FaiRER KaFFEE iN diE KiRcHEN - Fair Trade

fairtrade.de

FaiRER KaFFEE iN diE KiRcHEN - Fair Trade

HungermärscHe, Polit-Kaffee

und ein boomender marKt

40 Jahre Fairer Handel

Die Anfänge: Hungermärsche, Jute-Säcke und politische

Diskussionen: Die Idee des Fairen Handels entstand in den

70er Jahren.

Foto: GEPA – The Fair Trade Company.

NEWSLETTER Nr. 9

FaiRER KaFFEE iN diE KiRcHEN

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Faire Handel feiert Jubiläum! Bereits seit 40

Jahren engagieren sich in Deutschland zahlreiche

Organisationen und Initiativen für bessere

Arbeits- und Lebensbedingungen von benachteiligten

Produzenten und Arbeiterinnen in den

Ländern des Südens. Seit den 70er Jahren wird

von Akteuren des Fairen Handels unermüdlich

auf ungerechte Handelsstrukturen aufmerksam

gemacht. Gerechte Entlohnung für die Arbeiterinnen

und Arbeiter, sowie ein fairer Preis für

Rohstoffe und Produkte aus den Partnerländern

sind die Kernforderungen. Ein menschenwürdiges

Leben sowie gerechtere Handelsbeziehungen für

die Produzentengruppen und Arbeiterfamilien

waren – und sind immer noch – das Ziel des

Fairen Handels. Auch die GEPA, die von Anfang

an von den Kirchen unterstützt wurde und als das

kircheneigene Unternehmen für fair gehandelte

Produkte gilt, hat Grund zum Feiern: Sie wird

35 Jahre alt. Lesen Sie mehr zum Jubiläum in

unserem Leitartikel.

Der zweite ökumenische Kirchentag, der vom 12.

bis 16. Mai in München stattfindet, wird ebenfalls

mit verschiedenen Fairtrade-Veranstaltungen und

einer Fairen Café Oase dem Jubiläum Rechnung

tragen. Auf Seite 6 finden Sie dazu weitere Informationen.

Insbesondere kirchliche Gruppen gelten in

Deutschland als die Pioniere des Fairen Handels.

Deshalb sollte eines der großen Anliegen der

Kirchen – Gerechtigkeit zwischen Süd und Nord –

im Fairen Handel zum Ausdruck kommen. Aus

diesem Grund stehen wir in einer besonderen

Verantwortung: Unser Kriterium für den Einkauf

von fair gehandelten Lebensmitteln und anderen

Produkten sollte „gerecht“ und nicht „zu teuer“

lauten. Sonst hat die Kirche ein Gerechtigkeitsproblem.

Mit der Umstellung auf fair gehandelte

Produkte sorgen diakonische Einrichtungen und

Gemeinden dafür, dass die Kirche glaubwürdig

bleibt – denn dann

tut sie das, wofür sie

steht.

Ihre Ansprechpartnerin

für die Aktion

Margarita Sigle

Mai 2010


Heutzutage ist es längst kein Geheimnis

mehr: Fair zu handeln, das heißt zugleich

auch qualitäts- und geschmackvoll zu genießen.

Und seit Jahren schätzen Verbraucher

bundesweit die große Vielzahl fair gehandelter

Produkte, die in zahlreichen Weltläden und

Supermärkten erhältlich ist und auch bei Veranstaltungen,

in Großküchen, kirchlichen Einrichtungen,

Betriebskantinen, Mensen und sogar

auf einigen Flugstrecken angeboten werden.

Bis es dazu kam, musste allerdings vor vier Jahrzehnten

erst einmal viel Überzeugungsarbeit

geleistet werden.

Damals, in den hoch politisierten post-68er

und 70er Jahren, formierte sich in Deutschland

eine Bewegung, die dem wachsenden Hunger

in der Welt und dem starken Armutsgefälle

zwischen den reichen Industrienationen und

den Entwicklungsländern eine neue, gerechtere

Politik und ein gerechteres Wirtschaftsund

Handelssystem entgegensetzen wollte.

An der Spitze dieser Bewegung standen

die kirchlichen Jugendverbände „Arbeitsgemeinschaft

der Evangelischen Jugend“, aej,

und der „Bund der Deutschen Katholischen

Jugend“, BDKJ. Sie organisierten 1970 einen

so genannten „Hungermarsch“, der zeitgleich

in 70 deutschen Städten stattfand und an dem

30.000 junge Leute teilnahmen.

Forderung nach Gerechtigkeit

in den 70ern

„Zunächst waren diese Proteste in ihrem

politischen Urteil noch sehr pauschal“, sagt

rückblickend Michael Freitag, Leiter des Referats

Theologie, Bildung und Jugendforschung

beim aej. „Man sprach von den vielen Dürrekatastrophen

in Afrika und davon, dass die

Menschen dort nicht gebildet seien. Doch nach

und nach kam eine profundere, kritischere

Analyse der Weltwirtschaft hinzu. „Man

forderte Gerechtigkeit für die Produzenten im

Süden. Entwicklung durch Handel wurde zum

Thema.“ Aus dem Wunsch nach einer gerechteren

Wirtschaft, als Lösung für viele Armutsprobleme,

entstand so allmählich die Idee

des Fairen Handels – anfangs getragen von der

Aktionsgruppe 3. Welthandel, A3WH.

Viele christliche Gruppen in katholischen und

evangelischen Gemeinden unterstützten von

Anfang an die Idee des Fairen Handels. Sie haben

diesem Thema in ökumenischer Solidarität stets

einen wichtigen Stellenwert eingeräumt und

waren an seiner Entstehung beteiligt. Dazu

gehörten der Aufbau von Fairhandelsstrukturen

in Deutschland, die entwicklungspolitische

Bildungs- und Kampagnenarbeit sowie Kooperationen

mit Südpartnern im Fairen Handel.

Bewusstseinsbildung und entwicklungspolitisches

Engagement wurden dabei miteinander

verknüpft. In zahlreichen Gemeinden wurden

und werden bis heute Informationsveranstaltungen

zum Fairen Handel gemacht sowie fair

gehandelter Kaffee und andere Spezialitäten

nach dem Gottesdienst den Besuchern angebo-

ten. Die kirchlichen Werke und Verbände gründeten

später auch das Fairhandelshaus GEPA.

