Ausgabe 28_Dez 2010 [PDF, 3 MB] - Knorr-Bremse

knorrbremse

Ausgabe 28_Dez 2010 [PDF, 3 MB] - Knorr-Bremse

S y s t e m e f ü r S c h i e n e n f a h r z e u g e

Ausgabe 28 | Dezember 2010

D a s K u n d e n m a g a z i n v o n K n o r r - B r e m s e

S y s t e m e f ü r S c h i e n e n f a h r z e u g e

Titelthema

Knorr-Bremse in Nordamerika

Standort

Joint Venture Icer Rail

Zukauf im Bereich Klimasysteme

Produkt

BP Compact und BC Compact

Qualität

Erfolgreiches Audit


2

E-NEWS-0028-DE

Alle Angaben erfolgen unter Vorbehalt der

Änderung. Eine gedruckte Fassung dieses

Dokuments entspricht daher möglicherweise

nicht dem aktuellen Stand. Um die jeweils

aktuelle Fassung zu erhalten, kontaktieren Sie

bitte eine Knorr-Bremse Vertretung in Ihrer Nähe

oder besuchen Sie unsere Website www.knorrbremse.com.

Die Bildmarke „K“ und die Marken

KNORR und KNORR-BREMSE sind eingetragene

Rechte der Knorr-Bremse AG. Copyright 2010

© Knorr-Bremse AG – alle Rechte vorbehalten,

einschließlich angemeldeter gewerblicher

Schutzrechte. Knorr-Bremse AG behält sich jegliche

Verfügungsgewalt über Vervielfältigungen

und Übertragungen vor.

Ausgabe 28 | Dezember 2010

INhAlT

Editorial J. Paul Morgan, 3

President New York Air Brake

Standort Joint Venture Icer Rail 4

Zukauf im Bereich Klimasysteme 6

News Grüne Technologie in Klimasystemen 7

Titelthema Knorr-Bremse in Nordamerika 8

Interview mit Rich Bowie,

President Knorr Brake Corporation

14

Nachmarkt Rail-Services 16

Qualität Erfolgreiches Audit 18

Produkte Bremsscheiben 19

BP Compact und BC Compact 20

Messen Ausblick 2011 22

Impressum:

Herausgeber:

Knorr-Bremse Systeme für

Schienenfahrzeuge GmbH

Dezember 2010

Eine Information für Kunden und Partner von Knorr-Bremse

Zentralredaktion:

Knorr-Bremse Systeme für

Schienenfahrzeuge GmbH

Marketing

Tanja Mohme

Moosacher Straße 80

80809 München

Deutschland

Tel. +49 89 3547-0

Fax +49 89 3547-2767

www.knorr-bremse.com

Konzeption, Text und Gestaltung:

Knorr-Bremse Systeme für

Schienenfahrzeuge GmbH

Text: Torsten Rienth

Umsetzung: KB Media GmbH

Layout, Grafik: Cathrin Huber

Druck: Weber-Offset GmbH


EDIToRIAl

“Technik verändert die Welt“ – eine Tatsache, von der auch die nordamerikanische Güterwagenindustrie

stark beeinflusst wird. Die Anforderungen an neue Produkte in der Industrie sind eindeutig: Steigerung

von Sicherheit und Produktivität, Senkung von Betriebskosten und Lösungen zur Ausweitung des

Kundenservice stehen im Vordergrund der Entwicklungen.

Innerhalb des Knorr-Bremse Konzerns fungiert die amerikanische Tochtergesellschaft New York Air

Brake als Kompetenzzentrum für die AAR-Bremstechnologie rund um den Globus. Der Erfolg beruht

im Wesentlichen auf drei Säulen: der Zuverlässigkeit unserer Produkte, ihrer Rentabilität im Einsatz

sowie dem Vertrauen unserer Kunden. Die partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit

unseren Kunden ermöglicht es uns, neue Ideen und Technologien gemeinsam bis hin zur Serienreife zu

entwickeln. Um sicherzustellen, dass neue Produkte die Anforderungen des Marktes erfüllen, testen wir

sie ausgiebig auf ihre Zuverlässigkeit und in unmittelbarer Abstimmung mit den Betreibergesellschaften.

So können wir eine maximale Rentabilität der Produkte über den gesamten Einsatzzeitraum sicherstellen.

In dieser Informer-Ausgabe werfen wir einen Blick auf einen unserer Partner, die Bahngesellschaft

Norfolk Southern Railway. Gemeinsam haben wir eine Reihe neuer Produkte entwickelt, die sich in der

Praxis bewährt haben. Die computergesteuerte Bremse CCB II, das elektropneumatische Bremssystem

EP-60, das Fahrerassistenzsystem LEADER und der ölfreie Kompressor sind nur einige Beispiele für die

langjährige Erfolgsgeschichte, die uns mit Norfolk Southern Railway verbindet.

Aber wir blicken auch auf andere Märkte. So berichten wir über einen kürzlich abgeschlossenen

Überholungsvertrag, den Knorr-Bremse in Europa mit Bombardier in einem sehr umkämpften

Marktsegment abgeschlossen hat. Außerdem stellen wir Ihnen unser jüngstes Joint Venture Icer Rail vor,

mit dem wir unser Produktportfolio im Bereich Reibmaterialien erweitert haben. Darüber hinaus möchten

wir Sie über neue Entwicklungen bei der Klimaanlage der Knorr-Bremse Tochter Merak informieren, die

mit dem neuen umweltfreundlichen Kühlmittel HFO1234yf arbeitet.

Wir alle haben viele Herausforderungen im Jahr 2010 gemeistert. Vor uns liegt ein neues Jahr, mit neuen

Aufgaben, die uns nicht minder fordern werden. Dabei wünsche ich Ihnen von Herzen viel Erfolg. Haben

Sie davor jedoch eine erholsame Weihnachtszeit im Kreise Ihrer Familien und Freunde! Und natürlich

wünsche ich Ihnen auch viel Spaß mit diesem Informer.

