la gueule - Junior Chamber Biel-Bienne

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la gueule - Junior Chamber Biel-Bienne

la gueule

das Magazin der Junior Chamber International Biel-Bienne

le magazine de la Jeune Chambre Internationale Biel-Bienne

Die sechs Sinne – riechen

Les six sens – sentir 2|09

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Inserat Ediprim


Editorial Extern

Vor Wochenfrist wurde ich kontaktiert, um als Externe das Edito für

die Ausgabe ‚Die 6 Sinne – Riechen’ zu schreiben. Die Vorgaben waren

knapp: Ich solle mich kurz fassen und dürfe mich nicht ‚outen’. Das

Geheimnisumwitterte, das Sagenhafte liegt mir und so habe ich sofort

zugesagt. Zunächst geht mein Glückwunsch die Junior Chamber, sie

hat in mir ein Stück Kulturgeschichte erwischt. An meiner Einleitung

merken Sie, verehrte Leserinnen und Leser schon, dass ich aufgrund

der Farbe meiner Blütenblätter nicht der Gattung der verschwiegenen

Blumen angehöre. Dies ist mir nur so recht, schliesslich finde ich

für eine Blume die Farbe ,weiss’ alles andere als passend. Nein, man

verbindet mit mir neben meiner allseits bekannten Bedeutung auch

Freude und Leidenschaft. So wurde ich – zugegeben ungefragt – Celebrities

des Altertums wie Aphrodite, Dionysos oder Flora geweiht.

Antike Sagen behaupten, ich sei das Überbleibsel der Morgenröte auf

Erde und zusammen mit Aphrodite dem Meerschaum entstiegen – wow!

Doch Vorsicht, ich kann auch Krallen zeigen, wo zuviel Freude, da

eben auch Schmerz. Diese wortwörtliche Erfahrung verklärt sich gerne

in Vergänglichkeit und Tod. Soviel ist sicher: An mir ist noch niemand

gestorben, aber der eine oder andere Liebhaber vllt zugrunde

gegangen – ganz ausschliessen kann ich das nicht. Dass die Römer

das mir zuzurechnende Todesfest im Frühling feierten hätte ich Ihnen

verschwiegen, doch das war einmal – heute bringt man mich mehr

mit der Auferstehung in Verbindung: dem christlichen Pfingsfest. Und

überhaupt, neben Christen beruft sich auch der Islam auf mich als

heiliges Symbol. Unzählige Schriftsteller haben mich benutzt, haben

mit mir Weltruhm erlangt, auch der in Biel nicht ganz unbekannte Robert

Walser. Insgesamt gibt es von mir bis zu 250 Arten und die Farbe

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ist nur eine von vielen Unterscheidungsformen. Meine Neider schimpfen

mich auch einen sommergrünen Strauch. Zugegeben, mir stockt auch

gelegentlich der Atem, wenn ich meinen Kolleginnen begegne, die bis

zu 4 Meter gross werden können. Besonders wenn sie dann pro Blatt

nicht aus fünf sondern bis zu neunzehn Fiederblättchen bestehen. Von

der Mehrheit der Mensch- und Tierwelt werden wir aber wegen unsere

Frucht (Hagebutte) und wegen der Ölen gejagt, oder sagen wir besser

‚gezüchtet’. Einmal erlegt, helfe ich gegen Erkältungskrankheiten,

Darmerkrankungen, Gallenleiden oder auch Rheuma. Interessiert Sie

noch, dass meine Chromosomengrundzahl x=7 beträgt? Nicht? Ich soll

nicht ablenken? Ok, zu den Ölen und den Düften – darum geht doch eigentlich

in dieser Zeitschrift. Stark verbreitet ist die Ölgewinnung

heute noch in Frankreich (wen wundert’s?), in Marokko, der Türkei und

Bulgarien. Vor der heutigen Verwendung wurde ich in der Antike in

Griechenland mit Wein gepanscht. Von Bagdad ausgehend kam die damals

neuartige Produktionsmethode der Destillation etwa 1000 Jahre später

zurück nach Europa. Dort erlebte sie mit Beginn des 18. Jahrhundert

ihre ‚Blütezeit’ insbesondere 200km östlich von Sofia. Anfang des 20.

Jahrhunderts zählte man in diesem Anbaugebiet 2’800 Destillationsbetriebe.

Die Konkurrenz von billigen synthetischen Nachahmern ist heute

immer mehr spürbar, schon wegen des deutlich niedrigeren Preises.

Doch sie taugen höchstens als Beimischung. Mein grösster Konkurrent

bei den Blumendüften ist jedenfalls Jasmin. Und zum Schluss noch etwas

in eigener Sache:

Sprechen wir nicht von dir.

Du bist deiner Natur nach unaussprechlich.

Andere Blumen schmücken die Tafel,

du verklärst sie.

Man stellt dich in eine Vase -

und schon wandelt sich alles:

es ist vielleicht die gleiche Vase Melodie,

aber gesungen von einem Engel.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)


Anlässe

Événements

September / Septembre

Afterwork sehen: Oper und Blindekuh in Zürich 02.

Afterwork riechen:

Café degustation bei la semussse in la Chaux de Fonds 15.

Oktober / Octobre

Anlass mit Lions: Töggelirevanche in Biel 21.

November / Novembre

Treffpunkt Wirtschaft 04.

a.o. Generalversammlung: Wahl des neuen Präsidenten 21.

Dezember / Décembre

PPP - Pastpräsiparty 17.

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Denys‘09


Inhalt

Sommaire

Editorial Extern 1

Anlässe / Événements 3

Inhalt / Sommaire 5

Edito Intern 6

Expressions de la langue française 8

L’odorat 11

Aromatherapie 13

Riechen ist nicht Selbstverständlich 16

In der Müve stinkt es nicht 19

Un coup d’œil sur la vie de… 23

LA SEMEUSE ‑ Cafés 25

Créateur de notes parfumées 29

Über Sehnsüchte und Träume 31

Les fleurs, Poèmes sur tige 34

Impressum 36

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6

Edito Intern

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Verpacken der La Gueule

bei Ediprim.

die vorgenannte Gleichung hat nun in Biel fast 40 Jahre Bestand,

und sie entspricht der Verbindung aus persönlicher Umsetzungsstärke,

Fort- und Weiterbildung und gesellschaftlicher Verantwortung. Sie ist

jedoch nicht das selbstverständliche Resultat unserer Arbeit, sondern

sie ist unser Anspruch, unser Versprechen gegenüber Mitgliedern und

den Menschen in Biel. Jedes Jahr starten wir von vorne, ein Präsident

stellt sein Team zusammen und definiert die Projekte. Und in

einer Sommernacht, wenn der Mondschein der anonymen Dunkelheit ein

menschliches Antlitz gibt, zieht der Präsident gerne unerkannt eine

Zwischenbilanz. 2009 ist an dieser Stelle ein besonderes Jahr, denn

es ist der 10. Geburtstag der La Gueule.

