Beilage zum Zirkular 48/49 - Wildcat

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KommunistInnen mußten folglich anders mit ihnen umgehen; daß sie

dies nicht immer taten, zeigt die Grenzen der Opposition insgesamt.

6.2 Groundswell und die JSA

Seit 1995 traf sich eine ganze Reihe anarchistischer und ähnlicher Gruppen

aus dem ganzen Land, die oft mit Claimants’ Unions oder örtlichen

Aktionsgruppen verbunden waren, um eine gemeinsame Strategie gegen

die JSA zu entwickeln. Die meisten Teilnehmer an diesen Groundswell-

Treffen waren selbst arbeitslos und hatten sich − was wichtig ist − auch

dafür entschieden. Die meisten von ihnen und auf jeden Fall die einflußreicheren

Gruppen im Groundswell-Netz waren sich einig in ihrem Mißtrauen,

wenn nicht gar in ihrer Feindschaft gegenüber der Linken und

den Gewerkschaften, nicht nur wegen deren Stellvertreterpolitik, sondern

auch wegen deren Haltung zur Arbeit.

Während die Linke und der TUC jammerten, sie wollten »Arbeitsplätze

statt JSA«, wiesen die Groundswell-Gruppen zu Recht darauf hin,

daß es bei der JSA gerade um die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen

ging: nämlich beschissenen und schlecht bezahlten. Die JSA zielte darauf

ab, Leute in die vorhandenen Drecksjobs zu drücken, um den Arbeitgebern

billige Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen, wodurch sie produktiver

werden und somit weiter expandieren und investieren könnten − um

noch mehr solche Drecksjobs zu schaffen. Der TUC und die Linke tun

so, als merkten sie nicht, wieviele ArbeiterInnen die Arbeit hassen und

wieviele Arbeitslose die Arbeit verweigern; sonst käme nämlich ihre

eigene Arbeitsideologie und ihre Abneigung gegen Drückeberger ans

Licht − was sie mit den Chefs gemeinsam haben. Aber die Groundswell-

Gruppen betrachten die Verweigerung der Arbeit als Schlüsselfrage. Es

geht ihnen prinzipiell darum, die Annehmlichkeiten der Arbeitslosigkeit

zu verteidigen (und auszuweiten), und nicht darum, daß mehr Arbeitsplätze

geschaffen werden. Ihre Parole lautete: »Gegen die Dole-Sklaverei,

gegen die Lohnsklaverei«.

33)(...Fortsetzung)

Ein weiteres Beispiel dafür ist die Auflösung von Wales Against the JSA (einer Gruppierung,

die sowohl aus Gewerkschaftsmitgliedern wie aus ArbeitslosenaktivistInnen bestand),

nachdem linke SachbearbeiterInnen versucht hatten, die ganze Kampagne um den üblichen

Appell an TUC/Labour Partei zu orientieren. Siehe »Job Seekers Allowance ... Dole

bondage? Up Yours!«, in Subversion 22.

36 Beilage Wildcat-Zirkular 48 / 49

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