J. Paul Morgan

J. Paul Morgan,

President New York Air Brake

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Ausgabe 28 | Dezember 2010

Joint Venture Icer Rail

Reibmaterialien decken

die beiden großen

Bahnstandards ab

Knorr-Bremse kann erstmals Bremsklötze und Bremsbeläge

sowohl für den AAR- als auch den UIC-Standard aus einer Hand

liefern.

4


Juan Miguel Sucunza und Dr. Frank Gropengießer

nach der Vertragsunterzeichnung

Neue PRoduktfamIlIe

Im PoRtfolIo

Zusammen mit dem spanischen

Unternehmen Icer Brakes gründete

Knorr-Bremse im Frühsommer dieses

Jahres das Joint Venture Icer Rail und

erweiterte damit das bislang auf die

AAR-Technologie fokussierte Angebot

um organische UIC-Bremsbeläge

und -klötze. Die neue Produktfamilie

im Portfolio der Knorr-Bremse Gruppe

deckt somit erstmalig den Bedarf

an organischen Reibmaterialien nach

UIC-Standards (bis 200 km/h) für

Reisezugwagen, Regionalzüge, Lokomotiven,

S- und U-Bahnen sowie

Güterzüge ab.

oPtImales

ZusammeNsPIel

Ziel des Joint Ventures ist die systemübergreifende

Entwicklung

von organischen Reibmaterialien

für Schienenfahrzeuge. Diese Materialien,

die anwendungsbezogen

Bremsbelag

bereits während ihrer Entwicklung

exakt auf das Bremssystem abgestimmt

werden, garantieren einen

optimalen Einsatz und damit auch

eine längere Lebensdauer der einzelnen

Komponenten.

Mit Knorr-Bremse und Icer Brakes haben

sich zwei Partner gefunden, die

sich optimal ergänzen: Icer Brakes ist

anerkannter Experte in der Herstellung

und Entwicklung von Reibmaterialien

und genießt weltweit einen

hervorragenden Ruf. Knorr-Bremse

bringt Fertigkeiten mit, die dem sehr

spezialisierten Hersteller Icer Brakes

fehlten: Ein ganzes Jahrhundert Anwendungs-

und Systemerfahrung

bei Bremsen für Schienenfahrzeuge

sowie ein globales Vertriebsnetz.

Niederlassungen in 25 Ländern ermöglichen,

dass unsere Kunden rund

um den Globus direkt vor Ort kompetente

Ansprechpartner haben.

aNtwoRteN

auf dIe fRageN

VoN moRgeN

In unternehmensübergreifenden

Teams wird verstärkt an neuen

Produktentwicklungen gearbeitet.

Neben den stetig steigenden Anforderungen

an die Leistungsfähigkeit

von Bremssystemen bei gleichzeitig

möglichst geringen Lebenszykluskosten

rücken zusehends auch Fragen

des Umwelt- und Emissionsschutzes

in den Vordergrund – zum Beispiel

die Geräuschminimierung, insbesondere

bei Güterzügen.

An diesen Fragen und den steigenden

Anforderungen im Nah- und

Fernverkehr orientiert sich Icer Rail.

Mit Fokus auf Forschung sowie Neu-

und Weiterentwicklung der Produkte

sollen die wachsenden Herausforderungen

erfüllt werden.

Bremsklötze

5


Knorr-Bremse hat seinen Bereich Klimasysteme durch einen strategischen

Zukauf gestärkt. Ende September übernahm die Gesellschaft Knorr-Bremse

Asia Pacific (Holding) den Bereich Klimasysteme des australischen Spezia-

listen Sigma. Knorr-Bremse wird damit einer der weltweit führenden Herstel-

ler von Klimasystemen für Schienenfahrzeuge.

Während die Klimasysteme der Knorr-Bremse Tochter Merak

vor allem in China, Europa und Amerika eingesetzt werden,

ermöglicht die Übernahme den Zugang zu den aufstrebenden

Märkten im südostasiatischen Raum, in Indien sowie

Australien. Die Übernahme stärkt die Marktposition von

Knorr-Bremse deutlich. Insbesondere im Entwicklungsbereich,

der Fertigung und im Einkauf ergeben sich durch den

Zusammenschluss zahlreiche Synergien für beide Unternehmen.

Da die Schlüsselstellen im Management beibehalten

werden, kann das Know-how aus diesem Bereich auch weiter

zur Verfügung stehen. Drei Jahrzehnte Erfahrung repräsentieren

höchste Qualitäts- und Effizienzstandards.

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Ausgabe 28 | Dezember 2010

Zukauf im bereich klimasysteme

Strategische

Stärkung

sIgma – eIN etablIeRteR

aNbIeteR

Mit rund 200 Mitarbeitern und etwa 50 Millionen Euro Umsatz

zählt Sigmas Bereich Klimasysteme zu den etablierten

Entwicklern und Herstellern von Klimasystemen weltweit. Sie

kommen hauptsächlich in Schienenfahrzeugen, aber auch in

der Bergbauindustrie, zum Einsatz.

Im Heimatmarkt Australien ist Sigma mit seinen Produkten

führend und beliefert namhafte Hersteller wie beispielsweise

Downer EDI. Weltweit sind die Produkte in den Schienenfahrzeugen

vieler großer Hersteller vertreten. So werden auch

Züge von Kawasaki Heavy Industries für die Metro Taipeh mit

Klimasystemen von Sigma ausgestattet. Ein anderes Beispiel

sind die neuen U-Bahn-Züge, die der Betreiber des öffentlichen

Nahverkehrsnetzes von Boston bei Hyundai Rotem

bestellte.


grüne technologie in klimasystemen

Umweltfreundliches

hFo1234yf

Die Knorr-Bremse Tochter Merak hat eine neue Klimaanlage entwickelt, die

mit dem neuen und besonders umweltschonenden Kältemittel HFO1234yf

arbeitet.

