Die Eisenhütte in Flachau und ihr Schurfbereich.

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Die Eisenhütte in Flachau und ihr Schurfbereich.

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Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg, Austria; download unter www.biologiezentrum.at

Interessen der armen und kranken Handelsangestellten (Knappen,

Hüttenarbeiter, Holz- und Kohlenarbeiter), sowie der

Witwen und Waisen nach denselben diente die Bergwerksbruderschaftskassa,

deren Kapital sich aus Beiträgen der Handelsangestellten

und der Verwesamtskassa rekrutierte. Nach

dem Ausweise Seb. Pürchners vom 10. August 1671, Nr. 5,

betrug damals das Vermögen der Bruderschaftskasse oder

Bruderlade 2275 fl. 3 Schilling 10 Pfennig. Von dieser Summe

wurden im genannten Jahre 50 fl. an arme und kranke Mitglieder

der Vereinigung ausbezahlt.

Der Betrieb der oberen Grube in Fürbach war unter Seb.

Pürchner ein schwacher, einmal wegen geringer Ergiebigkeit

der Erzanbrüche und wohl auch wegen der immer noch drohenden

Einsturzgefahr. Daselbst waren im Durchschnitt nur 3

bis 4 Knappen beschäftigt, während in der unteren erzreicheren

gewöhnlich 10—12 Arbeiter tätig waren. Die Erzeroberung

der Fürbacher Gruben belief sich im Jahre 1674 auf 2600

Fuder 27 ), 1676 auf 4050, 1677 auf 3724 Fuder. 28 ) Im Memoriale

vom November 1677 berichtet Pürchner von einem sehr ergiebigen

Erzanbruche in einer Mächtigkeit von 2—3 und einer

Länge von 20 Lachtern 29 ) und stellt in Aussicht, „daß man eine

solche Summe Erzt erzeigen kann welche den Handel lange

Zeit erhalten und Vil Tausend gulden nutzen bringen wirdet,

und ist gewiß, wan dieses Gebäu nit aufkommen und so glücklich

gerathen wher das der Handel anjetzo schon wegen

mangel der Eisen Erzt hätte abnehmen und in kurze zugrunde

gehen muß".

Das eroberte Erz wurde sowohl hier als bei den übrigen

Bergbauen an Ort und Stelle dem Aufbereitungsprozesse

unterworfen; schon in der Grube schied der Knappe die tauben

Berge, d. h. das abgelöste erzführende Gestein, welches kein

Erz enthielt, von den reinen Stufenerzen einerseits und von

den verwachsenen Stücken andererseits. Letztere wurden vom

Bergmann mit dem Stufenhammer oder mit dem Wolf zerkleinert

30 ); es wurden neuerdings die tauben Berge von den

27

) 1 Fuder = 342 Pfd.

28

) Reg.-Arch. Amtssachen, Memoriale S. Pürchners 1674, 1676, 1677.

2fl

) 1 Lachter ungefähr gleich einer Klafter oder 2 m.

30

) Später bediente man sich dazu eigener Pochwerke, bestehend

aus einer um ihre Achse drehbaren Trommel mit horizontalem, gußeisernen

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