Konzeption 2009 - Krille-Haus

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Konzeption 2009 - Krille-Haus

1. Auftrag

Der gesetzliche Auftrag für diese Einrichtung leitet sich aus der Sozialgesetzgebung

(SGB VIII) ab. Das Angebot ist eine gesetzliche Maßnahme der Kinder- und

Jugendhilfe, speziell eine Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Jugendliche.

Die Aufnahme eines Jugendlichen in das Krille Haus erfolgt auf der Grundlage des §

35 a (SGB VIII), gegebenenfalls in Verbindung mit § 41 (SGB VIII). In begründeten

Ausnahmen kann auch eine Aufnahme nach § 39 BSHG erfolgen.

2. Zielgruppe

Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene (im Sinn des § 7 SGB VIII)

beiderlei Geschlechts, bei denen eine seelische Behinderung bzw. eine psychische

Erkrankung vorliegt.

Somit richtet sich das Angebot vorrangig an junge Menschen im Anschluss an einen

Aufenthalt in einer Kinder- und Jugend- bzw. Erwachsenenpsychiatrischen Klinik, für

die eine übergangslose Entlassung in das ursprüngliche Umfeld bzw. in die

Selbständigkeit eine Überforderung und eine Wiedererkrankung die wahrscheinliche

Folge wäre.

Das Angebot richtet sich auch an Jugendliche bzw. junge Erwachsene, bei denen die

Maßnahme geeignet ist einen absehbaren Psychiatrieaufenthalt abzuwenden.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben einen erhöhten und besonders

gestalteten Betreuungs- und Förderungsbedarf, da sie in der Entwicklung und in

ihrem Verhalten so tiefgreifend gestört sind, bzw. ihre Erkrankung ein Stadium

erreicht hat, die ohne entsprechende Interventionen in eine Chronifizierung und somit

lebenslange Behinderung führen würde.

In diesem Personenkreis finden sich Jugendliche bzw. junge Erwachsene aus allen

gesellschaftlichen Schichten und mit den unterschiedlichsten Befähigungen. D.h. im

Krille-Haus sind sowohl Bewohner, die ein Gymnasium besuchen können als auch

Jugendliche, die keinen Hauptschulabschluss haben bzw. Jugendliche, die nicht

(oder derzeit noch nicht) beschulbar sind, oder Jugendlichen, die Schulabschlüsse

aber keine (bzw. noch keine) berufliche Perspektive haben.

Das Aufnahmealter soll zwischen 15 und 20 Jahren liegen:

Die Alterseingrenzung dient der besseren Gruppenintegration, weil altersspezifische

Angebote, Interaktionen, Regeln usw. den Entwicklungsprozess spezifisch fördern.

Darüber hinaus fordert eine jüngere Altersstruktur ein anderes Hilfesetting und

andere Interventionsmethoden. Die Arbeit nimmt ganz bewusst den Förder- und

Entwicklungsaspekt im Sinn des SGB VIII in Betracht (z.B. § 41 in Verb. mit § 35a)

und grenzt sich damit zur Eingliederungshilfe für Erwachsene (SGB XII) ab.

Das Leistungsangebot richtet sich an junge Menschen mit folgender Indikation:

Die Störungen werden durch massive Symptome bzw. abnorme

Verhaltensweisen sichtbar, wie z.B.

� starke Selbstverletzungen, Tendenzen zur Fremdgefährdung, Suizidalität;

� Desorientierung, Panikattacken, starke Depressionen;

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