Barlöffel

Rohrzucker mehr)

1 cl Limettensirup (kann auch entfallen)

4 cl Rum weiß

Soda

Die Limetten achteln, in einen großen

Tumbler (Caipirinha-Glas) geben,

Minzblätter, Zucker und Zuckersirup

beigeben, mit einem Holzstößel den

Saft der Limetten gut ausdrücken und

gleichzeitig den Zucker einarbeiten.

Das Glas zur Hälfte mit Crushed Ice

auffüllen, Rum und Soda aufgießen,

mit einem Barlöffel gut verrühren, mit

einer Limettenscheibe und Minzezweig

dekorieren und mit Trinkhalmen

servieren.

Virgin Mojito (1+)

1 Limette

ca 6 – 8 Blatt frische Minze

2 Barlöffel Rohrzucker

1 – 2 cl Zuckersirup (oder 2 Barlöffel

Rohrzucker mehr)

1 cl Limettensirup (kann auch entfallen)

12 cl Soda

Wird wie Mojito zubreitet

Pina Colada (18+)

6 cl Rum weiß

3 cl Kokossirup

2 cl Obers fl üssig

14 cl Ananassaft

Alle Zutaten im Elektromixer mit

einigen Eiswürfeln bzw. mit Crushed

Ice im Shaker gut durchmixen. In ein

mit Eiswürfeln gefülltes Longdrinkglas

füllen. Ein Ananasstück mit einer

Cocktailkirsche und einem Ananasblatt

an den Glasrand stecken.


Seite 3 hInTerGrunD

Wie viel Unterstützung brauchen Jugendliche, um

den Umgang mit Alkohol und anderen Drogen zu

lernen? Wie viel an Unterstützung wünschen sie

sich? Und wie weit können Eltern darauf vertrauen,

dass sich Jugendliche in Gruppen sehr viel an

Unterstützung selbst geben?

Solche Fragen kann man nie generell beantworten.

Denn was heute hilft, kann morgen schaden. Und

wie jeder, der Kinder hat, weiß: Jeder Mensch ist eine

b.rauschend

Erziehung zwischen abstinenz

und Überdosis

Zwischen Unterstützung und Bevormundung liegt ein schmaler Grat.

erziehung und Beziehung gehören untrennbar zusammen – nicht nur bei der

vorbeugung von alkohol- oder suchtproblemen.

einmalige Persönlichkeit. Eltern müssen sich also,

daran führt kein Weg vorbei, mit jedem ihrer Kinder

immer wieder aufs Neue auseinander setzen. Mit nur

einem Gespräch allein ist da gar nichts getan.

Eine Mutter fragte mich einmal an einem Elternabend:

„Wie kann ich wissen, ob mein Kind etwas

getrunken hat, wenn es am Abend nach Hause

kommt?“ Meine Antwort: „Wenn Sie Ihrem Kind

auf ganz natürliche Weise nahe kommen!“ Jede Begrüßung

von Menschen, die einander wirklich wahr­

und ernst nehmen, lässt in der Regel eine Nähe entstehen,

die uns auch hilft zu bemerken, wie es dem

anderen geht.

Begegnung und Beziehung sind also die wichtigsten

Helfer in der Vorbeugung von Alkoholproblemen

– nicht umsonst haben Erziehung und Beziehung viel

miteinander zu tun.

Was Sie hier lesen, kann also kein Gespräch ersetzen.

Wir können Ihnen zwar Tipps, aber keine Ratschläge

geben – denn Ratschläge sind meistens auch Schläge

(zumindest für die Betroffenen).

Vier wichtige Bereiche, auf die Sie in der Beziehung

zu Ihren Kindern achten können:

Vermeiden Sie negative Prophezeiungen!

Psychologie und Pädagogik hatten

inzwischen die große Macht

von solchen Vorhersagen erkannt:

Wenn Sie von einem

Menschen denken, dass er Ihnen

nichts Gutes will, werden Sie sich

ihm gegenüber so benehmen, dass

er bald Aggressionen zeigt. Und

dann haben Sie die Bestätigung:

Ich hab’ doch Recht gehabt!

Was denken Sie, was passiert, wenn Sie zu Ihrem

Kind sagen: „Wenn Du weiter so bist, dann wird sicher

nichts aus Dir!“?

