GdP aktiv 2011-04-06 - GdP Mannheim
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Ausgabe 14<br />
<strong>06</strong>.<strong>04</strong>.<strong>2011</strong><br />
<strong>GdP</strong>-Arbeitsgruppe<br />
tagte:<br />
Gewerkschaftspraktiker<br />
analysierten<br />
Vor-Ort-Arbeit bei<br />
Personalratswahlen<br />
( Titelseite )<br />
Scheinbar kein<br />
Einzelfall:<br />
Bundeskanzlerin<br />
Angela Merkel wollte<br />
auch in Bayern keine<br />
uniformierte Polizei<br />
bei der<br />
Landesgartenschau<br />
sehen<br />
( Seite 2 )<br />
Kostenexplosion:<br />
Droht Stuttgart 21<br />
das Aus?<br />
( Seite 2 )<br />
Zweifel an<br />
Inspekteur Schneider:<br />
Aufarbeitung:<br />
Grünen-Politiker<br />
stellen bei der internen<br />
Untersuchung<br />
des Polizeieinsatzes<br />
die Objektivität<br />
in Frage<br />
( Seite 3 )<br />
Dienstzeit in Berlin<br />
läuft aus:<br />
Inspekteur der<br />
Polizei Schneider will<br />
Polizeipräsident in<br />
Berlin werden<br />
( Seite 4 )<br />
Gottseidank ist die<br />
Pilotphase vorbei:<br />
Elektronisches<br />
Wachbuch<br />
nicht effektiv?<br />
( Seite 5 )<br />
Impressum:<br />
Gewerkschaft der Polizei<br />
Kreisgruppe <strong>Mannheim</strong>,<br />
Vorstandschaft, B 6, 4-5<br />
69159 <strong>Mannheim</strong><br />
Tel.: <strong>06</strong>21/174-4226<br />
Fax: <strong>06</strong>21/174-4299<br />
Info@gdpmannheim.de<br />
www.gdpmannheim.de<br />
Teilnehmer der Arbeitsgruppe v.l. Ute Huber (<strong>GdP</strong>-Geschäftsstelle), Robert Silbe, Thomas Mohr,<br />
Angelika Burckhardt (<strong>GdP</strong>-Geschäftsstelle) Harald Ziuber und Rüdiger Seidenspinner.<br />
Foto: kno (<strong>GdP</strong> )<br />
<strong>GdP</strong>-Arbeitsgruppe tagte:<br />
Gewerkschaftspraktiker analysierten<br />
Vor-Ort-Arbeit bei Personalratswahlen<br />
Gerade die letzten Personalratswahlen<br />
haben gezeigt, dass viele<br />
Formalitäten, Termine und interne<br />
Abwicklungen verbesserungsfähig<br />
sind. Auch unterschiedliche Auslegungen<br />
des LPVG bei den einzelnen<br />
Wahlvorständen sorgte Vor<br />
Ort für viel Verwirrung. Gerade<br />
aus diesem Grund trat nun eine<br />
<strong>GdP</strong>-Arbeitsgruppe „Personalratswahlen“<br />
zusammen um einen<br />
besseren Ablauf zu optimieren.<br />
Unter der Leitung von Rüdiger<br />
Seidenspinner analysierten die<br />
Teilnehmer, die sich aus <strong>GdP</strong>‘lern<br />
der Basis wie auch aus <strong>GdP</strong>-<br />
Geschäftsstellenmitarbeiterinnen<br />
zusammensetzte, die Abläufe bei<br />
der letzten Personalratswahl.<br />
Gerade der teilweise umständliche<br />
Formularaufwand hat so<br />
manchen an die Grenzen des<br />
Machbaren gebracht. Nun wollen<br />
wir aus Fehlern lernen. Deshalb<br />
Rechtschreibfehler sind gewollt und dienen zur allgemeinen Belustigung.<br />
Wer einen findet, darf ihn behalten. Wir haben genug davon.<br />
wird die Arbeitsgruppe Vorschläge,<br />
Verbesserungen und Effektivität<br />
erarbeiten, die dann den Kreisgruppen<br />
vorgestellt wird.<br />
Bereits die erste Sitzung in der<br />
letzten Woche zeigte, dass wir da<br />
auf einem gutem Weg sind und<br />
erste Teilergebnisse liegen bereits<br />
vor. Auch wollen wir eine einheitliche<br />
Abwicklung der Kandidatenlisten<br />
bei den Wahlvorständen erreichen,<br />
denn das LPVG gilt überall.
