Jahresbericht 2010 - Zürich

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Jahresbericht 2010 - Zürich

Jahresbericht 2010 PZZ

J a h r e s b e r i c h t 2 0 1 0

«Organisationale Energie» – ein Beitrag von Prof. Dr. Heike Bruch, S. 7–10


2

Aufgaben

Unsere Aufgaben und Standorte

Pflegezentren der Stadt Zürich

Die Pflegezentren der Stadt Zürich (PZZ) gehören zum

Gesundheits- und Umweltdepartement GUD. Sie betreiben

zehn Pflegezentren mit drei Tageszentren und das Schulungszentrum

Gesundheit SGZ. Die Pflegezentren sind auf Menschen

ausgerichtet, die intensive Pflege und Betreuung benötigen.

Sie sind aber auch Zuhause für ihre rund 1 600

Bewohnerinnen und Bewohner.

Die Leistungspalette der PZZ ist vielfältig und reicht von

den Standard-Abteilungen für Pflege und Wohnen bis zum flexiblen

stundenweisen Aufenthalt. Externe Pflegewohngruppen

als kleinere, weitgehend autonome Gemeinschaften gehören

ebenso dazu wie Angebote, die auf besondere Bedürfnisse wie

beispielsweise Demenzerkrankungen, Palliativpflege, Übergangspflege

usw. ausgerichtet sind. Diese Bedürfnisse unserer

Kundschaft im stationären, aber auch im ambulanten Bereich

werden laufend überprüft und angepasst.

PZZ ist die grösste Institution dieser Art in der Schweiz und

beschäftigt rund 2 200 Voll- und Teilzeitangestellte. Für die stationäre

Pflege standen am 31. Dezember 2010 rund 1 600

Betten und etwa 65 Plätze für ergänzende Angebote zur Betreuung

und Pflege zuhause zur Verfügung.

Das Schulungszentrum Gesundheit SGZ führt Kurse,

Lehrgänge und Beratungen hauptsächlich für das Pflegepersonal

der PZZ durch. Zurzeit wird das gesamte Personal in validierender

personenzentrierter Pflege und Betreuung geschult.

Ausserdem werden Fallbesprechungen, Coachings

und Supervisionen für Einzelpersonen und Gruppen angeboten

sowie Themen der Teamentwicklung behandelt. Ein weiterer

Schwerpunkt bildet die Ausbildung der Ausbildenden, unter

anderem Kurse für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner.

Zudem bietet das Schulungszentrum Gesundheit verschiedensten

Institutionen des Gesundheitswesens in und um Zürich

Kurse, Lehrgänge und Dienstleistungen an.

Jahresbericht 2010 PZZ

Im Mai 2010 nahm die Gerontologische Beratungsstelle

als neues Angebot im ambulanten Bereich ihren Betrieb auf.

Sie wird von den PZZ und dem Stadtärztlichen Dienst geführt

und dient der Beratung und Unterstützung von Menschen mit

Gedächtnisstörungen und Demenz. Zudem informiert und berät

sie zuweisende Stellen in den folgenden drei Bereichen:

• Memory-Klinik Entlisberg: Hier werden die Ursachen von

Gedächtnisstörungen und Demenz fundiert abgeklärt. Betroffene

und ihre Angehörigen werden umfassend über eine

allfällige Diagnose informiert und beraten.

• Hausbesuche SiL ist ein aufsuchendes Angebot für Personen

mit Verdacht auf Demenz oder anderen Gedächtnisstörungen.

Die Abklärungen erfolgen zuhause. Hausbesuche

SiL begleitet und unterstützt Betroffene und ihre Angehörigen

nach Wunsch längerfristig.

• Organisation und Vermittlung ergänzender Angebote zur

Betreuung und Pflege zuhause für zuweisende Stellen informiert

über die ambulanten Angebote der PZZ.

Stadtärztlicher Dienst

Der Stadtärztliche Dienst Zürich SAD ist mit den ärztlichen Aufgaben

in den Pflegezentren einschliesslich der Memory-Klinik

Entlisberg betraut und ist eine eigenständige Dienstabteilung.

Beratungsstelle Wohnen im Alter

Die Beratungsstelle Wohnen im Alter informiert und berät ältere

Menschen und ihre Angehörigen bei Fragen rund um die einzelnen

Wohnformen, Pflegeeinrichtungen und ergänzenden

Angebote in der Stadt Zürich. Sie nimmt Anmeldungen für die

Pflegezentren entgegen.

Bachwiesen

Käferberg

SGZ

Standorte externe Pflegewohngruppen:

Käferberg

Felsenrain, Neunbrunnenstrasse 8, 8050 Zürich

Katzenbach I, Katzenbachstrasse 71, 8052 Zürich

Katzenbach II, Kirchenfeld 56, 8052 Zürich

Rütihof, Rütihofstrasse 48, 8049 Zürich

Wolfswinkel, Wolfswinkel 14, 8046 Zürich

Bachwiesen

Sunnige Hof, Else Züblin-Strasse 48, 8047 Zürich

Entlisberg

LieniHof, Heinrich Federer-Strasse 22, 8038 Zürich

Witikon

Steinacker-Witikon, Trichtenhausenstrasse 126, 8053 Zürich

Bombach, Limmattalstrasse 359, 8049 Zürich

Stand 31.12.10

Bombach

Mattenhof

Bachwiesen

Bombach

Gehrenholz

Entlisberg

Riesbach

SGZ

Käferberg

Entlisberg

Irchelpark

Gehrenholz

Seeblick

Riesbach

Mattenhof

Witikon

Irchelpark

Witikon

Standorte

Seeblick Stäfa

Jahresbericht 2010 PZZ

3


In diesem Jahresbericht

5 Gedanken

Stadträtin Claudia Nielsen, Vorsteherin des Gesundheits- und Umweltdepartements der Stadt Zürich

6 Energie einsetzen

Kurt Meier, Direktor der Pflegezentren der Stadt Zürich, zum Schwerpunktthema

7 Gastautorin

Warum sind einige Organisationen sehr dynamisch, innovativ und schnell, während andere eher träge oder statisch sind?

Die Antwort auf diese Frage hat mit der Organisationalen Energie zu tun. Ein Beitrag von Prof. Dr. Heike Bruch

11 Energie und Bau

Regula Pfenninger, Vizedirektorin und Leiterin Dienste der Pflegezentren, legt dar, in welchen Bereichen die Pflegezentren

ihren Energieverbrauch optimieren können.

14 Überblick

16 Aktuell

Mit welchen Themen haben sich die Pflegezentren im Jahr 2010 besonders auseinandergesetzt?

26 Zahlen, Fakten, Statistiken

Impressum

Stadt Zürich

Pflegezentren

Gesundheits- und Umweltdepartement

Direktion, Walchestrasse 31, Postfach 3251, 8021 Zürich

Telefon 044 412 11 11, Telefax 044 364 12 63

www.stadt-zuerich.ch/pflegezentren

Fotos: PZZ Fotoarchive, Susi Lindig

Gestaltung: István Fata, www.fata.ch

4 Jahresbericht 2010 PZZ

Stadträtin Claudia Nielsen, Vorsteherin des Gesundheits- und Umweltdepartements

Einmal Energie tanken, bitte!

Energie ist relativ: Mit 30 Jahren geht’s im Laufschritt über die Berge, und man fühlt sich voller Energie. Mit

60 Jahren ist’s der gemütliche Wanderschritt, und man ist stolz auf sich, dass man noch so viel Energie hat.

Mit 90 Jahren sind es vielleicht ein paar Schritte auf den Balkon oder vors Haus, die einem Energie geben.

Mit dem Alter nimmt die Kraft ab, man macht nur noch eine Sache aufs Mal und auch diese langsam. Es

gilt immer wieder neu zu entdecken, was uns Energie gibt. Im Alter bedeutet es vielleicht: Den Moment geniessen,

Lebenserinnerungen weitergeben oder eine Katze streicheln.

Energie auftanken: Ich persönlich tanke meine Batterien gerne bei einem feinen Essen und guten Diskussionen

in anregender Gesellschaft auf. Essen ist Lebensfreude und Energiespender zugleich. Ich freue

mich, wenn ich sehe, wie sich Mitarbeitende in den Pflegezentren engagieren, um das Essen für die Bewohnerinnen

und Bewohner tagtäglich zur Freude werden zu lassen. In einem der Pflegezentren durfte ich

einer fröhlichen Frau zu ihrem 100. Geburtstag gratulieren. Sie war so aufgeregt über das grosse Fest, das

ihr bereitet wurde, dass sie ihr Essen kaum anrührte.

Vergangenheit als Energiequelle: Viele ältere Menschen schöpfen ihre Energie aus der Vergangenheit.

Ihnen ist ein Ereignis aus der eigenen Jugend oft präsenter als ein Ausflug in der Vorwoche. Ich unterstütze,

dass die Pflegezentren der Stadt Zürich diese – ganz unterschiedlichen – Vergangenheiten ihrer Bewohnerinnen

und Bewohner respektieren und auf die verschiedenen Bedürfnisse eingehen. So werden zum

Beispiel vermehrt Pflegewohngruppen mit verschiedenen Ausrichtungen geschaffen oder die Abteilung mit

mediterranem Flair.

Energie verschenken: Energie lässt sich meiner Meinung nach auch verschenken. Denken Sie an die Angebote

der Pflegezentren, die es den Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen ermöglichen, sich

stunden- oder tageweise von der Pflege zu entlasten, durchzuatmen und neue Energien zu schöpfen.

Wichtig ist die Sicherheit: Wer sich sicher ist, dass seine pflegebedürftigen Nächsten in guten Händen sind,

kann loslassen und den eigenen Freiraum nutzen. Oder denken Sie an eine aufmerksame Pflegefachperson,

die im richtigen Moment jemandem die Hand hält.

Haben Sie auch Energie zu verschenken?

