??? Lesen. Und handeln. Es reicht nicht, wenn 80 ... - Projektwerkstatt

projektwerkstatt.de

??? Lesen. Und handeln. Es reicht nicht, wenn 80 ... - Projektwerkstatt

Lesen. Und handeln. Es reicht nicht, wenn 80

Prozent die Risiken und Machenschaften in

der Gentechnik falsch finden. Die Kaufentscheidu

ng an den Su permarktregal en wird

ebenso nicht reichen. Nicht gegen diesen Filz

aus Behörden, Konzernen und ForscherInnen.

Dieses Heft kann Wut machen.

Te xt: Jö rg B e rgs te d t ( 3 . Au fl a ge : F e b r. 2 0 1 0 )

Gesamt: 1 1 2.000 Exemplare. Entstanden

in der Projektwerkstatt in Saasen

ISBN 978-3-86747-036-0

Organisierte Unverantwortlichkeit

(Einführung) ............................................... 2

Schutz der Konzerne:

EU- und Bundesbehörden ......................... 4

BVL ........................................................ 4

JKI & Co. ............................................... 6

BeraterInnen, GutachterInnen ............. 8

EFSA ..................................................... 9

Hochburgendes Filzes ............................ 10

IPK in Gatersleben .............................. 10

AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz 12

BioTechFarmin Üplingen ................... 15

Lobbygruppenund informelle Netze ...... 20

InnoPlanta ........................................... 20

WGG, GGG, PRRI ................................ 20

TransGen, Dachverbände ................... 22

Sich selbst kontrollieren .......................... 24

Biosicherheitsprogramm ................... 24

Auskreuzungsforschung .................... 25

Monitoring .......................................... 27

Die Konzerne ........................................... 29

Schaubilder & Abkürzungen .............. 16-17

???

Statt Verkaufspreis: Spende für den Widerstand

gegen Felder und Labore. Danke!

Copyleft: Verbreitenerwünscht mit Quellenangabe

www.biotech-seilschaften.de.vu.


Organisierte

Unverantwortlichkeit

Reader zum Filz zwischen Konzernen, staatlicher Kontrolle,

Wirtschaftsförderung und Lobbyingdeutscher Gentechnik.

1


1 Abweichende Prozentwerte

je n a ch U m fra -

ge. Aktu el l ste a u sgewertete

U m frage: Forsa-Instituts

vom

19.5.2009.

Quel le: www.

slowfood.

de/w/

fi l es/

2

pdf

_n eu /

Warum 6% Befürwortung (bei 78 bis 90% Ablehnung ) der Agro-Gentechnik reichen, um sie

durchzusetzen: Notwendige Worte zu Ämtern, die eigentlich VerbraucherInnen schützen

und Firmen kontrollieren sollen, zu ForscherInnen und anderen ...

meinungen_

zu_gentechnik_

190509.pdf

2 Nachrichtenagentur

Reuters

am 11 .7.2008:

http://genfood.

word p res s . com /

2008/07/11/eulander-wollen-sich-zugen

p fl an zen - freien -

zonen-erklaren). Sigmar

Gabriel (SPD) war

Umweltministerder Bundesrepublik

Deutschland.

Sigmar Gabriel

... regelmäßig erklärt die zuständige wissenschaftliche Agentur GVO für unbedenklich, während die Mitgliedsländer und die EU-Kom -

mission gespalten wegen der Unklarheit über Gefahren für Gesundheit und Umwelt sind. ... Auch Gabriel kritisierte das Hin und Her,

2

das der Bevölkerung nicht mehr zu vermitteln sei. „Was wir heute betreiben , ist organisierte Unverantwortlichkeit“, s a gte er.

Wenn Gentechnik Häuslebauen wäre ... u n d zwei eh em a l i ge An geh öri ge seiner Fi rm a si n d .

Die einzige externe Beraterin, die Teile des Neubaus

Heinz M . ist schon lange im Geschäft. Er betreibt

eine Baufirma mit elf MitarbeiterInnen.

Oft kooperiert er mit anderen

Firmen, die sich die anste-

und vor allem später die Bauausführung begutachten

wird, ist im Hauptberuf bei der Firma angestellt,

die das Baumaterial für M.s Vorhaben liefert.

henden Arbeiten teilen. Jetzt Ein bisschen Arbeit macht noch die Geldfrage.

will er ein eigenes Haus bau- Schließlich will sich M. sein Haus aus Steuergeldern

en. Folglich stellt er einen finanzieren lassen. Da passt es ganz gut, dass in der

Bauantrag, schließlich Vergab estel l e ein a l ter Sch u l freun d von i h m si tzt.

schreibt ein Gesetz vor, dass Der gucktnicht so genau hin. So kann M. in seinen

er dieses tun muss. Er setzt Antrag ein paar Sachen reinschreiben , die gar nicht

sich also hin und schreibt auf, stimmen, aber besser zum Fördertopf passen. Das

was er gerne hätte. Das lü- macht M . schon seit Jahren. Es geht immer gut − niecken-

und fehlerhafte Schreimand hat jemals nachgeschaut. Als ein Nachbar ihn

ben nennt er Antrag, aber an einmal bei der Behörde wegen Anlage eines illegalen

eine bestimmte Form hält sich H einz M . nicht. Gebäudes anschwärzte, prüfte die Behörde nur Ver-

Er benennt einen ungefähren Ort− ein paar Kilomefehlungen des Anzeigers. Der erhielt dann eine Antter

Abweichung nach Ost oder Süd machen nichts. wort, dass alles völlig in Ordnungsei. Heinz M. lacht:

M. weiß, dass da niemand genau hingucken wird. „Niemand ist hier gewesen, hat gegucktoder mich

Denn die Sachbearbeiterin beim Bauamt ist seine dazu befragt ...“

Schwester, der Chef des Amtes hat früher in seiner So − nun stellen Sie sich vor, Sie wären Heinz M . und

Firma gearbeitet. Die Begehungsprotokolle fälscht er würden statt Häuser zu bauen Pflanzen genetisch

seit Jahren zusammen mit seinen Verwandten und manipulieren. Dann würde Ihr Genehmigungsver-

Kumpels beim Amt. Auf zwei Formblättern muss M . fah ren m eh r od er wen i ger so a b l a u fen . Je ri ska n ter

einen Bauleiter und einen Beauftragten für die Si- eine Technologie, desto intensiver entwickeltsich cherheit benennen. Als erstes setzt er sich selbst ein Filz aus Konzerninteressen, Seilschaften und Ab-

ein, der zweite wird jemand anderes aus seiner Firhängigkeiten. Davon soll diese Broschüre berichten:

ma. Wo der Nachweis des Fachwissens benannt Dürfen wir Sie einladen auf ein paar Einblicke in

werden muss, trägt er ein: „Onkel Kurt hat uns mal deutsche und europäische Behörden und Institutio-

was dazu erzählt“. Heinz M. weiß, dass sein Baunen der Gentechnik? Seien Sie sicher: Alles Folvorhaben

viele N achteile für die Nachbarn hat. gen de kratzt n ur an der Oberfläch e. Am En de un d in

Doch aus zwei der vier betroffenen Familien arbei- vielen Quellenangaben verweisen wir auf weitergetet

jemand in der Firma von Heinz M . Die anderen hende Informationen. Je genauer Sie hingucken,

beiden haben zum Glückkeinen Einfluss. Denn M. desto schlimmer wird es! Hinter den schönen Be-

sorgt vor. Er kl ärt m it sein em Kum pel vom Bauam t griffen der Nachhaltigkeit, von Innovation und For-

ab, dass er per Sofortvollzug mit dem Bau beginschungsfreiheit sowie des Verbraucherschutzesste nen kann. Sollten die zwei von ihm unabhängigen cken Konzerne und LobbyistInnen − gar nicht mal

Nachbarn doch klagen, nützt es ihnen nichts. besonders schwer zu erkennen.

Wenn ihr Verfahren anläuft, steht sein Haus

schon. Auch sonst werden sie keine Chance haben.

Was hat M. gelacht, als ein Nachbar neulich Wa ru m d er B l i ck

drohte, an die Presse zu gehen. Die lebt ja von sei- auf deutsche Seilschaften?

nen Werbeanzeigen. Die Briefmarke kann der sich

Es war so bequem: Wer über Gentechnik sprach,

sparen ...

dachte schnell an Monsanto. Kritische Bücher und

Dann reicht Heinz M . den Antrag ein . Im Bauamt gibt Filme zu diesem − fraglos rücksichtlosen − Konzern

es eine Kommission, die den Antrag fachlich prüft. erzielten Einschalt- und Auflagenrekorde, so dass

Gut, dass dort der Chef der Malerfirma drin sitzt, mit kritische AktionärInnen deutscher Konzernenur nei-

dem M. das Bauprojekt zusammen anpacken will. disch dreinblicken konnten. Begleitende Veranstal-

Der begutachtet also sein eigenes Projekt − da kann tungen füllten ganze Hallen. Elektrisierend auch die

nichts schief gehen, zumal unter den weiterenKom Pflanze des Inbegriffsalles Bösen: MON810. Wo sie

missionsmitgliedernnochein Baupartnervonfrüher gepflan zt wird, komm t es zu Protesten von BürgerI n -

1


Wenn diese Broschüre Wut gemacht hat, sollte niemand dabei stehen bleiben . Von Staat und Institutionen

ist, das dürfte jetztklar sein, keine Hilfe zu erwarten. Es ist Sache der 80 Prozent, die Gentechnik in der

Landschaft ablehnen, das auch durchzusetzen . Solche Aktion aber ist Eure und Ihre Sache. Wichtige

ArgumentefülltendieseBroschüre. Woraufnochwarten?JedesFeldbringtneuePollen,Samen,

Durchwuchs und Gentransfer in Umwelt und Lebensmittelregale!

Wer nach mehr Informationen und weiteren Quellen sucht ...

Dieser Reader basiert auf vorhandenen Studien und eigenen Recherchen. Die Wichtigsten sind rechts angegeben.

Im Internet haben wir unter www.biotech-seilschaften.de.vunoch etliche weitere Texte, Quellen

und Zitatezusammengestellt. Außerdemgibtes dortPDFs mit allen Quellen zu diesem Reader!

Wer selbst aktiv werden will ...

Das wäre gut. Da draußen, wo die Felder angelegt werden oder die Seilschaften ihre Firmen und Häuser

haben, entscheidetsich die Frage. Grüne Gentechnik findetdann nicht statt, wenn niemand mehr solche

Tiere und Pflanzen ausbringen will. Dafür sind viele Aktionen an vielen Orten wichtig. Eine Seite mit Informationen

über Aktionen an Feldern lautet www.gentech-weg.de.vu.

Wer etwa s sp en d en ka n n . . .

Millionensubventionen fördern die Gentechnik − mit Geld ist sie nicht allein zu verhindern. Dennoch: Wer

zusätzlich zu eigenen Aktionen auch noch etwas spenden kann für die laufenden und zukünftigen Aktionen

, sollte das machen. Wir haben ein gemeinsames Konto „ Spenden & Aktionen“, Nr. 92881 806 bei der

Volksbank Mittelhessen (BLZ 51 390000) eingerichtet. Bitte Stichwort „Gentechnik“ angeben . Spendenbescheinigungen

können wir leider nicht ausstellen, denn Papi Staat steht hinter der

Gentechnik und mag unsere Aktionen nicht. Aber eines können wir sagen: Danke!

Wer Veranstaltungen zum Thema machen will ...

Zum Filz in der Gentechnik, aber auch zu Widerstandsaktionen oder zur Kritik an der

Gentechnik bieten sich ReferentInnen an . Wer sie einladen will, kann unter

www. vortragsan geb ote. d e. vu (Kl i ck a u f . Umwelt . Gentechnik) mehr erfahren.

Diese Broschüre verteilen ...

Solange der Vorrat reicht, kann dieser Reader verteilt werden − auf Veranstaltungen , in passenden Läden ,

Cafésund Zentren, an Medien, PolitikerInnen und einfach alle, die erfahren wollen und sollen, dass die

Gentechnik in Deutschland ein einziges unerträgliches Eine-Hand-wäscht-die-andere ist. Wer da wartet,

dass Gutes von oben kommt, wird noch lange warten ...

Projektwerkstatt, Ludwigstr. 1 1 , 35447 Reiskirchen-Saasen, Tel. 06401 /90328-3, Fax -5, saasen@projektwerkstatt.de

Foto: Besetztes Genversuchsfeld 2008 in Groß Gerau

Den Gentech niksumpf trockenlegen!

Weiterlesenzu Filz

und Seilschaftenin der

Gentechnik?

• Gentechnikfilzim Netz: www.biotechseilschaften.de.vu

und

h ttp : //gen tech fi l z.

blogsport.de

• Antje Lorch/Christoph

Then (2008): Kontrolle

oder Kollaboration −

Agro-Gentechnik und

die Rolle der Behörden

(www.kurzlink.de/

agrogentech.pdf)

• Seiten zum Filz in

Sachsen-Anhalt und

Mecklenburg-Vorpommern

auf www.

umweltinstitut.org

• AgroBioTechnikum,

FI NAB, biovativ,

BioOK ...: www.

aggrobiotechnikum.

de.vu

• Üplingen und der Gentech

n i k- Sch a u garten

„BioTechFarm“: www.

biogeldfarm.de.vu

• Diese Broschüre bestellen

oder downloaden

(darf frei nachkopiert

und verteilt werd

en ) ü b er www.

aktionsversand.de. vu,

d i rekter Li n k: www.

kurzlink.de/genfilz.pdf.

• Seilschaften-Lexikon:

www.gen -ethischesnetzwerk.de/lexikon

• Aktionen: www.

gen tech - weg. d e. vu

Aus 80% Ableh nu ng eine gentech nikfreie Landwi rtschaft

machen! Den Protest zu den H aupt- und Nebenorten der

deutschen Gentechniksei lschaften tragen! Den Aufruf für

201 0 unterzeichnen: Gentechnikfreihei t selbst du rchsetzen!

z.B. in Berli n: BVL, BM E LV, BM BF, Lobbyverbände

z.B. die Börde: KWS, BioTechFarm , JKI , InnoPlanta

z.B. Rostock/Groß Lüsewitz: Uni/AgroBioTechnikum

und viele Orte mehr

Vertei lt diese Broschü re. Organisiert Vorträge i n verschiedenen Städten . Unterstü tzt die, die fü r

Aktionen gegen die Gentech nik ei ngesperrt werden sollen! M acht, was Ih r wollt!

M eh r Infos und Kontaktadressen

unter www.biotech -sei lschaften .de.vu

Aktionen und Au fru f: www.gentech -weg.de.vu

31


140 Lorch/

Th en (S . 3 7 )

30

Die Zusammenfassung dieses Readers soll der Schrift „Kontrolle oder Kollaboration?“ entnommen werden, die vielfach zitiertwurde.

Sie fällt ein vernichtendes Urteil über die Gentechniklandschaftin Deutschland: „Die Politik ... ist umschlungen

von ein em fast un durch drin gbaren Gefl ech t von Experten , Con sultin g-Firm en , Spezialagen turen , Arbeitsgruppen , I n itiativen

und den vielfältigen Aktivitäten ihrer Beamten, die gemeinsam mit der Industrie sowohl die Risikobewertungals auch

die Risikokommunikation organisieren und dabei Politik und Öffentlichkeit zu ihrem Spielball machen . Im Zentrum des Geflechts

findet man dabei selten die großen Firmen selbst, sondern eher ,Spezialagenturen' mit exzellenten Kontakten zu

Beh örden , Politik, M edien un d Kon zern en . Sie arbeiten al s Tarn kappen strategen der I n dustrie, fin an ziert sowoh l durch die

öffentliche H and als auch durch die Wirtschaft, sie haben N etzwerke, Seilschaften und Klüngelrunden auf allen relevanten

Ebenen organisiert, die Institutionen der EU-M itgliedsstaaten infiltriert und eine weitgehende Definitionsmacht errun-

140

gen .“ 6% der Bevölkerung sind für die grüne Gentechnik. Sie besetzen alle relevanten Posten − oder steuern sie.

So endetdann diese Abhandlung − nichtohne noch eine SeitePlatzzu lassen für Ideen des Widerstandes. DieserReader verschafft nur einen kleinen Einblick. Je tiefer mensch wühlen würde im Sumpf von Abhängigkeiten, Beeinflussung und

Geldwäsche, desto schlimmer wäre das Ergebnis. Rund um diese Seilschaften befinden sich weitere Institutionen und Geflechte

von M acht- und Profitinteressen . Beispiele:

• Das Patentamt wird finanziert durch die Anträge auf Patente. Es hat also ein existenzielles Interesse an Patenten auf

Leben.

• Zwischen den Gentechnikkonzernen bestehen mannigfaltigeKooperationen und Joint Ventures. Immer wiederwer den Pflanzen gemeinsam entwickelt oder ergänzen sich Profitinteressen an Spritzmitteln , Saatgut und anderen landwirtschaftlichen

Produktionsmitteln.

Der Filz ist dicht und effektiv. Die darin aktivenKonzerne, Lobbygruppenund Institutionen schaffenes mit Hilfe von Parteien

und etlichen M edien, die Gentechnik trotz Ablehnung durch die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung schleichend

durchzusetzen. Solange die 80 Prozentnicht wirksam werden in Form spürbaren Widerstands gegen die heimliche

Verseuchung der Welt, bleibt ihnen nicht anderes übrig, als im Bemühen um korrekten Konsum ohnmächtig zuzusehen,

wie ganz allmählich alle gentechnikfreieNahrungaus den Supermarktregalenverschwindet, weil Auskreuzung und Durchmischung

einer Koexistenzkeine Chance geben. Von Behörden, Verbändenund Staatistkeine Rettung zu erhoffen− zu

intensiv wirken die Seilschaften der Gentechnik überall hinein. Was bleibt, ist, die Gentechnik dort zu stoppen, von wo sie

ihren Siegeszug antreten soll − auf den Feldern , an den Fabriktoren und bei den willigen VollstreckerInnen in den Genehmigungs-

und Kontrollbehörden. Wenn sie die Profitinteressen der Wenigen vollziehen, müssen die Vielen beginnen, sie

daran zu hindern. Postkarten, Spenden und bewusstesEinkaufen können helfen, aber sie werdennicht reichen.

Argumente und Parolen der GentechnikerInnen ... und was davon zu halten ist:

Gen tech nik hi lft gegen H u nger: Unsinn! Es gibtgenugzu essen, aber es kommtbei den Menschen nicht an oder wird ihnen genommen.

Krieg, Vertreibung, Umweltzerstörung, Zerschlagungvon Selbstversorgung und eigenenMärkten, patriarchale Unterdrückung

und die massenweise Verfütterung oder neuerdings auch Verfeuerung von N ahrungsmitteln schaffen Armut und Hunger. In

Deutschland werden von 42,63 M io. Tonnen Getreideernte nur 8,51 gegessen. Mehr als das Dreifache wird an Vieh verfüttert.

Gentechnik hilft nicht gegen Dummheit, ProfitgierundpolitischeFehlentscheidungen. Im Gegenteil: Patente und Saatgutkontrolle

werden den M angel verstärken . Gentechnik schafft Hunger!

Gentechnik schützt die Umwelt: Resistente Pflanzensorten sollten Spritzmittel sparen . Tatsächlich ist diese Wirkung in einigen Fällen

auch eingetreten − aber nur für wenige Jahre. Danach nehmen die Resistenzen bei Insekten und konkurrierenden Kräutern zu.

50

Die Folge: Es muss sogarmehr gespritztwerden−genau das wollten die Gentechnikfansauch! Forschungsfreiheit: Gerne demonstrieren die GenpfuscherInnen mit dem Argument der Forschungsfreiheit gegen FeldbesetzerInnen

und -befreierInnen. Manche versteigensichin groteskePhrasen, z.B. ohne solche Forschung „würdenwir heute noch wie

Affen auf den Bäumen herumturnen“ (Sachsens Umweltminister Frank Kupfer am 2. 6.2009). N eben dem I rrtum, dass der Mensch

nicht aus waldigen Gebieten abstammt, wird hier Forschungsunfreiheit gefrönt. Denn die Agro-Gentechnik frisst nicht nur jede

andereForschungauf, sondernsteuertForschung per Geld. Unter dem Wahn, überall Weltspitzennation sein zu wollen, leiden

viele Sparten wie der ökologische Landbau, weil fast alles verfügbare Geld landwirtschaftlicher Forschung in die Entwicklung von

gv-Pflanzen gesteckt wird. Zudem gehen Versuchsfelder verloren, weil die Genfelder umfangreiche Abstandsflächen brauchen .

Gentechnikhilft den LandwirtInnen: Schön wäre es, wenn die Saatgut-und Chemiekonzerne das überhaupt wollten. Ihr Ziel ist

aber seit jeher, die BäuerInnen in Abhängigkeiten zu bringen und großindustrielle Bewirtschaftungsmethoden durchzusetzen . Sie

wollen Saatgut patentieren , für N achbau (eigene Saatguterzeugung auf den Höfen) Gebühren kassieren und durch Knebelverträge

oder Kombinationen von Saatgut und Spritzmittel die Abläufe dominieren.

„Unwissenschaftlich“: So titulieren GentechnikbefürworterInnen gern ihre KritikerI nnen − oder werfen ihnen vor „nicht von hier

zu kommen“ bzw. „ das sowieso nicht zu verstehen“ (Prof. Tebbe am 1 3.5.2009). Doch bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass sie

damit vor allem verbergen, selbst kaum Argumente zu haben . Während nämlich die KritikerI nnen von der Verschärfung der Abhängigkeitenbiszu

ökologischen RisikenetlicheguteGründe nennen können, wird vor allem geforscht wofüres Geld gibt. Es

wird geschummelt und nur veröffentlicht, was die Auftraggeber nützlich finden. Gegen Kritik wird polemisiert. Zudem ist schon

der pauschale Vorwurf „unwissenschaftlich“ selbst unwissenschaftlich, weil er eine kritische Analyse selbst nur abwehrt!

Üble Nachrede: Wenn es schlecht steht um Versuchsfelder oder Gentechnikkonzerne, gehen die Propagandaabteilungen noch

weiter. Sie bringen schaurige Lügengeschichten über ihre KritikerInnen. Als im April 2008 das Gengerstefeld der Uni Gießen besetzt

wurde, lancierten die Seilschaften eine herzzerreißende Story über von den BesetzerInnen getötete Bienenvölker. Ein Jahr

später behauptete Versuchsleiter Prof. Tebbe in Braunschweig, BesetzerInnen hätten 1 00.000 Euro Sachschaden hinterlassen .

Uwe Schrader bezeichnete GentechnikkritikerInnen bei einer Mahnwache am 1 9.4.2009 in Üplingen gegenüber Dritten schlicht

als „Straftäter“. Wenige Wochen später füllte das Schauermärchen eines überfallenen Wachmanns am Versuchsfeld des AgroBio-

Technikums die schlecht recherchierten Klatschspalten . I nge Broer bezeichnete diese Broschüre als „Lügenheft“.

Quelle und mehr Argumente auf www.projektwerkstatt.de/gen/vorteile.htm

Bilderschauen, Infovorträge und Workshops zum Thema:


nen und Umweltverbänden. Niemand will die unkon- AgroBioTechnikum und auf260 Hektar: „Wirbeken trollierbare Saat in der N ähe haben. Selbst der deutnen uns eindeutig zum Forschungsstandort Groß

3 Brief des Ministers an

sche Umweltminister nicht mehr: „Ich kann den ge-

7

Lüsewitz“. Ausdrücklich bestätigte er seine Zusage,

die Aktion „Gentechnik-Alarm“

(2.3.2009).

sellschaftlichen Mehrwert der Genprodukte von auf dessen insgesamt 2 60 H ektar den Anbau von www.keine-gentechnik

Monsanto nicht erkennen“, gab er am 2. März 2009 transgenen Pflanzen zu gestatten.

. d e/fi l ea d m i n /fi l es/

Infodienst/Dokumente

zum Besten und fügte hinzu − grad so, als gäbe es

Zun äch st aber n ützt der Blick n ach N ordam erika: /0 9 _0 3 _0 2 _bm u _

BASF, Bayerund KWS gar nicht: „Man stelle sich vor,

Die Schreckensmeldungen von dortreißennicht ab

antwort_stopthecrop.

diese Debatte um Gentechnik-Produkte gäbe es in

− zumindest in Europas Medien. Raps hat sich un-

pdf

den USA, und die einzige Firma, die ein Interesse daran

h ätte, dieses Präparat dorth in zu verkaufen , wäre

wiederbringlich ausgekreuzt. In Mexiko tauchte

Mais-DNA auf, die dort eigentlich verboten ist. Of-

4 Bericht im Göttinger

Ta ge b l a tt a m 1 2 . 3 . 0 9

und Einbecker Mor-

eine europäische: Ich möchte einmal wissen, ob der

fenbar ist vieles schon außer Kontrolle. LandwirtIngenpostam

13.3.09

amerikanische Kongress sich derart ins Zeug legen

nen aus betroffenen Ländern empfahlen europä-

würde zur Verfolgun g europäisch er Wirtsch aftsin terischen

Regierungen , sofort aus der Gentechnik

essen eines einzelnen Unternehmens, wie es jetzt

auszusteigen, um nicht Ähnliches zu erleben.

d i e E U - Kom m i ssi on zu r Verfol gu n g d er Wi rtsch a fts -

Mindestens 80 Prozent der Molekularbiologenin interessen

3

eines amerikanischen Unternehmens

den U SA sind an eigenen kommerziellen Biotechtu

t.“

8

Unternehmen beteiligt. Klingt furchtbar. Ist auch

Viel ruhiger geht es dagegen zu, wenn deutsche Fir- furchtbar.

9

Doch ein Film wie „Mit Gift und Gemen

und Institute gentechnisch veränderteSorten nen“ könnte genauso in Europa und in Deutsch-

entwickeln und ausbringen. Mancherorts geht gar land gedreht werden. Das aber steht noch aus

Ilse Aigner

nichts: Als die UniversitätGießen 2006 transgene un d wäre drin gen d erforderlich , um das M ärch en

Gerste a u ssä te, voti erten a l l e Pa rteien i m Sta d tp a rl a - von der sicheren Genforschung hierzulande zu

Ti l l B ackh au s

men t für das riskan te Experimen t. Auch SPD, Grü- enttarnen. Denn wie in den USA im Filz zwischen

nen und Linke, die sonst mit radikalerGentechnik Monsanto, FDA und anderen ist auch in Deutschkritik

stets auf WählerInnenfang sind. Warum? Ist die land die Gentechnik durchzogen von Seilschaften .

deutsche Gentechnik besser? Ja − scheint zumindest Keine der Kontroll- und Genehmigungsbehörden ist

Umweltminister Gabriel zu finden. Nur wenige Tage unabhängig − überall bestehen Zirkel und Beeinflus-

nach der beißenden Kritik an M onsanto besuchte er sungen zwischen Konzernen, Lobbyorganisationen

die deutsche Gentechnikfirma KWS Saat AG: „Wir und den Beamten der Behörden. Es geht um M illio-

wollen gentechnisch veränderte Pflanzenzucht auf n en , um Karrieren un d Paten te sowie um das zen t-

jeden Fall zulassen“, so der Minister, „aber nicht mit rale Ziel der GentechnikerInnen, diese Technik über- 5 Siehe www.fnr.de

Kollateralschädenin der Natur.“ Forschungindiesem all zu platzieren, bis es keine Gentechnikfreiheit 6 www.mvregio.de/

Bereichsei unabdingbar. Denn den Herausforderun- mehr gibt. Der ,worst case' der flächendeckenden n ach rich ten _region /

gen, die die Ernährung der wachsenden Weltbevöl- Auskreuzung wäre nämlich der Sieg der Täter − und

sn/20531 0.html und

www. ch ari vari . d e/

kerung und ihr Energiehunger stellten, könne man

4

die ,versehentlichen‘ Genmaisfelder des Frühjahrs nachrichten/

anders kaum beikommen.

2009 oder Leinsamen in allen Ladenregalen zeigen, nachrichten_detail.

Monsantos Produkte = kein „gesellschaftlicher

wohin die Reise geht. Die ersten Opfer gibt es längst:

php?nachrichten_id=

128659.