Ausgabe 14 vom <strong>06</strong>.<strong>04</strong>.<strong>2011</strong><br />
Scheinbar kein Einzelfall:<br />
Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte auch in Bayern keine<br />
uniformierte Polizei bei der Landesgartenschau sehen<br />
In der letzten Ausgabe der <strong>GdP</strong> Digital<br />
(Nr. 13, vom 28.03.<strong>2011</strong>) hatten<br />
wir darüber berichtet, dass bei<br />
einer Lageeinweisung, anlässlich<br />
der CDU Wahlkampfveranstaltung<br />
in <strong>Mannheim</strong>, von den Begleitkräften<br />
der Bundeskanzlerin an die<br />
<strong>Mannheim</strong>er Polizei eine Weisung<br />
erteilt wurde, die wir kaum glauben<br />
können. Demnach würde die Bundeskanzlerin<br />
„allergisch“ auf uniformierte<br />
Polizei reagieren, egal ob in<br />
grün oder blau. An sicherheitsrelevanten<br />
Punkten sollten die uniformierten<br />
Einsatzkräfte sich entfernen,<br />
bevor die Bundeskanzlerin die<br />
Örtlichkeiten betritt.<br />
Dies verärgerte die eingesetzten<br />
Kolleginnen und Kollegen. Der<br />
<strong>Mannheim</strong>er <strong>GdP</strong>-Vorsitzende Thomas<br />
Mohr, der bei dem Einsatz dabei<br />
war, hatte den CDU-<br />
Generalsekretär Thomas Strobel<br />
angeschrieben und erhielt bislang<br />
keine Antwort.<br />
Nach unserem letzten Artikel erhielten<br />
wir folgende Zuschrift, die<br />
wohl belegt, dass an der Sache tatsächlich<br />
was dran ist.<br />
Ein Kollege aus Bayern schreibt:<br />
Hallo Kollegen/-innen,<br />
ich bin Polizeibeamter in Bayern<br />
und <strong>GdP</strong>-Mitglied. Mit Interesse<br />
habe ich Euren Artikel in der <strong>GdP</strong>-<br />
Digital Nr. 13/11, bei dem es um<br />
die Allergie unserer Bundeskanzle-<br />
Kostenexplosion - droht<br />
Stuttgart 21 das Aus?<br />
Das milliardenteure Bahnprojekt<br />
"Stuttgart 21" birgt womöglich mehr<br />
Kosten- und Baurisiken als von der<br />
Bahn bislang behauptet. Dies gehe aus<br />
einer bahninternen Studie hervor, berichtet<br />
der "Stern". Dem Magazin liegt<br />
nach eigenen Angaben ein Dossier zum<br />
Umbau des Bahnhofs vor, das 121 Risiken<br />
auflistet. 48 davon könnten zusätzliche<br />
Kosten von bis zu 1,264 Milliarden<br />
Euro verursachen. Das würde den Kostenrahmen<br />
von 4,5 Milliarden Euro<br />
deutlich überschreiten. Dieser wurde bei<br />
der Schlichtung zwischen Bahn und<br />
Bundeskanzlerin Angela Merkel, hier beim 23. <strong>GdP</strong>-Bundeskongress 20<strong>06</strong> in Berlin,<br />
lässt sich in der Öffentlichkeit gerne mit uniformierten Polizisten fotografieren.<br />
Foto: <strong>GdP</strong> (Archiv)<br />
rin auf Uniformträger ging. Diese<br />
Allergie bestand auch schon im<br />
September 2008, als ich bei einem<br />
Besuch von Frau Merkel auf dem<br />
Landesgartenschaugelände in Neu-<br />
Ulm eingesetzt war. Auch hier<br />
mussten weitgehend alle Uniformierten<br />
aus dem näheren Blickfeld<br />
"verschwinden". Vermutlich erreichen<br />
Euch noch mehr Bestätigungen<br />
dieser "Praxis". Gut, dass ihr<br />
das öffentlich macht.<br />
Kollegiale Grüße<br />
(Name der Redaktion bekannt)<br />
Politik unter der Regie von Heiner Geißler<br />
als Obergrenze vereinbart. Bahnchef<br />
Rüdiger Grube erklärte dem "Stern"<br />
dazu: "Wir werden unsere Schmerzgrenze<br />
von rund 4,5 Milliarden Euro<br />
nicht überschreiten". Also seien<br />
