Jahresbericht 2008 - im Tobias-Haus Zürich

tobias.haus.ch

Jahresbericht 2008 - im Tobias-Haus Zürich

Jahresbericht 2008


Impressum

Herausgabe: Stiftung Tobias-Haus

Redaktion: A. Sutter-Krebs

Bilder: Gianna Fontana

Fotos: Tobias-Haus

Sponsoring

Gesamtgestalltung: cosmic Werbeagentur AG BSW

Druck: gdz AG

Rhythmus

Puls des Geschehens

Taktgeber der Zeit

Ende der Eintönigkeit

ewige Wiederkehr

Alles verteilt

in jedem Punkte vorhanden

Lebensgefühl des Seins.

Norbert Bauer

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Editorial

In letzter Zeit ist mir oft ein Satz in den Sinn gekommen. Ein

Satz aus einem Kinderbuch, an das sich einige vielleicht

noch erinnern: Winnie the Pooh, oder auf Deutsch: Pu der

Bär, von Alan Alexander Milne. In diesem Buch sagt ein kleines

Tier, ich erinnere mich nicht mehr, wer es war: „Es ist

sehr schwer, mutig zu sein, wenn man zu den kleinen Tieren

gehört.“

Leider muss ich vorweg eine Anmerkung machen. Leider,

sage ich, weil dies ohne die Geschichte des 20. Jahrhunderts

nicht nötig wäre. Das Tobias-Haus ist eine Institution

für Menschen mit geistiger Behinderung. Ich bin selber

zusammen mit einer geistig behinderten Schwester aufgewachsen

und jeder Vergleich von behinderten Menschen

mit Tieren liegt mir fern. Der Beginn des Nationalsozialismus

liegt nun schon mehr als 70 Jahre zurück, aber ganz sicher

kann man seither nie mehr sein.

Aber jetzt zurück zu diesem Satz „vom Mut der kleinen

Tiere“. Natürlich ist auch darin ein Vergleich, aber auf poetische

Art, und dieser Satz sagt etwas, was nicht nur für

Kinder gilt, sondern für Menschen überhaupt, besonders in

Zeiten der Krise und des Umbruchs. Die ganze Welt redet

von Krise; das Tobias-Haus ist in keiner Krise, aber mit der

Planung eines zusätzlichen Wohnhauses betritt die Institution

Neuland. Einerseits kostet das viel Geld; andererseits

kommen neue Menschen und neue Anforderungen.

Es brauchte (und braucht) Mut in einer kleinen Stiftung, wie

es das Tobias-Haus ist, daran zu glauben, dass das Haus

Zürichbergstrasse 93 möglich ist, Mut und Kraft, zu verhandeln,

Geld zu sammeln, zu rechnen, zu überzeugen, immer

wieder, auch mit Rückschlägen umzugehen. Für diesen Mut

möchte ich zwei Namen nennen, an dieser Stelle auch für

alle andern: Robert Boesch, Projektleiter für das neue Wohnhaus,

und Cornelius Wirth, Gesamtleiter im Tobias-Haus.

Sie haben, zusammen mit vielen andern, immer wieder neu

Mut geschöpft, Mut gegeben - und weitergearbeitet.

Es braucht Mut, jeden Tag, auch bei den Mitarbeitenden.

Sie kommen jeden Tag und versuchen, zusammen mit den

ihnen anvertrauten Menschen aus kleinen Stücken etwas

Ganzes zu machen, versuchen, die Fähigkeiten zu finden,

um ein kleines Werk zu beginnen und immer wieder neu an-

zufangen. Sie brauchen die Kraft, um aus jedem Tag etwas

zu machen, das sich lohnt, mit Anfang, Mitte und Ende:

Rhythmus ist das Themas dieses Jahresberichts.

Es braucht Mut, mit Behinderung(en) zu leben. Im Kleinen

wissen wir das wohl alle, können uns manches vorstellen.

Wenn die Behinderung grösser ist und manchmal wie ein

Berg vor dem Leben steht, versagt unsere Vorstellung. Wie

sie auch versagt vor dem, was Eltern für ihre behinderten

Kinder tun, neben all der Arbeit, die sie sonst – wie wir alle –

auch leisten. Wir wissen nicht, wie es ist, wenn jeder kleine

Schritt eine Herausforderung und eine (beinah) unüberwindliche

Leistung ist.

Hier, wie auch bei den Mitarbeitenden kann ich keine Namen

nennen. Es sind zu viele – und ich weiss zu wenig. Wir

haben beschlossen, dass jedes Mitglied des Stiftungsrats

einmal im Jahr irgendwo in der Institution einen halben Tag

mit dabei ist. Aber um einander wirklich zu kennen, braucht

es noch mehr. Und gerade darum möchte ich, wie jedes

Jahr, im Namen der Stiftung allen danken: den Menschen

im Tobias-Haus, Mitarbeitenden und Betreuten, Eltern, Angehörigen

und den Mitgliedern des Stiftungsrats.Wie man

sieht, rechne ich uns alle zu den kleinen Tieren, vom Stiftungsrat

bis zu den Bewohnerinnen und Bewohnern. Vor

allem auch mich selber. (Dabei kommt es mir wieder in den

Sinn: Es war ein Ferkel, das den Satz da oben sagte.)

Und schliesslich will ich nicht vergessen zu erwähnen, dass

es auch ein paar „grosse Tiere“ gab, in Regierung und Verwaltung,

die unser Projekt und unsere Stiftung aktiv gefördert

haben und fördern. Ich hoffe, auch sie nehmen mir den

Vergleich mit „grossen Tieren“ nicht übel – der stammt ja

aus der Umgangssprache! Ich schliesse sie in unsern Dank

ein und zähle auf weitere Unterstützung!

Paul Wolf (Präsident Stiftungsrat)

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Man muß nicht die Schnelligkeit steigern

oder die Langsamkeit pflegen, sondern

den Rhythmus finden.

