Diakonie Zeitung - Diakonisches Werk - Diakonie Dresden

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Diakonie Zeitung - Diakonisches Werk - Diakonie Dresden

Diakonie Zeitung

Informationen der Diakonie - Stadtmission Dresden

Ausgabe 1 | 2010

Mensch

Stadtmission Dresden

Was darf soziale

Verantwortung

kosten?

Seite 4

Altenhilfe

SUCHT

Leben

Sucht – eine Realität unseres Alltags

Seite 3

Gedenkgottesdienst

im Garten

der Erinnerung

Seite 17

Kinder, Jugend, Familie

Neue Kita in der

Hospitalstraße

Seite 9

Sozialarbeit, Psychiatrie,

Behindertenhilfe

Besser mit Nächstenliebe

1. Budgetnehmer-

Konferenz in Dresden

Seite 6


So spricht der Herr: „Suchet mich, so werdet ihr leben.“

Wer sucht, der hat das Gefühl, dass

ihm etwas fehlt. Junge Menschen

suchen nach ihrem beruflichen Weg.

Im Sommer werden wieder junge

Frauen und Männer ihre Ausbildung

als Altenpfleger beginnen.

Motiviert suchen sie einen interessanten

Dienst und anerkennende

Kollegen. Eltern suchen einen guten

Weg für ihre Kinder und hoffen,

dass diese sich nicht ganz anders

entscheiden. Paare suchen einen

neuen Lebensabschnitt, wenn die

Kinder erwachsen werden. Menschen

suchen nach dem Halt, der

es ermöglicht, mit einer chronischen

Erkrankung zu leben. Ehrlicherweise

sind wir Menschen immer auf der

Suche, auch im Glauben. Das Vertrauen

auf Christus ist einmal überzeugend

und dann wieder fragend

– ein suchender Weg bleibt es.

An dieser Stelle mahnt der Prophet

Amos seine Zuhörer, die auf der

Suche sind. Sie sollen nicht nach

Halt in verschiedenen Religionen

suchen, sondern auf den einen Gott

vertrauen. Und schon der Suche, die

die zarte Pflanze des Vertrauens voraussetzt,

gilt die Zusage des wahren

Lebens.

Neue Vereins-

gremien konstituiert

Am 1. April 2010 ist die neue Satzung

des Diakonischen Werkes – Stadtmission

Dresden e. V. in Kraft getreten.

Diese finden Sie unter:

www.diakonie-dresden.de.

Daraufhin haben sich die neuen

Vereinsgremien konstituiert. Dem

Aufsichtsrat gehören an: Prof. Dr.

Ulrich Fastenrath, Frau Rica Friedler,

Superintendent Albrecht Nollau, Frau

Christiane Seewald und Herr Martin

Wallmann. Zum Vorsitzenden wurde

Superintendent Albrecht Nollau und

zum stellvertretenden Vorsitzenden

Prof. Dr. Ulrich Fastenrath gewählt.

Zum Vorstand wurden bestellt als

Vorsitzender Direktor Christoph

Stolte und als stellvertretender Vorsitzender

kaufmännischer Direktor

Michael Schwaiger.

Christoph Stolte

AN(GE)DACHT

Doch Amos wird dann konkret, was diese

Sucht für die Gestaltung des eigenen Lebens

bedeutet. Mit harten Worten prangert er

soziale Missstände seiner Zeit offen an.

„Darum, weil ihr die Armen unterdrückt und

nehmt von ihnen hohe Abgaben an Korn,

so sollt ihr in den Häusern nicht wohnen“.

An der Mühe um Gerechtigkeit, die keinen

Menschen in Armut leben und das Recht für

jeden Menschen gelten lässt, zeigt sich die

wahre Suche. Amos sagt im Namen Gottes:

„Suchet das Gute und nicht das Böse, auf

dass ihr leben könnt, so wird der Herr, der

Gott Zebaoth, bei euch sein, wie ihr rühmt.“

Die Suche nach Gott hat immer eine spirituelle

Seite und eine Seite der konkreten

Lebensgestaltung. Beide gehören untrennbar

zusammen. Feiertage und Harfenspiel

mag Gott alleine nicht hören. „Es ströme

aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit

wie ein nie versiegender Bach“, fordert

er.

Diese Worte des Alten Testamentes sind

heute hoch aktuell. Geistliches Leben und

diakonisches Handeln müssen eine übereinstimmende

Einheit bilden. Weder auf

die eine, noch auf die andere Weise wird

die Suche nach Gott, und damit das wahre

Leben gelingen.

Amos 5,4

Bewähren muss sich unsere Suche nach

dem gelingenden Leben daher an der Verringerung

der Armut in unserem wohlhabenden

Land. Zurzeit steigt die Anzahl der

Kinder, die in prekären Lebenssituationen

aufwachsen müssen. Viele Bildungs- und

Entwicklungschancen bleiben ihnen verwehrt.

Noch steigen die Staatsschulden,

die unsere Kinder und Enkel abzahlen

müssen. Noch leben wir in Deutschland

weiterhin über unsere Verhältnisse. Doch

Umdenken und Einschränken fällt sehr

schwer.

Der Prophet Amos verheißt, dass schon

die Suche nach einem Leben mit Gott das

gelingende Leben sein wird. Wer, wenn

nicht wir Christen hat daher den Halt und

die Zuversicht, dass in der Nachfolge

Christi eine Umkehr zu einem einfacheren

Leben mit mehr Gerechtigkeit, Bildungschancen

für alle Kinder und weniger Schulden

für die nachfolgenden Generationen

möglich ist. Daher ist das Wort des Propheten

Amos nicht nur Mahnung, sondern

zugleich eine ermutigende Wegweisung.

Ihr

Pfarrer Christoph Stolte,

Direktor

Beim „Tag der Diakonie“ in Radebeul konnten die Jugendlichen austesten wie es ist,

auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein. Mehr dazu finden Sie auf Seite 7.

1. Ausgabe Juni 2010 2 3

Sucht – eine Realität unseres Alltags

Zunächst sind es die kleinen oder auch versteckten

großen Sehnsüchte, die uns Menschen

treiben. Und so versucht jeder sein

Leben so gut als möglich zu gestalten. Das

sollte gut funktionieren in einem Land, ohne

wirklichen Hunger, mit warmen Wohnungen,

Gesundheitsfürsorge, ohne tägliche Angst

vor Soldaten, mit Fernsehen, Handys, Reisefreiheit…

Aber irgendwie scheint das nicht auszureichen.

Immer bleibt ein Rest. Es bleibt eine

Sehnsucht. Wir bleiben auf der Suche. Und

manchmal wird daraus eine Sucht. Jede Entscheidung,

zu einem Suchtmittel zu greifen,

hängt von eigenen Erfahrungen, von Zwängen

und Ängsten sowie von Zielen, Träumen

oder Verlockungen ab. Die folgenden Beispiele

geben einen kleinen Überblick über

die Vielfältigkeit unserer Lebenssituationen,

in denen ein Suchtmittel zur Anwendung

kommt.

Ist es nicht verständlich, wenn ein junger

Mensch mit einem Sprachproblem glücklich

ist, wenn er nach einem Schluck Alkohol ein

junges Mädchen ansprechen kann, ohne zu

stottern?

Ist es nicht logisch, dass so mancher Ehemann

lieber in den Keller zu seinem Werkzeug

geht und sein Feierabendbier trinkt, als dass

er sich von einer nervigen Frau zur Weißglut

bringen lässt?

Verwundert es uns, dass eine Frau lieber

trinkt, wenn ihr Mann gefühllos im Internet

surft, statt sich einfach mal mit voller Aufmerksamkeit

Zeit für ihre Gefühlslage zu

nehmen?

Haben wir nicht auch Verständnis, wenn

jemand seine Trauer zunächst einmal mit

Medikamenten dämpft, wenn ein geliebter

Mensch bei einem Unfall ums Leben gekommen

ist?

Erscheint es nicht viel angenehmer, in einem

Computerlabyrinth Siege zu erringen, als sich

im Behördendschungel wie der ewige Verlierer

vorzukommen?

Ist es nicht befriedigender, sich wieder ein

paar Schuhe zu kaufen, als zu überlegen, wie

ich keine Schulden mehr machen kann?

Ist das Fittsein durch chemische Substanzen

nicht leichter zu schaffen als durch den

großen Garten zu joggen oder rechtzeitig

schlafen zu gehen?

Können wir nicht auch nachvollziehen, wie

manch einer sich durch ein illegales Mittelchen

aus dieser kalten Welt in eine Traumwelt

voller Wärme und Farbe versetzt?

In diesen Beispielen ist erkennbar, dass die

jeweiligen Suchtmittel zur Bewältigung des

Alltags bewusst genutzt werden. Je nachdem,

ob jemand aus einer negativen Situation

heraus kommen möchte oder nicht in eine

negative Situation hinein geraten möchte,

bekommt ein Suchtmittel seine (manchmal

überlebenswichtige) Funktion.

Das Tragische an diesen Bewältigungsversuchen

ist nur, dass die jeweiligen Konflikte

damit nicht bewältigt werden, sondern

allenfalls betäubt. Die eigentliche Sehnsucht

bleibt. Sie taucht immer wieder auf. Letzten

Endes wird alles noch schlimmer. Manche

Menschen werden zum willenlosen Sklaven

des Suchtmittels. Und das ist mit Sicherheit

nicht das, was unserer wirklichen Sehnsucht

entspricht.

Die Situation ist dann vergleichbar mit einem

Schwimmer, der in einen großen Strudel gerät.

Anfangs kann er am Rand noch mitsteuern.

Je mehr er ins Zentrum gezogen wird, desto

wirkungsloser sind seine Bemühungen. Der

Absturz ist dann nicht mehr aufzuhalten.

Und das alles hat nichts mit schlechter Erziehung

oder willensschwachen Menschen zu

tun, auch nicht mit fehlender Intelligenz. Ab

einem gewissen Punkt ist es dann die Sucht,

Inhalt:

AN(GE)DACHT 2

Sucht – eine Realität unseres Alltags 3

Was darf soziale Verantwortung kosten?,

Kirchentag in Dresden 4

„Sie kann zaubern“,

Etwas Gutes zurück geben 5

„Eine kleine Revolution“,

Budgetnehmer-Konferenz 6

Diakonie Jugendtag in Radebeul 7

Das Persönliche Budget 8

Grundstein für neue Kita Hospitalstraße

ist gelegt 9

Tagespuzzle im Leben eines Suchtberaters,

Warum ich als Nichtchrist in die

Zionskirche gehe? 10

Externe Suchtberatung in der JVA Dresden,

Hart am Limit, Hilfe im Drogennotfall 11

Hoffnungslose Fälle? – Erfahrungsberichte,

Nachruf 12

Frei vom Alkohol!, Angehörigenarbeit 13

Titel

Thema

die einen Menschen erbarmungslos

beherrscht und dahinsiechen (Sucht

kommt von siechen) lässt. Und ich

kenne keinen, der je gesagt hat: Ich

möchte mal als willenloser Sklave von

einem Suchmittel beherrscht werden.

Da wir Mitarbeiter in den Beratungsstellen

von diesen großen Zusammenhängen

wissen, geben wir keine

schnellen Tipps. Es sei denn Gefahr

ist in Verzug. Grundanliegen ist es,

zunächst Verständnis zu haben und

wahrzunehmen, was den Hilfesuchenden

wirklich bewegt. Die Gespräche

stehen unter Schweigepflicht, so dass

die Möglichkeit gegeben ist, eine tragfähige

Beziehung zwischen Abhängigem

und Therapeut aufzubauen. Der Klient

bekommt somit die Chance, unter professioneller

Begleitung das Thema der

Sucht für sich und sein Leben ernst zu

nehmen. Durch das Aufnehmen von

Fachwissen, Betrachtung der eigenen

Persönlichkeit und dem Kennenlernen

von verschiedenen Hilfemöglichkeiten,

bekommt er neue Perspektiven für die

weiteren Entscheidungen in seinem

Leben. (weiter auf Seite 10)

Titel

Thema

Mensch SUCHT Leben

(Seite 10)

Rolf Thielemann

Der Wert der Arbeit,

Die Cleangruppe und ich 14

„Systemisches Arbeiten“ –

Was heißt das? 15

Ahoi! – Kinderhaus Rabe bekommt

ein Kletterschiff 16

Gedenkgottesdienst im Garten

der Erinnerung 17

Rumänienhilfe 18

Kontaktstelle für

erwerbslose Menschen 19

Onlineberatung, Termine 20


Was darf soziale Verantwortung kosten?