Gesellschafter der GEPA sind der Evangelische

Entwicklungsdienst (EED), „Brot für die Welt“

und MISEREOR sowie die kirchlichen Jugendverbände

aej und BDKJ und das Kindermissionswerk

„Die Sternsinger“. Das Engagement für

den Fairen Handel stand und steht für die Kirchen

im Einklang mit ihren ethischen Prinzipien,

ihrem Einsatz für die Armen und der Forderung

nach einer nachhaltigen und gerechten Welt.

Beim Fairen Handel stehen die Produzentinnen und

Produzenten im Vordergrund.

Foto: © Tr a n sFa i r e.V. / Christian Nusch

„Lernen durch Handeln“, lautete bei den kirchlichen

Unterstützern des Fairen Handels, wie

der aej, stets die Devise – die Ware wurde zum

Gegenstand politischen Lernens. „Das war und

ist für uns bis heute ein zentraler Punkt“, sagt

aej-Referent Freitag. „Der Faire Handel ist eine

sehr konkrete Aktionsform, bei der Jugendliche

nicht nur etwas tun können – zum Beispiel

an einem Stand fair gehandelten Kaffee oder

Schokolade verkaufen – sondern sich zugleich

über die Lebens- und Arbeitsbedingungen

der Produzenten in den Ländern des Südens

informieren und daraus politisches Bewusstsein

entwickeln können.“

1973 wurde als deutsche Tochter der niederländischen

Stiftung S.O.S. in Würselen bei Aachen

die „Gesellschaft für Handel mit der Dritten

Welt“ gegründet – als Vorläufer der heutigen,

größten europäischen Fairhandels-Organisation

GEPA, mit Sitz im nordrhein-westfälischen Wuppertal.

Die damalige Gesellschaft erleichterte den

Vertrieb der Waren, die man bis dahin aus den

Niederlanden beziehen musste. Zugleich startete

1973 die Aktion Indio Kaffee aus Guatemala

unter dem Motto: „Hilfe zur Selbsthilfe“. Ein

Jahr später ließ sich die Vorläuferorganisation

der GEPA unter dem Namen „Gesellschaft für

Partnerschaft mit der Dritten Welt“, GFP 3. Welt,

in Wuppertal nieder. Zur offiziellen Gründung

der GEPA, als dem wirtschaftlichen Arm der

Bewegung von A3WH, dem Kirchlichen Entwicklungsdienst

(KED), dem Bischöflichen Hilfswerk

MISEREOR und der neu gegründeten Arbeits-

gemeinschaft Dritte Welt Läden, kam es dann

am 14. Mai 1975. Bereits im ersten Jahr lag der

Umsatz bei 1,33 Millionen Euro (zum Vergleich:

54 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2008/09). Ein

Handelshaus der ganz neuen Art war geboren.

Die Produkte aus dem Fairen Handel, ob Kunst-

handwerk, Lebensmittel oder Kaffee, wurden

immer mit Informationen über die Produzenten

und über die Bedingungen im Produktionsland

an die Käuferinnen und Käufer weitergegeben.

Das Produkt mit der größten Ausstrahlung,

wenn auch anfangs nicht immer mit dem

besten Geschmack, war dabei der Nicaragua

Kaffee „Solidarität mit Nicaragua“ – der den

Veteranen des Fairen Handels bis heute in

leicht bitterer Erinnerung geblieben ist. Denn

der „Nica-Kaffee“ war das Solidaritätsgetränk

einer ganzen Generation. Ein Getränk, das man

tapfer schluckte, obwohl seine Qualität noch

lange nicht an die hochwertigen Fairhandels-

Spitzenkaffees der heutigen Zeit heranreichte.

Doch mit dem Nica-Kaffee wollte man vor allem

einem Volk helfen, das sich 1979 von der Dikta-

tur unter Anastasio („Tacho“) Somoza befreit

hatte und damit für viele politisch Aktive in

Europa die Hoffnung auf eine bessere, gerechtere

und menschlichere Gesellschaft verkörperte.

Solidarität durch Nica-Kaffee

Auch während der bewaffneten Auseinandersetzungen,

die auf den Sieg der Sandinisten in

Starkes Symbol: Das Zeichen zum Nicaragua-Solidaritäts-

Kaffee der 80er

Jahre.

Foto: GEPA – The Fair Trade Company.


Jute statt Plastik: Werbeträger der Anfangszeit.

Foto: GEPA – The Fair Trade Company

Nicaragua folgten, blieben die GEPA und die

Fairhandelsbewegung in Deutschland wichtige

Partner der nicaraguanischen Kleinbauern.

Wäre der Faire Handel nicht gewesen, so sagen

viele Kaffeeproduzenten in Nicaragua bis heute,

hätte man als Kleinbauer nicht durchhalten

können. Denn die Revolution und die damit

verbundene Landreform hatte zwar zunächst

Schluss gemacht mit dem Großgrundbesitz und

den Kleinbauern endlich Zugang zu Grund und

Boden verschafft. Doch niedrige Kaffee-Weltmarktpreise,

der politische Wechsel im Land und

die Rückforderung des Landes von Seiten der

früheren Großgrundbesitzer in den 90er Jahren

zwangen viele andere Kaffeebauern dazu,

ihr Land wieder herzugeben und abhängige

Landarbeiter zu werden. Wer mit dem Fairen

Handel zusammenarbeitete, konnte dagegen

sein Land behalten. Zum 30jährigen Bestehen

des Nica-Kaffees, der „Bohne der Revolution“

wurde in diesem Jahr eine Jubiläumsverpackung

neu aufgelegt – im Retro-Design und mit dem

berühmt gewordenen Symbol der zwei Hände,

gefüllt mit Erde und Kaffeepflänzchen.