Ernst Reinhardt (*1932). »Gedankensprünge«

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Bericht des Gesamtleiters

Liebe Leserinnen und Leser,

liebe Freunde des Tobias-Hauses

Letztes Jahr habe ich mir öfters die Frage gestellt: Gibt es

eigentlich schnelle und langsame Zeit? Alle Welt spricht

von unserer „schnelllebigen“ Zeit und so gesehen war

letztes Jahr ein sehr schnelles Jahr.

Was ist eigentlich passiert im vergangenen Jahr?

Durch die Anforderungen, die uns durch den NFA gestellt

wurden, kamen wir etwas aus dem Tritt. In vielen Bereichen

der Geschäftsführung und Administration mussten

wir uns neu orientieren. Der ganze Betrieb musste umgestellt

werden auf die neuen Richtlinien zur Rechnungslegung

des Kantons ZH und auf die interkantonale Vereinbarung

für soziale Einrichtungen IVSE.

Zusätzlich musste verstanden werden, welche Anforderungen

andere Kantone diesbezüglich stellten. Da wir in

unseren Wohngruppen nicht nur Bewohner aus dem Kanton

ZH haben, haben wir nun sechs zusätzlich Kantone als

Vertragspartner, was nun insgesamt sieben fast gleichen,

aber doch nicht ganz gleichen Systemen entspricht. Gerade

die kleinen Unterschiede erschweren es, die Übersicht

zu behalten und die Bedürfnisse aller Kantone zu erfüllen.

Qualitativ gesehen, haben wir aber sehr gute Erfahrungen

gemacht mit allen Kantonen, denn sie haben uns immer

wieder freundlich bei der Bewältigung ihrer Anforderungen

unterstützt. Ja oft waren wir auch in der Lage sie bei

der Klärung von Fragen zu unterstützen. Man kann also

sagen, dass der NFA und die IVSE ihren Zweck erfüllt hat

für die Menschen mit einer Behinderung in diesem Land,

aus meiner Sicht zumindest für die Menschen mit einer

geistigen Behinderung. Und man muss auch sagen, dass

die finanziellen Leistungen für diese Menschen nach wie

vor ein Spitzenniveau halten. Quantitativ muss aber auch

gesagt werden, dass der Verwaltungsaufwand um all dies

zu gewährleisten und unsere Kernaufgabe zu erfüllen,

nämlich unseren behinderten Mitmenschen eine Gemeinschaft

zu bieten, in der sie sich zuhause fühlen dürfen,

erheblich zugenommen hat. Wir sind aber gerne dazu

bereit, diesen Aufwand zu betreiben, solange dieses Ziel

erreichbar ist. Dennoch hoffe ich, dass dieser Aufwand

wieder ein etwas ausgeglicheneres Mass gegenüber unserer

Kernaufgabe erreicht.

Was ist noch passiert im vergangenen Jahr?

Jetzt muss ich genau das Gegenteil behaupten: Das Jahr

2008 war ein sehr langsames Jahr. Es scheint, dass Zeit

eine Empfindungssache ist.

Warum?

Weil wir sehnsüchtig auf einen Beschluss des Gemeinderates

der Stadt Zürich warteten. Seit dem 9.4.2008 war

das Geschäft „Kauf der Liegenschaft Zürichbergstrasse 93“

auf der Traktandenliste des Gemeinderates. Es wurde an

eine Spezialkommission überwiesen, die sich damit weiter

befasste. Ich war der Kommission sehr dankbar, dass sie

mir, nachdem wir viele Fragen zu dem Projekt auf schriftlichem

Wege versucht haben zu beantworten, schlussendlich

noch die Gelegenheit gab unsere Motive für das

Projekt Zürichbergstrasse 93 persönlich darzustellen. Am

12.11.2008 fand dann die Gemeinderatsitzung statt, an

der der Beschluss gefällt wurde. Voller Erwartung und

Hoffnung fanden wir uns auf der Zuschauertribüne ein.

Dann kam die Abstimmung und wir freuten uns sehr. Der

Gemeinderat hat das Geschäft einstimmig ohne Stimmenthaltungen

genehmigt.

All die Hoffnungen und Erwartungen die mit diesem Projekt

verbunden sind können nun in Erfüllung gehen. Dafür

danke ich dem Gemeinderat und Herrn Stadtrat Vollenwyder

auf das allerherzlichste.

Ein besonderer Dank geht auch an Robert Boesch (Stiftungsrat

und Leiter der Projektgruppe) und an Paul Wolf

(Präsident des Stiftungsrates und Mitglied der Projektgruppe)

für ihr unermüdliches Engagement für das Projekt

Zürichbergstrasse 93.

So gesehen war das Jahr 2008 also ein langsames Jahr,

das uns viel Geduld abforderte, weil die Zeit träge dahinzufliessen

schien. Es gilt also, das Sprichwort: Gut Ding

braucht Weile.

Nun aber herrscht Aufbruchstimmung im Tobias-Haus.

Die Bauvorbereitungen laufen auf Hochtouren und der

Baubeginn soll im April 2009 sein und die Zeit scheint

wieder schneller zu werden.

Ich danke allen Freunden des Tobias-Haus für die Unterstützung

bei dieser Aufgabe mit vielen kleinen, aber auch

grossen Spenden und hoffe, dass wir weiter auf diesem

Weg begleitet werden.

Wir werden dann, wenn alle die Menschen, die in dem

neuen Haus zusammenfinden, Betreute und BetreuerInnen,

gemeinsam mit den schon bestehenden Häusern

einen neuen Rhythmus finden.

Was ist noch passiert im vergangenen Jahr?

Schönes bis sehr Schönes, aber auch weniger Schönes.

Lustiges und Fröhliches, aber auch Trauriges. Darüber

lesen Sie in diesem Jahresbericht in den Beiträgen der

MitarbeiterInnen.

Wir hoffen, dass es uns wieder gelingt Ihnen einen lebendigen

Eindruck über das Leben im Tobias-Haus zu

geben.

C. Wirth (Gesamtleiter)

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Der Rhythmus ist für mich der Grund

aller Dinge. Mit dem Rhythmus beginnt

das Leben, mit dem Herzschlag.