Das Frühjahr 2010 war durch intensive

sozialpolitische Debatten geprägt. Der

Freistaat Sachsen hat Haushaltssperren

in verschiedenen Ministerien verhängt.

Dadurch wurde die Jugendpauschale,

die die Jugendämter vor Ort in ihrer

Verantwortung für die Jugendarbeit

und Jugendsozialarbeit unterstützt, um

fast 1/3 gekürzt. Zusätzlich wurden Einsparungen

im Bereich der Psychiatrie

und der Suchthilfe durch den Freistaat

Sachsen umgesetzt. Dadurch stehen

den Sozialämtern weniger Mittel zu Verfügung.

Die Landkreise und Kommunen

reichen in der Regel diese Kürzung

an die Träger weiter, so dass auch die

Diakonie in der Jugendhilfe, Suchthilfe

und Betreuung für chronisch psychisch

kranke Menschen weniger Mittel erhält.

Dazu kommen erhebliche Kürzungen in

der Förderung des Freiwilligen Sozialen

Jahres und der Ehrenamtsförderung.

Ausgerechnet an der Stelle, an der Menschen

sich intensiv für andere freiwillig

einbringen, wird die geringe Aufwandsentschädigung

gekürzt. Die Begründung ist einfach.

Erstens haben wir kein Geld und zweitens

sind es keine Pflichtaufgaben des Freistaates,

sondern der Landkreise und Kommunen. Die

Diakonie kritisiert daran deutlich, dass diese

Kürzungen ohne vorhergehende Gespräche

mit den Wohlfahrtsverbänden erfolgten.

Dieses schwächt die Zusammenarbeit

des Freistaates und der Wohlfahrtsverbände

in ihrer gemeinsamen Verantwortung. Das

gegenseitige Vertrauen wurde angegriffen.

Der Rückzug auf gesetzliche Pflichtaufgaben

ist zu einfach. Denn es geht um soziale Verantwortung

für die Menschen in Sachsen. Um

dieser gerecht zu werden, müssen gemeinsam

tragfähige und finanzierbare Lösungen

gesucht werden. Dieses ist nur im Dialog

und nicht mit dem Rückzug auf gesetzliche

Mindeststandards möglich. Für den Doppelhaushalt

2011 / 2012 haben sowohl der Freistaat

Sachsen als auch die Landeshauptstadt

Dresden weitere erhebliche Kürzungen im

Sozialbereich angekündigt.

Demonstration gegen Kürzungen am 10.3.2010 vor dem Sächsischen Landtag

Da wird auch dein Herz sein...

Unsere Rolle als Stadtmission beim Kirchentag in Dresden

Vom 1. bis 5. Juni 2011 findet der

33. Deutsche Evangelische Kirchentag

in Dresden statt. Die diakonischen

Einrichtungen Sachsens

werden sich in einem „Diakonischen

Quartier“ präsentieren.

Dieses Quartier will die verschiedenen

Lebensbereiche abbilden, in

denen Diakonie in der Gesellschaft

tätig ist.

Es entsteht an einem zentralen und

öffentlichen Platz im Dresdner Zentrum

und wird rund 40 Pagodenzelte

umfassen. Die einzelnen Pagoden

sollen aktionsreich und kreativ

gestaltet und keine „Flyerstände“

sein.

Im Diakonischen Quartier des Kirchentages

2011 möchte sich die gemeinsame Präsentation

der AG diakonischer Träger in Dresden

und Umgebung, vertreten durch die Diakonie

- Stadtmission Dresden und das Sächsische

Epilepsiezentrum Radeberg, dem Thema

„Menschen mit Behinderung“ widmen. Das

Motto lautet:

„Gemeinsam unbehindert leben“.

Schwerpunkt soll die Teilhabe behinderter

Menschen am „normalen“ gesellschaftlichen

Leben sein. Dazu sollen einerseits vorhandenen

Möglichkeiten und Entwicklungen

aufgezeigt und andererseits auf notwendige

Veränderungen hinweisen werden.

Innerhalb dieses vielfältigen Themenkreises

spielen die Aspekte Inklusion auf dem

Die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise

und der übergroßen Staatsverschuldung

zwingen politisch Verantwortliche

deutlich zum Sparen. Dafür haben viele Menschen

Verständnis. Viel schwieriger wird es

bei der politischen Prioritätensetzung. Die

soziale Verantwortung für die Menschen,

die auf Hilfe angewiesen sind, wird jedoch

bei knapper Kasse nicht kleiner. Wir müssen

sogar feststellen, dass die Armut, insbesondere

bei Kindern, ansteigt. Und Menschen,

die ihr Leben lang mit einer unheilbaren

Krankheit, z. B. Alkoholismus, leben müssen,

bedürfen einer stabilen Unterstützung. Dieses

ist meistens wenig öffentlichkeitswirksam.

Selbsthilfegruppen, die fachlich gut begleitet

werden, geben vielen Menschen den Halt,

den sie benötigen, um dauerhaft abstinent

zu leben. Nüchtern gesagt: Die Finanzierung

solcher Hilfesysteme eignet sich wenig zur

politischen Präsentation und Darstellung im

Wahlkampf. Sie ist einfach Ausdruck gesellschaftliche

Verantwortung für die Menschen,

die dauerhaft Unterstützung benötigen. Und

dieses allein ist ausreichend.

Als Diakonie ermutigen wir alle politisch

Verantwortlichen, ihre soziale Verantwortung

für die Menschen im Freistaat und Kommunen

wahrzunehmen. In den vergangenen

20 Jahren wurden tragfähige und leistungsstarke

Unterstützungssysteme aufgebaut,

die im Vergleich zu anderen Bundesländern

schlank und kostengünstig sind. Als Diakonie

wollen wir im Dialog mit den politisch

Verantwortlichen Wege diskutieren, damit

auch in schwierigen Zeiten den Menschen,

die auf unsere Unterstützung angewiesen

sind, die nötige Hilfe zukommt. Dadurch

achten wir gemeinsam die Würde aller Menschen

und werden unserer Verpflichtung zur

Nächstenliebe gerecht. Christoph Stolte

Gebiet der schulischen Bildung und Wohnmöglichkeiten

für Menschen mit Behinderungen

eine zentrale Rolle.

Darüber hinaus soll ein weiterer Aspekt mit

Partnern anderer diakonischer Träger dargestellt

werden. Für das Thema Arbeit bzw.

Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen

(Arbeitsmarkt, integrative Arbeitsplätze,

Praktikumsplätze, Partnerschaften

zu Werkstätten usw.) konnten die Diakonie

Großenhain und die Evangelische Behindertenhilfe

als Partner gewonnen werden.

Für das Bühnenprogramm und für Diskussionsforen

werden noch Akteure bzw.

Themen gesucht. Interessenten melden

sich bitte bei Uta Dutschke, Mitarbeiterin

für Öffentlichkeitsarbeit. Uta Dutschke

1. Ausgabe Juni 2010 4 5

„Sie kann zaubern“

Dass Tiere zu Therapiezwecken eingesetzt

werden, ist schon längst bekannt. Regelmäßig

kommen Therapeuten zu uns ins Heim.

Noch schöner ist es, wenn Tiere mit Bewohnern

gemeinsam dort leben.

Doch was für ein Aufwand... Wer füttert das

Tier, wo wohnt es, hat es genug Freilauf, wird

es artgerecht gehalten... und die Kosten!!

Solche und viele andere Bedenken lassen

gute Vorhaben schon im Vorfeld unerfüllbar

erscheinen.

Doch diese Hürden sind überwunden:

Seit Oktober wohnt Katze „Lilli“ bei uns

und wirbelt über die Etage. Doch sie kann

auch anders. Eine neue Bewohnerin zog bei

uns ein. Nervös, ängstlich und wie auf dem

Sprung saß sie auf der Bettkante. In einem

Satz hüpfte Lilli auf den Schoß und in das

Herz der Bewohnerin. Lilli schnurrte glücklich,

als wüsste sie, was sie soeben vollbracht

hatte: Sie nahm der Bewohnerin ein

Stück ihrer „Einzugsangst“.

Und wie oft hat sich eine steif erscheinende

Hand zum Streicheln geöffnet oder huscht

ein Lächeln über das Gesicht eines Bewohners,

wenn Lilli vorbei streicht.

Und wie die Beobachtung zeigt, tut unsere

Lilli nicht nur den Bewohnern gut... Besucher,

Angehörige, Therapeuten und natürlich

wir als Personal genießen einfach ihre

Anwesenheit. Lilli muss sich auch in Zukunft

um Streicheleinheiten und Futter wirklich

keine Sorgen machen!

Beate Hein

Info zu Tiergestützten Aktivitäten

(Animal Assisted Activities):

(sind) unterstützende tiergestützte Maßnahmen,

die auch von Personen durchgeführt

werden können, die dies nicht beruflich und

ohne längere Ausbildung tun. Tiergestützte

Aktivitäten zielen auf die Förderung des allgemeinen

Wohlbefindens und der Lebensqualität.

Quelle: Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung

der TU Dresden

Etwas Gutes

zurückgeben

Ehrenamtliche in der Kita

„Bunte Fische“

Als ich Moni, wie wir sie alle nennen, zu

Hause besuche, werde ich empfangen in

einer sehr schmucken, hübschen kleinen

Wohnung in der Dresdner Neustadt. Ein frischer

Kaffee und ein liebevoll zubereitetes

Frühstück erwarten mich. Monika Fischbein

ist gastfreundlich und immer bedacht,

dass es allen und jedem gut geht. In ihrer

Gegenwart fühlt man sich sowieso wohl,

auch ohne Kaffee, denn Moni ist eine herzliche

Frau, freundlich und fürsorglich.

Ich kenne Moni seit 2007, sie hat sich

damals schon im Niklashof, der Wohnungslosenhilfe

der Diakonie - Stadtmission

Dresden, ehrenamtlich engagiert und

ist dann mit mir „umgezogen“ in die Kita,

die wir 2008 neu eröffnet haben.

Moni ist 69 Jahre alt. Wenn man sie sieht,

glaubt man nicht, dass sie im Herbst

ihren 70. Geburtstag feiert. Moni ist vital

und voller Energien. Ihre jugendliche und

lebensfrohe Ausstrahlung wecken in mir

den Wunsch, mit 70 auch so fit zu sein

wie sie. Wie macht sie das bloß? „Ich bin

halt immer in Gang, nehme mir immer

was vor und beschäftige mich immer

mit irgendwas,“ sagt sie, steht auf und

holt Fotos, die sie liebevoll eingerahmt

oder in kleinen Alben verwahrt hat. Moni

als junge Frau in Dortmund. Was hat sie

in Dortmund gemacht? „Ich bin mit 18

Jahren über Westberlin nach Dortmund

gekommen - ohne irgendwas. Konnte ja

nichts mitnehmen, das wäre ja aufgefallen

an der Grenze... Meine Angst, dass

sie mich erwischen, war riesig“, erzählt

sie. Als Haushälterin hat sie sich durchgeschlagen,

hat in der bekannten Zwieback-

Fabrik „Brandt“ gearbeitet, im feinen Cafè

Krone serviert, bis eine Annonce in der

Zeitung ihre Aufmerksamkeit weckte:

Ausbildung zur medizinischen Fußpflegerin

und Kosmetikerin. Moni nahm die

Ausbildung in Angriff und machte sich

danach selbständig. 20 Jahre hatte sie

ihre Praxis, war als Fußpflegerin auch

regelmäßig in einem Altenheim tätig.

Liebevoll erzählt sie von ihren Begegnungen

mit den älteren Menschen,

Herzenswärme macht sich breit.

„Als ich dann im Jahr 2000 wieder

zurück nach Sachsen kam, wurde ich

schwer krank, lange Zeit ging es mir

nicht gut, aber ich hab mich wieder

aufgerappelt und wohl noch mal Glück

gehabt. Unkraut vergeht nicht“, sagt

sie, lacht dabei und man spürt ihre

Freude über das Glück, alles gut überstanden

zu haben.