Während in den 80er Jahren also in den Ländern

des Südens die Partnerschaften mit Kleinbauern

gefestigt wurden, zog die Idee des Fairen Handels

auch auf der anderen Seite des Globus, in

Deutschland und Europa, immer weitere Kreise

und erreichte mehr und mehr Verbraucher. Dazu

trugen zunächst die Weltläden ganz erheblich

bei. Während es den ersten Weltladen in den

Niederlanden bereits 1969 gab, öffneten hierzulande

in den 70er Jahren die ersten Weltläden

ihre Pforten. 1975 wurde der Weltladen-Dachverband

gegründet – ein eingetragener Verein, in

dem Weltläden und Aktionsgruppen Mitglieder

sind, mit Sitz in Mainz. Inhaltliche Grundlage

für die Arbeit des Dachverbandes und für die

Mitgliedschaft ist die Konvention der Weltläden

in der die Grundkriterien für den Fairen Handel

der Weltläden festgeschrieben sind.

1985 gab es hierzulande rund 200 Weltläden

(heute: rund 800), in denen speziell fair gehandelte

Produkte verkauft wurden. Dabei war das

Sortiment der Weltläden stets breit gefächert

und enthielt von Beginn an zum Beispiel auch

Schon vor 35 Jahren erfolgreich: Indio-Kaffee von der

Genossenschaft Fedecocagua aus Guatemala.

Foto: GEPA – The Fair Trade Company.

fair gehandeltes Kunsthandwerk, Textilien,

Geschenkartikel oder auch exotische Gewürze

aus den Ländern des Südens. Die Weltläden

verstanden sich als echte Alternative zu den

herkömmlichen Läden und Supermärkten, in

denen damals noch keinerlei fair gehandelte

Produkte angeboten wurden. Zudem machten

sich auch die Weltläden zum Auftrag, den

Verkauf fair gehandelter Waren mit politischer

Bewusstseinsbildung zu verknüpfen und organisierten

zahlreiche Informationsveranstaltungen

und Kampagnen zum Thema Fairer Handel.

Für den Verbraucher war hierzulande lange Zeit

der Kaffee beliebtestes, faires Produkt – zumal

es seit 1986 auch Fairtrade Bio-Kaffee gab,

passend zum wachsenden Öko-Bewusstsein

in der Bevölkerung. Damit einher ging das

nächste Ziel der Fairhandelsbewegung, nämlich,

die fairen Produkte nicht mehr allein über die

GEPA und die Weltläden, sondern auch in ganz

normalen Supermärkten zu vertreiben, um noch

größere Käuferschichten zu erreichen. 1989

Werbung für mehr Brüderlichkeit.

Foto: GEPA – The Fair Trade Company

stand in einem Testlauf erstmals GEPA-Kaffee

im Supermarkt-Regal. Um das Vertrauen der

Konsumenten zu gewinnen, brauchten aber fair

gehandelter Kaffee und andere Produkte aus

fairem Handel ein verlässliches Gütesiegel.

So kam es 1992 zur Gründung der Siegelorganisation

Tr a n sFa i r mit Sitz in Köln, an der ebenfalls

die Kirchen – darunter auch „Brot für die Welt“,

maßgeblich beteiligt waren. Der Verein, insgesamt

getragen von 38 angesehenen Institutionen

aus den Bereichen Entwicklungspolitik,

Kirche, Verbraucherschutz, Frauen, Bildung und

Soziales, handelt seither nicht selbst mit Waren,

Es ist geschafft: Am 7. Oktober 1992 unterschreiben Dieter Overath, Geschäftsführer von TRANSFAIR Deutschland (r.) und

Ingo Herbst, GEPA, den ersten Lizenzvertrag. Foto: Lutz Schmidt/Joker Verlag

sondern vergibt sein Siegel für fair gehandelte

Produkte. Tr a n sFa i r ist also keine Marke,

sondern zeichnet Produkte mit dem inzwischen

international gültigen Fairtrade-Siegel aus, die

zu festgelegten fairen Bedingungen gehandelt

wurden. Dazu zählen zum Beispiel die Förderung

benachteiligter Produzenten in Afrika, Asien und

Lateinamerika; die Zahlung von festgelegten

Mindestpreisen über dem Weltmarktniveau


sowie direkter Handel, möglichst Vorfinanzierung

und langfristige Lieferbeziehungen. Auch

Marketing und die Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit

gehören zum Auftrag von Tr a n sFa i r.

das faire Gütesiegel

Vorbild für Tr a n sFa i r waren auch hier einmal mehr

die holländischen Nachbarn. Dort war bereits die

Max-Havelaar-Stiftung als Siegelinitiative aktiv.

Im Oktober 1992 schließlich unterschrieben Dieter

Overath, bis heute Geschäftsführer von Tr a n sFa i r,

und Ingo Herbst von der GEPA den ersten Lizenzvertrag.

Im Dezember des gleichen Jahres konnten

erstmals Verbraucher in Edeka-Supermärkten

in Minden/Westfalen „Viva“-Kaffee mit fairem

Gütesiegel kaufen. Überzeugungsarbeit blieb

allerdings auch in den 90er Jahren weiterhin

nötig, um neue Lizenznehmer und neue Kunden

im Fairen Handel zu gewinnen – dafür sorgten

verschiedene, groß angelegte Kampagnen, wie

etwa „Billiger Kaffee macht arm“. Vor allem

kirchliche und entwicklungspolitische Organisationen

machten öffentlich Druck. Katholische und

evangelische Frauenverbände machten mit Aktionen

wie „Tr a n sFa i r-Kaffee in die Supermärkte“

mobil – und so manchem fair-unwilligen Filialleiter

das Leben schwer. Mit Erfolg: Im Februar

1993 führte REWE als erste Supermarktkette

bundesweit den Tr a n sFa i r-Kaffee ein. Innerhalb

weniger Wochen zogen andere Ketten nach.