Das wichtigste pädagogische Modell

ist Ihr Vorbild.

Was Jugendliche von den Eltern und älteren Generationen

an Unterstützung wollen, sind nicht Ratschläge

aus einer (meist anderen) Zeit, sondern ehrliche

Berichte aus dem eigenen Leben. Was Kinder und

Jugendliche hören wollen, ist: Wie gehst Du mit dem

Leben um? Was tust Du, wenn es Dir schlecht geht?

Wo hast Du Deine rauschhaften Erlebnisse? Und:


.rauschend

Fällt es Dir auch so schwer, auf etwas zu

verzichten, was Dir wirklich Spaß macht?

Wir wissen heute,

dass Abschreckung

in der Vorbeugung

nichts

bringt: Ganz im

Gegenteil, sie erhöht

sogar noch

den Reiz. Auch

reine Sachinformation über Alkohol ist

zu wenig. Junge Menschen brauchen Vorbilder,

wie es gehen könnte!

Zeigen Sie Ihre Gefühle,

aber dosieren Sie sie auch!

Sie müssen kein pädagogischer Superman

und keine Übermutter sein, Ihr Menschsein

ist das Beste, was Sie zu geben haben.

Dazu gehören auch Gefühle. Ein wesentliches

Gefühl ist Angst – und es ist berechtigt,

dass Sie Angst um Ihre Kinder haben.

Erzählen Sie Ihren Kindern ruhig davon

– aber erdrücken Sie sie nicht damit! Sie

sollen kein schlechtes Gewissen haben,

denn das ist kein guter Weg zu einer Selbstverantwortung,

die wir alle lernen müssen.

Verantwortlich sein für unser Leben – das

gelingt nicht über Schuldgefühle. Aber von

„Jugendliche machen

das, was die Erwachsenen

auch machen.


Irene santner

mentorin Landjugend unternberg

den Eltern zu hören,

dass sie sich auch Sorgen

machen, gibt Jugendlichen

das Gefühl,

dass sie wahrgenommen

werden und ihnen

wichtig sind.

Denken Sie nie nur über Ihre Kinder

nach, sondern auch über sich selbst.

Das gewährleistet, dass Sie Ihre eigene

Mitverantwortung erkennen und nicht alles

auf andere schieben. Denn der Spruch

„Die anderen sind Schuld“ ist ein typisches

Anzeichen von Suchtverhalten.

Und wenn Sie über sich selbst nachdenken,

werden Sie sich auch bewusst, wie viel Sie

Ihren Kindern gegeben haben und geben

können, denn Ihr Dasein für sie ist das

wichtigste Geschenk.

Wie sagt doch Erich Kästner so weise und

treffend: Mehr als das, was wir reden,

wirkt das, was wir tun. Und mehr als das,

was wir tun, wirkt: wie wir sind.

Im sinne von „Wer bin ich, was tu’ ich, wie wirke ich?“ regten die b.rauschend-Jugendlichen mit ihrer

sternspritzer-aktion 2004 zu einem nachdenken über weihnachtliche Konsum- und Festkultur an.

hInTerGrunD Seite 33

Eltern am Wort: Wie

haben Sie b.rauschend

erlebt?

„Die Jugendlichen waren von den

einzelnen Projekten recht begeistert.

Auf die b.rauschend-Bar haben sie

sich gut vorbereitet. Meine Tochter

hat durch b.rauschend gelernt, dass

man Feste auch ohne Alkohol feiern

kann. Für Leute meiner Generation

ist das fast nicht möglich.


Liane König, mutter von

carola König, st. michael

„b.rauschend ist eine gute Initiative,

weil sich Jugendliche mit dem

Thema Alkohol auseinander setzen,

sie entwickeln miteinander gute Alternativen

und lernen, dass auch mit

wenig Alkohol lustig gefeiert werden

kann. Der Bildungsfrühschoppen

mit Gerald Koller hat mir sehr gut

gefallen, weil er uns Erwachsenen

die Bedürfnisse von Jugendlichen

mit vielen Beispielen verständlich

machen konnte.


hermine hartweger, mutter von

Karina hartweger, reißeck

„Wenn ich Jugendliche betrunken

sehe, frage ich mich, wo bleibt die

Vorbildwirkung der Eltern? Oder ist

sie das?