Die Verwendung dieses Kältemittels für Klimaanlagen von

Schienenfahrzeugen stellt einen großen Fortschritt in diesem

Bereich dar. Das Treibhauspotenzial dieses fluorhaltigen Kältemittels

liegt bei 4 in 100 Jahren, und somit deutlich unter dem

des derzeit verwendeten Kältemittels R134a mit 1.300 in 100

Jahren.

Durch den Einsatz von HFO1234yf erfüllen Merak Klimaanlagen

sogar die strengen Kriterien der EU-Richtlinie 2006/40/EC, die

den Ausstoß von Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen regelt. Diese

Richtlinie verlangt den Einsatz von Kältemitteln mit einem

Treibhauspotenzial von weniger als 150 in mobilen Klimaanlagen.

Die weltweit renommierte Organisation SAE International

empfiehlt HFO1234yf als Kältemittel für Autoklimaanlagen, um

die EU-Anforderungen zu erfüllen.

Die Entwicklung umweltschonender Systeme hat bei Merak

seit langem Tradition. Seit jeher entwickelt das Unternehmen

Lösungen, um die globale Erderwärmung zu verlangsamen und

einen weiteren Abbau der Ozonschicht zu verhindern. So entwickelte

Merak beispielsweise 1981 das erste System auf Wärmepumpenbasis

für die Schienenfahrzeugbranche. Dank der kontinuierlichen

Weiterentwicklung ist diese Technik heute in mehr

als 1.000 von Merak gebauten Systemen im Einsatz.

Bestätigt durch den erfolgreichen Einsatz des neuen Kältemittels

HFO1234yf treibt Merak weiterhin die Forschung und

Entwicklung von immer energieeffizienteren Systemen voran.

Damit will das Unternehmen sowohl dem generell gestiegenen

Umweltbewusstsein als auch den immer strengeren Auflagen

des Marktes Rechnung tragen.

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Ausgabe 28 | Dezember 2010

das

effIZIeNteste

güteRVeRkehRs-

NetZ deR welt

knorr-bremse in Nordamerika

8


Das von den sieben größten

nordamerikanischen

Gütertransportgesellschaften

befahrene Netz

überspannt den gesamten

nordamerikanischen

Kontinent mit etwa

212.000 Kilometern und

gilt als das rentabelste

und kostengünstigste

Schienennetz weltweit.

Das verringert Umweltverschmutzungen,

senkt

den Energieverbrauch

und entlastet überfüllte

Straßennetze. New York

Air Brake liefert hierzu

hochentwickelte Brems-

und Zugsteuersysteme.

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Ausgabe 28 | Dezember 2010

eINe ameRIkaNIsche

eRfolgsgeschIchte

In der sogenannten Class 1 Railroad

werden die sieben größten Gütertransportgesellschaften

der USA und Kanadas

zusammengefasst. In Tonnenkilometern

gerechnet bewegen diese Züge mehr

als 40 Prozent des nordamerikanischen

Frachtaufkommens. Die gleiche Tonnage

auf der Straße bewegt, würde das Vierfache

an Treibstoff verbrauchen. Seit im

Jahr 1980 der amerikanische Kongress

mit dem „Staggers Act“ den Class 1 Railroad

Verbund deregulierte, sind die Preise

für Schienentransporte um 55 Prozent

gefallen. Im gleichen Zeitraum ist der

Anteil der Schiene am gesamten Frachtverkehr

aber auch um die Hälfte gestiegen.

Während dieses Zeitraums hat sich

die Quote der Arbeitsunfälle bei den Class

1 Railroad im Vergleich zu allen anderen

Transportarten stetig verkleinert.

Die nordamerikanischen Eisenbahnbetreiber

stehen nicht nur untereinander

im Wettbewerb. Sie müssen

sich auch gegenüber anderen Transportarten

behaupten, bei denen

10

höchster Kundenservice der sprichwörtliche

Schlüssel zum Erfolg ist.

Im vergangenen Jahr beförderte die

Industrie auf dem Class 1 Railroad Netz

ungefähr 2,4 Milliarden Tonnen Güter –

vor allem Kohle, Eisenerz, Autos, Container,

Chemikalien, Getreide und andere

landwirtschaftliche Produkte. Alle nordamerikanischen

Eisenbahngesellschaften

gehören zur "Association of American

Railroads (AAR)", welche die Standards

für Interoperabilität und Betriebsvorschriften

festlegt.

Neue

techNologIeN

Die nordamerikanische Tochter New

York Air Brake leistet einen wesentlichen

Beitrag zu Effektivität, Service und Sicherheit

im Eisenbahnsektor. Grundlage

dafür bilden kontinuierliche Investitionen

in Forschung und Entwicklung von

speziell für den AAR-Markt bestimmten

Technologien. Der erfolgreiche Einsatz

neuer Technik im Class 1 Railroad Netz

basiert im Wesentlichen auf den hervorragenden

Eigenschaften, der Zuver-

lässigkeit und der Wirtschaftlichkeit der

Produkte.

Alle zum Class 1 Railroad Verbund gehörenden

Unternehmen zählen zu den

Kunden von New York Air Brake. Norfolk

Southern Railway ist beim Einsatz neuer

Systeme und Produkte für den Güterzugverkehr,

einschließlich der Innovationen

von New York Air Brake, führend.

Norfolk Southern Railway betreibt

rund 34.000 Streckenkilometer in 22

US-Bundesstaaten und besitzt damit

das umfangreichste Gleisnetz für den

Zugverkehr an der Ostküste. Die Gesellschaft

transportiert Kohle und sonstige

Industrieprodukte und gewann in jedem

der vergangenen 21 Jahre den "Harriman

Safety Award" für höchste Sicherheit im

Schienenverkehr.