Jugendorganisationen, Pfadfindergruppen oder

auch die Neusser Eine-Welt-Initiative – alle halfen

mit, die Idee des Fairen Handels bei Anbietern

und Verbrauchern weiter bekannt zu machen. Bei

Verkostungen in Betrieben setzte sich der faire

Geschmack in Kantinen durch. 1993 trinkt sogar

der Bundestag fair gehandelten Kaffee. 1997

wurden die ersten „Haferln“ der Firma Feinkost

Käfer mit dampfendem Tr a n sFa i r-Muntermacher

auf dem Münchner Oktoberfest getrunken. Zum

Traditionsprodukt Kaffee kamen im Laufe der

Jahre zahlreiche weitere Angebote hinzu, wie zum

Beispiel fair gehandelter Tee (seit 1994) etwa aus

Indien, Sri Lanka, Nepal, Vietnam, Tansania,

Uganda und China. 1996 wurde das faire

Sortiment durch Schokolade und Instant-Kakao

ergänzt. Auch fairen Honig, etwa aus Chile und

Mexiko, konnten Verbraucher ab 1996 genießen.

Ein Jahr später kamen faire Bonbons, mit Zucker

aus den Philippinen, Bolivien und der Dominikanischen

Republik auf den Markt.

1998 wurden auf einem Kühlschiff am Hamburger

Hafen die ersten fairen Bananen gelöscht. Auch

der berühmte Bananensprayer Thomas Baumgärtel

war damals mit von der Partie. Ein Jahr später

kamen zu den Bananen weitere faire Früchtchen

hinzu: Orangen aus Brasilien für fair gehandelten

Saft – inzwischen noch ergänzt durch kubanische

Orangen. Reis, Fußbälle, Gewürze, Wein, Baumwolle,

Blumen, Datteln und, und, und … heute

ist das faire Angebot so vielfältig wie nie zuvor

und findet sich wie selbstverständlich in den

Einkaufskörben zahlreicher Verbraucher.

Stolz präsentiert eine Verkäuferin bei Edeka den ersten

Tr a n sFa i r-Kaffee von Hersteller Schirmer. Foto: Tr a n sFa i r

internationale Kooperation:

der dachverband FLO

Dazu hat auch beigetragen, dass die vielen

nationalen Siegelinitiativen, wie Tr a n sFa i r in

Deutschland, Max Havelaar in Holland und in

der Schweiz oder Fairtrade in Großbritannien

im Laufe der Jahre immer enger kooperierten.

1997 wurde dazu FLO gegründet, die Fair Trade

Labelling Organizations – FLO International,

mit Sitz in Bonn unter deren Dach inzwischen 19

nationale Siegelinitiativen zusammengeschlossen

sind. Für sie alle knüpft und sichert FLO bis

heute den direkten Kontakt zu den Produzenten

im Süden. FLO koordiniert alle auf die Produzentenorganisationen

ausgerichteten Aktivitäten,

übernimmt die Lobbyarbeit auf internationaler

Ebene und stellt die Kommunikation zwischen

den Initiativen her.

2001: Fairhandels-Produzenten fordern während einer

Demo in Bremen Großröster Jacobs auf, einen Lizenzvertrag

mit Tr a n sFa i r zu unterschreiben. Foto: Tr a n sFa i r

2001 wurde in Deutschland die erste bundesweite

Faire Woche veranstaltet – mit Infoständen

in Supermärkten, Frühstücksaktionen in Kirchen

und Weltläden und Unterstützung durch allerlei

Prominenz. Zahlreiche Politiker, Schauspieler

und Fernsehstars – wie etwa Norbert Blüm,

Mariele Millowitsch, Hannes Jaennecke oder

Marie-Luise Marjan aus der Lindenstraße setzen

sich im Laufe der Jahre für die Faire Sache

ein. Hinzu kamen viele Städte-, Regional- und

Agenda-Kaffees, Aktionswochen bei Händlern

1998 mit von der Partie:

Bananensprayer Thomas Baumgärtel. Foto: Tr a n sFa i r

wie Karstadt, Kampagnen wie „Fair Pay – Fair

Play“ mit der die GEPA 1998 auf niedrige Löhne

und Kinderarbeit in der pakistanischen Fußballindustrie

aufmerksam machte, Karnevalskampagnen

wie „Jecke Fairsuchung“, Aktionen wie

Fairtrade-Towns und vieles mehr.

Aus der ersten bundesweiten Fairen Woche

ging auch das Forum Fairer Handel hervor, ein

Netzwerk, das bis heute besteht und in dem sich

zahlreiche Akteure des Fairen Handels, wie die

aej, „Brot für die Welt“, der Weltladen-Dachverband,

Tr a n sFa i r, die Verbraucher-Initiative,

MISEREOR, das entwicklungspolitische Inkota

Netzwerk sowie Fairhandelsimporteure wie

GEPA und El Puente zusammen geschlossen

haben. Die Mitglieder kooperieren insbesondere

in vier Arbeitsbereichen: Bildungsarbeit,

Grundlagen und Kriterien, Kampagnen- und

Zahlreiche Prominente unterstützten im Laufe der Jahre

den Fairen Handel, hier Norbert Blüm (M., im Baum) mit

dem damaligen Tr a n sFa i r-Vorstandsmitglied Jürgen Hammelehle

(li.) und Tr a n sFa i r-Geschäftsführer Dieter Overath.

Foto: Tr a n sFa i r

Öffentlichkeitsarbeit sowie politische Arbeit und

veranstalten seither gemeinsam die alljährlich

stattfindende Faire Woche.

Wegweisender Beschluss der Kirchen

Vor dem Hintergrund all dieser Aktivitäten und

der wachsenden Zahl an engagierten Bürgern,

Prominenten, Politikern und Großverbrauchern,

die sich dem Fairen Handel anschlossen,

wollten zur Jahrtausendwende schließlich auch

die Kirchen, als langjährige Unterstützer des


Seit 2007 überwacht die unabhängige Zertifizierungsorganisation

FLO Cert GmbH auch für Deutschland die

Einhaltung der Regeln von Seiten der Lizenznehmer.

Foto: FLO Cert

Fairen Handels, nicht mehr zurückstehen und in

ihren eigenen Reihen praktisch umsetzen, was

sie schon lange propagierten. Den Anstoß gab

der Evangelische Kirchentag 2001 in Frankfurt.