Gedanken

Jahresbericht 2010 PZZ

5


Energie einsetzen

Liebe Leserinnen, liebe Leser

6 Jahresbericht 2010 PZZ

Kurt Meier, Direktor Pflegezentren der Stadt Zürich

Ein Bild, das für mich reine Energie darstellt, ist der Start eines Skirennfahrers wie Didier Cuche. Nach

hartem Training und mentaler Vorbereitung steht er da oben und wartet auf sein Startsignal. Viel Kraft, Ausdauer

und Willen haben ihn dorthin gebracht. Und jetzt will er den Platz auf dem Podest. Die geballte Energie,

mit der er sich abstösst und in die Tiefe saust, lässt weniger geübte Skifahrer schaudern. Zielstrebig

und konzentriert fährt er auf sein Ziel zu, vielleicht muss er unterwegs in hohem Tempo Fehler wettmachen,

auf dem Weg zum ersehnten Erfolg.

Spitzensport bringt ausserordentliche Leistungen hervor, die wir bewundern und die uns staunen lassen.

Im Alltag stehen wir nicht dauernd unter Anspannung wie ein Hochleistungssportler im Wettkampf. Doch

Zielstrebigkeit, Ausdauer und Wille sind in unserem Leben genauso wichtige Elemente, um Ziele zu erreichen.

Gerade dann, wenn uns die Lust an einer Aufgabe abhanden kommt, weil Schwierigkeiten die Schaffenskraft

lähmen, gerade dann, wenn die Energie blockiert ist. Da hilft es, sich zu erinnern, was das Ziel ist,

warum es sich lohnt, Energie in eine Sache zu stecken. Dieses Innehalten, das dem ins Tal sausenden

Skirennfahrer nicht vergönnt ist, kann uns die Freude am Tun wieder bewusst machen, kann wichtige mentale

Energien wieder freisetzen.

Gerade im Berufsleben ist es wichtig, dass wir mit Freude und Sinn an die Arbeit gehen, unsere Ziele

kennen und vor allem daran glauben, sie erreichen zu können. Es hilft, wenn wir mit einer guten Mischung

aus Gegebenheiten und Vereinbarungen an die Erfüllung unserer Aufgaben gehen können, wenn wir Vertrauen

in unsere Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten haben, aber auch die nötige Autonomie besitzen.

Diese Elemente bilden unter anderem die Basis unserer Mitarbeitenden für die Erbringung guter Leistungen.

Ein Fundament, das Antrieb schafft, Energie freisetzt. Gegebenheiten können sich auch verändern,

und andere Situationen können eintreffen, die dann ein Neudenken erfordern. Das Zusammenspiel mit den

anderen kann schwierig werden, oder aber wir sind auf uns allein gestellt. Dann hilft es, wenn wir uns das

Ziel vor Augen halten. Und das ist bei uns in den Pflegezentren, unsere Aufgaben zum Wohle der uns anvertrauten

Menschen zu erfüllen.

In diesem Jahresbericht erfahren Sie, welche Herausforderungen und Neuerungen uns im Berichtsjahr am

stärksten beschäftigt haben. Ich danke Ihnen für Ihr Interesse und Ihr Zutun an unserer wichtigen Aufgabe.

Prof. Dr. Heike Bruch ist seit 2001

Professorin und Direktorin am Institut für

Führung und Personalmanagement der

Universität St. Gallen. Ausserdem ist sie

Academic Director des International Study

Program (ISP) an der Universität St. Gallen,

Mitglied des McKinsey Academic Sounding

Board und Mitglied des Vorstandes

der Deutschen Gesellschaft für Personalführung

(DGFP).

Heike Bruch arbeitete zwischen 1999 und

2001 an der London Business School als

Visiting Scholar und als Senior Research

Fellow. Vorher war sie wissenschaftliche

Mitarbeiterin an der Universität St. Gallen

(Habilitation 2001) sowie an der Universität

Hannover (Promotion 1996).

Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in

den Bereichen Organisationale Energie,

Leader ship und zielgerichtetes Handeln

von Managern.

Heike Bruch hat zahlreiche wissenschaftliche

Preise gewonnen, sechs Bücher geschrieben

und weitere sechs herausgegeben

sowie mehr als 110 Zeitschriften- und

Buchbeiträge veröffentlicht.

Warum sind einige Organisationen sehr

dynamisch, innovativ und schnell, während

andere eher träge oder statisch sind? Warum

gibt es Arbeits umfelder, in denen sich die

Gastautorin

O r g a n i s a t i o n a l e

E n e r g i e

Mitarbeitenden voll entfalten und mit all ihren

Potenzialen einbringen können, während andere

sie eher frustrieren, ihre Lust, sich zu enga -

gieren, abtöten und zur Erschöpfung beitragen?

Die Antwort auf diese Frage hat mit der

Organisationalen Energie zu tun.

Jahresbericht 2010 PZZ

7


Gastautorin

-------------------------

• Das Ausmass Produktiver

Organisationaler Energie hat einen

massgeblichen Einfluss auf den

Erfolg von Organisa tionen.

• Gezieltes Energiemanagement stellt

eine zentrale Führungs auf gabe dar.

• Zur Mobilisierung und Fokussierung

von Energie bieten sich zwei Strate-

gien an: Bewältigung einer externen

Bedrohung (Killing-the-Dragon-

Strategie) oder Erreichung einer

Vision (Winning-the-Princess-

Strategie)

-------------------------

Organisationale Energie wird als die Kraft betrachtet, mit der

Organisationen arbeiten und Dinge bewegen. Die Stärke der

Organisationalen Energie zeigt an, in welchem Ausmass Organisationen

oder Abteilungen ihr emotionales, kognitives und

verhaltensbezogenes Potenzial zur Verfolgung zentraler gemeinsamer

Ziele aktiviert haben. i

Wirkung und Messung der Organisationalen

Energie

Unsere umfangreiche Forschung am Institut für Führung

und Personalmanagement (I.FPM) der Universität St. Gallen

zeigt, wie entscheidend die Stärke und Qualität der Organisationalen

Energie dafür ist, ob Organisationen erfolgreich arbeiten

und eine gute Arbeitsumgebung für die Beschäftigten

schaffen oder ob sie eher träge oder veränderungsresistent

sind und für Mitarbeitende eher als belastend oder ermüdend

erlebt werden.

Das Ausmass aktivierter Organisationaler Energie hat

einen starken Einfluss auf den Erfolg von Organisationen:

Organisationen mit hoher produktiver Energie zeigen unter anderem

eine erhöhte Profitabilität, hohe Mitarbeiterzufriedenheit

und generell bessere Ergebnisse als Unternehmen, die das

Potenzial der Mitarbeiter nicht voll aktiviert haben. ii

Das Bauchgefühl messen

Organisationale Energie kann sowohl für gesamte Organisationen

als auch auf Ebene einzelner Abteilungen oder Teams

mit einem standardisierten Fragebogen erfasst werden. Dies

macht es möglich, das «Bauchgefühl», das viele Führungskräfte

hinsichtlich des Energiezustandes ihrer Organisation oder

ihres Teams besitzen, zu verdeutlichen und zu objektivieren.

Erst auf Basis dieser objektiven Daten können Führungskräfte

die Energie ihrer Mitarbeitenden gezielt beeinflussen. iii

Ausrichtung der Energie

Führungskräfte müssen hierbei allerdings darauf achten,

Energie nicht nur zu mobilisieren. Entscheidend ist ferner die

Ausrichtung der Energie auf die gemeinsamen Ziele. Dies wird

deutlich, wenn man mittels der Dimensionen Qualität und

Intensität die vier in Organisationen typischerweise vorherrschenden

Energiezustände voneinander abgrenzt, die bei der

Energiemessung auch erfasst werden.

Die Intensität Organisationaler Energie spiegelt das Ausmass

der Aktivierung der vorhandenen emotionalen, kognitiven

und verhaltensbezogenen Potenziale wider. Die Qualität

hingegen beschreibt, inwieweit diese Potenziale auf die gemeinsamen

Ziele oder die wichtigsten Vorhaben ausgerichtet

sind oder für andere Aktivitäten bzw. eventuell sogar destruktiv

eingesetzt werden.

Die Energiezustände von Organisationen

Abbildung 1: Energiematrix

Aus der Kombination beider Dimensionen und der jeweiligen

Ausprägung ergeben sich die vier Energiezustände produktive

Energie, angenehme Energie, resignative Trägheit und

korrosive Energie.

Die produktive Energie stellt den wünschenswertesten

Energiezustand innerhalb einer Organisation dar. Es herrschen

ein hohes Mass an Engagement und Einsatz für die gemeinsamen

Ziele sowie starke gemeinsame Emotionen wie Begeisterung,

Freude oder Leidenschaft bei der Arbeit vor. Die zentralen

Vorhaben werden mit grosser Kraft vorangetrieben. Es

verwundert somit nicht, dass Organisationen mit hoher produktiver

Energie deutlich erfolgreicher sind als andere, die

weniger produktive Energie haben, und zwar bezogen auf verschiedene

Leistungsindikatoren, wie z. B. Profitabilität, Inno -

vations- und Wachstumsraten, aber auch Kundenbegeisterung

und Loyalität der Mitarbeitenden.

Angenehme Energie zeigt sich im Unternehmen mit niedriger

positiver Energie. Charakteristisch sind eine hohe Zufriedenheit,

Identifikation mit dem Status quo und Gelassenheit.

Angenehme Energie gibt der Organisation Stabilität und ist eine

wichtige Basis für Ruhe und Kontinuität. Eine zu stark ausgeprägte

angenehme Energie führt jedoch zu einer reduzierten

Veränderungsfähigkeit und einer möglichen Stagnation von

Organisationen.

Die resignative Trägheit zeichnet sich durch ein geringes

Aktivitätsniveau sowie reduzierte Interaktions- und Kommunikationsintensität

in der Organisation aus. Wesentliche Symptome

der resignativen Trägheit sind Enttäuschung, Frustration

oder innerer Rückzug von grossen Teilen der Belegschaft. Ursachen

sind häufig Perspektivlosigkeit, wenn beispielsweise

Ziele unklar sind, Veränderungsprozesse lang anhalten oder

wenig erfolgreich sind.

Bei der korrosiven Energie sind die Potenziale stark aktiviert.

