Klimaschutz - Projektwerkstatt

projektwerkstatt.de

Klimaschutz - Projektwerkstatt

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Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2000: Verkehr/Straßenbau

Sommer 2001

•Startins

Heft

Startausgabe 1997: Windenergie

(vergriffen)

Werbung,Impressum

Presseinformation (Kurzform)

Am 16. Juli startet in Bonn die Klimakonferenz. Auf der Tagesord−

nung steht nicht nur der plakative Streit zwischen den Haupt−Kli−

mazerstörern EU und USA, sondern vor allem die Vermarktwirt−

schaftlichung der Luft. In einer Zeit der Do minan z von Wachstu m

und Aktienkursen wird das sogenannte Kyoto−Protokoll oft als Er−

folg bewertet. Die »Ö−Punkte« belegen das Gegenteil − alle aktu−

ellen Klimaschutzbemühungen machen die Natur zu Ware, zu einer

Sache zum Kaufen und Verkaufen. Dem Klima wird das nicht dienen.

Insofern stellen die »Ö−Punkte» eine doppelte Grundlage: Für eine

kritische Auseinandersetzung mit den Instrumenten der Klimapolitik

und als praxisorientierte Vorbereitung für die Aktivitäten rund im

die Klimakonferenz in Bonn.

diese Aktionen vorbereiten.

Die Texte stammen aus Gruppen, die

Mit dem Schwerpunkt orientieren sich die «Ö−Punkte« weiter an den

aktuellen Debatten in der Bewegung. Davon zeugen auch die ande−

ren Rubriken und Texte. Kritik an der Freiwirtschaft, aktuelle Ent−

wicklungen aus Kommune− und Häuserprojekten, aus der Kampagne

»Ökostrom von unten«, zu Castor− und internationalen Aktionen so−

wie direkte Aktionen werden dokumentiert. Zudem prägen die be−

währten Rubriken von Anti−Ato m über Umweltbildung, Naturschutz

und Energie bis zu Widerstand und Verkehr das Heft. Viele Seiten

voller Informationen, Debatten, Termine und Hintergrundtexte.

Das aktuelle Heft und die bis−

her erschienenen Titel ( klein e

Bilder) mit spannenden Schwer−

punkten sind nachzubestellen

(2,− DM plus 2,− DM Porto in

Briefmarken für das erste, je

1 DM für jedes weitere Heft)

bei der Redaktion Ö−Punkte,

Lud wigstr. 11,

chen.

35447 Reiskir−

Winter 2000: Netzwerke

regelmäßig ... die zwei Varianten − und das Förder-Abo:

1. Mit anderen Rundbriefen, Zeitschriften, über Verbände und Netzwerke

(siehe Seite 55 sowie in allen Rubriken rechts oben)

2. Als Abo der „Ö-Punkte“ zu 20 DM/Jahr mit 4 Heften plus weiteren

Info-Sendungen der „Ö-Punkte“ Sonderhefte, Terminübersichten usw.

In allen Fällen bitten wir die, die es können, um ein Spende an die Ö-Punkte

−alsFörder-Abo(nachSelbsteinschätzungdannmehrals20DM)oder

per Spende. Spenden sind absetzbar!

Herbst 2000: Ökostrom von unten

Herbst 1998: Utopien

Der nebenstehende Pressetext macht Werbung

für diese Ö-Punkte und das Projekt überhaupt.

Wer Platz für weitere Texte hat, kann auch sonst

alle Texte abdrucken − bitte mit Quellenangabe

und Bezugsadresse der Ö-Punkte.

Freianzeigen für die Ö-Punkte können bei der

Redaktion bestellt werden.

Internet "Umweltschutz von unten"

http://go.to/umwelt

Projekte, Aktionen, Adressen usw.

www.projektwerkstatt.de

Netzwerk für kreativen Widerstand

www.projektwerkstatt.de/hoppetosse

Ö-Punkte

www.projektwerkstatt.de/oepunkte

Eigentumsvorbehalt

Gefangenen ist diese Zeitung direkt auszuhändigen.

Zurhabenahme ist keine Aushändigung

dieser Art. Bei Nichtaushändigung bitten wir um

Rücksendung mit Begründung.

Herbst 1999: Tipps für Gruppen

Spenden und Förder-Abos

WirbittenumSpendenfürdie"Ö-Punkte". Das

Projekt ist nachwievor immer ein Minusprojekt −

leider. Wenn es als Diskussionsblatt und

Infodienst erhalten bleiben soll, brauchen wir für

jede Ausgabe zwischen 1.000 und 3.000 DM

an Spenden oder über Förder-Abos. Den Rest

(also immerhin den größeren Teil) schaffen wir

bislang durch ausgesuchte Werbung.

"Förderverein/Ö-Punkte", Nr. 928820.04

Volksbank Gießen, BLZ 513 900 00

Spendenbescheinigung auf Wunsch.

Frühjahr 1999: Expo 2000

Aktive RedakteurInnen gesucht!

Die "Ö-Punkte"brauchenkreativeMenschenin

den Themenredaktionen und der Endredaktion ...

bei letzterer für Layouten, Textrecherchen, das Zusammenhalten

des ganzen Ladens, die fehlenden

Rubriken, Anzeigenakquise und das technische

Drumherum. Von überall aus und/oder viermal im

Jahr 1-2 Wochen gemeinsam der Projektwerkstatt.

Unterbringung und Zeit inmitten von spannenden

AktionsarchivenundProjekträumeninclusive.

oe-punkte@gmx.de, 06401/903283 oder

0171/8348430.

Frühjahr 2001: Direct Action

Sommer 1998: Direkte Demokratie


Frühjahr 1998: Agenda 21

Schwerpunkt

Pressetext .........................................................................2

Inhalt, Vorwort .............................................................3

Ergebnisse: Wie weiter? ....................................... 4

Debatte ............................................................................ 5

Impressum .......................................................................8

Ö-Punkte-Verteiler, Zeitschriftenliste ...... 55

Aus aller umWelt

A20-Widerstand .................................................... 6

Love-Parade ...............................................................7

Kurzmitteilungen .....................................................8

Bücherliste ................................................................... 9

Klimaschutz ................................................................ 9

Schwerpunkt

Klimaschutz

Überblick Aktion & Position .......................10

Globale Erwärmung .........................................12

Klimaschutz mit Atomkraft? .......................14

Öko-Neoliberalismus ........................................16

IPCC: Erwärmung gibt es! ............................18

Klimaschutz rassistisch? ..................................19

Bericht aus Den Haag 2000 ................20

Übersicht geplante Aktionen ...................21

Frühjahr 1999: Weltwirtschaft

Kurz notiert von A- Z

Perspektiven

Winter '99/2000: Umweltbildung

Inhalt

Kurzinfos "Natur&Nutzung"

Gentechnik ...............................................................22

Landschaft und Naturschutz .................... 24

Ökologischer Landbau .................................. 25

Tierrechte/Tierschutz ....................................... 26

Kurzinfos "Energie"

Anti-Atom ...................................................................28

Castor-Auswertung .........................................30

Energiewende ...................................................... 34

Kurzinfos "Umwelt"

Abfall ...................................................................... Fehlt!

Umweltbildung .............................................. Fehlt!

VerbraucherInnenpolitik ........................ Fehlt!

Verkehr ........................................................................ 36

Wasser .................................................................. Fehlt!

Kurzinfos "Markt&Macht"

Chemie & Industrie ............................................38

Militär und Umwelt ............................................40

Politik von unten .....................................................41

Über den Tellerand ............................................ 42

Wirtschaft, Direkte Ökonomie .................. 44

Kurzinfos "Weltweit"

Umwelt&Entwicklung ......................................46

Weltwirtschaft, Neoliberalismus .............. 48

Widerstand&Alternativen

FreiRäume .......................................................... Fehlt!

Skandale und Perspektiven ......................50

Widerstand, Direkte Aktion ......................... 52

Bildet Basis-Kollektive! ...................................... 53

Menschen Und wiedersinddie»Ö−Punkte« dabei statt ... mit großer Profite!

Hoff nung, daßes dies mal ei nenspürbarer en Schritt nach vor−

ne gi bt. Zusa mmen mit anderen Net z werken, Gruppen, Basiskollektiven, Direct−Action−Gruppenusw.rufeneinige

Redaktionen der »Ö−Punkte« zur Bildung von Widerstandskollektiveni n allen StädtenundRegionenauf. Es wird

Zeit, daßdieLangeweileundAktionsunfähi gkeit, dieSpaltungenundreaktionär−hierarchischenDominanzstruk−

turenüberwundenwerden. Ohne Be wegungvonuntenstehennichtnur,aberauchdie»Ö−Punkte«einsa mda−wir

leben davon, daß es aktive und selbstorganisierte Gruppen gibt. Überall. Davonsind wir weit entfernt.

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

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Hinweise

•Startins

Heft

Alle Themenredaktionen

sind autonom

und für ihre Texte und

Abbildungen selbst

verantwortlich. Dazu

gehört auch der Stil

sowie die Wahl der

männlichen, weiblichen

oder geschlechtsneutralen

Sprachform.

Ausnahme sind alle

mit (* ) gekennzeichneten

Texte, die während

der Endredaktion

direkt an diese

geschickt und von

dieser bei ausreichendem

Platz in den

Rubriken eingefügt

wurden.

Dieses Zeichen

verweist auf

weiterführende Texte

unter www.

projektwerkstatt.de/

oepunkte

Regi onale Zusa mmenhänge werdenauchfür die»Ö−Punkte«i mmer wichti ger. Wir wollenei ne Zeit ungi n mitt envon U mwelt schut zbe we−

gungundsel bst organisiertenBasisgruppensein. DiebundesweitenZusa mmenhängeaber bröseln,lösensichauf oderzerstreitensichi m

Ka mpf u mdeneigenen EinflußaufeineschwindendeBewegung. ÜbrigbleibendieVerbände (NGOs) undeinigeNetzwerke, diesichi mmer

mehr »verbandisieren«. ErinnertIhr Euch andenCastor−Widerstand: Pri maAktionen, abernurvonwenigenGruppensowie Greenpeace

undRobi n Wood.PressedominanzdessonstkaumspürbarenBUND, ge mei ns a mePositi onenvon dr ei NGOsundderaufVerbandsbil dungs −

kursliegenden X−1 000mal quer− Funkti onärI nnen (was kei ne Kriti kani hrenphantasievoller gewordenenAktionenist!).UnddieBewegung,

die Netzwerke und Basisgruppen? Wenig! Kau mei n Sel bst organisationsprozeß. Vierlerort s Unfähi gkeit zu mHandel n, zur politischen

Arti kulierung und zur Kooperation.

Wir wünschenuns ei nEndedieser Erstarrung. Wirfühlenunsa mwohlsten i n mitt envonAktivit ät en, Vielfalt, e manzipato−

rischen Positi onen und Visionen. Unser Schwerpunkt ist der U mwelt − schut z − aber nichtjederbeliebi−

ge, s onder n ei ner von unten. Und wir fühlen uns verbunden mit Gruppen, die in

anderen The menfeldern solche Ansätze probi e− r en. Di e I dee der Widerstandskol−

lektivesoll siezusa mmenführen. Wäreei nesch ö− ne Vorstellung... sehen wir uns a m

11. 13. 5. in Dresdenoder eine mder nächsten Treffen, Aktionen, Se minare?

Sehen wir uns bei Aktionen, Treffen usw.?Die End−Reaktion

Ö-Punkte:

Wie Weiter?

Siehe nächste Seite.

Spenden für

Ö-Punkte nötig!

Winter 1998: Naturschutz

Förderverein, Nr. 92882004

Volksbank Gießen, BLZ 51390000


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Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Briefe

Sommer 2001

•Echound

Diskussion

Debatten sind gern

gesehen. Die

"Ö-Punkte"wollen

nicht nur ein Infodienst

sein, sondern

auch hinterfragen, als

selbstverständlich

geltende Positionen

überprüfen und neue

Ideen vorstellen.

Leider können wir

nicht seitenweise Debattenbeiträgedarstellen.

Verwiesen sei gerade

für die Diskussion um

Perspektiven auf unsere

Internetseiten:

http://go.to/umwelt

(Umweltschutz von

unten)

www.projektwerkstatt

.de/hoppetosse

Hoppetosse − Netzwerk

für kreativen Widerstand

www.projektwerkstatt.de/debatte

(Streit um Bewegungsstrategien)

LeserInnenpost bitte

schicken an:

Ö-Punkte

Ludwigstr. 11

35447 Reiskirchen

Fax 06401/903285

oe-punkte@gmx.de

Wir behalten uns Kürzungen

vor, die jedochgekennzeichnet

sind.

Debatte

Zur » Ö-Punkte«-Umfrage:

uo vadis, Ö-Punkte?

Wieallesorganisiert wird,ist nochunklar.

EineIdeeist, daßdiethe mati s chz us a m−

menpassenden Redaktionen i n Kürze

st ärker zusa mmenarbeiten und als »Pool«

ihreSeitengestaltenkönnen. Sie können

dabei abspr echen, auchl änger e Text e und

Hintergrundartikel unterzubri ngen, wenn

si e daf ür i hr e sonstige Text menge redu−

zi er en (dahi nterstehtdieIdee, daßalleRe−

dakti onen i hr e maxi mal z wei Seit e n i n−

haltli chbesti mmen, alsodieentscheiden−

den si nd − Aut ono mie der The menredak−

tionen) .

Weiterhi n bleibtfür dieRedaktionenauch

der Weg offen, stärker über die Zeitschrif−

tenschau oder eineInternetübersichtauf

laufende DebattenundinteressanteTexte

an anderen Orten hi nzuweisen.

Ab s ofort kost et das Heft nur noch2 DM.

Das Abobleibt bei 2 0DM, umfaßtjetztaber ni chtnurdie Hefte, sondern auchZusen−

dungen z wischendurch mit weit eren I n−

for mati one n, Sonder heft e n us w.

Der Einzelver−

kauf der Heft hat bisher kau mzur Finan−

zi er ung der Ö−Punkte bei getragen. Nach−

wievor sinddie Ö−Punkte ei n Minuspro−

jekt. DadieRücklagenderProjektwerkstatt

inSaasensowie die Einnahmenaus Buch−

verkauf und Vortragshonoraren nicht

mehr lange ausreichen wer den, das Minus

zu decken, si nddieÖ−Punktei nakuter Ge−

fahr. Daher bitte wir u mSpendenund För−

der −Abos. Ohnesi e wirddas politischePro−

jekt »Ö−Punkte« nicht mehr lange durch −

halten. Spendenbeschei nigungen si nd

auchmögli ch, das s ollte dann gesondert

ver merkt wer den. Konto»Ö−Punkte«, Nr.

92882004, VolksbankGießen, BLZ513 9 0000.

Es über wogdeutlichdas»Nein«zudieser

Idee. Zude mwäre sierechtteuergewor−

den. Dennochnehmen wir weiterhi nTipps

und Hinweisefür die Weiter entwicklung

des Layout s entgegen. Was i mmer wieder

ver worfen wird, ist der Vorschlag eines

magazi n−ähnlichen Layout s, weil dort zu

weni g I nf ormati onen pro Seit e zu fi nde n

wär en. EinProble mbleibt auchdergeringe

Kontrast der Schrift vomUntergrund−das

ist keine Frage der Schrift größe, sondern

der ni chtfettschwarzenSchriftaufbräun−

liche mPapier. Eine Folge des Rotations−

dr uckverfahr ens, das bei der Auflagen−

höhe der Ö−Punkte aufgrund der

Finanzlagenichtzuvermei den i st .

Di e ander en Punkt e blieben unklar.

Daraus folgt, daß wir die Ö−Punkte behut −

sa mweiterentwickeln, aber ebenineine m

dauer nden Veränder ungspr ozeß agieren

wollen − bei n Anregungen zur Verbesse−

rung, aber auchweil wir Teil ei ner Bewe−

gungsei n wollen, diesichebenfallsverän−

dert.

Nett er weise habensichei ni ge Menschen

als Ö−Punkte−Vert eiler i ni hr en Ort en an−

geboten. Nochsind wir aber weit davon

entfernt, i n allen Städten und Regionen

Menschen zu haben, die vier mal i mJahr

daf ür sorgen, daß die Ö−Punkte an alle

GruppenundAktivenkommen (jeeinHeft

pr o Gruppe, Zentru m, CafealsAuslageex−

empl ar z u mLes e n, Fachs chaft us w.) −und

ambestenzusätzlicheineVerkaufsst elle

irgendwobesteht. Das wird wichti g, denn

er neut si nd bundes weit e Vert eiler wegge−

br ochen, die die Ö−Punkte bisher ver −

schickten. Viele politische Net z werke und

Organisationenlösensicheinfachauf oder

reduzierenihreArbeit auf dieSelbsterhal−

tung des zentralen Büros. Dieser Trend

reißt auch die Ö−Punkte herunter, da sie

über Vert eileri n der politischenBewegung

laufen. Daher noch mal der Aufr uf, zu mÖ−

Punkte−Verteiler i n der eigenen Region

oder Stadt zu wer den−undauchauf ander e

Art mit zuwirken an dieser Zeitung: In den

The menredaktionen oder vier mal i mJahr

bei den2−3 Woche n Endlayout, Dr uck und

Versandi n der Pr ojektwerkstattinSaasen.

Wer dieÖ−Punktei mmer mal wiederver−

gl ei cht, sieht schon,daßsichvonAusgabe zu Ausgabei mmer wieder was verändert.

Wir haben dies mal ander e Schriftt ypen

ausprobi ert, uns f ür ei nen ander en ent−

schieden und ih n auch leicht größer

ge macht. Außerde mkennzeichnen wir die

Anfänge der Haupt kapit el mit ei ner beson−

der en Überschrift gest alt ung. Und die zu

»Pools« zusa mmengefaßten Redaktionen

st ehen auch hi nt er ei nander − auf der er −

st en Seit e des Ber ei chs st ehtrechts ganz

gr oß ei nt he mati scher Überbegriff. Kriti −

ken und weit ere Vorschläge si nd ger ne

willko mmen. Und sonst:

Farbi ge Seit eni mInnenteil werden wir

von Fall zu Fall entscheiden.

Ei nenfesten Einbandgibt' s nicht.

Den Tit el auchals Werbeplakat fanden

vi el e gut . Das wird weiter vorbereitet,

machtaberauchnurSinn, wennesregio−

nale Vert eiler (die die Plakate aushängen)

und Verkaufsst ellen gi bt.

Das i st ei n kni ffli ges Er gebni s − ei ni ge

wollten weniger Rubriken, andere das

ni cht, ei ni ge sogar mehr! Da soll mensch

mit u mgehen.. . ei ne I deeist die Pool−Lö−

sung, die mit diese mHeft vorgeschlagen

wird. Mehrerethe mati s chz us a mmenpas−

sende Rubriken (wer genau wozu gehört

bz w. wie es sichsortiert, entscheiden die

Redakt eurI nnen sel bst, dieses Heft ist nur

ei n Vorschlag!) könnenzueinemPoolver−

bunden wer den, die dannin der Zeitung

immer zusa mmenhängend abgedruckt

wer den und i hr e Seit enzahlen unterein−

ander aust auschen können − auch zugun−

st en ei nes gepl antenlängerenTextes. Ei nige Redaktionen si nd

ni cht beset zt − neue »BetreuerI nnen« si nd

gesuchtu.a.fürEnergie, Wasser, U mwelt −

bil dung, U mweltr echt. Außerde mbraucht

die Endredaktion Verst ärkung − wer hat

Lust, ei n− bi s vier mal i mJahrfür ei nige Ta−

ge i n der Projektwerkstatt inSaasen mit −

zuwirken und/oder vo mei genen Ort aus

et was mit vorzubereiten?

Hinzuweisensei noch, daß es weitere

Sonderausgaben geben s oll und kann ...

wiedie»Ökozeitunggegen Markt und Kapi −

tal«.

Das wars . .. wir hoffenauf Unterstützung

der unterschiedlichen Art. Und zu mAb−

schlußnoch, wasandereüber dieÖ−Punkte

sagen:

Sozial-revolutionärer

Ansatz

Di e Zeit ung Ö−Punkte könnte sichhier

perspektivischet ablieren und sichzu ei −

ne m überregi onalen−plurali sti schen

Foru mentwickeln. Trotzihres momenta−

nen gruseligen Layouts und visuellen

Chaos (...) wird hi er ber eits ei ne gr oße

the mati s che Bandbreit e erf asst, st ell en−

wei se weit er diskutiert. (...) DieganzeZei−

tungwirdsichentwickeln müssen, wie der

si chdort arti kulierende neue sozi al −r evo−

lutionäre Ansatz. Da mit wür den die drei

kl assische n Be wegunxzeit unge n ei ne

»Konkurr enz« beko mmen, die sichjetzt

schon »anarchistischer« repräsentiert.

Was ist an ei ne m solchen » Konkur −

renz«−Gedankenlibertär? Was »repräsen−

tiert« sichan den Ö−Punkten »j et zt schon

anarchistischer«?


Stellungnahme zu:

Freiwirtschaft und

das raffende

Kapital

1. Das Einfordern einer Zen−

sur selbst i m Debatten−Teil

der » Ö−Punkte« zeugt von

mangelnde m Selbstbewußt−

sein e manzipatorischer

Gruppen. Wer Mei nungen

zensiert, schei nt Angstzuha−

ben, mit den eigenen Argu−

menten nicht überzeugenzu

können. Zude m organisiert

er/si e aus t at sächlicher Angst

oder vorgeschobener Argu−

mentation, antie manzipato−

rische Positi onen nicht ver−

br eit en zu wollen, selbst ei ne

Praxi s, die als antie manzipa−

torischbezeichnet wer den

kann. Der Wegzu ei ner freien

Gesellschaft wird nicht über

Verbote, sondernüber direkte

Akti onenund offene, aber kri −

tische undvisionäre Debatten

führen. Gesellschaftliche Re−

volutionist kein Einzelfallund kei nest atistische Ebene, son−

der n ei n dauer nder Pr ozeß, i n

de memanzipatorischeIdeen,

EntwürfeundExperimentesichdurchset− zen.

Insofern bleiben die »Ö−Punkte« ei ne

Versuch, ei ne offene Debatte zu schaffen.

Persönlichst ehe ichdabei klar auf der

Grundlage e manzipatori scher er Positi o−

nen. Di e Sel bst besti mmung und

Sel bst entfalt ung der Menscheni st unu m−

st ößlich. Antie manzipatorische Positi o−

nen gilt es zu entlarvenundzu widerlegen,

ni chtzuzensieren. WiderspruchkannDe−

battenfördern−eindialektischesPrinzip,

das l ei der unter Ausgrenzung und Zensur

infastallenMedienverlorengegangenist. 2. Die Freiwirtschaftslehre mußvoral−

le mals Wirtschaftst heorie, alsoi n i hre m

Ker n, angegriffen wer den. Sieist nä mlich

falschund gefährlich.

Falschi st der Hinweisauf die Wirkung

des ZinsesunddaßdavonfastalleProble− meabhängen−bishinzuKriegundsozi a−

le mUnfrieden. Der Kapit alis mus als Aus−

beut ungssyst e mfunktioniert i mKer n auf

der Basi s der st ändigenVer wert ungsl ogi k,

ei ne m»perpetuu mmobil e« werden War en

und andere » Wert e« pr oduzi ert, angebo−

ten, beworben, ver markt et us w. Selbst

Menschen (als Arbeitskraft, Ressource,

Genträger oderfa miläres Hinterland, Pfle−

Freiwirtschaft

gekraft us w.) unddie Natur werden unter

Ver wert ungsgesichtspunktenbetrachtet. Der Zinsist dabei nureinschlaues Detail −

mit abnehmender Bedeutung, dahinsicht−

lichder Kapit alver mehrung i mmer mehr

durchSpekul ati onen i m Akti en− und

Fonds markt ver drängt. Falschi st auchdie

Theorie, daß ohne Zins kein Wirtschafts−

wachst u mnöti gsei unddeshalbauch nicht

erf olge. Diesen Unsinn hat i mübrigen

ni chteinmal Silvio Gesell sovertreten. Er

wußte genau, was der Wegfall des Zinses

bedeut et: »U msatz, U msatz, U msatz« −und

darauf fr eut e er si ch, sel bst ei n Unterneh−

mer. Sei ne Jünger, die GesellianerInnen,

nun veränder n die Logi k, u msie als Alt er −

native zu mu mwelt zerst örendenkapitali−

sti schen Syst e mzupräsentieren. Aber mit

der Abschaff ung des Zinses werden die

zentralen Logi ken des Kapit alis mus gar

ni chtberührt.DieDebatteüberdenZinsist

soschwachsinnig wie dieüber die Einfüh−

rungeinerSpekulationssteuer u.ä. −all das

gr eift gar ni chtandenPunktenan,woes

wichti gist.

Debatten

&

Echo auf

Ö-Punkte-Texte

EinkrassesBeispielderArgu mentation

bot einTextvonFreiwirtschaftler Hel mut

Creutzinder Contrastei mJanuar 2 001, wo

er den Zinsals UrsachefürallesSchli mme

auf der Welt (ei nschließlichde mAusbruch

des z weit en Weltkri eges) benannte. Seine

TrennunginArbeit und Kapit al, schaffen−

des undraff endes Kapit al, ist j edochnicht

nur gefährlich, weil si e von dent at sächli −

chen Di ngen (Ver wert ungsl ogi k, Herr −

schaft usw.) ablenkt, sondern weil sie die

Grundlagefür Haßbietet −vorallemdurch ihre Nähezu antise mitischen Positi onen.

Di es e Unt erschei dung i n raff endes und

schaffendes Kapit al ist so alt wie falsch.

Sel bst weni ger weit gehende Unterschei−

dungen wieArbeit geberInund−nehmerI n

si ndj a bei genaue mHinsehenschonnicht

mehr si nnvoll (schließlichist der Topma−

nager ei nes Großkonzerns for mal auch

ei n Arbeit nehmer us w.) . Aberraffendes undschaffendes Kapit al −unglaublich. Was

bitt eschönist denn dann dieArbeiteri nbei

VW,diedannauchnocheinpaarInfineon−

Akti en ergatt ert hat ? Woist die Grenze?

Wer ei ne abgrenzbare Gruppe »raffendes

Kapital«konstruiert,liefert dieSteilvorl age

für den Antise mitis mus. Nat ürlichist es

Unsi nn, daß es überhaupt »die« JüdInnen

oder » das«Judentu mgi bt . Aber wenn erst −

mal wieder diese Konstr ukti on und dieder

Exist enz ei nes »raffenden« Kapit als aner−

kanntsind,brauchenwir uns über denRest

ni chtzuwundern.

3. Innerhalb der Freiwirtschaftslehre

si nd ni chtnuretlichepersonelleKontakte

zu rechten Gruppen nachzuweisen, son−

Debatte

der n die Konzept e von SilvioGesell si ndi n

vi el enr echtenGruppenwirtschaftspoliti −

sches Progra mm. Kapit alis muskriti k als

solches ist noch nicht e manzipatorisch.

Etlicherechte Gruppenfor muli er e n heut e

Kriti k an Konzer nen undträu men vonih−

ren Nationen − da auchletztere Macht−

str ukt ur en si nd, i st ei ne s olche Positi on

ni chtemanzipatorisch. Es gilt also,genau

hinzuschauen, obPositi onen das Sel bst −

besti mmungsrecht derMenschenfördern

oder ni cht. Dasist dieentscheidende Fra−

ge.

Di e Debatt e gehtweiter.Hinweise, Kri −

ti ken, Beweise und Widerlegungennehme

ichweiterhin gern entgehen−auch, weil

eine Aktualisierung des Buches »Agenda,

Expo,Sponsori ng − Rechercheni mNat ur −

schutzfilz« (bi sheri ger Tit el) bi s Ende des

Jahres ansteht.

Zu: Freiwirtschaft

Eine Leserbriefseitein 2001/1 für die

rechtenFreigeld−Propagandistenist ein−

deuti g vi el zu vi el!

Rechter Marx?

InderTatist esall mählichschi zophren,

wenn sel bst ei n Karl Mar x r echte Gesin−

nungs wei se angedichtet werden muß?

Jürgen Koch(Freiwirtschaftler) hatmir aus

de m Herzen geschrieben und Jutt a Dit −

furthübertreibt, wieschoni mmer maßlos!

Versuchdoch mal, den Freudzuort en, die

»Gedankenpoli zei« läuft i mmer mehr i ns

Leere, da müßt Ihrdoch nichthinterher?

WennichEuchjetzt ei npaar Adressenge−

ben darf:

www.nationale−anarchie.de*

www.zyn.de/paulspiegel**

www.stachelbeere.de*

Sosi ndes, wieichauch, Kräfte, diesich

u m den friedlichen Erhalt der Gattung

Menschges a mtundderUmwelt Gedanken

machen. Nicht nur u mdas Wohlergehen

vonei npaar, diedenHalsnichtvollkriegen.

Bleibt sauber.

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Echound

5

Diskussion

Anmerkungen

*Anmerkungausder

Ö-Punkte-Redaktion:

Diese Internetseiten

stammen ganz klar

aus rechtsgerichten

bis rechtsradikalen

Zusammenhängen. Es

sind Strömungen innerhalb

rechter Gruppen,

die Umweltschutz

und Antikapitalismus

als Thema

etablieren wollen. Sie

sind z.T.bemüht,mit

emanzipatorischen

Gruppen eine Art

»Querfront«zubilden,

um gemeinsam gegen

das Kapital vorzugehen.

Tatsächlich

ist ihre Ideologie jedochmenschenverachtend,

rassistisch

und nationalistisch! EineAuseinandersetzung

und Kritik an

den Nationalen Anarchisten

war in der Ö-

Punkte-Ausgabe

1/2000 auf Seite 46

zu finden (damals im

Zusammenhang mit

dem Expo-Widerstand,

zu dem auch

» nationale Anarchisten«

aufriefen.

* * DieseInternetseite

(URL allerdings falsch,

über www.zyn.de

nach » Spiegel« suchen

lassen) ist eine

durchaus pointenreicheSatireaufPaul

Spiegel vom Zentralrat

der JüdInnen in

Deutschland − allerdings

im Kontext der

Geschichte und des

weiterhin unübersehbaren

Antisemitismus

mindestens fahrlässig,

wenn nicht ziemlich

daneben!

WeitereunddievollständigenLeserInnenbriefe

unter www.

projektwerkstatt.de/

oepunkte.


6

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Ausaller

umWelt

Kontakt und

Anmeldung

Jugend-Umwelt-Projektwerkstätten;

Bad

Oldesloe 04531/4512,

Lübeck

0451/7070646 oder

0175/5171212, jup@

ostseeautobahn.de

Organisatorisches

Mitbringen: Schlafsack,

Isomatte, Zelt,

Fahrräder und allerlei

Gefährt (Trecker, Wagen,

Inliner,....), 10-15

DM für Futter pro Tag

nach Selbsteinschätzung.

Gesucht werden

noch: Sanis, Zweiradmechaniker,Aktionsmaterial

Redaktion

Aus aller umWelt

Die Redaktion wird

im Rahmen der Endredaktionzusammengestellt.

Die

Texte stammen von

verschiedenen

AutorInnen.

Koordination:

Jörg Bergstedt

Aus allerumWelt

Rubrik » Aus aller umWelt«: MitSpaßundKreativität...

egen Autowahn,LärmundUmweltzerstörung

Norddeutschland ni mmtindiese mPro−

zess vomökonomischen Profit der Aut o−

lobbylediglichdieRolleei nes Transitlandes

ei n. Ver mei ntliche wirtschaftliche Vort eile

der Gegend wer den als Deck mantelfür das

Presti gei nt er esse der Landesr egi er ung

genut zt. Lär mbelästi gung, Luftver−

schmut z ung, Zerst örungökologi sch− oder

kult urell hochwerti ger Gebiet e und Exi −

st enzberaubung von seit Generationen

ansässi ger Bevölkerung, stehengegenein

»gutes«I mage der herrschenden, angebli −

che Steigerungder Mobilit ät und ei ner »i n−

frastrukt urellen Erschließung« der östli −

chen Länder zu m Ausbau der west eu−

ropäisch−i mperi alistischen Wirtschafts−

machtdort. Auchwenn bereit s ei ni ge Kilo−

met er dieser Autobahn gebaut wur den, so

ist der größteTeil der Strecke nochbisher

ni chtvondenBaggernheimgesucht, dar−

über hinausgibt es noch vielefinanzielle

Fragen, die bisher noch nicht geklärtsind.

Zu gut er l et zt i st vorallemimWest en von

Schleswig−Holstei n die Trassenführung

bi s her noch ungekl ärt . Es gi bt daher

durchaus noch Chancen diese katastro−

phale Verschwendung von Steuergeldern,

deren Preis die unwiderrufliche Zer−

st örungkost bar er Nat urräu meanstattdes Wohls der lokalen Bevölker ungi st, zu ver −

hindern.

Das Akti onsbündnis gegen die A2 0, Bür−

gerinitiativenund AktivistInnen aus Pro−

jektwerkstätten stellen sichge mei nsa m

quer gegendas gi gantische Autobahnneu−

bauprojekt A20.Unddasnichtnurumden

ei genen Wohnort heru m,sondernüberall!

Nachde m der östli che Teil der Aut obahn

nun ber eit si n Baui st, gilt es vorallemden

Bau westlichvon Lübeck und auchi m»Na−

del öhr« Wakenit zt al mit neuen effektiven

Met hoden es kr eati ven Widerstandes zu

st oppen.

Mit Fahrräder n, Traktoren, Inli ner n, Ska−

teboards und andere u mwelt schonende

Gefährt enzei gen wir, dass der Widerstand

inSchleswigHolst ei n sichbündelt und wir

auchohne Aut obahnf ür unsere Ziele mobil

si nd.Zwischendrinwirdes Stopps mit Ver −

anst altungengebenund wirfordernunter

andere m:

− dass der Bau der A20 sofort gestoppt wird.

Die einseitige Förderung des Straßenbaus und

des Auto- und Lkw-Verkehrs, verbunden mit Vorrang

für wirtschaftliche Interessen, muß umweltfreundlichen

Verkehrsmitteln weichen (wie z. B.

Bussen, Bahnen, Fahrrädern und nicht zuletzt

auch der Verkehr auf den Wasserstraßen), diese

Verkehrsmöglichkeiten wurden in den vergangenen

Jahren zur Genüge benachteiligt.

− daß der Ausbau des Schienenverkehrs forciert

wird, sowohl für den Schwerlastverkehr als

auch für den öffentlichen Personennahverkehr,

die Wiederaufnahme der Strecke Bad Segeberg-Neumünster

wäre der Mobilität Schleswig

Holsteinsdurchausdienlich.

− daß europaweite Ferntransporte vermehrt

auf die Schiene verlagert werden

− daß ökologische Aspekte Vorrang bekommen,

somit Natur- und Vogelschutzgebiete mit

ihren Nahrungsquellen, Nistplätzen und Winterquartieren,

Wasserschutzgebieten und nicht zuletzt

auch für kommende Generationen erhalten

bleiben.

Wir werden nicht tatenloszusehen, wie

si chdie Verkehrsspirale unauf hörlich

dr eht: Mehr Straßen = mehr Autos = mehr

Verkehr. Neue Straßen zerst ören unsere

Lebensgrundlagen. Daskannnichtunsere

Vorstellung von ei ner u mwelt schonenden

und ei ner menschengerechten Zukunft

sein.

Auf der Karawane si nd bisher geplant:

− Kollektives Malen auf der Straße − damit sie

wieder Lebensraum wird. Außerdem: große Plakate,

Transparente, Schilder selbstgemacht mit

witzigen klugen Schriftzügen!

−Open-Air-KinomitanschließenderDiskussion

und weiterer Widerstandsplanung

− Podiumsdiskussion am ersten Abend in Elmshorn

mit Ansichten, Aussichten, Klarsichten und

Durchsichten aus der Verkehrspolitik. Und der

Seminar vom 18.-20. Mai

Chance, richtig auf den Tisch zu hauen.

− Kreativ- umgewandeltes Großformatsiedlerspiel,

um den Kampf gegen die A20 auf dem

Spielfeld zu trainieren.

− Ökomobil (umgebauter Zirkuswagen mit

Trecker als Zugmaschine) von der JUP! wird als Infowagen

und Aktionsmobil mitfahren, weitere

Trecker und andere größere Gefährte sind sehr

erwünscht.

Außerdem sind alle aufgerufen, noch jede

Menge Aktionen (z.B.: Straßentheater, direct action,

Soli-Konzert) zu organisieren.

Auf de n Strecken zwischen El mshorn

(gr oße Auft akt veranst alt ung mit RTSund

De mo),Bar mst edt−Lutzhorn (Kino),Alves−

lohe, Bad Segeber g und Lübeck wer den wir

ge mei nsa mzeigen, dass wir uns nicht von

der Aut opoliti k unterdrückenlassen.

Nicht zuletztderWiderstandi mWend−

land hat bewiesen, wie eindrucksvoll es

sein kann, wenn alle Anwohner zusa m−

menhaltenund mitihrenGefährtenihre m

Pr otest kreativ und gewaltfrei Ausdruck

verlei hen. Also: Los geht die Karawane,

mobil mit Fahrräder n, Treckernusw. derA

20entgegen!

Laßt unszusammentun, was zutunist!

Sa mmelt weit er eI deen, l adet Leut e ei n und

macht mit!

Gruppenprozeß&Entscheidungsfindung

»von unten«

Zu m Zust andeko mmen: Auf de m »Ja−

nuartr effen« (19.−21. 01. 01) fand ei n Ar−

beitskreis (AK) zu diese m The menfeld

st att. Währ end des AK'skameszuderEnt−

scheidung, ei n Wochenende zu organisie−

ren. Weiterhi n wur de gepl ant, ei nen Rea−

der zu erst ell en.

@

Wer sicha mReader mit ei ne mDiskussi −

onsbeitrag o.ä. beteiligenwill, kanndiesen

an selbige Adresse senden. Für das Wo−

chenendeist ei n Unkost enbeitrag von ca.

40.−DM (nachSel bst ei nschät zung) aufzu−

bri ngen. U mdie Kost en et was zu senken

wirdi mübrigen nochnachei ner Förder−

quelle gesucht, fallsj e mandei neIdee hat...

Das Wochenende fi ndet i n der Pr ojekt−

werkst att i n 3 544 7 Rei skirchen−Saasen,

Ludwigstr.11, statt. Eine Wegbeschrei bung

ist unterhtt p: /www.projektwerkstatt.de/

saasenzufinden. AlleInteressiertensind

herzlich ei ngeladen an de m Woche ne nde

teilzunehmen undsichzu beteiligen. Also

losanmel den!

Zu Orientierung: Die Punkte, diesichdie

Teil nehmerI nnen des AK'svorgenommen

hatt en, währ e nd des Arbeitskreises auf

de m»Januartreffen« zu diskutieren:

0) Wie wir agieren (Umganguntereinan−

der währ end des Treffens);

1) Do minanzallge mei n

2) Nicht dominante Entscheidung: in

Gruppen, bei Aktionen, in Plena

3) Ziel: Gleichberechti gung, Kreativität

und Effizienz


Letzte Meldung:

Berlin

Aus allerumWelt

h

h

Aus ei ner Mail: » da i chRadio Eins ja

nun nichtregelmäßig höre, ist mir viel −

leicht einiges entgangen, aber was ich

dort bisher an »Jour nalis mus« zu mThe−

Aktionssommer 2001

ma Loveparade ab ertragen müssen,

spottet j eder Beschrei bung. I n kei ne m

der dr ei I nterwievs, die ichbisher dazu Di e Love Par ade Veranst alt er, die Kom− Jährliche Sch adensgutachten ergeben

hört e, wur den die Argu mente der Tier− merzfir maPlanetComernteten bei ihrer Schäde n an die Natur von ca. 0,5−1 Mio.

gart enschüt zer, die den LP−Veranst al − An mel dung der Love Parade f ür den DM, zuletzt 3 88.3 41 DMi mJah r 2000 (BA

terfir men mit i hrer De moan mel dung i n 14.7.2001 eine Absage, weil die Bürger− Tiergarten). Eine Regeneration der

die Parade fuhren, auch nur ansatzweise initiative »Rettet den Großen Tiergarten Schäde n kann nur erf olgen, wenn die

dargel egt. Statt die drei »Loveparade− vor der Love Parade« schon a m9.9.2 000 Love Parade dauerhaft aus de mTi ergar −

muss−unbedingt−durch−den−Tiergar− für den gleichen Tag eine De moauf der ten verlegt wird (Grünflächena mt Tier−

ten−führen«−Fanatiker, Volker Hasse− gl ei chen Rout e ange mel det hatt e. Da der gart en). VomFeelingder Technogenera−

mer, Gregor Gysi und Gott hilf Fischer Erst an mel der Vorrang hat, hat der Berli − tion bis Mitt e der 9 0ger Jahre ist nicht

mit den Dat en über die bisher aufgetre− ner Senat die Love Parade Veranst alt er vi el übri ggeblieben. Als »out«, »überholt «,

tenen − teilweise irreversiblen − Park− zu eine manderen Ter min oder anderen »i n die Jahre gekommen«, »i mSinkflug«

schäden zu konfronti er en oder das er − Ort aufgefordert. Ein Spitzengespräch erhi elt die Love Parade 2 000 eine erst−

pr esseri sche Auftr et en der LP−Veran− am9.3.2001 at sich erst mals u m3 Wo− mals durchweg schlechte Pressebeurtei−

st alt er zu hi nterfragen, wurden nur mit chen vert agt. Vorsorglichhat PlanetCom lungin sä mtlichen Zeitungen. Die Berli −

Sugesstivfragen Stichwort e f ür herablas− die Love Parade für den Fr13.7. undSo ner Jugend ni mmt fast gar nicht mehr

sende Schi mpf er ei en nachSta mm− 15.7.2001 ange mel det. Einer Klage vor an der Love Parade t eil. Di e Love Parade

tischart gegen die ver mei ndli ch»ver − den Ver walt ungsgerichten seitens Pla− ist zu eine m reinen Touris mus−Event

gr ei st en, spaßf ei ndli chen und egoisti− net Co m können die For der ungen der verko mmen. Di e Love Parade durchden

schen« Naturschützer gegeben.

BI' sundUmwelt organisationen nur noch Tiergarten wird von Jugendlichen der

So wur de Gysi gefragt, oberder Mei−

nung sei, dass es unter den Tiergarten−

schützern vielleicht auch echte Natur−

schützer gäbe, oder ei nfach nur Ego−

isten, die nicht einmal ei n paar Tage

Uri ngest ank ertragen wollen, was das

auf wert en und Öffentlichkeit verschaf−

fen. Eigene Aktionsfähigkeit ist alsoi m−

mer nochder best e Tru mpf f ür Verände−

rungen!

Berli ns gr üne Lunge − der Tiergarten −

wird seit 1 99 6 durchdie Love Parade in

Stadt eindeutig abgeleh nt, so ei ne Grün−

stift u mfrage (veröffentlicht in Ausg.

7−8/2 000) . Laut einer Tagesspiegel−

Sonntagsumfrage a m6.2.2000votierten 90%füreineVerlegung der Love Parade

aus de mTiergarten.

populistische Nat urt alent Gysie dann Folgei mmer st ei genden Besucherzahlen Di e Entwidmung von öffentlichen Räu−

nat ürlichbrav bei des f ür mögli chhi elt, (von 0, 5 Mio.1996auf1,5Mio Besucher men für die Interessen von Großkom−

umdann−nochbraver−zuerklären, 1999) mit i mmer gr ößer en und dauer − merzveranst alt er muß gestoppt wer den.

dass es i hm s o vorko mmt, als würden haft en Schäden an Nat ur und Mensch i n Di e De mover anst alt er f ordern, die Love

überihr eigenes Alt er n Frustrierte, »der Mitlei denschaft gezogen.

Parade nicht mehr als politische De mon−

Jugend« kei nen »Spaß« mehr gönnen

strati on, sonder n nur nochals ko mmer −

wollen. Gott hilf Fischer redete − unwi−

zi elle Veranst alt ung zu genehmigen.

derspr ochen − von ei n bi sschen Müll,

der j a schließlichwieder beseitig wird.

Volker Hasse mer, der so t at, als wür de

Termin Anmelder Veranstaltung auf der Straße des 17. Juni im Tiergarten

das Verlangen, ei ne weni ger Schäden

anrichtende Route zu wählen, Raub an

den Berli n schließlichzust ehenden LP−

30.6.2001

7.7.2001

14.7.2001

21.7.2001

SPD Tiergarten

Aktion 2000

BI Tiergarten

Aktion 2000

Demonstration gegen Krieg (Jahrestag Überfall auf Rußland)

Demonstration „Gesunde Stadt − gesunder Tiergarten“

Demonstration „Schutz des Großen Tiergartens“

Sportveranstaltung Rollen, Laufen, Skaten für Frieden und Völkerverstän-

Gewinnen sei, wurde natürlichauch

digung

ni cht widersprochen. Öffentlichrechtli − 28.7.2001 Aktion 2000 Kulturperlenkette mit Künstlern und Kulturgruppen

ches Radioscheint h ier zur reinen Lob− 4.8.2001 Aktion 2000 Demonstration „Urban 21 − Soziale Stadt gegen Ausgrenzug“

byarbeit f ür besti mmte Teile der Musik−

industrieverkommen zu sei n.

Vorr. Ort und Treffpunkt: jeweils ab 14.00 Uhr, S-BhfTiergarten, Str. des 17.Juni, Berlin

Mit freundliche m Gruß Hans−Her−

mann Hirschel mann«

Loveparade Die GegnerInnen der Love Parade haben im gewonnen Tiergarten −jedenfalls für den1 4. 7.2 001. gestoppt!?

Die Veranst alt ung kann nichti mTiergar−

tenstattfinden. Die clevere Strategie, ihr mit An mel dunge n f ür De monstrati onen oder "von unten" organisierte Feste zuvor−

zukommen, ist aufgegangen. Getrickst wird zur Zeit nochmit Ter minverlegungen.

Love Parade Veranstalter Planetcomhat für 2 002bis2006alleTerminereservierenlassen. Ineine mJahr gehtderStreit al−

soin die nächste Runde, dann mit Vort eilen f ür die Planetcom. Spannend,daßdie ehe mal s we ni g geli ebt e Par ade j et zt voral−

le mvon CDU und FDP unterstützt wird − was Kohle bringt, ist genehm.

Umdie diesjährige Love Parade bewerbensich inzwischenviele andere Städte, u.a. Hannover und Düsseldorf.

Bitt er:

Das "li nke" Blatt "Jungle Worl d" berichtete über die Love Parade und bezeichnete die Kriti kerI nnen als "erbär mliche Han−

seln". Daß die Jungle Worl d akti ve Gruppen nicht kennenundnicht möge n, i st bekannt. Einsolcher Stil, ständig Aktivistinnen

zu denunzieren, ist arrogant −JungleWorl d Redakt eurI nnen, überl egt mal Eur en Stil, der auchi n Capit al oder Junger Freiheit

ni cht besser gelingen könnte ... Politi k und bürgerliche Medien dagegen bezeichneten die Tiergarten SchützerInnen als

lustfeindlich.

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

7

Kontakte

• Aus aller

umWelt

BI Tiergarten: Tel

030-22192852, Fax

53, rettet.den.

Tiergarten@gmx.de

Schutzgemeinschaft

Großer Tiergarten e.V.:

Postfach 212064,

10514 Berlin, Tel.

030-22192852, Fax

53, Schutzgemeinschaft.Tiergarten@,gmx.de

Aktion 2000: Burkhard

Lenz, Stendaler

Str. 14, 10559 Berlin,

Tel: 030-39879265

(priv), 030-3942397

(Büro + Fax)

Aktuelles siehe auch

in Umweltzeitung Rabe

Ralf, Hrsg. Grüne

Liga, www.grueneliga.

de/berlin und aus der

Tagespresse.

Ö-Verteiler

"Umwelt allg."

�BSÖ:Hochschul-

Umwelt-Info

�BUND:

−Niedersachsen

−Nordrhein-Westf.

−Thüringen

�BUNDjugend:

Delegiertenpost

�GrüneLiga

−Sachsen

−Thüringen

�NABUSaarland

�Naturschutzjugend

Baden-Württemb.

� Dt. Jugendbund für

Naturbeobacht.

� Grün-alternatives

Jugendbündnis

�JANUN


8

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Ausaller

umWelt

Zu den

Redaktionen

Alle Redaktionen

agieren autonom, d.h.

selbstorganisiert und

verantwortlich für

ihren Bereich. Weitere

Mitwirkende sind

überall gern gesehen.

Redaktion

Aus aller umWelt

Die Redaktion wird

im Rahmen der Endredaktionzusammengestellt.

Die

Texte stammen von

verschiedenen

AutorInnen.

Koordination:

Jörg Bergstedt

Aus allerumWelt

Der Infodienst

für UmweltschützerInnen

Institut für Ökologie (gemeinnütziger Verein)

Servicestelle für BIs und Umweltgruppen

V.i.S.d.P.derRubriken:ThemenredakteurInnen

Sonstige Seiten: Jörg Bergstedt (jb)

Redaktionen:

Ö-Punkte

Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen

06401/90328-3, Fax -5, 0171/8348430

oe-punkte@gmx.de

Abfall: Nicht besetzt!

Anti-Atom: Bernd Hanewald

Hermann-Levi-Str. 9, 35392 Gießen

0641/29125 (auch Fax)

Chemie&Industrie:Coord.gg.BAYER-Gef.

Postfach 150418, 40081 Düsseldorf

0211/3339-11, Fax -40

Energiewende: Nicht besetzt!

FreiRäume:Red."Ö-Punkte"

Brunnenstr. 183, 10119 Berlin

Gentechnik: Thomas Schmidt

Umweltwerkstatt, Willy-Brandt-Allee 9, 23554

Lübeck, Tel. 0451/7070646 (auch Fax)

Landschaft/Naturschutz: Jörn Hartje

Steinfeld 61, 23858 Feldhorst

04333/792259 (Fax 04533/792286)

Militär und Umwelt: Ralf Cüppers, Postfach 1426,

24904 Flensburg, 0045/7446/7494

Ökol.Landbau:JohannesRichter

Umweltwerkstatt, Willy-Brandt-Allee 9, 23554

Lübeck, Tel. 0451/7070646 (auch Fax)

Politik von unten (pvu): Nicht besetzt!

Tierschutz: RAGE, c/o Umweltzentrum (ra)

August-Bebel-Str. 16-18, 33602 Bielefeld

Über den Tellerrand: Red. Tellerrand, c/o JUMP

Postfach 306137, 20327 Hamburg

Umweltbildung: Nicht besetzt!

Umweltrecht: Nicht besetzt!

Umwelt&Entwicklung (uns): Norbert Suchanek

Siemensstr. 13, 84513 Tögging am Inn

VerbraucherInnenpolitik: Nicht besetzt!

Verkehr: Umkehr e.V.

Exerzierstr. 20, 13357 Berlin-Wedding

030/4927-473 (Fax -972)

Wasser: Nicht besetzt!

Weltwirtschaft: Lenja Öxle, Zimmer

301/Engelberger Str. 41 H, 79106 Freiburg

Widerstand/Direkte Aktion: Nicht besetzt!

Wirtschaft/Direkte Ökonomie:JörgBergstedt

Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen

06401/90328-3 (Fax -5), 0171/8348430

Neue Redaktionen im Aufbau

Es gibt die Idee, „Querschnittsredaktionen“ zu

schaffen. Diese politischen Redaktionen können

Diskussionsbeiträge einbringen, Schwerpunkte

gestalten und in der Endredaktion eigene Positionen

den Texten der Ö-Punkte hinzufügen.

Möglich sind: Gender/Antisexismus, Antira/Antinationalismus,

Anti-Esoterik oder Jugendpolitik.

Endredaktion (red) war diesmal in Saasen

(Danke an Ronja und Jutta für Unterstützung)

Druckerei: Gießen-Druck

Auflage Heft 2/'01: 16.000

Diese Auflage erreicht ca. 10.000 Basis-Umweltgruppen,

Umweltzentren und -einrichtungen,

Umweltbeauftragte und -beraterInnen. Rest

an Presse, Büchertische und AbonnentInnen.

Und: Vorbereitung Klimakonferenz!

Konto

"Förderverein/Ö-Punkte",Nr.92882004

bei der Volksbank Gießen (BLZ 51390000),

Spenden sind steuerlich absetzbar.

Buchhandelsauslieferung

trotzdem, Postfach 1159, 71117 Grafenau

07033/44273, Fax 445265

trotzdemusf@t-online.de

www.projektwerkstatt.de/

oepunkte

In deutschen Städten ist es

nachAnsicht des Umwelt bundesa mtes

vi el zu l aut . Grund ist der Lär mvon zu

vi el en Fahrzeugen. Eine aktuelle Umfra−

ge zei ge: »Nur rund ei n Dritt el der Deut −

schen kann von sich sagen, von Stras−

senverkehrsl är m überhaupt nicht ge−

st ört oder belästi gt zu wer den. «

Bereit s j et zt zählt Deut schland

zu den asphalti ert est en Länder n der Er −

de. Dochdie Ver nichtung von

Freiflächen durch Strassenbau und Zer−

si edl ung schr eit et weit er voran und

zwar i mmer schneller. Zahlen des U m−

welt bundesa mts zufolge lag Mitt e der

1 99 0er Jahre der t ägliche Flächenver −

brauchnochbei 1 2 0 Hekt ar i n Deut sch−

land. Unter der Rot−Grünen Regierung

sti eg er auf 1 29 Hekt ar pr o Tag an − dies

si nd r und 2 00 zubet oni ert e oder asphal −

tierte Fussballfelder proTag.

Nochi m1 9. Jahrhundert nut z−

ten die Bauernin Deutschlandrund1 . 000

unterschiedliche Wei zens ort en. Heut e

wer den bei uns nur noch3 0 Sort en an−

gebaut, war nt INKAe.V. Die Münch ner

Umwelt − und Nat urschut zgr uppe set zt

si chf ür den Erhalt der Kult ur pfl anze n−

vi elfalt s owohl inDeutschland als auchin

Ecuador ein und befürwort et die ökolo−

gi sche Landwirtschaft.

Überzeugt e Veget arier könnten

bald nochmehr Grund haben, ökologi −

sche Nahrungs mitt el zu kaufen. Denn

die Gen−Ingenieure habenin Hühnerei−

er n ei nen Eiweissbestandteil (das Glyko−

pr otein Avi din) entdeckt, der Insekten

schädigt und Pflanzenfolglichvor In−

sektenfrass schützen kann. So haben

die cleveren Gen−Ingenieure nun das

Hühner −Avi din−Genin Mais eingebaut.