"Spekulationen über Kostensteigerungen<br />
schlichtweg haltlos".<br />
Es sei "ein Beleg professioneller<br />
Arbeit, alle erdenklichen Risiken in Betracht<br />
zu ziehen und zu bewerten, um<br />
anschließend gegenzusteuern". Das 130<br />
Seiten umfassende Dossier mit dem<br />
Titel "Chancen und Risiken" bestätigt<br />
laut "Stern" viele der von Stuttgart-21-<br />
Kritikern vorgebrachten Bedenken. Etwa,<br />
dass der Baugrund tückisch sei,<br />
Wenn ihr ähnlich Erfahrungen gemacht<br />
habt, dann schreibt uns ein<br />
Feedback. Mal schauen, ob wir<br />
demnächst von der CDU eine Rückmeldung<br />
auf unser Email bekommen.<br />
dass die geplante Bahnstation am Flughafen<br />
nicht "ausreichend leistungsfähig"<br />
sei, oder dass für den Bau noch viele<br />
Grundstücke fehlten.<br />
Zudem fand sich der Studie zufolge<br />
trotz Ausschreibung keine Firma, die<br />
einen Tunnel bei Stuttgart-Cannstatt<br />
bohren will. Die Bohrarbeiten seien in<br />
dem schlüpfrig-löchrigen Untergrund<br />
hoch kompliziert, man müsse unter dem<br />
Fabrikgelände von Daimler arbeiten,<br />
sagte ein Vertrauter des Projektleiters<br />
dem Magazin.<br />
Demnach könne immer Unvorhergesehenes<br />
passieren, und keiner möchte<br />
riskieren, dass die Autoproduktion still<br />
steht. (Quelle: www.t-online.de)
Ausgabe 14 vom <strong>06</strong>.<strong>04</strong>.<strong>2011</strong><br />
Zweifel an Inspekteur Schneider<br />
Aufarbeitung: Grünen-Politiker stellen bei der internen Untersuchung des Polizeieinsatzes<br />
die Objektivität in Frage Quelle: Stuttgarter Nachrichten (von Markus Heffner)<br />
Gestern hat die Expertenrunde<br />
erstmals getagt, die den Polizeieinsatz<br />
vom 30. September intern<br />
nachbereiten soll. Geleitet wird die<br />
Kommission, wie berichtet, von<br />
Polizeiinspekteur Schneider—was<br />
nun für einige Kritik sorgt.<br />
Gerade Schneider habe den Einsatz<br />
immer wieder als angemessen<br />
und verhältnismäßig bezeichnet,<br />
erklärte gestern Uli Sckerl, der für<br />
die Grünen-Fraktion im Untersuchungsausschuss<br />
saß. Es dürfe daher<br />
die Frage nach der Objektivität<br />
der Untersuchung gestellt werden,<br />
so Sckerl.<br />
Genau hinschauen will auch die<br />
SPD-Fraktion. Viel zulange sei<br />
nichts passiert, nach der Wahl gebe<br />
es auf einmal Bewegung, so der<br />
SPD-Obmann Andreas Stoch. „Die<br />
Kommission muss jetzt zeigen, ob<br />
es ihr mit objektiver Aufklärung<br />
ernst ist.“<br />
Laut Innenministerium fiel die<br />
Wahl auf Schneider, nach dessen<br />
Urteil der Einsatz „sehr auf Deeskalation<br />
ausgerichtet“ war, weil er der<br />
ranghöchste Polizeivollzugsbeamte<br />
und einsatzerfahren ist“. Er sei daher<br />
prädestiniert, so die Sprecherin<br />
Alice Loyson-Siemering. Natürlich<br />
werde Landespolizeipräsident Wolf<br />
Dienstzeit in Berlin läuft aus<br />
Quelle: www.behoerden-spiegel.de vom 28.03.<strong>2011</strong><br />
Die Dienstzeit<br />
des BerlinerPolizeipräsidenten<br />
D i e t e r<br />
Glietsch<br />
(Foto) läuft<br />
endgültig am<br />
31. Mai aus<br />
und lässt<br />
sich nicht<br />
verlängern.<br />
Ein Nachfolger<br />
ist noch<br />
nicht gefunden und es wird sich<br />
nach Aussagen von Innensenator<br />
Ehrhart Körting auch erst im Mai<br />
ein Nachfolger finden.<br />