Allerdings wird die mobilisierte Energie nach innen gerichtet

und eher negativ bzw. sogar destruktiv genutzt – für mikropolitische

Aktivitäten, interne Kämpfe, Spekulationen

aufgewandt, die dem Unternehmen und dem Unternehmenserfolg

massiv schaden.

Der Energiezustand und die Heraus -

forderungen im Gesundheitswesen

Aufbauend auf diesen theoretisch und empirisch fundierten

Erkenntnissen gilt es, die Besonderheiten und daraus resultierende

Herausforderungen im Gesundheitswesen zu verdeutlichen.

Denn Organisationen im Bereich der Gesundheit,

speziell der Pflege, sind nicht von aktivem Energiemanagement

zu isolieren. Im Gegenteil: Auf individueller Ebene ist es das

Pflegepersonal, das sich oft mit ständigen Neuerungen konfrontiert

sieht.

Externe Ursachen der zunehmenden Komplexität in der

Langzeitpflege liegen neben der demografischen Entwicklung

im späteren Eintritt der betroffenen Personen in die Pflegeinstitution

und somit in grösseren physischen wie auch psychischen

Beeinträchtigungen. Verschiedene Faktoren tragen zu

einer stärkeren fachlichen Spezialisierung und kompetenzorientierten

Aufgabenverteilung bei. Interaktionen und kollektiv

vernetzte Handlungen und Denkansätze werden folglich zum

essenziellen Bestandteil für Organisationen im Bereich der

Pflege.

Energetischer Fingerabdruck

Auf Grundlage empirischer Langzeituntersuchungen lassen

sich bestimmten Branchen oder Organisationstypen typische

Energieprofile zuordnen, die sich in einem «energetischen

Fingerabdruck» der Organisation manifestieren. Bei detaillierter

Betrachtung von Organisationen des Gesundheitswesens

im Rahmen eines branchenübergreifenden Vergleichs der Belegung

der Energiefelder können zwei Auffälligkeiten konstatiert

werden. Beide haben mit der Erhöhung negativer Energie

zu tun. Zum einen liegt der typische Indexwert der Organisatio-

8 Jahresbericht 2010 PZZ

Jahresbericht 2010 PZZ 9

hoch

INTENSITÄT

niedrig

korrosive

Energie

resignative

Trägheit

produktive

Energie

angenehme

Energie

negativ QUALITÄT positiv


Gastautorin

nen im Gesundheitswesen für die korrosive Energie bei den

besten 10 Prozent der Organisationen über dem Durchschnittswert

des Gesamtmarkts. iv Zum anderen ist eine Erhöhung

auch bei der Belegung der resignativen Trägheit festzuhalten.

v

Resignative Trägheit ist insbesondere für den Sektor der

Pflege kennzeichnend, da Mitarbeitende unter besonderer

emotionaler, geistig-mentaler und körperlicher Belastung

stehen, stets verbunden mit der Gefahr einer Erschöpfung bis

hin zu individuellem oder gar kollektivem Burn-out. Umso mehr

kommt es auf gute Führung und gezielte Entwicklung einer

guten Kultur der Zusammenarbeit an, um einer möglichen

Erschöpfung oder dem Verlust von produktiver Energie entgegenzuwirken

und eine hohe Pflegequalität bzw. auch den

Erfolg zu gewährleisten. Zur Vermeidung einer resignativen

Trägheit ist es die Aufgabe der Führungskräfte, Zuversicht und

das Vertrauen in die individuelle Kompetenz zu stärken und

damit Energien freizusetzen, um im Kollektiv auch unvorhergesehene

Herausforderungen zu bewältigen.

Emotionsmanagement

Zentraler Ansatzpunkt zur erfolgreichen Vermeidung der

Korrosionsfalle ist das Emotionsmanagement zur gezielten

Überwindung von negativen Emotionen, z. B. durch Kommunikationsmöglichkeiten,

die eine Art Ventilfunktion haben,

durch spezielle Personen, die als sogenannte Toxic Handler

fungieren und der Organisation helfen, Spannungen, Ängste

oder Stress abzubauen oder durch gezielte Mediationsprozesse

zur Überwindung von Konflikten und zur Beeinflussung von

individuellen und kollektiven Gefühlen und Stimmungen. Eine

zentrale Aufgabe kommt auch hier wiederum Führungskräften

zu, die das Gemeinschaftsgefühl, Vertrauen und eine konstruktive

Fehlerkultur fördern.

Zwei Strategien

Um negative Energiezustände im Unternehmen zu minimieren

und das volle produktive Energiepotenzial zu aktivieren,

ist ein systematisches Energiemanagement von zentraler Bedeutung

und eine Schlüssel-Führungsaufgabe. Zur Aktivierung

Organisationaler Energie haben sich zwei Führungsstrategien

als besonders effizient erwiesen: einerseits die Mobilisierung

durch sich abzeichnende Bedrohungen (Killing-the-Dragon-

Strategie), andererseits durch eine begeisternde gemeinsame

Vision (Winning-the-Princess-Strategie). Bei der Killing-the-

Dragon-Strategie binden Führungskräfte ihre Mitarbeitenden

in die Bewältigung einer zentralen Bedrohung oder Herausfor-

10 Jahresbericht 2010 PZZ

derung ein, wie z. B. Markteinbrüche, Verlust von Schlüsselkunden

oder stärkere Konkurrenten. Bei der Winning-the-Princess-Strategie

wird den Mitarbeitenden eine Vision im Sinne

einer besonderen Zukunftschance vermittelt, wie z. B. neue

Servicequalität, technische oder medizinische Innovationen.

Die notwendige Mitwirkung der Mitarbeitenden zur Zielerreichung

zieht eine produktive Spannung nach sich.

Zentrale Führungsaufgabe

Um das aktivierte energetische Potenzial langfristig im

Unternehmen zu erhalten, müssen Führungskräfte ein Arbeitsumfeld

etablieren, das die Eigeninitiative ihrer Mitarbeitenden

fördert und dazu beiträgt, dass sich möglichst viele Personen

in einer Organisation eigeninitiativ einbringen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ein gezieltes

Energiemanagement eine zentrale Führungsaufgabe darstellt,

wenn es darum geht, die Potenziale einer Organisation bestmöglich

zu nutzen, um die gemeinsamen Ziele ideal zu erreichen

und die Arbeit für die Mitarbeitenden zu einem motivierenden

und erfüllenden Erlebnis zu machen. Dies gilt nicht nur in

Krisenzeiten, vielmehr ist eine gezielte Optimierung des Ausmasses

an produktiver organisationaler Energie in jedem wirtschaftlichen

beziehungsweise konjunkturellen Umfeld von

enormer Bedeutung für Organisationen.

--------------

i Bruch, H./Ghoshal, S. (2003): Unleashing organizational energy.

In: MIT Sloan Management Review, Vol. 45 Issue 1, S. 45–51

ii Bruch, H./Cole, M./ Vogel, B. (2007): Linking productive organiza-

tional energy to firm performance and individuals’ satisfaction.

In: Academy of Management Meeting.– Philadelphia, PA

iii Bruch, H./Vogel, B. (2009): Organisationale Energie – Wie Sie das

Potenzial Ihres Unternehmens ausschöpfen, Wiesbaden: Gabler

iv Korrosive Energie: Indexwert im Gesundheitswesen beträgt 31 im

Vergleich zum Index 28 des Gesamtmarktes.

v Resignative Energie: Indexwert im Gesundheitswesen beträgt 34

im Vergleich zum Index 31 des Gesamtmarktes.

Das Pflegezentrum Bombach wird bis ins Jahr 2012 umgebaut.

Energie richtig einsetzen

Energie und Bau

Ob energetische Optimierung bei einer Gesamtsanierung, ob richtiges Lüften oder der verbesserte Einsatz von technischen

Anlagen: Die Pflegezentren nehmen ihren Energieverbrauch auf verschiedensten Ebenen unter die Lupe.

Die Pflegezentren der Stadt Zürich (PZZ) sind Energie-Grossbezüger.

PZZ umfasst zehn Pflegezentren und ihre verschiedenen

Aussenstationen, die zentrale Verwaltung in einem städtischen

Amtshaus und das Schulungszentrum für Gesundheit

SGZ.

PZZ, das sind über 1 600 Betten, über 2 200 Mitarbeitende

und 100 Mieteinheiten wie Zimmer, Studios und Wohnungen.

Das gesamte Unternehmen verbraucht pro Jahr fast

20 000 MWh Energie für Wärme- und Warmwassererzeugung,

Licht, elektrische Geräte usw. Ein Viertel davon entfällt auf

Strom, der grosse Anteil auf Heizöl und Erdgas und ein kleiner

Anteil auf Energieholz. Der gesamte Energieverbrauch des

Unternehmens entspricht etwa der durchschnittlichen Jahresproduktion

des ewz-Kraftwerks Letten im Zentrum der Stadt

Zürich.

Politische Grundlage

Mit dem Legislaturschwerpunkt 2006 – 2010 «Nachhaltige

Stadt Zürich – auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft»

verstärkt die Stadt Zürich ihr Engagement für die Umwelt.

Jahresbericht 2010 PZZ

11


Energie und Bau

Im November 2008 haben die Stimmberechtigten der Stadt

Zürich als erste Stadt in der Schweiz mit hoher Zustimmung der

Verankerung der 2000-Watt-Gesellschaft in der Gemeindeordnung

zugestimmt. Was ist eine 2000-Watt-Gesellschaft?

Heute entspricht der durchschnittliche Energieverbrauch der

Schweiz pro Kopf und Jahr einer Dauerleistung von 6 000 Watt

pro Person. Eine 2000-Watt-Gesellschaft hat es geschafft, diesen

Verbrauch auf einen Drittel zu senken – ein hochgestecktes

Ziel.

Die Pflegezentren der Stadt Zürich leisten dazu ihren Beitrag.

Ihre Umweltpolitik legt die Eckwerte der strategischen

Stossrichtung in diesem Bereich fest:

--------------

Umweltpolitik

Wir erkennen, dass unsere unternehmerische

Zukunft und die Ertragssicherung langfristig von der

Erhaltung natürlicher Lebensgrundlagen abhängen.