Damals hatten Vertreter einiger Landeskirchen

festgestellt, dass selbst da, wo die Kirche als

Veranstalter auftritt, die Verpflegung nicht

nach fairen Kriterien ausgerichtet ist. Daraufhin

wurde die Aktion „Fairer Kaffee in die Kirchen“

in der Evangelischen Kirche von Kurhessen

Waldeck ins Leben gerufen. Sie wird seit 2002

von „Brot für die Welt“ und dem Evangelischen

Entwicklungsdienst, EED, getragen und von

mehreren Gliedkirchen der EKD aktiv unterstützt.

Darüber hinaus appellierte die 9. EKD-

Synode im November 2002 an das Kirchenamt,

an das Diakonische Werk und die Gliedkirchen

der EKD: Sie sollten dafür Sorge tragen, dass in

den Kantinen kirchlicher und diakonischer Einrichtungen

und Verwaltungen fair gehandelter

Kaffee, Tee und Kakao angeboten wird. Unter

dem Titel „Weltweit faire Chancen eröffnen!“

wurde auf der 10. Synode der EKD am 9. Novem-

Gruppenbild mit Dom: Zum 15jährigen Bestehen von Tr a n s-

Fa i r präsentierte sich die Siegelinitiative mit Unterstützern

und Partnern in der Kölner Innenstadt. Foto: Tr a n sFa i r

Mit einer mit Kaffeebohnen gefüllten „gläsernen Kirche“

stellten „Brot für die Welt“ und der EED im Rahmen der

Fairen Woche 2007 am Berliner Dom ihre gemeinsame

Aktion „Fairer Kaffee in die Kirchen“ vor.

ber 2006 erneut beschlossen, dass „die Kirchen,

ihre Gemeinden, Werke und Dienste ihre

Ressourcen in fairer Weise einsetzen sollen,

zum Beispiel durch Konsum fair gehandelter

Produkte“.

Inzwischen haben zahlreiche kirchliche und

diakonische Einrichtungen diesen Beschluss

umgesetzt. Doch der Anfang war nicht leicht,

erinnert sich einer der Hauptinitiatoren der

„Aktion Fairer Kaffee in die Kirchen“, Bruno

Inkermann, Leiter der Ökumenischen Werkstatt

Kassel. „Wir mussten da viel Überzeugungsarbeit

leisten“, so Inkermann. „Besonders in

den kirchlichen Verwaltungen gab es zum Teil

Unkenntnis über die Situation der Kleinbauern

im Süden, über die niedrigen Kaffeepreise auf

dem Weltmarkt und ähnliche Dinge. Doch wir

haben da auch viel mit den Mitarbeitervertretungen

zusammen gearbeitet.“ Dann wurde

eine Pilotphase in fünf Landeskirchen gestartet.

Inkermann: „Es gingen dann GEPA-Mitarbeiter

in die Einrichtungen, stellten den fair gehandelten

Kaffee vor und ließen ihn verkosten.

Wichtig war, dass da immer jemand von uns als

Vertreter der Landeskirche beziehungsweise

des Diakonischen Werkes dabei war, der die

kirchlichen Strukturen kannte und wusste, wie

man da argumentieren und verhandeln muss.

Denn insgesamt ist der Großverbrauch ein

zähes Feld. Da gibt es zum Beispiel langfristige

Mietverträge mit Automatenbetreibern, da gibt

es die Angst, fair gehandelte GEPA-Kaffees

könne nicht mit den bestehenden Maschinen

aufgebrüht werden, der Geschmack sei nicht so

gut und so weiter. All diese Bedenken mussten

wir ernst nehmen und versuchen, aus dem Weg

zu räumen.“ Inzwischen bezeichnet Inkermann

die „Aktion Fairer Kaffee in die Kirchen“

durchaus als einen großen Erfolg. Allerdings

„müssen wir da noch nachlegen“. Zahlreiche

Einrichtungen, darunter zum Beispiel auch viele

Krankenhäuser, müssten noch zum Mitmachen

bewogen werden. Während die Aktion „Fairer

Kaffee in die Kirchen“ die Großverbraucher im

Visier hat, richtet sich die Initiative „Gerecht

genießen – 2.000 Gemeinden trinken fair“ an

die Kirchengemeinden. Das Ziel soll bis Ende

dieses Jahres erreicht werden.

Kirchliches Engagement für den Fairen Handel; das erste

Café Plus auf dem Kirchentag in Köln 2007 (s. auch Seite 6).

Lebendig wie nie:

40 Jahre Erfolgsgeschichte

Unterdessen ging die Kooperation im internationalen

Fairen Handel weiter. Seit 2003 ziert

das internationale Fairtrade-Siegel die Produkte

in Deutschland. Seither sind fair gehandelte

Produkte in vielen europäischen Ländern an dem

einheitlichen Fairtrade-Siegel erkennbar. Um die

Unabhängigkeit und Effizienz der Kontrolle der

Fairhandelsregeln zu verbessern, wurde außerdem

2003 der unabhängige Sozialzertifizierer

FLO-Cert GmbH gegründet. Er überwacht seit

2007 auch für Deutschland die Einhaltung der

Regeln von Seiten der Lizenznehmer.

Heute, im Jahr 2010, ist der Faire Handel wichtiger

denn je. Denn die Finanzkrise verstärkt die

wirtschaftliche Notlage der Menschen in den

ärmsten Ländern. In dieser Situation ermöglicht

der Faire Handel weiterhin soziale Projekte, wie

den Aufbau von Schulen, die Verbesserung kommunaler

Infrastruktur, die Errichtung sanitärer

Anlagen oder die Vergabe von Mikrokrediten. Die

Mehreinnahmen aus dem Fairen Handel geben

so wichtige Impulse für die ländliche Entwicklung

in den Anbauregionen – und sichern den

Produzenten in diesen Ländern und ihren Familien

Auskommen und eine menschenwürdige Existenz.