Die ständige Erneuerung der Junior Chamber durch neue Mitglieder

manifestiert sich auch in dieser Zeitschrift. Das Erscheinungsbild

ändert, die Referenten ändern, die Auflage hat geändert – die gleichzeitig

notwendige Kontinuität sichert Hansruedi Weyrich mit der

Druckerei Ediprim. Oder Marc Weiss in den letzten Jahren, der für das

Artwork der Ausgaben zuständig ist und das wilde Durcheinander aus

Beiträgen zu einem einzigen Guss oder fachmännisch zum Gut zum Druck

formt. Nachtarbeit, freiwillig, leise im Hintergrund. Beides Mitglieder,

beides lebende Vorbilder für be better und good citizen. Doch

die Junior Chamber lebt auch von besonderen Menschen ausserhalb der

Kammer. PAX! savoir vivre ensemble à l’école, das letztjährige Projekt

zur Gewaltprevention an Bieler Schulen, wurde massgeblich von Peter

Hässler unterstützt. Peter Hässler war es auch, der die Junior Chamber

in 2009 von der Mitarbeit beim Treffpunkt Wirtschaft überzeugte

und ihr dies ermöglichte. Das Vermächtnis nach seinem Tod macht ihn


www.jcbb.ch

in seiner Grosszügigkeit und seinem Glauben an das Gute im Menschen

für uns sichtbar. In diesem Geiste möchten wir auch unsere Arbeit

fortsetzen. Seine ehemalige Mitarbeiterin Stefania di Pietrantonio,

seit 2 Jahren Mitglied bei Junior Chamber, hat zusammen mit proInfirmis

die Federführung beim Signaletikprojekt in Biel. Sie betreute

jenen Teil, der behinderten Menschen durch bessere Information den

Zugang zu fast 350 Bieler Örtlichkeiten erleichtert.

Damit jeder, der sich durch solche Erfolgserlebnisse und die in der

Überschrift genannte Gleichung angesprochen fühlt, leichter Zugang

zur Junior Chamber findet, haben wir unsere Homepage verbessert: Schnuppern

Sie doch einmal oder ermuntern Sie dazu junge Führungskräfte

in Ihrem Unternehmen unter www.jcbb.ch. Denn es sind die potentiell

neuen Mitglieder, die durch ihre Neugier, ihr Anpacken, ihre Mitgestaltung

diesem Verein eine persönliche Note geben, was ihnen selbst

aber auch Ihren Unternehmen zugute kommt. Und in diesem Jahr haben

wir ein paar potentielle Mitglieder, denen ich genau das zutraue.

Nun wünsche ich allen Leserinnen und Lesern eine ‚sinnliche’ Lektüre

und warum geben Sie uns nicht einfach mal Feedback, was auch Ihrer

Sicht fehlt, was wir besser machen können oder auch was Ihnen gefällt

und warum sie die Zeitschrift gerne lesen? Ich freue mich, von Ihnen

zu hören, am einfachsten unter markus.wittig@swisscom.com.

Markus Wittig, Präsident JCBB

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8

Expressions de la langue française

Du pied de nez aux doigts dans le nez

Le pied de nez

« Faire un pied de nez ». Quelle expression bizarre ! Quel est le

rapport entre le pied et le nez alors que nous savons tous qu’il ne

s’agit pas d’un exercice de contorsionniste mais d’une grimace pour

laquelle nous utilisons nos mains ? Voilà une moquerie que nous

connaissons et que nous utilisons depuis notre tendre enfance. Elle

nous est si familière et son interprétation si évidente qu’il m’aura

fallu plus de 30 ans et la réflexion autour du thème de cette édition

pour m’interroger à son sujet. Que vient donc chercher le pied

dans cette expression ???! Pour comprendre cela, il faut se rappeler

qu’autrefois le « pied »était une unité de mesure qui correspondait à

environ 33 cm. Cette distance était symbolisée en mettant ses mains

l’une derrière l’autre, les doigts écartés, sur son nez. On signifiait

ainsi à la « victime » que l’on avait mis une distance entre ses espoirs

et la réalité et que, autrement dit, on l’avait bernée.

« Du pied de nez » aux « doigts dans le nez », il suffit théoriquement

d’une petite tape dans le dos. On colporte que cette expression

serait apparue en 1912 dans le langage des courses hippiques où «

le jockey serait arrivé premier les doigts dans le nez ». (S’il avait

fini « les pieds dans l’eau » cela aurait été moins bon !) Voulait‑on

ainsi exprimer que le jockey n’avait plus rien à faire, que la monture

menait toute seule la course et ceci avec excellence ? Toujours

est‑il que de l’autre côté de la frontière linguistique on a retenu

l’expression moins corsée, « die Nase vorne haben », pour désigner

quelqu’un qui a devancé les autres.


« Les doigts dans le nez », on imagine cela encore aisément. Imaginer

« le verre dans le nez » est déjà un plus amusant. Mais quand il

s’agit d’ « avoir quelqu’un dans le nez », … même si l’on concède à la

personne un nez de la taille du cap, voire de la péninsule de Cyrano…

le défi devient ardu pour notre imagination ! Il vaut mieux alors s’en

tenir au fait que l’attirance que l’on ressent pour une personne dépend

également de son odeur et que, par extrapolation, la personne en

question est insupportable à celle qui tient ces propos. De plus, il

peut être intéressant de noter qu’autrefois tous nos orifices étaient

affectés d’une connotation négative (par substitution pour un certain

orifice qui ne sera pas nommé plus explicitement ici ?).

Finalement, il reste encore à éclaircir la question « des vers que

l’on peut tirer du nez ». Malheureusement, les origines de cette expression

qui est attestée depuis le XVe siècle sont incertaines. Certains

avancent qu’il s’agirait d’une faute d’orthographe. On imagine

aisément un gamin avec un gros rhume qui se tire les verts du nez.

Mais comme nos confrères alémaniques emploient également l’expression

« jemandem die Würmer aus der Nase ziehen », je propose d’abandonner

l’hypothèse de la faute d’orthographe. Saviez‑vous qu’il y a très

longtemps, les larves de mouches qui ne se nourrissent que de tissus

morts, servaient à guérir les plaies et pourquoi pas également des

blessures dans le nez. Après le traitement, il fallait bien retirer

les asticots du nez….Mais personnellement, j’hésite entre deux autres

explications. Selon la plus séduisante, l’expression viendrait d’une

déformation du latin verum soit le vrai. On tirerait donc la vérité

du nez. Selon l’explication la plus probable, les « vers rinaires

», parasites du nez, étaient une maladie assez répandue surtout au

XVIIIe siècle. Beaucoup avaient honte d’avouer au médecin qu’ils en

étaient affectés. Ce dernier devait donc les soumettre à un réel

interrogatoire pour apprendre la vérité. On disait alors qu’il leur

tirait les vers du nez.

Ces explications étant peu ragoûtantes, je préfère me taire avant que

»la moutarde ne vous monte au nez ».

Nathalie Wittig

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Single Lakeland Malt Whiky

L’odorat

Visite de la distillerie Zürcher à Port

Pour poursuivre le thème de cette année, les 6 sens, nous avons eu

le plaisir de visiter le 11 février dernier la distillerie Zürcher

à Port. Le thème de la soirée était l’odorat. Nous avons été chaleureusement

accueillis par Daniel Zürcher. Il est la 3ème génération

qui gère l’entreprise fondée par son grand‑père en 1954. L’aventure

commença par l’achat d’une concession de distillateur et d’une distillerie

ambulante. Ce n’est qu’en 1968 que son grand‑père, Willy Zürcher,

installa des alambics fixes chez lui, dans l’ancienne étable à

chèvres. Suite au décès en 1969 de Willy Zürcher, son fils ainé reprit

les reines de l’entreprise. C’est sous l’égide de Heinz Zürcher que

la distillerie fut rénovée, que la gamme de produits se développa et

qu’en 2003, le Single Lakeland Malt Whisky fut créé. Notre hôte repris

l’entreprise de son oncle en juillet 2004.

