Unsere neue Konzeption - katholischer Kindergarten St. Stephanus ...

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Unsere neue Konzeption - katholischer Kindergarten St. Stephanus ...

Impressum

Wer können soll

muss wollen dürfen

Wenn ich nur darf, wenn ich soll

aber nie kann, wenn ich will,

dann mag ich auch nicht,

wenn ich muss.

Wenn ich aber darf, wenn ich will,

dann mag ich auch, wenn ich soll,

und dann kann ich auch,

wenn ich muss.

Denn schließlich:

die können sollen

müssen wollen dürfen.

Unbekannter Verfasser

Mit dieser Konzeption geben wir einen Einblick in die pädagogische Arbeit und den Alltag unseres

Zusammenlebens. Sie richtet sich an Eltern und alle Interessierten.

Ausblick: 2005 Einführung des Qualitätsmanagementsystems "Quintessenz" der katholischen

Tageseinrichtungen für Kinder in der Erzdiözese Freiburg.

Diese Dokumentation wurde 2004 erarbeitet von: Carolin Bachmann, Sabine Falkenstein,

Stephanie Koch, Angela Riegler, Susanne Strauß, Stefanie Wentzel

Ausgabe: I/2005

Herausgeber: Katholischer Kindergarten/Tagesstätte St. Stephanus

Druck: HIRSCH-Druck, Bretten

Layout: a Thomas Rebel, Bretten © 2005 www.fact-production.de

Miteinander Leben

Katholischer Kindergarten/

Tagesstätte St. Stephanus


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Vorwort

„Jesus stellte ein

Kind in ihre

Mitte, nahm es

in seine Arme

und sagte zu

ihnen: Wer ein

solches Kind um

meinetwillen

aufnimmt, der

nimmt mich auf;

wer aber mich

aufnimmt, der

nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der

mich gesandt hat.“ Markus 9,36-37

Dieses Markuswort sagt uns, wie Jesus mit

Kindern umging. Er stellte die Kleinen und

Schwachen in die Mitte derer, die sich groß

und wichtig vorkommen. Er sagt ihnen damit,

dass sie sich zum Kleinen und Hilfsbedürftigen

herunterbeugen sollen, es ernst

nehmen und nicht zur Seite schieben dürfen.

"Miteinander leben" gilt für Eltern, Kinder,

Erzieherinnen unseres Kindergartens und

für unsere ganze Gemeinde. Wir wollen

unseren Kindern respektvoll begegnen, wie

Jesus ihnen begegnet ist. Er hat sie in seine

Arme genommen und gesegnet.

Bei uns, der christlichen Gemeinde, sollen

die Kinder so behütet und beschützt sein,

dass sie sich frei entfalten und wie bei

Jesus "in die Mitte gestellt" werden.

Wenn Jesus die Kinder so wichtig sind, dann

müssen wir uns klein machen, damit wir

Kindern Aug in Aug begegnen können,

damit sie nicht nur an uns hinaufsehen

müssen, sondern spüren: ich bin geliebt

und angenommen.

Der St. Stephanus Kindergarten ist einer

von unseren drei Kindergärten, die uns

wichtig sind. Das christliche Menschenbild

orientiert sich am Einzelnen. Das Kind soll

erfahren: ich bin wertvoll. Die Anderen

ebenso. Toleranz und christliches

Menschenbild gehören zusammen. Jesus ist

seinen Mitmenschen in Freiheit begegnet

und hat sie in ihren Sorgen und Nöten

angenommen, sie "be-hand-elt; ihnen seine

Hand gereicht. Ich wünsche den Kindern,

die unseren Kindergarten besuchen, dass

sie von uns "be-hand-elt" werden, wie

Jesus Menschen begegnet ist.

Ihr Pfarrer

Engelbert Baader

Inhalt

1

2

3

3

4

5

6

Miteinander für Kinder 3

Unser Team 4

Bildung braucht Freiheit 5

Unsere Bildungsbreiche 6

Wie wir miteinander leben 10

Gemeinsam mit Eltern 13

Kooperation 14

1. Miteinander für Kinder

"Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen." Jirina Prekop

Die Grundlage unserer Arbeit ist das Leitbild

der Kath. Kirchengemeinde St. Laurentius

Bretten für die Kindergärten.