Pr oble m: Avi din bindet das essentielle

Vit a min Bioti n. Die deutsche Fachzeit −

schrift Biologi e i n uns er er Zeit mei nt

dazu. Es wer de kei n negati ver Eff ekt f ür

den Menschen er wart et. » Hit zebehand−

lung wie Koche n oder Backe n z erst ört

zude m die Struktur von Avi din, so dass

es kei n Bioti n mehr bi nden kann und

völli g har mlos wird.« Wer glaubt‘ s?

Neuer dings hofieren auchdie

Grünen die Autoindustrieundschmücken si chmit i hren neuest en »Öko−Produk−

ten« wie Wasserst off− oder Brennstoff−

zellen−Autos. DochnachAnsicht des re−

no mierten Worl dwat chI nstit ut es f ührt

das I ndividual−Auto nicht in ein zu−

kunftsfähi ges Jahrhundert. Eine nach−

halti ge Wirtschaft, die den Bedürfnissen

der Menschheit i mnächst en Jahrhundert

entgegenkommt, wer de ei ne Wiederver−

wert ungs wirtschaft sei n, die auf öffent−

liche Verkehrs mitt el und das Fahrrad

setzt, sagen Lester Brown und Christo−

pher Flavi n, die Präsidenten des Worl d−

wat chI nstit ut e.

Umwelt verbände, Wasserver −

sorger, Gewerkschafter und Kommunal −

politi ker war nen vor den negativen Fol−

gen ei ner Li berali si er ung des deut schen

Wasser markt es. Wer de die Wasser wirt −

schaft nach britische m Vorbild privati −

si ert, dr ohten für Deutschland nicht nur

Einbussenbeider Wasser qualit ät und i m

Umweltschutz, sondernaucheinVer ord−

nungs − und Kontrollchaos. Das »Net z−

Einladung

Offene Endredaktion der Ö-Punkte 3/01

Layouten, Diskutieren und mehr ...

25.8.-24.8. in Saasen

11.-13.5. in Dresden

Menschen statt Profite!

Bildet Widerstands-Kollektive!

Treffen von Basisgruppen zum Aufbau und

Planung horizontaler Vernetzung und gemeinsamer

Aktionen, z.B. zu G8 in Genua und

Klimakonferenz in Bonn.

www.menschenstattprofite.de

1.-4. Juni in Berlin

Rosa-Luxemburg-Tage

Antikapitalismus Theorie und Praxis

Themenblöcke:KritikdesglobalenKapitalismus,

Wie Herrschaft funktioniert, Weltweiter

Widerstand, Zukunft der Rebellion, Kultur und

Sonstiges. Foren u.a.: G8-Gipfel in Genua, Umweltschutz,

Gewerkschaften, Antifa, Geschlechterverhältnis

usw.ZudemWorkshops

und mehr.

www.rosa-luxemburg-tage.de,

030/6322560, rlt@linksruck.de

8.−10. Juni durch Schleswig-Holstein

Anti-A20 Karawane

Ein Wochenende lang radeln Gegner der

A20 die geplante Trasse zwischen Glücksstadt

und Lübeck entlang und protestieren

durch kreative Aktionen in Zusammenarbeit

mit den ansässigen BIs (Bürgerinitiativen).

Das Ökomobil ist auch dabei. Die Teilnehmer

schlafen in Zelten oder werden von den BIs

mit Unterkünften und Essen versorgt. Mitbringen:

Schlafsack, Isomatte, Fahrrad, Zelt (ein

Großzelt ist dabei)

JUP! Bad Oldesloe (siehe unten)

21.− 23.Juni auf dem Koppelsberg in Plön

Internationaler Workshop »Baltic Excess

Fishing«/10 Jahre FÖJ

Dort werden Referenten inhaltlich über das

Thema berichten. Das Wochenende endet

am Sonntag mit einer Aktion auf der Kieler

Woche.

JUP! Bad Oldesloe, Turmstr. 14a, 23843 Bad

Oldesloe, 04531/4512, jup@inihaus.de


werk Unser Wasser« − ei n Zusa mmen−

schluss von Wasserversorgern mit den

Umwelt verbänden BUND, BBU, Grüne Liga

und der Gewerkschaft Ver. di − fordert

ei nen Stopp der

ten.

Privatisierungsabsich−

Di e Atomreaktorkat astrophe

von Tscher nobyl, a m2 6. April 1 9 86, und

die Verhar mlosungs− und Beschwichti −

gungst akti k der deutschen Regierungs−

politi ker f ührt e zur Gründung der Initati−

ve »Elter n für unbelastete Nahrung«

(Ef u N). Inzwischen ist daraus ein fast

bundes weit es Net z werk entstanden, das

sichheut e nicht mehr nur mit den Ge−

fahren der Atomtechnik auseinander−

set zt, sonder n auchüber Er nähr ung i m

All ge mei nen, über Gentechnologi e s owie

über Er nährungs und U mwelt erkrankun−

gen aufklärt. Das Credo von Ef uN:

»Schadstoffe i n Nahrungs mitt el n, Wohn−

bereichund U mwelt erkennen,

ren, ver mei den. «

mini mie−

AuchMuskelfl ei sch, das gerne

von Landwirtschaftspoliti ker n als »BSE−

Frei«tituliert wird, kann BSE übertragen.

Wie der Deutschlandfunk (Berichte aus

der Wissenschaft, 26.3.2 001) nun mel det,

konnten i mVersuchMäuse mitt els Ri n−

der − Muskelfl ei sch− das ni cht nach weis−

bare, unbekannte Mengen an BSE

enthielt − mit BSEi nfi ziert wer den.

Das U mwelt bundesa mt und die Cle−

mens Hölt er G mbH i nfor mieren ab so−

fort i m I nternet über die wichti gsten

deut schen und i nternationalen Umwelt −

pr ei se des Jahr es 2 001. Unter der Adres−

se htt p: /www.umwelt pr ei se. de gi bt es

Dat en und Fakt en über nahezu 2 00 U m−

welt pr ei se der Bundesbehörden, der

Landesbehörden, der Städte sowie über

Journalistenpreise und Jugendpreise.

Auf geführt si nd die Bedingungenfürdie Teil nahme an den Wett be werben, An−

sprechpart ner für die U mwelt pr ei se, die

Jury, die Dotierung, den Vergabet ur nus

und alles, was man sonst nochwissen

muss. Die List e soll jährlich aktualisiert

wer den und weit er wachsen.

Ö-Punkte unterstützen,

damit sie bleiben!

Wir suchen aktive MitstreiterInnen und

regelmäßige FördererInnen!

Der Büchertisch, der paßt ... hier das Bestellformular!

Aus allerumWelt

Thema „Tips für Basisgruppen“

Aktionsmappe Umwelt 29,80 DM

..... St Leitfaden für Bürgerinitiativen, Umweltgruppen usw. Tipps für Aktionen, Finanzbeschaffung,

Pressearbeit, kommunalpolitische Forderungen usw. Dicker A4−Ordner.

Graue Seiten 5,− DM

Ständige aktualisierte A6−Broschüre mit knapp 1000 Adressen. Besonderheiten: Die meisten

..... St

Adressen sind kommentiert, thematisch sortiert einschl. der thematischen Arbeitskreise von Verbänden,

Internet- und eMail-Adressen. A6, 64 S.

Jugendaktionsmappe Umwelt 24,80 DM

..... St Wie die Aktionsmappe, aber für Jugend− bzw. SchülerInnengruppen. A4-Ordner

Mitbestimmen − Mitwelt gestalten 4,− DM

Informationen über Mitbestimmungsmöglichkeiten für Jugendliche, sinnvolle Organisation von

..... St

Jugendparlamenten und −foren. A5-Broschüre.

Umweltprogramm einer Gemeinde 4,− DM

..... St A4−Heft zu den verschiedenen Umweltbereichen und dem, was kommunalpolitisch gefordert

werden sollte. Etwas veraltet, daher jetzt billiger. A4, 64 S.

Food-Koop-Handbuch 16,80 DM

..... St Konkrete Tipps zum Aufbau einer Lebensmittel-Kooperative: Einkauf, Buchführung,

Ladeneinrichtung, Rechtsformen und vieles mehr. A5, 132 S.

Umweltschutz: Kritik und Perspektiven

„Agenda, EXPO, Sponsoring –

..... St Recherchen im Naturschutzfilz“ 39,80 DM

Informationen über den Filz zwischen Umweltschutz, Staat und Wirtschaft. Parteileute

in Vorständen, Abhängigkeiten. Kontakte zu rechten und esoterischen Gruppen.

Kommerzialisierungen und Etablierung. Eine grundlegene Kritik.

Buch, mit ca. 1000 Quellen (400 S., A5, IKO-Verlag)

CD zum Buch 49,80 DM

..... St Mit allen Quellen des Band 1 ... und noch viel mehr. Als PDF mit Volltextsuche und als

TIFF zur Originalbetrachtung. Mit Programmen für Windows, DOS, LinuX und Mac.

„Agenda, Expo, Sponsoring − Perspektiven radikaler,

emanzipatorischer Umweltschutzarbeit“ 39,80 DM

..... St

Analyse der Situation und neue Strategien für eine Umweltschutzarbeit, die die Menschen

zu den AkteurInnen macht − Umweltschutz von unten. Kapitel zu Umweltbildung,

Naturschutz, Ökonomie usw. Buch mit Entwürfen und Statements (280 S., A5, IKO-Verlag)

ACHTUNG: Angebot eines Gesamtpaketes (2 Bände, CD) 1 15,− DM

..... St

CD Umweltschutz von unten" 10,− DM

Ö-Punkte, Positionspapiere "Umwelschutz von unten" und mehr als PDF − zusammen mit dem

..... St

Acrobat Reader als Textleseprogramm.

Infopaket „Umweltschutzvon unten“ 6,− DM

Über 10 Positionspapiere zu verschiedenen Themen wie Agenda 21, Direkte Demokratie,

..... St

Militanz, Umweltbildung, Öko-Neoliberalismus usw., zusätzliche Übersichten.

Reader des Instituts für Ökologie je 12,− DM

..... St −Agenda 21 − Chance oder Mythos? − Baubiologie

− Ökonomie von unten − Software für UmweltschützerInnen

Gewollte

− Politikvon unten − Umweltschutz auf Großveranstaltungen

Reader

− Ökostrom von unten − Ökonomie & Ökologie (ab Sommer)

unter-

Die Reader enthalten verschiedene Texte und Aufsätze zum Thema. Je 60-80 Seiten, A4.

streichen!

Freie Menschen in Freien Vereinbarungen 19,80 DM

Visionen für und Wege zu einer herrschaftsfreien Gesellschaft. Analyse bestehender Herr-

..... St

schaftsverhältnisse und ihrer Entstehung. Kritik, Visionen, Konzepte und Experimente zu Technik

und Ökonomie, Gleichberechtigung und zum Mensch-Natur-Verhältnis. 164 S., A 5.

Thema „Widerstand“

Das System ist schuld ... 3,− DM

..... St Analyse der Ursachen und VerursacherInnen der Umweltzerstörung und Unterdrükkung

von

A5−Heft.

Menschen. Begründung radikaler Perspektiven und Forderungen.

Sonderheft „Chemie und Gentechnik“ 2,− DM

..... St Ein Heft voller Hintergrundberichte über die Chemiekonzerne, die IG Farben, Genversuche

usw. Mit Adressenliste. Stand: Januar 1997.

Stören. Blockieren. Sabotieren. 3,50 DM

Tipps fürs Anketten, Blockaden und

..... St

Zeichnungen. A5-Broschüre, 24 S.

andere direkte Aktionen. Mit vielen erklärenden

Erste Rechtshilfe. 39,80 DM

..... St Detaillierte Informationen zu Repression, Polizeiverhalten, Möglichkeiten des Schutzes, juristischer

Hilfen usw. Verlag Die Werkstatt.

Der Infodienst „Ö−Punkte“

„Ö−Punkte“ 5,− DM

..... St Viermal jährlich, der Infodienst für Basis−Umweltgruppen. Infos aus allen Themenbereichen: Ver-

Gewollte

kehr, Anti−Atom, Abfall, Politik von unten, Gentechnik und viele weitere Themen. Aktuelle Über-

sicht überWiderstandspunkte. 1 Heft 5 DM, ab zweitem Heft 2 DM.

Ausgaben/

–Startausgabe:SchwerpunktWindenergie

Abos un-

– Frühjahr 1998: Agenda 21

terstrei

– Sommer 1998: Direkte Demokratie

chen!

– Herbst 1998: Utopien/Perspektiven

−Winter 1998: Naturschutz im Abseits?

− Frühjahr 1999: Weltwirtschaft

− Sommer 1999: Expo 2000

− Herbst 1999: Tips für Gruppen

− Winter 1999: Umweltbildung

− Frühjahr 2000: Verkehr

− Sommer 2000: Bewegung von unten

− Herbst 2000: Ökostrom

− Winter 2000: Netzwerke

− Frühjahr 2001 : Direkte Aktionen

−Sommer2001:Klimaschutz

Abopreis pro Jahr (4 Hefte plus Sonderhefte und Infos) 20,− DM

Förder-Abo ab 40,- DM

Infopaket über die Saasener Projektwerkstatt 3,− DM

Info-Faltblätter zum Tagungshaus, zu den Werkstätten ... (kostenlos bei Bestellung)

..... St

Name: .....................................................................................

Adresse: ..............................................................................................

..............................................................................................................

Datum: ....................... Unterschrift: ...........................................

Ich hätte gern regelmäßig Termine per Mail oder Fax auf ...............................................................

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Ausaller

umWelt

9

Gruppe Landfriedensbruch

Büchertisch

c/o Projektwerkstatt,

Ludwigstr. 11

35447 Reiskirchen

Tel. 06401/ 90328-3,

Fax -5

landfriedensbruch

@gmx.de

"Geschäfts"bedingungen:

Bis 19,99 DM: Bitte

selbst berechnen und

als Scheck, Schein

oder in Briefmarken

beilegen oder überweisen

auf unser Konto

"Förderverein",Nr.

92881903, bei der

Volksbank Gießen,

BLZ 51390000. Beleg

wird auf Anforderung

beigelegt.

Pauschale für Versand/Porto:

2,- DM.

Ab 20 DM: Gegen

Rechnung. Bezahlung

dann bitte innerhalb

von 14 Tagen. Porto

nach Aufwand.

Hinweise:

Wenn durch diesen

kleinen Bücherversand

Gewinne entstehen,

werden sie für

die Arbeit im Aufbau

desWiderstandesinsgesamtbzw.derProjektwerkstattverwendet.

Daher möchten

wir darum bitten, für

das, was wir Euch

schicken, auch zu bezahlen.

Danke.

Wir ziehen mit dem

Büchertisch auch auf

Kongresse und Tagungen.

Wer uns dabeihaben

will, sollte

einfach mal anrufen

oder schreiben.

In der Projektwerkstatt

sind die Bücher

direkt zu kaufen. Das

Haus ist ohnehin eine

Reise wert: Wohnhaus,

Seminarhaus,

Archive und Arbeitsräume.

erhatLustSolcheBücher

auch selbst zu

vertreiben, z.B. auf

Büchertischen??? Wir

suchen „Ö-Depots“

als Weiterverkaufsstellen!

Bestellen per Internet:

http://come.to/

projektwerkstatt


10

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Schwerpunkt

Redaktion des

Schwerpunktes

AktivistInnen aus dem Vorbereitungskreis

der Aktionen

zur Klimakonferenz

(16.-27. Juli in Bonn)

Internet

www.risingtide.de

1Selbstverständnis

Risingtide versteht sich als

ein dezentral organisiertes

außerparlamentarisches

und kapitalismuskritisches

Netzwerk. Unser Ziel ist es,

ein breit gefächertes

Bündnis aufzubauen, um

dieProtestefürdienächste

Weltklimakonferenz

optimal vorzubereiten.

Langfristig soll das Netzwerk

bestehen bleiben

und für zukünftige Projekte

weiter genutzt werden.

Beitreten können alle

Gruppen und Einzelpersonen,

die sich mit den unten

aufgeführten Zielen

und Feststellungen identifizieren

können. Ausgeschlossen

sind und bleiben

rassistische und sexistische

Gruppen und Einzelpersonen.

Schwerpunkt¨Kli maschutz¨

chwerpunkt »Klimaschutz«

2InhaltlicheZusammenfassung

Es i st wissenschaftlicherwiesen, dass der Mensch mit verantwortlichist f ür den

gl obalen Kli mawandel. Die ersten Auswirkungen si nd bereits i n der For mvonei−

ne mverändert en Regi onalkli maundeinerZunahmevonNaturkatastrophen (Überschwe m−

mungen, Kält e− und Hit zewellen, Stür meetc.) zuspüren. In den nächsten1 00Jahren muss

mit ei ner st arken Te mperat urzunah me, der Verschi ebung der Kli mar egi onen, ei ner st arken

Abnah mederBiodiversität (et wa1 /3 aller Ti er − und Pflanzenart en wer den ausst erben) und

ei ne mst arken Anstieg des Meeresspiegels gerechnet wer den. Als ei ner der Hauptfaktoren

gilt das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2 ) . Dieses wird vornehmlich durch die Verbr ennung

vonfossilen Energieträgern (Kohle, Gas) pr oduzi ert. Di eI ndustri eländer si nd verantwortlich

für denAusstoßvon80%der gesa mtenausgestoßenenCO2−E missionen. Entwicklungs−und

Transfor mati onsländer si nd besonders exponiert f ür die negativen Auswirkungen des glo−

balen Kli mawandels, aufgrundihrer geographischen Lage und de mMangel an ausreichen−

den Technologi en, u msi ch an die veränderten U mwelt bedingungenadäquatanzupassen. Bereits i n den nächsten1 0Jahren muss mit 1 50 Millionen U mweltflüchtli ngen gerechnet

wer den.

Auf der Weltkli makonferenzi n Bonn vo m1 6.−27.Julisoll das Kyoto−Protokoll, dass ei ne CO2−Re−

dukti on von 5,2 % ab199 0bis zu denJahren2008−2012vorsieht, ratifizierbar ge macht werden.

Entwicklungs−undTransfor mati onsländer si nd noch von der Redukti on ausgeno mmen. Das Wis−

senschaftsgre miu mder UN,dieIPCC; hat f est gest ellt, dass ei ne CO 2−Reduktion von 60% nöti gist,

umdasglobale Kli mazustabilisieren. DieBetroffeneni n For mvon»Entwicklungsländern«, Insel−

st aat en, l okale Ge mei nschaften, i ndigene Gesellschaften, Umwelt − und Wirtschaftsflüchtli nge

si nd ni chtodernurunzureichendbeidenUN−Verhandlungen repräsentiert, währendtransna−

tionale Konzer ne und Wirtschaftslobbyi stI nnen (z. B. Atomkraft, Öl) überrepräsentiert si nd. Ne−

ben der Ratifizierung geht esumdie Frage, mit welchen Met hoden und Maßnah men die Treibh−

ausgase mmissionenreduziert werden können. Vorrangi g diskutiert werden die sogenannten

»flexi blen Mechanis men« und die Anrechnungvon»CO2−Senken«. Die »flexi blen Mechanis men«

wer den unterteilt in»Clean Development Mechanis men« (CDM/ die AnrechnungvonProjekten

in Entwicklungs− und Transfomati onsländern), »JointImpl e mentation« (die Zusa mmenarbeit i n

Pr ojekten mit anderen I ndustrieländer n) und de m»Emmissionshandel«. Die Anrechnung von

»flexi blen Mechanis men« sollen die Kost en f ür di e Herst ellerländer senken und bei nhalt en

vi el e »Schlupflöcher«. Als »CO2−Senken« wer den große Wälder und andere organisch be−

wachsene Flächen bezeichnet. Pflanzen neh men bei ihre mWachst u mCO2auf und ge−

ben es wiederfrei, wennsieabsterben. Atomenergiesoll zu mBeispiel als CO2−r eduzi e−

rende Maßnah me angerechnetwerden, obwohl der CO2−Ausstoß i n der Gesa mtsu mme

genauso hochist, wie bei konventionellen Kraft werken. In Rußlandist seit199 0die Wirt −

schaft zusa mmengebrochen. Rußland hat da mit effektiv wesentlich mehr CO2redu−

zi ert, als vorgegeben und kann den Überschuß an andere Länder verkaufen. Bestehende

Wäl der wer de n abgeholzt werden, u msie mit schnell wachsenden gentechnisch manipu−

liert en Bäu men zu bepflanzen. Die Auswirkungen des globalen Kli mawandels dürfen nicht

monokausal nur i mZusa mmenhang mit Ökologie gesehen werden. In den aktuellen

Verhandlungen spielen rassistische, neokolonialistische und neoli berale Tendenzen

ei ne st arke Rolle.


3 Grundpositionen zur Klimakonferenz

3.1 Dievorgegebenen Zielei mKyoto−Protokoll − die CO2−Reduktion u m5,2%−rei−

chen bei weit e mnicht aus.

3.2Der weltweiteCO2−Ausstoß muss soschnell wie mögli ch u m6 0% r e duzi ert wer −

den.

3.3 Die UN−Verhandlungen werden nicht dasglobale Kli ma st abilisieren können,

solange die welt weitesozi al e Ger echti gkeit und U mwelt schut z angesichts der Do−

minanzderInteressen der transnationalen Konzer ne an den Rand gedrängt wer −

den.

3.4 Deraktuelleökono mische Prozess ist nicht nachhaltig *

und beschleunigt den

gl obalen Kli mawandel.

3. 5Die Konzept e der Globalisierung und des Neoli beralis mus lassen sich nicht mit

de mgl obalen Kli maschut z verei nbaren.

Schwerpunkt¨Kli maschutz¨

4 Reduktionsmaßnahmen

4.1 Di e Reduktions maßnah men müsseni mHerst ellerland durchgef ührt wer den, d.h.

dieAnrechnungvon»flexiblen Mechanis men«ist nicht zulässig.»CO2−Senken« dürfen

ebenfalls nicht angerechnet werden.

4. 2 U mdas gl obale Kli mazustabilisieren, müssen die Treibhausgasreduktions maß−

nah men an de mUrsprungse mmissionsstandort st attfi nden. Dazu bedarf es ei ner

Wendei n Gesellschaft und Politi k hi n zu Energiesparen und ökologi sche unbe denkli −

chen Energieträger n.

4.3 Di e Nut zung von nichterneuerbarenEnergieträgern(Kohle, Gas, Uran) wird ei n−

gest ellt.

4. 4 Atomenergie kann und wird nie mals ei ne Ener gi el ösung sei n.

4. 5 Alle Menschen und Staatensolltensich der globalen Kli maverantwortung bewußt

sein und unabhängig von globalen Kli maverträgen die notwendigenMaßnahmeni m

ausreichenden Maße unterneh men, u mdas globale Kli mazustabilisieren.

5Gleichheit

5.1 Alle Menschen haben diegleichenRechtezueiner nachhaltigen *

Nut zung der At−

mosphäre und ei ne mfestgelegtenAusstoss von Treibhausgasen. Berücksichti gt wird

dabei der unterschiedliche Energieverbrauch der verschiedenen Kli − mar egi onen

(z. B. Tropen vs. Tundra) .

6Adaption/Technologietransfer

6.1 Di e s ozi oökono mische Verlet zbarkeit (Vul ner abilit ät) aller Länder muss reduziert

wer den. Di eses gilt besonders f ür Entwicklungs− und Transfor mati onsl änder. I ndu−

striel änder müssen kost enlosnachhaltigeTechnologi en ber eit st ell en, da mit sich Ent−

wicklungsländer besser an die veränderten U mwelt bedi ngungen anpassen können.

Alle Länder müssen sich nachhalti g entwickeln.

6. 2 U mweltflüchtli nge werdenjetzt und zukünfti g unterstützt. Zu mei nen werden

si e als U mweltflüchti ge anerkannt, zu manderen werden die Ursacheninihrer Hei mat

bekä mpft.

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Schwerpunkt

Zitate

... könnten die Mechanismen zur wegweisenden Innovation

werden, da sie Prinzipien des Marktes in bisher

nicht gekanntem Ausmaß in die internationale Umweltpolitik

einführen.

(aus Sebastian Oberthür/Hermann E. Ott, 2000: Das

Kyoto-Protokoll, Leske+ Budrich in Opladen, S. 136)

11

* Anmerkung

Nachhaltigkeit

bedeutet hier, dass

der sozioökomische

Lebenswandel so

gestaltet wird, dass

die nachfolgenden

Generationen unter

den gleichen

Bedingungen leben

können.

Zu den Fotos

Sie stammen von

den Aktionen zur

Klimakonferenz

2000 in Den Haag.


12

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Quelle

Auszug aus:

Sommer 2001

•Schwer-

G

punkt

Warum grün rot ist:

Marxismus und die

Bedrohung der

Umwelt

von

Paul McGarr

Schwerpunkt¨Kli maschutz¨

lobale Erwärmung

Das I PCC

(Intergo−

ver n mentalPanel onCli mat e Change − et −

wa: ge mei nsa mer Ausschuss der Regi e−

rungenzu mKli mawandel), eineamtliche Körperschaft, der ungefähr 2 500 Wissen−

schaftler aus der ganzen Welt angehören,

hat syst e mati sch die Befunde untersucht

und ei ne Rei he von Berichtenerstellt. Sie

ko mmtzudemnüchternenErgebnis: »Per

Sal dospr echen die Befunde dafür, dass es

ei nen erkennbaren menschlichen Ein−

fluss auf das Weltkli magibt.«

Sogar der Club der wohlhabendenIndu−

striel änder, die OECD, hat ei ne Rei he von

Berichtenerstellt, die vor derGefahrder

welt weit en Er wär mung als der »höchsten

Herausf orderung«, vor der die Mensch−

heit st ehe, war nen. Führende Politi ker der

gr oßen I ndustri el änder der Welt si nd si ch

ebenfalls über die Gefahr unddie Notwen−

digkeit raschenHandelns einig. Al Gore,

zur Zeit als dieser Aufsatz geschrieben

wird, VizepräsidentderVer ei ni gt en Staa−

ten, hat ein Buch über dieses The mage−

schrieben. Großbritanniens stellvertre−

tender Pre mier minister John Prescott

l egt dar, dass »ni cht mehr darüber ge−

forscht wird, ob, sonder n dar über, wann«

die welt weite Erwär mung dra mati sche

Wirkungen entfalten wird.

Solche Einigkeit hat dazu geführt, dass

die Regierungender Welt si ch z wei mal zu

enor mwichti gt uerischeni nternationalen

Konf er enzen vers a mmelt haben, auf wel −

chen sie Taten versprachen, zuerst i n Rio

de Janeir o

auf

de m

Welt gi pfel

1992 und

dann i n Japan auf der Kli makon−

ferenzin Kioto1997. Weder diese Zusa m−

menkünfte noch diePoliti ker, dievordem

Kli mawandel warnen, haben die zur Ab−

wendung des Ungl ücks notwendigen

Maßnah men hervorgebracht. Aber bevor

wir uns de mzuwenden, lohnt essich,Hin−

tergrund und Ursachen der Gefahr der

welt weit en Er wär mung zu besprechen.

Es li egen beei ndr uckende Hinweise

daf ür vor, dass di e welt weit e Er wär mung

bereits i mGange ist. Die durchschnittli −

chen Te mperat uren der Erdoberfläche

haben sichi n diese mJahrhundert u met−

was ei n Grad Celsius erhöht unddie Mee−

resspiegel sind wegender Wär meausdeh−

nung der Welt ozeane u m1 0cmbis25cm

gestiegen. Zehn der wär mst en Jahr e, seit

es ei ne Aufzeichnung gi bt, waren wäh−

rendderletzten1 5Jahreund1998war das

wär mst e Jahr, seit vorübereinemJahr−

hundert verlässliche Aufzeichnungen be−

gannen. Bef unde aus de mI nneren von

Eis massen und von Bau malt ersri ngen

und ander e Dat en deut en darauf hi n, dass

die 9 0er Jahre welt weit vielleicht das

wär mst e Jahrzehnt der letzten 600Jahre

war en.

Di e mei st en WissenschaftlerInnen sa−

gen voraus, dass wenn nicht drastische

Maßnah men ergriff en wer den, die welt−

weit e Er wär mung sich bald beschleuni−

gen wird. Einigen Berichten zufolge

könnten sich bis zu mjetzigen Jahrtau−

sendwechsel die Durchschnittste mpera−

turen der Welt u m z wei Grad Celsius i m

Vergleich zu de m Basi sj ahr 1 850 erhöht

haben. Andere gehensogar von achtGrad

Celsius aus. Und diese Zahlensindglobale

Durchschnitts wert e, hi nter denen sich

ungleich größere Veränder ungen an be−

sti mmten Orten verbergen. Die angese−

hene Ver ei ni gung Besorgter Wissen−

schaftler kommt zudemSchluss, dass »in

all en Szenarien dieerwartete Erwär mung

wahrschei nlich gr ößer sei n wird als je−

mals anlässlichähnlicher Erei gnisse wäh−

rend der letzten1 0 000Jahre.«

Nie mand wei ß genau, was die Folgenei−

ner solchen Er wär mungsei n werden. Das

Kli maderErdeisteinkompl exes System−

quantit ativ klei ne Veränderungenkönnen

pl ötzliche dra mati s che unvorhersehbare

Aus wirkungen haben −; deshalbsindWet −

tervorhersagen notorisch unzuverlässi g,

sobal d sie mehr als ei n paar Tage u mfas−

sen. Das Kli maist einBeispiel fürjene Art

von Syste men, dieinnerhalbder von Wis−

senschaftlern sogenannten Chaost heo−

rie untersucht wer den. Di ese daher de m

Kli ma innewohnende Unsicherheit be−

züglich der mögli che n Wirkungen ei ner

welt weit en Er wär mung macht die Gefahr

nur noch bedr ohlicher. Ungeachtet dieser

Unge wissheit sind sich aber die Wissen−

schaftlerInnen über Art und Aus maß der

dr a mati s chen Veränder ungen i nfolge ei−

ner welt weit en Er wär mungei nig. Die Uni −

on of Concerned Scientists bri ngt die

Aussi chten auf den Punkt:

Es best eht die ernste Gefahr, dass sich

das Kli maineiner Wei se veränder n wird,

die ernsthaft unser Leben stört. Zu den

schli mmst en Aus wirkungen gehören: An−

stieg des Meeresspiegels, mehr Hit zewel −

len und Trockenheiten; häufiger unge−

wöhnliche Wett ererei gni sse, die Über−

schwe mmungen und Zerst örung von Ei−

gentu m hervorbri ngen; und Tropen−

krankheit en, diesich auf Gebiete ausdeh−

nen wer den, wosi e vorher nicht bekannt

war en. Wenn wir nicht handeln, dann wird

di e welt weit e Er wär mungunsere Gesund−

heit bedr ohen, sowie Städte, Landwirt −

schaft, Wälder, Feuchtgebieteundandere

nat ürliche Lebensräu me.

Di e ges ellschaftli chen Folgen solcher

Veränder ungen könnten katastrophal

sein. StädteundganzeLändervonHolland

bi s Bangl adesch li ef en Gef ahr dur ch den

st ei genden Meer esspi egel über −

schwe mmt zu werden. Ganze Bevölke−

rungen wären mit de m Untergang be−

dr oht, wenn Krankheitsgebiete sich ver−

schieben und da mit t ödliche Krankheiten

inGebietegelangen, wosiebis dahinun−

bekannt waren. Die Schädigung der

Landwirtschaft kann zu riesi gen Hun−

gersnötenundzu sozi al en Unr uhen f üh−

ren. Die welt weite Erwär mung könntepa−

radoxer weise die starke Abkühlung eini−

ger Gebiet e und kei ne Er wär mung bewir−

ken, soz. B. i n Großbrit annien, wenn der

Golfstrom, der Nordwesteuropa er wär mt,

gest ört wird. Solche Veränder ungen wür −

den mit Sicherheit für die Menschheit sehr

gr oßes Lei d bri ngen, si e könntengewalti−

ge wirt schaftliche und gesellschaftliche

Umwälzungen, welt weit e politische Span−

nungen und die Gefahr großer und zer−

st örerischer Kriege hervorrufen. Alle

Wirkungen der Erder wär mungzusa mmen

geno mmen könnten sogar den Fort be−

st and unser er ZivilisationinFragestellen.

Viele Kommentatoren belegen die welt−

weit e Er wär mung mit den außergewöhn−

lichen Vorfällen bei mWett er i n den l et z −

tenJahren−von denStür men und Über−

schwe mmungen i n Orissa i n I ndien bis

zu mHurrikan Mitchi n Mitt ela meri ka, oder

die großflächigen ungewöhnlichen Wet −

terbedingungen, die mit de mWechsel der

Strömungeni mpazifischen Ozean zu »El

Nino«1997/1998einhergingen. Obdiese

Er ei gni ss e die Fol ge ei ner welt weit en

Er der wär mung si nd oder nur Teil ei nes

nat ürlichen Wechsels i mWeltkli maist zur

Zeit noch nichtzusagen.Sicher ist aber,

dass si e ei ne kl ei ne Vorausschau auf das

gewähren, was i mmer häufi ger und

schrecklicher geschehen wird, wenn

ni chts unternommen wird, u mdie welt−

weit e Er der wär mung zu stoppen.


Wahrschei nlich wirdsich das

Weltkli maauchinZukunft

auch ohne menschliches

Zut un auf völli g nat ürliche

Art bis weilen st ärker

veränder n, dies hat es

ja auch schon in der

Vergangenheit get an.

Di es e Veränder ungen

wer den dann hof−

fentlich nicht sorasch

erf olgen wie die der−

zeit drohende Kli ma−

veränderung. Was an den

von Menschen hervor−

gerufenen Verände−

rungen i mUnterschied

zu den natürlichen

Veränder ungen soAngst

macht, ist i hre −i n geolo−

gi schen Zeit abläufen betrachtet −

hohe Geschwindigkeit. Wir können hof−

fen, dass wenn in Zukunft ernstzuneh−

mende natürliche Kli maveränderungen

geschehen, wir bis dahi n über genügend

Wissenverfügen und die Gesellschaft so

organisiert haben werden, dass wir ei ne

solche Veränder ung beei nfl ussen oder

uns daran anpassen werden können.

Heut zut age dr ohen aber solche dra mati −

schen Veränder ungen nicht von der Na−

tur, sondern vomKapit alis mus, der auch

die erforderlichen Gegenmaßnah men

verhi ndert.

Eine Minderheit von Wissenschaftlern

st ellt die von mir geschilderte ei nhelli ge

Mei nung über die Erderwär mungi n Frage.

Sie vertreten die Ansicht, dass man noch

ni chtaufeinerealeBedrohung schließen

könne, i nde msie Unsicherheiten, ob die

welt weit e Er wär mung bereits Wirkung

zeigt, und echte Schwierigkeiten mit den

Kli maprognose modell en vorschieben.

Man schöpft fr eili ch ei n weni g Ver dacht,

wenn man entdeckt, dasseszwischenei− ni ge n dieser Wissenschaftler und Teilen

der Großindustrie, die sich a mhartnäk−

ki gst en Maßnah men zur welt weiten

Er der wär mung widersetzen, Verbi ndun−

gen gi bt. Über ei ni ge dieser Zweifler

st ellt e der » Ne w Scientist«fest: »Sie haben

si ch auch ei ni ge gut bezahlt e Lehraufträge

und Beraterverträge bei Konzer nen, z. B.

Bergbaukonzer nen, gesichert, die ängst−

lich daru m be müht sind, internationale

Be mühungen zur Kontrolle von Treibh−

ausgasen zu hi ntertreiben.«

Gleiches gilt für scheinbar unabhängige

Körperschaften, die Berichte herstellen,

die wissenschaftlich klingen und die die

einhelligeMeinungeiner wirklichen welt −

weit en Er wär mung i n Frage stellen. Ein

Bei spi el i st das Globale Kli mai nf ormati on−

sprojekt (Global Cli mat e I nf ormati on Pr o−

ject) . DerNameklingtunabhängiggenug, nur dass diese Einrichtung von Körper−

schaften wie die Ameri kani sche Aut oher −

st ell er ver ei ni gung, das A meri kani sche

Eisen−undStahli nstit ut und die Ameri ka−

ni sche n Fuhr ver bände unterstützt wird.

Nat ürli ch brauchen wir saubere und

str enge wissenschaftliche Auseinander−

setzungen über die tat−

sächlich best ehenden

Unsicherheit eni n unse−

re m Verst ändni s des

Weltkli mas und der

Er der wär mung. Aber

wenn die überwälti−

gende Mehrheit der

Kli maf orscher i n

all er Welt die These

vertreten, dass

überzeugende Be−

funde vorli egen,

dann wär e es falsch

dieAnsichtnichtzur

Kenntnis zu neh−

men. Nichts zu tun

und abzuwarten, bis

sich die Unsicherheiten

aufgeklärt haben, dasist der

Weg i ns Unglück. Bis dahin könnten

schon unu mkehrbare Kli maveränderun−

gen ei ngetret en sei n. Die ei nzi ge

ver nünfti ge Halt ung angesichts der vor−

liegenden Bef unde ist die ernste Gefahr

zu begreifen und Maßnah men gegen sie

ei nzuleit en und durchzuf ühren − und

gl ei chzeiti g s auber e wi ssenschaftliche

Untersuchungen und Auseinanderset−

zungen weiterzuführen.

Es gi bt ni chtnurüberdie Erderwär mung

ei ne br eit e Überei nsti mmung, sondern

auch über die Ursache − der Ausstoß von

sogenannten Treibhausgasen in die At−

mosphäre i nfolge menschlicher Aktivit ät.

Das Kli maderErdeundallesLebenauf der Er de hängt von der Energi e, die von

der Sonne ko mmt, ab. Eine wichti ge Ei−

genschaft der Er dat mosphäreist, dass die

Gase, aus denen si e sich zusa mmensetzt,

zulassen, dass die Sonnenenergie die Er−

doberfläche erreicht, aber dann verhi n−

der n, dass diese Energiereflektiert undin

das Welt all zur ückgest r ahlt wird. Diese

Gase f ühren ähnlich wie das Gl as bei ei −

ne mGlashaus zu einer höheren Te mpe−

ratur auf der Erdoberfläche − daher i hr

Na me. Ohne diese m »Treibhauseffekt«

wär e das Leben auf der Er de ganz anders

und es ist sehr unwahrschei nlich, dass

Menschen dann exi sti er en könnten, da

die Erdoberfläche et wa3 0Grad kälter wä−

re.

Der französi sche Physi ker Jean Fourier

hat zuerst vor über170JahrendenTreib−

hauseffekt t heoretischerklärt. Heute wis−

sen wir, dass verschiedene Gase zu de m

Eff ekt beit r age n. Di e wichti gsten si nd

Wasser da mpf, Kohlendioxid (CO2 ), Me−

than, Schwefelsauerstoff (NOx), Chlor−

fluornitrate (CFN) und ähnliche Gase mit

Na men wie FCKW und HFC. Die welt weit e

Er wär mung droht, weil bei all diesen Ga−

sen die E missionen zunehmen, mit Aus−

nah me desWasser da mpf es. Das mit Ab−

st and wichti gste Treibhausgasist CO2, das

Wissenschaftler für et wa zwei Drittel der

welt weit en Er wär mung verantwortlich

machen.

Der CO2−Gehalt i n der Erdat mosphäre

hat aus ei ne m ei nfachen Grund zuge−

no mmen: Energiegewinnungauf Grund−

Schwerpunkt¨Kli maschutz¨

lagefossiler Brennstoffe. Einesolche Ent−

wicklung mit der da mit ei nhergehenden

Wirkung auf das Kli ma wurde schon vor

Der Infodienst für

langer Zeit vorausgesehen. Der schwedi−

UmweltakteurInnen

sche Wissenschaftler Svante Arrhenius

war ntebereits1 896,dasseineauffossilen

Br e nnstoff en basi er endei ndustriell e Ent−

wicklungdie Konzentrationvon Gasen wie

CO2inder Atmosphäre erhöhenundei nen

Kli mawandel auslösenkönnte. Seit derin−

dustri −

Sommer 2001

ell en Zu Joint Implementation

Revolu−

Die Bedingungen für spezifische JI-Projekte müssten

zwischen einem oder mehreren Industrieländern und

tion hat einem Entwicklungsland (...) ausgehandelt und von

sich die diesen umgesetzt werden. Häufig jedoch wird durch

Kon−

die Machtverhältnisse zwischen diesen potenziellen

Partnern das Geberland begünstigt. ... Deshalb werden

zentra− immer wieder Stimmen laut, die JI als eine Art „Neoko-

tion i n

der At−

lonialismus“ bezeichnen.

(aus: dito, S. 204)

mosphäre von CO2u mdreißigProzent er−

höht, bei Met han verdoppelt und bei NOx

ist die Konzentrationu m1 5Prozent ange−

stiegen. Schoni n den 4 0er Jahren dieses

Jahrhunderts waren Wissenschaftler in

Sorge, dass Arrhenius Befürchtungen

wahr wer den könnten, undin den 70er

Jahren waren die mei st en Wissenschaft−

ler davon überzeugt. Diese Sorge weitete

sich währ end der l et zt en Jahrzehnte zu

ei ner br eiten öffentlichen Besorgnis aus

und gab den Anlassfür eine Reihestaatli−

cher Maßnah men. 1 9 79 fand die Erste

Weltkli makonferenz st att und1 9 88 wurde

das I PCC gegr ündet, von hi er aus f ührt e

die Entwicklungzu den Konf er enzen1 99 2

in Riound1997in Kioto.

Über die wahre Ursache des Proble ms

wird ei gentlich gar nicht gestritten:esist

der st ei gende Ausst oß an CO2−Gasen ei −

ner Wirtschaft, die festgelegt ist auf die

Verhei zung von f ossilen Brennstoffen

und auf die darauf beruhenden Erzeug−

ni ss e. Sogar die OECD (Organisation of

Econo mically Developed Countries)

ko mmt zu de mSchluss, dass »die Ver −

br ennung f ossiler Brennstoffe über 9 0

Pr ozent allenanthropogenen [von Men−

schen verursachten] CO2−Ausstosses aus−

macht und dies ist die Hauptquelle aller

Treibhausgase missionen.«

Di e Lage i st kl ar. Di e gr oßen Volkswirt −

schaf−

ten der Zur direkten Beteiligung von Konzernen

Welt ... wäre es denkbar, daß die Regierungen bestimmten

hängen

Unternehmen die Genehmigung erteilen, als Makler tätig

zu werden und Emissionserlaubnisse wie beliebige

von der andere Wirtschaftsgüter zu kaufen und verkaufen. Dies

Ver −

br en−

würde die Zahl der Marktteilnehmer beträchtlich erhöhen

und einen „echten“ Markt entstehen lassen ...

Aus wirtschaftlicher Sicht ließen sich durch die Beteili-

nung gungdesprivatenSektorsdieKostenwirksamkeitund

fossiler

Br e nn−

die Effizienz eines Handelssystems verstärkten.

(aus: dito, S. 254)

st offe Zur Verlagerung von Maßnahmen in

und

sog. Entwicklungsländer

Aus umweltpolitischer Sicht könnte für einige Indu-

den strieländer allein die Aussicht auf billige Emissionsreduk-

darauf tionseinheiten Grund genug sein, tief greifende Maß-

beru−

henden

nahmen im eigenen Land zu unterlassen.

(aus: dito, S. 256)

Er z eugni ss e n ab, si e dr ohen so das Welt −

kli maausdemGleichgewicht zubringen

mit mögli cher wei s e kat ast r ophalen welt −

weit en Folgen. Wiekonnteessoweit kom−

men und was kann dagegen get an wer−

den?

•Schwer-

13

punkt


14

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Zum Text

Sommer 2001

•Schwerpunkt

Autorin: Renate Backhaus

Atompol. Sprecherin

des BUND-Bundesverbandes

Aus anti atom aktuell

Nr. 113

Langfassung unter

www.projektwerkstatt

.de/oepunkte

Schwerpunkt¨Kli maschutz¨

Atomausstieg versus Klimaschutz

er aussteigt, muß auch einsteigen

Da st ellt sich dann f ür die Betreiber

ni cht die Frage des Atomausstieges,

sondern konsequenterweise müßten die

Betrei ber − sofern sie den Kli maschut z

er nst neh men − zu de m Schluß kom−

men, daß der Ausbau der Atomenergie−

nut zung der

schutz ist.

Köni gs weg f ür den Kli ma−

Wie wenig haltbar eine solche These

wär e, haben diverse Studienin der Ver −

gangenheit gezei gt. Unabhängi g von

den Ri si ken der Atomenergienutzung

und der ungelöst en Entsorgung ist auch

die Frage der Wirtschaftlichkeit zu stel −

len. Dabei wird klar, daß die Nutzung

der Atomenergie nicht nur lebensbe−

dr ohend i st, sonder n auch die teuerste

Art zu m Kli maschut z wäre. Der Neubau

von Atomkraft werken i st ei ne t eur er e

Kli maschut zvari ante als das Energiespa−

ren oder moder ne Gaskraft werke. 1 9 88

wiesen beispielsweise U mweltf orscher

vo mRocky Mountains Institutein Colo−

rado erst mals dar auf hi n, daß nach i hr e n

Berechnungen f ür dassel be Gel d min−

dest ens z wei ei nhal b mal mehr Kohlendi−

oxi d dur ch Ener gi espar e n ver mieden

wer den kann als durch den Bau neuer

Atomkraft werke.

Das Öko−I nstit ut ka m1996i mAuftrage

des hessi schen U mwelt ministeriums zu

de m Schluß, daß der Kli maschut z mit

Atomkraft werken dr ei − vi er mal t eurer

ist als mit ei ne m » Mix von Alt er nati −

ven − von Stromei nspar en und Kraft −

Wär me−Kopplung bis zu Biomasse und

Wind«. Fazit : »Anstatt − wie i mmer be−

haupt et − 1 50 Millionen Tonnen Kohlen−

dioxid zu ver mei den, entstehen durch Kli marisi ken dur ch radioaktives Kryp−

Investitionen in Atomkraft werke i n ton−85 aus der Ker nspalt ung:

Deut schland knapp 500 Millionen Ton−

nen mehr als bei den Alt er nativen«,

schreibt Gut achter Frit sche. » Kohlendio−

xi d−Einsparungendurch Atomkraft wer −

ke er wei st sich als rei nes Märchen«. »Ein Krypton−85−spezifischer, also

...

durch Atomenergie verursachter Treib−

Das bei m Ausstieg aus der Atomener−

gi e das Kli maschut zziel erreicht werden

kann, hat u. a. ei ne Untersuchung des

Wuppert al −I nstit uts gleich zu Begi nn

der r ot−grünenRegierungergeben. Die

Wissenschaftler halten es für mögli ch,

bi s 2 005 all e Atomkraft werke abzuschal −

ten undtrotzde mde mKli maschut z ge−

recht zu werden. Bedingungist aller−

dings, daß »der Ausstiegvon einer er−

heblich offensiveren Energiespar− und

Kli maschut zpoliti k als bi sher flanki ert

wird«. Nach de m Konzept des I nstitut s

müßte der Gesa mt−Stromverbrauch

durch ei ne offensive Einsparstrategie

von derzeit rund 500 Millionen Kilowatt −

st unden pr o Jahr auf 430Millionen ge−

senkt werden. Verzicht auf Stand−by−

hauseffekt und anders geart et e Störun−

gen von Kli maundWett er si nd mögli ch,

wenn die Konzentration des Krypton−85

in der Atmosphäre weiter steigt«. So

faßte Roland Kollert, Bre men, die Ergeb−

ni ss e s ei ner Studie zusa mmen, die er

bereits 1 994, acht Jahre nach Tscher no−

byl erstellte. Schon in wenigen Jahr−

zehnten muß mit wesentlichen Auswir−

kungen gerechnet wer den. Der Weiter −

betrieb von Atomanlagen bedeutet ein

»unkalkulierbares Großexperi ment« mit

der Er dat mosphäre. Das bei Atombef ür−

wort eri nnen so beliebt e Bild vo m Kli −

ma−Sauber mann Atomenergiebricht wie

ei n Kart enhaus zusa mmen, wenn die

Erke nntnisse aus dieser Arbeit i n die

Debatt e u mdas Wett er vordringen.

Funkti onen, Nut zung von Ener gi espar −

la mpen, bei m Neukauf von Haushalts−

gerät en nur energiesparsa me Modelle

er werben, Moder ni si er ung von Beleuch−

tungsanlagenin Industrie und Gewerbe,

Umst ell ung auf effizi ente Pu mpen und

Antriebe i n Fabriken, Ersatz von Nacht−

speicherheizungen − das ganze ( i m

Grundsatz längst bekannte) Arsenal der

Effi zi e nzst r at egi e n müßte flächendek−

kend zu mEinsatz kommen.

Krypton−85 greift in die Iuftelektri−

schen Mechanis men und da mit i n die

Wett er maschi ne ei n. Der erst e Schritt

hi er bei i st, daß die Strahlung des Kryp−

ton−85 bei den Luft molekülen zu mehr

Ionen, also elektrisch geladenen Teil−

chenführt. Deshalb steigt die Leitfähig−

keit der Luft; das el ektrische Fel d der

...

Er dat mosphäre zwischen der lonosphä−


e und de mErdboden wird geschwächt.

Di e I oni s ati on der Er dat mosphäre wird

pr ozentual besonders über den Meeren

− der Wett erküche der Er de − und den

Polen erhöht, d.h. überdrei Vierteln der

Er doberfläche. Die künfti gen Kli maf ol−

gen si nd aber gerade auch über den

Konti nenten zu erwarten.

Di e Atomkraft werkskat astr ophe von

Tschernobyl 1 9 86 hat i n Regionen Po−

lens, Griechenlands und der Alpen zeit−

wei se zu ei ne m st arken Ansti eg der

el ekt ri schen Leit f ähi gkeit der Luft auf

das Zehnfache bz w. zu eine mstarken

Rückgang des luft elektrischen Fel des

gef ührt. I n den haupt verseuchten Ge−

bi et en Mitt elschwedens wur de sogar ei −

ne auffallende Zunah mederBlit zhäufi g−

keit registriert. Diese Tat sachen bele−

gen wie eine große Vielzahl weiterer

wissenschaftlicher Ergebnisse aus aller

Welt, die in der Studie di skuti ert wer −

den, die Kli marisi ken des Krypton−85.

Experi mente hochkarätiger For−

schungszentren zeigen, daß Krypton−

85−haltige Abgasschwaden i ntensive

strahlenche mische Wirkungen auf ande−

re Luftschadstoffe ausüben können. Sie

verursachen i nsbesondere deren U m−

wandl ung i n aggr essi ve sogenannte

Oxi dantien; das bedeutet Strahlens mog

und mehr sauren Regen über den be−

troffenen Ländern.

Di e Ri si ken des Krypton−85für Wett er

und

dar:

Kli ma stellt die Studie eingehend

Schwerpunkt¨Kli maschutz¨

Ein Zusammenbruch des Iuftelektri −

schen Syste ms der Erdat mosphäre mit

unabsehbaren Folgen für Wett er und

Kli maist nicht auszuschließen.

Di e BUND−Studie stellt zu den Kli ma−

wirkungen des Krypton−85 einen

großen

fest.

weiteren Forschungsbedarf

Di e Ver weil dauer und das I nventar Krypton−85in der At mosphäre st a mmt

von Wasser da mpf, de m wirksa mst en zu m größten Teil aus der Plutoniu mab−

Treibhausgas in der At mosphäre, neh− trennung WAA. Der Mißbrauch dieser

men treibhauswirksa mzu. Folge ist ei− Anlagen als Entsorgungsvehikel muß

ne Er wär mung der Erdat mosphäre. auch aus Kli maschut zgr ünden unter−

Veränder ungen von Niederschlagsart

bunden werden. Auch bei der Atom−

und − mengen mit ungewissen Folgen

müll − Konditi onierung, et wa wie i mnie−

für Wett er und Kli ma werden verur−

dersächsi schen Gorleben geplant, ist mit

sacht u. a. durch Änderungen bei mGe−

erheblichen Krypton−85−Freisetzungen

frier− und Taupunkt des Wolkenwassers.

zu rechnen.

Di e Blit zhäufi gkeit und Blit zst ärke

Di e engli sche

neh men zu, mit der Fol ge st ärker er Un−

Pl ut oni u mfabrik

wett er und Wal dbrände.

Sell afi el d s owie

Mehr Kondensationsker ne bz w.

Trübungspartikel beeinträchti gen die

Kli maei genschaft en der unteren At mo−

sphäre für Wolkenbildung und Wär me−

absorption.

die französi schen

Anlagen in La

Hague zusa m−

men werden den

Krypton−85−Pegel

in der Atmosphä− re bi nnen 1 5

Menschliches Wohlbefinden wird i m Jahren verdreifachen. Hinzu kommen

Punkt Wett enf ühli gkeit verschlechtert vor alle mrussische WAAs und kl ei ner e

aufgrund der Schwächung des luft elek− Anlagen in anderen Ländern. Eine Ver −

trischen Schönwetterfeldes.

zi gfachung des kr ypt on−85−Pegels bi s

Mitt e ko mmenden Jahrhunderts droht

Kli maschut zpoliti k korrekt urbedürfti g.

Atomenergie ist nicht nur wegenihres

Kat ast r ophenrisi kos eine unverantwort −

bare Energiequelle, sonder n aufgrund

ihrer Kli marisiken auch für den Schutz

der Er dat mosphäre untragbar. Die allei −

ni ge Ausri chtung der Kli maschut zpoliti k

auf Kohlendioxid aus fossilen Energien

verstellt den Blick auf wesentliche Zu−

sa mmenhänge. Mit Verei nbar ungen und

Maßnah men nur zur Kohlendioxidver−

minderung wird der Atomenergie völli g

ungerechtfertigt Vorschub geleistet und

der Teuf el mit de m Beelzebub ausge−

trieben.

Buchbesprechung

UnternehmensGrün

Märkte ohne Grenzen

(1998, ökom in München, 186 S.)

Ein Lesebuch zu den Entwicklungen der globalen

Märkte, dem Verhalten großer Konzernen

und den aktuellen Tendenzen. Eine

grundlegende, antikapitalistische Kritik findet

nicht statt, stattdessen wird auf das auch von

modernen Konzernen heute vertretene Motto

gesetzt: „Innovationsdruck stärkt die Konkurrenzfähigkeit“

– insofern wird dann auch

die Nachhaltigkeit als Zauberwort vorgestellt.

