PDF Kursana Magazin 01/06 Domizil

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PDF Kursana Magazin 01/06 Domizil

MAGAZIN

Wolfgang Clement: Vom Ruhestand weit entfernt

Paraden, Profis & Pokale: Ex-Torwart (73) trifft HSV-Profis

Denk-Sportler: Gedächtnistraining hält graue Zellen fit

SENIORENZEITSCHRIFT

DER DUSSMANN-GRUPPE

Sommer |Herbst 2006


Haut

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Inhalt

04 Schweigen & genießen

Verwöhnprogramm pur: Ilse Krasel (81) entspannt

im Schönheitssalon der Kursana Residenz Bad Pyrmont

06 Paraden, Profis & Pokale

Horst Wesemann (73) ist ausgewiesener Fußball-Fan.

Jetzt ging sein Wunschtraum in Erfüllung: ein Besuch

bei „seinem“ HSV

10 Test-Beste

Gute Noten von „Stiftung Warentest“:

Kursana schneidet vorbildlich ab

11 Kursana vor Ort

18 „Wir lassen Ressourcen untergehen“

Wolfgang Clement, Bundeswirtschaftsminister a. D. und

Aufsichtsratsmitglied der Dussmann-Gruppe, im Gespräch

20 Reise & Erholung

Sicher und entspannt unterwegs – Service für Reiselustige

22 Denk-Sportler

Anreize und Aufgaben:

Regelmäßiges Gedächtnistraining hält geistig fit

24 Ein Jahrhundert

Gymnastik, musizieren und schreiben.

Hildegard Kramer ist eine aktive Frau – auch mit 100 Jahren

26 Rätseln & Gewinnen

24

04

06

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

Kursana befindet sich weiterhin auf

Wachstumskurs. Mit unseren 80 Einrichtungen

in Deutschland, Österreich,

der Schweiz und Estland sind wir inzwischen

der führende private Anbieter in

der Seniorenbetreuung. Allein in diesem

Jahr kommen drei neue Häuser hinzu;

bestehende wie das Kursana Domizil

Berlin-Marzahn wurden umfangreich

saniert und entsprechen nun den modernsten

Ansprüchen an Pflege und

Betreuung von Senioren.

Die Bewohner sollen sich bei Kursana zu

Hause und umsorgt fühlen – das ist das

Ziel all unserer Bemühungen. Ansporn,

auf dem eingeschlagenen Weg weiter

zu gehen, sind die positiven Reaktionen

und Anregungen der Bewohner und ihrer

Angehörigen.

Positiv fiel auch das Urteil der „Stiftung

Warentest“ über Kursana aus: „Unseren

Testern gefielen die heitere Stimmung

und die herzliche Betreuung durch das

sehr aufmerksame Personal.“

In diesem Sinne herzliche Grüße

Ihr

Thomas Greiner

Mitglied des Vorstandes

der Dussmann-Gruppe

3


„Sie sind ein Sommertyp“ – Zum Service des Schönheitssalons

gehört auch eine Farb- und Stilberatung

4

Schweigen & genießen


Wahre Schönheit kommt von innen. Trotzdem:

Hin und wieder sollte man sich etwas Gutes für die äußere Schönheit gönnen.

Zum Beispiel in der Kursana Residenz Bad Pyrmont.

Ilse Krasel sitzt nicht gerne lange

auf einem Stuhl. „Ich habe immer

Hummeln im Hintern“, lacht die

81-Jährige. Seit 1966 geht sie

jeden Tag schwimmen, seit 25

Jahren zweimal pro Woche in die

Sauna. Diese gesunden Gewohnheiten

konnte die Seniorin auch

nach ihrem Umzug in die Kursana

Residenz Bad Pyrmont beibehalten.

Heute will sie ein neues Angebot

der Residenz ausprobieren:

den Schönheitssalon.

Kosmetikerin Ursula Dörner-Gottwald

weiß, wie sie ihre Kundinnen

auf die Behandlung einstimmen

muss. Alles ist auf Entspannung

eingestellt: Sie hat Kerzen angezündet,

im Hintergrund läuft

dezente Instrumentalmusik. Ilse

Krasel nimmt Platz.

„Als erstes mache ich eine Hautdiagnose“,

erläutert die Expertin.

„Damit ich weiß, welche Behandlung

zu der Kundin passt.“ Sie sieht

sich Ilse Krasels Gesicht intensiv

an und betastet vorsichtig ihre

Haut. Diese Gesichtshaut ist feuchtigkeitsarm,

empfindlich und von

roten Äderchen, der so genannten

Couperose, durchsetzt. „Jaja“,

weiß Ilse Krasel, „die Äderchen

sind im Winter fast bläulich, und

die trockene Haut habe ich von

meinem Vater.“ Dann schweigt sie

genüsslich, schließt die Augen,

und Ursula Dörner-Gottwald beginnt

mit einem Peeling.


„Es ist wichtig, dass die Kundin

völlig abschaltet“, erklärt sie. „Ein

entspanntes Gesicht nimmt die

Pflege gut auf.“ Für die Augenpartie

hält sie ein spezielles Konzen-

trat bereit, den

roten Äderchen

wirkt eine Couperose-Creme

entgegen. Mit einer speziellen

Creme massiert Ursula Dörner-

Gottwald dann die Schultern und

das Dekolleté, die Augenbrauen und

Schläfen. „Ich habe schon lange

keine Massage mehr bekommen“,

erzählt Ilse Krasel. „Die hätten sie

aber verdient“, betont die Kosmetikerin

lächelnd.

Seit Dezember 2005 betreibt

Ursula Dörner-Gottwald die Schönheitsfarm

in der Kursana Residenz

Bad Pyrmont. Sie hat sich auf pflegende,

natürliche und typgerechte

Kosmetik spezialisiert. Bei ihren

Kundinnen sind die Gesichtsbehandlungen

am beliebtesten, doch

auch der Stirnguss ist gefragt.

Auf Ilse Krasel wartet der nächste

Schritt der Gesichtsbehandlung:

die Algenmaske. Ursula Dörner-

„Es ist wichtig,

völlig abzuschalten“

Schwimmbad, Sauna und Schönheitsfarm machen die

Kursana Residenz Bad Pyrmont zu einem Ort der Entspannung

unsere häuser Gepflegt unsere im häuser Alter

Gottwald streicht mit einem Pinsel

die grüne, nach Meer duftende

Masse auf. Die Algen tun 20 Minuten

ihre Wirkung. Dann beginnt

eine letzte intensive Creme-Phase.

Geschafft! Die

Feuchtigkeitsdepots

sind

wieder restlos

aufgefüllt. Ein Rundum-Verwöhnprogramm,

das gerade der reifen

Haut gut tut. Denn mit den Jahren

lassen Elastizität und Spannkraft

nach, die Haut speichert weniger

Fett und Feuchtigkeit und trocknet

schneller aus.

Zum Abschluss der Behandlung

gibt Ursula Dörner-Gottwald der

Seniorin noch eine kurze Farbberatung:

„Sie sind ein Sommertyp“,

sagt sie fachmännisch. Das heißt,

Ilse Krasel stehen am besten helle,

kühle und gedämpfte Farben. Jetzt

noch ein bisschen Lippenstift,

Augenbrauen nachziehen – und

endlich der Blick in den Spiegel.

Ilse Krasel ist begeistert: Ihre Haut

ist frisch, strahlend und die Couperose

kaum mehr zu sehen. „Wo

gehe ich jetzt hin mit meinem

schönen Gesicht?“, scherzt sie.

Kursana Residenz

Bad Pyrmont:

Wellness-Oase

& Ferienziel

Sauna, Schwimmbad, ein Sole-Gemisch-

Bewegungsbad, Schönheitsfarm: Das

Wellness-Angebot der Kursana Residenz

Bad Pyrmont bietet eine breite Palette

an Möglichkeiten zum Genießen und

Abschalten. Das an die Residenz angeschlossene

Hotel verfügt über insgesamt

47 Gästeappartements - für Senioren,

die Bad Pyrmont als Urlaubsziel schätzen.

Residenz und Hotel liegen in unmittelbarer

Nähe zum Kurpark. Hier lädt der

exotische Palmengarten zu erholsamen

Spaziergängen ein. Das Stadtzentrum

erreicht man bequem in wenigen Minuten

zu Fuß oder mit dem Bus. Offene

Badekuren, Senioren-Freizeiten oder

die Pyrmonter Kurkonzerte runden

das Urlaubsprogramm ab.

Kursana Residenz Bad Pyrmont

Dr.-Harnier-Straße 2

31812 Bad Pyrmont

Telefon: 0 52 81 . 1 62 - 0

E-Mail: kursanabadpyrmont@dussmann.de

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6

Horst Wesemanns Wunschtraum: Einmal mit den Fußball-Topstars trainieren


Paraden, Profis & Pokale


Einen Tag ganz nah dran an den Großen des Fußball-Sports. Horst Wesemann

aus der Kursana Residenz Hamburg schaute beim Bundesligaklub HSV hinter

die Kulissen. Und zog Vergleiche zu seiner aktiven Zeit als Torwart.