Après l’historique de la distillerie et l’explication du fonctionnement

des alambics, nous avons eu la possibilité de déguster les

produits variés créés par la distillerie Zürcher. Pour cela, nous

sommes conviés à prendre place autour d’une grande table située dans

l’arrière boutique. Chacun a devant soi un verre de dégustation et

un verre d’eau. Daniel Zürcher présente au fur et à mesure les divers

alcools que nous allons goûter. La première chose qui frappe c’est

l’amour avec lequel Daniel Zürcher parle de son métier et des alcools

qu’il produit. Le deuxième point frappant c’est l’odeur. En effet,

l’on reconnaît très bien au nez le fruit ou le légume qui est utilisé

pour chaque alcool. Ce qui devient - suivant l’alcool que l’on teste

‑ plus difficile à deviner au goût. Après avoir dégusté les eaux‑de‑

vie (kirsch, prune, mirabelle, coing, etc.), nous continuons avec

les spécialités (carotte, fenouil, sureau, blé, etc.) et les liqueurs

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(pomme-cannelle, kirsch, framboise, etc.). La dégustation se termine

par le single lakeland malt whisky. Willy Zürcher le créa en l’an

2000. Après avoir passé 3 ans en fût, le premier whisky fut mis en

bouteille en 2003. Dès le début, il reçut une note excellente (94/100)

dans la célèbre bible du whisky de Jim Murray. Le whisky a une odeur

boisée et aromatique. Malheureusement, il faudra patienter un peu car

il n’y a plus de bouteilles en stock et les prochaines n’arriveront

qu’en deuxième partie d’année. Je vous recommande d’aller faire un

tour à la distillerie Zürcher à Port.

Hans Notter

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Bettina Breitenmoser

Aromatherapie

Interview mit Bettina Breitenmoser

Was hat Sie dazu inspiriert, sich mit der Pflanzenheilkunde auseinanderzusetzen

und Dufttherapeutin zu werden?

Ich hatte schon als Kind einen starken Bezug zur Pflanzenwelt. Als sogenanntes

Wald- und Wiesenkind verbrachte ich die meiste Zeit meiner

Kindheit und Jugend in der Natur. Mein Traum war es Floristin zu werden.

Mein Vater hatte jedoch andere Pläne mit mir und so absolvierte ich eine

Ausbildung zur Reprofotografin. Die Begeisterung für die Pflanzenwelt liess

mich jedoch nie los. Viele Jahre später wurde mein Mann in Afrika von

einem Pflanzenheilkundigen von einer in Europa als unheilbar geltenden

Krankheit geheilt. Dies weckte in mir den Wunsch, tiefer in diese Materie

einzutauchen und so absolvierte ich meine Ausbildung in angewandter

Pflanzen‑ und Duftheilkunde, gefolgt von Ausbildungen in geistigem Heilen,

schamanischen Heilwissen.

Stellen Sie Körper- und Massageöle, Balsame und Duftmischungen selber

her?

Ja. Vor etwa 10 Jahren begann ich damit, meine eigene Produktpalette zu

entwickeln. Diese beinhaltet, neben Körper- und Massageölen, Raumsprays,

Duschbädern auch Balsame verschiedener Art. Spezielle Produkte zum Thema

Schwangerschaft und Geburt habe über Jahre hinweg zusätzlich entwickelt.

Gerne gehe ich auch auf Spezialwünsche ein. Diese Produkte sind dann

speziell auf die Bedürfnisse des einzelnen Menschen zugeschnitten. Eine

Preis‑ und Produktliste kann man unter www.bettinabreitenmoser.ch finden.

Welche Grundregeln wenden Sie bei der Herstellung Ihrer Produkte an?

Bei der Herstellung meiner Duftmischungen lege ich großen Wert darauf,

dass die verwendeten ätherischen Öle von höchster Qualität sind. Alle

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fetten Öle, welche ich für meine Körper- und Massageöle verwende, sind

kaltgepresst. Die Basis für meine Duschbäder lasse ich speziell von einem

Drogisten herstellen. Sie besteht aus verseiftem Kokosöl und enthält einen

hohen Anteil Jojobaöl. Die für das Balsam erforderlichen Pflanzen sammle

ich von Hand in der heimischen Natur (Berner Oberland, Jura). Die Herstellung

erfolgt nach traditionell bewährten Methoden (Tageszeit, Mondphase,

Art der Verarbeitung usw.). Indem ich jeweils nur in kleinen Mengen produziere,

vermeide ich den Gebrauch von Konservierungsmitteln. Alle meine

Produkte sind unter grösster Sorgfalt von Hand hergestellt.

Worin liegt der Zusammenhang zwischen Heilpflanzen und ätherischen Öle?

Beide hat die Natur geschaffen. Beide enthalten die ätherischen Öle der

Pflanzen. Beide sind hoch wirksam. Der Unterschied liegt darin, dass bei

ätherischen Ölen der Heilpflanze durch Kaltpressung, Wasserdampfdestillation

oder Extraktion die Duftstoffe, d.h. das ätherische Öl entzogen wird.

Ätherische Öle sind schlussendlich sehr viel konzentrierter und stärker in

ihrer Wirkung als die Heilpflanze.

In welchen Weisen können Duftstoffe auf den menschlichen Körper einwirken?

Es gibt verschiedene Anwendungsformen. Die am meisten verbreitete Form ist

das Einatmen der ätherischen Öle über die Nase. Sie ist die am schnellsten

wirkende Methode. Unter Zuhilfenahme einer Duftlampe gelangen die Duftstoffe

direkt in das Gehirn, dort bewirken sie eine Freisetzung von

Stoffen wie Serotonin, Noradrenalin u.a., die sich direkt auf unser Befinden

auswirken. Auch die Inhalation (Einatmung) der Duftstoffe hat sich vor

allem bei Atemwegserkrankungen sehr bewährt. Die ätherischen Öle können

auch über die Haut aufgenommen werden. Durch das Auftragen auf die Haut,

in Form eines Massageöls (niemals in unverdünnter Form, außer Lavendel

und Rose) gelangen die ätherischen Öle in den Blutkreislauf und können

von dort zu allen Organen des Körpers vordringen. Auch für Bäder und

Sitzbäder finden sie Verwendung. Ich rate von einer innerlichen Einnahme

der ätherischen Öle aufgrund der hohen Konzentration der Wirkstoffe ab.

Eine innerliche Einnahme sollte nur nach Absprache mit einer Fachperson

vorgenommen werden.

Was empfehlen Sie zur Entspannung in Stresssituationen?

Nun, das ist gar nicht so einfach zu sagen. Stresssituationen können einen

Menschen auf vielerlei Arten belasten und ganz unterschiedliche Auswirkungen

auf den Organismus haben. Deshalb ist ja eine gute Beratung so

wichtig. So kann man die ganze Symptomebene gezielt behandeln. Generell

empfehle ich folgende ätherische Öle: Römische Kamille zur Stärkung des

vegetativen Nervensystems und bei Erschöpfungszuständen. Neroli wirkt beruhigend,

entspannend und aufbauend. Mandarine wirkt beruhigend und energetisch

ausgleichend und wird eingesetzt bei Schlaflosigkeit, Bedrückung

und Stress. Wilder Lavendel wirkt auf das vegetative Nervensystem und

hat eine beruhigende und besänftigende Wirkung. Palmarosa hilft Stress

abzubauen, da es regulierend auf eine übermäßige Stresshormonpoduktion

einwirkt. Dies ist jedoch nur eine kleine Auswahl der infrage kommenden

ätherischen Öle.


Welche Düfte verleihen gute Stimmung?