Josef Hilbert/Josef Schmid

Wirtschaftsstandort und Zukunft

des Sozialstaates

(1994, Schüren in Marburg, 73 S., 18 DM)

Der Titel ist etwas irreführend. Das Buch hat

als Schwerpunkt die gesellschaftlichen

Veränderungen und ihre Einflüsse auf die betriebliche

Praxis – vor allem hinsichtlicher der

ArbeitnehmerInnenrechte. Auch am Ende

geht es um Formen der Mitbestimmung und

Dienstleistungen seitens der Gewerkschaften.

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Schwer-

15

punkt

Aus dem

KABRACK!archiv

Alle genannten

Bücher stehen dort.


16

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Autor

Sommer 2001

•Schwerpunkt

Jörg Bergstedt,

Institut für Ökologie

Fachbereich Politik &

Wirtschaft

Schwerpunkt¨Kli maschutz¨

Kyoto-Protokoll:

eoliberale Luftschlösser

Seit ca. 1 99 0 gehören U mwelt schüt zerI nnen zu den Pr o−

tagonistInnendieser Ver markt wirtschaftlichung der Welt .

Stückfür Stück, abca.1994 danninrasante mTe mpo, wi−

chensie von der bisheri gen, mei st auch nur vorsichti gfor−

muli ert e n Kriti k an Markt und Konzer nen ab und erkann−

tenplötzlichinihnendie möglichen RetterInnen der U m−

welt. Heut e, nachde m markt wirtschaftliche Konzept e ei n

JahrzehntinderDebattesind,istkaumnocheineUmwelt −

schut zdebatt e erkennbar, die nicht den Markt und seine

Instru mente als Köni gs weg zur Rett ung der U mwelt vor−

schlagen. Woher der Op−

ti mis−

mus

rührt, ist

ni cht

er −

kennbar.

Zwei −

Di es e Mögli chkeit f ehlt bei der Luft. Da−

her haben sich die ArchitektInnen desto−

talen Marktes (Neoli beralis mus) i mZuge

der Kli maschut zverhandlungen et was

Cl ever es ei nf all e n l ass e n: Nicht die Luft

selbst soll ver markt et wer den, sonder n

das Recht, siezu versch mut zen. I mKyoto−

Pr otokoll geht es u mtreibhauswirksa me

Gase, allen voran das CO2, aberauchnoch

andere. Ge messen wirdallesi n CO2−Äqui −

valenten.

Als Rah men wird ei n Gesa mtziel be−

nannt: DieIndustrienationen (ei nschließ−

li ch der Länder des ehe maligen Ost blocks)

sollen i mnächsten Jahrzehnt ihrenAus−

st oß u m 5,2 Prozent verri nger n. Schon

diese Zahl wirkt pei nlich, haben doch

selbst offizielle Stellender UNfestgestellt,

daß ei ne Verri nger ung u m60 oder gar 80

Pr ozent notwendig wäre. Alle anderen

Länder können zude m i hren Ausstoß

zunächst beliebigerhöhen− was vorallem

bei den Länder n erhebliche Mehrbela−

st ungen bri ngen dürft e, dieindenletzten

Jahren durch maxi mal e I ndust ri ali sier ung

versucht haben, den Anschluß an dieIn−

dustriel änder zu schaff en − und dabei, oft

unter de mDruck der reichenLänder und

ihrer Knebel organisationen wie WTOoder

Welt bank, kr ass e Ausbeut ungsver hält ni s −

se der Menschensowie Zerstörungender

Umwelt ei skalt i n Kauf geno mmen haben.

Insofern könnte mensch das Kyoto−

Pr otokoll schon an dieser Stellezuklappen

und achselzuckendf est st ell en: Mal wieder

nur hei ße Luft.

Aber bei genauer e mHinsehenwird das

Bil d noch schli mmer. Kyotowirdzwei Fol−

gen haben:

1. Die Zerstörung des Kli mas mitt els

Treibhausgasen wird nicht nurnichtver−

ri ngert, sonder n verschli mmert. Das

Ganze beko mmtjetztabereinenrecht− lich abgesichert en Rah men − ei ne Sit uati −

on als o, die ähnlicher »Nonsens« ist wie

felsfrei aber gibt esfür die U mwelt schüt zerI nnen undi hr e

Organisationen einen Vort eil: Der Schult erschluß mit den

Konzer nen hat das Spendenauf ko mmen drastisch erhöht

−undsomancher »Öko«kanndirekt von ei ne mPost en i n

ei ner U mwelt schut zorganisationin Spitzenpositi onen der

pri vat en Wirtschaft wechseln.

Da die aggressive Art, wie U mwelt schüt zerI nnen mehr

Markt wirtschaft fordern und derenInstru mente auf die

Ver wert ung der U mwelt aus dehnen, dazuf ührt, daß bi sher

ni chtvermarkt et e Ber ei che nun der Ver wert ung anhei m−

fallen, läßt sich als u mfassende Begrifflichkeit das Wort

Ökoneoli beralis mus ei nf ühren. Es bezeichnet die Akti−

vit ät en, die die U mwelt zu et was machen, was menschkau−

fenundverkaufenkann−i mmer zu mVort eil der er, diea m

mei st en Gel d haben. Di e von U mwelt schut zseit e i mmer

wieder benannte Formuli er ung, U mwelt müsse »i hr en

wahr en Pr ei s« bekommen, ist noch nicht einmal ei ne Ver −

schleierung− denn was einenPreis hat, findet sichdannin

der Spiral e des Kaufens und Verkauf ens, der Ver wert ung

wieder.

Kyoto: Die Luft zur Ware machen

der sogenannteAtomausstiegi n Deutsch−

land.

2. Mit de m Kyoto−Prokokoll wer den die

Voraussetzungen für eine Ver markt ung

der Luft geschaffen. Diese wird nicht

mehr länger allen gehören, sondern das

Recht, Luft zu belasten, wird kauf− und

verkaufbar − und da mit z. B. akku muli er −

bar, d.h. dasRechtaufLuftbelastungwird

Stückfür Stückindie Hand weniger über−

gehen, eben der zahlungskräftigsten und

durchset zungsst ärkst en Konzer ne.

Das Kyoto−Protokoll wird höchst ens ge−

genüber ei ne m maßlosen weiteren Wirt −

schaftswachstu m ei nen Vort eil bri ngen

(was aber ni cht ein mal si cher i st), viele

Mechani s men sorgen daf ür, daß gegen−

über der heuti gen Sit uation sel bst dann

ei ne deutli che Verschlechertungder Lage


ei ntreten wird, wenn (was unwahrschei n−

lich ist!) das Ziel erreicht wird (als o die

5,2%−Senkung). DashatfolgendeGründe:

Teil des Kyoto−Protokolls ist die Mög−

lichkeit, E missionsrechte zu handeln. Be−

rechnungsgrundlageist dasJahr199 0. Das

ist geschickt gewählt, denn es liegt un mit −

telbar vordemZusammenbruchvielerIn−

dustrien i n Ost eur opa und den Ex−Sow−

jetunion−Staaten. Die Ausgangsgrößeist

also sehr hoch angesetzt. Die Ex−Ost −

block−StaatenhabenkaumeineChance, ihre Konti ngente auszufüllen. Sie können

aber die überschüssigen E missions men−

genrechteverkaufen. Unddas werdensie

tun − der Ver wert ungsl ogi k f olgend, daß

ni cht ungenutzt bleiben wird, was Geld

bri ngt. Da mit wer den E missionsrechte

ausgeschöpft, die sonst brachliegen wür −

den. Di e EU,Japanunddie USAwerdenih−

re Zusagen nicht (nur) durch Kli ma−

schutz maßnah men, sondern durch Ein−

kaufen der E missionsrechtez.B. aus Russ−

land oder (schlau, schlau) eine Ost er wei −

terungder EUerreichen. Ver mutli ch we −

gen dieser Chance hat die EUauch darauf

best anden, ei ne ge mei nsa me Menge zu

erhalt en und die intern zu verteilen. Mit

jede mneuenost eur opäischen Land wird

das ei nfacher.

Di e markt wirtschaftliche Logi k wird

dazu f ühr en, daß all e E missionsrechte bis

zu mAnschlaggenutzt oder aber verkauft

und dann von anderen genutzt werden.

Freiwilli ge Leist ungen si nd nicht mehr zu

er wart en, wo der Markt alles beei nflußt.

Ähnliches gilt f ür die sogenannten

»Senken«, die i mKyoto−Protokoll vorge−

sehen sein. Sie bezeichnen z.B. Auf−

forstungen, die CO2 bi nden und so den

CO2−Gehalt verri nger n sollen. Das ist

schon fachlich fraglich. Wäl der bi nden

genauso viel CO2 wie wi eder bei der Ver −

rott ung und ei ne m Brand frei geset zt

wird. Das CO2ist alsonur vorübergehend

imWal d gebunden. Dauer haft e Bindung

erf olgt nur dann, wennVerr ott ung unter−

bleibt −z. B. bei der Entstehungvon Kohle,

Torf, Erdöl und−gasoderMoore, Ozeane

und Dauerfrost böden. Viele dieser ge−

bundenden CO2−Mengen werdenzur Zeit

verpulvert bz w. freigesetzt.

Wur den i n der Vergangen−

heit z. B. Auff orstungen

und Naturschutz maßnah−

men ohne gleichzeiti ge

»Ver wert ung« i m Markt

durchgef ührt, so wird

es da mit vorbei sei n.

Kei n Wal d wird mehr

entstehen, ohne daß

gleichzeiti g auch

daraus E missions−

rechte werden und

der neue Wal d an ander er

Stelle mehr CO2−E missio−

nen schafft.

Di e s og. Entwick−

lungsländer sind an der

ganzen Geschichte nicht

direkt beteili gt. Sie kön−

neni hre CO2−Ausst össe belie−

Schwerpunkt¨Kli maschutz¨

bi g er höhen. Das wür de noch verst änd− lisierung ar mer Länder als Grüne Lunge

lich sei n angesichts dessen, daßihre Aus− der i ndustri ell en Führ ungsnati onen der

st össe mini mal si nd gegenüber den I ndu− Welt wird ze mentiert. Das Leben wird ei n

strienati onen. Schwierigist, daß es keine Stück mehr der Logi k von Kaufen und Ver −

weit er en Unterscheidungen gibt − der kaufen, der Ver wertung i mMarkt unter−

Freibrief also wahrscheinlich denen hilft, worfen.

die massi ve I ndustri ali si er ungen i n den

sog. Entwicklungsländern durchsetzen

wollen, alsovor allemden»Schwellenlän−

der n« und den Konzer nen, die in diesen

Länder n i nvesti er en.

Es wirdi n dieser Beziehung, dieja von Markt wirtschaftliche Instru mente deh−

Ungleichheit geprägt i st aufgr und der nen die Logi k von Ver wert ung, von Kauf

Verschul dungen und Abhängi gkeit en, und Verkauf auf die betroffenen Bereiche

aber noch schli mmer: Durch Kli ma− aus. Sie stärken da mit den Mechanis mus,

schutzi nvestitioneni nsog. Entwicklungs− der ei ne der Haupt ursachen der U mwelt −

maßnah men (CDM i m Kyoto−Protokoll) zerst örungist. NochniekonntenUmwelt −

können neue E missionsrechte erworben schutz und Menschenrechte über Herr−

wer den. Will hei ßen: Nicht nur die sog. schafts− und Markt mechanis men dauer−

Entwicklungsländer können unbegrenzt haft gest ärkt wer den. Alt er nativen also

mehr Treibhausgase e mittieren, sonder n si nd nöti g.

auch die Industrienationen − sie müssen Der GegenentwurfzuMarktundMacht nur i mGegenwert Kli maschut zprojektein lautet: De mokratisierung des Flächen−

ar men Ländern durchführen. Ablaßhan− und Rohst offverbrauchs. Dieses zentrale

del pur. Und die Gesa mt menge an Schad− Mitt el ei nes e manzipatorischen U mwelt −

st offausst össen wirdsteigenundsteigen schut zes bedeut et, daß weder allge mei n−

...

gülti ge und von oben (Herrschaft) durch−

geset zt e Standards des Umgang mit der

Nat ur noch die Marktlogi k gelt e n, s onder n

die Menschenin eine mgleichberechti g−

Mit dieser Auflistungfataler Wirkungen ten Prozeß die Nutzung ihrer U mwelt

des Kyoto−Protokolls si nd die wichti gsten vereinbaren. Naturschutzflächen, die

Gründe genannt, waru mdiese For mdes FormderLandwirtschaft und vieles mehr

Kli maschut zes noch nicht einmal i mBe − wer den dann von Ort zu Ort zunächst i n

reich des Kli maschut zes wirksa m wird. direkt −de mokrati schen Entscheidungen

Unabhängi g davon aber f ührt das Kyoto− besti mmt. Langfristig sind Gesell−

Pr otokoll zu weiteren Prozessen, die vor schaftsverhält nisse vorstellbar, i n denen

alle mlangfristig, aber dann u mfassend all e Menschen gl ei che Zugriffs mögli ch−

wirksa mwerden. Mit de mProtokoll wird keit en auf Boden und Rohst offe haben −

ei ne Ver markt ungsl ogi k von Luft ver− durch gleich mäßig verteiltes Eigentu m

sch mut z ungsr echteneingeführt. Esist zu oder, der spannender e Entwurf, durchdie

er wart en, daß auchf ür sog. Entwicklungs− Abschaff ung von Eigentu min allen sei−

länderin weiterenPhasendes Kyoto−Pro− nen Formen. Dann kommt es zu freien

zesses Obergr enzen defi ni ert wer den. Verei nbar ungen und Kooperativen z wi−

Dann wird vollendet, was j etzt begi nnt: schen den gleichberechti gten Menschen.

Stück für Stück werdensich die Reichen In diese mZustand gibt es keinen Zwang

die E missionsrechte sichern − und da mit mehr zur Ausbeut ung von Mensch und

ni chtnurdasRecht, U mwelt weit er zu zer − Nat ur − kei n Drang zu mPr ofit und kei ne

st ören, sondern auch die Chance, sich Möglichkeit, über Herrschaft die Folgen

weiter zu industrialisieren. Die globale des eigenen Handelns ungefragt anderen

Unger echti gkeit könnte steigen. Die In− Menschen auf zubür den. Aus der Un mit −

dustri enati onen ver − telbarkeit aller Entscheidungen werden

rechtlichen i hre Menscheni hr e U mwelt, die dieeigeneLe−

Umwelt zerst örung− bensgrundlage darstellt, i mmer oder fast

Kyotoist dierecht− immer so erhalt en, daß es f ür ei n gut es

liche Absicherung Lebensi nnvoll ist. Das wird auchi mSinne

des Weit erbetri ebs des U mweltschutzessein−wennauchals der Versch mut − vi elfältiger Fli ckenteppich unterschiedli−

zungsanlagen cher Lösungen, die von den Menschen

(und die Paral− gefunden wurden.

lele zu m

Atom»kon−

sens« unüber−

sehbar) . Die

sog. Entwick−

lungsländer

beko mmen

Kli maschut z−

pr ojekte, da mit

die Industrienatio−

nen weit er ver −

sch mut ze n könne n − das

Konzept der Funkti ona−

Schon der Zwischenschritt, ein direkt −

de mokrati sches Mitbesti mmungsrecht

bei Flächen− und Rohst off nutzung würde

zu grundlegend veränderten Wirt −

schaftsfor menführen, da nie mand mehr

über den Kopf der Menschen hi nweg Fl ä−

chen und Rohst offefür sichsichern kann.

Wer welche haben will, wird die Menschen

gewinnen müssen − und das wird scho−

nende Met hoden, Gegengeschäft e us w.

nach sich ziehen ... zi g mal wirksa mer als

Ökost euer n oder Zertifi kat e mit allen i h−

ren gravierenden Nebenwirkungen.

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Schwer-

17

punkt

Hinweis

Die » Ökozeitung gegen

Markt und Kapital«

zeigt eine fundierte

Kritik an ökokapitalistischenKonzepten.

Bestellen gegen 3 DM

in Briefmarken bei der

Projektwerkstatt, Ludwigstr.

11, 35447 Reiskirchen.

Weitere Materialien

zu (Öko)Kapitalismus

und emanzipatorische

Ökologie siehe

Seite 9.

Zu den Fotos

Die Aufnahmen

stammen von den

Aktionen rund um die

Klimakonferenz

2000 in Den Haag.


18

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Schwerpunkt

Internet zu

allen

Klimaaktionen

www.risingtide.de

Schwerpunkt¨Kli maschutz¨

IPCC:

nd sie erwärmt sich doch!!!

Bereit s j et zt si nd z. B. ei ne Abnah mederSchneedeckein

Gebirgen und dünnere Eisschichteninder Arktis messbar,

wasl aut I PCC zu ei ne mAnsti eg des Meer esspi egels u mfast

ei nen Met er bi s zu mJahr 2100führenkönnte. Inletzter

Kons equenz wird das den UntergangeinigerInselstaaten

und niedriger Küstengebiete bedeuten.

Zu den absehbar en Folgendes Kli mawandels veröffent−

lichte dasIPCCebensoeinenaktualisiertenBerichtderzu−

st ändigenAG. De mzufolgeistlangfristigzuerwarten, dass

sowohl ar me als auch reiche Länder neben massiven

Überschwe mmungen und ei nhergehenden Krankheiten

auch von Dürre und Wasserknappheit i n den ko mmenden

Jahrzehnten betroffen sei n werden, sofern es nicht ge−

li ngt, der vo m Menschen verursachten Erderwär mung

Einhalt zu gebieten.

Amschli mmst en wer den Entwicklungsländer von diesen

zu er wartenden Kat ast r ophen betroffensei n, denn neben

ihrer geographischen Lage können sich diese (fi nanziell)

amwenigstenandie veränderten Gegebenheiten anpas−

sen. Durch die ungleiche Vert eilung der Folgendes Kli ma−

wandels deut et si ch ei ne u mwelt bedingte Verschärfung

sozi aler Konflikt e an − ni cht nur zwischen Nord und Süd,

sondern auch innerhalb einzelner Staaten.

Für ei nzel ne Welt r egi onen gi bt der Beri cht detaillierte

Szenarien an. So stellen die Wi ssenschaftlerI nnen f est,

dass es i n den Länder n der nördlichen He misphäre wahr−

schei nlich wär mer wer den wird, was ei ne Erhöhung an To−

desfäll en bei Hit zewelleni n Städtennachsichziehen wür−

de, ebenso wie die Ausbreitungvon Krankheiten wie Mala−

ri a undt ödliche Virusi nfektionen, die bisher nurintropi −

schen Gebieten auftreten.

Wir bitten um Spenden:

In Afrika, de ma mschwersten betroffenen Konti nent,

könntedie Krankenzahl weiterdramati schi n die Höhege−

hen, besonders i n dicht besiedelten Städten entlang der

Küst e, die mit st ei gende mMeer esspi egel ebensoverst ärkt

mit Überschwe mmungen rechnen müssen.

Es wird er wartet, dass die MangrovenwälderinAsien, die

Fl üss e und Meer esbänke s chüt z e n, übers chwe mmt wer−

den − i nsbes onder e i n Bangl adesh. Wal dbrände könnten

sich häuf en und ei n wär mer es Kli makönntefür eine ver−

st ärkt e Ausbreit ung an i nf ekti ösen Krankheiten sorgen.

Das Absch mel ze n von Gletschern i mHi mal aya, die die

Fl usss ystemeinIndien mit Wasser speisen, welche unge−

fähr 500Millionen Menschen mit Wasser versorgen, könnte

immense Überschwe mmungen und darauffolgend massi −

ve Wasserknappheit verursachen. I mNahen Ost en könnte

ei n Austr ocknen der Fl üsse zu weiter en politischen Span−

nungenführen undschli mmst enfalls könntediesinneuen

Kriegen u mdie nochvorhandenen Wasserressourcen en−

den.

Ungeachtet dieser Bekräftigung durch neueste For−

schungserkenntnisse benutzteUS−Präsident Bushin ei−

ne mBrief an Kli ma−Skepti ker Anfang März das Argu ment,

der Status der Erkenntnis zu m Kli mawandel sei »unvoll −

st ändig«, als Rechtfertigung dafür, kei ne gezielten Treibh−

ausgasreduktionen ei nzuleit en.

Miteiner Spende verhindern helfen,

daß die Weltzur Ware wird!

Für die Öffentlichkeitsarbeit i mVorfeld der Kli makonfrenz (Pl akat e, Veranst alt ungen, diese »Ö Punkte« usw.),

die geplanten Ca mps und Akti onen wer den Sachspenden (Lebens mitt el, Mat eri alien us w.) und Ausleihen (Zelt e,

Gerät e us w.) gesucht, aber auch Geldspenden. Dafür nut zen wir das Spendenkonto:

"Spenden &Aktionen",Nr.92881806

Volksbank Gießen, BLZ 513 900 00

Stichwort " Kli ma" (unbedingt angeben!). SpendenbescheinigungenkönnenaufAnfrageausgestelltwerden− wichti ger aber ist die politische Wirkung! Herzlichen Dank!


Klima und ...

Schwerpunkt¨Kli maschutz¨

assismus/Neokolonialismus

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Schwer-

19

punkt

Di e Lei dtragenden sind mei st ens die

Menschen i n Entwicklungsländer. Die Kli −

maveränderungen ku muli er en si ch i n

Äquat ornähe, d.h. hier gibt es auchdie st ärkst e Te mperat urzunah me. Di e mei −

st en I ndustriel änder li egen i n den

ge mäßigten Breiten undsind einerseits

ni cht sostark von Kli maveränderungen

getroffen, zu m anderen verfügen sie

über die entsprechenden finanziellen

Mitt el n und Technologi en, u msich adäquat

vorzubereiten. Ein kurzes Beispiel: Die

Pflanzen i ntr opi schen Regi onen exi sti e−

ren bereits jetzt a m Te mperat ur maxi −

mu m. EinAnstiegder Te mperat ur u mbis

zu1 0

ventivprogra mm mit ei ne mGesa mtwert

2

C, wie prognosti zi ert i n ei ne m wis−

senschaftlichen Bericht, würde zu ei ne m

Abst erben des Regenwal des f ühren. I n

unseren Breiten werden aufgrund der

Verschi ebung der Kli mar egi onen z war

auch et wa ei n Dritt el aller Tier und Pflan−

zenarten aussterben, landwirtschaftli −

cher Anbau wäre aber weit erhi n mögli ch.

von1 00 Milli ar den Dollar könnte wertvol−

ler Lebensrau mgerettet werden, diese

Gel der st ehen aber nicht zurVerf ügung.

Gerade bei der Wüst en−Proble mati k spi elt

der EinflußderIndustrieländermit » west −

lichen« Anbau met hoden, de mZwang zu m

Anbau von Cash−Crops zur Schul dentil −

gung und unüberlegten»Entwicklungshil−

feprojekten« eine große Rolle.

Är mer e Länder si nd bei ei ne mAuftr e−

ten von Naturkatastrophen wesentlich

vulnerabler (verletzlicher) als Indu−

striel änder. Di es kann ei nfach a mBei spi el

der Hurri kans Mitch und George veran−

schaulicht werden. Beide Hurrikans hat−

tenet wa die gleiche Windstärke. In Nica−

ragua si nd 50. 000Menschengestorben und das Land wurde wirtschaftlich u m50

Jahre zurück geworfen. In den USA si nd

weni ger als 2 0 Menschen gest orben, die

mei st en ver mutli ch auf grund von Her zi n−

farkten. Der finanzielle Schaden ist u m

Kohlendioxid soll zukünf −

ti g an der Börse

gehandelt

wer den. Da

sich die

CO2−Redukti −

on auf den

Stand von

1990bezieht,

haben ei ni −

ge Länder

(eher unfrei −

willi g) bereits jetzt

mehr CO2re− duziert, als sie ei−

gentlich müßten. Als Paradebei −

spiel gilt Rußland, dessen Wirtschaft seit

1990kompl ett z us a mmengebrochen ist.

Di es er » Redukti ons überschuß« kann an

der Börse verkauft wer den. Käuf er kön−

nen ei n mal mehr aber nur dieLändersein,

die auch das entsprechende Geld besit−

zen.

Was hat das ganze mit Rassis mus und ei n vi elfaches gr ößer als i n Nicaragua, ist

Neokolonialis mus zut un? Der globale Kli −

mawandel wird anthropogen beei nflußt

aber gedeckt mitt els Versicher ungen.

durch den Ausst oß von Treibhausgasen.

Mit der Erhöhung der Meerest e mperat ur

wie Kohlenstoffdioxid (CO2 ) oder Methan.

dehntsichdasWasser st ärker aus und der

Bei ei ner hohen Konzentration von Treib− Welt weit s oll der CO2−Ausstoß u m5,2 % Meer esspi egel st ei gt (das Absch mel zen

hausgasen i n der Er dat mosphäre heizt r eduzi ert wer den. Noch davon ausge− der Polkappenist wissenschaftlich stark

si ch das Kli maauf. DieIndustrieländerha− no mmen si nd Entwicklungs− und Trans− umstritt en). Umdie Deichei n Deut schland

ben i nsgesa mt 80% der Treibhausgase for mati onsländer. Der Einbauvon Filter − nur u mei nen Met er zu erhöhen, wür de es

pr oduzi ert. Es hat si ch alsoei ne »hi st ori − anlagen oder die Entwicklung von neuen bereits mehrere Milli ar den DM kost en.

sche Schuld« aufaddiert. Der Aufbauihrer treibhausar men Technologi en i st f ür die Zeit gleich wirdi n Bangladesh dieInvesti−

I ndustrie wur de durchgef ührt durch die Industrieländer i m eigenen Land sehr tionen der letzten 4 0 Jahren vernichtet

kost enlose bzw. kost engeri nge Ausbeu− teuer. Umdie Kost en s o geri ng wie mög− wer den. Viele Inselstaaten sind in ihrer

tungvonRessourcen (Arbeitskräfte, Roh− lich zu halt en, wollen siei n Entwicklungs− Exist enz bedr oht.

st offe) der Kolonialgebiete. Diese Ausbeu− länder i nvestieren undsich dieTreibhaus−

tungdauert heuteinanderenFormen an. gasredukti on f ür i hr ei genes Land an−

Di e st ärkst en Aus wirkungen des glo−

rechnenlassen. Wenn das entsprechende

balen Kli mawandels li egt auf den Schul −

Landi n Zukunft selber Reduktionen vor− Di e Haupt schul d a mgl obalen Kli mawan−

ternder Entwicklungs−undSchwellenlän−

neh men muss, wer den die Kost en u mei n del tragen di e I ndustriel änder, die stärk−

der n. Ber eit s heut e haben1 , 7 Milli ar den

vi elfaches höher liegen, als f ür dieInvesti− st en Aus wirkungen werden Entwicklungs−

Menschen kei nen direkten Zugang zu

tionsländer j et zt.

und Schwellenländer spüren. Die Indu−

Wasser, i mJahre 2 025werdenes3,5Milli − Einweitererneokolonialistischer Ansatz

ar den Menschen sei n. Da kli ngt es zy−

ni sch, dass i n Zukunft das Wasser nach

ist die Anrechnung von sogenannten

CO2−Senken, i n diese m Fall u.a. große

Zu den drei marktwirkschaftlichen Methoden

im Kyotoprotokoll (Handel,

Angebot und Nachfrage gehandelt wird. Wälder. Pfl anze n und Bäu mebindenKoh−

Joint Implementation, CDM)

Wasser sei z war ei n Grund−, nichtaberein lendioxidinihren Zellen, setzen es aber

Der Emissionshandel, die Gemeinsame Umsetzung und

Menschenr echt. Der Bedarf an Wasser wiederfrei, sobal dsie abst erben. Wissen−

der Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung

(...) verfügen zweifellos über alle Voraussetzungen, um

wird als ei ner der Haupt konfli kt ursachen schaftl er arbeiten ber eit s j et zt an gen−

sich zu den wichtigsten Elementen des Klimaregimes zu

des 21. Jahrhundertsprognosti zi ert.

Bereit s i n den nächst en1 0Jahren muss

technisch manipulierten Bäu men, die ei−

nerseit s schneller wachsen, zu manderen

entwickeln. Ihre politische Bedeutung kann wohl kaum

zu hoch bewertet werden. Mit der Nutzung dieser Instrumente

wird sich das Klimaregime von einer in erster

mit 1 50 Millionen U mweltflüchtli ngen ge−

rechnet werden. U mweltflüchtli nge si nd

mehr Kohlenstoffdioxid speichern. In

Entwicklungsländern könnten einerseits

Linie auf den Umweltschutz gerichteten Vereinbarung

in einen „harten“ Wirtschaftsvertrag verwandeln. Es wäre

denkbar, dass der CDM eines Tages in Konkurrenz

ni chtalsFlüchtli nge anerkannt undwer−

best ehende Wälder abgeholzt werden, u m

zur multilateralen Entwicklungshilfe tritt. Mit der Schaf-

den deshal b ni cht aufgenommen.

Weder si ndsich dieIndustrieländerihrer

Verantwort ung bewußt, noch stellen sie

entsprechende Mitt el bereit, u mdie Ursa−

chen f ür die Vertrei bung ei nzudä mmen.

Inder Sahara−Zonebreitet sichdie Wüste

sehr stark aus und verursacht jedesJahr

Er nteausfälleineiner Höhevon40Milli ar −

den US−Dollar. Mit ei ne m1 0−jährigenPrä−

gentechnisch manipulierte Bäu men an−

zupflanzen, zu manderen große Flächen

wieder aufgeforstet werden. Diese kurz−

fristige »CO2−Reduktion« würde den Ge−

berländer n wiederu mangerechnet wer−

den. Di e Neh merländer verli er en mit die−

sen Maßnah men aber auch die Nutzungs−

rechte an denteils sehr großen Gebieten,

zu manderen drohen Gefahren durchri e−

si ge Monokult uren.

fung eines Systems für den Handel mit Emissionen (und

abgeleiteten Produkten wie Termingeschäften) könnte

ein riesiger neuer Markt entstehen, auf dem umfangreiche

Finanztransaktionen stattfinden.

(aus: dito, S. 350)

striel änder st ell en si ch ni cht der Verant−

wort ung, sondern versuchen mit sehr

fragwürdigen Maßnahmen Profit e zu er −

zi elen.

Literatur

Gliese, J. (2000)

Die Spirale von Armut

und Umweltzerstörung.

Desertifikation und ihre

Folgen. In: Ila (Zeitschrift

der InformationsstelleLateinamerika),

Sept. 2000: Wasser/Wüste,

S. 6f.

Quandt, M. (2000)

Das blaue Gold.

Der P(oor)-7-Gipfel

fordert weltweite

»Wasserdemokratie«.

In: Ila (Zeitschrift der

Informationsstelle Lateinamerika),

Sept. 2000: Wasser/Wüste,

S. 20-22.


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

20

Sommer 2001

•Schwerpunkt

Schwerpunkt¨Kli maschutz¨

Bericht von der Klimakonferenz in Den Haag

OP this!

Freit ag, 2 5.11 . 2 000, vor

de m Nederl ands Con−

gr ess Centerin DenHaag ist der Spuk vorbei. EinigeverspäteteDe− legierte eilennoch betrübt zuihre mTaxi,

das sie zu mFlughafen bri ngen wird. We−

ni ge, nach der massiven Präsenz der let z−

ten Tage etwas verloren wirkende Poli zi −

st en st ehen an der Absperr ung und

schauen gelangweilt den U mwelt schüt −

zern zu, dieihreletztenBanner nunend−

lich ohne die Drohung der Verhaft ung an

den Rest en des Deiches befesti gen. Jener

sy mbolische Deich, den noch a m Wo−

chenende vorher 6000 Menschen trotz

Nove mber wetters fröhlich und

hoff−

nungsvoll

am Kon−

gresszentru merrichtet hatten. COP6ist

gescheit ert.

Mehr als 2 00 St aaten hatten auf Einla−

dung der ni ederl ändischen U mwelt mini−

st ers Pr onk Delegi ert e nach Den Haag ge−

schickt, u m endlich das Kyotopr otokoll

von1 99 7unter DachundFachzubringen.

Umgeben von ebensovielenJour nalist en,

Umwelt − und Wirtschaftslobbyi st en ran−

gen die 5000 Verhandel nden 2 Woche n

lang u mdie Wege, mit denen die Indu−

strienati onen die 5.2% CO2ei nspar en s ol−

len − auf der Grundlage von1 99 0 und bis

2012. Denntrotz der Empf ehlungder Wis−

senschaft, dass es schonj et zt sofort ei ne

60%ige Reduktion braucht, u m den

CO2−Gehalt der At mosphäre zu st abilisie−

ren, halten es viele Teilneh mende der

COP6für mögli ch, auf der Grundlage des

Kyotopr otokolls effizient CO2zu reduzie−

ren.

Doch es wur de i mmer klar er, dass die

Konf er enz diese nie mals beschließen

wür de, auf der Tagesordnungstandetwas

ganz anderes. Die Erschaff ung ei nes neu−

enfreien Marktes, mit de m CO2 als

Währung. Besonders die Atomindustrie arkti ca« sch molzen zwei Pinguine aus Eis

freut sich auf diesen, hofft sie doch, bei m vor demKongr essgebäude, währ end an−

Versuch, unser Kli mazuretten,imRah− ders wo die Sa mbaband für hei ße Sti m−

mender CDM (Cl ean Devel opment Mecha−mung

sorgte. Die war eigentlich auf jeder

ni s mus) gefördertzu wer den. Besonders De monstrati on gut zu ver neh men, sei es

indieär mer en Länder n des Südens will sie bei de mDeichbau von Friends ofthe Earth

expandieren. Auch die USA− mit Canada, oder bei de mEssen, das das U mwelt mini−

Aust r ali e n und Japan i m Gef olge − sind st eriu m den »f ühr enden« U mwelt mini−

gr oße Freunde des E missionshandels, soll st er n gab. Auch bei m Wal k ofShame, der

er i hnen doch hel −

die Botschaften der

fen, jegliche Ein−

»SowiedieKonzerneeinedertreibenden

Kräfte hinter der Bewegung waren, die in

at o mbef ür wort ende

sparung i m ei gen den letzten 50 Jahren den freien Handel Staaten besuchenwoll −

Lande zu ver mei −

den.

vorangetrieben hat, so denke , dass die

Konzerne jetzt helfen können, Lösungen der

Klimaproblematik zu entwickeln.«

te. Da Leute trotz Ver −

bots auf die Strasse gi n−

Rodney Chase, Deputy COE, BP Amoco gen, endet e dieser

Als Antwort darauf traf sichi n Den Haag

Marsch f ür über 1 00 Leut e i mGefängni s.

Di e eur opäische Kampagne »The Bet« prä−

sentiertei hre Wett e mit EU− Kommissarin

ei ne Gruppe inspirierter Leute aus aller Wallst r ö mund1 5 U mwelt ministern Euro−

Welt, u mzu zei ge n, von wel chen I nteres− pas, an Schulen Europas Kyotozi el von 8 %

sen COP6 dominiert wird. Unter de mNa− schoni n 8Monaten zu schaffen. I mKon−

men »Risi ng Tide Coalition« stellten sie ferenzgebäude wurden Banner auf−

besonders Gerechti gkeit und Gleichheit gehängt, obwohl nichtangemel det e Per−

in den Mitt elpunkt der Diskussi on. »Jedes sonen nur auf U mwegeni n die Konf erenz

Wesen auf diese mPlaneten hat das Recht gelangen konnten. Die Cli mat eTech 2 000

auf ei ne lebensfreundliche U mwelt, doch Ausst ell ung, wo Shell und Kons ort eni hre

das wird durch den Kli mawandel radikalin neuest en Kli maschut zt echi ken präsen−

Frage gestellt.« Wenn du dir vor Augen tierten, würde mir grüner Farbe als

hält st, dass 50% der Treibhausgase von Green−Washentt ar nt. Undganz DenHaag

den Rei chen Länder n dieser Erde e mit −

tiert werden, es aber die Ar men si nd, die

wur de mit Anti −Atom−Post er n plakati ert.

sich kei ne Schut z massnah men leisten

»Sei Teil einer der größten Gebrauchsgütermärkte

der Welt!«

können, dieunter denVeränder ungenlei −

Werbung für die CO

den, dann wirst du das ganze nicht mehr

als Pr oble mder At mosphäre undi hrer Ga−

se betrachten, sondern als sozi al es Pr o− UmCOP6eventuell doch nochzu eine m

ble m der welt weit en Ger echti gkeit. Der »Erfolg« zu machen, wur den die der COP7

Weg dort hi n kann j e doch ni cht über die vorausgehenden SBSTA−Gespräche i n

Privatisierung der Atomsphäre, i hren Bonn (16.−27.7.) zur COP6. 5aufgewertet.

Handel z wischen Unterneh men & Regie− Von den Akti onen i n Den Haag i nspiri ert

rungen laufen, sondern nur über ei nen wollen wir Bonn zu ei ne m Krist allisati −

de mokrati schen Pr ozess, i n de malle be− onspunkt machen, ei n Net z werk schaffen

troffenen Gruppen gleichberechti gt be− von Gruppen, diesichinDeutschlandde m

teiligt sind.

Kli mawandel entgegen stellen. Denn

wenn wir den ökono mischen, sozi al en

und ökologi sche n Supergau verhi nder n

wollen, müssen

Und so übt en sich j ene

wir dieStrukturen

Teil neh menden, die wirk−

veränder n, die

sa me R eduktion suchten

und nicht den Profit, i n

dieses auf Wachs−

tu mfi xiert e Wirt −

verschieden For men der

schaftssyste m

direkten Aktion. Das

reichte von 40Leuten, die

aufrechterhalten.

Dr u m bet eili ge

ei nen Verhandlungsrau m

beset zten, u mden Forde−

dich an der

Seas on ofcarbon

rungen nach Kli mage−

action, die a m

rechti gkeit Gehör zuver−

schaffen, über die

21.3. mit ei ne m

in−

CO2e. co m, einer Websit e zu m E missi−

onshandel, die bei Ihrer öffentlichen

ter−

na−

PräsentationvonHackernausserFunk− ti on geset zt wur de, bi s zu der Tort e, die

tio−

na−

der US−Verhandlungsf ühr er Frank

len

Loyd i ns Gesicht beka m. Auf de mCli−

mat e−Justi ce− Gipfel trafen sich Abge−

Ak−

ti −

sannte von Ge mei nschaften aus all er

Welt, u m»i hr e« Seit e des Kli mawandels

ons −

tag

darzust ell en und ge mei nsa mStrategien

an−

zu diskutieren. Als »Abgesandte aus Ant− fi ng und auf COP6. 5 hinzielt.

2−BörseCO 2 e.com

»COP6glich mehreinerCO2−Messewoje ne Konzernen, die für die Verschmutzung

der Luft und die Zerstörung des Lebens der

Leute verantwortlich sind, ihre alten Waren

mit dem neuen Label « weniger CO 2»anpreisen

... Wir müssen die Versuche vereiteln,

die Klimadiskussion auf das CO 2zu reduzieren.

Darüber hinaus steht der Klimawandel

für eine Weltordnung, die sich auf

die Ausbeutung und die Verletzung der

Menschen und ihrer Ressourcen gründet.

Den Klimawandel zu stoppen wird heißen,

diese Ordnung aufzulösen.«

Isaac Osuoka, Environmental Rights Action,

Nigeria

EinMannimAnzugfährtAuto− mit150

km/h. Am Straßenrand stehen Leute, die

Schilder hochhalten: » STOP! MAUER

VORAUS!« Der Fahrer ignoriert sie. Doch die

Schilder hören nicht auf, die Leute schwingen

Flaggen und lassen Spruchbänder von

Brücken, sie schreien. » STOP! MAUER

VORAUS!« Endlich, nach vielen Kilometern,

öffnet der Fahrer verärgert das Fenster,

lehnt sich raus und schreit den Demonstranten

zu: » OK, ich hab verstanden, ich bremse

ab auf 100!« Was sollen die Leute jetzt machen?


COP 6.5 konkret

Schwerpunkt¨Kli maschutz¨

eiße Aktionen gegen heißes Klima

Ambestenwäre natürlich, als ordentli −

ches Delegati ons mit glied herei n zu ko m−

men, denn dann stehen dir alle Verhand−

lungen offen und du hast Rederecht.

Doch die einzige Möglichkeit, die mir zur

Zeit bekanntist,istüberdieJugendschie− ne zu fahren. (Für all e offiziellen News

hi nsi chtlicht der Konf er enz check die

www.unfccc.int.) Bei der COP6gabesei−

nen Jugendgi pf el, und ei n paar Teil neh−

mende versuchen gerade, mehr Mitspra−

cherechte für Jugendliche zu erreichen.

Von pharail de @usa. net erfährst du mehr,

Bedingungistallerdings, dassduunter1 8

sein musst, u mals j ugendlich durchzuge−

hen.

Auch als Pr ess e mensch kommts du in

die Konf er enz, a mBest en mit ei ne moffi −

zi ell en Pr esseaus wei s. Du kannst es all er −

dings auch mit ei ne m Exe mpl ar dei ner

» Zeit ung« und ei ne m Begl eitschr ei ben

der Redaktion versuchen. Auf www.

unfccc. i nt solltest du ei n For mul ar fi nde n,

mit de m Du Dich an mel den kannst . Als

Pr esse kannst du die mei st en Sit zungen

besuchen, bei Pressekonferenzen Fragen

st ell en und die Segnungen des Presse−

rau msgeniessen, wiez.B. Internetzugang

und ähnliche Vergünsti gungen.

Di e ander e Mögli chkeit i st, als NGO−Be−

obachter herein zu kommen. Dafür

brauchst du ei ne Organisation, dievonder

UN den Beobachterstatuserhaltenhat, die

schon länger auf solchen Konf erenzen

Lobbyarbeit macht, wie z.B der BUND. Al−

lerdingsist esso,dassjeglicheAktion,die

die du mit de mBadge ei ner Organisation

amHemdunterni mmst, mit der Konf e−

renzleitung abgesprochen werden muss,

weil si e auf die NGOzurückfällt. Sollte sie

als o ni chtauthorisi ert, kann si e zu mAus −

schluss der NGOvon der COPführen. Du

bi st i n dei nen Akti ons mögli chkeit e n al s o

rechteingeschränkt,weildie UN−Security

Akti onen gegenüber nicht sehr aufge−

schlossenist. Ausserde msi nd mehr als die

Hälft e aller Sit zungen f ür Beobachter

ni cht offen.

Für die mei st en Akti onen, diein der COP

6stattfanden, wurdendiverse »Schleich−

wege« benut zt. Wir werden sehen, ob die

Schlupflöcher in Bonn geschlossen sei n

wer den.

Di e ganze Veranst alt ung zeichnet sich

durch ei ne enorme Unübersichtlichkeit

aus. Einmal dur ch die Masse an Leuten,

zu manderen durch die Gehei msprache,

die sie benutzen. Selbst wenn du mei nst,

du hättest die Sit uati on des Kli mas und

Kyotopr otokols jetzt verst anden, wirst du

in denSit zungen trotz Simult anübers et −

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Schwer-

21

punkt

zung nur Bahnhof verstehen,angesichstBonn

wer den wir auf der Websit e zur ver −

des Fachchi nesi sch, das dir dort u mden fügungstellen. Das MinisterielleSegment, Kopf gehauen wird. Einen Überblick d.h., die Zeit, wodie Top−Politi ker anwe−

kannst du auf den täglichen CAN−Mee− send sein werden, wird voraussichtlich

ti ngs beko mmen, das si nd die Treffen al− die erste Woche s ei n, d.h. dannwird auch

ler i m Cli mat e Akti on Net work zusa m− die Medienauf merksa mkeit a mgr össten

mengeschlossenen U mwelt −NGOs, woge− sein.

mei nsa meStrategien abgesprochen wer−

Beim Flug von einem Kilogramm Kiwis von

den. Hier wird auch das »Fossil oftheDay«

verliehen, an die Delegation mit den

Neuseeland nach Europa gelangen 5 kg

CO

schli mmst en Verhandlungspositi onen

des Tages. Doch auch hi er spr echen Leut e

mit j ahrelanger Erfahrung i n Fachchi ne−

si sch über Det ail pr oble me.

Ausser de mgi bt es neben de mregulären

Verhandlungspr ogra mm zahlreiche »Si−

deevents«,teils vondenUmwelt schut zor−

ganisati onen, t eils auch von Wirtschafts−

verbänden oder ei nzelnen Delegationen

(−sgruppen) organisiert. Diese finden oft

ni cht direkt i n de m Konf erenzgebäude

st att. I n Den Haag gab es z. B. ei ne Ausst el −

lung kli mafr eundli cher Technologi en, wo

sich auch Fir men wie Shell präsentieren

durft en. Neben der Konf erenz als s olcher

bi et en si ch ger ade s olche Sideevents als

Akti ons ort e an. Oder du ni mmst die Bot−

schaft en der verhandel nden Staatenoder

die Niederlassungen der grossen, CO2

ausst ossenden Unterneh men bzw. deren

Lobbyverei ni gungen aufs Korn, welche

von der Poli zei auch mit weni ger Auf −

merksa mkeit bedacht werdendürftenals

die Konf erenz s el bst .

Von auss en wird die COPvonderbun− des deut schen Poli zei gesichert − welche

gl ei ch bei mMariti mihr Hauptquartierhat −dochdasGeländederKonf er enz s el ber

i st UN Gel ände, das bedeut et, dass dort die

UN Securit y das Sagen hat. Mit ei ne m

Badge ko mmst du ohne Proble meinden

Eingangsbereich, wo du dann nochmals

flughafen mässi g durchleuchtet wirst.

Wichti g ist nat ürlich dei n Äusseres, j e

er nst haft er und seri öser du aussiehst,

dest o weni ger Pr oble me wirst du haben,

DIN A4, 86 Seiten, geheftet.

Bestellungen

dichin und u mdie Konf er enz zu be we−

gegen 3,00 DM in

gen. Die Erfahrung i n Den Haag hat ge−

zeigt, dass die UN Security sich den De−

monstrantengegenübernichtsoaggres− Briefmarken bei

BUNDjugend Tübingen,

Wilhelmstr. 30/1,

72074 Tübingen

si v gezei gt hat wie die Poli zei, alle Akti o−

nen dri nnen verli efen ohne Kons equen−

zen, während es draussenschon zu deut −

lich

ka m.

mehr als 1 00 I ngewahrsa mnah men

Rei n von der Logi sti k her i st es zu e mp−

fehlen, das Rad mit nach Bonnzu neh men,

weil das Hotel Mariti mnichtdirekt zentral

liegt. Pläne vo mMariti mfi ndest dui n de m

MaritimindeinerNäheinderenSelbst− darst ell ungsbr oschüre, Stadtpläne von

2 in die Atmosphäre.

» Das Klimaabkommen wird eher ein Wirtschaftsabkommen

als ein ökologisches,

und die Staaten suchen ihre Wettbewerbsvorteile.«

Frank Maisano, Global Climate Coalition,

Lobbygruppe der Ölindustrie

» Der Klimawandel ist real. Wir wissen das,

weil wir sehen, was auf unseren Inseln passiert,

seien es sintflutartige Regenfälle oder

Dürre, oder die häufiger auftretenden, zerstörerischen

Hurrikane und Stürme. Wir werden

uns nicht dafür entschuldigen, dass

Angst und Sorge uns treiben. Wir glauben

sehr fest, dass wir es mit einer Frage von

Gerechtigkeit und Gleichheit zu tun haben.

Wir sind die ersten, und wir sind am stärksten

gefährdet !«

Neroni Slade, Botschafter von Samoa und

Vorsitzender der Association of Small Island

States

COP6.5 sollte sich auf die Verhandlungen

konzentrieren, ohne Störungen, meinte der

niederländische Umweltminister Pronk zu

seinem Vorschlag, in Bonn ohne offizielle

Verlautbarungen und ohne NGOs zu verhandeln.

Di e BUNDjugend Tübingen hat eine

Br oschüre zur Kli maka mpagne i n Ba−

den− Württ e mberg herausgebracht. Sie

ist in erster Linie für The ma−Neuei n−

steigerInnen und Jugendliche gedacht,

die Unterstützung bei m Aktivwerden

brauchen können. Die Broschüre be−

st eht aus einer Quellensa mmlung zu

folgendenThemen: Teil I. Wissenswertes über die Klimadebatte

1. Wissenschaftliche Grundlagen des weltweiten

Klimawandels

2. Klimaschutz der Vereinten Nationen (UN)

3. Die einzelnen Staaten zum Klimaschutz

4. Umweltverbände und Basisgruppen zum

Klimaschutz

Teil II. Praktische Tips

1. Gruppengründung

2. Aktionsformen und -ideen

3. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

4. Konkrete Infos zur Vorbereitung auf die

nächste Klimakonferenz in Bonn


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

22

Sommer 2001

Zeitschriftenschau

•Kurznotiert:

Naturnutzung

Themenredaktion

"Gentechnik"

Thomas Schmidt

c/o Umweltwerkstatt

Willy-Brandt-Allee 9,

23554 Lübeck

Tel.&Fax 0451/7070646

jupluebeck@t-online.de

BioSkop 3. Jg. Nr. 13

März 2001

•SchwerpunktLobbyarbeit

und Sponsoring:Selbsthilfegruppen

und Pharmafirmen

arbeiten immer

öfter zusammen S. 8

•Euthanasie:Zürich

verschafft „Sterbehelfern“

Zutritt zu Altenu.

Pflegeheimen S. 6

•Gentechnik:Flüchtlinge

zwangsgetestet

S. 3

•Gentechnik:Krankenkasse

und Universität

starten Probelauf

für Massen-Genchecks

S. 14

GiD 144 Februar/März

2001

• Schwerpunkt Grüne

Gentechnologie:Anbau

genmanipulierter

Pflanzen ungebremst

S. 3

• Schwerpunkt Grüne

Gentechnologie:NotlösungProzesskennzeichnung

S. 5

• Schwerpunkt Grüne

Gentechnologie:Lebensmittel

mit medizinischer

Wirkung S. 10

• Schwerpunkt Grüne

Gentechnologie:„Als

Saatgutzüchter bin

ich ungeschützt“ S. 14

•MenschundMedizin:

Verrohstofflichung

der Gesellschaft S.29

•MenschundMedizin:

Prinzip Risiko S. 32

Politik und Wirtschaft:

•GentechnikfreundlicheKehrtwendein

der Biomedizin S.42

Gentechnik

Rubrik » Gentechnik«

robelauf für

Massen-Gentests

Eine private Krankenkasse und

Hu mangenetiker der Uni Hannover wol−

len den ersten Massen−Gentest in

Deut schland etablieren. Die notwenige

Akzept anz soll ei n Modellversuch mit

10.000freiwilli gen Teil neh merI nnen her −

st ell en. Mitt e Februar wur de deshal b dazu

aufgerufen,sich per Gentest kost enlos

auf die Anlage für Eisenspeicherkrank−

heit t est en zu lassen. Wer diese hat,kann

das i n der Nahr ung enthaltene Eisen

ni cht normal ver wert en. Di e Folge sind

st ei gender Eisenspiegel i m Blut und

nachfolgend Erkrankungen von Leber

und anderen Organen wie auch Krebs.

Bei ei ner von 4 00 Personen li egt diese

Veranlagung vor. Allerdings wird voni h−

nen wiederu mnur jeder zehnte Mensch

auch wirklich krank. Die I niti ative preist

ihren Aufruf zumTest nun da mit,recht−

zeitig Vorsorge treffen zu können. Dass

Ausländerbehörde zwingt

Flüchtlinge zu Gentests

In Essen habenAusländerbehörde und

St aat s anwalt schaft Anfang des Jahr es

mi ndest ens 4 0 Menschen aus li banesi −

schen Großfa milien zu Speichelprobe und

Gent est gez wungen. Grund ist der Vor−

wurf,die AsylbewerberInnen hätten

falsche Angaben zu i hrer Nationalit ät ge−

macht und würden eigentlich aus der

Türkei oder aus Syrien st a mmen. Mit Hilfe

der Pr oben sollen die Ver wandtschafts−

verhält nisse nun geklärt werden. Doch

zunächst ei n mal er mitt el n Dat enschüt zer

gegen die Er mittler. Denn derarti ge

Zwangstests ei ner gesa mten Bevölke−

rungsgruppe sind eindeutig gesetzes−

wi dri g und bisher auch noch nichtvorge−

ni chtzwangsläufigjedermit der Veranla−

gung erkrankt,wur de vornehm ver−

schwiegen. Verschwiegen wurde auch,

dass man vor Abschluss einer Kranken−

oder Lebensversicher ung alle I nforma−

tionen über den Gesundheitszust and an−

zugeben hat. Dazu zählen auch Resultate

frei willi ger Gentests. Der Neuabschluss

entsprechender Versicher ungen könnte

so rasch sehr schwierig bis un mögli ch

wer den. I n Öst err ei ch verbi et et das Gen−

technikgesetz seit 1994 Versicher ungen

und Arbeit gebern,Ergebnisse von Gen−

analysen zu erheben,zu verlangen,an−

zuneh men und zu ver werten. Auf einen

Vorstoß des Justiz ministeriumsineben diese Richt ung hat die Branche hierzu−

lande heftigsten Widerstand angekün−

digt.

ko mmen. Unabhängig davon werden die

erhobenen Dat en wahrschei nlich den−

noch i n der Gen−Dat ei des Bundeskri mi−

nala mteslanden. Obwohl diese ursprüng−

lich nur schwere Verbr echen wie Mord

oder Sexualdeli kte betreffen sollte. Doch

wer oder was soll i n Zukunft derarti gen

Mi ssbrauch verhi nder n? I mmer wieder

mel de n si ch Sti mmen,vorsorglich ganze

Bevölkerungsgruppen zu erfassen,bei−

spielsweise die männlichen Bewohner der

Großstädte zwecks schnellerer Auf−

klärung von Sexualstraft aten. Kriti ker

fürchten,dass in1 5 Jahren Volks−DNA−

Dat enbanken Wirklichkeit sei n werden.

Seit Mitt e Januar berät ei n neuer Aus−

schuß des EU−Parla ments über die Zulas−

sung des Kl onens menschlicher E mbr yo−

Sta mmzellen,u m Vorschläge für eine

entsprechende Gesetzgebung auszuar−

beit en. Nach der Zulassung des Kl onens

in England (zu t herapeutischen Zwek−

ken) soll i n Frankreich undi n den Nieder−

landen zukünftig die Forschung an

menschlichen E mbr yonen erl aubt wer −

den. Das Klonen bleibt dort vorerst (und

wielange?) nochverboten.