INtegRIeRte ZugsteueRuNg

New York Air Brake arbeitet an der Umsetzung

der Vision eines vollintegrierten

und elektronisch kontrollierten Güterzugs.

Ein Zug, der sämtliche fortschritt-


lichen Technologien vereint – das computergesteuerte Bremsesystem CCB II,

die elektropneumatische Bremssteuerung EP-60 und das Fahrerassistenzsystem

LEADER.

In Zeiten steigender Energiepreise und zunehmender Verkehrsleistungen sparen

diese Anwendungen Treibstoff, verringern kritische Zuglängskräfte und

senken die Lebenszykluskosten der Züge beachtlich.

eRstklassIge bRemssteueRuNg füR

lokomotIVeN

1998 lieferte New York Air Brake die ersten, in Serie produzierten 150 computergesteuerten

Bremsen CCB II an Norfolk Southern Railway aus. 970-mal

wurde das Produkt in den folgenden elf Jahren geordert. Für diese hohe Zahl

ist besonders die Zuverlässigkeit des Systems verantwortlich: Rein rechnerisch

liegt die Ausfallwahrscheinlichkeit bei 0,01 Lokomotiven pro Jahr.

Schnelle Diagnosemöglichkeiten und Redundanzen wurden schon bei der Entwicklung

berücksichtigt und für die Reparatur einer Komponente müssen im

Durchschnitt nicht mehr als 20 Minuten veranschlagt werden. Zahlen wie diese

machen CCB II zum zuverlässigsten Druckluftbremssystem der vergangenen 25

Jahre.

Heute ist CCB II bei allen Class 1 Railroad Zügen an Bord und obendrein das

bevorzugte computergesteuerte Bremssystem für Lokomotiven, die auf AAR-

Technologie basieren, weltweit. Etwa 12.000 CCB II Systeme wurden verbaut.

Bild links: Einer von sechs Norfolk Southern Railway Kohlezügen ist im

westlichen Pennsylvania unterwegs.

Bild unten: EP-60 schafft die größte Verbesserung, die es im schweren

Frachtgüterverkehr in den vergangenen 100 Jahren gegeben hat.

Bild ganz unten: LEADER wurde für zahlreiche Schienenfahrzeuge auf dem

AAR-Markt zur wesentlichen Technologie für Energiemanagement.

11


esseRes haNdlINg

uNd eINgesPaRte

eNeRgIe

Der Bereich Train Dynamic Systems

von New York Air Brake entwickelt

ausgefeilte On-Board-, Trainings- und

Echtzeitsimulatoren. Norfolk Southern

Railway hat seine Trainingscenter mit

diesen Simulatoren ausgestattet. In

einer Pilotphase wurden dazu 15 Lokomotiven

für Kohlezüge mit dem Fahrerassistenzsystem

LEADER ausgerüstet.

Die Ergebnisse konnten sich sehen

lassen. LEADER konnte den Treibstoffverbrauch

der Kohlezüge von Norfolk

Southern Railway um 17,5 Prozent

senken und verbesserte zugleich die

Pünktlichkeit der Züge. Zudem verringerte

es die verschleißintensiven

Zuglängskräfte deutlich. All dies gelingt,

indem das System dem Fahrer für jeden

Streckenabschnitt ein energieoptimales

Geschwindigkeitsprofil empfiehlt. Dazu

stehen Informationen zu Topographie

und Verlauf der Strecke, Zuglänge und

dem Gewicht zur Verfügung.

Nach den Ergebnissen aus dem Pilotversuch

rüstete Norfolk Southern Railway

umgehend mehr als 300 zusätzliche

Lokomotiven mit LEADER aus. Für

zahlreiche weitere Lokomotiven ist die

Ausstattung mit LEADER für das Jahr

2011 geplant. Bei von Lokomotiven gezogenen

Zügen beträgt die Treibstoffersparnis

im Durchschnitt neun Prozent.

Werden Lokomotiven direkt in den Zug-

12

Ausgabe 28 | Dezember 2010

verband eingefügt, vergrößert sich der

Effekt weiter.

Norfolk Southern Railway setzt LEADER

auf seinem gesamten Schienennetz ein

und betrachtet es als wesentlichen Teil

seines optimierten Zugkontrollsystems.

20 weitere Zugsimulatoren sollen in

Zukunft die Ergebnisse nochmals verbessern.

Neue bRems-

techNologIeN füR

kohleZüge

New York Air Brake hat kontinuierlich

an der Entwicklung des EP-60 gearbeitet.

Dabei handelt es sich um ein

elektronisch-pneumatisch betriebenes

System, das durch seine elektronische

Bremssignalübertragung erstmals das

Lösen und Schließen der Bremsen auf

der gesamten Zuglänge gleichzeitig ermöglicht.

2007 rüstete Norfolk Southern Railway

schließlich 30 Lokomotiven und 727

Kohlewagen mit EP-60 Ventilen aus

und stellte damit sechs Zugverbände

zusammen, die auf zwei verschiedenen

Strecken unterwegs sind. Das ist bis

heute die größte Bestellung eines

elektronisch-pneumatisch betriebenen

Bremssystems in der Class 1 Railroad.

Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen

ist damit nicht zu Ende. 2011

liefert New York Air Brake für weitere 94

Lokomotiven die Systeme CCB II, EP-60

und LEADER an Norfolk Southern Rail-

way aus.

deR ölfReIe

komPRessoR

Die Zuverlässigkeit ölbetriebener Kompressoren

und deren aufwendige Überholung

stellte für Eisenbahnen lange Zeit ein

Problem dar. Knorr-Bremse hat deshalb

den ersten Hochleistungskompressor für

schwere Güterzüge entwickelt, der gänzlich

ohne Öl auskommt – den VV1000T.

Anfang 2010 begann Norfolk Southern

Railway mit den ersten Feldtests zweier

VV1000T-Kompressoren in DASH-9-Lokomotiven.

