Quartierzeitung, Nr. 97-2011 - Obergrund

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Quartierzeitung, Nr. 97-2011 - Obergrund

7 Quartierentwicklung

Zur künftigen Nutzung des Zentralbahntrassees

Langsam-

verkehrsachse


Eine uralte Forderung unseres Quartiervereins

geht bald in Erfüllung. Ab dem Fahrplanwechsel im

Dezember 2012 verkehrt die Zentralbahn

unterirdisch. Die Stadt plant, das heutige

Bahntrassee danach als Langsamverkehrsachse

zu nutzen, für Fussgänger und Velofahrer.

Text und Foto: Peter Laube

Die Zentralbahn und die Stadt machten einen

Landabtausch. Die Bahn erhielt das unterirdische

Land für den Tunnelbau unter der Allmend

und gibt der Stadt dann das nicht mehr benötigte

Trassee. Dieser Tausch war Vater des Gedankens,

auf dem heutigen Trassee eine Achse für den

Langsamverkehr einzurichten. Das erklärte Projektleiter

Martin Urwyler der Quartierzeitung

Obergrund gegenüber. Er betonte aber, was er im

Moment zum Projekt sagen könne sei nicht definitiv,

da es immer noch in der Planungsphase sei.

2007 wies immerhin die Metron-Machbarkeitsstudie

das Bedürfnis nach, erarbeitete grob ein

Konzept und zeigte erste Gestaltungsansätze.

Bedürfnis erwiesen

Martin Urwyler bezeichnete das Projekt als äus-

serst wichtig. Einerseits haben im September

2010 die Stimmbürger mit dem Reglement für

eine nachhaltige städtische Mobilität, dem Gegenvorschlag

zur Städteinitiative der Grünen,

die Stadt zur Förderung des öffentlichen Verkehrs

und des Langsamverkehrs verpflichtet. Anderseits

erschliesst die künftige Langsamverkehrsachse

wichtige Punkte. An den Enden im

Steghof und in Kriens Mattenhof dürften irgendwann

städtebaulich wichtige verdichtete Zentren

entstehen. Weiter führt die Route zum Südpol.

Dort ist auch die Musikschule untergebracht.

Schliesslich wurde die Achse ins 2009 ergänzte

kantonale Radroutenkonzept aufgenommen.

Ob an dieser Stelle der geplante

Langsamverkehr Votritt hat oder ob er

« in die Schranken gewiesen wird »,

ist noch offen.

Noch keine Details, aber Vorstellungen

Ab 2013 wird die Zentralbahn die Geleise zurückbauen.

Ideal wäre es, wenn die Stadt gleich dahinter

mit dem Bau der Langsamverkehrsachse

beginnen könnte. Dafür, betonte Martin Urwyler,

müsste Ende 2012 ein ausführungsreifes Projekt

vorliegen. Allfällige Einsprachen müssten erledigt

sein. Zu den Kosten wollte er keine Angaben

machen, bevor die Projektierungsphase abgeschlossen

sei und der Kostenteiler feststehe. Der

Kanton, die Gemeinde Kriens, die in der Planungsgruppe

dabei ist und ihre Wünsche anbringen

kann, und wohl auch Horw werden sich an

den Kosten beteiligen. Vom Steghof bis zur Eichwaldstrasse

könnte sich Martin Urwyler Mischverkehr

vorstellen. Ab dort wären Fussgänger

und Velos getrennt. Das steht jedoch noch genau

so wenig fest wie die Art, wie die Kreuzungen mit

den bestehenden Strassen zu gestalten sind. Vorläufig

besteht die Idee, dass bei der Moosmatt-

und der Eichwaldstrasse der Langsamverkehr

Vortritt hätte und auf den Strassen entsprechende

bauliche Massnahmen getroffen würden. Bei

der Horwerstrasse wäre die umgekehrte Situation:

der Langsamverkehr würde buchstäblich in

die Schranken gewiesen. Klar ist bisher einzig,

dass beim Kreisel Allmend ein Abzweiger gebaut

wird, der es ermöglicht, mit dem Velo die Allmend

zu queren und in die Langsamverkehrsachse

einzubiegen.

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