Herbert von Karajan

Rhythmus ist Klang – Klang ist Rhythmus

Es gibt Erinnerungen an Erlebnisse meiner Kindheit, die

eng mit Klängen und Rhythmen verbunden sind. Nicht

nur die arbeitsbedingten Abläufe einer Bauernfamilie und

der Wechsel der Jahreszeiten haben sich mir eingeprägt,

sondern Klänge und Rhythmen der arbeitenden Handwerker

im Dorf. Der singende Ton beim Holzsägen, dieses

rhythmische Hin und Her, bei dem man sofort hörte, wenn

er wegen eines Astes im Holz zum Stocken kam. Oder

die weithin klingenden Töne aus der Schmiede drunten im

Dorf, dieses rhythmische Schwingen des Hammers beim

Scharfklopfen der Sense: einige gleichmässige Schläge

auf die Schneide, dazwischen einige kurze, regelmässige

Schläge auf den Amboss. Stundenlang konnte ich zusehen

und vor allem zuhören, indem ich von einer Werkstatt

zur andern wanderte.

Der Schlag aufs Tamburin

Seit Jahren habe ich die schöne Aufgabe mit einigen

Frauen und Männern im Tobias-Haus zu musizieren. Es

sind zwei Gruppen. In der einen herrscht das Melodiöse,

Liedhafte vor. Wir spielen auf Klangstäben einfache

Lieder und Kanons, die den Jahreszeiten entsprechen.

In der anderen Gruppe dominiert das Rhythmische. Das

Instrumentarium besteht aus Tamburin, Rasseln, Trian-

geln, Schlaghölzern und Broomwhackers. Letzteres sind

Plastikröhren, welche auf die Töne C, E, G gestimmt sind.

Damit lässt sich sehr gut das rhythmische mit dem melodiösen

verbinden. Wenn nun beim Liederspielen Melodie

und Harmonie vorherrschen, sind es beim Rhythmusspielen

eben Rhythmus und Takt. Der Takt gibt dem Ganzen

einen Duktus, er soll möglichst genau geschlagen werden.

Wir haben eine Frau in der Gruppe, die das bestens

beherrscht. Der Rhythmus hingegen ist etwas Zyklisches,

keine stereotype Wiederholung. Und in diesem Zusammenhang

wurde mir klar, was ich als Knabe von den

Handwerkern im Dorf gelernt habe: Rhythmus ist Klang,

Klang ist Rhythmus, sie bedingen sich gegenseitig. Das

Spannende ist, dass im Rhythmus Melos und Harmonie

bereits keimhaft eingeschlossen sind – so beschreibt es

Friedrich Oberkogler.

Jede Melodie birgt in sich Rhythmus und ist getragen von

einem Takt (wenigstens was die abendländische Musik

betrifft). Jeder Schlag auf das Tamburin, auf ein hölzernes

oder metallenes Medium schliesst Melodiöses mit ein. Es

ist interessant, dass ein Mann oft während des Klopfens

und Rasselns zu singen beginnt, irgendeine freie Improvisation.

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Das Leiterlispiel

Die Klangstab-Gruppe aber beginnt mit rhythmischen

Übungen. Zuerst das „Leiterlispiel“: die Tonleiter hinauf

und hinunter, einfach oder rhythmisiert. Nun dasselbe im

Kanon, später in einem bestimmten Takt, am beliebtesten

ist der Anapäst, zwei Kürzen, eine Länge. Jetzt ist

die Grundlage für das Melodiespielen gelegt. Besonders

spannend ist das Kanon-Spielen. Damit können die verschiedensten

Fähigkeiten geübt werden: Konzentration

auf die eigene Melodie, ganz bei sich sein und doch die

Aufmerksamkeit auf das Ganze richten, Takt und Rhythmus

einhalten. Es durchdringen sich in einer für die betreuten

Spielerinnen und Spieler zwar unbewussten, doch

tief wirksamen Weise die zwei Welten von Rhythmus und

Melodie. Darüber hinaus lernt man sich beim Musizieren

einschwingen in Raum und Zeit – das Vergängliche der

Musik soll nachklingen können im eigenen Innern. Es stellt

sich also für mich die Aufgabe, möglichst jedem Menschen

mit Behinderung ein musikalisches Tun und Erleben

zu ermöglichen.

Die Freiheit

Meine Ansprüche muss ich möglichst auf die Fähigkeiten

der Gruppe einstellen, was hin und wieder Verzicht

auf eigene Vorlieben bedeutet. Bei den Klangstab-Spielerinnen

ist der Anspruch auf Harmonie angebracht, ja als

Herausforderung sogar wichtig. Hier gibt es ein Richtig

oder Falsch. In der Perkussionsgruppe ist jegliches Mitmachen

immer richtig. Hier geht es um Animieren und

manchmal auch um Motivieren (es findet halt am Montagmorgen

statt). Es kann jedoch vorkommen, dass sich

jemand nicht aufs Musizieren einlassen will oder kann.

Diese Freiheit muss gewahrt werden. Der Musikunterricht

ist ein Angebot, das angenommen oder abgelehnt werden

kann. Die meisten unserer Betreuten nehmen es seit

Jahren gerne an.

Lucillo Meleri

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Auch für Freude gibt es einen Rhythmus.

Die Erziehung zur Musik ist von höchster

Wichtigkeit, weil Rhythmus und Harmonie

machtvoll in das Innerste der Seele dringen.

Friedrich Schiller

Im Rhythmus der Jahresfeste

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Fasnacht

Dieses Jahr tauchten wir ein in die abenteuerliche Welt der

„Ritter, Hofdamen und Burgfräulein“.

Eifrig wurden Ideen für Verkleidung und Dekoration gesammelt.

Dann wurden leere Kartonkisten, Milchtetrapackungen,

Büchsen, goldene Bänder und edle Stoffe angeschleppt.

Jetzt gab es viel zu tun!

Das Werkatelier verpuppte sich plötzlich in ein Theateranprobestudio.

Bald schon hingen viele, bunte Kostüme an

der Kleidergarderobe. Alle mit Namen versehen. Das Papieratelier

verwandelte sich allmählich in eine kleine Requisitenwerkstatt.

