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Modernes Büro- und Geschäftsgebäude mit

historischem Charme

• Detailgetreue Sanierung einer Fassade

• Formziegel aus der Wienerberger Manufaktur Buchwäldchen

Im ehemaligen Industriegebiet gelegen, ist die Hanauer Landstraße

in Frankfurt-Ostend keine klassische Flaniermeile.

Dennoch gewinnt sie zunehmend an Attraktivität. Infrastrukturell

sehr gut erschlossen, siedeln sich in der sogenannten

umsatzstärksten „Automeile Deutschlands“ nun auch Outlets,

Hotels, Clubs und verschiedene Firmen an. In der historischen

Handelsstraße befinden sich neben Neubauten viele Gebäude

aus der Gründerzeit. So auch eine Fabrik aus dem Jahr 1910,

die im Auftrag der Bauherrengemeinschaft Henryk und Maik

Sznap vom Büro Karl Dudler Architekten aufwendig saniert

wurde. Für die Sanierung der Fassade wurden Wienerberger-

Produkte verwendet.

Entwurfsgetreue Rekonstruktion

Rote Vormauerklinker und grün glasierte Sohlbänke aus Formziegeln

prägen eine für damalige Zeiten typische Industriefassade.

Um die Originalfarbe bestimmen zu können, wurden die

Außenwände vor der Sanierung aufwändig mit einer Salzwasserlösung

gereinigt. Während die Fassade vor allem im unteren

Bereich zum Teil mit Klinkern im neuen Reichsformat (RF)

ausgebessert werden musste, wurden beim neu errichteten

fünften Geschoss ausschließlich Normalformate verarbeitet.

In Farbe und Form angepasst, fällt der Unterschied zwischen

alten und neuen Bereichen kaum auf.

Bei nahezu allen Fensterbänken entschied sich das Büro für

eine hundertprozentige Rekonstruktion. Die Anfertigung der

Sonderformate nach Originalmuster übernahm die Wienerberger-Manufaktur

im Werk Buchwäldchen, welche sich auf

individuelle Detaillösungen spezialisiert hat. Kompetenz und

Leistung gründen auf jahrzehntelangem Wissen über Rohstoffeigenschaften

und überlieferten Fertigungstechniken. Eingesetzt

werden die Produkte vor allem bei historischen Bauwerken.

Neben der Farbe wurden Form und Struktur der alten

Sohlbänke exakt bestimmt. Die im zweiten Brennverfahren

aufgetragene Glasierung erfolgte ebenfalls im Werk. Das Ergebnis

überzeugt. Nur ein geschultes Auge kann Abweichungen

zwischen Vergangenheit und Gegenwart erkennen. „Wir

verfügen über einen Fundus an Farben, die vor allem in der

© 2011 Wienerberger GmbH

Blickfang am Abend. Das moderne Lichtkonzept betont nicht nur die

sanierte Backsteinfassade – es schafft Wiedererkennung, was der

Vermarktung der Büroflächen zugute kommt.

Gründerzeitarchitektur verwendet wurden. In dieser Zeit dominierten

Grün, Braun, Weiß und Schwarz. Dies macht uns das

Ermitteln der Originalfarbe einfach“, erläutert Karsten Letsch,

Leiter der Manufaktur Buchwäldchen.

Schönheitspackung

Um der sanierten Fassade langfristig ein „jugendliches“ Aussehen

zu verleihen, wurde diese vor und nach der Sanierung

mit Hilfe eines Schlämmverfahrens verfugt. Während dieser

hydrophobierenden Abdichtung wird die Oberflächenspannungsdifferenz

zwischen Baustoff und Wasser stark erhöht,

sodass Wasser am Wandbildner abperlt und nicht eindringen


Die gut erhaltene Fassade wurde teilweise mit Klinkern im

Reichsformat ausgebessert. Die im Original grün glasierten

Fensterbanksteine wurden im Wienerberger Werk Buchwäldchen

rekonstruiert.

kann. „Obwohl die Baustoffporen verschlossen werden, bleibt

die Wasserdampfdurchlässigkeit der Steine erhalten. Ziegel

als saugfähiger Baustoff eignet sich für diese Imprägnierung

besonders“, erläutert Projektleiter Thomas Lotz vom Büro Karl

Dudler Architekten. Mit der Wahl der Wienerberger Vormauerziegel

setzten die Planer auf ein formstabiles, absolut frostbeständiges

Naturprodukt. Die qualitativ hochwertigen Steine

besitzen eine geringe Wasseraufnahmefähigkeit und sind wartungsfrei.