Mehrwert“. KWS Saat AG = wichtig für Ernährung

Imker, die ihren Honig vernichten , LandwirtInnen,

7 MVregio am 8.5.2009

un d En ergieversorgun g. Ein fach , aber sel tsam , den n

die nicht mehr wissen, ob ihre Ernte gentechnikfrei

9a

(www.mvregio.de/

die KWS entwickelt ihre Gentech-Produkte zusammen

mit Monsanto und ist MON81 0-Versorger

ist, und Läden, die ihre Ware entsorgen. Solange

die Seilschaften bestehen , wird von Behörden , Si-

n ach rich ten _region /

mittleres_mecklenburg

/3 5 5 5 6 . h tm l ). Ei n Ju -

(Marke YieldGard) für M ittel- und Osteuropa. Bei

cherheitsforschung und KontrolleurInnen keine Hilfe belartikel über die Er-

Sigmar Gabriel ist plötzlich dasselbe gut,

durch eine deutsche Firma geschieht ...

wenn es

kommen. Sie stecken mit denen unter einer Decke,

die sie kontrollieren sollen: „Heutzutagesind Wisfolgsaussichten

des

BioOK-Verbundes

wurde von dpa erstellt

Diese Sicht der Dinge bewies auch Ministerkollegin

senschaftlerPolitiker, sie sind Aktienhändler, sie haben

ihre eigenen Biotech-Unternehmen und sitzen

und ausgerechnetbei www. green p eace-

Aigner. Am 1 4. April 2009 verbot sie unter dem Jubel

vieler Umweltverbände den MON81 0. Deutsche

Versuchsfelder auch in ihrer Zuständigkeit blieben

u n an getastet, E n de Ju n i startete d i e gl ei ch e M i n i ste-

nicht länger nur in ihren Laboratorien herum. ... Die

Wissenschaftler sind massiv an der sozialen und po-

8

litischen Verbreitung ihrer Arbeit beteiligt.“

magazin.deam 1 3.5.2009 verbreitet.

8 Interview mit der U SamerikanischenWissenschaftshistorikerinrin

das Förderprogramm zur Entwicklung von Ener-

Lily E. Kay in der taz

5

giepflanzen − auch biotechnologisch . Der dritte Mi-

vom 4.9.2000

nister mit offensichtlich gespaltener Zunge und ei-

9 Marie-Monique

Robin: „M onsanto.

nem Hang zur heimatlichenGentechnik ist der SPD-

Mit Giftund Genen“.

Landwirtschaftsminister in Mecklenburg-Vorpom-

www. arte. tv/m on sa n to

mern , Till Backhaus. Er forderte am 2 9. April 2 009,

9a Fälle auf www.

d i e Au sb ri n gu n g d er Am fl ora - Ka rtoffel i n B ü tow zu

6

projektwerkstatt.de/

3

gen/koexistenz.htm

untersagen, da die Fläche mit 20 Hektar zu groß sei.

Sektlaune bei den

und www.keine-

Wenige Tage später lobte derselbe Minister die Gentechnikversuche

in seinem Bundesland M ecklen -

burg-Vorpommern − ausgerechnet die am dubiosen

Gentechnik-Seilschaften − hier

zum Start des AgroBioTechnikums.

Wa n n en d et d i e S el b s tb erei ch eru n g?

gentechnik/newsgentechnik/news/de/

20578.html


80% (mal mehr, mal weniger) der M enschen

1

in

Deutschland lehnen grüne Gentechnik ab. Al s

aber am 2009 die neuen deutschen Mitglieder der

europäischen Kontrollgruppe für gentechnisch e

Produkte benannt wurden, konnte der Widerspruch

nicht deutlicher sein: Alle waren entschie-

10

dene BefürworterInnen der Agro-Gentechnik.

Das ist keine Ausnahme: In den zuständigen Be-

1 0 www.biosicherheit.de hörden und Ämtern, bei Geldvergabestellen und

BVL in der Mauerstraße39-42 in Berlin

/de/aktuell/694.doku. den großen Forsch un gsförderern besetzen Befür-

html

worterInnen der Gentechnik alle Führungsposten .

flecht von Lobbyorganisationen und Konzernen.

11 UmweltinstitutMün Skeptische oder kritische Stimmen gibt es in Kom-

Kontroll- und Genehmigungsbehörden, Geldgeber,

chen,Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Dr. missionen, Genehmigungs- und Kontrollbehörden

Forsch un g un d Firm en sin d über die Jah re zu ein em

Buhk und Bartsch am nicht. SeitJahren haben die SeilschaftendortihreFä Filz zusammen verwoben , der sie als Einheit erschei-

24.11.2006 (S. 3)

den gezogen − mit dem genannten, fatalen Ergebnis.

nen lässt.

1 2 www. m argari n einstitut.de/faq/beiex

Ein prägnantes Beispiel ist der Leiter der Gentechpertennachgefragt/

exp_buhk1 .htm Verbraucherschutzamt: Schutz der

nikabteilung, Dr. Hans-Jörg Buhk. Neutral oder gar

kritisch war er nie. Schon Ende der 90er Jahre war er

13 ABIC2004Manifesto Konzerne vor VerbraucherInnen

sich sicher, dass Gentechnik großen Nutzen bringt

und weitereDeklara ti on (www. a gb i oworl d . Zum Sch utz der Verbrauch erI n n en besteh en Geset- und keine Gefahren birgt: „ Auf diese Weise können

org/declaration/ ze. Sie regul ieren Sch adstoffe un d sch reiben vor, die Lebewesen , die unserer Ernährung als Basis die-

p eti ti on /p eti ti on . p h p ).

welche Informationen offengelegt werden müssen . n en , gezi el t m i t E i gen sch a ften a u sgestattet werd en ,

Au ch : Fu ßn ote 1 1

und 1 5.

Da kann es beruhigen, wenn zur Durchsetzungdie die unsere Lebensmittel qualitativ verbessern und

ser Rech te a u ch eine h a n d l u n gsm ä ch ti ge B eh örd e sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile

exi sti ert: D a s B u n d esa m t fü r Verb ra u ch ersch u tz u n d bei der Erzeugun g un d Verarbeitun g erwarten l as-

Lebensmittelsicherheit (BVL). Auf seiner Internetsen. ... Kaum eine neue Technik ist bisher so ausgieseite

verspricht das Amt: „Das BVL nimmt ... die big auf mögliche Risiken getestet worden wie die

Durchsetzung dieser auf EG-N ormen beruhenden Gentechnik, und noch nie gab es Lebensmittel zu

Verbraucherschutzgesetze wahr. ... Ziel ist es, Ver- kaufen, die so umfassende Prüfverfahrendurchlau braucherrechte im Falle innergemeinschaftlicher fen mussten wie Lebensmittel , die mit H ilfe der Gen -

Verstöße besser durch zusetzen . . . . Dem BVL technik hergestellt wurden oder GVO enthalten . Ich

kommt bei der Wahrung der Verbraucherrechte denke, die Ängste vieler deutscher Mitbürgerkom eine Doppelfunktion zu: Zum einen ist das BVL men ,aus dem Bauch' und sind oft durch fehlendes

12

die so , Zentrale Verbin dun gsstell e' in Deutsch - Wi ssen h ervorgeru fen .“ 1996/97 unterstützte

land, zum anderen ist es auch selbst eine für die B u h k b ei öffen tl i ch en Au ftri tten u n d Sch ri ften d i e

Durchsetzung von Verbraucherrechten zustän- Einführung von Monsantos gentechnisch veränderdige

Behörde.“

ter (gv-)Sojaaufden deutschen Markt. 2000 unter-

Da wird sich mancheR beruhigt zurücklehnen −

zeichnte er die Erklärung „Scientistsin support of

Hans-JörgBuhk eine große Behörde kümmert sich um die Ver-

agriculturalbiotechnology“, das ManifestGentechnik Personenfotos:

Die Fotosstammen brauch erI n n en

Staat, Konzernen

un d ih re I n teressen gegen über

und anderen. Wahrscheinlich ist

befürwortender Wissenschaftler und Lobbyisten.

Bereits die Website, auf der das Manifest beworben

überwiegend von der dieses blinde Vertrauen auch gewollt. Denn die Rea-

wird, zeigt mit der Schlagzeile „ Supporting Biotech-

Seite www.transgen.

de. Dort dienen sie

als Werbung für das

lität ist weit entfernt von den Versprechungen . Genauer:

Das Gegenteil ist richtig. Bislang hat das BVL

nology in Agriculture“ die politischeAusrichtung. In

dem Manifest wird die Agro-Gentechnik unter ande-

Projekt TransGen. Tat- alle Anträge auf gentechnische N utzungen genehrem

als umweltfreundlich,

13

sicher und präzise versächlichdokumentieren

sie den Weg vom

anfänglich kritischen

11

migt. Ausgerechnet diese Behörde verweigerte die

Akteneinsicht nach dem Umweltinformationsgesetz.

herrlicht. Irgendwannfieldas sogarim schwerfälligen

Regierungsapparat auf: 2002 erhielt Buhk eine

Verbrauchersch utz Etliche Beamte stellten sich in internen Schreiben

Abmahnung wegen eines öffentlichen Auftritts als

zum heutigen Teilnehmen

an den Gentechnik-Seilschaften

uneingeschränkt hinter die antragstellenden Kon -

zerne und Forschungseinrichtungen, manche traten

Industrievertreter − doch nichts änderte sich an seiner

zentralen Rolle in Genehmigungsverfahren. Im

4 (siehe Seite 2 2).

soga r i n Werb efi l m en gen a u d er Fi rm en a u f, d eren

gleichen Jahr trat Buhk im Werbevideo „Das streit-

Anträge sie an anderen Arbeitstagen ohne die notbare

Korn“ auf, in dem er die ökonomischen Vorteile

wendigen umfangreichen Prüfungen durchwinkten.

von gv- M ai s an p ri es . Zu d em saß er i m Len ku n gsa u s -

Die wichtigsten Entscheidungsträger der Gentech-

schuss (Steering Committee) der Gentechnik-Messe

nikabteilungen sind eingebunden in ein enges Ge-

ABIC2004 und unterzeichnete (mit Hinweis auf sein


Es ist das spezifisch Deutsche an der Agrogentech- Behörden stoßen die Konzerne in der Regel auf we-

132 „ListofParticipants“

auf www.eigmonik

im Land, dass sich die großen Konzerne gern ein nig Widerstand. So übernahmen diese unbesehen rostock. de

bisschen verstecken . Es soll nicht auffallen, wie eng ein von d en M u l ti s en twi ckel tes Kon zept zu r wi ssen - 133 www.

Regierungen und Behörden mit ihnen verwoben schaftlichen Überwachung ihrer Freilandversuche hannovergen.de

sind. Doch mit BASF, Bayer und KWS ist es nicht an- m it den Laborfrüch ten . I m Begl eitsch reiben zum Fra- 134 www.bio.nrw.de/

ders wie mit Rüstungs-, Energie- oder Automobilgebogen fü r La n d wi rtI n n en d a n kten d i e Au toren u n -

wh oweare

konzernen, Banken oder Versicherungen. Sie alle geniert den Firmen Bayer CropScience, KWS, M on-

135 HannoverGEN-Verantwortlicher

Prof.

sind personell eng verflochten mit Aufsichtsbehörsanto, Pioneer und Syngenta für die Zusammenar- Hans-JörgJacobsen den, nehmen Einfluss über Lobbygruppenund sitbeit und Unterstützung. Kein Wunder, denn etliche auf einem Podiumsgezen

an den Tischen, wenn Gesetze geschmiedet Förderm ittel für die Agro- Gen tech n ik wan dern di-

136

sprächam 29.6.2006,

(www.zeit.de/2006/

oder der Kuchen mit den Fördergeldern verteiltwird. rekt in ihre Kassen oder die ih rer Tochterfirmen .

28/wissenschafts-

Nur wissen die Gentechnikfirmen, dass ihr Geschäft

Neben Bayer und KWS engagiert sich BASF in Genforu

m ?p age=2 ).

im Land nicht so beliebt ist wie der Bau von

CO

technik-Lobbygruppen wie dem aggressiv auftretenden

Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter

136 Bundestagsdrucksache

1 6/6208

(S. 6, 26 f., 30 ff.)

(BDP), aber auch in Kommissionen und Gremien, 137 www.de.wikipedia.

die eigentlich Gentechnikanwendungen kontrollie-

org/wiki/

ren und überwachen sollen. In der Zukunftsinitiative

Jü rgen_S tru b e

Rheinland-Pfalz zur regionalenWirtschaftsförderung mischte der langjährige Chef und heutigeAufsichts 138 www.infopartisan.

n et/tren d /trd 0 2 0 9 /

t4 2 0 2 0 9 . h tm l

ratvorsitzende des Chemie-Giganten,

Jürgen Strube, von 1 992 bis 1 998 als

137

Vo rs i tze n d e r m i t. Zudem übt er Ein -

fl u ss ü b er d i e M edi en p ol i ti k von B ertelsmann

aus, denn er sitztdortim Aufsich

tsrat, im Kuratorium der Stiftun g un d war stell -

vertreten der Vorsitzen der des von Bertelsm an n in itiierten

Stifterverbands für die deutsche Wissen-

138

schaft. Die Anzucht zur Massenaussaat der Amflora-Kartoffel

(B ASF) wurde durch Lan dwirtsch aftsm inisterinAigner

genehmigt, der Anbau sogarim Koa-

139

l i ti on s vertrag 2 0 0 9 festgesch ri eben , während

MON810 verbotenblieb. Die gleiche

Ministerin, die den Monsanto-Mais verbot,

genehmigte etliche Einzelfreisetzungen

neuerer Pflanzenkreationen. Sollte damit

neben der schwächelnden CSU auch die

Konkurrenzkraftderdeutschen Gentechnik

gestärkt werden? Warum erschien das Buch

„Monsanto. Mit Giftund Genen“, das die Kritikam 139 www.cdu.de/portal

U S-Konzern wirkungsvoll zuspitzte, ausgerechnet in 2009/29145.html

einem Bertelsmann-Verlag?

Führende GentechnikforscherInnen: Platter als PR-Agenturen

Forderungspapier der führenden Forschungsakademien am 1 3.1 0.2009:

„In Deutschland ist noch nicht hinreichend akzeptiert, dass die Anwendung der Gentechnik

in der Pflanzenzüchtung ein noch unausgeschöpftes Potential für den ökologischen

Landbau, für verbesserten Umweltschutz, die Erhaltung der Artenvielfalt und die Gesundheit

bietet. ... Demokratische Politik kann die Meinung der Wähler nicht ignorieren. Sie ist

aber auch dafür mitverantwortlich, dass die Wähler Fakten zur Kenntnis nehmen .“

Prof. Karl-Heinz Kogel (Uni Gießen) als Leiter eines Gengerstenversuches:

„Die Skepsis, auf die wir treffen, ist Ausdruck eines erklärbaren, ja notwendigen Schutzmechanismus,

der ja auch aus evolutionsbiologischer Sicht sinnvoll ist. Für uns Wissenschaftler

heißt das: Wir müssen zeigen, dass diese Technik, die wir einführen wollen,

große Vorteile hat und dass diese Vorteile begreifbar werden. ... Unsere Aufgabe ist es,

stetig und mit viel Geduld Überzeugungsarbeit zu leisten .“

29

Geld steuert Forschungsinhalte (Inge Broer, in: Volksstimme am 4.8.2009):

„Der Verein FINAB will sich mit der Sicherheitaller neuartigen Lösungen in der Landwirtschaftbefassen.

Bis jetzterhalten wir aber leider nur Mittel für Versuche an gentechnisch

veränderten Pfanzen.“ www.projektwerkstatt.de/gen/genforschung_uni.htm

2-Schleudern auf vier Rädern oder neuen Fabriken.

Darum setzen sie auf eine andere Strategie: Tarnung.

Statt selbst zu agieren, dulden und fördern sie

die Entstehung vieler Kleinstfirmen und regionaler

Biotechnologieinitiativen. Hinter diesen stehen dann

al s Au ftra g- u n d G el d geber d i e Kon zern e. Wer gen a u

hinguckt, sieht sie auch: Syngenta, BASF und Pioneer

kamen auf der 4. EIGMO-Tagung in Rostock mit

BVL, JKI und EFSA zusammen. Monsanto sponsorte

132

das Treffen. BASF stellte den Wachschutz an den

Versuchsfeldern des AgroBioTechnikums. Hartwig

Stiebler, Anwalt von Monsanto, vertrat BioTechFarm

und biovativ gegenüber KritikerInnen. ForscherInnen

wie Broer und Kogel haben Patente mit Bayer

und BASF. Was die ,Kleinen' entwickeln oder durch -

setzen, wird später den großen Konzernen dienen .

133

Lokal istes ähnlich: Wenn in Hannover die SchülerInnen

frühzeitig selbst gentechnisch manipulieren

können, stehen KWS und der Fonds der chemischen

Industriedahinter. Wenn ein teuresPropagan da-Fahrzeugmit dem klangvollen Namen „Science

Live Mobil“ durchs Land fährt, dann handeln wieder

Staat, Konzerne und Lobbygruppen gemeinsam. Die

mit Steuergeldern gefütterten regionalen Biotechnologieinitiativen

werden von Ex-Konzernmanagern

geführt − sei es Ex-KWSler Jens Katzek, jetzt bei BI O

Mitteldeutschland, oder der Ex-Bayer-M anager

134

Bern ward Garth off, bei B I O. N RW. Hand in Hand −

wie bei der Anwendung der Gentechnik auch − versuchen

die M inderheiten, ihre Vorstellungen einer

biotechnisch designten Gesellschaft in die Köpfe der

Mehrheit zu bringen. Dazu gehört immer auch die

D i ffam i eru n g d er G en tech n i kkri ti k, „ m i t d em Zi el ,

dass wir die Jugend ein bisschen immunisieren ge-

135

gen diese merkwürdige Propaganda“.

1997 berieten Bayer, Monsanto und andere Agromultis

in Amsterdam gemeinsam über die Strategie,

die genmanipulierte Sojabohne in Europa zu lancieren

. Während Monsanto dabei auf die Dienste des

berüchtigten PR-Unternehmens Burson-M arsteller

zurückgriff, engagiert Bayer in solch kniffligen Fällen

gerne die Agentur Genius oder TransGen. Bei den


127

die MON810 verwendenden Saatgutzüchter (z.B. sen. Bei einer solchen Hintergrundabsicherung im

125 Wilhelm, R., Beißner,

L, Schmidt, K., KWS) setzten auf Schludrigkeitund Wohlwollen der Zusammenspiel mit einer einseitig pro Gentechnik

Schmidtke, J. und Kontrollbehörden − mit Erfolg. Die teilte erst dann denkenden Kontrollbehörde BVL war nicht überra-

Schiemann, J. (2004):

das Aus für den Bt-Mais mit, als alle Saaten in der schend, dass es am Ende hieß: „Der von der Firma

„Monitoring des Anbaus

gentechnisch Erde waren. So wuchs einen Sommer lang verbote- Monsanto vorgelegte Plan zur Beobachtung der Um-

verän d erter P fl an zen “. ner Mais auf Hunderten von Feldern. Gleichzeitig weltwirkungendesGenmais MON810 erfüllt die ge-

Es ist nicht die einzige

wurde hinter den Kulissen um eine neue Genehmistellten Anforderungen in vollem Umfang. Dies

wi ssen sch aftl i ch e Arbeit

in der Personengung gefeilscht. Notwendig dafür war ein Monito- stellte das Bundesamt für Verbraucherschutz und

konstellation.Schieringplan, denn Monsanto hatte diese Auflage nie er- Lebensmittelsicherheit (BVL) heute in Berlin noch

128

mann leitet die Behörfüllt,

die Umweltauswirkungen langfristig beobach- einmal klar.“

denarbeitsgruppe„AnbaubegleitendesMoniten zu lassen. In Windeseile entstand nun dieser

Wie bei der Auskreuzun gs- un d Sich erh eitsfortori

n g“, i n d er a u ch Plan und führte am 6.1 2.2008 zur Wiederzulassung

schung auch, beginnt das Problem in den undurch-

Schmidt mitwirkt.

126 SchiemannistLeiter der BBA-Abteilung

von M ON 81 0. Doch der Blick hinter die Kulissen offenbarte,

wie sattelfestdie Seilschaften der Gentechdringlichen

Seilschaften. In der zuständigen Arbeitsgruppe

„Anbaubegleitendes Monitoring gentech-

Gentechnik und Biolonik hier sitzen. Der neue Plan basierte laut Monsanto

nisch veränderter Pflanzen im Agrarökosystem“ sitgi

sch e Si ch erh ei t u n d

EFSA-Mitglied.

Lorch/Then, S. 28

auf bestehenden Überwachungssystemen z.B. bei

Bienen, deren ausführende Stellen nie befragt wur-

32

zen wieder die gleichen SeilschafterInnen: Die Leitung

hat Joachim Schiemann. Mit dabei auch

127 Zusammengestellt

den, sowie auf einem Monitoring-Entwurf aus dem

125

Bartsch/BVL, Broer/UniRostock, Gathmann/RWTH

in Lorch/Then, S. 30. Ja h r 2 0 0 4 . Dessen AutorInnen bildeten eine selt-

Aachen (jetzt BVL), Schmidt/BioM ath , außerdem

Quell e: Sch m idt/M ön -

kemeyer 2007 : Use of

existing networks for

same Mischung: Drei Behördenmitarbeiter wirkten

zusammen mit zwei LobbyistInnen und Nutznieße-

Beh örden vertreter von Lan des- un d B un desfach -

stellen und -ministerien wie BM ELV, RKI/BVL, LLG

monitoring MON 810 rInnen der Gentechnik (Kerstin Schmidt und Jörg

Sachsen -Anhalt, Landesamt für Verbrauchersch utz

in Germany. Annex 1

des Monitoringplans

(www.bvl.bund.de/

Schmidtke aus dem Filz des AgroBioTechnikums in

Groß Lüsewitz). Mit im Boot waren die Konzerne. In

u n d La n d wi rtsch a ft, LWK H a n n over, LWK Westfal en -

Lippe, LWK Rheinland, LWK Weser-Ems, LUFA Nordcln

_007/DE/08__ der Veröffentlichung bedankten sich die AutorInnen

West, Landespflanzenschutzamt Mecklenburg-Vor-

PresseI nfothek/00

__doks__downloads/

Monitoringplan,

für die Unterstützung durch Bayer CropScience,

KWS, Monsanto, Pioneer und Syngenta. Eine wichpommern

, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft,

Niedersächsisches Landesamt für Ökologie,

tem p l ateI d =ra w, tige Klammer könnte Joachim Schiemann gebildet

UBA, Bayerisches Landesamt für Bodenkultur und

property=

publicationFile.pdf/

Monitoringplan.pdf,

haben, denn er war als Gründungsmitglieddabei, als

das AgroBioTechnikum entstand. Hier kommen er-

Pflanzenbau, FAL, ThüringerLandesanstalt für Landwirtsch

aft, B un dessorten am t un d Vertreter von

MonsantoEuropeim neut Kontrolltätigkeit als Behörde, eigene Versuchs-

ZALF, BBA sowie der Universitäten Bielefeld, Göttin-

Schreiben an das BVL,

31. August2007). 128 BVL2007b: Umwel

twi rku n gen d es

a kti vi tä ten u n d d i e U n terstü tzu n g von Lob b ya rb ei t

126

und Freisetzung in einer Person zusammen . Au ch

die konkreteAusformulierungdes dann akzeptierten

gen und Oldenburg. Sie sitzen zusammen mit der Industrie:

Bayer CropScien ce, Pion eer H i-Bred, KWS

Saat, Syngenta, Monsanto und der Industrieverband

Genmais MON81 0 Monitoringplanes blieb in der „Familie“: Zunächst

Agrar sind dabei, ebenso wenig fehlen Lobbygrup-

werden umfassend betrachtet.Pressemitteilung

vom 18.12.2007.

schlug das BVL der Firma Monsanto eine Liste mit

über 30 potenziellen Beobachtungssystemen vor.

pen wie der Bundesverband

130

züchter und Genius.

Deutscher Pflanzen-

Kersti n Sch m i d t l egte d a ra u fh i n i m Au ftrag von M on -

129 MehrFälle: www.

projektwerkstatt.de/

gen /koexi sten z. h tm

santo einen schriftlichen Vorschlag für die genauere

Au swah l d er N etzwerke vor. D er Vorsch l ag i h rer

Nur einmal klappte es nicht mit der Verfilzung: 2005

lehnte die damalige Landwirtschaftsministerin Re-

130 Lorch/Then, S. 55 Firma BioMath wurde wiederum von Monsanto beim

nate Künast die staatliche finanzielle Unterstützung

131 Lorch/Then, S. 4

BVL eingereicht und die Behörde genehmigte die-

fü r Forsch u n gsp rojekte von Sch i em an n (B B A) ab ,

bei denen gentechnisch veränderte Pflanzen entwi-

129

Pleiten, Pech und Pannen − Praxis der grünen Gentechnik I

ckelt werden sollten . Schiemann war damals gleich -

Jahrzehnte haben die sogenannten WissenschaftlerInnengelogen, um ihre Technik durch-

zeitig sowohl auf EU-Ebene als auch auf nationaler

zusetzen . Die Ausbreitung sei kontrollierbar, die Auskreuzung zu begrenzen . Richtig war

und ist das Gegenteil: In den HauptanbauregionenderErde (Nord- und Südamerika, Indi-

Ebene an der Bewertung von gentechnisch veränen)

sind Landstricheverwüstetund eine gentechnikfreieLandwirtschaftnicht mehr mögderten Pflanzen in Zulassungsverfahrenbeteiligt. lich. Doch selbst in Ländern , in denen Gentechnik kaum oder gar nicht verbreitet ist, gerät

Das Rauschen im Blätterwald war groß. Künast sei

die Technik ständig außer Kontrolle. Beklemmend: Die beiden weltweiten Ausbreitungen

mit Reis und Leinsaatstammten aus kleinen Versuchsbeeten. Das reichte für eine Kontami-

forschungsfeindlich, sie würde sogar biologische Sination

überall hin.

cherheitsforschung verhindern, so der Tenor. Die

• 2005 gelangte gentechnisch kontaminiertes Maissaatgut der Firma Pioneer in eine Reihe grüne Argumentation in der Bundestagsdebatteam deutscher Bundesländer, unter anderem Bayern und Baden -Württemberg. Die Bauern

7. M ärz 2005: „Es soll aber nicht so sein , dass die-

waren erst nach der Aussaat von der Verunreinigung informiert worden .

selben M itarbeiterinnen und Mitarbeiter, die pro-

• In Mexiko, der Wiegedes Maisanbaus, fanden Wissenschaftler gv-Bestandteile in

Maisproben aus 2001 bis 2004. Die Ursache konnte nie gefunden werden.

duktnah forschen, nachhereine unabhängigeExper • 2006 wurde weltweit der gv-Reis LL601 von Bayer gefunden. Angebaut wurde er nur auf tise darüber erstellen, ob diese Produkteden allge-

Versuchsfeldern . Reis ist Selbstbestäuber − wie Gerste und Weizen. Trotzdem schaffte er meinen Sicherheitsstandards hinsichtlich der Ver-

die weltweite Ausbreitung. 2009 wiederholte sich das Drama mit Leinsaat.

28 • Ab Mitte 2009 verdichteten sich die Meldungen über ungewollte Auskreuzungen (Mais,

Leinsamen ...) zur Gewißheit: Die Gentechnik ist kaum noch zu stoppen ...

• 39 Prozent (2007) bzw. 33 Prozent (2008) aller Soja-Produkte weisen Spuren von gen -

technisch veränderter Soja auf.

Quelle und mehr Fälle: www.projektwerkstatt.de/gen/koexistenz.htm

braucherinnenund Verbraucher und der Biodiversi-

131

tät en tsprech en .“


Amt im BVL) das „ABIC2004 Manifesto“, in dem die Buhk ist nicht der einzige Fall von Filz im BVL. In sei- 14 mensch+

Abschaffung „unnötiger Hürden“ für die Zulassung ner Abteilung arbeitet Detlev Bartsch , zuständig vor umwelt spezial

von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) allem für die Bewertung von Auswirkungen auf die

2004/2005 (S. 75).