Bislang wurdenfolgendegenmanipu− liert e Nahr ungs mitt el i n den Lebens mit −

telläden hierzulande ausfindigge macht−

in Kla mmer ni st die Herkunft der gen ma−

ni puli ert e n Anteile angegeben: Amar et −

to−Riegel (Soja); Brause Oblaten und But−

terfinger−Riegel (Mai s); Getränkepulver

Formul a1 (Sojaund Mais); Tierfutter Fris−

ki es (Soja); Japanische Erdnüsse (Mai s);

Nahr ungsergänzungspr odukt Lecit hi n

Granulat und Multi 9−KProtein (Sojau.a.);

Tri nknahrung Nutrico mpStandard,Nah−

rungs mitt elergänzung Nutrilit e Eiweiss,

Papas Kabelj aurogen,Di ät −Suppe Sli m

Soup,Ferti g− Mix Soja−Fix und Soja−Gu−

lasch (Soja) sowie Zink−Tabletten (Mai s).

Erst mals i st die Übertragung eines

artfr e mden Gens i n ei nen Affen ge−

gl ückt . Das Gen st a mmt von einer Tief−

seequalle und sorgt für die Produktion

ei nes besti mmten Einweißes,welches

unter besti mmten Bedingungen grün

fluoresziert. Ziel der Forscher ist es,Af−

fen mit verschiedenen menschlichen

Krankheitsgenen auszust atten,u m die

Entwicklung neuer Behandlungs met ho−

den undI mpfst offe voranzutreiben.

ImletztenJahrhatsichdie Anbauf−

läche gen mani puli ert er Pflanzen welt weit

um11 % gegenüber de m Vorj ahr auf ca.

44 Millionen Hekt ar erhöht. 99 % dieses

Anbaus fi ndet i n den USA (über 3 0 Mill.

ha),Argenti nien (1 0Mill. ha),Kanada (3

Mill. ha) und China (hal be Mill. ha) statt.

Angepflanzt wur den vor alle mSoja (26

Mill. ha),Mais (10Mill. ha),Baumwolle (5

Mill. ha) und Raps (3 Mill. ha). 74% der

Gentech−Pflanzen waren herbizidresi−

st entund19%insektenresistent.


Eine vomMarburgerMax−Planck−In− stit ut f ür Boden mikrobi ologi e dur chge−

führte Studie zeigt,daß der Anbau gen−

manipulierter Kart offeln zu Veränder un−

gen der Zusa mmensetzung der Mikroor−

ganis meni mBoden führt. Wel che Lang−

zeitfolgen sich genau daraus ergeben

bliebt unklar. Eine Studie in den USA hat

gl ei chzeiti g er wiesen,daß die Anwen−

dung des vor alle mi mZusa mmenhang

mit gen manipulierter Soja eingesetzte

Herbi zi d Roundup zur Zunah mevonPil−

zen an den Wur zel n der Sojapflanzen

führt. In erhöhter Konzentration können

diese Pilze giftig wirken und entspre−

chende Wurzel krankheit en ausl ösen.

Der it alienische Landwirtschafts mini−

st er hat den i m Lande t ätigen Wissen−

schaftlern sä mtliche Forschungsgelder

für den Bereich Nutzpflanzen so lange

gestrichen,bis sie sä mtliche Gentechnik−

experi menteeingestellt haben.

Das ko mpl ett e Er bgut des Rei s i st s e −

quenziert. Das gab das Forschungszen−

tru mdes Konzer ns Syngenta i mJanuar

bekannt. Da mit wur de erst mals ei ne Ge −

treidepflanze vollständig entschlüsselt.

Entwicklungsorganisationen befürchten,

ImJanuarundFebruarkonnte man auf

ei ner I nt er net seit e der Bundesregi er ung

ei ne anony me (?) Umfrage zu mThe ma

therapeutischesKlonen fi nden. Nach der

Zul assung dessel ben dur ch Beschluss des

briti schen Parl a ments in England,hatte

der Bundeskanzl er mit Blick auf hierzu−

lande mögli cher wei s e ver passt e wirt −

schaftliche Chancen ei nen breit en Di a−

log gefordert. Der/die LeserIn konnte

nun ei ne von vi er vorgegebenen mögli −

chen Antwort en anklicken,u m so sei −

ne/ihre Haltungkundzutun. Zur Auswahl

st anden: 1 . Nei n aus et hi schen Gründen;

2. Nei n solange,bis alle Alt er nativen aus−

daß nun gen manipulierteneueReissor−

ten die Bauern in die Abhängigkeit der

Agrarkonzerne drängen werden.

Öst err ei ch str ebt ei ne EU− weit e Re−

gelung zu Futt er mitt el n an,die gen mani −

pulierte Anteile enthalten. Hintergrund

ist nach de mWegfall von Tier mehl infol−

ge der BSE− Krise und den deswegen

voraussichtlich stei genden Soja−I mpor−

ten,daß der Anteil genmanipulierten Tierfutters zukünftig deutlich steigen

dürft e,ohne daß es bisher ei ne Kenn−

zeichnung desselben gibt.

Der welt weit erst e Klon einer vom

Ausster be n be dr ohten Tierart hat nur

zwei Tage gelebt. Dabei handelte es sich

umeinenGaur−Ochsen. Diese Tiere wa−

reninIndieneinst weit verbreitet. Heute

gi bt es i nf olge von Jagd und Lebens−

rau mver nichtung nur noch3 0.000Tiere.

Das verst orbene Jungtier war aus ei ner

Gaur −Haut zelle gekl ont worden. Deren

Erbgut hatt e mani n ei ner entkernte Rin−

der −Eizelle übertragen und von einer

Kuh austragen lassen. Nach der Befruch−

tung von 40 Kühen war ei n Tier lebend

zur Welt geko mmen,bevor es48Stunden

spät er an der Ruhr verst arb.

Klonen: regierungsamtliche

Stimmungsmache?

geschöpft si nd;3. Jaohne Einschränkung;

4. Ja unter strengenst aatlichen Auflagen.

Di e Formuli er ung der s ogenanntenAlt er −

nativen und i hre Rei henfolge kannnicht als zuf älli g gelt e n. Zu fr age n bleibt: Wel −

che I nteressen und welches Politi kver −

st ändni s st ehen hi nter derart manipulati −

ven Pseudo−Beteili gungsfor men,die die

Bedeut ung solch einer Entscheidung so

verhar mlosen,als handele es sich quasi

umdie AuswahlirgendeinesProduktsan−

st att und Grundsatzfragen,die u.a. das

Wesen des Menschsei ns betreffen?

Gentechnik

Buchbesprechung

Gertrude Klaffenböck u.a.

Biologische Vielfalt

(2001, Brandes & Aspel/Südwind in Frankfurt,

296 S., 39,80 DM)

„Wer kontrolliert die globalen genetischen

Ressourcen?“ lautet der Untertitel. Und darum

geht es auch – ein historischer Blick, die politischen

Rahmenbedingungen, traditionelle

und lokale Bewirtschaftungsformen contra

Gensaat, die laufenden Debatten um politische

Regulierung und globale Märkte – alles

das ist in verschiedenen Kapiteln etlicher AutorInnen

zu finden. Ein guter Beitrag zur Diskussion.

Thomas Retzmann u.a.

Streitobjekt Genfood

(1998, Stiftung Verbraucherinstitut in Berlin, 157

S., 32 DM)

Das Buch teilt sind in zwei Abschnitte.

Zunächst sind viele Hintergrundinformationen

zum Thema zu finden. Im zweiten Teil gibt es

drei Vorschläge für Rollenspiele. Sie üben Parlamentarismus,

denn die AkteurInnen sollen

EU− Kommission oder Parlament nachspielen

–mitdenrealenPersonendort.SogutPlanspiele

für die Bildungsarbeit ist, so langweilig

erscheint doch der Versuch, die unter Sachzwängen

und Unkreativität leidende Politdebatteauchnochwiederholenzumüssen.Da

hätten spannendere Ideen gefunden werden

müssen!

Brot für die Welt

Von Gen− Piraten und Patenten

(2000, Brandes & Aspel/Südwind in Frankfurt,

104 S.)

Ein engagiertes, politisches und parteiisches

Buch – die Karikatur im Innern, die die westlichen

Konzerne bei der Jagd nach Genen

zeigt, die auf Blumen wegen ihrer Gene aufpassen,

aber die Menschen in den armen

Ländern einfach überrennen, spricht den

Kern an. Die internationalen Handelsabkommen,

Gesetze und Patentrechte werden kritisiert

und ihre Wirkung benannt.

Marc Lappe/Britt Bailey

Machtkampf Biotechnologie

(2000, Gerling Akademie in München, 208

S., 49 DM)

„Wem gehörten unsere Lebensmittel?“ weist

der Untertitel auf die Inhalte hin. Ganz behutsam

nähern sich die AutorInnen der Fragestellung.

Zunächst werden die Argumente der

Genkonzerne benannt, um dann Stück für

Stück als Lügen entlarvt zu werden. Am

Schluß folgt eine Bilanzierungen der Diskussionen

um Vorherrschaft und Profitinteressen. Es

ist ein Buch, daß Propaganda entlarvt und

Machenschaften von Konzernen offenlegt.

20.12.2000 − 12.08.2001 in Dresden

Der (im)perfekte Mensch

Ausstellung: Wie lebt es sich in einer

Gesellschaft, die sich der Perfektionierung

desLebensverschriebenhat?Deutsches

Hygiene Museum, Lingnerplatz 1; Internet:

www.imperfekt.de

24. − 27.05.2001 Universität Erlangen

Internationaler Kongress: „Medizin

und Gewissen. Wenn Würde ein Wert

würde ...“

Infos und Anmeldung: c/o Stefan Kolb unter

09131-816830

29.06. − 01.07.2001 in Bad Herrenalb

Tagung: Klonen, patentieren,

konstruieren − welches

Menschenbild hat die

Biowissenschaft?

Infos und Anmeldung: Evang. Akademie

Baden unter 07083-9280;

haus@ev-akademie-baden.de

08. − 10.07.2001 in Enkenbach

Tagung: Die Logik der Genforschung

Wohin geht die Entwicklung der molekularen

Biologie und Medizin?

Infos und Anmeldung: Evang. Akademie

Loccum unter 05766-810; eal@evlka.de

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Kurznotiert:

23

Naturnutzung

Ö-Verteiler

"Gentechnik"

�Leiderkeiner.


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

24

Sommer 2001

Zeitschriftenschau

•Kurznotiert:

Naturnutzung

Themenredaktion

"Landschaft/

Naturschutz"

Jörn Hartje,

Institut für Ökologie

Turmstr. 14A,

23843 Bad Oldesloe

Tel. 04533/792259

Fax 04531/792286

institut@inihaus.de

&

Peter Szekeres (ps)

Marcus-Heinemann-

Str. 13

21337 Lüneburg

peter.szekeres@

gmx.de

Natur und Landschaft

(2/2001)

•NaturschutzorientierteUmweltbeobachtung•Naturschutzmonotoring

in der Normallandschaft

•Artenauswahlfür

Monotoring

Natur und Landschaft

(3/2001)

•Nutzungskonflikte

am Bsp. Elbaue

• Wiederansiedlung

aquatischer Pflanzengesellschaften

• Kommunales Umweltinformationssystem•HalboffeneWeidelandschaften

LÖBF− Mitteilungen

(4/2000)

• Amphibienschutz

Landschaft und Naturschutz

Rubrik » Landschaft, Naturschutz«

ühlenberger Loch

ohne juristischen

Boden

Di e i nternationale Tierschutzoragani −

sation Ifaw hat sichjetzt in das Gesche−

hen ei nge mischt undunterstützt die Na−

turschützer finanziell i m kost spi eli gen

Rechtsstreit. Ifaw nennt Schutzgebiete

wie das Mühlenberger Loch »paper−

parks«: Das Gebiet steht nur auf de mPa−

pi er unter Schutz,mel det die Wirtschaft

Interesse a mGebiet wird der Schutzst a−

tusvondenBehörden mißachtet.

Gefahr durch

Reservatsnaturschutz?

Nach Mei nung der US−a meri kani schen

Umwelt organisation »Conservation In−

ternational« ist es ganz einfach,die Ar−

tenvielfalt auf der Welt zu er halt e n: Man

brauchtnurgenügendGeldundmuß sich

auf die »Hotspots« konzentrieren,auf

Br e nnpunkt e mit besonders hohen Ar−

tenzahlen. Mit 2 5 Hotspots könnte man

mehr als 1 /3 aller Arten erhalten und

braucht dafür 5 Mrd. Dollar i n den näch−

st en1 0Jahr en.

Auch die U mwelt stift ung WWF pl ädiert

für weltweite Art enschut zgebiet e. Mit

de m Pr ogra mm » Global 2 00« sollen 23 8

Ökoregionen welt weit geschützt werden,

die sä mtliche Lebensrau mtypender Welt

präsentieren.

Hotspot−Theorie und Global 2 00si ndt y−

pi sch f ür ei nen neuen Trendi minterna−

tionalen Nat urschut z. Man gi bt den Na−

turschutz auf der gesamten Fläche auf

und konzentriert sich auf nach heutigen

Maßst äben besonders wert voll erschei −

nende Flächen. Di e neuen Konzept be−

deut en ei n Rück−

zug des Natur−

schutzes: was

passiert mit den

restlichen 9 0%

Beratung und Planung

Naturschutz

Biologischen Stationen

Ökonomie&Ökologie

Umweltpädadogik

Veröffentlichungen

Institut für Ökologie, Turmstr. 14A,

23843 Bad Oldesloe,

institut@inihaus.de

Inzwischenist mit de mBau von Pfost en

für Spundwändena mMühlenberger Loch

begonnen worden. Die

so eingefaßte Fläche

soll dann aufgespült

wer den,da mit der

Fl ugz eugbauer DASA

hi er Teil e des neue n

Riesenflugzeugs Airbus

A3 80bauenkann.

der Fl äche? Für die Industrie und Land−

wirtschaft zu mAbschuß frei gegeben? In

den Konzepten stecken Chancen für den

Nat urschut z aber die Gefahren schei nen

gr ößer und vorallemnichtletztlichab−

wägbar zu s ei n.

Nachde m nun das Landwirtschaft mi−

ni st eri u m von Bündni s9 0/Grüne über−

no mmen wurde,wollen U mwelt minister

Triti n und die Landwirtschafts ministerin

Künast die Vorl agenf ür das neue Bundes−

nat urschut zgeset z ge mei nsa m überar −

beit en. Die Nat urschut zverbände wart en

nach dieser Ankündigungauf die überar−

beit et e Vorl age. I hr e Kriti k richtet sich

noch i nsbesondere gegen die unzurei−

chenden gerichtlichen Klage mögli chkei −

tender Verbände.

Hubert Wei nzi erl war von1 9 83 bis1998

Vorsitzender des BUND. EndeletzenJah−

res wurde er vomDNR,de mDachverband

von 1 00 deutschen Nat ur− und U mwelt −

schut zverbände,zu m Präsi denten ge−

wählt. Er will sich i n sei ne mneuen A mt

vor allemfür eine neuenAgrarpoliti k ei n−

setzen und die Kräfte der Natur− und

Umwelt schut zverbände zu bündel n.

15.−17. Juni in der JUP! Bad Oldesloe

Kräuterseminar

In Bad Oldesloe findet mal wieder unser legendäres

Kräuterseminar statt. Auf einem

Wildcampingplatz in der Nähe von einem

Wasserfall (!) werden wir ein Wochenende

lang alles über Kräuter, ihre Geschichte, Anwendung

in der Küche und der Medizin.

Auch unser Ökomobil wird dabei sein indem

ein Teil der Umweltbücherei gelagert wird,

um uns mit Fachliteratur zu versorgen.

Mitbringen: Schlafsack, Isomatte, wenn möglich

auch Zelt. Teilnehmerbeitrag: 30 DM

(Fahrtkosten werden erstattet). JUP! Bad

Oldesloe, Turmstr. 14a, 23843 Bad Oldesloe,

04531/4512, jup@inihaus.de

3.−4.JuliinSchrozbergbeiSchwäbischHall

Landesweites Qualifikationsseminar

zum ehrenamtlichen Fachberater für

Hornissen- und Wespenfragen

Das Semiar vermittelt biologische und ökologische

grundlagen. Im praktischen teil wird

eine Umsiedlung eines Hornissenvolks durchgeführt.

Kontakt: Umweltakademie, Pf 10 34 39,

70029 Stuttgart, Tel: 07 11/126 28 08.

9.−11. Juli in Laufen

Hornissen und Wespen in der Naturschutzpraxis

Das Seminar soll zum Thema Hornissen und

Wespen Hilfestellung anbieten, von der Beratung

bis zur Umsiedlung von Nestern.

Kosten: 150,−DM.Kontakt:ANL,SeethalerStr.

6, 83410 Laufen, Tel. 08682/8963-0, Fax -17.

16.−17. August in Schneverdingen

FFH-Verträglichkeitsprüfung

Das Seminar soll den den mit der FFH−Verträglichkeitsprüfung

befaßten Personen die

nötigen Informationen vermitteln und durch

Praxisbeispiele ein Forum zum Erfahrungsaustausch

bieten.

Gebühr: 165,−DM.Kontakt:NNA,29640

Schneverdingen, Tel. 05199/989-0, Fax -46,

naturschutzakademie-nna@t-online.de

28.− 29. September in Rendsburg

Naturschutztage Schleswig-Holstein

Das Motto der diesjährigen Naturschutztage

ist» Lebensland Schleswig-Holstein Natur und

Zukunft« . Wie kann ein anderes Naturverständnis

geschaffen werden, die Akzeptanz

für Naturschutz erhöhen und die Natur nachhaltig

schützen?

Kosten: 70,−DM.Kontakt:ANU,Carlstr.169,

24537 Neumünster, Tel. 04321/9071-0, Fax

-32, anmeldung@umweltakademie-sh.de

ImJahr 2 000brüteteni n Mecklenburg−

Vorpommer n 1 62 Seeadler −Br ut paar e,

die1 40Jungtiere hochzogen. So mit wird

die Bruterfolg von1999in etwa gleicher

Höhe fort geset zt. Deut schlandweit wur−

den3 6 0Br ut paar e gezählt.

Weit über 3 00 Lachse si nd i n diese m

Jahr i n die Sieg,ei ne mNebenfl uß des Rh−

ei ns,zur ückgekehrt . Da mit ist die Zahl

der aufst ei genden Lachse gegenüber 48

Tiereni mVorj ahr enormgestiegen.Zum

Auf bau und z ur StabilisierungderBestän− de wird ei ne mTeil der Wei bchen i n der

Kontrollst ation durch Abstreifen Laich

entnommen,die Eier künstlich erbrütet,

die wertvollen Junglachse geschüt zt auf−

gezogen und spät er i mBereich der Sieg

frei gesetzt.


Rubrik » Ökologischer Landbau«

Europäisches Gebaren

und Polenist derPolen nächste Beitritts−

kandidat indie EU,doch es ha−

pert anverschiedenstenStellen. DieLand−

wirtschaft spielt i n Poleneine sehr große

Bedeut ung,istsiedocheineausgesprochen

kleinstrukturierte und stark subsistenz−

wirtschaftlichorientierteLandwirtschaft.

Jeder Vierteist in Polenin der Landwirt −

schafttätig,fast 4 0%derBevölkerungleben

imländlichenRau munddieFa milienbetrie−

besi nd miti hrendurchschnittlich4ha−Be−

trieben sehr klein. Nun kommt Geld aus

Br üss el: J ährli ch wer de n1 68 Mio. Euroaus

de m Pr ogra mm SAPARD zur Strukturre−

for mindenländlichenRaumfließen. Ange−

Nach wie vorbewegtsichderBauern−

verband (DBV) i n Sachen Nachbaugebüh−

renkeinen Milli met er. Nicht alleBäuerIn−

nent eilen diese Meinungundkürztenih−

ren Mit gliedsbeitrag pro mpt u m2 00 DM,

den si e st att dessen an die Interessens−

ge mei nschaft gegen die Nachbaugebüh−

ren (IGN) überwiesen.

Ende März verhandelt e das Landge−

richt erneut mehrere Fälle von wider−

spenstigen BäuerInnen,die sich weiger−

ten,der Saatgut−TreuhandAuskunft über

ihre Nachbaugepflogenheiten zu ert eil en

(s. Ö−Punkt e 4/ 00). Der Richter signali−

sierte,daß er in der Urteilsverkündung

Ende Mai nur noch für EU−geschützte

Sort en ei ne Auskunft spflicht anerkennen

wür de. Da mit sei aus Sicht der Saatgut−

treuhand den Züchtern praktisch jede

Handhabe geno mmen,Nachbaugebüh−

renzuerheben.

Gegenüber de mVorj ahr sti eg der Ab−

satz von Stickstoff (+ 5,8%)−undPhos−

phat dünger (+3,4%) weiter an. Dies be−

deut et ei ne Ver dreifachung des Stickstof−

feinsatzes gegenüber19 50. Da mals wur −

den 2 5 kg Stickstoff j e Hekt ar Ackerland

aufgebracht,heute si nd es 11 7 kg Stick−

st off.

str ebt wird: Erhöhung der Markteffizienz,

Verbesser ung der Voraussetzungen für

Wirtschaft aktivitäten und Schaffung von

Arbeitsplätzen,sowieAgraru mwelt − & Aus −

bil dungspr ogra mme. Di e Aus wahlderför−

derber echti gten Projekte wird i n Polen

selbst getroffen −i mGegensatz z. B. zu m

PHARE−Progra mm,dort wirddieEntschei−

dungi n Brüssel getroffen. Viele Befürch−

tungengibt es unter denLandwirtI nnen,

daß mit der Markt effi zienz großfor mati ge

Vorhaben fi nanziert werden und klei ne

Pr ojektevernachlässigt werden. Höfe mit3

Kühenund2 haAckerland wirdesi nEuropa

ni chtgeben!

Eingroßer Eierkonzern betreibt neu−

er dings auchsechsgroßeBiofar men mit

jeweils 20.000LegehenneninMecklen− burg. Der zust ändigen Kontrollbehördein

Meckl enbur g− Vorpommer n fi el das Un−

terneh men jetzt negativ auf,da der Be−

trieb die zulässige Herdengröße mehr−

fach überschritten hatte. Die EU−Öko−

Ver ordnung erlaubt nur Herdengrößen

von max. 3 . 000 Legehennen,was selbst

vi el en WissenschaftlerInnen als viel zu

hoch erschei nt,u m ei ne art gerechte

Tierhaltung und ausreichende Belüftung

zu gewährleisten. I mmer wieder kommt

es i n solchen Herden zu gegenseitigen

Feder pi cken und z. T. zu Kannibalis mus.

Nun si nd l achhaft e 2 00 DM »Sankti onen«

zu zahlen.

Di e Schaf herden s ollten längst auf

de m Weg zu den So mmer wei den sei n,

aber wegen der Gefahr der Maul − und

Klauenseuche dürfen sie i m Moment

ni cht weiterwandern. Durch die MKS−

Schut zver ordnung ist es den Schäfern

mit i hren Her den daher un mögli ch,die

traditi onellen Wei deplät ze aufzusuchen.

Neben enormen wirtschaftlichen Proble−

menfür dieSchafhalter hat dies auchun−

mitt el bare negative Aus wirkungen auf die

Wei defl ächen. Bei diesen handelt es sich

oft mals u m wert volle Kult url ands chaft en

wie z. B. Trockenrasen,die aus Natur−

schutzsicht aufeineBeweidungangewie−

sen sind. Der Landschaftspflege−Dach−

verband for dert daher Künast zur Aufla−

ge ei nes gezielt en Hilfsprogra mms und

zu MKS−Schut zi mpf ungen f ür Schaf her −

den auf.

ÖkologischerLandbau

20.− 22. Juni in Göhrde

Bildekräfte-Potential des Weizens

Seminar: Methodisches zu und Ergebnisse

aus der imaginativen Betrachtung einzelner

Weizensorten

Cultivari − Ökosortentreuhand, Dr. Karl-Josef

Müller, 058 55 443, gfgf.kjm@t-online.de

22.− 23. Juni in Gladbacherhof

Getreidetag 2001

Versuchsgut der Uni Gießen, Hartmut Heilmann,

Birkenstr. 10, 74592 Kirchberg/J.,

07954216

14.−16.JuniinNeumünster

Grünlandmanagement nach Umsetzung

der Agenda 2000

Probleme u. Perspektiven aus der Sicht von

Landwirtschaft & Naturschutz

Akademie für Natur und Umwelt, Carlstarße

169, 24537 Neumünster, 04321-9071-0, Fax

-32

18.− 20. Juni in Berlin

Direktvermarktungsexkursion

Ökoring Niedersachsen, Ernst-August-Str. 9,

29664 Walsrode, 05161-9865-0, Fax -55

22.− 24. Juni in Berlin

Internationale Tagung

Biolandwirtschaft zwischen Idealismus und

Sozialökologie. Verbraucherschutz und Subventionen

LGF der Humboldt-Uni, AG Agrar-Kultur/Agrarökologie,

Philippstr. 13, 10115 Berlin,

030− 20936288

Das NRW−Landwirtschafts ministeri−

umwill mehr Landwirte für den ökologi −

schen Landbau gewinnen. Vor alle min

der Startphaseder Umst ell ung vomkon−

ventionellen zu mökologi sche n Landbau

sollen die Betriebe mehr För dergel der er −

halt en. Die Pläne des Landwirtschafts mi−

ni st eri u mssehennunvor,die Flächen−

prä mieni n den ersten beidenJahren der

Umst ell ung gegenüber den bi sheri gen

Prä mien zu verdoppel n. Für Acker − und

Dauergr ünlandflächen si ndi n den ersten

bei den Jahren j eweils 800 DM/ha,für

Ge müsebaufl ächen 2 000 DM/ ha und f ür

Dauerkult urflächen3 800DM/ha geplant.

Viele Links,Ter mine und Hinter−

gr undinfos: www.soel.de

Informati ons dr ehs chei be f ür ge n−

technikfreie Produkte: www.biogene. org

Dat enbank I nfoxgen f ür ei ne Lebens−

mitt el herst ellung

www.infoxgen. com

ohne Gentechnik:

Nachri chtendienst Landwirtschaft &

Nat urschut z: www.agrar.de

Ökolandbau über viele Länder Euro−

pas: www.organic europe. net

Infos über Saatgut und andere The−

men zu m Ökolandbau: www.Bio saat−

gut. de

Börse für ökologi sch er zeugt e Agrar −

rohst offe www.tradeorganex.com

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Kurznotiert:

25

Naturnutzung

Zeitschriftenschau

Ökologie & Landbau

2/01

•Schwerpunkt:Landbau

− ökologisch

und wirtschaftlich

• Umstellung, Agrarwende

• Gerechte Preise

•BSE:Bioboomim

Ökolandbau

•Ökobilanzeiner

ganzen Fruchtfolge

Unabhängige Bauernstimme

4/01

•Maul-undKlauenseuche•Agrarwende/Agrarförderpolitik

•Impfunggegen

MKS

•Biodiesel

Bioland 02/01

•Schwerpunkt:Legehennen

•NeueWeizensorten

•BSEstärktBiolandbau

Naturland 1/01

•BSE

•Aquakultur

• Bio- & Fairer Handel

Themenredaktion

"Ökologischer

Landbau"

Johannes Richter

c/o Umweltwerkstatt

Willy-Brandt-Allee 9,

23554 Lübeck

Tel.&Fax

0451/7070646

jupluebeck

@t-online.de

Ö-Verteiler

"Ökologischer

Landbau"

� Leider keiner.


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

26

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Naturnutzung

Themenredaktion

Tierschutz − Tierrechte

− Tierbefreiung

(TTTT):

Im Internet>>>

www.geocities.com/

tatortruhrpott/tttt

c/o RAGE, August-

Bebel-Str. 16-18,

33602 Bielefeld,

r.a.g.e.@gmx.net

Tierrechte und Tierschutz

Rubrik »Tierrechte«

toppt Tierproduktion − werdet vegan

Statt aufgrundderSchlagzei− len über Massentötungen

von Tieren wegen Seuchen−

fällen bzw. Marktbereinigung auf andere

Tierarten »u mzusteigen«,sollten Ver −

braucherI nnen unser er Mei nung nach

auf eine vegane,also rein pflanzliche

Er nähr ung ei ns chwe nke n. I nf os dazu

gi bt es z. B. i m I nternet (www.vegan−

welt. de oder htt p: /www.uni−vegan. de

oder htt p: /www.veganissimo.de). Dass es anderen Tieren,die zur Zeit

ni chtindenSchlagzeilensind,nicht bes−

ser ergeht wenn sie für den Gau−

menkitzel gezüchtet werden,

zeigt der folgende Bericht über

Mast kani nchen:

»PelzträgerInnen legt eure Steinzeit−

kl ei dung ab,der Faschi ng i st vorbei«. Un−

t er andere mso wur den Pelzträgeri nnen

von den De monstrantenInnen Anfang

März gegen die Messe »Fur & Fashion«in

Frankfurt e mpfangen. Nach Zwischen−

st ops vorC&AundHertieundimBahn−

hofsviertel,wo sich i n der Niddastraße

zahlreiche Geschäft e aus der Pelzbranche

konzentrieren,wollten die et wa 70Tier−

rechtlerInnen ei gentlich zu m Messe−

gelände weit erziehen. Die anrückenden

BesucherI nnen des Böhse Onkelz− Kon−

zert s i n der Fest halle veranlaßtendie Po−

li zei aber,den De monstrantInnen die

Beendigung ihrer Aktion nahezulegen.

Di es e m Gesuch ka men die De monstran−

tInnenschließlich nach. Wie die Proble me

mit den Konzert besucherI nnen konkr et

aussahen ist lei der nicht bekannt. Am

23 . 02. fand diezweite De modiesesJahres

gegen die Nerzfar mRossberger i n Wil −

lich−Schief bahn st att. Die ca. 1 5 De mon−

strantInnen mußten sich der Verf ügung

der Poli zei beugen,die einen Bannkreis

von 1 00 m u m die Far mgezogen hatt e.

Auch f ür die nächsten De monstrati onen

hat die Poli zei ähnliche und weit ere Auf −

lagenangekündigt.

C&A wird sich i n den ko mmenden

Monat en wi eder aus de m Verkauf von

Pelzbeklei dung zurückziehen. I n ei ner

Presse mitt eilung t eilt das Unterneh men

mit,dies sei einzig und allein auf das be−

obachtete Kundenverhalt en und der Ent−

wicklung i m Markt zurückzuführen,und

habe nichts mit den Protestengegenden Pelzverkauf bei C&A zu t un. Ob C&A

künfti g ko mpl ett auf Pel z ver zi chtet oder

seine (nebenbei be merkt f urchtbar häß−

lichen) Jacken mit Pelzbesat z weit erf ührt

bleibt abzuwarten.

Mehr als 41000TonnenKani nchenfleisch

wer den pr o Jahr i n Deut schland geges−

sen,was et wa 24 bis3 2 Millionen Tieren

entspricht. 80 Prozent davon kommen

aus Deutschland − die Tiere werden von

pri vat en Halt er n,aber auch von ko m−

merzi ellen Kani nchen mast −Betrieben

erzeugt − oft unter Verhält ni ssen,die an

sogenannte LegehenneninBatteriehal− tung erinnern. So werden die Tiere in

ko mmerziellen Betriebenin engen,nied−

ri gen Käfi gen auf Met all − oder Kunst st of−

frost en gehalt en − mei st ohne Einstreu.

Verlet zungen der Pfoten

und haltungsbedingte

Schäden wie Verkr ü m−

Ein GnadenhofinSchleswig−Holstei n

befi ndet sich i n ei ner akut en Notlage.

Di es er vo mFördervereinArche NoahI m−

menstedt/Holst e. V. unterstütze Hofbe−

herbergt momentan ca. 400 Tiere,von

denen zahlreiche früher mißhandelt

wurden. Es werden dri ngend Spenden

auf das Konto Förderverein Arche Noah

Immenstedt e. V.,Dit h marscher Volks−

und Raiffeisenbank e. G. Albersdorf,Kon−

to 23 24 24 5,Bankleit zahl 218

90022,benöti gt. I n der Nähe

von Kassel muß ei n anderer

Gnadenhof aufgelöst wer den,

Investor plant

mung der Wirbelsäule oder Kannibalis−

mus und Sel bst verst ü mmel ung si nd an

der Tagesordnung. Bis zu 50Prozent der

Mastti er e st erben auf gr und der schlech−

ten Haltung und anInfektionskrankhei− ten. Bei privaten Haltern werden Kani n−

chen mei st ens i n traditi onellen Holzstäl−

lengehalten,außer StrohbietenHolzstäl−

le aber nicht viel mehr als der Käfi g. Es

gibt keine bindendengesetzlichenVor− schriften für die Haltung von Kani nchen.

Marion Seli g vo m Bundesverband der

Tierversuchsgegner: »Es ist offensicht−

lich,daß Kaninchenin der Käfi ghalt ung

extre mleiden,da sieihre arteigenen Be−

dürf ni sse wie z. B. nach Bewegung nicht

immindesten ausleben können.«

da der Hofverkauftwird und die Pächte−

ri ni hn nicht bezahlenkann. Da die Arbeit

der Pächterin mancherort s sehr u mstrit −

ten war,ist die Auflösung vielleicht gar

ni cht so bedauer ns wert. I nsgesa mt 58

Tiere müssen nun ander weiti g unterge−

bracht werden − Hunde, Pferde, Ponys,

Muli s,Kleinpferde,Esel,ein Schwein,ein

Ochse,Schafe,Hähne, Kat zen und auch

Affen.

In Steinölsa Nerzfarm bei Niesky in Sachsen soll in Sachsen

ab So mmer diesen Jahres eine neue

Nerzfar m entstehen,die grausa me

Qualenfür t ausende Tiere bedeuten wür−

de. Der I nvest or,die Schir mer & Part ner

GmbH & Co. KG,Talstrasse 1 7, 093 06 See−

lit z,besit zt zur Zeit nur ei ne befrist et e

Geneh migung,bis er einen neuen Bau−

antrag ei nr ei cht. Seit 1 999 fristen hier

Nerze i n der So mmersai son i hr tr ostl o−

ses Dasein,nachde m die Pelzfar m aus

DDR−Zeit en von Schir mer reaktivi ert

wur de. Nun will Schir mer die Anlage

ganzj ähri g betrei ben,mit bis zu 80000

Ti er e n. Es i st al s o Zeit,de n z ust ändigen

Behördenund der Fir maselbst mit zut ei −

len,was

hält.

mensch von diese mVorhaben


Tierrechte und Tierschutz

Der akt uelle Tierschutzbericht derRe− Für die Jagdhundeprüfung dürfen in

gi er ung bes agt,daß die Zahl derinTier− Rhei nland−Pfalzkeineeigensflugunfähig versuchen gequälten und er mordeten ge machtenlebendenEntenbenutzt wer−

April/Mai01invielenOrten

Tiere 1999 nach Jahren des Rückgangs den. Das entschied das Oberver wal −

»Ortstermin: Tierversuch« − Aktion:

24. April Frankfurt

erst mals wieder angestiegen ist. 2,014 tungsgericht (OVG) Rheinland−Pfalz in

25. April Gießen

Millionen Tiere wurden eingesetzt,i m

Vorj ahr waren es 2,001 Millionen. Verant−

Koblenz (Az.: 1 2 A11 99 7/ 00). NachAuffas−

sung der Richter verstößt diese Praxis

26. April Aachen

27. April Bochum

28. April Düsseldorf

wortlichf ür den Anstieg soll vor allemder gegen das Tierschutzgesetz. Das Gericht

3. Mai Hannover

Bereich Grundlagenforschung (!!) sein.

Auch die Bundeswehr hat 465 Tiere,die

wies mit sei ne mUrt eil die Klage eines in

der Pfalz ansässi gen Jagdgebrauchshun−

4. Mai Berlin

5. Mai Dresden

9. Mai Göttingen

durch Versuche u mka men,auf de mGe− dever ei ns ab. Der Verei n veranst alt et

10. Mai Halle

wissen.

Pr üf ungen f ür Jagdhunde. Gepr üft wird

10. Mai Leipzig

11. Mai Jena

Gegen diese Entwicklung startet der

dabei unter andere mdie Aufgabe »Was−

12. Mai Erlangen

Bundesverband der Ti er versuchsgegner

am24. April,demInternationalenTagdes

serarbeit hinter einer lebenden Ente«.

Dazu wird ei ner Stockente das Gefieder

15. Mai Würzburg

16. Mai Heidelberg

17. Mai Tübingen

Versuchsti ers,die Aktion »Ort st er min...:

Tierversuch« (si ehe auch »Ter mine«). Ein

verklebt,so dass der Vogel nicht mehr

fliegen kann. Die Kreisverwaltung Ger−

18. Mai Ulm

19. Mai München

http://www.ortstermin− tierversuch.de

Akti onst ea m fährt mit ei ne m speziell

mershei m untersagte den betreffenden

Infos−eMail: bork@tierrechte.de

ausgest attet en Lkw vier Woche n l ang

Pr üf ungst eil wegen Ti er quäler ei. Das OVG

durch ei ni ge der Tierversuchs−Hochbur−

schloss sich dieser Auffassungan.

6. Mai 01 in Willich− Schiefbahn

gen Deut schlands undinfor miert gezielt

über Tierversuche in der jeweiligen

Demonstration gegen die Nerzfarm

Rossberger

Jeden 1.Sonntag im Monat. Zeit: 15.00 bis in

Stadt. Ker nst ück der Kampagne ist ei ne

den Abend

Doku mentation der Tierversuchspraxis

Info: Anti−Pelz−Kampagnec/o AZ Mülheim,

Auerstr. 51 45468 Mülheim/Ruhr, Tel. (AB)

hi er und heut e,f ür die knapp1 800Publi −

0208 − 498870

kati onen ausge wert et wur den. Ab de m

E Mail: tierrechtsini@koma.free.de

24. 4. sind diese Daten auch onli ne abruf −

Mindesten60Delfinesollen nach de m

bar.

Willen des norwegischenInstitutsfür 12. Mai 2001 in Schwerte

3. Iserlohner Tierrechtsfestival

@

Meer esf orschung von mit Schnellfeuer − Ab 12.oo Uhr Informationsstände, leckeres

gewehren ausger üst et en Fischern i m

Nordatlanti k abgeschlachtet werden. Ziel

veganes Essen, Live− Musik, Kultur, Videofilme,

Redebeiträge, internationale Gäste (in

Planung), Diskussionen, ... Kulturprogramm ab

der wissenschaftlichenStudieist angeb− 19 Uhr.Treffpunkt: Rattenloch, Eintrachtstr. 10.

lich die Erforschung der Rolle,die diese

Info−eMail: michaelveganer@aol.com

Meer essäuger i m mari nen Ökosyste m

spielen. »Das Vorhabenist wissenschaft−

3.− 5. August 01 in Willich-Schiefbahn

licher Blödsinn,die angestrebten For−

Protestcamp gegen die Nerzfarm

Rossberger und am ...

Vom10. −13. 03. warin denGebäuden der Hu mboldt −Uni versit ät i n Berli n der

deut sch−skandinavische Kongr ess der

physiologi schen Ges ellschaft gepl ant.

Haupt organisator war der Vorsitzende

der Deut schen Physi ologi sche n Ges ell −

schaft,Prof. Dr. Pont us Persson aus Ber −

li n. Dieser ist f ür zahlreiche Tierversuche

an Mäusen,Ratten und Hunden verant−

wortlich. Unter den Gästen waren zahl−

reiche einschlägig bekannte Tierexperi−

mentatoren; derGroßteil der BesucherIn−

schungsziele si nd entwederlängstbe− kannt oderlassensichleichtdurchnicht−

invasive Feldarbeit erzielen. Zude mwi−

derspri cht die Tötung der Delfine Eu−

ropäische mRecht»,sagt einSprecher der

Gesellschaft zur Rett ung der Delphi ne

(GRD). Diebeidenbetroffenen Art en,At−

lantische Wei ßschnauzendelfi ne und At−

lantische Wei ßseitendelfi ne,st ehen auf

Anhang II der Bonner Konvention zu m

Schut z wander nder Art en (CMS) .

4. August 01 in Willich-Schiefbahn

Bundesweite Demonstration

»Schließt die Nerzfarm Rossberger«

Infoadressen siehe oben.

Tierrechtsinfotelefon von » die Ratten« und

»dietierbefreiere.v.« Termine...

abrufen:02 08 − 59 34 02

bekanntgeben:02 08 − 42 21 18

zufaxen:02 08 − 59 34 01

Im Netz:

http://www.die-tierbefreier.de/termine

neni st oder war an Tierversuchenbetei− li gt. Ein Großteil des Progra mms sollte

si ch mit un mitt el baren Ergebnissen von Aktion gegen Gen-

Ti er versuchen oder der en Durchf ühr ung

beschäftigen. Daneben wurden ver− Manipulation von Fischen

»Greenpeace« hat die Fischfar mAqua ti sch verändert er Lebe wesen i n Ozea−

schiedene Phar maerzeugnisse von Fir− Bounty auf der kanadischen Prince−Ed− nen. ' Führende Biologen haben i hre Be−

men wie Rache und Pfitzer vorgestellt, war d−I sl and mit ei ne m500 Quadrat met er fürchtungenbereits ausgesprochenund ebenso wie TierversuchszubehörundLa− gr oßen Banner (Aufs chrift ' StopGeneti−war

nen davor,dass die gezüchteten Fi−

borbedarf.

cally Engi neered Fish') versehen und die sche i n freie Gewässer gelangen könn−

In der Nacht zu m 12. 03. wurde Eingänge der Fischfar m verriegelt. Ei− ten',so die Aktivistin. Die Freisetzung

zunächst das Transparent der Deutschen gentü mer der Fischfar mist das Unter− könnte irreversible ökologi sche Schäde n

Physiologi schen Ges ellschaft an der Ge − neh men A/F Protein,das nochin diese m herbeif ühren,da die genetischveränder−

bäudefr ontübersprüht; gegen1 5 Uhr a m Jahr mit der Zusti mmung der a meri kani − tenLachsefreilebendeArt en ver drängen

12. 03. wurde der Kongr ess dann von der schen Gesundheitsbehörde FDAfür ihre könnten. WissenschaftlerinIndianaha− Polizei nacheinerverschiedenenPresse− Fischpr odukti on rechnet. Die von Aqua beni n ei ne mCo mputer−Modell er mitt elt,

agenturen zugegangenenBombendro− Bounty gezüchtet en Lachse wachsen dass ber eit s 6 0 geneti sch verändert e Fi−

hung beendet. Di e Medien sprachen von durch ei nen geneti schen Eingriffvierbis sche (hi er: Karpf en) einen Bestand von

1 000 Menschen,die von 250Poli zistI nnen sechs Mal schneller als nor mal e Lachs e, 60.000wildlebenden i n nur 4 0 Generatio−

evakuiert wurden. Der Kongr ess wur de si e pr oduzi er en verst ärkt Wachst u mshor− nen zerst ören können. A/F Protein ar−

vorzeitiga m12. 03. beendet.

mone,die den Reifeprozess ankurbeln. beitet der weil an den nächsten Gen−

Man wolle,soLi ndsay Keenan,Genexper− Fischarten: Forellen,Steinbutt und Hu m−

ti n von Greenpeaceinternational,einge− mer sollen mit Hilfe von genetischen Ma−

nerelles Verbot der Freisetzung gene− ni pul ati one n s chnell er wachs e n.

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Kurznotiert:

27

Naturnutzung

Ö-Verteiler

"Tierschutz -

Tierrechte -

Tierbefreiung"

�Tierbefreiung

aktuell


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

28

Foto

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Energie

©GiselaundJoachim

Petersen, subkontur

Riesenerfolg für den

Atomwiderstand:

16000 protestierten

am 24.03.01 in Lüneburg

gegen die Castor-Transporte

und

gegen die Atompolitik

der Bundesregierung!

Themenredaktion

"Atom"

Bernd Hanewald

Hermann-Levi-Str. 9

35392 Gießen

Tel.&Fax 0641/29125

bernd.hanewald@

psychiat.med.

uni-giessen.de

Zeitschriftenschau,

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35394 Giessen)

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Anti-Atom

Rubrik » Anti-Atom«

astor ist gleich Castor!?

Auch bei m Atomtransport vo m Typ

A, der soeben aus Frankreich

ko mmend nach Gorl eben

rollte, gi ng es weni ger u m das

Verantwort ungsgef ühl

Deut schlands gegenüber Frank−

reich als viel mehr u m das

Verantwort ungsgef ühl die−

ser Bundesregierung gegen−

über i hrer Atomwirtschaft.

Sie geht auf die Straße. Sie ni mmt ihr

verfassungsrechtlich verbrieftes De−

monstrati onsr echt war und de mon−

striert gegen diese Atomtransport e. Die−

j e ni ge n, die gegen diese Atommüll −

transport e de monstri eren, st ehen i m

übri gen sicherer auf de m Boden unse−

rer Verfassung als diejenigen, die unter

per manenter Rechtsbeugung das Ge−

schäft der Atomindustriebetreiben. Typ A) Der ück−

Denn der Transport vo m Typ C aus Nach den sehr erf olgreichen De mon−

transport von

R

deut sche m

de m Atomkraft werk Phili ppsburg wär e strati onen gegen den Atommülltransport

Atommüll aus der französi schen Wieder−

bei nahe schon i m vergangenen Herbst nach Gorl eben si nd j et zt wieder alle ge−

aufarbeit ungsanlage La Hague nach

nach Frankreich gerollt − wäre dies nicht fragt, sich ei nzu mischen undzu de mon−

Deut schland (Gorl eben) war ein notwen−

kurzfristi g von der französi schen Regi e− strier en. Auch diese Atomtransport e

diger Transport, sagt Trittin. Aus inter−

rung unterbunden worden. Frankreich wer den f ür den Staat nicht ganz billig

nationaler Verantwort ung. Müll muß

best and darauf, dass Deutschland wer den.

man zurückneh men.

zunächst ei n mal Müll zur ückni mmt, be−

An den hohen Kost en aber scheit ert en

Typ B) Innerdeutsche Atomtransport e

wollen Bundesregierung und Atomwirt −

schaft ver mei den. Di e Cast oren sollen

kurzerhand an den Kraft werken verblei−

vor weiterer nach Frankreich geschafft

wird. Allei n aus diese mGrund rollte vor

weni gen Tagen Atommüll aus Frankreich

nach Deutschland.

schon unzähli ge Atomtransport e, die nie

fuhren, und unzähli ge Atomkraft werke,

die nie gebaut wurden. Und wenn die

Pr oteste gegen die Atomenergie weiter−

ben − auch wenn dann gelegentlich die

Jetzt also kann endlich wieder deut− hi n st ark si nd, wird auch dieser «Atom−

geneh migte Mengeanradioaktiven Sub−

scher Atommüll nach Frankreich ge− konsens» z wischen Bundesregierung

st anzen auf de m Kraft werksgelände

schafft werden. Da mit die deutschen und Atomwirtschaft wieder zur Disposi −

überschritten wird. Mit de m Verspr e−

Atomkraft werke weit erhi n Atommüll tion stehen.

chen auf ei n Endlager − irgendwann

pr oduzi er en können.

ei n mal − s oll das Zeug ei nfach dort st e− Was aber macht die Bevölkerung, wenn

@

hen bleiben.

si e merkt, dass i hre Regi er ung kla mm−

Über Typ A und B r edet die Regierung

ger ne. Denn der erst e Atomtransport ist

hei mlich das Geschäft Dritt er betrei bt ?

gut und den z weit en möchte man ver−

hi nder n (weil er wegen der De monstra−

tionen politisch und fi nanziell zu t euer

ist). Geschwiegen wirdger ne über . . . Zivile Inspektion des

Typ C), den»Hintransport « von neue m Atomwaffenstützpunktes

deut sche m Atommüll nach Frankreich.

Kla mmhei mlich sollten diese Transport e

rollen, denn Wirtschafts minister Müller ». .. Büchel/Südeifel

bei ei ne m Atomkrieg st eht nichtsowie

Russland auf den Ersteinsatz von Atom-

(der part eii sche ehe malige Manager des nur das Überleben der Fei nde auf de m waffen verzichten

Atomkonzer ns e. on, Deutschlands

gr ößte mAtomkraft werksbetr ei ber) ging

Spi el, s ondern

Menschheit . Für

das

die

Schi cks al der

wahrscheinlichen

• alle US- und NATO-Atomwaffen von deutschem

Boden abgezogen und alle Sprengköpfe

von den Trägersystemen getrennt werden

in Talkrunden elegant über diese Folgen eines Atomkriegs kann es kei ne • alle Atomwaffen weltweit geächtet und

Transport e hi nweg und erzählt e lieber akzept able politische, milit ärische oder abgeschafft werden

et was von den notwendigen und ver− moralische Rechtfertigung geben. Daher

Seit de m Spr uch des I GH 1 99 6 fanden

miedenen Transport en.

ist auch die Drohung mit de m Einsatz

«zivile Inspektionen" von Atomwaff en i n

Das zei gt: Atommüll aus deut schen

Atomkraft werken soll nach Frankreichin

die sch mut zi ge Wiederaufarbeitung ge−

schafft werden, da mit die deutschen

Atomkraft werke ni cht i mAtommüll er −

sti cken und noch j ahrzehntelang weiter−

betrieben wer den können.

von Atomwaff en dur ch ni chts zu recht−

fertigen.« (General a. D. Lee Butler, a m

2. 2.9 8 vor de m National Press Club,

Washi ngt on D.C.)

Hätten Sie gewusst,

• dass immer noch rund 60 Atombomben im

Eifelort Büchel und in Ramstein bei Kaiserslautern

gelagert werden?

Bel gi en, Holland, Schottland und

Deut schland statt, an denen sich auch

Pr o minente (Minister, SchriftstellerIn−

nen) beteiligten. Diese Aktionen bestan−

den dari n, unerl aubt milit ärisches Gelän−

de zu betr et en, also ei nen Akt des Zivi−

len Ungehorsa ms zu leisten, u mso mit

besondere m Nachdruck gegen die

Es geht einzig undallein u mden Wei − • dass in Büc hel im Rahmen der nuklearenAtomwaff

enlagerung zu protestieren.

terbetrieb der deutschen Atomkraft wer − Teilhabe der BR Deutschland deutsche Piloten

ke. Das hat auch mit Verantwort ung zu

tun. Denn die Bundesregierung hat der

mit Bundeswehr−Tornados den Einsatz mit

Atombomben üben?

• dass die Bundesregierung keinen Hand-

mächti gen Atomwirtschaft i m soge− lungsbedarf sieht, obwohl der Internationale Ge- Am3 0.9.2 001 soll, begleitet von ei ne m

nannten Atomkonsens zugesagt,

die deutschen Atomkraft werke

dass

noch

richtshof (IGH) 1996 die Drohung mit dem Einsatz

von Atomwaffen für generell völkerrechtswidrig

erklärt hat?

vi elfälti gen Rah menprogra mm, eine zi−

vil e I nspekti on dur chgef ührt wer den.

jahrzehntelang ungestört weit erbetrie− Wollen Sie, dass sich das ändert? Wir fordern

ben wer den dürfen. Sie wird alsoi hrer die Bundesregierung auf, die nukleare Teilhabe

Verantwort ung gegenüber der Atom−

in Büchel aufzukündigen und sich dafür einzusetzen,

dass

wirtschaft gerecht und schafft den stö−

• alle Atomwaffen aus dem Alarmstatus her-

renden Atommüll nach Frankreich.

ausgenommen werden und die USA, die NATO

@


Anti-Atom

In einer vomSWRa m 5.4.2001 u m

19:20Uhr undum21:3 0Uhr ausgestrahl−

ten Fernsehsendung mit de m Tit el:

»Höhere Krebsraten in der Nähe von

Atommeil er n« wei gert si ch das Bun−

desa mt für Strahlenschutz (BfS) erneut

und weiterhi n, die kürzlich festgestellte

erhöhte Krebsrate von Kindern in der

Nähe von Atomkraft werken genauer zu

Cast or−Protesten sowie Blockaden be−

teiligt und bewertet sie als Erfolg der

Anti −AtomBewegung. Es ist da mit deut −

lich geworden, dass es in dieser Gesell−

schaft kei nen Kons ens f ür den Weiter −

betrieb von Atomkraft werken gi bt.

Ebenso weni g lassen wir uns ei n , X‘ für

ei n , U‘ vormachen und den j ahrzehnte−

langen Weiterbetri eb von Atomkraft wer −

ken als rotgrünenAusstiegverkaufen.

25. 05. bis 27.05.2001

5. Jahrestagung des Trägerkreises

Atomwaffen abschaffen

Ev.AkademieIserlohn,BerlinerPlatz23

Kontakt: Naturwissenschaftler−InitiativeVerantwortung

für den Frieden, Gutenbergstr. 13,

44139 Dortmund, Tel 0231 575202, Fax 0231

575210, ines_nat@t−online.de,

www.natwiss.de

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

untersuchen.

Wie Sie in der Zwischenzeit wissen,

wur de i n ei ner von der Ul mer Ärztei −

niti ati ve, Regi onal gruppe der I PP N W i n−

itiiert en und von Dr . Körblein, U mwelti n−

stit ut München e. V. durchgeführten Stu−

diefestgestellt, dass die kindliche Krebs−

rate i m U mkr ei s der 3 bayeri schen

Standort e von Atomkraft werken hochsi −

gnifi kant u m3 0% i m Vergleich zu m

bayerischen Durchschnitt erhöhtist. Die

deutlichst e Erhöhung zei gt sich u m das

AKW Gundre mmingen: I m Mitt el der 3

Landkreise Günzburg, Dillingen und

Augsbur g−Land bet rägt die Erhöhung

Für uns als Anti −Atom Bewegung

st eht dabei nicht die Auseinanderset−

zung mit der Poli zei i mMitt elpunkt, son−

der n mit der Rotgrünen Regierung, die

sich f ür ei nen über dr ei ßigjährigen Wei −

terbetrieb von Atomkraft werken ei n−

setzt. Dahinter steht das Prinzip der Ge−

winnmaxi mierung, das der Atomindu−

strie den Weiterbetri eb bi s ans Ende der

betrieblichen Lebensdauer der Kraft −

werke erl aubt. Di es und die jahrelangen

milli ar denschweren Subventionen für

die atomar e Energi eerzeugung aus der

Staatskassewerdenvonunsabgelehnt. Pri nzi pi ell i st die Anti −Atombewe−

15.07. bis 29.07.2001 Bure / Frankreich

Widerdstandscamp gegen

Atommüll-Endlagerung.