Er ist ein richtiger Fan. Das Spiel fasziniert

ihn. Horst Wesemann sagt: „Ich

richte meinen Terminkalender ganz

nach dem Fußball aus.“ Und es ist klar,

dass der Bewohner der Kursana Residenz

Hamburg sich diesen einen Tag in seinem Kalender

dick markiert hat – den Tag, an dem er hinter die

Kulissen des Profisports schauen wird. Kursana hatte

versprochen: Heute erfüllen wir Horst Wesemann seinen

Traum und nehmen ihn mit zu den Stars des

Hamburger SV. Die Idee kam von Direktorin Bärbel

Eickhoff. Allen war die Fußball-Leidenschaft des

73-Jährigen aufgefallen: „Der guckt nicht nur am

Samstag Sportschau. Der weiß alles über Fußball,

Vergangenes und Heutiges“, sagt die Direktorin.

„Ich war immer der Erste beim Training“

Zähne zusammenbeißen, nicht aufgeben, sich durchkämpfen,

das imponiert dem ehemaligen Industriekaufmann.

Es ist 11 Uhr, der Trainingsplatz an der

Sylvesterallee gleich unterhalb des modernen HSV-

Stadions ist noch fast leer. Die Sonne strahlt.

Langsam trudeln die Spieler aus der Kabine ein. „Da,

das ist Mahdavikia“, entfährt es dem Mann mit den

Zu Gast beim Hamburger SV: Fußball-Fan Horst Wesemann trägt

eine Mütze mit der Raute, die seit 1919 Symbol des Vereins ist


Blick in die Geschichte und Gegenwart eines großen Fußballklubs:

Draußen beim Training trifft er HSV-Kapitän Daniel van Buyten,

und im HSV-Museum bestaunt der Fußball-Senior den gewonnenen

Europapokal von 1983

weißen Haaren. Er ist in seinem Element. Ohne Zögern

geht Horst Wesemann auf die Topstars Benjamin

Lauth und Daniel van Buyten zu. Groß ist die Verlockung,

ein gemeinsames Foto zu schießen – und die

Profis legen gleich ihren Arm um den Besucher.

Hinterher erzählt Horst Wesemann, dass dabei Erinnerungen

wach geworden seien – an jene Zeit, als

er selbst noch Arm in Arm stand mit seinen Sportkameraden.

13 Jahre lang, von seinem 16. bis zu

seinem 29. Lebensjahr, war er Fußball-Torwart und

hütete „den Kasten“ bei Frisia Wilhelmshaven in der

damaligen Landesliga. „Ich war immer der Erste beim

Training“, lächelt er über seine Disziplin, die er sich

bis heute bewahrt hat. Und er war auch der einzige

„Keeper“ – denn bei Frisia Wilhelmshaven gab es damals

lange Zeit nur einen Torhüter.

Horst Wesemann stellt sich unter die zahlreichen Kiebitze

und zwischen die Kameraobjektive hinter dem

Tor am Trainingsplatz. Hier werden die Grundlagen

gelegt für die Erfolge, mit denen der HSV in dieser

Saison überraschte. Die Torhüter der neuen Generation

bestaunt Horst Wesemann fachkundig, während

sie sich bei ihren Paraden in schneller Folge zu Boden

werfen und abrollen. „Das tut ganz schön

weh. Dabei habe ich mir auch schon

mal den Ellenbogen verstaucht“, kommentiert

der Routinier das Geschehen.

Wünsch Dir was!

„Eine unfassbare

Stimmung“

Bewohner der Kursana Residenz

Hamburg über ihre WM-Erlebnisse

„Als Deutschland 1954 zum ersten Mal

Weltmeister wurde, war ich Straßenbahnfahrer auf

der Linie 8 in Hamburg. Während meiner Pausen

habe ich die entscheidenden Momente mitbekommen.

Das war eine unfassbare Stimmung.“

Heinz Rusch, 85 Jahre

„Ich erinnere mich noch genau an den Beginn von

Franz Beckenbauers einzigartiger Karriere. 1966,

bei der Weltmeisterschaft in England, war er so

eine herausragend elegante Figur. Da hat man

schon gesehen, dass er eine Lichtgestalt war.“

Hildegard Peill, 70 Jahre

„Fußball-Weltmeisterschaften haben mich immer

gefesselt – von 1954 bis heute. Alleine schon

dieses Gemeinschaftsgefühl, das sich entwickelt,

wenn man mit Freunden oder der Familie die

Spiele verfolgt. Aber der Fußball macht auch eine

bedenkliche Entwicklung durch. Alles dreht sich

hauptsächlich ums Geschäft, Konflikte werden

in den Medien ausgetragen – das ist nicht gut.“

Hermann Wiese, 85 Jahre

Kursana Residenz Hamburg

Ernst-Mittelbach-Ring 47, 22455 Hamburg

Telefon: 0 40 . 5 52 02 - 0

E-Mail: kursanahamburg@dussmann.de

7


Während die Spieler weiter ihrem schweißtreibenden

Morgenwerk nachgehen, macht Horst Wesemann

einen Abstecher in das benachbarte berühmte

Museum des Hamburger SV. Es bietet eine Sammlung

lebendiger Fußball-Geschichte,

für den Fan voll emotionaler „Der weiß alles über Fußball,

Erinnerungen. Horst Wesemann Vergangenes und Heutiges“

blickt stumm in die Vitrine, hinter

der ein rundes Leder liegt. Einst hat der Hamburger

Jupp Posipal gegen diesen Ball getreten, eine Legende

aus der Elf, die 1954 das „Wunder von Bern“ schaffte

und dem wieder aufblühenden Deutschland den

ehrenhaften Titel „Fußball-Weltmeister“ eintrug.

Horst Wesemann war damals 22 Jahre alt und erinnert

sich noch ganz genau: „Die Radioübertragung

von Herbert Zimmermann werde ich niemals vergessen“

(siehe Kasten auf der nächsten Seite). Zwischen

8

den funkelnden Pokalen und den bunten Raritäten

wie historischen Wimpeln und Plakaten blickt er

zurück. „Ich bin der Meinung, die Weltmeister von

1974 waren die beste Nationalmannschaft, die wir

je hatten.“ Seitdem hat sich das

Spiel verändert, weiß der Senior,

es sei schneller geworden und es

hat natürlich neue taktische Dimensionen.

Aber eines ist gleich: „Es besitzt immer

noch genauso viel Zauber wie früher“, schwärmt Horst

Wesemann in der Schatzkammer des Traditionsklubs.

Begeistert ist er beispielsweise von der „AOL-Arena“,

einem jener neuen Fußballstadien, die vor der Weltmeisterschaft

überall im Lande errichtet wurden.

„Das ist ein ganz anderer Komfort als früher.“ Damals

hatte Horst Wesemann einige Spiele im alten

Wünsch Dir was:

Hegen Sie auch einen Wunschtraum?

Einen Traum, der Ihnen so

ungewöhnlich erscheint, dass

seine Erfüllung in weite Ferne

gerückt ist? So wie Horst

Wesemanns Besuch bei „seinem“

Hamburger SV? Kursana könnte

Ihnen diesen Wunsch erfüllen - im

Rahmen der Aktion „Erfüllen Sie

sich Ihren Traum“. Das Angebot

richtet sich an alle ab 70 Jahre.

Schreiben Sie uns und schildern

Sie Ihren Wunschtraum.

Die Teilnahme an der Aktion geschieht

auf eigene Verantwortung.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

HSV-Torwart Sascha Kirschstein

und Horst Wesemann


„Volksparkstadion“ verfolgt, beispielsweise gegen die

Bayern oder Hertha BSC Berlin. Heute ist er zum

ersten Mal im neuen Stadion. Und kann sich von dessen

Annehmlichkeiten überzeugen, als er an einem

Tisch im Stadion-Restaurant „Raute“ Platz nimmt.

Von hier blickt er durch ein riesiges Panorama-

Fenster direkt ins Innere der Arena, auf den grünen

Rasen und die Tribünen für 55.000 Zuschauer. Neben

dem Ambiente überzeugt sich Horst Wesemann auch

davon, dass die Küche bundesligatauglich ist. Der

Kursana Bewohner ist verwöhnt durch sein Zuhause,

aber das Menü in der „Raute“ hält seinem Qualitätsanspruch

stand. „Das war sehr köstlich.“

Da nähert sich schon der Höhepunkt seines Ausflugs

in den Profifußball: Durch die Eingangstür betritt

HSV-Torwart Sascha Kirschstein das Restaurant.