Herausgeberwardie gefordert wurde. Zur gleichen Zeit − welch absurde Umwelt. Doch was er untersuchen soll, ist für ihn GSF (Helmholtz-Ge-

Lage − war Buhk als Leiterdes Gentechnik-Referats l än gst entschieden . Bereits 1 995 erklärte Bartsch : sellschaft).

für die Einhaltung dieser bestehenden ,H ürden' ver- „Es geht schon lange nicht mehr darum, ob wir die 15 AntjeLorch (2009):

antwortlich. Als politischer Lobbyist agitierte er folg- Gentechnik wollen oder nicht. Es geht vielmehr da-

15

„Kontrolle oder Kollaboration?“

in umwelt

lich genau gegen die Richtlinien, deren Einhaltung er rum, wie wir sie wollen.“ In dieser Zeit arbeitete er aktuell 7/2009

beruflich im BVL zu überwachen hatte. Die damals selbst an Freisetzungsversuchen an der RWTH Aa- 16 Ein FilmdesBayri zuständige Ministerin Künast kündigte nach öffentlichen mit. 2002 wirkte er im gleichen Werbevideo schen Rundfunks vom

chem Druck eine Überprüfung an. Geschehen ist

19

wi e sei n Vorges etzter B u h k m i t. In einem Interview

Frühjahr 2009 dokumentierte

die Abläufe

seitdem nichts. Im Gegenteil: Buhk setztesich trotz beschrieb Bartsch MON81 0 als „sicheres Produkt“. u n d p ortrai ti erte d en

seiner Tätigkeit als oberster Verbraucherschützer in Damals wurde er auch Mitglied des Projektmanage- industriefreundlichen

Sachen Gentechnik für die Gentechnik und gegen mentkomitees des EU-ProjektsTRANSCONTAINER BVL-Gentechnikchef

Dr. Buhk. Dieser ver-

Verbraucherrechte ein. In einem Werbeheft der zur Entwicklung von Terminator-GVOsund Mitglied weigerte jegliche Aus-

Gentechniklobby regte er an , „ob in der EU nicht zu- der Gesellschaft für Pflanzenzüchtung, die durch kunft gegenüber dem

mindest für alle entsprechend den Standards des den Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter ge-

Sender. Der Bericht ist

auf www.youtube.com

Cartagena-Protokolls geprüften GVO Schwellenfördertwird. Im Deutschlandfunk stellte Bartsch die u n ter d em Ti tel „ M on -

werte etabliert werden sollten , bei deren Unter- Gentechnik als alternativlosdar: „Dann haben wir ei- santo in deutschen

14

schreitung die Zulassungspflicht entfällt“. Beim Giegentlich nur noch die Wahl, den Maisanbau ganz

Behörden“ sowie auf

www. b i otech -

ßener Gengerstenversuch unterzeichnete er am aufzugeben, oder umfangreich Insektizide einzuset- seilschaften.de.vu

3.4.2006 die sofortigeVollziehungund nahm damit zen. Oder aber wir setzen eine neu entwickelte BT- (Unterseite zu Konzer-

den VerbraucherInnen jede Möglichkeit, mit ihren Maissorte ein. Mehr Optionen bleiben

19

nicht.“

nen) zu finden.

17 UrteildesVerwal Einwendungen eine Wirkung zu erzielen. Zur Freiset- Eigentlich Beamtermitder Aufgabe, „Leben und Getu

n gsgeri ch ts B ra u n -

zung von genmanipuliertem Weizen in Gatersleben sundheit von Menschen, die Umwelt in ihrem Wir- schweig vom

b eh a u p tete d as B VL i n d er Wi rtsch a fts woch e vom kungsgefüge, Tiere, Pflanzen und Sachgüter vor

23.04.2009 (Az.

2 A 224/07, S. 1 0 f.)

18.9.2006: „Die so genannten Weizensippenwür schädlichen Auswirkungen gentechnischer Verfah-

18 SendungdesSWRin den sich nicht untereinander kreuzen.“ Das war ren und Produktezu schützen“ (§ 1 Nr. 1 Gentech-

Report Mainz am

falsch und wurde so nicht einmal vom Antragsteller

11

nikgesetz vom 1 .4.2008), hält er stattdessen die Al- 28.2.2005

I PK behauptet.

ternativlosigkeit der Gentechnik hoch. Abgesehen 19 Sendungam

Am 26. April 2007 wehrte sich Buhk gegen die Weisung

des Agrarministers zur Einschränkung der In-

von der inhaltlichen Schwäche des Arguments − die

Bekäm pfun g des M aiswurzelboh rers kan n m it kl assi-

8.12.2003, zitiert

nach: Fußnote 11.

B artsch a u f www.

verkehrbringensgenehmigung von M ON 81 0: „In

schen M ethoden wie Fruchtfolge und geeigneter Bo- biosicherheit.de/de/

meiner Zuständigkeit als Leiter der Abteilung Gen -

denbearbeitung erfolgen − stellt sich die Frage, wes-

aktuell/509.doku.html

technik kann ich die ergangene Weisung aus fachlisen

Interessen Bartsch bei seiner Argumentation

chen Gründen

15

nicht als richtig erachten.“ Die in-

für den Einsatz der Agro-Gentechnik vertritt.

terne Mail diente kurz danach der Firma Monsanto Eine weitere Mitarbeiterin des BVL, Marianna

als Munition in einem Klageverfahrenund trug dazu Schauzu, wurde verdächtigt, unter einem Pseu-

bei, dass das Verbot wieder aufgehoben wurde. Ob donym Propaganda-Artikel für die Agro-Gen-

diese Verwendung von Beginn an das Ziel der Buhk'-

16

technik zuschreiben . Schauzu arbeitet heute im

schen Mail war, ist unklar. Al s si ch 2 0 0 9 h era u s - Bundesamt für Risikoforschung (BfR) in der Ab-

stellte, dass M ON81 0 stärker auskreuzte als geteilung für Risikokommunikation. Dort hält sie

dach t, war ern eut das BVL Propagan dist. I m Verbots- die Kontakte zur Europäischen Zulassungsstelle

verfah ren zu ein em Versuch sfel d stel lte das Am t die EFSA (European Food Safety Authority) und be-

20

Detlev Bartsch

absurde Behauptung auf, dass „ein höherer Pollen - arbeitet Stellungnahmen zu Freisetzungen.

20 Antje Lorch/Chris-

austrag nicht gleichsam automatisch zu einer Erhö-

17

hung der Auskreuzungswahrscheinlichkeit“ führe.

Am 24.1 1 .2006 reichten M itarbeiterInnen des Umweltinstituts

M ünchen eine Dienstaufsichtsbetop

h Th en (2 0 0 8 ):

„Kontrolle oder Kollaboration?“

(S. 1 2).

Die Liste weiterer Verflechtungen ist lang. Buhk ist schwerde gegen die leitenden Beamten Buhk und D own l oad : www.

kurzlink. de/

U n terstü tzer d er Lob b y- I n i ti a ti ve „ P u b l i c Research & Bartsch

15

wegen deren offensichtlicher Parteilichkeit

agrogentech.pdf.

Regu l a ti on I n i ti a ti ve“ (P R R I ), d i e u n ter a n d erem von ein . Staatssekretär Lindemann vom Landwirt- Marianna Schauzu ist

Syn gen ta un d m eh reren Gen tech n ik-Lobbyorgan ischaftsministerium (BMELV) wies diese zurück. Da- Funktionärin der Partei

Die Linke (Berlin).

sationen gesponsert wird. Als „größte Ungeheuerb ei verteid i gte er d i e B VL- Ab tei l u n g ga r n i ch t, son -

21 Schreiben vom

lichkeit“ bezeichnete das Fernsehmagazin Report, dern behauptete, die Parteilichkeit habe keine Aus-

31.5.2007, Az.

das 2005 etliche dieser Verflechtungen veröffentwirkungen, weil der Präsident des BVL jeden Freiset- 114-0454-3/3000

l i ch te, d a s Verh a l ten von B u h k u n d wei teren B eh örzungs- und Inverkehrsbringungsantrag nochmals 22 Bescheid des BVL an

21

denmitarbeitern beim Ausfüllen von Formularen vor

Beginn ihrer Dienste für die EU. Die Beamten wur-

überprüfe und dann selbst unterzeichne. Doch dam

it irrte der Staatssekretär. Un ter der Gen eh m igun g

die Universität Gießen

vom 3.4.2006 5

(Az. 6786-01-01 68)

den von der EU in Standardfragebögen nach Interes- des Gengerstenversuchs 2006 bis 2008 in Gießen und vom 4.5.2009

18

senkonflikten befragt, verschwiegen diese jedoch. findet sich ausschließlich die Unterschrift von Buhk,

22

beim Folgebescheid 2008 die von Bartsch .

(Az. 6786-01 -0200)


N och etwas ist unfassbar: Ausgerechnet die vom auf Staatsseite aber gibt es nicht, der Staat steht mit

N amen her obersten staatlichen Verbraucherschüt- allen relevanten Behörden auf der Seite einer macht-

23 Mehr zu dem Fall:

zer ließen sich bei ihrem Geschäft nicht gern in die vol l en M i n d erh ei t.

www. p rojektwerkstatt.

de/gen/sonder_bvl_

Karten schauen. Das BVL musste sich 2009 von ei-

www.biotech-seilschaften.de.vu

akteneinsicht.htm. nem Gericht zurechtweisenlassen, dass es rechts-

24 Absender war der widrigerweise seit Jahren die Einsicht in Akten ver-

Wi ssen sch a ftl erkreis

weigert h a t. Zwei G en tech n i kkri ti ker h a tten d a s B u n -

Grüne Gentechnik e.V.

(WG G ), Qu el l e: www. desamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsi-

Gerichtete Wissenschaft:

gruene-gentechnikonline.de

(ohne Datu

m )

cherheit verklagt, weil dieses ihnen mit fadenscheinigen

Gründen den Zugang zu den Akten nicht gewä

h ren wol l te. N a ch d em erfol grei ch en G an g vor

Ju l i u s - Kü h n - I n s ti tu t

und andere SpaltproduktederFAL 25 Auf Landkarten und

Stadtplänen ist meist Gericht können nun alle Menschen auf Grundlage N ordwestlich von Braun sch weig wird ein e eh em als

„Bundesforschungsan- d es U m wel ti n form ati on sgesetzes od er d es Verb ra u - bedeutsame Einrichtung langsam umstrukturiertund 25

stalt für Landwirt-

cherinformationsgesetzes direkt beim Bundesamt zu großen Teilen abgewickelt. Au s d en Spal tp roschaft“

eingetragen.

Die Internetadresse

lautetewww.fal.de, die

für Verbraucherschutz und

23

Akten einsi ch t n eh m en .

Lebensmittelsicherheit dukten entstehen an neuen Orten modernisierte Behörden.

Forschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)

jetzt a u f d i e n eu en I n -

stitutionen verlinkt.

2 6 B eri ch te a u f www.

bs-gentechfrei.de.

Eigentlich sollen BVL & Co. die Gentechnikindustrie

und -forschung kontrollieren. Doch dies erfolgt so,

d a ss d i e Kon trol l i erten i h ren Kon trol l eu r n i ch t fü rch -

und Biologische Bundesanstalt (BBA) sind die Begriffeder

Vergangenheit. Aus ihnen entstanden ein

Tierbereich (FLI), das Julius-Kühn-Institut (JKI) als

27 MON810 wurde am ten müssen. Im Gegenteil: Lobbyverbände und Fir-

neue BundesfachbehördefürPflanzenbau und das

14.4.2009durchdie Landwirtschaftsministerin

Ilse Aigner wegen

ungeklärter negativer

men sind voll des Lobes über die Aufsichtsbehörden

des Bundes. Das bestätigt, was BVL, ZKBS, JKI usw.

selbst nicht gern zugeben: Die Behörden arbeiten im

Johann Heinrich von Thünen Institut (vTI), welches

die verbliebenen Flächen und übergreifende Institu

te d er E x- FAL verwal tet. Au f d em eh em al i gen R ü s -

Auswirkungen auf die

Umwelt verboten

(www.agrarheute.com/

pflanze/mais_und_

Sinne der Seilschaften für Gentechnik. Eine dieser

Seilschaften empfahl Ilse Aigner, Bundesministerin

für Ern äh run g, Lan dwirtsch aft un d Verbrauch er-

tungsgelände der Nationalsozialisten an der Braunschweiger

Bundesallee haben Freisetzungen und andere

Versuch e Tradition . Sch on in den 90er- Jah ren

Ölsaaten/die_mon81 0

-entscheidung.html?

redid=30092 2).

schutz, als diese laut über das Verbot der Gentechnik

nachdachte: „Eine Beratung zum Beispiel mit

den hierzuseitJahren forschenden Wissenschaftlern

wurdenhier genmanipuliertePflanzenausgesät. Bislang

blieb das in der Region aber weitgehend unbekannt

und wenig beachtet. Selbst in den angrenzen-

in Bundes- und Landeseinrichtungen oder auch

den Stadtteilen wussten nur wenige von den Genfel-

deutschen Landwirten, die zugelassene Produkte

dern und den hinter ihnen stehenden Gentechnik-

seit Jahren nutzen , könnte aber gegebenenfalls aufseilschaften.

Wahrscheinlich liegt das auch an der

24

schlussreich sein.“

Größe des Gesamtgeländes, welches durch den

Wer also al s Verbrauch erI n Sch utz such t oder auf

viele Kilometer langen Zaun und den umgebenden

Waldstreifen keine Einblicke von außen gewährt. Erst

unabhängige Begutachtungen hofft, istbei den Bun-

2009 nahm der Protestin Folge einer spektakulären

desbehörden an der falschen Adresse. Alternativen

Feldbesetzung und einer mehrwöchigen Mahnwa-

26

Verweigerte Akteneinsicht: Das BVL scheut das Licht

che vor dem Eingang zu.

Skandalöse Ausreden prägten die BVL-Ablehnungen: „Eine Einsichtnahme in diese Unterlagen

vor Ort in den Räumen des BVL ist jedoch nich t möglich“, schrieb die Beh örde

Die mehrere Quadratkilometer große, mit eigenem

am 8.1 0.2008 und stellte verzögernde N achfragen − nach dem geltenden Recht hätte Wachpersonal gesicherte Fläche beherbergt nicht

sie innerhalb von 30 Tagen die Akteneinsichtgewähren müssen. Doch erstnach weite-

nur Felderund Ställe. Hier sitzenwichtigeBundesbe ren Schreiben, der Ablehnung und dem formalen Widerspruch am 30.1 2.2008 folgte

ein endgültigerAblehnungsbescheid: „Der Grund dafür liegtdarin, dass wegen der

hörden − und in viele dieser reichen die Seilschaften

knappen Raumsituation in dem Dienstgebäude in der Mauerstrasse 39-42 ... keine

der Gentechnik tief hinein. Das BVL, dessen verfilzte

freienRäume zur Verfügung stehen, in denen die Akteneinsichterfolgenkann.“ Die so

Gentechnikabteilung in Berlin sitzt, hat hier seine

abgewiesenen Gentechnikkritiker reichten Klage ein und beantragten dort, „festzustel -

len, dass die Verwehrung der einfachen Akteneinsicht oder eines anderen kostenfreien

Zentrale. Prägender aber sind landwirtschaftliche

Zugangs zu umweltrelevanten Daten ein Verstoß gegen das geltende Umweltinformati- An stal ten u n d I n sti tu ti on en . Si e wu rd en am

onsgesetz ist.“ Die Behauptung, keinen Platz für einen Tisch in der riesigen Behörde zu

1 .1 .2008 umstrukturiert und umbenannt. Für das

haben , sei absurd: „ Das Um weltin formationsgesetz form uliert einen klaren Anspruch

und damit einen Auftrag an die Verwaltung, diesen auch erfüllen zu können. Es kann

Gelände und die Verwaltung ist fortan das vTI zu-

nicht hingenommen werden , dass die Verunmöglichung dieses Anspruchs jahrelang und ständig, in dem nur noch wenige Fachspartenange auf Dauer zum Alltag einer Verwaltung gehört. Dieses ist umso bedenklicher, als dass es

siedelt sind. Eine davon ist das Institut für Biodiversi-

ausgerechnet die oberste Bundesbehörde für Verbraucherschutz ist, die auf diese Art

gesetzlich verankerteVerbraucherInnen-RechtemitFüßen tritt.“ Das zuständigeVerwal tät, an dem Prof. Ch ristoph Tebbe Freisetzun gsvertungsgericht

in Braunschweig gab dem BVL keine Chance und empfahl ihm, das Verhalsuche in Kooperation mit Universitäten organisiert.

ten von sich aus zu verändern und die Möglichkeit zur Akteneinsicht zu schaffen. Mit

Schreiben vom 26.3.2009 knickte die Behörde ein, um eine N iederlage vor Gericht zu

Wi ch ti ger fü r d i e Agrogen tech n i k i st d as a u s d en

vermeiden. Damit war zumindest dieser fortgesetzte Bruch der VerbraucherInnenrechte Pflanzenbaubereichen der BBA neu geformte JKI .

durch das Amt, das diese eigentlich sichern sollte, beendet. Schlimm: Das Bundesamt

Die Behörde des Bundes berät das BVL und führt ei-

für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit war nicht die einzige Behörde, die Ak-

6

teneinsicht verweigerte. Beim Bundessortenamt wurden nur wenige Blätter gezeigt, während

das bundeseigene Julius-Kühn-Institut, als Bundesfachanstalt für Pflanzenbau intengen

e Versuch e durch . H auptth em a ist dabei das, was

bei vielen Freisetzungsversuchen als Ziel benannt

siv mit gentechnischen Experimenten beschäftigt, sich grundsätzlich weigerte, Aktenein -

wird: Die Überprüfung der Sicherheit von Gentech-

sicht zu gewähren (siehe unten im Kapitel zum Julius-Kühn-Institut). Ebenso verfuhren

vTI und das ForschungszentrumJülich. nik. 2009 wollten vTI und JKI das Gelände für zwei

27

Dokumentation: www.projektwerkstatt.de/gen/sonder_bvl_akteneinsicht.htm

Ve rs u c h e n u tze n . D o c h d a s Ve rb o t vo n M O N 8 1 0


6. Jeder Auskreuzungsversuch hat Auskreuzung zur

Folge (das ist ja im Versuch angelegt), schafft also

dieGefahr,dieerzuuntersuchenvorgibt,selbst.

Da für eine weltweiteAuskreuzung ein Versuchsfeld

reicht, kann das auch ein Motiv sein, die Felder

anzulegen.

Auskreuzungsforschung dient der Produktentwicklung,

weil sie keine offenen Fragen der Gentechnik

untersucht oder mögliche Gefahren bei Zulassungen

prüft, sondern selbst die Grundlage für die Zulassung

schafft, z.B. die gesetzlichen Grenzwerte, unterhalb

derer ein Futter- oder Lebensmittel als gen- technikfreigilt − ohne es zu sein. Der obersteKon trolleur der Gentechnik in Deutschland, BVL-Gentechnikchef

Buhk, warnte folgerichtig vor „Schwellen

werten , deren Übersch reitun g kün ftig die Ken n -

zeichnungspflicht nach Richtlinie 2001 /18/EG beziehungsweise

der EU-Verordnung auslösen werden

.“ Solche zu niedrigen Grenzwerte hätten Folgen,

die „mit erheblichem zeitlichen, administrativen und

120

finanziellen Aufwand verbunden“ sein könnten .

Zum Vergleich: Eine Forschung an Atomkraftwerken,

ab welchem Abstand von den Kraftwerken ein

Wohnhaus als strahlungsfrei bezeichnet werden

darf, weil es ,nur' eine bestimmte Menge an Radioaktivität

abbekommt, würden nur wenige als Sicherheitsforschung

begreifen, sondern als Beitrag dazu,

Atomkraftnutzung handhabbar zu machen. Sie wäre

ein e die Atom kraft voran treiben de Forsch un g. So

verhält es sich auch mit der Sicherheitsforschung in

der Gentechnik: Sie dient der Durchsetzung von

gentechnischen Produktenauf dem Markt, weil Regeln

für deren Verbreitung geschaffen werden. Die

Forschung hilft dabei, solche Regeln zu finden, die

d en G en tech n i ka n b i etern gen ü gen d Sp i el ra u m geben

und allen anderendie Möglichkeitnehmen, eine

Markteinführungzuverhindern, weil ja nun alles legal

ist. Grenzwerte in Gesetzen werden an die Bedürfnisse

der Konzerne angepasst, nicht umgekehrt.

Die ersten Auskreuzungsversuche mit transgenen

Maissorten liefen 2005-08. Projektpartner waren

u.a. die RWTH Aachen, die BBA in Braunschweig

und Darmstadt (jetzt JKI) und das BioTestLabor (BTL

GmbH ) aus den Seilschaften am AgroBioTechnikum .

121

Die Summe der Fördergelder betrug 3,27 Mio €.

Im Jahr 2008 standen wichtige Felder der Auskreuzungsforschung

in Rheinstetten-Forchheim (Versuch

der Technischen Landeszentrale in Baden -

Wü rttem b erg), i n B ra u n s ch wei g (R WTH Aa ch en )

und im nahegelegenen Sickte (Versuch des JKI). Alle

drei Versuchsleiter traten pro Gentechnik auf, d.h.

die Folgen - und Sicherheitsforschung an der Gen -

technik wird von Instituten und Personen durchgeführt,

die schon vorher wissen, dass es keine nach -

teiligen Wirkungen der Gentechnik gibt. 2009 sollte

dann der Sickter Versuch, weil er 55.000 Euro Bewachungskosten

verursachte, mit dem Forschungsfeld

der RWTH Aachen auf dem Gelände der ehemaligen

FAL westlich Braunschweig zusammengelegt

werden − fiel aber dem M ON81 0-Verbot zum Opfer.

An der Aachener Uni gibt es keine landwirtschaft-

l i ch e Faku l tät. D i e Sei l sch aft au s Aach en (u . a . I n -

golf Schuphan, die BVL-Vertreter Bartsch und

Gathmann sowieKogelund GregorLangen, heute

Uni Gießen) besteht aus Biologen. Sie arbeiten an

versch ieden en Orten als Gen forsch er oder in den

G en eh m i gu n gsb eh örd en . B a rtsch fü h rte i n sei n er

Zeit in Aachen (1992-2000) selbst Freisetzungsvers

u ch e d u rch , u . a . m i t gv- Zu ckerrü b en d er

Firma KWS. Schuphan, bei dem Bartsch als wissenschaftlicher

Mitarbeiter diente, war Leiter verschiedener

BM BF-Projekte zur Biologischen Sicherheitsforschung

− obwohl er diese für überflüssig

hielt: „Unsere Ergebnisse weisen darauf

hin, dass ein Monitoring eigentlich nicht nötig ist,

da eben keine schädlichen Auswirkungen des Bt-

122

Mais nachweisbarwaren.“ und „Unsere Forschungsergebnisse

zeigen ganz klar, dass der Anbau

von Bt-Mais M ON81 0 keine nachteiligen Wirkungen

auf den Naturhaushalt hat. Abstandsflächen

123

zu Naturschutzgebieten sind nicht nöti

g.“ Seit 2004 ist Bartsch im BVL für Koexistenz

und GVO-Monitoring zuständig − der Ausführende

von Freisetzungen ist nun also selbst der

Kontrolleur. Auch der Ex-RWTHler Achim

124

Gathmann

arbeitet dort, eingestellt 2006. So kontrolliert

eine Clique, die früher selbst Gentechnik

angewendethatund zudem Kontrolle für überflüssig

hält. Lustlose Böcke spielen Gärtner ...

www.projektwerkstatt.de/gen/

koexisten z. htm

Monitoring

Der Begriff bezeichnet das anbaubegleitende Beobachten

von Umweltauswirkungen. Etwas sarkastisch

kan n form ul iert werden : Durch M on itorin

g kan n besser dokum en tiert werden , dass all es

schiefgeht. Monitoring dient nicht der Verhinderung

von Auskreuzung oder von Schäden an Um -

welt und Gesundheit. Als verschärfendes Problem

der ohnehin mächtigen Seilschaften in der Gen -

technik wurde auch das Monitoring in denselben

Kreisen angesiedelt, die die zu beobachtenden gv-

Pflanzen entwickeln, vertreiben, anbauen und daher

ein Interessean ihrer Verbreitung haben.

Praktische Bedeutung hatte das Monitoring von

gv- Pfl an zen i n D eu tsch l an d b i sh er n u r, wei l es

fehlte − und zwarbei der einzigenkommerziellge nutzten Pflanze, dem MON81 0. Was folgte, war

ein beeindruckendes Drama, ausgelöst durch ein

Verbot aller Maissorten mit dem Genkonstrukt

MON810 am 27.4.2007 − gegenden Protestaus gerechnet des Leiters der Gentechnik-Abteilung

16

beim Bundesamt für Verbraucherschutz, Buhk.

Dabei war das Verboteigentlich sogar überflüssig,

denn die vorläufige Genehmigung von MON81 0

war ohnehin im Oktober des Vorjahres abgelaufen

. Ab diesem Zeitpunkt hätte ein M onitoringplan

vorgelegt werden müssen . Doch M onsanto und

1 1 9 Urteil des Verwaltu

n gsgeri ch ts B ra u n -

schweig vom

23.04.2009

(Az. 2 A 224/07)

120 Aus: mensch+

umwelt spezial

2004/2005 (S. 75)

121 Lorch/Then, S. 56

122 www.biosicherheit.

de/de/mais/

oekosystem/341 .

doku.html

123 www.biosicherheit.

de/de/mais/

oekosystem/626.

doku.html

124 Lorch/Then, S. 41

Es verändert sich ständig was in den Seilschaften − Newsletter abonnieren!

27


Zum Kasten:

1 www.biosicherheit. haupt geht. Alle diese Forschungen haben mindes-

de/de/archiv/2005

/3 2 8 . doku . h tm l

tens sechs grundsätzliche Sch wächen:

2 www.bmbf.de/ 1 . Auskreuzun g kan n n ich t verh in dert werden . Un ter-

foerderungen/

sucht wird daher nur, wie schnell und wie weit Aus-

10496.php

kreuzungstattfindet. Ziel ist die Festlegungvon 3 www.biovativ.de

4 Brief am 1 2.3.2009

Grenzwerten unter denen Produkte dann als gentechnikfrei

bezeichnet werden können. Es ist allen

Beteiligtenklar, dass die vollständigeGentechnik freiheit im Landbau technisch nicht mehr möglich

ist, wenn erst einmal gv-Pflanzen in der Umwelt

sind. Daher geht es, obwohl gesetzlich vorge-

118 www.transgen.de/

schrieben, gar nicht mehr um die Koexistenz von

wi ssen /d i sku rs/

477. doku. html

gentechnischer und gentechnikfreierLandwirt schaft, sondern um die Festlegung und ständige Erhöhung

von Grenzwerten, unterhalbdererPro dukteals gentechnikfreibezeichnet werden, obwohl

sie das nicht sind. Zur Zeitliegen die GrenzwertefürgentechnikfreiekonventionelleLandwirtschaftbei

0,9 Prozent. Tendenz steigend. Joachim

Schiemann (JKI) forscht angeblich zu Grenzwerten ,

aber fordert längst höhere − ähnlich wie die Konzern

e, Forsch erI n n en un d an dere Beh örden . Dass

Koexistenz nur mit der Grenzwertlügemöglich ist,

gibtSchiemann offen zu: „Eine gentechnikfreie

Produktion mit Nulltoleranz ist nicht praktikabel.

Selbst bei einem völligen Verzicht wären Schwellenwerte

für unbeabsichtigte Anteile von GVO in

I mportwaren un abdin gbar. Werden geeignete

Schwellenwerte vereinbart, ist eine Koexistenz

möglich . Für den Saatgutbereich bedeutet das einen

Schwellenwert von mindestens einem Prozent

118

fü r u n b eab si ch ti gte gv- B ei m en gu n gen .“

26

Betrug Biosicherheitsforschung

Biosicherheit ist das geldschwerste, staatliche Förderprogramm für grüne Gentechnik in

1

Deutschland. Die Folge: Versuche, die mit Sicherheitsforschung nichts zu tun haben ,

werden trotzdem so deklariert. Tatsächlich wird aber an neuen Produkten oder Methoden

geforscht. Das aber ist nichts Anderes als Betrug und ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

Doch die RobenträgerInnen werden nicht vom Staat bezahlt, um solche Skandale aufzudecken.

Bislang wurdekeine Strafanzeigein diese Richtung verfolgt.