Die Obmänner des Untersuchungsausschusses zur Aufklärung des Polizeieinsatzes<br />
im Schlossgarten Hans-Ulrich Sckerl (Grüne) und Andreas Stoch (SPD)<br />
Bewerbungen gab es zahlreiche,<br />
auch zurückgezogene. Sollte es<br />
wegen Konkurrentenklagen bis Ende<br />
Mai keine Nachbesetzung geben,<br />
übernimmt Magarete Koppers,<br />
ständige Vertreterin des Polizeipräsidenten<br />
seit März 2010, kommissarisch<br />
das Amt, womöglich auch<br />
endgültig. In Berlin möchte man<br />
einerseits eine interne Besetzung<br />
durchaus sehen, andererseits will<br />
man einen gestandenen Polizisten<br />
als Polizeipräsidenten. Im Rennen<br />
ist noch der ehemalige Polizeipräsident<br />
des Bundesgrenzschutzpräsidiums<br />
Ost, Udo Hansen, dem gute<br />
Chancen eingeräumt werden. Er<br />
schied nach Dissonanzen mit dem<br />
Hammann, der sich mehrfach kritisch<br />
zum Einsatz äußerte, in der<br />
Runder aber nicht vertreten ist, die<br />
Arbeit der Kommission begleiten.<br />
Quelle: Stuttgarter-Nachrichten<br />
Innenminister Wolfgang Schäuble<br />
seinerzeit aus dem Amt und beriet<br />
zwischenzeitlich das BKA.<br />
Auch beworben haben soll<br />
sich der Inspekteur der Polizei<br />
von Baden-Württemberg, Dieter<br />
Schneider.<br />
Der gilt im Polizeipräsidium nach<br />
den Auseinandersetzungen um<br />
Stuttgart 21 jedoch als keine präferierte<br />
Lösung für Berlin, das wieder<br />
einen heißen 1. Mai erwartet. Personelle<br />
Veränderungen hat es derweil<br />
an der Berliner Polizeispitze<br />
schon gegeben: Seit 15. April heißt<br />
der neue Leiter des Staatsschutzes<br />
Christian Steiof.
Ausgabe 14 vom <strong>06</strong>.<strong>04</strong>.<strong>2011</strong><br />
Gottseidank ist die Pilotphase vorbei:<br />
Elektronisches Wachbuch nicht effektiv?<br />
Von Harald Ziuber (Vorsitzender der <strong>GdP</strong>-Kreisgruppe Schwarzwald-Baar-Kreis / Villingen-Schwenningen)<br />
Die Pilotphase für das Elektronische<br />
Wachbuch (ELWA) bei der Polizei<br />
BW lief zum 1. April <strong>2011</strong> aus. Und<br />
das ist mehr als gut so ! Die an der<br />
Basis der Pilotdienststelle der Polizeidirektion<br />
Villingen-Schwenningen<br />
(PD VS) mit dem ELWA belasteten<br />
Kolleginnen und Kollegen atmen<br />
auf!<br />
In einer durch die ehemalige CDU-<br />
Sicherheitspolitik verursachten Situation,<br />
wo das mittlerweile überalterte<br />
Personal an allen Ecken und<br />
Enden, gerade auch in den Polizeiwachen<br />
und vor allem auf der Straße<br />
fehlt, fällt nun seit dem 1.<br />
April endlich eine unnötige Zusatzbelastung<br />
für den sowieso schon<br />
geschwächten und überalterten<br />
Streifendienst weg.<br />
Eine aktuelle Umfrage des ÖPR<br />
der PD VS oder der Personalräte in<br />
den Streifendiensten der PD VS<br />
bracht es auf den Punkt :<br />
„ELWA, ein NSI / SAP -<br />
Abfallprodukt gehört<br />
auf den Müll !<br />
Gottseidank ist die<br />
Pilotphase vorbei.“<br />
Daten, welche im ELWA mühevoll<br />
und personalintensiv erfasst<br />
werden, sind bereits durch andere<br />
Systeme wie Interflex, Zeus und<br />
Viadux erfasst!<br />
ELWA, als ein NSI / SAP-<br />
Abfallprodukt, ist mit den anderen<br />
polizeilichen Systemen, u.a. auch<br />
das neu eingeführte ComVor oder<br />
mit dem Wachprogramm Viadux<br />
nicht kompatibel. Eine für die<br />