Er nimmt sich Zeit für ein Gespräch mit Horst

Wesemann. Und der ist gut vorbereitet,

wirkt plötzlich wie ein Sportreporter

mit seinen präzisen Fragen: „Wie

haben Sie den Ruhm vom Bayern-

Sieg verdaut?“ Kirschstein, 25 Jahre

jung, war es in der Bundesliga-Hinrunde

als einzigem Torwart vergönnt, gegen den Deutschen

Meister als Sieger vom Platz zu gehen. „Ich erinnere

mich gern. Aber ich muss trotzdem nach vorne

schauen und hart arbeiten“, sagt er. Schnell sind

der alte und der junge Torwart per Du, fachsimpeln

über die Handschuhe, die früher aussahen wie bei

Bauarbeitern. „Heute saugen sie die Bälle fast an“,

sagt der Profi. Ein paar Anekdoten später muss

Kirschstein dann wieder los, das Team hat ein

schweres Auswärtsspiel vor sich. „Ein netter Kerl“,

sagt Horst Wesemann, und seine Augen strahlen. Es

gibt viel zu erzählen bei seiner Rückkehr. Und am

Samstag spielt der HSV gegen Werder Bremen. Die

Übertragung darf er nicht versäumen.

Wünsch Dir was!

„Tor – Tor – Tor“

Fußball fesselt Millionen, Weltmeisterschaften prägen

Menschen – und die Stimmen der Reporter bleiben für

immer in den Köpfen. Ausgewählte Zitate:

Finale Bern, 1954: Deutschland – Ungarn 3:2

„Der Sekundenzeiger, er wandert so langsam. Wie

gebannt starre ich hinüber. Die ganze deutsche Mannschaft

setzt sich ein, mit letzter Kraft, mit letzter

Konzentration … Die Ungarn erhalten einen Einwurf

zugesprochen. Der ist ausgeführt, kommt zu Bozsik.

Aus, aus, aus, aus. Das Spiel ist aus. Deutschland

ist Weltmeister!“ Herbert Zimmermann

Finale München, 1974: Deutschland – Niederlande 2:1

„Ja das alles sieht bedrohlich aus. Beängstigend. Die

deutschen Spieler haben keine Kraft mehr. Auf jeden

Fall Eckball durch Cruyff, jetzt getreten, der schwebt nach

innen ... Maier hat ihn ... 90 Minuten von München sind

schon zu Ende. Schiedsrichter Taylor schaut auf die Uhr.

Jetzt müssen sie noch einmal alle Kräfte zusammennehmen

und den Ball halten. Müller kriegt ihn vom Freistoß,

fällt zu Boden ... und das Spiel ist aus! ... Das Spiel ...

ist aus!“ Oskar Klose

Finale Rom, 1990: Deutschland – Argentinien 1:0

„Überlegenheit der deutschen Mannschaft. Aber: Das

Tor, das Tor des Abends, es will bisher einfach nicht

fallen ... Wenn nicht ... Lothar Matthäus ... zu Völler!

Völler im Strafraum gelegt! Und ... jetzt gibt’s Elfmeter.

Dies nun wirklich zu Recht. Und wer wird schießen? ...

Andreas Brehme, er steht, steht am Strafraumrand,

Goicoechea konzentriert sich. Jetzt ist der Ball freigegeben

worden ... rechter Fuß ... und Tor! Tor für

Deutschland!“ Jochen Sprentzel

Quelle: Martin M. Schwartz: Fünf Jahrzehnte Fußball im

Originalton, HörbucHHamburg

9


Lob für Kursana

10

„Stiftung Warentest“ prüfte Seniorenresidenzen


Test-Beste


„Unseren Testern gefielen die heitere Stimmung

im Haus und die herzliche Betreuung durch

sehr aufmerksames Personal.“ Ein großes Lob

für Kursana aus unabhängiger Sicht.

Die „Stiftung Warentest“ hat bundesweit

Seniorenresidenzen unter

die Lupe genommen. Bestnoten

erhielt Kursana nicht nur bei der

Betreuung. Das kulturelle Veranstaltungsangebot

zum Beispiel ist

nach den Erkenntnissen der Stiftung

absolute Spitze. Besonders

gelobt wird die seniorengerechte

Bauweise der Gemeinschaftseinrichtungen.

Ebenfalls „sehr gut“

schneidet die Gastronomie ab;

wobei das Menüangebot – getestet

wurde die Kursana Residenz Hamburg

– ein Extra-Lob erhielt. Auch

bei der Beratung neuer Mieter hob

sich Kursana von den anderen

Seniorenresidenzen positiv ab; das

Informationsmaterial erhielt sogar

eine Bestnote.

„Über Geld redet man nicht ...“?

Diese Zeiten sind längst vorbei.

Die „Stiftung Warentest“ wollte es

genau wissen und recherchierte

detailliert zu den Kosten. Denn

gerade bei den – von den Testern

„Luxusklasse“ genannten – beson-

ders prominenten Seniorenresidenzen

fallen vor dem Einzug zum

Teil hohe Darlehensbeträge von bis

zu 48.000 Euro an. Das gibt es

bei Kursana nicht. Insgesamt allerdings

gilt, so die Stiftung: „Komfort

hat seinen Preis. Die besten Bewertungen

erzielten nur Häuser,

die auch bei den Preisen zur

Oberklasse gehören.“ In der Tat

rangiert Kursana bei den Preisen

auf Platz 3 bzw. 5 der getesteten

12 Residenzen.

Bei aller Unterschiedlichkeit der

Seniorenresidenzen – eines verbindet,

so die „Stiftung Warentest“,

alle Bewohner: „Den Entschluss,

die alte Wohnung mit dem

Leben in der Residenz zu tauschen,

hat keiner

bereut.“ Die Tester

zitieren einen häufig

gehörten Satz:

„Ich bereue nur,

dass ich nicht

früher hier eingezogen

bin.“

Kursana überzeugte die Stiftung Warentest

durch kompetentes Personal, Service und

gastronomische Vielfalt

Kriterien der

„Stiftung Warentest“

„Machen Sie sich früh Gedanken, wie

und wo Sie im Alter wohnen möchten“,

raten die Berliner Tester. Außerdem:

„Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Favoriten

beim Probewohnen kennen zu lernen.“

In einer „Checkliste“ hat „Stiftung

Warentest“ Kriterien zusammengestellt,

worauf man bei der Wahl einer Residenz

achten sollte. Stichworte unter anderem:

Lage und Umgebung, Größe und Ausstattung

der Wohnung, Gemeinschaftseinrichtungen

wie Restaurant und

Schwimmbad, Kurse und Veranstaltungen

im Freizeitbereich, Sicherheit und

Notrufsystem, Kosten und Leistungen.

Der vollständige Testbericht kann kostenlos

direkt bei Kursana bestellt werden:

Kursana Residenzen GmbH

Mauerstraße 85

10117 Berlin

Telefon: 0 30 . 20 25 - 20 00


Ein Leben für die Schriftstellerei


Goethes Enkel


Domizile vor Ort

Über sieben Jahrzehnte lang veröffentlichte Bodo Kühn kenntnisreiche Bücher

zur Kulturgeschichte. Heute findet der Schriftsteller im Kursana Domizil Weimar

neue Muße, um aus seinen Erinnerungen zu schöpfen.

Seinen Beruf und seine Berufung hat er aus der Not

entdeckt. In den Zeiten der Weltwirtschaftskrise vor

inzwischen über 70 Jahren musste er seine Arbeit als

Kaufmann aufgeben. So wurde aus Bodo Kühn ein renommierter

Schriftsteller. Der heute noch aktiv ist:

„Ich habe keine Ruhe“, sagt der 93-Jährige. „Ich muss

jeden Tag etwas schreiben, und wenn es nur drei oder

vier Zeilen sind.“

„Ich muss jeden Tag

etwas schreiben...“

Bodo Kühn lebt im Kursana Domizil in der Dichterstadt

Weimar. Und er schreibt nicht irgendetwas:

Der Vitrinen-Schrank schräg gegenüber von seinem

Schreibtisch zeugt von Jahrzehnten der Arbeit auf

höchstem Niveau, er ist gefüllt mit Büchern, auf deren

Rücken stets ein- und derselbe Name prangt: Bodo

Kühn. Da stehen Werke wie „Gloriosa“ oder „Meister


Gutenberg“ – kulturhistorische und

unterhaltsame Bücher zugleich,

die zu DDR-Zeiten ein großes

Publikum fanden – auch im Ausland.

Das Hauptmotiv des Thüringers

ist stets sein Interesse

an der Geschichte, insbesondere

der heimischen.

Er kam 1912

in Stützerbach

im Thüringer

Wald zur Welt, entstammt einer

Familie von Glasbläsern – und so

verwundert es nicht, dass sein

erster Roman „Das Licht über den

Bergen“ davon erzählt, wie in

seiner Heimatgemeinde einst die

deutsche Thermometerindustrie

geboren wurde.

Nachdem Bodo Kühn in der

Weltwirtschaftskrise seinen Arbeitsplatz

verloren hatte, begann

er mit dem Schreiben von Lokalereignissen

für kleine Zeitungen.