Josef moser, vater von Wolfgang

moser, st. michael

„Von b.rauschend habe ich mitbekommen,

dass viel diskutiert und

gemeinsam zu verschiedenen Themen

(Drogen, Alkohol, ...) gearbeitet wurde.

Dabei kam der Spaß auch nicht

zu kurz.


Brigitte santner, mutter von

christoph santner, unternberg

„Suchtprävention am Land muss

niederschwellig sein. Man muss

Jugendliche dort ernst nehmen und

abholen, wo sie sind. Partys und Feste

von Jugendlichen für Jugendliche

in unserer Region funktionieren seit

b.rauschend vorbildlich.


elisabeth huber, mutter von Gisela

und Johannes huber, Obervellach


Seite 34 hInTerGrunD

Der begleitende Blick

von außen ist bei

einem projekt wie

b.rauschend sehr

wichtig. Die evaluierung

durch experten

stellte der arbeit

des Teams ein gutes

Zeugnis aus.

Die begleitende Evaluierung war von Anfang an ein wichtiger

Teil von b.rauschend. Flexibilität: Das ist Grundvoraussetzung,

damit ein Projekt wie b.rauschend auch

durchgeführt werden kann. Immer wieder mussten Vorhaben

geändert, Terminpläne umgestoßen und die Kommunikationsstruktur

adaptiert werden.

Im Rahmen der begleitenden Evaluation wurden alle Prozesse

von ExpertInnen unter die Lupe genommen, um für

die Zukunft zu lernen. Befragungen von Jugendlichen und

MentorInnen erlauben eine Aussage darüber, was das Projekt

gebracht hat. Insgesamt wurde b.rauschend von allen

Seiten ein gutes Zeugnis ausgestellt.

Vielbeschäftigte Peers

Eine Hürde im Projekt war, die Jugendlichen zur Teilnahme

am Peercamp und den anderen Veranstaltungen zu motivieren.

Schwindendes Interesse am Projekt, Bedenken der Eltern,

private oder schulische Änderungen, Terminkollisionen:

Gründe für Absagen gab es viele. Das Ziel, mit mindestens

zwei Jugendlichen aus jedem teilnehmenden Verein arbeiten

zu können, wurde aber trotzdem erreicht. Die Strukturen in

den Regionen machten es notwendig, in unterschiedlicher

Intensität mit den einzelnen Vereinen Kontakt zu halten.

Bereits im Rahmen der ersten Klausur des Jahres 2005 musste

vom Projektziel, 2006 ein gemeinsames Fest zu veranstalten,

abgegangen werden. Die Vereine waren zu unterschiedlich.

Als Erfolg versprechender erwies sich die Idee, dass jeder

Verein ein oder mehrere Feste organisiert. Als gemeinsame

b.rauschend

gutes Zeugnis für b.rauschend

Ein Projekt wie b.rauschend braucht auch Evaluierung. Was läuft gut, was kann

verbessert werden? Und was kann man für die Zukunft lernen?

Klammer wurde die Gestaltung einer b.rauschend­Bar vereinbart.

Koordinierungsschwierigkeiten

Die Unterschiedlichkeit der Vereine stellte eines der Hauptprobleme

des Projekts dar: Zum einen waren alle MentorInnen

der Vereine sehr motiviert, zum anderen war es aber

sehr schwierig, alle Personen zu koordinieren. Gemeinsame

Termine zu finden, war eine der großen Herausforderungen.

Auch das Projektverständnis der einzelnen Vereine war

durchaus differenziert. Der Zugang konnte unterschiedlicher

nicht sein: Striktes Alkoholverbot bei Festen im Jugendzentrum,

Alkoholkonsum bei Blasmusikfesten als

selbstverständliche Tradition. Es bedurfte großer Anstrengung,

die beteiligten Personen der verschiedenen Vereine auf

einen einheitlichen Zugang zum Projekt zu bringen. Die Idee

des Projekts wird von den beteiligten Personen in den Vereinen

aber auch nach einiger Zeit noch immer unterschiedlich

interpretiert.

Professionelle Abwicklung

Insgesamt zeigt sich, dass die Arbeit innerhalb des Projekts

sehr professionell geführt wurde. Es ist anzunehmen, dass

sich diese Professionalität auch in den tatsächlichen Auswirkungen

des Projekts in den Regionen und damit im nachhaltigen

Erfolg von b.rauschend niederschlagen wird. Was

durch eine Evaluierung im Anschluss an das Projekt zu überprüfen

sein wird.