Gleichzeitig sind wir uns jedoch bewusst, dass jede

menschliche und unternehmerische Tätigkeit

Umweltauswirkungen zur Folge hat. Wir beziehen

deshalb die Umweltverträglichkeit in unsere unternehmerischen

Entscheide ein und leisten damit

unseren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Wir

wirken darauf hin, dass alternative Energien in die

Energieressourcen der Pflegezentren Einzug halten.

Wir integrieren und pflegen ein Umweltmanagementsystem

in unserem Unternehmen.

(Auszug aus dem Kapitel Unternehmensführung)

--------------

Mit der Zertifizierung des Umweltmanagementsystems nach

der ISO-Norm 14001 Anfang 2010 haben die Pflegezentren

der Stadt Zürich eine wichtige Grundlage für die Entwicklung in

diesem Bereich gelegt. (Siehe dazu auch den Beitrag auf

Seite 22.)

Energieeinsparungen sind hauptsächlich auf drei Ebenen

möglich:

Gesamtinstandsetzungen und Neubauten

Hier werden wichtige Weichen gestellt, um den Energieverbrauch

und den CO 2 -Ausstoss erheblich zu senken. Bei der

Realisierung kommen die Anforderungen betreffend nachhaltiges

Bauen und Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft zum Tragen.

Diese wurden in der strategischen Bauplanung der Pflegezentren

(Masterplan Bauten PZZ) festgehalten. Im Fokus sind

12 Jahresbericht 2010 PZZ

Schautafeln wie diese zeigen in allen Pflegezentren

die Energieeffizienz des Gebäudes auf.

neben der Betriebsenergie der Aspekt «gesunde Bauten», die

Optimierung der Betriebseinrichtung in Bezug auf den Elektrizitätsbedarf

und die graue Energie. So wurde das Pflegezentrum

Mattenhof nach MINERGIE ® -Standard saniert, ebenso

wie das sich im Umbau befindliche Haupthaus des Pflegezentrums

Bombach (Wiedereröffnung im Jahr 2012). Bei zukünftigen

Sanierungen oder Neubauten wird der Standard

MINERGIE-ECO ® angestrebt.

Anlagen

Im Bereich Energiemanagement suchen die Pflegezentren

nach Verbesserungspotenzial und setzen dieses um. Dies

erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Energie-Betriebsoptimierern

der städtischen Immobilien-Bewirtschaftung (IMMO),

die Eigentümerin der Gebäude der Pflegezentren ist. Ziel ist es,

Einsparungspotenzial zu finden und die Wirkung der Umsetzung

zu überwachen. Das betrifft vor allem technische Installa-

tionen (z. B. Einstellung der Lüftung und Heizung) und die Gebäudeinfrastruktur.

Betriebliche Anforderungen wie Sicherheit

(z. B. Nachtbeleuchtung, Verbrühungsgefahr), Hygiene (z. B.

Legionellenprävention) und Komfort (z.B. Raumtemperatur,

Lüftung) müssen dabei berücksichtigt werden. Ein innovatives

Monitoring durch die «IMMO-Box» sichert die Verfügbarkeit

von diversen Verbrauchswerten, wie z. B. Energie- und

Wasserverbrauch. So kann der Verbrauch, der nicht den Erfahrungswerten

entspricht, analysiert werden. Neben der Optimierung

und Überwachung der Anlagen wird der regelmässigen

Wartung grosse Bedeutung beigemessen.

Nutzerinnen und Nutzer

Eine weitere wichtige Ebene betrifft das Verhalten der Nutzerinnen

und Nutzer, und hier sind hauptsächlich die Mitarbeitenden

angesprochen. Es geht darum, mittels Informationen, Tipps

und Schulungen aufzuzeigen, wo jede und jeder mit umweltgerechtem

Handeln Einfluss nehmen kann, so zum Beispiel beim

konsequenten Löschen des Lichts, beim Stosslüften, beim

Ausschalten von Geräten bei Nichtgebrauch usw. Hier werden

im Rahmen des Umweltmanagements übergeordnete Zielsetzungen

festgelegt sowie Massnahmen und betriebliche Aktionen

umgesetzt.

Nur mit Massnahmen auf verschiedenen Ebenen und in

enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Stellen kann die

Umweltleistung bezüglich Energieverbrauch nachhaltig verbessert

werden.

Regula Pfenninger, Vizedirektorin, Leiterin Dienste PZZ

--------------

Links zum Thema

Umweltpolitik und Umweltbericht PZZ: www.stadtzuerich.ch/pflegezentren,

unter Organisation /

Strategie & Kultur / Umwelt management

Stadt Zürich, Fachstelle Nachhaltiges Bauen:

www.stadt-zuerich.ch/nachhaltiges-bauen

MINERGIE ® : www.minergie.ch

--------------

Jahresbericht 2010 PZZ

13


Überblick

Das Jahr 2010

Die Geschäftsleitung der Pflegezentren der Stadt Zürich: Sitzend von links: Peter Schuler (Betriebsleiter Pflegezentrum Entlis-

berg), Kurt Meier (Direktor), Regula Pfenninger (Vizedirektorin, Leiterin Dienste), Reto Steimen (Betriebsleiter Pflegezentrum

Bachwiesen). Stehend von links: Joke Reudink (Betriebsleiterin Pflegezentrum Gehrenholz), Stefan Koller (Betriebsleiter Pflegezentren

Mattenhof und Irchelpark), Andreas Senn (Betriebsleiter Pflegezentrum Käferberg), Erwin Zehnder (Betriebsleiter Pflegezentren

Witikon und Riesbach), Geri Meier (Betriebsleiter Pflegezentrum Seeblick), René Zaugg (Vizedirektor, Leiter HR).

14 Jahresbericht 2010 PZZ

Organisationsentwicklung

Die Pflegezentren der Stadt Zürich

bekennen sich zu einer Organisations -

struktur mit dezentraler Führung (Pflegezentren

als Filialbetriebe). 2010 hat die

Direktion gemeinsam mit den Betriebsleitungen

einen Organisationsentwicklungsprozess

eingeleitet. Ein wichtiges

Kriterium war dabei, die Betriebsleitungen

stärker in den Entscheidungs -

prozess mit einzubeziehen. Neu bilden

Direktion und Betriebsleitungen die Geschäftsleitung

PZZ. Die Direktion entwickelt

die Unternehmensstrategien, und

die Geschäftsleitung ist bei der Entwicklung

und Beschlussfassung in die Entscheidung

mit einbezogen. Damit stellen

die Pflegezentren den Einbezug und das

Mittragen für ein zukunftsgerichtetes

Unternehmen sicher.

Eröffnung des sanierten

Pflegezentrums Mattenhof

Über zwei Jahre lang wurde das im Jahr

1975 gebaute Pflegezentrum Mattenhof

umfassend saniert. 2007 konnte Haus B,

das ehemalige Personalhaus, bezogen

werden. Dann wurde das neunstöckige

Haus A umfassend saniert und Anfang

2010 konnten Bewohnerschaft und Mitarbeitende

einziehen. Insgesamt stehen

im Pflegezentrum Mattenhof nun 249

Betten in Einer- und Zweierzimmern zur

Verfügung. Das Haus bietet zeitgemässen

Komfort sowie ein breites Angebot

mit unterschiedlichen Ausrichtungen.

Die Baukosten beliefen sich auf insgesamt

etwa 70 Mio. Franken. Anfang

2010 begannen die Bauarbeiten zum

Umbau des Pflegezentrums Bombach.

Diese werden zwei Jahre dauern.

Zwei neue externe Pflegewohngruppen

Im Herbst wurden zwei weitere externe

Pflegewohngruppen eröffnet. Diese bieten

der Bewohnerschaft individuelles

Wohnen, Pflege und Betreuung innerhalb

einer kleineren Einheit. Die Bewohner/-innen

beteiligen sich nach Wunsch

und Möglichkeit an den Verrichtungen

des Alltags. Jede Pflegewohngruppe ist

einem Pflegezentrum angegliedert, funktioniert

aber weitgehend autonom. Mit

der Eröffnung der zwei neuen Gruppen

«Katzenbach II» in Zürich Seebach und

«Sunnige Hof» in Zürich Albisrieden wurde

das Angebot in externen Pflegewohngruppen

auf 70 Plätze erweitert.

Abteilung für besonderen

Pflegebedarf

Das Pflegezentrum Gehrenholz führt neu

eine Abteilung für Bewohner/-innen mit

besonderem Pflegebedarf. Diese bietet

insgesamt zehn Pflegeplätze für beatmete

Bewohner/-innen, Bewohner/-innen

mit Tracheostoma und Bewohner/innen

mit spezieller Wundbehandlung

(z. B. Vakuumverbände). Das Angebot

schliesst eine Lücke in der städtischen

Versorgung für Menschen, für die – meist

im Anschluss an einen Aufenthalt im Spital

oder in der Rehabilitationsklinik – ein

Aufenthalt in einer Langzeitpflegeinstitution

erforderlich ist. Die ärztliche Betreuung

der beatmeten Bewohner/-innen

und der Bewohner/- innen mit Tracheo -

stoma erfolgt in enger Zusammenarbeit

mit dem Stadtspital Triemli.

Neue Beratungsstelle

für ambulante Angebote

Die Gerontologische Beratungsstelle informiert

und berät Menschen mit Fragen

zu Gedächtnisstörungen und Demenz

sowie zuweisende Stellen zu den ambulanten

Angeboten der Pflegezentren und

des Stadtärztlichen Dienstes. Diese

beinhalten die drei Bereiche Memory-

Klinik Entlisberg, Hausbesuche SiL und

Organisation und Vermittlung ergänzender

Angebote zur Betreuung und Pflege

zuhause.

ISO 14001 erreicht

Im Januar konnten die Pflegezentren das

Zertifikat der ISO-Norm 14001 für ihr

Umweltmanagementsystem entgegennehmen.

Das bedeutet, dass das

Unternehmen PZZ durch angemessene

Massnahmen systematisch Umweltbelastungen

vermindert oder vermeidet.