Auf dem Tisch lag ein riesiger Wirrwarr von

verschiedensten Materialien und Werkzeugen. Liebevoll und

fantasiereich wurden in den beiden Ateliers Accessoires für

die Maskierten und Dekorationen für den Saal hergestellt.

Helme und Rüstungen für die edlen Ritter und Burgwächter.

Schmuck, Hüte und Kronen für die schönsten Hofdamen

und Königinnen. Burgwappen, Schilder und Fahnen für die

festliche Saaldekoration. Und nicht fehlen durfte natürlich

der majestätische Königsthron und die Ahnengalerie mit ihren

beeindruckenden Porträts (Gemälden).

Nun kann das Fest beginnen!

Vernehmt, Ihr Leut’

Was ihr heut’

Zu hoeren bekommt:

Die naerrischen Burgfraulein und Ritter sind los!

Jedwedes Volk ist von Herzen eingeladen

Sich zu verlustieren!

Frau Baronin von Katzenstein, Herr Barbarossa, Ritter von

Mettmenstetten, Gräfin aus Trotzburg und viele andere vornehme

Herrschaften nahmen an unserem alljährlichen Fest

teil.Unser Hofnarr Trubeldubel spielte auf der alten Drehorgel

und sang für uns unvergessliche Minnelieder.

Wahrlich, das war ein gelungenes Fest!

Anja Kuhn


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Im Anfang war der Rhythmus

Hans von Bülow

Der Rhythmus der Woche.

Interview mit:

Sonja Schmid & Franziska Meier

Als Betreuerin wollte ich wissen, was zwei Betreute über die Gestaltung ihrer Woche erzählen. Wie sieht

ihre Woche aus? Was erleben sie für einen Rhythmus? Wie ist ihre Reflexion über Freizeit und Arbeitszeit?

Ich versuchte so authentisch, wie das in der Hochsprache möglich ist, ihre Aussagen wiederzugeben.

Franziska Meier lebt in Zollikerberg in einer Wohngruppe

des Züriwerks. Sie kommt an fünf Tagen ins

Tobias-Haus zur Arbeit.

Manchmal ist sie gut (die Woche). Am Montag ist sie gut,

weil ich bei den Amateuren Theater mache (Theater Hora).

Am Dienstag fängt es an, da muss ich nach der Arbeit oft

abliegen und mich erholen. Mein Tag ist lang. Zmorge ess

ich um sieben Uhr. Nach der Arbeit gehe ich in die Läden

herumschauen, was es gibt. Coop ist gefährlich, weil es

da feini Schoggolädeli hat, die ich mag. Donnerstag ist

streng, da habe ich Therapie und Freizeittreff. Ich mag es

aber auch so, ich mach es schon lange so. Samstag ist

freier Tag. Da häng ich rum auf dem Diwan. Sogar darf

ich das Morgenessen manchmal auf dem Zimmer haben.

Aber das Zimmer aufräumen oder mit Ballons spielen tu ich

oder Lädele mag ich auch. Am Sonntag läuft viel. Ausflüge

und so. Manchmal alleine und manchmal mit der Gruppe.

Zum Beispiel zum Flughafen gehe ich mit der Gruppe. Die

Woche geht immer so schnell vorbei. Da will ich dies und

jenes machen und schon ist die Zeit wieder vorbei.

Sonja Schmid wohnt am Freudwilerweg 5 in der

Wohngruppe 2 des Tobias-Hauses. Sie arbeitet

in verschiedenen Ateliers im Tobias-Haus und an

zwei Vormittagen in der Stiftung Altried.

Ich schaff am Montagmorgen im Altried. Tu ich Seidenmalen.

Auch Kurs Lesen und Schreiben ist am Montagnachmittag.

Am Dienstag hab ich frei am Abend. Da bade ich.

Auch Manicure mach ich. Meine Fingernägel mag ich angemalt.

Mittwochs ist Turnen nach der Arbeit und ich geniesse

meinen freien Abend. CD hören und Fabian, meine Puppe,

braucht auch neue Pampers. Massage habe ich donnerstags

und am Freitag da habe ich Musik mit Lucillo. Xylophon

spiel ich. Ich mach auch Papier. Ich verzier es oder ich sticke.

Am Samstag ist immer Brunch. Kein Mittagessen. Am

21. März gehe ich meinen Schatz besuchen in Bülach. Wir

gehen dann spazieren oder kehren ein. Manchmal schauen

wir Videos und ich bin eingeladen zum Znacht. Am Sonntag

tu ich immer Brief schreiben. Da mach ich einen Wochenrückblick.

Einfach frei. Und entspannen. Meine Woche geht

noch schneller vorbei. Einfach so.

Aufgezeichnet von Annelore Sutter-Krebs

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Bericht aus der Vorbereitungsgruppe

für das neue Wohnhaus

Zürichbergstrasse 93“

Wir freuen uns, dass endlich im Mai dieses Jahres der

Umbau der erworbenen Liegenschaft Zürichbergstrasse

93 starten kann. Die grössten Arbeiten sind die Anpassungen

an die Bedürfnisse der neuen BewohnerInnen, so u.a.

der Einbau eines Liftes, Renovationen sowie das Ersetzen

sämtlicher Wasserleitungen. Im Frühjahr 2010 ist die Eröffnung

des neuen Wohnheims mit integrierter Beschäftigung

vorgesehen. Nachdem eine Projektgruppe mit viel

Ausdauer intensivste Arbeit geleistet hat im Hinblick auf

den Erwerb der Liegenschaft Zürichbergstrasse 93, wurde

im März 2008 eine Mandatsgruppe mit Vertretern aus den

Bereichen Werkstätten, Wohngruppe und Leitung eingesetzt.

Für die Vorbereitung zur Eröffnung der zwei neuen

Wohngruppen arbeitet die Mandatsgruppe eng mit dem

Architekten zusammen.