Hier kommt zum Beispiel das Bergamotteöl zum Einsatz. Sie ist wie ein

„Lichtblick“ in trüben Stimmungen. Das Grapefruitöl sorgt für Lebenslust

und Leichtigkeit, wenn man lustlos, müde und schlecht gelaunt ist. Auch

die Limette trägt mit ihrer spritzigen Frische dazu bei die Stimmung

aufzuhellen. Und nicht zu vergessen das Petit grain Oel. Es belebt bei

Traurigkeit und Mutlosigkeit.

Welche Düfte stimulieren Aktivität?

Hier kommt für richtige Morgenmuffel der Rosmarin Cineol in Frage. Sein

kräftiger Geruch weckt die Lebensgeister und bringt den Kreislauf in

Schwung. Zur schnellen Stärkung von Gedächtnis und Konzentration eignen

sich Limette und Pfefferminze. Lorbeeröl ist gut geeignet, um den Geist

anzuregen. Erfrischend, belebend und konzentrationsfördernd ist auch das

frische zitronig riechende Litseaöl.

Und was ist die beste Hilfe bei Erkältungen?

Hier steht Ravintsara ganz oben auf meiner Liste, da es ein sehr breites

Wirkungsspektrum hat. Ein wirklich herrliches Öl, das Erkältungskrankheiten

und Bronchitis dank seiner antiviralen, antibakteriellen, entzündungshemmenden

und schleimlösenden Eigenschaften schnell den Garaus

macht. Besonders wirksam gegen die Bakterien im Atemtrakt ist Niaouli.

Auch Thymian Linalool hat sich bestens bewährt. Es hat den Vorteil, dass

es auch einem geschwächten Immunsystem wieder auf die Beine hilft. Und

dann gibt es noch: Rosmarin, Salbei, Styrax und noch viel, viel mehr! Alle

diese Öle kann man zur Inhalation verwenden. Aber aufgepasst: Menschen

mit allergischen Erkrankungen der Atemwege dürfen nur nach Rücksprache

mit dem Arzt inhalieren, besonders wenn es sich um menthol- oder cineolhaltige

ätherische Öle handelt.

Muss man bei der Anwendung der Düfte vorsichtig sein?

Ja, es gilt, bestimmte Regeln zu beachten. Da ätherische Öle hochkonzentrierte

und hochwirksame Substanzen sind sollten sie gezielt und bewusst

eingesetzt werden. Eine falsche Auswahl oder Dosierung kann deshalb,

auch bei normalerweise harmlosen Stoffen, zu unangenehmen Nebenwirkungen

führen. Es ist deshalb immer besser, sich beraten zu lassen. Als Tip:

Man sollte mit den Dosierungen eher im niedrigen Bereich beginnen und

steigern, wenn die Verträglichkeit erwiesen ist. Mehr ist nicht unbedingt

wirksamer!

Welches Wissen kann man in Ihrem Basiskurs der Aromatherapie erwerben?

Grob zusammengefasst lernen Sie alles, um sicher mit ätherischen Ölen umgehen

zu können. Dies beinhaltet das Wissen wie ätherische Öle hergestellt

werden. Wo Sie beim Einsatz mit ätherischen Ölen vorsichtig sein müssen.

Sie lernen die verschiedenen Wirkungs- und Anwendungsmöglichkeiten von

ätherischen Ölen kennen. Wie man richtig dosiert und auf was man beim Kauf

achten sollte. Auch zeige ich, wie man ein Massageöl selber herstellen

kann oder auch wie man ein Balsam zubereitet. Und noch vieles mehr. Lassen

Sie sich überraschen!

Interview: Olga Kholod

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Riechen ist nicht Selbstverständlich

Die facettenreichen Riechstörungen

Prof. Dr. Antie welge Lüssen

Leitende Arztin Universitätsspital

Basel

Der Riechsinn zählt entwicklungsgeschichtlich zu den ältesten Sinnen.

Obwohl unsere Welt heutzutage stark audiovisuell ausgerichtet ist,

hat er noch immer für den Menschen eine grosse Bedeutung. Es ist der

Riechsinn, der uns vor Gefahren warnt wie z.B. einem Feuer, oder aber

der Aufnahme von verdorbenen Speisen. Es ist andersherum auch der

Riechsinn, der wesentlich zu unserer Lebensqualität beiträgt, sei es

durch die Wahrnehmung der verschiedenen Aromen beim Essen oder aber

nur dadurch, dass wir unseren Partner, unsere Kinder oder aber im

Sommer z.B. eine frisch gemähte Wiese riechen.

Wir riechen mithilfe den Riechsinneszellen der Riechschleimhaut,

die im oberen des Nasendaches eine kleine Fläche von etwa 2-4 cm2

bedeckt. Der Duftstoff, d.h. das Duftmolekül kann diese einerseits

von vorne (orthonasal), d.h. von der Nase her durch Einatmen oder

aber durch den Nasenrachen, d.h. nach der Nahrungsaufnahme, dem Kauen

beim Ausatmen von hinten her, hinter dem Gaumensegel aufsteigend

(retronasal), erreichen. Retronasales Riechen ist entscheidend an der

Aromawahrnehmung beim Essen beteiligt.

In der Riechschleimhaut finden sich 6‑10 Millionen Riechsinneszellen,

die als einzige Sinneszellen kontinuierlich innerhalb des gesamten

Lebens aus Basalzellen nachgebildet werden. Die Lebenddauer der Sinneszellen

beträgt etwa 4-6 Monate. Im Alter scheint die Neubildung

jedoch abzunehmen. Dies ist wahrscheinlich ein Grund dafür, dass das

Reichvermögen im Alter deutlich abnimmt. Ab dem 75. Lebensjahr riechen

nahezu 30% der Bevölkerung gar nichts mehr! Da dieser Riechverlust

über einen längeren Zeitraum stattfindet, ist er den Betroffenen


häufig gar nicht wirklich bewusst, im Gegensatz zu einem plötzlich

auftretendem Riechverlust wie z.B. nach einem Unfall.

Von der Riechschleimhaut aus ziehen die Fortsätze der Sinneszellen

durch die Siebbeinplatte ins Schädelinneren zum Bulbus olfactorius,

dem „Riechkolben“. Von dort aus wird die Information weiter zu Teilen

des Riechhirns, u.a. dem Mandelkern und dem limbischen System

fortgeleitet. Beides sind Hirnregion, die sehr eng mit dem Lernen

und Erinnerung verbunden sind. Diese anantomisch enge Beziehung ist

der Grund dafür, warum Gerüche so einfach in der Lage sind, auch

lange zurückliegende Erinnerungen hervorzurufen. Wir alle kennen

die Situation, in der wir an einer Bäckerei vorübergehen und uns

auf einmal in unsere Kindheit zurückversetzt fühlen oder aber ein

vorübergehender Duft an eine vergangene Freundschaft erinnert! Diese

enge Beziehung zwischen Düften und Emotionen wird zunehmend auch

versuchsweise „verkaufsfördernd“ in Geschäften eingesetzt.

Neben dem Alter und der damit verbundenen Abnahme des Riechvermögens

gibt es noch andere Ursachen für Riechstörungen, die gesamthaft mit

einer Häufigkeit von etwa 5% in der Bevölkerung vorkommen: häufigste

Ursache für Riechstörungen sind Erkrankungen der Nase wie z.B. Polypen

oder chronische Nasennebenhöhlenentzündungen. Der Riechsinn kann

aber auch durch Viren geschädigt werden. In manchen Fällen reicht

eine „einfache Erkältung“, um nachfolgend das Riechvermögen zu verlieren.