Neue Pflegefinanzierung

Die umfangreichen Vorarbeiten zur Umsetzung

der Vorgaben der neuen Pflegefinanzierung,

die per Januar 2011 in Kraft

tritt, wurden geplant und in Angriff genommen.

Pflege bei uns unter

der Lupe

Im vergangenen Jahr startete eine Kampagne,

welche die Pflegeberufe in den

Pflegezentren sichtbar machen soll. Mit

Broschüren, Postkarten, Plakaten, Inse-

raten und der Ergänzung des Internet-

Auftritts werden interessierte Berufsleute

direkt angesprochen. Gleichzeitig untersuchten

die Pflegezentren das Arbeitsumfeld

der Mitarbeitenden in der Pflege.

Eine Befragung zu den Belastungen in

der Pflege führte zu verschiedenen

Projekten, die Mitarbeitende und ihre

Vorgesetzten befähigen sollen, mit Belastungen

umzugehen. Gesundheitsmanagement

und Teamentwicklung sind

weitere Bereiche, an denen gearbeitet

wird. Zudem bieten die Pflegezentren

ihren Lernenden Fachfrau/-mann Gesundheit

ein attraktives Modell, das nach

Lehrabschluss die Möglichkeit eröffnet,

eine Ausbildung Höhere Fachschule

Pflege zu absolvieren. Mit diesen und anderen

Massnahmen in Aus-, Fort- und

Weiterbildung soll sichergestellt werden,

dass auch in Zukunft genügend qualifiziertes

und motiviertes Personal im Einsatz

ist.

Wechsel in den Betriebs -

leitungen

Im April übernahm Peter Schuler, bisheriger

Leiter des Pflegezentrums Bachwiesen,

die Leitung des Pflegezentrums

Entlisberg. Neuer Betriebsleiter im Pflegezentrum

Bachwiesen wurde Reto

Steimen.

Jahresbericht 2010 PZZ

15


Aktuell

Die Einführung von Fallpauschalen

in den Spitälern und ihre Auswirkun-

gen auf die Pflegezentren

Revision des Krankenversicherungsgesetzes

Am 21. Dezember 2007 hat das eidgenössische Parlament

eine Revision des Krankenversicherungsgesetzes (KVG)

beschlossen. Aufgrund der neuen Bestimmungen werden die

auf der Spitalliste geführten Spitäler ab 1. Januar 2012 für die

stationäre Untersuchung und Behandlung von Patientinnen

und Patienten mit leistungsbezogenen Fallpauschalen entschädigt.

Mit diesen Pauschalen müssen neben den Betriebskosten

neu auch die Investitionskosten abgegolten werden.

Was sind Fallpauschalen?

Nach altem System konnten die Spitäler jeden Eingriff und

Aufenthaltstag einzeln verrechnen. Neu werden sie von der

öffentlichen Hand und den Versicherern pro Fall mit einer Fall -

pauschale bezahlt. Grundlage für die Abgeltung nach Fallpauschalen

wird das Patientenklassifikations-System SwissDRG

(DRG = Diagnosis Related Groups / diagnosebezogene Fallgruppen)

sein. Um die unterschiedlichen Leistungen der Spitäler

miteinander vergleichen zu können, wird es möglich sein,

mit SwissDRG jeden Behandlungsfall eines Spitals einer von

rund 1 000 Fallgruppen zuordnen zu können. Dabei wird

sichergestellt, dass alle Behandlungen einer einzelnen Fallgruppe

in der Regel ähnlich viel kosten und sich in ihren klinischen

Problemstellungen gleichen.

Auswirkungen auf das Gesundheits-

und Umweltdepartement

Direkt betroffen von der neuen Finanzierung über DRG-Fallpauschalen

sind die beiden Stadtspitäler Waid und Triemli,

deren Finanzierung stark verändert wird. Die Auswirkungen davon

werden aber auch die Leistungserbringer in der Nachversorgung

spüren. Dies sind vor allem die Pflegezentren und die

Spitex.

Die neue Spitalfinanzierung wird zu einer weiteren Reduktion

der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer in den Spitälern

führen. Damit beginnt allerdings nicht ein neuer Trend, sondern

die bereits seit Jahren festgestellte Entwicklung zur kürzeren

Aufenthaltsdauer wird fortgesetzt. Für die Pflegezentren und

16 Jahresbericht 2010 PZZ

die Spitex bedeutet dies, dass sie noch rascher in der Lage sein

müssen, Patientinnen und Patienten für die weitere Pflege und

Betreuung zu übernehmen, wenn diese das Akutspital verlassen

können, jedoch weiterhin Pflege benötigen. Dies bedingt

eine verbesserte Planung des Übertrittsmanagements vom

Spital ins Pflegezentrum oder zur Spitex.

Verstärkte Zusammenarbeit

Für die Pflegezentren stellt sich insbesondere die Frage, wie

diese erhöhte Aufnahmebereitschaft in organisatorischer Hinsicht

sichergestellt werden soll. Bereits heute ist absehbar,

dass es nicht möglich sein wird, alle Wünsche der Patientinnen

und Patienten in Bezug auf ihr bevorzugtes Heim zu berücksichtigen.

Dies würde beträchtliche Vorhaltekapazitäten erfordern,

was im heutigen finanzpolitischen Umfeld jedoch nicht

finanzierbar ist. Die Zusammenarbeit mit den zuweisenden

Spitälern muss verstärkt werden, und insbesondere ist gemeinsam

festzulegen, mit wie viel Vorlaufzeit die Spitäler die

Pflegezentren über einen bevorstehenden Heimeintritt infor-

mieren können bzw. müssen. Hier sind die Pflegezentren mit

den bereits heute relativ kurzen Wartezeiten zwar gut gerüstet,

weitere Anstrengungen werden jedoch trotzdem notwendig

sein.

In einem anderen Bereich sind die Pflegezentren bereits

heute sehr gut aufgestellt. Die Finanzierung über DRG-Fall -

pauschalen wird noch verstärkt dazu führen, dass die Spitäler

Patientinnen und Patienten mit besonderem Pflegebedarf nicht

mehr bei sich behalten können, sondern der Langzeitpflege

übergeben. Bis vor Kurzem war es in der Stadt Zürich sehr

schwierig, für diese Patientinnen und Patienten geeignete Plätze

zu finden. Mit der Eröffnung der neuen Abteilung für besonderen

Pflegebedarf im Pflegezentrum Gehrenholz wird diese

Lücke vor allem für beatmete und tracheotomierte Patientinnen

und Patienten geschlossen.

Steigender Bedarf an Übergangspflege

Die verkürzte Aufenthaltsdauer in den Spitälern wird tendenziell

zu einem Zuwachs an Patientinnen und Patienten für die Über-

gangspflege in den Pflegezentren führen. Wie viele Personen

dies sein werden, kann heute nur sehr grob geschätzt werden.

Die Pflegezentren sind jedoch vor allem mit der Möglichkeit,

Pflegewohngruppen einzurichten, relativ rasch in der Lage, ihr

Angebot auszubauen.

Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Pflegezentren

mit ihrem grossen Anteil an Bewohnerinnen und Bewohnern,

die nur für einige Wochen nach einem Spitalaufenthalt gepflegt

werden und danach das Pflegezentrum wieder verlassen, die

Auswirkungen der neuen Spitalfinanzierung deutlich spüren

werden. Die Pflegezentren haben diese Herausforderungen

jedoch erkannt und bereiten sich im Rahmen verschiedener

Projekte gezielt auf diese Veränderungen vor.

Michael Allgäuer, Departementssekretär, Gesundheits- und Umweltdepartement

Jahresbericht 2010 PZZ

17


Aktuell

Neue Dienstleistung:

Gerontologische Beratungsstelle

Im Mai 2010 nahm die Gerontologische Beratungsstelle

der Pflegezentren und des Stadtärztlichen Diensts ihren

Betrieb auf. Sie ermöglicht interessierten Personen und

zuweisenden Stellen, sich rasch und unkompliziert zu informieren

und eine kompetente Beratung einzuholen.

Die Pflegezentren der Stadt Zürich bieten seit Jahren verschiedene

ambulante, teilstationäre und temporäre Angebote an.

So feiert die Memory-Klinik Entlisberg im Jahr 2011 ihr 20jähriges

Bestehen. Das Pilotprojekt Hausbesuche SiL wurde

im Oktober 2008 gestartet. Zudem wurden in den letzten Jahren

verschiedene ergänzende Angebote zur Betreuung und

Pflege zuhause geschaffen.

Damit tragen die Pflegezentren dazu bei, die gesundheitspolitische

Strategie des Gesundheits- und Umweltdepartements

der Stadt Zürich (GUD) «ambulant vor stationär» zu verwirklichen.

Das GUD will für betagte Menschen, die möglichst

lange zuhause leben möchten, ein gut ausgebautes Angebot

an Leistungen in Betreuung, Pflege und Hauswirtschaft bereitstellen.

Einfacher Zugang zu Information und Beratung

Damit die Bevölkerung der Stadt Zürich, aber auch die zuweisenden Stellen wie Hausärztinnen und Hausärzte, Spitex und

Sozialdienste möglichst rasch und unkompliziert Beratung und Informationen zu den Angeboten der Pflegezentren erhalten, wurde

die Gerontologische Beratungsstelle geschaffen. Sie berät und unterstützt Anrufende in den unten aufgeführten Bereichen.

Für zuweisende Stellen organisiert sie die ergänzenden Angebote der Pflegezentren zur Betreuung und Pflege zuhause.

18 Jahresbericht 2010 PZZ

Gerontologische Beratungsstelle

Tel. 043 495 18 18

Memory-Klinik Entlisberg Hausbesuche SiL

Sozialmedizinische

individuelle

Lösungen

Organisation

ergänzender Angebote

zur Betreuung und Pflege

zuhause

für zuweisende Stellen

Die Memory-Klinik Entlisberg wird vom Stadtärztlichen

Dienst und den Pflegezentren der Stadt Zürich geführt.

Hier werden auf ärztliches Ersuchen hin Veränderungen der

Gedächtnisleistungen besprochen und vertieft untersucht.