.rauschend meDIen Seite 35

der blick von außen: medienpartner

über b.rauschend

Ein Projekt wie b.rauschend braucht Öffentlichkeitsarbeit und mediale Unterstützung.

Nur so können die Botschaften auch an die Menschen in der Region getragen werden.

Wie haben Partner in den Medien b.rauschend erlebt?

Gelungener Tanz auf dem Drahtseil

Beim Tanz auf dem Drahtseil der Marke „Alkohol“

muss die Schrittfolge hundertprozentig

stimmen. Mit lockeren Sprüchen wie „eines haben

wir immer noch getrunken“ steigen sich die

Tanzpartner gegenseitig auf die Zehen, stolpern

und fallen. Bleiben sie aber der Choreographie

treu, muss Alkohol nicht zum Erzfeind des Menschen werden.

Beim Projekt b.rauschend gab es viele Schrittfolgen. Es wurden

mit Informationsveranstaltungen, Workshops und Präsentationen

klare Takte vorgegeben. Dabei wurde nichts überstürzt

und nichts erzwungen; man nahm sich ausreichend Zeit. Bereits

bei der Auftaktveranstaltung wurde klar dargestellt, was

nach drei Jahren das Ergebnis sein soll. Rückblickend war der

Projekttitel b.rauschend auch ein Synonym dafür, sich für eine

Sache begeistern zu können und diese zu Ende zu bringen, ohne

den Enthusiasmus zu verlieren.

Der Abschluss des Projekts b.rauschend ist zugleich ein Anfang:

Der Beginn einer Zukunft, in die ausgelassen getanzt werden

darf – ohne aus dem Gleichgewicht zu kommen oder gar „abzusaufen“.

Andrea Kocher, Bezirksblätter Lungau

b.rauschend hat Signalwirkung

Die Kleine Zeitung hat das Projekt b.rauschend

unterstützt, weil es uns ein Anliegen ist, zu vermitteln,

dass auch ohne Alkohol lustig gefeiert werden

kann bzw. dass mit Alkohol verantwortungsvoll

umgegangen wird. Das hat Signalwirkung

auf andere Jugendliche. Ich wünsche mir, dass

das Projekt auch in anderen Regionen Strahlkraft hat, jedoch

braucht es viel Zeit, um b.rauschend als Marke zu festigen.

Grundsätzlich achten wir in unserer Berichterstattung über den

Umgang mit Alkohol darauf, nach Möglichkeit keine Fotos, die

Erwachsene mit Alkohol zeigen, zu bringen – sie wären sonst

negatives Vorbild für die Jugendlichen. Beim Thema Jugend

und Alkohol überwiegen negative Berichte – einfach weil wir

darüber viel mehr Informationen und Meldungen erhalten.

Andrea Steiner, Kleine Zeitung

Es wurde mehr erreicht als erwartet!

In meiner nun schon beinahe 25­jährigen Tätigkeit

als Redakteur der „Lungauer Nachrichten“

habe ich sehr viele Jugendprojekte starten und

leider meistens bald wieder von der Bildfläche

verschwinden sehen.

Das Projekt „b.rauschend“ hat für mich von Beginn an Ansätze

mitgebracht, die es nicht von vornherein zum Scheitern verurteilten.

Kein erhobener Zeigefinger, kein Geschimpfe und Gezeter

– vielmehr die Einladung an die Jugendlichen, sich selbst

Gedanken über „Jugend und Alkohol“ und Alkoholmissbrauch

zu machen und selbst mitzuarbeiten, Jugendliche für das Thema

Alkohol zu sensibilisieren. Jugendliche lassen sich in diesen Angelegenheiten

eben viel eher etwas von Gleichaltrigen sagen als

von den so genannten „Autoritätspersonen“. Gut war auch das

Grenzüberschreitende der Bezirke Tamsweg und Spittal/Drau.

Es wurde mehr erreicht, als erwartet.

Rupert Bogensperger, Lungauer Nachrichten

Die Jugend gehört unterstützt

Die Oberkärntner Nachrichten haben

b.rauschend begleitet, weil die Jugend unsere

Zukunft ist und unterstützt gehört.