Auch Unfälle führen häufig zu Riechstörungen. Bein Anschlagen

des Kopfes oder gar nach einer grösseren Verletzung des Schädels

werden wahrscheinlich die Nervenfasern der Riechsinneszellen an der

Durchtrittsstelle von dem Nasendach ins Gehirn abgeschert. Dadurch

kommt es zu einem plötzlichen Riechverlust, der von den Betroffenen

als sehr einschneidend erlebt wird, da dann auch die Aromen beim

Essen verloren gehen. So ist z.B. Schokoloade kein Geschmack, sondern

ein Geruch, bei einem Riechverlust bleibt nur noch der eigentlich

Schmeckreiz übrig, und die Schokolade wird dann lediglich als süss,

jedoch nicht mehr als Schokolade wahrgenommen. Die anderen Schmeckreize

sind sauer, salzig und bitter.

Auch neurodegenerative Erkrankungen wie z.B. Morbus Alzheimer oder

Morbus Parkinson gehen häufig mit Riechstörungen einher. Obwohl solche

Erkrankungen insgesamt selten sind, finden sich bei fast allen Patienten

mit Morbus Parkinson Riechstörungen, so dass diese inzwischen

als typisch für den Morbus Parkinson gelten.

Tritt eine Riechstörung neu auf, kann der Hals-Nasen-Ohrenarzt eine

Untersuchung der Nase durchführen, um Erkrankungen der Nase zu

erkennen und zu behandeln. Weiterhin sollte eine ausführliche Riechtestung

durchgeführt werden, um das Ausmass der Riechstörung festzulegen.

Dieses ist insbesondere nötig, da Menschen ihr Riechvermögen

nur sehr schlecht selber einschätzen können. Erst nach der genauen

Untersuchung und Riechtestung kann entschieden werden, ob ggf. noch

weitere, zusätzliche Untersuchungen nötig sind und wie die Therapie

aussieht. Je nach Diagnose kann eine spezifische Therapie durchgeführt

la gueule 2/2009 17


www.integral-mc.ch – 07

werden, wobei es auch Fälle gibt, für die bisher keine Therapie bekannt

ist. Die Tatsache, dass sich das die Riechsinneszellen immer

wieder spontan nachbilden, führt dazu, dass sich das Riechvermögen

auch von ganz alleine spontan erholen kann. Bei einem Riechverlust

sollte der untersuchende Arzt den Patienten ausführlich beraten und

ihn auch auf die Gefahren, wie z.B. die fehlende Wahrnehmung von

Rauch (z.B. durch Kerzen oder das Anbrennen von Speisen auf dem Herd)

und eine sorgfältige Körperhygiene hinweisen.

PD Dr. Antje Welge-Lüssen

Leitende Ärztin Universitätsspital Basel, HNO Klinik

Petersgraben 4

4031 Basel

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Geschäftsleiter

MÜVE und ARA

In der Müve stinkt es nicht

Interview mit Stephan Birbaumer

Können Sie sich uns bitte kurz vorstellen und uns Ihr Aufgabengebiet

erklären?

Ich werde dieses Jahr 46 Jahre alt, bin verheiratet, Vater von 3

Kindern zwischen 8 und 13 Jahren und wohnhaft in Seedorf. Die erste

Ausbildung zum Fernmelde- und Elektronikapparatemonteur habe ich in

der Hasler AG (heute Ascom) gemacht. In einem nächsten Schritt habe

ich in Burgdorf Maschineningenieur studiert mit Spezialisierung auf

Thermodynamik und Verfahrenstechnik. Beruflich habe ich mich danach

auf die Inbetriebsetzung von Turbokompressoren konzentriert, mit viel

Auslandsreisen: Aufträge auf einer Ölplattform im Suezkanal, oder

bei Inbetriebsetzung eines Hochofens in Chile (Ziel: Kupfer aus Erz

gewinnen), aber auch in der Nähe von Paris beim Bau eines Windkanals

für Flugzeuge (für die Simulation von Flugzeugabstürzen). Das Familienleben

kam in dieser Zeit etwas zu kurz, daher war der nächste

Lebensabschnitt ein Sabbatical mit meiner Frau in den USA. Zurück in

der Schweiz habe ich mich an der Entwicklung eines Sensors zur Messung

von Hüftgelenken am M.E. Müller Institut für Biomechanik in Bern

(neben Inselspital) beteiligt. Kurz bevor ich 30 wurde habe ich mich

in einem Vollzeitstudium zum Unternehmensführer fortgebildet. Danach

habe ich die Stelle als Betriebsleiter der Kläranlagen (ARA) in 1994,

und 1995 die Geschäftsleitung der MÜVE und ARA angetreten. Anschliessend

die Ausbildung zum Klärwerksmeister und Mediator gemacht. Seit

15 Jahren bin ich nun sesshaft und könnte mir das für die nächsten 20

Jahre auch vorstellen (lacht).


20

Haben Sie als kleiner Junge davon geträumt, einmal Chef aller Müllmänner

zu werden?

Nein, denn wir haben keine Müllmänner hier, wir warten nur auf Sie

(lacht). Lastwagen haben wir auch keine, das überlassen wir den anderen.

Technik, Maschinen haben mich interessiert. Dann die Natur,

wie sie funktioniert. Ich habe Maschinen auseinandergenommen und

getüftelt. Insofern schon eine Verbindung zu heute: mit aufwendigen

Maschinen permanent den Umweltschutz verbessern. Die Palette ist

breit: Biologie, Maschinen, Chemie. Und dann gibt es noch Politik und

Psychologie (lacht).

Was sind aus Ihrer Sicht die markantesten Ereignisse von Müve und

angeschlossenen Gesellschaften in den letzten 50 Jahren?

Vor 45 Jahren wurde die MÜRA gegründet (für ein Einzugsgebiet von

9 Gemeinden) mit einer Kläranlage. 1994 kam die grosse Krise, die

MÜRA war für viele wie ein Fass ohne Boden. Eine grundlegende Sanierung

war notwendig, da die MÜRA mit 50 Mio CHF Schulden finanziell

überschuldet war, die Technik veraltet, die Müllverbrennungsanlage

hätte keine Zukunft – so das Ergebnis einer Studie des Kantons. Die

Sanierung umfasste zunächst die Aufsplittung in MÜVE und ARA, und

die Einbringung in 2 AGs. Für die MÜVE konnten 52 Gemeinden als Aktionäre

gewonnen werden mit der Zielsetzung: Einheitlicher Müllsack,

tiefe Gebühren. Zum Überleben waren zunächst aber massive Gebührenerhöhungen

notwendig – der Müllsack kostete damals 2.50 CHF (heute

1.40 CHF), der Tonnenpreis lag bei 500 CHF (heute 150 CHF). Aus damals

50 Mio CHF Schulden ist heute ein Vermögen von 50 Mio CHF entstanden

Haben Sie eine Unternehmensstrategie und wenn ja, könnten Sie dies

kurz beschreiben?

Priortär ist der Umweltschutz. Dies zu möglichst tiefen Gebühren,

dazu hilft der Erlös aus Strom und Fernwärmeerzeugung. Dies bringt

bereits einen als Monopolist nichts machen, was der freie Markt

machen kann. Dies hat bspw dazu geführt, dass die Belegschaft sehr

klein ist. Dadurch wurden wir ein lokaler Auftraggeber mit einem

jährlichen Volumen von 3 Mio CHF.

Wer sind Ihre Konkurrenten?

Wir sind Monopolist und haben dadurch keine direkte Konkurrenz. Im

weiteren Sinn hat es aber schon Konkurrenten, wie z.B. nicht umweltbewusste

Verbraucher. Ferner gibt es zu hohe Anlagekapazitäten in

der Schweiz, das führt zu Konkurrenz mit anderen KVS ausserhalb der

Region.