Bedürfnisse

In der ersten Phase setzte sich diese Gruppe mit Themen

auseinander, welche das künftige Innenleben der neuen

Wohngruppe mit 12 BewohnerInnen betreffen. Was benötigen

diese Menschen, was sind ihre Bedürfnisse, wie

könnte eine sinnstiftende Lebensgestaltung aussehen, wie

können sie in der neuen Gemeinschaft ein neues Zuhause

finden uvm? Das sind Fragen, die wir bewegen.

Die künftigen BewohnerInnen als

MitgestalterInnen

In der zweiten Phase haben die konkreten Aufnahmegespräche

mit interessierten Betreuten und ihren Eltern

stattgefunden. Es entstanden schöne und interessante

Begegnungen. Zwei BewohnerInnen vollziehen einen internen

Wechsel (aus den bestehenden Wohngruppen) in

das neue Wohnheim, eine zukünftige Bewohnerin arbeitet

schon als externe Betreute im Tobias-Haus und wird neu

wohnhaft an der Zürichbergstrasse 93.

MitarbeiterInnen

In einer dritten Phase werden wir uns damit befassen, für

diese Aufgabe Mitarbeitende zu finden, die gerne den Aufbau

und diese Pionierarbeit mitgestalten möchten. Es ist

für das Tobias-Haus die erste Wohngruppe, welche Be-

treute aufnehmen kann, die auf einen Rollstuhl angewiesen

sind. Das pflegende Element wird hier mehr Schwergewicht

erhalten.

Tagesstruktur

An der Zürichbergstrasse 93 bieten wir auch zum ersten

Mal eine integrierte Beschäftigung an. Was bedeutet, dass

die Betreuten innerhalb des Hauses beschäftigt werden.

Geplant sind zurzeit zwei Ateliers mit den Schwerpunkten

Kreatives/Handwerkliches sowie Alltagbezogenes/ Hauswirtschaft.

Als wichtiges Element erachten wir auch, dass

möglichst viel Bewegung im Tagesablauf integriert ist und

die BewohnerInnen wo möglich in die Alltagsbewältigung

miteinbezogen werden. Den BewohnerInnen wird eine ihnen

entsprechende Begleitung und Förderung im Wohn-,

Arbeits- und Freizeitbereich angeboten. Um die Betreuten

sowie die ganze Wohngruppe gut ins Tobias-Haus zu integrieren,

ist ein Austausch mit den bereits vorhandenen

Ateliers vorgesehen.

Im Ganzen finde ich die von Stefan Brotbeck beschriebenen

beiden Gesten in seinem Büchlein „Zukunft“ sehr

stimmig für die Prozesse in der Mandatsgruppe. Er beschreibt

diese zwei Zukunftsgesten in einer Auseinandersetzung

zwischen „Was sehe ich?“ und „Was blickt mich

an?“. Darin lebendig zu bleiben und dann ins Konkrete

und Machbare zu führen, ist eine wichtige und spannende

Aufgabe unserer Vorbereitungsarbeit. Die Mandatsgruppe

hat gut angefangen, die Zusammenarbeit ist sehr fruchtbar

und unterstützend.

Für die Mandatsgruppe:

Paola Seiler

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Unsere Jubilare

Auch dieses Jahr hatten wir Jubilare zu feiern, die eine runde

Anzahl Jahre im Tobias-Haus arbeiten. Ende März gab

es darum eine Feier im Saal, in der die Jubilare für ihre lange

Mitarbeit gewürdigt wurden. Wir hielten Rückblick und es

gab Musik und Tanz und ein feines Zvieri als Abschluss.

Seit 20 Jahren arbeiten bei uns in den Werkstätten:

Rosa Bialowans

Pinchas Weiss

Christian Bösch

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Oliver Frey

Alle vier sind hauptsächlich im Holzbereich tätig. Bei Rosa

Bialowans hat sich gezeigt, dass sie auch gerne im Papier-

und Kerzenatelier tätig ist. Christian Bösch sägt sehr gerne

Holz und das Raspeln hat es ihm auch angetan. Da geht

etwas. Oliver Frey gestaltet mit Vorliebe Tiere. Jeder Fuchs,

Hase, Hund oder Esel wird ganz einzigartig. Pinchas Weiss

ist zusätzlich zum Holz auch gerne mal am Webstuhl im

Werkatelier tätig. So haben alle Jubilare ihren Weg gemacht

und es können noch manche Jahre folgen. Ein herzliches

Dankeschön an alle Jubilare für ihre treue Mitarbeit.

Thomas Kucheida


Elisabetta Archetti

4.Juli 1969 – 5.März 2009

Elisabetta Archetti trat im Februar 1987 in die Werkklasse

ein. Sie war eine interessierte Schülerin, und da sie früher

in der Johannesschule in Küsnacht war, konnte der Unterricht

auf der gleichen Grundlage weitergeführt werden.

Nach zwei Jahren Schule trat sie in die Werkstatt über.

Täglich bewältigte sie den Arbeitsweg von Uetikon nach

Zürich, bis sie dann auf ihren eigenen Wunsch hin in die

Wohngruppe am Freudwilerweg eintrat.

Elisabetta arbeitete in allen Ateliers: Weberei, Kerzenziehen,

Industrie- und Versandarbeiten, eine Zeitlang in der

Holzwerkstatt und später im Papieratelier. Auch Haushaltarbeiten

erledigte sie zuverlässig und speditiv. Im Unterricht

war sie voll dabei. Ob Musik, Zeichnen, Malen oder Lernspiele,

Elisabetta gab immer ihr Ganzes. Ein Höhepunkt in

ihrem Leben war der Auftritt in der Modeschau „Drehum“

am 29. September 1998. Es war ein Projekt vom Hora-

Theater. Fantasievolle Kleider wurden nach Entwürfen der

Behinderten von diesen und auch von nicht behinderten

Models im Kaufleuten vorgeführt. Allein 12 Entwürfe, auf

Seide gemalt, stammten von Elisabetta. Die Begeisterung

des Publikums im vollen Saal war toll!

Wenn man dann die alten Berichte durchliest, fällt eines

auf: wo immer Elisabetta tätig war, wurde sie als fröhlich,

fleissig und hilfsbereit erlebt. Sie war unser aller Sonnenschein.

