Beilage zum Zirkular 48/49 - Wildcat

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und Themen wie Animal Liberation [militanter Tierschutz]. 13 Auch die

sogenannten Claimants’ Unions [Arbeitslosen-Gewerkschaften] blieben

in dieser Zeit weiter aktiv. Die Claimants’ Unions entstanden 1969 und

florierten in den 70er Jahren als eine Form von Solidarität zwischen

verschiedenen Arbeitslosengruppen, die sich davor schützen wollten,

vom Staat Jobs vermittelt zu bekommen, weniger als Verteidigung gegen

die verschiedenen Angriffe auf die Sozialleistungen oder ähnliche Formen

von Unterstützung. In den 70er Jahren erschien die Hauptforderung

der Claimants’ Unions nach einem Mindestgrundeinkommen für alle

ohne jegliche Bedingungen (sprich: ohne dafür arbeiten zu müssen)

glaubhaft, da alle anderen am kämpfen waren und es so aussah, als könnten

alle Forderungen erfüllt werden. Anfang bis Mitte der 80er Jahre

führten die Claimants’ Unions und andere nicht-entlohnte Gruppen eine

erfolgreiche Kampagne gegen Sozialamtsschnüffler durch, die alleinerziehende

Mütter und andere alleinstehende Frauen schikanierten, die verdächtigt

wurden, nicht allein zu wohnen. Wenn die Schnüffler bei diesen

Frauen vorbeischauten, wurden sie von Unterstützern von der Claimants’

Union begrüßt, die dann die Schnüffler verhörten und diese Gespräche

auf Band aufnahmen. Die erfolgreicheren Interventionen dieser Art kamen

durch die Zusammenarbeit von Claimants’ Unions und SachbearbeiterInnen

zustande, die den Claimants’ Unions Bescheid sagten, wenn

Besuche anstanden. 14

Anfang der 80er Jahre initiierte auch der TUC die Gründung einer Reihe

von »Arbeitslosenzentren« im ganzen Land. Diese waren zum Großteil

als Service für die Arbeitslosen geplant (Beratung, Treffpunkt, Fortbildung

usw.), und ihre Finanzierungsquellen brachten bestimmte Beschränkungen

bezüglich politischer Aktivitäten mit sich - obwohl es dagegen

auch einige Kritik von Arbeitslosengruppen selbst gab. 15 Die Arbeits-

13) Siehe »Kill or Chill? Analysis of the opposition to the Criminal Justice Bill«, in Aufheben

4 (Sommer 1995). {Soll mittlerweile auch von einer Berliner Gruppe ins Deutsche

übersetzt worden sein...}

14) Siehe die Broschüre Unwaged Fightback: A History of Islington Action Group of the

Unwaged 1980-86 von der Campaign for Real Life [Kampagne für echtes Leben]. Siehe

auch den nützlichen Artikel in Bad Attitude 8, Herbst 1995. Einige Claimants’ Unions

existieren heute noch, und einige gehören dem Groundswell-Netz an (auf das wir weiter

unten noch eingehen), aber alles in allem ist ihr radikaler und auf Massenkampagnen

gerichteter Anspruch zum größten Teil von eher pragmatischer Beratungstätigkeit und dem

Durchkämpfen individueller Sozialleistungsansprüche abgelöst worden.

15) Siehe auch Bagguley, a.a.O. Das Geld für die TUC-Zentren kam zum großen Teil von

(Fortsetzung...)

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