Anschliessend wird die Diagnose gestellt und – falls nötig – ein

Therapie-Schema ausgearbeitet. Die Klientin oder der Klient

und die Angehörigen werden in einem Beratungsgespräch

über Untersuchungsergebnisse, Diagnose und Empfehlungen

informiert. Schliesslich erhält die/der zuweisende Ärztin/Arzt

den ausführlichen Bericht und bespricht mit der betroffenen

Person das weitere Vorgehen.

Hausbesuche SiL (Sozialmedizinische individuelle Lösungen)

ist ein weiteres, eng mit der Memory-Klinik Entlisberg

verknüpftes Angebot der Gerontologischen Beratungsstelle.

Die Mitarbeitenden von SiL – ausgewiesene Fachleute im Bereich

Pflege und Betreuung von demenzerkrankten Menschen

– besuchen Klientinnen und Klienten und ihre Angehörigen

zuhause. Sie klären gemeinsam mit ihnen die aktuelle

Situation ab und führen je nach Bedarf verschiedene Tests

durch. Die Ergebnisse ihrer Abklärungen besprechen sie mit

den betroffenen Personen und ihrem Umfeld am runden Tisch.

Sie zeigen Möglichkeiten zur Alltagsbewältigung auf. Sie stehen

in Kontakt mit der Hausärztin oder dem Hausarzt und der

Spitex und weisen bei Bedarf auch auf Anlaufstellen für soziale,

finanzielle und amtliche Fragen hin.

Organisation ergänzender Angebote zur Betreuung

und Pflege zuhause für zuweisende

Stellen: Für Menschen, die zuhause gepflegt werden, und

ihre Angehörigen, bieten die Pflegezentren der Stadt Zürich

flexible, individuell gestaltbare Angebote an, die Betroffene darin

unterstützen, möglichst lange zuhause zu bleiben. Hilfreich

können hier stundenweise Aufenthalte in einem Tageszentrum

oder einer externen Pflegewohngruppe sein, ein Ferienaufenthalt

oder etwa regelmässige mehrtägige Aufenthalte in einem

der Pflegezentren. Zuweisende Stellen wie Hausärzte und

Hausärztinnen, Spitexmitarbeitende, Sozialdienstmitarbeitende

usw. können sich bei den Fachpersonen der Gerontologischen

Beratungsstelle über diese Angebote detailliert informieren.

Die Mitarbeitenden der Beratungsstelle erläutern die

verschiedenen kombinierbaren Angebote und beraten bezüglich

deren Eignung für die betroffene Person. Betroffene Personen

und Angehörige nehmen direkt mit der Beratungsstelle

Wohnen im Alter Kontakt auf.

Informationskampagne

Um die Bevölkerung der Stadt Zürich und die zuweisenden

Stellen auf die neue Dienstleistung «Gerontologische Beratungsstelle»

aufmerksam zu machen, wurde eine Informationskampagne

gestartet. Neben Faltprospekten und Informationsblättern,

die zuweisenden Stellen zugestellt wurden, wiesen

Plakate in den Zürcher Trams während zweier Wochen auf die

Beratungsstelle hin. Im Anschluss daran fand die «Züspa» statt,

die grosse Zürcher Herbstmesse, an der die Pflegezentren mit

einem Stand vertreten waren. Im Zentrum des Auftritts stand

die Gerontologische Beratungsstelle. In zahlreichen Gesprächen

und mittels Abgabe von Informationsmaterial konnten die

Besucherinnen und Besucher über das neue Angebot der Pflegezentren

informiert werden. Zahlreiche Gespräche und Fragen

zeigten, dass die Themen «Demenz» und «Pflegebedürftigkeit

im Alter» gerade für die ältere Bevölkerung grosse

Brisanz hat. Inserate und Berichte in verschiedenen Printmedien

sowie ein Aushang von Strassenplakaten in der Stadt

Zürich rundeten die Kampagne ab.

Nicole Bittel, Fachstelle PR PZZ

Jahresbericht 2010 PZZ

19


Aktuell

Innovative Bildungsangebote am Schulungszentrum Gesundheit

Das Schulungszentrum Gesundheit SGZ bietet eine breite Palette an Fort- und Weiterbildungen an,

führt Supervisionen, Coachings und Fallbesprechungen mit Einzelpersonen und Gruppen durch

und berät Institutionen in Organisations-, Führungs- und Teamentwicklungsfragen.

Die Pflegezentren der Stadt Zürich haben sich 2008 entschlossen,

alle Mitarbeitenden der Pflege im Themenbereich

Validation weiterzubilden. So wurden auch im Jahr 2010 viele

Mitarbeitende geschult. Das bedeutet, dass diese ihr Grundlagenwissen

über Demenzerkrankungen von Bewohnerinnen

und Bewohnern erweitern und vertiefen, ihre persönlichen Haltungen

reflektieren und Anregungen sowie Unterstützung bei

der Umsetzung neuer Ideen in der Pflege und Betreuung in der

Praxis erhalten. Dadurch verbessert sich einerseits die Lebensqualität

der betreuten Menschen und anderseits die Lebensund

Arbeitsqualität der Mitarbeitenden.

Schulung und Erfahrungstagungen

In allen Betrieben der Pflegezentren wird zurzeit die Pflege neu

organisiert. Grundlage dazu bildet das ABC-Pflegeorganisationsmodell

(Skill- und Grademix), das für eine zukunftsgerichtete

kompetenzorientierte Pflege und Betreuung steht. Vor der

praktischen Einführung auf den Abteilungen werden alle Mitarbeitenden

in Kursen gut und intensiv auf die neuen Aufgaben

vorbereitet. Nach der Schulung führt das SGZ Erfahrungs -

tagungen durch, an denen aufgetauchte Fragen beantwortet,

erlebte Situationen diskutiert und gemeinsam Strategien entwickelt

werden. So wird eine optimale Pflege und Betreuung

der den Pflegezentren anvertrauten Menschen gesichert.

Neben diesen beiden grossen Bereichen erledigt das SGZ verschiedene

weitere Aufgaben für die Pflegezentren.

Signalwirkung

Die Pflegezentren der Stadt Zürich erzielen dadurch auch eine

Signalwirkung: Die eingeführten Innovationen finden in anderen

Institutionen des Gesundheitswesens Eingang, und so

kann das SGZ seine Dienstleistungen auch ausserhalb der

Pflegezentren anbieten und die wertvollen Erfahrungen in die

weiteren Bildungsaktivitäten einfliessen lassen.

Im Auftrag des Gesundheits- und Umweltdepartements der

Stadt Zürich haben wir 2010 die Schulung freiwilliger Mitarbeiter

und Mitarbeiterinnen neu konzipiert und führen diese Module

nun für alle Betriebe des Departements durch. Wir arbeiten

auch mit dem Alfred-Adler-Institut zusammen, das Weiterbildungen

im Bereich Alter anbietet und diese in unseren Räumen

durchführt.

Bei all unserer Arbeit und unseren Anstrengungen stehen

immer die betreuten Menschen und die betreuenden Mitarbeitenden

im Zentrum.

Rainer Bürgi-Näf, Rektor SGZ

20 Jahresbericht 2010 PZZ Jahresbericht 2010 PZZ 21

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Das ABC-Pflegeorganisationsmodell

der Pflegezentren der Stadt Zürich

Alle Mitarbeitenden der Pflege arbeiten nach diesem

Modell (Skill- und Grademix), sind also in einem Aufgaben

bereich tätig, der ihren Fähigkeiten und Kompetenzen

entspricht.

Mitarbeitende des A-Levels

- gestalten, bestimmen und koordinieren die Pflege auf

Abteilungsebene

- beurteilen komplexe Pflegesituationen und bieten

adäquate Pflege an

- übernehmen die fachliche Führung

- führen Gespräche (z. B. Angehörigengespräche)

- beraten und instruieren

Mitarbeitende des B-Levels

- führen die geplante Pflege und Betreuung aus

- übernehmen selbstständig logistische und medizinaltechnische

Aufgaben

- gestalten selbstständig den Alltag mit den Bewohnerinnen

und Bewohnern und planen Unternehmungen und

Aktivitäten gemäss deren Ressourcen

Mitarbeitende des C-Levels

- übernehmen einzelne Aufgaben in der Pflege und

Betreuung

- gestalten die Wohnatmosphäre

- sind verantwortlich für die hauswirtschaftlichen

Aufgaben

Weitere Informationen zum ABC-Modell der

Pflegezentren erteilt Heike Geschwindner,

Fachstelle Forschung und Entwicklung,

heike.geschwindner@zuerich.ch, Tel. 044 412 44 20.

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Aktuell

22 Jahresbericht 2010 PZZ

Umweltschutz:

Das Verhalten gibt den Ausschlag

«Nachhaltige Stadt Zürich – auf dem Weg zur 2000-Watt-

Gesellschaft»: Mit diesem Legislaturschwerpunkt 2006 –

2010 verstärkt die Stadt Zürich ihr Engagement für die

Umwelt. Mit der Einführung des Umweltmanage ment -

systems und der erfolgreichen ISO-14001-Zertifizierung

im Januar 2010 leisten die städtischen Pflegezentren

ihren Beitrag dazu.

Im Januar 2010 erhielten die Pflegezentren die offizielle Bestätigung,

dass sie systematisch und gezielt Massnahmen zum

Umweltschutz ergreifen und umsetzen. Sie konnten das Zertifikat

der ISO-Norm 14001 für ihr Umweltmanagementsystem

entgegennehmen. Aufbauend auf das bereits bestehende

Qualitätsmanagementsystem ISO 9001 wurden die umweltrelevanten

Aspekte und Instrumente analysiert und umgesetzt.

Bedenken der Mitarbeitenden wie «Wir starten bei Null» konnten

relativ schnell beseitigt werden. Insbesondere bei der Materialbewirtschaftung/Entsorgung,

bei Unterhalt und Sicherheit

war bereits eine gute Basis vorhanden. So musste zum Beispiel

das Abfall- und Entsorgungskonzept lediglich unter dem Fokus

Umweltschutz und Umweltrechtseinhaltung genau geprüft

und geringfügig angepasst werden.

