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interreg.rise.de

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RISE

Regional Identity and culture, Strengths development

and Environment action

Ein Gemeinschaftsprojekt des Landkreises Deggendorf

(Deutschland), des EU-Regionalmanagements Obersteiermark

West (Österreich) und des Espace Mittelland (Schweiz)

Komponente 2

Kultur und Identität

Unterstützt von der

Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Inhaltsverzeichnis

1 DAS PROJEKT RISE

2 KURZBESCHREIBUNG DER KOMPONENTE

3 SACHSTAND

4 REGIONENBESCHREIBUNGEN

4.1 Regionale Profile

4.1.1 Landkreis Deggendorf / Teilraum Deggendorf/Plattling

4.1.2 Regionalmanagement Obersteiermark-West / Aichfeld-Murboden

4.1.3 Espace Mittelland / Kooperationsraum Seeland - Jurasüdfuß – Jura Bernois

4.2 Regionenvergleich

5 GOOD PRACTICES

5.1 Good Practices in den Regionen

5.1.1 ArtCanal

5.1.2 Kulturspur

5.1.3 Würzingerhaus Außernzell

5.1.4 Künstlersymposium am Bogenbach

5.1.5 Vernetzung Musikschulen

5.1.6 Kulturzentrum Stift Seckau

5.2 Good Practices außerhalb der Regionen

5.2.1 Kulturvernetzung Weinviertel

5.2.2 Kulturnetzwerk Oberkärnten

5.2.3 Galerie im Fluss

5.2.4 Kulturschiff Ottensheim

6 PILOTPROJEKTE

6.1 Pilotprojektkriterien

6.2 Pilotprojektbeschreibung

7 KONVENT 2004

7.1 Inhalte und Ablauf

7.2 Impulsreferat Prof. Ganser: Regionale Entwicklung durch regionale Identität

7.3 Teilnehmerliste

3

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

4

unterstützt von der Europäischen Union

Deggendorf, Graz, Bern

Juni 2005

Impressum:

Geschäftsstelle Teilraum Deggendorf/Plattling

Im Auftrag des

Landkreis Deggendorf

Herrenstraße 18

D-94469 Deggendorf

regionalentwicklung.at

Im Auftrag des

EU-Regionalmanagements Obersteiermark-West

Bundesstraße 66

A-8740 Zeltweg

Berz + Hafner AG

Im Auftrag des

Espace Mittelland

Münsterplatz 3a

CH-3011 Bern

V.i.S.d.P.:

Klaus Busch

Geschäftsstelle Teilraum Deggendorf/Plattling

Stadt Deggendorf

Franz-Josef-Strauß-Straße 3

D-94469 Deggendorf


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

1 Das Projekt RISE

Seit 1999 bestehen Kontakte zwischen dem Teilraum Deggendorf/Plattling als „Region der Zukunft“ und der

Region Erlach/Östliches Seenland als „Europäische Referenzregion“. 2003 haben die beiden Regionen

gemeinsam mit der österreichischen Region Aichfeld-Murboden (Steiermark) ein gemeinsames INTERREG

III C-Kooperationsprojekt unter dem Namen "RISE - Regional identity and culture, strengths development &

environment action" eingereicht. Dieses Projekt wurde Anfang 2004 bewilligt

Kooperierend und co-finanzierend sind die jeweiligen Regierungen aus den drei Partnerländern an dem

Projekt beteiligt. In Deutschland geschieht dies durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur,

Verkehr und Technologie, in Österreich durch das Amt der Steiermärkischen Landesregierung in

Graz und in der Schweiz durch den Regierungsausschuss des Espace Mittelland und das Bundeswirtschaftsministerium.

Der Name RISE ist eine Komposition aus den Anfangsbuchstaben der drei Schwerpunkte der Zusammenarbeit:

Regional Identity and culture, Strengths development und Environment action (Regionale Identität

und Kultur, Entwicklung der Stärken und Sicherung der Umwelt). Gleichzeitig ist RISE auch ein englisches

Tätigkeitswort und bedeutet soviel wie sich erheben, aufwachen, etwas tun.

Nomen es Omen. Das Kooperationsprojekt RISE soll ein Beitrag zur Förderung nachhaltiger Entwicklung in

verstädterten ländlichen Regionen Europas werden. Alle drei Partnerregionen haben vergleichbare naturräumliche

und strukturelle Voraussetzungen. Alle drei haben ländliche oder ländlich-industrielle Wurzeln

und in den letzten Jahrzehnten eine starke Entwicklung durchgemacht. Alle drei verfügen über ein großes

landschaftliches Potenzial, das vom Wasser geprägt ist. Alle drei sind gut erschlossen und befinden sich im

Einflussbereich größerer, wirtschaftlich potenter Agglomerationen. Alle drei kämpfen um ihre Eigenständigkeit

und Identität. Interessanterweise entwickelten die drei Partnerregionen trotz ähnlicher wirtschaftlicher

und planerischer Ausgangslage jeweils unterschiedliche Strategien und Lösungsansätze sowohl im politischen

als auch im operativen Bereich der Regionalentwicklung. Das macht die Sache interessant. Wir können

viel voneinander lernen.

Übergeordnetes Ziel von RISE ist der politische und fachliche Erfahrungsaustausch in den gemeinsam interessierenden

Themenfeldern sowie die Erprobung und Durchführung von innovativen Pilotprojekten im Bereich

der regionalen Entwicklungsarbeit in stark besiedelten ländlichen Räumen. Für die Partnerregionen

und die staatlichen Kooperationspartner, aber auch für Akteure aus Wirtschaft und Kultur werden dadurch

wertvolle Erkenntnisse und konkreter Nutzen generiert. Die abschließende Auswertung der Ergebnisse auf

transnationaler Ebene bietet die Grundlage für die spätere Verwendung der Ergebnisse durch weitere ähnlich

gelagerte Regionen in Europa (added value).

Das Projekt RISE läuft über einen Zeitraum von drei Jahren (2004 - 2006). Jedes Jahr findet in einem der

drei Partnerländer ein mehrtägiger Konvent statt, der einem speziellen Themenfeld innovativer Regionalentwicklung

gewidmet sein wird. Die Jahreskonvente werden durch konkrete Pilotprojekte bereichert, die

sich unter Beteiligung von interessierten Organisationen im Bereich der oben stehenden Themenfelder

entwickeln und zu direkt nutzbaren Ergebnissen führen. Zur Unterstützung dieser interregionalen Pilotprojekte,

welche sich insbesondere in den Bereichen Wirtschaft (Holz), Kultur (Kunst am Wasser), Tourismus

und Bildung entfalten sollen, werden rund 40% des gesamten Budgets eingesetzt.

Die übergeordnete Projektklammer wird durch eine Steuerungsgruppe sichergestellt, die sich mit dem Projektmanagement,

der Evaluation der Projektergebnisse, der Öffentlichkeitsarbeit und der regionsübergreifenden

Raumbeobachtung befasst.

2 Kurzbeschreibung der Komponente

3 Sachstand

Ziel der Komponente 2 "Kultur und Identität" ist der Erfahrungsaustausch sowie die Konzeption und Umsetzung

von innovativen Maßnahmen im Bereich der Identitätsstiftung und der Regionalkultur. Mit Unterstützung

des Programms sollen entsprechende Aktivitäten vorbereitet, umgesetzt und im Hinblick auf ihre

Auswirkungen auf die regionale Entwicklung evaluiert werden.

Zum Einstieg in die Komponente 2 "Kultur und Identität" fand am 29. und 30.04.2004 ein erstes Projektgruppentreffen

mit möglichen Projektträgern, „Multiplikatoren“ und politisch Verantwortlichen aus den drei

Beteiligten Regionen in Knittelfeld (Österreich) statt, in dem das Projekt RISE in seiner Zielsetzung dargestellt

wurde, Best Practices aus dem Themenfeld „Kultur und Identität“ vorgestellt wurden und eine Sammlung

und Wertung erster Pilotprojektideen durchgeführt wurde. In der Folge dieses Projektgruppentreffens

wurden nationale Arbeitsgruppen gebildet, welche die Projektvorschläge weiter hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit

und Übereinstimmung mit den Zielen des Projektes RISE werteten, um zu einer weiteren Eingrenzung

der Projektauswahl zu kommen.

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unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Inzwischen haben sich drei Pilotprojektansätze herauskristallisiert. Für sie werden derzeit Umsetzungskonzepte

erarbeitet. Zur Unterstützung dieser Arbeit steht eine Kommunikationsmatrix im Excel-Format zur

Verfügung, die mögliche Projektbeteiligte, Veranstaltungsorte und Veranstaltungsarten auflistet.

Am 04. und 05.11.2004 fand in Biel (Schweiz) der erste Konvent zum Thema der Komponente 2 "Kultur

und Identität" statt. Neben einführenden Referaten zu Fragen der regionalen Identität u.a. von Prof. Karl

Ganser (s. Anhang) wurden in Spurgruppen die Projektansätze weiter diskutiert und ergänzende Projektansätze

erarbeitet. Am 03.06.2005 traf sich die Projektgruppe „Kultur & Identität“ erneut in Judenburg (Österreich),

um die Umsetzungsphase mit den Pilotprojekten einzuleiten.

4 Regionenbeschreibungen

4.1 Regionale Profile

4.1.1 Landkreis Deggendorf / Teilraum Deggendorf/Plattling

Beteiligte Gemeinden

Größe / Struktur:

26 im Landkreis Deggendorf; 8 Gemeinden im Teilraum Deggendorf/Plattling (Deggendorf, Plattling,

Hengersberg, Metten, Niederalteich, Offenberg, Otzing, Stephansposching)

Abgrenzung Beteiligung der Teilraumgemeinden erweitert um ausgewählte Gemeinden des Landkreises Deggendorf

(Stadt-Umland-Bereich im Landesentwicklungsprogramm)

Bevölkerung:

Einwohner 2001 116.558 (Landkreis Deggendorf)

65.647 (Teilraum Deggendorf/Plattling)

Einzugsbereiche

Kulturangebot

Identitätsbildende

Elemente / Faktoren

Im Kern Stadt-Umland-Bereich des Doppelortes Deggendorf/Plattling. Partiell nördlicher Teil des Landkreises

(Orientierung des südlichen Teiles nach Passau) erweitert um den Mittleren Bayerischen Wald

und das untere Isargebiet.

Identität

Kultur/Landschaft:

Donau als „der europäische“ Fluss; Gäuboden als „Kornkammer Bayerns“ westlich der Donau; Bayerischer

Wald als „rauher Grenzraum“ nach Osteuropa (Grenzraum). Großbäuerliche Prägung im Westen,

charakteristische Zuckerrübenfelder; touristische und naturräumliche Prägung im Osten. Isar als Verbindung

nach München und Alpenraum; Isarmündungsgebiet als bedeutsame Flussaue).

Arbeit und Industrie:

Mischstruktur kleiner und mittlerer Unternehmen; starke handwerkliche Ausprägung; Textilindustrie;

BMW-Werk im etwa 40 km entfernten Dingolfing mit vielen Auspendlern aus der Region. Die Stadt Deggendorf

ist Verwaltungs- und Bildungsstandort (Fachhochschule); Tourismus

Baukultur:

Klöster Metten und Niederalteich; Burgen und Schlösser im Umland; keltische und römische Spuren;

barocke und romanische Kirchen; Stadtplätze in Deggendorf und Plattling (Ensembles); Jugendstilarchitektur

in Mainkofen

Kunst:

Festivals und „Kultursommer“; Sammlung ostbayerischer Künstler in Hengersberg; Museen in Deggendorf

und Plattling; Kabarettisten-„szene“

Sonstiges:

Brauchtumspflege; Sprachliche Identität (Mundarttage); Donaufähren (alte Seilfähren)

Einschätzung Die regionale Identität ist geprägt von den Flussläufen. Insbesondere die Donau als historische Grenze

aber auch als Grenze zwischen völlig unterschiedlichen Landschaftsräumen (westlich der Gäuboden mit

intensiver großbäuerlicher Landwirtschaft, östlich die Höhenzüge des Bayerischen Waldes mit extensiver

kleinbäuerlicher Landwirtschaft) ist als Grenze mental weiterhin verankert. Sie ist aber gleichzeitig gemeinsam

mit der Isar verbindendes Glied nach Europa und somit für die Positionierung der Region von

Bedeutung.

Die Region ist traditionell ein Knotenpunkt von Entwicklungsachsen und Verkehrswegen (Plattling ist ein

historischer Eisenbahnknoten, Deggendorf ein „neuer“ Autobahnknoten). Die Höhenzüge des Bayerischen

Waldes stellen gleichzeitig eine Kulturraumgrenze in Richtung der tschechischen Republik dar.

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unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Überörtliche /

Regionale Identität

Identitätsstiftende

Konzepte / Maßnahmen

Eigenständige

Kulturvereine

Überregional

bedeutsame

Künstler / Galerien

Regional bedeutsameVeranstaltungen,

jährliche

Fixpunkte

Regional bedeutsameKunstformen

Relevante Museen

/ Sammlungen

/ Schaubetriebe

Kulturreferate der

Gemeinden

Veranstaltungsschwerpunkte

/

Infrastruktur

Wesentliche

Marketingelemente

Ansätze Marketingverbund

Virtuelle Netzwerke

/ Verbünde

Betreuungskapazitäten

auf überörtlicher

Ebene

Überörtliche Identität durch die Tourismusregion Bayerischer Wald als überregional bekannter Begriff für

einen Lebens- und Identitätsraum. Donau als historisch-kulturelle Achse durch Europa.

„Brückenschlagende“ Projekte über und entlang der Donau und Isar. Vielzahl regionaler Ausstellungen

und Veranstaltungen zur regionalen Identität; Feste und historische Festspiele.

Kulturangebot:

Kunstverein Deggendorf; Kulturverein Deggendorf; Kunst- und Kulturverein „Regenbogen“ Plattling;

Künstler- und Musikvereinigungen; Fördervereine; Kulturverein Ottmaring

Künstler:

Django Asül und Martin Großmann; Kabarettisten

Hermann Eller und Franz Schejbal, Maler

Hildegard Schwammberger, Malerin und Musikerin

Augustin Wiedemann, Konzertgitarrist

Tobias Lindner, Organist

Monika Drasch, Geigerin (bei H. v. Goisern)

Nicki (Musikerin)

Galerien:

Kunstsammlung Ostbayern im Spital Hengersberg

Europäische Wochen Passau mit Einzelveranstaltungen; Deggendorfer Sommer-Traum; Deggendorfer

Kultursommer; Konzerte im Kloster Metten; Plattlinger Künstlersommer; Nibelungenfestspiele; Kulturförderpreis

Deggendorf

Musik: Chormusik; Dreigesang; Gstanzlsänger

Darstellende Kunst: Donaubarock;

Literatur: Heimatdichtung; Mundartdichtung (Deggendorfer Mundarttage)

Schauspiel: Laiengruppen, Historische Festspiele mit „Lagerleben“ unter starker Beteiligung der einheimischen

Bevölkerung als Mitwirkende

Kunstsammlung Ostbayern im Spital Hengersberg; Stadtmuseum Deggendorf; Handwerksmuseum Deggendorf;

Kapuzinerstadl Deggendorf; Kultur- und Kongresszentrum Deggendorf; Bürgerspital Plattling;

Kloster Metten; Schloss Offenberg; Nepomukmuseum Plattling; Ziegel- und Kalkmuseum Flintsbach;

Museum Quintana in Künzing

Abteilung Kultur und Tourismus in Deggendorf; Kultur- und Tourismusamt Plattling;

Freiluftveranstaltung; Festspiele; Kultursommer; Konzertreihen; Ausstellungen

Marketing:

Inhaltlich: Einbindung in Landschaft, Tradition, Historie

Marketing durch Veröffentlichungen in örtl. Presse, Flyer, Plakate, Veranstaltungskalender

Abstimmungen zwischen den Städten Deggendorf und Plattling (bislang nur ansatzweise, aber Ausbau

als Ziel im landesplanerischen Vertrag), ansonsten gegenseitige Konkurrenz. Keine gemeindeübergreifende

Verbünde, teilweise Einbindung in überregionale Verbünde (mit eher touristischer Ausrichtung)

Nicht vorhanden

Nicht vorhanden

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unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Relev. Frequenzen

/ Einzelveranstaltungen

Regionale Nachfrage

Regionsfremde

Nachfrage von

außen

Förderungsrahmen

für Kulturaktivitäten

Konkrete Förderaktionen

Regionales

Sponsoring

Nachfrage:

Gute bis sehr gute Frequentierung von Veranstaltungen, bei Freiluftveranstaltungen wetterabhängig.

Zuschauermagneten im Freiluftbereich (historische Festspiele, Deggendorfer Bürgerfest mit bis zu

100.000 Besuchern)

Gute bis sehr gute Nachfrage

Eher schwache Nachfrage, bedingt durch große Konkurrenz im Umfeld (Passau, Regensburg, Landshut,

München)

Förderung:

Euregio Bayerischer Wald – Böhmerwald (Förderung über Interreg III A für grenzüberschreitende Kulturprojekte);

Förderungen des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur;

Unterstützung durch Bereitstellung kommunaler Räumlichkeiten und Mitarbeiter der Kulturabteilungen

Deggendorf und Plattling

Anton Brunner-Musikpreis für Nachwuchskünstler an den regionalen Gymnasien; Deggendorfer Kulturförderpreis;

Deggendorfer Fachhochschulpreis; Kommunale Kulturveranstaltungen

Regionale Banken, Firmen durch Bereitstellung unentgeltlicher Arbeitsleistungen und finanzielle Zuwendungen.