Jedes Kind ist ein von Gott gewolltes Wesen

und steht mit all seinen Fähigkeiten,

Stärken, Schwächen und Bedürfnissen im

Mittelpunkt.

Wir bringen dem Kind Wertschätzung entgegen,

indem wir ihm respektvoll begegnen

und es als gleichwertigen Partner annehmen.

Jedes Kind hat das Recht, seiner

Meinung freien Ausdruck zu geben. Es ist

uns ein bedeutendes Ziel, Kinder an Eigenverantwortung

heranzuführen und sie

daran wachsen zu lassen, zu eigenständigen,

kritikfähigen und selbstbewussten

Menschen mit dem Blick auch für die

anderen.

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2. Unser Team 3. Bildung braucht Freiheit

Wir sind ein Team von sieben pädagogischen

Mitarbeiterinnen und verantwortlich

für die gesamte Einrichtung und das pädagogische

Konzept. Dieses Konzept wird von

uns allen getragen, verantwortet und in

ständigem Dialog weiterentwickelt. Wir

bringen uns mit unserer ganzen

Persönlichkeit in das Team ein.

Dadurch unterstützt jede einzelne

Erzieherin mit ihrer persönlichen und fach-

lichen Kompetenz die pädagogische Arbeit.

Die christlichen Werte, die für uns gelten,

wollen wir auch den Kindern vermitteln,

damit sie gemeinsam gelebt werden können.

Damit wir gut zusammenarbeiten und den

vielfältigen Aufgaben gerecht werden,

haben wir folgende Formen der

Zusammenarbeit entwickelt:

• Absprache zu Tagesbeginn

• Dienstbesprechungen (wöchentlich)

Austausch, Reflexion, Situationsanalyse,

Planung und Organisation

• Arbeitsgemeinschaften (regelmäßig)

• Fortbildungen (bis zu 5 Tage jährlich)

• Planungsgruppen mit einem Teil der

Mitarbeiterinnen für Projekte und

Veranstaltungen (nach Bedarf)

Bildung ist ein lebenslanger Prozess, der

durch vielfältige Erfahrungen geschieht

und einen Menschen lebensfähig macht.

Einen Menschen bilden bedeutet: einen

Menschen stärken.

Durch Eigenaktivität und Dialog ermöglichen

wir den Kindern das Aneignen von

Wissen und Erkenntnissen, um sie zu stärken

und "Welt" kennen zu lernen.

Wir begleiten die Kinder dabei und unterstützen

ihre Anstrengungen, indem wir:

den Kindergarten als einen Ort mit einer

geborgenen Atmosphäre gestalten, in welchem

die Kinder Raum, Zeitpunkt, Dauer

und Umfang ihres Spielens und Lernens

selbst bestimmen.

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Unsere

Bildungsbereiche

Die verschiedenen Bildungsbereiche stehen

nicht isoliert nebeneinander, sondern

bedingen sich und greifen ineinander.

• Lernfeld für Demokratie-, Sozial- und Selbständigkeitserziehung

Mitsprache im Kindertreff, gemeinsam Regeln finden, Verantwortung bzw.

Pflichten übernehmen, Tagesablauf eigenständig gestalten

• Persönlichkeitsentfaltung

Soziale und emotionale Beziehungen, Wertschätzung des Kindes,

im Freispiel Raum zur freien Entfaltung geben

• Religiöse Bildung

im alltäglichen Miteinander, Feste im Kirchenjahr, Gottesdienste,

religiöse Geschichten, Meditationen, Gebete, Lieder und philosophieren

• Interkulturelle Erziehung

anhand von Projekten, Büchern und Festen andere Kulturen kennen lernen

• Integration

Gemeinsame Erziehung von nichtbehinderten und behinderten Kindern

• Vorbereitung und Begleitung des Übergangs in die Schule

Schulanfängerprojekte, Kooperation mit der Grundschule

• Sprachliche Bildung und Förderung

Fingerspiele, Reime, Fremdsprachen, Geschichten, Rollenspiele, Erzählen ...

• Bewegungsförderung

Außenspielbereich, Turnraum, Planschbecken, Hängenest ...