Wenig später stellte ihn die

Bauverwaltung in Arnstadt als

„Schreibgehilfen“ ein.

Danach fand er sein schriftstellerisches

Sujet, und die Karriere

entwickelte sich – trotz Schwierigkeiten

mit Zensoren in den verschiedenen

Diktaturen - relativ

gradlinig. Nach dem Zweiten Weltkrieg

fand Kühn eine Anstellung

beim Thüringer Tageblatt und beschloss

irgendwann, sein erstes

Buch zu versuchen. „Wie willste

das nur schaffen?, fragte ich

mich.“ Aber die Antwort kam aus

12

„Mein Bedürfnis

spornt mich an“

ihm selbst: „Es gibt ein Bedürfnis,

das spornt mich immer wieder an.“

Auch im hohen Alter ist Bodo Kühn

ein wacher und aktiver Mensch.

Im Kursana Domizil hat er die

Funktion des stellvertretenden

Heimbeirats-

Vorsitzenden.

In das Haus

kam der Autor

im Dezember 2004. „Erst hatte

ich Bedenken vor einem Umzug“,

erinnert er sich. Aber dann kam

eines Tages seine Schwiegertochter

– und machte ihn auf das Kursana

Domizil aufmerksam. „Sie ist die

beste Schwiegertochter der Welt“,

stellt Bodo Kühn jetzt fest, denn

mit dem Schritt

in sein neues

Zuhause ist er

glücklich. Nach

zwölf – zusehends beschwerlicheren

– Jahren als Alleinstehender gewann

er hier neue Muße.

Die vielen Werke in seiner Wohnung

zeugen vom Schriftstellerleben des

Bodo Kühn. Im Alter von 93 Jahren

sind seine Augen zwar schwach, aber

er arbeitet noch immer täglich an

seinen Manuskripten

Und die nutzt er, um seiner

Passion nachzugehen. „Ich kann

zwar nicht mehr richtig schreiben,

sondern male Buchstaben“, erklärt

der Schriftsteller. Denn Bodo Kühn

sieht nur noch mit einem Auge.

Doch dafür zeugen die Zeilen, die

der ältere seiner beiden Söhne per

Computer abschreibt, von großer

schriftstellerischer Kompetenz.

Und sie werden weiterhin veröffentlicht

– mit etwas geringerer

Auflage. Denn er publiziert vornehmlich

in der Bewohner-Zeitschrift.

„Ich richte mich im Stil und

im Thema natürlich nach meinem

Publikum. Jetzt schreibe ich recht

einfach und unterhaltsam.“ „Einfach“

heißt aber nicht, von außer-

gewöhnlichen

„Ich richte mich Themen Ab-

nach meinem Publikum“

schied zu nehmen.

Zuletzt erschien

von ihm eine Serie über das

Gesundheits- und Sozialwesen in

der Vergangenheit Weimars.


Ringelblüten bei rauen Händen

Eine Handvoll Ringelblüten und

ein halbes Pfund Fett 15 Minuten

kochen und über Nacht ziehen

lassen. Dann noch einmal kochen

und in ein tuchbespanntes Sieb

gießen – so lange rühren, bis alles

ausgepresst ist. Auf diese Weise

erhält man eine herrliche Ringelblütensalbe.

Ursula Baumbach,

Kursana Domizil Weißwasser

Magerquark gegen

geschwollene Knie

Drei bis vier Esslöffel Magerquark

in ein Küchentuch einschlagen

und um das schmerzende Knie

wickeln - 20 Minuten einwirken

lassen. Der kühle, feuchte Umschlag

wirkt wohltuend gegen die

Schmerzen und die Schwellung

geht schnell zurück.

Hildegard Kuse,

Kursana Residenz Hamburg

Pellkartoffeln gegen Ischias-

Beschwerden

Pellkartoffeln kochen, zerstampfen

und in ein feuchtes Tuch geben.

Diese Packung auf die schmerzende

Stelle legen. Warm zudecken und

eine Stunde damit ruhen. Bei Bedarf

wiederholen.

Hella Ebert,

Kursana Residenz Hamburg

Rettich oder Kartoffeln

gegen Husten

Gegen Husten kann man mit verschiedenen

Hausmitteln vorgehen:

Schwarzen Rettich mit Kandiszucker

ansetzen, dann mit ausgekochtem

Hafer- oder Gerstensaft

mischen und täglich einnehmen.

Oder: gekochte, zerdrückte Kartoffeln

in ein Tuch geben und so heiß

wie möglich auf die Brust auflegen.

Frieda Müller, Elsa Quaiser

und Marianne Hans,

Kursana Domizil Meerane

Die besten Hausrezepte


Wadenwickel

& Co.


Domizile vor Ort

Großmutters Hausmittel – sie sind seit Jahren bewährt

und lindern die kleinen Beschwerden des Alltags.

Kursana Bewohner verraten ihre besten Rezepte.

Kohlwickel

gegen Gelenkschmerz

Weißkohlblätter in heißem Wasser

geschmeidig machen. Mit Bandagen

werden die Blätter auf die

Gelenke fixiert. Die Heilkräfte des

Kohls dringen in die Haut und lindern

so die Beschwerden.

Liselott Will,

Kursana Residenz Hamburg

Rizinus für schöneres Haar

Wohltuend und stärkend für die

Haarwurzeln ist eine Kurpackung

aus Rizinusöl, die 30 Minuten

unter einem Tuch einwirken soll.

Christa Weinberger,

Kursana Residenz Refrath

Salbei gegen Heiserkeit

Bei Heiserkeit Salbeitee, Zitronensaft

und Honig mischen und mehrmals

täglich damit gurgeln.

Erika Rathje,

Kursana Residenz Refrath

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Hilfe für Demenzkranke


Erinnerungs-Zeichen


Gewürze wecken Erinnerungen: Ein Modell für Demenzkranke

im Kursana Domizil Zwickau holt die Bewohner zurück aus der Isolation.

Zutaten aus der Küche sorgen für Anregung und Abwechslung.

Lotte Wal* fühlt sich nicht besonders:

„Heute ist nicht mein Tag.“

Ihr gegenüber steht Babett Reinecke.

Sie sprüht vor Energie – und

sie hat sich vorgenommen, Lotte

Wal aus ihrem Stimmungstief her-

auszuholen.

Die 33-jährige „Kommen Sie mit?

gelernte Frei- Wir wollen Gewürze hören“

zeitpädagogin

arbeitet als Therapeutin im Kursana

Domizil Zwickau. „Ich habe Ihnen

heute etwas Besonderes vorbereitet“,

sagt sie und nimmt die

80-jährige Dame aus der Demenzbetreuung

an die Hand. „Kommen

Sie mit? Wir wollen Gewürze hören.“

Auf einem Tisch im hell eingerichteten

Gemeinschaftsraum

des Zwickauer Neubaus stehen

Schalen mit allerlei Zutaten:

Pimentkörner, Kümmel, Zucker,

Reis, Linsen, Kuchenstreusel und

Nudeln. Dinge,

die Lotte Wal

und den anderen

vier Damen

aus ihrem Leben sehr wohl

bekannt sind – auch wenn vieles

längst durch die Krankheit verschüttet

wurde. Doch als Babett

Reinecke anfängt, über die Gewürze

zu sprechen, werden Erinnerungen

wach. „Wo gehört der


Kümmel denn rein?“, fragt sie

in die Runde. Und Anna Wilhelm

antwortet: „Ich benutze niemals

Kümmel, weil mein Mann keinen

Kümmel isst.“ Die Gesichtsausdrücke

der Damen werden plötzlich

reger, sie nehmen Anteil,

schwelgen in Erinnerungen.

„Sie beginnen zu assoziieren“,

erklärt die studierte Betreuerin.

„Sie verknüpfen

die Kochzutaten

mit Erinnerungen

an

jene Jahrzehnte, in denen sie verheiratet

waren, Kinder groß gezogen

haben. Und in denen der

Umgang mit Gewürzen in der

Küche fester Bestandteil ihres

Lebens war.“

Nachdem sich die fünf Teilnehmerinnen

über die Gewürze in

den Schalen unterhalten und die

entsprechenden Namensschilder

zugeordnet haben, hält Babett

Reinecke eine noch größere Herausforderung

bereit. Die Lektion

heißt „Wir hören Gewürze“: Der

Inhalt der einzelnen Schälchen

wird in die bunten Dosen gefüllt.

Hinzu kommen Lebensmittel wie

Zucker, Reis, Nudeln. Nachei-

„Sie verknüpfen die Zutaten

mit früheren Erlebnissen“

nander schütteln die Teilnehmerinnen

die gefüllten und verschlossenen

Dosen, horchen, halten sie

ganz dicht an ihre Ohren. Manchmal

ist es einfach. „Makkaroni“,

sagt Gisela Henrich ohne Zögern.