Quellen / Studien:

Centrum für marktorientierte Tourismusforschung (CenTouris) an der Universität Passau: Tourismusbarometer

Ostbayern (mit Evaluation auch zum kulturellen Angebot

4.1.2 EU-Regionalmanagement Obersteiermark-West / Aichfeld-Murboden

Beteiligte Gemeinden

Größe / Struktur:

Judenburg, Maria-Buch Feistritz, Weißkirchen, Zeltweg, Spielberg, Großlobming, Knittelfeld, Fohnsdorf,

Seckau

Abgrenzung Projektbeteiligung städtischer Kernraumgemeinden entlang der Murachse mit überörtlich bedeutsamen

Kulturangeboten

Bevölkerung:

Einwohner 2001 Gesamteinzugsbereich der 2 Bezirke ca. 78.000 Einwohner

Beteiligte Kernraumgemeinden mit ca. 55.000 Einwohnern

Einzugsbereiche

Kulturangebot

Identitätsbildende

Elemente / Faktoren

Städtisch orientierter Zentralraum und stadtnahes Siedlungsumfeld, teilweise Erweiterung auf die umliegenden

Bezirke Leoben, Murau, Wolfsberg sowie Urlaubsgäste

Identität

Kultur/Landschaft:

Mur als Steirischer Landesfluss, ländlich dominiertes landwirtschaftlich/forstlich geprägtes Umfeld, Tauern/Gleinalm.

Identität stärker auf das ländliche Umfeld / Berggebiet als auf die unmittelbare Murachse

ausgerichtet.

Arbeit und Industrie:

Industriell geprägter Kernraum, ehem. Bergarbeiterkultur, Metallverarbeitende Industrie, Eisenbahn,

Entwicklung Hochtechnologie, ländliches landwirtschaftlich geprägtes Umfeld.

Baukultur:

Städte Judenburg und Knittelfeld, Stift Seckau, Burgen/Schlösser im Umfeld, Industrie / Energiearchitektur

noch kaum wahrgenommen.

Kunst:

Überörtlich bedeutsame kulturelle Infrastruktur, Einrichtungen und Angebote insbesondere jährliche Kulturschwerpunkte

Judenburger Sommer, Kulturzentrum/-programm Knittelfeld, Ausstellungen Farrach,

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Seckauer Kulturtage, Musikwochen Großlobming, Aichfeld-Sinfonieorchester, Aichfeld Big Band, …

Sonstiges:

Ausgeprägtes mittleres und berufsbildendes Schulwesen und damit zusammenhängende kulturelle/wirtschaftsorientierte

Projekte. Lebende Volkskulturszene mit Schwerpunkt auf Musik, Stadt-Land

Austausch. Kultwagen Strettweg aus der Hallstattzeit als wesentliche archäologische Besonderheit

Einschätzung Strukturwandel im Zentralraum von regionaler Obersteirischer Industrie- zu ubiquitärer Dienstleistungsgesellschaft,

Ansätze Hochtechnologiebereich, Relikte Bergarbeiterkultur auf lokaler Ebene. Schwerpunkt

auf Musikbereich mit überörtlicher Vernetzung und Ausprägungen im Bereich Klassik, Jazz, Volksmusik,

Operette, Rock.

Überörtliche /

Regionale Identität

Identitätsstiftende

Konzepte / Maßnahmen

Eigenständige

Kulturvereine

Überregional

bedeutsame

Künstler / Galerien

Regional bedeutsameVeranstaltungen,

jährliche

Fixpunkte

Regional bedeutsameKunstformen

Relevante Museen

/ Sammlungen

/ Schaubetriebe

Kulturreferate der

Gemeinden

Veranstaltungsschwerpunkte

/

Infrastruktur

Wesentliche

Marketingelemente

Ansätze Marketingverbund

Virtuelle Netzwerke

/ Verbünde

Konzentration auf jeweils örtliche Identitäten, mangelndes regionales Profil, Identitätsfindungsprozess auf

regionaler Ebene kaum entwickelt. Ansätze in den Bereichen Motorsport Projekt und ergänzender Bausteine

aus LA 1999 mit den Themen Eisenbahn/Rad/-Schiene nicht weiterverfolgt. Profile der dominierenden

Bezirkszentren wenig entwickelt.

Ehemalige Landesausstellung “"Menschen & Münzen & Märkte" in Judenburg 1989 sowie Verkehr in

Knittelfeld 1999.

Diskussionsansätze im Rahmen verschiedener Regionaler Entwicklungsstrukturen (AIZ, HIZ), im Rahmen

von Schulprojekten (Gymnasium Judenburg, HAK, HTL).

Thematische / kleinregionale Ansätze: Holztechnologie, Zirbenland, ...

Kulturangebot:

Erhebung noch nicht abgeschlossen

Art-Galerie Schloss Gabelhofen

Galerie G Oberweg

Galerie im Schloss Farrach

Themenausstellung, Galerie Fohnsdorf

Forum Rathaus Knittelfeld

Galerie Köstenberger Obdach, Galerie Hirt Scheifling

Cafe Galerie Regner Seckau

Judenburger Sommer, Kulturzentrum Knittelfeld mit Theaterabonnement, Kulturzentrum Spielberg, Musikwochen

Großlobming, Seckauer Kulturwochen, Weißkirchner Spätsommer, Schloss Farrach, LIQUID

MUSIC, Rock’n’Roses, Rock in the City Herk Knittelfeld, THEO Studiobühne Oberzeiring

Musik (Aichfeld Symphonieorchester, A. Big Band, Sinfonietta Louis Spohr, Matthäus Passion, A Capella)

Darstellende Kunst / Film: Stadlober

Literaturkreis Judenburg, Judenburger Theater in der Mauer, THEO Studiobühne Oberzeiring, Kabarettschwerpunkt

Spielberg

Bergbaumuseum Fohnsdorf, Stadtmuseum-/turm Judenburg, Eisenbahnmuseum Knittelfeld, Museum für

Landtechnik Kobenz, VW-Käfer Museum Gaal

Stadtgemeinden Judenburg, Knittelfeld, Zeltweg, Gemeinden Fohnsdorf, Spielberg, Pöls, ...

Erhebung noch nicht abgeschlossen

Marketing:

Keine Angaben

Beschränkung auf lokale Aktivitäten, gegenseitige Konkurrenzierung, gemeindeübergreifende Verbünde

nicht gegeben, Einbindung in landesweite Verbünde

keine regionale oder überregionale Vernetzung www.kultur.steiermark.at auf Landesebene,

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unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Betreuungskapazitäten

auf überörtlicher

Ebene

Relev. Frequenzen

/ Einzelveranstaltungen

Regionale Nachfrage

Regionsfremde

Nachfrage von

außen

Förderungsrahmen

für Kulturaktivitäten

Konkrete Förderaktionen

Regionales

Sponsoring

Nicht gegeben

Nachfrage:

Puppenausstellung Farrach: 2 – 5.000 Besucher

Farracher Advent: 5.000 in 4 Tagen

Osterausstellung: 3.000 in 3 Tagen

Judenburger Sommer: 6.000 Besucher

Musikwochen Großlobming: ca. 1.500 Besucher

Dynamische Entwicklung gegenüber inflationärem Angebot auf örtlicher Ebene,

Ansprache von Personen außerhalb der Bezirke im Raum Leoben, Murau und Wolfsberg

Förderung:

Kulturpreis der Stadt Knittelfeld auf breiter Basis

Auf regionaler Ebene nicht gegeben

Beschränkung auf Einzelprojekte auf lokaler Ebene

Quellen / Studien:

Offen

4.1.3 Espace Mittelland / Kooperationsraum Seeland - Jurasüdfuß – Jura Bernois

Beteiligte Gemeinden

Größe / Struktur:

193

Abgrenzung Grenzen der 6 beteiligten Planungsregionen

Bevölkerung:

Einwohner 2001 330.000

Einzugsbereiche

Kulturangebot

Identitätsbildende

Elemente / Faktoren

hauptsächlich die eigene Region und angrenzenden Agglomerationen Bern und Zürich

Identität

Kultur/Landschaft:

Bielersee, Neuenburgersee, Murtensee; Flussläufe: Aare, Alte Aare, Broye-Kanal, Hagneck-Kanal, Nidau-

Büren-Kanal, Zihl-Kanal; südliche Juraketten; Jurafuß; Grosses Moos

Arbeit und Industrie:

Uhrenindustrie; Rebbau; Gemüsebau

Baukultur:

5000 Jahre ununterbrochene Siedlungsgeschichte; bauliche Denkmäler aus der Zeit der Römer (z. B.

Avenches), dem Mittelalter (viele gut erhaltene Stadtkerne z. B. Murten) und der Moderne/Nachmoderne

(z. B. Biel). Innovative und zeitgemäße Gestaltung des öffentlichen Raumes (z. B. in Biel am Zentralplatz

und in Grenchen).

Sonstiges:

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COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Zweisprachige Region (Deutsch / Französisch); Eidgenössische Sportschule in Magglingen; Landesausstellung

Expo 02

Einschätzung Die Region verfügt über zahlreiche identitätsstiftende Elemente in verschiedenen Bereichen. Dadurch ist

es für die meisten Bewohner der Region möglich, sich mit einem bestimmten Element zu identifizieren.

Zweisprachigkeit als Risiko und Chance zur Identitätsbildung zugleich.

Die Elemente sind teilweise weit über die Regions- und Landesgrenzen hinaus bekannt (z. B. Uhrenindustrie,

Landschaft mit Seen und Flüssen, Zweisprachigkeit) und bergen auch im internationalen Kontext

ein großes Identifikationspotential.

Die Region befindet sich derzeit in einem strukturellen Umbruch, indem die drei Kern-Planungsregionen

Biel-Seeland, Amt Erlach und östliches Seeland und Grenchen-Büren zur Region seeland.bienne zusammengelegt

werden.

Überörtliche /

Regionale Identität

Identitätsstiftende

Konzepte / Maßnahmen

Eigenständige

Kulturvereine

Überregional

bedeutsame

Künstler / Galerien

Regional bedeutsameVeranstaltungen,

jährliche

Fixpunkte

Regional bedeutsameKunstformen

Relevante Museen

/ Sammlungen

/ Schaubetriebe

Kulturreferate der

Gemeinden

Veranstaltungsschwerpunkte

/

Infrastruktur

Wesentliche

Marketingelemente

Ansätze Marketingverbund

Hauptsächlich durch die Besonderheiten der Landschaft (Seen, Flüsse, Jurafuß, Grosses Moos); mentale

Abgrenzung zur benachbarten Agglomeration Bern

Landesausstellung EXPO 02 rief die charakteristischen Merkmale der Region wieder ins Bewusstsein und

stärkte diese. Heute wird insbesondere von den Expo-Städten Biel, Neuchâtel, Murten und Yverdon

versucht, die Kooperation zu festigen und das Expo-Erbe durch Gemeinschaftsprojekte wie Festivals

nachhaltig in Wert zu setzen.

Kulturangebot:

Keine Angaben

Galerie 57; Gewölbe Galerie; Galerie Michel; Maison Item; Galerie Schürer; La Boîte à Images; Galerie

Steiner

Eine Auswahl: Internationales Schachfestival, Biel; Weinwelt Bielersee; Bieler Braderie; Pod’Ring, Biel

(Musik, Kultur); Strandfest; Biel; Altstadtfest, Biel; Filmtage, Solothurn; Märetfescht, Solothurn; Solothurner

Literaturtage; Summer Music Festival, Solothurn; Nidaufest, Nidau; Fasnacht, Biel / Solothurn; Winzerfest,

Neuenstadt; Wiederkehrende Feste wie Braderie, Winzerfest, Fasnacht; 100km-Lauf Biel; Bielermesse

Bedingt durch die Nach-Expo-Zusammenarbeit entstehen zudem neue Angebote wie das Musikfestival

Best of Berne oder Festilac.

Keine Angaben

Städtebundtheater Biel Solothurn; französischsprachiges Theater Biel; Théâtre Carré Noir, Biel; Theater

3, Biel; Théâtre de Poche, Biel; espace culturel, Biel; Kleintheater Muttiturm, Solothurn; Theater Mausefalle,

Solothurn; Museum Neuhaus, Biel (Kunst und Geschichte 19. Jh.); Centre PasquArt, Biel (zeitgenössische

Kunst); Omega Museum, Biel (Uhren); Museum Schwab, Biel (Archäologie); Fondation Saner,

Studen (Kunst aus dem 20 Jh.); Rebbaumuseum, Ligerz; Rousseau Zimmer, St. Petersinsel; historisches

Museum, Murten; Pfahlbaumuseum, Lüscherz; Kunstmuseum, Solothurn; Naturmuseum, Solothurn; Altes

Zeughaus, Solothurn (Waffen, Rüstungen); Historisches Museum Blumenstein, Solothurn; Domschatz St.

Ursen-Kathedrale, Solothurn (Werke der Spätgotik, Renaissance und Barockzeit) diverse Museen mit

lokaler Ausrichtung;

Stadtbibliothek, Biel; Zentralbibliothek, Solothurn

Abteilung für Kultur der Stadt Biel; Regionale Kulturkonferenz

Theater, Konzerte, Kongresse (Kongresshaus Biel), Feste im Freien

Marketing:

Lage (gut erschlossen, zentral); Zweisprachigkeit; Landschaft; kulinarische Angebote; Veranstaltungen

Espace Mittelland; Städtebundtheater Biel-Solothurn; Tourismus Biel-Seeland; ansonsten vorwiegend

eventbezogen; lokal organisierte Vermarktung

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unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Virtuelle Netzwerke

/ Verbünde

Betreuungskapazitäten

auf überörtlicher

Ebene

Relev. Frequenzen

/ Einzelveranstaltungen

Regionale Nachfrage

Regionsfremde

Nachfrage von

außen

Förderungsrahmen

für Kulturaktivitäten

Konkrete Förderaktionen

Regionales

Sponsoring

www.espace.ch

Keine Angaben

Nachfrage:

Keine Angaben

Keine Angaben

Keine Angaben

Förderung:

Abteilung für Kultur der Stadt Biel:

Finanziell: Unterstützung durch Defizitgarantien, Stipendien, Subventionen

Regionale Kulturkonferenz Biel: Zusammenschluss von Regionsgemeinden, welche nach einem genau

festgelegten Schlüssel die 7 wichtigsten Kulturinstitutionen des Seelands subventionieren.

Strukturell: Künstlerateliers, Kulturräumlichkeiten

Administrativ: Koordination der Aktivitäten, Kontakte mit Institutionen, Schnittstelle zu den Behörden,

Instanzen und Kommissionen

Keine Angaben

Keine Angaben

Quellen / Studien:

www.biel-bienne.ch; www.stadt-solothurn.ch; www.wibs.ch

4.2 Regionenvergleich

Ausgangssituation

Teilraum Deggendorf/Plattling

Die Regionen weisen bezüglich Einwohnerzahlen, räumliche Ausdehnung, Siedlungsstruktur, naturräumliche

Gliederung etc. unterschiedliche Gegebenheiten auf. Dies erschwert einen schlüssigen Regionenvergleich.

Trotzdem können gewisse Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten entdeckt werden.

Als Grundlage für den vorliegenden Regionenvergleich dienten ausschließlich die im Projekt zusammen

getragenen Daten. Diese ermöglichen zwar einen guten Überblick über die Regionen, vermögen aber

längst nicht alle Aspekte zur Thematik Identität und Kultur aufzuzeigen.

STÄRKEN SCHWÄCHEN

Regional Transnational Regional Transnational

- überörtliche Identität

durch Landschaftsraum

(Donau, Bayerischer

Wald als überregional

bekannter Begriff

für Lebens- und

Kulturraum, Gäuboden)

- örtliche Identität:

Brauchtumspflege;

sprachliche Identität

- spannende Lage an

Kulturraumgrenze

- Identität durch bekannte

Landschaftsräume:

Bayerischer Wald; Donau

- Donau und Isar als

verbindendes Glied

nach Europa

- verkehrliche Anbindung

12

unterstützt von der Europäischen Union

- Abstimmung zwischen

den zwei Städten Deggendorf

und Plattling nur

ansatzweise; ansonsten

gegenseitige Konkurrenz

(bezieht sich nur auf den

kulturellen Bereich, insb.

Veranstaltungen!)

- keine gemeinde übergreifenden

Verbünde

- eher schwache regionsfremde

Nachfrage

- kein virtuelles Netzwerk

- Bayerischer Wald

und Donau sind

zwar bekannte Begriffe.

Deggendorf

und Plattling werden

jedoch weniger erkannt

und nicht direkt

mit Bayerischem

Wald in Zusammenhanggebracht.


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Aichfeld-

Murboden

- traditioneller Knotenpunkt

von Entwicklungs-

und Verkehrsachsen

CHANCEN GEFAHREN

vorhanden (fehlende Übersicht)

- keine Betreuungskapazitäten

auf überörtlicher

Ebene

Regional Transnational Regional Transnational

- Förderung über Interreg

IIIA

- Doppelort Deggendorf/Plattling(Synergien

nutzen)

- Abstimmung Konkurrenz

zwischen den Orten

fördern

- Projekt RISE als große

Chance für interregionale

Kooperation

- Kulturraum- und Landesgrenze(Deutschland,

tschechische

Republik und Österreich).

Die spezielle

Lage im Dreiländereck

ist eine Chance.

- Festigen und Nutzen

der unter Stärken genannten

Punkte

- Förderung Interreg III

A für grenzübergreifende

Projekte

- Grosse Konkurrenz im

Umfeld (Passau, Regensburg,

Landshut,

München) kann kulturelle

Entwicklung hemmen.

- Konkurrenz zwischen

den Orten

- Beim Ausbleiben gemeindeübergreifender

Verbunde, virtueller

Netzwerke und überörtlicherBetreuungskapazitäten

leidet die Qualität

der kulturellen Angebote

aufgrund fehlender Koordination.