Das erkennen auch immer mehr Verbraucher hierzulande

– die überdies die Qualität und den guten

Geschmack fairer Produkte schätzen. Denn trotz

der Krise stieg der Anteil Tr a n sFa i r-gesiegelter

Produkte im Jahr 2009 um weitere 26 Prozent

an – auf einen Gesamtumsatz von 267 Millionen

Euro. Inzwischen sind in rund 30.000 Supermärkten

und Discountern, in Bio läden und in den

Weltläden Fairtrade-zertifizierte Produkte erhältlich.

Darüber hinaus werden in der Gastronomie

und in Betriebskantinen sowie in der Gemeinschaftsverpflegung

fair gehandelte Lebensmittel

zunehmend angeboten. Auch in den europäischen

Nachbarländern steigt die Nachfrage nach fair

gehandelten Waren. Rund 40 Jahre nach ihrem

Entstehen ist die Idee des Fairen Handels so lebendig

und präsent wie nie zuvor. Die Geschichte

des Fairen Handels ist ein Erfolg. Dennoch gibt es

in Sachen Welthandelsgerechtigkeit noch immer

viel zu tun – auch nach 40 Jahren Solidarität und

Vielfalt durch Fairen Handel.


u c H t i P P

fair einKaufen

– aber wie?

Aktueller Ratgeber

für einen ethisch

korrekten Konsum

Wie finde ich mich

im Dschungel der

Gütezeichen und Sozialsiegel

zurecht?

Was erleichtert mir einen wirklich fairen Konsum?

Auf diese Fragen gibt nun ein praxisbezogener

Ratgeber hilfreiche Antworten – für

alle großen und kleineren Anschaffungen im

Verbraucheralltag.

Die Leser finden in dem sehr übersichtlich

gestalteten Buch ausführliche Hintergrundinfos

zum Fairen Handel, Informationen zu

den einzelnen Produktgruppen – alphabetisch

sortiert von B wie Bälle bis W wie

Wein - Einkaufshilfen für Mode mit Tiefgang,

Anbieter für Reisen mit gutem Gewissen und

für nachhaltiges Investment sowie Adressen,

Weblinks und Literaturempfehlungen.

Die Autoren weisen einschlägige Erfahrungen

auf: Martina Hahn ist Verbraucherschützerin

mit Fokus auf Nachhaltigen

Konsum. Frank Herrmann arbeitet in Lateinamerika

als Berater für Kaffeekleinbauern

und Nichtregierungsorganisationen.

Martina Hahn / Frank Herrmann: fair

einkaufen – aber wie? Der Ratgeber für

Fairen Handel, für Mode, Geld, Reisen und

Genuss. Verlag Brandes & Apsel, Frankfurt

2009. 248 Seiten, Paperback, 19,90 Euro.

l e s e t i P P

umKeHr zum leben

Nachhaltige Entwicklung im Zeichen des

Klimawandels

Zwischen Finanzkrise und Klimawandel

besteht ein enger Zusammenhang, darauf

hat die Synode der EKD bereits im November

2008 hingewiesen. Die aktuelle Denkschrift

des Rates der EKD baut darauf auf und regt

dazu an, Leitbilder für eine nachhaltige

Entwicklung im Zeichen des Klimawandels

und der Weltwirtschaftskrise zu schaffen.

Die Schrift fordert alle Christen zu einem

nachhaltigen Lebensstil auf, indem sie sich

beispielsweise für Fairen Handel und für

ökologische und soziale Herstellungsbedingungen

von Konsumgütern einsetzen sollen.

umkehr zum leben. Denkschrift des Rates

der Evangelischen Kirche in Deutschland,

Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009.

160 Seiten, Paperback, 6,95 Euro.

ÖKumene ganz PraKtiscH und lebendig

der Faire Handel auf dem ökumenischen Kirchentag in München

Fairer Handel war auch auf vergangenen Kirchentagen ein wichtiges Thema. Besonderer Beliebtheit erfreute sich auf dem

evangelischen Kirchentag in Köln 2007 das faire Kirchentagscafé „CaféPlus“.

Schon bald steht München im Zeichen des

Fairen Handels: Der zweite Ökumenische

Kirchentag (ÖKT) mit dem Leitwort: „Damit ihr

Hoffnung habt“ findet vom 12.-16.5.2010 in

Bayerns Landeshauptstadt statt. Er wird in

Gemeinschaft des Zentralkomitees der deutschen

Katholiken und des Evangelischen Kirchentages

ausgerichtet und einen großen Schwerpunkt auf

das Thema Fairer Handel legen.

Der ÖKT wird auf dem Messegelände in München

und an vielen Orten innerhalb der Stadt ausgerichtet.

In der Agora (Halle B6, Stand B14)

befindet sich die „Faire Café Oase“, die von der

GEPA in Kooperation mit dem Verband Christlicher

Hoteliers (VCH) im Auftrag von „Brot für

die Welt“, EED und MISEREOR organisiert wird.

Platziert zwischen den Hauptständen der Werke

lädt die Faire Café Oase zum Verweilen bei einer

Tasse fairen Kaffee ein.

Im Zentrum „Eine Welt“, das in der Technischen

Universität (TU) in der Arcistr. 12 eingerichtet

wird, konzentrieren sich spannende Fairhandels-

Veranstaltungen am Samstag, den 15. Mai. „Brot

für die Welt“, EED, MISEREOR und das Kindermissionswerk

„Die Sternsinger“ laden ins Audimax

zu der Podiumsdiskussion „40 Jahre Fairer

Handel und kein Ende in Sicht! – Herausforderungen

einer ökumenischen Erfolgsgeschichte

heute“ von 14.00-15.30 Uhr ein. Moderatorin

Monika Hoegen interviewt Urgesteine des

Fairen Handels wie Bertold Burkhardt und Gerd

Nikoleit, aber auch Fairhandelsvertreter, wie die

GEPA Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Riek,

Claudia Brück von Tr a n sFa i r, Hans Georg Maier

von EDEKA und Klaus Wöldecke vom Weltladendachverband,

sowie Vertreter aus Wissenschaft

und Politik, wie Jean Marie Krier und die Bundestagsabgeordnete

Dr. Bärbel Kofler.