Manches ist aber auch sehr

schwierig. Beispielsweise der Unterschied

zwischen Linsen und

Pfefferkörnern. Die Übung macht

es. Auch bei Lotte Wal, die sagen

soll, in welcher

Dose der

Zucker ist. Sie

schüttelt diese

und jene und zeigt auf die rote

Dose: „Rot wie die Liebe“, sagt sie.

Als Babett Reinecke das Gewürzeraten

beendet und die Damen alles

zusammenräumen, zeigt sich, dass

sich einiges geregt hat in der

zurückliegenden Stunde. „Das war

sehr schön“, sagt Anna Wilhelm,

die anfangs sehr reserviert wirkte.

Dann gehen die Damen zurück in

Richtung ihrer Zimmer. „Vielleicht

sind Sie ja so gut und nehmen

Frau Wal ein Stück mit“, wendet

sich die Betreuerin an Hedwig

Kroll. „Natürlich“, sagt die, hakt

sich ein bei Lotte Wal. „Also, wohin

wollen wir?“

*Namen von der Redaktion geändert

Domizile vor Ort

Wohlfühl-Ambiente: Babett Reinecke betreut

die Demenzkranken in Räumen, die in hellen

Farben tapeziert sind. Auch alte Möbel helfen

dabei, dass die Bewohner sich heimisch

fühlen und geistig angeregt werden

Demenz-Konzepte

bei Kursana

Die Sinne anregen und Kontakte fördern

– diese Ziele verfolgen alle Therapiekonzepte

in den Kursana Häusern.

Im Kursana Domizil Stavenhagen bietet

eine Kunsttherapeutin künstlerische

Einzel- und Gruppentherapie an. Das

kreative Gestalten mit verschiedenen

Materialien soll die Selbstständigkeit

fördern. Demenzkranke haben so die

Möglichkeit, sich auch ohne Worte

auszudrücken.

Die Kursana Residenz Hamburg bietet

für demente Bewohner eine zusätzliche

Tagesbetreuung an. Die Bewohner essen

gemeinsam, spielen oder hören Musik.

Im Sommer startet das Projekt „Kunsttherapie“:

Eine Kunsttherapeutin zeichnet

Skizzen der Bewohner, die vervielfältigt

und dann von den Portraitierten bemalt

werden. Die Residenz stellt diese Kunstwerke

im Rahmen einer Vernissage aus.

In der Kursana Residenz Bad Pyrmont

gibt es die „Domino-Stunde“. Dieses

Spiel trainiert die Konzentration und

fördert die Kommunikation.

Die „Rhythmikgruppe“ für behinderte

und demente Bewohner im Kursana

Domizil Meerane spielt zu Schlagern

den Rhythmus. Inzwischen ist die Gruppe

so versiert, dass sie Feste des

Hauses mitgestaltet.

15


Zarte Liebe mit zusammen 180 Jahren


Nichts verlernt


Zwei, die sich spät gefunden haben: Im Kursana Domizil Guben

genießt ein Pärchen die frisch erblühende Liebe im betagten Alter.

Aber manchmal braucht jeder auch seine Ruhe.

Hildegard schnappt sich ihren Alfred und improvisiert

einen schwungvollen Walzer. Die beiden sind das

blühende Leben – und verliebt. Da tanzt und schmust

ein Pärchen, das auch ganz spät noch den Zauber der

schönen Seiten des Lebens spürt: Hildegard Kaletta

ist 85 Jahre alt, ihr Gefährte gar 95 Jahre – doch ihre

Partnerschaft ist jung. Erst vor zwei Jahren haben

sie sich kennen gelernt. Und heute leben sie

Tür an Tür im Kursana Domizil in Guben.

„Wir haben nichts verlernt“, sagt Hildegard

Kaletta und schmunzelt.


Lernten sich erst vor zwei Jahren bei einer Kulturveranstaltung

in Guben kennen: Hildegard Kaletta und Alfred Bauer

In der Tat: Die beiden pflegen das Zusammensein.

„Du siehst gut aus“, schmeichelt sie ihrem weißhaarigen

Freund mit den blauen Augen. Derlei umschwärmt,

lässt sich Alfred Bauer zu einem Küsschen

für seine lebensfrohe Dame hinreißen. „Ganz normal

bei den beiden, sie leben wirkliche Partnerschaft im

Alter“, sagt Stephanie Grimm, Mitarbeiterin des

Kursana Domizils. Nach dem Tod seiner Gattin war

Alfred Bauer vor zwei Jahren ins Domizil gezogen.

Sein Schwarm, deren Reize er damals bei einer

Veranstaltung in der Gubener Volkssolidarität ent-

deckt hatte, tat es ihm neun

Monate später gleich. „Plötzlich

kommt sie aus dem Zimmer

neben mir, ich war erstaunt“,

erinnert sich Alfred Bauer.

Eine schöne Überraschung.

Und eine späte: Er war

vorher beinahe 60 Jahre

lang verheiratet, sie

mehr als 40 Jahre.

„Gewitter reinigt die Luft,

und Versöhnen ist schön“

Das Pärchen im

Gesamtalter von

180 Jahren wohnt

gern im Domizil.

„Wir müssen hier

keinerlei Abstri-

Domizile vor Ort

che machen“, vergleicht Hildegard Kaletta die

Lebensqualität mit ihrem vorherigen Zuhause. Das

Essen sei lecker, die Tanzabende launig und ihr

Zimmer komfortabel. Hier fühlen sich die beiden

wohl. Wichtig: Die Zwei legen auch Wert auf die

Zeiten, in denen jeder seine Ruhe haben möchte.

„Dann ist die Tür einfach zu“, sagt Alfred Bauer.

Doch meistens bleibt die Tür offen. Zwischen vertrauten

eigenen Möbeln und modernen Betten sowie

Erinnerungsfotos an ihre ehemaligen Ehepartner und

Kinder sitzen sie, packen die

Karten aus und genehmigen sich

dazu auch gerne ein Glas Wein.

„Am liebsten trinke ich lieblichen“,

berichtet Hildegard Kaletta, und immer

wieder fängt sie spontan an, Witze zu machen oder

zu singen. Beide haben ein Leben von Ordnung und

Disziplin hinter sich und wollen nun genießen. Alfred

Bauer war jahrzehntelang Polizist, seine Partnerin

leitete den örtlichen Einkaufsladen. „Ohne Inventurdifferenzen“,

wie sie stolz berichtet.

Manchmal aber knallt es auch zwischen den beiden

Ordnungsliebenden. „Er beschummelt gerne mal“,

behauptet Hildegard Kaletta. Dann muss die nächste

Rommé-Partie ausfallen, denn da beide impulsiv sind,

leben sie auch ihren Streit aus. Doch das, sagt Alfred

Bauer, sei ebenfalls ganz normal: „Gewitter reinigt

die Luft, und Versöhnen ist schön.“

17


Zur Person

Wolfgang Clement, Jahrgang 1940,

gelernter Journalist und studierter Jurist,

war Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen

und von 2002 bis 2005

Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit.

Im Dezember 2005 wurde er in den Aufsichtsrat

der Dussmann Verwaltungs AG,

Berlin, berufen. Wolfgang Clement ist

verheiratet und hat fünf Töchter und

sechs Enkel.

Herr Clement, Sie sind im Rentenalter,

aber Pensionär möchten

Sie nicht sein. Warum?

Weil ich mich fit fühle und viele

Erfahrungen in meinem Leben sammeln

konnte, in sehr unterschiedlichen

Bereichen. Das will ich nutzen.

Ich bin jetzt in meinem dritten

beruflichen Lebensabschnitt. Ich

war Journalist, ich war Politiker

und bin jetzt ein Selbstständiger,

ein „Freelancer“.

Die Gesellschaft diskutiert über

Alterskompetenz. Sehen Sie sich

als Vorbild für Ihre Generation?

Als Vorbild nicht, aber als jemand,

der von den Möglichkeiten Gebrauch

machen will, die wir uns in

der Gesellschaft erarbeitet haben.

18

„Wir lassen

Ressourcen

untergehen“


Wolfgang Clement, Bundesminister für Wirtschaft und

Arbeit a. D. und seit Dezember 2005 Mitglied im

Dussmann-Aufsichtsrat, über den Gewinn, älter zu

werden und den Reichtum, Enkel zu haben.

Diese Gesellschaft hat enorm viele

Gestaltungsmöglichkeiten und trägt

durch ihre Leistungen – übrigens

auch die medizinischen – dazu bei,

dass wir immer älter werden. Das

ist ja ein gewaltiger Gewinn! Es wird

leider diskutiert, als sei das Älterwerden

unserer Gesellschaft etwas

Dramatisches. Es ist etwas Wunderschönes.

Es ist doch ein großer

Fortschritt, dass wir nicht mehr

unmittelbar nach der Pension sterben

müssen, wie die Generation

meiner Eltern. Ein Kind, das heute

geboren wird, hat gute Chancen,

90 zu werden. Das sind Gewinne,

die wir nutzen sollten. Das setzt

voraus, dass die Wahrnehmung des

Älterwerdens in der Gesellschaft

sich ändert. Es ist nicht eine Frage

der Altersgrenze, sondern der

Lebensgestaltung.