Basis zufriedenstellende Lösung der<br />
Schnittstellenproblematik zeichnet<br />
sich nicht ab ! Nicht einmal das<br />
DUZ lässt sich mit ELWA abrechnen,<br />
geschweige denn erfassen.<br />
Dies, obwohl man bei der PD VS<br />
schon seit Jahren die elektronische<br />
Arbeitszeiterfassung Interflex eingeführt<br />
hat! Aufgrund der Personalknappheit<br />
und insbesondere<br />
der fehlenden Wachhabenden<br />
auf den Polizeirevieren der PD<br />
Kein Auslaufmodell? - Das herkömmliche Wachbuch der Polizei. Foto: TM (<strong>GdP</strong>)<br />
VS ist eine Erfassung der Aufträge<br />
/ Tätigkeiten / Zellenkontrollen<br />
durch die Dienstgruppen nur<br />
mit Zeitverzügen möglich. Handaufschriebe<br />
zur lückenlosen Dokumentation<br />
sind deshalb nach wie<br />
vor notwendig und mit einem weiteren<br />
Zeitaufwand verbunden. Das<br />
alte Wachblatt tut es also auch und<br />
ist effektiver!<br />
Zudem ist die SAP-Software bedienerunfreundlich.<br />
Um beispielsweise<br />
einen einfachen Auftrag zeitlich<br />
zu erfassen, bedarf es dreier<br />
zeitaufwändiger Arbeitsschritte.<br />
Gerade auf den Revieren der PD<br />
VS, wo es aufgrund der Personalknappheit<br />
keine festen Wachhabende<br />
gibt und das Führen und die<br />
Pflege des ELWA durch die Dienstgruppen<br />
so neben dem Dienstbetrieb<br />
herläuft, spürt die eh schon<br />
geplagte Basis im Streifendienst<br />
durch die ELWA-Einführung<br />
keinerlei Synergieeffekte. Im<br />
Gegenteil! Stellt man eine betriebswirtschaftliche<br />
Nutzen-Kosten-<br />
Aufwand-Analyse einander<br />
gegenüber, so bringt das ELWA<br />
schlicht und einfach eine unnütze<br />
Mehrbelastung mit sich! Synergieeffekte<br />
gleich null -<br />
Kontrollmöglichkeit aber gleich<br />
unendlich!<br />
Was gerade deshalb den remonstrierenden<br />
<strong>GdP</strong>-Personalräten und<br />
den Kolleginnen und Kollegen in der<br />
PD VS aber noch mehr als sauer<br />
aufstößt, und sprichwörtlich auf die<br />
Palme bringt, ist die Tatsache der<br />
Zweckentfremdung des ELWA als<br />
weitere Kontrollmöglichkeit im Sinne<br />
der NSI! Und das schon jetzt in<br />
der Pilotphase!<br />
Erinnern wir uns doch einmal:<br />
Getreu unseren Leitbildern in der<br />
Polizei bestimmen ja eigentlich<br />
"Recht und Gesetz unser Handeln" .<br />
Dass diese Rechtsbindung nicht nur<br />
im Außenverhältnis mit der Bevölkerung,<br />
sondern auch im Innenverhältnis<br />
im Sinne eines respektvollen<br />
Umgangs miteinander zwischen<br />
Dienstvorgesetzten und seinen<br />
Mitarbeitern seine Gültigkeit<br />
haben sollte, müsste eigentlich<br />
eine Selbstverständlichkeit sein.<br />
Wenn "Recht und Gesetz unser
Ausgabe 14 vom <strong>06</strong>.<strong>04</strong>.<strong>2011</strong><br />
Fortsetzung von Seite 4:<br />
Handeln" bestimmen, ja, dann<br />
müssten eigentlich auch Dienstvereinbarungen<br />
mit verbindlichem<br />
Rechtscharakter, die zwischen den<br />
Personalvertretungen und den<br />
Dienststellen ausgehandelt und<br />
vereinbart wurden, eingehalten<br />
und beachtet werden. Leider<br />
Fehlanzeige i.S. ELWA! Zumindest<br />
in der PD VS!<br />
Durch die Tatsache , dass auf<br />
Anordnung der Führung in der Pilotdienststelle<br />
PD VS durch das<br />
ELWA eine erweiterte spezifizierte<br />
Erfassung der Außendiensttätigkeiten<br />
praktiziert werden musste,<br />