Etwas zurück geben von dem Guten,

was sie im Leben erfahren durfte,

dass ist ihr Anliegen, deshalb engagiert

sie sich nun ehrenamtlich. Sie

hat im Niklashof dreimal in der Woche

in der Kleiderkammer gearbeitet, hat

Wäsche angenommen, gewaschen,

nach Größen sortiert und wieder

ausgegeben an Menschen, die Kleidung

brauchten. Aber die Arbeit in

einem Kindergarten hat eben auch

gereizt. Fröhliches Kinderlachen und

die Perspektive, die Kinder als solche

sind – das ist es, was Moni nun jede

Woche zweimal in unseren Kindergarten

kommen lässt. Hier hilft sie uns

im wirtschaftlichen Bereich, hat ein

offenes Ohr für jedes Kind, hilft beim

Jackezumachen oder Schnürsenkelbinden,

beim Kuscheltiersuchen, beim

Zwischendurch-Wäschewaschen, aber

auch beim Bettenbeziehen und bei all

den Kleinigkeiten, die in der Kita so

anfallen und erledigt werden müssen.

Vielen Dank, liebe Moni, für deinen

unermüdlichen Einsatz, deine Zuverlässigkeit

und deinen Frohsinn, den du

uns jede Woche schenkst.

Dagmar Zimmermann


„Eine kleine Revolution"

Diakonie Sachsen beruft 1. Sächsischen Budgetnehmer-Konferenz in Dresden ein –

Riesiges Interesse

Die Fenster sind bunt bemalt mit

Wünschen: nach einer Wohnung,

einem Job, einer eigenen Familie,

einem Kind, einem selbstbestimmten

Leben ... Es sind Botschaften

von behinderten Menschen, die sie

gemeinsam mit Liedermacher Gerhard

Schöne von Dresden aus in die Welt

schicken.

Das Diakonische Werk Sachsen

hatte im März zur 1. Sächsischen

Budgetnehmerkonferenz nach Dresden

eingeladen. „Menschen mit

Behinderung sollen heute zu Wort

kommen“, hatte sich Andreas Drese

vom Martinshof in Rothenburg zu

Beginn der Veranstaltung gewünscht.

Und sein Wunsch erfüllte sich hundertfach.

Mehr als 300 Teilnehmer

aus Sachsen, Sachsen-Anhalt

und Thüringen waren gekommen

– Menschen mit Behinderungen,

ihre Familienangehörigen, engagierte

Pädagogen, Vereine,

Verwaltungsmitarbeiter. Die Stühle

reichten kaum aus.

Die Seminarräume schienen vor

Interesse zu bersten. Da wurden

Erfahrungen ausgetauscht, Kontakte

geknüpft, Probleme angesprochen,

Weichen gestellt. „Auch wenn es das

Persönliche Budget – oder auch persönliche

Geld – schon seit einigen

Jahren gibt – wir sind erst am Anfang

des Weges“, umriss Andreas Dese die

Erfahrungen der Diakonie. Von den

zirka 320 000 Anspruchsberechtigten

in Sachsen hatten etwa 500 in den

Beratungsstellen der Diakonie Rat

gesucht. Nur 80 von ihnen bean-

Beim Workshop innerhalb der Budgetnehmer-Konferenz

Beim Workshop „Ich will dass ihr mir zuhört, ich will, dass ihr mich ernst nehmt“

tragten das Persönliche Budget und nur

35 erhielten es. Die Ursachen dafür, dass

so wenige behinderte Menschen ihr Recht

auf Selbstbestimmung und persönliches

Geld wahrnehmen, sind vielfältig. „Daher

war diese Konferenz eine besondere, denn

alle Partner sind ins Gespräch gekommen –

die, die das Persönliche Budget brauchen;

jene, die ihre Anträge bewilligen und auch

die, die Leistungen erbringen“, betonte

Stephan Pöhler, der Behindertenbeauftragte

des Landes Sachsen. Zur Konferenz

hatte er übrigens alle Sozialdezernenten

des Freistaates persönlich eingeladen.

Gekommen allerdings war keiner. „Das

Persönliche Budget ist eine kleine Revolution.

Behinderte Menschen entscheiden

zum ersten Mal selbst über ihre Hilfen, werden

zu Experten in eigener Sache und zu

Arbeitgebern. Das wird auch die Menschen

ohne Behinderung verändern“, betonte

Pöhler. Gleichzeitig machte der sächsische

Behindertenbeauftragte darauf aufmerksam,

dass das Persönliche Budget nur

funktionieren könne, wenn die Einrichtungen

der Behindertenhilfe und Leistungserbringer

neue Modelle entwickelten, wenn alle

Partner mit Mut und Neugier ans Werk

gingen.

Die Diakonie Sachsen als einer der „Leistungserbringer“

hat mit der Organisation

der 1.Sächsischen Budgetnehmerkonferenz

einen entscheidenden Schritt getan, behinderten

Menschen Mut gemacht und sie in

die Lage versetzt, sich für ein selbstbestimmtes

Leben stark zu machen.

Dieses wollen auch Katja Mieder und Darian

Tapanes de la Rosa aus der Werkstatt

für behinderte Menschen am Thonberg in

Leipzig erzielen. Deshalb kamen sie nach

Dresden, hörten zu und fassten den Mut,

im Podium zu sprechen. „Wir werden es

versuchen“, so ihre Motivation nach der

1. Sächsischen Budgetnehmerkonferenz.

„Dieser Mut stimmt mich froh“, resümierte

Stefan Pöhler nach der Konferenz.

„Entscheidend ist es, vom Ziel auszugehen,

die Wege, Möglichkeiten und Kosten am

Bedarf des betroffenen Menschen auszurich-

1. Ausgabe Juni 2010 6 7

ten. Und wichtig ist es, miteinander zu reden,

um in den Köpfen etwas zu bewegen.“ Das

Diakonische Werk Sachsen hat mit der

1.Sächsischen Budgetnehmerkonferenz

vorgelebt, was Inklusion bedeutet, wie

Menschen ins Gespräch kommen, einander

zuhören und Wünsche formulieren.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Engagement,

der Beteiligung und der Botschaft dieser

Veranstaltung“, so Oberkirchenrat Christian

Blinde Konferenzteilnehmerin mit Assistentin aus Chemnitz

Schönfeld, der Direktor des Diakonischen

Werkes Sachsen.

Am 9. Mai 2011 wird es die nächste

Sächsische Budgetnehmerkonferenz der

Diakonie geben. Wer daran teilnehmen will,

kann sich schon jetzt unter:

persoenliches.budget@diakonie-sachsen.de

anmelden und wird dann 2011 automatisch

eingeladen.

Kathrin Gerlach

Diakonie Jugendtag in Radebeul

Unter dem Motto: „Jung, sozial und Spaß

dabei“ stand der Diakonie Jugendtag am

9. Mai in Radebeul (Altkötzschenbroda).

Jugendliche hatten die Möglichkeit, Ausbildungsstätten

für soziale Berufe hautnah

kennenzulernen und sich über Praktikumsplätze

und das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ)

zu informieren. Neben Infoständen gab es

auch Workshops, Spiele und einen Wissensparcours.

Begonnen hatte der Jugendtag

mit einem Gottesdienst in der Friedenskirche.

Wer neben all den Infomöglichkei-

ten und Aktionen auch das schöne Wetter

genießen wollte, konnte es sich im Innenhof

des Pfarrhauses bei Kafffee und selbstgebackenem

Kuchen gemütlich machen. Zum

Dem Leben

Raum geben

ich lerne es

noch immer

immer wieder

immer wieder neu

die Zeit zu füllen mit den heutigen

möglichen und

unmöglichen

Möglichkeiten und

Unmöglichkeiten

ist es nicht

nicht automatisch

noch nicht

vielleicht gar nicht

zumindest nie für alle Zeit

wenn ich nicht Platz lasse

Raum gebe

mir Zeit nehme

für das Leben

wie es ist

Rolf Thielemann

Abschluss des Tages (gegen 18.00

Uhr) sorgte die Dresdner Band „The

Dots“ für Stimmung.

Uta Dutschke


Das Persönliche Budget

Ein Schritt zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention

„Die Achtung der dem Menschen innewohnenden

Würde, seine individuelle

Autonomie, einschließlich der Freiheit,

eigene Entscheidungen zu treffen,

sowie seiner Selbstbestimmung“ ¹ ist

nicht nur ein Grundsatz der Behindertenrechtskonvention

sondern auch

Grundgedanke des Persönlichen Budgets

(PB) nach §17 SGB IX.

Nach diesem Gesetz können Menschen

mit Behinderung alle in Sozialgesetzbüchern

verankerten Teilhabeleistungen,

in Form von Geldleistungen oder durch

Gutscheine erhalten.

Damit wird neben der Befriedigung des

individuellen Bedarfes auch erstmals

Menschen mit Behinderung ein hohes

Maß an Selbstbestimmung zugesichert.

Durch die Auflösung des klassischen

Sozialleistungsdreieckes kommt es zu

gravierenden Veränderungen auf dem

Sozialleistungsmarkt.

Nachfolgend versuche ich mich in die

jeweilige Situation der drei am Leistungsdreieck

beteiligten Parteien hineinzuversetzen,

um punktuell aufzeigen,

wie ich mich an deren Stelle vielleicht

verhalten würde.

¹ Artikel 3 (Allgemeine Grundsätze), Übereinkommen

über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

² Das ist der Mensch mit Behinderung

³ Das ist je nach Leistung z.B. der Sozial hilfe-,

Rententräger und die Pflegeversicherung

4

Das ist je nach Notwendigkeit ein Laie, eine Fachkraft

oder ein Vertragspartner; das können Einzelpersonen

oder große Einrichtungen sein

Jetzt mal praktisch – Das Persönliche Budget von stationär bis ambulant

Leistungsnehmer ²

Durch die Beantragung von Leistungen in Form des PB habe ich nicht nur die Möglichkeit

meine individuellen Bedarfe zu benennen und deren Befriedigung zu beantragen,

vielmehr kann ich auch davon ausgehen, dass ich bei der Umsetzung der Leistungen zu

einem großen Teil einbezogen bin. Vereinfacht sieht dieses Verfahren so aus:

1. Ich beantrage meine benötigten Leistungen beim Leistungsträger.

2. Der Leistungsträger stellt mir Geldmittel zur Verfügung und macht mit mir

einen Vertrag, in dem die Verwendung der Mittel geregelt ist.

3. Ich beauftrage, entsprechend meiner Vorstellungen, einen oder mehrere

Leistungserbringer meiner Wahl mit der Erbringung der Leistung.

Mit dieser Möglichkeit der Selbstbestimmung übernehme ich Verantwortung für mich.

Leistungsträger ³

Als Leistungsträger bin ich neben der Bereitstellung der notwendigen Leistungen vor

allem der Wirtschaftlichkeit verpflichtet.

Beiden Forderungen kann ich u.a. wie folgt gerecht werden:

1. Verhinderung des PB

Durch die Beantragung von individuellen Leistungen und deren Bearbei-

tung bzw. Bereitstellung kommt es gegenüber der Bereitstellung

von Pauschalleistungen zu einem wesentlich höheren Verwaltungsaufwand.

Als Leistungsträger der medizinischen Rehabilitation würde ich hier folgendes tun:

Ich schließe im Bereich der Heil- und Hilfsmittelversorgung Exklusivverträge

(nach § 127 SGB V) mit ausgesuchten Leistungserbringern ab. Somit erziele ich durch die

Abnahme großer Mengen einen guten Preis und senke den Verwaltungsaufwand. Damit

aber nehme ich dem Leistungsnehmer die Wahlmöglichkeit und führe den Gedanken des

PB ad absurdum.

2. Ausnutzung von Marktmechanismen

Ich berate pflichtgemäß den Leistungsnehmer und zeige ihm die Vorteile

des PB auf.

Bei der Mittelbereitstellung gehe ich davon aus, dass der Leistungsnehmer auf dem Sozialleistungsmarkt

zu sehr niedrigen, zum Teil auch marktunüblichen Preisen einkaufen

kann. Der Druck Kosten zu senken wird so an den Leistungsnehmer weitergegeben.