Was machen Sie besser als vergleichbare Unternehmen in anderen Regionen

/ Ländern?

Insgesamt gibt es in der Schweiz 9 KVAs. Eigentlich müsste es uns

ganz schlecht gehen, da wir die 2. kleinsten sind, und wir uns in

einem Massengeschäft bewegen. Aber wir halten unsere Kosten tief und

nutzen die hohen Synergien zwischen den insgesamt vier Firmen. Konservative

Anlagepolitik, kein Luxus, kein Marketing, kein Sponsoring.

Einrichtung und Büro sind Industriestandard.


Was sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen bei der Abfallbeseitigung

in den nächsten Jahren?

Ein Traum wäre, dass wir soweit sind und 100% des Abfalls zurück

in den Wirtschaftskreislauf führen könnten. Das Problem dabei sind

insbesondere Verbundstoffe (Metall und Kunststoff), die die Trennung

erschweren. Dann wird es immer wichtiger, aus dem Abwasser das wertvolle

Phospor zurückzugewinnen, auch der Stickstoff wird diskutiert.

Auch hier stossen wir auf die Schwierigkeit, diese Stoffe rein abzutrennen

trotz vielen neuen ‚künstlichen’ chemischen Verbindungen. Mikroverunreinigungen

sind neue Herausforderungen, neue Produkte ebenso

(Arzneimittel, Duftstoffe etc). Im Grunde bewegen wir uns in einem

Konflikt zwischen Mensch und Industrie auf der einen und der Umwelt

auf der anderen Seite. Ein anderes Beispiel: Heute ist die Kläranlage

ev. am falschen Ort, am Ende der Leitung. Warum nicht an der Quelle

der Verschmutzung, bspw an der Spülmaschine, Toilette, Waschmaschine.

Druck zur kurzfristigen Bewältigung dieser Herausforderungen wird

dort entstehen, wo die Missstände am grössten sind - bspw China (mit

viel zu wenigen Klärkapazitäten).

Exportieren Sie auch Abfall ins Ausland?

Nein, den brennbaren Siedlungsabfall verwerten wir selber.

Eine paar politisch nicht korrekte Fragen mit der Bitte um politisch

nicht korrekte Antworten:

Sind Ihre Gebühren nicht doppelt so hoch wie sie sein müssten, um

Ihre Kosten zu decken?

Wie gesagt sind wir zwar Monopolist und dazu steuerbefreit. Preissenkungen

können nur moderat ausfallen, denn wir müssen einen Teil des

Gelds sparen für nötigen Ersatz der Anlage, die 200 Mio CHF kosten

wird. Von Aktionären kommt keine finanzielle Unterstützung. Und wir

haben tagtäglich grosse Risiken zu managen wie den möglichen Anlage-

la gueule 2/2009 21


ausfall. Zudem sind wir im Vergleich zu anderen preiswert. Nicht zu

unterschätzen ist der Anreiz zur Müllvermeidung und –trennung durch

hohe Entsorgungspreise. Auch hier befinden wir uns wieder im Spannungsfeld

Mensch und Umwelt.

Sind ihre zu hohen Gebühren nicht versteckte Steuereinnahmen für die

Gemeinden, die nota bene wie Biel dadurch auch noch Einnahmeüberschüsse

erzielen - sprich die Einnahmen zur Deckung der laufenden

Kosten gar nicht benötigen?

Was die Ausschüttung betrifft, so gibt es eine Obergrenze, mehr 5%

Dividende ist nicht möglich. Ansonsten verlieren wir die Steuerbefreiung.

In Summe haben wir in 2008 500k CHF ausgeschüttet. Im Vergleich

zu anderen ist das bescheiden.

Zu guter letzt die Frage, die mir unter den Fingern brennt!

Warum stinkt es eigentlich in der MÜVE nicht?

Die Kläranlage stinkt nur drinnen, nicht draussen (darf sie nicht).

Für den guten Geschmack sorgen Bakterien und Filter. Sie fressen den

Gestank auf. Reklamationen kommen nicht, obwohl wir mitten in der

Stadt sind. Auch hier haben wir wieder die Symbiose von Technik und

Natur.

Interview durch Markus Wittig


Nathalie Wittig

Un coup d’œil sur la vie de…

Rentrée au pont

Voilà bientôt dix ans que je vis à Bienne avec mon mari. C’est ici

que nous nous sommes mariés et que nos deux enfants ont vu le jour.

Lorsque nous avons pris la décision de quitter Hamburg pour déménager

à Bienne où une opportunité professionnelle s’offrait à mon mari,

je ne savais pas du tout où j’allais. Et ce n’est que des années plus

tard que mon père, mulhousien, s’est souvenu avoir été accueilli

en tant qu’enfant dans une famille biennoise durant la guerre. Il

aurait voulu se mettre à sa recherche mais ne se souvient malheureusement

plus de son nom. En arrivant, j’ai tout de suite aimé la vue

que l’on a de part et d’autre de la ville sur la Jura mais également

très apprécié le pôle opposé, l’ouverture sur le « large » qu’offre

le lac. Et puis surtout, après des années de vie étudiantes et professionnelles

vagabondes, j’avais le sentiment d’être enfin rentrée

au port. Quelle joie pour moi, qui me suis toujours sentie un peu «

différente », binationale, mais ni vraiment allemande et ni vraiment

française, de découvrir une ville bilingue ! Et de fait, il me semble

que beaucoup d’autres personnes qui ont leurs attaches dans plusieurs

cultures apprécient Bienne. Concilier plusieurs cultures au quotidien

est une particularité que partage un grand nombre de Biennois et qui

non seulement crée un sentiment d’union entre les habitants mais qui

alimente également l’esprit ouvert, tolérant et décontracté qui règne

ici. Cette particularité fait le charme, la richesse et l’unicité de

Bienne. Ce qui a pris ses débuts dans les efforts de cohabitation entre

Romands et Alémaniques a abouti à une ville cosmopolite à taille

humaine où il fait bon vivre. Et oui, « Ici, c’est Bienne ! ».

la gueule 2/2009 23


Côté professionnel, j’ai bien mis trois années pour reconnaître que

la vie de mère au foyer ne me satisfaisait pas et que pour être heureuse,

je devais réintégrer le monde de l’emploi, partiellement du

moins. Ma fonction d’assistante à 40% dans un bureau de vente d’une

société internationale active dans le domaine de l’automatisaion

industrielle et des solutions de process me laisse assez de temps

pour des activités bénévoles qui me tiennent à cœur. Ainsi, j’endosse

la fonction de co-présidente du conseil des parents de l’école du

Tilleul. C’est également avec beaucoup de plaisir que je participe

aux activités de la Jeune Chambre Internationale de Bienne. Mon intérêt

pour l’école et pour la Jeune Chambre m’ont amenée à lancer et

diriger le projet de distribution des bandes dessinées « Pax ! Savoir

vivre ensemble à l’école » dans les écoles romandes de Bienne l’année

passée. Néanmoins, sans toutes ces mamans amies qui me gardent occasionnellement

mes enfants mes activités bénévoles n’aboutiraient pas.

Je termine donc ces quelques lignes avec un grand merci à l’adresse

de ces mamans !

Nathalie Wittig


Dégustation de cafés

LA SEMEUSE ‑ Cafés

une marque, un siècle, trois générations…

Fondée en 1900 par Marc Bloch et son frère Nathan, LA SEMEUSE a lancé

sa marque et bâti sa renommée en vendant tout d’abord de l’huile

d’arachide, produit phare de la marque qui n’était alors qu’une épicerie.