2

Auch von den Förderrichtlinien her sind die realen Versuche zur Biosicherheitgar nicht

zulässig. Denn nach dem Wortlauf des Biosicherheitsprogramms dürfen nur in begründeten

Ausnahmefällen Forschungen mit Pflanzen bezuschusst werden, die nicht für eine

Markteinführung bestimmt sind. Am Beispiel der Versuche am AgroBioTechnikum ist aber

zu sehen, dass die Ausnahme der Normalfall ist. Auszug von der Seite der versuchsdurchführenden

Firma: „In 2009 sind in Groß Lüsewitz mehrere Freisetzungsversuche geplant.

Bei den gentechnisch veränderten Pflanzen handelt es sich um Prototypen , bei denen

verschiedene Fragestellungen untersucht werden sollen . I n allen Fällen geht es um Sicherheits-

und Begleitforschung. Bis auf eine gentechnisch veränderte Kartoffel ist bei keiner

dieser Pflanzen daran gedacht, sie in den nächsten Jahren als Produkte auf den M arkt zu

bringen . Einige dieser Versuche werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

(BMBF) im Rahmen des Programms ,Biologische Sicherheitsforschung' geför-

3

dert.“

Alle Versuche zur Biosicherheit werden von ForscherI nnen durchgeführt, die vorher

schon das Ergebniskannten − nämlich dass ihre untersuchte Pflanzesicherist. Das gilt

selbst für den einzigen Versuch, bei dem überhaupt tatsächlich Umweltauswirkungen un -

tersucht wurden: Dem M aisversuch der RWTH Aachen im Westen Braunschweigs. Versu

ch sl ei ter Stefan Ra u sch en sagte sch on vorh er: „ M O N 8 1 0 i st wi ed erh ol t i n seiner Si -

cherheit bewertet worden. Danach ist Pollen von M ON 81 0 im Honig genauso unbedenklich,

wie der von jeder anderen zugelassenen Maissorte auch. Ich finde es in diesem Zusammenhang

unredlich, davon zu sprechen, von diesem Pollen könne eine Gefahrfür 4

den Verbraucher ausgehen. Das ist abwegig.“

2. Untersucht wird nur die Auskreuzung durch den

Wind (Pollenfl ug), also die passive Verbreitung der

gentechnisch verändertenPflanzen. Es gibtaber mindestens zwei weitere Wege aktiver Übertragung.

Zum einen durch Insekten, vor allem Bienen.

Diese fliegen aus eigener Kraft von Pflanze zu

Pflanze − und zwar bereits sofort bei der ersten

Blüte einer neu ausgebrachten Züchtung und über

lange Distanzen (6 bis 1 0 Kilometer). Langfristig

transportieren Insekten die Gensequenzen im Zusammenhang

mit Wanderbewegungen auch über

unbegrenzbar lange Wege. Zum anderen ist inzwischen

gesichert, dass es einen horizontalen Gentransfer

über Artgrenzen hinweg gibt. Wo diese

stattfindet, ist eine Rückverfolgungnicht mehr

möglich, weil es keine wissenschaftliche Arbeitshyp

oth ese gi b t, wo wel ch er Gen tran sfer ab l ä u ft.

3. Hinzu kommt die übliche Streuung durch das Versagen

von Mensch oder Maschine. Viele Getreideund

Rapspflanzen an Wegrändern wuchsen aus

herausfallenden Körnern von Transportwagen oder

aus aufgerissenen Saatgutsäcken. Nicht zu verhin -

dern ist die Vermischung bei Nutzung der gleichen

Anhänger und Maschinen, Abfüll- und Reinigungsanlagen.

Behälter können verwechselt oder falsch

deklariert werden . I n der rech t jun gen Geschichte

der grünen Gentechnik ist das alles schon mehrfach

passiert. Hoffnung auf Besserung besteht

nicht, denn selbst bei den besser gesicherten radioaktiven

Stoffen oder Massenvernichtungswaffen

sind Schwund und Verwechselungalltäglich. 4. Alle als wissenschaftliche Untersuchungen zur Auskreuzungsforschung

dargestellten Feldversuche

werden von genau den Seilschaften durchgeführt,

die in diesem Reader bereits näher dargestellt wurden.

Sie haben als PatentinhaberInnen, Dienstleister

für Versuchsdurchführungoder Handelnde in

Konzernen ein berufliches, politischesoderpropa gandistisches Interesse an Ergebnissen, die eine

spätere Anwendung der Gentechnik nicht behindern.

Hier findet folglich gerichtete Wissenschaft

statt, die − wie üblich − bestimmte Interessen verfolgt

und nicht unabhängigist. 5. Angesichtsderauch von GentechnikbefürworterInnen

erkannten grundsätzlichen Unmöglichkeit der

Verhinderung von Auskreuzungin der Umwelt ist

zudem als neues Argument bereits vorbereitet worden

, dass diese Verhinderung allein kein einklagbares

Ziel sei. Ausgerechn et das BVL stellte am

23.4.2009 vor dem Verwaltungsgerichtklar, dass

die Koexistenzgarantie des § 1 GentG, Satz 2 keine

Rolle spiele: „Die MöglichkeitvonAuskreuzungen, die auch bei Anordnung eines deutlich größeren

Isolationsabstandes im Freiland nie vollständig ausgeschlossen

werden könne, stehe der Erteilung der

von der Beigeladenen beantragten Genehmigung

n i ch t en tgegen . Au skreu zu n gen sei en n u r d a n n al s

schädliche Einwirkungen im Sinne des § 1 Nr. 1

GentG anzusehen, wenn sie die betroffenen Pflanzen

nachteilig veränderten, indem sie etwa zur

Ausbildung schädlicher Eigenschaften führten, was

bei den streitgegenständlichen transgenen M aispflanzen

nach der Bewertung der ZKBS nicht zu erwarten

sei“. Zudem könne bei konkreten Nachteilen,

„vor denen allein das Gentechnikgesetzschüt ze“, höchstens Schadenersatz, nicht jedoch das

119

En de des Gen versuch s verlan gt werden . Das Gericht

schloss sich dieser Auffassung an, die Koexistenzgarantie

und Verursacherprinzippraktischab schaffte.


durch kreuzte die Plän e des JKI für ein en Versuch zur Das Ergebnis ist wenig überraschend: In seinen Stel-

Auskreuzung bei BT-Mais (siehe S. 25). Die zweite lungnahmen bei gentechnischen Genehmigungs-

Freisetzung, koordiniert von vTI und Rheinisch - verfahren stimmten BBA/JKI den Anträgen meist

Westfälischer Technischer Hochschule (RWTH) aus vorbehaltlos zu. Die dabei benutzte Sprache demas-

Aachen, war von dem Verbot nicht betroffen .

kiertdie GentechnikerInnen als einseitigeBefürwor Das JKI forscht aber nicht nur selbst, sondern ist

terInnen − die schon vorher wissen, was eigentlich

auch sogenannte Benehmens-, d.h. am Genehmi-

erst erforscht werden soll. So findet sich in der Stelgungsverfahren

zur Agro-Gentechnik beteiligteBe lungnahme der damals noch BBA heißenden Behörde.

Es nimmt Stellung zu allen Versuchen − von

hörde zum Gießener Gengersteversuch die Behaup-

Firmen und von sich selbst. Es berät dabei das BVL,

tung: „Die unbeabsichtigte und unkontrollierte Ver-

jene Bundesoberbehörde, die eigentlich Verbraubreitung

von Samen in geringen Mengen aus FeldcherInnen

schützen soll, deren entscheidungsbeversuchen

ist nicht ganz auszuschließen. Die genfugte

Beamte aber lieber Werbefilme für die zu kontechnisch

veränderten Pflanzen stellen jedoch

28

für

trollieren den Kon zern e dreh en , auf Pro- Gen tech n ik-

Mensch, Tier und Umweltkein Risikodar.“ Messen mitwirken und für den Abbau von Genehmi- Eine ganz praktische Variante der Seilschaften ist die

gungshürden (Deregulierung) bei der Gentechnik Arbeitsgruppe „Anbaubegleitendes Monitoring gen-

streiten. Da wäre es wichtig, wenn wenigstens die technisch veränderter Pflanzen im Agrarökosystem“,

32

BeraterInnen unabhängig blieben. Doch auch hier die Joachim Schiemann seit 1 999 koordiniert. De-

Fehlanzeige! In den Gremien des BBA/JKI saßen und ren Mitgliederlistezeigt den dichten Filz von Wissen-

sitzenIndustrieund gentechnikfreundliche Medien − schaft, Behörden und Firmen. Der Industrieverband

so im Wissenschaftlichen Beirat der Chef des BASF- Agrar, die großen Kon zern e KWS Saat AG, Bayer

Versuchszentrums in Limburgerhof, Jürgen Altbrod, CropScience, Syngenta Seeds, BASF, Pioneer Hider

KWS- Aufsich tsratsvorsitzen de An dreas Büch - Bred, Monsanto und DuPont und die wichtigen

ting und die FAZ-Reporterin Caroline Möhring. Auch Kleinstfirmen in den Gentechnikseilschaften Bioumgekehrt

geht das: Im Lobbyverband InnoPlanta M a th m i t G esch ä ftsfü h reri n Kersti n Sch m i d t u n d G e-

e. V. sitzen die GentechnikbefürworterInnen aller nius sitzen dort zusammen mit Forschungsinstituten

Richtungen zusammen. Da darf das JKI nicht fehlen: und allen

32

wichtigen Behörden der Gen -

Thomas Kühne, Leiter des Instituts für Epidemiologie

87

tech n i k. In dieser Mischung wurden un -

und Pathogendiagnostik, ist dort eingebunden. Di- ter anderem Fragebögen zum Anbaumorektförderte

das JKI das „Grüne Labor“ für Gentechnitoring entwickelt, d.h. die Methoden

nikexperimente

52a

auf dem I PK-Gelände in Gatersle- der Kontrolle von Genversuchen stamben

und ist mit zwei Personen im Gentechnikzentmen von denen, die solche Versuche

rum vertreten: Thomas Kühne sitzt im wissenschaft- durchführen . Die Lücken dieses Fragebolichen

Beirat, Prof. Frank Ordon im Genbankbeirat. gens führten zum Verbot des MON810

durch das BVL vom April 2007.

28 Schreiben der BBA

am 20.3.2006 (S. 3)

29 Lorch/Then, S. 45 f.

30 Spiegel 41 /2008

(S. 94) und Umweltinstitut

München

(2008): „Gentechnik-

Ve rfl e c h tun ge n i n

Sachsen-Anhalt“.

31 M arker werden bei

gentechnischen Arbeiten

in die DNA eingefü

gt, u m Verän d eru n -

genspäterbesserprü fen od er l okal i si eren

zu können. Sie stellen

aber zusätzliche Risiken

dar, da mit ihnen

weitere Eigenschaften

wie Antibiotikaresistenzen

in die Organismen

eingeschleust

werd en .

32 Quelle: Mitgliederliste

der Arbeitsgruppe

(Stand: Dezember

2002). Abrufbar auf

www. jki . b u n d . d e.

33 www.ipk-gatersleben

.de/Internet/

Veranstaltungen/

Ta gu n ge n /I P K _

TOT_2 0 0 9 _7 2 d p i . p d f

Joa ch i m S ch i em a n n

Ämterhäufung: Spitzenplatz auch für Joachim Schiemann, den wichtigsten staatlichen Grenzwertforscher

29

Schillerndste Figur des JKI in den deutschen Gentechnikseilschaften ist Joachim Schiemann. Von 1 976 bis 1 991 arbeitete er am Vorläufer des heutigen I PK in

Gatersleben. Von dortwechselte er zur BBA (später: JKI) nach Braunschweig, dann zum neuen Hauptsitzdes JKI nach Quedlinburg. Obwohl vielfachals Gentechnik-Befürworter

aufgetreten , ist Schiemann dort Leiter des ,Instituts für Sicherheit in der Gentechnik bei Pflanzen' . In dessen Selbstdarstellung werden deren Aufgaben

und die Gentechnik voreingenommen als wichtige Zukunftsbranche bezeichnet: „Die N utzung gentechnisch veränderter Pflanzen ist weltweit auf demVor marsch − die wissenschaftliche, öffentliche und politische Auseinandersetzung mit dieserThematik, die eine wichtige Zukunftsbranche für Forschung und Wirtschaft

darstellt, ist daher nach wie vor aktuell. ... Die Aufgaben des I nstituts leiten sich aus dem Gentechnikgesetz, dem Pflanzenschutzgesetz, hierzu erlassenen

Rechtsverordnungen und den im Forschungsplan des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BM ELV) festgeschriebenen

Forschungsaufgaben ab. Sie umfassen insbesondere Fragen der Risikobewertung und des Monitoring von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) sowi e

der Koexistenz von Anbausystemen mit und ohne Verwendung von gentechnisch veränderten Pflanzen . Das I nstitut wirkt am Genehmigungsverfahren für die

Freisetzung und das Inverkehrbringen von GVO mit. Im Rahmen von biologischer Sicherheitsforschung und freisetzungsbegleitenden Forschungsarbeiten mit

Kulturpflanzen sowie des Monitoring werden Sicherheitsaspekte und mögliche Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen auf den N aturhaushalt und

die nachhaltige Landbewirtschaftunguntersucht. Das Institut berät die Bundesregierung, insbesonderedas BMELV, in Fragen der Sicherheit in der Gentechnik

und der Koexistenz. Es koordiniertdie Forschungsarbeitenzurbiologischen Sicherheit von GVO im Julius Kühn-Institutund im Forschungsbereichdes BM ELV.“

Schiemann arbeitete bereits in mehreren Kontrollinstitutionen und Gremien von Geldgebern , u.a. von 2000 bis 2004 beim Bundesministerium für Bildung

und Forschung (BM BF) und ab 2003 „als Sachverständiger für die EFSA. Seine Risiko-Einschätzungen dienen der EU-Kommission und dem EU-Parlament als

30

Grundlage für Entscheidungen zur Gentechnik“. Während er Gentechnikanwendungen prüfen und überwachen sollte, betätigte er sich gleichzeitig selbst als

31

Entwickler und führt Versuche durch. Die Finanzierung eines Projektes, bei dem Schiemann markerfreie gv-Pflanzen entwickeln wollte, wu rd e 2 0 0 4 d u rch d as

BM VEL gestoppt, um Interessenkonflikte zu vermeiden . Die Forschung wurde anschließend durch Inge Broer (Uni Rostock) weitergeführt. Doch Schiemann

18

mischte weiter mit − als Mitglied in der Gründungsphase des Vereins FI N AB e. V., der die Versuche organisierte. Nachdem dies 2005 öffentlich wurde und für

politische Diskussionen sorgte, strichen die Verantwortlichen seinen N amen von der Webseite des Vereins. Schiemann hat Veröffentlichungen mit den Agrobiotechnikum-MitarbeiterInnen

KerstinSchmidtund JörgSchmidtke verfasst. Er ist Treuhänder des Fraunhofer-Institutsfür Molekularbiologie und Angewandte Ökologie

(I M E), das sich mit der Entwicklung von gv-Pflanzen, u.a. zu Pharmazwecken, beschäftigt. Zudem hat Schiemann Lehraufträge an den Universitäten in

Braunschweig und Lüneburg. Schiemann engagiert sich in etlichen Lobbygruppen der grünen Gentechnik. Er ist Mitglied im Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik

(WGG), war Redner auf der ABI C2004, sitzt seit 2005 im Beirat des GM O Kompass und 2005 bis 2009 im Management Boards und Executive Committee

des EU-Projekts CO-EXTRA. Seit 2006 koordiniert er das BI OSAFEN ET und ist Arbeitspaketleiter im EU PRRI -Projekt Science4BioReg. Am 6. 6.2009 war Joachim

33

Schiemann als Hauptredner zum Tag der offenen Tür des Biotech -Campus (am I PK Gatersleben) geladen. M it seinen vielen Ämtern ist Schiemann ein weiterer

prägnanter Fall der Kombination von Lobbyarbeit, Entwicklung von gv-Pflanzen, Forschung und Kontrollfunktion in einer Person. Zu allem Überflussmeldete Schiemann 1 996 auch noch ein Patent auf genmanipulierte Pflanzen mit fluoreszierenden Proteinen an. Ziel dieser gentechnischen Veränderung war eine leichtere

Identifizierung von gv-Pflanzen im Freiland. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Schiemann bereits fünf Jahre lang an der BBA. Seit dem Jahr 2000 gilt der Patentantrag

als zurückgezogen . Wollte er den Eindruck vermeiden, dass er als Kontrolleur kommerzielle Eigeninteressen an der Weiterverbreitung der Gentech n i k h at?

M ehr Information: www.projektwerkstatt.de/gen/filz_behoerden .htm

7


34 Schreiben des JKI

Ähnlich dem BVL scheint

chende im Gewirr von riskanten

vom 2 7. 2 . 2 0 0 9 , Ab - das JKI − immerhin ja als

Anwendungen, Millionengeldern

sender: Joachim Bundesanstalt mit dem

und undurchsichtigen Firmen -

Schiemann.

Au ftrag verseh en , d i e Si -

strukturen. Sie blieben lieber ver-

35 Beschwerde-und eventuelle Klagever-

cherheit der Agro-Gen -

steckt und beschimpfen sogar die,

fahren laufen zum technik zu erforschen und

die nach geltendem Recht in ihre

Zei tp u n kt der D ru ckl e- zu überwachen − das Licht der Öffentlichkeit zu Akten sch a u en wol l en : „ D i e versteh en Si e d och ga r

gung dieser Broschüre

noch. N äheres unter

sch eu en . N a ch d em U m wel ti n form a ti on sgesetz

36

nicht!“

www. ju l i u s - ku n gel - muss das Institutseine Akten auf Antragzugänglich Die Ausrichtung des JKI auf die Agrogentechnik

institut.de.vu.

machen. Im Februar 2009 stellten zwei BürgerInnen

könnte in den kommenden Jahren noch zunehmen.

36 Prof. ChristophTeb be, Versuchsleiter

beim Mais-Sicherheits-

aus Braunschweig und Umland einen solchen Antrag

für die geplanten und laufenden Freisetzungs-

Der neue Hauptsitz in Quedlinburg liegt nur ca. 50

km südlich des neuen Zentrums der Biotech-Seilvers

u ch i n B ra u n - versuche der RWTH Aachen und des JKI. Während

schaftenin Üplingen − genannt ,BioTechFarm' (siehe

schweig, zu einer Besucherin

einer gentechnikkritischenVer-

die RWTH wie selbstverständlich dem Anliegen zustimmte,lehntedieBundesinstitutionJKIab.Dieab

S. 15). Schiemann, Kühne und die gentechnikorienti

erten I n sti tu te d es JKI si tzen d ort. D i e Fl ä ch en a n

anstaltung am

surdeBegründung: „Die von Ihnen angesprochenen

der BioTechFarm könnten in den kommenden Jah-

13.5.2009inBraun schweig-Kanzlerfeld.

Tebbe arbeitet beim

Versuche werden im Rahmen eines vom BM ELV in

Auftrag gegebenen und finanzierten Projektes

ren als Versuch sfelder gen utzt werden . Das Gelän de

gehört den Gentechnikseilschaftenum InnoPlanta-

InstitutfürBiodiversi durch gefüh rt, bei dem es sich um ein Forsch un gs-

Chef Uwe Schraderund Mehrfach-Geschäftsführetät

des Von -Th ü n en -

Instituts, einerBun desfachanstalt.vorhaben

und nicht um einen behördlichen Vorgang

34

handelt.“ N achdem der Antragsteller Widerspruch

rin Kerstin Schmidt. Tuchfühlung ist bereits aufgenommen

. Das JKI ist Teil des Gentechnik-Firmenver-

3 7 www. b i o- ok. com .

einl egte, wi ederh ol te d as JKI d i ese Au ffa ss u n g i n d er

37

bundes BioOK. Geschäftsführerin auch hier: Kers-

Die Abbildung auf die- formalen Ablehnung am 7.4.2009: „Der Widertin

Schmidt. Der Einstieg des JKI bedeutet, dass die

ser Seite stammt aus

der Internetseitedes Firmen verbundes.

spruch soll zurückgewiesen werden . Die begehrte

Akteneinsicht zu dem Projekt: ,Bundesforschungs-

Institution, die bei der Genehmigung von Freisetzungsversuchen

beratend mitwirkt, n un Teil derer

38 Quelle: „List of Partiprogramm

zur Sicherung der Koexistenz' dürfte

ist, die am meisten Anträge auf solche Freisetzungen

cipants“ des 4th keine Umweltinformation im Sinne des § 2 Abs. 3

stellen. Wie wichtig die staatliche Fachanstalt den

EI GM O-Meetings

(www. eigmo-rostock.

d e). E I G M O b e-

Umweltinformationsgesetz

sich vielmehr, wie bereits

darstellen. Es handelt

in dem Bescheid vom

Firmenverbund und die Vernetzung mit Konzernen

nimmt, dokumentiert die intensive Beteiligung an

deutet: Ecological Im- 27.02.2009 mitgeteilt wurde, um ein Forschungs-

der EIGMO-Tagung vom 1 4.-1 6. Mai 2009 in Rospact

of GMO's. Das

lokale Organisationskomitee

bestand aus

projekt.“ Die Rechtsauffassung der Behörde war ab-

35

wegi g. Das UIG unterscheidetnicht in offizielle Vortock.

Fü n f JKI - B edi en stete trafen d ort a u f P i on eer,

B AS F, Syn gen ta , d a s Fi rm en gefl ech t a m AgroB i o -

Ju l i a n e u n d Th o m a s gä n ge u n d Forsch u n gsa rb eit. Au ch U n i versitä ten

Technikum und die RWTH Aachen. BVL und EFSA

Thieme vom Bio-

Te s tL a b o r u n d K e r s ti n

Schmidt. Inhaber der

InternetseiteistTho m üssen ih re Forsch un gen offen legen − un d tun das

auch . Es ist bemerkenswert, dass sich ausgerechnet

die Bundesbehörden vor Einblicken in ihre Arbeit

38

fehlten nicht, Monsanto war Sponsor.

www.julius-kungel-institut.de.vu

mas Thieme, allerdings fürchten. Allerdings passt das zu den dichten Seil-

mit der Adressedes AgroB i oTech n i ku m s .

schaften in der deutschen Gentechnik. JKI , BVL,

ZKBS und die selbsternannten SicherheitsforscherInnen

sind einerseits Handlanger der Interessen

BeraterInnen, GutachterInnen ...

von Gentechnikkonzernen und -lobbyisten , ande- der Filz regiert überall!

rerseits aber auch selbst TäterI n n en un d M itm a- Rund um die benannten Behörden ranken sich unübersichtliche

Ansammlungen von Beratungsgremien

und externen Sachverständigen

. E i n i ge d a von h a b en zen tra l e B edeu tu n g

Abbildungen:

in den Entscheidungen um Gentechnik. So

Oben: Auszug

gibt die Zentrale Kommission für die Biologi-

aus dem Program

m zu m Tag

sche Sicherheit (ZKBS) bei allen Entscheidun-

der offenen Tür

gen über Freisetzungen ein Votum ab, das

am Biotech-

von der BVL als Genehmigungsbehörde re-

Campus des I PK

am 6.6.2009.

gel m ä ßi g ü b ern om m en wi rd . D er B l i ck a u f d i e

U n ten : I n tern et-

vergan gen en Jah re fällt dabei ersch recken d

seite von BioOK

aus: Die ZKBS hielt alle Anträgefürvertretbar (www. b i o- ok.

und die gv-Pflanzenausbringung für sicher −

com) mit Emblemen

der Firmen

wie später auch die Genehmigungsbehörde

im Verbund.

BVL und Gerichte, soweit sie über konkrete

8

Versuch sfelder verh an delten . Sie stützten

sich dabei im Besonderen auf das Fachurteil

der ZKBS, „der als unabhängigemund nicht

weis u n gsgebu n d en em G rem i u m n a ch d en

Vorsch riften der §§ 4, 5a un d 1 6 Abs. 5


TÜV N ORD Mitglied des Wirtschaftsverbandes BI O schungszentrum Jülich rechtswidrig die Aktenein-

114

117

115 www.dechema.de/

Deutschland. Der TÜV N ORD bietet Serviceleissicht nach dem Umweltinformationsgesetz.

Presse/Archiv+2005tungen

bei der Betreuung gentechnischer Anlagen

p-11 0835/November/

und der Freisetzung gentechnisch veränderter Orga-

65_2005.html

nismen sowie Hilfe bei der Planung, Vermittlung und

Auskreuzungsforschung

1 1 6 Vergleich der beiden

Versuche auf

Durchführung freisetzungsbegleitender Sicherheits- Seit Beginn der Freisetzungen nimmt das Thema www. b s - gen tech frei .

forsch un g oder zum M on itorin g an . H ier betreiben Auskreuzung wichtigen Raum in der Debatte um die de, Zitat aus mensch+

also die AnwenderInnen von Gentechnik die Ver- Gefahren der Gentechnik ein. Dabei geht es um die

umwelt spezial

2004/2005 (S. 74)

mittlung von Ergebnissen aus der Sicherheitsfor- Frage, wieweit die gentechnischen Veränderungen

117 Schreibenvom schung und die Propaganda über die Sicherheit sol- sich auf gleiche Pflanzenarten ausbreiten, in die Um- 30.6.2009.

cher Produkte.

welt oder in Lebensmittel gelangen oder sich auch

Die Ausbildung von VersuchsleiterInnen und Beauf-

auf andere Lebewesen übertragen könnten. Bemertragten

für die biologische Sicherheit übernehmen

kenswert spät aber wurde diese Frage auch Gegen-

wiederum auch Firmen und Organisationen , die völstan

d von Un tersuch un gen . Sch on all ein das erregte

lig einseitig pro Gentechnik stehen. Eine davon ist

den Verdacht, dass auch den BefürworterInnen der

DECH EM A. Deren Vorsitzender sagte in einer Rede:

Gentechnik von Beginn an klar war, dass Auskreu-

„Wenn sich Politiker zu nachwachsenden Rohstoffen

zung stattfindet und nicht zu kontrollieren ist. For-

bekennen und gleichzeitig die Anwendung der Grünen

Gentechnik blockieren, dann ist das entweder

schung hätte das nur bestätigt − da war es GentechnikbefürworterInnen

offenbar lieber, gar nicht dar-

Luftbild unten:

Seit 2008 ist das Gelände

in Braunschweig

Dummheit oder Verantwortungslosigkeit. Beides ist

über zu reden. N iemand bestritt, auch Konzerne und Ort von Auskreuzungs-

nicht tolerabel.“ Er fügte dann über die vermeintliche

„Blockade der Grünen Gentechnik“ in Deutschland

LobbyistInnen nicht, dass die Gentechnik früher

oder später überall hingelangen würde. Sie konzenundSicherheitsforschung.

Ein Versuchder RWTH Aachen steht

an: „Länder wie China und Indien, die zusammen die

trierten sich darauf, den M enschen die Angst vor seitdem als Werbefilm

halbe Weltbevölkerungstellen und diese ernähren

dieser Ausbreitung zu nehmen.

auf der Seite www.biosicherheit.de.

Das Ge-

müssen, können und werden es sich nicht leisten, Doch mit den aktuellen Gentechnikgesetzen wurde lände wurde dort nicht

fahrlässig auf die Chancen der Grünen Gentechnik die Klärung der Koexistenzfrage notwendig. Im § 1

benannt − doch das Kfz-

Kennzeichen eines ein-

zu verzichten. Verantwortung wahrnehmen hieße des Gentechnikgesetzes ist festgelegt, dass eine gesetzten Traktors ver-

deshalb für uns, in der Entwicklungund Anwendung gentechnikfreie Landwirtschaft − konventionell wie riet den Stan dort Braun -

einer sicheren Grünen Gentechnik eine Vorreiter- biologisch − möglich bleiben muss. N ur: Wie das ge-

schweig. 2009 machte

eine Feldbesetzung den

rolle zu besetzen und dieses Wissen anderen Län-

115

lingen kann, dafürgibtes keine wissenschaftlichfun Standortbekannter. dern zur Verfügung zu stellen.“

dierten Vorschläge. Erfahrungen aus langjährigem 8-seitiges Papier zur Kri-

Die als Sicherheitsforschung deklariertenVersuche sind Hilfen bei der Produktentwicklung. Sie dienen

Anbau in Nord- und Südamerika sowie Indien zeigen

recht deutlich, dass es nicht möglich ist, die

ti k d er Au skreu zu n gs -

und Sicherheitsforschung

in Braun-

al so den Kon zern en . So bean tragte M on san to ein e

Verbreitung der gv-Pflanzen mittel- und langfristig schweig: www.