STÄRKEN SCHWÄCHEN

- harte Konkurrenz mit

München, Landshut,

Passau und Regensburg

im transnationalen

Umfeld

- Grenzlage nicht nur

als Chance (transnationaleZusammenarbeit)

sondern auch

als Gefahr (Randregion

im eigenen

Land)

Regional Transnational Regional Transnational

- Siedlungsgefüge mit

einem Potenzial an

Akteuren und Nachfragern

- Identitätspotenzial

durch die Mur als steirischer

Landesfluss

- überörtlich bedeutsames

Kulturangebot

- besondere Dynamik

und Schwerpunkte im

musikalischen Bereich

- Einzelveranstaltungen

mit überregionaler Bedeutung

- punktueller grenzübergreifender

kultureller

Erfahrungsaustausch

- bestehende Kultur-

Städtepartnerschaften

- gegenseitige Konkurrenzierung

zwischen den

einzelnen Orten und Bezirken

- weitgehend fehlendes

regionales Profil nach

außen

CHANCEN GEFAHREN

- Identitätsfindungsprozess

auf regionaler Ebene

kaum entwickelt

- Beschränkung auf lokale

Aktivitäten

- National und international

eher unbekannte

Region

- inneralpine Randlage

mit suboptimaler

verkehrlicher Anbindung

(Netzlücken)

beeinträchtigt Entwicklung

auch in den

Bereichen Kultur

und Identität

Regional Transnational Regional Transnational

- Ansatzpunkte und

hohes Interesse für

regionale Kooperation

- Ankoppelungsmöglichkeit

an Leitprojekt MotorsportzentrumZeltweg

(ehemaliger Formel1-Ring).

- Ansatzpunkte Industriearchitektur

könnten

noch wesentlich stärker

genutzt werden

- Jahr der Volkskultur

2005 nutzbar machen

- Erfahrung mit gemein-

- Projekt RISE als

Chance für die Verstärkung

der interregionalen

Kooperation

- Transnational bedeutsame

industrielle Leitbetriebe

in der Region

13

unterstützt von der Europäischen Union

- unzureichende Präsenz

auf dem regionalen

Markt

- kein ausreichendes Potenzial

für Marktauftritte

außerhalb der Region

- gegenseitige Konkurrenz

- starke Mitbewerber im

obersteirischen Umfeld

- Koppelungsmöglichkeiten

zwischen Leitprojekt

und Kultur / Identität offen

Keine Angaben


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

deübergreifender Kooperationspraxis

Kooperationsraum

Seeland-

Jurasüdfuß-Jura

Bernois - überörtliche Identität

durch unverwechselbarenLandschaftsraum

(Seeland, Grosses

Moos, Jura) sowie

durch identitätsstiftende

Produktionszweige

(Uhrenindustrie, Gemüsebau)

Vergleichende

Analyse

STÄRKEN SCHWÄCHEN

Regional Transnational Regional Transnational

- kantonale und kommunaleKulturförderung

- Verbunde (Regionale

Kulturkonferenz, Espace

Mittelland)

- Zweisprachigkeit

- Kernstädte mit breitem

kulturellem Angebot

(Biel, Solothurn)

- Nischenangebote mit

regionalem Bezug (Biotopverbund,Rebbaumuseum

etc.)

- exportorientierte Wirtschaft

(Uhrenindustrie,

Mikrotechnik, Kommunikation)

als Wegbereiter

sowie als Imageträger

der Region

- durch die unmittelbare

Lage an der Sprach-

und Kulturgrenze an

den Umgang mit kulturellen

und mentalen

Unterschieden gewöhnt.

- Erfahrung mit Großprojekt

EXPO 02 (Landesausstellung)

- konkrete Erfahrungen

mit dem internationalen

Projekt Artcanal

CHANCEN GEFAHREN

- Beschränkte Übersicht

über das vielfältige

Kulturangebot (keine umfassendeInformationsplattform

vorhanden)

- kritische Grundhaltung

einer breiten Bevölkerungsschicht

gegenüber

professioneller Kultur

- wenig weltoffene

Grundhaltung einer

breiten Bevölkerungsschicht

- Zugehörigkeit zu

wirtschaftsschwächeren

Kantonen

(Bern, Freiburg, Solothurn)

mit geringerem

Interesse an

transnationalen Beziehungen

als z. B.

Zürich oder Zug.

Regional Transnational Regional Transnational

- Zweisprachigkeit

- Erbe aus der EXPO 02

nutzen

- Strukturwandel (Zusammenschluss

der

Regionalplanungsverbände

zu seeland.bienne)

- Nischenbereiche mit

regionalem Bezug fördern

- Kombinierte Angebote

Kultur-Sport-Freizeit

(Fortbewegungsmittel

Velo)

GEMEINSAMKEITEN

- Projekt RISE als große

Chance für interregionale

Kooperation

- Nähe zur Sprach- und

Landesgrenze und dadurch

vertrauter Umgang

mit dem frankophonen

Kulturraum

- Projekt Artcanal: Weiterentwicklung

und

Realisierung in einem

internationalen Kontext.

- gute Anbindung an übergeordnete

Zentren (Bern,

Zürich) mit reichhaltigem

Kulturangebot kann kulturelle

Entwicklung der

Region bremsen

- Zweisprachigkeit (kann

nebst Stärke und Chance

auch eine Hürde darstellen)

- kantonsübergreifende

Region (administrative

Hürden)

- Spardruck bei Bund,

Kantonen und Gemeinden

führt zu einer Verknappung

der finanziellen

Mittel im Kulturförderungsbereich.

- mittelfristig keine

Zugehörigkeit zur

EU (ausbleibende

Fördermaßnahmen)

- Zürich, Genf und

Basel als „Global

Players“ bilden eine

starke transnationale

Konkurrenz.

Identität

- Flusslauf als identitätstiftendes Element (Donau, Mur, Aare); Fluss als Grenze zwischen unterschiedlichen

Naturräumen (Teilraum Deggendorf/Plattling: Gäuboden/Bayerischer Wald; Kooperationsraum

Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois: Seeland/Jura)

- landwirtschaftliche Prägung (Deggendorf/Plattling: Kornkammer; Region Aichfeld-Murboden: Land-

und Forstwirtschaft; Kooperationsraum Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois: insbesondere Gemüsebau

und Reben)

14

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

- historische Wurzeln: keltische und römische Spuren (Teilraum Deggendorf/Plattling / Kooperationsraum

Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois, Kulturwagen Strettweg); Burgen und Schlösser in allen Regionen

- überörtliche Identität durch überregional bekannte Lebens- und Kulturräume sowie Kulturraumgrenzen:

Deggendorf/Plattling: Bayerischer Wald, Donau; Kooperationsraum Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois:

Seeland, Jurafuß, Grosses Moos

- identitätstiftende Konzepte mit „Brückenfunktion“: Deggendorf/Plattling: Projekte über und entlang

der Donau und Isar (regionale Ausstellungen und Veranstaltungen zu regionaler Identität); Kooperationsraum

Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois: Gemeinschaftsprojekte der Expostädte (Yverdon, Murten, Neuchâtel,

Biel) mit dem Ziel, die sprachübergreifende Kooperation zu stärken. Landesausstellungen Judenburg

und Knittelfeld mit jeweils regionaler Einbindung

Kultur

- vielseitiges Angebot an Galerien und Museen (in der Regel mit regionalem Bezug)

- regelmäßig stattfindende

kulturelle Veranstaltungen (Theater, Musik klassisch bis

Rock, Freiluftver-

anstaltungen)

- vorwiegend lokal organisierte Vermarktung (Presse, Flyer, Plakate)

UNTERSCHIEDE Teilraum Deggendorf/Plattling

Größe der Region

gewerbliches Umfeld

(Einfluss auf Identität)

26 Gemeinden / 117'000

Einwohner

Mischkultur kleiner und

mittlerer Unternehmen

mit starker handwerklicher

Ausprägung

überörtliche Identität überörtliche Identität

durch die Tourismusregion

Bayerischer Wald

als überregional bekannter

Begriff für einen

Lebens- und Kulturraum

virtuelle Netzwerke kein virtuelles Netzwerk

vorhanden

Verbünde im Bereich

Kultur

keine gemeindeübergreifenden

Strukturen

15

unterstützt von der Europäischen Union

Aichfeld-Murboden Kooperationsraum

Seeland-Jurasüdfuß-

Jura Bernois

9 Gemeinden / 55'000

Einwohner im Kernraum

der Region

Schwerpunktbranchen:

Stahl, Eisenverarbeitung,

Holz, Papier, Zellstoff

Konzentration auf örtliche

Identitäten, überörtliches

Profil Aichfeld – Murboden

noch wenig ausgeprägt

kein virtuelles Netzwerk

auf regionaler Ebene,

Einbindung in landesweites

Kulturnetzwerk

www.kultur.steiermark.at

keine gemeindeübergreifenden

Strukturen für den

gesamten Kulturbereich,

Ansätze bei einzelnen

Projekten und Sparten

193 Gemeinden /

330'000 Einwohner

ländlicher Raum mit

Landwirtschaft (Gemüse,

Reben); städtischer

Raum mit Präzisions-,

Medizinal-,

und Umwelttechnik;

Telematik, Kommunikation

und Design,

Uhrenindustrie

5000 Jahre ununterbrocheneSiedlungsgeschichte;überörtliche

Identität durch

Zweisprachigkeit

(deutsch / französisch);

prägnante

Landschaftselemente

(Wasser, Jurafuß,

Grosses Moos); weltbekannteUhrenindustrie

Im kulturellen Bereich

ist kein regionales

virtuelles Netzwerk

vorhanden. Ansätze

dazu gibt es im lokalen

Bereich. Eine

wichtige Informationsdrehscheibe

stellt das

Amt für Kultur der

Stadt Biel dar.

Regionale Kulturkonferenz(Zusammenschluss

von rund 40

Gemeinden zwecks

Finanzierung regional

bedeutender Kulturinstitute);Städtebundtheater

Biel-Solothurn;

Assemblée des Asso


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Strategien und

Maßnahmen auf

regionaler Ebe-

ne (Vergleich

der Entwicklungsstrukturen

Mögliche Erfolgsfaktoren

im

Bereich der

Kultur

regionsfremde

Nachfrage

eher schwache regionsfremde

Nachfrage

Kulturförderung Förderungsrahmen:

Euregio: Förderung über

Interreg III A

Marketing-Elemente Einbindung in Landschaft,

Tradition und

Historie

16

regionsfremde Nachfrage

aus benachbarten Bezirken

in einer geringen Größenordnung

Kunst- und Kulturförderung

auf Ebene Land Steiermark

Städtisches Ambiente,

Natur- und Kulturlandschaft

im Umfeld

ciations et Organismes

Culturels Bienne.

Einzugsbereich über

die Region hinaus bis

in die Agglomerationen

Bern und Zürich

Förderungsaktivitäten

durch die regionale

Kulturkonferenz

Lage (zentral, gut

erschlossen); Zweisprachigkeit;kulinarische

Angebote, Landschaft

Teilraum Deggendorf/Plattling Aichfeld-Murboden Kooperationsraum Seeland-

Jurasüdfuß-Jura Bernois

Euregio Bayerischer Wald-

Böhmerwald: Förderung über

Interreg III A für grenzüberschreitende

Kulturprojekte;

Förderung des Bayerischen

Staatsministeriums für Wissenschaft,

Forschung und Kultur;

Unterstützung durch Bereitstellung

kommunaler Räumlichkeiten

und Mitarbeiter der Kulturabteilungen

Deggendorf und

Plattling.

Konkrete Förderungsaktionen:

Anton Brunner-Musikpreis für

Nachwuchskünstler an den

regionalen Gymnasien; Deggendorfer

Fachhochschulpreis;

Regionales Sponsoring durch

Banken und Firmen mittels

Bereitstellung unentgeltlicher

Arbeitsleistungen

Ehemalige Landesausstellungen

"Menschen & Münzen & Märkte"

in Judenburg 1989 sowie Verkehr

in Knittelfeld 1999 als zentrale

regionale Leitveranstaltungen

Generelle Diskussionsansätze im

Rahmen verschiedener regionaler

Entwicklungsstrukturen (AIZ, HIZ),

im Rahmen von Schulprojekten

(Gymnasium Judenburg, HAK,

HTL). Thematische / kleinregionale

Ansätze: Holztechnologie, Zirbenland,

etc.

Geringe regionale Ansatzpunkte

im Kulturbereich.

Die Landesausstellung EXPO

02 rief die charakteristischen

Merkmale und Besonderheiten

der Region ins Bewusstsein und

hatte identitätsstiftenden Einfluss.

Festigung der Kooperation

zwischen den Expo-Städten;

Versuch, das Expoerbe durch

Gemeinschaftsprojekte nachhaltig

in Wert zu setzen

Finanzielle Unterstützung von

Anlässen und Institutionen

seitens Kanton und Gemeinden

durch Defizitgarantien, Stipendien

und Subventionen

Regionale Kulturkonferenz Biel:

Zusammenschluss von rund 40

Gemeinden zwecks Finanzierung

regional bedeutender

Kulturinstitute.

- Atmosphäre des Gesamtangebotes mit einer umfassenden Angebotspalette

- Attraktives naturräumliches und kulturhistorisches Umfeld kombiniert mit städtischer Lebensqualität

- Lage im erweiterten Umland von Agglomerationsräumen

- Knotenpunkt von Entwicklungsachsen und Verkehrswegen

- Know how und Erfahrungen für Großveranstaltungen teilweise vorhanden (z.B. Landesausstellung)

- Authentizität, regionale Identität resp. das vorhandene Potenzial dazu

- „Labor der Zukunft“

- Vielfältige kulturelle Angebote

mit entsprechender regionaler Vernetzung und Bündelung

- Ergänzende „kreative Ansätze“ des Angebotes vom passiven Konsum zu aktiver Beteiligung, „Entfaltungs-

Sinnangebote“

- „satisfaction“ -> sinnlicher Genuss -> Glück / Lebenskompetenz

- Ergänzende

künstlerische Ansätze

- Miteinander / Diversifizierung von Hochkultur und Ansätzen breiter gestreuter Alltagskultur (z.B. Kochkunst)

- Kontakt nach außen / in den Alltag der

Bewohner

- Angebotsketten (Packages, Gastronomie, Produkte, ..)

- Aufbau auf regionale Trägerschaft und Frequenzen

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Vorschläge für

transnationale

Gemeinschaftsprojekte

5.1

5.1.1

- Professionelles Marketing

- ...

- Kulturvernetzung: Vergleichende Erhebung der kulturellen Angebote in den drei Partnerregionen. Vernetzung

dieser Angebote durch gemeinsame Präsentation innerhalb der Regionen und zwischen den

Regionen

- Kulturbotschafter: Förderung des transnationalen Kulturaustauschs durch die Entsendung so genannter

Kulturbotschafter

- Unter dem übergeordneten Thema „Kultur belebt die Erinnerungen für die Zukunft“ führen die drei Partnerregionen

eine Reihe von kulturellen Anlässen durch, die sowohl das zeitgenössische Kulturschaffen

als auch als auch Maßnahmen zur Erhaltung von kulturgut und dessen Vermittlung durch Fachleute beinhaltet.

Ziel ist dabei das Kennenlernen verschiedener Herangehensweisen und Arbeitsprozesse und

der Austausch von Erfahrungen mit im Umgang mit Vergangenheit zugunsten einer facettenreichen, an

die Vergangenheit anknüpfende Zukunft.

- Eigensicht-Fremdsicht: Ausgewählte Kunstschaffende aus einer der drei Partnerregionen genießen für

eine bestimmte Zeit in einer der jeweils anderen Partnerregionen Gastrecht und setzen sich dort unter

Einbezug der ansässigen Bevölkerung in künstlerischer Form mit zentralen Lebensraumproblemen zu

den Leitthemen Baukultur oder Wasser auseinander

- Veranstaltung gemeinsamer Kulturwochen

- Cartoonausstellungen, Fotoausstellungen: Die eigene Region aus der Sicht der Andern

- Fotoprojekt „Ortsansichten gestern und heute“

- Kunst-Fotografie unter dem Thema „Spurensuche“

- Musik: Festivals und Austausch

- Austausch zur Volkskultur (Brauchtum, Sprache und Baustile)

- Holz als kreativer Werkstoff

- Einen gemeinsamen Kunst- und Kulturpreis ins Leben rufen

- Gemeinsames Künstlerstipendium in einem Viertland

- Autorenauftrag für Theatermonolog mit Darstellung einer typischen Lebenssituation

- Nachhaltige Kulturwerkstatt

- Schaffung eines EU-subventionierten Eintrittspasses für kulturelle Anlässe in allen drei Regionen

- Auf Spurensuche – zu Dritt eine Region erwandern und künstlerisch erkunden

- Choraustausch

- Schüleraustausch über Video, Internet oder Schultheater

- Begegnungen über regionsspezifische Sportarten wie z.B. Hornussen oder Platzgen

- Abend der Regionen an jedem der drei Konvente

- Sonderseite über die RISE-Regionen in der Tagespresse

5 Good Practices

Projektträger Association ArtCanal

Case postale 332

CH-2525 Le Landeron

Tel.: +41 (0)32 7513819, Fax: +41 (0)32 7511421

E-mail: info@artcamal.ch

Internet: www.artcanal.ch

Operative Durch-

führung

Good Practices in den Regionen

ArtCanal

Frau Luks-Osterwalder, Geschäftsführerin (extern beauftragt)

edition clandestin

Höheweg 73

17

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Kooperationspartner

CH 2502 Biel

Tel: +41 (0)32 3772131; Fax: +41 (0)32 3772132

E-mail: edition.clandestin@bluewin.ch

Die Durchführung der Skulpturenausstellung

Artcanal stützte sich auf eine private Initiative. Eine kleine

Gruppe Kunstbegeisterter hat sich zur Association Art Canal zusammengeschlossen und das ehrgeizige

Projekt mit großem zeitlichem und ideellem Engagement auf ehrenamtlicher Basis realisiert. Dem Organisationskomitee

gehörten an: Pierre Liechti (Präsident, Cressier), Regula Ernst (Vizepräsidentin, Erlach),

Pierre Pestalozzi (Geschäftsführung, Bern), Paul Widmer, künstlerischer Leiter, Burgdorf), Fred Ernst

(technische Leitung, Erlach), Alfons Ruckstuhl (Finanzen, Biel), Eric Schneider (Kommunikation) und Willy

Jakob (Beisitzer).