Verhalten zählt

Nebst technischen Anpassungen und Neuerungen ist eine

Komponente ausschlaggebend für die Umsetzung des Umweltmanagements:

die Haltung und damit das Verhalten der

Menschen im Unternehmen. Deshalb legen wir grossen Wert

auf die verhaltensorientierte Anwendung des Umweltmanagements.

Jedes städtische Pflegezentrum verfügt über eine/-n

eigenständige/-n Umweltbeauftragte/-n und einen Umweltausschuss,

der auf der Ebene des Gesamtunternehmens vernetzt

ist. Diese Struktur sichert, dass sich der Umweltgedanke

in sämtlichen Betrieben durchsetzt und aktiv gelebt wird.

Matterhorn-Besteigung

Unsere jährlich definierten Umweltziele können von allen Mitarbeitenden

auf unterschiedlichste Art umgesetzt werden. So hat

das Pflegezentrum Bachwiesen das Ziel «Reduktion des

Stromverbrauchs» zu einem Wettbewerb umgestaltet. «Besteigen

wir das Matterhorn und nehmen die Treppe statt den

Lift» animiert die Mitarbeitenden, möglichst Treppen zu steigen,

um Strom zu sparen. Ziel ist, so oft das Treppenhaus zu benützen,

bis die Distanz von 2 860 Metern von Zermatt zum Matterhorn

erreicht ist. Dadurch wird pro Person jährlich 60 kWh

Strom eingespart. Mit dieser Energie erzeugt eine Stromsparlampe

während 4 000 Stunden Licht.

Auch gingen einige Vorschläge zum verbesserten Recycling

ein: Auf Anregung der Mitarbeitenden sind auf allen Pflegeabteilungen

Entsorgungsstellen eingerichtet worden. Sie erübrigen

den langen Weg zu den Recyclingzonen. Erste Erfolge

können wir auch in Bezug auf den Papierverbrauch verbuchen.

Verbesserungspotenzial ausschöpfen

Übergreifend suchen die Pflegezentren zusammen mit den

Energie-Betriebsoptimierern der städtischen Immobilien-Bewirtschaftung

nach Verbesserungspotenzial auf der technischen

Ebene (z. B. Einstellung der Heizung und Lüftung) und

setzen dieses gemeinsam um. Beispiele gibt es viele, und vieles

ist noch anzupacken. Mit der Zertifizierung haben die Pflegezentren

der Stadt Zürich einen ersten grossen Schritt getan.

Doris Gimmel, Umweltverantwortliche PZZ

Jahresbericht 2010 PZZ

23


Aktuell

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24 Jahresbericht 2010 PZZ

«Ein weiteres Ziel bestand

darin, das Potenzial an

Vitalität, Fähigkeiten und

kreativen Kräften in unserer

Organisation auszuschöpfen.»

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Auf dem Weg zu einer neuen Organisation

Die Organisationsentwicklung, welche wir in diesem Jahr in Angriff genommen haben (siehe

Kurzbericht auf Seite 14), bedeutet einen wichtigen Schritt für die Zukunft der Pflegezentren.

Die Hintergründe dazu sollen hier vertieft werden.

In den letzten Jahren haben die Pflegezentren ihre Organisation

gestrafft. Verschiedene zeitgemässe, auf die verschiedenen

Aufgaben zugeschnittenen Instrumente und Dienstleistungen

wurden geschaffen. Für die einzelnen Pflegezentren als eigentliche

Betriebe ergab sich daraus einerseits eine gewisse Entlastung

und Unterstützung. Auf der anderen Seite bedeutete

dies für die Betriebsführung ein engerer Spielraum.

Im Weiteren ist die Langzeitpflege ein exponierter dynamischer

Teil des Gesundheitswesens. Das führt dazu, dass sich

die fachliche und zeitliche Belastung der Führungskräfte laufend

erhöht.

Vor diesem Hintergrund entschloss sich die Direktion der

Pflegezentren, das aktuelle Führungsmodell zu überprüfen, die

heutige Unternehmenskultur und die Führungskultur (Direktion

– Betriebsleitung) zu hinterfragen und daraus Folgerungen

für die strategischen Grundsätze und Haltungen sowie die Führungsschulung

zu ziehen. Eine fundierte und gleichzeitig neutrale

Begleitung und Moderation trug dazu bei, dass dieser

Prozess zielgerichtet und methodisch strukturiert verlief und

dass auch «weiche» Themen der Unternehmens- und Führungskultur

konstruktiv angegangen wurden.

Was ist Organisationsentwicklung, und wie

haben wir diesen Prozess gestaltet?

Grundsätzlich ist Organisationsentwicklung ein Veränderungsprozess

einer Organisation und der darin tätigen Menschen. Im

Organisationsentwicklungsprozess der Pflegezentren betraf

dies besonders die obersten Führungspersonen. Dabei ging es

darum, anhand klarer Werte und Ziele die Veränderung zu gestalten

und einzuleiten.

Zentral ist hier: Die Veränderung wurde von allen aktiv und

bewusst getragen. Das heisst, alle Betriebsleitungen und die

Direktion waren in allen Phasen des Prozesses mit einbezogen,

sowohl beim Klären der Ist-Situation, beim Erarbeiten der Lösung

und schliesslich bei der Umsetzung. Diese verschiedenen

Phasen berücksichtigten stets die konkreten Bedürfnisse der

Organisation und der heutigen Geschäftsleitungsmitglieder

(Direktion und Betriebsleitungen).

Fundament für die Zukunft

Wichtig war, dass auch Rahmenbedingungen und hierarchische

Strukturen, Verantwortlichkeiten, Kooperations- und

Kommunikationsverhalten sowie das Führungsverhalten mit

einbezogen wurden. Ein weiteres Ziel bestand darin, das Potenzial

an Vitalität, Fähigkeiten und kreativen Kräften in unserer

Organisation auszuschöpfen.

Während des gesamten Organisationsentwicklungsprozesses

war der Weg genau so wichtig wie das Ziel. Das zeigt

sich darin, dass der ganze Prozess laufend angepasst wurde,

was schliesslich zu einer erfolgreichen Veränderung führte. Die

neue Organisationsstruktur wird auch in Zukunft ein tragfähiges

Fundament bilden.

Kurt Meier, Direktor PZZ

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«Die Langzeitpflege ist ein

exponierter dynamischer Teil

des Gesundheitswesens. Das

führt dazu, dass sich die fachliche

und zeitliche Belastung

der Führungskräfte laufend

erhöht.»

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Jahresbericht 2010 PZZ

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Fakten | Zahlen | Statistiken

26 Jahresbericht 2010 PZZ

Kurzkommentar zum Jahresergebnis 2010 (Vorjahreszahlen)

Bei einem Gesamtaufwand von Fr. 186.2 Mio. (Fr. 183.7 Mio.) und einem Gesamtertrag von Fr. 186.3 Mio.

(Fr. 176.0 Mio.) weisen die zehn Pflegezentren ohne Berücksichtigung der Abschreibungen ein positives

Ergebnis von Fr. 0.1 Mio. (Fr. –7.7 Mio.) aus.

Insgesamt wurden 579 561 Pflegetage verrechnet. Dies sind 0.2% weniger als im Vorjahr (580 658).

Die Erhöhung im Personalaufwand von Fr. 2.7 Mio. oder 1.8% auf Fr. 154.8 Mio. (Fr. 152.1 Mio.) gegen über

dem Vorjahr ist mit den durch den Gemeinde- und Stadtrat bewilligten Lohnmassnahmen im Rahmen des

Städtischen Lohnsystems zu begründen.

Der Sachaufwand verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um Fr. 0.2 Mio. oder 0.7% auf Fr. 31.4 Mio.

(Fr. 31.6 Mio.).

Die Erträge erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um Fr. 10.3 Mio., d.h. um 5.8%. Drei Faktoren haben

hauptsächlich zu diesem Anstieg beigetragen: Taxerhöhung, erhöhte Pflegebedürftigkeit der Bewohner/

-innen und höhere Zimmerzuschläge durch Komfortsteigerung.

Die Taxerhöhung um Fr. 6.– pro Pflegetag trug Fr. 3.4 Mio. zur Ertragssteigerung bei. Weiter konnten infolge

erhöhter Pflegebedürftigkeit unserer Bewohner/-innen die Beiträge der Krankenkassen von Fr. 97.13

pro Pflegetag (2009) auf Fr. 103.91 pro Pflegetag gesteigert werden, was Fr. 3.8 Mio. mehr einbrachte.

Schliesslich konnte mit der Verbesserung der Wohnqualität (Eröffnung saniertes Haus A Pflegezentrum

Mattenhof) eine Steigerung bei den Zimmerzuschlägen von Fr. 2.5 Mio. erzielt werden.

Die Einnahmen aus der Hilflosenentschädigung stiegen um 5.0% auf Fr. 14.48 pro Pflegetag (Fr. 13.79 pro

Pflegetag).

Ausblick 2011

Per 1. Januar 2011 tritt die neue Pflegefinanzierung in Kraft. Der Ertrag wird dabei massiv höher ausfallen.

Im Bereich Pflege werden die Erträge zum einen durch die Eigenbeteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner

erhöht, zum anderen wird das restliche Defizit in der Pflege von der öffentlichen Hand abgedeckt.