Coordination national des Collectifs contre

lénfouissement des dechets radioactives

33 rue du port, F 55 000 Bar−le−Duc,0033

329 454 555, www.altern.org/bure

Koordinationskreis gegen Atomkraft Saar,

Försterstr. 22, 66111 Saarbrücken,

Castor−saar@Geocities.com

30.09.2001 Büchel / Eifel

Gewaltfreie Aktionen am

Atomwaffenlager Büchel / Eifel

Kontakt: Gewaltfreie Aktion Atomwaffen Abschaffen

(GAAA), R. Blach, Lenzhalde 53

70806 Kornwestheim, Tel. 07154− 22026, Fax

07154−186643, www.gaaa.org, info@gaaa.org

(GAAA)

Hoch die

Internet-ionale

Solidarität

Norberts Bookmarks

für engagierte Leute

mit über 15000

gutsortierten Links u.a.

zu den Themen: Anti-

Atom, Atomwaffen,

Umwelt, Menschenrechte,

3. Welt, Soziales

und Politik ...

www.dfg-vk.de/

links/bookmark.htm

Aktuelle Anti-Atom-

Informationen

der letzten 30 Tage

www.oneworldweb.

40%.

Der Vorst and der IPPNW, Deutsche

Sekti on der i nternationalen Ärzte für die

Verhüt ung des Atomkrieges, Ärzte in so−

zi aler Verantwort ung e. V. hatteineine m

offenen Brief vom3 0.3 . 2 001 das BfS zu

weit er en Ursachen zu Klärung der Ursa−

chen aufgefordert.

In der Fernsehsendungvom5. April

2001 erklärt der Vertret er des Bun−

gung auch bereit, den deut schen Atom−

müll aus Frankreich ungehindert passie−

ren zu lassen, sobald da mit der reale

Aussti eg vonst att e n geht. Aktuell dient

die Rücknah me desAtommülls nur dazu,

den Weit erbetri eb der Atomkraft werke

abzusicher n, i nde m neue Lagerkapa−

zit ät en i n La Hague geschaff en wer den.

Ende 2 001 wird dort mehr Müll lager n als

bi s her.

Regelmäßige Termine

jeden Sonntag

Spaziergang Philippsburg, Marktplatz

Regelmäßig 14.00 Uhr bis zum Tag X

Info: Arbeitskreis gegen das AKW Philippsburg

M. Mauser, Ludwig-Wilhelm-Str. 19

75135 Karlsruhe, antiatom@t-online.de

http://home.t-online.de/home/antiatom

Gorlebener Gebet

14 Uhr an den Gorleben-Kreuzen, zwischen

Erkundungswerk und Salinas-Claims

de/castor/aktuell.

html

Gorleben − TICKER

der CASTOR-NIX DA-

Kampagne mit den

aktuellsten Informationen!

www.oneworldweb.

de/castor/

bi_ticker.html

(Fortsetzung nächste

Seite rechts)

desa mtes für Strahlenschutz, Bezug neh−

am 6. jeden Monats, 14-17 Uhr

Mahnwoche am AKW Brokdorf

mend auf ei ne schon fr üher durchge−

Kontakt: A. Dreckmann, Lange Reihe 20,

führte Bundesstudie − »Ich sehe, die

25541 Brunsbüttel, 04852/54193

The men von Kinderkrebsbetreffend, i m

@

jeden 1. Sonntag im Monat)

Mo ment keinen weiteren Forschungsbe−

Spaziergang Rossendorf

darf. «

Das BfS bezieht sich in diese m Zu−

sa mmenhang i mmer wieder und auch

Start: 13 Uhr am Tor Forschungszentrum

Kontakt: 03425/817765

Spaziergang UAA Gronau

Start: 14 Uhr am Zufahrtstor Röntgenstraße

Ö-Verteiler

"Atom"

�antiatomaktuell

jetzt auf die Ergebnisse der Fall− Kon−

Konakt: AKU, Siedlerweg 7,

trollst udie des ISMD von1997 (Michaelis−

Bereit s i n ei ni gen Monat en soll nach

48599 Gronau, 02562/23125

Studie), um zu begründen, daß keine

de m Willen der Transportfir ma Nuklear

jeden 3. Sonntag im Monat

Notwendigkeit für weitere Untersuchun−

Ser vi ce Car go G mbH (NCS) der nächste

Spaziergang Ahaus

gen best ünde.

Di e Michaelis−Studie hat aber den

jetzt in der Körblein−Studie aus de mJahr

2001 festgestellten auffälligen Zusa m−

menhang zwischen de m Standort von

Atomkraft werken und ei ner erhöhten

Kinderkrebsrategarnichtuntersucht. Cast ortransport i ns Zwischenlager Gor−

leben rollen. De mBundesa mt fürStrah−

lenschutz (BfS) liege ein Antrag für ei −

nen Transport von sechs weit eren Ca−

st or−Behältern mit Abfällen aus der Wie−

deraufarbeit ung i n Frankreich vor, sagt e

BfS−Sprecher Michael Thie me. Der

Steuerzahlerbund forderte unterdessen,

Start: 14 Uhr Brennelemente-Zwischenlager

Kontakt: BI Ahaus, 02561/961791 oder WigA

Münster, 0251/521112

Danach: Delegiertentreffen in Ahaus

Spaziergang Rheinsberg

Start: 13.30 Uhr am Bahnhof Rheinsberg

Kontakt: Atomplenum Greifswald,

03834/897514

Spaziergang Biblis

milit ante Atomkraft gegner an den Fol−

Start: 14 Uhr am Bahnhof

gekosten des letzten Transport s zu be−

www.crosswinds.net/aktionen

teiligen.

Spaziergang Garching

Termin auf Anfrage, 089/31772813

De m Antrag zufolge soll der

Transport nach Gorl eben z wischen de m

1 . August und de mJahr esende st attfi n−

den. BfS−Präsident Wolfra m Köni g be−

tonte, dass zunächst eine Stellungnahme des ni edersächsi schen I nnen ministeri−

umseingeholt wer den müsse, bevorder

Transport geneh migt werden könne.

Nach de m Atomgeset z könnten

Müll aus Frankreich kann ohne Pro−

Transport e nur geneh migen werden,

t est e zur ück, wenn Aussti eg f est st eht

wenn öffentliche Interessender Art, der

Di e AKTI ON3. WELT Saar hat sichin den vergangenen Tagen aktiv an den

Zeit und des Weges der

ni chtentgegenstünden.

Beförderung

Schützt uns − nicht die Atomkraft!

•Kurznotiert:

29

Energie


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

30

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Energie

Phantastisch!

Mehr denn je machten

wenige Aktionsgruppen

deutlich: Politischer

Druck entsteht,

wenn kreative

und direkte Aktionen

die Debatte eröffnen

−Greenpeace,eine

gemischte Gruppe

von Robin Wood mit

unorganisierten AktivistInnen,

die Gefangenenzugblockade

sowie einige Kleingruppentrotztender

Staatsmacht und den

prügelnden Bütteln

des Kapitals.

Die Bilderzeigen

den

Verlauf der wirkungsvollsten

Aktion

−dieBlockade,der

stehende Castor-Zug

(der später sogar

zurücksetzte) und die

Blockadestelle nach

der Räume.

Großes Foto: Blick von

oben in eine der Röhren

mit Ankettschloß

in der Tiefe.

Die Fotos mögen Appetit

machen, aber

auch deutlich zeigen:

Direkte Aktion

braucht Kreativität

und Vorbereitung sowie

aktionsfähige Basisgruppen!

Masse allein

bringt es nicht!

Anti-Atom

Was war gut? was kann besser weren?

astor-Nachlese I

1

gut: menschen, welche das ziel nicht

aus den augen verloren haben

schlecht: i ntransparenz nachde m der

cast or durch süschendorf fuhr und kei −

neRnichts mehr richti g wusste und die

unabhängi gen

funktionierten

medien nicht wirklich

ausbau: mei ne vi si on i st bei j ede mi −

punkt ei ne vokü und ei n mobil er i mc−

dr uck, wel cher dann mit

verteilt wird.

menschen kraft

2

Schlecht war: Durch das Ca mp−Verbot

dauert e es zi e mlich lange, bis vor mit − Strategien zu m Durchbrechen von Poli −

tags alle ausihren Nachtquartierenein− zeiketten wurden vorher trainiert, die

getrudelt waren.

Bezugsgr uppen schlossen sich für den

Di e st ändige Betonung der basisdemo− Durchbruch zu Großgruppen zusa mmen.

krati schen Entscheidungsfindung war

Vor und während der Aktionen gab es

et was nervi g, denn es gab ei nf ach Leut e,

Leute, die Kontakt zur Poli zei hielt en und

die durch monat el ange Vorbereitung ei −

Leute, die die Bevölkerunginfor mierten,

nen vi el besseren Überblick hatt en, so

aber auch spontane Gespräche mit Poli −

daß nur der en Vorschläge diskutiert

zi st en auf den Gleisen. Für viele Anwoh−

wur den. Es war also z wangsläufi g ei ne

nerI nnen war dies der erste Kontakt zum Mischung aus Organisation und freier

Cast or−Widerst and und nach anfängli −

Entscheidung.

che m Mißtrauen zeigten sie zuneh mend

Hilfsbereitschaft und Verst ändni s.

Es gab nur z wei Blockadeaktionen

(Montag und Dienstag), die jeweils nach

ImCampkümmert en sich i mmer ei ni −

ei ni gen Stunden beendet wurden. Es

ge Leut e u mdas Wohlergehen der Aktio−

gelang nicht, wie ursprünglich geplant,

ni st I nne n, kochten Suppe und Tee,

die Blockade von Montagbis zumCastor schafften Stroh heran, organisierten

durchzuhalt en, da nur schät zungs wei se

Busse f ür die ausgesetzten Gefangenen,

600−1 000Leutemit machten. Eine dritte

hi elt e n I nf os zu Übernachtungsplätzen,

Blockade auf der Straße in Laase ka m

Landkarten, Liedertexte usw. bereit.

ni cht mehr zust ande, weil die Leute

Di es war hel denhaft, denn diese Leute

mutl os und erschöpft war en und die

hätt en nat ürlich ger n sel bst blockiert.

Über macht gewaltig. Der Castor−Zug

Durch die Blockaden wurden viele Hun−

wur de nichtaufgehalten.

dert schaft en Poli zei st undenlang be−

Gut war: Di e Mischungaus Organisation

und freier Entscheidung ergab eine gute

Akti onsfähi gkeit, ver mitt elt e ei ne gewis−

se Geborgenheit und Sicherheit, was vor

schäftigt.

all e m f ür Leut e, die nicht dauer nd auf

die Straße/Schiene gehen, sehr ange−

neh mwar.

Gut war: EineriesigeDe mo, einigetau−

send Leute. Jede Menge Poli zei wur de

beschäfti gt.

Di e Teil neh merI nnen ka men aus allen

Altersgruppen und Gegenden und sie

verband von vornherein der Grundsatz

der Ge waltfr ei heit, man musst e also kei −

ne bösen Überraschungen (z. B. bewaff −

Schlecht war: Eine Gruppe Kapuzenträ−

gerI nnen war deutlich auf Krawall mit

der Poli zei aus, viele Sti nos flüchteten

darauf hi n aus der De mo.

net e Angriff e auf Poli zist en) fürchten. Di e De mowaramfalschenPlatz, die

Di e Öffentlichkeitsarbeit wurde von

den OrganisatorI nnen ge macht, so daß

währ end der Akti onen j ede Menge Pr es −

se da war. Presse heißt i mmer auch

Schut z vor Brutalität. Nach mehreren

Runden SprecherI nnenrat/Bezugsgrup−

pentreffen/SprecherInnenrat war al−

Poli zei hatt e schon ei ne Kreuzung 500 m

vor de m Verladekran dichtge macht, es

war aussi chtslos, vo m De moort auf di−

rekte m Weg dort hi n zu ko mmen. Die

ei nzi ge Mögli chkeit, näher an den Verla−

dekran zu ko mmen, war seitlich über

den Acker, wo z wei Wasser werfer und

len (bi s auf Pr ess e und Poli zei) klar,

was wann l auf en wird, so daß

ei n sekundenschnell er

Auf br uch mögli ch

war. Di e Blocka−

deort e waren so

geni al, daß die Poli zei

lange brauchte, u meine

Gegenstrat egie

zu fi nden, an

den Einsatz schwe−

rer Technik war gar nicht zu

denken. Da all e De mon−

strantInnen ausreichend

entschlossen waren, gelang−

ten auch alle auf die Gleise.


ei ne Poli zei kett e st anden. Ein paar Dut−

zend Leut e gi ngen dann endlich dort

hi nüber und pr obi ert en ei nen Dur ch−

bruch, der auch schnell gelang. Doch

pl ötzlich standen wir zu viert auf de m

Acker, weil die anderen zurückgingen,

als ei n Wasser werfer heranhoppelte. Da−

bei waren wir durch und schon weit ge−

nug weg! Danachtrafen wir i mmer wie−

der ver ei nzelt e Grüppchen, die sich aber

zu ni x entscheiden konnten. Es gab so

vi el Poli zei, daß klei ne Blockadeaktionen

si nnloserschienen.

Das Konzept von X1000mal quer kann

ich e mpf ehlen. Spontane Aktionen mit

unbekannten Leuten und in fre mder

Umgebung können leicht schiefgehen.

Es i st aber ni cht notwendig, als feste

Gruppe anzureisen, u m als Gruppe zu

agieren. Man trifft ei ne Menge wunder−

barer Menschen, mit denen man Aktio−

nen planen kann. Notwendig erscheint

mir aber ei ne gr ündliche Vorbereitung

der Akti onen und auch ei n besser es

Haushalt en mit den eigenen Kräften. Es

gab Absprachen z wischen den

Ca mps, aber es gelang nicht,

den Dr uck der Schi ene auf die

Straße zu verlagern. Leider

können wir nicht (wie die Poli −

zei) einfach mal 5 000 fri sche

Leute nachholen. Aber sie wa−

ren an ihrer Belastungsgren−

ze und das ist ei n Erfolg für

uns!

3

Anti-Atom

Robi n Wood, Greenpeace und wenige

Kleingruppen haben mit ver da mmt gut

vorbereiteten Aktionen den Castor−

transport erheblich verzögert, ei ner

30.000−Bullen−Combo getrotzt undda mit

ganz wesentlich dazu bei getragen, daß

die öffentliche Debatte u mdie Atompoli −

ti k wieder neu auffla mmte. Das war auch

das Zi el: Dir ekt e Akti on will Erregungs−

korridore schaffen, i n denen politische

Positi onen und Visionen eingebracht

werden können.

Insofern scheint der Cast or−Wider−

st and ei n Erf olg. Auch die mengen mäßi−

ge Bet eili gung sti mmte. Der Widerstand

konnte erst mals si chtbar international

gest alt et wer den ei n wichti ger Fort −

schritt!. Aber ...

jenseits der durchorganisierten Ver −

bände und der Akti on X−t ausend mal quer

(der en Akti onen aufgr und des Gewalt −

frei heitsdog mas oft weni g Wirkung ent−

falteten − gut waren die Gefangenen−

zugblockade und die einzelnen Poli zei −

kett endurchbrüche oder u mgehungen)

gab es nur weni g wahr neh mbare Akti −

vit ät en. Es zei gt si ch, daß die Mehrzahl

der Gruppen und Einzelpersoneni m

Wendland oder an der Grenze ohne kon−

kr et e Vorbereitung, Trainingundtechni−

sche Hilfs mitt el angereist ist − so wie

andere zur Part y gehen.

die Öffentlichkeitsarbeit wurde fast

gänzlich den Verbänden überlassen − vor

all e mde mBUND, der mit unerträglichen

Positi onen (st ändige Distanzierung von

Gewalt, u. a. von der Untertunnelung ei−

ner Straße bei m letzten Wendlandca−

st or) aufwartete. R adikal−syste mkriti −

sche Positi onen war en ni cht wahrnehm−

bar − auch ei ne Folge mangelnder Vor−

bereit ung und ei ner cli quenorientierten,

ni cht auf gesellschaftliche Ausstrahlung

ausgerichteten FormvonPoliti k radika−

lerer Gruppen.

Ohne di e we ni ge n akti onsf ähi ge n

Gruppen wäre der Cast ori mRekordte m−

po vorbeigerauscht, schrecklich pei nlich

hätte das ausgesehen. Währendi n vielen

ander en Länder n gerade Be wegung von

unten und direkte Aktion i mmer st ärker

wer den, st ellt sich i n Deut schland die

Frage, wieso nach Jahren der Debatte

um Aktionsformen, direkte Aktionen

us w. nachwievor nur geringe Kons equ−

enzen erfolgenundpolitische Aktion mit

unverbi ndlicher Part y ver wechselt wird.

Vor »uns« liegt i mmer noch dersel be

Weg hi n zu ei ner widerständfähigen,

emanzipatorische Positi onen und Visio−

nen benennenden Bewegung von unten

− mit kreativen Aktionen, Lust a mi ntelli−

genten Erfolg und mit klaren Positi onen,

die offensiv ei ngebracht werden. Es

wird Zeit!

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Energie

31

Forrtsetzung von

vorheriger Seite

Anti-Atom-Kontakt

(sortiert nach Alphabet)http://members.aol.com/JueSiebert/adressal.htm

Anti-Atom-Kontakt

(sortiert nach Postleitzahlen)

http://members.aol.

com/JueSiebert/

adressen.htm

Aktualisierte Nachrichten

zum

Atomausstieg

www.yahoo. de/

schlagzeilen/politik/

atomausstieg.html

Siemens-Boykott

www.siemensboykott.de

Virtuelle Postkarte

Atomausstieg

www.bund.net

/atomausstieg/

Anti-Atom, Soziale

Verantwortung

www.ippnw.de

Unterschriftenaktion

Haftpflichtversicherung

für AKW

www.atomhaftpflicht.

de

Informationen zum

geplanten Atommülllager

im lothringischen

Bure

http://mitglied.tripod.

de/atomausstieg


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

32

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Energie

Der Castor−

Transport

nach Gorleben

Gestört durch erhebliche

Proteste an den

Vortagen erreichte

der Castor−Transport

am Donnerstag, den

29. März 2001 das

Zwischenlager in Gorleben.

Am Dienstag

hatten tausende

Menschen die Schienen

blockiert. Viele

dieser Blockaden

konnten durch die Polizei

mehr oder weniger

schnell aufgelöst

werden, in Süschensdorf

jedoch hatten

sich fünf Aktivisten

der Umweltschutzorganisation

Robin

Wood einbetoniert.

DiePolizeibrauchte17

Stunden um die

Strecke wieder freizuräumen.

Erst am

Mittwoch und nicht

wie geplant am

Dienstag traf der Castor

in Dannenberg

ein. Dort kam es am

Mittwochabend zu

Zusammenstößen

zwischen der Polizei

und Demonstranten.

Am Donnerstag

schützen 20000 Polizisten

die Strecke

von Danneberg nach

Gorleben, die 20 Kilometer

lang ist. Wegen

des großen Polizeiaufgebots

kam es am

Donnerstag zu keinen

weiteren Behinderungen

des Atom−

Transportes.

Weitere Berichte zum

letzten Castor

Transport, u.a. zu den

Themen

Auflösung einer Sitzblockade

in der

Nähe von Wendisch

Evern

Bilder vom Widerstand

gegen den Castor−Transport

Bilder der Sitzblockade

in Wendisch Evern

Bilder vom Einsatz der

Hundestaffel in Gorleben

nter www.oneworldweb.de/castor/und

www.

x1000malquer.de/

Anti-Atom

Was war gut? was kann besser weren?

astor-Nachlese II

4

Zunäxt mal möch−

te ich be merken, daß

ich mich sehr unwohl

fühle bei de mGedanken,

hi er über mögli cher wei s e

strafr echtlich relevante Sa−

chen zu reden, während davon

auszugehen ist, daß Bullen mitlesen.

Ich habe alles, was mir zu brisant er−

schien, bei m Überarbeiten des Textes

rausgesch missen. Vielleicht sollten wir

doch mal über ei ne ni cht öffentliche

Maili ngli st e nachdenken.

Ich war zu mersten Mal i m Wendland,

kann den diesjährigen Castortransport

als o ni cht mit den fr üheren vergleichen.

Zunäxt mal fi nde i ch, daß die Anti −Ca−

st or−Aktionen ein Erfolg waren. Der Ca−

st orhatteeinenTagVerspät ung und das

trotz eine m riesigen Bullenaufgebot.

Zwar wur de die Verspät ung durch die

Akti onen von Robi n Wood ver urs acht,

aber das war m.E. nur mögli ch, weil viel e

Leute mit i hren Akti onen die Bullen

st ändigauf Trab gehalten haben. Ähnlich

wie i mFußball: auch wenn nicht alle die

Tore schießen,

ganze Tea m.

gewinnt trotzde m das

Gut fand i ch die starke Beteiligung von

Leuten aus unterschiedlichen Spektren

und vor allen Di ngen die Haltung der

Bevölkerungi m Wendland. Durch unter−

schiedliche Aktionskonzepte gelang es

immer wieder, die Bullen vor Proble me

zu stellen.

Sehr schlecht fand ich, daß die gegen−

seitige Toleranz verschiedener Spektren

manch mal ni cht vorhanden war. So er−

auf

gelungen,

die Schie−

nen zu ko mmen,

aber es gelang kei −

ne entscheidende Sa−

botage. Mit den Händen

den Schotter wegzuschaufeln

ist eine Wahnsi nns mal oche und wür −

deselbstwennHundertevonLeutenauf lebte ich ein mal, daß ei ne Frau aus de m den Schienen si nd, erst nach Stunden

Wendland ver mu mmte Leute ankackte, die Gleise unpassierbar machen. I n der

weil si e Steine auf die Bullen warfen. Die Regel gelangt en Leute aber nur f ür et wa

Ver mummten waren aber auch nicht 15Minuten auf die Gleise, bzw. danach

sehr zurückhaltend, sodaß es fast zu rückten Bullen an und es konnte nicht

handgreiflichen Ausei nanderset zungen mehr ungest ört gearbeit et wer den. We−

geko mmen wäre, wenn nicht andere sentlich effektiver schei nt es zu sein,

Leute ei ngegriffen hätten. I n ei ner an− si ch mit den ************** der ****** zu

der en Sit uati on griff ei n Mann ei ne ver − beschäfti gen.

mu mmte Genossin an und riß ihr ein

Tuch vo m Gesicht. Sie be merkt e dazu,

daß dieser Typ dabei mehr Gewalt ange−

wandt hatte, als sie während der ganzen

Akti onen. Oft gab es solche Auseinan−

derset zungen i n br enzli chen Sit uati o−

nen, wenn die Bullen sehr repressiv vor−

gi nge n. Einige Leute machten andere,

die sie für milit ant hielten, für die Bul−

lenübergriffe verantwortlich. I n Zukunft

müssen wir Wege fi nden, Allen deutlich

zu machen, daß die Repression der Bul−

len wenig bis nix mit de mVerhalt en von

besti mmten Teilen einer De mozutun

hat, sonder n, daß die Bullen zu solchen

In mei ner Gruppe wurde auch darüber

geredet, ob wir uns, wenn der Cast or

ko mmt, auf die Schienen setzen sollten.

Das hat m.E. keinenSinn, wennder Ca−

st ornochweitwegist, weilMenschdann

sowieso schon geräu mt ist, wenn er

ko mmt. Außerde mist das wirklich nicht

mei ne Akti onsf orm. Ich habe gesehen,

wie brutal die Bullen total friedliche

Leute von den Schienen geprügelt ha−

ben. Ich konnte mir das nicht mit anse−

hen und bi n weg gegangen. Ich kann

mich mit den Bullen ******* und dabei

Maßnah men greifen, wenn wir für sie

ei n Pr oble mdarstellen (und das wollen

wir ja auch) .

Viele Aktionen blieben i n i hren Wir−

kungen beschränkt, weil sie nicht gut

genug vorbereitet waren. Es ist zwar oft


auch was abkriegen, aber mich ohne Ge−

genwehr an Nase oder Ohr e n von den

Gleisen schleifen lassen, das ist nicht

mei n Di ng. Ich will nicht sagen, daßich

di e Leut e kriti si er en oder f ür fei ge hal −

ten würde, die das tun (ganz i mGegen−

teil!) ,

Di ng.

aber es ist ei nfach nicht mei n

Eine echte Panne−Aktion war die Ein−

kesselung bei m Ca mp Nahrendorf a m

Montag. Mehrere Hundert Leute wollten

zu der für 2 0 Leute geneh migten Mahn−

wache, wobei sich i hnen ei n paar Dut −

zend Bulleni n den Weg st ellt en. Statt die

Bullen ei nfach über den Haufen zu ren−

nen, blieb die De mobravvordenBullen st ehen, bz w. zerfaserte, als einige ver−

suchten, seitlichan den Bullen vorbeizu−

ko mmen. Dann ka mi mmer mehr Bul −

lenverstärkung an und es war offen−

sichtlich, daß es nicht mehr geli ngen

wür de, weit er zu ko mmen. Das war dann

für mi ch und ei ni ge ander e der Zeit −

punkt, zurück zu mCa mp zugehen, was

wir auch den anderen versuchten nahe

zulegen, aber die wolltenj a nicht hören.

Übers Mega sagt e dann noch irgendei n

Volli diot was von »... mit de mEinsatzlei−

ter reden...«. Als ob mit den Bullen zu la−

ber n j e mals was gebr acht hätte und

schon garnicht in so einer Sit uati on!

Dann ka m was ko mmen mußte: Einkes−

selung und I ngewahrsa mnah me vonet−

wa 1 5 0 Leut en i ncl. ED−Behandlung. Daß

das ko mmen würde, war total offen−

sichtlich und ich frage mich, wiesoi m−

mer wieder Leute sich so bli nd ei n ma−

chen lassen, bz w.sichvoneinigenDep−

pen zu so ei ne m Schwachsi nn überre−

den l assen.

Bei ei ner Akti on a m Mitt woch wollten

wir auf die Gleise, aber ein Trupp von

Bull en mit ei n paar Sixpacsstandsoauf der Straße, daß sie uns den Rückweg

hätt en abschnei den können. Also sa m−

melt e si ch ei n Mob von Ver mummten

und zählt e unter Gehüpfe von1 0 nach 0

runter. Ich hielt das wieder für die übli −

che har mlose De mofolklore, doch dies−

mal r annten sie bei 0auf die Bullen los,

außer de m wur de noch mit alle m mögli −

chen Zeux auf die Bullen geworfen. Die

Bull en geriet en i n Pani k und fl üchteten.

Was i n ei ne mFlugi angeregt, aber we−

ni g pr akti zi ert wur de, war die Sabotage

der I nfrasrt ukt ur der Bull en. So wur de

vorgeschlagen, alle Straßenschilder zu

über mal en, da mit die Bullen die Orien−

tierung verlieren. I m Gegensat z zu uns

(Ich brauchte nur mei ne Landkart e

rauszuholen und schon war je mand da

und fragte, ober mir helfen könne) wür−

den die Bullen von der ort skundigenBe− völkerung keine Auskünfte bekommen.

Daß i n de m Ca mpinNahrendorf, zu

de mi ch ei gentlich wollte, wegen Verbots

ni cht gezeltet werden konnte, fand ich

i m Nachhi nei n ni cht schli mm, da ich in

Dannenberg i n der von den Schül er n

beset zten Schule gepennt habe, wo es

war mund tr ocken war. Vielleicht könnte

in Zukunft für mehr Leute ei ne Unter−

kunft bei den WendländerInnen organi−

si ert wer den. Ein Campist, mal abges e−

hen von den barbari schen Te mperat u−

ren, für die Bullen viel leichter zu über−

wachen als Leut e, die verstreut wohnen.

Info− und Sa mmel punkt e s ollten auch

besser i n Städten und Dörfer n i n Hallen

oder Häuser n sei n, als auf fr ei e m Fel d,

da I nf oca mps, wie in Nahrendorf ge−

schehen, sehr leicht eingekesselt und

geräu mt werdenkönnen.

5

Anti-Atom

An dieser Stelle muß ich doch mal

ko mmentieren, denn diese Szene be−

schreibt doch ei n Proble m, das oft bei

X1 000 mal quer und ander en ausgeprägt

ist und eine grundlegende Hand−

lungsunfähigkeit politischer Gruppen

darst ellt. Di e Organisationen und auch

sog. »li nksradikale« Gruppen basieren

ni cht auf handlungsfähigen Basisgrup−

pen. Die Verantwort ung f ür das Zust an−

deko mmen von Aktionen wird auf zen−

trale Vorber eit ungsgr uppen oder das

Pri nzi p Zufall geschoben. Die Alt er native

wär en Net z werke und Organisationen

auf der Basis handlungsfähi ger Gruppen,

die auch allein in der Lagesind, Aktio−

nen durchzuf ühren. Das müssen si e

trainieren (mental, strategisch und

prakti sch) und sich dannjeweils vorbe−

reiten. Gegenseitige Unterstützung zwi−

schen den Gruppen ist besonders gut

mögli ch, we nn wir vonei nander wissen,

welche Gruppe was »kann«. Eine solche

Handlungsfähi gkeit der ei nzel nen Grup−

pen, auch allein effektiv agieren zu kön−

nen, verhi ndert nicht ge mei nsa me Ak−

tionen, sonder n ist geradezu deren be−

st e Voraussetzung. Denn nur dann be−

st ehtdie Flexibilität, je nach Lagesich zu

entscheiden. Sonst gibt es einen Zwang

zu mGe mei nsa men oder eben die Hand−

lungsunfähigkeit − wie bei mCastorjetzt

ja auch spürbar. Wo waren die vielen

vorbereiteten, handlungsfähigen Grup−

pen? Seit vielen Jahren wissen wir doch,

daß davon die Aktionsqualität abhängt!

War u mkonzentrieren sich alle auf zen−

tralistische Organisationsfor men oder

hängen in ihren Basis−Cliquen ab, bis

die Mächti gen uns endlich wieder einen

Akti onsanlaß bieten?

Ich träu me von eine mDirect−Action−

Net z werk und ander en Zusa mmenhän−

gen, i n denen wir uns i n Aktionsfor men

schulen, kreativ neue entwickeln und

dann auf dieser Basis mit ei nander agie−

ren! Wir si nd verda mmt weit davon ent−

fernt − und es bestehtimMoment nicht

ei n mal die Bereitschaft dazu ... fürchte

ich! Nur ganz wenige Aktionen von klei−

nen klei nen Gruppen und das Durchbre−

chen bz w.geschickteUmgehen von Poli −

zeisperren/−ketten, u. a. auch von

X1 000 mal quer−Teil gr uppe n, wei s e n i n die

richti ge Richtung.

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Kurznotiert:

33

Energie

Fotos

Die Fotos stammen

aus dem Internet von

www.randbild.de

und

www.arbeiter

fotografie.com

Videofilme

Achtung! Aus dem s'kratzt-Studio

(Offener

Kanal in Hannover)

gibt es schon einen

Dokumentationsvideo

zum Castorprotest

im Wendland

2001!!!

Außerdem Filme zu

Prag 2000 (Undercurrents),

Seattle und

Porte Allegro.

Ein Film: 15 DM

Alle:ProBand20DM

Kontakt: Mischa, Tel.

0511/440386


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

34

Quelle

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Energie

Themenredaktion

"Energiewende"

Nicht besetzt!

Ökostrom von unten:

Jörg Bergstedt

oekostrom-von-unten

@web.de

Aus dem Internet

(www.bawi.de) übernommen

von Axel

Horn − Umweltmailbox

AMAZONAS −

www.getsolar.de

Energiewende

Rubrik » Energiewende«

örderung erneuerbarer

Energien (Marktanreiz-

programm)

Änderungen i m Markt anreizprogra mm

ab31 . 03.2001inKurzform: Die Förderung

bei Solarkollektoranlagen wird j e ange−

fangene mq merrichteter oder erweiter−

ter Bruttokollektorfläche gewährt. Auch

Solarkollektoranlagen über 75q m/1 00qm

können mit Zuschüssengefördert werden;

der Höchst betrag liegt bei DM 50.000,00.

Energieei nspar maßnah men können nur

noch i n FormderHeizungsmoder ni si e−

rung mit ei ne mFest betragi n Höhe von DM

500, 00gefördert wer den; Wär meschut z−

maßnah men wie die Dä mmung von Dach

und Außenwänden sowie die Errichtung

von Wär mer ückge winnungsanlagenkön−

nen nicht mehr geför dert wer den. Wär −

mepu mpenanlagen werden nicht mehr

gefördert.

Hinsichtlich der I nanspruchnah me der

Eigenhei mzulage (Ökozulage) kann ein

Dat enabgleich z wischenBAFAundden Fi−

nanzä mtern erfolgen. Behördliche Ge−

neh migungensindnurnochaufVerlangen des BAFAvorzulegen. Der EU−Vorbehaltfür

kl ei ne und mittlere Unterneh menist weg−

gefallen.

Gegenst and der Förderung: Solarkollek−

toranlagen Zuschuss 2 50 DMfür Flachkol−

lektoranlagenje q merrichteter Kollektor−

fläche bis max.1 00q mbzw.3 25DMfür Va−

kuu mröhrenkollektorenje q merrichteter

Kollektorfläche bis 75q m;1 00DMjeq mer−

weit ert er Kollektorfläche. Höchst betragj e

Einzelanlage: 50. 000DM. Maßnahmen zur

Energieei nsparung (Hei zungs moder ni −

si er ung) nurin Kombi nati on mit Solarkol−

lektoranlagen.

Es kann gef ördert werden: Modernisie−

rungvonHeizkesselnfür Gebäude, dievor

Inkrafttreten der Wär meschut zverord−

nung1995errichtet wur den, wenn der aus −

zut auschende Kessel mindestens10Jahre alt i st und ei n Niederte mperat ur− oder

Br e nnwert kess el ei ngebaut wird. Zu−

schuss i n Höhe von − zusätzlich − DM 500,

max. i n Höhe des Zuschusses für die Er−

richtungoder die Erweiterung der Solar−

kollektoranlage.

Photovolt ai kanlagen: Progra mm»Sonne

i n der Schule« pauschal 6 000DMj e Einzel−

anlage.

Zuschuss f ür handbeschi ckt e Anlagen:

80 DMje kW errichteteinstallierte Nenn−

wär mel ei st ung

auto mati sch beschi ckt e Anlagen:1 2 0DM

jekWbiszueinerNennwär mel ei st ung von

100kW, mindestens jedoch 4 000DM. Bis 50

kWnurinVerbi ndung mit ei ner Zentralhei −

zungsanlage

Antragsberechti gte: Privatpersonen,

freiberuflichTäti gesowiekleineund mitt −

lere private gewerbliche Unterneh men

nach der Defi nition der europäischen Ge−

mei nschaften (Aus nah men si nd i n be−

gr ündet en Einzelfällen mögli ch), die Ei−

gentü mer, Pächter oder Mieter der Anwe−

sensind, auf denen die Anlagenerrichtet,

er weit ert oder r eakti vi ert wer den sollen

oder Energi edienstleister für die Anlagen

si nd, die bei denAntragsberechti gten er−

richt et, er weit ert oder r eakti vi ert wer den

sollen.

Aus geschlossen: Gebietskörperschaften

sowie juristische Personen des privaten

Rechts, diesichüberwiegendi mEigentu m

von Gebietskörperschaftenbefinden; Kir−

chenge mei nden und −stiftungen. Pro−

gra mm»Sonnei n der Schul e«: f ür Ber ufs −

schulen, Techni kerschulen, Berufsbil −

dungszentren, überbetriebliche Ausbil −

dungsstätten bei den Ka mmer n und f ür

all ge mei nbil dende Schul en ohne Grund−

schulen diejeweiligen Träger.

Art der Förderung: DieFörderungerfolgt

als Fest bet r agsfi nanzi er ung dur ch ni cht

rückzahlbare Zuschüsse (Pr ojektförde−

rung).

Vor Eingang des Antrags im BAFA dürfen keine

der Ausführung des Vorhabens zuzurechnenden

Lieferungs− oder Leistungsverträge abgeschlossen

werden. Kostenvoranschläge und Planungsleistungen

sind zulässig. Eine Antragstellung ist

nur mit Originalunterschrift des Antragstellers

zulässig. Anlagen nach diesem Förderprogramm

sind auf dem Gebiet der BRD mindestens 5 Jahre

lang zu betreiben.

Von der Förderung ausgeschlossen sind Eigenbauanlagen

oder Prototypen, gebrauchte oder

überwiegend gebrauchte Anlagen; Solarkollektoranlagen

für Schwimmbäder, Einzelfeuerstätten

wie offene Kamine, Kaminöfen, Kachelöfen.

Die Zuschüsse des BAFA dürfen mit Ausnahme

derer für das Programm » Sonne in der Schule«:

nicht mit Zulagen, Investitionskostenzuschüssen

oder Betriebskostenzuschüssen des Bundes, der

Bundesländer oder der Kommunen kombiniert

werden (Kumulationsverbot); dies gilt auch für

Ökozulagen im Rahmen des Eigenheimzulagegesetzes;

aus Mitteln privater Institutionen gewährte

Zuschüsse sind ebenso unschädlich wie

Darlehen anderer Institutionen.

Anträge auf Erhöhung des Förderbetrages wegen

zwischenzeitlich geänderter Anlagenplanung

können nur innerhalb eines Monats nach

Zustellung des Zuwendungsbescheides berücksichtigt

werden.

Laufzeit: Das Förderprogramm läuft bis zum

Jahr 2003. Anträge können bis zum 15.10.2002

gestellt werden.

Ansprechpartner: Bundesamt für Wirtschaft

und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Referat 414 / 415, Tel:

06196/908− 625, Fax: 06196/908− 800, Mail:

solar@bafa.de

Entscheidungsgrundlage: Ric htlinien vom

23.03.2001 zur Förderung von Maßnahmen zur

Nutzung erneuerbarer Energien: http://www.

bawi.de/downloads/rl2001.pdf

Am1 8. Mai tritt das Gesetz zu m

Schut z der Stromerzeugung aus Kraft −

Wär me− Kopplung i n Kraft. Der VKU, der

für das Zustandekommen dieses Geset−

zes, das ei ne Sofort hilfe f ür die u mwelt −

freundlichen KWK−Anlagen sichert, mo−

nat elang gestritt en hat, sieht in dieser

längst überfälligen Reparatur eines von

der vormaligen Bundesr egi er ung

schlecht ge machten Energiewirtschafts−

geset zes ei nen Erfolg für den Umwelt −

und Kli maschut z. »Hätt en wir i n diese

Aus ei nanders et z ung ni cht all unsere

Kräfte zentriert, so wären Investitions−

ruinen in Milli ar denhöhe entstanden

und ei ne moder ne, u mweltfr eundliche

Techni k zu Grabe getragen worden» be−

tont VKU−Präsident Gerhard Widder

heut e i n Köln.

Der Bau von Kraft −Wär me−Kopp−

lungsanlagen war als sinnvolle I nvestiti −

on i n die U mwelt über Jahr e hi nweg

auch mit hohen öffentlichen Mitt el n ge−

fördert worden. Leider seien Schwierig−

keit en bei der Auslegung und Anwen−

dung des Geset zest ext es zu er wart en, so

Widder. Der VKU werde seine Arbeit nun

darauf konzentrieren, diese Interpreta−

tionsproble me auszuräu men. Vor alle m

aber sei es nun wichti g, dass neben der

Sofort hilfe f ür die Unterneh men ei ne

Regelung gefunden wer de, die den

nachhalti gen Best and und die Entwick−

lungs mögli chkeit e n der Kraft −Wär me−

Kopplungst echnologi en i n Deut schland

si cher e, nicht zuletzt aus Gründen des

Umwelt − und Kli maschut zes. I n diese m

Sinne hatte auch der Bundesratin einer

Entschließung a m 7. April die Bundesre−

gi er ung auf gef ordert, innerhalb eines

Jahres ei nen entsprechenden Ge−

setzentwurf vorzulegen. Nach Auffas−

sung des VKU, der diese Entschließung

ausdrücklich unterstützt, kann eine sol−

che Regelung i n ei ner Quotenlösung mit

der Möglichkeit des Zertifi kat shandels

best ehen. Hieran werde, wie Präsident

Widder betont, bei m VKU bereits mit

Nachdr uck gearbeit et.

Ein Jahr nach Inkrafttretendes Er−

neuerbare−Energi en−Geset zes gi bt es

all er ort en kräfti gen Zuwachs an regene−

rativen Energieanlagen. Nach der Mo−

nat sst ati sti k der Zeit schrift »Neue Ener −

gi e« (4/2 001) gab es z. B. von Febr uar

2 000 bis Februar 2 001 einen Zuwachs von

1.499 Windkraftanlagen − das ist i mmer −

hi n ca. ei n Fünft el mehr (Gesa mtanzahl

jetzt 93 54). Gestiegenistauchdie durchschnittliche Leist ung. Sieliegt jetzt

bei 662, 8 kW pro Anlage. Nicht nur die


Anlagenbauten der letzten Zeit zeigen

den Trend zu i mmer gr ößer en Anlagen.

Überall wird über Größenordnungenge− redet, die deutlich außerhalb des bisher

Vorstellbaren liegen − allen voran die

Offshore−Windparks i m offenen Meer,

der en I nvesti onsvolu men i m Milli ar den−

bereichliegen soll.

Neben Windanlagen gibt es auch bei

Biogas und Photovolt ai k sprunghaft e Zu−

wächs e. Ein Vergleich verschi edener

Länder zei gt, daß die garantierten Prei −

se bei der Energieeinspeisung den ent−

scheidenden Qualit ätssprung aus mach−

ten.

Der Europäische Gerichtshof hat das

Erneuerbare−Energien−Gesetz für zuläs−

si g erkl ärt und da mit let zt e Zweifel an

der Recht ssicherheit ausgeräu mt. Fort an

kann ohne Bedenken auf das EEG ver−

traut werden.

Sowohl ausarbeitsmarkt politischer als

auch aus u mwelt politischer Sicht sehrzu

begrüßen ist die Verabschi edung der

Biomasse−Ver ordnung durch die Bun−

desregi er ung. Bundesu mwelt minister

Jürgen Tritti n hat den Entwurf der Ver −

or dnung an Bundest ag und Bundesrat

weit ergeleit et. « Di e Biomasseverord−

nungist ein weiterer Baustein der von

uns ei ngeleiteten Energiewende. Sie er−

mögli cht die kli maschonende Energieer −

zeugung aus nachwachsenden Rohst of−

fen wie Holz und Pflanzenabfällen,« sag−

te Bundesu mwelt minister Tritti n hierzu

in einer Presseerklärung. Dies wird nun

zu Investitionen von mehreren Milli ar −

den Mark f ühr en, was si ch positi v auf

den Arbeits markt aus wirken dürfte. Der

Bioenergie wird i n der Bundesrepubli k

ei n ver gl ei chbar hohes Potenti al wie der

Windkraft zugerechnet, sie liegt in der

Entwicklung allerdings etwa zehnJahre zur ück. Bei geei gnet en Rah menbedin−

gungen wird es für mögli ch gehalt e n,

durch die Nutzung von Biomasse bis

zu mJahr 2 01 0etwa5bis10Millionen Tonnen CO 2 jährlich einzusparen. Auf

lange Sicht kann die Biomasse i n

Deut schland zu et wa eine m Fünftel zur

Energi eversorgung beitragen.

Das Bundesu mwelt minister rechnet

nun et wa mit der zügi gen Errichtung

von moder nen Anlagen zur Stromerzeu−

gung aus Holz mit ei ner Kapazit ät von

et wa ei n bi s z wei Millionen Tonnen pro

Jahr. Dies entspricht alleine für diesen

Teil ber ei ch der Biomasse−Nut zung ei ner

umweltfr eundlich erzeugt en Strommen−

ge von ei n bis z wei Terawattst unden i m

Grundlastbereich. Dabei ist sehr wichti g

zu bedenken, daß Holz genauso wie alle

anderen Biomasse−Stoffe bei der Ver −

brennung nur sovi el CO2freigibt, wie es

vorher bei m Wachst u msprozeß aus der

Luft aufgeno mmen hat. Dadurch wird

durch die Energieerzeugung aus Bio−

Energiewende

masse kei n CO2 freigesetzt. I m Gegen−

satz dazu wird bei Erdöl/Erdgas/ Kohle

CO2frei gesetzt, was viele Millionen Jahre

vorher aus der Luft aufgenommen und

gespeichert wur de, zu Zeit en als

menschliches Leben auf der Er de noch

ni cht mögli ch war. Holzpellet −Heizungen

si nd mittler weile genauso wie techni−

sche Großanlagen zur Verf euer ung von

Biomasse (=Holz, Stroh, Biogas) technisch

sehr ausger eift und wei sen ei ne sehr

geri nge

aus.

Belast ung durch Schadst offe

25.4. in Witten (trotz allem)

Vortrag »Ökostrom von unten«

www.projektwerkstatt.de/pwerk/saasen/

termine.html

14.-16.5. in Berlin

2. Berliner Energietage

Info:BerlinerImpulsE,030/2175210-7,Fax-9,

www.berliner-energietage.de

18.-20.5. in Kaufbeuren

Messe umwelt 2001

Mattfeldt&Sänger, 0831/540633-0, Fax -99

22.-24.6. in Schönau

Strom-Seminar

Jahrestreffen der Ex-StromrebellInnen

Info:www.ews-schoenau.de

22.-24.6. in Augsburg

Bayern regenerativ 2001

Messe und Kongreß, www.energie-server.de

15.-30.8.

Internationaler Workshop "Energie"

(deutsch-bulgarisch)

Info: JUP!, 04531/4512, jup@inihaus.de

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Kurznotiert:

35

Energie

Autor zu

BiomasseVO

Bernd Schüssler, Berlin

Ö-Verteiler

"Energiewende"

�Leiderkeiner.

Kontakt:

Jörg Bergstedt

Ludwigstr. 11

35447 Reiskirchen

06401/903283

oekostrom-von-unten@

web.de

Ökostrom


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

36

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Umwelt

Autorin zu Radfahrstädten

Biggi Häussler

Infos: ECF, Rue de

Londres, 15 (b.3),

B1050 Brüssel,

Zum Nachlesen: Bicycle

Research Report

Nr. 121, Oktober 00,

erhältlich bei ECF

(siehe links) oder „Bicycle

Account 1998“

(auf engl.), Hg. Stadt

Kopenhagen, Building

and Construction Administration,

Road Department,Kopenhagen

1999.

Themenredaktion

"Verkehr"

Umkehr e.V.

Exerzierstr. 20,

13357 Berlin-Wedding

Tel. 030/4927473,

Fax 4927972

info@umkehr.de

Die Kurzfassung der

Studie ist in der Reihe

„Verkehr Kompakt“ als

Nr.6 erschienen und

für 4,−DMzzgl.Versand

bei UMKEHR e.V.

erhältlich.

InformationsDienst

Verkehr IDV Nr. 66 erschienen

Die neueste Ausgabe

der vierteljährlichen

Zeitschrift für Aktive

im Verkehrsbereich ist

mit der Ausgabe 66

erschienen. Sie

enthält folgende

Schwerpunktthemen:

Flughäfen verursachen

viel Verkehr, Zebrastreifen

jetzt einfordern,Rechtswidrige

Radwege und einen

Beitrag zur Tempo

100 − Debatte.

Abgerundet wird das

Heft mit Buchbesprechungen

und einem

Terminkalender. Der

IDV 66 ist gegen

9,-DM in Briefmarken

oder auf Rechnung

erhältlich bei UMKEHR

e.V.(imAbofür54

DM für 6 Hefte)

ecf_brussels@compuserve.com.

Und:

http://www.cycling.nl

Verkehr

Rubrik » Verkehr«

adfahr»paradiese«?

Di e däni sche Haupt st adtist

fest i n Händen beziehungsweise Füßen

der RadfahrerInnen. Da mit st eht Kopen−

hagen nicht allein da, der Radverkehr

hatauchineinigendeutschenStädten wie z. B. Münster oder Troisdorf ei ne

ausgeprägt e »Fahrradkult ur« entwickelt.

von zu träu men. Die bestehenden Rad−

wege haben i nsgesa mt eine Länge vo n

340 km. Für die Radwegeunterhaltung

st ehen über 1 4 00 000 DM ber eit (Zu m

Vergleich: I n Stuttgart, einer Vorzeige−

autost adt, beträgt der gesa mte Radver−

kehrset at mit 750 000 DM gerade mal die

Hälft e). Eine weitere Besonderheit der

Kopenhagener: es stehen1 700 kommu−

nale Fahrräder bereit. Sie sind an ver−

Di e Stadt Kopenhagen ist be müht u m schiedenen Radstationen i n der Ker n−

ihre RadlerInnen. Sodoku mentiert sie st adt verteilt und können kost enlos (!)

seit 1 99 5 Entwicklungen des Radver− geliehen werden. Autos dürfen in der

kehrs. Einige Ergebnisseausdiese mBe− Stadt nur stundenweise gegen teures

richtsind:

Gel d geparkt wer den. Übri gens: es

Seit 1 99 5 sti eg die Zahl derRadfahre− herrscht hohe Diszi pli n unter den Rad−

rI nnen von1 7 0 800 auf über 1 9 6 000 an− fahrerInnen: bei roten Ampeln bleiben

zur rush hour schieben sich hier neben si e st ehen, auch wenn auf der Kreuzung

sti nkenden Blechkisten auch enor me kei n Fahrzeug zu sehen ist, an Bushalte−

Rad massen durch die Straßen. 3 0 Pro− st ell en br e msen sie undlassen die Fahr−

zent der Berufstätigen, also fast jede/r gäst e bei m Aus− und Einsteigen den

Dritt e, radelt zur Arbeit − da wagt unser− Radweg kreuzen, wer vorhat abzubre m−

ei ns i n den » Otto−nor mal −Städten« nicht sen, kündigt dies durch Handhebenan. Kooperation von Lufthansa und DB AG

Flughäfen verursachen

viel Verkehr

Umfangreich, u mwelt schädli ch und

defizit är: Der l andseiti ge Zubri ngerVer −

kehr der Flughäfen muss st ärker beach−

tet werden

Der Pkw Verkehr ei nes Jahr es zu und

von den deutschen Flughäfenist so u m−

fangreich wie die gesa mt e Jahr esf ahr −

leistungi mVier Millionen Ballungsrau m

Berli n. Dabei st ellen die Flug Passagiere

weni ger als die Hälfte der Pkw Insassen,

lautet eine der Erkenntnisse in einer

Studie der Verkehrsorganisation UM−

KEHR e. V. Wer Verbesser ungen bei m

Aut oZubri nger verkehr err eichen will,

muss sich verst ärkt u m Zuschauer und

Beschäfti gt e kü mmer n , fasst Stefan

Li eb, Aut orderStudie, zusa mmen. Verla−

gert e man den gesa mten Zubringerver−

kehr per Aut oauf die Bahn, hätte man

bereits zehn Prozent des Kli magase

Reduktionszi eles f ür den gesa mten Ver −

kehr i n Deut schland erreicht.

Der Preis f ür den U msti eg i st all er −

dings hoch. Trotz großer Investitionen

ist es der Bahn bisher nicht gelungen,

den Durchbr uch i n diese m Marktseg−

ment zu schaffen. Ab März 2001 soll die

Schi ene z usät zli ch Verbi ndungen des

i nnerdeutschen Flugverkehrs überneh−

men. Hier sind die Erwartungen über−

spannt: teil weise werden mehr zu verla−

ger nde Flüge angegeben als auf den

Strecken tatsächlich verkehren. Hinzu

kommt, dass der Großteil der Inland−

spassagiere Geschäftsleute si nd, für die

ni e dri ge Ti cket pr ei s e bei der Bahn kei n

Argu ment sind. Ein Viertel der Passagie−

re gibt sogar an, bei der Einstellungvon Fl ugst r ecke n ander e Rout e n z u wählen

st att auf die Bahn u mzusteigen. Soist es

ni cht ver wunderlich, dass der I nlands−

flugverkehr seit 1 99 7 sel bst auf den f ür

die Bahn opti mal e n Verbi ndungen wie−

der anwächst. Seit 1 99 8 fli egt Luft hansa

imInlandsverkehr wieder schwarze Zah−

len ein. Ein Verzicht auf diese Einnah−

mequelle wird dadurch unwahrschei n−

lich.

Aus der Sicht der Bahn stellt sich ein

Engage ment indiese mBereich als ris−

kant dar. Hohen I nvestitionen i n Strek−

ken und Bahnhöfensteht einkleinerpo−

tenzieller Kundenkreis gegenüber. Es

darf ni cht Aufgabe der Bahn sein, gro ße

Teile i hres Net zes verlotter n zu lassen,

und ander erseit s weni ge Kunden mit viel

Auf wand mögli chst pr ei s wert und

schnell aus ihre mGeschäftsbereich her−

aus zu expedieren , soLieb. Wenn

Fl ugl obby und Bundesregier ung t at säch−

lich ei n U mst ei gen wünschen, dürf en

Kost en und Betrieb der Fl ughaf en An−

schlüsse nicht von der Bahn über no m−

men werden. Die‘ Nur Bahnfahrer ha−

ben kei n Verst ändni s daf ür, dass si e

über i hr e Fahrpr ei se den Zubri nger ver −

kehr zu den Flughäfen subventionieren.

Glaubwürdi ge flankierende Maßnah men

wär en gefragt, u m der Bahn ni cht end−

gülti g das Wasser abzugraben. Nacht−

flugverbote und keine weiteren

Straßenanschlüsse zu den Flughäfen

gehören dazu.

Wirtschaftlichlohnt sichRadfahrenin

Städten gegenüber de m motorisiert en

Verkehr alle mal. Dies zeigten verschie−

dene Kost en−Nut zen−Anal ysen.

Eigentlich jeder/ msowiesoklar, nun

durch ei ne Untersuchungin den Nieder−

landen bestätigt, hat der Radverkehr ge−

genüber anderen Verkehrs mitt el n viele

Vort eile: geri ngere I nvestiti ons und Be−

triebskost en, kürzer e Rei sezeit en, er −

sparte Staus, geringerer Platzbedarf,

weni ger Luft versch mut z ung und Lär m,

geri ngere Ausfallzeit en und Arztkost en

durch mehr Bewegung und dadurch

bessere Gesundheit, geri ngere Unfall −

schäden, mehr Beschäfti gungs mögli ch−

keitenundallesinalle meineverbesser− te individuelle Mobilit ät . Di es e Vort eile

können auch i n barer Münze ausge−

dr ückt wer de n: I n A mst er da m, deren1, 5

Millionen Einwohner bereits 2 7 Prozent

all er Ort sveränderungen mit de m Fahr −

rad zurücklegen, wurden der Bau weite−

rer Fahrradparkplätze und die Kompl et −

tierung des Radwegenet zes geplant. Dies

wird et wa 23 0 Millionen EUR kost en. Der

er wart et e Nut zen: die mittlere »Park−

suchzeit« der RadfahrerInnen wird u m

vi er Minuten verringert und der Rad−

verkehr u m drei k m/h beschleunigt.