Die wichtigsten Kooperationspartner waren 56 Kunstschaffende aus allen 5 Kontinenten, die eigens für

Artcanal ein Werk schufen.

Die Realisierung von Artcanal wurde von folgenden Partnern offiziell unterstützt: Bundesamt für Kultur;

Kantone Bern, Neuchâtel Solothurn und Schwyz; SEVA-Lotterie Bern; Lotterie Romande Neuchâtel; Lotterie

Romande Intercantonale; Espace Mittelland; Pro Helvetia; Kiwanis International; Stiftung Landesausstellung

’39; Oertli-Stiftung; Vontobel-Stiftung; Bürgergemeinde der Stadt Solothurn; Gemeinden Hauterive,

St.-Blaise, Marin-Epagnier, Thielle-Wavre, Cornaux,

Cressier, Le Landeron, Gals, Gampelen, Erlach, La

Neuveville, Ins, Lyss, Köniz, Ittigen, Ostermundigen, Thun, Chur und Mooslerau.

Zuordnung The- „Kunst am Wasser“ hat sich als eine der zentralen Leitideen bei der Umsetzung

der Komponente 2 (regiomen

RISE nale Identität und Kultur) heraus kristallisiert. Seit der interregionalen Arbeitstagung vom 29./30. April 2004

in Knittelfeld haben sich deshalb die drei Partnerregionen intensiv mit der Planung einer gemeinsamen

Skulpturenausstellung nach dem Vorbild von Artcanal beschäftigt. Trotz weit entwickelter konzeptioneller

Vorstellungen musste das Pilotprojekt

im Januar 2005 auf Grund unvereinbarer Positionen bezüglich Budget

im Rahmen von RISE fallen gelassen werden.

Besondere Stärken

Symbolkraft: Der Zihlkanal ist als Ausstellungsort von einzigartiger Symbolkraft (sowohl trennendes als

auch verbindendes Element zwischen zwei Sprach- und Kulturräumen)

Imagegewinn: Die Beteiligung von 28 Kunstschaffenden aus dem Ausland hat zum Bild einer weltoffenen

Region beigetragen

Vielfältigkeit: Der Zihlkanal ist schiffbar. Die Betrachtung der Kunstwerke war daher sowohl vom Land als

auch vom Wasser her möglich;

Hohe Besucherzahlen: Die synchrone Durchführung von Artcanal und Landesausstellung 2002 (sämtliche

Bootstransfers von der Arteplage Biel zu den anderen Ausstellungsorten traversierten den Zihlkanal und

damit auch die Ausstellung) führte zu einmalig hohen Besucherzahlen

Beitrag zur regionalen Identität: Durch die enge Zusammenarbeit über die Sprachgrenzen hinweg rückten

die am Projekt beteiligten Deutschschweizer und Romands näher zusammen.

Repetition: ArtCanal ist wiederholbar. Das Konzept ist flexibel und entwicklungsfähig.

Im europäischen

Kontext beispielsweise ist ein Ausbau zur interregionalen Wanderausstellung durchaus

realistisch.

Planungsebene Regional,

mit nationaler Ausstrahlung und internationaler Beteiligung; Idee aus dem Raumentwicklungskonzept

der Region Erlach - östliches Seeland EOS heraus entstanden; Planung und Realisierung durch

private Initiative ohne direkten Zusammenhang mit einem übergeordneten

Planungsinstrument.

Bearbeitungsge-

Zihlkanal und angrenzende Seeufer (8,8km langer Kanal, 11 Gemeinden (3 deutschsprachig, 8 franzö-

biet

sischsprachig); 2 Kantone (Neuenburg und Bern)

Kostenrahmen

Kofinanzierung

durch EU?

Andere Kofinanzierungen?

Ausgangslage

zum Projekt

Budget für Planung und Realisierung: ca. CHF 2'000'000 (ca. 1'350'000 €)

Nein

Finanzierung ausschließlich durch Eigenleistungen und Sponsoring

Der Zihlkanal bildete die Nabelschnur zwischen den Ausstellungsstandorten der Expo 02. Grundidee:

Nutzung dieser strategisch günstigen Lage und der damit verbundenen hohen Passagierschiff-Frequenzen

durch eine attraktive Ausstellung, die ursprünglich als integrierender Bestandteil der Landesausstellung

gedacht war, nach dem Scheitern der Verhandlungen mit der Expo-Leitung aber als eigenständiges, von

der Landesausstellung unabhängiges Projekt realisiert wurde.

Was soll / sollte Der Zihlkanal verbindet den Neuenburgersee mit dem Bielersee. Er trennt aber auch den Kanton Neuen-

erreicht werden? burg vom Kanton Bern, eine französischsprachige von einer deutschsprachigen

Region. Der Zihlkanal ist

Verbindung und Trennung zugleich, Nabelschnur und Grenzgraben zwischen zwei bedeutenden Kulturen.

Er eignet sich deshalb in besonderem Masse für eine künstlerische Auseinandersetzung mit diesem vielschichtigen

Thema.

Nach dem Konzept des Plastikers Paul Widmer haben 56 Schweizer Kunstschaffende, die Hälfte davon

aus dem Ausland, ihre Vorstellungen von Trennen und Verbinden in Kunstwerke am, entlang und im Wasser

umgesetzt. Aus allen fünf Kontinenten brachten die Kunstschaffenden ihre Erfahrungen im Umgang mit

fremden Kulturen in die Region und haben damit einen wesentlichen Beitrag zu einer weltoffenen Haltung

18

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Was konnte umgesetzt

werden?

Was sind die

Hauptnutzen -

Stärken des Vor

habens?

Schätzungsweise rund 1 Mio Schiffspassagiere und rund 150'000 Fußgänger/Radfahrer

haben Artcanal

bewundert. Das Projekt hat zur Verständigung zwischen

den deutsch- und den französischsprachigen

Nachbarn beigetragen und einen wichtigen Beitrag zur regionalen Identität geleistet. Artcanal hat aufgezeigt,

was auf privater Initiative erreicht werden kann, wenn Einsatz und Begeisterungsfähigkeit stimmen.

Was konnte nicht Die Realisierung von Artcanal war nur durch das außerordentliche Engagement der Vorstandsmitglieder

erreicht werden – der Association Artcanal möglich und hat die Beteiligten viel Substanz gekostet. Bei einer

Wiederholung

Schwächen? muss deshalb auf eine breitere und finanziell bessere Abstützung geachtet werden.

Vernetzung des

Projektes

mit

anderen Vorha-

ben

Spezifische neue

Methoden zur

Projektdurchführung

Beteiligte und

Betroffene am

Projektvorhaben

Artcanal ist als isoliertes Einzelprojekt realisiert worden.

Grenz- und kulturübergreifendes Projekt an der tatsächlichen

geographischen Nahtstelle

Association Artcanal, Region EOS, Gemeinden entlang des Zihlkanals, Kantone Neuenburg und Bern,

private und öffentlich-rechtliche

Sponsoren, Kunstschaffende mit Schweizer Pass aus allen 5 Kontinenten,

einheimische Bevölkerung, Expo 02-BesucherInnen.

Präsentation, Grosse Medienkonferenz im Rahmen der Vernissage; viele geführte Schifffahrten durch den Kanal mit

Kommunikation Erläuterungen zu Projekt und Kunstwerken; diverse Beiträge in den Medien; Begegnungs- und Informati-

des Projektes in onspavillon mit Bistro während

der Ausstellung; projekteigene Website (www.artcanal.ch); aufwändig gesden

Medien talteter Ausstellungskatalog.

Laufzeit des

Projektes

Projektstand

5.1.2 Kulturspur

Projektträger

Operative Durch

führung

Kooperationspartner

Zuordnung Themen

RISE

Besondere Stär-

ken

2. Mai – 20. Oktober 2002

Gründungsmitglieder:

Regionalverband

Amt Erlach – östliches Seeland; Gemeinden des Amtes Aarberg; Handels- und Industrie-

verein Aarberg; kantonaler

Gewerbeverband; Regionalbanken; landwirtschaftliche Organisationen Seeland

LOS; regionales Transportgewerbe; Hotelier-Verein Biel-Plus; Wirteverein Aarberg; Tourismus Biel-

Seeland; Mühlegesellschaft Lyss.

Arbeitsgruppe Kulturspur

c/o Präsident Thomas Flühmann

Nutrex AG

Juraweg 5

CH-3292 Busswil

Fachliche Begleitung

durch die Geschäftsstelle des Regionalverbandes Erlach - östliches Seeland (Planungsbüro

Berz Hafner + Partner AG, Fliederweg 10, Postfach 575, CH-3000 Bern 14).

Das „Erlebbar-Machen“ der Region mittels

der Kultur und organisierter Wegeführungen ist ein zentrales

Thema im Projekt RISE.

Planungsebene Regional,

mit nationaler Ausstrahlung; Idee aus dem Raumentwicklungskonzept der Region Erlach - östliches

Seeland EOS heraus entstanden.

Bearbeitungsgebiet

Kofinanzierung

durch EU?

des Kooperationsraumes Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois geleistet.

Realisierung wie geplant; Dokumentation der Kunstwerke durch einen attraktiven Ausstellungskatalog.

Abgeschlossenes Projekt

Lokale Verkehrsvereine; lokale Heimatschutzvereinigungen; Verein TouLaRe; Bernische Kraftwerke AG;

Pro Patria.

Keine Angaben

Region Erlach - östliches Seeland EOS

Kostenrahmen Jährliches Budget ca. CHF 15’000

Nein

19

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Andere Kofinan- Starthilfe durch finanzielle Beiträge aus dem Regio Plus-Projekt TouLaRe (Fördermittel des Bundes);

zierungen? projektbezogenes Sponsoring

Ausgangslage

zum Projekt

Was soll / sollte

erreicht werden?

Was konnte

umgesetzt

werden?

Was sind die

Hauptnutzen -

Stärken des Vorhabens?

Was konnte nicht

erreicht werden –

Schwächen?

Das Projekt Kulturspur hat sich den Schutz und die Inwertsetzung des reichen natur- kulturhistorischen

Erbes im Kooperationsraum durch die Erhaltung und touristische Erschließung wertvoller landschaftsge-

schi chtlicher Zeugen vor Ort zum Ziel gesetzt. Gleichzeitig soll die Kulturspur zum Aufbau eines qualitativ

hoch stehenden sanften Tourismus genutzt werden. Nach dem Vorbild des französischen Ecomuseums

sollen die Objekte nicht in Museen, sondern direkt in der Landschaft

und somit in ihrem historischen und

aktuellen Kontext besichtigt werden

können. Damit entsteht eine

enge Koppelung mit Freizeitaktivitäten wie

Wandern, Radwandern oder Skaten, die im Seeland ebenfalls stark gefördert

werden.

Im Rahmen der Kulturspur wurden bisher folgende Angebote erarbeitet:

- Rundgang (mit Fahrrad) zum Thema Juragewässerkorrektion (Faltblatt A3 mit Routenbeschrieb und

Informationen zur Thematik)

- Rundgang zum Thema historische Wegspuren rund um Busswil (Faltblatt A4 mit Routenbeschrieb)

- Kulturhistorischer Rundgang durch das Zentrum von Lyss

- Rundgang Biberspur

- Mühlespur (Rundgang zu historischen Mühlen in der Region)

- Unterrichtsmaterial für Primar- und Sekundarstufe (Fach NMM Natur Mensch Mitwelt).

Themen:

Juragewässerkorrektion,

www.kulturspur.ch)

Siedlungswandel, Naturschutz, Landwirtschaft etc.; abrufbar unter

Das Angebot wird nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel laufend erweitert.

Branchenübergreifende Zusammenarbeit; Erhaltung und Förderung der regionalen Identität; sinnvolle

Kombination von Schutz und Nutzung durch sanften Tourismus; Sensibilisierung der Bevölkerung für landschaftsgeschichtliche

Zusammenhänge; Multiplikationseffekt durch Bereitstellung von spezifischen Unterrichtsmaterialien

für Schulklassen; Beitrag zur Förderung des Wander- und Radtourismus.

Die Kulturspur hat bisher noch nicht die

erhoffte Breitenwirkung erzielt. Das Projekt ist in der Region und

der Bevölkerung noch zu wenig bekannt.

Die Vermarktung des an sich starken Produkts ist bescheiden und

zu wenig zielorientiert. Die professionelle Begleitung verfügt über zu wenig Mittel.

Vernetzung

des Vernetzung mit dem Regio Plus-Projekt TouLaRe (regionales Projekt zur Förderung des ländlichen Tou-

Projektes mit rismus und des einheimischen Absatzmarktes) sowie dem kantonalen Projekt „Schule auf dem Bauernhof“.

anderen Vorhaben

Spezifische neue

Methoden zur

Projektdurchfüh

rung

Beteiligte und

Betroffene am

Projektvorhaben

Gründungsmitglieder

der Arbeitsgruppe Kulturspur; Gemeinden Lyss, Aarberg, Büren an der Aare und

Busswil; Tourismus Biel Seeland; Büren Tourismus; Medienzentrum Schulwarte Bern; Zentralstelle für

LehrerInnen-Fortbildung Bern; Inforama Seeland

(Ins); Verein TouLaRe; Bernische Kraftwerke BKW AG;

Inventar historischer Verkehrswege

der Schweiz IVS; weitere Organisationen und Privatpersonen; regionale

Bevölkerung; Schulklassen aus der ganzen Schweiz.

Präsentation, Internet (www.kulturspur.ch;

www.toulare.ch); Prospekte zur Juragewässerkorrektion und Faltblätter zu den

Kommunikation „Kulturspuren“ können bei Tourismus Biel Seeland bezogen werden; Medienpräsenz bei der Eröffnung

des Projektes in

den Medien

neuer Angebote.

Laufzeit des Seit 1998, zeitlich unbefristet

Projektes

Projektstand

5.1.3

Im Kooperationsraum Seeland - Jurasüdfuß - Jura Bernois gibt es trotz intensivem Landschaftswandel

immer noch viele Elemente in der gewachsenen Natur- und Kulturlandschaft, die wenig bekannt sind und

Gefahr laufen, aus reiner Unkenntnis beseitigt zu werden.

Branchenübergreifende Arbeitsgruppe

Laufendes Projekt

Würzingerhaus Außernzell

Projektträger Gemeinde Außernzell

Herr Bürgermeister Färber

Eginger Straße 1

D-94532 Außernzell

tel: +49 (0)9903 343, fax: +49 (0)9903 941195

E-Mail: poststelle@schoellnach.de

20

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Operative Durch-

führung

Kooperationspartner

Zuordnung Themen

RISE.

Besondere Stär-

ken

Planungsebene

Freistaat Bayern – Denkmalschutz

Regierung von Niederbayern,

5b-Stelle

Direktion für ländliche Entwicklung,

Landau

Landkreis Deggendorf – Denkmalschutz und Jugendheimförderung

Erhaltung und Stärkung der Identität und der Kommunikation

im ländlichen Raum; Schaffung eines Umfeldes

für qualitätvolle „ländliche“ Kultur;

Identitätsstiftung durch Einbindung der regionalen Bevölkerung.

Lokale und regionale Bindung von Kultur und Kommunikation

zur Schaffung regionaler Identität; Erhalt

dörflichen Lebens

Bearbeitungsge-

Gemeinde Außernzell (Landkreis Deggendorf)

biet

Kostenrahmen

Gesamtkosten 3.259.000,--Euro

Aufwand des Projektträgers: 2.045.000,-- Euro (62%)

Externe Beratungsleistungen: 335.000,-- Euro

Kofinanzierung

durch EU?

Andere Kofinanzierungen?

Ausgangslage

zum Projekt

Was soll / sollte

erreicht werden?

Was konnte umgesetzt

werden?

Was sind die

Hauptnutzen –

Stärken des Vorhabens?

Was konnte nicht

erreicht werden –

Schwächen?

Vernetzung

des Nein

Projektes mit

anderen Vorhaben

Spezifische neue

Methoden zur

Projektdurchführung

Beteiligte und

Betroffene am

Projektvorhaben

Internet: www.aussernzell.de

Gemeinde Außernzell

Lokal, mit regionaler Wirkung

Ja, 5b-Programm: 323.279,-- Euro

Ja, Entschädigungsfond, Denkmalfond und Dorferneuerung ländl. Entwicklung: 1.174.000,-- Euro

Das Würzingerhaus diente 1000 Jahre lang als Amtshof und zentrales Wirtschaftsgebäude in der Mitte

von

Außernzell. 1990 präsentierte sich das Haus in einem ruinösen Zustand und schien ganz einzustürzen.

Die

Gemeinde sah eine Chance wieder einen Dorfmittelpunkt herzustellen, um dem geschichtsträchtigen Ge-

bäude wieder den Stellenwert zuzuführen, den es über 1000 Jahre gehabt hatte.