Was meinen Sie damit?

Wir sind ja in Deutschland einmal

für dieses Extrem, einmal fürs an-

dere. Ein Extrem war über Jahre

die Jugendlichkeit. Nun werden wir

lernen müssen, dass diese Gesellschaft

älter wird. Sie wird, auch

ökonomisch, keine Zukunft haben

können, wenn sie die Älteren nicht

ernster nimmt und ihre Erfahrungen

und ihre Möglichkeiten viel stärker

nutzt. Wir lassen Ressourcen untergehen.

Was müsste geschehen, damit

Senioren sich stärker in die Gesellschaft

einbringen können?

Ältere haben viel Grund, selbstbewusst

zu sein. Ich habe nicht die

Absicht, Grauer Panther oder etwas

Ähnliches zu werden. Aber ich

habe die Absicht, von dem, was

ich kann, selbstbewusst Gebrauch

zu machen. Ältere Menschen mit

ihren unterschiedlichen Erfahrungen

stellen einen hohen Wert dar.

Wir müssen der Gesellschaft deutlich

machen, dass sie viel verspielt,

wenn sie darauf verzichtet, wie wir


es in Deutschland zurzeit in einer

geradezu fahrlässigen Weise tun.

Aber: Ich habe den Eindruck, dass

wir auf dem Wege der Veränderung

sind.

Als Sie Ihr Ministeramt aufgaben,

sagten Sie: „Ich bin ein freier

Mensch und werde jetzt von meinen

Freiheitsrechten Gebrauch

machen – und zwar ausgiebig.“

Haben sich Ihre Absichten seit

der Zeit geändert?

Freiheit heißt ja nicht, nichts zu tun,

sondern sein Leben unabhängiger

gestalten zu können. Das kann ich

zweifellos. Das wichtigste Freiheitsrecht,

das ich jetzt habe, ist die

Freiheit von allen politischen Ritualen.

Wir sind ja eine ritualisierte

Gesellschaft geworden, besonders

in der Politik. Damit meine ich die

immer wiederkehrenden Formen, in

denen die politische Diskussion und

Arbeit stattfindet. Manche sind notwendig,

viele überflüssig. Das habe

ich jetzt alles hinter mir, und das

gibt mir sehr viel Spielraum. Wie

gestalte ich jetzt mein Leben? Ich

habe Mandate in Unternehmen

übernommen, die ich spannend

finde. Ich merke seit meinem Aus-

– Anzeige –

LILLE

LILLE

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Undergarment (PUG)


Supreme Protective

Undergarment (PUG)

scheiden, wie sich mein Blick wieder

öffnet. Ich werde mich ein bisschen

im Journalismus umtun, und ich will

mich um Ausbildungs- und Arbeitsmarktfragen

kümmern. Das habe

ich aus meiner politischen Arbeit

mitgenommen.

Auf welche Schwerpunkte muss

„Dienstleistung für Senioren“

zukünftig setzen?

Ich glaube, dass der Weg, den

Kursana eingeschlagen hat, richtig

ist: sich als Dienstleister für die

älteren Generationen zu verstehen.

Jeder Ältere möchte so lange wie

möglich selbstständig bleiben. Es

geht nicht darum, zwingend in seiner

Wohnung, in seinem Haus zu

bleiben. Ein gutes Beispiel ist der

frühere SPD-Vorsitzende Hans-

Jochen Vogel, der mit seiner Frau

sehr bewusst in eine Altersresidenz

geht. Wenn man die Selbstständigkeit

nicht mehr erhalten kann, hat

man dort die Dienstleistung zur Verfügung.

Die Kombination verändert

sich im Laufe des Älterwerdens: Die

Zahl der Tätigkeiten, die man nicht

mehr erfüllen kann, wird sich erhöhen.

Dort muss die Dienstleistung

einsetzen.

Prominente im Gespräch

Könnten Sie sich vorstellen,

selbst einmal in einer Seniorenresidenz

zu wohnen?

Meine Frau und ich haben nicht die

Absicht, unseren Kindern zur Last

zu fallen. Wir haben eine wunderbare

Beziehung zu ihnen, aber wir wollen,

so weit es geht, unser Leben

selbst gestalten. Dazu gehört auch,

die Dienstleistung in Anspruch zu

nehmen, die man braucht, wenn

man selbst nicht mehr entsprechend

agieren kann.

Was lernen Ihre Kinder oder Enkel

von Ihnen – und umgekehrt?

Ich hoffe, dass sie viel von dem

Leben, das wir führen, mitnehmen:

sich auf seine eigenen Kräfte zu verlassen,

auf Unabhängigkeit bedacht

zu sein, aber auch über den Tellerrand

hinaus zu schauen, für andere

Mitverantwortung zu fühlen. Ich bin

mir sicher, dass das so ist. Was ich

lerne von unseren Kindern und

Enkelkindern? Die Fröhlichkeit, die

man braucht, aus der man seine Zuversicht

bezieht. Übermorgen kommen

unsere Enkelkinder aus Bonn

und München zu uns. Dann erleben

wir, wie reich wir sind.

Die sichere

Inkontinenzhose

von Tyco Healthcare

für himmlisch angenehmen

Tragekomfort.

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19


Reise & Erholung

Sicher(er)

unterwegs

Aus Furcht, sich im Notfall nicht selber helfen zu können,

fahren viele chronisch Kranke nicht in den

Urlaub. Unter dem Motto „Betreutes Reisen“ gibt es

Angebote für jene, die sich wohler fühlen, wenn sie

einen Arzt in ihrer Nähe wissen. Zum Beispiel die

„Herzreisen“, gemeinsam entwickelt von der Deutschen

Herzstiftung und Reiseveranstaltern.

Das sind Kulturund

Erlebnisreisen in sonnige

Länder mit mildem Klima. Das

Besondere: Ereignet sich ein

Notfall, stehen Fachkräfte mit

EKG-Gerät, Medikamenten und

Defibrillator bereit.

Maßgeschneidert entspannen

Urlaub – für viele pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige ist

das ein Fremdwort. Aber einzelne Wohlfahrtsverbände und der Verein

Urlaub & Pflege e.V. bieten Reisen mit speziellen Leistungen: Gruppenreisen

und Einzelreisebegleitung bis Pflegestufe III, Pflege durch

Fachkräfte, Betreuung rund um die Uhr sowie Tages- und Ausflugsprogramme.

Die pflegebedingten Kosten einer solchen Reise übernimmt

in vielen Fällen die Pflegekasse. Urlaubsangebote für Pflegebedürftige

bieten auch die Kursana Residenzen in Bad Pyrmont, Prien und Wien an.

Die Gäste wohnen im Appartementbereich der Residenz, werden durch

den ambulanten Pflegedienst kompetent betreut und können in herrlicher

Umgebung entspannen.

Ausführliche Informationen:

Urlaub & Pflege e.V., Friedrich-Ebert-Platz 2, 48153 Münster

Telefon: 02 51 . 8 99 74 16

Programm und Reisetipps gibt

es kostenlos bei:

Deutsche Herzstiftung e.V.

Vogtstraße 50

60322 Frankfurt/Main

Angemessen logieren

„Architekten von Hotels sollten sich mehr mit den

Bedürfnissen älterer Gäste beschäftigen“ – fordert

die Altersforscherin Professor Ursula Lehr. Rund

70 Hotels in Deutschland beschäftigen sich intensiv

mit diesen Bedürfnissen: die 50plus Hotels. Die privat

geführten 3- und 4-Sterne-Hotels liegen in ländlichen

Gegenden. Die Häuser erfüllen besondere Wünsche

beim Essen, beispielsweise salz- oder fettarme Kost.

Einzelzimmerzuschläge gibt es nicht. Die Zimmer sind

teils ebenerdig und behindertengerecht. Den Transfer

zur Bus- oder Bahnstation organisiert das Hotel.

Information:

50plus Hotels Deutschland

Bavariaring 26, 80336 München

www.50plushotels.de


Richtig (vorbereitet) reisen

Welche medizinischen Vorkehrungen

sollte ich treffen? Es lohnt

sich, diese Frage in die Reisepläne

mit einzubeziehen. Wichtiger

Partner ist der Hausarzt. Er

hilft, die Reiseapotheke zusammenzustellen

und informiert über

Impfungen. Darüber hinaus gibt

es noch mehr Tipps:

� Medikamente, die regelmäßig

eingenommen werden müssen,

sollten in doppelter Ration – eine

im Handgepäck, eine im Koffer –

eingepackt werden. So ist die

individuelle medizinische Versorgung

sichergestellt, falls ein

Gepäckstück verloren geht.

� Lebenswichtige Medikamente

sind in einem Geldgürtel, den

man immer bei sich trägt, gut aufgehoben.

