Schwarzbuch der Natursünden in Niederösterreich, 1999 - PRB

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Schwarzbuch der Natursünden in Niederösterreich, 1999 - PRB

Einebnen der Landschaft

Schwarzbuch - Naturschutz in Niederösterreich

HOHLWEGE

Zu den Besonderheiten der niederösterreichischen Lößlandschaft gehören die

Hohlwege. Sie sind stumme Zeugen vergangener Nutzungen. Indem der Löß durch

die Räder der Ochsen- bzw. Pferdewagen gelockert und bei Regen erodiert wurde,

hat sich die Wegsohle allmählich tief in der Untergrund geschnitten.

Bienenfresser, Quelle: WWF

Doch diese Idylle ist bedroht: Rund

70 % der Hohlwege wurden in den

letzten Jahrzehnten vernichtet und

dieser Trend hält unvermindert an.

ausgeräumter Hohlweg in Kautzen

Die Hohlwege zählen zu den wertvollsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft.

Von überragender Bedeutung sind dabei die Lößwände. In den Hohlwegböschungen

Niederösterreichs nisten nicht nur seltene Vogelarten wie Bienenfresser, Wiedehopf

oder Steinkauz, sondern auch mindestens 500 unterschiedliche Bienen- und

Wespenarten.

„Retten wir die Hohlwege“ – Mit einem 3-Punkte-Programm hat sich

Landeshauptmann Pröll zum Retter der Hohlwege ernannt. Noch vorhandene

Hohlwege sollten in einem Hohlweg-Kataster erfaßt, erhalten und nachhaltig, z.B. als

Wanderwege genutzt werden. Mit der Dokumentation der Hohlwege scheint für LH

Pröll die Rettungsaktion gelaufen zu sein. Denn fernab vom Papier, in der Realität

Niederösterreichs, werden nach wie vor und laufend Hohlwege zugeschüttet bzw.

eingeebnet.

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