Durch eine möglichst vielseitige Nutzung (Gemeindeverwaltung,

Gemeindebücherei, Gastwirtschaft, Jugendräume,

Dorfladen, Ausstellungsräume, Theatersaal) sollte eine möglichst große Bevölkerungsgruppe

angesprochen werden.

Die gesteckten Ziele

konnten in den ersten Jahren nach der Fertigstellung voll umgesetzt werden.

Vielseitige

Nutzungsmöglichkeiten, weitgehend durchgehende Öffnungszeiten, zentrale Lage, ausreichen-

de Parkmöglichkeiten,

Attraktivität des Gebäudes.

Keine Angaben

Schaffung einer neuen Dorfmitte durch Unterbringung

vielfältigster Nutzungen, Identifikation der Bevölke-

rung mit „ihrem“ Gebäude, Innovative Methoden

in der Bauphase

Gemeinde Außernzell

Staatsministerium, München

Regierung von Niederbayern, Landshut

Direktion für ländliche Entwicklung, Landau

Landkreis Deggendorf

Bürger Außernzells

Präsentation, Publikationen in Fachzeitschriften

Kommunikation

des Projektes in

den Medien

21

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Laufzeit des 1998 - 2001

Projektes

Projektstand

5.1.4

Projektträger Stadt Deggendorf; Sachgebiet 41 – Stadtplanung,

Franz-Josef-Strauß-Straße 3

D-94469 Deggendorf

tel: +49 (0)991 2960-416, fax: +49 ( 0)991 2960-199

E-Mail: hans.maurer@deggendorf.de

Internet: www.deggendorf.de

Operative Durch-

Hans Maurer, Ernst Kallmünzer (Stadt Deggendorf, Sachgebiet Stadtplanung)

führung

Kooperationspartner

Zuordnung Themen

RISE

Besondere Stärken

Planungsebene

Bearbeitungsgebiet

„Kultur und Wasser“ als mögliches Pilotprojekt

in Komponente 2

Thematisierung von „Kultur und Wasser“ durch die Kombination Hochwasserschutz/Kunst. Intensive Einbindung

der Bevölkerung durch öffentliches Erarbeiten der Kunstwerke am Deich im Rahmen des Sympo-

siums; dadurch Auseinandersetzung mit dem

Wasser als positiver Reiz und gleichzeitiger Gefahrenquelle.

Ehemalige

Bach-Aue und heutiger innenstädtischer Erholungsbereich „Bogenbach“ zwischen zwei alten,

früher getrennten, Siedlungskernen. Länge ca. 1,5 km

Kostenrahmen Gesamtkosten: 175.000 DM (~ 89.000 €)

Aufwand des Projektträgers: 38%, staatl. Kostenübernahme 62%

Kofinanzierung

durch EU?

Andere Kofinan- Ja, . Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf,

64 % Kostenanteil

zierungen?

Ausgangslage Die Hochwasserfreilegung des Innenstadtbereiches wurde in einem Zeitraum von über 20 Jahren baulich

zum Projekt realisiert. Als öffentliche Baumaßnahme sollte die Maßnahme auch durch ein Kunstobjekt ergänzt werden.

Die Beschränkung auf ein Objekt bei einer räumlichen Ausdehnung von ca. 1.500 m mal 50 m und bei

einer Nutzung als durchgehender Spazierweg erschien nicht angebracht.

Was soll / sollte

erreicht werden?

Was konnte umgesetzt

werden?

Was sind die

Hauptnutzen –

Stärken des Vorhabens?

Was konnte nicht

erreicht

werden –

Schwächen?

Vernetzung des

Projektes mit

anderen Vorhaben

Abgeschlossenes Projekt

Künstlersymposium am Bogenbach

Wasserwirtschaftsamt Deggendorf

Kunstverein Deggendorf e.V.

Stadt Deggendorf (lokal und regional)

Nein

Es sollten mehrere Objekte entstehen. Die Objekte sollten über längere Zeit vor Ort bleiben. Einige Objekte

sollten, durch Sponsoren angekauft, auf Dauer am Bogenbach verbleiben. Kunst sollte auf der gesamten

Länge des Bogenbaches und somit für jeden Spaziergänger bzw. auch für Benutzer von lediglich Teilbereichen

erlebbar sein. Neue Zugänge zur Kunst sollten der Öffentlichkeit geboten werden durch das Entste-

hen der Objekte vor Ort und durch das Gespräch mit den anwesenden Künstlern

Es entstanden insgesamt 34 (Teil-)Objekte die 5 bzw. 6 Jahre vor Ort verblieben. Insgesamt drei Objekte

werden voraussichtlich

auf Dauer bleiben können. Mehrere Führungen durch den gesamten Parcours mit

den Künstlern, eine große Zahl von Einzelgesprächen zwischen den Künstlern und Passanten, ein intensives

und lang anhaltendes Echo in den örtlichen Medien.

Große räumliche Abdeckung durch eine größere Anzahl an Objekten bei gleichen Kosten,

Kunst und Künstler wurden zu Menschen gebracht die von sich aus niemals Kontakt und Zugang zur Kunst

gefunden

hätten

Sponsoren für eine größere Anzahl von Objekten zu finden

Nein

22

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Spezifische neue

Methoden zur

Projektdurchführung

Beteiligte und

Betroffene am

Projektvorhaben

Präsentation,

Kommunikation

des Projektes in

den Medien

Laufzeit des

Projektes

Verknüpfung Technischer Hochwasserschutz – Kunst; Einbeziehung der Passanten.

Die Verwaltungen und die Bauhöfe von Stadt und Wasserwirtschaftsamt

Künstler und ihre Helfer

Kunstverein Deggendorf

Örtliche und regionale Medien

Spaziergänger am Bogenbach

Anwohner

Schulklassen

Kunstverein Deggendorf e.V. / Stadt Deggendorf: Künstlersymposium Bogenbach Deggendorf, Deggendorf

1999

Präsentation auf der Homepage des Kunstvereins Deggendorf unter „http://www.kunstvereindeggendorf.de/bogenba.htm“

1998 und 1999

Projektstand Abgeschlossenes Projekt

Eine Weiterführung der Projektidee auf angrenzenden Abschnitten der Hochwasserfreilegung entlang der

Donau wird derzeit geprüft.

5.1.5 Vernetzung Musikschulen

Projektträger Freiwillige Kooperation der 4 Musikschulen Fohnsdorf, Judenburg, Knittelfeld und Zeltweg

Operative Durchführung

Kooperationspartner

Zuordnung Themen

RISE

Direktoren der Musikschulen im Rahmen ihrer schulischen Agenden

Musikspezifische Einrichtungen der Region, Jazz Institut der Musikhochschule Graz

Modellbeispiel für schulische / kulturelle Kooperation im Sinne der Nutzung möglicher regionaler Synergien

Planungsebene Einzugsbereiche der Musikschulen von 2 Bezirken Judenburg und Knittelfeld mit insgesamt 38 Gemeinden,

1,7 km² und ca. 78.000 Einwohnern.

Bearbeitungsgebiet

s.o.

Kostenrahmen Aufwendungen im Rahmen schulischer Budgets und gewisser ergänzender Sponsor- und Fördergelder

Kofinanzierung

durch EU?

Andere Kofinanzierungen?

Ausgangslage

zum Projekt

Was soll / sollte

erreicht werden?

Was konnte umgesetzt

werden?

Nicht gegeben

Im wesentlichen nicht gegeben, Kulturförderung auf geringem Niveau

Die vier Musikschulen standen im gegenseitigen schulischen Wettbewerb. Insbesondere die Potenziale

(Künstler / Musikanten, Besucher) für konzertante Aufführungen der einzelnen Schulen (Orchester, Bands)

waren unzureichend, die Aufführungen waren wenig abgestimmt und konkurrenzierten sich gegenseitig.

Längerfristiger Abbau der Konkurrenzsituation zwischen den Schulen und Nutzung der gegenseitigen

Synergien im Sinne einer ressourcensparenden Zusammenarbeit und höheren Angebotsqualität für die

Musikliebhaber der Region

Zusammenführung der Musiker zu gemeinsamen Klangkörpern und Musikangeboten in der Region Aichfeld

– Murboden:

- Gemeinsames Aichfeld Symphonie Orchester mit regelmäßigen Aufführungen an allen beteiligten

Schulstandorten

- Gemeinsam organisierte Aichfeld Big Band in Kooperation mit dem Jazz Institut der Musikhochschule

Graz

23

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Was sind die

Hauptnutzen -

Stärken des Vorhabens?

Was konnte nicht

erreicht werden –

Schwächen?

Vernetzung des

Projektes mit

anderen Vorhaben

Spezifische neue

Methoden zur

Projektdurchführung

Beteiligte und

Betroffene am

Projektvorhaben

Präsentation,

Kommunikation

des Projektes in

den Medien

Laufzeit des

Projektes

Projektstand Laufendes Projekt

- Aufbau eines Projektes „Aichfeld Operette“ zwischen den Musikschulen Judenburg und Knittelfeld

- Terminabsprachen, Sicherung von Künstlerhonoraren, Preisgestaltung und gemeinsames Marketing

Genereller Abbau der Berührungsängste zwischen einzelnen schulischen Institutionen ohne rechtliche

Verschränkungen. Aufbau eines professionellen musikalischen und kulturellen Dialoges und kreativer

Umsetzung möglicher regionaler Synergien als Modelbeispiel für spezifische weitere Kooperationsansätze

Weiterführende Kooperation auf Schüler – Lehrer Ebene im Sinne einer Abstimmung und Koordination bei

Aus- und Weiterbildungsangeboten; Lehreraustausch zwischen den Schulen durch restriktive Schulgesetzgebung

und Dienstrecht noch nicht möglich.

Kooperationsansatz für eine breitere kulturelle Vernetzung der Region Aichfeld – Murboden und darüber

hinaus.

Kooperation bei Musikausbildung und Darbietung als schulübergreifender regionaler Entwicklungsansatz

Schüler, Lehrer der Musikschulen, Nachfrager, Gemeinden als Schulträger

Publikation im Rahmen von Veranstaltungsreihen und Aufführungen, geplante Präsentation und Kommunikation

im Rahmen des Kulturverbundes

Start: 1995 / 96

Laufende Aktualisierung und Erweiterung

5.1.6 Kulturzentrum Stift Seckau

Projektträger Stift Seckau

A-8732 Seckau 1

tel: +43 (0)3514 5234, fax: +43 (0)3514 5234–105

E-Mail: verwaltung@abtei-seckau.at

Die Kulturagenden im Bereich der Benediktinerabtei Seckau werden seit nunmehr 25 Jahren von einem

eigenen Förderverein wahrgenommen. Die kulturellen und wirtschaftlichen Aktivitäten der Abtei liegen

darüber hinaus im Bereich des Abtei Gymnasiums, einer Destillerie, Unterkunft und Verpflegung beim

Hofwirt, einer Gold- und Silberschmiede, einer Buch- und Kunsthandlung sowie einer Kunst- Möbel- und

Antiquitätentischlerei. Die Bewirtschaftung erfolgt großteils über Pachtbetriebe.

Operative Durchführung

Kooperationspartner

Zuordnung Themen

RISE

Die operative Umsetzung der Kulturagenden wird auf ehrenamtlicher Basis durch den Vereinsvorstand

wahrgenommen. Administrative Unterstützung erfolgt durch die Abteilverwaltung.

Die Kulturaktivitäten sind in meist informelle regionale und landesweite Netzwerke eingebunden. Feste,

nachhaltige Verknüpfungen bestehen nicht.

Die verschiedenen Wirtschaftsbetriebe sind ebenfalls in jeweils betriebsspezifische Absatzverbindungen

eingebunden.

Ansatz und Modell für einzelbetriebliche, kulturwirtschaftliche Aktivitäten und entsprechenden örtlichen und

regionalen Synergien.

Planungsebene Aktivitäten von Seckau Kultur und Abtei erfolgen auf örtlicher Ebene, Besucher, Synergien und Absatzmärkte

auf überregionaler Ebene.

Bearbeitungsgebiet

Aktivitäten von Seckau Kultur für ein überregionales Publikum, Besucher rekrutieren sich insbesondere aus

der Region, dem benachbarten Bezirk Leoben und Persönlichkeiten mit Seckau-Bezug.

24

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Kostenrahmen Finanzierung des Kulturprogrammes über Mitglieds- und Förderbeiträge von Seckau Kultur (Jahresbeitrag

EUR 30,- / 90,-) sowie über Eintritte, Sponsorbeiträge und Förderungen. Öffentliche Mittel je € 3.000 Gemeinde,

Land, Bund. Eintritte ca. € 15.000.- Gesamtbudget in der Größenordnung von € 30.000.

Kofinanzierung

durch EU?

Andere Kofinanzierungen?

Ausgangslage

zum Projekt

Was soll / sollte

erreicht werden?

Was konnte umgesetzt

werden?

Was sind die

Hauptnutzen -

Stärken des Vorhabens?

Was konnte nicht

erreicht werden –

Schwächen?

Vernetzung des

Projektes mit

anderen Vorhaben

Spezifische neue

Methoden zur

Projektdurchführung

Beteiligte und

Betroffene am

Projektvorhaben

Präsentation,

Kommunikation

des Projektes in

den Medien

Keine Ko-finanzierung

Gemeinde, Kulturabteilung des Landes, Bundeskanzleramt

Seckau mit seiner über achthundertjährigen Geschichte ist seit langem ein Brennpunkt kulturellen Geschehens.

Aus den unterschiedlichsten Betätigungsfeldern der Patres und Brüder sind im Laufe von Jahrzehnten

einige Gewerbebetriebe entstanden, die heute kleine wirtschaftliche Standbeine des Klosters sind. Das

Kloster ist heute zu einem bedeutenden Arbeitgeber in Seckau und der Region geworden.

Das Kloster mit dem Abteigymnasium und seinen Werkstätten besaß und besitzt geistliche, aber auch

geistige und kulturelle Ausstrahlung, die es zu erhalten und zu stärken gilt.

In der Vereinigung „Seckau Kultur“ haben sich Menschen zusammengefunden, die durch ihr Interesse und

ihre Unterstützung seit Anfang 1987 fast 500 Veranstaltungen mit einem bemerkenswerten Niveau ermöglichten.

Das ist eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass die Zuschüsse aus öffentlicher Hand sehr

gering sind oder überhaupt ausbleiben.

Neben "hochkarätigen" Einzelveranstaltungen gehört die "Seckauer Kulturwoche" (seit 1980) als Höhepunkt

der jährlichen Veranstaltungsreihe längst zum fixen Kulturbestandteil des Kulturangebotes der Steiermark.

Das Angebot soll von jedem etwas bieten. Das ganze kulturelle Umfeld soll berücksichtigt werden, ergänzt

durch pädagogische Aspekte:

- die Schülerinnen und Schüler des Abteigymnasiums stellen den Grundstock des jungen Publikums.

- den Veranstaltern ist es auch ein besonderes Anliegen, jungen und unbekannten Künstlern die Möglichkeit

zu geben, vor größeres Publikum zu treten

- neben regionalen Künstlern sollen auch bedeutende und internationale Künstler zu Zuge kommen

- die Künstler sind immer wieder aufgefordert, mit dem Publikum in Kontakt zu treten

- Das Ambiente der Abtei schafft die nötige Atmosphäre für Ausstellungen, geistliche Chor- und Orchesterkonzerte,

Kammermusik, Jazz, Kabarett, Theater und Literatur.

Nutzung der Synergien eines kulturhistorisch bedeutenden Standortes, der Vernetzungen aus dem Schulbetrieb

und einer Reihe von ergänzenden wirtschaftlichen Betrieben. Nachhaltiges Engagement des Vereines

Seckau Kultur als einer der bedeutendsten regionalen Kulturträger.

Keine Basisfinanzierung durch öffentliche Mittel, keine nachhaltige Planung möglich, Problem Ausfallshaftung

Innerbetriebliche und örtliche Vernetzung mit verschiedenen Wirtschaftszweigen des Stiftes. Informelle

Kooperationen im Rahmen von Kulturnetzwerken. Regionale Veranstaltungskonkurrenz.

Präsentation von innovativen jungen Nachwuchskünstlern

100 Mitglieder und Förderer, bei einem jährlichen Besucherpotenzial in der Größenordnung von 2.500 bis

3.000 Teilnehmern.

http://www.abtei-seckau.at/

http://www.seckau-kultur.at/

Vierteljährliche Zeitung des Stiftes

25

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Laufzeit des

Projektes

Projektstand Laufendes Projekt

Start: Gründung Verein Seckau Kultur: 1980

5.2 Good Practices außerhalb der Regionen

5.2.1 Kulturvernetzung Weinviertel

Projektträger Kulturvernetzung NÖ, Büro Weinviertel

Museumsgasse 4

A-2130 Mistelbach

tel: +43 (0)2572 20250, fax:+43 (0)2572 34250, mobil: +43 (0)664 1329444

e-mail: weinviertel@kulturvernetzung.at

Internet: www.kulturvernetzung.at

Operative Durchführung

Kooperationspartner

Zuordnung Themen

RISE

Besondere Stärken

Geschäftsführung: Josef Schick

Mitarbeit: Martina Scheiblecker

Alle regionalen „Player“:

- Regionalentwicklungsverbände

- Weinviertel Tourismus GesmbH

- Dorf- und Stadterneuerung

- Weinviertel-Management

- Volkskultur Niederösterreich

- NÖ Kulturbetriebs GesmbH

- BHW

- Viele Gemeinden

- Künstler, Kulturschaffende und Kulturvereine im Weinviertel

Regionale Kulturvernetzung als zentrales, mögliches Pilotprojekt der Komponente 2

Nachhaltige Verknüpfung von Kulturorganisationen und Kulturaktivitäten in der Region Weinviertel im

Verbund mit weiteren 3 Regionen in Niederösterreich, Offenheit als Grundverständnis

Planungsebene Schwerpunkt bei regionaler Kulturarbeit, regions- und grenzübergreifende Aktivitäten (Wien, Slowakei,

Tschechien)

Bearbeitungsgebiet

Region Weinviertel mit 130 Gemeinden und ca. 280.000 Einwohnern

Kostenrahmen Gesamtbetriebskosten / Jahr: 110.000 €

Eigenmittel der Projektträger: 5.000 – 10.000 € (Mitgliedsbeitrag Einzelpersonen € 20/Jahr, Vereine €

40/Jahr)

Ko-finanzierung des Landes NÖ und der EU: über 90%

Kofinanzierung

durch EU?

