Schwarzbuch der Natursünden in Niederösterreich, 1999 - PRB

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Schwarzbuch der Natursünden in Niederösterreich, 1999 - PRB

Schwarzbuch - Naturschutz in Niederösterreich

Begradigte Flußbetten statt natürlicher Wasserläufe

FLUSSBEGRADIGUNGEN

Entlang des Tulln-Ufers in der Höhe Neulengbach wurde in großem Ausmaß jegliche

im Laufe langer Jahre entstandene Vegetation auf mehr als 100 m mit Baggern

entfernt. Das Flußbett wurde damit massiv ausgeweitet und „perfekt“ begradigt.

Große Tulln, Neulengbach

Bis zu diesem Zeitpunkt war dieser Abschnitt

des Flusses mit seiner Uferlandschaft ein gutes

Beispiel für einen naturbelassenen

Lebensraum, war ein kleines Reservat für

Fauna, z.B. Eisvögel und Reiher, und Flora

sowie ein beliebtes Naherholungsgebiet im

Raume Neulengbach.

Anstatt einer vielfältigen Uferlandschaft prangt nun eine schräge Ebene entlang der

Tulln.

Etwas über einen Kilometer weiter

nördlich, nach einem Wehr in der Höhe

Emmersdorf, sind die Folgen derartiger

Natureingriffe deutlich erkennbar. Die

entstandene „Wasserautobahn“ bietet

kaum mehr Lebensraum und

Rückzugsgebiet für Vögel oder

Kleinsäugetiere.

Große Tulln, Neulengbach

Argumentiert wird das Ausräumen und Begradigen von Flüssen oft mit Hochwasserschutz-Maßnahmen.

Der Fluß wird nachhaltig bearbeitet, damit große Wassermengen

schneller ableiten zu können. Aber gerade dieses Prinzip ist eine der

Usachen, die verheerende Hochwasser erst wirklich hervorrufen. Die erhöhte

Fließgeschwindikgeit verstärkt die Gefahr plötzlichen Hochwassers und zusammen

mit der Flußbegradigung nimmt sie der Uferlandschaft die Möglichkeit, Wasser

aufzunehmen und so dem Hochwasserprozeß zu entziehen.

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