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Zahlen, Fakten: Die Ergebnisse der

Media-Analyse 2008/2009 sind da Seite 10

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aus aller Welt in 13 Tagen 82

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busines s weekend

Metzger Mit stil

Karl Schirnhofer expandiert: Er setzt nicht nur

auf Fleisch, sondern auch auf Humus Seite 16

Mit zero eMission

Renault Österreich-Marketingchef Brinkmann

über seine Perspektiven für 2010 Seite 54

Interview ist der neoliberalismus Verursacher der krise? und: Platzt die nächste blase?

Der Abschied vom

homo oeconomicus

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Liberale Lehren

Heute und morgen

erforscht in

Wien ein kongress

zur Österreichischen

Schule der Nationalökonomie

die

Lehren aus der

krise. der initiator,

IT-Unternehmer

nikolaus kimla,

will damit (auch)

zur ehrenrettung

des Liberalismus

antreten. Seite 2


2 – medianet COVER Freitag, 2. Oktober 2009

Kongress Go Ahead!-Initiator Nikolaus Kimla glaubt nicht an den anhaltenden Aufschwung: „Die wirkliche Krise kommt erst!“

In der Wirtschaft steht ein

Paradigmenwechsel bevor

Der Kongress zur Österreichischen Schule der Nationalökonomie erforscht die Lehren aus der Krise.

sabine bretschneider

Wien. „Könnte es sein, dass es sich

bei dem ‚Licht am Ende des Tunnels‘,

das viele Wirtschaftsprognosen

beschreiben, um die Lichter

des entgegenkommenden Zuges

handelt?“ Nikolaus Kimla, IT-Un-

„Könnte es sein,

dass es sich bei dem

‚Licht am Ende des

Tunnels‘, das viele

Wirtschaftsprognosen

beschreiben, um die

Lichter des entgegen-

kommenden Zuges

handelt?“

nikolaus kimla

ternehmer und Initiator der Wirtschaftsplattform

Go Ahead!, glaubt

nicht an eine anhaltende Erholung.

Ganz im Gegenteil. Das Schlimmste

stehe uns noch bevor, konstatiert er.

Er erinnert an die New Economy,

als die ganze Welt so tat, als würden

die Gesetze der Wirtschaft plötzlich

nicht mehr gelten. Die Party endete

abrupt. Und der Kater plagte die

ganze Welt. Dann entschied sich

die Finanzwelt für Handfesteres,

Häuser, Immobilien. Dann platzte

die Subprimeblase. Wieder waren

die Marktteilnehmer bass erstaunt,

dass wirtschaftliche Zyklen neben

dem „Auf“ auch aus dem „Ab“ bestehen.

Jetzt steigen die Aktienkurse

wieder. „Mit geborgtem Geld“, betont

Kimla: „Das ist die nächste Blase,

die platzt.“

Sündenbock Neoliberalismus

Schuld sei, da sind die Kommentatoren

sich weltweit weitgehend

einig, der „Neoliberalismus“. Unermüdlich

wurde etwa im deutschen

Bundestagswahlkampf vor „kaltem

Neoliberalismus“ gewarnt – erfolglos,

wie das schwarz-gelbe Resultat

bestätigt. Kimla will die Diskussion

über Liberalismus – auch abseits

des Vokabels mit dem negativ

konnotierten Präfix „Neo“ – jetzt

wieder in die öffentliche Wahrnehmung

rücken – in der Tradition der

Österreichischen Schule der Nationalökonomie.

Beim „Go Ahead! business summit“,

dem Kongress der Österreichischen

Nationalökonomie,

der heute und morgen im Wiener

Go ahead! business summit ’09

Unter dem Motto „Lehren aus der Krise

– lernen für die Zukunft“ findet heute und

morgen, Samstag, der Kongress zur Österreichischen

Schule der Nationalökonomie

im Palais Niederösterreich in Wien statt.

Autor und Trendforscher John Naisbitt

sowie Börsenexperte Marc Faber kommen

als Keynotespeaker nach Wien.