Allem voran sollten Performance,

der Einfluss auf Lebenszykluskosten und

Umwelt unter realen Einsatzbedingungen

getestet werden.

Das Interesse von Norfolk Southern Railway

ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine

Neuentwicklung in einer strategischen

Partnerschaft zwischen zwei innovativen

Unternehmen zum Erfolg wird. Beide Partner

sind sich einig, auch weiter in die Zukunft

des Schienentransports zu investieren

– um diesen immer grüner, sauberer

und attraktiver zu machen.


Auch in Südafrika und Australien statten

Eisenbahngesellschaften ihre Züge mit

dem EP-60 Ventil aus, um von den wirtschaftlichen

Vorteilen des Systems zu

profitieren.

13


“unsere Regierung

pusht den

hochgeschwindigkeits-

verkehr enorm”

Rich Bowie, President von Knorr Brake Corporation, Westminster, USA,

über den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Nordamerika

Herr Bowie, fast überall auf der Welt erholen

sich die Märkte von der Wirtschaftskrise.

Ist das auch in Nordamerika der Fall?

Rich Bowie: Der Markt erholt sich

zwar langsamer als erhofft, aber die

Schlüsselindikatoren zeigen, dass

es auch in den Vereinigten Staaten

wieder aufwärts geht. Die Krise hat

in fast allen Märkten weltweit sichtbare

Spuren hinterlassen – da ist

Nordamerika keine Ausnahme. Es gab

kaum ein größeres Schienenprojekt,

das sich nicht spürbar verzögerte. Besonders

niedergeschlagen hat sich die

Krise im Nachmarktgeschäft. Darüber

hinaus hat es den Nutzfahrzeugmarkt

und das Frachtgeschäft stark getroffen.

Knorr-Bremse hat seine Kapazitäten

schnell an die neuen Marktverhältnisse

angepaßt.

Aber auch der öffentliche Nahverkehr

war betroffen. Die Preise wurden in

der Regel erhöht, und weil die Einnahmen

wegfielen, kürzten die Gesellschaften

meist am Service. Und

auch die öffentliche Hand fuhr ihre

Investitionen in die Nahverkehrsnetze

zurück.

14

Ausgabe 28 | Dezember 2010

Welchen Effekt hat der steigende Benzinpreis

auf den nordamerikanischen

Eisenbahnmarkt?

Rich Bowie: Als die Benzinpreise auf

neue Rekordhöhen stiegen, verzeichnete

fast jeder Betreiber einen gewaltigen

Passagierzuwachs. Ähnlich war

es im Frachtverkehr. Als die Benzinpreise

aber wieder fielen, gingen besonders

im Nahverkehr auch sofort die

Passagierzahlen zurück. Die Betreiber

trifft das zweifach: Die staatlichen

Investitionen werden ohnehin schon

weniger. Und wenn die Benzinpreise

sinken, wird auch aus der Benzinsteuer

weniger erlöst. Der Spielraum für

nötige öffentliche Investitionen wird

damit kleiner.

In welchen Segmenten kann die Schiene

dem Flugzeug ernsthaft Konkurrenz

machen?

Rich Bowie: Machen wir uns nichts

vor: Auf der Langstrecke brauchen

wir es gar nicht versuchen. Aber Züge

haben bewiesen, dass sie vor allem

für Reisende im Nordosten der USA

richtig attraktiv sein können. Wenn

Sie die reine Reisezeit von Tür zu Tür

nehmen, dann sind Sie zum Beispiel

vom Zentrum in Washington, D.C., mit

Amtrak Acela schneller im Zentrum von

New York City als mit dem Flugzeug.

Preislich kann der Zug gut mithalten, Sie

sparen sich den ganzen Stress und sind

obendrein noch flexibler. Die Herausforderung

liegt jetzt darin, so etwas auch

anderswo einzuführen.

Wie wird sich Ihrer Meinung nach der

Hochgeschwindigkeitszugverkehr in

Zukunft vor dem Hintergrund solcher

Beispiele entwickeln?

Rich Bowie: Es liegt auf der Hand, dass

Nordamerika von Hochgeschwindigkeitszügen

nur profitieren kann. Aber

die Hürden, vor denen wir stehen,

brauchen wir nicht schönreden. Weil

die bisherigen Gleise für Hochgeschwindigkeitszüge

nicht geeignet sind, wäre

eine neue Infrastruktur nötig. Ganz abgesehen

von den allgemeinen Finanzierungsfragen

müsste auch noch viel Land

erworben werden. Außerdem sind Vorgaben

des Umweltschutzes zu erfüllen,

und es wird sicherlich auch Interessengruppen

geben, die diese Entwicklung

zu ihren Gunsten beeinflussen wollen.


Wenn es an die Umsetzung solcher Pläne geht – ist Knorr-Bremse

mit seinen Produkten gut gerüstet?

Rich Bowie: Eine der bedeutendsten Entwicklungen bei den

Druckluftbremsen ist sicherlich der ölfreie Kompressor. Dessen

Konstruktion basiert nicht auf Produkten aus dem Nutzfahrzeugbereich,

sondern wurde eigens für Schienenfahrzeuge

entwickelt. Es muss kein Öl ausgewechselt werden und somit

werden auch die Instandhaltungskosten niedrig gehalten. Dieser

Kompressor ist in den USA unglaublich erfolgreich und ein

gutes Beispiel für umweltfreundliche Entwicklungen bei Knorr-

Bremse.

Einmal angenommen, Sie könnten fünf Jahre in die Zukunft

blicken. Wie wird der nordamerikanische Schienenmarkt dann

aussehen?

Rich Bowie: Die aktuelle Regierung pusht den Hochgeschwindigkeitsverkehr

gewaltig. Zurzeit ist er ihr Thema schlechthin.