Silvio Notz, Leiter Controlling / Projekte Finanzen PZZ

Jahresbericht 2010 PZZ

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28

Betriebsrechnung Pflegezentren 2010 (exkl. gerontologische Beratungsstelle und Nebenbetriebe)

Aufwand

3 Total Personalaufwand 152’142 262.02 154’831 267.15 261.36 250.87 263.12 274.70 272.92 265.01 278.78

30 Ärzteschaft 3’300 5.68 3’275 5.65 4.91 5.78 4.39 6.18 5.35 4.05 6.76

31 Pflegepersonal 88’495 152.40 90’314 155.83 149.67 146.78 155.32 166.59 156.97 151.74 158.33

32 Medizinische Fachbereiche 6’715 11.56 7’041 12.15 11.97 10.10 10.79 13.32 12.73 5.63 14.73

33 Verwaltungspersonal 7’356 12.67 7’543 13.01 12.13 10.05 11.15 14.26 15.23 15.40 14.26

34 Haus- und Küchenpersonal 18’961 32.65 19’131 33.01 34.69 32.37 34.22 28.64 32.63 40.87 36.00

35 Technischer Dienst 3’164 5.45 3’226 5.57 5.90 6.22 6.39 3.94 5.91 4.23 5.65

37 Sozialleistungen 21’105 36.35 21’427 36.97 38.28 35.12 35.70 36.88 38.84 36.28 37.47

39 Übriger Personalaufwand 3’046 5.25 2’874 4.96 3.80 4.46 5.16 4.88 5.27 6.81 5.58

4 Total Sachaufwand 31’577 54.38 31’349 54.09 54.78 50.38 53.74 55.64 55.36 47.55 56.34

40 Medizinischer Aufwand 4’674 8.05 4’703 8.11 7.86 6.90 8.91 8.78 8.68 5.99 8.18

41 Lebensmittelaufwand 5’650 9.73 5’801 10.01 10.21 9.65 9.59 10.53 9.84 11.52 9.99

42 Haushaltaufwand 4’056 6.99 4’436 7.65 8.09 8.14 6.83 8.03 7.54 3.47 7.71

43 Reparaturen und Unterhalt < Fr. 100’000 3’189 5.49 2’885 4.98 4.86 4.05 6.50 5.57 3.31 3.55 6.52

44 Anschaffungen < Fr. 10’000 2) 1’137 1.96 885 1.53 1.57 1.68 1.91 1.35 1.19 1.43 1.64

45 Energie und Wasser 2’655 4.57 2’495 4.31 4.37 4.00 3.26 3.87 5.87 3.21 4.29

47 Verwaltungs- und Informatikaufwand 8’621 14.85 8’533 14.72 15.17 14.32 14.68 14.77 14.92 15.79 14.56

48 Übriger patientenbezogener Aufwand 665 1.15 677 1.17 0.89 0.87 1.15 1.27 1.06 1.53 1.66

49 Übriger nicht patientenbezogener Aufwand 929 1.60 933 1.61 1.76 0.78 0.91 1.47 2.95 1.06 1.79

Total Betriebsaufwand 183’719 316.40 186’180 321.24 316.14 301.25 316.87 330.34 328.28 312.56 335.12

+ Abschreibungen und Zinsen 21’819 37.58 21’305 36.76 46.79 54.66 39.94 31.42 28.38 23.66 23.96

Total Betriebskosten 205’538 353.98 207’485 358.00 362.93 355.91 356.81 361.75 356.66 336.22 359.09

Ertrag

6 Total Ertrag 176’003 303.11 186’254 321.37 318.46 324.38 310.29 304.40 345.63 294.16 323.52

60 Patiententaxen Anteil Bewohner/-innen 95’941 165.23 99’298 171.33 171.48 171.33 170.47 171.91 171.82 171.53 170.64

60 Patiententaxen Anteil Krankenkasse 56’401 97.13 60’224 103.91 107.70 100.29 98.79 98.03 111.37 98.62 108.75

60 Zimmerzuschläge 14’772 25.44 17’295 29.84 22.97 40.10 26.97 18.13 42.17 11.28 25.80

60 Hilflosenentschädigung 8’009 13.79 8’391 14.48 15.85 12.09 12.21 13.94 18.20 13.71 14.78

65 Übrige Patientenerträge 911 1.57 989 1.71 1.17 1.06 1.59 2.27 2.11 0.42 2.03

65 Debitorenverluste -585 -1.01 -385 -0.66 -0.80 -0.77 -0.26 -0.72 -0.57 -1.54 -0.63

68 Übrige Betriebserträge 554 0.95 442 0.76 0.08 0.29 0.53 0.84 0.54 0.14 2.14

Erfolg vom Betriebsaufwand -7’716 -13.29 74 0.13 2.31 23.13 -6.57 -25.93 17.35 -18.40 -11.60

Erfolg der Betriebskosten -29’535 -50.87 -21’231 -36.63 -44.47 -31.53 -46.51 -57.35 -11.03 -42.06 -35.57

1) Pflegetage Tageszentren zu 80% gewichtet

2) inkl. sämtliche EDV-Anschaffungen

Jahresbericht 2010 PZZ

Pflegezentren gesamt Übersicht nach Pflegezentren in Franken pro Pflegetag

Total

in Fr.1’000

2009 2010

Pflegetag 1)

in Fr.

Total

in Fr.1’000

Pflegetag 1)

in Fr.

Bachwiesen

Entlisberg

Gehrenholz

Käferberg

Mattenhof

Irchelpark

Seeblick

Witikon

Riesbach

2000

2010

Fr. Mio.

Kosten pro Pflegetag in Fr.

Komfortentwicklung Zimmerkategorien

In den letzten zehn Jahren wurde der Komfort mit Betten in Einer- und Zweierzimmern

markant gesteigert. Gleichzeitig wurde die Anzahl Betten in Zimmern, die über eine Nasszelle

verfügen, verfünffacht.

60

50

40

30

20

10

0

4er-/3er-Zimmer 2er-Zimmer 1er-Zimmer Betten in Zimmern

mit Nasszelle

Entwicklung Ertragssituation

Mit zunehmendem Komfort gewinnt der Anteil der Erträge aus den Zimmerzuschlägen

immer mehr an Bedeutung.

200

150

100

50

40%

16%

35%

43%

24%

1999 2003 2007 2010

41%

Medizinischer Aufwand

Der teuerungsbereinigte medizinische Aufwand ist seit 3 Jahren konstant.

8

7

6

5

4

3

2

1

0

11%

55%

Hilflosenentschädigung

Zimmerzuschläge

Krankenkasse

Tagesgrundtaxe

1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Jahresbericht 2010 PZZ

29


Pflegezentren in Zahlen

Bewohner/-innen

(exkl. Tageszentren und gerontologische Beratungsstelle)

Verrechnete Pflegetage 1.1.–31.12. 576’062 575’310 58’695 119’954 65’490 109’964 107’680 15’249 98’278

Anzahl Bewohner/-innen am 1.1. 1’594 1’589 161 337 183 306 288 43 271

Eintritte 1.1.–31.12. 1’191 1’212 110 254 150 286 213 16 183

Austritte 1.1.–31.12. 1’199 1’205 114 260 153 284 197 16 181

Anzahl Bewohner/-innen am 31.12. 1’586 1’596 157 331 180 308 304 43 273

Struktur der Bewohner/-innen am 31.12.

- Frauen 1’183 1’187 119 242 135 231 223 31 206

- Männer 403 409 38 89 45 77 81 12 67

- mit Hilflosenentschädigung 737 753 80 140 78 132 177 16 130

- Aufenthalt in Wohnung vor Aufnahme 281 278 33 68 32 58 45 10 32

- Aufenthalt in Spital vor Aufnahme 812 832 78 160 111 160 178 8 137

- Aufenthalt in Heim vor Aufnahme 229 188 25 23 17 42 37 4 40

Wartefrist bis Aufnahme (in Tagen) 14 15 15 15 15 15 15 15 15

Aufenthaltsdauer inkl. Ferien- und Temporärpatienten 1) 965 997 1’414 916 993 934 985 886 961

Durchschnittsalter 82 83 84 81 84 84 83 83 84

1) Anwesende per 31.12.

Personalstatistik exkl. Ärzteschaft

(inkl. Tageszentren, gerontologische Beratungsstelle

und Nebenbetriebe, exkl. Service-Center und SGZ)

Anzahl Mitarbeitende per 31.12. 1) (ohne Lernende) 1’831 1’859 184 374 211 343 342 57 348

- Vollzeit 934 927 96 206 90 183 163 14 175

- Teilzeit 897 932 88 168 121 160 179 43 173

- Ausländer/-innen 663 636 66 152 65 109 121 13 110

Anzahl besetzte Stellen (Jahresdurchschnitt) 1’529.26 1’537.18 153.72 316.35 168.72 292.52 289.25 41.17 275.45

- Pflegepersonal 1’022.12 1’030.08 99.94 210.99 117.32 204.62 192.57 28.03 176.61

- Medizinische Fachbereiche 78.26 79.50 8.05 13.47 8.00 16.21 15.74 1.00 17.03

- Verwaltung 71.80 70.98 6.45 11.21 7.04 14.72 16.05 1.81 13.70

- Oekonomie/Hausdienst 290.71 291.09 32.56 63.65 27.95 49.57 52.42 9.50 55.44

- Technischer Dienst 38.06 36.58 3.87 8.24 4.30 5.00 7.17 0.83 7.17

- Nebenbetriebe 28.31 28.95 2.85 8.79 4.11 2.40 5.30 0.00 5.50

Fluktuation Festangestellte in % (exkl. Pensionierungen, Invalidität, Todesfall) 10.80 10.07 12.75 8.53 6.62 10.94 8.35 5.50 14.04

1) inkl. befristete Anstellungsverträge

Pflegezentren gesamt Übersicht nach Pflegezentren

2009 2010

Bachwiesen

Entlisberg

Gehrenholz

Käferberg

30 Jahresbericht 2010 PZZ Jahresbericht 2010 PZZ 31

Mattenhof

Irchelpark

Seeblick

Witikon

Riesbach

Anteil Austritte

Anzahl Lernende

40

35

30

25

20

15

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

250

200

150

100

50

0

Austritte nachhause oder in andere Institutionen

Der hohe Anteil an Austritten nachhause oder in andere Institutionen konnte 2010

weiter erhöht werden.

20%

2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Alter Bewohner/-innen

Seit 2000 hat sich der Anteil Bewohner/-innen in der Alterskategorie

bis 69 Jahre fast verdoppelt.

2000 2003 2006 2009 2010

Anzahl Lernende

Die Anzahl der Lernenden hat sich seit 2003 fast verdreifacht.

84

26%

146

28%

26%

188

35%

204

36%

228

2003 2005 2007 2009 2010

38% 38%

41%

> 89 Jahre

bis 89 Jahre

bis 79 Jahre

bis 69 Jahre

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