La torréfaction de café démarre dès les années 20 pour finalement

s’imposer dans les années 50 comme unique produit.

Aujourd’hui dirigée par Marc Bloch, petit‑fils du fondateur dont il

porte le prénom, LA SEMEUSE est restée une entreprise familiale indépendante.

Trois générations s’y sont investies avec passion et ont su

lui donner une âme et un rayonnement.

De la cueillette à la dégustation, le café exige beaucoup de soins,

de temps et de savoir‑faire afin que celui‑ci puisse déployer tous ses

arômes.

En effet, la production d’un café exceptionnel relève à la fois de

la science et de l’art. Et c’est ce savoir-faire et cette attention

de chaque instant qui permet de révéler le millier d’arômes qui est

contenu dans un seul grain de café.

Qui n’a jamais humé le délicat parfum à l’ouverture d’un paquet de

café ? Mais surtout comment arrive-t-on à partir du café vert peu

odorant à un florilège de senteurs ?

Toutes les étapes dans la filière du café ont un impact sur le goût

mais c’est incontestablement la torréfaction qui va réellement anoblir

le produit. Il faut savoir que durant la torréfaction, ce sont

la gueule 2/2009 25


26

les sucres naturels et ses acides aminés contenus dans le café vert

qui vont se combiner sous l’impact de la chaleur. Cette combinaison

va donner naissance à des composés de plus en plus complexes qui vont

progressivement se recombiner pour finalement en compter plus de mille.

Ces réactions, que l’on retrouve dans d’autres denrées telles que

le pain ou la viande grillée se nomment « les réactions de Maillard »

(du nom du chimiste qui dans les années 20 découvrit la réaction).

La spécificité des produits LA SEMEUSE est la torréfaction à 1000m

d’altitude, ce qui permet aux grains de s’épanouir à une température

qui ne porte pas atteinte aux arômes essentiels. A cette altitude, la

pression atmosphérique diminuée permet l’emploi d’une température de

cuisson plus douce qui ménage le grain de café.

Lorsque l’on commence à s’intéresser au café, on est confronté à un

univers complexe mais passionnant. Saviez-vous que selon l’origine

et la torréfaction, votre café développera des senteurs boisées,

fruitées, végétales ou mêmes florales ? Mais prenez garde si le café

laisse percevoir une odeur de vieilles cacahuètes, cela est le signe

que votre café s’est oxydé au contact de l’air et qu’il n’est plus

digne d’être savouré.

Qu’est‑ce qu’un bon café et quelles sont les règles essentielles pour

pouvoir profiter pleinement de ce divin nectar ? Eh bien, un bon café

est avant tout celui que vous aimez et que vous avez l’habitude de

consommer. Néanmoins, en suivant quelques recommandations, vous

allez pouvoir régaler vos sens à chaque tasse. Avant tout le café

doit être frais, conservé hermétiquement à l’abri de la chaleur et de

la lumière, ensuite il faut veiller à utiliser de l’eau fraîche, la

machine doit être à bonne température, et la machine doit être bien

entretenue (détartrages et nettoyages réguliers).

Nous voici au terme de ce voyage sensoriel, et lorsque l’on demande à

M.Bloch ce qu’est sa passion, il répond « Jamais je ne me lasserai de

prendre une poignée de café fraîchement torréfié pour l’observer, la

toucher, la respirer profondément et m’imprégner de sa douce chaleur…

Ces grains que je palpe contiennent d’abord le labeur de millions de

personnes mais aussi des paysages de rêves et des histoires qui sont

des aventures. Je voudrais que vous les imaginiez en savourant l’un

de nos cafés. De mes compétences à sélectionner des grains de café

vert, de la finesse des assemblages et de la précision de la torréfaction

dépendent le succès de notre marque. Mon contrat : que chaque

tasse vous émerveille comme je suis moi‑même émerveillé par chaque

poignée de café.»

Michal Pivrnec

La Semeuse


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Georges Scrocca

Créateur de notes parfumées

Georges Scrocca

J’ai l’honneur d’avoir pu interviewer l’un des employés d’une multinationale

suisse d’un important fabricant mondial d’ingrédients en arômes

et en parfums ainsi que de produits chimiques. Pour des raisons

de confidentialité, nous ne divulguerons pas le nom de l’entreprise

qui est néanmoins connu par la rédaction.

Monsieur Georges Scrocca, laborantin en chimie, a débuté au sein de

cette entreprise, dont le siège est à Genève, il y a 10 ans, avec un

apprentissage en laborant.

Quel est ton travail au sein de l’entreprise ?

Je travaille dans un laboratoire de recherche, mon travail consiste

à découvrir de nouveaux ingrédients pour la parfumerie. Nous avons

à disposition plusieurs produits de départs et sur cette base l’on

crée de nouveaux produits. Pour chaque expérience, il y a un rapport

dans lequel toutes les manipulations sont décrites. Les ingrédients

parfumés que l’on aura élaborés serviront au parfumeur pour créer par

exemple un nouveau parfum pour la parfumerie fine, une nouvelle odeur

pour un détergent, un produit vaisselle, un produit de beauté, etc.

Comment se déroule ta journée ?

Le matin, nous faisons le point avec notre chef sur les projets en

court et nous pouvons recevoir de nouveaux projets. Pour chaque

projet nous recherchons dans nos bases de données quels ingrédients

sont connus et lesquels ne le sont pas. Pour ces derniers nous rechercherons

les meilleures conditions pour les crées.

la gueule 2/2009 29


30

Comment est-ce que l’on crée une note parfumée ?

Une note parfumée est le terme utilisé en parfumerie pour désigner

une molécule.

Il n’est pas possible de dessiner une molécule et de savoir à l’avance

comment elle sentira. Alors on travaille beaucoup par analogie avec

ce qui existe déjà. A partir de là, on fera des ingrédients similaires

mais avec de très petites variantes.

La matière première de notre chimie vient d’industries pétrochimiques

et des produits naturels pour obtenir des produits primaires. Le

catalogue de ces produits est très vaste. A partir de ces produits

nous allons faire plusieurs transformations chimiques pour en créer

de nouveaux.

Comment devient-on parfumeur et en quoi consiste son travail ?

Actuellement, en règle générale, on le devient après des études

scientifiques, mais il y a des exceptions. Puis, une formation interne

de 5 ans. C’est par l’expérience que le parfumeur va acquérir une

très grande connaissance olfactive.

Le parfumeur va par une évaluation organoleptique sélectionner les

ingrédients qu’on lui soumet. C’est lui qui dira si tel ingrédient

est bon ou mauvais. Par la suite, il fera différentes compositions

d’ingrédients pour créer de nouveaux parfums.

Combien de temps cela prend-il pour créer un ingrédient ?

Cela varie d’un ingrédient à un autre de quelques semaines à plusieurs

mois. Pour donner un ordre de grandeur, l’entreprise crée chaque

année 2‘000 nouvelles molécules dont environ cinq deviennent des

nouveaux ingrédients pour la parfumerie.

Hans Notter


Nicole Schwaar

Über Sehnsüchte und Träume

Interview mit Nicole Schwaar Parfumistin, Marionnaud, Biel

Wie bist Du zum Beruf einer Parfumistin (nennt man das so?)

gekommen? War das in etwa so wie bei kleinen Jungs, die

Lokomotivführer werden wollten?