Andere Kofinanzierungen?

Ausgangslage

zum Projekt

Was soll / sollte

erreicht werden?

Was konnte umgesetzt

werden?

EU-Kofinanzierung über Regionalförderungsprogramm

Keine

Ausrichtung des Kulturlebens auf individuelle und kommunale Einzelinitiativen, Überschneidungen, Konkurrenzdenken,

eingefahrene Kulturschematas, ..

Wesentliche Zielsetzungen sind die Stärkung unverwechselbarer Kulturlandschaften, Attraktivitätssteigerungen

beim kulturellen Angebot, Vermittlung zwischen Initiativen und öffentlicher Hand. Die regionalen

Betreuungseinrichtungen haben die Funktion kultureller Informationsdrehscheiben und geben Hilfestellung

bei der Entwicklung, Konzeption und Finanzierung von Kulturprojekten.

- Aufbau einer nachhaltigen Betreuungsstruktur

- Betrieb einer umfassenden Website mit relevanten Informationen und Links

- Online Veranstaltungskalender

- Betreuung, Marketing Weinviertel Festival 2004

26

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Was sind die

Hauptnutzen -

Stärken des Vorhabens?

Was konnte nicht

erreicht werden –

Schwächen?

Vernetzung des

Projektes mit

anderen Vorhaben

Spezifische neue

Methoden zur

Projektdurchführung

Beteiligte und

Betroffene am

Projektvorhaben

Präsentation,

Kommunikation

des Projektes in

den Medien

Laufzeit des

Projektes

Projektstand Laufendes Projekt

- Bisher keine umfassende Evaluierung

- Weinviertel Festival: Zwischenresumé nach 2/3 der Veranstaltungen 2004: 37.000 Besucher

- Tage der offenen Ateliers (2003: 425 in NÖ) 21.000 Besucher, davon 1/3 neue Besucher

- Zugriffe Homepage: Veranstaltungskalender 350 bis 400 Personen/Tag (Hits: 5000 bis 7000); Hauptseite:

100 bis 130 Besucher/Tag (3000-4500 Hits)

- Verständigung / Kontakte über die Grenzen liegen aus Kapazitätsgründen noch brach.

- Umsetzungsgeschwindigkeit kultureller Regionalentwicklung

- Offene Haltung / Entkrampfung der Kulturträger

- Konkurrenzdenken / mangelndes Kooperationspotenzial

Landesweite Vernetzung zwischen regionalen Kulturvernetzungsbüros, regionale Einbindung in Regionalentwicklungsstrukturen

und Projekte

Offenheit gegenüber verschiedenen Meinungsbildern

Informationen fließen lassen; Arbeit als Supervisor und „Übersetzer“ zwischen Projektbetreibern und regionalen

Verwaltungsebenen

Hauptansprechpartner der regionalen Kulturvernetzung sind private Künstler, örtliche Kulturverantwortliche

auf Gemeinde- und Vereinsbasis sowie Kulturträger auf verschiedenen Ebenen, alle reg. Entwicklungsvereine

Website als wesentliche Kommunikationsdrehscheibe

Ergänzende periodische Newsletter / Folder / Publikationen

Start: 1996

Ende: bis 2007 gesichert, Weiterführung gewährleistet

5.2.2 Kulturnetzwerk Oberkärnten

Projektträger Kärntner Kulturnetzwerke, Verein für Gemeinnützige Beschäftigungsinitiativen der Kärntner Kulturnetzwerke

(GBP)

Prof. Otto von Eder Platz 1

A – 9871 Seeboden

Tel.: +43 (0)4762 81432

Mail: kultur@edv.or.at

Operative Durchführung

Kooperationspartner

Zuordnung Themen

RISE

Besondere Stärken

GBP Kulturnetzwerk Oberkärnten, mit 8 Transitarbeitskräften und 1 Schlüsselkraft

Gemeinden Seeboden, Spittal, Gmünd, Mallnitz, Greifenburg, Arbeitsmarktservice Kärnten, Kulturabteilung

der Landesregierung,

Pilotprojektansatz der Komponente 2

Das erste GBP, das nicht an einem Standort durchgeführt wird, sondern an 5 Gemeinden. Durchschlagender

Erfolg bis dato (allerdings von Öffentlichkeit noch wenig ersichtlich).

Planungsebene Hauptbearbeitungsebene derzeit auf Oberkärnten begrenzt, wird allerdings mit einem noch im Herbst

startenden Leader+ Projekt zumindest auf Kärnten ausgedehnt. Eine weitere Ausdehnung in Richtung

unserer Nachbarn Slowenien und Italien ist geplant.

Bearbeitungsgebiet

Vorprojekt Kulturspange war begrenzt auf Gemeinden Spittal – Millstatt – Gmünd. Kulturnetzwerk wurde

bereits ausgeweitet, wird allerdings mit Start Leader+ weiter ausgedehnt.

Kostenrahmen Gesamtkosten GBP: ca. € 180.000,--

Kofinanzierung

durch EU?

Andere Kofinanzierungen?

Keine Ko-Finanzierung des aktuellen Projektes, 50% LEADER-Finanzierung des Folgeprojektes geplant.

Förderung AMS: 4/6, Land Kärnten 1/6, Trägerverein 1/6 (ebenfalls subventioniert)

27

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Ausgangslage

zum Projekt

Was soll / sollte

erreicht werden?

Was konnte um

gesetzt werden?

Was sind die

Hauptnutzen -

Stärken des Vorhabens?

Was konnte nicht

erreicht werden –

Schwächen?

Vernetzung des

Projektes mit

anderen Vorhaben

Spezifische neue

Methoden zur

Projektdurchführung

Beteiligte und

Betroffene am

Projektvorhaben

Präsentation,

Kommunikation

des Projektes in

den Medien

Laufzeit des

Projektes

Gewaltige, ruhende Werte in der gesamten Region am kulturellen Sektor, teilweise durch „Gegeneinanderarbeiten“

blockiert. Beispielgebend für einen Zusammenschluss am kulturellen Sektor ist die Initiative

DrauArt, bei der sich das ganze obere Drautal zu einer Kulturinitiative zusammengeschlossen hat. Maßgeblich

daran beteiligt war das Kulturnetzwerk Oberkärnten.

"Kulturspange innerhalb der Region Oberkärnten"

- Koordination von kulturellen Veranstaltungen in der Region

- Umfassende zielgerichtete Information für den interessierten Besucher in übersichtlicher Form online

und über herkömmliche Medien

- Stärkung des Kulturauftritts der Region Oberkärnten

- Schrittweise Integration des gesamten Kulturangebots der Region Oberkärnten als Modellfall für

regionale Zusammenarbeit

Abstimmung / Information über Online Veranstaltungskalender, Hilfe bei der Umsetzung von verschiedenen

großkulturellen Ereignissen, Absicherung von bestehenden Veranstaltungen, Vorbereitung / Etablierung

von zusätzlichen Veranstaltungen und Angeboten (z.B. Kinderangebote, Workshops,..)

Unterstützung / Bekanntmachung Künstler und Kulturprojekte, Entlastung der Kulturträger, gemeindeübergreifende

Kulturarbeit, längerfristige Planungsansätze

Das aktuelle Projekt befasste sich vorwiegend mit der Aufbereitung und personellen Infrastruktur, in der

nächsten Projektstufe soll insbesondere die Außenwirkung und Kommunikation verstärkt werden.

Vernetzung mit dem „World – Bodypainting – Festival“ für 2005 geplant, da hier hervorragende Künstler (im

darstellenden Bereich) Werke ausstellen (nicht nur Körperbemalung), Erweiterung des Projektes auf Landesebene

und über die Grenzen geplant.

Österreichweit einzigartige Kooperation über die Gemeindegrenzen, Verknüpfung mit arbeitsmarktrelevanten

Zielsetzungen.

Amt der Kärntner Landesregierung, Gemeinden, Tourismus- und Kulturämter, Volkskundemuseum Spittal,

Kulturinitiative Gmünd, DrauArt

Homepage (www.kulturnetzwerk.at)

Start: 11/2003, Ende: 11/2004

Projektstand Ausarbeitung eines Leader+ Projektes weitgehende abgeschlossen, voraussichtlicher Start des Folgeprojektes

Leader+: 10/2004. Absicherung der Aktivitäten bis Ende 2006 und darüber hinaus.

5.2.3 Galerie im Fluss

Projektträger Verein "KulTurFisch"

Präsidentin: Katharina Baumfried

Tel:+43 (0)7268) 21255, Mobil+43 (0)676 4440611

Email: office@galerieimfluss.com

Internet: www.galerieimfluss.com/partner.htm

Operative Durchführung

Kooperationspartner

Zuordnung Themen

RISE.

Künstlerische Leitung: Architekt Thomas Stöckl

Projektleitung: Christian Geirhofer

Assistenz: Katharina Baumfried

Kaufmännische Leitung: Gerald Horak

Sponsoren: 14 LEADER Gemeinden, Land OÖ, NÖ, Kapsch, Verbund, Kriegergut, dm, Firmen

Medienpartner: ORF, Perger Tips

Kultur entlang Leitgewässer als Projektschwerpunkt

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unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Besondere Stärken

Verknüpfung / Mix aus Naturerlebnis, Familienorientierung und Kulturprojekt

Planungsebene Umsetzung auf regionaler Ebene, Schwerpunktsetzung in 5 Gemeinden entlang der Donau

Bearbeitungsgebiet

Grenzgebiet Länder Oberösterreich und Niederösterreich, Schwerpunkte innerhalb der Gemeinden Mitterkirchen,

Wallsee, Ardagger, Saxen, Grein

Kostenrahmen Gesamtkosten: € 330.000 (1/3: Kunstobjekte, € 7.500/Objekt , 2/3 Befahrung/Overhead/Vermarktung)

Kofinanzierung

durch EU?

Andere Kofinanzierungen?

Ausgangslage

zum Projekt

Was soll / sollte

erreicht werden?

Was konnte umgesetzt

werden?

Was sind die

Hauptnutzen –

Stärken des Vorhabens?

Was konnte nicht

erreicht werden –

Schwächen?

Vernetzung des

Projektes mit

anderen Vorhaben

Spezifische neue

Methoden zur

Projektdurchführung

Beteiligte und

Betroffene am

Projektvorhaben

Präsentation,

Kommunikation

des Projektes in

den Medien

Laufzeit des

Projektes

Ja, Förderungen Länder inclusive 50% EU- Ko-finanzierung LEADER+: 75%

Ja, Sponsoring

Die Donau, Europafluss und Zeitenstrom: Wie kein anderer Fluss Europas hat die Donau den Kontinent

geprägt, als einziger Fluss der West und Ost verbindet war sie schon immer wichtiger Transportweg, Völkerstraße

und Schicksalsfluss.

Der Verein "KulTurFisch" hat die Zielsetzung, von der Idee über die Konzeption bis zur Umsetzung, zeitgenössische

Kunst-, Kultur- und Landschaftsprojekte zu verwirklichen. Unter Bedachtnahme auf regionale,

kulturelle, touristische und wirtschaftliche Parameter entstehen nationale und internationale Projekte mit

unterschiedlichen Themenstellungen.

Der Verein KulturFisch aus Grein schließt mit der Galerie im Fluss zwischen Wallsee und Grein an das

erfolgreiche Jahr der Landesausstellung "Feste feiern" - "Feste erleben" an. Die EU-Leader Region Strudengau

hat bereits im Jahr 2000 dieses Projekt für die erfolgreiche Leader Plus Bewerbung als Schlüsselprojekt

ausgewählt.

75 internationale Künstler wurden eingeladen, ein Projekt für die Galerie im Fluss zu gestalten. Aus den 35

Einreichungen wurden durch eine unabhängige Jury - bestehend aus dem Kurator Architekt Thomas

Stöckl, Mag. Anneliese Geyer (Landeskulturdirektion), Mag. Terese Fischer (ArtStation Kollmitzberg),

Günther Mayer (Stadtgalerie Wels), Dir. Martin Sturm (Offenes Kulturhaus) und Andreas Staudinger

(Schriftsteller und Regisseur), zwölf Projekte ausgewählt. Diese Künstler aus Italien, Deutschland und

Österreich haben sich mit dem ungewöhnlichen Ausstellungsraum auseinandergesetzt.

Die Galerie war vom 10. Mai bis 27. September 2003 täglich mit Faltbooten, Mannschaftsbooten und Motorzillen

in geführten Touren zu besichtigen. Die "Galerie im Fluss" kann nicht wie jede "normale" Galerie

zu Fuß bzw. am Landweg besichtigt werden, sondern ausschließlich vom Wasser aus. Mit Booten werden

die Besucher für einige Stunden in die interessante Auenlandschaft geführt, um die Kunstwerke von 12

internationalen Künstlern zur betrachten

25.000 geschätzte Besucher, Imagebildung durch verstärkte Berichterstattung (medialer Wert)

Nachhaltigkeit der Maßnahmen, Konkurrenzdenken um Standorte und Fördermittel

Einzelvorhaben ohne überregionale Vernetzung

Verknüpfung Naturerlebnis – Familienorientierung - Kunst

Welche Ebene an Beteiligten / Betroffenen wurde einbezogen (politische Repräsentanten, Akteure, NGOs,

Bevölkerung,..)?

http://www.galerieimfluss.com/partner.htm

Finanzierungsplanung, Endkonzeptes, Verhandlungen mit den Förderstellen August bis Dezember 2001

Auswahl der nationalen und internationalen KünstlerInnen Juli bis September 2002

Erstellen einer Internetplattform zur Kommunikation und Information unter und mit den Künstlern August

2002

29

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Erstellung des Kriterienkataloges für die Jury, Auswahl der Projekte, Schaffung der Projektstruktur Juni bis

Oktober 2002

Verträge, PR-Planung und Durchführung Dezember 2002

Aufbau der Galerie bis zur Eröffnung Februar bis Mai 2003

Projektüberwachung und Koordination der "Galerie im Fluss" Mai bis September 2003

Abbau der Installationen Oktober 2003

Projektstand Abgeschlossenes Projekt

5.2.4 Kulturschiff Ottensheim

Projektträger Büro Festival der Regionen

Marktplatz 12

A-4100 Ottensheim

Tel:+43 (0)7324 85285; fax +43 (0)7234 852854

E-mail: kulturschiff@ottensheim.at

Internet: www.kulturschiff.ottensheim.at

Operative Durchführung

Kooperationspartner

Zuordnung Themen

RISE

Besondere Stärken

Bgmin. Uli Böker, Günther Stockinger (Projektleitung)

Kulturland Oberösterreich

Bundeskanzleramt Österreich – Sektion Kunst

Marktgemeinde Ottensheim

Tourismusverband Ottensheim

Landestourismusverband Oberösterreich

Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich

Tourismusverband Mühlviertel

Medienwerkstatt der Kinderfreunde Oberösterreich

Schifffahrtsunternehmen Wurm & Köck, Passau

Weitere Firmen und Banken aus der Region

Kulturvernetzung über mobile Veranstaltungsorte; Kultur und Wasser als Pilotprojektthema in RISE

Verknüpfung von Kultur und identitätsstiftenden Wasserwegen. Kultur wird zu den Menschen gebracht, die

Menschen an das Wasser gezogen

Planungsebene Regionale Bindung an Bevölkerung vor Ort (organisiert in Ottensheim, durchgeführt in Ottensheim); überregionale

Wirkung durch Einbindung in die Oberösterreich Landesaustellung und Projekt „BRIDGE – Lifeline

Danube“ (Interreg II B)

Bearbeitungsgebiet

Kostenrahmen € 55.000,--

Kofinanzierung

durch EU?

Andere Kofinanzierungen?

Ausgangslage

zum Projekt

Was soll / sollte

erreicht werden?

Marktgemeinde Ottensheim (Oberösterreich)

keine

Sponsoring: € 2.400,--

Marktgemeinde Ottensheim: € 5.800,--

Land Oberösterreich / Kulturförderung: € 32.700,--

Land Oberösterreich / Tourismusförderung: € 3.600,--

Staat Österreich: € 5.500,--

Einnahmen: € 4.200,--

Brachliegende Flächen entlang der Donau im Ortszentrum; großes Potenzial an aktiven, kulturell tätigen

Menschen/Vereinen; Nutzung von Know-How und persönlichen Ressourcen durch das Festival der Regionen

OÖ. (mit Bürositz in Ottensheim); Fördermöglichkeiten durch Einbindung in Rahmenprogramm der OÖ.

Landesausstellung „Zeit“.

Ein gesetzlicher Auftrag verpflichtete alle oberösterreichischen Gemeinden, ein Ortsentwicklungskonzept

zu erarbeiten und zu beschließen, das die Entwicklung der jeweiligen Gemeinde in den nächsten 10 Jahren

skizzieren soll. Im dafür eingerichteten Arbeitskreis „Kultur“ wurde die Idee des "Kulturschiffes Ottensheim"

geboren, mit dem der Ort wieder "näher" an die Donau gebracht werden sollte.