Immer wurde man am Morgen fröhlich begrüsst.

Oft fragte man sich, woher sie all diese positive Lebensenergie

nahm, war ihre familiäre Situation doch alles andere

als einfach. Hat Elisabetta da still und bescheiden zu

viel tragen müssen? Das Schicksal stellt uns manchmal

Fragen, die wir einfach stehen lassen müssen. Elisabetta

wäre im Juli 40 Jahre alt geworden. Als Arbeitskraft mag

sie – wie wir alle – ersetzbar sein, als Mensch aber ist sie

uns unersetzlich. Was sie uns allen in ihrem kurzen Leben

geschenkt hat, werden wir dankbar bewahren.

Lucillo Meleri

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Liebe Elisabetta

Wir denken gerne an Dich:

…wie Du uns alle jeden Morgen mit Deinem fröhlichen,

durchs ganze Haus schallenden „Guätä-Morge-mitenand“

begrüsst, geweckt und in den Tag hineingeleitet hast…

…an die bunten, sonnigen Farben, die Dich umgeben haben;

in Deinem Zimmer, in Deinen Zeichnungen, in Deinen

Kleidern, in Deinem Wesen…

…an Deinen grossen Fleiss und Deine Zuverlässigkeit. Immer

durften wir mit Deiner treuen Hilfe und Unterstützung

rechnen. Als Küchengehilfin warst Du uns unentbehrlich.

Wie hätten all die Salate, belegten Brötli, Gemüse-Dips

und Wähen entstehen können ohne Deine tatkräftige Hilfe?

…an Deinen Humor und Deine Freude über einen guten

Witz oder ein „Gspässli“. Gerne hast Du uns kleine Streiche

gespielt und Dich köstlich amüsiert, wenn sie Dir gelungen

sind…

…an die „Chäfer-Fäschte“ am Samstagmorgen vor dem

Brunch in Deinem Zimmer, zusammen mit Deinen Freundinnen

Charlotte und Sonja: Musik und „gigälä“ und lachen,

lachen, lachen…. bis das ganze Haus davon ertönte…

…Du hast sehr gerne gesungen: alle Lieder hast Du gekannt

und hast Dich bemüht, die deutschen Texte zu verstehen.

Am liebsten natürlich waren Dir die Italienischen:

Vieni sulla barchetta, L’inverno non c’è piu…

Singen war Dir noch lieber, als Geschichten hören.

…Ordnung war Dir wichtig: alles an seinem Platz und zu

seiner Zeit…so geht nichts vergessen und alles Dir Wichtige

konnte geschehen…

…Du hast Dein Leben zuverlässig und weitgehend selbständig

gemeistert. Wir alle konnten uns auf Dich verlassen.

Und Du hast sehr genau gewusst, was Du willst und

was du nicht willst in Deinem Leben…

…Du hast es genossen, Dich berühren zu lassen: sei es

durch einen Blick, ein Wort, ein Lachen, eine Umarmung,

durch Massagen oder Einreibungen…Du hast Dich gerne

verwöhnen lassen und hast doch immer gewusst, wann

es genug ist…

Liebe Elisabetta…

…Du hast uns viel von Deiner Tatkraft, Deiner Lebensfreude

und Deinem Lebensmut geschenkt…

…Wir vermissen Dich und behalten die Erinnerung an

Dich dankbar in unseren Herzen…

…Wir umarmen Dich. Adio.

Alle von der Wohngruppe Freudwilerweg

Walter Graff

20.März 1921-13.März 2009

Walter Graff arbeitete in unserer Werkstatt von 1984 bis

2001. Anfangs täglich, in den späteren Jahren nur noch

tageweise. Wir hatten damals kleine Industrie- und Versandarbeiten.

Die Abteilung nannten wir augenzwinkernd

„Fabrik“. Walter Graff arbeitete langsam, doch stetig und

zuverlässig. Seine Gesprächsthemen drehten sich meistens

um seine alltäglichen Sorgen, immer wieder verglich

er diese mit der früheren Zeit, wo doch alles noch besser

war. Die Bewältigung des Alltages war für ihn eine nicht

zu unterschätzende Herausforderung. Manchmal hatten

wir lustige „Streitgespräche“ wegen unserer Uhren. Walter

Graff trug eine Armbanduhr, ich eine Taschenuhr mit

Handaufzug. Für ihn war klar, dass Batterieuhren genauer

gehen als jene mit Handaufzug. Dem hielt ich entgegen,

dass dem nicht so sei. So ging das „Warum“ und „Wieso“

eine Weile hin und her, wobei die Augen von Walter Graff

humorvoll glänzten. Immer wieder war erlebbar, dass sich

hinter der behinderten Leiblichkeit eine besondere, achtunggebietende

Persönlichkeit verbarg.