Freisetzung von 2009-201 2 in Üplingen und will da-

zu begrenzen. Inzwischen geben auch deutsche

projektwerkstatt.de/

bei den gleichen Maishybrid M ON 89034 x M ON

Wi ssen sch a ftl er offen zu , d a ss G en tech n i k n i ch t

2009/fal/argumente.pdf

8801 7 aussäen, der auch von der RWTH Aachen in

kontrollierbarist. Die Rei-

einer aus dem Sicherheitsprogramm finanzierten

Freisetzung (2008-201 0) in Braunschweig ausgehenfolge

der

Gescheh-

BS-Völkenrode

bracht wurde. Monsantos Ziel, „zulassungsrelevante

nisse in

JK I

Daten und Anwendungsempfehlungen zum Einsatz

Deutsch-

gl yp h osa th a l ti ger P fl an zen sch u tzm i ttel fü r d i e An -

land war

wendung“ im Freilandversuch zu erarbeiten,

fol gl i ch

verfolgenauchRWTHAachen und vTI. Das hilftdem höchst

Konzern, bleibt aber riskant für Mensch und Umwelt,

seltsam:

denn beim RWTH-Versuch sei „ein Eintrag von gen-

Erst

technischen Veränderungen in konventionelle Sor-

wu rd e

ten eine mit der Freisetzungin Kauf genommene und

die Gen-

Ve rs u ch s fl ä c h e

genehmigte Folge einer Freisetzungsgenehmitech

n i k

116

gu n g“. Versuchsleiter waren Christoph Tebbe (vtI

in die

und EFSA) und der Stefan Rauschen von der RWTH .

Land-

Er gründete 2009 als neuen Lobbyisten das Forum

schaft

vTI u n d B VL

Gen- und Biotechnologie, das fortan auch die Pro-

gebra ch t,

BS-Kanzlerfeld

p a ga n d a - Webseite www. transgen . d e tru g - i n teres-

dann

Eingang

santerweisemit dem gleichen Personal, das auch an

wu rd e ei n

www. biosicherheit. de und beim

105

kleine Seilschaft für sich .

AI D werkelt. Eine

Gesetz erlassen, dass

diese Gentechnik nicht überall

hin auskreuzendarf. Dann erst

25

Wie alle anderen Bundesbehörden und Vergabestel-

liefen die wissenschaftlichen

len von Fördermitteln des Bundes verweigerte auch

Untersuchungen an, ob das überdas

für die Biosicherheitsförderungzuständige For-


Die Seilschaften der Gentechnik in Deutschland rei- es im Koalitionsvertragvon 2002 ging: „Das Poten-

11 0 Bundestagsdrucksache

1 6/6208, siehe chen bis in den letzten Winkel . N irgends wird das zial der Biotech n ol ogie zu n utzen un d die Wettbe-

Lorch/Then, S. 56 f. deutlicher als dort, wo es um unabhängige Kontrolle werbsfähigkeit des Biotechnologiestandortes

1 1 1 www. kei n e-

und die Überprüfung der Sicherheit von gv-Pflanzen Deutschland zu sichern und auszubauen.“ Im Ergebgentechnik.de/

news-gentechnik/

für Mensch und Umwelt gehen sollte. Die Kontrollnis kam es zu vielen Umdeklarationen. Auch Versu-

news/de/19919.html behörden und -gremien BVL, ZKBS und JKI sind che zur Entwicklung neuer Produkte und Methoden

112 Englische Fassung: durchsetzt und vielfach eingebunden in die N etz- wurden als Sicherheitsforschung bezeichnet, um

gm osafety. eu

werkeder Gentechnikkonzerne und -lobbyistInnen. Akzeptanzfür die Gentechnik und Zugänge zu den

11 3 Bundestagsdrucksa- Gleiches gilt für die Forschung zu Sicherheitsfragen Fördermitteln zu schaffen. Genaue Zahlen zu Förderche

1 6/6208 (S. 22)

− auch sie ist Sache derer, die die Gentechnik voranhöhen sind schwierig, da in vielen Projekten die

11 4 Mitglied dort sind

vor allem kleinereund brin gen woll en . H in zu kom m t: Sich erh eitsforsch un g Grenze zwischen Forschung zur Sicherheit von gvmittlgroßeFirmen

ist ein Deckmantel für die Entwicklung neuer mani- Pflanzen einerseits und der Produkt- oder sogar M e-

(ohne die großen p u l i erter Sorten u n d d i e E rp rob u n g n eu er M eth othodenentwicklung andererseits fließend verläuft.

M arktführer BASF,

Bayer und KWS), Instiden

, um die Agrogentechnik besser handhabbar zu 2005 bis 2008 wurden nach Angaben der Bundes-

110

tu te u n d Lab oren so- machen. Das Label ist beliebt, weil es hier zur Zeit regierun g 24 Forschungsprojekte mit gentechwie

regionale Techno- hohe Fördermittel gibt: SteuergelderderMenschen, nisch veränderten Pflanzen durch 21 ,5 M io. € vom

logieinitiativen.Daneben finden sich einige

die mehrheitlich gegen diese Technik sind, sie aber BMBF und 3,7 Mio. € vom BMELVgefördert, darun-

111

Berufs- und Lobbyver- ohne ihr Wissen und Möglichkeiten der Gegenwehr ter 3,3 Mio. Euro für Pflanzenentwicklung . Weitere

bände und führende fin an zieren , weil an dere I n teressen mäch tiger sin d in Daten:

Banken. Von den in

diesem Land.

• E s wu rd en 8 P rojekte zu r b i ol ogi sch en Si ch erh ei ts -

Beispiel Gengerste

forschung gefördert mit einem Gesamtvolumen

352.000 Euro erhielt die Justus-von-Liebig-Universität in Gießen für ein dreijähriges Frei-

von 1 4.792.000 € (7 Projekte durch das BM BF;

landexperiment. N ach eigenen Angaben wollten sie „die Frage klären , ob sich die gen-

ein Projekt durch das BM ELV).

technisch veränderten Pflanzen negativ auf die für die Pflanzen wichtigen Bodenpilze, die

• Hingegen wurdenkeine Bundesmittel für Fragen

Mykorrhiza auswirken“ (Gießener Anzeiger, 25.4.2006). Doch seltsam: Das Bodenleben

interessierte sie gar nicht. StattdessenkonntenKritikerInnen nachweisen, dass Versuchs-

zum flächendeckenden Auskreuzungsmonitoring

leiter Prof. Kogel an ganz anderen Dingen arbeitet: „Die Ergebnisse versprechen neue

oder zur Untersuchung der Wirkung von Gentech-

Möglichkeiten der Ertragssteigerung sowie eine Verbesserung der Widerstandskraft von

Pflanzen auf Bienen sowie deren Ausbreitung

N utzpflanzen .“ Das Label Sicherheitsforschung war nur vorgeschoben, um die Fördergel-

durch Bienen bereitgestellt. Das zeigt, dass beder

zu kassieren. Ohnehin: Um die Sicherheit ihres Versuchs kümmerten sich die Forscher

wenig. Der Mäuseschutz wurde ganz weggelassen − und in beiden Anbaujahren

stimmte Fragen ausgeklammert wurden − offen-

wuchs Gerste unkontrolliert außerhalb der Sicherungen . Doch all dieses hielt den Versichtlich

, weil es unmöglich wäre, hier durch Forsuch

nicht auf. Ab 2009 wurde er ein zweites Mal gefördert und trotz der schlechten Erschung

handhabbareGrenzwertezuliefern. fahrungen wieder genehmigt. Anzeigen gegen die Versuchsleitung wegen Fördermittel-

• Das „Kommunikationsmanagement in der biologimissbrauchs

und Verstößen gegen das Gentechnikgesetz wurden von Behörden und

Staatsanwaltschaften nicht bearbeitet. Die Aussaat am neuen Standort erfolgte Mitte Mai

schen Sicherheitsforschung“ wurdemit einem Ge-

− wissenschaftlich kompletter Unsinn , da 2-3 M onate nach dem üblichen Gerstenaussamtbetrag

in Höhe von 1 .858.000 € ebenfalls aus

saattermin . 1 .400 Einwendungen wurden eingereicht, darunter umfangreiche Studien.

dem Topf „Biologische Sicherheitsforschung“ fi-

Beachtet hat das BVL keine davon . Klagen waren nicht möglich , weil ausgesät wurde, benanziert.

Davon gehen allein 1.230.000 € an die

vor mögliche KlägerInnen überhaupt den Genehmigungsbescheid erhielten. Doch das

Jahr verliefdramatisch: Zweimal wurdendie Anlagen zerstört−Uni Gießen und die beauf-

Firma Genius einschließlich Unteraufträgean TranstragteFirma

biovativ (Geschäftsführerin: KerstinSchmidt) säten heimlich zwei Versuchs-

Gen e.V. und TÜV NORD.

felder aus. Das war eine Straftat mit bis zu drei Jahren Haftandrohung. Unter dem Aktenzeichen

476 Js 1 501 7/09 ermittelt seitdem die StaatsanwaltschaftRostock. Die zuständi-

Schon die Fördermittelvergabe zeigt, dass es vor al -

gen Behörden bemühten sich jedoch nur um Vertuschung.

lem um Propaganda geht. Teile der Förderungen ge-

Die Öffentlichkeitscheuen Kogelund MitarbeiterInnen. Obwohl gesetzlich zur vollständihen direktan die dazugehörigenInternetportale. Die

gen Akteneinsicht verpflichtet, legte der Versuchsleiter nur eine frisierte Akte bereit. Im das Förderprogramm begleitende Webseite biosi-

Strafverfahren gegen zwei Feldbefreier vermied er 2008 mit Hilfe des Gerichts den Auftritt

als Zeuge. Der Richter schloss stattdessen den unbequem fragenden Angeklagten

112

cherheit.de besteht seit 2001 und wurde 2005 bis

vom Prozessaus und verurteilte ihn in Abwesenheit zu einer mehrmonatigen Freiheits- 2008 durch das BMBF als Kommunikationsprojekt

113

strafe. Die Berufung 2009 bestätigte das (www.projektwerkstatt.de/gen/prozess.htm). m it 1 , 8 M io. Euro gefördert. Au f b i osi ch erh ei t. d e

www.gendreck-giessen.de.vu

werden vor allem Ergebn isse von B M B F-Projekten

zur Gentechnikforschung und Ergebnisse des EUdiesem

Reader ge- Biosicherheitsprogramm

Projekts BI OSAFEN ET (Schiemann) sowie aktuelle

nannten Teilen der

Gentechnik-Seilschaf- Die biologische Sicherheitsforschung ist der

N achrichten und Hintergrundberichte dargestellt.

ten si n d d ab ei : B I O Schwerpunkt des Förderungsprogramms landwirt-

Das redaktionelle Team besteht aus Sinemus, Minol

Mitteldeutschland,

biosaxony, BioTOP,

Genius und M PI.

schaftlicherGentechnikdurchdasBMBF. VieleGen versuche sind in den vergangenen Jahren unter die-

und weiteren M itarbeiterInnen der Firma Genius,

Gerd Spelsberg und weiteren Personen von Trans-

Quell e: www. ses D ach gesch l ü p ft, wei l u n ter rot- grü n er u n d rot-

Gen sowie zwei Bediensteten des TÜV N ORD. Alle

biodeutschland.de.

schwarzer Bundesregierung vor allem hier Gelder

drei Firmen bzw. Organisationen sprechen sich

bereitgestellt wurden. Die grüne Landwirtschafts-

mehr oder wenigeroffenfür die Gentechnik aus und

und Verbraucherministerin Künast stimmte dem

haben ein finanzielles Interessean möglichst vielen

Programm zu, dessen N ame verschleierte, um was

Anwendungen der Gentechnik. So sind Genius und

24


GentG eine maßgebliche Funktion bei der Vermitt- von CDU/FDP ebenfalls als Grelung

des für die Risikobewertung

17

erforderlichen mien für die Zukunftsplanungbe Sachverstandeszukommt“. Ein Blick in die Praxis ist nannt. Unabhängige Begutach-

aber noch schlimmer. Beim GerstenversuchinGie tung und Kontrolle fehlt also überßen

schrieb der BVL-Beamte Leggewie die Stellungnahme,

die von der ZKBS nur noch durchgewunken

all.

wurde. Offenbar wurde die Vorlage nicht einmal

durchgelesen, denn durchgehend findet sich auf al-

39

len Vorlagen das falsche Jahr als Datumsangabe. Die EFSA:

Kaum überraschend istdas angesichts der Personen Dasselbe in EU-Farben

in der ZKBS. Deren Zusammensetzung war kein Ein Blick auf die europäische Ebene verheißt eben -

Zufall. Für ihren Aufbau im BMBF war in den 80er falls wenig Gutes. Auch hier werden die wesentli-

Jahren der heutige Abteilungsleiter für Gentechnik chen Entscheidungen zur grünen Gentechnik von ei-

im BVL, Buhk, zuständig. Die Kommission wechselte

40 ner Fachbehörde getroffen, der EFSA. Zwarkönnten Th om as Ei km an n

2004 zusammen mit Buhk und Bartsch zum BVL. die politischen Leitungsgremien wie EU-Kom-

Al l e vi er d ort si tzen d en G en tech n i kexp ertI n n en si n d mission oder Ministerrat die EFSA überstim-

vehemente BefürworterInnen dieser Technik und men, doch hatdie Expertisederscheinbar unab-

führen auch selbst einschlägige Experimente durch. hängigen FachstelleerheblichenEinfluss auf das

Mit ihrem Wohlwollen sichern sie also auch die ei- Geschehen. Zudem können sich Konzerne vor

gene Arbeit. Doch selbst auf den Posten zum Thema Gerichtauf die EFSA-Verlautbarungen berufen −

Umwelt finden sich uneingeschränkte Befürworter, was auch schon geschehen ist. Hauptaufgabe

die zudem beruflich in Abhängigkeiten stehen. Dort der EFSA im Gentechnikbereich ist die Zulas-

sitzt Prof. Thomas Eikmann, zudem findet mensch sung von gv-Pflanzen zur Verwendung als Saat- Karl-Heinz Kogel

ihn im Ausschuss zur DIN-Normung von Überwagu t, Leben s - od er Futterm i ttel . I st eine P fl an ze

Zum Foto oben:

chungsverfahren in der Gentechnik. Er zeigte seine zugelassen, kann sie ohne weitereRechtshürdenan Das IFZ für Umweltsi-

Pro-Gentechnik-Einstellung auf einer Podiumsvergebaut und verbreitet werden.

cherung der Uni Gießen

anstaltung am 1 6.7.2006 in Gießen. Eikmann selbst

ist nicht vom Fach. Seine Biografie zeigt ihn als führenden

Kopfin ähnlich verfilztenZirkelnderUmwelt medizin . Sein e Form ul ierun gen , dass von Kraftwerken,

Giften und Elektrosmog kaum Gefahren ausgehen,

gleichen denen der Gentechnikseilschaften.

Das überrascht nicht, denn Eikmann kommt aus den

Seilschaften um die Biologie der RWTH Aachen und

das Interdisziplinäre Forschungszentrum der Universität

Gießen (IFZ). Dessen Chef war Prof. Kogel, als

der Versuch mit transgener Gerste anlief. Die ZKBS

stimmte zu.

Leider ist die EFSA alles andere als unabhängig und

stark mit Gentechnikinteressen verwoben − ganz

ähnlich dem deutsche BVL und der US-amerikani-

9

schen FDA. So saßen oder sitzen etliche der in

deutschen Seilschaften verstrickten Mitarbeiter der

Gentechnikbehörden auch in der EFSA: Buhk saß

2003-2006 im GMO Panel und ab 2006 in der EF-

SA-Expertengruppe „GMO Applications (Molecular

Ch a racteri s a ti on )“. B a rtsch 2 0 0 3 - 2 0 0 9 u n d Sch i emann

ab 2003 hatten Posten im GM O Panel sowie

42

ab 2006 in verschiedenen Expertengruppen. Kerstin

Sch m idt, Prof. I n ge Broer (beide vom Agrobio-

−einProtzbauvoller Gentechniklaboreunter dem Deckmantel der

Umwelt- und Sicherheitsforschung.

Mehr:

www. p rojektwerstatt. d e/

gen /kogel . h tm .

39 Akten beim BVL (Az.

6786-01 -01 68) mit

drei Ausfertigungen

der scheinbaren

Die ZKBS ist kein Einzelfall. In vielen deutschen ExpertInnengruppen

und Kommissionen sitzen Fortechnikum,

siehe unten) und andere AkteurInnen

aus den Gentechnikseilschaften saßen an anderen

ZBKS-Stell ungnahme

vom 1 4 . 1 2 . 2 0 0 5 (Au -

tor: Leggewi e, B VL) b i s

schung, Konzerne und Behörden zusammen. Aktu- Stellen oder berieten die EFSA. Im Juni 2009 wurden zur unterschriebenen

elles Beispiel ist der BioÖkonomierat der Bundesregierung,

der „Vorschläge für eine nationale lnnovationsstrategie

erarbeiten“ soll. Die Zusammensetzung

die vier Mitglieder aus Deutschland neu benannt.

Deren Ernennung machte deutlich , wie die Seil -

schaften funktionieren. Obwohl 78 bis 90 Prozent

Ve rs i o n ( m i t fal s c h e m

Datum)

40 Lorch/Then, S. 43

und 48 sowie Anträge

zeigtdieRichtung: Nur GentechnikbefürworterInnen der Bevölkerung die Agro-Gentechnik ablehnen, sit- zu ZKBS und Ben eh -

− und zwar gleich aus den Spitzen der Konzerne und

Forsch ung: Prof. Achim Bachem (Forschungszentzen

aus Deutschland ausschließlich BefürworterIn-

10

nen in der EFSA-Gentechnikgruppe :

mensbehörden beim

Freisetzungsversuch

6786-01 -01 68 im

rum Jülich), Dr. Helmut Born (DeutscherBauernver band), Dr. Andreas Büchting (KWS Saat AG), Prof.

Thomas Hirth (Fraunhofer-Institut), Dr. Andreas Kreimeyer

(BASF), Prof. Dr. Bernd Müller-Röber (Max-

• ChristophTebbe, vTI und Versuchsleiterbeim Braunschweiger Genmaisversuch

• Detlev Bartsch, Vize-Chef der BVL-Gentechnikabt.

• Gerhard Flachowsky, Leiter beim Genapfelversuch

Strafverfahren Az.

501 Js 15915/06 am

Landgericht Gießen

41 www.

biooekonomierat.de

P l a n ck- I n sti tu t), P rof. D r. M a n fred Sch weri n (For- in Dresden-Pillnitz

42 Lorch/Then, S. 40 ff.

schungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher • AnnettePöting vom BfR, dortbeim Durchwinken

und 49

N utztiere), Prof. Dr. Carsten Thoroe (vTI), Prof. Dr. von Gen versu ch en b eteili gt

43 Lorch/Then, S. 1 3 ff.

Wiltrud Treffenfeldt (Dow Chemical), Prof. Dr. Fritz

Damit nicht genug: Die Gentechnik-Agentur Genius

Vahrenholt (RWE), Prof. Dr. Joachim von Braun (International

Food Policy Research Institute), Prof.

(siehe S. 22) erstellte Publikationen für die EU-Behörde,

darunter die inhaltliche Ausgestaltung des

9

emer. Dr. Alexander Zehnder (ETH Zürich) und Dr.

43

EFSA-Jahresberichts2006. Filz also hier wie dort −

Christian Patermann (Cluster Biotechnologie Nord-

41

es lässt sich kaum zwischen den deutschen und EUrh

ein -Westfalen . Der Rat wird im Koalitionsvertrag

Seilschaften unterscheiden . Das zeigt sich in der


44 InterviewmitMarie- Praxis z.B. im Umgang mit MON81 0. Als dieser gv- wie Syngenta oder Bayer CropScience. Ich habe mit

Monique Robin in Mais in Deutschland im Jahr 2007 kurzzeitigverbo zwei französischen Abgeordneten gesprochen, die

natur&kosmos,

ten war, forderte ausgerech n et der oberste Verbrau- ihren Unmut auch in der Zeitung Le Monde veröf-

21.2.2009

cherschützer zu diesem Thema, Buhk, die Rückfentlicht haben. Sie sagen, der politische Druck, die

45 Auszugaus der

15

Broschüre „Grüne

n ah m e des Verbots − erfolgreich . Al s ei n Jah r sp ä - Zulassung der GVO umzusetzen, sei unerträglich.

Gentechnik“ der KWS ter die französische Regierung die Pflanze verbot, Da geht es nicht nur um normale Lobbyarbeit, son-

44

Saat AG (S. 5)

bem üh te sich auch dort ausgerech n et die Verbraudern auch um Bestechung und all diese Dinge.“

cherschutzbehörde, das Verbot zu verhindern . WerüberumfangreicheSeilschaftenerheblichen

Eben so h an delte die europäisch e Verbrauch er- Einfluss auf das GMO Panel der EFSA ausübt, apschutzbehörde

EFSA. Diese Phalanx aus plaudiert dann auch gern deren Arbeit: „Das GM O

GentechnikbefürworterInnen im Verbrau- Panel vereint hochqualifizierte Experten auf dem

chersch utzpelz zeigte sich auch bei Kartof- Gebiet der Risikobewertung, die aus verschiedenen

feln. Während die Europäische Behörde für europäischen Staaten stammen und über vertiefte

Arzneimittelsicherheit EM EA eine kritische Kenntnisse in den verschiedenen Fachbereichen

Einschätzung des Antibiotika-Markersinder verfügen. Die Ernennung erfolgtauf der Grundlage

B AS F- G en tech - Ka rtoffel Am fl ora u n d zu m ög- nachgewiesener hervorragender wissenschaftlicher

lichen Resistenzproblemen für M enschen abgab, Leistung anhand einer Ausschreibung und eines

Im April 2008 zerstörten versicherte die EFSA wie üblich: Keine Risiken.

strengen Auswahlverfahrens. Das Gremium setzt

Akti vi stI n n en d as l etzte

Genversuchsfeld am I PK Diese EFSA meinte Bundesumweltminister Gabriel

regelmäßig Arbeitsgruppen ein, denen externe Wis-

in Gatersleben. Jetztste im Besonderen , als er von „organisierter Unverantsenschaftler

mit einschlägigem Fachwissen aus für

hen sie vor Gericht und

b ra u ch en U n terstü tzu n g.

www.frei wi l li gefel

d b efrei u n gen . d e

wortlichkeit“ sprach. Die französische Filmemacherin

Marie-Monique Robin, die sich vor allem mit dem

Konzern Monsanto auseinandersetzte, fand auf die

eine Sicherheitsbewertung relevanten Fachdisziplinen

angehören. Alle für die EFSA tätigen Sachverständigen

verpflichten sich durch die Unterzeich-

Fragen „Wie sieht es in Europa aus? Hier hat Monnung

einer Interessenserklärung dazu, die Unab-

45

santo doch keine Leute in den Behörden sitzen,

hängigkeit der EFSA zu gewährleisten.“ We r s o

45a www.testbiotech. oder?“ deutliche Worte: „Doch, bei uns herrscht im

überschwenglich von den Profiteuren der einseiti-

org/node/261

entscheidenden Gremium, der Europäischen Begen

Genehmigungspraxis deutscher und europähörde

für Lebensmittelsicherheit, der gleiche Inteischer

Gentechnik bejubelt wird, hat sich ihnen

ressenkonflikt. 80 Prozent der Wissenschaftler dort

wohl ausreichend angedient. Dazu passt, dass im

arbeiten für M onsanto und andere Saatguthersteller

Herbst 2009 eine EFSA-Kontrolleurin direktzur bisher

von ih re kon trol lierten I n dustrie (Syngen ta)

45a

wech sel te.

Gatersleben

IPK: Der Filz begann Paral lel wurden zwei Bereich e ausgebaut, die sich ei-

IPK-Anlagen

in Gatersleben ...

gentlich ausschließen: Die Saatgutbank, die vorhandenes

Saatgut durch Vermehrung und Einlagerung

Es mag ohne Zusammenhang

in Sortenreinheit zu erhalten versucht − und die

sein, dass alles unter National-

Gentechnik, die durch Freisetzung manipulierter

sozialisten entstand. 1 943 schufen sie

Pflanzen genau diese Sortenreinheit in Gefahr

46 ZeittafelzurGe schichte des I PK unter

nahe Wien das Kaiser-Wilhelm-Institut für Kultur-

46

pflanzenforschung. 1 945 erfolgte Neuaufbau in

bringt. Im IPK Gatersleben jedoch standen sie auf einem

Gelände nebeneinander. Daran entzündete

www.ipk-gatersleben.

de/Internet/

Infrastruktur/Institut/

Geschichte/Ueberblick

G a tersleben , ein Ja h r sp ä ter ü b ern a h m d i e U n i versitätHalle

das Institut. 1991 wurde es als Folge des Ei-

46

nigungsvertragesmit neuem Namen versehen und

51

sich Protest. Das I PK war der einzige heftig umstrittene,

konkrete Standort deutscher Gentechnik. Ansonsten

reduzierte sich bisher die Kritik, wenn sie

−derheutigeName

„Leibniz-Institutfür Pflanzengenetik und

Kulturpflanzenfor-

1 993 in eine Stiftung umgewandelt. Richtig Fahrt

nahm das IPK aber erst um die Jahrtausendwende

auf. Gentechnik und die vorher in Braunschweig an-

überhaupt aus den bildungsbürgerlichen Schichten

der M etropolen herauskam, auf die Schelte der

Firm a M onsanto und deren Produkt M ON 81 0. Al lerschung“

giltseit2006. sässige Saatgutbank rückten in den Mittelpunkt der

dings konnten selbst über 30.000 Unterschriften

47 www. kein egentechnik.de/dossiers/gentech-

10

wei zen . h tm l

Tätigkeiten . Ab 1 998 leitete der Biotechnologe Prof.

U we Son n ewa l d a l s Lei ter d i e Ab teilu n g M ol ekula re

Zellbiologie, im gleichen Jahr folgte die Gründung

und Einwendungen die Gentechnik in Gatersleben

nicht verhindern. Im Gegenteil: Das BVL forderte die

viel ältere Saatgutbank auf, auszuweichen, damit die

der ersten lupenreinen Gentechnikfirma: SunGene,

47

Gentechnik ungestörtangewandetwerdenkönne. eine Tochter der BASF. Zwei Jahre später entstand

d a s n äch ste U n tern eh m en d i eser Art, N ovop l a n t.

Neben Konzernen, Lobbyisten und den verfilzten

Behörden beteiligte sich die katholische Kirche


net die, deren Behörden die rechtlich vorgeschrie- Und immer mehr davon ...

bene Akteneinsicht verweigern, spielen sich als Ga-

Das Geflecht dehnt sich ständig aus − oftmals un -

ranten unabhängiger Informationsweitergabe auf ...

ter schönen Decknamen wie der Fördergemein -

Auch www.biosicherheit.de wird federführend von schaft N achhaltige Landwirtschaft e. V. (FN L), un -

Genius betreut. Deren MitarbeiterInnen finden sich ter d erem D a ch si ch d i e l a n d wi rtsch a ftl i ch en Ver-

in fast allen einschlägigen Zirkeln und Gremien, in suchsanstalten von Bund und Ländern mit der

denen Industrie und Behörden zusammenkommen. Agrarindustrie, darunter den Gentechnikkonzer-

Genius ist für die Politik und die Industrie zu einem nen versammeln. Chef ist der Gentechnikfreund

gemeinsamen Scharnier geworden. Genius wird von

beiden Seiten finanziell gefördert und übernimmt für

und Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner.