Im Theresianum im Zentrum Eine Welt findet

am 15. Mai von 16-17.30 Uhr die Veranstaltung

statt: „Fairer Handel bringt was! Vor Ort und

auch bei uns“ – Wie steht es mit den Wirkungen

des Fairen Handels?“ Tina Gordon von Tr a n sFa i r

wird mit der Produzentenvertreterin und

Geschäftsführerin einer Kaffeekooperative aus

Jinotega, Nicaragua, Fatima Ismael sowie mit

Andrea Fütterer, GEPA, Michael Frein, EED und

dem Fairhandelsberater Dr. Markus Raschke

die Frage diskutieren, wie der Faire Handel auf

uns und unser Konsumverhalten wirkt und wie

er sich auf die Lebensbedingungen der Produzenten

und auf die Welthandelsbeziehungen

allgemein auswirkt.

Weitere Veranstaltungen zum Fairen Handel finden

im Zentrum Jugend in der Event Arena statt.

Am Himmelfahrtstag (Donnerstag, 13. Mai) wird

dort die musikalische Komödie „Fairdinand“ in

zwei Akten zum Fairen Handel von 19-21.30 Uhr

von der Gruppe „Die Ladenhüter“ aus Regensburg

in Zusammenarbeit mit dem Kindermissionswerk

„Die Sternsinger“ aufgeführt. Erfrischungen

gibt es im alkoholfreien Biergarten der

Sportbar in der Event Arena. Dort gibt es auch

einen fairen Biergarten mit GEPA-Produkten und

einem Eine-Welt-Kiosk. Veranstalter sind die

Evangelische Jugend im Kirchenkreis Oberbayern

und der BDKJ München und Freising.

Tr a n s Fai r als nacHHaltiger sieger

Freude bei Tr a n sFa i r: Die Siegelorganisation hat

bei der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises

den Einzelpreis in der Kategorie

„Deutschlands nachhaltigste Produkte/Dienstleistungen“

gewonnen. Das Fairhandelshaus

GEPA – The Fair Trade Company ist unter die

ersten drei Gewinner des Preises in der Kategorie

„Nachhaltigster Einkauf“ gekommen.

Die Auszeichnung mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis

prämiert Unternehmen, die in vorbildlicher

Weise wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer

Verantwortung und Umweltschutz verbinden.

Für weitere Info:

www.deutscher-nachhaltigkeitspreis.de


zentrales zeicHen für eine sinnvolle zuKunft

Gemütliche, faire Kaffeerunde: (v.l.) Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Mitteldeutschland,

Doris Lühning, Detlef Harland und Silvia Will. Fotos: Diakonie Mitteldeutschland

die Tradition wird fortgesetzt, das steht für

Detlef Harland, Referent für ökumenische

Diakonie im Diakonischen Werk Evangelischer

Kirchen in Mitteldeutschland, kurz Diakonie Mitteldeutschland

genannt, fest. Und das bedeutet

in diesem Fall: Es wird weiter fair getrunken.

Im Jahr 2005 schlossen sich die Diakonischen

Werke der Kirchenprovinz Sachsen, bis dato

ansässig in Magdeburg, der Evangelisch-

Lutherischen Landeskirche Thüringens, mit Sitz

in Eisenach, und der Landeskirche Anhalts, das

in Dessau residiert hatte, zur Diakonie Mitteldeutschland

zusammen. Vier Jahre später, 2009,

wurde diese Fusion auch physisch vollzogen: Die

drei Werke zogen in ihre neue Zentrale in Halle

ein. Dort, wie schon früher in den einzelnen

Werken, soll nun auch weiterhin fair gehandelter

Kaffee und Tee ausgeschenkt werden. Etwa

zwei bis drei Kilo Kaffee werden nach Schätzung

Harlands in der neuen Zentrale monatlich

verbraucht. „Es ist allerdings schade, dass wir

keine Caféteria mehr haben, weil der Platz dafür

nicht ausreichte“, so Harland. „Denn in einem

solchen Café kann man die Idee des Fairen Handels

gegenüber den Mitarbeitern noch besser

propagieren.“

Immerhin werden fair gehandelter Kaffee und

Tee nun an die einzelnen Fachabteilungen ausgegeben,

so dass diese sich die fairen Genüsse

in ihren Büro-Kaffeemaschinen und Teeküchen

aufbrühen können. Darüber hinaus will Harland

in der Zentrale der Diakonie Mitteldeutschland

auch das ökofaire Beschaffungswesen vorantreiben.

Das heißt, es soll nur noch solches Material

und Equipment eingekauft werden, das unter

umweltschonenden und menschenwürdigen

Arbeitsbedingungen hergestellt worden ist.

Harland: „Wir wollen nicht stehen bleiben mit

der Idee einer gerechten Welt, sondern auch

noch andere Bereiche, als bisher, unter die Lupe

nehmen. Auch wenn wir dabei hier und da noch

dicke Bretter bohren müssen.“

Die Resonanz auf den Fairen Handel fiel nach

Worten Harlands bisher unterschiedlich aus.

Besonders in Eisenach und Dessau habe man

sich in den vergangenen Jahren bereits stark

dafür engagiert. Harland selbst ist auch privat

ein Verfechter der guten Idee. Und die Diakonie,

so sagt er weiter, müsse eben auch mit

gutem Beispiel vorangehen: „Wir machen ja

Links oben:

Verfechter des Fairen Handels: Detlef Harland

Links unten:

Die neue Zentrale der Diakonie Mitteldeutschland mit Sitz

in Halle.

fairness, die scHmecKt –

faire wocHe 2010

Die Faire Woche, die größte Aktionswoche

des Fairen Handels in Deutschland, findet in

diesem Jahr vom 13. bis 26. September statt.

Unter dem Motto „Fair schmeckt mir!“ widmet

sie sich dem Schwerpunktthema Fairer

Handel & Gastronomie.

Die Faire Woche lebt von der Vielzahl der

Veranstaltungen lokaler Akteure und einem

bunten Programm. Für kirchliche Einrichtungen

und diakonische Träger bietet das

Schwerpunktthema Gastronomie in diesem

Jahr eine gute Gelegenheit, sich mit einer

eigenen Aktion zu beteiligen.