Beweglich

bleiben

� Älteren Reisenden wird ein

Notfallausweis empfohlen. Darin

sind u.a. die aktuellen Medikationen

aufgelistet. Den Ausweis

bietet der Deutsche Bundesverlag,

53003 Bonn, Postfach 1320, an.

� Hörgeräte-Träger sollten

Ersatzbatterien mitnehmen.

� Eine rückfettende Sonnencreme

für die empfindliche, reife

Haut gehört auch in das Reisegepäck.

� Da mit zunehmendem Alter

das Durstempfinden nachlässt,

ist Disziplin beim Trinken wichtig.

Bereits während der Reise pro

Stunde mindestens ein Glas

Wasser, verdünnten Fruchtsaft

oder Kräutertee trinken.

Treffen kann es Reisende im Flugzeug, im Bus oder auch im Auto – die

Reisethrombose. Damit bezeichnen Venenexperten ein Blutgerinnsel,

das sich während einer langen Reise bildet und ein Gefäß im tiefer gelegenen

Beinvenensystem verstopft. Das kann bis zur Lungenembolie führen.

Mediziner raten besonders älteren Reisenden, das individuelle

Thromboserisiko ärztlich abklären zu lassen. Wer gesunde Venen hat,

auf der Reise viel trinkt und für genügend Bewegung sorgt, läuft kaum

Gefahr, eine Thrombose zu erleiden. Herzkranke sowie Patienten mit

Blutgerinnungsstörungen oder Krampfaderleiden sollten Stützstrümpfe

oder medizinische Kompressionsstrümpfe nutzen.

Hans-Werner von Gehr ✝

Ein guter Freund der Kursana Familie

ist tot: Der Schauspieler und Regisseur

Hans-Werner von Gehr starb am 8. Dezember

2005 in Berlin, wenige Monate

vor seinem 94. Geburtstag. Seit 1985

war er kulturell-geriatrischer Betreuer für

die Kursana Residenzen und hat wesentlich

zum Ruf dieser Senioreneinrichtungen

beigetragen. Der gebürtige Ostpreuße

begann Ende der 20er-Jahre seine künstlerische

Ausbildung in Musik, Tanz und

Dramatik. Schon früh geriet er dann in

Konfrontation mit den NS-Behörden und

setzte sich nach Krieg und Kriegsgefangenschaft

in der Bewegung „Freies

Deutschland“ für einen politischen und

kulturellen Neuanfang ein. In der damaligen

DDR übernahm er – obwohl nie

Mitglied einer Partei – wichtige kulturpolitische

Ämter: unter anderem Intendant

des Volkstheaters Rostock, Leiter der Ost-

Berliner Festtage, Kulturattaché der DDR.

Er spielte in Filmen mit, war seit 1971

beim DDR-Fernsehen und errang internationales

Ansehen bei der Vorbereitung

und Teilnahme von DDR-Filmen an ausländischen

Festivals sowie bei der Organisation

der Leipziger Dokumentar- und

Kurzfilm-Wochen. Befreundet war Hans-

Werner von Gehr mit vielen der kulturellen

Größen: Helene Weigel, Paul Dessau,

Kurt Masur, Pavel Kohut; später folgten

Bekanntschaften mit Willy Brandt,

Richard von Weizsäcker, Roman Herzog.

Nach 1985 brachte ihn seine Freundschaft

mit dem Unternehmer und Kulturmäzen

Peter Dussmann in Kontakt mit den Kursana

Seniorenresidenzen. Das bis heute

beispiellose Veranstaltungsangebot in

den Häusern (siehe Bericht über die

„Stiftung Warentest“) geht im Wesentlichen

auf seine Initiative zurück.

So lebt Hans-Werner von Gehr weiter –

als Spiritus Rector der Künste.

21


Egal, ob jung oder alt – Gedächtnistraining

zielt darauf ab, spielerisch und stressfrei

die Leistung des Gehirns zu steigern

22

Tipps für regelmäßiges Gedächtnistraining

Der Volksmund mahnt: „Wer rastet,

der rostet.“ Es liegt viel Wahres

in dieser Weisheit. Sie trifft auch

auf die Leistungsfähigkeit unseres

Gehirns zu. Wie ein Muskel muss

es kontinuierlich trainiert werden,

damit es fit bleibt.

Regelmäßiges Gedächtnistraining

steigert die Leistung des Gehirns –

unabhängig vom Alter und von der

jeweiligen Lebenssituation. Nach

wissenschaftlichenErkenntnissenverringert

sich die

Lernfähigkeit auch im Alter nicht.

Ein älterer Mensch benötigt zwar

mehr Zeit, um neue Informationen

aufzunehmen, er macht dabei aber

aufgrund seines größeren Erfahrungsschatzes

weniger Fehler.


Denk-Sportler


Kreuzworträtsel, Knobelaufgaben oder

Konzentrationsspiele.

Gedächtnistraining hilft, graue Zellen fit zu halten.

„Ärgster Feind eines regen

Geistes ist die Routine“

Ärgster Feind eines regen Geistes

ist die Routine. Wer jeden Tag dieselbe

Richtung beim Spaziergang

einschlägt, verschwendet darauf

keinen Gedanken mehr. Wer seit

Jahren an dieselbe Stelle greift, um

die Kaffeetasse zu finden, unterfordert

sein Gehirn.

Um fit zu bleiben, braucht das

Denkorgan ständig neue Anreize

und Aufgaben. Kluge Köpfe sollten

pro Tag mehrere

kleine Trainingseinheiten

absolvieren.

Zum Beispiel den Tageszeitungsartikel

umgedreht lesen, so dass

die Buchstaben auf dem Kopf

stehen. Diese Übung aktiviert das

räumliche Vorstellungsvermögen

und regt das Gehirn an, abseits der


gewohnten Bahnen zu denken. Ein

besonderer Anreiz für die grauen

Zellen ist die Verbindung von

geistiger Arbeit und Bewegung.

Indem man zum Beispiel innerhalb

eines Textes alle Wörter mit

Doppelkonsonanten unterstreicht.

Oder: Man sucht sich ein längeres

Wort – zum Beispiel Eisenbahnbrücke

– und bildet aus den Buchstaben

schriftlich möglichst viele

neue Wörter.

Das Aussprechen von Reimen wie

dem legendären „Fischers Fritze“

ist für Jung und Alt eine Herausforderung.

Das Aneinanderreihen

solcher Alliterationen - also von

Wörtern, die mit dem gleichen

Gedächtnistraining bei Kursana

Die Bewohner der Kursana Residenzen und Domizile haben

die Möglichkeit, spezielle Kurse zum Gedächtnistraining zu

besuchen. Die Häuser setzen dabei auf ein möglichst breites

Spektrum an Aufgaben: von Wortspielen über Bilderrätsel bis

hin zu Sinnesübungen. Gesellige Spiele, Biografiearbeit oder

Kombinationen von Gedächtnisübungen und Sport runden das

Angebot ab. Ulita Merkel, Direktorin der Kursana Domizile in

Wolfen und Bitterfeld, unterstreicht ein wichtiges Ziel der Kurse:

„Wir möchten nicht nur die Gedächtnisfunktion verbessern,

sondern auch das Selbstwertgefühl der Bewohner stärken.“

Die positive Wirkung von regelmäßigem geistigen Training

Buchstaben beginnen - fördert alle

wichtigen mentalen Fähigkeiten

wie Konzentration, Formulierungskraft,

assoziatives Denken und

Wortfindung.

Auch Kinder, Enkel und Freunde

können beim geistigen Fitnessprogramm

mitmachen: Eine gemeinsame

Partie „Stadt – Land – Fluss“

oder „Memory“ trainiert spielerisch

Konzentration und Merkfähigkeit.

Wobei jeder weiß:

Beim „Memory“ gewinnen kleine

Kinder ohnehin ...

Schließlich sind klassische Denksportaufgaben

gute Übungseinheiten

für die grauen Zellen. Zum

Fitness unsere mit Köpfchen häuser

Beispiel: „Brücken bauen“. Das

mittlere Wort soll sowohl zusammen

mit dem Wort davor, als auch

mit dem Wort dahinter, ein neues,

sinnvolles Wort ergeben.

Beispiel:

SCHLUSS – WORT – BRÜCKE

?

ULK _____________ SUPPE

FLUSS _____________ LAKEN

TEE _____________ LAND

Ein regelmäßiges Denksportpensum

lohnt sich, darin sind sich

Hirnforscher einig: Ein gutes Gedächtnis

ist keine angeborene

Gabe. Wer übt, kann es enorm verbessern

– bis ins hohe Alter.

fasst eine Bewohnerin zusammen: „Ich bin im Kopf schneller

geworden, neige ich doch eigentlich dazu, einen Schritt vor

den anderen zu setzen – und das möglichst langsam.“

Wie in allen Kursana Häusern achtet man im Kursana Domizil

Gaggenau darauf, dass die Teilnehmer der einzelnen Gruppen

über ähnliche Fähigkeiten verfügen – das garantiert Erfolgserlebnisse

und vermeidet Über- oder Unterforderung.