• Technische Bildung

Forschen, experimentieren, konstruieren und kreieren durch Projekte, Lego,

Bausteine, Sand, Lupe, Bastelmaterial ...

• Natur- und Umwelterfahrungen

Gartenarbeit, Ausflüge, Sachbücher

• Mathematische Bildung

Abzählverse, Tischspiele, Mengen erfassen ...

• Bildnerische und kulturelle Erziehung

Kennenlernen von Techniken, Museum, Theater ...

• Musische und ästhetische Entfaltung

Rhythmik, singen, musizieren, tanzen, malen, basteln, kneten, tonen ...

• Medienerziehung und elementare informationstechnische

Bildung

Computer, Bilderbücher, Hörspiele, Dias ...

• Gesundheitliche Bildung und Erziehung

gesunde Ernährung, Hygiene, Zahnprophylaxe, häuslichesTun ...

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4. Wie wir miteinander leben

Sage es mir, und ich vergesse es.

Zeige es mir, und ich erinnere mich.

Lass es mich tun und ich verstehe.

Konfuzius

Bereits 1994 begannen wir aufgrund der

gesellschaftlichen Entwicklung und den

veränderten Lebensbedingungen von

Familien und Kindern, den funktionsorientierten

Kindergarten in eine offene,

situationsorientierte Einrichtung umzustrukturieren.

Das bedeutet für uns in der Praxis:

Planung:

Unsere Planung orientiert sich an den

Bedürfnissen der Kinder. Durch Beobachten

und Reflektieren erstellen wir eine Situationsanalyse,

die Basis unserer Planung ist.

Im Dialog mit den Kindern entstehen flexible,

prozessorientierte Projekte. Diese bieten

die Möglichkeit, gegenseitig Impulse zu

setzen und neue Lernquellen zu erschließen.

Innerhalb des Projektes können die

Kinder den Zeitpunkt und die Dauer für ihr

Tun frei wählen. Sie beinhalten auch den

Raum für Wiederholungen. Die Teilnahme

der Kinder an einzelnen Projektschritten

werden von uns dokumentiert.

Raumkonzept:

Unser gesamter Kindergarten steht als

Spielfläche zur Verfügung. Er ist ein Ort

zum Wohlfühlen in einer entspannten

Atmosphäre, der durch den bewussten

Einsatz von Farben, Lichtquellen und

Materialien ansprechend gestaltet ist.

Dadurch erhält das Spielmaterial einen

starken Aufforderungscharakter.

Das Motto für unsere Räume: "Weniger ist

mehr".

(keine Reizüberflutung)

Alle Räume sind so strukturiert, dass die

Kinder ganzheitlich angesprochen und zur

Handlungsvielfalt angeregt werden.

Einige Aktionsflächen unterliegen dem

Wandel der Projekte.

Die Kinder sind in die Verantwortung für

Material und Räume mit eingebunden.

Der Tagesablauf ist geprägt von Ritualen,

die dem Kind Sicherheit und Orientierung

geben:

• Kind kommt in die Einrichtung

Begrüßung seiner Bezugserzieherin

Aufsichtspflicht beginnt

• Möglichkeit zum Freispiel

Freies Wählen von Spielpartner,

Spielbereich und Material, Dauer

• Kindertreff im Wechsel

Großer Kindertreff:

Alle Kinder und alle Erzieherinnen treffen

sich zur Information über das Alltagsgeschehen,

Besprechen und Planen von

Angeboten, Regeln, Festen......

Oder kleiner Kindertreff:

Bezugsgruppe trifft sich mit

ihrer Erzieherin

Traditionelle Spiele, Lieder, Geschichten;

Erzählrunden

• Angebote / Projekte

Themenbezogene Kleingruppenarbeit

wie: Bilderbücher, Meditationen,

Rhythmik usw.

• Zwischenmahlzeit

Kinder bestimmen den Zeitpunkt der

Essenspause und spülen danach eigenverantwortlich

ihr Geschirr

• Aufenthalt im Außenspielbereich,

wird bei jedem Wetter genutzt

• Verabschiedung

Der Tag klingt mit einer Abschiedsrunde

aus. Das Kind geht nach Hause

Aufsichtspflicht endet

Vormittagsgruppe und Tagesstätte:

Die Kinder sind in den Tagesablauf integriert

und treffen sich zu den verschiedenen

Mahlzeiten und zum Tages- oder Tischgebet.