Ich finde es wichtig, dass nicht immer

der Alkohol beim Feiern im Mittelpunkt

steht. Feiern kann ohne Alkohol genauso

lustig sein. Wichtig ist, dass Alkohol mit

Maß und Ziel konsumiert wird.

Oft sind nicht Jugendliche, sondern Erwachsene

betrunken, und leider bekomme

ich immer wieder mit, dass Jugendliche

von Erwachsenen zum Trinken animiert

werden. Erwachsene sollten sich viel

mehr ihrer Vorbildwirkung bewusst sein.

Peter Schober, Oberkärntner Nachrichten

b.rauschend hat

Vorzeigecharakter

sn 31. märz 2006

Für den ORF­Kärnten ist das Projekt

b.rauschend deshalb von Interesse, weil

es Vorzeigecharakter hat in Bezug auf

den Umgang mit Alkohol und die Organisation

von Festen. Jugendliche lernen

Verantwortung zu übernehmen.

Bei der Tropical Night im Kolbnitzer

Schwimmbad konnte ich feststellen, dass

sehr großes Interesse von jungen Leuten

an dem, was die b.rauschend­Reißeck­

Lungauer nachrichten 01. Dezember 2005

Gemeindejugend macht, besteht. Das

ORF­Team war überrascht über die vielen Besucher – waren

doch mehrere hundert Jugendliche da – und wie gut alles organisiert

war. Jugendliche brauchen sinnvolle Beschäftigung und

Anerkennung für das, was sie schaffen.

Konrad Weixelbraun, ORF-Kärnten


Seite 36 WIssen & unTerhaLTunG

lese- und Filmtipps zum thema alkohol,

Sucht und drogen

b.rauschend

Lese-Tipp HIGHMAT – Erzählkreise zu Jugend,

Lese-Tipp Stark ohne Stoff. Alles über Drogen

Rausch und Risiko Gerald Koller

Trude Ausfelder

Dem Buch liegt das Motto „Wer nicht

vom Weg abkommen will, bleibt auf der

Strecke“ zu Grunde: In drei Erzählkreisen

werden Tabus in Frage gestellt, rauschhafte

Erlebnisse – nicht aber die Sucht – als

Ressource für eigenverantwortliches, individuelles

Lebensglück und gelingende Beziehungen

postuliert – sowie die Basis für

einen bewussten Umgang mit Rausch und

Risiko gelegt. Dieses Buch ist nicht nur für PädagogInnen geschrieben,

sondern für alle jene, die sich mit diesem brisanten

Thema bewusst auseinandersetzen wollen. Nach der Lektüre

erscheint dann so manches in ganz anderem Licht.

Lese-Tipp

Die Liebe und der Suff ...

Schicksalsgemeinschaft Suchtfamilie

Dr. med. Helmut Kolitzus

AlkoholikerInnen und ihre PartnerInnen,

Kinder, FreundInnen sind die Zielgruppe

dieses Buches, das sich gegen die Bagatellisierung

der Alkoholkrankheit wendet. Der

Autor zeigt auch Wege aus der Sucht auf

und unterstützt die Betroffenen mit hilfreichen

Tipps für den Alltag.

Die Journalistin und Autorin hat mit

den beiden Jugendratgebern „Alles

was Mädchen wissen wollen“ und

„Alles was Jungen wissen wollen“

gezeigt, dass sie versteht, Fragen und

Probleme Jugendlicher sachlich und

verständlich darzustellen. Das ist auch

die Stärke ihres neuen Buches zum

Thema Drogen. Es ist ein Buch für

Jugendliche und Erwachsene, für Gefährdete,

Betroffene und ihre Familien, das keine Patentrezepte

vermittelt, aber vielfältige Gesprächsanstöße und

Hilfen anbietet.

Film-Tipp

Einschläge.

Wenn die Chemie beim Feiern stimmt.

DVD oder Video

Drei junge WuppertalerInnen haben versucht,

den Zusammenhang zwischen Technoszene

und der Partydroge Ecstasy zu ergründen.

Wochenende für Wochenende besuchten sie

Partys, knüpften Kontakte zu Gästen, DJs

und Veranstaltern und sprachen mit ehemaligen

und aktuellen DrogennutzerInnen.