Industrie und Regierung gleichermaßen Aufgaben

der Kommunikation. Wichtigste Vertreter der Firma

Dachverbände

Genius sind Sinemus und Minol, die beide auch zu- Ein beson deres Probl em stell en Dach verbän de

sammen mit Prof. Hans Günter Gassen als Buchau- dar. Vielfach decken ihre Mitglieder das gesamte

toren tätig sind. Eine weitere Firma, aus dem Umfeld Spektrum landwirtschaftlicher Tätigkeiten ab.

der TU Darmstadt und des Lehrstuhls von Professor Aber in den Verbandsspitzen dominieren die Be-

Gassen ist die Firma BioAlliance, unter Leitung von fürworterInnen von Gentechnik und industriali-

Gabriele Sachse, die schon bei der Einführung der sierter Landwirtschaft. Das gilt unter anderem für

gentechnisch veränderten Sojabohne von Mon- die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft. Dort

santo mitgearbeitethatte − damals (und auch an an- sitzen auch Ökolandbau-Verbände, auf der eigederer

Stelle) in Kooperation wiederum mit einem Benen Internetseitewird die DLG als „neutrales, ofh

örden vertreter: Klaus-Dieter Jan y. Der war sel bst fenes Forum“ beworben. Doch die Praxis ist auch

von 1 986-89 in Darmstadt tätig und veröffentlichte hier eine andere. Der Spitzenfunktionär gehört zur

zusammen mit Gassen wissenschaftliche Publikatio- Pro-Gentechnik-Clique. DLG-Präsident Carl-Alnen.

Anschließend wechselteer an die Bundesforbrecht Bartmer befürwortete auf dem Unterneh-

104

schungsanstalt (BfEL) in Karlsruhe.

mertag am 3.9.2008 in Leipzig „die Ausschöpfung

Das InternetprojektTransGen war nicht von Beginn

aller mobilisierbaren Potenziale auf fruchtbaren

an als Propaganda für die Gentechnik gedacht, son-

Ackerflächen .“ In der Pressemitteilung zu seiner

dern ist vielmehr ein Beispiel für die Käuflichkeit und

Rede heißt es weiter: „Die Grüne Gentechnik

An passun gsfäh igkeit von Um wel t- un d Verbrauch er-

werde vermutlich eine der Schlüsseltechnologien

verbänden. Die Verbraucherinitiative hatte irgend-

des 21 . Jahrhunderts sein. Sie ermögliche einen

wann die Idee, zusammen mit Gentechnikkonzernen

schnellen Zuchtfortschritt und sei deshalb in der

eine Internetplattform zu gründen . N eutral sollte sie

Lage, die Ertragsfähigkeit von Pflanzen an die dy-

sein . Ein e Propagan daplattform versch leierter Form

namisch steigende N achfrage anzupassen , auch

108

ist sie geworden. Ein wichtiger Grund für den Wan-

und gerade, wenn sich das Klima ändert.“

del von einer kritischen Stimme zum Propa- Ganz ähnlich zeigtsich das Bild beim Bund für Legan

daarm der Agrokon zern e war das Geld − es kam bensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V.

(neben der als Forschung deklarierten staatlichen (BLL). Er vereinigt Firmen der Lebensmittelverar-

Förderung) von BASF, Bayer, M onsanto, DuPont, beitung, darunter die Bio-Kette Basic und der

Dow, Syngenta, InnoPlanta und anderen. Neutrale Gentechnikfreiheit garantierende Hersteller M i-

105

109

Geldquellen gibtes nirgends.

lupa. Bei vielen Mitgliedsfirmen und -verbänden

Dankbar bejubeln die Gentechnikeliten das

wird Gentechnik also abgelehnt, doch der Spit-

in dustriefreun dlich e Projekt Tran sGen , wie die I n terzenverband

tritt ein für „verlässliche Rahmenben

etseite zeigt. Un ter der Übersch rift „ I ch n utze tran sdingungen,

die die Rechte auf Forschungsfreiheit

107

gen . d e, wei l . . .“ ä u ßern si e si ch − die Liste liest sich

in der Pflanzenzüchtung wahren, eine verant-

wie ein Who-is-who der Seilschaften in Deutschwortungsbewusste

Weiterentwicklung und An- land, u.a. mit den Versuchsbetreibern Broer, Karlwendung

der Grünen Gentechnik ermöglichen ,

Heinz Kogel , Schmidt, Ingolf Schuphan , Bartsch

die Rohstoffversorgung für die deutsche und

(BVL/EFSA) und Schiemann (JKI, EFSA) aus Bundes-

europäisch e Veredl un gs- un d Ern äh run gswirtbehörden

und den Lobbyisten Schrader (InnoPlan -

schaft sicherstellen und eine lückenlose Ver-

ta), Schmitz (BDP) sowie Jens Katzek (BIO), der

braucherinformation gewährleisten.“ So stehtes 106

selbst einmal als Gentechnikkritiker startete. Innoin

einem Positionspapier vom 1 8.5.2009 mit

Planta-Lobbyist I PK-Macher und BioTechFarmer

Forderungen an den Runden Tisch Gentechnik

Schraderformuliertsein Lob eindeutig: „transgen.de

im Bundesforschungsministerium. Das Papier

kann ich nur jedem empfehlen − vor allem den Kriti-

hatteauch die DLG unterzeichnet− von Neutra-

107

kern der Grünen Gentechnik.“ Deutlicherlässtsich lität also keine Spur. Vielmehr zeigt sich hier das

woh l kaum form ulieren , wem Tran sGen n ach dem

Muster, das die ganze Gesellschaft durchzieht: 80

Mund redet. Die TransGen-Macher verfassten die

Prozent lehnen Gentechnik ab, aber die übrigen

Gentechnikbroschüre des vom BM ELV geförderten

20 Prozent besetzen alle wichtigen Schaltstellen in

Informationsdienstes AI D.

Forschung, Politik, Behörden, Interessenverbänden

und Medien.

Verzeich nis von Agrar-

funktionärInnen auf

www. n a b u . d e/m odu l es/

bauerndatenbank/

index.php

103 Bundestagsdruck-

sache 1 6/6208

(S. 22 f.)

104 Lorch/Then, S. 13

1 05 Die Verbraucherinitiative

verstand sich

nur noch als ideeller

Träger und beruhigte

sich selbst mit der Behauptung,

für die Inhalte

nicht verantwortlich

zu sein. 2009

wu rd e a u s d em U m -

fel d d er R WTH Aach en

ein neuer Träger gegrü

n d et. G el d geber:

www. tran sgen . d e/

home/impressum/

792.doku.html

106 KatzekwarGen technikreferent des

Bund für Umweltund NaturschutzDeutsch land (BUND). Stellungnahmen

der Lobbyisten

a u f www. transgen .

de einsehbar.

1 07 www. tran sgen . d e/

home/impressum/

795.doku.html und

www. tran sgen . d e/

featu res/p op u p d oku .

php?id=836

108 www.dlg.org/

527.html. Ähnlich in

einer Rede 1 8.5.2009.

109 www.bll.de/bll/

mitglieder/

mitglieder_uebersicht

Ferdinand Schmitz

23


von rechtlichen Rahmenbedingungen . Wo nötig, Propaganda per Internet:

wird PRRI weiterhin Missverständnisse und Fehlin-

98 GMO Kompass, Genius & TransGen

formationen über Wissenschaft ansprechen.” Die

98 www.pubresreg.org/

?option=com_content

&task=bl ogcategory&

umfangreichen Seilschaften und die Verankerung

solcher Lobbyisten in staatlichen Behörden führen

Die Gentechnikseilschaften kümmern sich nicht nur

um Anwendung, Kontrolle und Förderung, sondern

id=22&Itemid=33

auch hier dazu, dass die gentechnikbefürwortende

auch um die Propagan da. N eben Pressearbeit, Pub-

(Übersetzung in

Lorch/Then, S. 1 0)

99 InternationalService for the Acquisition of

Politikberatung von denen finanziert wird, die beraten

werden − den staatlichen Stellen. Die PRRI wird

im Rahmen des EU-Projekts „Global involvement of

likationen und getarnten Auftritten als scheinbar

ökologisch orientierte Gruppen sind wichtige Inform

ati on sp l attform en i m I n tern et gesch a ffen word en .

Agri b i otech

Applications.

100 Lorch/Then, S. 9 f.

101 www.geniusbiotech.com/

public research scientists in regulations of biosafety

and agricultural biotechnology“ (genannt: Science4

B i oReg) geförd ert, von 2 0 0 6 - 0 9 m i t ei n er

Grundfinanzierung von 600.000 €. Hinzu kommen

Hier arbeiten die üblichen Seilschaften zusammen.

Unmittelbar an die Öffentlichkeit wendet sich der

GMO Kompass, der 2005-07 als EU-Projekt, dann

von E u ropaB i o (2 0 07 ) u n d d an n vom B M E LV

referenzen/

Gelder von Regierungen aus den U SA und Kanada, (2007-08) finanziert wurde. Hauptträger des Projek-

kunden.php

industrienahen Organisationen wie

99

I SAAA und tes ist die Darmstädter Gentechnik-PR-Agentur Ge-

102 Lorch/Then, S. 14

n ich t zul etzt durch CropLife I n tern ation al un d das U S nius, die laut eigener Referenzenliste für Bundes-

Grain Council, die großes wirtschaftliches Interesse und Landesministerien, Behörden, Lobbyverbände

an Lockerungen des Biosafety-Protokolls haben . wieBDPundFNLsowieFirmenwieBASF,Bayerund

100

Laut Lorch/Then ist das PRRI ein typisches Bei- Syngenta sowie die Gentechnik-Industrieverbände

101

spiel für die konsequente Weiterführung der „Tarn- DI B un d EuropaBio arbeitet. Weiterer Träger sind

kappen-Strategie“ − mit Unterstützung deutscher die Organisatoren der Webseite transgen.de, die ur-

Regierungsexperten.

sprün gl ich von der Verbrauch erI n itiative gestartet

wurde, aber inzwischen vor allem von Gentechnikfirmen

finanziert wird. Die ursprüngliche und weiter

Plants for the Future

beh auptete N äh e zu Verbrauch erorgan isation en gibt

Arbeitet seit 2003 an Vorbereitung und Entwurf eines GM O Kompass den Anschein von Neutralität. Das

Visionspapiers. Ab 2006 Durchführung der EU Techno- redaktionelle Team ist identisch mit dem von biosilogy

Platform ,Plants for the Future' als Stakeholder-Focherheit.de: Kristina Sinemus und Klaus Minol von

rum . M it dabei:

Genius sowie Gerd Spelsbergvon TransGen, früher

• Behörden: Schiemann (JKI) als M itglied des Stee- Verbrauch erI n itiative. Sie besch reiben sich sel bst als

ring Committee, Co-Autor des Visionspapiers

„independentscience journalists“, unabhängigeWis (2 003) und Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe H osenschaftsjournalisten. Eingebunden, wie üblich,

rizontal Issues, Konstantin Freiherr von Teuffel sind Behörden und Konzerne: Joachim Schiemann

(Forstl. Versuchs- und Forschungsanstalt Baden- sitztebenso im Beiratwie der Industrieverband Eu-

102

Wü rttem b erg).

ropaBio. Für die PR-Arbeitzum BioSicherheitspro-

• Konzerne: Ralf-M ichael Schmidt (BASF Plant Scien -

gramm kassiert Genius 1 ,23 Mio. der 1 ,86 Mio. Euro

ce), M arkwart Kun z (Südzucker), Rein hard N eh ls

Gesamt-Werbekosten . Begründet wird diese hohe

(Planta, Tochter von KWS).

Summe von Seiten der Bundesregierung damit,

• Lobby-/PR-Verbände: Katzek (BIO Mitteldeutschland),

Ferdinand Schmitz (BDP), Genius.

• Geldgeber: Ulrich Schurr (Forschungszentrum Jü-

„ d a ss eine u n a b h ä n gi ge B eri ch tersta ttu n g ü b er d i e

Ergebnisse der Biologischen Sicherheitsforschung

lich), Frank-PeterWolter (Patent-und Lizenzagen-

gewährleistet, dass sich die Menschen in Deutschtu

r fü r G AB I ).

land unvoreingenommen über Chancen und Risiken

103

der Gentechnik informieren können“. Au sgerech -

22

Ausfüllen und ab an: Projektwerkstatt, Ludwigstr. 11 , 35447 Reiskirchen-Saasen, Fax 06401 /903285. Oder Formular auf www.biotech-seilschaften.de.vu!

Aktionen gegen den Gentechnikfilz: Da mache ich mit!

Nehmtuns/michin den MailverteilerzurAktionauf! Ich möchtegern mitmachen bei:

Wir würden gerne eine Veranstaltung machen

zum Thema in

Name: ............................................................................................................................................

Adresse: ........................................................................................................................................

Telefon(e): ..................................................................................................................................

Email: ..............................................................................................................................................

Ich bestelle (gegen Rechnung) ...

mal diese Broschüre „Organisierte Unverantwortlichkeit“

mal das Heft „Upps − ein Genfeld! Was jetzt?“

mal CD „Gentechnik“ mal CD zu Seilschaften

Folgende weitere Materialien (Anzahl und Titel angeben!):

Datum/Unterschrift: ...........................................................................................................


lange Zeit über die kircheneigene Firma GERO nenschwere Förderung „InnoRegio“. Damals hatte

daran, mit Hilfe von 35 Mio. € (gefördertvom Land Schrader noch keine Kreide gefressen, sondern be-

Sachsen -Anhalt) einen Biopark aufzubauen un d zwei zeichnete die grüne Gentechnik als das, was sie

eigene Firmen am Gelände zu betreiben: Futuraund auch ist: Eine profitträchtige Sparte der Chemiebran-

4 8 www. frei wi l l i ge-

52

BGI Biopark. Erst im April 2008 beendete eine beche. Schrader nannte offen „die Aussicht, in dem

fel d b efrei u n g. d e

49 Quelle: www.

h erzte Aktion von freiwilligen Fel dbefreierI n n en den

48

stagnierenden PflanzenschutzmittelmarktdurchAn standortregister. de

Gentechnikanbau in Gatersleben. Seitdem wendung der Pflanzenbiotechnologie Positionsver- (Aktenzeichen

herrschte überwiegend Ruhe in der Landschaft um besserungen zu erzielen .“ Regionen , in denen der

6786-01 -01 83). BASF

betrieb mehrere Fel-

Gatersleben . H in ter M auern un d Glas jedoch wird Spitzmittelabsatz durch die Gentechnik steigt, wurder, um die Amfloraweiter

experimentiert. Nur die Firma BASF meldete den von Schrader als positive Beispiele angeführt: Kartoffel unter dem

49

für 2009 einen ihrer Kartoffelversuchean. Am 7. „Die sich abzeichnenden Erfolge in der Einführung

Deckmantel von Forschungsfeldern

zu ver-

September gleichen Jahres unterzeichneten Vertre- von transgenen Kulturpflanzen in Nordamerika, Armehren für eine komterInnen

der I PK- und der BioTechFarm-Seilschaften gentinien und Brasilien haben der durch Übernahme merzielle Nutzung.

(sieh e S. 1 9) einen Vertrag, der eine Verlagerung der und Fusion von Pflanzenschutzmittelherstellern er- 50 www.tti-magdeburg.

Freilandversuche zum

85

neuen Standort nach Üplin - folgten Marktkonsolidierung weiteres Momentum

de/RAHM/exp07.htm gen vorsi eh t.

gegeben und zu einer regen Akquisitionstätig-

In und um das I PK entwickelte sich ein bemerkenskeit

der Unternehmen in die Biotechnologie-

50

werter Filz von Lobbygruppen, Neugründungen von

und Saatzuchtbranche geführt.“

Gentechnikfirmen und Aktivitäten der großen Kon - Schrader blieb den Biotechnologie-Aktivitäten

zerne. Es war die erste große Seilschaft der prakti- am I PK nach 2006 als FDP-Landtagsabgeordneschen

Gentechnikanwendung, gefüttert mit Forter treu, währendRehbergeru.a. als Anwalthalf. schungsmillionen aus Töpfen der Bundesministerien Ihnen gelangdie Einbindung einer Vielzahl von

und des Landes Sachsen -Anhalt, in dem über etliche Konzern- und BehördenvertreterInnen. Im wis-

Jahre der FDPler Horst Rehberger Wirtschaftsminissenschaftlichen Beirat des IPK sitzt Thomas

ter und der spätere Chef-LobbyistUwe Schrader Kühne vom JKI, im Genbank-Beirat sein Kollege Uwe Schrader

dort Referen t war. „ Um das I PK h erum setzte der Prof. Fran k Ordon . Küh n e ist auch im Vorstan d

langjährige sachsen-anhaltische Wirtschaftsminister von InnoPlanta aktiv, der im IPK untergebrachten

51 Quellen: Andreas

Bauer (2007): „Gen-

H orst Reh berger (FDP) großzügig Fördergelder ein : Lobbyorganisation. Im Stiftungsrat sind die Ministebank Gatersleben:

Knapp 150 Millionen Euro machte er 2003 für die rien direkt vertreten : Joach im Welz, Thom as Reit- Gentechnik oder ge-

Biotech -Offensive locker,

30

um Firmen in die Region mann (Kultusministerium), Martin Köhler und Jürgen

netische Ressourcen?“

(S . 4 ). Orga n i gramm

zu holen “. Jährlich erhält das IPK eine Grundfinan- Roemer-Mähler (beide BM ELV). Offen sichtbare Ak- und Gremien auf www.

zierung, im Jahr 2005 beispielsweise 23,5 Mio. € tivitäten externer Konzerne waren trotz der Verflech - ipk-gatersleben.de.

vom Land und 3,4 Mio € von der EU. Für Projekte tungen eher selten. N ur die BASF Plant Science 52 MitteldeutscheZei fl ossen i m gl ei ch en Zei trau m ü b er 3 , 6 M i o . € Förde- pflanzte mehrfach Kartoffeln am IPK

49

an, ihr

tu n g a m 3 . 7. 2 0 0 9 u n d

Spiegel 41 /2008

rung vom BM B F, 0, 6 M io. € der Deutschen For- Vize-PräsidentRalf-Michael Schmidtsitztim Wissen- (S. 94)

schungsgemeinschaft (DFG), 262.000 € vom Land

51

schaftlichen Beirat des I PK.

52a www.gruenes-labor.

und 305.000 € von der EU. Der behaupteten Wirtschaftsförderung

oder dem Sichern von Arbeitsplät-

53

EinebesondereRollespielteProf.UweSonnewald.

Seit1 992 im IPK, leitete er ab 1 998 die Abteilung für

de/Sponsoren.html

und Andreas Bauer

(2008): „Gentechnikzen

dienten die Gefälligkeiten für die Gentechnik

molekulare Zellbiologie. Uneingeschränkt warb er

Ve rfl e c h tun ge n i n

kaum, vielmehr wurden die mit 1 3 Mio. € geförder-

für die Gentechnik − einfach alles werde besser:

Sachsen-Anhalt“

ten Biotechnologieprojekteund der gesamte Biopark

Gatersleben (BGI) zum „Flop“ mit inzwischen

„Die Grüne Gentechnik wird in absehbarer Zeit dazu

beitragen, den Ressourcenverbrauch in der Land-

53 BiografischeDaten von www. b i ol ogi e.

uni-erlangen.de/bc/

5 M io. € Schulden: „ M it mehreren M illionen Euro

wirtsch aft zu optim ieren . Die Verbrauch er profitie-

biocus.html

hielt die landeseigene Investitionsbank I BG jahrelang

ren, weil Gentechnik die Lebensmittelqualität durch

54 www.transgen.de/

eine Firma am Leben , die eine Antikörper produzieren

de Freilan derbse gegen Sch wein edurch fall en twi-

Optimierung der Inhaltsstoffe verbessern hilft, die

Eliminierungvon Allergenen ermöglicht und die Her-

wi ssen /d i sku rs/

483.doku.html

ckelt hatte, die keiner haben wollte. ,Geld verdienen

stellung hochwertigerMoleküle für pharmazeutische

wir mit Q-Cells' , sagt Haseloff leicht sarkastisch, ei-

Anwendungen erlaubt. Darüber hinaus ist eine verner

inzwischen weltbekannten

52

Solarfirma, die das

b esserte P rod u kti on p fl a n zl i ch er Roh stoffe zu erwar-

Land mitbegründet hat“. Breit getragen ist das von

ten. Schließlich werden Pflanzen künftig industrielle

Genius auf Machbarkeit geprüfte, vor allem

Enzyme und Feinchemikalien liefern. Die Landwirte

PR-Zwecken dienende „Grüne Labor“. Deutsche

kön nen m it weiteren Ertragssteigerun gen rech n en ,

Bank, InnoPlanta, KWS und Syngenta sind ebenso

52a

weil Verbesserungen bei Resistenzen und Stoff-

dabei wie mal wieder das JKI.

54

wechseloptimierungen möglich werden.“ Zei tgl ei ch

Zentral e Person beim Aufpäppeln der grün en Gen - mit der Übernahme der Abteilungsleitung gründete

tech n ik war U we Sch rader, un ter Reh berger Referen t

im Wirtschaftsministerium und schon 1 999 als „Ex-

Sonnewald zusammen mit BASF die Firma SunGene

− Forsch ung und Konzerne waren direkt verbunden .

11

perte“ beim M agdeburger Unternehmen tti mit der Ab 1996 saß er in der ZKBS, d.h. er kontrolliertedie Entwicklung eines Konzepts zur Ankurbelung der eigenen Projekte und die der KollegInnen in den

Gentechnik befasst. Dieses mündete in die millio- Gentechnik-Seilschaften. Das setzte er fort, als er


12

Uwe Sonnewald

58 Lorch/Then

(S. 27)

2004 an die Uni Erlangen wechselte − und von

dort die Forschungen an transgener Gerste zusammen

mit dem Gießener Prof. Karl-Heinz Kogel

vorantri eb.

AgroBi oTech ni ku m : Ri skan ter

Sandkasten der Genmanipulation

Ein zweites High-Tech-Zentrum für die Agrogentechnik

entstand 2004/2005 rund 20 km östlich

von Rostock. Dort liegt das Dorf Groß Lüsewitz. Wie

in Gatersleben hat auch hier die Pflanzenzüchtung

eine lange Tradition . Vor allem Kartoffeln gelten als

Spezialität dieser Region − und so finden sich in

Eveline Nettlau

Groß Lüsewitz nicht nur kommerzielle Saatgutfirmen

fü r Kartoffel n wi e N ori ka, son d ern a u ch ei n e Au ßen -

stelle des Bundesamtes für

Sich selbst fördern: Eveline Nettlau

Züch tun gsforsch un g an Kul -

Eveline N ettlau päppelte als Geschäftsführerin der

regionalen Wirtschaftsförderungsagentur die Gen- turpflanzen und Saatgutbantechnikschmiede

in Gatersleben hoch. Dabei verken für Kartoffeln (heute:

schaffte sie sich auch selbst einen guten Posten −

als Geschäftsführerin des Gründerzentrums für Bio-

JKI). Die DDR organisierte

technologie (www.startupbiotech.de). Damit nicht

gen u g: N ettl a u i st a u ch Sch atzm ei steri n d es Lob b yverbandes

InnoPlanta e.V. und bekundet so ihre

einseitige Orientierung auf Geldfragen.

hier ihre staatliche Kartof-

55 In Malchow laufen fel zü ch tu n g. D i e

Ve rs u ch e m i t gv- R a p s

direkt neben der Saat-

Au fregu n g u m d i e

gutbank für Ölsaaten, schon vor der

in Dresden-Pillnitz Fertigstellung

werden alte Obstsorten

erh al ten − u n d d i -

des AgroBiorekt

dan eben gen tech - Te c h n i k u m s

nisch veränderteAp einsetzenden

fel b ä u m e erp rob t.

Genversuche

56 Bundestagsdrucksache

1 6/6208 (S. 1 5)

wargeringerals

57 Das AgroBioTechni-

in Gatersleben,

kum mit seinen Gen- obwohl es eine

technik-Seilschaften

auffällige Paral-

und Freisetzungsversuchen

stellt die

lele darstellte,

zweite Phase von Gen - dass wiede-

vers u ch sfel d ern d a r.

rum genau

Sch on ab M i tte d er

90er-Jahre führten Fir-

dort, wo eimen

wie AgrEvound neSaatgut- Aventis Kartoffelversubankbeche

durch. Deren

Gentechniksparte ist

stand, mit

inzwischen von Bayer

übernommen worden.

Die Bundesanstalt

für Züchtungsforschung

an Kulturpflanzen

(B AZ) (h eute:

JKI ) i n Qu edlinburgarbeitete

mit Raps und

Mais. Siehe

auch www.

fi n ab . d e.

gen tech -

AgroB i oTech n i ku m

in Groß Lüsewitz

Ve rs u c h s fel d e r

bei Sagerheide

Schöpfungsgeschichte, 8. Tag: Segen fürs Gentechniklabor im I PK

n isch verän derten Pflan zen experim en tiert wurde −

in unmittelbarer N achbarschaft. Gatersleben, Groß

Lüsewitz und zwei weitere Wiederholungen dieser

Logik in Malchow (nahe M üritz in Mecklenburg-Vor-

55

p om m ern ) u n d P i l l n i tz a m Ostrand D resd en s ließen

zusammen den Verdacht aufkommen, dass die

Auskreuzung gentechnisch veränderter Pflanzen auf

bislang sortenreines Saatgut einkalkuliert oder sogar

gewollt war und ist. Über diese Ähnlichkeithinaus ist

aber vieles anders am AgroBioTechnikum, wie das

Gründerzentrum für grüne Gentechnik benannt wurde.

Das Geschehen in Gewächshäusern und auf

Äckernhat weniger mit der behauptetenForschung zu tun als vielmehr mit anderen Zielen: Propaganda

für die Gentechnik und das Ausnutzen umfangreicher

Forschungs- und Fördermittel zum Aufbau eines

undurchschaubaren Geflechts von Firmen und

DienstleisterInnen. Viele gleichen sich an einem

Punkt: Die Geschäftsführerinheißt Kerstin Schmidt.

Sie amtierte zudem als Schatzmeisterin des im Hintergrund

die Fäden ziehenden FI N AB e. V. Hilfreich

war, dass der bei der Genehmigung der Versuche

mitwirkende Joachim Schiemann Gründungsmitglied

im Geflecht von Groß Lüsewitz war, dessen JKI seit

56

2005 selbstan Versuchen mitwirkte und Teil des in

L ü sewi tz wi ch ti gsten Fi rm en verb u n d es B i oO K wu rde,

während Schiemann in der EFSA saß.

Dass alles dem Firmenaufbau und der Propaganda

diente, räumen die MacherInnen des AgroBioTechnikums

sogar freimütig ein. Auf der Internetseite des

57

koordinierenden Vereins FI N AB (Vorsitz: Prof. Inge

Broer; Sch atzm eisterin bis 2 008: Kerstin Sch m idt;

Mittglied u.a. KWS) heißt es über einen beantragten

Rapsversuch in den An fan gsjah ren 2 004 bis 2 00 6:

„Diese Freisetzung dient einerseits der Etablierung

von notwendigem Know-how für die Beantragung

und Durchführung von Freisetzungen am Standort

Groß Lüsewitz, andererseits als politisches Signal

und Präsentation des Dienstleistungsangebotes im

AgroBioTechnikum. Gemeinsam mit der Universität

Rostock wird an der Etablierung von Analyseverfahren

zur Identifizierung und Quantifizierung von gentechnisch

veränderten Pflanzen gearbeitet. Diese

Verfahren sollen als Standarddienstleistungen im

Zentrum angeboten werden.“ Im Klartext: Ein wissenschaftlichesZielbesteht

gar nicht. Doch trotzderof fen eingeräumten Ausrichtung auf reine Werbezwecke

erreich te der Versuch ein e Förderun g durch das

Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern

in Höhe von 80% des Gesamtvolumens von

628.1 98 €. Die staatlich subventionierte Firmengründung

incl. Gehirnwäsche wollte mit hohem Risiko

gleich in die Vollen gehen , denn Raps ist die

auskreuzun gs- un d durch wuch sin ten sivste Art aller

bisher verwendeten transgenen Pflanzen.

Lorch /Then 58

verm uten zudem in tran sparen te Gel dfl

ü sse: „Die Firma biovativ wiederum wurde 2003

als 1 00%ige Tochter des Vereins FI N AB gegründet

mit der Aufgabe, das Gewächshaus und die Äcker

des von FI N AB initiierten AgroBioTechnikum zu be-


JKI), Sinemus (TU Darmstadt, jetztGenius) und Lob-

91

nach außen als Kontaktund organisiertden GGG.

byzeitschrifts-Autor und späterer ZKBS-Experte Auf der Webseite von Genius finden sich die we-

Gerhard Wenzel zu den M itgliedern − neben über 20 nigen verfügbaren Angaben zum GGG. Eine der

weiteren aus Universitäten, Forschungsanstalten wenigen weiteren Quellen zum GGG sind In-

und dem M PI Köln. Die Zusammensetzung zeigt die terviews, die 1 998 im Rahmen einer For-

immer gleichen N amen der zentralen Gentechnik-

92

schungsstudie von den WissenschaftlerInnen

Seilschaften um Buhk, Schiemann und andere. Marion Dreyer und Bernhard Gill geführt wur-

Überraschend griff der WGG am 4.3.2009 mit eiden.