Lucillo Meleri

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Mitarbeiter

Werkstätten, Zürichbergstrasse 88

Weberei und Werkstattteamleiterin Sutter Annelore

Holzatelier Kucheida Thomas

Holzatelier und Bildung Meleri Lucillo

Papieratelier Kuhn Anja

Kunstatelier Marelli Nocole

Weberei Thalmann Dominique

Kerzenatelier Gubler Andrea

Praktikant Strebi Balz/ Lanni Vanessa

Köchin Stadelmann Gabriela

Hauswart u. temp. Aushilfe Versell Luciano

Eurythmie Wirz Katharina

Sprache Scheid Michael

Turnen Furrer Andrea

Zivildienstleistender Bucher Hilmar

Wohngruppe 1, Kraftstrasse 22

Betreuer u. Teamleiter Langmair Herbert/ Schmid Veronika

Betreuerin Bachmann Margrit

Betreuer Joller Jens

Betreuerin Seiler Paola

Betreuer Friedli Jörg

Betreuerin Smirizki Ingrid

Betreuer Bumbacher Roger

Praktikantin Weber Sina

Seminaristin/ in Ausbildung FABE

Wohngruppe 2, Freudwilerweg 5

Lanni Vanessa/ Zimmermann Stefanie

Betreuer u. Teamleiter Bernhard Thomas

Betreuer Heinen Beat

Betreuerin Lüthi Erika

Betreuer Ametame Mustafa

Betreuerin Schlatter Margreth

Betreuerin Perich Monika

Betreuerin Cadonau Elsbeth

Betreuer Gubelmann Stefan

in Ausbildung FABE

Gesamtinstitutionsleitung, Administration und Geschäftsführung

Thaqi Flanzza/Korner Andrea

Gesamtleiter Wirth Cornelius

Assistent Gesamtleiter

Freiwillige Mitarbeitende

Flachsmann Jürg

Begleitung/Betreuung Lichtenegger Barbara

Nähen/Weberei Ruchti Ursula

Nähen/Weberei

Stiftungsräte

Roth Monika

Stiftungsrat, Präsident Paul Wolf

Stiftungsrat, Aktuar Oliver Rau

Stiftungsrat, Finanzwesen André Baer

Stiftungsrat, Schlichtungsstelle Robert Boesch

Stiftungsrätin, Schlichtungsstelle Barbara Bamert-Stemmle

Stiftungsrätin Grazia von Wartburg

Stiftungsrat Bücheler Ivo

Stiftungsrat Dr. Jur. R. Zuegg

REDI AG POSTFACH 8501 FRAUENFELD TEL. 052 725 09 30 FAX 052 725 09 31

http://www.redi-treuhand.ch • E-mail: info@redi-treuhand.ch

Bericht der Revisionsstelle zur eingeschränkten Revision

an den Stiftungsrat der Stiftung Tobias-Haus, 8044 Zürich

Sehr geehrte Damen und Herren

An den

Stiftungsrat der

Stiftung Tobias-Haus

Zürichbergstrasse 88

8044 Zürich

Frauenfeld, 22. April 2009

Als Revisionsstelle Ihres Betriebes haben wir die Jahresrechnung (Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang)

für das am 31. Dezember 2008 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft.

Für die Jahresrechnung ist der Stiftungsrat verantwortlich, während unsere Aufgabe darin besteht,

diese zu prüfen. Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Zulassung und

Unabhängigkeit erfüllen.

Unsere Revision erfolgte nach dem Schweizer Standard zur eingeschränkten Revision. Danach ist

diese Revision so zu planen und durchzuführen, dass wesentliche Fehlaussagen in der Jahresrechnung

erkannt werden. Eine eingeschränkte Revision umfasst hauptsächlich Befragungen und analytische

Prüfungshandlungen sowie den Umständen angemessene Detailprüfungen der beim geprüften

Unternehmen vorhandenen Unterlagen. Dagegen sind Prüfungen der betrieblichen Abläufe und

des internen Kontrollsystems sowie Befragungen und weitere Prüfungshandlungen zur Aufdeckung

deliktischer Handlungen oder anderer Gesetzesverstösse nicht Bestandteil dieser Revision.

Bei unserer Revision sind wir mit Ausnahme, dass im Berichtsjahr vom Stiftungsrat keine systematische

Risikobeurteilung vorgenommen wurde, nicht auf Sachverhalte gestossen aus denen wir

schliessen müssten, dass die Jahresrechnung sowie der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinns

nicht Gesetz und Statuten entsprechen.