Sie stellt sich dabei eine neue Ära vor, in der ganze Staaten über

schnelle Züge miteinander verbunden werden und mit denen

dann auch eine echte Konkurrenz zum Luftverkehr und zu den

Highways entsteht.

Außerdem setzt die Politik immer mehr auf den Intercityverkehr,

um verschiedene Gegenden und Wirtschaftszentren quer

über das gesamte Land hinweg zu verbinden. Ist der Reisezugverkehr

auf der Schiene erst einmal ausgereift, ergänzt er den

Luftverkehr und die öffentlichen Nahverkehrssysteme sehr gut.

Richard Bowie ist President der Knorr Brake Corporation und

verantwortet damit für Knorr-Bremse die Bereiche Bremssysteme,

Einsteigesysteme (IFE) und Klimatechnik (Merak) im nordamerikanischen

Personenschienenverkehr. Das Ruthers College of Engineering schloss er mit

dem Bachelor of Science ab. Nach der Anstellung bei einem Fahrzeugbauer

wechselte er 1995 als Verantwortlicher für den Entwicklungsbereich zur

Knorr Brake Corporation. Seit 2007 ist er dort President.

15


Rail-services

Geschäftsbeziehungen bestehen zwischen Knorr-Bremse und Bombardier

schon lange. Jetzt haben beide Unternehmen einen gesamteuropäischen

Wartungsvertrag geschlossen.

Im Mittelpunkt des auf der InnoTrans 2010 unterzeichneten

Vertrags steht eine strategische Partnerschaft, die zunächst

für fünf Jahre festgelegt wurde. Knorr-Bremse übernimmt

dabei die Revision aller Bremssysteme der europäischen

TRAXX-Lokomotiven, für die Bombardier Full-Service-Verträge

mit den Betreibern abgeschlossen hat.

In eineinhalb Jahren ist aus groben Ideen ein Vertrag entstanden,

der die Betreiber der TRAXX-Lokomotiven bestens

unterstützt und die Zusammenarbeit zwischen dem Fahrzeugbauer

Bombardier und dem Systemlieferanten Knorr-

Bremse festigt.

tRaXX: gemeINsameR eRfolg

Dass Bombardier nun auch im Wartungsgeschäft auf Knorr-

Bremse setzt, ist kein Zufall. Schließlich ist der Erfolg der

TRAXX-Flotte von Beginn an mit Knorr-Bremse verbunden.

Die intensive Entwicklungspartnerschaft mit Bombardier

führte dazu, dass Knorr-Bremse eine maßgeschneiderte

Bremssystemlösung für die individuell modifizierbare

TRAXX-Plattform bereitstellen konnte. Sie basiert auf dem

Modularen Bremssystem MBS und ist ein Beispiel dafür, wie

Knorr-Bremse mit kompakten, leichten und wirtschaftlichen

Lösungen überzeugt.

Wurde in den ersten beiden Baureihen der TRAXX-Lokomotiven

noch ein Schraubenkompressor verwendet, fand 2004

der moderne und in den Unterhaltskosten günstige ölfreie

Kompressor VV270-T Einzug in die TRAXX 2e. Auch die nach

dem Baukastenprinzip konzipierte Drehgestellbremsausrüs-

16

Ausgabe 28 | Dezember 2010

Europäische

Zusammenarbeit

tung für unterschiedliche Lokgewichte, Geschwindigkeiten

und Spurweiten leistet seit mehr als zehn Jahren einen

wichtigen Beitrag zum Erfolg der TRAXX-Fahrzeuge in ganz

Europa.

sukZessIVe oPtImIeRuNg

In dem neuen Abkommen geht es um mehr als nur die Überholung

der von Knorr-Bremse gelieferten Systeme. Ein weiterer

Vertragsbestandteil ist die Lieferung von Geräten für

ein Tauschgerätelager bei Bombardier. Ausgelegt ist das Lager

vorerst für rund 330 TRAXX-Lokomotiven. Knorr-Bremse

trägt dort mit seiner Erfahrung dazu bei, dass Bombardier

die hohen Verfügbarkeitserwartungen seiner Kunden erfüllen

kann.

Parallel zu den festgelegten Revisionen treffen sich Spezialisten

beider Unternehmen regelmäßig, um die Instandhaltung

unter Kosten- und Verfügbarkeitsaspekten

weiter zu optimieren. Davon profitieren beide Partner: Als

Systemspezialist kann Knorr-Bremse beispielsweise mittels

Probezerlegungen in den eigenen Service-Centern den

tatsächlichen Zustand der Geräte ermitteln und passende

Instandhaltungsmaßnahmen davon ableiten. Knorr-Bremse

unterstützt damit den „Total Cost of Ownership“-Gedanken

von Bombardier. Im Gegenzug erhält Knorr-Bremse einen

Rückmeldung darüber, wie sich seine Bremssysteme unter

Einsatzbedingungen verhalten.


18

Ausgabe 28 | Dezember 2010

erfolgreiches audit

Strengere Anforderungen

durch IRIS Revision 02

Als einer der ersten deutschen Systemlieferanten erhielt Knorr-Bremse erst-

malig 2006 die begehrte Bescheinigung zur Einhaltung des „International

Railway Industry Standard“, das IRIS Zertifikat. Im Jahr 2010 stellen sich alle

Knorr-Bremse Standorte den neuen, strengeren Anforderungen der IRIS Re-

vision 02, und wieder gehört das Unternehmen damit zu den Vorreitern in

der Branche.

Hinter IRIS verbergen sich mehrere

hundert Fragen, mit deren Antworten

die Auditoren Firmenabläufe und

Transparenz bei Zulieferern der Bahnindustrie

bewerten. Knorr-Bremse

hätte sich noch ein weiteres Mal mit

bereits erreichtem IRIS 01-Standard

zertifizieren lassen können. Doch der

Systemhersteller traf eine andere Entscheidung.