Die Aktionswoche bietet zugleich einen

Einblick in das breite Warensortiment fair

gehandelter Handwerksprodukte und Lebensmittel.

Zentrale Informationsplattform

für die Faire Woche ist die Homepage

www.fairewoche.de

Veranstalter der Fairen Woche ist das Forum

Fairer Handel – das Netzwerk der Fair-

Handels-Akteure in Deutschland. Finanziert

wird die Aktion zum großen Teil aus Mitteln

des Bundesministeriums für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ.

Außerdem beteiligen sich der Evangelische

Entwicklungsdienst und das katholische

Hilfswerk MISEREOR an der Fairen Woche.

FAIR SCHMECKT MIR!

Hervorragende Produktqualität

und Perspektiven

für die Produzenten – für eine

gemeinsame gerechte Zukunft!

Genießen Sie Produkte aus

Fairem Handel!

13.-26. September 2010

www.fairewoche.de

Gefördert durch das Bundesministerium

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung,

den Evangelischen Entwicklungsdienst und Misereor

selber Bildungsarbeit, zum Beispiel in Schulen,

und werben für Nachhaltigkeit und eine faire

Wirtschaft. Da müssen wir auch Zeichen setzen

und zeigen, was für die Zukunft unserer Erde

sinnvoll ist.“ In weiten Teilen klappt das auch

schon: In 80 Prozent aller Landesgeschäftsstellen

der Diakonischen Werke wird inzwischen fair

gehandelter Kaffee ausgeschenkt.


KontaKte für den grossverbraucH

Wenn sich Kantinenleitungen für Kaffee

aus dem Fairen Handel entscheiden, gibt

es spezielle Ansprechpersonen. Als kirchliches

Unternehmen mit eigenem Großverbraucherservice

beliefert die GEPA The Fair Trade Company

gezielt kirchliche Einrichtungen mit fair gehandelten

Kaffeesorten. Ein Rahmenvertrag zwischen

GEPA und der Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen

in Deutschland (WGKD) bietet kirchlichen Großab-

Rainer Sakic

Großverbraucher Service

rainer.sakic@gepa-gv.de

Ihre Ansprechpartnerin:

Margarita Sigle

M.Sigle@brot-fuer-die-welt.de

Tel.: 0711/2159-149

nehmern günstigere Konditionen für Kaffee und

Tee (www.wgkd.de). GEPA ist zugleich der größte

Lizenznehmer der Siegelinitiative Tr a n sFa i r. Neben

der GEPA gibt es weitere Händler, deren Kaffee

nach den Fairtrade-Kriterien gehandelt wird und

das Tr a n sFa i r-Siegel trägt.

Weitere Informationen erhalten Sie über die Abteilung

Marketing Großverbrauch bei Tr a n sFa i r,

Karin Wolter.

Karin Wolter

Marketing Großverbrauch

k.wolter@transfair.org

impressum

Herausgeber:

Brot für die Welt /

Evangelischer Entwicklungsdienst

Redaktion:

Margarita Sigle (verantwortl.), Monika Hoegen

Satz, Layout:

Dreimalig Werbeagentur, Köln

druck:

in puncto, Bonn

Fotos:

Tr a n sFa i r, GEPA, Brot für die Welt, EED

Links

www.kirchen-trinken-fair.de

www.brot-fuer-die-welt.de/fairer-kaffee

www.eed.de/fairtrade

www.gepa.de

www.transfair.org

www.fairewoche.de

Materialien Alle Materialien sind kostenlos erhältlich bei: vertrieb@diakonie.de

Plakat DIN A 1 (113 216 110) / DIN A 2 (123 112 040)

die aKtion „fairer Kaffee in die KircHen“

unterstützt diakonische Einrichtungen und kirchliche Verwaltungen, ihre Beschaffung auf fair gehandelte

Produkte umzustellen. Die Aktion richtet sich an Großverbraucher und bietet Information, Verkostung und

Beratung speziell für Gemeinschaftsverpflegung, Kantinen und Cafés an.

Zahlreiche Einrichtungen, Tagungshäuser und Verwaltungen aus Diakonie und Kirche haben ihren Ausschank

bereits auf fair gehandelten Kaffee umgestellt – und machen damit gute Erfahrungen.

Anstoß für die Aktion war der Evangelische Kirchentag 2001 in Frankfurt. Damals hatten Vertreter einiger

Landeskirchen festgestellt, dass selbst da, wo die Kirche als Veranstalter auftritt, die Verpflegung nicht

nach fairen Kriterien ausgerichtet ist. Seit 2002 wird die Aktion von „Brot für die Welt“ und dem Evangelischem

Entwicklungsdienst (EED) getragen und von fünf Landeskirchen (Hannover, Kurhessen-Waldeck,

Mitteldeutschland, Rheinland und Württemberg) aktiv unterstützt.

Darüber hinaus appellierte die 9. EKD-Synode im November 2002 an das Kirchenamt, an das Diakonische Werk

und die Gliedkirchen der EKD: Sie sollten dafür Sorge tragen, dass in den Kantinen kirchlicher und diakonischer

Einrichtungen und Verwaltungen fair gehandelter Kaffee, Tee und Kakao angeboten wird.

Insgesamt fördern der EED und „Brot für die Welt“ den Fairen Handel bereits seit über 30 Jahren. Sie haben

GEPA The Fair Trade Company und die Siegel-Initiative Tr a n sFa i r mit ins Leben gerufen. Die GEPA ist

insbesondere für kirchliche Gruppen und Einrichtungen die erste Adresse für fair gehandelte Produkte.

Newsletter, 8 Seiten, DIN A 4

Faltblatt, 4 Seiten, 15 x 15 cm {114 101 030)

2. Newsletter 09/2006 (123 112 026)

3. Newsletter 05/2007 (123 112 017)

5. Newsletter 05/2008 (123 112 018)

6. Newsletter 10/2008 (123 112 028)

7. Newsletter 05/2009 (123 112 019)

8. Newsletter 10/2009 (129 500 040)

9. Newsletter 05/2010 (129 500 250)

Großverbraucherinformation,

8 Seiten, DIN lang (123 112 016)

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