Leistungserbringer 4

Ich als Leistungserbringer muss mir mindestens zwei Fragen stellen:

1. Will ich zu allererst meine vorhandene Leistung verkaufen?

2. Oder will ich meine Leistung - auch in der Hoffnung so mehr verkaufen zu

können - modifizieren, dass damit der individuelle Bedarf des Leistungs-

nehmers befriedigt wird?

Bei der Beantwortung dieser Fragen treffen

mein Leit- und Menschenbild auf ökonomische

Rahmenbedingungen und deren Konsequenzen.

Ich muss prüfen, inwieweit meine Philosophie

mit dem Markt vereinbar ist.

Bei allen beteiligten Parteien gibt es hinsichtlich

des § 17 SGB IX noch zuviel Unkenntnis,

aber auch Regel- und Organisationsbedarf.

Besonders nachteilig wirken sich Wissens-

und Organisationsdefizite bei Leistungsträgern

auf die Umsetzung des PB aus.

Hier sollten Fortbildungen und andere Angebote,

wie die in Dresden geschaffenen

Stammtische, vielmehr genutzt werden.

Die Beratungsstelle des Ambulanten BehindertenZentrums

ist eine (u. a. durch das Kompetenzzentrum

Persönliches Budget) gelistete

Budgetberatungsstelle. Die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter beraten Sie gern.

Andree Reininger

1. Ausgabe Juni 2010 8

9

Grundstein für neue Kita in Hospitalstraße

ist gelegt

Am 30. April fand die Grundsteinlegung für

unsere neue evangelische Kindertagesstätte

in der Hospitalstraße statt.

Nach alter Tradition wurde eine kupferne

Zeitkapsel in das Fundament eingemauert.

Kinder aus der benachbarten Kita „Haus

Dreikönigskinder“ hatten diese mit selbst

gemalten Wünschen, aktuellen Zeitungen,

Münzen und einer Urkunde befüllt.

Bereits Anfang des kommenden Jahres soll

der Kitabau fertiggestellt sein. Der Neubau

wird ermöglicht durch Mittel des Konjunkturpaketes

II der Bundesregierung, kofinanziert

vom Freistaat Sachsen und der

Landeshauptstadt Dresden. Die Diakonie-

Stadtmission Dresden stellt das Grundstück

zur Verfügung.

Ab Juli 2010 haben (zukünftige) Eltern die

Möglichkeit, ihre Kinder anzumelden. Ein

entsprechendes Formular wird auf unserer

Internetseite zur Verfügung gestellt werden.

Die Kita bietet Platz für insgesamt 102 Krippen-

und Kindergartenkinder. Beim Bau

wird auf Barrierefreiheit geachtet, so dass

auch Kinder mit einer Behinderung sich

frei bewegen können und problemlosen

Zugang zu allen Räumen haben. Die drei

Krippengruppen im Erdgeschoss haben

aus ihren Gruppenräumen direkten Zugang

auf die Terrasse und den Spielbereich. Das

gesamte Gebäude ist offen gestaltet, d. h.

mit integriertem Treppenhaus und bespielbaren

Fluren.

Im Außengelände werden unterschiedliche

Spielräume für Bewegung und Ruhe

Konfirmation

Konfirmation (in der katholischen Kirche:

Firmung) bedeutet vom Wortstamm her

so viel wie Festigung oder Bestätigung.

Gemeint ist dabei das willentliche eigene JA

zu einem Leben im Glauben an Gott, was

die Eltern und Paten zur Taufe des kleinen

Kindes stellvertretend gesprochen haben.

Dort haben sie auch versprochen, das Kind

in den grundlegenden Dingen des christlichen

Glaubens (10 Gebote, Vaterunser und

Glaubensbekenntnis) zu unterweisen und

ihnen ein entsprechendes Vorbild zu sein.

Durch Vorschularbeit in Gemeinde oder

Kindereinrichtung, Christenlehre, Konfirmandenunterricht

und vieles mehr sind gute

Möglichkeiten gegeben, Grundwissen zu

erhalten und Erfahrungen zu machen, damit

ein Konfirmand sich möglichst für ein Leben

Benjamin, Frederik, Leopold, Emelie und Johanna befüllen (mit Bereichsleiterin

Susanne Jetter) die Zeitkapsel

geschaffen und in natürliche Begebenheiten,

wie die bestehende Bauminsel, eingefügt.

Wie alle Kindertagesstätten der Diakonie-

Stadtmission Dresden, wird auch diese

Kita ein christliches Profil haben. Neben

christlichen Werten und dem kirchlichen

Jahreskreis, ist uns das Gestalten eines

guten Miteinanders besonders wichtig.

KLEINES KIRCHENLEXIKON

im Glauben entscheiden kann. Zur Konfirmation

sagt er dann vor der Gemeinde sein

eigenes JA zu einem Leben im Glauben an

Gott. Zwei weitere Themen aber stecken

ebenfalls in der Konfirmation. Zum einen ist

sie auch ein juristischer Akt. Der Konfirmierte

gehört von nun an zur evangelischen Kirche

mit ihren Rechten und Pflichten. Zum anderen

lässt sich Konfirmation kaum trennen von

dem ganzen Drumherum, Onkel und Tanten,

auch die weniger Geliebten, Geschenke,

Erwachsenwerden, feuchtfröhliche Feierlichkeit

und und und.

Doppelpunkt:

Wenn also die Konfirmation nicht nur ein

juristischer Akt der Kirche oder eine Fete

zum Erwachsenwerden sein soll, ist es nur

logisch, dass die Erziehung inklusive Vor-

Geborgenheit und Freiraum – zwei

Voraussetzungen für gelingende Persönlichkeitsentwicklung

und Bildung,

werden bei der Weiterentwicklung der

individuellen Konzeption eine zentrale

Rolle spielen.

Susanne Jetter,

Bereichsleiterin Kindertagesbetreuung

bildwirkung der Eltern und Paten

im Kleinkindesalter beginnen muss,

also bewusst gestaltetes Leben von

Anfang an. Das kostet Kraft, aber ist

wohl auch das Wichtigste, was wir

unseren Kindern mitgeben können.

Und das Beste daran ist, es kostet

keinen Cent. Die Gestaltung des

Tages der Konfirmation selbst, kann

dann sehr unterschiedlich geschehen.

Vielleicht ist es gut, sich vorher

über 3 Fragen einig zu werden: Was

ist der Sinn der Konfirmation? Wer

ist die Hauptperson? Wie können wir

diesen Tag so miteinander gestalten,

dass der Sinn erhalten bleibt und

die Hauptperson einen schönen Tag

erlebt?

Rolf Thielemann


Tagespuzzle im Leben eines Suchtberaters

Um 7.30 Uhr schließe ich die Tür zur Beratungsstelle

auf… Heute ist von 8-16 Uhr

Sprechzeit. Das heißt: ich habe meine Klienten

im Stundentakt bestellt, es können

aber auch unangemeldete Klienten

kommen, sich anmelden oder gegebenenfalls

gleich zu einem Gespräch da

bleiben.

Für die meisten Klienten ist der Schritt in

eine Suchtberatungsstelle nicht leicht und

auch nicht einfach zu bewältigen.

In der nächsten halben Stunde bereite ich

mich auf die Gespräche vor, lese noch

einmal meine Aktennotizen vom letzten

Gespräch durch, stelle mich auf zu erwartende

Themen ein. Da klingelt das Telefon.

Eine Frau möchte mich sprechen. Sie

war bereits über 3 Monate regelmäßig zu

Gesprächen hier, lebte schon 2 Monate

ohne Alkohol. Es gab dadurch bereits

„Besuche eine Veranstaltung in der

Zionskirche!“ sagte mir einer aus der

Gruppe.

„Was? Ich? Ich habe doch mit der

Kirche nichts am Hut. Was soll ich

dort?“,antwortete ich.

Diese ablehnenden Gedanken gingen

mir durch den Kopf – damals, als ich

begriff, dass ich alkoholabhängig

geworden bin und etwas unternehmen

muss, um abstinent zu werden und zu

2. Ausgabe Dezember 2008

große Veränderungen. Doch, sie erzählt nun von

einem Rückfall.

Wir vereinbaren kurzfristig einen Termin, um

angemessen zu reagieren. Inzwischen wendet

sie sich an ihre Ärztin, um eine Einweisung zu

einer Entzugsbehandlung zu bekommen.

Dann kommt der erste bestellte Klient. Ein Mann

Anfang fünfzig. Er trinkt schon viele Jahre keinen

Alkohol mehr. Er braucht aber in Abständen

solche Gesprächstermine, um mir von seinem

weiteren Verlauf berichten zu können – vom

Weg der Abstinenz.

Der nächste Klient ist gerade 20 Jahre alt geworden.

Er kommt mit einem Drogenproblem, das

er bereits seit seinem 14. Lebensjahr hat. Ich

erfahre, dass nach den anfänglichen Spaßerfahrungen

mit der Droge, der Zwang zum Weiterkonsumieren

einsetzte und zum Hindernis

wurde, um sein Leben weiter führen zu können.

Deshalb hat er die Beratungsstelle aufgesucht.

Warum ich als Nichtchrist in

die Zionskirche gehe?

Die Zionskirche in Dresden-Südvorstadt

bleiben. In die Selbsthilfegruppe ging ich ja

schon, warum sollte ich noch in die Zionskirche

gehen?

Trotz anfänglicher Ablehnung und Skepsis

besuchte ich dann eines Freitages diese

Veranstaltung. Sie wird jeden Freitag zwischen

19.00 und 20.00 Uhr durchgeführt

und besteht aus einem weltlichen (fachorientierten)

und einem kirchlichen (seelischen)

Teil sowie aus gemeinsamem Singen.

Mit einem unsicheren Gefühl erschien ich.

Hier will er Klarheit über seine Situation finden

und den Mut zu den notwendigen Schritten der

Veränderung. Am Ende des Gespräches nehme

ich noch notwendige Angaben für die Sozialanamnese

auf, wir vereinbaren einen nächsten

Termin und verabschieden uns.

Dann kommt der nächste Klient. … Und so

nimmt dieser Tag seinen Lauf, mit all seinen

Herausforderungen.

Christoph Meinel

INFO: Alle Beratungsangebote sind kostenfrei.

Und damit sie ohne Zeitdruck wahrgenommen

werden können, vergeben wir

Termine. Telefonische oder persönliche Terminvereinbarungen

sind zu unsren Öffnungszeiten

möglich.

Kontaktinfos zu Suchtberatungs- und

Behandlungsstellen:

Dresden-Neustadt: Glacisstraße 42

Tel: (0351) 81 72 40 0

suchtberatung.ddneustadt@diakonie-dresden.de

Dresden-Mitte: Fetscherstraße 10

Tel: (0351) 44 68 97 7

suchtberatung.ddmitte@diakonie-dresden.de

www.diakonie-dresden.de

„Wie werden DIE mich als Neuen aufnehmen?

Was werden DIE sagen?“, fragte

ich mich. Die Aufnahme war herzlich und

ungezwungen. Es war eben wie beim

ersten Besuch in der Selbsthilfegruppe. Die

Gespräche mit den Anderen, die bereits

Jahre bzw. Jahrzehnte dabei sind, haben

mich in meiner Abstinenz bestärkt. Der

fachliche Teil war stets eine gute Ergänzung

zu den Gruppenbesuchen und der geistliche

Teil hat meinem seelischen Gleichgewicht

gut getan.

So war es damals vor 5 Jahren und es ist

auch heute noch so.

Ich bin nicht gläubiger geworden, aber diese

Abende wurden für mich und meine Frau

ein fester Bestandteil der Woche, den wir

nicht missen möchten. Für uns sind diese

Stunden eine Abrundung der Arbeitswoche

und ein guter Beginn des Wochenendes.

Wir haben viele Leute, viele Lebensläufe

und viel Solidarität kennengelernt. Nach

einem solchen Abend fühlen wir uns aufgebaut

und gestärkt für das Kommende. Die

Veranstaltungen in der Zionskirche sind für

mich auch Hilfe zur Selbsthilfe. Sie festigen

das eigene Vertrauen und stärken den

Willen, abstinent zu bleiben.

