Erteilung einer Berufserlaubnis für Heilpraktiker - Landkreis Celle

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Erteilung einer Berufserlaubnis für Heilpraktiker - Landkreis Celle

Erteilung einer Berufserlaubnis für Heilpraktiker

Nach § 1 des Gesetzes über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung

(Heilpraktikergesetz (HPG) vom 17.02.1939, RGBl. I S. 251) bedarf der Erlaubnis, wer die

Heilkunde ausüben will, ohne als Arzt bestallt zu sein. Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses

Gesetzes ist jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung oder

Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen, auch wenn sie im Dienste

von anderen ausgeübt wird.

Antragsverfahren in Niedersachsen:

Der Antrag auf Erteilung der Erlaubnis ist bei der Unteren Verwaltungsbehörde (Landkreise und

große selbständige Städte) zu stellen, in deren Bereich die heilpraktische Tätigkeit ausgeübt

werden soll. Diese Absicht ist hinreichend zu belegen, beispielsweise durch eine Meldebescheinigung,

Einstellungszusage o.ä., wenn der Wohnsitz nicht im Landkreis oder der Stadt

Celle liegt. Für die Stadt und den Landkreis Celle werden die Antragsunterlagen beim

Gesundheitsamt Celle eingereicht.

Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

Kurzer Lebenslauf (tabellarische Form)

Geburtsurkunde

Nachweis über die Staatsangehörigkeit des Antragstellers/der Antragstellerin

(Personalausweis/Reisepass)

amtliches Führungszeugnis, das nicht länger als einen Monat vor Antragstellung ausgestellt

sein darf.

Erklärung, ob gegen die Antragstellerin/den Antragsteller ein gerichtliches Straf- oder

staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren anhängig ist.

ärztliche Bescheinigung (nicht älter als einen Monat vor Antragstellung). Danach dürfen keine

Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Antragstellerin/dem Antragsteller wegen eines

körperlichen Leidens, wegen Schwäche der geistigen oder körperlichen Kräfte oder wegen einer

Sucht, die für die Ausübung des Berufes als Heilpraktikerin oder Heilpraktiker erforderliche

gesundheitliche Eignung fehlt.

Erklärung, ob und ggf. bei welcher Behörde zuvor bereits eine Erlaubnis beantragt wurde.

Nachweis über die Schulbildung (mindestens Hauptschulabschluss).

Der weitere Verfahrensablauf in Niedersachsen ist durch einen Runderlass des Sozialministeriums

vom 01.03.2007 geregelt (Az.: 450.-41022/15). Danach erfolgt unter anderem die so genannte

Heilpraktikerprüfung durch einen eigenen Gutachterausschuss beim Landessozialamt Lüneburg.

Der Gutachterausschuss besteht aus 5 Mitgliedern:

2 Ärztinnen oder Ärzten

2 Heilpraktikerinnen oder Heilpraktiker

dem Vorsitzenden, der weder Ärztin oder Arzt noch Heilpraktikerin oder Heilpraktiker sein darf.

Prüfungsablauf:

Die Überprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil und gilt als

bestanden, wenn die Leistungen in allen Teilen mindestens ausreichende sind. Werden in einem

Teil keine ausreichenden Leistungen erbracht, ist die gesamte Überprüfung zu wiederholen.

bitte wenden


Schriftlicher Teil:

Der schriftliche Teil der Überprüfung wird jeweils 3. Mittwoch im März (Antrag bis 15. Januar) oder

am 2. Mittwoch im Oktober (Antrag bis 15. August) eines Jahres angeboten.

Landkreis Celle � Gesundheitsamt � Trift 26 � 29221 Celle � Tel.: 0 51 41 / 916 – 5000

www.Landkreis-Celle.de

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Die schriftliche Überprüfung umfasst folgende Gebiete:

Berufs- und Gesetzeskunde einschl. rechtliche Grenzen der Ausübung der Heilkunde ohne

ärztliche Approbation

Grenzen und Gefahren diagnostischer und therapeutischer Methoden der heilpraktischen

Tätigkeit

Grundkenntnisse der Anatomie, pathologischen Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie

Grundkenntnisse in der allgemeinen Krankheitslehre, Erkennung und Unterscheidung von

Volkskrankheiten, insbesondere von Stoffwechsel- und Herz/Kreislauf-, der degenerativen und

übertragbaren Krankheiten, der bösartigen Neubildungen sowie ernster seelischer Erkrankungen

Erkennung und Erstversorgung akuter Notfälle und lebensbedrohlicher Zustände

Praxishygiene, Desinfektion und Sterilisation

Deutung grundlegender Laborwerte.

Aus den Themenbereichen werden 60 Fragen zur schriftlichen Beantwortung im Antwort-Wahl-

Verfahren (multiple Choice) gestellt, die innerhalb von 2 Zeitstunden zu beantworten sind.

Zur mündlichen Überprüfung wird zugelassen, wer mindestens 45 der schriftlichen Fragen

zutreffend beantwortet hat.

Mündlicher Teil:

Der mündliche Teil der Überprüfung soll für diejenigen Antragsteller, die im März den schriftlichen

Teil erfolgreich bestanden haben, bis zum Ende des im gleichen Jahr folgenden Monats

September, für Antragsteller, die im Oktober den schriftlichen Teil erfolgreich absolviert haben, bis

zum Ende des im nächsten Jahr folgenden Monats März abgeschlossen sein.

Der mündliche Überprüfungsteil bezieht sich auf:

Technik der Anamneseerhebung

Methoden der unmittelbaren Krankenuntersuchung mit Inspektion, Palpation, Perkussion,

Auskultation, Reflexprüfung, Puls- und Blutdruckmessung

Injektions- und Punktionstechniken.

Die gestellten Fragen sind in freier Rede zu beantworten.

Ergibt die Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten der Antragstellerin/des Antragstellers, dass

die Ausübung der Heilkunde "keine Gefahr für die Volksgesundheit" bedeutet (so fordert es das

Heilpraktikergesetz!), wird die Erlaubnis nach § 1 HPG durch das Gesundheitsamt erteilt.

Kosten:

Für die Erteilung der Erlaubnis sind gem. Allgemeiner Gebührenordnung vom 24.11.2004 (Nds.

GVBl. S. 527) derzeit Verwaltungsgebühren von 350,-- € zu erheben. Darin sind die Gebühren für

den Gutachterausschuss nicht enthalten.

Die Niederlassung als Heilpraktiker/Heilpraktikerin ist dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt

anzuzeigen.

Für weitere Fragen und Auskünfte stehen zur Verfügung:

Gesundheitsamt Celle, Trift 26, 29221 Celle, Tel.: 05141/916-5000,

Gutachterausschuss für Heilpraktiker beim Landesamt für Soziales, Jugend und Familie–

Außenstelle Lüneburg - Auf der Hude 2, 29339 Lüneburg Tel.: 04131-15-3217 oder 3246

Stand 05/2011

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