Impulsprojekt aus dem Ortsentwicklungsprozess der Gemeinde Ottensheim (Vision „Donaudorf Ottensheim“

– Leben auf dem Fluss, Treffpunkt von Generationen und Kulturen); Beispielprojekt für ein neues

Kultur-Leitbild von Ottensheim; Tourismusbelebung; Visionen für Landschaftsgestaltung (Donau-Uferlinie);

30

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

Was konnte umgesetzt

werden?

Was sind die

Hauptnutzen –

Stärken des Vorhabens?

Was konnte nicht

erreicht werden –

Schwächen?

Vernetzung des

Projektes mit

anderen Vorhaben

Spezifische neue

Methoden zur

Projektdurchführung

Beteiligte und

Betroffene am

Projektvorhaben

Präsentation,

Kommunikation

des Projektes in

den Medien

Laufzeit des

Projektes

neue Sichtweisen und Erlebnisse für die Bevölkerung Ottensheims (mehr Kultur- und Kommunikationsplätze)

Drei Wochen Kulturfestival am Raddampfer „Schönbrunn“ incl. sechs eigens konzipierten Projekten und

acht Rahmenveranstaltungen (Architekturprojekt Donauuferlinie, Kunst im öffentlichen Raum „Donauwelle“,

Multi-mediale Donaucollage „Donausagen“, Kunst & Literatur „Donaulände“, Jugendprojekt USO-Race,

Medienwerkstatt). Große Resonanz durch Publikum & Medien.

Modellhaftes Zusammenarbeiten von Vereinen, Tourismus, Gemeinde sowie überregionalen Organisationen;

Über 5000 BesucherInnen erlebten neue Qualitäten von Kunst, Kultur und Kommunikation am und auf

dem Wasser.

Großes mediales Echo über die Grenzen Ottensheims hinaus; Positionierung von Ottensheim als engagierter,

weltoffener Ort.

Vision „Donaudorf“ wurde bisher nicht umgesetzt

Werbliche Kooperation und Unterstützung mit/durch die Oberösterreichische Landesausstellung 2000 zum

Thema Zeit; div. Projektkooperationen mit überregionalen Partnern (z.B. Landesgalerie Linz); Einbindung in

Interreg II C-Projekt „BRIDGE – Lifeline Danube“.

Keine

Einbindung der Kulturreferentin und Vizebürgermeisterin in Trägerverein; Zahlreiche Vereine (Kulturverein,

Musikverein, Fotoclub, Bücherei, Schulen, Künstlergruppen und Einzelpersonen); Unterstützung durch

Gemeinde, Feuerwehr...

Dokumentation „Kulturschiff Ottensheim – Idee – Vorbereitung – Durchführung – Vision“ (dt./engl.)

Pressespiegel, Fotoarchiv

Internet: „www.kulturschiff.ottensheim.at“ (gesamte Dokumentation zum Download)

Start: September 1999

Ende: Dezember 2000

Projektstand Abgeschlossenes Projekt

6 Pilotprojekte

6.1 Pilotprojektkriterien

Realisierung interregionaler Kulturprojekte unter einem gemeinsamen Leitthema (Vorschlag: Ohne Erinnerungen

keine Zukunft)

Im Vordergrund steht nicht der Austausch unter Kulturverwaltern, sondern die Einbindung von Kulturschaffenden

Ermöglichung von persönlichen Kontakten und Interaktion unter Kulturschaffenden aus den 3 Partnerregionen

Schaffung einer tragfähigen Basis für einen langfristig angelegten, von RISE unabhängigen kulturellen Austausch

unter den Kulturschaffenden aus den drei Partnerregionen

Impulswirkung für das kulturelle Schaffen in der eigenen Region

Mehrwert für die regionalen Verantwortungsträger

Nachhaltige Unterstützung und Qualifizierung des Regionalentwicklungsprozesses

Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere, ähnlich strukturierte Regionen

6.2 Pilotprojektbeschreibung

Ausgangslage: Die Partnerregionen sind geprägt von einer längerfristigen Umstrukturierung von ehemals ländlichen Strukturen

in eine industrielle Phase und einer aktuellen Umwandlung in eine Dienstleistungsgesellschaft. Mit

diesem Übergang und der Marginalisierung der Regionen gegenüber den benachbarten Wirtschaftsmetro-

31

unterstützt von der Europäischen Union


COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

polen verbunden ist die Auflösung von identitätserhaltenden / -stiftenden Werten, die als besondere

Schwächen im Sinne der Regionalentwicklung bewertet werden. Dem gegenüber verfügen die Partnerregionen

über ein beachtliches kulturhistorisches Erbe und kulturelles Potenzial mit jeweiligen lokalen und

regionalen Schwerpunktsetzungen:

- historische Wurzeln: keltische und römische Spuren, Burgen und Schlösser, kulturhistorisch u. wirtschaftlich

prägende Klöster

- bäuerliche, ländlich geprägte und meist lokale kulturelle Ansätze

- teilweise reiche Industriegeschichte mit einer Fülle an industriellen Denkmälern und Potenzialen

- Lage an wichtigen Wasserstrassen oder verbindenden Gewässersystemen als wichtige identitätsstiftende

Elemente der Regionen

- regionale Akteure in verschiedenen künstlerischen und kulturellen Sparten, identitätsstiftende Konzepte

mit „Brückenfunktion“

- Eine besondere Chance und Herausforderung der Regionen ergibt sich auch durch ihre jeweilige

Lage an administrativen, sprachlichen und kulturellen Grenzen

Ziel: Ziel dieser Projektteiles ist die Konzeption und Umsetzung von innovativen Maßnahmen im Bereich der

Identitätsstiftung und der Regionalkultur. Der Erfahrungsaustausch zwischen den Partnerregionen im Sinne

gegenseitigen Lernens und möglicher weiterer nachhaltiger transnationaler Zusammenarbeit spielt dabei

eine besondere Rolle, Grundlage dafür ist ein organisierter Erfahrungs- und Projektaustausch (Good practices)

im Rahmen des Projektes.

Schwerpunktmäßig sollen Ansatzpunkte und Modelle in den folgenden Bereichen verfolgt werden:

- Stärkung der regionalen Identität und Entwicklungsdynamik

- Kulturvernetzung auf regionaler und transnationaler Ebene

- Verknüpfung mit touristischer Nutzung und Profilierung

- „Ohne Erinnerung keine Zukunft“ stellt ein Leitmotiv der Projektarbeit dar: Erinnerungen erhalten,

Neukontextualisierungen sind Grundlage für neue Möglichkeiten, Chancen und Zukünfte. Das Interesse

liegt dabei:

- In einer Überführung kultureller Errungenschaften in richtungsweisende zukünftige Perspektiven

- Eine Neuinterpretation der Gegenwart von Kreationen aus der Vergangenheit

- Einem Zusammenführen von Kulturaspekten als Spiegel einer pluralistischen Gesellschaft

- In der Darlegung von kulturellen Prozessen und Maßnahmen zur Erhaltung und Übermittlung an

zukünftige Generationen

Konzept Auf der Basis der Vorbereitungs- und Erhebungsarbeiten im Rahmen des Projektes RISE wurden Aktivitäten

für eine stärkere Zusammenarbeit der Kulturverantwortlichen auf jeweiliger regionaler Ebene vorbereitet.

Gleichzeitig wurden die Vorstellungen für eine gegenseitige Vernetzung zwischen den Partnerregionen

präzisiert und festgelegt.

Darauf aufbauend soll in der Region Aichfeld Murboden ein Pilotprojekt zur gemeinsamen Dokumentation

und Bewerbung qualitativ hochwertiger örtlicher und regionaler Leitveranstaltungen initiiert und aufgebaut

werden.

Im Teilraum Deggendorf ist parallel dazu eine sechsteilige Veranstaltungsreihe an der Volkshochschule

Deggendorf zur kulturellen Identität der Region (Geschichtliche Wurzeln, wirtschaftliche Bedingungen,

Alltagsleben und kultureller Wandel, Bauen und Wohnen, kulturelle Schätze) vorgesehen.

Darüber hinaus sollen gemeinsame, transnationale Aktivitäten der beteiligten Projektpartner umgesetzt

werden. Nachdem ein gemeinsames transnationales Kooperationsprojekt „Kunst am Wasser“ aus finanziellen

Gründen gescheitert ist, wurde ein Projektschwerpunkt festgelegt, der sich mit den jeweiligen regionalen

Identitäten aus der Eigensicht und den jeweiligen Fremdsichten der Projektpartner auseinandersetzt.

Geplant sind verschiedene künstlerische Ausdrucksformen.

In der ersten Projektphase ist eine entsprechende fotokünstlerische Dokumentation vorgesehen. Die künstlerische

Sparte für die geplante Fortsetzung dieses Projektes ist noch offen.

Parallel zu diesen Aktivitäten sind jeweils ergänzende Erfahrungsaustausche und Aktionen in Kooperation

mit regionalen Kulturträgern angedacht:

- Beteiligung von Partnern bei regionalen Kulturschwerpunkten, Festivals

- Abgestimmte und verknüpfte Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich Kulturmanagement, Kulturreferententagung

- Schüleraustausche zwischen den Regionen

Durchführung Pilotprojekt

1

Aichfeld Murboden: Kulturvernetzung auf regionaler Ebene

- Startveranstaltung am 28. 4. 2005

- Erhebung von Leitveranstaltungen Wintersemester 05/06 im Laufen

- Nacherhebung und redaktionelle Aufbereitung Juni / Juli 2005

- Geplanter nächster Workshop Kulturträger mit Festlegung Marketing / weitere Vorgangsweise Juli

- Präsentation und Bewerbung des Programmes ab Herbst 2005

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Durchführung Pilotprojekt

2

Durchführung Pilotprojekt

3

Kostenrahmen und

Finanzierung gesamt

Projektverantwortung: LAbg. BgmIn Grete Gruber, Regionalmanagement Obersteiermark West

Projektkosten: € 15.000

Teilraum Deggendorf Plattling: Kulturelle Identität zwischen Geschichte, Wirtschaft, Kultur und Lebensstilen.

- Inhaltliches Konzept zu einer einjährigen Veranstaltungsreihe der VHS liegt vor

- Geplante Durchführung von 6 Veranstaltungen (Impulsreferate, Publikumsdiskussion, Podiumsgespräche,

..) ab Herbst 2006 mit einer entsprechenden Einbindung von thematischen Partnern

- Geschichtliche Wurzeln

- Wirtschaftliche Bedingungen

- Alltagsleben und kultureller Wandel

- Bauen und Wohnen auf dem Lande

- Kulturelle Schätze aus Niederbayern (vergangene Epochen)

- Kulturelle Schätze aus Niederbayern (heute)

- Dokumentation und Veröffentlichung der Ergebnisse (Print, CD, DVD)

Projektverantwortung: Bernhard Greiler-Kapfinger

Projektkosten: 15.000 €

Regionale Identität – Eigensicht und Fremdsicht; Trilaterale Fotoausstellung

- Festlegung des gemeinsamen Pilotprojektes durch die Kulturträger der Partnerregionen beim Workshop

am 3. Juni 05

- Ausarbeitung des detaillierten Konzeptentwurfes zu einer fotokünstlerischen Aufarbeitung zu „regionalen

Identitätsbausteinen“ durch ausgewählte heimische Amateurfotografen und Künstler aus den

Partnerregionen

- Ausschreibung und Fixierung der Künstler Juli 2005

- Dokumentationen vor Ort August/September 2005

- Gemeinsame Ausstellung zum Konvent in Deggendorf

- Weitere Ausstellungen in den Regionen

- Projektdokumentation

- Fortsetzung der Aktion mit anderer Kunstsparte (Musik, Literatur, Kulinarisches, ..) im Jahr 2006

Projektverantwortung: Hans Obermeier / Bernhard Greiler-Kapfinger

Projektkosten: € 40.000

Kostenrahmen gesamt: € 70.000

In der Komponente 2 stehen derzeit aus dem RISE-Budget für Interreg III C (nur Deutschland und Österreich)

noch ausreichende Mittel für die Projektdurchführung zur Verfügung.

7 Konvent 2004

7.1 Inhalte und Ablauf

Der erste Konvent vom 4./5. November 2004 RISE in Biel war dem Schwerpunkt „Identität und Kultur“ gewidmet;

beides wichtige Fundamente einer erfolgreichen Regionalentwicklung. Der Anlass sollte aber auch

Gelegenheit bieten, für die beiden anderen Themenschwerpunkte „Stärken und Wirtschaftskompetenz“ und

„Freiraum und Lebensqualität“ den Boden für eine fruchtbare Zusammenarbeit zu ebnen. Diese beiden

Themen werden 2005 am zweiten Konvent in Deutschland und 2006 am dritten Konvent in Österreich vertieft

werden.

Zum Konvent hatten sich insgesamt 107 Personen angemeldet. Davon stammten 70 Anmeldungen (64%)

aus der Schweiz (Kooperationsraum Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois), 28 (26%) aus dem deutschen Teilraum

Deggendorf/Plattling und 9 (10%) aus der österreichischen Region Aichfeld-Murboden.

Während die ausländischen Gäste das gesamte Programm mitmachten, beschränkten sich viele Schweizer

Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Besuch ausgewählter Programmteile. Dies führte dazu, dass sich

die TeilzeitbesucherInnen nur bedingt in den Anlass und in die Thematik einbringen und entsprechend weniger

davon profitieren konnten.

In das Thema des Konventes „Identität und Kultur“ wurden die TeilnehmerInnen von verschiedenen ReferentInnen

aus den drei Partnerländern eingeführt.

„Wo sind Sie zu Hause?“ Mit dieser und anderen provozierenden Fragen ist Prof. Dr. Dr. hc. Karl Ganser

ein fulminanter Auftakt in den Konvent gelungen. Als ehemaliger Geschäftsführer der Gesellschaft für Internationale

Bauausstellung Emscher Park und Vorstand des Deutschen Architekturzentrums Berlin weiß er,

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dass Identität und Heimat nicht etwas Vorhandenes ist, sondern etwas, das tagtäglich neu erobert werden

muss, durch gemeinschaftliches und zugleich außergewöhnliches Tun.

Karin Rickenbacher, Leiterin Programm TeleBielingue und Theo Martin, Chefredaktor a.i. Bieler Tagblatt

(beide CH) berichteten von der identitätsstiftenden Wirkung regionaler Medien in einem zweisprachigen

Lebens- und Kulturraum.

Wie regionale Identität durch Raum- und Landesplanung entwickelt und gefördert werden kann, erzählte

Kathrin Maier (Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie München).

Dass die Umsetzung der landesplanerischen Ansätze in einer Region in hohem Masse von den beteiligten

Personen abhängig ist, ergänzte Klaus Busch (Geschäftsführer Teilraum Deggendorf/Plattling) aus

seinen Erfahrungen aus der Praxis.

Josef Schick (Kulturvernetzung Weinviertel) und Richard Resch (Dipl. Ing., Ingenieurkonsulent für Raumplanung

und Raumordnung und Regionalplaner Aichfeld-Murboden) zeigten anhand von Beispielen aus

Österreich (österreichische Eisen- und Bernsteinstrasse, Weinviertel Festival), wie regionale Identität durch

Vernetzung entstehen kann.

Als Einstieg in das Thema „Identität und Kultur“ hatten die TeilnehmerInnen in vier verschiedenen Gruppen

die Gelegenheit, einander die Identitätsmerkmale der eigenen Region vorzustellen, die anderen Regionen

kennen zu lernen sowie über Gemeinsamkeiten und Gegensätze zu diskutieren.

Als Besonderheiten in den drei Regionen sind u.a. die Klöster Deggendorf/Plattling, die Zweisprachigkeit im

Kooperationsraum Seeland –Jurasüdfuß – Jura Bernois und die Holz- und Metallindustrie in Aichfeld –

Murboden genannt worden.

Als Gemeinsamkeiten regionaler Identität wurden zahlreiche Merkmale erkannt: Alle drei Partnerregionen

haben vergleichbare naturräumliche und strukturelle Voraussetzungen (vgl. Anhang). Alle drei haben ländliche

oder ländlich-industrielle Wurzeln und in den letzten Jahrzehnten eine starke Entwicklung durchgemacht.

Alle drei verfügen über ein großes landschaftliches Potenzial, das vom Wasser geprägt ist. Alle drei

sind gut erschlossen und befinden sich im Einflussbereich größerer Agglomerationen. Alle drei kämpfen um

ihre Eigenständigkeit und Identität. Der Rohstoff Holz sowie regionaltypische Spezialitäten sind zwei weitere

gemeinsame Identitätsmerkmale, die genannt wurden.

Auf die Frage, wer oder was Identität in den Regionen stiftet, wurden folgende Merkmale geltend gemacht:

Vereine, Geschichten, Traditionen, der kausale Zusammenhang von Arbeitsplätzen, Wohlstand und

Wachstum, Bildungseinrichtungen, Medien, kulturell engagierte Personen und Institutionen.

Der regionsübergreifende Gedankenaustausch zum Thema „Identität“ ermöglichte vor allem den „Neulingen“

einen Einstieg in das Projekt RISE und diente als Grundlage für die weiteren Gruppenarbeiten.

7.2 Impulsreferat Prof. Ganser: Regionale Entwicklung durch regionale Identität

Regionale Identität

Individuelle Identität

Regionale Identität sei förderlich für die regionale Entwicklung, das ist heute eine weit verbreitete Annahme.

Reale Erfahrung dagegen ist, dass die Regionen, die sich am schnellsten und am frühesten an die

weltweiten Modernisierungsprozesse unter Verlust ihrer regionalen Eigenheit anpassen, zumindest unter

regionalwirtschaftlichen Gesichtspunkten die Nase vorne haben.