Ich möchte jeden dazu einladen, ob er Christ

ist oder Atheist. Der Lohn sind eine offene

und herzliche Atmosphäre, viele zusätzliche

Informationen und Impulse zum Nachdenken.

Ich habe es nie bereut, obwohl ich kein

Christ bin.

B. S. (Dresden im April 2010)

10

Externe Suchtberatung

in der JVA Dresden

Seit 2001 ist die externe Suchtberatung in der

JVA Dresden ein Arbeitsbereich der Suchtberatungsstellen

der Diakonie - Stadtmission

Dresden. Suchtkranke bzw. suchtgefährdete

Untersuchungs- und Strafgefangene werden

über den externen Dienst innerhalb der Haftanstalt

beraten und betreut. Seit 2005 sind dafür

zwei Vollzeitstellen vorgesehen.

Die Aufgaben der ext. Suchtberater

bestehen u. a. aus:

• Informationsvermittlung über Suchtmittelmissbrauch

und Suchterkrankungen

• Erfassung suchtspezifischer Probleme,

Motivation zur Vorbereitung einer Therapie,

Klärung der Kostenträgerschaft

Anzahl

„Nachdem wir drei Bier getrunken hatten,

ging die Party richtig los. Mit Feigling,

Wodka und noch mehr Bier betranken wir

uns völlig. Nachdem ich mich übergeben

musste, legte ich mich selber in die stabile

Seitenlage und schlief ein.“

Wer nun schmunzeln muss, dem sei gesagt,

dass uns ebenso zu Mute war, als diese

Geschichte innerhalb einer Gruppenarbeitsrunde

des „No Addiction“- Projektes erzählt

wurde.

Trotzdem gab dieser Jugendliche eine brillante

Überleitung zu unserem Rettungsassistenten

Benjamin, welcher im Rahmen

unserer Suchtprävention regelmäßig das

Thema Erste Hilfe im Drogennotfall mit den

Jugendlichen bearbeitet. In diesen Erste-

Hilfe-Runden werden Fragen, wie: „Wann

11

Hauptdiagnosen aller Klienten

• Begleitung der Klienten zur

Therapieeinrichtung

• Vermittlung an Beratungsstellen und

Selbsthilfegruppen

• Krisenintervention

• Austausch mit den Fachdiensten der JVA

„Externe Suchtberatung in den JVAs Sachsens“

ist ein eigener Arbeitskreis innerhalb der

SLS Sachsens. 2009 nutzten insgesamt 411

Inhaftierte das Angebot der externen Suchtberatung.

Das Diagramm verdeutlicht das Spektrum der

problematischen Substanzen, unter den Inhaftierte

leiden:

Volker Sonnerborn

Art der Diagnose

Quelle: Diakonie Suchtberatung

Erste Hilfe im Drogennotfall

ruft man den Rettungsdienst?“, „Was kann

man als Ersthelfer bei einer Überdosis tun?“,

„Was ist beim Drogennotfall zu beachten?“,

beantwortet.

Benjamin geht dabei auf rechtliche Aspekte

ein, auf moralische Fragen und erzählt

viel aus seiner beruflichen Praxis, um den

Jugendlichen das Thema greifbarer zu

machen.

Den Jugendlichen wird in diesen Runden

sehr erfolgreich die Verantwortung für eigenes

Konsumverhalten sowie die Verantwortung,

welche sie für andere Personen haben,

veranschaulicht und vorhandene Ängste vor

dem Ausführen von Ersthelfermaßnahmen

genommen.

Susanne Winkel

Titel

Hart Thema

am Limit

Jugendliche im Vollrausch

Wie jeden Morgen greifen wir auch

heute wieder zum Telefon und informieren

uns im Krankenhaus Neustadt

bzw. Universitätsklinikum darüber, ob

in der letzten Nacht Jugendliche mit

einer Alkoholintoxikation eingeliefert

wurden. Sollte dies vom ansässigen

Personal bestätigt werden, greifen

wir, die Mitarbeiterinnen der Mobilen

Jugendarbeit zur Suchtprävention „No

Addiction“, mit der Umsetzung des

HaLT-Konzeptes (Hart am Limit) ein.

Hart

am LimiT?!



HaLT

Das HaLT-Projekt richtet sich an

Jugendliche (bis 18 Jahre), welche

aufgrund ihrer augenblicklichen Situation

an einem zeitnahen „Risikocheck“

teilnehmen können. Er beinhaltet

sowohl eine Gruppenarbeit, als auch

eine Erlebniseinheit. Vorab findet im

Krankenhaus ein Brückengespräch

statt. Ziel ist es, die Jugendlichen zum

Nachdenken bezüglich ihrer eigenen

Konsumgewohnheiten zu motivieren.

Das Angebot möchte zur bewussten

Selbstreflexion sensibilisieren und

spätere Erkrankungen, die auf einen

risikoreichen Alkoholkonsum zurückzuführen

sind, vermeiden helfen. Es

wird von der AOK-Plus finanzierte und

steht in enger Kooperation mit der

Jugend- und Drogenberatungsstelle

Dresden und der Sächsischen Landesstelle

gegen die Suchtgefahren e. V.

Linda Knechtel


Hoffnungslose Fälle?

Erfahrungen von Betroffenen zeigen, dass Suchtberatung sich lohnt.

„Ich war ein ‚hoffnungsloser Fall’. Diese

Ansicht hatten vor über 20 Jahren der

größte Teil meiner Mitmenschen, einschließlich

ich selbst.

Durch die Begegnung mit Gottes Wort

erkannte ich meine Lebensschuld,

begriff mein Suchtverhalten und

bekam durch Zuspruch der Vergebung

die Chance eines Neubeginns. Seit

damals bis zum heutigen Tag ist Gott

mein Begleiter in allen Lebenslagen

und Lebensfragen.

Mein Leben ist seitdem frei vom Zwang

des Trinkens und anderen gesellschaftlichen

Zwängen, also eine ‚zufriedene,

frohe Abstinenz‘.“

K. J., 64 Jahre, abstinent seit 21.10.1984

Nachruf

Am 27.03.2010 verstarb, für uns

alle unerwartet und tragisch, unsere

geschätzte Kollegin Manuela

Thomas. Sie arbeitete seit August

2008 im INTHIS Projekt, erst als

Beschäftigte in einer Arbeitsgelegenheit,

dann seit August 2009

als Mitarbeiterin in unserem Zuverdienstprojekt.

Seit Januar 2010 war

sie im Empfang der Geschäftsstelle

beschäftigt. Sie war uns nahe,

zeitweise teilte sie mit mir das

Arbeitszimmer – nicht nur räumlich

sondern auch menschlich. Sie hatte

einen langen Weg hinter sich, wie

alle Menschen, die uns bei INTHIS

anvertraut werden. Es war ihr gelungen,

dem Alkohol fünf Jahre lang

fern zu bleiben. Im Sommer 2009

fuhr sie mit uns nach Rumänien zu

einem Einsatz in unsere Hilfsprojekte.

Jeden Tag war sie dort für

die Verpflegung von bis zu 10 Menschen

zuständig und bezeichnete

diese Zeit trotzdem als den „ersten

Urlaub nach 10 Jahren“.

Obwohl ihre drei Kinder und die

Arbeit sie auf Trab hielten, blieb sie

dennoch ruhig und ausgeglichen.

Ein Frohsinn ihres doch so kranken

Herzens begleitete sie durchs

Leben, durch alle Höhen und Tiefen.

Wir werden Sie sehr vermissen ...

Adriana Teuber

INTHIS

„Man muss immer daran denken und glauben,

dass Hoffnung für hoffnungslose Fälle

ist. Es geschehen noch Wunder, man muss

nur daran glauben.“

G.P., 64 Jahre, abstinent seit Februar 1995

„Ich war ein hoffnungsloser Fall’, körperlich

und seelisch am Ende. Da waren Menschen,

Christen, die mir halfen, die Wahrheit

zu erkennen, zur Ehrlichkeit zu finden. Sie

haben mich begleitet, so dass ich heute ein

hoffnungsvoller und froher Mensch bin!“

D.F., 67 Jahre, abstinent seit 1983

„Ich gehöre zu denen, die schon viele Jahre

keinen Alkohol mehr trinken, ... Das gelang

mir aber nur, weil ich meine Alkoholkrankheit

akzeptiere, sie ernst nehme, Hilfe annehme

und alles gegen sie und damit für mein neues

Leben tue.

In die Alkoholabhängigkeit geriet ich durch

eigene Schuld. Fahrlässig ging ich über

Jahrzehnte mit dem Alkoholgebrauch um

und übersah absichtlich Warnungen, die mir

mein Umfeld und mein Körper signalisierten.

Es geht mir hier nicht um eine Selbstbezichtigung,

sondern um die Anerkennung meiner

Verantwortung in dieser Sache.

Nicht meine Umwelt, sondern ich muss mich

ändern, um in Zufriedenheit abstinent leben

zu können.“

G.S., 75 Jahre, abstinent seit 20.07.1992

Hilfen, die durch Suchtberatungsstellen

vermittelt werden können:

• Beratungsgespräche

Sich informieren

• Informationsseminare

Überblick gewinnen

• Gespräche für Angehörige

Wie helfe ich richtig

• Prävention

Besser vorbeugen

• Diagnostik

Das Risiko abschätzen

• körperliche Entgiftung

Aufhören zu trinken

• Therapie

Rückfälle vermeiden

• Nachsorge

Befreit leben

Titel

Thema

„Als ich die Abhängigkeit als Krankheit

annehmen konnte, begann für mich

der Kampf gegen sie.“

C.P., 51 Jahre, abstinent seit Mai 2003

• Selbsthilfe

Gemeinsam stark

• Freizeitangebote

Neues entdecken

• Hilfen in sozialen Notlagen

Ordnung ins Leben bringen

1. Ausgabe Juni 2010 12 13

Frei vom Alkohol!

„Mein Leben ist ohne Alkohol so lebenswert,

wie ich es noch nie empfunden habe. Ich

lebe intensiv, voller Freude und Dankbarkeit

und erlebe einen unheimlichen inneren Frieden.“

C. P., 51 Jahre, abstinent seit Mai 2003

„Als ich den Schritt zur Umkehr gegangen

bin, dachte ich, es gibt kein Leben ohne

Alkohol, weil ich es nicht anders kannte.

Heute weiß ich, dass zufriedene Abstinenz

für mich das wahre Leben ist.“

K.–H. Z., 50 Jahre, abstinent seit 02.02.1995

„Es ist sehr wohl möglich, ohne Alkohol

leben zu können, obwohl ich es mir, als ich

noch Alkohol getrunken habe, nicht vorstellen

konnte. Ich lebe jetzt 27 Jahre ohne

Alkohol und bin nicht nur zufrieden, sondern

ein glücklicher Mensch und sehr dankbar

dafür, dass auch meine Mitmenschen wieder

glücklich und mit uns froh und zufrieden

leben können.“

D. F., 67 Jahre, abstinent seit 1983

„Ein Leben ohne Alkohol ist wunderbar.

Man kann das Leben ganz anders genießen.

Lebenslang keinen Alkohol zu trinken, damit

habe ich mich sehr gut abgefunden.“

G. P., 64 Jahre, abstinent seit Februar 1995

„Mit Behandlungsbeginn konnte ich nahezu

schlagartig vom Alkohol lassen, war aber

zunächst nicht in Frieden und Zufriedenheit

„Ja, es geht und nie wieder würde ich tauschen wollen.“

M., 52 Jahre, abstinent seit 4. Advent 1996

frei. Meine Probleme

existierten

ja alle noch. Ich

hatte aber begriffen,

dass ich

keinen Alkohol

mehr trinken darf

und stellte fest,

dass ich tatsächlich

ohne Alkohol

leben kann.

Diese Position

habe ich Tag für

Tag über Jahre

hinweg erhalten und gefestigt. Den Alkohol

brauche ich nun nicht mehr in meinem

neuen Leben, das reiche Inhalte hat und

mich zufrieden und dankbar macht.“

G. S., 75 Jahre, abstinent seit 20.07.1992

„Es ist möglich, ohne Alkohol zu leben.

