Die Eisenhütte in Flachau und ihr Schurfbereich.

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Die Eisenhütte in Flachau und ihr Schurfbereich.

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Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg, Austria; download unter www.biologiezentrum.at

über in den Besitz des Hans Weitmoser, eines bekannten Gewerken

von Gastein und Rauris, der hierauf durch seine Heirat

mit Ursula von Moosheim zahlreiche Güter und Bergwerke

im Lungau erwarb. 5 ) Damit verlor er das Interesse an der

Hütte in Flachau, welche er endlich 1592 an den Erzbischof

von Salzburg, Wolf Dietrich, verkaufte. 6 ) Erzbischof Wolf

Dietrich behielt aber die Hütte nur 4 Jahre und gab sie 1596

an einen gewissen Max Steinhauser um die Summe von

3384 fl. 6 Seh. 11 Pf. 7 ) Nun lastete aber auf dem Werke bereits

eine Schuld von 1774 fl. 4 Seh. 17 Pf., sodaß also dem Erzbischof

nur eine Reineinnahme von 1574 fl. 24 Pf. übrig blieb. 8 ) 1610

5 ) Ursula Weitmoserin, geb. Moosheim, starb 1603 in Qastein, „wo

sie feierlich unter Gesang biblischer Psalmen und lutherischer Lieder"

bestattet wurde. Hutter Fr., Geschichte Schladmings, Graz 1906 pag. 189.

6 ) Einem Appendix zum Kaufvertrage zufolge, welcher im hiesigen

k. k. Landes-Regierungs-Archiv aufbewahrt wird, erwarb der Erzbischof

„das Eisenperchwerch sambt deren Zugehörigen Piahaus, Gamben,

Schmidten, Heisern, Werchgaden, Kholl, Eisenstain, Werchzeug". Leider

ist das detaillierte Inventar, von dem in dieser Urkunde die Rede ist,

nicht mehr vorhanden, ebensowenig wird ein Kaufpreis genannt. Als Bergverweser

bestellte Wolf Dietrich einen gewissen Christof Lamelchmayr,

während er den Pia- und Hammermeister, den Holz- und Kohlmeister

vom früheren Besitzer H. Weitmoser übernahm. Als Vertreter des Erzbischofs

sind unterschrieben Hans Embacher, Mathias Haring und Adam

Schott.

7 ) 1 fl. = 8 Schilling = 240 Pfennig = 60 Kr. = cc. 10 K; 1 Schilling-

= 30 Pfennig = cc. 1.25 K; 1 Pfennig = cc. 4 h; 1 Kreuzer = 4 Pfennige

= cc. 16.6 h.

8 ) Nach dem Kaufbrief wurden übergeben: „Eisenperckh, Plaa- und

Hammerwerch in Flachau, Vier Gärten, Mill, Probier- und Wachter-Heißl,

Rost, Padstuben, auch Kholl, Khollparmb, Wasserhamber, Werchgaden,

Enns- und Rohrpachwaldt, sammt Holtz, Khollwerch und allem neuen

und angräntzte Werchzeug so zum Piahaus, Hammerwerch und Schmiten

zu gebrauchen, dienstlich, nichts davon besondert noch ausgenohmen,

Inmaßen wir (Wolf Dietrich) solches alles von unserm Cameran und

gethreuen lieben Hannsen Weitmoser Gewerkhen in der Gastein und

Rauriß, durch einen richtigen Khauff an unß und unser Erzstüfft erhandelt

und gebracht, auch biß daher ingehabt und gebraucht haben,

deßgleichen den Vorrath beim Hammerwerch so außer des

obstehenden Khauffs in einem sondern Anschlag hergeben worden

an geschlagenen Eisen, Flößen und Raucheisen gerest und ungeresten

Eisenstain, Feuerstain, Kholl, Holtzwerch unt sonst anderes mer

possten, alles vermig und Inhalt, aines erschriebenen Auzugs umb

ain benante Suma Gelts, deren uns ermelter Maximilian Stainhauser zu

unsern Genedig beniegen underthenigst entricht und bezalt hat." Unter-

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