Umgekehrt wird auch gedacht: Regionale Entwicklung soll regionale Identität fördern. In dieser Denkweise

ist regionale Identität nicht Mittel, sondern mehr Ergebnis der regionalen Entwicklung. Dabei ist allerdings

die Frage zu beantworten, wozu regionale Identität dann gut ist. Auch hier ist die Erfahrung, dass die Modernisierung

von Regionen, um einen anderen Begriff für regionale Entwicklung zu wählen, die Unterschiede

unter den Regionen verwischt, nivelliert und nicht heraus präpariert.

So oder so, regionale Identität scheint also eine normative Vorstellung zu sein, die von der Realität weit

entfernt ist.

Fragen wir uns selbst nach unserer eigenen Identität mit der simplen Frage: „Wo bin ich zu Hause?“

Da fallen die Antworten äußerst unterschiedlich aus. Nur eine Minderheit wird den Ort/die Region angeben,

in der sie aufgewachsen ist und in der sie noch immer lebt. Diese „traditionelle Heimatverbundenheit“ ist

Menschen mit anderen Lebensstilen eher suspekt. Es fehle an Weltoffenheit, an Toleranz, an internationaler

Erfahrung, an Mobilitätsbereitschaft …

Im krassen Gegensatz dazu steht der „Weltenbürger“, der schon früh durch die Welt gereist ist, beinahe

überall schon war, sich überall und nirgendwo zu Hause fühlt und die Frage nach einem Zuhause als irrelevante

Zumutung empfindet.

Für diese Menschen sind die Schreibtische in den Metropolen der Welt überall gleich, die Hotels ebenso,

die Flughäfen, die Flugzeuge, die Apartments, die Restaurants und sie legen Wert darauf, überall und zu

jeder Zeit die weltbekannten Markenprodukte konsumieren zu können. Für diese Menschen ist die einheitliche

Normung aller Bauwerke und Produkte die Voraussetzung dafür, um überall schnell zu Hause sein zu

können oder auch um ohne Emotionen wieder abzureisen.

Dazwischen gibt es vielerlei Schattierungen. Eine besonders in der Schweiz auffällige Variante ist der

„genormte Weltbürger“, der am Ende seines Lebens oder schon früher eine Spaltung seiner Identität be-

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COMPONENT REPORT RISE KOMPONENTE 2

merkt und sich mit einem Zweitwohnsitz an eine besondere Landschaft bindet. Besonders bevorzugte

Landschaften für Arrivierte sind zum Beispiel Tessin oder Toskana.

Solche Menschen leben in einer doppelten Identität, in einer gestressten Normalität durch ein Übermaß an

Mobilität und einer rekreativen Abgeschiedenheit, um sich von diesem Stress zu erholen oder gar zu befreien.

(In Wirklichkeit ist der Spreizschritt über mehrere Identitäten, verteilt auf mehrere Lokalitäten die

eigentliche Ursache des Stresses.)

Zu Hause sein Lassen wir es bei dieser kurzen Skizze der individuellen Identität und fragen uns:

Kann es regionale Identität geben ohne Menschen, die in einer Region zu Hause sind und eben nur in

dieser Region, in der sie sich vor allem und nur dort wohl fühlen, dort engagieren und sich zu dieser Region

auch bekennen?

Das wirft die Grundsatzfrage auf, ob Lebewesen allgemein und Menschen im Besonderen ohne ein “Zuhause“

auskommen können. Die Anthropologie glaubt, Belege dafür zu haben, dass alle Lebewesen höchst

irritiert sind, wenn ihnen der genetisch geprägte und im Laufe des Lebens erlernte Ortsbezug verloren geht.

Die Debatte darüber allerdings verläuft kontrovers, ob ausgerechnet der Mensch sich von dieser generellen

genetischen Prägung der Lebewesen schadlos oder gar mit Gewinn befreien kann.

Die Anhänger der anthropologischen Sesshaftigkeitsthese führen ins Feld, dass die zunehmende Zahl von

Neurosen und neurotischen Verhaltensweisen bis hin zu Krankheiten verursacht/mit verursacht durch

Mobilität/Mobilitätszwänge der modernen Gesellschaft und dem damit verbundenen Verlust der Ortsgebundenheit

sind.

Debatte über

Identität

Was die Philosophen

dazu sagen

Nach dem bisher Gesagten müsste am Anfang aller regionalpolitischen Bemühungen um regionale Identität

eine regionsinterne Debatte über den Wert von „zu Hause sein“ ansetzen, über „Heimat“, um an dieser

Stelle den vor allem in Deutschland sehr diskreditierten Begriff einzuführen. Das ist eine äußerst spannende

und kontroverse Diskussion, die erst einmal völlig frei von abgeleiteten Zwecken wie Bewahrung von

Kultur oder Förderung von Tourismus oder Vorteil für die regionale Entwicklung ist. Haben Sie in Ihren

Modellregionen im Verlauf Ihres Projektes eine solche Debatte schon angezettelt und wenn ja, mit welcher

Methode und mit welchem Ergebnis?

Namhafte zeitgenössische Philosophen befassen sich mit dem „Scheitern der Moderne“. Sie erklären dies

mit der mangelhaften „Rückbindung“ des menschlichen und gesellschaftlichen Handelns in geschichtliche

Zusammenhänge und in die Verantwortung für die Zukunft.

Das lässt sich auch mit anderen Begriffen ausdrücken:

Die moderne Gesellschaft hat – und das ist eine Norm – des Respekt vor der Geschichte zu achten und

aus Verantwortung für die Zukunft eine nachhaltige Entwicklung zu wollen.

Damit sind wir bei vertrauten Vokabeln der regionalpolitischen Debatte angelangt.

Heimat schützen Leichter, allzu leichter Konsens bei politischen Bemühungen um Regionalität ist bei „Pflege der Geschichte“

zu erreichen. Denkmalpflege, Naturschutz, Brauchtumspflege … haben hohe Sympathiewerte, zumindest,

zu lange dies nicht zu Konflikten mit aktuellen politischen und wirtschaftlichen Interessen führt.

Aber entsteht dadurch wirklich regionale Identität? Oder führen diese Bemühungen in der Summe nur zu

einer besonderen Version von „Freizeitpark“, also zur Präsentation einer Kulisse, die mit dem realen Leben

wenig zu tun hat?

Der Slogan der Bayerischen Staatsregierung für die „Landesidentität“ lautet: „Laptop und Lederhose“. Oder

der von Baden-Württemberg: „Wir können alles, außer Hochdeutsch.“

Wird den Menschen durch solche Slogans und durch die reale Politik, die hinter ihnen steckt, lediglich die

Anpassung an eine radikale ortlose Modernisierung erleichtert? Bietet ihnen die Geschichtspflege sozusagen

die „erholsame Toskana“ zu Hause in ihrer gestressten Doppelexistenz?

Also: Regionalität, regionale Identität, vielleicht doch besser ohne permanenten Rückgriff auf die Geschichte?

Nein: Die Auseinandersetzung mit der Geschichte muss sein, die kritische Aufarbeitung, die Herausarbeitung

der unbequemen Dinge, die Darstellung der Konflikte, die Beschreibung und die Bewertung der gesellschaftlichen

Zustände. Um es kurz zu fassen: Nicht billige Präsentation, sondern permanente Geschichtsarbeit

zur Bearbeitung und Aufarbeitung der Vergangenheit ist eine der Voraussetzungen, um

regionale Identität entstehen zu lassen.

Nicht Heimat

schützen, sondern

Heimat

schüren

Diese schöne und zutreffende Formulierung hat H. Rauterberg in einem Interview mit mir in der Zeit mal

gefunden.

Damit soll deutlich gemacht werden, dass Heimat keine bequeme historische Kategorie darstellt, mit der

man sich bequem in den Sessel der Folklore legen kann, sondern eine anstrengende individuelle und

gesellschaftliche Arbeit, die ins Tagesgeschehen und in die Tageskonflikte eingreift. Regionale Identität ist

nicht etwas, das vorhanden ist und das sich konservieren lässt, sondern etwas, das tagtäglich neu erobert

werden muss durch gemeinschaftliches und zugleich außergewöhnliches Tun, egal wo und in welchen

Bereichen.

Am Beispiel:

Regionale Identität entsteht also nicht und nicht vorrangig durch Denkmalpflege, sondern durch die Baukultur

des aktuellen Bauens. Regionale Identität entsteht durch neue Produkte mit außergewöhnlichen Quali-

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Endlich so – wie

anderswo

Regionalpolitik

des Besonderen

täten, die in einer Region neu entstehen und nicht billigerweise importiert werden, also nicht oder nicht nur

über die Wiederbelebung handwerklicher Traditionen im musealen Kontext.

Die verbreitete Praxis der Bemühungen um regionale Identität allerdings sieht anders aus. Sie verläuft nach

dem Prinzip: „Schaut her, wie schön wir sind und wie geschichtlich bedeutsam wir waren!“

Dabei entstehen dann Präsentationsfiguren, die fast in allen Regionen gleich ausfallen. Man stelle einmal

die Werbeprospekte des Fremdenverkehrs oder der Wirtschaftsförderung, auch die Internetpräsentationen

der Regionen nebeneinander. Dann kommt man zu dem Ergebnis: „Alle haben alles“, was bedeutet, keiner

hat etwas Besonderes.

Wenn regionale Identität regionale Entwicklung befördern soll, dann ist sie gefordert, das Besondere, das

Außergewöhnliche zu tun. Umgekehrt gilt genauso: Wenn regionale Entwicklung am Ende zu mehr regionaler

Identität führen soll, dann kann sie nicht nach dem Prinzip verlaufen, „Endlich so wie anderswo“.

Wie schwer das ist, dass es aber doch geht, und wie so etwas organisiert werden kann, das zeigt der

Vortrag am Beispiel der Internationalen Bauausstellung Emscher Park, wo über zehn Jahre hinweg im

Ruhrgebiet Bemühungen um mehr regionale Identität gelaufen sind und leidlich erfolgreich waren.

7.3 Teilnehmerliste

Karin Achatz, Leiterin Tourismus Stadt Deggendorf (DE)

Hans J. Ammann, Direktor Theater Biel Solothurn (CH)

Christian Bernreiter, Landrat Landkreis Deggendorf (DE)

Bruno Berz, Geschäftsführer Regionalverband EOS (CH)

Josef Paul Bielmeier, 2. Bürgermeister Stadt Deggendorf (DE)

Christian Brechbühl, Gemeinderat Murten (CH)

Jacques Bregnard, Chargé de mission République et canton du Jura Delémont (CH)

Klaus Busch, Geschäftsführer Teilraum Deggendorf/Plattling (DE)

Christian Cappis, Generalsekretär ESPACE Mittelland Bern (CH)

Wolfgang Dorner, Fachhochschule Deggendorf (DE)

Peter Eisenschmied, Direktor Kulturreferat Knittelfeld (AT)

Fred Ernst, Association Artcanal Erlach (CH)

Regula Ernst- Stalder, Association Artcanal Erlach (CH)

Maximilian Ertl, Wirtschaftsförderer Landkreis Deggendorf (DE)

Christiane Feldmann, Stadtpräsidentin Murten (CH)

Wilhelm Fischl, Geschäftsleiter Gemeinde Stephansposching (DE)

Peter Flückiger, Regionalplanungsgruppe Solothurn + Umgebung (CH)

Johannes Friedli, Regionalplanungsgruppe Solothurn u. Umgebung (CH)

Prof. Dr. Dr. hc. Karl Ganser, Vorstand Deutsches Architekturzentrum, Breitenthal (DE)

François Gauchat, Pro Natura Jura bernois Prêles (CH)

Philipp Gensheimer, Vorstand Region Biel-Seeland (CH)

Bernhard Gerber, Geschäftsstelle Regionalverband EOS (CH)

Harald Griesser, Land Steiermark Graz (AT)

Margarethe Gruber, Bürgermeisterin Stadt Judenburg (AT)

Reinhard P. Gruber, Literat Stainz (AT)

Thomas Gsponer, Direktor Walliser Industrie- und Handelskammer Sion (CH)

Nicolas Guenin, Association régionale Jura-Bienne (CH)

Eszter Gyarmathy, Kulturbeauftragte Stadt Biel (CH)

Ulrich Haag, Baudirektion Stadt Biel (CH)

Heinrich Hafner, Projektmanager RISE Bern (CH)

Beat Hagmann, Vorsteher Abteilung Tourismus Beco Bern (CH)

Jürg Hänggi, Raumplanung + Beratung Bern (CH)

Silvia Hartleb, Projektleiterin Schloss Farrach (AT)

Rudolf Hartmann, Geschäftsführer RPV Biel-Seeland (CH)

Urs Höchner, Stadtschreiber Stadt Murten (CH)

Anna Maria Hofer, Grossrätin Biel (CH)

Josef Hofmeister, Geschäftsleiter Markt Metten (DE)

Martin Johner, Biotopverband Grosses Moos Kerzers (CH)

Ernst Kallmünzer, Stadtplaner Stadt Deggendorf (DE)

Peter Kallus, Redaktionsleiter Donau-Anzeiger Deggendorf (DE)

Christine Krebs, Journalistin Biel (CH)

Hans-Jörg Lehmann, Bundesamt für Landwirtschaft Bern (CH)

Judith Luks, Association Artcanal Biel (CH)

Kathrin Maier, Bayer. Staatsministerium f. Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr u. Technologie München (DE)

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Anne Mattivi, Fachhochschule Deggendorf (DE)

Christian Mayer, 1. Bürgermeister Markt Hengersberg (DE)

Sophie Ménard, Secrétaire générale Chambre économique Bienne-Seeland (CH)

Pierre Möschler, Directeur des écoles et de la Culture Bienne (CH)

Hermann Moser, Gemeindepräsident Lyss (CH)

Susanne Müller, Visual artiste Prêles (CH)

Gustav Munz, Bundesamt für Landwirtschaft Bern (CH)

Rudolf Nowak, Kulturattaché Österreichische Botschaft Bern (CH)

Alex Nussbaumer, Vorstandsmitglied Repla RSU Solothurn (CH)

Hans Obermeier, Stv. Geschäftsführer Teilraum Deggendorf/Plattling (DE)

Günther Obermeier, 3. Bürgermeister Stadt Plattling (DE)

Stephan Ochsenbein, Stadtschreiber Nidau (CH)

Franz Oswald, Professor für Architektur ETH Zürich (CH)

Pierre Pestalozzi, Association Artcanal Bern (CH)

Birgitta Petschek-Sommer, Leiterin Städt. Museen Deggendorf (DE)

Erhard Radlmaier, 1. Bürgermeister Markt Metten (DE)

David Raemy, Universität Bern (CH)

Siegfried Ramsauer, 1. Bürgermeister Gemeinde Stephansposching (DE)

Kaspar Reinhard, Berz Hafner + Partner AG Bern (CH)

Hans A. Renfer, Volkswirtschaftsdepartement Kanton Solothurn (CH)

Richard Resch, Projektbetreuung RM Obersteiermarkt West Graz (AT)

Karin Rickenbacher, TeleBielingue AG Biel (CH)

Silvana Ripa, Bielerseeschifffahrt Biel (CH)

Alfons Ruckstuhl, Association Artcanal Biel (CH)

Tabith Ruepp, ESPACE Mittelland Bern (CH)

Elisabeth Ruegsegger, Regionalverband See Morat (CH)

Friedrich Santschi, Geschäftstelle VRB Bern (CH)

Margaretha Schär, Vizegemeindepräsidentin Lyss (CH)

Karl Schafhauser, Geschäftsleiter Gemeinde Offenberg (DE)

Josef Schick, Geschäftsführer Kulturvernetzung Weinviertel Mistelbach (AT)

André Schluchter, Kantonales Amt für Kultur und Sport Solothurn (CH)

Jürgen Schmauß, Regierung von Niederbayern Landshut (DE)

Erich Schmid, 1. Bürgermeister Stadt Plattling (DE)

Johannes Schmid, 1. Bürgermeister Gemeinde Otzing (DE)

Eric Schneider, Association Artcanal Le Landeron (CH)

Urs Schnell, Präsident AAOC Biel/Bienne (CH)

Caroline Schnellmann, SECO Bern (CH)

Gottfried Schwarz, Präsident RPV Biel-Seeland Pieterlen (CH)

Barbara Schwickert, Stadträtin Biel (CH)

Fredy Sidler, Präsident Führungsausschuss Seeland-Bienne (CH)

Helene Sironi, Entwicklungswerkstatt Biel (CH)

Wolfgang Spliesgart, Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Bern (CH)

Werner Stebler, Leiter Stadtbauamt Solothurn (CH)

Denise Steiner, Berz Hafner + Partner AG Bern (CH)

Georg Steiner, Geschäftsführer Tourismusverband Ostbayern Regensburg (DE)

Hans Stöckli, Nationalrat, Stadtpräsident Stadt Biel (CH)

Béatrice Struchen, Grossrätin Aarberg (CH)

Alexandra Subsom , ESPACE Mittelland Bern (CH)

Marianne Tiefenbach, Interfakultäre Koordinationsstelle für allgem. Ökologie Bern (CH)

Wendelin Trs , Deggendorfer Zeitung Deggendorf (DE)

Norbert Überschär, Geschäftsleiter Markt Hengersberg (DE)

Jean-Michel Vetter, Amt für Gemeinden und Raumordnung Bern (CH)

Josef Vollmann, Kulturreferat Abtei Seckau (AT)

Nikolaus Walther, 1. Bürgermeister Gemeinde Offenberg (DE)

Freddy Wascher, Geschäftsführer Tourismusverband Murtal Knittelfeld (AT)

Max Werren, Kanton Bern (CH)

Margrit Winkelmann, Seeländer-Bäuerinnen Vereinigung Siselen (CH)

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