In Vorträgen und Diskussionsrunden diskutieren

Vertreter der Österreichischen Schule

der Nationalökonomie sowie internationale

Wirtschaftswissenschafter und Experten – wie

Thorsten Polleit, Alfons Cortés, Folker Hellmeyer

und Bruno Bandulet – die Relevanz

der Österreichischen Schule zur Erklärung der

gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise

und die Maßnahmen zu ihrer nachhaltigen

Veränderung.

Vizekanzler Finanzminister Josef Pröll

und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner

übernehmen die Patronanz für den

Go Ahead! business summit ’09.

© EPA (2)

Palais Niederösterreich stattfindet,

stehen denn auch die „Lehren aus

der Krise“ im Mittelpunkt (siehe Infokasten).

„In Österreich hat keine

politische Partei einen Ansatz für

liberale Rezepte, die bei der Krisenbewältigung

sinnvoll wären“, sagt

Kimla, der Parteien ohnehin für

weitgehend überholt hält und lieber

auf direkte Demokratie setzen würde.

Die Krise sei, im Gegensatz zur

gängigen Bewertung, nicht durch

ein Zuwenig, sondern eher durch ein

Zuviel an Staat begünstigt worden.

Die „Warner“ vor der Krise

Wirtschaftsnobelpreisträger

Joseph Stiglitz verglich die Finanzkrise

mit einem Verbrechen, an dem

mehrere Personen und Institutionen

mitbeteiligt sind – darunter der

ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan

oder Ex-US-Präsident George

W. Bush, die US-Notenbank Fed

und die US-Börsenaufsicht SEC.

Und die Banken und Kreditinstitute.

Viele Liberale denken ähnlich.

Kimlas Fazit: In der Ökonomie

stehe ein Paradigmenwechsel bevor,

hin zu mehr Langfristigkeit

(und zu mehr Eigenkapital) – und

damit stelle sich die Frage, was

– und wie – der von der Ökonomie

analysierte Mensch eigentlich ist.

„Der homo oeconomicus ist

Schwachsinn“, meint Kimla. Trotzdem

operiert man in der Wirtschaft

mit dem Modell des Menschen, der

stets rational handelt und rational

zu motivieren ist. Das ist falsch, so

Kimla; der Mensch verhalte sich

anders. Gerade die österreichische

Schule der Ökonomie – Ludwig von

Mises und Friedrich August von

Hayek gehören zu den weltweit bekanntesten

liberalen Denkern des

vergangenen Jahrhunderts – unterscheide

sich von anderen Zugängen

insbesondere darin, dass sie ein

wesentlich realistischeres Menschenbild

zulässt.

Der Kongress soll aufzeigen,

so Kimla, „dass mehr als hundert

Jahre österreichische Wirtschaftsgeschichte

bereits vor vielen der

Wirtschaftsnobelpreisträger

Joseph Stiglitz verglich

die Finanzkrise mit

einem Verbrechen, an

dem mehrere Personen

und Institutionen mitbeteiligt

sind – darunter

der ehemalige Fed-Chef

Alan Greenspan (li.) oder

Ex-US-Präsident George

W. Bush (re.) mit seinem

Krieg gegen den Irak.

Probleme, mit denen wir heute konfrontiert

sind, gewarnt haben“.

Keynote des „Crash-Gurus“

Kimla setzt auf „Freiheit“, „Eigenverantwortung“

und „soziale Intelligenz“,

auf den Kodex des „Ehrbaren

Kaufmanns“, der am ehesten in

mittelständischen Betrieben – mit

ihren langfristigen, nachhaltigen

Entscheidungen – gelebt und praktiziert

werden könne. Weswegen

auch der Mittelstand gestärkt werden

müsse. Das sei auch einer der

Beweggründe für die Gründung seiner

Wirtschaftsplattform gewesen.

Keynotespeaker in Wien sind

Trendforscher John Naisbitt und

„Crash-Guru“ Marc Faber. Faber

sorgte kürzlich für Aufsehen, als er

in einem Interview mit der Nachrichtenagentur

Bloomberg meinte,

dass es „in den USA (durch deren

enorme Staatsausgaben, Anm.) zur

Hyperinflation kommen wird“. Für

spannende und kontroversielle Diskussionen

scheint gesorgt.

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