Außerdem werden Präventions­ und Aufklärungsmöglichkeiten

angesprochen.

Film-Tipp Viertelliterklasse / DVD oder Video

Film-Tipp Kanacks & Drugs

Roland Düringer

DVD oder Video

Stellen Sie sich vor, Sie werden nach den

Ereignissen des gestrigen Tages gefragt,

und Sie wissen nicht einmal, wann gestern

war ... Bei einer Firmenweihnachtsfeier treffen

die aus verschiedenen sozialen Schichten

stammenden Herren Frust, Angst, Zorn

und Stress aufeinander. Vereint durch den

gemeinsamen Alkoholspiegel begeben sich

diese unterschiedlichen Charaktere zu später

Stunde gemeinsam auf die Jagd. Im Visier: Sybille, die

Chefsekretärin. In einer Bar eskaliert die Situation, man verliert

den Rest an Würde und Kontrolle und es kommt zur

unvermeidlichen Katastrophe.

Der Film zeigt aus junger, subjektiver Perspektive

Informationen, Erfahrungen und

Meinungen über das Leben mit Drogen zwischen

den Kulturen. Die Jugendlichen erzählen

von ihren unterschiedlichen Suchtverläufen,

vom Dealen und den sich verändernden

Beziehungen zu ihren Familien, von den

Erfahrungen mit Polizei und Gericht und

dem (Drogen)Leben im Knast, vom Ausstieg von der illegalen

harten Droge zu Methadon, zu anderen weichen Drogen

oder zur Abstinenz, zum Engagement gegen die Sucht. Sie

beschreiben, was und wer ihnen in ihren harten Suchtphasen

geholfen hat und wer nicht.


.rauschend

Reflexion bei einem guten Glas Wein:

Waltraud, Heidi, Lydia, Claudia und Manfred

bei der abendlichen Besprechung.

Die Burg Finstergrün in Ramingstein bot den idealen

Rahmen für das erste (Arbeits-) Treffen.

Verteilen von Sternspritzern

macht nicht nur Spaß, sondern

auch nachdenklich..

„look at your friends“: ein selbstverständliches

Service im Projekt.

Projektarbeit kann ganz

schön anstrengend sein

– manchmal braucht es

eine kleine Pause.

ImpressIOnen Seite 37

Ein erstes spannendes, informatives und

lustiges Treffen aller Peers aus Spittal

und dem Lungau.

Genuss und Spaß beim Grillfest der

Lungauer.


Seite 38 seITenBLIcKe

Christian Gfrerer - Mentor

bei der Trachtenmusikkapelle

Unternberg.

Bildungsfrühschoppen mit Gerald Koller und

b.rauschend Barteam vom Spittaler Jugendzentrum.

Katrin und Karin Wirnsperger –

zwei Peers aus dem Lungau in Aktion.

b.rauschend

Drei Jahre b.rauschend im Bild

Die BORG-Barcrew Ana Maria,

Karina, Uli und Emina.

Voller Einsatz beim Sautrogrennen

in Unternberg.

Charmed red cross girls aus dem Lungau.

Carola König, Daniela Grießner, Christina

Wieland und JRK-Helferinnen.

„Galgenhumor“

Elke und Martin als verzogene

Jugendliche im Rollenspiel.

Dancings Stars Birgit Höhr

und Martin Feistritzer.


.rauschend

Auch das ist Festkultur: Lagerfeuerromantik für

das b.rauschend-Team.

Starke Ansage bei der Peercamp-Party:

Lukas Schachner und Bernhard Aichholzer.

Ich wusste schon

immer, wann es genug

ist.“ Florian Wirnsperger

und Philip Santner.

Zeit zum Abtanzen:

Chrisi & Romana im

Jugendzentrum.

Das b.rauschend-Paar Rupi

und Irene.

Christoph Santner, Elisabeth Aigner und Katrin

Wirnsperger bei der Nachtwanderung während

des Peercamps in Berndorf.

seITenBLIcKe Seite 39

Mit verbundenen Augen zu mehr Erkenntnis

– Im Heldenwald in Berndorf.

„Entspannung macht selig und ist gesund!“

Es schmeckt auch alkoholfrei: Emina Cavkic vom

Jugendzentrum Spittal/Drau mixt coole Drinks.


