Die Eisenhütte in Flachau und ihr Schurfbereich.

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Die Eisenhütte in Flachau und ihr Schurfbereich.

Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg, Austria; download unter www.biologiezentrum.at

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Ein ähnliches Verkehrshindernis war auch Jahrhunderte

hindurch der Paß Lueg. Den Saumpfad, welcher bis dahin

durch den Paß führte, machte der eben genannte Erzbischof

1586 fahrbar; letzterer trug sich sogar ernstlich mit dem Qedanken,

die Salzach von Lend bis Qolling schiffbar zu machen

und so die Möglichkeit zu schaffen, einerseits den nötigen Proviant

für das Berg- und Hüttenpersonal der verschiedenen

hochfürstlichen Werke flußaufwärts, andererseits die eroberten

Metalle, wie Eisen, Kupfer, Qold flußabwärts verfrachten zu

können. Auf seinen Befehl vom 4. November 1561 sollte in

der Ortschaft Sinhub am Fuße des Kreuzberges nahe der Mündung

der Fritzache in die Salzach eine große Schiffslende

errichtet werden, doch die Ausführung dieses Planes unterblieb

infolge des energischen Protestes der Anrainer von Sinhub. 12 )

Um die Mitte des 17. Jahrhunderts bezog die Hütte in

Flachau die Erze von folgenden Bergbauen: Ofenlahngang

im oberen Flachautale, Tappenkar, Fürbach,

T i e f e n b a c h- und Qinaugraben im Flußgebiete der

Kleinarlache, Durchholz und Hohenpriel im Bezirke

von St. Johann und endlich von Flachenberg bei Werfen.

Von diesen Bergbauen waren die beiden erstgenannten im

Qebiete der Radstädterschichten, bzw. des Serizitphyllites,

der letzterwähnte in den Trias- und die übrigen in den Silurschichten,

bzw. in der Quarzphyllitzone Vs. 13 ), gelegen.

So lange die Hütte im Flachau ihre Erze aus dem Quellgebiete

der Enns bezug, war sie auch im oberen Flachautale ganz an

12 ) Nach Widmann H., Geschichte Salzburgs II. Bd. 1909. — Dürlinger

Jos., Historisch-statistisches Handbuch von Pongau, Salzburg, 1867. —

Akten des Regierungs-Archivs, Flachau, Amtssachen.

13 ) Vacek M., Zur Geologie der Radstädter Tauern. Verhandlungen

der k. k. geologischen Reichsanstalt 1901 pg. 191—213. — Vacek M., Über

den neuesten Stand der geologischen Kenntnisse in den Radstädter Tauern.

Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt 1901 S. 361—397. —

Vacek M., Einige Bemerkungen über den Gebirgsbau der Radstädter

Tauern. Verhandlungen der geologischen Reichanstalt 1897 S. 55—77.

— Vacek M., Über die Schladminger Gneismasse und ihre Umgebung.

Verhandlungen der geologischen Reichsanstalt 1893 S. 382—396. — Frech,

Prof. Dr. F., Geologie der Radstädter Tauern, Geol. u. paläont. Abhdlg.,

Neue Folge B. IV. Jena 1901. Es ist nicht ausgeschlossen, daß künftige

paläont. Funde auch die Quarz- und Kalkphyllite Salzburgs, wie es mit

denen der Murauermulde geschah, dem Paläozoikum, gen. dem Silur,

definitiv zuweisen werden. I • . -• • \

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