Dass Knorr-Bremse das

deutlich strengere 02-Audit wählte,

bei dem einerseits die Bewertung der

Reifegrade weiter verschärft wurde und

andererseits erstmals Kennzahlen unter

anderem aus den Bereichen Angebots-,

Kosten- und Projektmanagement ver-

langt werden, hat mehrere Ursachen.

Der wichtigste Grund für diese Entscheidung

ist eine Vertrauensfrage.

Knorr-Bremse will zeigen, dass, wann

immer möglich, die strengsten und

aktuellsten Standards angewendet

werden. Damit sollen die Erwartungen

der Kunden in die Produkte von Knorr-

Bremse auch zukünftig erfüllt werden.

kuNdeN uNd

uNteRNehmeN

PRofItIeReN

Doch auch für Knorr-Bremse selbst ist

der Mehraufwand für das strengere

Audit von großem Nutzen. Beinahe alle

Standorte weltweit beteiligen sich an

dem Review. Damit gilt konzernweit

derselbe Standard. Zudem verbessert

IRIS als Fortführung und Erweiterung

des früheren ISO-9001-Standards die

Effektivität in der Lieferkette. Durch

die konsequente Umsetzung der Anforderungen

dieses Standards werden

systematisch und kontinuierlich die

Prozessabläufe verbessert, indem sowohl

nachsorgend als auch vorbeugend

Schwachstellen erfasst und nachhaltig

beseitigt werden. Das kommt allen Beteiligten,

dem Hersteller von Schienenfahrzeugen,

dem Betreiber und auch

dem Reisenden zugute.


emsscheiben

Erfolgreicher

Aufbau

Für die Produktion von Bremsscheiben haben Knorr-Bremse und sein chine-

sischer Partner CARS (China Academy of Railway Sciences) das Joint Venture

Knorr-Bremse CARS” in Daxing, China, erfolgreich aufgebaut.

Der Zusammenschluss ist einerseits vom

chinesischen Eisenbahnministerium gefordert

und andererseits Teil der Knorr-

Bremse Strategie, den Marktanteil im

chinesischen Fernverkehr durch die Lokalisierung

von Produkten zu festigen.

Das Joint Venture wurde 2006 gegründet.

Nun wurde aus der vormals kleinen

Fabrik nach nur vier Monaten Bauzeit

ein deutlich größeres Werk, das im

April 2010 in Betrieb ging. Mit dieser

neuen Fabrik wurde es dem Joint Venture

innerhalb kurzer Zeit möglich, der

großen Nachfrage nach Bremsscheiben

für Triebzüge und Lokomotiven in China

gerecht zu werden.

Organisation und Abläufe in der Fabrik

sind auf große Produktionstückzahlen

und standardisierte Serienabläufe

ausgerichtet. Den Kern bilden fünf ab-

getaktete Produktionslinien, die nach

dem Prinzip einer Fließfertigung laufen.

Auf jeder einzelnen Linie wird alle 15

Minuten eine Scheibe produziert. Die

eingesetzten Maschinen sind besonders

robust und zuverlässig. Das Joint

Venture erreicht schon jetzt eine Lieferperformance

von 95 Prozent. Zugleich

wurde mit dem jüngsten Hochlauf auch

die Anzahl der ausgelieferten Scheiben

auf etwa 9.000 Stück pro Monat erhöht.

Eine der wichtigsten Grundlagen für

diese Menge ist die exakte Belieferung

der Maschinen mit Rohmaterial. Damit

wird unnötiger Lagerbestand, trotz

einer langen Lieferkette, vermieden.

Kanban- und moderne Logistikmethoden

unterstützen den effizienten Herstellungsprozess,

mit dem schon heute

Durchlaufzeiten von nur zwei Tagen

erreicht werden.

NächsteR schRItt:

lokalIsIeRuNg VoN

bRemsZaNgeN

Neben der Herstellung von Bremsscheiben

werden am Standort in Daxing in

Zukunft auch CRH-2-Bremszangeneinheiten

endmontiert. Die Serienproduktion

wird im April 2011 beginnen. Zuvor

jedoch müssen ein bereits existierendes

Gebäude für die Fertigung ausgerüstet,

die Montagelinie aufgebaut und Mitarbeiter

eingestellt und trainiert werden.

Auch hier wird die Organisation eines

effektiven Logistikprozesses eine große

Herausforderung sein. Mehr als 10.000

Vormontagen aus dem Knorr-Bremse

Werk in Suzhou und über 1.100 fertige

Bremszangeneinheiten sind dann jeden

Monat präzise zu steuern.

19


20

Ausgabe 28 | Dezember 2010

bP compact und bc compact

Erweiterte Produktfamilie

der Kompaktgeräte

Knorr-Bremse ergänzt seine auf dem erfolgreichen EP Compact Konzept

basierende Gerätefamilie um die Produkte BP und BC Compact. So kann

jetzt nicht nur der direkte Bremszylinderdruck, sondern auch der Druck in

der Hauptluftleitung gesteuert werden. Neben dem Einsatz in Triebzügen

ist damit auch die Verwendung in lokomotiven möglich.

EP Compact startete im Jahr 2004 als modulares und kompaktes

Bremssystem für die zentrale und dezentrale Bremszylinderdrucksteuerung.

Es ist für die unterschiedlichsten Funktionen

konfigurierbar. Damit geht Knorr-Bremse auf individuelle Kundenanforderungen

ein.

EP COMPACT lITE: Beispielgerät mit

Übergabstecker und PLUS Modulen unter der Haube zur

Steuerung der Parkbremse, der Luftfederung und der

Luftfilterung, mit Haube

Nach dem Baukastenprinzip konzipiert, kann es jetzt sowohl

für die C-Drucksteuerung als auch für die HL-Drucksteuerung in

verschiedenen Plattformen eingesetzt werden. Die jährlich ca.

2.000 ausgelieferten Geräte stehen für den Erfolg dieser Produktfamilie.

