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Herbert Vesely – AVAntgArdist der früHen JAHre:

stil, scHönHeit, scHAuwert

Unbedingter Stilwille, die Narration unterwirft sich der Form, die

Schönheit des Objekts wird gefeiert – ob belebt oder unbelebt,

seien es Gesichter und Körper, seien es Fassaden oder Automobile.

Die Moderne und Modernität sind der Horizont – Expressionismus,

Historismus, Studiokonventionen bleiben am Wegesrand zurück.

Das ist der Film von Herbert Vesely.

Vor fünfzig Jahren riefen 26 Filmrebellen bei den 8. Kurzfilmtagen

Oberhausen: »Papas Kino ist tot!« Herbert Vesely, einer der

Unterzeichner des Oberhausener Manifestes und herausragender

Filmavantgardist der Nachkriegszeit, stellte dem altvorderen Kino

der erstarrten Formen und Geschichten, das in Endlosschleifen

bewährte Genres (Heimat) und erprobte Stile (Ufa) wiederkäute,

seine innovative Filmsprache gegenüber.

Wie beiläufig nimmt Vesely etwa die Espressobar, die Großstadt oder

die Autobahn in den Blick und kombiniert seine eleganten Beobachtungen

asynchron mit den Tonspuren des Alltags. Es ist ein bildliches

Feiern der Moderne und ihrer warenweltlichen Insignien – etwa des

Hochhauses oder der chromglänzenden Wagen –, das bisweilen in

einem sonderbaren Widerspruch kultur- und konsumkritisch

kommentiert wird.

Es geht indes nicht allein um »Schauwert«, denn in seinen dokumentarischen

Beobachtungen ist immer auch das Spüren nach Lebensgefühlen

und Lebensstilen zu sehen, eine Analyse des Umraums des

Menschen. In seinen fiktionalen Filmen zoomt sich Vesely hingegen

an die Verwerfungen in menschlichen Beziehungen heran – sei es

im Privaten oder im Arbeitsleben. Hier liegt sein Augenmerk darauf,

Aufstellung und Atmosphäre zu durchdringen, um das Allgemeine

im Besonderen zu erkennen.

Mit freundlicher Unterstützung und Genehmigung

der Landeszentrale für

politische Bildung Hamburg

und des SWR


etrospektiVe Herbert Vesely

do, 31.5., 19.30 uhr, 3001, gast: ralph eue (filmpublizist)

sa, 2.6., 21.45 uhr, Metropolis, gast: Hans scheugl (filmpublizist)

kurzfilMprogrAMM 1

Menschen im Espresso, D 1958, 16 min / An diesen Abenden – Spiel von Sensenmann

und Magd, A 1951, 23 min / Ein Wochenende, D 1958, 25 min / Der große

Wildenberg – ein Feuilleton, D 1965, 16 min / Mode in der Stadt, D 1959, 11 min

fr, 1.6., 21.15 uhr, Metropolis, gast: Hans scheugl

so, 3.6., 19.30 uhr, 3001

kurzfilMprogrAMM 2

Düsseldorf – heiter, modisch, im Wind verspielt, D 1960, 12 min / Die Stadt,

D 1960, 35 min / Ein Haus aus lauter Liebe, D 1966, 16 min / Maya: Die Geburt

des Lichts, Regie: Franz Schömbs, Drehbuch: Herbert Vesely, D 1957, 11 min /

Autobahn, D 1957, 13 min

Mi, 6.6., 19 uhr, Metropolis

nicHt MeHr flieHen

d 1954/55, 68 min, regie: Herbert Vesely

Dieses Filmexperiment »analysiert eine Situation, die ›nicht mehr fliehen‹ heißt«

(Vesely). In formal streng komponierten Bildfolgen werden zwei große Themen

der Nachkriegszeit umkreist und zerlegt: Flucht und Atombombe. Das »Referenzwerk

einer ganzen Generation«. (Olaf Möller, Kurzfilmtage Oberhausen)

do, 7.6., 21.15 uhr, Metropolis

dAs brot der früHen JAHre

d 1961/62, 84 min, regie: Herbert Vesely, mit: christian doermer,

Vera tschechowa

Die Geschichte eines jungen Mechanikers, der mit der Tochter seines Chefs

verlobt ist, jedoch aus seinem Leben ausbricht, als er einer Jugendfreundin

wiederbegegnet. – Multiperspektivische und aus inneren Monologen

zusammengesetzte Adaption der Erzählung von Heinrich Böll.

di, 12.6., 17 uhr, Metropolis

JonAs

d 1956/57, 87 Min, regie: ottomar domnick, regie-beratung: Herbert Vesely

Wie »nicht mehr fliehen« ist auch »Jonas« ein filmischer Solitär im bundesdeutschen

Kino der 50er-Jahre. Ein düsterer experimenteller Spielfilm über Schuld,

Verantwortung und Fortschrittsskepsis in der Nachkriegszeit.

sa, 16.6., 19 uhr, Metropolis

deine zärtlicHkeiten

d 1969, 92 min., regie: peter schamoni, drehbuch: Herbert Vesely,

kamera: Michael ballhaus, mit: bernhard wicki

»Christine (Doris Kunstmann) und Stefan (Ulli Lommel) lieben sich in Baden-

Baden, in Barcelona und auf der Hippie-Insel Ibiza … Momente, die in einem

deutschen Film sehr überraschen. Dialogfetzen, das Zwiegespräch der Kamera

mit den Gaudí-Gebilden in Barcelona.« (Die Welt)

sa, 23.6., 19 uhr, Metropolis, gast: peter striebeck

sie fAnden iHren weg

d 1963, 88 min, regie: Herbert Vesely, mit: peter striebeck, doris kunstmann

Die Auftragsarbeit für die IG Bau-Steine-Erden folgt einem jungen Bauarbeiter

(Peter Striebeck), der einer Friseurin Avancen macht. – Der Film feiert Errungenschaften

der Gewerkschaftsbewegung und endet mit einer Rede John F.

Kennedys in Berlin 1963.

Alle Veranstaltungen mit Einführung und Angebot zur anschließenden Diskussion

Kuratiert von Tim Gallwitz

Kontakt: presse@shortfilm.com

Eine Veranstaltung des

28. Internationalen KurzFilmFestivals Hamburg

in Zusammenarbeit mit der

Kinemathek Hamburg Kino Metropolis

www.shortfilm.com / www.metropoliskino.de

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