N ach diesen Interviews waren auch die

nem offenen Brief an die Landwirtschaftsministerin

Vorläuferorgan isation en des BVL (das Robert-

Aigner in die Debatte um ein Verbot der grünen

Koch-Institut, RKI, und das Bundesinstitut für

Gentechnik ein . Dabei lobte er die Arbeit von For-

gesun dh eitlich en Verbrauch ersch utz un d VetescherInnen

und Bundesinstitutionen zur Gentechnik

rin ärmedizin , BgVV) M itglied im GGG. Als Kon -

und empfahl der Ministerin, sich dort beraten zu las-

taktadressewird Kristina Sinemus genannt.

sen. Damit aber lobten sie schlicht sich selbst. Zu-

Der GGG forderte ein Zulassungssystem, das

dem räumten sie öffentlich ein, dass die Bundeskon-

„ stren g n a ch wi ssen sch a ftl i ch en Kri teri en a u s -

trollbehörden eine völlig einseitige Position hatten

gerichtet ist,“ und meldete sich 2004 mit einer

und haben: „Nach aktuellem Stand von Wissen-

Presseerklärung zu Feldzerstörungen zu Wort.

schaft und Technik bergen sicherheitsbewertete und

Stellvertretend wurde dort Anton F. Böner, Präsi-

zugelassene transgene Pflanzen keine anderen Gedent

des Bundesverbandes des deutschen Großfahren,

als herkömmlich gezüchtete Pflanzen. Die Ih -

und Außenhandels (BGA) zitiert. 2005 trat der

93

nen unterstellten Behörden bestätigen dies.“

GGG mit Kristina Sinemus als Mitorganisator ei-

97

nes InnoPlanta-Forums in Sachsen-Anhalt auf.

Seit einiger Jahr hat der WGG eine umfangreiche

Sammlung einseitiger Pro-Gentechnik-Texte

94

im Internet

zusammengestellt . Vor allem von Jany kom- International: PRRI

men Stellungnahmen , die er über den WGG verbrei-

Ganz ähnlich dem WGG agiert das PRRI als Lobtet.

Was er darin schreibt, ist mehrfach widerlegt. Ein

byorganisation. Die „Public Research& Regulation

Beispiel für viele: „In ihrer natürlichen Umgebung

sammeln Bienen Nektar und Blütenpollen, die zur

eigenen Ernährung und der Ernährung der Brut dienen.

Maisfelder sind dabei, solangeAlternativenvor handen sind, wenig attraktiveFutterquellen (Tracht-

95

pflanzen).“ Tatsächlich ist Mais in seiner Blütephase

soga r Li ebli n gsp ol l en q u el l e d er B i en en .

Initiative“ wurde 2004 gegründet und vereint

nach eigener Darstellung WissenschaftlerInnen ,

die so eine unabhängige Politikberatung organisieren.

Doch die Zusammensetzung wirkt nicht

zufällig − es sind genau die Gentechnikbefürworter,

d i e i n öffen tl i ch en Stel l en m i t G en eh m i gu n gen

und Expertisen die Gentechnik durchsetzen und

Gefahren verharmlosen: Joachim Schiemann

Gesprächskreis Grüne Gentechnik

(BBA/JKI) und Hans-Jörg Buhk (BVL). Auch der

96

(GGG)

N am e M arc van M on tagu als Präsiden t des europäischen

Biotechnologieverbandes EFB ver-

Für den GGG gibt es weder eine Webseite noch eine

spricht kaum neutrale oder unabhängige Arbeit.

Mitgliederliste. Er wurde1997 wohl aufInitiativedes Al s Zi el n en n t d i e Lob b ygru p p e: „ P R R I wi rd wei -

Pharmaunternehmens Novartis gegründet, das da-

terhin Regierungen, Organisationen und andere

mals auch noch über eine große Saatgutsparte ver-

Betroffene über die aktuelle öffentliche Forschung

fügte, die später unter dem N amen Syngenta abge-

in der modernen Biotechnologie informieren sotrennt

wurde. Kristina Sinemus (Genius) fungiert

wi e ü b er P R R I ' s Sorgen b ezü gl i ch d er E n twi ckl u n g

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91 mensch+umweltspe zial 2 004/2 005 der

GSF (Helmholtz-Gesellschaft).

92 Lorch/Then, S. 17

93 www.gruenegentechnik-online.de

94 www.wgg-ev.de

95 Beitragvom 11.5.2007: www.

wgg- ev. d e/2 0 07 /0 5 /

gentechnischveran

d erte- p fl an zen

und bienen

96 Nicht zu verwechseln

mit dem gleich abgekürzten

Green Gate

Gatersleben – ein Internetportal

der Seilschaften

rund um das

I PK Gatersleben.

97 Lorch/Then, S. 47

und 53

Kristina Sinemus

21


Neben den konkreten Orten gentechnischer Experim

ente und versickernder Steuerm illionen haben

sich zwischen Konzernen, Behörden und Forschungszentren

zahlreiche Lobbygruppen und intransparente

Treffpunkte gebildet. Durchführung, finanzielle

Förderung und Kontrolle sind dort auch

personell ein- und dieselbe Sache.

teurInnen mit im Boot − von Forschungsinstituten

über die Bundesbehörden bis zu Konzernen. Hier

wird mit Staatsmitteln ein mächtiger Akteur im Filz

der Gentechnik aufgebaut, der gleichzeitig Lobbyist,

Versuchsbetreiber und Geldverteilstelle ist. Folgende

Projekte

88

erhielten zudem 2007 Zuschüsse

des BM BF:

• U n i versität H al l e fü r M ai sversu ch : 1 1 2 . 4 5 6 €

• I PK für 5 Versuche mit Weizen, Gerste und Rüben:

Lobbyist InnoPlanta: Behörden,

1.518.164 €

Parteien & Konzerne in einem Boot

• SunGene für Raps-/Weizenversuche: 381 .968 €

I m wi ch ti gsten Lob b yverb a n d p ro G en tech n i k si t- • Strube Saatzucht für Rübenversuche: 248.1 98 €

zen Vertreter gentechnikbefürwortender Parteien

• Humboldt-Universität Berlin für Experimente an Öl-

87 Lorch/Then, S. 53

und Organisationen einträchtig neben Beamten aus

pflanzen: 346.548 €

88 Alle Angaben vom

Behörden und Fördermittelvergabestellen, Landrä- 2004 koordinierte InnoPlanta bundesweit den Er-

Förderportal der Bunten, aber auch den großen Konzernen und kleinen probungsanbau von gentechnisch verändertem

desregierung unter

N ewcomern der Gentechnik. InnoPlanta e.V. ist der M ais. N eben Gentechnikkonzernen wie M onsanto

http: //foerderportal .

bund.de, Liste s. 72.

lauteste und oft inhaltsleere M arktschreier für die und Pioneer, die Saatgutund finanzielle Unterstüt-

89 www.innoplanta.de/

uneingeschränkte N utzung manipulierter Tiere und zung beisteuerten , war auch der I nitiatoren verein

fi l ea d m i n /u ser_ Pflanzen im Land und bezeichnet sich selbst als des AgroBiotechnikums, FI N AB, beteiligt. Hinzu ka-

upload/Pdf/

„ Plattform zur Unterstützung von Landwirten , welch e men weitere Firmen: „An Kommunikationsmaßnah-

Pdf_Berichte/

Bilanzseminar_2007_

die Vorteile moderner Pflanzenbiotechnologie nut-

86

men bzw. hierfür notwendigen finanziellen Mitteln

InnoPlanta.pdf

zen wollen“. D ass i m Vorstan d ei n er sol ch en Pl att- beteiligten sich darüber hinaus Bayer CropScience,

90 Abfrage

form BASF, Bayer und viele kleine Firm en sitzen , die BASF Plant Science, Syngenta und die Deutsche I n -

89

www.denic.de.

− mit Fördermittelnvollgepumpt− in den letztenJah dustrievereinigung Biotechnologie (DI B).“

ren ihr Glück als GentechnikerInnen versuchten,

InnoPlanta ist durch und durch Seilschaft. Die Inter-

mag wenig überraschen. Was aber machen die Genetseiten

von InnoPlanta und des Green-Gate-Interschäftsführerin

der regionalen Wirtschaftsförnetportals

werden von der gleichen Person verwalderung,

der Vize des Landesbauernverban-

90

tet. Und InnoPlanta-Vorsitzender Uwe Schraderist des, ein M itarbeiter des staatlichen JKI und ein

Initiator und Funktionär der BioTechFarm in Üplin-

Landrat im Vorstand? Warum agieren im Beigen.

Als 2006 der InnoPlanta-Arbeitskreis AGI L Parat

der ehemalige Wirtschaftsminister und ein

tenschaften für von GentechnikgegnerInnen be-

Jen s K a tzek

wichtiger Beamter der Bundesforschungsanstalt

für Lebensmittel?

d roh te Fel d er u n d P fl a n zen sa m m el te, fan d en si ch

unter den PatInnen nicht nur PolitikerInnen wie

Insgesamt vereinigt Innoplanta rund 60 Partner aus Christel Happach-Kasan (FDP-MdB) und Katherina

Forschung, Wirtschaft, Finanzen und Politik. Im Bei- Reiche (CDU-M dB), sondern auch Angehörige von

rat sitzen Klaus-DieterJany (BfEL) und Jens Katzek Bundes- und Bundesaufsichtsbehörden wie Jany

Buchtitel unten: (BI O M itteldeutschland). Genius als M itglied über- und Christian Gienapp von der Landesforschungs-

2009 gab InnoPlanta- nimmt PR-Aufgaben. Unter den weiteren Mitgliedern anstaltfür Landwirtschaft und Fischereiin Mecklen-

Gründer Horst Rehberger

seine Biogra-

sind KWS, N ovoPlant, SunGene und TraitGenetics burg-Vorpommern. Am 17. und 19.4.2009insze phie als Buch heraus. (Gatersleben), BI O M itteldeutschland, LandesbaunierteInnoPlantaDemonstrationen für die Gentech-

Darin sprach er von ernverbandSachsen-Anhalt, die Bundesanstaltfür nik in Üplingen. Etliche VersammlungsteilnehmerIn-

seiner mit Uwe

Schrader geteilten

Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ Quednen erhielten nach eigenen Angaben Geld für ihre

„Leidenschaft“ für die linburg, jetztJKI) und das InstitutfürPflanzengenetik 87

Teilnahme. Sie hielten einheitlich gefertige Schilder

Gentechnik (S. 243).

und Kulturpflanzenforschung (IPK Gatersleben). mit aggressiven, aber inhaltsleeren Parolen hoch. In-

Etwas überraschend ist, dass InnoPlanta nicht nur

noPlanta-Chef Schrader war selbst vor Ort und ver-

als Lobbyist agiert, sondern auch selbst eine Vielsuchte,

direkte Gespräche zwischen seinen 45 bis

zahl von Versuchen koordiniert und initiiert − und

75 Euro teuren DemonstrantInnen und Gentechnik-

dabei riesige Mengen Forschungsgelder einsammelt.

Beim InnoRegio-Wettbewerb des BundesmigegnerInnen

zu verhindern .

nisteriums für Bildung und Forschung (BMBF) er-

Wi ssensch aftl erkrei s

20

h i el t d a s N etzwerk, d as i m Ja h r 2 0 0 0 gegrü n d et

wurde, run d 2 0 M io. € Förderm ittel . Das I n n o-

Grüne Gentechnik (WGG)

Planta-Netzwerk bearbeitet oder bearbeitete mit Der WGG arbeitete lange wenig öffentlich, es liegt

diesen Fördergeldern nach eigenen Angaben 38 daher keine aktuelle Mitgliederliste vor. Klar ist:

Projekte mit einem finanziellen Volumen von ca. Klaus-Dieter Jany (BfEL/M RI) ist 1 . Vorsitzender.

31 M io. €. Erschreckend: Dabei sind fast alle Ak- 1998 zählten Buhk (BVL), Schiemann (BBA, jetzt


treuen. Wie bereits festgestellt, ist Kerstin Schmidt

die Geschäftsführerin von biovativ. Laut Handelsregister

hat die biovativ GmbH nur einen M itarbeiter.

Da Schmidt gleichzeitig auch Geschäftsführerinvon BioMath und BioOK und im Vorstand von FINAB

e. V. ist − und all diese Betriebe und der Verein unter

der gleichen Adresse und teilweise unter der gleichen

Telefonnummer zu erreichen sind − drängt sich

der Verdacht auf, dass es sich hier gar nicht um separate

Einheiten handelt, sondern das Konglomerat

von Firmen eher dazu dient, die kommerziellen Interessen

im Umfeld des Vereins FI N AB möglichst

undurchsichtig zu gestalten.“

Wenig seriös wirkt die fachliche Qualifikation der

Hauptperson: Kerstin Schmidt ist als Mathematikerin

Drahtzieherin des Aufbaus von Infrastruktur und der

Durchführung der Versuche an den zwei wichtigsten

Freisetzungsstandorten deutscher Gentechnik −

dem AgroBioTechnikum

59

und der BioTechFarm in

Üplingen (siehe S. 1 5). Für letztere buchte sie am

2 8. 3. 2 007 die I n tern etadresse un d kooperiert seit

April 2008 als Geschäftsführerin mit der einflussreichen

Sachsen -Anhalt-Gentechlobby um den FDP-

Politikerund InnoPlanta-Chef Schrader.

N icht wirtschaftlicher Erfolg, sondern Förderungen

aus staatlicher Hand ermöglichten den Aufbau des

AgroBioTechnikums. Auswahl aus Landes- und Bundesprogrammen

(gesamt: 9,1 Mio. Euro

• „Zukunft für die Jugend in MV“ für Forschungsgewächshausund

Mehrzweckhalle: 2.103.459 €.

• Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen

Wirtschaftsstruktur“ für „Planungsleistungen

Gründerzentrum für biogene Ressourcen Groß Lüsewitz“

21.533 € und für das „Kompetenz-und Gründerzentrum Groß Lüsewitz“: 5.1 89.200 €.

• Bundesministerium für Bildung und Forschung:

983.498,01 € an den Verein zur Förderunginno vati ver u n d n ach h al ti ger Agrob i otech n ol ogi e

61

(FI N AB e. V.) zur Anschaffung von Geräten .

Im und um das AgroBioTechnikum entstanden etlicheFirmen,vieledavonmitgleichemPersonal.Biova

ti v b i etet gen tech n i sch e Arb ei ten a l s D i en stl eis -

tung für anderean (z.B. FelderfürBASF, JKI und Universitäten),

der Verein FI N AB diente lange als An- tragsteller und politisches Sprachrohr. Der Zusammenschluss

der wichtigsten Firmen und Institute

heißt BioOK − wieder mit Kerstin Schmidt als Gesch

äftsfüh rerin . Von 2 005 bis 2 008 wurde der Bio-

OK-Verbunddurchdas BMBF mit 4,383 Mio. € gefördert,

um „neue, effektivere und kostengünstigere

Analyse- und Bewertungsverfahren“ zu entwickeln.

Für Projekte, Freisetzungen und Laborversuche flossen

Steuergelder an Firmen und Institute des BioOK-

Verbundes, die meisten der Gelder gingen

62

an die

dubiosen Minifirmen um Broer und Schmidt:

• Entwicklung von standardisierten Analyseschemata

und Zulassungsdossiersfür gentechnisch veränderte

Pflanzen: biovativ GmbH, 1 30.1 52 €.

• Pflanzenspezifische Analyseschemata und Zulas-

63

sungsdossiers: BioMath, 1 58.61 9 €.

60

):

Eingang zum Bürogebäude in Groß Lüsewitz

• Optimierung von An bauverfahren für gentech -

nisch veränderte Nutzpflanzen − zur Produktion

von Pflanzenmaterial mit einheitlichen Inhaltsstoffen

− unter Vermeidung von messbarem Pollenflug:

biovativGmbH, 207.204 €.

• Analytischer Nachweis von Summenparametern

und Einzelkomponenten, Teilprojekt1: Uni Rostock,

6 7 7. 7 6 5 €.

• Analytischer Nachweis von Summenparametern

und Einzelkomponenten, Teilprojekt2: BIOSERV

64

GmbH, 261 .347 €.

• Entwicklung eines schnellen in vivo Verfahrenszur Detektion geringer Einflüsse transgenkodierter Proteine

auf Mikroorganismen und Stoffflüsseim Boden,

Teilprojekt 1 : Uni Rostock, 270.838 €.

• Entwicklung eines schnellen in vivo Verfahrenszur Detektion geringer Einflüsse transgenkodierter Protei

n e a u f M i kroorga n i sm en u n d

Stoffflüsse im Boden, Teilprojekt

2: Steinbeis Transferzentrum

, 245. 461 €.

• Entwicklung eines standardisierten

Labortests für Dungkäfer

zur Prüfung der Umweltverträgl

i ch kei t von verfü tterten

transgenen Pflanzen , BTL

65

GmbH, 155.009 €.

• Entwicklung einer Methodezur Detektion des Einflusses transgen

er P fl a n zen a u f Ökos ystem e

auf der Basis von Veränderungen

des Genoms responsiver

Viren sowohl in Pflanzenmaterial als auch ihren

Vektoren . Teilprojekt 1 : BTL GmbH , 247.1 02 €.

• Entwicklung einer M ethode zur Detektion des Ein -

flussestransgener Pflanzenauf Ökosysteme auf

der Basis von Veränderungen des Genoms respon -

siver Viren sowohl in Pflanzenmaterial als auch ihren

Vektoren . Teilprojekt 2: BAZ Quedlinburg (jetzt

JK I ), 2 3 8 . 0 5 8 €.

• Entwicklung einer in-vitro-Methode zur Simulation

von Verd a u u n g u n d Resorp ti on : B roer/U n i Rostock,

9 2 7. 8 8 7 €.

• Entwicklung von Anreicherungsverfahren und Testsystemen

zum quantitativen Nachweis von Substanzen

in transgenen Pflanzen: BIOSERV GmbH,

224.600 €.

• Entwicklung von Analyseverfahren zur Toxizitätvon gv-Pflanzen: Primacyt GmbH, 77.11 0 €.

• Entwicklung von Analyse- und Bewertungssystemen

zur Ermittlung einer potenziellen Allergenität

vongv-Pflanzen: BIOSERVGmbH, 414.218 €.

Inge Broer

59 Seite der Betreiber:

www. b i otech farm . d e.

Kri ti sch e Sei te: www.

biogeldfarm.de.vu.

60 www.mvregio.de/

n ach rich ten _region /

mittleres_mecklenburg

/3 5 5 5 6 . h tm l

61 LT-Drucksache

5/1673 Mecklenburg-

Vorp., 11.8.2008 und

4/2275 (16.6.2006) Briefkastenfirmen

62 2005-08 erhielten

Broer bzw. die Uni

Rostock1.876.490 €

(Projekt-)Finanzierung

durch das BMBF als

Partner im BioOK-Verbund.

Fußnote 66 und

Lorch/Then, S. 42.

63 BioMath ist die ursprüngliche

Firma von

Kerstin Schmidt mit

Sitz in Rostock (2008

verl egt n a ch G roß Lü -

sewitz). Siehe

www. b i om ath . d e.

64 Die Firma BIOSERV

bietet Laboranalysen

und Gütesiegel

an. Sitz: Rostock 13

(www.bioserv.de).

65 Das Biotestlabor

(BTL) liegt im benachbarten

Thulendorf,

www. b i otestl ab . d e.


66 Bundestagsdrucksa- • Entwicklung und Umsetzung von Modellen zur Un- für mich als Minister für Landwirtschaft, Umwelt und

che 1 6/2008 vom

terstü tzu n g b ei d er E rstel l u n g von Frei setzu n gsan - Verbrauch ersch utz die besten Argum en te sowoh l

8.8.2007 und Lorch/

Th en S. 5 0 f. u n d 5 8 .

trägen und Überwachungsplänen für ein anbaube- gegenüberdem Bund als auch innerhalb des Lan-

67 WDR-Sendung „Immer

Ärgermit Linda“

gleitendes M onitoring von gv-Pflanzen: BioM ath

GmbH, 1 50.237 € (bis hier: alles BM BF-Gelder).

des, mich für den Erhalt der Agrarwissenschaften in

der Universität Rostock aber auch ganz aktuell für

68 Till Backhaus am

• Polymerenproduktion in transgenen Kartoffelknol-

den Erhalt zumindest eines Teils der Bundesfor-

13.10.2007 (http://

agrarheute. com/index.

len (2007-08). Teilprojekt1: Broer/UniRostock (2 63. 853 €), Teilprojekt 2: biovativ (94. 369 €).

60

schungsanstalthier in Groß Lüsewitzeinzusetzen.“ php?redid=1 89050)

Weitere Projektpartner: Uni Bielefeld, Eberh ard- Broer, Schmidt und Umfeld, ebenso aber auch Mi-

69 MVregio am

Karls-Un i Tübin gen , N orika N ordring-Kartoffelzuch t nister Backhaus träumen seit 2007 von einer großen

20.5.2009 (www.

mvregio.de/

und VermehrungsGmbH. Gesamt: 693.783 €

66

europäischen Agentur für Biotechnologie, die der

nachrichten _region/

(B M E LV- Gelder).

Region um Rostock den Glanz eines bedeutenden

209298.html), Fehler

im Original.

70 BioCon Valley ist TrägermehrererGrün

Neben diesen Steuergeldern fließen Mittel der Gentechnikkon

zerne nach Groß Lüsewitz. Die BASF en -

gagierte sich auch direkt und schützte 2009 die Ver-

Forsch un gsstan dortes verleih en soll: „ Der Wach stumskern

,BioOK' soll sich in der Küstenregion Rostock-

Sch weri n − i n sb eson d ere u m d a s AgroB i o-

derzentren und Einsuchsfelder

durch eine beauftragte Wachfirma. De-

Technikum Groß Lüsewitz − als ein europäisches

richtungen , u.a. des

BioTechnikumsin Greifswald. Gentech -

ren Bedienstete verwiesen bei Nachfrage auf die

Firm a B ASF als Auftraggeber un d verteil ten deren

Kompetenzzentrum für die Analyse, Bewertung und

Überwachung von agrobiotechnologischen Produk-

68

nik für Anwendungen

Propaganda.

ten un d Verfah ren etablieren “. Das Wohl der Men-

in der Landwirtschaft

schen vor Ort spielt in den abenteuerlichen und teu-

aber war offensichtlich

nicht profitabel. Webseite:

www.bcv.org.

Geld ist das Hauptmotiv für die Aktivitätenam Agro-

BioTechnikum: „Im Moment ist es hauptsächlich

Forschung in der Gentechnik, weil es dafür Geld

ren Phantasien des Standortpokers keine Rolle.

2009 erwärmte sich auch Bundesforsch ungsministerin

Annette Schavan für den Größenwahn an Uni

Zum Kasten:

1 www.finab.de

2 Lorch/Then, S. 49

gi b t“, räu m te I n ge B roer 2 0 0 6 frei m ü ti g ei n . M i n i ster

Backhaus nannte weitereGründe: „Gute Ergebnisse

Rostock und AgroBioTechnikum: „In Groß Lüsewitz

bei Rostock arbeitet eine Arbeitsgemeinschaft von

3 dito, S. 27 und 46

in diesem Bereich sind für die Landesregierung und

Wissenschaftlern und regionalen Unternehmen in

Mit Geld umgehen: Kerstin Schmidt

dem Projektverbund BioOK an der Standardisierung

Sie ist ausgebildete Mathematikerin und kümmert sich vorrangig um das Geschäftliche − von Zulassungsverfahren für gentechnisch verän -

das aber gleich in vielen Firmen gleichzeitig. Kerstin Schmidt ist Geschäftsführerin der Gentechnikfirmen

biovativ, BioMath, des Gentechnik-SchaugartensBiotechFarm und des Fir-

dertePflanzen und könnte dabei aufdem Gebietder menverbundes BioOK. Durch ihre Hände gehen Hunderttausende an Forschungsgeldern Sicherheitsforschung zum Weltmarktführer avancie-

für die Gentechnik, die sie zwischen eigenen Firmen hin und herschieben kann. Dass Genren . ... Die beiden Alpha-Frauen Schawan und Broer

technik für sie vor allem eine Geldfrageist, zeigte auch ihr Posten im Lobbyverein FINAB:

Sie war dort Schatzmeisterin.

tragen somit entscheidend dazu bei, dem struktur-

Die öffentlichen Gelder kassierten ihre Firmen und Vereine für den Aufbau der Infrastruktur

schwachen Agrarland Mecklenburg-Vorpommern

in Groß Lüsewitz und Üplingen sowie für die Durchführung gentechnischerExperimente. eine neue Perspektive

69

als Forsch ungsstan dort zu

Gleichzeitig war Schmidt Mitglied in der BBA-Arbeitsgruppe ,Anbaubegleitendes Monito- versch affen .“ BioOK wurde in den ersten Jahren

ring' , Ko-Autorin des Überprüfungsbogens zum M ON 81 0 und als Ad- hoc-Expertin für die

EFSA in der PM EM -Workinggroup eingeladen, in der an Fragebögen zum Monitoring gear-

vom B M B F zu 7 5 % geförd ert, d i e Fol gefi n a n zi eru n g

beitet wurde. 2005 bis 2008 wirkte sie als Projektpartnerin und Kontaktpersonfür das

3

betrug 50% der Kosten.

BMBF-Projekt „Anbaubegleitendes Monitoring“ (Teilprojekt3). Mit anderen Worten: Sie

ist bereits in einer Person Gentechnik-Durchführende und Kontrolleurin in einem. Zudem

Die großen Summ en an Fördergeldern für die Fir-

führen ihre Firmen Kontrolltätigkeiten bei Versuchen anderer durch − auch solcher exterm en gefl ech te n ü tzten d em AgroB i oTech n i ku m

ner Versuche, bei denen die personellen Verquickungen eine unabhängige Prüfung un-

selbst wenig. 2008 geriet es in eine wirtschaftliche

möglich machen. Ort all dieser Aktivitäten war bisher das AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz.

