Beilage zum Zirkular 48/49 - Wildcat

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Beilage zum Zirkular 48/49 - Wildcat

sind viele der Groundswell-Gruppen das spiegelbildliche Gegenstück

zum TUC; so wie der TUC blind gegenüber dem Haß auf die Arbeit ist,

gehen sie häufig an der Tatsache vorbei, daß die meisten Arbeitslosen

arbeiten wollen (und sei es auch nur wegen des Geldes). Das wirkt sich

bei einigen Gruppen auch auf das Verständnis des Verhältnisses zwischen

Arbeitslosen und SachbearbeiterInnen aus.

Obwohl viele SachbearbeiterInnen vielleicht zwischen guten AntragstellerInnen,

die Arbeit suchen, und schlechten, die es nicht tun, unterscheiden,

ist vielen klar, daß es nicht genügend Jobs gibt, selbst wenn

alle einen wollten, und daß die meisten Jobs im Angebot so beschissene

Löhne bieten, daß man von niemandem erwarten kann, dafür zu arbeiten.

Was wichtig ist, ist aber, daß das Gleichgewicht zwischen diesen Einstellungen

von dem Verhältnis der Klassenkräfte auf dem jeweiligen Amt

abhängt. Wo die Verwaltung stark ist, kann jede einzelne SachbearbeiterIn

nur wählen, ob sie sich gerade macht und rausgeschmissen wird oder

lieber nicht auffällt und insofern ein eher feindliches Verhältnis zu den

AntragstellerInnen annimmt. Wenn die ArbeiterInnen stark sind, können

sie den von der Verwaltung gestellten Forderungen und Zielvorgaben

widerstehen.

Die Umsetzung der JSA unterscheidet sich von Region zu Region

beträchtlich. In Gegenden, wo die SachbearbeiterInnen schwach und unorganisiert

sind, ist die JSA strenger und es gibt mehr Sanktionen. Aber

in anderen Gegenden wie zum Beispiel Brighton, wo die SachbearbeiterInnen

organisiert und stark sind, werden weit weniger Leute sanktioniert

als in den umliegenden Ämtern. Der Brightoner Employment Service ist

schon immer eine militante Hochburg mit einem lockeren Stempelregime

gewesen, aber die Unterstützung durch die Claimants Groups hat in den

letzten zwei Jahren zum Selbstvertrauen der SachbearbeiterInnen beigetragen,

sich zu organisieren und aktiv zu werden.

6.5 Die Kampagne gegen »Project Work«

Die Einführung von Project Work hat in vielen Gegenden zu einer Wiederbelebung

einiger Groundswell-Gruppen geführt. Die Brightoner Claimants

Group veranstaltete im April 1997 an dem Tag, an dem die Bestimmung

mit der »intensiven Arbeitssuche« in Kraft trat, eine kleine

Demo und schaffte es trotz der mageren Teilnahme wieder, das JobCentre

dichtzumachen. Als im August 1997 die Stellenvermittlungen anfingen,

besetzte die Gruppe die Büros der Stellenvermittler (der »Fortbildungsschulen«,

die für jede erfolgreiche Vermittlung bezahlt werden).

März 1999 43

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