Historische und zeitgemäße Elemente

Besonders identitätsstiftend ist die Fassade. Pilaster – teilweise

in den Mauerverbund integrierte Pfeiler mit Basis und

Kapitell – sowie Rücksprünge geben dem Gebäude ein unverwechselbares

Gesicht. Die Wandgestaltung wurde im neuen

oberen Bereich fortgeführt, was für ein harmonisches Gesamtbild

sorgt. Vor allem am Abend kommt dies durch das Lichtkonzept

zum Tragen und erhöht zugleich den Wiedererkennungswert.

Ein bewusst gewählter Kontrast zur historischen

Fassade ist die Aufstockung – ein ringsum verglastes Geschoss,

welches dem Baukörper eine moderne Ausstrahlung

verleiht. Die zusätzliche Etage lockert ihn auch optisch auf.

Die großen Industriefenster wurden gegen neue ausgetauscht,

wobei die Gliederung in Anlehnung an die alte Sprossenaufteilung

erfolgte. In dunklem Grau gehalten, setzen sie zusammen

mit den hellgrauen Stahlbetoneinfassungen Akzente.

Die aufwändige Planung des Büros Karl Dudler Architekten,

die professionelle Beratung und Produktion originalgetreuer

© 2011 Wienerberger GmbH

Das Büro- und Geschäftshaus mit Blick über die Hanauer Landstraße

wurde auch im Inneren aufwändig saniert und verfügt über 3 000

Quadratmeter Bürofläche.

Die Kombination von Backstein und Glas wirkt harmonisch und auffallend

zugleich. Mit der Entwicklung individueller Sonderformate für

historische Bauwerke beweist Wienerberger Kompetenz im Bereich

Produktion und Dienstleistung.

Bauelemente durch die Wienerberger GmbH sowie die fachmännische

Umsetzung der Fassadensanierung verleihen dem

alten Fabrikgebäude heute – nach über 100 Jahren – einen

neuen Glanz.


Der Vorher-Nachher-Effekt: Die alte Papierfabrik aus der Gründerzeit

ist heute modernes Büro- und Geschäftsgebäude.

Bautafel: Sanierung Fabrikgebäude, Büroloft Hanauer Landstraße, Frankfurt

Baufirmen: Friedrich Wilhelm Müller, Offenbach

Vinko Brnic Natursteinbetrieb, Frankfurt

Stahlbau Mantel GmbH & Co.,

Bad Karlshafen

Bauherr: Henryk & Maik Sznap

Architekt: Karl Dudler Architekten

Tel./Fax: 069-622864 / 069-621436

Internet: www.karldudler.de

E-Mail: karldudler@t-online.de

Bauzeit Sanierung:

April 2008 bis September 2009

(fünfgeschossig)

Errichtet: 1910 als Fabrikgebäude

(viergeschossig)

Netto-Grundrissfläche nach DIN 277:

Gesamtfläche: 4 275 m²

Abmessungen: 23,50 m bzw. 16,70 m / 40,70 m

Bauweise:

Konstruktion

Bestand: Stahlbetonskelett aus

Stahlbetonstützen und Längs- und

Quer-Unterzügen mit Vouten

Aufstockung: Stahlbetonskelett mit Stahlbetonstützen

und Längsunterzügen Wandbaustoff

Bestand

© 2011 Wienerberger GmbH / Fotois: Wienerberger GmbH / Johannes Vogt

Außenwände: Terca-Klinker „Plauer“ Format NF aus

dem Wienerberger-Sortiment,

Farbe: rotblaubunt

Sohlbänke: Wienerberger-Formziegel, individuelle

Anfertigung im Werk Buchwäldchen

Bestand

Innenwände: Lochziegel im Reichsformat

Wärmedämmung: Mineralwolle an den Brandwänden

Polysterol (PS) auf den Flachdächern

Dachform/-neigung: Flachdach

Dacheindeckung: Bitumendach mit Bekiesung und

Bangkiraibelag

Dicke

der Außenwand: Bereich Pilaster: von 53 bis 66 cm

Bereich Fensterfeld: von 40 bis 53 cm

U-Wert

der Außenwand: 0,8 bis 1,0 W/m²K

U-Wert Fenster: 1,2 W/m²K

Jahresheizenergiebedarf

(nach PHPP): 62,63 kWh/m²a (tatsächl.)

Jahres-Primärenergiebedarf:

79, 85 kWh/m²a (tatsächl.)

87, 84 kWh/m²a (max. zul.)

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