Mit freundlichen Grüssen

REDI AG, Frauenfeld

Treuhandbüro für Heime

Gregor Rutishauser Dario Bognar

dipl. Betriebsökonom FH Treuhänder mit eidg. FA

Leitender Revisor

TREUHANDBÜRO FÜR HEIME

Mitglied des Schweizerischen Treuhänder-Verbandes

TREUHAND|SUISSE

30 31


Betriebsrechnung per 31.12.2008

(mit Vorjahresvergleich) IST 2007 IST 31.12.2008

Einnahmen

Pensionseinnahmen u. Beiträge Gr. 62 926’273.35 1’299’655.33

Erlös aus Verkäufen u. Bazar Gr. 63 17’606.65 21’238.15

Zins- Essen- übrige Erträge Gr.65+68 37’767.43 44’220.29

Betriebsbeiträge Trägerkanton (6910) 0.00 1’140’000.00

Spendeneingänge (6970) 102’947.60 150’032.90

Spendenrückstellungen (Passiven) (6980) -102’497.60 -150’032.90

Total Einnahmen 982’097.43 2’505’113.77

Aufwand

Personal

Löhne Kto (3000 - 3650) -1’658’624.65 -1’691’001.05

Soziallleistungen Gr. 37 - 286’897.40 -270’241.15

übrige Personalkosten Gr. 38+39 -47’689.35 -70’509.70

Total Personalkosten -1’993’211.40 -2’031’751.90

übriger Aufwand

Medizin, Bedarf, Haushalt (4000-4220) -104’617.25 -108’891.00

Unterhalt u. Reparaturen Gr.43 -18’256.50 -18’208.45

Mietaufwand (4400) -134’592.00 -137’997.00

Kapitalzinsen(Hypothek u. Bank) 4420-4440 -15’599.95 -5’667.00

Abschreibungen (4450 - 4480) -115’897.05 -67’745.59

Engergie/ Entsorgung/Heizöl Gr. 45 -26’796.05 -30’591.90

Bildung/Freizeit Betreute Gr. 46 -18’721.50 - 16’271.10

Büro u. Verwaltung Gr. 47 -45’369.66 -47’807.45

Werkzeug- Mat. Aufwand Werkstätte Fr.48 -6’665.45 -7’724.05

übriger Sachaufwand Gr. 49 -32’522.70 -35’531.75

Total Sachaufwand -519’038.11 -476’435.29

Total Aufwand -2’512’249.51 -2’508’187.19

Gesamtergebnis -1’530’152.08 -3’073.42

Bilanz per 31.12.2008

AKTIVEN 31.12.2008 31.12.2007

Umlaufsvermögen

CHF CHF

1000 Kasse Werkstätte 736.20 1‘430.15

1001 Kasse Wohngruppe 1 2’159.35 258.80

1002 Kasse Wohngruppe 2 285.95 210.75

1010 Postfinance Haushaltskonto 1’248.85 3’417.25

1012 Postfinance Stiftung 0.00 26’616.30

1020 CS Hauptkonto 0.00 148’640.51

1022 CS Sparkonto Spendenkonto 272’187.97 58’493.58

1023 CS Zürichbergstrasse 93 959’065.13 174.65

1025 ZKB Spendenkonto 31’393.80 0.00

Total Flüssige Mittel 1’267’077.25 239’241.99

1040 Wertschriften, Festgelder (leicht realisierbar) 1’274’000.00 930’000.00

Total langfristiges Umlaufvermögen 1’274’000.00 930’000.00

1050 Debitoren Betreute 116’496.25 0.00

1061 Guthaben Verrechnungssteuer 11’178.41 5’312.91

1062 übrige Guthaben 0.00 5’940.35

1065 ZKB Mietkaution 14’045.10 13’943.15

2003 Kreditor BVG 0.00 8’803.90

2004 Guthaben UVG 0.00 0.00

1092 Provisorischer Beitrag BSV / Kantone 2008 0.00 1’001’711.80

1094 Provisorischer Beitrag BSV 2007 0.00 0.00

Total Guthaben 141’719.76 1’035’712.11

1080 Vorräte Werkstätten 2’333.00 2’333.00

Total Vorräte 2’333.00 2’333.00

1090 Aktive Rechnungsabgrenzung 3’900.00 16’645.05

Total Aktive Rechnungsabgrenzung 3’900.00 16’645.05

Total Umlaufvermögen 2’689’030.01 2’223’932.15

Anlagevermögen

1100 Umbau Zürichbergstrasse 24’953.40 24’953.40

1101 Zimmertrennung Freudwilerweg 22’414.55 22’414.55

1102 Liegenschaft Freudwilerweg 2’774’255.95 2’774’255.95

1103 Dachstockausbau Freudwilerweg 214’138.05 214’138.05

1104 Umbau Kraftstrasse 731’277.10 724’827.80

1105 Fenster u. Fassade Freudwilerweg 80’470.90 80’470.90

1106 Projekt Zürichbergstrasse 93 2’088’107.35 59’841.30

1107 Baubeitrag Kanton Zürich -1’049’000.00 -91’000.00

1108 IV-Beitrag Liegenschaften -1’188’591.00 -1’188’591.00

1109 Wertberichtigung Liegenschaften -1’206’343.41 -1’149’611.10

1110 Büromobiliar/Büro/EDV-Geräte 0.00 42’650.35

1111 Betriebseinrichtung Werkstätte 138’796.90 132’565.90

1112 Betriebseinrichtung W1 32’613.60 25’144.15

1113 Betriebseinrichtung W2 47’074.20 44’855.40

1118 IV-Beitrag Betriebseinrichtung -2’130.00 -2’130.00

1119 Wertberichtigung Betriebseinrichtung -223’201.36 -215’938.65

1120 Toyotabus 1.00 1.00

1130 Informatik- und Kommunikationssystem 4 7’150.35 0.00

1139 WB Informatik- und Kommunikationssystem -3’750.57 0.00

Total Anlagevermögen 2’528’237.01 1’498’848.00

TOTAL AKTIVEN 5’217’267.02 3’722’780.15

32 33


Bilanz per 31.12.2008

PASSIVEN 31.12.2008 31.12.2007

Fremdkapital CHF CHF

1020 CS Hauptkonto 158’209.54 0.00

2000 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.65 0.00

2002 Kreditor AHV 0.00 0.00

2005 Kreditor Krankentaggeld 0.00 0.00

2006 Kreditor 13. ML 0.00 0.00

2007 Kreditor Quellensteuer 0.00 0.00

Total kurzfristiges Fremdkapital 158’211.19 0.00

2040 Passive Rechnungsabgrenzung 93’910.15 89’266.05

2050 Akonto Zahlungen Betriebsbeitrag 624’000.00 0.00

Total Passive Rechnungsabgrenzung 717’910.15 89’266.05

2060 Darlehen Zürichbergstrasse 93 700’000.00 0.00

2061 Darlehen Gemeinden 250’000.00 250’000.00

2062 Darlehen Eltern 38’783.85 48’783.85

2063 Darlehen Kanton Zürich 750’000.00 750’000.00

2065 Hypothek fix Freudwilerweg 10’000.00 380’000.00

Total langfristiges Fremdkapital 1’748’783.85 1’428’783.85

Total Fremdkapital 2’624’905.19 1’518’049.90

Eigenkapital

2100 Eigenkapital 1’298’878.75

2100 Jahresergebnis -3’073.42 1’295’805.33 1’298’878.55

Total Eigenkapital 1’295’805.33 1’298’878.55

Fonds

2230 Zweckgebundene Spenden 0.00 0.00

2231 Reserven aus Spenden 496’393.00 346’360.10

2232 Spenden Projekt ZB93 800’163.50 559’491.60

Total Fondskapital 1’296’556.50 905’851.70

Total Passiven 5’217’267.02 3’722’780.15

Ab dem 1.1.2008 wird das Betriebsdefizit gemäss Leistungsvereinbarung mit dem Kanton Zürich von diesem übernommen.

Für von uns betreute Menschen aus anderen Kantonen besteht eine Kostenübernahmegarantie durch den jeweiligen Trägerkanton.

Aufgrund der Umstellung des Kontoplans auf die neuen Richtlinien zur Rechnungslegung haben wir dieses Jahr auf einen Budgetvergleich verzichtet.

Das Budget wurde jedoch eingehalten.

34

Einige von den Alten nannten den

Rhythmus das männliche,

die Melodie das weibliche Prinzip.

Marcus Fabius Quintilianus


Tobias-Haus, Sozialtherapeutische Arbeits- und Bildungsstätte.

Wohn- und Beschäftigungsgruppen, Zürichbergstrasse 88, 8044 Zürich

www.tobias-haus.ch

Spendenkonto: Zürcher Kantonalbank 8010 Zürich

Konto: CH70 0070 0110 0017 2216 8, Swift/BIC ZKBKCHZZ80A, zugunsten: Stiftung Tobias-Haus

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