Nachdem ich keinen Alkohol mehr trinken

muss und ich frei vom Alkohol bin, kann

ich ein zufriedenes Leben führen. Ich kann

jedem raten, vom Alkohol loszukommen,

denn ein Leben ohne Alkohol lohnt sich.

Ich habe nichts von meiner Lebensqualität

verloren – im Gegenteil, es ist reicher

geworden.“

H. Z., 70 Jahre, abstinent seit Juni 1996

„Ich fühle mich ohne Alkohol nicht begrenzt,

im Gegenteil, ich fühle mich freier als je

zuvor. Die Sucht ist eine Begrenzung! Ich

„Für mich ist die Schnapsflasche meines

Mannes wie eine andere Frau, mit der mein

Mann mich betrügt. Er trifft sich, so oft er

kann mit ihr – heimlich im Keller oder im

Schlafzimmer.

Für sie gibt er das meiste Geld aus, mit ihr

verbringt er die meiste Zeit, er lügt für sie, er

versteckt sie vor mir. Wenn er mit ihr zusammen

war, glänzen seine Augen, er wirkt entspannt,

ja fast glücklich. Und sie müssten

einmal sehen, wie er sie streichelt.

Gegen sie habe ich keine Chance! Wenn er

trinkt werde ich traurig, wütend und schließlich

hilflos. Was kann ich tun?“

Angehörige leiden häufig viel eher und

intensiver unter den Folgen des süchtigen

Trinkens als Betroffene.

Ich bin froh, dass wir in unserer Suchtberatungs-

und Behandlungsstelle auch

für Angehörige Einzelgespräche anbieten

habe wieder ein Stück mehr Lebensqualität

gewonnen, kann wieder

fröhlich sein und feiern auch ohne

Alkohol. Ich kann nach jeder Feier zu

jeder Tages- und Nachtzeit Autofahren

ohne ein schlechtes Gewissen zu

haben. Ich habe in meiner Selbsthilfegruppe

und bei Freizeiten viele neue

Freunde, echte Freunde gefunden. Ich

habe wieder ein ganz neues, sicheres

Auftreten. Ich bin wieder eine Persönlichkeit.

Ich kann meinen Interessen

nachgehen und auch neue entdecken.

Mein Leben hat wieder einen Sinn

gefunden. Ich bin einfach froh, dass

ich nicht mehr trinken brauche und

kann dadurch auch ein Stück Vorbild

für meine vier Kinder sein!“

K. M., 45 Jahre, abstinent seit April 1989

Angehörigenberatung

Eine Angehörige schilderte

folgendes:

können. Bei diesen können sie auf

sicherem Terrain ihren individuellen

Einzelfall vortragen. Ergänzt wird das

Angebot durch jährlich zwei Angehörigenseminare.

Diese umfassen jeweils sieben Einheiten,

in denen über den Krankheits- und

Genesungsverlauf, Verhaltensoptionen

und weiterführende Hilfsangebote

informiert wird. Auch diese Angebote

sind für die Teilnehmer kostenfrei!

Klaus-Peter Haufe

Informations- und Begegnungsabend

(für Betroffene und Angehörige)

Freitags 19:00 Uhr, Bayreuther Straße

28 (Zionskirche)

Kontakt über Suchtberatungsstelle

Dresden-Neustadt:

Telefon: Tel: (0351) 81 72 40 0


Der Wert der Arbeit

Beschäftigungsmöglichkeiten für suchtkranke Menschen

Menschen die über viele Jahre alkoholabhängig

waren, sind meistens am

unteren Ende ihrer eigenen Werteskala

angekommen. Der Arbeitsplatz, soziale

und familiäre Bindungen sind meistens

dem Alkohol zum Opfer gefallen.

Als letzter Ansprechpartner dieser

Menschen bleibt die allgegenwärtige

Flasche übrig.

Einen dieser Menschen haben wir in

unserem Tagesstrukturprojekt aufgenommen.

Nennen wir ihn Hannes.

Hannes trinkt heftig. Jeden Tag wird er

vom handwerklichen Anleiter früh um

7.30 Uhr mit Alkoholwerten über 1,0

Promille gemessen. Nur ein Teilnehmer

kam heute früh mit Null Promille an, so

wie es täglich an allen Arbeitsplätzen

der Bundesrepublik zu Recht erwartet

wird. Dieser und seine Kollegen die

weniger als 0,9 Promille hatten, dürfen

in einem Waldgrundstück Äste und

Pilze sammeln oder Wege mit Reisigbesen

und Schaufeln in Ordnung bringen.

Auch Hannes möchte draußen

mitmachen. Er nimmt sich vor, die

3 Euro, die er heute im Projekt als Aufwandsentschädigung

bar ausgezahlt

bekommt, mal nicht in Bier zu inves-

Meine Erlebnisse

in Rosenthal

Geduldige Begleiter und Gottes Eingreifen

haben mir den Weg aus der

Sucht bereitet. Viele kleine Schritte

musste ich gehen. Als sehr hilfreich

und ermutigend bei der Festigung

der Abstinenz habe ich dabei die

Wochenendseminare in Rosenthal

erlebt. Gestärkt und gut gerüstet mit

neuem Proviant für Körper, Geist und

Seele konnte ich danach mutig die

nächste Etappe in Angriff nehmen.

Das Angenommensein in einer verbindlichen

Gemeinschaft und unser

fröhliches Miteinander empfand ich

als sehr heilsam. So habe ich die

längst verloren geglaubte kindliche

Freude und das Staunen in mir ganz

neu entdeckt und zu innerer Freiheit

gefunden.

Mehrere Anläufe brauchte ich, um

„trocken“ zu werden. Die Wochenenden

in Rosenthal brauche ich nun, um

es zu bleiben!

Y. L. (Dresden im April 2010)

tieren. Dann könnte er morgen früh auch

mit Null ankommen. Dafür müsste er eben

etwas weniger trinken. Oder gar ganz aufhören

und wie ein anderer Kollege zur Entgiftung

ins Krankenhaus gehen. Hannes

kommt nicht jeden morgen wegen der 3 Euro

den Berg hoch gelaufen, eigentlich möchte

er arbeiten, einen letzten Rest Normalität

und Selbstachtung behalten oder wiedergewinnen.

Jeder der Projektteilnehmer träumt

im Stillen von einem „normalen“ Leben.

Sollte es Hannes schaffen, „trocken“ zu

werden, könnte er nach einer Langzeittherapie

von 16 Wochen in die nächste Stufe

unserer Beschäftigungsprojekte, die der

Arbeitsgelegenheiten für abstinent lebende

Alkoholkranke aufgenommen werden. Dort

könnte er für ein weiteres Jahr in diakonischen

und anderen kirchlichen Einrichtungen

Spielgeräte, Kaninchenställe und Zäune

reparieren sowie Beräumungen und kleinere

Verschönerungsarbeiten durchführen.

Er muss regelmäßig die Nachsorge Termine

und Suchtberatungsangebote wahrnehmen

sowie andere, über Jahre vernachlässigte

Angelegenheiten klären: Schulden abbauen,

sich neue Zähne einsetzen lassen oder die

Die Cleangruppe und Ich

Ich, Ulli geboren 1980, stamme aus der

Nähe von Chemnitz. In der Cleangruppe bin

ich nun seit September 2007. Ausgangspunkt

war das Ende meiner erfolgreichen

Therapie, die ich im Anschluss an meine

13-monatige Haftstrafe absolviert habe. Ich

ging auf das Selbsthilfeangebot der Diakonie

ein und besuchte wöchentlich die Cleangruppe.

Sie war ein wichtiges Instrument für

mich, um Sicherheit im Alltag zu erlernen

und mich auf das Geleistete und noch vor

mir Stehende zu konzentrieren. Ich fühlte

mich sicher, mit Gleichgesinnten den Weg

aus der Sucht weiterzugehen. Auch wenn

dies nicht immer der einfachste Weg ist. Bis

heute war das Ernstnehmen der Gruppe ein

wichtiger Eckpfeiler meiner nun fast vierjähri-

Titel

Thema

verhasste MPU bestehen, um wieder eine

Fahrerlaubnis beantragen zu können. Am

Wochenende unternimmt er viel mit den

Kumpels aus der Selbsthilfegruppe. Die

Tage und vor allem die Nächte dürfen nicht

zu lang werden, denn hinter der nächsten

Ecke kann der Rückfall lauern. Manchmal

ist die Flasche immer noch in greifbarer

Nähe, man stolpert, man fällt. Hannes greift

dann nach der ausgestreckten, helfenden

Hand, die im Beschäftigungsprojekt oder

bei seinem vertrauten Suchttherapeuten

für ihn da ist. Je mehr Zeit und Entfernung

vom Alkohol gewonnen wird, desto besser

wird die Arbeitsleistung und die Freude

an der Arbeit. Man schafft etwas, man

bekommt Anerkennung von Kollegen und

Vorgesetzten.

Hannes hat sich bewährt, er hat es geschafft

in einem der begehrten Zuverdienstarbeitsplätzen

aufgenommen zu werden. Er ist

jetzt Hausmeister in einem der diakonischen

Kindergärten, zwar „nur“ geringfügig

beschäftigt, aber immerhin auf einem

echten Arbeitsplatz. Darauf ist er stolz.

Adriana Teuber, INTHIS

gen Abstinenz. Egal welche Stimmungslage

mein Leben beeinflusste, es gab wöchentlich

die Möglichkeit, in einem vertrauensvollen

Rahmen Probleme zu erörtern oder

alltägliche Schwierigkeiten zu reflektieren.

Man merkte, dass Reden einen enormen

Vorteil gegenüber dem „Mit Gedanken

Alleinsein“ ausmachte. Nach zwei Jahren

und drei Monaten wurde mir auch dann

Beistand gewährt, als ich mich entschied,

die Abstände der Gruppenbesuche zu vergrößern.

Ich möchte selbstständig leben

und die Abstinenz auch eigenständig verwirklichen.

Dieser Schritt ist mir gelungen

und ich freue mich dennoch auf die weitere

Zeit mit den Suchtberatern.

Ulli B.

2. Ausgabe Dezember 2008 14

15

Nun komm, du

schöner Sommer

Die ersten Früchte sind zu sehen

an Baum und Strauch, noch winzig klein.

Ich denke im Vorübergehen:

wann seid ihr reif, wann seid ihr mein?

Ich schmecke schon die milde Süße

der roten Kirschen und der Beeren.

Sie sind des Sommers Sonnengrüße

die ich ein Jahr lang musst’ entbehren.

Die Gräser fangen an zu blühen

und Mohn steht rot am Wegesrand.

Er leuchtet wie das Sonnenglühen,

das abends oft am Himmel stand.

Und Schwalben fliegen ganz geschäftig,

im Schnabel eine Blätterlaus.

Die Jungen strecken sich schon kräftig

gefährlich weit zum Nest hinaus.

Auf grüner Weide laufen Pferde,

vom Stallgeruch sind sie befreit.

Sie wälzen sich auf warmer Erde,

genießen ihre freie Zeit.

Am Hauseingang steh’n Gartenbänke,

sie laden ein: komm und verharre!

Und Opas alte Kniegelenke

verlier’n hier ihre Winterstarre.

Bald wird es heiß. Am Startblock steht

der Sommer. Er macht sich bereit

zum großen Sprung ins Blumenbeet

und in seine Herrlichkeit.

Dagmar Zimmermann

Unsere neue Gesamtmitarbeitervertretung

„Systemisches Arbeiten“ –

Was heißt das?

Systemisches Arbeiten in der Kinder- und Jugendhilfe

Ich, Daniela Steinigen, arbeite als Betreuerin

seit Januar 2007 in der Intensivwohngruppe

im Kinderhaus „Rabe“ und möchte

Sie zu einem kleinen Exkurs in diese komplexe

Welt einladen. Mein größter Wunsch

ist, Sie neugierig zu machen.

Als ich das erste Mal das Wort „systemisch“

hörte, hatte ich Respekt davor.

Es musste etwas Heilbares sein, etwas was

hilft, wenn nichts mehr hilft. Sehr oft kam

das Wort im Zusammenhang mit Beratung

und Therapie vor. Ich musste mehr darüber

wissen.

Im Februar 2010 habe ich nun den Grundlehrgang

beendet und ein Aufbaulehrgang

wird folgen.