2007 streckte sie ihre Fühler auch Sachen -Anhalt aus − zur BioTechFarm in Üplingen,

Schieflage. Ein GroßteilderLaboreund Büroflächen

30

70

deren Geschäftsführung sie seitApril 2008 innehat.

stand leer. Der TrägerBioCon Valley zog sich aus

Das Personengeflecht am AgroBioTechnikum wird noch dichter mit Blick auf Schmidts Groß Lüsewitzzurück. Daraufhinübernahm die vom

enFreundin Inge Broer. Die leitet als Professorin an der Uni Rostock den Lehrbetrieb zur

Lan d M eckl en burg-Vorpomm ern getragen e Lan dge-

Agrobiotechnologie und istder inhaltliche und politische KopfderGentechnik-Seilschaften in Mecklenburg-Vorpommern, während KerstinSchmidt das Organisatorischeund Finansellsch

aft M -V die Trägersch aft − ern eut spran g der

1

zielle regelt. Auf Broers Initiative hin entstand der Verein FINAB , der unter dem Deckman- Staat der nach Geldquellen gierenden, aber bei den

tel innovativer und nachhaltiger Landwirtschaft den Ausbau der Gentechnik vorantreibt. In

meisten Menschen unerwünschten grünen Gen-

Groß Lüsewitz entstand das AgroBioTechnikum als Gründerzentrum speziell für Firmen der

grünen Gentechnik. M illionen Fördermittel flossen in das Projekt − aber vor allem zu den

technik zur Seite. Profitiert haben die Gentechnik

Firmen der GründerInnen selbst. Dennoch werdendie Versuche meistvon den Universitä- und das Geflecht der Firmen, während für die Reten

angemeldet, das sparthohe Gebühren. Als OrganisatorinvorOrtaberagiertimmer nur

gion keinerlei positive Impulse in Form dauerhafter

Kerstin Schmidt. Kunden waren Monsanto Agrar, Aventis CropScience, Pioneer Hi-Bred,

2

Syngenta Seeds, KWS und die BBA (jetzt JKI). FI N AB gründete Tochterfirmen , an die viele

I n vestition en oder Arbeitsplätze h erausspran gen .

der Gelder weitergeleitet werden oder die selbst Mittel erhalten . Die Konstellation ist immer Gleichzeitig stieg der Druck von AktivistInnen, Um-

die Gleiche: Inge Broer auf dem formalen Führungsposten, Kerstin Schmidt in der Gewel

tgru p p en , An woh n erI n n en u n d d en p ol i ti sch en

schäfts- oder Kassenführung. Der Weg zum Geld war und ist kurz: Broer sitzt in vielen der

Gremien , die Förderungen vergeben oder die Geldgeber beraten. Ebenso spielt sie in Ge-

Gremien aus der Nachbargemeinde Thulendorf, auf

nehmigungs- und Kontrollbehördenmit, d.h. sie ist Betreiberin, Geldgeberinund Kontroll- deren Gebiet einige der Versuchsfelder liegen. Der

stelle in einer Person. Und geschäftstüchtig ist auch Inge Broer: Sie wird als (Mit-) Erfinde-

dortige Gemeinderatsprach sich schließlich einstimrin

von neun Patenten auf Gene angeführt, von denen vier durch Bayer CropScience gehalten

werden, drei durch die (Ex-)Hoechst AG, eins durch die Norddeutsche Pflanzenmig

gegen die Versuchsfelder und für die Kündigung

zucht und eins durch die Erfinderin selbst. Die Finanzierung eines ProjektesvonJoachim eines Pachtvertragesaus. AnwohnerInnen beteilig-

Schiemann (damals BBA), bei dem markerfreiegv-Pflanzen entwickeltwurden, stoppte das

ten sich 2009 an Protesten gegen die Freisetzungen,

Landwirtschaftsministerium 2004, um Interessenkonflikte zu vermeiden . Inge Broer schlug

schnell zu und führte das Projektin ihrer Regie weiter − im Rahmen von FINAB und dem

die bis an die Gärten des Ortes Sagerheide heran-

3

AgroBioTechnikum . Joachim Schiemann war als Gründungsmitglied dabei.

reichten . Weiterhin setzten sich der mecklenburg-

14


Betreiberist die Biotech Farm GmbH & Co KG mit

81 Die Agenda 21 ent-

77

Sitz in Üplingen (vormals: Gatersleben ), Geschäftshält

etliche Passagen

pro Gentechnik. Zur

führerin die schon benannte Kerstin Schmidt aus Kritik an Nachhaltigkeit

den Seilschaften um das AgroBioTechnikum. Die Fir-

und Agenda 21 siehe

www. p rojektwerkstatt.

menkonstruktion ist nicht gerade ein Beweis, dass

de/aes/2 1 kri ti k. h tm l

die AkteurInnen ihrem eigenen Tun vertrauen . Denn und .../nach_kritik.

hier ist die Haftung ausgeschlossen. Schon am Agrohtml.

BioTechnikum sackten dubiosen Firmen wie biovativ

82 www.biotechfarm.

und BioOK umfangreiche Firmen- und Steuergelder

de/btfgarten.pdf

83 Aus dem Einladungs-

ein (siehe oben). Gleiches gilt für Firmen und Lobby-

84

schreiben. Quelle:

Ein unscheinbarer, aber weit reichender Austausch. isten in Sachsen-Anhalt. Käme es zu Problemen, www.ueplingen.de/

In einem Rundbrief, dem der veränderte Text als Er- stünde In Üplingen nun eine Firma, die für wenig bis

Td R _An k u n d _2 0 0 8 .

pdf

gebnis einer Besprechung angefügt war, behaupte- n i ch ts h a ftet − G en tech n i k a l s großes Lottosp i el a u f

84 Landtagsdrucksache

ten die Autoren dreist: „Im Ergebnis wurden die be- Kosten der Menschen und der Umwelt. Biovativ ist 4/2703 vom 21 .3.06,

80

reits definierten Entwicklungsziele bestätigt ...“ Die inzwischen auch ausführende Firma in Üplingen.

siehe auch 30.

Übernahme des Nachhaltigkeitsprojektesdurch die

wi ch ti gsten Sei l sch a ften d eu tsch er G en tech n i k

Am 1 2. März 2009 wurde der Schaugarten von GentechnikgegnerInnen

besetzt. Im Konflikt bean-

85 Auf kritischeAnfra gen h i n redu zi erte si e

die Fläche auf den

wurde so weitgehend vertuscht. Aus einem − poli-

81

tisch schwächlichen − N achhaltigkeitsprojekt

wurdegeräusch-und übergangslos das wahrscheinlich

demnächst wichtigste, auf jeden Fall aber agsp

ru ch te Kersti n Sch m i d t m i t i h rer Fi rm a d a s H a u s -

recht über das gesamte Gelände und das halbe

85

Dorf. Deutlicher ist die Machtübernahme der Gentechnikseilschaften

kaum darzustellen. Die Lage

Kern mit dem Sch augarten.

Flächen: www.

standortregister. de

86 www.innoplanta.com

und

gressivste Gentechnikprojekt in Deutschland.

kann sich weiter zuspitzen, wenn neben dem I PK www.innoplanta.de

BefürworterInnen einer auf Profitmaximierung zie- auch Konzerne und das nahegelegene JKI in Quedlenden

Gentechnik, die auf Gemeinderat und Nach - linburg ebenfalls verstärktdieÜplinger Flächen nut-

barInnen wenig Rücksicht nehmen, bestimmen nun zen wollten. 2009 waren bereits neun Freisetzungs-

den Ort. Entstanden ist ein Wolf im Schafspelz, ein vers u ch e an gem el d et − Rekord

85

i n

Ort der Gehirnwäsche für Gentechnik unter dem Deutschland.

Banner der Nachhaltigkeit. BesucherInnen von Bil- Welche Bedeutung der Standort

dungsveranstaltungen zur Nachhaltigkeit im Stiftsgut Üplingen in Zukunft haben soll,

Üplingen werden durch Gentechnik-Pflanzungen ge- zeigte die Tagung des Lobbyverbanführt.

Das gutgemeinte (aber von Beginn an schlecht des InnoPlanta am 7.9.2009. Knapp

gemachte) Engagement für N achhaltigkeit wird der 1 60 TeilnehmerInnen aus allen Teil

Gen tech n ik geopfert. Die absurde Verbin dun g wird

82

der Seilschaften einschließlich der

im Prospektdes Gentechnik-Schaugartens sogar Überwachungsbehörden waren vor

offen ben an n t: „ Der Ort Üpl in gen wurde von der Ort. Ein Vertrag zur Verlagerung von

UN ESCO und dem Deutschen Nationalkomitee Versuchsfeldern des IPK nach Üp-

86

2005 im Rahmen der UN-Dekade ,Bildung für nachlingen wurdeunterzeichnet. Abb. oben: Anlage zum Betretungsverbot im Schreihaltige

Entwicklung' ausgezeichnet. Damit ergeben

www.biogeldfarm.de.vu

84

ben der BioTechFarm vom 1 7.3.2009. Im weiteren

sich für die Schaufarm zahlreiche Anknüpfungs-

Verlauf übernahm M onsanto- An walt H artwig Stiebler

punkte zur Fortentwicklungdynamischer Bildungs-

die Vertretung der Biotech Farm GmbH . Er agierte in

gleicher Rolle am AgroBioTechnikum.

projekte.“ Wie das praktisch aussieht, ließ sich im

September 2008 bestaunen .

Das 6. Symposium ,Bildung für nachhaltigeEnt wicklung' am 27.09.2008 im StiftsgutÜplingen, als

Beitrag zum ,Tag der Regionen' und zu den ,Aktionstagen

Bildung

für nachhaltige

Entwicklung' der

Deutschen UN-

ESCO-Kommission/Nationalkomitee

. . . G ep l a n te

Programmpunkte

sind: ... Darstellung

des ,Schaugarten

s Ü p l i n gen '

mit den ,Pflanzen

83

der Zukunft'.

Fotos:

Oben: Ortseingangsschild (von Badeleben aus).

Im Hintergrund der eingezäunte Schaugarten mit Wachturm.

Links: „Demonstration“ am 1 9.4.2009 vor der BioTechFarm mit

gekauften SchilderhalterInnen − organisiert von Uwe Schrader

(InnoPlanta) und Karl-Heinz Lichtschläger (S.G.L.).

19


jekte für eine nachhaltige tem G esch ä ftsfü h rer. I m Ap ri l 2 0 0 8 gab er d i esen

Entwicklung der Welt. Posten an die Überall-Geschäftsführerin Kerstin

Der Titel des UN- Schmidt weiter, blieb aber „Beirat“ der Farm. Die

Dekadeprojektes: sachsen-anhaltinischen und mecklenburgischen

„Das Dorf Üplin- Seilschaften brauchten neue Flächen. Das AgroBiogen

a l s Agen - Technikum schwächelte, war wenig ausgelastet und

da 21 Siedlung kommunalpolitisch zunehmend umstritten. Im

78

IPK

und Motor der zerstörten AktivistI n n en das letzte Gen feld, das

nachhaltigen Ent- Projekt in Gatersleben war zudem im Laufe der Jahre

wicklung im ländli- mehr in die Kritikgeraten. Interner Druckaufdie ver-

Plan der Biotechfarm

chen Raum − Üplingen

72

strickten Funktionäre der beteiligten Kirche ließen

2049“. Al s ei n es d er P ro- die Gentechniklobbyisten neues Land suchen . Sollte

73 www. ueplingen.de/

html/ziele.html, Faltjekte

wurden Renovierung und Ausbau des Stifts- nun in Üplingen das neue El Dorado für Gentechnik

blatt aus 2005:

gutes Üplingen vorangetrieben. Das alles sollte ein und Geldwäsche entstehen? Die im Zuge des Nach-

www. ueplingen .de/ „ Leitprojekt des Bördekreises für die integrierte haltigkeitsprojektesentstandene Infrastrukturwurde Flyer_End.PDF

73

ländliche Entwicklung“ ergeben. An fan gs war sogar handstreichartigübernommen. Innerhalb eines Jah-

74 www.sbk-bs.de und

www. gl l .

das in N achhaltigkeitsfragen renommierte Wupperres wandelte sich die Zielsetzung − geschickt und

niedersachsen.de. tal-Institut als Projektpartner beteiligt.

kaum merklich. Wendepunkt: Das Symposium 2008

75 Die Abläufe sind do-

Zwei Ja h re sp ä ter p l ä tsch erte d a s N a ch h a l ti g-

zur Nachhaltigkeit. Dort trat Schrader erstmals öfkumentiert

im Internet

auf www. ueplingen.de.

76 Auszugaus den Zielen

im Projektpapier

keitsprojekt gemächlich , aber noch in der ursprünglichen

Form vor sich hin. Im Mittelpunkt stand die

Renovierung des Stiftsgutes. Eigentümerin war und

fentlich auf. Er ist kein Gentechnikexperte, sondern

organisiert Infrastruktur und Fördermillionen für ForscherInnen

und Firmen. Als ehemaliger Referent im

vom 2 0 . 8 . 2 0 07. Qu el -

ist die Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz. Ver-

Wirtsch aftsm in isterium verfügt er über ausreich en d

le: www.ueplingen.de/

Campus_Uplingen.pdf

77 28.3.2007: www.

pachtungen liefen über die niedersächsische Lan-

74

desverwaltung (GLL). Das Geld aber kam vor allem

Kon ta kte. Sei n Au ftri tt i n Ü p l i n gen wu rd e a u f d er I n -

79

ternetseite zum Symposium dokumentiert.

biotechfarm.de (Quel- von Karl-Heinz Lichtschläger und dessen Saatgutle:

Abfragebei denic).

19.9.2007: Pachtverwirtschaft

S.G.L. in Erftstadt (bei Köln). Er pachtete

trag für die Flächen das Stiftsgut, wurde zum reichen Mäzen aus dem

zwischen Schrader Westen und dominierte die Abläufe im 75-Einwoh-

und Lichtschläger.

n erI n n en dorf Üpl in gen un d in der für die Aktivitäten

78 Feldbefreiungauf dem Genweizenfeld

75

gegrü n d eten ARG E Ü p l i n gen . Al s Vorsitzen d er d es

von Gatersleben am Bundesverbandes der Vermehrungsorganisationen

21.4.2008. Aktions- mit Saatgut (BVO) verfügte er über gute Kontakte Der Deal war auch mit − wieder einmal willfährigen −

seite unter www.

gendreck-weg.de/

bundesweit, u.a. zur Gentechnik-Lobbygruppe Bun- staatlichen Stellen geklärt. Schon am 1 5.1 .2008 tra-

?id=1 80&lg=de. desverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP).

fen sich Schrader, Monsanto und die Überwa-

79 www. ueplingen.de/ M itte 2007 wurde ein Papier mit vier Zielen für das

chungsbehörden in Üplingen. Das Planungspapier

html/symposium_08.

html

80 Auszugaus den Ziel

en i m ü b erarb ei teten

Nachhaltigkeits-undUN-Dekaden-Projektverfasst. Eine geplante Biogasanlage wurde als neues Projekt

eingebunden . Ihre Restwärmenutzung sollte zu die-

aus dem Jahr 2007 wurde umgeschrieben. Der 4.

Punkt des Projektplanes, bislang „Transnationale Zusammenarbeit“

mutierte zum „Zentrum für Pflanzen-

Projektpapier vom Mai sem Zeitpunkt aber noch dem Umweltschutz dienen .

züchtung“. Die Biogasanlage erhielt eine neue Be-

2008. Quelle:

www. ueplingen .de/

Planung_2009.pdf

Die Titel der vier „Einzelmaßnahmen“ im Papier:

stim m un g als Kraftwerk für gen tech n isch verän derte

Nutzpflanzen. Plötzlichlas sich der vierteAbsatzso: 18

1 . N utzung der Restwärme der Biogasanlage in Üplin -

gen : . . .

2. Einrichtung eines Büros für die Forschung,

Betreuung und Entwicklungvon regen erativen En ergiesystemen: . . .

3. Tagungs- und Weiterbildungszentrum

erneuerbareEnergien: ...

76

4. Transnationale Zusammenarbeit: ...

Doch im Laufe der Jahre 2007 (zunächst ver-

Abbildung:

77

Ab frage d er

deckt ) und 2008 griffendie Gentechnik-Seilschaf-

Domaindaten bei ten zu: U we Sch rader, Vorsitzen der von I n n oPl an ta,

www.denic.de zur

M acher aus dem Filz am Gaterslebener I PK und

BioTechTarm.

F D P - Pol i ti ker i m La n d , orga n i si erte G el d er u n d zog

die Fäden über den Mäzen des ehemaligen Nachhalti

gkeitsp rojektes, Li ch tsch l ä ger. D i e I d ee eines

Schaugartens und Zentrums für gentechnische

Pflanzenzüchtung entstand − mit Schrader als ers-

4. Zentrum für Pflanzenzüchtung

Es soll ein Zentrum für Pflanzenzüchtung nach einem

modularen System entstehen . Als erster

Schrittsoll eine Verbindung von Pflanzenzüchtung

und Öffentlichkeitsarbeit realisiert werden. Auf einer

Ackerfläche neben dem Gutshof erfolgtim Rahmen eines wissenschaftlichen ZüchtungsprojektesderFreilandanbau

gentechnisch veränderter

Pflanzen , der ein Bestandteil des nach Bundesrecht

durchzuführenden Zulassungsverfahren ist.

Auf einer zweiten Fläche entsteht ein Schaugarten,

in dem innovative Pflanzen für den Energiebereich

präsentiert werden . Dieser kann während der Vegetationsperiode

besichtigt werden . Im Schaugarten

werden sowohl herkömmlich gezüchtete Pflan -

zen als auch gentechnisch veränderteangebaut, für die eine entsprechende Genehmigung der zu-

80

ständigen Bundesbehörde vorliegt.


Auszüge aus einem Lebenslauf von Prof. Inge Broer:

seit 1 999 Mitglied im wissenschaftlichenBeirat des Umweltministeriums MV

seit 1 999 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei

und Forsten M .-V.

seit 1 999 M itglied der Arbeitsgruppe „ Anbaubegleitendes M onitoring“ der Biologischen

Bundesanstalt Braunschweig (heute: JKI in Quedlinburg)

seit1999 VorsitzendedesVereins zur FörderungInnovativerund NachhaltigerAgrobio technologie MV (FINAB)

Zum Kasten: Lebenslauf auf http: //cpr.uni-rostock.de

seit 1 999 M itglied des Informationskreises Gentechnik des Bundesverbandes Deutscher

Pflanzenzüchter

seit 2000 Mitglied des Kuratoriums der Kleinwanzlebener SaatzuchtKWS seit 2001 Mitglied der Futur FokusgruppeAgrarproduktion (BMBF) seit 2001 M itglied im Forschungsverbund Mecklenburg Vorpommern FM V

seit 2001 Leiterin der AG Agrobiotechnologie an der Universität Rostock/FB Agrarökologie

seit 2002 Gutachterin der Deutschen Stiftung Umwelt für Biotechnologie

seit 2002 Mitglied im scientific board des deutschen PflanzengemonprojektsGabi Schaugarten

seit 2003 Professor an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität

Rostock

seit 2004 Leiterin der Ad hoc Arbeitsgruppe Gentechnik des Umweltministeriums MV

seit 2004 Gesellschaftervorsitzende der biovativ GmbH

seit 2004 Gesellschafterin der BioOK GmbH

Üplingen

seit 2004 Sprecherin des Clusters ,Pflanzen mit neuen Eigenschaften' der Berlin-Branden - Gehirnwäsche:

Lage der BioTechFarm:

burgischen Akademie der Wissenschaften

seit 2005 Ad hoc Expertin der European Food Safety Authority (EFSA)

Die BioTechFarm

Üplingen ist Ortsteil von

Ausleben (Bördekreis).

seit 2006 Vorstandsmitglied: Forschungsverbund Mecklenburg-Vorpommerne. V.

Der dritteund neuesteBioPark, Das gesamte Feld im

2009: Teilnehmerin am Runden Tisch bei Forschungsministerin Schavan. Dabei schlugen

Broer und Schavan BioOK als weltweit agierende One-Stop-Agency vor

30

vorp om m ersch e S P D - La n d wi rtsch a ftsm i n i ster B acksen-Anhalt und

gemeinsam organisiert aus den

Seilschaften der Länder Sach-

M ecklenburg-Vorpommern , ent-

N orden des Ortes (Rich -

tung Badeleben) ist für

Genversuche angemeldet.

Der eingezäunte

haus und seit 2009 neu auch die Bundesforstand im Westen Sachsen-Anhalts, 30 km östlich Sch a u garten l i egt m i tti g

schungsministerin Annette Schavan dafür ein, die von Magdeburg: Eröffnet im Juli 2008, dient die

direkt am N ordrand des

Gutsgeländes.

gentechnische Forschung

71

am AgroBioTechnikum Üplinger BioTechFarm nach eigener Darstellung der

weiter a u szu b a u en .

Beeinflussung von Meinungen über Gentechnik. Zu- Eigene Seiten:

Die wirtschaftlichen und politischen Probleme der dem wurde der Ort schnell zum wichtigen Baustein

www.biotechfarm.de

und www.schaugarten-

Gentechnik-Seilschaften sind trotz Steuergeldern, im unübersichtlichen Gewirr von Firmen, das schon ueplingen.de.

74.144,46 € landwirtschaftlicher

71

Flächenpremie an I PK und AgroBioTechnikum bestand. Von Betrei-

und Polizeitruppen groß. Die Gelder versickern in bern vieler staatlich hoch geförderten Forschungs-

den dubiosen Firmengeflechten, während sich die felder wurden Zweitflächen angemeldet − die Haupt-

Standorte kaum lange halten können. Broer und flächen liegen am AgroBioTechnikum oder auf Fir-

Schmidt baden ihre Hände aber in Unschuld: „Den mengelände. Ständig kommen neue Versuche

Vorwurf einer Interessenkollision weisen beide von hinzu. Hier wirkten sich einerseits die guten Kon-

sich. BeiderEfsahättensienurberatendeFunktion. takte zu Forsch u n gsinsti tu ten u n d Fi rm en au s , an -

Sicher profitiere sie von Förderung, so Schmidt. dererseits drängen diese nach Üplingen, weil ih-

,Aber daraus habe ich in den letzten drei Jahren nen andernorts der Wind des Protestes immer

mehr als 20 Arbeitsplätze geschaffen.' Inge Broer stärker ins Gesicht weht. Am 7.9.2009 schlossen

sagt, die entstandenen Netzwerke seien notwendig, IPK-Gentechnikfirmen und BioTechFarm-Mache-

aber ,kein Filz'. Vom Forschungsministerium gebe es rInnen einen Vertrag über die Verlagerung der

30

nur Geld, wenn die Industriebeteiligtsei.“ Au ch d er Freisetzu n gen von G a tersl eben n a ch Ü p l i n gen . Kerstin Schmidt

Filz im Kleinen hilft: Die Gemeinde Thulendorf wird Damit dürfte sich die BioTechFarm zum wichtigs-

bei ihren ablehnenden Beschlüssen vom Amt Carten Mehrfachversuchsstandort in Deutschland ent- 71 Agrarheute am

bäk ausgebremst. Deren Chef, Dr. Ernst Schmidt,

befürwortet als SPD-Fraktionschef im Kreistag die

wickeln. Sollte das AgroBioTechnikum weiter unter

Druck geraten, könnte es schnell auch der einzige

13.10.2007 (www.

agrarheute.com/index.

php?redid=189050. Gentechnik. Nachdem das IPK in Gaterslebenals sein.

Zu Fl äch en präm ien

Freisetzungsfläche verlorenging und der politische 2009 wurden im „ Schaugarten Üplingen“, wie er

siehe www.agrarfischerei-zahlungen.de

Druck auch am AgroBioTechnikum zunahm, wurde auch heißt und von den PR-Strategen von TransGen

72 Welt-Online 22.9.09,

einerseits der Firmenverbund BioOK zum neuen vermarktet wird, Versuchsfl ächen von Pioneer www. wel t. d e/

Stern am H immel deutscher Gentechnik. Außerdem (Mais), BASF (Kartoffeln), Monsanto (Mais), der Uni

wissenschaft/umwelt/

fanden die Seiltschaften 2008 einen neuen Ort für Rostock (Weizen und Kartoffeln) und KWS (Round-

article45911 34/

Wo - d i e - b o es en -

ihre riskanten Freisetzungen. Das Stiftsgut Üplingen up-Ready-Rüben) angemeldet. Die Welt berichtete und- gefaehrlichen-

72

in der M agdeburger Börde beh erbergte bereits von einem M O N 8 1 0 - Fel d − d as wäre i l l egal !

Pflanzen-wachsen.

2009 mit 9 Versuchen die größte Zahl solcher

Die Gesch ich te der BioTech Farm wirft ein bizarres

html

Freisetzungen .. .

Licht auf die Kaltblütigkeit der

www.

Gentechnik-Seilschaften und auf

15

a ggrob i otech n i ku m . d e. vu

die Schwäche aktueller Um weltsch

u tzstra tegi en . Au sga n gsp u n kt d er E n twi ckl u n g

war nämlich eine PR-Kampagne für Nachhaltigkeit.

Das Dorf Üplingen wurde zu einem der globalen Pro-


Akti on en u n d B rosch ü re zu Abkü rzu n gen

den Seilschaften in der AG I L: Arb eitsgem ein sch aft I n n ovati ve Lan d wi rte (Teil d es I P K)

Gentechnik wurden bereits AgrEvo: Gentechniksparte der Hoechst AG, später an Aventis und

von vielen SpenderInnen

von d ort an B a yer verkau ft

u n terstü tzt. Vi el en D an k! BASF: Badische Anilin- und Sodafabrik (Hauptstandort: Ludwigsha-

Für Nachdruck und Verfen;

Agrarzentrum: Limburgerhof)

breitung wären weitere BBA: Biologische Bundesanstalt (Sitz war Braunschweig), Pflanzen-

Spenden hilfreich (siehe

bau seit 1 . 1 . 2 008 umorgan isiert zum JKI (Sitz: Quedlin burg)

Rückseite).

BDP: Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (Bonn und Berlin)

BfEL: Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel

Wer etwas ergänzen

(Karlsruhe)

oder korrigieren kann BfR: Bundesamt für Risikoforschung (Berlin)

bzw. mehr Informationen BioOK: Firmenverbund am AgroBioTechnikum (Groß Lüsewitz)

oder ReferentInnen für Ver- BLL: Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (Bonn)

anstaltungen sucht, sollte BM BF: Bundesministerium für Bildung und Forschung (Berlin)

www.biotech -seilschaften . BMELV: Bundesministeriumfür Ernährung, Landwirtschaft

de.vu nutzen!

und Verbraucherschutz (Sitz: Berlin)

16

Quelle der N etzwerkzeichnung

20

unten: Lorch/Then, siehe

Tabell e der wi ch ti gsten Seil schaften u n d Person en i n der deutschen Agro-

Bt: Bacillus thuringiensis. Von diesem Organismus stammen die

Gensequenzen, die den sogenannten Bt-Pflanzen (M ais, Soja,

Baumwolle) eingefügt wurden. Die Pflanzen produzieren

daraufhin ein Insektizid (Bt-Toxin)

BTL: Biotestlabor (Sitz: Thulendorf östlich von Rostock, 2 km

nordwestlich des AgroBioTechnikums)

BVL: Bundesamt für Verbraucherschutzund Lebensmittelsicherheit

(Hauptsitz: Braunschweig, Gentechnik-Abteilung in Berlin)

DI B: Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (Sitz: Frankfurt)

DFG: Deutsche Forschungsgemeinschaft

EFSA: European Food Safety Authority (Europäische Behörde für

Lebensmittelsicherheit. Sitz: Parma in Italien)

EU: EuropäischeUnion EuropaBio: DachverbandderBio-Industriein Europa

FAL: Bundesforschungsanstaltfür Landwirtschaft (siehe BBA)

FDA: Food and Drug Administration

(Oberste Behörde für Lebensmittel in den USA)


entechnik

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www.biotech-seilschaften.de.vuherunterzuladen ist. Alle viier Abbildungenstehen dortebenfalls zum

Download, um weiterverwendet zu werden für Broschüren, Internetseiten, Vorträge usw. Wir bitten um

M itteilung von Fehlern , Lücken usw., z.B. auf www.projektwerkstatt.de/wiki/index.php/Seilschaften. Danke!

FINAB: Verein zur Förderung innovativerund nachhaltigerAgrobio LLG: Landesanstaltfür Landwirtschaft, Forstenund Gartenbau

technologie Mecklenburg-Vorpommern (Groß Lüsewitz)

Sachsen-Anhalt (Bernburg)

FLI: Friedrich-Löffler-Institut (Ex-BBA-Bereich Tierforschung,

LUFA: Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt

Sitz auf der Insel Riem)

LWK: Lan d wi rtsch a ftska m m er

GABI: Genomanalyse im biologischen System Pflanze

MPI: Max-Planck-Institut

(FörderprogrammdesBMBF) M RI : M ax-Rubner-Institut (Bundesforschungsinstitut für Ernährung

GentG: Gentechnikgesetz

und Lebensmittel, Karlsruhe)

GGG: GesprächskreisGrüne Gentechnik

PRRI : Public Research Regulation I nitiative

GMO: geneticallymodified organism (englisch für GVO)

RKI: Robert-Koch-Institut (Berlin)

GSF: Alte Abkürzung für heutige Helmholtz-Gesellschaft

RWTH: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (Aachen)

GVO: Gentechnisch veränderteOrganismen TU: Technische Universität

IPK: Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung U BA: Umweltbundesamt (Dessau und Berlin)

(Gatersleben in Sachsen-Anhalt)

UIG: Umweltinformationsgesetz

JKI: Julius-Kühn-Institut (Quedlinburg in Sachsen-Anhalt)

WGG: WissenschaftlerkreisGrüne Gentechnik

KWS: Kleinwanzlebener Saatzucht, heute: KWS Saat AG

ZALF: Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (M üncheberg)

(Einbeck in N iedersachsen)

ZKBS: ZentraleKommissionfürdieBiologischeSicherheit

(Beratungsgremium u.a. des BVL)

Stand: Februar 201 0.

Erstellt von

Jö rg B e rgs te d t.

Ve rö ffe n tl i c h t i n :

„ Organisierte

Unverantwortlichkeit.

Reader zum Filz zwischen

Konzernen, staatlicher

Kontrolle,

Wi rtsch a ftsförd e- 17

rung und Lobbying

deutscher Gentechnik“

Quelle: www.biotechseilschaften.de.

vu

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