wurde nach Auffassung der <strong>GdP</strong>-<br />
Personalräte in der PD VS die vereinbarteELWA-Dienstvereinbarung,<br />
insbesondere die<br />
vereinbarten ELWA-Katalogbegriffe<br />
zwischen dem HPR und<br />
dem IM ganz klar ausgehebelt, ja<br />
missachtet.<br />
Erkenntnis: Die regelmäßig zitierten<br />
Leitbilder sind leider<br />
wieder einmal das Papier nicht<br />
wert, auf welchem sie stehen! Auch<br />
die Glaubwürdigkeit der Aussage<br />
des ehemaligen CDU-<br />
Innenministers Rech in der Kleinen<br />
Anfrage des Abgeordneten<br />
Sckerl / Grüne vom 15.12.10<br />
"darüber hinaus wurden die jeweiligen<br />
örtlichen Personalvertretungen<br />
aller Pilotdienststellen eingebunden"<br />
steht somit im Widerspruch,<br />
denn trotz Remonstration<br />
der örtlichen <strong>GdP</strong>-Personalräte<br />
musste in der Pilotphase auf Anordnung<br />
der PD VS unter Umgehung<br />
der HPR-IM-Vereinbarung bis<br />
zur Beendigung der Pilotphase<br />
eine erweiterte spezifizierte<br />
Tätigkeitserfassung und damit als<br />
erweiterte Kontrollmöglichkeit<br />
erfolgen. Wie auch offiziell im<br />
Polizei-Online aktuell zu lesen war,<br />
wird das ELWA auch bei der Pilotdienststelle<br />
PD Böblingen / Polizeirevier<br />
Leonberg hinterfragt. Nach<br />
Ansicht des Leonberger Revierleiters<br />
Markus Geistler lassen die<br />
Übersichtlichkeit und die Funktionalität<br />
des ELWA-Programmes zu<br />
wünschen übrig.<br />
Zitat: "Ich bin weit davon entfernt,<br />
derzeit das Programm für andere<br />
zu empfehlen", konstatierte<br />
er . Nicht nur der Leonberger Revierleiter,<br />
viele Personalratsmitglieder<br />
und der PD-Leiter sahen es<br />
auch so und fanden die Zweck-/<br />
Nutzen-Relation hinterfragenswürdig.<br />
Hoffentlich war die Beendigung<br />
der Pilotphase zum 1. April kein<br />
Aprilscherz!<br />
<strong>GdP</strong> im Gespräch mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann:<br />
Übereinstimmende Ablehnung von Kennzeichnungspflicht<br />
bei der Polizei<br />
München. Im Gespräch mit Bayerns<br />
Staatsminister des Innern, Joachim<br />
Herrmann, thematisierten <strong>GdP</strong>-<br />
Bundesvorsitzender Bernhard Witthaut<br />
und der bayerische <strong>GdP</strong>-<br />
Landesbezirksvorsitzende Helmut<br />
Bahr die hohe Belastung der polizeilichen<br />
Einsatzkräfte im Land.<br />
Witthaut erörterte Innenminister<br />
Hermann zudem <strong>GdP</strong>-Positionen<br />
zur viel diskutierten Kennzeichnungspflicht<br />
bei der Polizei und zur<br />
Auslandsverwendung von Polizeibeamtinnen<br />
und -beamten. Minister<br />
Herrmann hatte bereits Ende letzten<br />
Jahres ausgeschlossen, dass<br />
bayerische Einsatzkräfte bei unterstützenden<br />
Einsätzen außerhalb<br />
Bayerns Namensschilder trügen.<br />
Auch bei dem nun zu den Akten<br />
gelegten Plan der Fusion von Bundeskriminalamt<br />
und Bundespolizei<br />
hatten sich Minister Herrmann und<br />
<strong>GdP</strong> frühzeitig ablehnend geäußert.<br />
Teils übereinstimmende Positionen: Bayerns Staatsminister Joachim Herrmann<br />
(2.v.l.) im Gespräch mit <strong>GdP</strong>-Chef Bernhard Witthaut (2.v.r.) Weiter im Bild: Landespolizeipräsident<br />
Waldemar Kindler (r.) und der bayerische <strong>GdP</strong>-Vorsitzende Helmut<br />
Bahr (l.) Foto: <strong>GdP</strong>-Bayern