Durch diese Verbesser ungen wird ei ne

Zunah me des Radverkehrs u m circa

dr ei z ehn Pr ozent erwartet. Diese Zu−

nah me entspricht eine min Geld ausge−

dr ücke n Nut ze n von 1 7 Millionen EUR.

Das Kost en−Nut zenVerhält ni s − bezogen

auf 2 0Jahre − beträgt da mit 1 : 1 , 5.

Der Verkehrsausschuss des Deut −

schen Bundest ages befasste sich i mJa−

nuar erst mali g mit de mRadverkehr. Der

Radverkehrsanteil hierzulande liegt bei

elf bi s z wölf Prozent gegenüber 27 Pro −

zent indenNiederl anden. Mit ei ne mna−

tionalenRadverkehrsplanließesichdie−

ser Ant eil auch bei uns deutlich erhöhen.

Einsparungen allein i m Umwelt sekt or

wär en nach Auss agen des U mwelt bun−

desa mts in Höhe von 7,4 Milli ar den Mark

mögli ch, Kostenei nsparungen i m Ge−

sundheitswesen kä men noch dazu.

Mit der StVO−Änderung von1997 hat−

te die Bundesregierung einige Verbesse−

rungen für Radfahrer durchsetzen wol−

len. Dabei wurde die Rechnung aller−

dings ohne die Kommunen und deren

Straßenverkehrsbehörden ge macht, die


vo

die U msetzung der Ver walt ungsvor−

schriften faktisch oft ver wei gert en. So

wur de die Benutzungspflicht n

schlechtenRadwegennicht aufgehoben,

sondern noch verschärft durch das An−

bri ngen des blauen Radwege−Schildes

(Zeichen 23 7, 240 und 241 StVO). Vor−

schub leisteten den örtlichen Ver walt un−

gen dabei unklare For muli er unge n und

vi el en Aus nah mer egel ungen i n den Ver −

walt ungsvorschriften. Ein Urteil des Ber−

li ner Ver walt ungsgerichts könnte den

Straßenverkehrsbehörden

machen.

jetzt Beine

Tempo 100:

Vorteile von Tempo 100

Genug studiert−

Und das Te mpolijetzt mit kommt doch probieren!

titeltedie Süddeutsche Zeit ung vor zehnJahren.

Wie wir j etzt wissen, sind wir von Te mpo1 00 weiter entfernt als zuvor. Dabei spr e−

chen soviele Tat sachen f ür ei n Te mpoli mit, aber die mögli che n E motionen der Auto−

fahrer und die Angst der Politi ker davor belassendiedeut s chen Aut obahnen regel −

los. Noch 1 992 wusst e Gerhar d Schr öder: Das Te mpoli mit ist ei n Gebot der Ver −

nunft. Aber was hat Politi k schon mit Ver nunft a mHut, wenn si e a mRegi er en i st ?

‰Die Wahrscheinlichkeit einer Kollision wie

auch die Schwere der Unfallfolgen steigen mit

dem Quadrat der Fahrgeschwindigkeit. Verschiedene

Institute verschiedene Angaben, der

Trend jedoch ist immer eindeutig: Umweltbundesamt

25-50% weniger Tote und Verletzte

BASt 17% oder z.B. für den Fall von Tempo

80/100 außerorts prognostiziert das UPI eine

Halbierung der Verletztenzahlen. Auch der

Rückkehrschluss ergibt stets das gleiche Bild:

Aufhebung des Tempolimits lässt die Unfallzahlen

hochschnellen (USA in den Achtzigern/ BRD

1974/ 75).

‰Eine Verteuerung des Kraftstoffs allein senkt

das Geschwindigkeitsniveau und damit die Unfallzahlen

nicht, wie die Erfahrungen des letzten

Jahres zeigen (elf Prozent mehr Unfalltote auf

den Autobahnen als im Vorjahr).

‰Laut Umweltbundesamt würde Tempo 100

das auf Autobahnen ausgestoßene Kohlendioxid

um 19% bei einem Befolgungsgrad von 80%

senken. Insgesamt wären das drei Prozent COdes

gesamten Verkehrs

‰ Entsprechendes lässt sich zum Energieverbrauch

sagen, der parallel mit dem Kohlendioxid-Ausstoß

zunimmt. Der Kraftstoffverbrauch

steigt überproportional zur gefahrenen Geschwindigkeit

‰Bei Tempo 110 würde sich der Stickoxid-Ausstoß

um zehn Prozent laut Wuppertal-Insitut senken

‰ Die Bildung von Sommersmog/ Ozon wird

durch Tempolimits gemindert. Tempolimit allein

bringt eine Stickoxid-Senkung von über fünf Prozent,

eine Kombination mit Fahrverboten ist

selbstverständlich deutlich wirksamer. Allerdings

sinken der Ozonspiegel und seine Vorläufersubstanzen

erst ein bis zwei Tagen nach Eingriffen

ins Verkehrsgeschehen. Das spricht für konstante

Tempolimits und nicht für Hau-Ruck-Aktionen.

Im Bereich Sommersmog/Tempolimit wird ein

sinkender Handlungsbedarf suggeriert, da die

den Prognosen über die Entstehung von Sommersmog

zugrundeliegenden Annahmen zu

optimistisch sind. Sie gehen von konstantem lebenslangen

Funktionieren der Katalysatoren aus

und berücksichtigen nicht die im Laufe der Zeit

ansteigenden Geschwindigkeiten der Pkw und

Lkw auf den Autobahnen.

‰ Bei höheren Geschwindigkeiten dominieren

die Reifen- über die Motorgeräusche. Flächendeckend

Tempo 80/100 würde den Lärm um

zwei dB(A) mindern, Tempo 100 auf Autobahnen

allein werktags mindestens um einen Dezibel.

Aufgrund der Reifengeräusche ist der vermehrte

Einsatz von Elektro- und Brennstoffzellen-Fahrzeugen

keine Lösung für das Problem

UMKEHR e. V. unterstützte einen Ber−

li ner Radfahrer bei seine mKlageweg bis

vor dasVer walt ungsgericht. Der Radfah−

rer hatte beantragt, die Benutzungs−

pflicht vo n vier Radwegen in der Nähe

seiner Wohnung aufzuheben, da die Be−

nut zung der Wege i hn gefähr de und be−

hi nder e. Di e Straßenverkehrsbehörde

lehnte ab, sodass Klage erhoben wur de.

Der Radfahrer beka mi mUrteil i mvollen

Umfang Recht.

„Lärm von Schnellstraßen“.DerTrend,immerbreitere

Reifen einbauen zu lassen, erhöht den

Lärmpegel. − Tempo 100 wirkt sich sonntags

am stärksten aus, da zu dieser Zeit keine Lkw auf

Autobahnen unterwegs sein sollten.

‰ Schmalere Fahrbahnen mit einer mehr der

Landschaft angepassten Trassierung sparen Fläche

und Kosten bei Bau und Bodenerwerb. In

Deutschland ist man stolz auf die gut ausgebauten

Autobahnen. Die Fahrstreifen sind breiter als

die in den Nachbarländern, die Kurven so angelegt,dassmandasStauendeschonvonFerne

sieht. Dabei übersehen allerdings die Politiker,

dass die gefahrene Geschwindigkeit vom Platzangebot

abhängig ist. Durch den Ausbau von

Autobahnen werden Unfallzahlen nicht gesenkt.

Das zeigen Untersuchungen aus den siebziger

Jahren über Unfallschwerpunkte auf gut ausgebauten

Landstraßenabschnitten, aber auch aktuellere

Unfallzahlen: 1999 lagen die Unglücksschwerpunkte

in Brandenburg auf den neu ausgebauten,

sechsspurigen Autobahnabschnitten.

Die Polizei begründete das explizit mit dem Ausbaustandard.

‰ Allein im Gesundheitsbereich könnten durch

Einführung von Tempo 30/80/100 jährliche

volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von über 5,7

Milliarden DM eingespart werden. Die Gesundheitskosten

setzen sich aus den Behandlungsund

Ausfallkosten (z.B. bei der Arbeit) zusammen.

Relativ gesehen würde ein Autobahn-Tempolimit

die volkswirtschaftlichen Kosten für

Getötete und Schwerverletzte auf diesen

Straßen um knapp 40% senken.

Die hier zusammengestellten positiven Auswirkungen

eines Tempolinits von 80 bzw.100km/h

ergeben sich nicht durch das alleinige Aufstellen

entsprechender Verkehrsschilder. Diese Maßnahme

würde die gefahrene Geschwindigkeit

lediglich um sechs Prozent senken, da sich nur

etwa jeder dritte Kfz-Lenker daran hielte. Statt

der z.B. möglichen 19%igen Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes

und Kraftstoffverbrauchs bei einem

Befolgungsgrad von achtzig Prozent wären

es nur noch fünf.

Te mpo1 00 darf nicht zurbloßen Richt−

geschwindigkeit verkommen wie die

heuti ge Regelung. Neben ei ner gut en

Überzeugungsarbeit muss es daher auch

eng maschi ge Kontrollen und Sanktionen

geben. Erfreulicher weise erhöhtsichder

Dr uck von außen auf Deut schland. Nicht

nur die EU Kommission sondern auch

die OECD be mängelte j üngst das Fehlen

ei nes Te mpoli mit s auf deut s che n Aut o−

bahnen.

Verkehr

28. − 30. April 2001 in Leipzig

13. Bundesweiter Umwelt- und Verkehrs-Kongress

(BUVKO): „Motto:

Jetzt schlägt es 13!“

Dreitägige (Samstag bis Montag) Diskussions-,

Aktions- und Arbeitstagung der verkehrspolitisch

Aktiven im Schiller-Gymnasium aus der

ganzen Bundesrepublik mit ca. 20 Arbeitsgruppen

zu fast allen Themen der aktuellen

Verkehrs-Debatte. Vorträge, Podiumsdiskussion

„Rot-grüne Verkehrspolitik auf dem Prüfstand“,

Informationen von und über Initiativen,

zahlreiche Exkursionen in Leipzig und der Umgebung,

interessantes kulturelles Rahmenprogramm

Veranstalter: Arbeitskreis Verkehr und Umwelt

UMKEHR e.V., FUSS e.V.FachverbandFußverkehr

Deutschland und ÖKOLÖWE− Umweltbund

Leipzig.

Nähere Programminformationen über UM-

KEHR e.V., Exerzierstr. 20, 13 357 Berlin,

Tel.:030/492-7473, Fax:-7972, info@umkehr.de

18. + 19.Juni.2001 in der Akademie Frankenwarte

Würzburg

Wanderwegenetze

Infrastruktur für den sanften Tourismus und eine

zukunftsfähige Mobilität.

Montag ab 14 Uhr bis Dienstag 15 Uhr. Gebühr:

90,− DM einschließlich Verpflegung und Unterkunft.

Veranstalter: Gesellschaft für Politische Bildung

e.V.inKooperationmitdemFUSSe.V.

Fachverband Fußverkehr Deutschland, gefördert

durch die Friedrich-Ebert-Stiftung.

Bitte Seminarprogramm Nr. 2502 anfordern:

Akademie Frankenwarte, Postfach 5580,

97005 Würzburg, Thea Momper, Tel. 0931 /

80464-33, Fax − 44, Thea.Momper@fes.de.

Inhaltliche Nachfragen: FUSS. e.V.Exerzierstr.

20,13357Berlin,BerndHerzog-Schlagk,

Tel.:030/492-7473, Fax:-7972, info@fuss-ev.de

Sonntag, den 17. Juni 2001, Bundesweit an

möglichst vielen Orten

Mobil ohne Auto MoA

Aktionstag zur Werbung für die Verkehrsmittel

des Umweltverbundes, -alle Umwelt- und

Verkehrsverbände sowie Initiativen sind aufgerufen,

sich mit Aktionen dezentral vor Ort

daran zu beteiligen.

Das Faltblatt mit dem Aufruf zu MoA incl. Aktionstipps

sowie ein Poster ist erhältlich bei:

Bundeskoordination Studentischer Ökologiearbeit

(BSÖ)

c/o RefRat der HU, Unter den Linden 6, 10099

Berlin, Tel: 030/2093-2603 /-2614 Fax: -2396,

oeko@refrat.hu-berlin.de, http://mobilohneauto.de

Dienstag,den19.Juni2001,Bundesweitan

möglichst vielen Hochschulen

Autofreier Hochschultag

Aktionstag zur Werbung für die Verkehrsmittel

des Umweltverbundes, − alle AStAs, studentische

Ökologie- und Verkehrsgruppen,

fachschaften, StuPas u.ä. sind aufgerufen,

sind mit Aktionen an ihrer Uni daran zu beteiligen.

Das Faltblatt mit dem Aufruf zum Autofreien

Hochschultag incl. Aktionstipps sowie ein Poster

ist erhältlich bei: Bundeskoordination Studentischer

Ökologiearbeit (BSÖ)

c/o RefRat der HU, Unter den Linden 6, 10099

Berlin, Tel: 030/2093-2603 /-2614 Fax: -2396,

oeko@refrat.hu-berlin.de, http://mobilohneauto.de

Samstag, den 22.September 2001, Bundesweit

an möglichst vielen Orten

EuropaweiterautofreierTag

Aktionstag der bundesdeutschen Kommunen

mit Beteiligung von Umwelt- und Verkehrsverbänden,

Initiativen u.a.

Informationen erhältlich bei der Koordination:

Klima-Bündnis der europäischen Städte, Galvanistr.

28, 60 486 Frankfurt am Main, Tel:

069/70790083, Fax: 069/703927,

http://www.22September.org

September 2001

Eine „nette kleine Eselei“ anläßlich der IAA in

Frankfurt/M. mit Eselsballet, einer laufenden

Karosserie und feierlichem Autoteilen (mit

dem Schneidbrenner) plant „autofrei leben“.

Kontakt: Dorfstr. 18, 07646 Schlöben, Tel.

036428-41091, Fax: -49293

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Kurznotiert:

37

Umwelt

Literatur

Zur Geschichte der

Tempolimits: Heinrich

Praxenthaler, Die Sache

mit der Geschwindigkeit,

in:

Straßenverkehrstechnik

9/95, 2, 10 +

12/96,

UPI, Möglichkeiten

der Einsparung volkswirtschaftlicherKosten

durch Geschwindigkeitsbeschränkungen,

UPI-Bericht 42,

Heidelberg 1997

UPI, Bodennahes

Ozon, UPI-Bericht Nr.

48, Heidelberg 1999

IDV 65, Der Ölkrisen-

Test, Berlin 2000

Angaben für die aktuellenUmweltauswirkungen:Umweltbundesamt,

Fachbereich

Verkehr und Umwelt

Ö-Verteiler

"Verkehr"

� Leider keiner.


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

38

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Markt&Macht

Themenredaktion

"Chemie/

Industrie"

Nicht mehr besetzt!

Wer hat Lust?

Kontokt bis dahin:

Coordination gegen

BAYER-Gefahren

Postfach150418,

40081 Düsseldorf

0211/3339-11, Fax -40

co_gegen_bayer@

nadeshda.gun.de

Ö-Verteiler

"Chemie/

Industrie"

�StichwortBayer

Chemie und Industrie

Rubrik » Chemie/Industrie«

apital will EU-Vorherrschaft

In den 70er Jahrenhabendie 12 größten französi schen

Konzer ne noch mehr U m−

satz als die1 2 größten bundesdeutschen

Unterneh men ge macht. Seit den 80er

Jahren veränderte sich das Kräftever−

hält nis j edoch st eti g. 1 999 schließlich

machten BAYER & Co. 1 00Prozent mehr

Umsatz als die Multis auf der anderen

Rhei nseit e. Auf de mEU Gipfel von Nizza

versuchte Schröder als Genosse der

Bosse dann, diesen ökono mischen

Machtzuwachsin Europa mit ei ne mpoli −

tischen zu unterfüttern. Er beanspruch−

te i m Europäischen Ministerrat mehr

Sti mmen als Frankreich. I mFalle der ge−

wonnenen Dominanz könnte dann die

EU Ost er weit er ung, die vor alle m der

bundesdeutschen Wirtschaft nutzt und

Di e zahlreichen Aktivitäten unter Be−

teiligung der COORDINATI ONGEGENBAY−

ER−GEFAHREN (CBG) gegen die Aufhe−

bung des Verbots, BAYERs Total−Herbizid

DIURON auf Schienenstrecken auszu−

bringen, habenzueine mErfolg geführt.

Das Bundesu mwelt ministerium hat be−

schlossen, den Wiederzulassungsantrag

der DEUTSCHE BAHN AG i m Verlauf des

Jahres 2 001 nicht mehr positi v zu be−

scheiden. So hat sich die Arbeit der U m−

welt schut z−Gruppen ausgezahlt, darun−

t er neben der CBG das PESTI ZI D−AKTI −

ONS−NETZWERK (PAN), GREENPEACund, de m WORLD WILDLIFE FUND GERMANY

(WWF) ausgezahlt. Der I niti ative f ür ei −

ne Bei behalt ung des Verbots hatten sich

auch die PDS, die NRW−Landtagsfraktio−

nen von Grünen und SPD sowie der

bayerische CSU−U mwelt minister ange−

schlossen. Endgültig vom Tisch ist das

The ma allerdings nicht, denn die BAHN

AG hält i hr en Antrag aufrecht.

Durch das i mJanuar aufgeflogene il −

legale Geschäft mit Tierarznei mitt el n

si nd auch die Anti bioti ka wieder in die

Di skussi on ger at en. Di es e Mitt el gelt en

seit gerau mer Zeit als äußerst gefährlich,

da i hr massenhaft er Einsatzin der Mas−

sentierhalt ung die Herausbildung von

Antibioti ka−resistenten Krankheitskei −

men befördert, die über die Nahrungs−

kett e auch i n den menschlichen Körper

gelangen können. Die COORDINATI ON

GEGEN BAYER−GEFAHREN (CBG) hat des−

hal b i n ei ner Presseerkl är ung er neut ei n

soforti ges Verbot des unkontrollierten

Einsatzes von BAYERs BAYTRI L und an−

der er Subst anzen i n den Ställen gefor−

gegen di e ander e Länder deshal b st arke

Vorbehalte haben, viel proble mloser

durchgeset zt wer den, kalkuli ert e Schr ö−

der. Der BAYER Konzer n bezei chnet e die

Staaten Mitt elost eur opas i n sei ner Publi −

kation BAYER report 2/2 000 als Europäi −

sche Tigerländer mit gewalti ge mPoten−

zi al und

hat sei nen

Umsatz in

der Regi on

in den

dert. Unterdessen hat die Verbraucher −

schutz ministerin Renate Künast an−

gekündigt, in Brüssel auf Möglichkeiten

zu drängen, das 2 005 i n Kraft tretende

generelle Anti bioti ka−Verbot der EU in

den ei nzel nen Mit gliedsländer n schon

früher u mzusetzen.

Am22. Okt ober 1 999 st arben 24 pe−

ruanische Schulki nder aus Taucca mar ca

an ei ner Pestizid−Vergift ung. Di e Frau

ei nes Lehr ers hatt e das Giftpulver ver−

sehentlich i n die Schul milch ge mischt.

Solche Ver wechselungen ko mmen rela−

tiv häufi g vor, da die Gifte nicht eindeu−

ti g gekennzeichnet si nd. Bei de mWirk−

st off der Agroche mikalie handelte es

si ch u mParat hi on, das unter andere min

den BAYER−Produkten E 605 FORTE, ME

605 und ECOMBI enthalten ist. Darum bereit et ei ne ehe malige Mit arbeit eri n

der US−a meri kani schen Sektion des PE−

STI ZI D−AKTIONS−NETZWERKES (PAN) ei−

ne Klage gegen BAYER vor und bat die

COORDINATI ON GEGEN BAYER−GEFAHREN

(CBG) u mUnterstützung. Wir halfen so−

fort mit prozess−relevante mMaterial.

Seit 1 99 7 f ührt BAYER bei Bewerbe−

rI nnen Dr ogentests durch. Natürlich

bleiben KandidatInnen für Führungspo−

siti onen von dieser Prozedur verschont,

wie der Fall des Kokai n−süchti gen BAY−

ER−Trainers Dau mbeweist. Als Grundfür

die betriebsinterne Drogenfahndung

gi bt der Che mie−Multi die Sorge u mdie

Sicherheit a m Arbeitsplatz an. In Wirk−

lichkeit ist die Maßnah me abernurTeil ei nes i mmer u mfassender wer denden

letzten vier Jahren u mzwei Drittel auf

250Mio. Eurogesteigert. In Nizzaist die

Bundesr egi er ung mit i hre m Be mühun−

gen u m die Vorherrschaft i n Europa

z war gescheit ert, aber si e wird das Ziel

konsequent weiterverfolgen.

medizinischen Auslese−Verfahrens, das

auch Schwangerschaft en und HI V−I n−

fektionen feststellen kann und mit Gen−

tests seinen Höhepunkt erreichen dürf−

te. Der Landesbezirksvorsitzende der IG

BERGBAU, CHEMIE, ENERGIE (IG BCE),

Detlef Fahlbusch, kritisierte das Vorge−

hen BAYERs: »In der pauschalen For mist

es ei n unzulässi ger Eingriffin das Per−

sönlichkeit srechtdesEinzelnen.«

Eine Gruppe von kanadischen U m−

welt ärztI nnen f ührt Akti onen gegen

BAYER und andere Konzer ne dur ch, die

sowohl Pharma−Produkte als auch Pesti −

zi de herst ellen − also gesundheit sför−

der nde und −schädigende zur gleichen

Zeit. Unter andere mhaben die Medizi−

nerI nnen an Zeit ungen Briefe mit der

Auff orderung gesandt, kei ne Werbung

der entsprechenden Unterneh men mehr

zu akzeptieren.

BAYER hat i n Brasilien ei ne m Ge−

werkschaftl er gr undl os gekündigt. Das

berichtete die BELEGSCHAFTSLISTE, eine

alt ernati ve Ge werkschaft s gr uppe i m

Wuppert aler BAYER− Werk, i n i hr e m Be−

legschaftsinfo. Obwohl in Brasilien Ge−

werkschaftl erI nnen Kündigungsschutz

genießen und auch durch Verei nbar un−

gen der Unterneh men mit der I NTERNA−

TI ONAL LABOUR ORGANI SATI ON (ILO) ge−

schützt si nd, hat der Leverkusener Che−

mie−Multi gerade in diese m Land eine

unheilvolle Traditi on i mU mgang mit kri −

tischen BelegschaftsvertreterInnen be−

gr ündet. Den missliebigen Phar ma−Ver −

käufer Eugenio Li ma setztederKonzer n


Chemie und Industrie

Ende let zt en Jahres vordie Tür. Der zog so die BAYER−Postill e direkt, »i n heraus− in ihre m Land zu erwerben. Als Ver −

umgehend vors Arbeitsgericht und er− ragender Wei se u m ei ne nachhalti ge gl ei chs gr öße von neuen Phar mazeuti ka

wirkte sei ne Wiedereinstellung. BAYER Unterneh mensführung be mühen«. Und sollen fort an nicht mehr Placebos, son−

versuchte di ese aber durch allerlei for− wer t ut das nach Mei nung des PR−Blattes der n die bisher üblichen Therapie−For−

mal e Wi nkelzüge zu verhi nder n. Deshal b am herausragensten? NatürlichBAYER men herangezogen wer den. Zude mf or−

musst en die RichterInnen den Phar ma− selbst. Der Che mie−Multi legt angeblich dert die Deklaration eine Ver öffentli −

Ri es e n unter Strafandrohung auffordern, »ei ne i mVergleich zur direkten Konkur − chung auch von negativen Studien−Er−

das Urt eil anzuerkennen.

renz überdurchschnittliche Perfor man−

ce i m Nachhalti gen Wirtschaften« hi n.

Wori n diese bestehen soll, ist i n ei ne m

anderen Arti kel zu lesen. Dort preist ei n

Konzern−Journalist allen Ernstes das An−

gebnissen.

gebot der Pestizid−Abteilung als einen

Der »Goldene Reis«, der gentechnisch

so verändert wurde, dass er Vit a min A

»Beitrag

schaft«.

zur nachhaltigen Landwirt −

Di e Schwieger mutt er ei nes ehe mali −

gen Mit arbeit ers der BAYER−Tochter EC

enthält, soll angeblich die Gesund−

ERDÖLCHEMIE hat gegendie Geschäfts−

heit spr oble me von Menschen in der

leitung Strafanzeige wegen wissentli −

»Dritten Welt « l ösen. In Wirklichkeit ist

cher Vergift ung gest ellt. Sie hält es für

das Pr ojekt aber nur eine PR−Maßnahme er wiesen, dass die Che mikalien−Konzen−

für die unter massiven Akzept anz−Pro−

tration, der ihr Schwiegersohn a m Ar−

ble men leidende »grüne Gentechnik« . BAYER & Co. kä mpfen seit Jahren beitsplatz ausgesetzt war, sei nen frühen

BAYER & Co. haben schon ein mal ver− dar u m, die Besti mmungen der Deklarati − Tod mit 41 Jahren herbeigeführt hat. Sie

sprochen, den Hunger in der »Dritten on von Helsi nki aufzuwei chen. Di es es st üt zt i hr e Beschul digungen unter an−

Welt « zu bee nden: Als sie für den mas− 1964 vom Weltär zt ebund auf ges et zt e der e m auf medizinische Untersuchun−

senweisen Einsatz von Pestiziden auf medizinische Grundgesetz legte für die gen, die der Neurologe Dr. Pet er Binz

Anbau−Fel der n warben. Es i st bei de m Forschung a m Menschen besti mmte durchgef ührt hat. Di e Staatsanwalt−

Verspr echen geblieben (si ehe auch GENE et hi sche Standards fest. Nicht einwilli − schaft hat ei ne Obduktion angeordnet

&KLONE) .

gungsfähi ge PatientInnen genossen ei − und Verantwortliche des Werkes befragt.

nen besonderen Schut z. Den Phar ma− Erf ahr unge n aus ähnlich gelagert en Fäl −

Multi s war en diese Besti mmungen ei n lenlassen aber kein Urteil gegen die Fir−

Dorni mAuge. Für BAYER bedeutete der

Schut z f ür ni chteinwili gungsfähi ge Men−

scheneine Behinderungvon Testreihen

men−Bosse er warten.

Bereit s 1 99 7 entwickelten die Groß−

konzer ne die Strategie, den Begriff

»Nachhaltige Entwicklung« inihre mSin−

ne zu beset zen, u m der Öffentlichkeit

Umwelt be wusst sei n vorzugaukeln. Diese

sy mbolische Politi k f ührt e j et zt zu der

Einführungeines »DowJonesSust ai nabi −

lit y Group Index« (Sust ai nabilit y = Nach−

halti gkeit). Indiese mIndex werden die−

jenigen Unterneh men geführt, die sich,

mit Alzhei mer −Präparat en. Jet zt schei −

terten die Konzer ne er neut mit i hren

Be mühungen u m ei ne Auf weichung des

Regel werks. Di e neue Fassung der Dekla−

ration stärkt die PatientInnen−Rechte

sogar. I m Hinblick auf die klinische Er−

pr obung von AIDS−Medika menten an

afri kani schen Pr obandI nnen macht sie

es zu ei ner Bedingung, dass Test−Teil−

neh merI nnen auch die Möglichkeit ha−

ben müssen, das Therapeuti ku m spät er

26.04.01: BASF, Mannheim, Rosengarten *

26.04.01: Schering, Berlin *

27.04.01: Bayer, Köln, Messe * * *

09.05.01: Celanese, Oberhausen

10.05.01: Adidas− Salomon, Fürth

(10:30 Uhr)*

10.05.01: Puma, Herzogenaurach,

Vereinshaus (11:00 Uhr!) *

11.05.01: Dresdner Bank, Frankfurt/M.,

Jahrhunderthalle *

15.05.01: BMW, München, Olympiahalle

15.05.01: Degussa, Düsseldorf

17.05.01: Deutsche Bank, Frankfurt/M.,

Festhalle * * *

18.05.01: E.ON, Essen * *

21.05.01: Aventis, Strassburg *

22.05.01: HypoVereinsbank, München, ICM *

22.05.01: Jenoptik, Erfurt

Pestizide

25.05.01: Commerzbank, Frankfurt/M.,

Jahrhunderthalle

Offener Brief an BAYER

Auf eine minternationalen Treffen i m re gesetzt, u mwichti ge Aspekte wie U m−

29.05.01: Deutsche Telekom, Köln,

Kölnarena*

30.05.01: Hochtief, Essen

Senegal hat das I NTERNATI ONALE PESTI − welt schut z und Pr odukt sicherheit noch

30.05.01: T−Online,Köln

ZI D AKTI ONS NETZWERKi n Kooperation weit er voranzubringen. So werden wir 07.06.01: RWE (neu), Essen, Grugahalle * *

mit der COORDINATI ON GEGEN BAYER die eingesetzte Produkt menge je An−

07.06.01: Volkswagen, Hamburg, CCH *

GEFAHREN (CBG) die Aktion Offener wendung noch weit er r eduzi er en und 15.06.01: Gerresheimer Glas, Düsseldorf *

Bri ef an BAYER vorgestellt. Es geht dar− Pr odukt e der WHO − Toxi zit ät sklasse 1

20.06.01: Deutsche Lufthansa, Köln,

um, den Druck auf BAYER zu erhöhen, schritt weise durch Präparate mit geri n−

Kölnarena * *

da mit der Konzer n endli ch die gefähr− gerer Giftigkeit ersetzen. Die fünf Jahre

20.06.01: Metro, Düsseldorf

lichst en sei ner Pesti zi de − Jahr f ür Jahr si nd u m, das Versprechen wur de nicht

27.06.01: Deutsche Post, Köln *

aufs Neue verantwortlich f ür Gesund−

heit schäden und Tod i n Tausenden von

ei ngel öst, der Konzer n hat kei nes der

hochgifti gen Pesti zi de vo m Markt ge−

28.06.01: HEW,Hamburg,SASPlaza* *

29.06.01: Neckarwerke, Stuttgart,

Liederhalle*

Fäll en − welt weit vo m Markt ni mmt. I m− no mmen. Mittler weile haben ca. 2 00 Or−

03.07.01: Isar−Amperwerke,München *

merhi n hat der Konzer n i m Geschäft s − ganisati onen aus aller Welt ei nen e nt−

11.07.01: EnBW,Karlsruhe,Stadthalle* *

bericht 1995 versprochen: Mit ei ne m sprechenden Offenen Brief an BAYER

12.07.01: Karstadt Quelle,Düsseldorf *

Dr ei Punkt e Pr ogra mm haben wir uns unterzeichnet, in de msie fordern: Hal−

??.08.01: I.G. Farben, Frankfurt/M.

hi nsi chtlich Forschung, Entwicklung und ten Sie Wort Herr Schnei der! Hochge−

(voraussichtlich) * * *

Vertri eb der Pflanzenschut z Pr odukt e fährlche Pestizide welt weit vom Markt

22.08.01: Mannesmann, Düsseldorf

(11:00 Uhr)

kl ar e Ziele für die kommenden fünf Jah− neh men!

28.11.01: BEWAG, Berlin, ICC, (11:00 Uhr) * *

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Kurznotiert:

39

Markt&Macht

Ö-Verteiler

"Chemie/

Industrie"

�StichwortBayer

Hinweise

* * * Gruppen

Kritischer

Aktionärinnen und

Aktionäre planen

größere Proteste vor

und in der HV

* * mehrere Kritische

Aktionärinnen und

Aktionäre werden in

der HV auftreten

* voraussichtlich

werden einzelne

Kritische

Aktionärinnen oder

Aktionäre in der HV

sprechen


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

40

Infos

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Markt&Macht

Themenredaktion

"Militär und

Umwelt"

Ralf Cüppers

Postfach1426

24904 Flensburg

Tel.&Fax

0045/7446/7494

flensburg@bundes

wehrabschaffen.de

Ö-Verteiler

"Militär und

Umwelt"

� Leider keiner!

Im Rahmen der Kampagne

» Bundeswehr

abschaffen« haben

wir schon 1999 zu der

Massenvernichtungstechnologie

der

Urangeschosse eine

Broschüre erarbeitet,

zu der auchder Erstbeschreiber

der Uranvergiftung,

Prof. Dr. Dr.

med. habil. Siegwart

Horst Günther einen

Beitrag lieferte und

von der nun bereits

die dritte Auflage erscheint.

Die ist zu bestellen

bei der DFG−

VK, Postfach1426,

24904 Flensburg.

Unter der Adresse

www.uranmunition.de

steht die umfassendste

deutschsprachige

Informationssammlung

zum Thema.

Militärund Umwelt

Rubrik » Militär und Umwelt«

ranmunition

Erkr anke n könne n all e Lebe wes e n −

ni cht nur Menschen, − die mit der Uran−

munition und de m Uranoxidst aub i n

Ber ühr ung ko mmen: Rüstungsarbeiter

bei der Produktion der Munition, Solda−

ten bei m Transportieren, de m Lager n

und bei mVerschi eßen der Munition, alle

Lebewesen i m Einsatzgebiet und alle

Lebewesen, die Nahrungs mitt el aus de m

Einsatzgebiet konsumieren, weil das

Ur an auch über die Nahrungskettein die

Körper gelangt.

Ur anoxi dteilchen von 2, 5 mü− mGröße

kann nie mand sehen, riechen oder

sch mecken. Wenn mit der Nahrung

Ur anparti kel auf ge no mmen werden,

können nur 0,2% durch den Dar min den

Körper gelangen, der Rest wird mit den

Exkre menten ausgeschieden.

Haupt sächlich wer den Uranoxi dteilchen

ei ngeat met, gel angen i n das Lungenge−

webe und dadurch i n das Blut. Sie sindin

der Körperflüssigkeiten nur sehr schwer

lösli ch. Sie werden überwiegendi mSke−

lett eingelagert, das als Langzeitdepot

dient. Die »biologi sche « Hal b wert zeit » i st

die Zeit, in der die Hälfte des aufgenom−

menen Urans wieder ausgeschieden ist.

Sie ist auf jeden Fall länger als ein Jahr.

Bei a meri kani schen Golfkriegsveteranen

wur den noch nach achtJahrendie Ver −

gift ungen mit abgereichert e m Uran

nachgewiesen. Die atomar e Hal bwert s −

zeit ist ei n vielfaches länger: Uran 23 8

ist ein Alpha−Strahler, ebensoseine Zer−

fallsprodukte Thoriu m, Radiu m, Radon

und Poloniu m. Nach1 4 Zwischenschrit−

tensteht amEndederradioaktiven Zer−

fallsreihe das nicht radioaktive Blei 2 06.

Alpha−Strahlen haben nur ganz geringe

Reichweit e. Sie habenjedoch eine zwan−

zi gfach höher e bi ologische schädliche

Wirkung als ei ne gleiche absorbierte Do−

si s Bet a− oder Ga mma−Strahlen.

Für Arbeiter i n Atomanlagen ist die

maxi mal e Arbeitsplatzkonzentration auf

0,25 mg/ m 3

−fürschwerlösli ches Urano−

xi d und auf 0,05mg/ m 3

−für wasserlösli −

che Uransalze fest gelegt. Das bedeut et

ni cht, daß diese geri ngen Mengen un−

schädlich si nd, jedoch dieses Gesund−

heit sri si ko wird akzeptiert. Wissen−

schaftler fanden heraus, daß i n ei ne m

Zeitrau m von 3 0 Tagen die Aufnah me

von 0,1 4 mg Uran je kg Körpergewicht

und Tag zu m Tode führt, 0, 0085

mg/kgKG/Tag zu genetischen Schäden,

d.h. MißbildungenundTotgeburten, und

0, 0032 mg/kgKG/ Tag zu nachwei sbar en

Nierenschäden führt. Zu unterscheiden

ist die che mische Giftigkeit (Schwer me−

tallvergiftung) und die Giftigkeit durch

radioaktive Strahlung:

Bekannt sind Schwer met all ver giftun−

gen durch bleihaltige Wasserleit ungen

oder dur ch Cad miu mals U mwelt gift i m

Klärschla mm und in Nahrungs mitt el n.

Ur an i st ebe nf all s ei n Schwer met all mit

vergleichbaren che mischen Eigenschaf−

ten.

Über die Blutbahn gelangt das Uran in

die Leber und die Nieren, woes die Zel−

len vergiftet. Die akute Gesundheits−

schädigungbestehtineinerchemischen Vergift ung durch das Schwer met all

Pfingsten im dt.-dänischen Grenzland

Friedensfahrradtour

ImRahmen der U mstr ukt uri er ung der

Bundes wehr wer den auch i n Schleswig−

Holstei n Milit ärst andort e geschlossen,

dar über hi naus wer den etliche Gar ni s o−

nen verklei nert und Arbeitsplätze von

Zivilangestellten der Bundeswehr einge−

spart. Auch die Milit ärplanungen der dä−

ni s che n Regi er ung f ühr e n z u ei nz el ne n

Kaser nenschließungen auf dänischer

Seit e. Das Ziel dieser Maßnahmen ist

ni cht allge mei ne und vollständige Abrü−

st ung, s onder n U mrüstung zu Ar meen,

die in der Lage sind, Krieg auf de mBal −

kan oder i n Afrika zu führen. Die däni −

sche Regierungist durch den US−a meri −

kanischen Stützpunkt in Thulein Nord−

west gr önland in das US−a meri kani sche

weltrau mgest üt zt e Raket enabwehrpro−

gra mmdirekt ei ngebunden.

Alle verbliebenen Milit ärst andort e i n

der Grenzregion aufzulösen, u m allge−

mei ne und vollständige Abrüstungregio−

nal und europaweit zu er mögli che n,

schafft die Möglichkeit einer zivilen Ent−

wicklung der Region, die Wohlst and und

Arbeitsplätze für die ort sansässi ge Be−

völkerung sichert.

Di e Fahrr adtour startet a m Pfingst−

sa mst ag, den 2. Juni von Tønder (Torvet)

nach Leck (Kaser nen, die als Standort e

aufgegeben werden sollen) und Lade−

lund in Nordfriesland (KZ−Gedenkstätte

Ur an, ähnlich wie bei einer Cadmiu m−

oder Bleivergiftung, nur reicht schonei−

ne wesentlich geri ngere Menge dafür

aus. Bei fort geset zt gleich mäßiger Ab−

gabe von geri ngen Mengen Uran aus

de m Knochenspeicher wird die nieren−

schädigende Wirkung anderer U mwelt −

gift e,

st ärkt.

denen wir ausgesetzt si nd, ver−

Di e akut e Schwer met all ver gift ung

durch Uran f ührt zu Funkti onsst örungen

von Nieren und Leber, bis zu mtödlichen

Funkti ons ausf all. Di e geschädigte Leber

ist nichtinderLage, die Eiweißsynthese

und den notwendigen kolloidosmoti −

schen Druck aufrechtzuerhalten, sotritt

das Wasser i n den Bauchrau maus und es

ko mmt zur Bauchwassersucht (Ascit es).

Di e geschädigte Niere ist nicht in der

Lage, das Wasser auszuschei den.

...

wo ei ne Führ ung und Veranst alt ung mit

den Akti ven der Gedenkst ätt e st attfi ndet

und i n Turnhalle der dänischen Ung−

do msskole übernachtet wird. Am

Pfi ngst sonntag, den 3. Juni wird die

Fahrradtour über die Gedenkstätte in

Frøslev Flensburg erreichen und hier

wird i m Jugendkulturhaus Exe über−

nachtet. AmPfingst montag, den 4. Juni

führt die Tour von Flensburg nach

Sø nder borg und endet hier vor der Ka−

serne, der Sergentskole.

Der Unkost enbeitrag f ür Über nachtung

und Verpflegung beträgt f ür Menschen

ohne ei genes Einkommen (Schül er, Stu−

denten, Zivildienstleistende und Er−

werbsl ose) DM25,−−undfür Ver dienen−

de DM 50,−für die gesa mte Fahrradtour.

Das fahrt augliche Fahrrad, Iso matt e,

Schlafsack und Getränkeflaschen müs −

sen selbst mit gebracht werden.

@


Rubrik » Politik von unten«

ger.

Der doppelst öcki ge,

wei ße »O mni bus f ür Di −

rekte De mokrati e« i st der

Blickfang f ür Presse und Bür −

Er unterstützt die Initiative «Men−

schen für Volksabsti mmung» mit ei ner

Tour kr euz und quer dur ch Deut schland.

Der O mni bus wird so lange fahren, bis

der Volksentscheid eingeführt wird. Er

ko mmt für DM 500,− proTag (Sel bst ko−

st enpr ei s) auchanIhren Ort.

@

Nach der Startaktionin Berlin a m3.

Mai und de m bundes weit en Akti onst ag

am22. Mai2001 soll die diesjährige Jah−

restagung von Mehr De mokrati e r egi o−

nal und bundes weit ei n weit eres Zei −

chen set zen. I m Zentru mder dreitägi −

gen Tagung wird ei ne Rei he von öffent−

lichkeit s wirksa men Aktionen stehen, die

ge mei nsa m gepl ant und erarbeitet und

auf ei ne m zentralen Platz in Köln ge−

st art et wer den. Der »O mni bus f ür Dir ek −

te De mokrati e« wird auch dabei sei n.

Ziel der Tagung ist es, mögli chst viel e

Akti onen i n Pl anung und Dur chf ühr ung

vor Ort zu erleben, u m diese Erfahrun−

gen f ür die Initiative »Menschen für

Volksabsti mmung« vor Ort nut zen zu

können.

@

Der st ellvertret ende Bundesvorsit −

zende der CDU, J ür gen Rütt gers, i st f ür

Volksentscheide auf Bundesebene. Rütt−

gers erklärt e a m21. Februargegenüber der Rhei ni schen Post: »Ich e mpf ehle der

CDU i n Berli n, auch auf Bundesebene

mehr bürgerschaftliche Selbstbesti m−

mung zu er mögli che n. « Allerdings müs −

st en »die Grundrechte und die

Grundent schei dungen der Bundesr epu−

bli k, Finanz−und Steuerfragen, aber

auch die Außenpoliti k» vo m Volksent−

scheid ausgekla mmert wer den.

Verhalt ener zei gt e sich dagegen

CDU−Generalsekretär Laurenz Meyer. Er

befür wort et e a m2 6. Februar die Einfüh−

rung von Volksinitiativen. »Ich finde es

durchaus nachdenkens wert, dass der

Bundest ag The men behandeln muss,

wenn ei n besti mmter Anteil in der Be−

völkerung dies wünscht«, sagte Meyer.

Di e Einführung von Volksentscheiden

und Volksbegehren lehnte der General−

sekretär hingegen entschiedenab. FDP−Generalsekret är Gui do West er −

well e bekräftige a m 2 0 Febr uar die Zu−

sti mmungseiner Partei zu bundesweiten

Volksentscheiden. Um mehr Direkte De−

mokrati e zu er mögli che n, f orderte der

li berale Politi ker ei n »part ei übergreifen−

des Bündni s«.

Bayer n i st Spit ze. Seit Einführungder Dir ekt en De mokrati e i n Ge mei nden und

Landkreisen a m1. Okt ober 1 99 5 streng−

ten die Bürger1 .11 2 Bürgerbegehren an.

In 508Fällen ka m es zum Bürgerent−

scheid. Diese Zahlen legte die Mehr De−

mokrati e a m6. März i n München vor. Di e

bayerische Praxis zei gt, daß die Bürger

die Direkte De mokrati e ni cht nur wollen,

sonder n auch ver nünfti g da mit u mge−

hen. Mehr De mokrati e hatte 1 99 5 das

Volksbegehren »Mehr De mokrati e i n

Bayer n« auf den Weg gebracht, das

schließlich zur Einführung des Bürge−

rentscheids führte.

Als Mehr De mokrati e 1 99 5 den Bürge−

rentscheid mit niedri gen Hür den und

ohne The menverbote vorschlug, liefen

die Gegner Stur m. Die Parla mente wür−

den ausgehebelt, ei ne I nfl ati on von Bür −

gerentscheiden drohe, Nei n−Sager und

Mi nderheit en wür den künfti g die Ge−

mei ndepoliti k blockieren. Ähnliche Be−

fürchtungen werden auch heute gegen

die Einführung von bundesweiten

Volksentscheiden geäußert. In Bayern

ist nichts von allde mWirklichkeit gewor−

den. St att dessen erkennen mittler weile

auch die da mali gen Gegner an, daß Bür−

gerbegehren die politische Kult ur ber ei −

cher n.

Di e Dir ekt e De mokrati e er wei st si ch

in Bayern als Gaspedal und Bre mse: In

der Hälft e der Fäll e l egen die Bürger

neue Planungen vor, die andere Hälfte

will Vorhaben des Rates stoppen. Die Er −

folgsquote von Bürgerentscheiden be−

trägt 50 Prozent, die Beteiligung beträgt

durchschnittli ch 49,1 Pr ozent. Mit 1 01 Ab−

sti mmungen proJahr liegt Bayern deut −

lich vor den nächstplazierten Ländern

NRW (9), Hessen (8) und Baden−Würt−

te mberg (6) . DieseLändersehendeut− lich höhere Hür den vor und schließen

wichti ge The men vo m Bürgerentscheid

aus.

Politik vonunten

Di e Vorbereitungen laufen auf

Hochtouren. In wenigen Woche n st art et

Mehr De mokrati e die Initiative »Men−

schen für Volksabsti mmung«. Da mit wol−

len wir die Diskussion über die Direkte

De mokrati e auf Bundesebene vorantrei −

ben. Über 60 Verbände unterstützen

»Menschen für Volksabsti mmung«. Der

Zeit punkt f ür den Start könnte kau m

besser gewählt sei n. Die SPD diskutiert

derzeit Eckpunkte für Volksinitiativen,

Volksbegehren und Volksentscheid. Die

rotgrüne Koaliti on hat angekündigt, daß

si e das Gespräch mit der CDU suchen

wird. Ohne die Union kann das Grundge−

setz nicht geändert wer den.

Di e I niti ati ve » Menschen f ür Volksab−

sti mmung» enthält zwei zentrale Aktion−

sele mente:

sa mmel n mindestens 1 00.000

Wir

Unter−

schriften, mit denen die Bürgerinnen

und Bürger unseren Gesetzentwurfun− terstützen. Diese Sa mmlung entspricht

ei ner Volksinitiative, wie Mehr De mokra−

tie sie als ersten Schritt der dreist ufi gen

Volksgesetzgebung (Volksinitiative,

Volksbegehren,

schlägt.

Volksentscheid) vor−

Mit i hrer Unterschrift fordern die

Menschen ni cht nur die Einführung der

Volksabsti mmung, sondern auch faire

Spi elr egel n f ür die Direkte De mokrati e!

27.-29. April in Appenzell

Direkte Demokratie auf dem Marktplatz

− Wandern − Vortrag

Exkursion zur Landsgemeinde nachAppenzell

(Schweiz)

Nähere Informationen: http://www.mehrdemokratie.de/service/veranstaltungen.html

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Kurznotiert:

41

Markt&Macht

Themenredaktion

"Politik

von unten"

Nicht besetzt!

Wer hat Lust (allein

oder im Team) auf

diese Rubrik?

die Texte dieser Ausgabe

stammen von

Mehr Demokratie.

Politik von unten wäre

mehr als direkte

Demokratie.

Ö-Verteiler

"Politik

von unten"

�MehrDemokratie

(interner Verteiler)

Mit der Fotoaktion

setzen wir die »Menschen für Volksab−

sti mmung« i ns Bild. Jeder Bürger kann

sich f ür unser e I nitiati ve f otografi er en

lassen. Die Bil der wer den vor Ort ausge−

st ellt und a mEnde i n ei ner gr oßen Aus −

st ell ung vordemehemali ge n

Reichst ag i n Berli n zusa m− Passend zum Thema:

mengefasst.

Reader "Politik von unten",A4 12,-DM

Ö-Punkte 2/1998 2,- DM

Di e I niti ati ve » Menschen f ür

Schwerpunkt "Direkte Demokratie"

Volksabsti mmung« st artet plus Porto, zubeziehen bei der Redaktion.

am3. Mai vor de mehe mali gen Reichs −

tag in Berlin. Mit ei ner spekt akulären

Akti on will Mehr De mokrati e das I nteres−

Quelle

se der Öffentlichkeit wecken. Was a m3.

Mai passi ert, wird noch nicht verraten...

Mehr Demokratie-Info

Nr. 9

Bundesweiter Newsletter

der Bürgerakti-

Ein Ereignis für Medien und Bürger. Die

on Mehr Demokratie

Unterschriftensammlung und die Fo−

e.V., 14. März 2001

toaktionin zahlreichen Ort en der Repu−

bli k. Alle Aktionskreise und Aktiven si nd

Wenn Sie den News-

aufgerufen, sich zu bet eili gen.

letter bestellen wollen,

schicken Sie einfacheine

Email mit

der Empfänger-

Adresse an

presse@

@

mehr-demokratie.de

Impressum

Mehr Demokratie e.V.,

Bundesverband, Pressesprecher,

Ralph

Kampwirth, Clüverstr.

29, 28832 Achim (bei

Bremen)

presse@

mehr-demokratie.de


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

42

Lesestoff

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Markt&Macht

Themenredaktion

"Über den

Tellerrand"

Redaktion:

Florian Busch

Jan Schenck

Post: Tellerrand

c/o Jump

Postfach306137

20327 Hamburg

tellerrand-@gmx.de

(„-“ mit eingeben!)

Schwarzer Faden Nr.

71 mit Texten u.a. zur

Lufthansakampagne,

Mexiko und zu den

Bewegungansätzen

in Anti− Expo−Zusammenhängen

nettime (hg.): Netzkritik.

Materialien zur Internet−Debatte.(Berlin

1997, Edition ID−Archiv)

Lesenswertes Buch

mit verschiedenen

Texte rund um Computeraktivismus

sowie

zum Konzept Gegenöffentlichkeit

im

allgemeinen.

Zu den

Rezensionen

Aus dem

KABRACK!archiv

Alle genannten

Bücher stehen dort.

Über denTellerrand

Rubrik » Über den Tellerrand«

äglich 2.764 neue DNA-Datensätze

Das Bundeskri minalamtinWies− baden sa mmelt j e den Tag f ast

dr eit aus e nd neue DNA−Dat ei e n,

wie aus einer Presseerklärung

von Ulla Jelpke hervorgeht. Den Infor−

mati onen des Mit gli eds der PDS−Bundes −

tagsfraktionzurfolge waren a m6. März

11 8. 551 DNA−Dateien gespeichert. Täglich

wird die Sa mmlung u mrund 2700 neue

Dat ei en er weit ert, was bedeut et, daß das

BKAin eine mJahr mehr als ei ne Million

DNA−Dat eien angelegt haben wird .

Nur ei n Fünft el aller DNA−Dat en bei m

BKA werdenimZusammenhang mit Se−

xualdeli kten angelegt. Dabei war die

Inihrer Berufungsbegründungvom6. März 2 001 argu mentiert die Staatsan−

walt schaft Bielefeld wie folgt: »Die Tat ist

auf ei ner Part eiversa mmlung begangen

worden. Sie war ein Angriff auf die Mei−

nungsfr ei heit und den de mokrati schen

Willensbil dungsprozeß. « (...) »Jetzt will

er sei ne Tat da mit rechtfertigen, dass er

Bundesaußen minister Fischer für seine

Mit verantwort ung an den Ziviltoten des

Kosovokrieges maßregeln wollte. «

Der Angeklagt e S. Fansa erklärte hierzu

(Pr esseerklär ung vo m21.3.), daßFischer kei n Opf er des Kosovokrieges sei, son−

der n ei n Tät er. I nsofern erkenne die

St aat s anwalt schaft ganz ri chti g, dass die

Akti on gegen Fischer eine aktive und

parteiliche EinflußnahmeaufeinenWil −

lensbildungsprozeß war u m den Anti −

kriegs widerstand zu stärken. Radikaler

Widerstand und muti ge Zivilcourage ge−

gen die kriegerische Gewalt unter an−

dere m ei nes Bundesaußen ministers Fi−

scher wird auch für die Zukunft unerläß−

lich sei n.

Verfolgungvon Wiederholungstätern aus

diese m Bereich entscheidender Grund

für die Verabschi edung des DNA−Geset −

zes.

Auch f ür die zunehmende Speicherung

von Leuten aus Antifa und Flüchtli ngs−

gr uppen gi bt es Hinweise. Sosind bei m

BKA derzeit 74 Datensätze i m Zusa m−

menhang mit §129 und§129a−Verfahr en

(Ver dacht auf terroristische oder kri mi−

nelle Ver ei ni gung) gespeichert. Die

§§129 und129a werdenfastnurgegen Li nke ei nges et zt .

Den Richtigen getroffen!

Antirassistische Grenzcamps

Voraussichtlich Anfang Juli

2. Grenzcamp im südspanischen Tarriffa

Ähnlich wie in Frankreich haben sich nun

auchin Spanien Papierlose, auch» Illegale«

geschimpft, organisiert und protestieren gegen

ihre Situation. Zudem ist die Straße von

Gibraltar für viele Flüchtlinge eine tödliche

Barriere, Hunderte ertrinken dort jährlich an

der Festung Europa. Deshalb findet dort ein

antirassistisches Grenzcamp statt.

voraussichtlich 12. − 18. 7.

2. Antirassistisches Camp an der polnisch−

weißrussischen Grenze

Die Grenzkontrollen sind vorverlagert, die polnische

Ostgrenze ist jetzt Außenposten der

Festung Europa, dort finden Gesichtskontrollen

statt. Ist die Hautfarbe unerwünscht, das

Portemonnaie zu dünn, dann ist dort Ende

der Reise. Dagegen wird ein internationales

Antirassistisches Grenzcamp stattfinden.

27.Juli − 5.August am Frankfurter Flughafen

4. Antirassistisches Grenzcamp in

Deutschland

Nachdrei Camps an der Ostgrenze geht es

nun gegen den Frankfurter Flughafen. Von

dort werden die meisten der 25000 per

Flugzeug verschobenen weggebracht, dort

besteht das berüchtigte Flughafenasylverfahren.

Es geht darüber hinaus um Proteste

gegen rassistische Polizeiübergriffe, Innenstadtkontrolle

und Einwanderungspolitik

Politische Videos

und Spiele

Videos der Medienwerkstatt Freiburg

Eine Vielzahl politischer Filme bietet die Medienwerkstatt.

Drei Filme haben wir uns angeschaut:

» Daedalus − ein Spielfilm über die

Geschichte der Genetik und die Schöpfungsphantasien

von Männern» ist eine Art Science

Fiction, eine Montage von Experiment und

Dokument mit verschiedenen Facetten −

keine eindeutige Positionsbestimmung, sondern

eher ein illustres Bild von Möglichkeiten

und offenen Fragen. Die anderen beiden

Filme sind dagegen eindeutig Dokumentationen.