Die Kurse gehören zu den beliebtesten Angeboten in den

einzelnen Häusern: „Das Schönste bei uns sind die Gedächtnisrunden,

ich würde sogar dafür bezahlen“, meint eine

Bewohnerin des Domizils in Grimmen.

23


24

Mit 17 spielte sie Mozart virtuos am Klavier …

Hildegard Kramer, Jahrgang 1905

Hildegard Kramer macht um ihr

Alter wenig Aufhebens. Im Dezember

letzten Jahres ist die

Bewohnerin der Kursana Residenz

Refrath ein Jahrhundert alt geworden:

„Ich merke nicht, dass ich

100 bin“, winkt sie ab und erklärt

bescheiden: „Manchmal geniere

ich mich auch

ein bisschen,

weil es mir im

Gegensatz zu

vielen anderen gesundheitlich

recht gut geht.“ Aber wenn sie an

das Geburtstagsfest denkt, das sie

gemeinsam mit Freunden, der

Familie und Bewohnern in der

Residenz gefeiert hat, dann leuchten

ihre Augen doch ein wenig:

„Es war wunderbar, besonders die

beiden Musikerinnen, die alle

meine Lieblingslieder von Strauss

und Brahms präsentiert haben.“

Hildegard Kramer ist eine quirlige,

kluge und agile Frau. Gymnastik,

Gedächtnistraining und die regelmäßige

Klassik-Runde in der Residenz

stehen auf ihrem Wochen-


Ein Jahrhundert


Hildegard Kramer ist 100 und blickt zurück

auf ein aktives Leben – bis heute.

„Noch mal mit Tempo durch

den Pulverschnee sausen“

plan. Genauso wie die drei Tageszeitungen,

die täglich durchgearbeitet

werden müssen. Mit ihrer

langjährigen Freundin, die kürzlich

ebenfalls ihren 100. Geburtstag

feierte, steht sie in regem Briefkontakt.

Überhaupt gehört das

Schreiben zu ihren Passionen:

„Ich sitze den

ganzen Tag an

der Schreibmaschine

und

bringe alles zu Papier, was mir

einfällt.“ Vom Schreibtalent Hildegard

Kramers zeigte sich auch

die Mitteldeutsche Zeitung beeindruckt.

Sie veröffentlichte mehrere

Artikel, in denen sich Hildegard

Kramer mit der Geschichte ihrer

alten Heimat Quedlinburg auseinandersetzt.

Auf die Frage, was sie unbedingt

tun würde, wenn sie noch einmal

20 wäre, muss die 100-Jährige

nicht lange überlegen: „Eine tadellose

längere Klavierausbildung.“

Die Musik nahm schon immer eine

wichtige Rolle in ihrem Leben ein.


… mit 70 stellte sie die Skier in die Ecke,

und mit 100 treibt Hildegard Kramer

Gymnastik, liest viel – und sitzt täglich

an ihrer Schreibmaschine

Gemeinsam mit ihrem Mann

widmete sie sich jahrelang der

Kammermusik, spielte große Kompositionen

von Schubert über

Beethoven bis Brahms. Bereits mit

17 Jahren beherrschte sie Mozarts

C-Dur-Konzert virtuos. Ihr Können

hat sie in zäher Eigenregie vorangetrieben.

Denn ihre fundierte

Klavierausbildung unter fördernder

Anleitung war abrupt zu Ende, als

sie mit ihren Eltern von Berlin nach

Quedlinburg zog: „Dort gab es nur

eine Klavierlehrerin, und die passte

lediglich darauf auf, dass ich die

Tonleitern korrekt spielte – das war

sehr traurig für mich.“

Mit 20 würde sie aber auch noch

einmal ihre Sportlichkeit unter

Beweis stellen: „Ich war eine ziemlich

rasante Skiläuferin und habe

nur aus Verstandesgründen mit 70

aufgehört, weil ich mir sagte: ‚Du

darfst dir jetzt kein Bein mehr brechen’“,

erinnert sie sich und fügt

verschmitzt hinzu: „Mit 20 würde

ich jetzt noch einmal anfangen,

so richtig scharf zu fahren – kein

Langlauf, sondern Abfahrt, mit

Tempo durch den Pulverschnee

sausen.“

Für ihr jetziges Leben, mit 100,

formuliert Hildegard Kramer weniger

rasante, bodenständigere Ziele:

Weiterhin ihren Sohn – einen hervorragenden

Cellisten – am Flügel

begleiten. Und: aktiv und fit bleiben.

Kursana Residenz Refrath

Dolmanstraße 7

51427 Bergisch Gladbach

Telefon: 0 22 04 . 9 29 - 0

E-Mail: kursanarefrath@dussmann.de

Menschen mit Geschichte

25


k

f

o

Rätseln & Gewinnen

Sie haben des Rätsels Lösung?

Dann schicken Sie einfach eine Postkarte an:

Kursana Magazin, Friedrich-Ebert-Straße,

51429 Bergisch Gladbach

Oder: Geben Sie die Postkarte einfach an der Rezeption

einer Kursana Residenz oder eines Kursana

Domizils ab. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2006.

Mit etwas Glück gewinnen Sie ein Wochenende in der

Kursana Residenz Bad Pyrmont, inklusive eines Be-

a

R

H z

S

suchs im Schönheitssalon. Oder

freuen Sie sich ein Vierteljahr lang

jeden Monat über einen frischen

Blumenstrauß.

Herzlichen Glückwunsch! Anna-Maria Koetter

(Foto) aus Freiburg ist die Gewinnerin des

Rätsels aus der letzten Ausgabe. „Lebenslust“

lautete das korrekte Lösungswort.

T

G

w

e


Deutschland

Impressum

Bruchköbel ■

Alzey ■

Kursana Magazin

Seniorenzeitschrift der

Dussmann-Gruppe

Kursana Residenzen GmbH

Mauerstraße 85, 10117 Berlin

Telefon 030 . 20 25 25 25

Telefax 030 . 20 25 25 40

Wedel ●

Hamburg ●

■ Bremen

Herausgeber

Thomas Greiner (V.i.S.d.P.)

Chefredaktion

Michaela Mehls

E-Mail: mehls@dussmann.de

Koordination

Dieter Gaarz

E-Mail: gaarz@media-team-gaarz.de

Grimmen ■

Anklam ●

Stavenhagen ■ Torgelow ■

■ Stralendorf

■ Rastow

Weiden ■

■ Greifswald

Schwedt/Oder ■

■ Lingen

Celle ●


■ Nienhagen

■ Berlin

Eisenhüttenstadt ■

Potsdam ■ Guben ■

● Krefeld

● Bad Pyrmont

Forst ▲

■ Wittenberg

■ Wolfen

Bad Lauterberg ■ Bitterfeld ■ Bad Muskau ■

Weißwasser ■

■ Merseburg

● Refrath

■ Siegen

Künzell ■

■ Weimar

Bad Klosterlausnitz ■

Reichenbach ■

■ Meerane

■ Zwickau

Herzogenaurach ■

● Fürth

● Nürnberg

Vaihingen ■ Lappersdorf ■

■ Rastatt Aalen ■ Regensburg ●

■ Gaggenau ■ Pilsting

Leinfelden-Echterdingen ■ ■ Donzdorf Au ■ ■ Ergolding

Nürtingen ■ ■ Schrobenhausen

■ Friesenheim Diedorf ■

●Freiburg

Bobingen ■ Ampfing ■

Pullach ■

Prien/Chiemsee ●

Redaktionelle Mitarbeit

Daniela Mutschler, Tim Farin, Matthias

Fuchs, Kerstin Hebeler, Marlis Heinz,

Carmen Molitor, Jürgen Oehler

Fotos

Kurt Bauer, Kay Herschelmann,

Hoffmann, Michael Huisgen, Martin

Lässig, Gregor Lengler, Peter Müller,

Marc Tulke, Rainer Weisflog

Standorte

● Residenzen

Domizile

für Senioren

Linz-Donautor ●

Layout und Satz

DUSSMANN AG & Co. KGaA

Abteilung Marketing+Werbung

Druck und Versand

K+L DruckenPlus, Berlin

Anzeigenannahme

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Kursana Residenzen GmbH

Mauerstraße 85

10117 Berlin

Telefon 0 30 . 20 25 - 20 00

Fax 030.2025-2099

kursana@dussmann.de

www.kursana.de

Ein Unternehmen

der Dussmann-Gruppe

Im nächsten Kursana Magazin

berichten wir über:

■ „Man müsste noch mal 20 sein“: Studieren, reisen,

mit dem Hubschrauber fliegen - Kursana Bewohner

und ihre Vorstellungen vom Jungsein

■ Aktiv und erfolgreich: Katja Ebstein im Gespräch über

ihre Karriere, das Älterwerden und ihr soziales Engagement

■ Von „Capri-Fischer“ bis „Schwanensee“: Senioren und

ihre Geschichten über die Rolle von Musikstücken in

ihrem Leben

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