Ernährung - IPP - Universität Bremen

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Ernährung - IPP - Universität Bremen

zph-info Ausgabe 04/03

ENTWICKLUNGEN IM ZENTRUM

Public Health und Ernährung

im Zentrum für Public Health (ZPH)

DIE ARBEITSGRUPPE ERNÄHRUNG UND PUBLIC HEALTH STELLT SICH VOR:

Vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen

im Gesundheitswesen – u.a. die geplante Einführung

des Präventionsgesetzes – sowie angesichts

der methodischen Fortschritte in der Ernährungsepidemiologie

soll durch die Bildung einer Arbeitsgruppe

Ernährung und Public Health (Public Health

Nutrition) die regionale Kompetenzbündelung ausgebaut

werden.

In Bremen werden bereits seit vielen Jahren Maßnahmen

mit dem Schwerpunkt Ernährung durchgeführt

(z.B. Deutsche Herz-Kreislauf Präventionsstudie,

Verbesserung der Ernährungssituation in

Kindertagesstätten, Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung

in Seniorenheimen). Diese

öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten und deren

Anerkennung haben entscheidend mit dazu beigetragen,

wichtige regionale Kooperationsstrukturen

aufzubauen. Dabei hat sich gezeigt, dass das

Handlungsfeld Ernährung unter Public-Health

Gesichtspunkten gut geeignet ist, einen Transfer

zwischen Wissenschaft und Praxis herzustellen. Die

Arbeitsgruppe ist angesiedelt im Bremer Institut

für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS).

Seit langem wird in unserem Gesundheitssystem

die Qualität der medizinischen Versorgung diskutiert,

so soll z.B. mit Disease Management Programmen

vor allem das Behandlungsergebnis bei

chronischen Erkrankungen wie Diabetes, koronare

Herzerkrankungen und Krebs verbessert werden.

Die Effizienz zu optimieren und Über-, Unter- und

Fehlversorgung zu minimieren sind wesentliche

Ziele. Gleichzeitig sollen aber auch mit Hilfe von

Prävention und Gesundheitsförderung alle Möglichkeiten

genutzt werden, Krankheiten gar nicht

erst entstehen zu lassen oder zumindest die Häufigkeiten

von neuen Erkrankungen zu verringern.

Ein Präventionsgesetz soll dieses Ziel erstmals in

der Bundesrepublik Deutschland festschreiben, das

Forum Prävention oder eine entsprechende Stiftung

sollen die Umsetzung dieser Ziele aktiv unterstützen

und wissenschaftlich evaluieren. Damit

Derzeit setzt sie sich zusammen aus Prof. Dr. Petra

Kolip, zwei Ernährungsmedizinischen Beraterinnen/DGE,

Helga Strube und Heidegret Bosche

sowie einer Diplom Ökotrophologin FH Wiebke von

Atens-Kahlenberg unter der Leitung von Dr. oec.

troph. Cornelia Heitmann MPH. Neben der Durchführung

ernährungsepidemiologischer Studien und

weiterer Projekte zum Thema Ernährung bietet die

AG den Mitgliedern des Bremer Zentrums für

Public Health außerdem die Möglichkeit, sich bei

PERSONALIA

NEUES DIREKTORIUM AM

ZENTRUM FÜR PUBLIC HEALTH

Professorin Annelie Keil, Professor Gerd Glaeske

und Professorin Petra Kolip sind im Juni 2003

von der Mitgliederversammlung zum neuen

Direktorium des Zentrums für Public Health

gewählt worden.

Herzlichen Glückwunsch!

SCHWERPUNKTTHEMA PUBLIC HEALTH UND ERNÄHRUNG

Genuss für Gaumen und Gesundheit!

Die richtige Ernährung entlastet unser System

könnte erreicht werden, dass insbesondere die

chronischen Krankheiten bei älteren Menschen

zurückgehen und damit auch die Kosten für die

Behandlung im höheren Alter gesenkt werden können.

Das muss aber früh begonnen werden, die

Wirkungen von Prävention und Gesundheitsförderung

brauchen ihre Zeit. Wenn sie aber wirken,

könnten – so die Schätzungen – 20-30% der

Krankheitskosten eingespart werden.

Es lohnt sich also, Prävention und Gesundheitsförderung

zu nutzen. Beispiel Ernährung: Es gibt in

der Zwischenzeit gute Belege dafür, dass eine optimierte

Ernährung die »Krankheits- und Behandlungslast«

senken kann. So stirbt z.B. jede zweite

Frau an einer koronaren Herzerkrankung (KHK),

jährlich bekommen etwa 121.000 Frauen einen

Infarkt. Dabei könnten durch die konsequente Ver-

Projekten im Hinblick auf ernährungswissenschaftliche

Fragestellungen unterstützen zu lassen.

Die Arbeitsgruppe geht davon aus, dass das Handlungsfeld

von Public Health Nutrition eine optimale

Schnittstelle für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit

im Bremer Zentrum für Public Health

bietet, insbesondere unter Einbeziehung ernährungsepidemiologischer

Erkenntnis und im Rahmen

einer anwendungsorientierten Gesundheitsforschung.

Dr. oec. troph. Cornelia Heitmann MPH, Bremer Institut

für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS),

Linzer Str. 8-10, 28359 Bremen, Tel: 0421 / 5959-636,

Mail: heitmann@bips.uni-bremen.de

änderung des Lebensstils drei von vier Infarkten

bei Frauen verhindert werden, so jedenfalls die

Auswirkungen aus der sog. CORA-Studie (Coronary

Risk Factors and Arteriosclerosis in Women).

Dies ist die erste Fall-Kontroll-Studie in Europa mit

einer ausreichenden Anzahl an Teilnehmerinnen,

die neben den Lebens- und Ernährungsgewohnheiten

auch klinische und genetische Parameter einbezieht.

Im Rahmen dieser Studie wurden 200

Patientinnen mit neu aufgetretener Herzkrankheit

(Herzinfarkt, Angina pectoris) mit 255 gleichaltrigen

gesunden Frauen verglichen. Das Ergebnis:

Frauen, die viel Obst und Gemüse essen, haben ein

deutlich geringeres Risiko, an einer KHK zu erkranken

als Frauen, die tierische Fette bevorzugen. 200 g

Obst und Gemüse täglich – z.B. zwei Äpfel und

Gemüse zu einer Mahlzeit – verringern das Risiko

um 60%. 100g Fleisch- und Wurstwaren täglich

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