Sie zeigen die Folgen der weltweiten

Konzernherrschaft und der Brutalität von Regierungen,

die für ihren Machterhalt und die

Durchsetzung der Profitinteressen handeln.

Beide Fälle sind bekannt: « Mit den Bäumen

sterben auchdie Menschen» zeigt zerstörte

Regenwälder als Folge des Goldrausches im

westlichen Neu-Guinea. « Die Macht, das Öl

und der Tod» behandelt den Tod des nigerianischen

Schriftstellers Ken Saro−Wiwa.

Info: Medienwerkstatt, Konradstr. 20, 79100

Freiburg, www.medienwerkstatt.de.

(Umwelt-)Politische Spiele

» aktuell-spiele-verlag» heißt der Vertrieb, in

dem spannende Spiele erscheinen, die auf

dem Spieltischpolitische Vorgänge simulieren

− fast wie ein Planspiel, aber mit den für Spiele

typischen Glücksmomente wie Würfeln,

Karten ziehen usw. Die Spiele eignen sichfür

jede und jeden, ganz besonders aber für

politische Gruppen, Bildungs− und

Jugendarbeit.

Ein Menschenrechtsspiel ist » Am Pranger«

. Hier geht es darum, auf einem

Spielfeld durchverschiedene

Aktionen Menschenrechtsfragen zu lösen,

Aktionen durchzuführen, Petitionen

zu planen (schade − richtig

druckvolle Formen der direkten

Aktion fehlen, obwohl das Spiel gerade

die Verbindung von Aktion und politischer

Forderung aufzeigen will). Die SpielerInnen

agierenalleinoderinGruppen,aufjedenFall

setzen sie mehrere Spielfiguren ein − ihre AkteurInnen

im Spiel. Der Gegner schläft dabei

nicht, durch ständige Hinhalte- und Gegenaktion

will er den SpielerInnen die politische Wirkung

nehmen.

Ein zweites Spiel, in einer ganz kleinen Verpackung,

heißt » Polit−Poker». Esistauchganz

einfach, aber doch oft erhellend: Vorgelesen

wird eine politische Forderung − erraten werdenmußdiePartei,diedieseForderungstellt.

Die Sätze sind den Parteiprogrammen entnommen.

Der » aktuell-spiele-verlag« bringt nocheinige

weitere spannende Spiele heraus. Mehr zu erfahren

ist unter www.aktuell-spiele-verlag.de

oder unter der Adresse: Batterieweg 42 f,

53424 Remagen.

Buchbesprechung

Gero Fischer/Maria Wölflingseder

Biologismus, Rassismus, Nationalismus

(1995, Promedia in Wien, 264 S., 29,80 DM)

Wer grundlegende Informationen zur neuen

Rechten, zu » New Age« und den über die

Fundierung auf biologistischen Ideen bestehenden

Verbindungen sucht, ist mit dem

Buchrichtig. Verschiedene AutorInnen beleuchten

viele Aspekte des Mensch-Natur-

Verhältnisses, der Bevölkerungspolitik, des Nationalgedankens,

Regionalismusses bis hin

zum linken Patriotismus.

Ö-Punkte:

Mitwirkende gesucht!

IndenThemen-undinder

Endredaktion!


Vor diese m Hintergrund wurden

überall auf der Welt kl ei ne und unabhän−

gi ge Medi enstr ukt uren i ns Leben ger u−

fen, z. B. Untergrundmagzi ne, Fanzi nes,

freie Radiosundsoweiter.»diese Ansät−

ze zu vernetzen und dadurch auchi nih−

rer globalen Gegenpräsenz zu verstär−

ken, war dann ei ner der Haupt gedanken,

die zur Entstehung vonIndy mediaführ−

ten.«

Zu m erst e m Mal trat I ndy media mit

diese mKonzept und den da mit verbun−

dene I nhalt en (wichti ge Schwerpunkte:

open posti ng/I nternet) i mNov‘99 an−

lässlich der Aktivitäten gegen die

WTOTagung und den gl obalen Kapit alis−

mus i n Seattle an die Öffentlichkeit. In

Seattl e wur de auf der I nternetseite mi−

nuti ösvonAktivistInneneineBerichter−

st attung von vorOrt geliefert.

Der Schwerpunkt von I MC liegt i mI n−

ternet, weil es hier mögli ch i st, unab−

hängi g vo m ei nzel ne m I ndividuu m ei−

nen breit en I nfo mati onsfl uss z u koordi−

ni er e n, ei ne Di s kussi onspl att f orm zu

bi et en, und s o mit i n Koordination mit

anderen Medienkanälen eine groß mög−

liche Öffentlichkeit zu schaffen.

Seit de m entstanden i m Zusa mmen−

hang mit verschiedenen Erei gnissen

immer mehr I ndy media Centers. Auch

die Gründung des deutschen I MC‘s ist

st ark mit den Erfahrungen der Aktivi −

stI nnen bei mI MC i n Prag verknüpft.

Indy media Deutschland versteht sich

als ei n e manzipatorisches, unabhängi ges

Mediennetzwerk ohne ko mmerzi elle I n−

teressen (hi er i st die Infor mati on kei n

Modet he ma, kei ne ' Handels war e' mit

Markt wert), mit de m zentralen Ansatz,

Gegenöffentlichkeit zu schaffen, i nde m

di e Menschen an der gesellschaftlichen

Basi s DIREKT zu Wort ko mmen; daru m

ist auch das open posti ng ei n so wichti −

ger Best andteil der Idee.

Di es e Formdesdirekten Zugriffs öff −

net die Grenze zwischen Konsu mentIn−

nen und Pr oduzentInnen, verstärkt das

von den vorherrschendenInfor mati ons −

strukt uren weit est gehend unangespro−

chene Bewusstsei n der Menscheni n Be−

zug auf ihr gesellschaftliches Mitspra−

che− und −gest alt ungsrecht und kann

Indymedia

somit effektiv zu e manzipatorischen

Veränder ungspr ozessen sowohl inner−

als auch außer hal b der Me dienlandschaft

beitragen.

Alle Beteiligten handeln eigenverant−

wortlich, Mit gliedschaft en oder i nterne

Hierarchien/Führungsstrukturen wie in

anderen Organisationen widersprächen

massiv de m Grundprinzip des Projekts.

Alle, die sich einbringen, SIND dadurch

gl ei chzeiti g (und von daher gleichbe−

rechti gt) Indy media.

Ers at z f ür s chon best ehe nde alt er na −

tive I nfor mati onsst r ukt ure n; hier soll I n−

dy media nur unterstützende/vernet−

zende Funktion haben.

Ver anst alt ungskal e nder oder Abs at z −

pool für vorbereitete Stellungnahmen hierarchischer, et abliert er oder ko m−

merzi eller Gruppierungen

Pl attf ormfür menschenverachtende,

sexistische, rassistische, rechtsradikale

u. /o.totalitäreBeiträgejederArt. Das Anliegen I MC Deut schland ist es,

Informati onen und Stellungnahmen zu,

imweitestemSinne, politischen The men

ei ner br eit en Öffentlichkeit zugänglich

zu machen. Aber nicht nur als Konsu−

mentInnensondernauchalsProduzen−

tInnen. So soll nicht nur Medienfach−

menschen die Möglichkeiten geschaffen

wer den, i hr e Sachen auf der i ndy media−

Seit e zu veröffentlichen. (open posti ng)

Außer de m s oll versucht werden von

der s og. Objektiven Berichterstattung

wegzuko mmen. Denn kei ne Berichter−

st attung kann f ür si ch i n Anspr uch neh−

men objektiv zu sein, den Ver öffentli −

chungen si nd i mmer von ei ne m be−

sti mmtenStandpunktauserstellt. Bei In−

dy media gehtesumsubjektive undper− sönliche Berichte von Leuten auf der

Straße oder i n ei ner Ka mpagne. Vor,

währ end oder nach politischen Erei gnis−

sen.

»i n den fl uss dieser infor mati onen s o

weni g wie mögli ch ei nz ugr eif e n i st ei −

nes der oberst en ziele des projekts.«

Di es er Pr ozess ist nat ürlich nicht ganz

unproble mati sch. I ndy media hat sich zu

ei ner Moderati on entschlossen, weil bei

der offenen Gest altung der Seite, i n

Deut schland mit rassistischen, sexisti −

Über denTellerrand

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Markt&Macht

43

schen oder tota− Koordination mit anderen

lit ären Ver öffent− Medienkanälen

lichungen zu

der Schwerpunkt von Indymedia liegt zwar im Internet,

aber zu einer Vernetzung gehören auch ei-

rechnenist.

ne große Bandbreite von Infomöglichkeiten. So

»die moderati −

gehört zu Indymedia das freie Radio, welches einmal

am Tag ne halbe Stunde IMC News sendet,

onspoliti k von i n− genauso dazu, wie die IMC-News zum Ausdrucken.

dy media soll so

Aber auchstetiger Austauschder Medien untereinander

ist wichtig. So finden sich die Radiobeträge

transparent und auchauf der Internetseite.

de mokrati sch wie

nur mögli ch s ei n,

Von Indymedia international ist jetzt Anfang April

aucheine Fernsehsendung ins Leben gerufen worden,

welche über Satellit in der ganzen Welt zu

informell e hi er − empfangen ist, und in einigen Staaten der USA so-

ar chi e, so weit es

gar über Kabel.

irgend geht, ver mi eden wer den. nach

langen diskussionen haben wir uns

dann erst mal auf die folgende vorge−

hens wei se geei ni gt: alle beiträge wer −

den sofort unzensiert ver öffentlicht; al −

lerdings erscheinen sie dann nicht

gl ei ch auf der st art seite s onder n auf sei −

te zwei. dort wer den si e von wechsel n−

Ö-Verteiler

den moderati onst ea ms gegengelesen

"Über den

und anschliessend auf den news wire der

Tellerrand"

hauptseit e weit ergeleitet; erf üllt ei n bei − �FZS-Rundbrief

trag allerdings die erwähnten aus−

(ASTAs)

schlusskriterien ohne zu mindest irgend−

� Gegenwind

wie diskussionswürdig zu sein, landet er

(Schleswig-Holstein)

im'müll ar chi v'. dieses

archiv ist nur noch auf

anfrage hi n ei nsehbar,

es wird dann per e−

mail zugeschi ckt .

wir haben uns für

diesen kompr o miss der

nachträglichen mode−

ration entschieden, weil

das open posti ng ei n so

wesentlicher grundzug

der i ndy media−ideeist; eine vorab− mo−

deration wäre weniger transparent und

beei nflusst den e motionalen zugang der

verfasserI nnen zu m nachrichtensyste m

sicher ni cht unbedigt positi ver − die

trennung zwischen macherI nnen und

konsu mentInnen abzubauenist uns aber

ei n wichti ges anliegen! «

Zugut erl et zt: Wieihr sicherlich ge merkt

habt, lebt I ndy media von der Beteiligung

von den Leuten auf der Straße, aber

trotzde m: Macht eure Aktionen, und

dann beri chtet drüber. Der beste Weg

Indy media zu unterstützen ist Selber−

machen. Also berichtet von gelaufenen

Akti onen.

IMC-News

Die IMC-News sind eine fertig layoutete Auswahl

einiger Beiträge der Website die runtergeladen

werden kann und ausgedruckt werden kann. So

gab es z.B. im Wendland einmal am Tag die IMC-

News, welche die Daheimgebliebenen ausdrucken

und verbreiten konnten. In Prag gab es aucheinmal

am Tag die IMC-News zum verbreiten, sowohl

@

im Internet, aber auchzeitungsmässig gedruckt

zum verteilen an die Bevölkerung. Die IMC-News

sind ein wichtiger Teil um auchLeute einzubinden,

die keinen Zugang zum Internet haben.


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

44 Adresse

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Markt&Macht

Hamburger Tauschringe;

postlagernd, Filiale

606, 22294 Hamburg,

Telefon: Anke

Vendt 040− 6531749;

Wiebke Prechel 644

82 59; Uschi Kisse

040− 566 130; Günter

Günther 040−

69792846, Anrufbeantworter:

0180−

505253257031 (auch

Fax): netze@gmx.de;

tauschring@web.de

Themenredaktion

"Wirtschaft"

Jörg Bergstedt

ohne festen Wohnsitz

Post: Ludwigstr. 11

35447 Reiskichen

06401/90328-3

Fax -5, 0171/8348430

oe-punkte@gmx.de

Food-Coops:

Annette Hofstiepel

Im Mailand 131

44797 Bochum

0234/797831 (a. Fax)

AnnetteHoffstiepel@

web.de

Tauschringe

Klaus Kleffmann

Hasenkamp 30

49502 Lotte

05404/72400

Fax 4812

privatier@t-online.de

Zum Text über

Bio-Discounter

Kontakt:

Umweltfinanz GmbH,

Tel. 030/ 88 92 07-0,

Fax -10,

www.umweltfinanz.

de, info@

umweltfinanz.de,

Berliner Str. 36, 10715

Berlin

Autor

Bernd Schüßler

Sigmaringer Straße 36,

10713 Berlin,

030-86393934,

Bernd.Schuessler@

web.de

GrünesGeld

Wirtschaft Direkte Ökonomie

Rubrik » Direkte Ökonomie«

auschring-Bundesversammlung

Freitag, 28.09.2001

15 Uhr Die zukünftige Bundesstruktur, Zusammenarbeit

und Informationsaustausch(Klaus

Kleffmann, Tauschring-Archiv)

eventuell Workshops

19.30 Uhr Eröffnungsplenum: Regine Hildebrandt,

SPD-Bundesvorstand und Uwe Möller, Generalsekretär

des Club of Rome

Podiumsdiskussion, auchzum Motto: Nachbarschaftshilfe

im sozialen Miteinander am Beispiel

der Tauschsysteme

Samstag, 29.09.2001

9.30 Uhr Plenum Impulsvortrag: Ziele, Aspekte,

Verschiedenheit der Tauschringe (Klaus Kleffmann,

Tauschring-Archiv)

Vorstellung eines Abstimmungsthemas am

Sonntag, Vorstellung der AGs, Diskussion

11 − 12.30 Uhr Arbeitsgruppen

Beteiligung von Tauschringen im Prozeß der Lokalen

Agenda Elke Conrad, Tauschring Witten

Die Krise der Kommunen − Kein Sozial- und

Stellenabbau mit den Tauschringen − Die inno-

vative Kraft der Tauschringe am Beispiel Dietzenbach,

Neustadt, Prinzhöfte ... Günter Hoffmann,

freier Journalist/Autor u.a. von »Tausche Marmelade

gegen Steuererklärung«

Grenzprobleme von Buchungen und Büroorganisation

− Unterschiede zur herkömmlichen Wirtschaft,

Regine Deschle, Wi daun wat; Rostock

Rechtssituation der Tauschringe − Vorstellung

eines Rechtsleitfadens für Tauschsysteme, auch

bezüglichder Integration von Gewerbe, Dr. Ulrike

Stücker, Tauschring Burgdorf

Tauschring als Lernort − Vom Kompetenzerwerb

zu neuen Werten, Stefan Purwin, Tauschring

Kreuzberg

Fundraising, Konzepte, Projektförderung, Rudi

Piefkow, Socius Berlin und Klaus Reichenbach,

Zeitbörse Kassel

Die zukünftige Bundesstruktur − Zusammenarbeit

und Informationsaustausch, Klaus Kleffmann,

Tauschring-Archiv

15−16.30 Uhr Arbeitsgruppen

Tauschringe als Modellprojekt lokaler Ökonomie

und Quartiersmanagement? − Ein Gesprächmit

institutionellen Vertretern und

Tauschringen Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung

e.V.

Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit für die

Tauschringe Der Umgang mit den Medien; Welche

Möglichkeiten bieten Zeitungen und Hörfunk?

Günter Hoffmann, freier Journalist / Autor

u.a. von »Tausche Marmelade gegen Steuererklärung«

Qualitätssicherung in Tauschringen Was macht

einen guten Tauschring, dauerhaft und stabil,

aus? Reiner Rieprich, TauschRausch Winterhude−

Eppendorf

Tauschringe und Recht Vorstellung eines

Rechtsleitfadens für Tauschsysteme, auch bezüglichder

Integration von Gewerbe. Dr. Ulrike Stükker,

Tauschring Burgdorf

Fundraising, Konzepte, Projektförderung, Rudi

Piefkow, Socius Berlin und angefragt Klaus Reichenbach,

Zeitbörse Kassel

Die zukünftige Bundesstruktur − Zusammenarbeit

und Informationsaustausch, Klaus Kleffmann,

Tauschring-Archiv

Sonntag, 30.09.2001

10−12hAbschlußplenum


Welt weit und i n Deut schland ist das

Wasser zu ei ner wichti gen Zielscheibe

neoli beraler U mgest alt ung geworden −

sprich: Das Wasser soll der Logi k von Markt

und Ver wert ung unterworfen werden. In

vi el en unterdrücktenLänderndes Südens

folgt aus der Privatisierungdes Wassers

erst mals über haupt ei ne Verr egel ung des

Wasserkonsu ms. Oft schon kurzfristi g, zu−

mindest aber auflangeSicht, wird da mit

den dort l ebenden Menschen ei n weiter es

Grundbedürfnis gekappt − Tri nkenist nur

noch über den Markt und die Wasserbe−

schaffung dort mögli ch.

In Deutschlandsoll die Wasserversor−

gung privatisiert werden. Dazu werden

verschiedene Modelle überlegt − zu mei −

nen die Konkurr enz u mdie Wasserversor−

gung, wennsie weiter vondenGe mei nden

entschieden wird, sich aber zukünfti g alle

Fir men bewerben können. Die andere,

weit ergehende Lösung wäre, daß auch di−

rekt u mjeden Wasseranschluß konkur−

riert wird. Die technischen Lösungen

daf ür si nd aber noch unkl ar.

Schenkökono mieist einenSchritt wei−

ter als Tauschen, denn bei m Tauschen

bleibt i mmer noch ei ne I nwert set zung

und ei n ei ngeschränkter Markt von Ange−

bot undNachfrageerhalten−mit allen ne−

gativenBegleit erschei nungen, z. B. daßdie

»Talente« der einen mehr gefragt si nd als

des ander en. Über ei ne I nternetseitesoll

das überr egi onal e Schenken und Ge−

schenktbekommenforciert werden.

Nach de m auf wendigen Mediations−

verfahrenunter Führungauchehe mali ger

Flughafengegner (z. B. Kurt Oeser) istder

erst e Zweck err eicht − die Entscheidung

für einenAusbauist gefallenund war von

Begi nn an klar. Noch i mmer l äuft der

kra mpf haft e Versuch, durch unverbi ndli −

che Verspr echungen (z. B. zu m Lär m−

schutz) einen Kompr o miß sowie durch

Pseudo−Bet eili gungsformen Mit besti m−

mungvorzutäuschen. Neuistjetzt dieIdee

der » Regi onal en Di al ogf oren«, mit de m

sichauch dasregierungstreue Ökoinstitut

in Dar mst adt brüstet. Insgesa mt ein gi−

gantischer Auf wand mit nur ei ne m Ziel:

Mehr U msatzund mehr Vort eilef ür das pri −

vat e Unterneh men Flughafen Frankfurt.

ImMärzfeiertederDachverbandder

Kritischen AktionärInnen sei nen1 5. Ge−

burt st ag. Dort wur de bekannt, daß für

Herbst 2 001 die Gründung eines europäi −

schen Dachverbandes geplant ist.Insge−

sa mt strebtdie Organisation eine engere

Zusa mmenarbeit mit Bürgeri niti ativen

und Verbändeni nanderen Ländernan, da

vi el e der Aus wirkungen von Fir menent−

scheidungen dort zu spüren si nd.

Informati one n unter www.kritische−

aktionaere. de

Ca. Ende des Jahres 2 001 (Aus gabe Win−

ter)isteinÖ−Punkte−Schwerpunkt zu Grü−

ne m Gel d und alt er nati ven Wirtschafts−

theorien und −experi menten geplant

(Freiwirtschaft, Tauschen, Schenken, Ge−

mei nschaftsei gentu musw.) . Gesuchtist

ei n Tea m,dasLusthat,diese Ausgabe zu−

sa mme nzust ell e n, Bei spi el e zu beschr ei −

ben, kritisch zu hi nterfragen, Vorschläge

undIdeenzufor muli er e n − und dann all es

zu1 2 oder1 4 Seitenin den Ö−Punkten zu−

sa mmenzustellen.

ImMitt elpunkt des begleit enden Kon−

gr esses, der i n über 2 0 Vorträgen, Diskus−

si onen und Workshops vertiefendes Wis−

sen zu m ethisch−ökologi schen Kapit al −

markt bot, st and die erst mals vorgestellte

Markt st udie »Doppelt e Divi dende«. De m−

nach seien gegenwärti g i n Deutschland

über drei Milli ar den DMi ngrüne Geldanla−

gen i nvestiert. Trotz der i mmensen Zu−

wächs e − der Mitt elfluss i n et hisch−ökolo−

gi sche Fonds s ei bi nnen z wei Jahr e n u m

das3 6fache gestiegen − st ellt en U mwelt −

fonds derzeit nur 0,4Prozent desGesamt−

volu mens. Der Trend gehe weiterhin zur

Akti e. Wieder BranchenkennerJörg Weber

an merkt e, i st ei ne direkte För der ung der

Umwelt unterneh mennur nurchdieZeich−

nung von neuen Aktien mögli ch, ni cht

durch ei nen Kauf von U mwelt akti en an der

Börse. Auch für die Zukunft erwarten die

gr ünen Finanzdienstl ei st er ei nen anhal −

tenden Auf wärtstrend, zu mei nen wegen

des st ei genden Anlegerinteresses, zu m

Wirtschaft Direkte Ökonomie

Di e Bundes arbeit s ge mei nschaft der

Lebens mitt elkooperativen will ei ne

Adr ess dat ei von Food− Koops i mI nternet

installieren. Koops, die bereit sind, ihre

Adr esse zu ver öffentlichen,

bei der Bundeskontaktstelle:

mel de n si ch

@

Im Umwelt schut z−von−unten−Netz−

werk si nd f ür die kommenden Woche n

weit er e Akti vit ät en gepl antzumVerhält ni s

von U mwelt schut z und Markt wirtschaft.

Auf de mBundes −Ökologi e−Treffen (23.−27.

Mai i nAugsburg)isteinStreitgesprächzwi−

schen pro− markt wirtschaftlichen (ei n−

gel aden si nd Dirk Maxei ner und/oder Mi−

chael Miersch, dieU mwelt banksowieethi−

sche Geldanlagever mittlungen) undkriti−

schen Diskut antInnen (u. a. Norbert

Suchanek und Jörg Bergstedt) geplant.

Einezentrale Bedeutunginder Debatte

wird die Kli makonferenz i n Bonn haben,

woes u mhandel bar e Zertifi kat e f ür Luft −

versch mut z ung geht−eineökoneoli berale

Neuer ung.

Messe und Marktstudie

zeigen großes Interesse

ander en wegen des politischen Rücken−

windes: ZeitgleichzurMessepassiertedie Rentenrefor mden Bundest ag;siesiehtfür

di e Anbi et er pri vat er Alt ersvorsorge eine

Berichtspflicht bezüglich ethisch−ökolo−

gi scher Bel ange vor.

28.-30. April in Dortmund

Die Freie Gesellschaft (er)finden!

Von der Freien Software zur Freien Welt −

Diskussionen und Workshops zu Ökonomie

vonunten,OpenSourceundeinWorkshops

zu Widerstand und Perspektiven.

www.oekonux-konferenz.de

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Kurznotiert:

45

Markt&Macht

Hinweis

Gegen 3 DM in Briefmarken

schickt die

Redaktion gerne das

Ö-Punkte-Sonderheft

» Ökozeitung gegen

Markt und Kapital«

zu.

Ö-Verteiler

"Wirtschaft"

�koop-telegramm

�StichwortBayer

Zeitschriftenschau

Contraste März 2001

•Schwerpunkt:Visionen

einer Welt von

unten (Interview mit

der Gruppe Gegenbilder,

Bewegung von

unten, Wörterbuch

des Antikapitalismus),

S. 1 und 7− 9

•Kaffeekooperativen,

S. 1+ 5

•Gen-Reis,S.3+10

•Weltsozialforum, S. 6

•Festivalkultur2001,

S. 11

Contraste April 2001

•Schwerpunkt:Big

brother? Elektronische

Überwachung,

S. 1 und 6−11

• Kritik am Ökokapitalismus,

S. 4

• Berliner Initiative

»Energievon unten«,

S. 5

• Globalisierung: Die

virtuelle Ökonomie,

S. 13


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

46

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Weltweit

Themenredaktion

"Umwelt &

Entwicklung"

Umwelt- und Nord-

Süd-Nachrichten

(uns)

Norbert Suchanek

Siemensstr. 13

84513 Töging am Inn

n.suchanek@

amazonas.

comlink.apc.org

Umwelt und Entwicklung

Rubrik » Umwelt & Entwicklung«

ahlen für den

Waldspaziergang

StellenSiesichvor: Sie wollen

mit der Fa milie ei nen sonn−

täglichen Wal dspazi er gang machen und

müssen daf ür aber erst ei n » Eintrittsgeld«

vonzehn Mark proPersonan TUI, Necker−

mann oder Walt Di s ney bezahlen. An den

Haaren herbei gezogene Science Fiction

oder Horrorvorstellung?Inden USAkönn−

te dies schon sehr bald flächendeckend

Realität sein. Diese zu mindest befürchtet

die a meri kani sche Nat urschut zorganisa−

tion Wil d Wilder ness. Schoni n den näch−

st en vi er Jahr en, soder Spr echer von Wil d

Wil der ness, Scott Silver, könnten bisher

frei zugängliche Nat urräu meindenUSA privatisiert undals»Markenprodukte«von

Fir men ver markt et wer den. Denn unter

de mNa men American Recr eation Coaliti −

Hawaii − Rücksichtsloser

Golftourismus

1995stoppte ei n Boykott aufruf von ha−

waiiani schen Ur ei nwohner n und der Glo−

bal Anti −Golf−Bewegung (GAGM)gegendie

japanischeAirli ne (JAL)zunächst den Bau

ei nes Luxus −Golfresort s i n Süd− Kona auf

Hawaiis BigIsland.Nun−pünktlichzurITB−

rücktendennochdieBulldozeri nde mvo m

Massentouris mus bisher unber ührt en Ge−

bi et an der Küst e der Kealakekua Bay an

undbegannen mit de mBauz wei er Golfan−

lagen. »Gegen den Willen der lokalen Be−

völkerung«, wie die Anti −Golf −Bewegung

betont. DieerstenBauarbeitendes»Hoku−

li‘ a Development Project«vonOceansi de −

ei nJointVenturezwischenJALundLyleAn−

derson von Ari zona − hätt en bereit s j et zt

zuernstenSchädena me mpfi ndli chen Kü−

st enökosyste mgef ührt und bedrohtenein

Meer esschut zgebi et i n der BuchtvonKe−

al akekua. » Unabhängi g davon, dass hawai −

ianischesLandundnatürlicheRessourcen

zerst ört wur den«, soei ne Sprecheri n der

Bewegung, »dieGolf −Resort −Planer haben

auch hundert e von Begräbnisst ätt en der

Ur ei nwohner u mgegraben. «

on (ARC)drängt e n ei ns chlägige Konzer ne

wie die Walt Di s ney Co mpanysowieeinige

Freizeit−, Fun− und Motorsportfir men

schon seit ei nigen Jahren die Regierung

und Parteien der USA dazu, den Privatun−

terneh mendas Manage ment dernationa−

len Natur− und Wal dr eser vat e zu überlas−

sen. DieInteressendesARClassensich, so

Silver, i ndrei Wort enausdr ücken: »Privati −

si er en, Kommerzialisieren, Motorisieren. «

Übri gens: Anders als der a meri kani sche

Nat urschüt zer Scott Silver si nd die Münch−

ner Nat ur −Aut oren Michael Miersch und

Dirk Maxei ner gl ühende Bef ür wort er ei ner

Privatisierungder Naturreservate. Siehal−

ten die Touris musi ndustrie und vorallem

Vergnügungskonzer ne wie Walt Di s neyf ür

dieidealen Manager von Naturräu men.

„Dosenfutter“

soll besser sein?

Di e Karibikinsel PuertoRicostehtunter

der Ver walt ungder USA,unddeshalbsollen

die Puerto Ricaner gefälligst auch US

ameri kani sches Dosenfutter essen. Da−

mit die Insulaner die schli mme Ange−

wohnheit aufgeben, eigene auf der Insel

produzierte, frische Nahrungs mitt el zu

verzehren, verkündete nun das US Land−

wirtschafts ministrium(USDA)denI nsul a−

ner n: Aus den USAi mportiert es, i ndustriel −

les Essen sei viel gesünder. Dennfrische

Nahr ungs mitt el (aus Puert o Rico)können

mit gefährlichen Bakt erien wie Sal monel −

leninfiziert sein. WiedieThird Worl d Ne ws

Agency weit er berichtet, wollendiePuerto

Ri caner all er di ngs den Brat en, den i hnen

das UDSA da aufti scht, noch nicht sorecht

schlucken.

»UnsereGe mei nde will dieseArt vonu m−

welt − und kult urschädlicher Entwicklung

ni cht«, kritisiert di e ei nhei mischeU mwelt −

gr uppe »Pr otect Keopuka , Ohana«. Eine

Rei he von u mwelt zerst örenden Luxus−

Golf −Resort s seien bereit s j et zt entlang

der trockenen Küst e Nord−Konas und

Sued− Kohalas errichtet worden. »Protect

Keopuka, Ohana« versucht nunzuverhin−

der n, dass Süd− Kona und die Ka‘ u−Region

gl ei chf alls von Golf −Resort s hei mgesucht

wer den. Di e l okale U mwelt gr uppe sowie

die Global Anti −Golf −Bewegung hoffenauf

internationale Unterstützung.

@

@

@

»Dieser Bericht erzählt die Geschichte

des T wa−Volkes, das ausi hren Wäl der n des

Kahuzi −Biega−Nationalparks, in Ost kongo,

imNamen des Naturschutzes vertrieben

wur de. « Mit diese mSatz beginnt einnun

veröffentlichter, von der Europäischen

Kommissionfinanzierter Untersuchungs−

berichtüberdiefür Ureinwohner dra mati −

schenFolgeneinerfalschenGorillaschut z−

und Nat urt ouris muspoliti k. Opf er dieser

von der deutschen Gesellschaft für Tech−

ni sche Zus a mmenarbeit (GTZ) mit betreu−

tenund mit deut schen Steuergeldernco−

fi nanziert en »Entwicklungshilfe« wurden

die Ureinwohner vo mVolk der Twa−Pyg−

mäeni mHerzen Schwarzafri kas.

Allei n aufgrund der globalen Er wär −

mung werden bis zu mJahr 2 025rund67 Pr ozent der Bevölkerung unseres Plane−

tenunter Wasser mangel leiden. Das briti −

sche Vert ei digungs ministeriu mbefürch−

t et deshal b welt weit ei ne Zunah mesozi al −

er und politischer Unruhen.

AIDSundBSEsindzwar die bekannte−

st en neuenSeuchen, dochsi esi nd ni chtdie

ei nzi gen. I nsgesa mt tauchten seit 1973

dr ei ssi g neue I nf ekti ons kr ankheit e n auf,

dievorher unbekannt waren, mel det Time.

SchlechteNachrichtenfürAsien. Bisher

gilt Afrika als das Land mit den mei st en

AIDS−Kranken. Biszu mJahr 2 01 0wirdsich

diesaberändern, dannwirdAsiendieRegi−

on mit den mei st en AIDS−Fällensein. Un−

gebre mst er Sext ouris mus ist ei ne der Ur −

sachen.

@

@


Währ e nd voralleminEntwicklungslän− der n Kinder als Soldatenausgenutzt wer−

den − die UNzählt e i mvergangenenJahr

300. 000 Kindersoldaten unter 1 8 Jahren

welt weit −, bef ürchtet die britische Ar mee

baldzuvergreisen. Denni nGroßbritanni−

en wieauchinDeutschlandwerdenzu we−

ni ge Kindergeboren, sodass bis zu mJahr

2050denwesteuropäischen Ar meen der

Nachwuchs ausgehen wird. Wie wärees mit

ei ner neuen Green−Card?

Etwa1,2Millionen Kinderarbeiteninden

So mmer monat en auf den Bau mwollfel −

der n Ägypt ens. Sie bekä mpf en ei nen

Wur m,derdieBau mwollpflanzenschädigt,

i nde msi e die befallen Blätter entfernen.

Der a meri kani sche Einzelhandelskon−

zern−Riesekauft sichnicht nurinDeutsch−

land ein. Seit et wa Mitt e der1 99 0er Jahre

investierteer weltweit gut 34 Milli ar den

Mark i n den Auf bau und Auf kauf von Ein−

zelhandelsketten. Welt weit machte Wal −

Mart i mvergangenen Jahr ei nen U msatz

vonrund 4 00 Milli ar den Mark und erzi elt e

dabeieinenReingewinnvonüber12Milli −

ar den Mark. Zur Eri nner ung: 3 Milli ar den

Menschen müssen mit ei ne mEinkommen

vonrund z wei Mark proTag ausko mmen.

ObOpa, O mi, Kindoder Kegel: Allesollen

insInt er net gehen, wennes nach denI de−

en von Manager n und vi elen konser vati −

ven wie neoli beralenPoliti ker n geht. Doch

kau mei ner machtsichGedankendarüber,

woher die vielen Bunt− und Edel met all e

ko mmen, dieindenzahlreichenfür dieIn−

ternet−Offensive benöti gten Co mputer n

st ecken: EindurchschnittlicherPCenthält

neben2,3 KgStahlfürdenRahmen,i mRest

fi ndensichj ede Menge Gold, Kupfer, Silber,

Nickel, Cad miu m, Alu miniu m, Blei und

nat ürlich Kunststoff aus Erdöl. Bisher wer−

den höchst ens et wa 1 0 Pr ozent der Alt −

Co mputer recycelt.

Was haben Aut os, Co mputer und

Bierdosenge mei n?I nall enst eckt Alu mini−

um. Der Alu−Rohst off Bauxit wiederu m

ko mmtzumGroßteil ausdenTropen, woer

imTagebauabgetragenundfürkaumzu

kalkulierende U mwelt schäden verant−

wortlichist. Nun sollen1 . 750 Hekt ar Land

indischer Ureinwohner i n den Baphi mali −

Hügel n (Regi on Orissa)für dieBauxit−Aus−

beut ung geopf ert wer den, berichtet der

Ecologi st . Di e Ur ei nwohner vo mVolk der

Pr oja undder Kondha si nd dagegen und

versucheni hr Landzuretten. Doch diein−

dische Provinzregierung von Orissa und

die beteiligten Alu miniu mkonzer ne − Al−

can aus Kanada und Norsk Hydroaus Nor−

wegen − kü mmer n sich bi slang prakti sch

ni chtumdie Bedenken der l okalen Bevöl−

kerung.

Es gi bt neben de mTouri s mus nochei ne

Br anche, dieboomt wieniezuvor: Der mo−

der ne Skl ave nhandel mit j ungen Frauen

aus den ehe maligen Ost blockstaaten und

den Staatenderehe maligen Sowjetunion.

Jährlich werden et wa 2 00. 000bis300.000

Frauenaus diesenLändern mit Gewalt oder

falschen Versprechungennach West euro−

pa und Norda meri ka verschleppt und der

dorti gen Sexi ndustrie zugef ührt.

Frauenernährendie Welt: Di est rifft zu−

mindest auf densüdlichenundöstli chen

Teil uns er er Er de zu. I n Schwar zafri ka und

der Kari bi k pr oduzi er en Frauen rund 80

Pr ozent derErnten. UndinAsienerledig−

ten Frauen 9 0 Prozent der Arbeit i n den

Rei sfel der n, schr ei bt Time. Di e a meri kani −

scheZeitschrift mel det ei mMär z 2 001auch,

dass j ährli ch 5 0.000Frauenund Kindervon

kri minellenVer ei ni gungeni n dieUSAver−

schleppt und zur Skl avenarbeit gez wun−

gen wer den.

Umwelt und Entwicklung

Di e 2 00 r ei chst en Menschen der Er de

haben mehr Geldals dieär mst enz wei Milli −

ar den Menschen zusa mmengenommen.

Wiedie Welt bank weit er aus ger echnet hat,

ist die Anzahl derärmst en Menschen der

Er de s eit1 9 87um200Millionenangewach−

sen.

Russland wird mehr und mehr zu mVer −

suchsfeldfür den Anbau genetisch mani −

pulierter Nahrungs mitt elpflanzen. Solässt

Mons antoGen−Kart offelnderzeit i n1 8Re−

gi one n Russlands t est en. Wie das Max−

Pl anck−I nstit ut aber beri chtet, kann der

Anbau gen manipulierter Kart offeln zu

Veränder ungen des Bodenlebens führen.

Eine weitere»Zeitbombe« tickt.

Das »Sterben« kleiner Brauereien gibt

es nicht nur in Deutschland. InEngland

wer den die kleinen Brauereien ebenso

vo mMarkt gedrängt. Dabei gehtauchdas

tradtitionelle Pub verloren. Die Pubs wer−

den von den Konzer nen aufgekauft und

dann dicht ge macht oder in »trendige«

Bars u mgebaut. I m vergangenen Jahr

schlossen soi n England monatli ch bi s 2 0

Pubs vorallemauf de mLandfüri mmeri h−

rePfort en. Auch ei n Grundfür Landflucht.

Laut Welt gesundheit s organisation

vergiften sichjährlich z wischenzwei und

fünf Millionen Menschenauf de mLand di−

rekt mit Pesti zi den. 4 0.000dieser Vergif −

tungsfälleendentödlich. It ali ens Landwirtschafts minister will,

dass i n den it alienischen Schulen − dort

gi bt es schonlange Ganzt agsschulen − nur

kontrolliert biologi sche Nahr ungs mitt el

ausgegeben werden. Diehöchsten Wachs−

tu msrat en des bi ologi schen Landbaus fi n−

densi chübri gens derzeit i n der Alpenregi−

on, de mMitt el meerrau mund Skandinavi−

en mit ei ner Rat e von bis3 0Prozent. Auch

inAustralienwächstder Öko−Landbau mit

ei ner st attli chen Rat e von2 5Pr ozentjähr−

lich.

Di e der zeit br eit diskutierte Frage, sol−

len wir Stolz sein Deutsche, US−Ameri ka−

ner, Engländer, Eur opäer oder Welt bür ger

zu sei n? beantwort et ei n alt es, wieder

brandakt uell es Spri chwort: Du mmheit und

Stolz wachsen auf eine mHolz.

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Kurznotiert:

47

Weltweit

Ö-Verteiler

"Umwelt &

Entwicklung"

� Leider keiner.

Pestizide machen

Kinder dumm

„Pestizide machen

Kinder dumm.“Das

schreibt die Stiftung

Warentest (Heft

3/2001) und beruft

sichauf eine amerikanische

Studie. Ursache

der „Verdummungswirkung“

von

Pestiziden koönnte ihre

Wirkung als sogenanntePseudohormone

sein. Der

menschliche Körper

verwechselt diese

Pseudohormone mit

eigenen, echten Hormonen.

Als Folge davonkönnenEntwicklungsstörungenauftreten.


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

48

Internettipp

Sommer 2001

•Kurznotiert:

Weltweit

Themenredaktion

"Weltwirtschaft &

Neoliberalismus"

Lenja & Julian

Anregungen, Beiträge,

Kritik, Diskussion etc.

an: julian20000@

gmx.de

oder

Lenja Öxle,

Engelbergerstr. 41h,

79106 Freiburg

www.rhein-neckar.de

Asien Aktuell: News,

Daten, Kämpfe,

Bewegungen

Schwerpunkt: Asientäglichaktualisierte

Infos zu Protesten und

Arbeiterkämpfen.

Weltwirtschaft, Neoliberalismus

Rubrik » Weltwirtschaft, Neoliberalismus«

here is no alternative?(Teil 2)

Di es e Frage ist nicht einfach und viele nopolen, keinausschließlich profit −orien−

Antwort en (j e nach Anspruch & Maßst ab) tiertes Handeln, ei ne dezentraleOrganisa−

si nd mögli ch.

tionsfor m. Wenn ei n Delegiert enpri nzi p

In de mfolgendenBeitragsoll trotzde m

gewählt wird, dann mußes offen, transpa−

versucht werdeneinemehr oder weni ger

rentseinunddarfkeinePrivilegienerzeu−

subjektiveTeilantwort auf dieFrage: Mögli −

gen. Eine Gleichberechti gung unter allen

che Alter native/Perspektive? zu geben.

Bet eili gt en, Entscheidungen müssen von

der Basi s getragen wer den und sollten

Da mit ei n Projekt, ein Modell, de mAn−

spruch ei ne »Alt er nati ve zu sei n« ger echt

wird, muß es zu mindest eine mMindest−

maß an Krit erien gerecht werden.Solche

Krit erien si nd ganz all ge mei n gehalt en.

Das Fehlen von Hierarchien & Macht mo−

wenn mögli ch dur ch ei n Kons ens−

pri nzi p zust ande ko mmen, kei n

Zwang, sondernSelbstbestim−

mung & Eigeninitiative, ein be−

wußter Umgang mit Mensch &

Nat ur.

Cafe

Die Kooperative Libertad

Cafe Libertad in Hamburg hat

den Import und die Vermarktung des Mut Vitz

Kaffees in Deutschland übernommen. Dabei sind

dem eigenen Handlungsspielraum klare, unausweichliche

Grenzen gesetzt. Cafe Libertad kann

zwar den Preis festlegen, den die Kooperative für

denKaffeebekommtunddieinterneOrganisationsform

frei gestalten, was den Import des Kaffees

anbelangt, fehlt aber jeder Spielraum. AusfuhrbestimmungeninMexiko,Zölle,Steuern,Einfuhrbestimmungen

in Deutschland sind ganz klar

festgesetzt und alternative Wege sind (abgesehen

von Schmuggeln) momentan nicht praktikabel.

Trotz diesem starren, festgelegten staatlichen

und wirtschaftspolitischen Rahmen, der

den Großteil der „Arbeit“ von Cafe Libertad bestimmt

und nur durchgrundlegende, gesamtgesellschaftliche

Änderungen beseitigt werden

kann, gibt es, was die interne Organisationsform

betrifft, trotzdem einige Kritikpunkte und Verbesserungsmöglichkeiten.

Cafe-Libertad ist non-profit-

orientiert, d.h. es geht nicht darum möglichst

hohe Gewinne zu erzielen, sondern darum, Mut

Vitz soviel wie möglichfür den Kaffee zu zahlen

undeineumfassendepolitischeundpraktische

Solidaritätsarbeit zu leisten Gleichzeitig sollen die

dabei entstehenden Unkosten gedeckt werden.

Dieses praktizierte non-profit Handeln ist

durchaus positiv.EinSchwachpunktdagegenist

diefehlendeTransparenzderKooperative.Cafe

Libertad ist formell als Verein organisiert und seit

diesem Jahr als „Gesellschaft bürgerlichen

Rechts“.Was die Verwendung der Gelder und die

Zusammensetzung des Kaffeepreises angeht

werden zwar Berichte und Zusammenstellungen

veröffentlicht, praktisch ist der gesamte Finanzbereichaber

momentan in 1. Linie in den Händen

von 2 Personen konzentriert. Angesichts der teilweise

extrem hohen Summen (z.B. 60 000 DM

für die Vorfinanzierung der Ernte etc.) wäre es

grundsätzlichbesser, wenn dieser Bereichauf

mehrere Menschen verteilt wäre.

Food-Coop

Positiv in bezug auf die Struktur der Food-Coop

ist, daß sie wie Mut Vitz so organisiert ist, daß Hierarchien

nur schwer entstehen können. Alle machen

mit, es gibt keine „besseren“ oder „schlechteren“

Posten und kein typisches KonsumentInnenverhalten

− nach dem Motto „es interessiert

michnicht was für Arbeiten gerade anstehen,

was bei den Anderen los ist, ichwill nur schnell

einkaufen, egal was, wie, woher“.Fürdieeinzelnen

Bereiche wie Einkauf, Putzen, Konto, u.a. gibt

es eigene Gruppen, die „ihren“ Bereich recht unabhängig

regeln können. Ein Mal im Monat findet

ein Plenum statt, auf dem wichtige Punkte

besprochen werden und auf dem sich getroffen

und ausgetauscht wird. Der so entstandene

Freiraum wird/kann von den Mitgliedern je nach

Interesse und Anspruchgefüllt werden. Stattliche

Kontrollen (z.B. bei der Buchführung, Lagerung,

Hygiene etc. ) gibt es nicht. Auch Coop-intern

gibt es keine Kontrollen und keine Überwachung,

es wird auf Vertrauen und das gemeinsame Interesse

gesetzt, wer bescheißen will, hätte alle

Möglichkeiten dazu. Was die Produkte der Coop

angeht wird auf biologischen Anbau Wert gelegt.

Konsens ist, daß nur ökologischerzeugte

Produkte, dem Ansprucheine Alternative zur

konventionellen ausbeuterischen Nahrungsmittelproduktion

zu sein, gerecht werden können.

Getreide, Milchprodukte u. Obst/Gemüse der

SaisonkommenvonHöfenausderRegion.Dadurchfallen

unnötige Transporte weg, erhöht

sichdie Transparenz (woher kommt ein Produkt,

wie wird es von wem erzeugt) und werden dezentrale

Austauschmodelle gefördert. Die meisten

Grundnahrungsmittel, aber auch Waschmittel,

Shampoo etc., werden in großen Abpackungen

bezogen, sind also nicht x-mal portionsgerecht

verpackt, wodurch unnötige Verpackung

vermieden wird. (Außerdem umfaßt das Coop

Angebot einige „selbstgemachte“ Artikel, wie z.B.

Marmelade, Wein)

Zumindest indirekt müssen für die Food-Coop

keine Tiere sterben bzw. geschlachtet werden,

auf totes Tier wird verzichtet. Abgesehen von

persönlichen Gewissensgründen werden durch

diesen Verzicht keine Nahrungsmittel für die

Fleischproduktion verwendet/schwendet (7 − 10

kg Getreide für 1 kg Fleisch).

Im Rahmen der Food-Coop wird eine herrschaftsfreie,

selbstbestimmte, dezentrale,

transparente und umweltschonende Versorgung

mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgütern versucht.

An diesem Versuchgibt es aber aucheinige

Kritikpunkte.

Viele schon weiterverarbeiteten Produkte werden

über einen Großhändler bezogen- also nix

war‘s mit dezentral und regional.

Dassindsicher nochnichtallerelevanten

Krit erien, aber schon mal ei n Grundgerüst,

indessenRahmenei ne ganze Menge ent−

st ehen kann/könnte. DieProjektewerden

anhand dieser genanntenoder ähnlicher

Krit erien hi nterfragt.

Gerade im Winter wird auchnur teilweise auf

das heimische Obst- und Gemüseangebot

zurückgegriffen bzw. sich darauf beschränkt,

sonderneszähltnebendemregionalenAspekt

auchdie Vielfalt, Abwechslung und der Preis.

Diese Kritik bedeutet nicht, daß ausschließlich

regionale, heimische Produkte konsumiert werden

sollten, aber zumindest dort, wo es möglich

ist, d.h. wo Alternativen zu importierten oder

weithergebrachten Produkten existieren, ist es

bestimmt besser solche zu beziehen. Regional

heißt ja auch immer: weniger Transport, Arbeit

und mehr Transparenz.

Auchmit dem politischen Anspruchder Food-

CoopalsGanzesistesnichtweither.Esexistiert

kein ausformuliertes oder konsensfähiges Selbstverständnis.

Einige Mitglieder scheinen die Food-

Coop eher als eine billigere Alternative zum Bioladenzuverstehen,anstattsiealseinenTeilaspekt

eines gesamtgesellschaftlichen, emanzipatorischen

Lebensmodells zu sehen.

Aufgrund dieses fehlenden politischen Anspruchs

tritt die Food-Coop auch nicht (mehr)

nach außen in Erscheinung, d. h. es wird weder

für ein Food-Coop-Modell „ geworben“,nochfindet

eine Auseinandersetzung mit anderen politischen

Gruppen statt.

Trotz diesen Kritikpunkten sehen wir die Coop

alseinengutenAnsatzumeineandereÖkonomie

und einen alternativen Lebensstil zu praktizieren.

Innerhalb der Food-Coop lassen sich viele

emanzipatorische Ideen verwirklichen, gleichzeitig

werden dem Modell aber auchvon außen

Grenzen gesetzt. Vom Staat im allgemeinen, aufgrund

von Steuern und Grenzen durchnormale,

auf Geld basierende Handelswege.

Auchdas persönliche Bedürfnis nacheinem

vielfältigen, abwechslungsreichen Nahrungsmittelangebot,

steht einer rein regionalen Versorgung

im Weg.

Ein weiteres Problem ist, daß einige der Produzenten

und Großhändler zwar einem Bio-Aspekt

gerecht werden, sich aber ansonsten nicht von

konventionellen Anbietern unterscheiden

(schlechte Arbeitsbedingungen, profitorientiert

etc.). Solange es aber nur wenig „politisch-korrekte“

Anbieter gibt, stehen kritische KonsumentInnenimmerwiedervorderFrage:Verzicht

oder

Kompromiß.

Neben diesen äußeren Grenzen, könnte die

Food-Coop aber intern durchaus etwas verbessern.

Einerseits könnte mehr Wert auf einen umfassenden,

politischen Anspruch gelegt werden

und andererseits gibt es je nachBereichsicher

einige Alternativen zu ökokapitalistischen Unternehmen.

Vielleicht teilweise zu einem höheren

Preis und mit mehr Aufwand, aber zumindest der

Preis allein muß ja nicht immer und überall der allgemeine

Maßstab sein.


Mut Vitz

In folgenden Punkten sehen wir emanzipatorische

Ansätze, die natürlichnochweiter ausgebaut

werden könnten.

Die Mitglieder von Mut Vitz versuchen aus eigener

Initiative heraus eine Änderung bzw.Verbesserung

ihrer sozialen und ökonomischen Situation

herzustellen. Nicht durch ein jede/r gegen

jede/n, sondern durchein kollektives Vorgehen.

Das Ergebnis ist eine unabhängige, selbstbestimmte

und basisdemokratischorganisierte

Kooperative. Sie setzt sichaus ca. 26 Gemeinden

mit insgesamt rund 1000 Mitgliedern zusammen.

Alle Mitglieder können an den für die Kooperative

relevanten Punkten mitentscheiden. Da

regelmäßige Treffen zwischen allen 1000 Mitgliedern

nicht praktikabel sind, werden von den

einzelnen Gemeinden Delegierte gewählt, die

sicheinmal im Monat treffen. Die Delegierten

sind nicht befugt im Rahmen der Versammlungen

eigene Entscheidungen zu treffen, sondern

tragen sie in die Gemeinden zur Diskussion

zurück. Durchdie starke Position der Basisgemeinden

werden Hierarchien und Machtmonopole

bzw. Mißbräuche weitestgehend verhindert.

Das zentrale Thema der Kooperative ist natürlich

der Kaffee, vom Anbau über die Ernte bis zur

besseren Vermarktung. Neben diesen, auf Kaffeeproduktion

und auf Vermarktung konzentrierten

Aspekten, werden im Rahmen der Kooperative

aber auchnocheine Reihe von umfassenderen

politischen Zielen verfolgt. Dabei geht es

ganz konkret um den Aus − und Aufbau einer

medizinischen Versorgung, die (Weiter-) Bildung

der Mitglieder, um zusätzliche Gemeinschaftsprojekte

wie „tiendas collectivas“

(Gemeinschaftsläden) und die Anschaffung

von Produktionsmitteln zur kollektiven Nutzung.

(z.B. Fahrzeuge, Mühlen etc.). Aber es geht

auchganz allgemein um Selbstbestimmung, die

Forderung nachGleichberechtigung und nach

indigenen Rechten. Spätestens seit dem Aufstand

der Zapatistas 1994 (zeitgleichzum Inkrafttreten

der NAFTA) finden die Forderungen, der in

der zapatistischen Basis organisierten Mitglieder

vonMutVitz,ihrenAusdruckimBefreiungskampf

derEZLN.EinemKampffürdieFreiheitundEigenständigkeit

aller Menschen, einem Kampf gegen

Diskriminierung und „Neoliberalismus“.Eswirdversucht,

diesen politischen Anspruch durch die Organisationsform

und das Selbstverständnis der

Kooperative intern umzusetzen.

In Puncto „Umgang mit der Natur“ wird durch

den biologischen Kaffeeanbau kein rücksichtsund

grenzenloser Raubbau an der Natur und

den natürlichen Ressourcen betrieben, sondern

die Natur wird als eine erhaltenswerte Lebensgrundlage

behandelt.

Neben dem Kaffeeanbau betreiben die meisten

Kooperativenmitglieder nocheine Subsistenzwirtschaft.

Der Eigenanbau reicht zwar

nicht aus, um sich komplett selbstzuversorgen,

decktaberzumindestfüreinengewissenZeitraum

die Versorgung mit den elementarsten und

oft einzigen Grundnahrungsmitteln. Die betriebene

Subsistenzwirtschaft ist einerseits Ausdruck

einer traditionellen Lebensweise und dem

WunschnachUnabhängigkeit, gleichzeitig aber

auchein Muß, weil einfachdas Geld fehlt, um Essen

zu kaufen. Sie ist außerdem eine recht erbärmliche

bzw. einseitige Angelegenheit,

hauptsächlich Mais und Bohnen. Das Nahrungsangebot

könnte aber auf alle Fälle reichhaltiger

sein, wenn nicht die Notwendigkeit bestehen

würde, möglichst viel landwirtschaftliche Produkte

zu verkaufen.

Trotz den genannten durchaus positiven

Aspekten, gibt es aus unserer Sicht auch einige

Kritik an Mut Vitz- besonders unter dem Aspekt

„Alternative bzw. emanzipatorische Perspektive“.

Der zentrale Kritikpunkt ist, wie so oft, das Geschlechterverhältnis.

Da die Basisgemeinden von Mut Vitz gleichzeitig

die Basis der EZLN darstellen und diese einen

antipatriarchalen Anspruch vertritt, könnte

menschdavon ausgehen, daß dieser Anspruch

auchbei Mut Vitz vorhanden ist. In der Praxis ist

das aber nicht der Fall. Alle Delegierten sind

Männer. Auchinnerhalb der Familien existiert eine

klare Rollenzuschreibung. Frau versorgt Haus,

Mann und Kinder, hilft bei der Kaffeernte mit und

je nachfinanzieller Lage „darf“ sie höchstens zusätzlichnocharbeiten

gehen. Patriarchale Strukturen

und die daraus resultierende Ausgrenzung

von Frauen aus entscheidungsrelevanten Bereichen,

ist auch bei Mut Vitz Realität.