EP COMPACT lITE: C-Drucksteuerung mit

elektronischer Lastkorrektur und pneumatischer

Lastbegrenzung für Metros und Triebzüge; Beispielgerät

mit integrierter Unterflur-Elektronik CU02 für zentrale

Steuerung (4-Kanal Gleitschutz), ohne Haube


Der Vorteil für den Kunden liegt auf der Hand: Es handelt sich

um ein bewährtes System, das für eine Vielzahl von Funktionen

geschaffen ist. Zudem bündelt es sämtliche pneumatischen und

elektronischen Funktionen in einem mit definierten Schnittstellen

ausgestatteten System.

gemeINsame basIsmodule

Bei den Basismodulen der Produktfamilie handelt es sich um EP

Compact, EP Compact lite, BC Compact und BP Compact.

EP Compact bietet eine C-Drucksteuerung mit integrierter,

kontinuierlicher pneumatischer Lastkorrektur für Trieb- und

Hochgeschwindigkeitszüge.

EP Compact lite regelt die C-Drucksteuerung mit elektronischer

Lastkorrektur und pneumatischer Lastbegrenzung in

Metros und Triebzügen.

Die nun neu eingeführte BP Compact steuert den Druck der

Hauptluftleitung und verfügt über eine Angleicherfunktion für

Lokomotiven, Trieb- und Hochgeschwindigkeitszüge.

BC Compact regelt den Bremszylinderdruck in Lokomotiven.

EP COMPACT: C-Drucksteuerung mit

kontinuierlicher, pneumatischer Lastkorrektur für Trieb- und

Hochgeschindigkeitszüge; Beispielgerät mit integrierter

Unterflur-Elektronik CU01 für dezentrale Steuerung

(3-Kanal Gleitschutz), ohne Haube

Die einzelnen Module von BP Compact und BC Compact können

entweder auf Loktafeln oder als komplettes System im

Design der bekannten EP Compact Familie im Zug integriert

werden.

Alle vier Geräte sind für noch mehr Flexibilität um verschiedene

Plus-Module mit zusätzlichen Steuerungsfunktionen,

wie z. B. Parkbremse, Luftfederung oder Sandung erweiterbar.

Grundlage für die Zusammenstellung ist ein Baukasten, mit

dem der Kunde seinen spezifischen Anforderungen mit Hilfe

der Kombination von standardisierten Steuerungsfunktionen

möglichst exakt gerecht werden kann.

elektRoNIsche

eRweIteRuNgsmöglIchkeIteN

Die gesamte Produktfamilie ist um integrierte Elektronik-

Einheiten für den Unterflur-Einbau erweiterbar: die Steuereinheit

Control Unit (CU) für die elektronische Steuerung

im Bremssteuerungssystem sowie die Gateway Control Unit

(GCU) als Schnittstelle zwischen dem Brems- und dem Zugsteuerungssystem.

Die Control Unit steuert den Gleitschutz

und die Druckregelung dabei pro Wagen oder Drehgestell, die

Gateway Control Unit übernimmt zentrale Systemfunktionen

wie das Bremsmanagement und die Diagnosefunktion.

BP COMPACT: HL-Drucksteuerung mit

Angleicherfunktion für Lokomotiven, Trieb-und

Hochgeschwindigkeitszüge; Beispielgerät mit Absperrmodul

und Unterflur-Gateway Elektronik GCU02 für zentrale und

dezentrale Steuerung, ohne Haube

21


ausblick 2011

Systemkompetenz

auf den Messen

Die auf der diesjährigen InnoTrans vorgestellten Exponate und Anwen-

dungen werden 2011 im Rahmen von Messebeteiligungen weltweit prä-

sentiert. Kompetente Ansprechpartner vor Ort erläutern z.B. das Fahrer-

assistenzsystem lEADER, die effektivsten Bremssteuerungen, den ölfreien

Kompressor oder ein komplettes Drehgestell, das das perfekte Zusammen-

spiel zahlreicher Knorr-Bremse Systeme zeigt.

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Ausgabe 28 | Dezember 2010


messeN 2011

5 - 7 April SIFER Lille, Frankreich

6 - 8 April Railways & Harbours Conference and Exhibition Expo Centre, Johannesburg, Südafrika

10 - 14 April 59th UITP WORLD CONGRESS AND EXHIBITION Dubai, Vereinigte Arabische Emirate

14 - 16 Juni Railtex Earls Court, London, Grossbritanien

15 - 18 Juni Korea Railways & Logistics Fair Busan, Korea

6 - 9 September Suissetraffic Bern, Schweiz

18 - 21 September Railway Interchange Minneapolis Convention Center, Minneapolis, USA

3 - 5 Oktober APTA'S EXPO New Orleans, USA

4 - 6 Oktober Nordic Rail Jönköping, Schweden

11 - 14 Oktober 9. International Railway Fair TRAKO Gdansk, Polen

22 - 24 November AusRail Brisbane, Australien

23


wir denken in erster

linie wirtschaftlich.

das ist gut für die

umwelt.

s y s t e m e f ü r s c h i e n e n f a h r z e u g e

EFFICIENT CUT OF CO 2

ECCO 2

alle aktivitäten bei knorr-bremse sind effizienzgetrieben und wirtschaftlich orientiert. so platzieren wir seit langem

Produkte und systeme am markt, die ökonomische und ökologische aspekte erfolgreich miteinander verbinden.

bereits 2003 erhielt unser ölfreier kompressor den bayerischen umweltpreis. das weltweit führende fahrerassistenzsystem

leadeR hilft güter- und Personenzügen den energieverbrauch zu senken – um nur zwei beispiele zu nennen.

mit ECCO 2 haben wir jetzt eine konzernweite Initiative gestartet, die unsere energieeffizienz um 20 % steigern und

co 2 emissionen um 20 % verringern soll – zum wohle des unternehmens und der umwelt. | www.knorr-bremse.com |

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