.rauschend-Tipps

für gelungene Feste & Trinkkultur

Ein Ein Fest Fest ist ist so so gut gut wie wie

seine seine Vorbereitung!

Vorbereitung!

Eine Eine Eine ‚Schwelle“ ‚Schwelle“ ‚Schwelle“ mit mit mit einer einer einer speziellen speziellen speziellen Begrüßung Begrüßung Begrüßung macht macht macht den den den

Übergang Übergang Übergang vom vom vom Alltag Alltag Alltag zum zum zum Fest Fest Fest deutlich deutlich deutlich und und und stimmt stimmt stimmt die die die

Gäste Gäste Gäste auf auf auf den den den besonderen besonderen besonderen Abend Abend Abend / / / Anlass Anlass Anlass ein. ein. ein. Veranstalter

Veranstalter

Veranstalter

erhalten erhalten erhalten dadurch dadurch dadurch einen einen einen ersten ersten ersten Überblick Überblick Überblick über über über die die die

Zusammensetzung Zusammensetzung Zusammensetzung des des des Festpublikums.

Festpublikums.

Festpublikums.

Feste brauchen ein Motto, passende

Dekoration und Höhepunkte: Ein Programm

mit Einlagen, Spielen und anderen

Aktivitäten ergänzt Musik, Tanz, Essen und

Trinken.

Bars Bars sind sind die die hot hot spots spots eines eines

gelungenen gelungenen Festes. Festes. Hier Hier

entscheidet entscheidet sich, sich, ob ob es es einen einen

riskanten riskanten oder oder genussvollen

genussvollen

Umgang Umgang mit mit Alkohol Alkohol gibt. gibt.

Die Die Die Einhaltung Einhaltung Einhaltung der der der

Jugendschutzbestimmungen

Jugendschutzbestimmungen

ist ist ist ein ein ein besonderes

besonderes

besonderes

Anliegen. Anliegen.

Nachttaxis Nachttaxis oder oder Shuttle Shuttle

dienste dienste erleichtern erleichtern das das

Heimkommen.

Heimkommen.

Heimkommen.

‚Look ‚Look ‚Look at at at your your your friends“ friends“ friends“ ist ist ist

Grundprinzip Grundprinzip eines eines schönen schönen

Fests. Fests.

Betrunkene Betrunkene erhalten erhalten keine keine

alkoholischen alkoholischen Getränke. Getränke.

b.rauschend-Bars b.rauschend-Bars zeigen zeigen Alternativen Alternativen zu zu harten harten

Getränken Getränken und und unkontrollierten unkontrollierten Mengen Mengen von von Bier Bier und und

Wein Wein auf: auf: zum zum Fest Fest passende passende Cocktails, Cocktails, alkoholfreie

alkoholfreie

oder oder oder -arme -arme -arme Drinks Drinks Drinks zu zu zu jugendfreundlichen jugendfreundlichen jugendfreundlichen Preisen. Preisen. Preisen.

Barkarten Barkarten und und Dekoration Dekoration sorgen sorgen für für gehobene gehobene Atmosphäre.

Atmosphäre.

Projektleiterin Nicole Rögl steht unter +43 / 662-84 92 91-41, n.roegl@akzente.net für Informationen zur Verfügung bzw. vermittelt weiter an

entsprechende ProjektmitarbeiterInnen.

Für alle weiteren Anliegen zur Suchtvorbeugung in Kärnten:

Amt der Kärntner Landesregierung, Abt. 12, Landesstelle Suchtprävention,

Bahnhofsstraße 24, 5. Stock, 9020 Klagenfurt,

T: 050/536-31282, F: 050/536-31280,

e-mail: abt12.spraev@ktn.gv.at, www.suchtvorbeugung.ktn.gv.at

Für alle weiteren Anliegen zur Suchtvorbeugung in Salzburg:

Akzente Suchtprävention – Fachstelle für Suchtvorbeugung Salzburg,

Glockengasse 4c, 5020 Salzburg,

T: 0662/84 92 91-44, F: 0662/84 92 91-22,

e-mail: supra@akzente.net, www.akzente.net

Partykultur Partykultur braucht braucht auch auch

Platz Platz für für Entspannung:

Entspannung:

eine eine Chill-out-Zone Chill-out-Zone bebewährtwährt sich sich dafür dafür sehr. sehr.

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