Des weiteren ist auchMut Vitz nicht frei von internen

Hierarchien (insbesondere von religiösen

bzw. traditionell bedingten Hierarchien wie das

Kazikentum etc.) bzw. von der Gefahr, Hierarchien

aufzubauen. Aber wahrscheinlich werden die

Themen Hierarchien, Dominanz und Macht immer

ein Knack- bzw. Auseinandersetzungspunkt

zwischen Menschen sein und bleiben. Das bedeutet

nicht, daß Hierarchien dadurch weniger

kritikwürdig sind, sondern heißt nur, daß zwischen

dem theoretischen Anspruch Hierarchien zu verhindern

und der praktischen Umsetzung Welten

liegen.

Wenn menschMut Vitz bezüglichder Organisationsform,

dem praktischen Handeln und dem

politischen Anspruch untersucht, wird aber auch

deutlich, daß einem eigenständigen, selbstbestimmten

Handeln ganz klare Grenzen gesetzt

werden. Unterdrückung, Lebensbedrohung und

Repression von Staat, Militär/ Paramilitärs, die

Zwänge und Auswirkungen des Weltmarktes und

die Rechtlosigkeit der indigenen Gemeinden,

sind wohl die einschneidesten Beschränkungen

des Handlungsspielraums. Sichin Chiapas offen

zum zapatistischen Befreiungskampf zu bekennen

oder wie Mut Vitz staatsunabhängige Strukturenaufzubauen,bringeninderRegelmassive

Repressionen von Polizei, Militär und Paramilitärs

mit sich. Morde durch paramilitärische Gruppen

sind an der Tagesordnung.

Dazu kommen wirtschaftliche Grenzen.

Mut Vitz kann von seinen Mitgliedern nur ca. 10

% der Kaffeernte abnehmen, d.h. für 10% einen

gerechten Preis bezahlen. Mehr ist nicht möglich,

da nationale wie internationale Abnehmer fehlen,

die bereit sind, für den Kaffee mehr zu bezahlen

als einen Preis, den der Weltmarkt vorgibt.

Für die KleinbäuerInnen bedeutet das, daß sie

ca. 90 % der Ernte an lokale Zwischenhändler

verkaufen müssen, zu einem Preis, der nur ca. einem

Drittel des Mut Vitz- Preises entspricht und

weit davon entfernt ist, ihre Existenz zu sichern.

Neben diesen Grenzen, die nur durcheinen radikalen

Umbruchder gesamtgesellschaftlichen,

weltweiten Verhältnisse zu beseitigen wären,

könnte Mut Vitz intern trotzdem manches ändern

bzw. verbessern. Der Abbau interner HierarchienundeingleichberechtigtesGeschlechterverhältnis

könnte auch ohne erfolgte weltweite

soziale Revolution innerhalb der Kooperative

bzw. den Basisgemeinden umgesetzt werden.

In der Auseinandersetzung ist (bei uns) klar geworden,

daß die einzelnen Projekte einen mehr

(z.B. Food-Coop) oder weniger (Mut Vitz, Cafe-

Libertad) großen Rahmen für die Verwirklichung

einer emanzipatorischen Praxis haben. Es wurde

aber auchdeutlich, daß eine weitestgehende

Selbstbestimmung nur ohne Faktoren wie Staat,

freier Marktwirtschaft, Militär usw. möglich ist.

Trotz diesen, immer wieder „störenden Faktoren“,

gibt es aber auchinnerhalb des bestehenden

Systems und innerhalb der Projekte Möglichkeiten,

emanzipatorische Ansätze zu verwirklichen

und intern bestimmte Handlungs- und Verhaltensweisen

neu zu „erlernen“.

Auchim Rahmen dieser Projekte werden Staaten

(z.B. durchSteuern) und der Weltmarkt (z.B.

durchWarenstrom in konventionellen Bahnen)

mit unterstützt, gesellschaftliche Gewaltverhältnisse

reproduziert, aber im Gegensatz zu konventionellen

Konsums- und Produktionspraktiken

(beruhend auf Ausbeutung, Unterdrückung,

Lohnarbeit, Profit und Leistung) können die Projekte

trotzdem als Versuche verstanden werden,

aus dem System auszubrechen. Gerade das Beispiel

der Food-Coop zeigt, daß wenn es mehr

ähnliche Projekte und alternative Produktionsgemeinschaften

geben würde, auch im hier und

jetzt Freiräume geschaffen werden könnten.

Alle drei beschriebenen Projektestellen

Alt er nativen zu m best ehenden Syst e m

dar, auch wenn dur ch si e noch kei ne

gr undl egend ander en ut opi schen Ges ell −

schaftsstrukturenhergestellt wurdenund

wer den können. Zu Utopi en mehr i n den

nächst en Ö−Punkten.

Weltwirtschaft, Neoliberalismus

Ne w Econo my−standbisherfürdiezu−

kunft s weisende Kommunikations− und

Informati onst echnologi e, fl exi bel und i n−

novati v. Schlagwort f ür maxi mal e und

schnelle Gewinne,fürdenerfolgsverspre−

chenden Wirtschaftszweig der Zukunft.

Dochi nlet zt er Zeit ist dieser hochgeprie−

sene Markt a mbr öckel n. I n den USAst ürzt e

die Technologi e−Börse Nasdaq von März

2000bisMärz2001 u m60Prozent ab; der

vergleichbare deutscheI ndex Ne maxver−

buchtei mselbenZeitrau mgar ei nenRück−

gang von knapp 80 %. Ge messen a m

Höchst st and reduziert e sich die Börsen−

kapit alisierunga mdeut schen Neuen Markt

zwischen März2 000undMärz2 001 von460

Milli ar den Mark auf1 80Milli ar den. Auf de m

US− Markt Nas daq beträgt diesoer mitt elt e

Wert ver nichtung4000Milli ar den US−Dol−

lar. Dasentspricht40Prozent desBruttoin−

landsprodukts der USA. Von dieser Ent−

wicklung bleiben auch die großenInter−

net −Gigantennichtverschont. Das Unter−

neh men Yahoo hatte beispielsweise auf

de m Höchst st and ei ne Börsenkapit a−

lis erung von 93 Milli ar den US−Dollar,

mehr als die addierten Börsenwerte von

General Motors und Boei ng. I mMärz 2 001

ist Yahoo nur noch 9, 5 Milli ar den Dollar

wert. Di e extr e men Einbrüchea mNeuen

Markt haben f ür Millionen von Kleinakti−

onär en, diedort Milli ar densu mmenange−

legt hatten, fatale Folgen, da dieses Geld

ver nichtet wurde. Umzuinvestierenwur−

den ge walti ge Kredit e aufgeno mmen, die

nun nichtabgesichertsind.Aberauchdie

OldEconomy, z. B. Stahl−undAutoindustrie,

bleiben von der sich momentanabzeich−

nenden Rezessi on nichtverschont. Ihren

Aus dr uck fi ndet si e u. a. i n erf olgten und

geplanten Massenentlassungen (seit Juli

2000biseinschl. Februar 2 001 Knapp ei ne

hal be Million).

Mehr als 2 0 000 Menschen de monstri er −

teninNeapel gegendas»Global Foru m«. I m

Rah men dieses, von deritalienischen Re−

gi er ung aus geri chteten, Global Foru mszu

Informati onst echnologien, waren Vertr e−

tervon120Staaten,internationalenOrga−

ni s ati one n und von I T− Großkonzernen

versa mmelt . Es gi ng u m»e−de mocr acy«

und »e−govern ment«.

An den Pr otesten habensich De mon−

strantInnen aus Italien, der Schweiz,

Frankreich und Deutschland beteiligt. 40

Personen wur den vorübergehendfestge−

no mmen. Die Proteste wurden un−

terandere mals eine Art »Generalprobe«

für deni n Genuast attfi ndenden G8−Gipfel

verst anden.

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Kurznotiert:

49

Weltweit

Weitere Infos

zu Cafe Libertad und

Mut Vitz unter

www.free.de/

cafe-libertad/

Ö-Verteiler

"Weltwirtschaft

..."

�Hoppetosse

�fzs-Rundbrief

20.-22. Juli 2001

G8- Gipfel in Genua

Infos unter:

www.peacelink.it/

Wir wollen Sprachrohr

politischer Bewegung

sein ...

...aberohneEureSpendenkönnenwir

das nicht mehr lange!


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

50

Hinweis

Sommer 2001

•Aktionund

Vision

Wer Interesse hat,

Veranstaltungen, Seminare,

Workshops

usw.zudiesenThemen

zu veranstalten,

sollte sich melden bei

der

Projektwerkstatt,

Ludwigstr. 11,

35447 Reiskirchen

Tel. 06401/90328-3,

Fax -5

Mögliche Themen

u.a.:

•KritikanAgenda

und Nachhaltigkeit

•ÖkologieundÖkonomie

sind unvereinbar

•Emanzipatorischer

Umweltschutz statt

Öko-Neoliberalismus

(Ökosteuern, Nachhaltigkeit

& Co.)

•FreieMenschenin

Freien Vereinbarungen

(Visionen)

•Selbstorganisation

in Alltag und Politik

•Entscheidungsfindung

von unten/

kreative Gruppenprozesse

Mehr unter www.

projektwerkstatt.de/

oepunkte.

Perspektiven

Skandale und ...

Dirk Maxei ner und Michael Miersch (M&M),

dieselbsternanntenÖko−Realist en der Nati −

on zi ehen i n i hr e mneuest en Buch (Das Me−

phist oPri nzi p) über betendeBuddhisten, kri −

tische Wissenschaftler wie Frederic Vester,

über den Club of RomeunddasWorl d Wat ch

Institute her, machen sich dar überhi naus

lächerlich über denfranzösi schen Globalisie−

rungskritikerundBauernführerJosé Bové so−

wie über Prinz Charles, die sich beide nach−

wei slich gegen die Industrialisierung der

Landwirtschaft undfür den biologischen, re−

gionalenLandbauei nsetzen. Alst atsächliche

Umwelt schüt zer und Sozi alr ef ormer hi nge−

gen st ellen M& M I ndustriekonzer ne und

selbst die Ei ser ne Lady, Margar et That cher

dar. Di e Münchner » Öko−Realist en» si nd sich

ni chtzuschäbig,uminihremBuchCoca−Co− Hekt ar fr uchtbaren Boden vernichtet oder

zubetoniert werden, dass jährlich Millionen

von KindernundFrauenals Sexsklavenverk−

auft und von westlichen Kapit alist en miss−

braucht wer den, dass der bes onders von ka−

pit alistischen Menschen des Nordens for−

cierte Treibhauseffekt die Lebensgrundlage

zahlreicher Menschen des Südens unter−

gräbt . . . Nei n, f ür M& Mbest ehtdie Welt aus ei −

ner Käsegl ocke, i n der es nur gut ver dienende

M& Ms gibt. Sieloben Aktien und Aktienfonds

al s Rett ungs anker f ür dieArbeiterklasse. Von

Börsenkrächen und Aktienverlusten, die in

der Regel wiejüngst wieder zu erleben war

vor alle mdie Kleinanleger treffen, haben

M& M noch nie et was gehört. Nei n, der Wort e

si nd genug geschri eben über dieses über−

flüssi ge Buch. Werfen wir es auf den über−

quellenden Abfallei mer des Turbokapit alis−

mus.

la, McDonalds und Walt Di s ney z u hofieren. Aber halt: Das Buch hat dennoch sei nen

M& M machen die Grossverdiener unter den Wert. Es entlarvt nä mlich sei ne Aut oren als

Turbokapitalisten aus den USAund Deutsch− das, was si e seit Jahr en i n Wirklichkeit si nd:

landzu Volkshelden. Selbst die von Che mie−

und Saat gut konzer nen kräfti g unterstützte

»Grüne Revolution», die die Entwicklungslän−

der zu ei ne mgr ossen Absatz markt f ür u m−

welt schädli che Pestizi de und Export saat gut

kaputtentwickelt hat, ist für M&M einetolle

Sache. Logi sch, dass Gen−Rei s undI nternet−

du mpf e Handl anger des Big Business.

Pornographie ebenfalls positive Errungen−

18-20.5.

schaften der kapit alistischen Menschheit

in Saasen

si nd. Und sel bst verst ändlichist −laut M& M −

Entscheidungsfindung

der oft zu unrecht gescholt ene Massentou−

von unten

Seminare zu kreativen Gruppen- und Ent-

ris musi n Wirklichkeit das beste, was denLän−

scheidungsprozessen statt Dominanz und

der n des Südens j e mals passiert i st .

Auf Mephi st o (Teuf el) kommraus predigen

Plenafrust.

Info/Reader: thofo@aol.com

die beiden Autoren − ihr gleichfalls von

Falschannah men strotzendes Buch »Life

23-27.5.

in Augsburg

Bundes-Ökologie-Treffen

Counts» wurde i m vergangenen Jahr als

Workshops, Diskussionen, Aktionen, Projekte.

»Wissenschaftsbuchdes Jahres» (von we m

Das halbjährliche Treffen zum emanzipa-

bloss?) ausgezeichnet − das hohe Li ed des

torischen Umweltschutz und der BSÖ.

http://jump.to/boet

Turbo− Kapit alis mus und propagiereni hn als

Heilslehre für unseren Planeten. Beflissent−

11.-13.5.

in Dresden

li ch vergessen si e dabei, dass ei n Großteil der Menschen statt Profite!

Menschheit mit we− ni ger Verbunden mit dem Aufruf, Widerstands-

al s z wei Mark

kollektive in Städten und Regionen zu bilden

ist zum ersten bundesweiten Treffen eingela-

pr o Tag

5.-24. August

den − Vernetzung und gemeinsame Aktionen

überleben

in Saasen

sollen aus den Basiskollektiven heraus vorge-

muss, dass

täglich

Politische Tage in

der Projektwerkstatt

Diskutieren über Positionen und

schlagen und entwickelt werden. Bewegung

von unten! www.menschenstattprofite.de

welt weit Aktionen, Bauen&Sortieren an

1.-4.6. in Bielefeld

Tausende

Haus und Archiven, Schreiben

undLayoutenandennächsten

Direct-Action-Gathering

Zu Pfingsten im AJZ: Praktische Workshops

von

Ö-Punkten − bunte Tage also! zu Lockons, Klettern, Hacktivism, Blockaden,

Info: Projektwerkstatt,

Kommunikationsguerilla, verstecktes

06401/903283, http://come.

Theater, Sabotage und mehr. www.

to/projektwerkstatt

aktionsinfo.de/dan

Unglaublich: Eigentlichsoll dieAgenda21ja

al s s olches Partizipationstärken, alsoein Mit −

t el zu ei ner besser en BürgerI nnenbet eili −

gung sei n. Zweif el daran wur den von Agen−

da−Leut en oft barsch weggefegt. Da ist

schon entlarvend, daß sich die Agenda in

Berlin jetzt in einer gesondertenArbeits− gr uppe dar u m be müht, daß Partizipation

st attfi ndet − und das nach vi el en, vi el en Jah−

ren. Auszugaus de m»I mpulspapier zur Vor−

bereit ungei nes Handlungsfelds »Partizipati −

on» i mAgendapr ozess der Hauptst adtregi −

on» (war u m muß ich plötzlich an Reinhard

Mays » EinenAntrag auf Erteilung eines An−

tragsfor mul ars » de nke n?):

». . . Der notwendige Dialog zwischen den

Interessengruppenbedarf der Ergänzung

durch auchf ormal l egiti mierte For mender

bürgerschaftlichen Mit wirkung. ... Ein u m−

fassendes Vertrauen der Bürger i n die eta−

bli ert e Politi k i st nur dann herst ellbar, wenn

die aus ei gene mEngage ment Tätigendie Er−

fahrung machen, daßi hre Arbeit kei n Sand−

kastenspiel ist«. (und waru m mußichj etzt an

das Pf eif en i m Wal de de nke n?)

Neue Bücher

Claudia Günther u.a.

Neue Wege zu nachhaltigem Konsum

(2000, Erich-Schmidt-Verlag in Bielefeld,

260 S., 56 DM)

Das Buch dokumentiert eine Tagung der

Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Rahmen

der Expo 2000 – das allein konnte damals

schon Stirnrunzeln bereiten. Auf der TagungundimBandsinddannineinernützlichen

Vollständigkeit Kriterien und praktische

Möglichkeiten für ein nachhaltiges Konsumverhalten

nachzulesen. Es geht um Kleidung,

Wohnungen, Energieverbrauch usw. Angenehm

die Aussage, daß es nicht um Vereinheitlichung

ginge, mangelhaft das Ausblenden

der Zwänge durch die gesellschaftlichen

Rahmenbedingungen. Solange nur Profit

zählt, ist alles nur ein Traum!

Dan Jakubowicz

Genuß und Nachhaltigkeit

(2000, Promedia in Wien, 158 S., 26 DM)

Ein anregend geschriebenes Buch mit vielen

Tipps für die persönliche Alltagsgestaltung.

Dabei wird aus dem Beitrag der Einzelnen

nicht eine Ersatzpolitik für die Zerstörungswut

der Konzerne konstruiert, wie in vielen anderen

Nachhaltigkeitsbüchern. Nein, ganz im

Gegenteil: Es wird sogar auf Grenzen der

Handlungsmöglichkeiten durch das Versagen

der Marktwirtschaft usw.hingeweisen− zwar

nur dezent, aber immerhin. Insofern: Nützlich

und nicht gefährlich, weil Nachhaltigkeit hier

nicht als Verschleierungsbegriff benutzt wird.

S. Kreuzinger/H. Unger

Agenda 21 − Wir bauen unsere Zukunft

(1999, Verlag an der Ruhr in Mülheim, 151 S.,

39,80 DM)

Eine Sammlung spannender Projektideen für

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen − von

der Erkundung der eigenen Stadt hinsichtlich

Umwelt- oder Kinderfreundlichkeit bis zur

SchadstoffsucheindereigenenKleidung.Die

guten Ideen sind leider nicht in einen Rahmen

selbstbestimmten Lernens gepackt, in

dem auch politische Konfrontation entstehen

kann. Hinzu kommt, daß alles unter dem Label

» Agenda 21« läuft − mit den üblichen Lügen

über das, was in diesem neoliberalen Kampfp

ap ier steht. Aber ... darüber kann mensch

hinwegsehen und die guten Ideen aus dem

Buch herausholen. Fast lohnenswert ist schon

die Karte der Erde bei Nacht − entlarvend.


Perspektiven!

Nun soll sie gegründet wer den − Ende April

ist das (wahrschei nlich) letzte Vorberei −

tungstreffen. DieIdeeist, einenRechtsträger

für Gebäude, Grundst ücke und Mat eri alien

(Wägen, Zug maschi nen, Zelt e, Küchen u. ä.)

zu schaffen, die ganz oderteilweise öffent−

lich−politisch genutzt werden. Mit ei ner raf −

fi niert en Rechtskonstruktion (Eigentümeri n

wird die Stift ung, schli eßt abermit den nut −

zendenPersonenoder Gruppensog. Autono−

mieverträgeab, die wiederu malle Entschei−

dungs machtaufdierealeGruppe, z.B. ein Kol−

lektiv oder Plenu m− und nicht ei ner hi erar −

chi schen Rechtskonstruktion − überträgt)

soll dann sowohl ei ne Pri vatisi er ung verhi n−

dert wie auch die Gefahr von Hierarchie und

Repr essi on verri ngert wer den. Di e Stift ung

versucht, neue Projekte mit zuentwickelnund

bi et et si ch best ehenden oder i mAuf bau be−

fi ndlichen Projektenals Rechtsträgeran. Die

Handlungs macht bleibt voll bei den Akteu−

rI nneni mPr ojekt −sogargrößeralsbeijeder

anderen Rechtskonstruktion.

Di e Stift ung dient nichtinersterLinieder

FinanzierungvonProj ekt en, s onder n der

Rechtsträgerschaft. Aller dings wird die Stif −

tungauchversuchen, Geld− undSachspen− den, Erbschaft en us w.zuerhalten,umdieei−

gene Handlungsfähi gkeit zu erhöhen und

z. B. u mstrittene Gebäude auch über ei nen

Kauf sicher n zu können.

zu mWett be werb der Rosa−Luxe mburg−Stif −

tungdenText »Gleicher als andere» undent−

wickelt dort dieIdeevonfreien Kooperativen

−Menschen,diesichohneäußereZwängezu

freien und gleichberechti gen Gruppen zu−

sa mmenfi nden. Eine sehr ähnliche I dee

brachte die Gruppe Gegenbilder als Buch

»Freie Menschenin Freien Ver ei nbar ungen»

heraus. I n den ko mmenden Woche n wer de n

diese und weitere AkteurInnen mehrfach

aufei nandertreffen − es könnte der Anfang

ei ner breit eren Debatt e über neue Zu−

kunft sentwürfesein. Sie unterscheidensich

vondenbisherigen, weil es nicht mehr u mdie

Frage» Wer hat die Macht?«geht, sonder n u m

ei nen Gesellschaft sentwurf,derkeinerleiIn−

stit uti onen und Machtstrukturen mehr be−

darf, ohne Markt und Profit ausko mmt und

trotzde m(bz w.geradedeshalb) einenhohen

gesellschaftlichen Reichtu mschafft, der al−

len gehört.

Inzwischenhat es viele Anläufe gegeben− und der Frust ist verbreitet. Was i n anderen

Länder ni n den vergangenenJahrent eil wei −

seviele Menschen motivierte undzu kreativ−

selbstorganisierten Bewegungszusammen− hängenf ührt e, i st i n Deut schland unterblie−

ben − anti kapit alistischer Widerstand, inspi−

riert durch di e gr oßen Akti onen gegen Glo−

@ balisierung (Seattl e, Prag usw.) . Weiterhi n

gi bt es vorallemNebeneinander,Aus−und

Abgr enzung, Ei n−Punkt −Politi k (Cast or und

FaschoselektrisierenTausende, dazwischen

ist − natürlich mit Ausnah men − Leere) und

erst arrt e Aktionsf ormen (st att kreati v −di−

Sehr spannend . . . Stück für Stück schälen

rekter Aktion) . Versuche, das aufzubrechen,

scheiterten − z. B. i mRah men des Expo−Wi−

derst andes1 999 und 2 000. Es blieb bei mNe−

si ch neue Di skussi onspr ozesse und Entwürfe

benei nander der verschi edenen Gruppen.

für e manzipatorische Visionen/Gesell−

Intransparenz ist dominantes Merk mal .

schaftsfor men heraus − undtreteni n Kon− Nun soll es ei nen neuen Anlauf geben. Und

takt mit ei nander. Aus der Li nuX−Szene ko m− mit ei ner neuenI dee: Kei n Treffen, woi mmer

men i mmer st ärker e I mpulse f ür ei ne

die gleichenLeuteihreIdeenals Arbeits−

Übertragung der I dee von Open

Sour ce, ei gentu msfrei en Wissen

1.-4.6.

in Berlin

kr ei se anbi et en und all es neben−

ei nander herl äuft wiebisher. Wir

und Ressourcen auf die ge−

Rosa-

rufen auf, in Städten und Re−

sa mte Gesellschaft. Die Debat− Luxemburg-Tage gi one n Widerstandskollekti −

te läuft unter de mStichwort

Antikapitalistische Tagung mit

vielen Workshops, Diskussionen,

ve zu bilden. Ziel ist, die

»Oekonux«, Ende April ist eine Planung von Aktionen usw. Grenzen der Gruppen zu

gr ößer e Konf er enz i n Dort −

mund geplant. Christoph Spehr

veröffentlichte als Siegerbeitrag

Organisiert von Linksruck.

www.linksruck.de

Perspektiven

über winden aber nicht die Auflösung der

Gruppenvielfalt, sondern zwecks Entwick−

lungeiner ge mei ns a menPraxisfür den Ker n

emanzipatorischer Politi k: Gegen Markt und

Macht, Ver wert ung und Herrschaft, f ür ei ne

herrschaft sfrei e Welt!

Vom11 . −13 . Mai soll i n Dresden ei n überre−

gi onal es Treffen die ersten Kontakte zwi−

schendenRegionenundStädtenbringen. Al−

lesinddazuaufgerufen, zugucken, obausih−

rer Region/Stadt ein paar Leute hinfahren,

umdieDiskussion mit denanderenzuführen

− nicht mehr irgendwelche Kreise sollen

fort an besti mmen, wie Kommunikation, Ver −

net zung und ge mei ns a meAktionenorgani−

si ert wer den, sonder n dieBasiskollektive be−

sti mmen das unter sich! Kli makonferenz, G8

in Genuaundanderes−wie beteiligen sich

welche Zusa mmenhänge?

Neue Bücher

Dominik Bauersch

Die Umsetzung der lokalen Agenda 21 in

Nordrhein-Westfalen unter besonderer

Berücksichtigung des Städte und Gemeinden

des ländlich geprägten Raumes

(2000, CAF Agenda-Transfer in Bonn, 156 S.)

Die Diplomarbeit untersucht den ErarbeitungsstandderLokalenAgendavorallemim

ländlichen Raum, aber (in einigen aussagekräftigen

Statistiken) auch im Vergleich zum

städtischen Bereich. Anhand zu Beginn festgelegter

und beschriebener Kriterien wie

Vorhandensein von Personal, Geld, Beschlüssen,

Auftaktveranstaltung usw.wirderkundet,

wieviele Gemeinden was erreicht haben. Der

Autor bemerkt dabei selbst an einigen Stellen,

daß solche quantitativen Erhebungen

noch wenig über die Qualität aussagen –

über die Umsetzung erst recht nicht. Dennoch

ist das Resümee der Diplomarbeit markant:

» ... ist das Wirkungspotential der Lokalen

Agenda 21 unter den örtlich geschaffenen

Bedingungen als niedrig zu bewerten. Obwohl

in den Gemeinden teilweise bereits seit

zwei Jahren gearbeitet wurde, konnten keine

drängenden Probleme gelöst werden und es

ergaben sich keine Konsequenzen für das

kommunalpolitische Handeln. ... Die Vorgehensweise

der Kommunen, eine Lokale Agenda

21 gemeinsam mit den nicht−staatlichen

Akteuren zu erarbeiten, mutet in vielen Fällen

wie eine » Alibiveranstaltung» an: Zunächst

werden die Bürger von ihren Kommunen

durch vielversprechende Slogans (»Ihre Meinung

ist gefragt!» » Mischen Sie sich ein!» ) zur

Mitarbeit aufgerufen. Haben sich schließlich

Interessierte zusammengefunden, wird ihnen

die Möglichkeit eingeräumt, an der Begrünung

einer Brachfläche oder der Planung eines

Fahrradweges mitzuwirken, während

über die Ansiedlung von Supermärkten in

Ortsnähe oder die geplante Umgehungsstraße

weiter innerhalb der alten Planungs−

und Entscheidungsstrukturen beraten wird.»

Richtig so – ein netter Tupfer im ansonsten

pro−Agenda− gleichgeschalteten Sumpf.

Günter Murr

Entwicklung und Handlungsmöglichkeiten

von Umweltverbänden in der internationalen

Politik

(1996, ökom in München, 158 S.)

» Das Beispiel WWF« steht im Untertitel – und

tatsächlich ist dieses Buch auch eher ein Portrait

des WWF, vor allem seines internationalen

Verbandes. Zusätzlich werden ausgewählte

nationale WWF− Gliederungen vorgestellt.

Das Buch zeigt gut, wie sich der WWF

auf internationaler Ebene bewegt und in welche

Kooperationen mit Konzernen und Regierungen

er sich immer wieder einläßt.

Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

Sommer 2001

•Aktionund

Vision

51 Internet

Diskussion um Vision

"Freie Menschen in

freien Vereinbarungen"

www.opentheory.

org/proj/gegenbilder

Umweltschutz

von unten

http://go.to/umwelt

Projektwerkstatt

www.projektwerkstatt

.de/saasen

Hoppetosse − Netzwerk

für kreativen Widerstand

www.projektwerkstatt

.de/hoppetosse

Menschen

statt Profite!

Bildet Widerstands-

Kollektive!

www.menschenstatt

profite.de

Wer nicht lange suchen

will ...

www.

projektwerkstatt.

de

Die Eingangsseite für

viele Projekte, Diskussionen,

Linklisten, Termine,

Aktionen usw.−

keine Labelpolitik,

sondern eine Seite,

auf der zusammengefügt

ist, was wo

läuft.


Der Infodienst für

UmweltakteurInnen

52 Mehr Infos

Sommer 2001

Menschen statt Profite!

Widerstand, Direkte Aktion

Rubrik » Widerstand/Direkte Aktionen«

•Aktionund

Ent wurf des Aufrufes: »Sit z−

Vision

blockaden, Festketten, das Anknabbern

von DB−Eigentu mdas sind ein paar »klas−

si sche« direkte Aktionsfor men, die auf den

letzten Castortransport en mal wieder ihre

www.aktionsinfo.de/

dan

Wirksa mkeit bewiesen haben. Mit mehr als

Anfrage zum

Gathering:

» Ham nicht mal nen

ei ne m Tag verspät ung ka m der Cast orins

Zwischenlager. Hauptsächlich des wegen

weil es vi el e Gruppen und Einzelpersonen

paar Leute Ideen wo gab, die den Mut hatten sich de m Castor

wir Geld her kriegen

können?«

ent gegenzust ell en. All diese Aktionen ha−

(bfmr@gmx.net)

ben sich direkt gegen die Missst ände ge−

richtet, denn die AktivistInnen vertrauen

ni cht darauf, daß der Rechtsstaat seine ei−

genen Fehler behebt. Das Spektru m der

Direkten Aktionen ist weit gestreut, vom

energi schen Verhi nder n ei nes Nazi auf mar −

sches, über spontane Parties auf der

Straße, bis zur Besetzung eines Wal dst ük −

Themenredaktion

"Widerstand, kes fällt alles unter diesen Begriff.

Direkte Aktion"

Nat ürlich gehört zu solchen Aktionen

auch i mmer ei ne Über windungvon eige−

Nicht mehr besetzt! nen Ängst en und das Wissen wie solche

Wer hat Lust?

Aktionen durchzuführen si nd.

Bitte melden ...

Auf de m Dir ekt Akti on Gat heri ng über

Pfi ngst en, sollen all die

dinge, und noch viel

mehr, behandelt wer den.

Es wird praktischeWorks−

Nach ei ni gen Ausgaben mit ei ner Ru− hops zu verschi edenen

bri k, die nur wenigeInfos brachte, ist Akti onsf ormen wie: fest−

es j et zt ganz aus. Und das ist sehr ketten, kletter n, Sit zblo−

schade! Wer, welche Gruppe oder, kaden, Co mput eraktivis−

noch besser, welche Runde von Leu− mus, Akti onst heat er etc.

tenaus verschiedenenGruppen hat geben aber auch viele

Lust, hi er regel mäßi g I nfos undBil der Arbeitskreise zu t he men

zu direkten Aktionen zusa mmenzu− wie: bewälti gung von

st ell en: Beri chte, Tipps von Aktions− Ängst en, Öffentlichkeits−

technik bis Repressionusw.??? arbeit, Rechtshilfe, alter−

Es wär e schöne, diese Redaktion wie− native Medienarbeit, etc.

der zu beset zen! Bitt e bei der Redak−

Also ko mmt aus den Pu−

tionsadresse i n Saasen mel de n:

schen auf das wir auf die

oe −punkt e @gmx. de, 064 01/903283.

näxt en t üki schen Win−

kelzüge der anderen gut

vorbereitet si nd und i hnen ordentlich i n

die Suppe spucken könne. Wir sehen uns

vo m1.6.−4.6. 01imAJZ Bielefeld.

irect-Action-Gathering

an Pfingsten

Sel bst organisationin Allt ag und Politi k

Staat und Markt sind Täter, nicht Schü t−

zer − für ei ne Welt fr ei er Mensche n i n

freien Ver ei nbar ungen

AK zu Kommunikationsguerilla

Gebäudet echni k

Klettern

Repr essi onen

Sel bst vert ei digung

Akti onstrai ni ng . . . und vi el e weit er e

1. Mai, überall

In Berlin steigt ab 18 Uhr die traditionelle

revolutionäre 1. Mai-Demo, und auch in

London wird ab 16 Uhr demonstriert.

http://www.mayday2001.org,

http://www.indymedia.org

17.−19. Mai, Berlin

Bundesweite Aktionstage zur

Abschaffung der Residenzpflicht

http://www.freespeech.org/inter/residenz,

http://www.humanrights.de

14.−16. Juni, Göteborg

EU Gipfel in Schweden

http://motkraft.net/gbg2001

25.− 27. Juni

Protest gegen das Treffen der

Weltbank in Barcelona.

http://www.pangea.org/mrg/,

http://barcelona.indymedia.org

30.Juni.bis3.Juli,Salzburg

Treffen des Weltwirtschaftsforums

(WEF)

http://www.antiwef.org

16.− 27. Juli, Bonn

Weltklimakonferenz

http://www.risingtide.de

20.− 22.7. Juli, Genua

G8−Gipfel der Finanzminister der reichsten

Industriestaaten, welche die Politik

bestimmen, die vom Internationalen

Währungsfonds (IWF) und der Weltbank

umgesetzt wird. Die

Strukturanpassungsprogramme führen zu

massiver Armut, Krankheit, Kriege und

Mangel an Bildung.

http://www.genoa-g8.org/,

http://italia.indymedia.org

internationaler Protestkalender:

http://www.protest.net/

Peoples‘ Global Action: http://www.agp.org

Ein neuer Bildet Versuch: Laßt uns Widerstands-Kollektive!

nicht ausharrenin unseren Ein−Punkte−Bezügen (hi er die Antifas, da ei n paar Ökos,

dort ei ni ge Fe ministInnenundwieder woanders Anti −Castor−Spezies usw.) sowie i mEventhoppen (Expo +++ Pause

+++ Prag +++ Pause +++ Naziauf marsch +++ Pause +++ ahhh, endlich ein Castor +++ nein, gleich zwei +++ Pause ...).

Laßt unsBewegungvonuntenschaffen... Intransparente überregionale Klüngel gibt es genug!

Der Vorschlag: In Städten und Regionen Widerstandskollektive bilden als Plattfor mgemei ns a mer Politi k verschi e−

dener Gruppen, die jeweils ihr The ma mit ei ne mge mei nsa men Ka mpf gegen Markt & Macht verbinden wollen. Die

überregionale Ver net zung soll ei ne hori zontale sein − gleichberechti gt entwickeln die Anwesenden aus den Basis−

Kollektiven die Art von Ver net zung und die ge mei ns a men Aktionen. Das erste Treffen:11 . −13 . 5. i n Dresden (AZ Con−

ni).

Imfolgenden doku mentieren wir eine aktualisierte Fassung der Zeitung, die erst mal s z ur Gründung der Wider−

st ands − Kollektive aufrief ... sie ist von weni gen Gruppen entwickelt, also noch keine Zeitung aus diese mProzeß

heraus, denn der soll erst losgehen.

Buchbesprechung

Internetseiten −

erstellen und verwalten

E.Heindl/K. Maier

Der Webmaster*

(2000, Addison-Wesley in München, 319 S.,

69,90 DM)

Ein Buch für alle, die selbst eine Homepage

professionell einrichten und gestalten wollen.

Das technische Umfeld wird erläutert, die verschiedenen

Sprachen wie HTML, JavaScript

usw. vorgestellt und viele weitere Tipps zu Sicherheit

oder Serverdiensten gegeben. Kurz

und bündig, dadurch manchmal sehr technisch

und nicht so leicht zu verstehen, aber

sehr kompakt.

Günter Born

HTML

(2000, Markt&Technik in München, 1049 S.,

99,95 DM)

Welch ein Wälzer! Das HTML-Kompendium

bietet eine umfassende Einführung in alle

HTML-Sprachen – und das sind mehr als das

bekannte HTML, was als recht einfache

Grundsprache für Internetseiten gilt: CSS,

XML, JavaScript als Kurzeinführung usw.Bishin

zur Programmierung von WAP-Seiten ist alles

detailliert beschrieben.

Oliver Pott

HTML, XML

(1999, Markt&Technik in München, 623 S.,

69,95 DM)

30 DM billiger als das HTML-Buch ist dieses

Werk – aber dieser Unterschied ist auch zu

spüren. Das Buch von Oliver Pott ist im Hauptteil

alphabetisch sortiert, also eher als Nachschlagewerk

nutzbar. Für die Entwicklung von

Internetseiten ist es dagegen eher umständlich.

Elmar und Ingo Dellweig

JavaScript 1.3

(2000, Addison-Wesley in München, 354 S.,

25 DM)

Während HTML vor allem statische Internetseiten

erzeugen kann, dient JavaScript für

dynamische Elemente, bei denen die InternetsurferInnen

per Mausclick oder Eingabe

das Aussehen der Internetseite selbst beeinflusse.

Das erste Kapitel bietet eine Einführung,

Schritt für Schritt wird die Sprache und

die Programmierung einer Homepage erklärt.

Das umfangreichere Hauptkapitel zeigt dann

alle Befehle.

Marte Borges/Andreas Köppen

JavaScript

(2000, Markt&Technik in München, 121 S.,

29,95 DM)

Ein weiteres JavaScript-Buch, diesmal als

Lernbuch aufgemacht – mit vielen Bildern,

Beispielen und schrittweiser Erklärung. Dieses

Buch setzt wenig Wissen voraus, ist aber nicht

so präzise wie das oben beschriebene. Also

ein typisches EinsteigerInnenbuch.

Ralf Lankau

webdesign und -publishing

2Bücher,Untertitel:

Projektmanagement für Websites

(2000, C. Hanser in München, 312 S., 89 DM)

Grundlagen und Designtechniken

(2000, C. Hanser in München, 444 S. plus CD,

98 DM)

Ganz klar: Profibücher. Es geht nicht nur um

das platte » Machen» von Websites, sondern

um die Planung, Überlegungen zu Zielgruppen

und Aussehen und die richtigen Einsatzorte.

Während das erste Buch die Einsatzbereiche

zeigt, bietet das andere auch das

konkrete Handwerkszeug, aber immer in VerbindungmitdenÜberlegungenzuZielenund

Möglichkeiten.


www.menschenstattprofite.de

Vom Castor zum Widerstand weltweit!

X

Bildet

Widerstandskollektive

überall!

Am 30.11.1999 versammelten sich zehntausende AktivistInnen aus unterschiedlichsten

Zusammenhängen (UmweltaktivistInnen, “3.Welt”-AktivistInnen,

GewerkschafterInnen, MenschenrechtlerInnen, etc.) in Seattle,

um GEMEINSAM unter dem Slogan “People not Profit – Menschen

vor Profite” gegen die brutale Politik der Welthandelsorganisation

(WTO) zu protestieren.

Diese Einheit schaffte es, das Konferenzgebäude

zu blockieren und zwang

die WTO, ihr Treffen ergebnislos zu beenden.

Die Grundlage des Erfolges ist, dass in

jedem Land, je nachdem wie die politische

Kultur ist und welche Gruppen bereit

waren zu handeln, viele kleine landesweite

Bündnisse gebildet wurden.

Susan George, Aktivistin

und Publizistin

Der “Battle of Seattle” entfachte ein Feuer

des Widerstands gegen Neoliberalismus

weltweit. Ob in Prag, Nizza oder wie

vor kurzem in Neapel: International hat sich

eine antikapitalistische Bewegung formiert.

Seattle war jedoch kein zufälliges Ereignis,

sondern Ergebnis monatelanger

Mobilisierungsarbeit und Vernetzung.

EinzelaktivistInnen und Organisationen

schlossen sich vor Ort in Widerstandsnetzwerken

zusammen, um einerseits

Recherche- und Aufklärungsarbeit speziell

zur Politik der WTO und zum Neoliberalismus

im allgemeinen zu betreiben

und andererseits durch kreative Aktionen,

Veranstaltungen und Nutzung des

Internets mehr Menschen für die Idee

des gemeinsamen Widerstands zu gewinnen.

Während der gemeinsame Widerstand

gegen den Weltkapitalismus in den USA

und in Frankreich und vielen

Trikontstaaten schon spürbar verankert

ist, sehen wir, dass diese Bewegung in

Deutschland noch am Anfang steht. Aber

die Anfänge sind da! In jeder Stadt gibt es

Gruppen und AktivistInnen, die sich eine

Bewegung von unten gegen die neoliberalen

Angriffe wünschen und diese schon aktiv

aufbauen! Viele sind jedoch alleine und oft

ist die Linke gespalten. Diese Probleme

können wir überwinden.

In München haben wir einen ersten Schritt

gemacht: Wir haben uns an der Uni über

die Mobilisierungen zum WEF-Gipfel in

Davos und zur Castorblockade im

„people.not.profit.collective“ zusammengefunden

und damit einen aktiven Pol des

antikapitalistischen Widerstands geschaffen,

der ständig um neue MitstreiterInnen

anwächst. GewerkschafterInnen und

UmweltschutzerInnen, SozialistInnen und

AnarchistInnen usw. Nur wenn wir zusammenkommen,

kann daraus eine Bewegung

werden. Die Kollektive können der

erste Schritt sein, dies zu schaffen.

Helft mit, diese Idee zu verbreiten, und

gründet Widerstandskollektive in jeder Uni,

in jeder Schule, in jeder Stadt!

JOIN THE RESISTANCE!

GEMEINSAM SIND WIR STARK!

Im Namen des people.not.profit.collectives:

Michalina und Michl,

München

GLOBAL DENKEN

SEATTLE

PRAG

CASTOR

GENUA

LOKAL HANDELN

In vielen Städten gibt es schon den Versuch sich

zu vernetzen, um den Aufbau einer antikapitalistischen

Bewegung zu forcieren.

Wir wissen von folgenden Gruppen:

Berlin: Widerstandskollektiv Berlin, 30.März,

18.00 Uhr, Cafe „Walden“, Chorinerstr.35, Clara

030/48095426 Hamburg: Widerstand gegen

Neoliberalismus - Netzwerk für eine Globalisierung

von unten, Alle 2 Wochen, 3.April, 20.00 Uhr,

Ev. Studentengemeinde, Schlütterstr.16, Kampagne:

Castor/Genua Hannover: Widerstandsgruppe

(organisiert von SDJ/Die Falken),

Gründnungstreffen, 5.April, 20.00 Uhr , Allerweg.3-7,

Hinterhof (Linden Süd), Infos: 0175/

9101871. Mülheim/Ruhrpott: Direct Action/

Widerstandskollektive gründen, 26.April, 19.00

Uhr, AZ Mühlheim, Auerstr.51 Frankfurt: Bündnis

gegen Bankenmacht, Mi.28. März, Club Voltaire,

kleine Hochstr., Innenstadt, verschieden,

Demo gegen Bankenmacht in Ffm/Kirchentag/

Castor/Genua Bonn: Rising Tide, Bündnistreffen

zum Kilmagipfel, Alle 2 Wochen, 1. April, 13.00

Uhr, Wolfstr.10, Hinterhof, Altstadt Bonn, Kampagne:

Protest beim Klimagipfel Leipzig: Unbequem

Nachfragend Initiativ, Jeden Sonntag, 18.00

Uhr, Info U.N.I.@gmx.de, Kampagne: Castor/ Bildung/Genua

Freiburg: Widerstandskollektiv Freiburg,

Cafe Europa, KG 2 (Uni), Felix 0761/

8812594 München: People not Profit Collective,

Jeden Dienstag, 17.00 Uhr, Aufenthaltsraum im

Soziologie Institut, Konradstr.6, U3 /U6 Giselastr.,

Kampagne: Castor/Temelin Demo 7. April,

Bayrisch Eisenstein


Climate talks!

Money talks!

In Bonn findet die nächste Weltklimakonferenz

vom 16. – 27. Juli 2001 statt.

Die Auswirkungen des globalen Klimawandels

machen sich bereits heute bemerkbar: es

gibt mehr als doppelt so viele Naturkatastrophen

wie noch Mitte der 90er Jahre. Die

Zukunftsprognose für das 21. Jahrhundert

hat Dante´sche Ausmaße: etwa ein Drittel aller

Tier und Pflanzenarten werden aussterben,

Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen,

Stürme und Dürren werden stark zunehmen,

viele Gebiete werden unbewohnbar

werden, und Seuchen und Epidemien werden

ausbrechen. Bereits heute sind 1,7 Milliarden

Menschen ohne direkten Zugang zu Wasser,

im Jahr 2025 werden es bereits 3,5 Milliarden

Menschen sein. Wasser gilt als eine der

Hauptkonfliktursachen für das neue Jahrhundert

und soll in Zukunft laut der WTO “nach

Angebot und Nachfrage” gehandelt werden.

Das selbe UN-Gremium, das diese Zukunftsprognosen

errechnet hat, das

“Intergovernmental Panel for Climate

Change” (http://www.ipcc.ch) , ein Zusammenschluß

von 5000 WissenschaftlerInnen,

hat progonostiziert, dass eine CO2-Reduktion

von 60% notwendig wäre, um das globale

Klima zu stabilisieren. Die Reduktionsvorgaben

des Kyoto-Protokolls (5,2%) reichen

also längst nicht aus. Das unzureichende Ziel

des Kyoto-Protokolls wird unterhöhlt von

Maßnahmen der Industrieländer, um die Kosten

für die Reduktion möglichst gering zu

halten und wenn möglich Gewinne zu erzielen.

Mit Umweltschutz haben die aktuell diskutierten

Themen nichts mehr zu tun: Atomkraftwerke

und gentechnisch manipulierte

Wälder sollen als CO2-reduzierende Maßnahmen

anerkannt werden, Maßnahmen werden

vermutlich nicht im eigenen Land, sondern in

Dritt-Welt-Ländern unternommen und CO2

soll zukünftig an der Börse gehandelt werden.

In Bonn hat sich das breite Bündnis

“Risingtide” gegründet, um die Öffentlichkeit

zu sensibilisieren und Proteste während

der Weltklimakonferenz zu organisieren.

Mit direkten Aktionen und Reclaim-The-

Street-Parties werden wir unseren Protest formulieren.

Weitere Informationen können auf

unserer Homepage http://www.risingtide.de

gefunden werden oder direkt über

info@risingtide.de .Vom 20. – 22. April findet

in Bonn ein internationales Vorbereitungswochenende

statt. Eine Anmeldung ist allerdings

erforderlich.

Till Winkelmann, Risingtide Bonn

Don´t nuke the climate!

Come to Bonn!

Kontaktadresse:Postadresse:

Risingtide c/o Buchladen Le Sabot, Wolfstr. 10

(Hinterhof), 53111 Bonn, Breite Str. 76, Tel.

0228-9637773, Fax: 0228-963774

Von Gorleben

nach Genua!

...gegen Macht und Markt weltweit!

Die Generalprobe für Genua sei geglückt,

so die Organisatoren der Großdemonstration

gegen das Globale Forum. 20.000 Demonstranten

nahmen am 18.März die Straßen

Neapels in Besitz.

Der Zug, der sich vom Hauptbahnhof aus in Bewegung

setzte, spiegelte die ganze Bandbreite der

Bewegung wieder: Grüne und Kommunisten, Jugendliche

der besetzen autonomen Zentren und

Mitglieder der Arbeitslosenkommitees, Palästinenser

und kurdische Flüchtlinge. Auf dem Globalen

Forum trafen sich Vertreter von 120 Staaten,

internationalen Organisationen und

Informationstechnologie- Großfirmen. Die

Schlußerklärung wendet

sich an die G-8 Staaten,

die sieben größten Industriestaaten

und Rußland.

Darin wird ein direkter

elektronischer

Datenaustausch zwischen

Behörden und

Unternehmen angeregt.

Ein weiterer Schritt zum

gläsernen Bürger. Technologie

in den Händen

der Konzerne ist eine Gefährdung für uns, so das

Credo vieler Demonstranten. Die Herrschenden

sind nervös, seit jedes ihrer Treffen von Protesten

begleitet wird. Egal wo auf dem Erdball sie

sich treffen, die Demonstraten sind schon da. Mit

Neapel im Rücken haben „Popolo di Seattle“,

„Seit Seattle ist nichts mehr, wie es war.

Die erfolgreichen Proteste gegen die

Welthandelsorganisation WTO waren nur

der Startschuss.Seitdem macht weltweit

eine rasant wachsende Koalition von Umweltschützern

und Gewerkschaften gegen

die Folgen der Globalisierung mobil.“

Das GREENPEACE MAGAZIN 2/01

das „Volk von Seattle“, angekündigt, 100.000 nach

Genua zu mobilisieren. Im Juli wird dort der G-8

Gipfel stattfinden. Die Proteste finden breite

Unterstützung. Anfang März hat das

Anti-G8-Netzwerk eine Veranstaltung mit Anwohnern

aus der Altstadt Genuas organisiert.

Bevor sie die einleitende Ansprache beenden konnten,

unterbrach eine Frau aus dem Publikum das

Treffen: „Was können wir tun, um unsere Ablehnung

zu äußern? Banner aus unseren Fenstern hängen?

T-Shirts tragen?“

In diesen Tagen blockieren wir in Deutschland die

Atomkonzerne, weil sie unser Leben missachten.

Vom 20. bis 22. Juli wer-

den sich die G-8 und führende

Konzernvertreter

in Genua treffen, um über

das weitere Schicksal der

Welt zu entscheiden. „Die

G-8 denken, sie beherrschen

die Welt. Und tatsächlich,

sie tun es, ohne

Mandat oder Legitimation.“

Das sind die einleitenden

Sätze einer

Anti-G8-Erklärung.

Die Demo in Lüneburg und die Blockaden richten

sich ebenfalls gegen die Willkür der Konzernherrschaft.

Mit demselben Geist sollten wir ihnen in

Genua gegenübertreten.

Bernhard Seidel, Linskruck Berlin


„Es gibt Möglichkeiten von ungewohntem

Ausmaß, die Mehrheit der Weltbevölkerung

gegen die Angriffe auf fundamentale

Menschenrechte zu verteidigen

und illegitime Machtkonzentrationen

zu brechen. Es ist ein historischer Augenblick,

der viele Chancen bietet.“

Noam Chomsky, Aktivist

und Publizist

Hinter dem Castor

steht das System!

Der Castor kann rollen, weil wir in einer Welt leben,

in der es Herrschaft und Verwertungslogik gibt,

allen voran in der Form von Markt und Kapital.

Markt und Verwertung haben die Gesellschaft und

unser Leben bis in die letzte Ecke erfasst. Alles

wird verwertet, alles der Logik von Verwertung

und Profit unterworfen. Alles, was verwertbar ist,

wird verwertet: Arbeitskraft, Kreativität, Boden,

Wasser oder Luft, neuerdings die Gene, Krankheit

und Gesundheit, Gedanken und Ideen.

Und eben auch irgendwelche herumstehenden

Atomkraftwerke. Ohne Verwertungs- und Profitlogik

würde kein Castor fahren. Aber er würde auch

nicht fahren ohne die Herrschaft, hier den Staat,

der Verwertung und Profit sichert, aber zudem eigene

Logiken aufweist. Diese Facetten sind untrennbar

mit der Herrschaft und damit auch immer

mit Regierungen und Institutionen verbunden. Es

gibt keinen guten Markt und keinen guten Staat.

Daher rufe ich auf zu allen kreativen, direkten,

inhalts- und einfallsreichen und für das Leben, vor

allem ein besseres und selbstbestimmtes Leben eintretenden

Aktionen. Wählen wir unsere Formen

selbst. Zeigen wir die Direktheit und Vielfalt, die in

den Menschen auch tatsächlich schlummert, wenn

sie nicht den Zwängen von Verwertung und Herrschaft

unterworfen sind. Machen wir den Castor

zu einer wirkungsvollen Aktion gegen die Atomkraft,

gegen die dahinterstehenden Logiken und für

eine Welt von unten. Stoppt Castor! Stoppt Herrschaft

und Verwertung!

Jörg Bergstedt, Projektwerkstatt Saasen

(Auszug aus einer Rede zu den Aktionen gegen den

Grünen Parteitag am 10.3. in Stuttgart. Gesamte

Rede über www.projektwerkstatt.de/aktuell.html)

Wenn Du nur kommst, um mir zu helfen,

dann kannst du wieder nach Hause gehen.

Wenn Du aber meinen Kampf als

Teil Deines Überlebenskampfes betrachtest,

dann können wir vielleicht

zusammenrabeiten“

(eine australische

Ureinwohnerin)

Kein Mensch ist illegal

Nein zur Residenzpflicht für Flüchtlinge

Die westlichen Regierungen und Institutionen

wie IWF, Weltbank und WTO predigen

die Freiheit des Warenverkehrs und organisieren,

dass die großen Konzerne die Freiheit

haben, sich über alle nationalen Grenzen

hinweg zu bewegen. Gleichzeitig wird

in den Industrieländern das Recht auf freie

Bewegung der Menschen drastisch eingeschränkt:

Die Grenzen werden dicht gemacht,

die Kontrollen verschärft, das Asylrecht

verstümmelt etc.

Die Einführung der Residenzpflicht für

Flüchtlinge ist eine solche Maßnahmen gewesen.

Obwohl der Artikel 13 der auch von

„Jemand sagte: „Gegen den Neoliberalismus

zu sein, ist wie gegen das Gesetz

der Schwerkraft zu sein“ - Nun denn! Nieder

mit dem Gesetz der Schwerkraft!“

Subcomandante Marcos, EZLN

Deutschland unterzeichneten Allgemeinen

Erklärung der Menschenrechte besagt: Jeder

Mensch hat das Recht auf Bewegungsfreiheit

und auf freie Wahl des Wohnortes

innerhalb eines Staates. Die Realität in

Deutschland ist eine andere: Flüchtlingen ist

es verboten, sich in Deutschland frei zu bewegen.

Sie dürfen den ihnen als Wohnort

zugewiesenen Landkreis nicht verlassen.

Mit dieser Zeitung möchten wir einen Beitrag

zum Aufbau der antikapitalistischen Bewegung

machen. Wir waren begeistert von der

Idee der Widerstandskollektive und hoffen das

sich diese auch in anderen Städten gründen

werden. Wir haben geplant, eine Massenzeitung

herauszubringen, um noch mehr Menschen

von diesem Projekt zu begeistern. Wenn

ihr die antikapitalistische Bewegung aufbauen

Wir werden erkennungsdienstlich behandelt

und unter Zwang fotografiert, unsere Fingerabdrücke

werden abgenommen und eine

Kriminalakte über uns angelegt. Wir werden