liebesspiel - Quartier

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Deichtormarkt im Jahr seiner offiziellen Eröffnung (1911) Die Landungsstelle an der Wandrahmsbrücke

Die dominante Skulptur auf dem Vorplatz der Deichtorhallen entstand

auf Wunsch des Stifters, es symbolisiert das Logo der Körber-Gruppe.

Zu den neuen Anlagen gehörte auch

ein lang gezogener Fruchtschuppen östlich

der Oberbaumbrücke sowie eine

Blumenhalle westlich vom Hühnerposten,

die nach Plänen von Fritz Schumacher

errichtet wurde. Weil aber der

dortige Wagenausstellungsplatz des

Bahnpostamtes weiter benötigt wurde,

baute man die Halle auf Stützen über

den Platz. Diese Stützen sind heute noch

zu sehen, allerdings sind ihre Zwischenräume

inzwischen zugemauert. Die Anlagen

waren zum 1. Oktober 1911 so weit

fertiggestellt, dass der Obst- und Gemüsehandel

dorthin verlegt wurde. Fruchtschuppen,

Bahnanlagen, die Blumenmarkthalle

sowie ein Erweiterungsbau

an der Nordhalle wurden im Verlauf der

folgenden Jahre dem Betrieb übergeben.

ausgabe 18, juni – august 2012

Der neue Großmarkt erwies sich aber

schon bald als zu klein. An jedem Markttag

fanden sich hier 1.600 Verkäufer und

ebenso viele Einkäufer ein. Jährlich wurden

an den Landeanlagen 7.000 Schiffe

gelöscht, die dem Markt 15 Millionen

Kilogramm Obst, ebenso viel Gemüse

sowie weitere 7 Millionen Kilogramm

Kartoffeln zuführten, dazu Ware per

Bahn und Fuhrwerk, außerdem Lieferungen

von Großhändlern aus Holland,

Frankreich, Österreich, Italien, Spanien,

Algier und West-Indien.

Aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg

konnte man die Verlagerung in

Angriff nehmen. Das benachbarte Hammerbrook

war durch alliierte Bomben

fast vollständig zerstört worden und bot

sich nun als Fläche für einen neuen Groß-

Gezeiten deichtorplatz

Die Pontonanlage am Oberhafen erinnert heute kaum noch

an das Marktgeschehen der 20er und 30er Jahre.

markt an, der schließlich 1962 eröffnet

wurde. Der Blumenmarkt wanderte vom

Klosterwall zum Deichtor, wurde aber

1984 ebenfalls auf das neue Gelände verlagert.

Danach verloren die Deichtorhallen

endgültig ihre Bedeutung und verfielen,

bis die Körber-Stiftung sie großzügig

zu einem Ausstellungszentrum umbaute,

das 1989 seine Tore öffnete. Der alte

Marktplatz wurde danach Gegenstand

mehrerer städtebaulicher Wettbewerbe,

erst als Landschaftsgarten, 1993 dann für

den SPIEGEL-Verlag, bevor dieser dann ins

IBM-Hochhaus zog. Schließlich verkam

die Fläche zum Parkplatz, bis sie 2002 mit

Hadi Teheranis Deichtorcenter bebaut

wurde. Vom Deichtormarkt zeugen seitdem

nur noch die beiden Ausstellungshallen

und die Markthalle.

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