Nein, es war vielmehr ein Zufall! Natürlich habe ich mich schon sehr

früh für Schminksachen und Styling interessiert. Zu meiner Lehre

kam ich, weil ich eine 2 Jährige abgeschlossene Berufsausbildung

brauchte um den „Wunschberuf“ Stewardess zu erlernen. Das war allerdings

mehr der Wunsch meiner Mutter. Und wie das Leben so spielt,

habe ich mich verliebt und wollte natürlich nicht mehr nach Zürich in

die Ausbildung. Aber ich habe es nie bereut!

Was zeichnet eine gute Parfumistin aus?

Gute Frage: Früher war es sicherlich das Fachwissen. Heute will aber

kaum noch jemand etwas von Wirkstoffen, Inhaltsstoffen usw.

wissen. Vielmehr ist es das Zuhören und die Bedürfnisse der Kundin

und des Kunden herauszuspüren; sich auf den Menschen einzulassen und

ihn nicht werten. Etwas was ich als sehr Wichtig erachte ist sich dem

Kunden anzupassen. Das heisst, sich seiner Sprache - Geschwindigkeit,

Wortwahl und auch sich seine Gestik zu bedienen, damit er das Gefühl

Hat, den richtigen Partner für sein Anliegen gegenüber zu stehen und

sich verstanden fühlt. Das Zwischenmenschliche ist hier je nach Kunden

sehr wichtig.

Ich nehme einmal an, dass Du irgendwo auch Sehnsüchte oder Träume

verkaufst und nicht nur das pure Wässerchen. Wie gehst Du damit um,

ist das nicht manchmal zu intim?

Das ist ja das schöne an meinem Beruf!!! Träume und Sehnsüchte haben

la gueule 2/2009 31


32

wir alle und wenn es möglich ist, diese auch nur für einen kurzen Augenblick

zu träumen und wir das mit etwas Humor und Freude

verpacken, kann ich dem Kunden ein gutes Gefühl und manchmal auch den

Tag einwenig versüssen. Was die Intimität angeht ist es natürlich

einwenig heikel. Wie schon erwähnt, ist es wichtig sich den

Menschen gegenüber anzupassen! Dann klappt das auch!

Wie berätst Du? Stell Dir vor, ich käme zu Dir mit der knappen

Aussage, ich bräuchte einen neuen Duft.

Das wiederum kommt auch sehr auf die Person an. Aber sicherlich

werde ich erst einmal versuchen, ein Gespräch aufzubauen und

herausfinden, welche Art von Duft der Kunde/ Kundin wünscht. Aber ich

frage lieber nach den Parfüms, welche gerne benutzt werden als nach

der Duftrichtung, den das Empfinden ist sehr verschieden.

Leitest Du den passenden Duft vom Auftritt der Kunden ab?

Auf jeden Fall! Das ist die erste Angabe welche ich erhalte, ohne

bereits mit dem Kunden ein Gespräch zu führen. Aber bevor ich loslege

starte ich meistens mit ein paar Fragen. Dazu muss ich sagen, dass

ich oftmals wie eine Eingabe habe und für mich schon den Duft im

Kopf habe. Es ist aber nicht an mir, diesen den Kunden aufzudrängen,

sondern ich muss erst seine Bedürfnisse verstehen. Es gibt aber auch

Kunden, welche direkt fragen, was ich empfehlen würde, vor allem Männer

gehen gerne so vor.

Kannst Du uns in ungeschriebene Gesetzte einweihen? Bspw. habe ich

gehört, Männer gehen in Geschäften immer nach hinten rechts - daher

solle man dort die Männerparfums haben.

Leider kann ich dazu nicht viel sagen, bin aber sicher, dass viele

dieser ungeschriebenen Gesetze zutreffend sind. Sonst würden wir ja

viel zu viel für die Marktforschung ausgeben (muss lachen)

Was ist für Dich die grösste Innovation in der Parfumbranche

der letzten Zeit?

Oh, da gibt es vieles. In der Gesichtspflege gibt es mittlerweile

absolut bahnbrechende Cremen und Ampullen, welche wirklich einen

Erfolg haben. Aber trotz allem müssen wir auf dem Teppich bleiben.

Wunder gehören nicht in unseren Aufgabenbereich! Aber eine gepflegte

Haut und innere Schönheit sind schon eine gute Waffe gegen die Zeit!

Wo geht die Reise hin? Warum ist für Dich eine Welt ohne Düfte nicht

denkbar?

Gut riechen und schön anzusehen war schon in der Antike wichtig.

Nicht um sonst sagt man ja, ich kann dich gut riechen. Ich denke

schon,

dass es sehr wichtig ist einen „wohlriechenden“ Duft mit sich zu

tragen. Körperhygiene ist unerlässlich in unserer Zeit. Dabei denke

ich aber nicht nur an Parfüms! Ich unterstreiche meine Persönlichkeit

mit einem Parfüm - und nicht umgekehrt.

Interview durch Markus Wittig


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Pierrette Mehoud

Les fleurs, Poèmes sur tige

« L’odeur est comme la beauté : particulière et éphémère. »

Qui n’a jamais été pris par l’envoutement d’un parfum d’une fleur, d’un

endroit, ou d’une personne. Qui peux prétendre ne pas succomber à la

douceur d’une senteur. Qui ne se souviens pas, dans le recoin de sa

mémoire, cette odeur, nostalgique d’un moment passé.

Tous les sens sont dans la nature, et nous, acteurs de cette luxuriante

création, sondons, sentons, touchons, mangeons ces milles et

une couleur, goûts et senteurs.

Ce préambule recueilli témoigne bien que toutes les matières vivantes,

en particulier la flore, jouent avec nos sens.

Les fleurs, ces poèmes sur tige, des paroles de senteurs et enchanteresses.

Leur nature même d’exister consiste à émaner leur effluve.

Leur parfum nous appelle, excitant ou révulsant, il soulève notre

sensibilité.

Les fleurs ont recours à de fines stratégies afin de se faire désirer ;

si la couleur et l’aspect ne suffisent pas, le parfum sera leur atout.

Les différents arômes sont, au cours des siècles, devenus de véritables

symboles et croyances populaires. La rose anglaise, un jardin

romantique, l’amour ; les champs vastes de lavande sont la Provence.

Le jasmin, si délicat est un concentré d’émotions fins et subtiles.

Pour tout un chacun, un endroit de prédilection à toutes ces senteurs

; le fleuriste concrétise les diverses intentions et intuitions.


L’homme en plus de s’exhaler des effluves qui l’entour, à toujours

essayé d’en dompter les finesses et de les reproduire pour son propre

usage. Que ce soit sous formes d’encens, d’huile ou de parfum, l’être

humain joue avec les odeurs en fonction de ses humeurs.

En conclusion, chacun des cinq sens embellissent nos vies à leurs manières.

L’odorat si complexe est peut‑être celui qui nous interpelle

le plus, en ravivant les sentiments de chacun d’entre nous.

Pierrette Menoud, Lerch - Blumen Biel

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Impressum

«la gueule»

«la gueule» erscheint vier Mal pro Jahr in einer Auflage von 1200

Exemplaren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Vervielfältigung

von Artikeln auch auszugsweise nur mit Zustimmung der Redaktion.

Sollten Sie den Erhalt des Heftes nicht wünschen, bitte abmelden

unter: la.gueule@jcbb.ch

«la gueule» paraît quatre fois par an. Tirage 1200 exemplaires.

Tous droits réservés. Réimpression ou reproduction des articles aussi

par extraits seulement avec permission de la rédaction.

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Mitwirkende/équipe: Olga Kholod, Marc Weiss, Markus Wittig,

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Foto Titelseite/couverture: Fotografie Zehnder, www.10‑der.ch

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