Es beeindruckte alle Teilnehmer des Grundlehrganges

welche Bereiche, Methoden und

Einsatzmöglichkeiten zum „systemischen

Arbeiten“ gehörten.

Eine allgemeine Erklärung habe ich im

berühmten Lexikon des Internets gefunden:

„Bei systemischer Beratung geht es primär

um das Stärken der Ressourcen und Kompetenzen

des jeweiligen zu beratenden

sozialen Systems.

Ich hatte anfangs keine Lust auf die Arbeit

mit dem Genogramm, doch es stellte sich

heraus, dass Genogrammarbeit etwas

völlig anderes ist, als ich zuvor annahm.

Es ist die Arbeit mit der Person – in erster

Linie zuhören, welchen Menschen, welche

Vordere Reihe v. l. n. r.: Christa Nüßl (APH Klotzsche), Monika Philipp (APH Plauen),

Romy Oettinger (APH Plauen), Hannelore Zschaschel (APH Radebeul),

Torsten Erler (KJF), Annett Bieganski (APH Bühlau), Alexander Ressel (APH Bühlau)

Hintere Reihe v. l. n. r.: Kathrin Gräfe (DSS Klotsche), Adriana Teuber (Vorsitzende), Jörg

Trentzsch (APH Radeburg), Karin Otto (Schwerbehindertenvertretung), Kathrin Albinus

(APH Ottendorf Okrilla), Silke Bräuer (Geschäftsstelle), Frieder Wolf (APH Freital)

Beziehungen sind demjenigen wichtig,

Geschichten erzählen lassen,

Hypothesen aufstellen, Ressourcen

finden und demjenigen mitgeben,

Emotionen frei werden lassen.

Ich bitte Sie, deuten Sie einmal „faul“

um. Vielleicht leben in ihrem Haushalt,

so wie bei mir gerade „pubertierende

Jugendliche“. Der Spruch „Du

bist doch nur zu faul deine schmutzige

Wäsche aus dem Zimmer zu

räumen!“ – muss mindestens einmal

in der Woche gesagt werden. Wie soll

ich denn da faul umdeuten? Das Gute

vom Schlechten finden? Im Kurs erarbeiteten

wir, faul bedeutet: „innerliche

Ruhe“, „große Vertrautheit“, „man ist

mit sich zufrieden“, „man hat mehr

Zeit für das Wesentliche“, „irgendjemand

wird mir mein Zeug schon wegräumen“

– ach ja und Derjenige hatte

nur noch keine Struktur gefunden.

Das umdeuten von negativ besetzten

Wörtern bewirkte, dass man sich

auf die „GUTEN“ konzentrierte. Der

Jugendliche wird für sein zu spät

kommen nicht gerügt sondern er

bekommt die Formulierung: „Ahh

– schön das du da bist“ – das löst

Verwunderung in ihm aus – und dann

hängt man gleich diesen Satz an:

„Angenommen, du bist das nächste

mal pünktlich, wie würde sich das

auf unser Verhältnis auswirken?“ Der

Jugendliche muss nachdenken und

kann sich meisten die Antwort selber

geben.

„Systemisch arbeiten“ – heißt jedoch

nicht, ich schaue nur auf das was

funktioniert und ignoriere besser alles

Negative. Das Negative wird nicht als

solches bezeichnet – es ist da und

garantiert Veränderungen. Dieses

wiederum wird als Chance gesehen

und mit den ganzen Werkzeugen des

„Systemisches Arbeitens“ können

Erfolge erzielt werden und manchmal

hilft es da – wo nichts anderes mehr

half.

Wer Lust hat, sich eingehender mit

diesem Thema zu beschäftigen,

hier noch zwei Links:

http://wwwpsy.uni-muenster.de/

inst3/AEbromme/web/Projekte/Therapie/SYSTEM/SYFAM.html

http://www.familientherapie.org/

familientherapie-systemische-therapie.html

Daniela Steinigen


Ahoi! – Kinderhaus „Rabe“ bekommt

ein Kletterschiff

Am Samstag, dem 17.04. besuchten

sieben Marinesoldaten der Fregatte

SACHSEN das Kinderhaus „Rabe“,

um dort ein neues Klettergerät aufzubauen.

Koordiniert und geleitet wurde

die Aktion von Oberleutnant Alexander

Timpf. Mehr als einen Monat dauerte

der Bau und die Vormontage des Klettergerüstes.

Bereits 7.30 Uhr begannen

die Soldaten mit dem Aufbau des

Holzschiffs – fertig zusammengebaut

war es gegen 13.00 Uhr.

Das Klettergerüst wurde komplett aus

Spenden der Marinesoldaten finanziert.

Den Aufbau bewältigten die

Männer in ihrer Freizeit.

Seit fünf Jahren besteht die Paten-

Kindermund


Joscha kommt ganz aufgeregt angerannt

und ruft : „Dagmar, Dagmar,

ich habe heute Mittag zwar nicht

geschlafen, dafür war ich aber schön

laut!“

Im Garten der Kita steht eine alte,

sehr große Tanne, an der ganz oben

im Wipfel viele, viele hellbraune längliche

Tannenzapfen wachsen.

Jan-Eric steht sinnierend davor,

betrachtet die Zapfen und sagt:

„Guck mal, da oben hängen ganz

viele Bockwürste !“

Gesammelt

von Dagmar Zimmermann

Peter Ludwig, Kai Ziefle, Andy Block und André Eichler (v. l. n. r.)

schaft der Besatzung der Fregatte „Sachsen“

zum Kinderhaus „Rabe“. Initiator war

Oberstabsbootsmann Ulf-Jochen Kreck.

Gegenseitige Besuche aber auch Sammlungen

zugunsten der karitativen Arbeit prägen

das gute Verhältnis. Besonders erwähnenswert

ist, dass ein ehemaliger Bewohner des

Kinderhauses jetzt seinen Dienst auf der

Fregatte verrichtet.

Die Idee zum Bau des Klettergerüstes wurde

bei einem Treffen zwischen Fregattenkapitän

Nolte und dem Direktor der Stadtmission,

Christoph Stolte, geboren. Die Fregatte

„Sachsen“ ist ein Schiff der deutschen

Marine. Es hat 215 Besatzungsangehörige

und seinen Heimathafen in Wilhelmshaven.

Namensgeber und Patenland des Schiffes

ist der Freistaat Sachsen. Uta Dutschke

Gedenkgottesdienst

im Garten der Erinnerung

Nach dem Gedenkgottesdienst

im Altenpflegeheim

Klotzsche konnte Pfarrer

Harald Wachsmuth das folgende

Interview mit dem

Heimleiter Emmanuel Magnet

führen:

H. Wachsmuth: Am 24. April 2010 fand im

Altenheim Klotzsche der zweite Gedenkgottesdienst

für die verstorbenen Heimbewohner

statt. Was hat Sie ermutigt, diesen

Gottesdienst auch in diesem Jahr wieder zu

feiern?

E. Magnet: Der erste Gottesdienst im Jahr

2009 wurde gut besucht und hatte einen sehr

guten Anklang gefunden. Wir erhielten auch

Briefe von Angehörigen die uns baten, diese

Gottesdienste als eine zukünftige Tradition in

Klotzsche fortzuführen. Ich wollte ein Zeichen

setzten, den Angehörigen zeigen, dass, auch

wenn das Leben weitergeht, wir in Klotzsche

die verstorbenen Heimbewohner nicht vergessen

haben und ehren wollen.

H. Wachsmuth: Was hat Sie bewogen, diese

Gedenkfeier im Frühjahr und nicht wie allgemein

üblich im Herbst zu halten?

E. Magnet: Der Frühling ermöglicht es, den

Gedenkgottesdienst am Steingarten abzuhalten.

Doch auch die Zeit zwischen Ostern

und Himmelfahrt und die Erinnerung an

Christi Sterben und sein Sieg über den Tod

ist eine ganz besondere Zeit: Sie ist eine

Ermutigung und ein Zeichen der Hoffnung

für uns Christen. In diesem Zeitraum der

verstorbenen Bewohner mit ihren Angehörigen

zu gedenken, ist ein Akt des Glaubens,

dass nach dem Tod nicht alles endet, sondern

dass wir neu leben werden und dass wir

erwartet sind.

H. Wachsmuth: Ein kleiner Steingarten im

japanischen Stil ist der Ort dieses Gedenkens.

Warum gerade ein japanischer Garten?

E. Magnet: Mit seiner kargen Schönheit

sieht der Japanische Garten vielleicht etwas

gewöhnungsbedürftig aus. Doch hat er etwas

Zeitloses und unterscheidet sich sehr stark

vom Rest des Gartens rund um das Altenheim.

Das Kronenkreuz aus Metall auf dem

großen Findling verweist auf die christliche

Prägung des Hauses, und wir wollten auch

mit diesem Gedenkgottesdienst ein Ritual

schaffen, was uns als Diakonie von anderen

Trägern unterscheidet.

H. Wachsmuth: Gottesdienste sind Rituale

für gläubige Menschen. Doch auch Nichtchristen

kommen zur Gedenkfeier. Brauchen

wir die Kraft der Rituale für das Leben?

E. Magnet: Es ist schon manchmal verblüffend,

wie Menschen, die nie einen sehr engen

Pflegedienstleiterin Frau Poberzin,

Heimleiter Herr Magnet und Verwaltungsmitarbeiterin

Frau Rosenkranz

(v. l. n. r.) im japanischen Steingarten

Kontakt zu Kirche hatten, plötzlich den

Drang verspüren, sich Gott zu nähern.

Ich denke zum Beispiel an Herrn G.,

der nach dem Gedenkgottesdienst im

letzten Jahr das Gefühl hatte, wieder

an Gott glauben zu können. Ich glaube

schon, dass wir da ein tiefes menschliches

Bedürfnis ansprechen. Und wir

brauchen dafür Rituale und zeichenhafte

Handlungen.

H. Wachsmuth: Welche Rollen spielen

dabei die ehrenamtlichen Mitarbeiter

im Altenheim Klotzsche und wo

kommen sie her?

E. Magnet: Die ehrenamtlichen Mitarbeiter

kommen zum großen Teil aus der

Kirchgemeinde Dresden-Klotzsche.

Einige ehemalige Mitarbeiter sind uns

auch treu geblieben und helfen bei

Festen oder Ausflügen. Insgesamt sind

in Klotzsche 20 ehrenamtliche Mitarbeiter

tätig. Sie sind oft geduldige

Gesprächspartner und Verbindungspersonen

zwischen Außenwelt und

Bewohnern. Frau Riedel hält regelmäßig

Gottesdienste in unserem Heim

und ist gerade dabei, eine Ausbildung

zur Prädikantin der Sächsischen Landeskirche

abzuschließen. Uns obliegt

es, diese Helfer zu schulen und sie in

unsere Arbeit einzubeziehen sowie

ihren Einsatz zu würdigen. Auch an

dieser Stelle will ich ihnen herzlich

danken.

H. Wachsmuth: Ich wünsche Ihnen

Gottes Segen für Ihre Arbeit in den

Altenpflegeheimen, für die Sie verantwortlich

sind und danke Ihnen vielmals

für das Gespräch.

1. Ausgabe Juni 2010 16 17

1. Ausgabe Juni 2010

Harald Wachsmuth


„Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht,

würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Rumänienhilfe der Diakonie - Stadtmission Dresden

Ganz nach den Worten Martin Luthers

wurden Anfang Mai wieder 10 Apfelbäume

an verschiedenen Stellen des

Dorfes gepflanzt. Wie schon damals

der Satz von Luther selbst, so sind die

Worte Luthers auch 2010 wie ein Zeichen

der Hoffnung und des Vertrauens

auf eine positive Entwicklung der

Arbeit in Stein / Dacia.

Ein ganz anderes Zeichen der Hoffnung

ist das neu reparierte Hausdach

einer allein stehenden älteren Frau,

welches in der zweiten Maiwoche

durch die Unterstützung der Stadtmission

Dresden, des rumänischen Vereins Copiii

Europei (www.copiii-europei.org) sowie

von Mitarbeitern des Internationalen Bauordens

e. V. aus den Niederlanden, der

Schweiz und Deutschland instand gesetzt

werden konnte.