(Vormittagsgruppe: 2. Frühstück;

Tagesstätte: warmes Mittagessen) - Um auf

die individuellen Bedürfnisse der Tageskinder

einzugehen, bieten wir ihnen Rückzugsmöglichkeiten

und Ruhephasen an.

Eingewöhnungskonzept:

Der Eingewöhnungsphase von neuen

Kindern messen wir besondere Bedeutung

bei. Sie ist entscheidend für den Beziehungsaufbau

zur Erzieherin und zur Bezugsgruppe.

Im engen Kontakt zur Erzieherin,

in einer geborgenen Atmosphäre kann Vertrauen

und Sicherheit wachsen. Wenn sich

die Beziehung gefestigt hat, diese Phase ist

von individueller Dauer, erschließen sich

die Kinder Schritt für Schritt neue Bereiche

und knüpfen Kontakte zu neuen Personen.

In dieser Zeit des "Loslassens" und der

Ablösung von den Eltern wissen wir das

Vertrauen zu schätzen, das die Eltern in

uns setzen.

Regelmäßige Absprachen und Rückmeldungen

stehen in der Eingewöhnungsphase

im Vordergrund.


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5. Gemeinsam mit Eltern

Das Ziel unserer gemeinsamen Arbeit sind

die bestmöglichen Entwicklungschancen

für jedes Kind. Die Eltern sind verantwortlich

und kompetent für die Erziehung ihres

Kindes. Die Erzieherinnen sind kompetent

für die Pädagogik im Elementarbereich.

Dazu braucht es Transparenz und Offenheit

in der pädagogischen Arbeit und einen

Vertrauensvorschuss von Seiten der Eltern.

Formen der Zusammenarbeit und

Information:

• Elterngespräche

– nach individuellem Bedarf

• Elternabende mit verschiedenen

thematischen Schwerpunkten

• Schriftliche Informationen in Form von:

*Elternbriefen

*Projektbeschreibungen,

Hinweise an den Pinnwänden

*Leitbild

*Faltblatt der Einrichtung

*Konzeption

*Website im Internet

www.kiga-st-stephanus.de

*Elternbörse

• Hospitationen

Neue Eltern schauen sich den Kindergarten

an. Die Begleitung durch eine Mitarbeiterin,

die sich Zeit nimmt, Ihre Fragen zu beantworten,

ist selbstverständlich.

• Elternbeirat

Der Elternbeirat wird von der Elternschaft

gewählt und trifft sich mehrmals

jährlich um:

*die Belange der Eltern zu vertreten

*Aktivitäten mitzuplanen

*sich in der Öffentlichkeit für die Arbeit

und die besonderen Bedürfnisse des

Kindergartens einzusetzen.

• Elternmitarbeit

*Elternaktionen organisieren

*Feste und Höhepunkte im Jahreskreis

Gemeinsame Planung und Gestaltung

von Gottesdiensten, Grillfesten, Wandertagen,

Radtouren

• Elterncafé

Möglichkeit zur Begegnung und zum

Austausch der Eltern miteinander

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6. Kooperation

Eine wirksame

Förderung der Kinder

von Anfang an erfordert

eine stetige und enge

Zusammenarbeit von

Kindergarten und

Elternhaus.

Darüber hinaus bedarf

es einer regelmäßigen

Kooperation mit externen

Institutionen,

um allen Belangen der

Kinder gerecht zu

werden.

Caritasverband

für den Landkreis Karlsruhe

mit Sitz in Ettlingen

Sonderpädagogische

Beratungsstelle

Sozial- und Jugendamt

Kindergärten

Kindergarten

St. Albert

Kindergarten

St. Elisabeth

Träger

Katholische Kirchengemeinde

St. Laurentius

Kindergarten/

Tagesstätte St. Stephanus

Stadt Bretten

Grundschulen

Heilpädagogen

Fachschulen für

Sozialpädagogik

Logopäden

Ergotherapeuten

Kinderärzte

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