Die Frau wird durch das Projekt für Menschen

mit Behinderung „Gemeinsam Würdevoll

Leben“ betreut und so ist jetzt ihr

Zuhause, welches aus zwei kleinen Zimmern

besteht, vor dem weiteren Verfall gesichert.

Die Arbeiten und der Einsatz 2010 in Stein /

Dacia beruhen ebenfalls auf einer Vision

Dachdeckerarbeiten in Stein / Dacia

ganz nach Luthers Geschmack und seiner

Hoffnung. So trafen sich verschiedene Vereine

und Organisationen im Februar im Haus

der Kreuzkirche zu einer „Zukunftswerkstatt“

für die Arbeit in Stein / Dacia, um zusammen

Ideen und Visionen zu entwickeln, wie man

gemeinsam den ständigen Veränderungen

in Rumänien sowie den steigenden Kosten

dieser diakonischen missionarischen Arbeit

gerecht werden kann. Eines der Ergebnisse

ist der neue Hänger, welcher zum Beispiel

den Transport von dringend benötigten

Gütern sichert. An dieser Stelle recht herzlichen

Dank den Kolleginnen und Kollegen

von INTHIS, die uns beim Beladen des

ersten Transportes halfen.

Frank Roth

„Arbeit ist das halbe Leben“ – unter diesem Motto stand die 5-Jahresfeier der Kontaktstelle für erwerbslose Menschen

Was verbirgt sich hinter „Treff Emil“,

„Treff Friedrich“ und „Café Haha“?

Bei der Diakonie - Stadtmission Dresden gibt es seit fünf Jahren eine Kontaktstelle

für erwerbslose Menschen mit mehreren Standorten

Inzwischen ist Frau X. für uns Mitarbeiterinnen

der Kontaktstelle schon längst eine „alte

Bekannte“, denn seit 3 1/2 Jahren besucht sie

einen der Treffs der Stadtmission. Von dieser

Einrichtung hatte sie aus einem Flyer erfahren,

auf den sie bei einem ihrer zahlreichen Besuche

bei der ARGE aufmerksam geworden war.

Seit acht Jahren ist sie arbeitslos, lebt mit ihren

beiden Kindern (7 u. 10 Jahre) in einer unsanierten

Plattenbauwohnung. Diese verließ sie

dann nur noch, um einzukaufen oder manche

Termine bei der ARGE wahrzunehmen. Obwohl

sie sich gesundheitlich immer schlechter fühlte,

suchte sie keinen Arzt auf, denn das kostete ja

gleich 10 Euro Praxisgebühr. Dieses Geld aber

brauchte sie für ihre beiden Kinder.

Der Flyer erschien ihr zunächst wie ein „rettender

Strohhalm“, doch dann stellten sich Zweifel

ein. So dauerte es noch mehrere Wochen bis

sie beim Treff ankam. Beim ersten Mal schaffte

Kontaktstelle für erwerbslose Menschen

- eine psychosoziale Betreuung als Angebot an langzeitarbeitslose Menschen

- gefördert vom Sozialamt der Stadt Dresden

- mit thematisch unterschiedlichen Gruppen- und Einzelangeboten

- Träger: Diakonisches Werk - Stadtmission Dresden e. V.

Standorte:

Treff Emil: Löbtau - Nord; Emil-Ueberall-Str. 6, Hintereingang 1. Etage

jeden Montag 9:00 Uhr Frühstückstreff;

anschließend ab 10:30 Uhr thematische Veranstaltung

jeden Dienstag 17:00 Uhr Offener Bürgertreff mit Abendimbiss;

ab 17:30 Uhr thematische Veranstaltung

Treff Friedrich: im Kinder- u. Jugendtreff der Mobilen Arbeit in Friedrichstadt;

Adlergasse 2 (nahe der Domäne/Bahnhof Mitte)

jeden Mittwoch 9:00 Uhr Frühstückstreff;

anschließend ab10:30 Uhr thematische Veranstaltung

Café Haha: Hechtviertel, Fichtenstraße 2

(Eingang Gartentor, neben St.-Pauli Kirchruine)

jeden Donnerstag 9:00 Uhr Frühstückstreff;

anschließend ab 10:30 Uhr thematische Veranstaltung

Sprechzeiten an allen Standorten nur nach vorheriger Vereinbarung!

Kontakt:

Telefon: 0351/206 60 20; 0174/829 50 24 (Fr. Winkler);

0151/150 068 13 (Fr. Prudlo)

E-Mail: betreuungsprojekt@diakonie-dresden.de

sie es bis vor die Haustür; beim zweiten

Mal bis zu der Straße, auf dem sich der

Treff befand. Als sie dann beim dritten

Mal suchend im Hausflur stand, wurde

sie von einer Frau, die den Treff regelmäßig

besucht, freundlich angesprochen

und in die Gruppe mitgenommen. Hier

saßen alle beim Frühstück; es wurden

Befindlichkeiten und Erfahrungen ausgetauscht,

Neuigkeiten mitgeteilt, gemeinsam

gelacht, gegenseitig Hilfe und

Unterstützung angeboten. Anschließend

gab es noch eine Vorstellungsrunde,

damit sich die „Neue“ ein Bild von den

Gruppenmitgliedern machen konnte und

umgekehrt. Dem Frühstück schloss sich

ein Streifzug durch das Stadtviertel an.

Das war für Frau X. sehr interessant,

vieles war ihr nicht bekannt bzw. hatte sie

überhaupt noch nicht wahrgenommen.

Bei dieser Begegnung hatte sich Frau X.

sehr wohlgefühlt. Sie hatte festgestellt,

dass die Anderen mit ähnlichen Problemen

wie sie belastet waren, aber die

Menschen hier trotz ihrer Arbeitslosigkeit

geachtet wurden. Sie vereinbarte mit

einer Mitarbeiterin einen Termin, um weitere

Anliegen in einem Einzelgespräch

anzusprechen. Fast regelmäßig besucht

sie seitdem den Treff. Im Laufe der Zeit

brachte auch sie sich mit ihren Fähigkeiten

in der Gruppe ein und bereitet seit

einem Jahr als Ehrenamtliche verlässlich

und schmackhaft das Frühstück zu.

Ähnliche Lebensentwürfe führen die

Besucher in unsere Treffs. Hier gibt es

Raum sich auszutauschen, Neues auszuprobieren,

Talente zu entdecken und

somit alte „Tretmühlen“ zu verlassen.

Das hilft stabiler und selbstbewusster die

Arbeitssuche in Angriff zu nehmen.

Brigitta Prudlo

1. Ausgabe Juni 2010 18

19

1. Ausgabe Juni 2010

Treff Emil

Treff Friedrich

Café Haha


Psychologische Beratung – Online

Das Diakonische Werk - Stadtmission Dresden e. V. bietet seit dem 1. Mai 2010

online Ehe- und Lebensberatung sowie Schwangerschaftsberatung über die Radebeuler

Beratungsstelle an.

Immer mehr Menschen wenden sich

per Web-Mail an Beratungsstellen mit

Fragen zu unterschiedlichsten Fachgebieten.

Diesem Bedarf wird nun Rechnung

getragen.

Über „ekful.net“ bietet die evangelische

Kirche ein Internetportal für psychologische

Beratung an, welches den

besonderen kirchlichen und staatlichen

Datenschutz Bestimmungen entspricht.

Nur so ist ein geschützter Austausch

dieser sensiblen Inhalte tatsächlich

gewährleistet. Ratsuchende, unabhängig

von Alter, Geschlecht und Weltanschauung

haben die Möglichkeit, mit

psychologischen Fachkräften über das

Internet fachliche Unterstützung rechtzeitig

in Anspruch zu nehmen. Damit

kann oftmals eine Verschärfung der

Krise abgewendet und der Weg für neue

Handlungskonzepte leichter gefunden

werden.

Ebenso besteht die Möglichkeit, das

online Angebot bei psychosozialen Fragestellungen

rund um Schwangerschaft

zu nutzen. Die Beantwortung aller Web-

Mails wird von Fachpersonal vorgenommen.

Die Vorteile dieser Form der

Beratung sind vielfältig. Ratsuchende

nutzen individuelle Zeiträume, vermeiden

somit oftmals längere Wartezeiten

auf ein Erstgespräch vor Ort und erfahren

dennoch zeitnahe Bearbeitung ihres

Anliegens. Ebenso wird dem Wunsch

nach Anonymität der Personen in besonderer

Weise Rechnung getragen.

Natürlich hat Online-Beratung auch

ihre Grenzen. Bei bestimmten psychologischen

Problemstellungen kann

es durchaus angezeigt sein, mit den

Ratsuchenden die direkte Kontaktaufnahme

zu einer Beratungsstelle vor Ort

Telefonseelsorge Dresden: durchgehend

24 Stunden erreichbar über

die kostenfreie Rufnummer: 0 800 /

111 0 111 oder 0 800 / 111 0 222

anzustreben und zu vermitteln.

Dies dient der qualitativ bestmöglichen

Hilfe für die Betroffenen.

Kathrin Roßner

vertraulichen Anfragen über:

www.evangelische-beratung.info/beratungsstelle-radebeul

Angebote und Termine

vertrauliche Online-Beratung über:

www.evangelische-beratung.info/beratungdiakonie-dresden

Informationen / Termine aus der Stadtmission

12.08.2010 • 15.00 Uhr Sommerfest im Ruheheim Bühlau

27.09.2010 • 18.00 Uhr Jahreshauptversammlung (Mitgliederversammlung)

Veranstaltungen Familienkreis der Stadtmission Dresden 2010

17.06.2010 • 10.00 Uhr Bibelstunde mit Pfr.i.R. Schäfer

Jahresbericht über unsere Arbeit im Familienkreis

Sommerpause 01.07.2010 / 15.07.2010 / 05.08.2010 / 19.08.2010

02.09.2010 • 10.00 Uhr Familienkreis mit Pfr.i.R. Schäfer über 1. Joh. 5, 6 - 12

„Gottes Zeugnis für seinen Sohn”

16.09.2010 • 10.00 Uhr Familienkreis mit Pfr.i.R. Schäfer über Pred. 2, 3 – 11, 24 - 26

„Alles ist eitel und Haschen nach Wind”

07.10.2010 • 10.00 Uhr Familienkreis mit Pfr.i.R. Schäfer über Gal. 4, 8 - 12

„Paulus warnt vor der Gesetzlichkeit”

21.10.2010 • 10.00 Uhr Familienkreis mit Pfr.i.R. Schäfer über Offb. 3, 1 - 6

„Verzeichnet im Buch des Lebens”

04.11.2010 • 10.00 Uhr Familienkreis mit Pfr.i.R. Schäfer über Offb. 9, 1 - 12

„Ein Ende mit Schrecken?”

18.11.2010 • 10.00 Uhr Familienkreis mit Pfr.i.R. Schäfer über Offb. 22, 1 - 5

„Das neue Jerusalem – Gottes Stadt“

04.12.2010 • 14.00 Uhr Advents- und Weihnachtsfeier mit Pfr.i.R. Schäfer

in der Zionskirche Dresden-Südvorstadt

“Freuet euch ! Der Herr ist nahe !” Weihnachtsfreude in Musik, Wort und Bild

06.01.2011 • 10.00 Uhr Bibelstunde mit Pfr.i.R. Schäfer über die Jahreslosung 2011

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden,

sondern überwinde das Böse mit Gutem.” Röm. 12, 21

IMPRESSUM Herausgeber: Diakonisches Werk - Stadtmission Dresden e.V., Glacisstraße 44, 01099 Dresden,

Telefon 0351 - 81 72 - 300, Fax 0351 - 81 72 - 349, www.diakonie-dresden.de

Redaktion: Direktor Stolte / Uta Dutschke und Team • Gestaltung: Lydia Wolff, www.lydiawolff.de

Druck: SchumacherGebler Dresden, Auflage: 4.500 Stück

Erscheint zweimal jährlich in loser Folge. Eingesandte Manuskripte dürfen, ohne den Sinn zu entstellen, gekürzt werden. Namentlich

gezeichnete Artikel und Leserbriefe müssen nicht mit der Meinung der Redaktion oder des Herausgebers übereinstimmen.

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